Nr. 521 ♦ ZT. Jahrgang Musgabe A Nr. 163 BezugsvreiS» SkrtelISHrl.W>-M.. monatLIO,- M. frei ins Saus, voraus zahitar. Pvsi» tezug: Monnllich IV.— M., einschl. Zu- flellunasgebühr Unter Kreuzband sür Seulschland, Danzig. das Saar- und Wemeiftebiel. sowie die ebenials dem- ßijen, Gebiete Polens. Oesterreich. ngarn und Luxemburg A>,— M, für das übrige Ausland 27,— M. PaÜ- bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tscheche- Slowakei, Däne- war!. Kolland, Luxemburg. Schweden und die Schweiz. Der ,$oraärts* mit der Sonntagsbeilage»Boll und Zeit*, der Unterhaltungsbeilage»Heimwelt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn» tags und Montags einmai. Sonntags Attsgabe DG »So, Teleara >}laiö«i motrat OacOn* Vevlinev VolksblAtt (40 Pfennig) AnzetgeupretS, Sil achtgeloallen» RonvarelllezetI» kostet bjo M.»kleine glnjeigea** da» lettgedruckt» War, l.bv■M.(zu- lässig zwei settgedruckt» Wone». sedes weiter» Wort U— SM. SleUrngeluch» und Schlafstellenanzetgen das erst» Wort is~®L sede» weitere Wort AI Dsg, Worte Uder ld Buchstaben zählen für zwei Worte jfaimlien-An- zeigen für Abonnenten Zeil» lt.— M, vi» Dreis« oerstehen sich einschliehlich Zeuerungszuschla». Anzeigen für die nächste Dummer müssen dl» 6 Ahr nachmittags un Hauvtgeschäfr, Berlin EW kb, Linden- ltrahe 3, abgegeben werden. Deostnet non fl Uhr früh bis i Uhr abends. Zcntralorgan der roztaldcmohrati fchen parte! Deutfchlands ReSaktton und Expedition: SV 68, Lindenstr.3 Redaktum Moritzplah I51S8— 97 ,fsern,preryer. Morihpla, 117SZ— 8t Sonntag, den 10. Juli 1921 Vorwärts.Verlag G.m.b.H., EM bS, Lindenstr. Z skernitit'�isti'r» Verlag. Expcditio« und ynicratcn. Abteilung Morihplah 11783-5« Schack unö Kruska freigesprochen. Bei Beginn der Sitzung teill der Präsident mit, daß die Per» Handlung nicht in der geplanten Weise fortgeführt werden kann, da die französischen Zeugen auf direkte Anweisung der französischen Regierung abgereist sind, so daß nur die deutschen Zeugen vernom- men werden können. Es wird in der Zeugenvernehmung fortgefahren. Bankbeamter Oskar H a r t m a n n aus Meiningen war Garni» fonverwaltungsinspektor-Stellvertreter im Lager Niederzwehren. Er schildert den Bau und die Einrichtungen des Lagers. Der Zeuge berichtet weiter über das ständige Anwachsen der Gesangcnenzahl und die Ankunft der Russen, die meist die Krätze hatten. Die Ber- xflegung der Gefangenen war ausreichend. Am 24. Dezember war der Zeuge nicht im Lager und hat deshalb die Ansprache des Generals Kruska nicht gehört. Es sei aber ausge- schlössen, daß Kruska gesagt haben könne, er führe den Krieg nicht mit Kanonen, sondern mit Krankheiten, denn an die Seuche sei damals noch gar nicht zu denken gewesen. Oberstleutnant a. D. Hermann H e n r i c i- Kassels damals Kam- mandeur des 1. Gcsangenen-Bataillons, hatte das Bcstatlungswesen unter sich. Er bekundet, daß die Beisetzungen stets in Särgen er- folgten, die mit den Namen der Toten versehen waren. Stabsarzt a. D. Dr. S ch u l z aus Stadt-Jlm: Die Rüsten wurden entlaust und mit Salbe behandelt. Zunächst wurden die Rüsten iseliert gehalten. End« Oktober kam der Befehl des Kriegsministeriums, die Gefangenen zu mischen. Er, der Zeuge, habe dagegen Bedenken gehabt und sie auch zur Sprach? gebracht. Anfangs ISIS zeigten sich Erkranlunzen eigeniümlichsr Art, die aber nach nichi als Flecktyphus erkannt werden konnten. Don den deutschen Aerzten erkrankten Sü Proz. und 25 Proz. sind gestorben; von den französischen Aerzte» sind nur 2 gestorben, also höchstens 4 Pro;. Daraus kann gefolgert werden, daß die deutschen Aerzte ihre Pflicht voll erfüllt haben. Die französischen Gefangenen wollten sich lieber durch deutsche Aerzte behandeln lasten. Geh. Rat Prof. Gärtner bemerkt, dafür, daß die Russen nicht genügend entlaust in das Lager kamen, könne niemand ein Bor- wurf treffen, da auf dem sogenannten Umschlagplatz in Hammer- Pein die Möglichkeit sorgfältiger Entlausung damals nicht bestand. Direktor Naumann, der Dolmetscher im Lager war, bezeich- net den gestern vernommenen französischen Zeugen Ronlon als eine trankhaft veranlagte Persönlichkeit, die übertrieben habe. Manche gebildeten französischen Gefangenen hätten allen Ernste» geglaubt, baß die Deutschen eine Lymphe erfunden hätten, mit der sie den Gefangenen deutsche Gesinnung einimpfen wollten. Unioersitätsprofestor Dr. K l o n k a- Jena, der das Lager eben- falls besichtigt hat, bekundet, daß bei seinem ersten Besuche die Er- trankungen noch keine Veranlassung zu der Annahme gaben, daß es sich um Flecktyphus handle. Generalarzt a. D. Dr. Benzler-Hannover erklärt, daß zu Beginn des Krieges das Fleckfieber den deutschen Aerzten aus eigener Erfahrung nicht bekannt war, und daß die Krankheit für Influenza gehalten wurde. Nachdem die Krankheit richtig erkannt war, wurden ie Erkrankten sofort dementsprechend behandelt. Geheimer Medizinalrat Prof. Dr. D a m s ch- Göttingen ver- breitet sich über die sanitären Einrichtungen des Lagers sowie über die Bekämpfung der Krankheit. Nach seiner Ucberzeugung hat Kruska durchaus im Einklang mit den Wünschen der Aerzte ge» handelt und alles getan, um den Gesundheitszustand der Gefangenen auf der Höhe zu halten. Der Oberreichsanwalt beantragt hierauf die Verlesung der protokollarisch vorliegenden eidlichen Aussagen der abgereisten französischen Zeugen. Verteidiger und Angeschuldigte stimmen diesem Antrage zu. Der Gerichtshof beschließt die Verlesung der erwähnten Zeugen- aussagen, die hierauf erfolgt. Sodann ergreift der O b e r r e i ch s- an w alt da« Wort und führt u. a. aus: Wo wirklich begründete Anschuldigungen erhoben worden sind, ist Anklage auck erhoben wor- den. Eines zuchthauswürdigen Derbrechens würden wir uns schuldig machen, wenn wir anders handelten. Niemals aber sind so unsinnige Anschuldigungen ohne triftigen Grund erhoben wor- den als gegen die heutigen Angeschuldigten. Diese Anschuldigungen hätten wenigstens durch erweisliche Tatsachen gestützt werden müssen. So töricht kann niemand gewesen sein, absichtlich einen Zustand her- beizuführen, der den Tod zahlreicher Gefangener zur Folge gehabt hätte. Nicht der angebliche Mangel der Latrinen sondern die Läuse waren die Entstehung der Krankheit. Die Nahrung soll mangelhaft und ekelhaft gewesen sein. Daß bei solcher Massenspeisung einmal kleine Unebenheiten vorkommen können, ist selbstverständ- lich. Eine unverschämte Lüge ist es zu behaupten, daß erst durch die ausländischen Aerzte die Seuche gemeistert worven sei. General Kruska soll gesagt haben, er führe den Krieg auf seine Art, die Franzosen seien müßige Ester, die Gefangenen sollten beten. Kruska ist ein durchaus religiöser Mann, seine Aeußerung über das Beten war durchaus ehrlich gemeint. Sie ist aber in gemeinster Weise verdreht worden. Ein kolossales Maß von Roheit und blindemHaß gehört dazu, aus den Worten:„ich führe den Krieg auf meine Art" zu folgern, Kruska habe gemeint, er wolle den Krieg mit Hilfe von Krankheiten führen. Wie allgemein bekundet worden ist, hat sich Kruska geradezu für die Gefangenen aufgeopfert. General v. Schack hat bereits am 21. Januar seine Funktionen niedergelegt, er steht also mit dem Ausbruch des Fieber» in keinerlei Beziehung. Der Oberreichsanwalt beantragt zum Schluß die Frei- fprechung der beiden Angeschuldigten. Der Verteidiger des Generals von Schack, Rechtsanwalt Seuffert, fuhrt aus, daß unter diesen Umständen der Verteidigung keine Auf- gäbe mehr zu läsen übrigbleibe. Es fei zu bedauern, daß die fran- zösische Regierung diese ungeheuerlichen und unerwiesenen Anschuldi- gungen hier zur Verhandlung gebracht hat. Der Verteidiger des Generals Kruska, Rechtsanwalt Dr. Lütje- brunne-Göttingen, charakterisiert die Aussagen des krankhaft veran- lagten Dorfschullehrers Roulon und des Renegaten Paschali in schärf- ster Weise und weist nach, daß ihre Aussagen durch eine Reihe glaub- würdiger Zeugen widerlegt seien. Charakteristisch sei. daß»in fran- zösischer Zeuge vor seinem Richter das Schimpfwort„Boche" ge- braucht habe/ und daß der Richter anstatt es für angezeigt zu halten, dies zu rügen, es sogar ins Protokoll aufgenommen habe. Die beiden Angeschuldigten beschränken sich aus kurze Erklärun- gen. General Kruska sagte, er könne nach dieser Verhandlung nun- mehr die französischen Anschuldigungen ruhig ertragen. Nach halbstündiger Beratung verkündet der Präsident gegen 4 Uhr nachmittags das Urteil. Es lautet auf Freisprechung. Die Kosten einschließlich der notwendigen Auslagen der Angeschul- digten werden der Saatskaste auferlegt. In der Urteilsbegründung heißt es: Der Gerichtshof ist der Ueberzeugung, daß die Anschuldigungen, die in der Auslieserungs- liste der französischen Regierung gegen die beiden Generale erhoben wurden, nach dem Ergebnis der Verhandlung völlig in sichzu- sammengebrochen sind. Von vornherein erscheint die An- nähme einer doloscn Tötung als völlig ausgeschlossen; lediglich die Möglichkeit einer sahrlässigen Handlungsweise blieb bestehen; aber auch insoweit hat die Verhandlung die völlige Grundlosigkeit der An- schuldigungen ergeben. Der Gerichtshof schließt sich völlig dem o n, was der Oberreichsanwalt über dos Ergebnis der Verhandlung in dieser Richtung ausgeführt hat. Der Gerichtshof kommt zu dem Ergebnis, daß die beiden Herren, die von der französischen Regierung als die schlimmsten Verbrecher der Geschichte, als Borbaren gekennzeichnet worden sind, nur pflichterfüllte, treue deutsche Soldaten waren, die dem Reiche nach besten Kräften gedient haben. ** » Das Urteil spricht eine Selbstverständlichkeit aus, wenn es zum Freispruch kommt. Die Anklage entsprang der Ideenwelt der Kriegspsychose, die in allen am Weltkriege beteiligten Ländern eine entsetzliche Verwirrung des Geistes anrichtete. Die Cholerabazillen in Brunnen, die Goldmillio- nen in den Taschen von Radfahrern, die Tennisbälle als Vom- den u. a. m. gehören auf das gleiche Blatt wie die französische Behauptung, in einem deutschen Gefangenenlager seien die Franzosen durch planmäßige Sellchenverbreitung getötet wor- den. Man muß si chvor Augen halten, daß die Anklage nicht im Herbst 1914, sondern 1921 erhoben worden ist, um zu begrei- fen, welch ungeheuerliche nationale Vergiftung zu diesem Schritt getrieben hat. Wir bedauern schon aus diesem Grunde, daß durch die Abberufung der französischen Zeugen die letzten Möglichkeiten unterbunden worden sind, die Wurzeln dieser Wahnideen auf- zudecken. Wenn es jetzt zwischen Deutschland und Frankreich im besonderen auf Grund des obigen Urteiles zu neuen Strei- tigkeiten kommt, dann würde das nur zeigen, wie sehr die französische Regierung noch indenHänoenderKriegs- w a b s i n n i g e n ist. Wir bedauern, daß Oberreichsanwalt und Gericht— in der Begründung des Urteils— nicht den Ton gefunden haben, der dieser gerechten Sache entsprach. So wird«s die französische Hetzpresse leichter haben als notwendig war, wenn sie die Wahrheit hinter Bemerkungen über den stellenweise reich- lich politischen Ton des Urteils versteckt. über die Leipziger Urteile. Paris, 9. Juli.(DA.) Blättermeldungen zufolge erklärte B r i a n d, daß Frankreich die Urteile des Leipziger Reichsgerichts nicht anerkenne. Die von der französischen Regierung vorbereitete zweite Liste der in Leipzig abzuurteilenden deutschen Kriegsverbrecher wird vorläufig der deutschen Regierung nicht ausgehändigt, da die französische Regierung aus dem Standpunkt steht, daß die Verhand- lungen gegen die Kriegsbeschuldigten nicht weiterhin durch deutsche Richter fortgeführt werden dürfen. Die pariser presse zur Rückberufuag.. Paris, S. Juli.(TU.) Der Berichterstatter des„Nieuwe Roller. damsche Courant" meldet: Hier findet die Zurückberufung der französischen Kommission aus Leipzig allgemeine Zustimmung. Die Regierung scheint über die weitere Entwicklung der Dinge noch keinen Beschluß gefaßt zu haben. Verschiedene Blätter fordern, daß Frank- zum Versailler Vertrag zurückkehre und die Auslieferung der Kriegs- schuldigen durchführ».„Rappell" schlägt deshalb vor, nochmals die Auslieferung des Kaisers als des Hauptschuldigen zu fordern.„Victoire" dagegen hat die Berurtetlung des Kaisers bereits gestrichen und will auch die Aburteilung der anderen Kriegs- beschuldigten beiseite stellen, um alle Kräfte für den Wieder- ausbau und die Abrüstung einsetzen zu können, sonst helfe man den deutschen Nationali st en und schwäche die Stel- lung des Kanzlers Wtrth. Kein Pariser Llott fordert Internationale Aufgaben. Don Otto Wels. Immer stärker tritt die Notwendigkeit hervor, die inter- nationale Zusammenarbeit der sozialistischen Parteien aus dem Stadium gegenseitiger Versicherungen, Resolutionen und Erklärungen heraus auf das Feld praktischer ge- m einsam er Arbeit zu führen. Die Friedensverträge zwingen je länger je mehr die Arbeiterschaft hierzu, und die Erkenntnis, daß die Interessen der Arbeiterschaft in nationaler wie in internationaler Beziehung- zusammenfallen, ist heute bereits Allgemeingut der sozialistischen Arbeiter geworden, gleichviel zu welcher Gruppe der Internationale sie sich rechnen. Und es ist vielleicht von höchstem Werte, daß gerade die e n g» l i s ch e Arbeiterschaft heute— im Gegensatz zu früher— in klarer Erkenntnis der internationalen Notwendigkeiten von der keines anderen Landes übertroffen wird. Das trat besonders klar in der kürzlich in Brighton auf der Tagung der Labour Party angenommenen Re- solution hervor, in welcher der Parteitag den Vorstand ver- pflichtet,„angesichts der augenblicklichen Lage der Arbeiter- bewegung in Europa... Schritte zur Festigung der Stellung der Zweiten Internationale zu unternehmen, die zur Siche- rung ihrer deinokratischen Grundlagen gegen die Prinzipien der Diktatur geeignet sind. Es sollen an alle sozialistischen Or- Welt Einladungen zu einer Konferenz ver- ge- anisationen der � �____ chickt werden, auf der eine umfassende Internationale schaffen werden kann". die Derschärfting der Sanktionen. Zugleich wurde eine Fühlung mit der Zentrale der Wiener A r b e i t s g e m e i n s ch a st gewünscht, um eine Einigung vorzubereiten und weitere Spaltungen zu vet- meiden. Diese Anregungen werden der Leitung der Labour Party, die ja durch Personalunion mit dem Präsidium der Zweiten Internationale identisch ist, die Schritte für ihr Handeln vor- schreiben. Das Exekutivkomitee der Zweiten Internationale trat dem Beschluß von Brighton bei. Aber auch auf der am 8. Juli d. I. in Frankfurt a. M. begonnenen Tagung der Wiener Arbeitsgemeinschaft wird er durch die ihn angehörige Jndepedent Labour Party, welche Mitglied der englischen Ar- beiterpartei ist, vertreten. Dort wird sich entscheiden, ob der Geist der Z e r- k l ü f t u n g, der in Amsterdam eine gemeinsame Tagung der sozialistischen Internationale mit dem Internationalen Ge- werkschaftbund verhinderte, auch heute noch stark genug ist, dem gesunden Menschenverstand zum Trotz über olle elcmen- tarsten Notwendigkeiten internationaler Arbeiterpolitik zu triumphieren. Es ist nicht uninteressant zu erfahren, daß L o n g u e t, der in Brighton die Grüße der französischen Partei an den Kongreß überbringen sollte, dort durch sein Erscheinen einige Verwunderung hervorrief. Sicherlich stand es im Widerspruch mit seinem Verhalten in Amsterdam. In Frankfurt a. M. wird sich zeigen, ob sein Desuch einer besseren Erkenntnis der internationalen Situation entsprach oder lediglich einen, dann freilich gründlich mißglückten Propagandoversuch für die Wiener Arbeitsgemeinschaft darstellte, deren Notwendigkeit und, Existenzberechtigung ja auch den ihr angeschlossenen Par- teien von Tag zu Tag zweifelhafter wird. Weder ihr Pro- gramm noch ihre bisher ausstehenden Aktionen vermögen sie zu erweisen Ihr Bestehen garantiert allein die Zerrissenheit der sozialistischen Arbeiterbewegung, sonst nichts. Das aber kann ihr Ziel nicht fein, sie wäre sonst lediglich eine Organi- sation zur Herbeiführung kompliziertesten Selbstmordes. Nicht für die Demokratie und die sozialistischen Parteien, die sich zu ihr bekennen, sondern für die, welche aus taktischen Gründen, den Kommunisten zuliebe,, aus Furcht vor ihnen, sich zwischen Demokratie und Diktatur auf die Erde setzen, weil es dazwischen eine Sitzgelegenheit nicht gibt. In der Tat sst die Möglichkeit eines Z» s a m,- menwirkens der beiden Internationalen vorhanden. Man braucht nur das Verhalten der Un- abhängigen im Deutschen Reichstag seit dem Ultimatum zu beachten und daraus die notwendigen Folgerungen zu ziehen. Gewiß, eine Ei n i g u n g läßt sich vielleicht noch nicht erzieiev, vielleicht ist sie zurzeit noch gor nicht einmal wünschenswert, 'denn alle Dinge müssen erst zur vollen Reise kommen. Welcher Arbeiter ober würde es verstehen, wenn im Herbst in Stack- Holm die Interparlamentarische Union, das heißt eine Versammlung fast durchweg bürgerlicher Politiker, nach achtjähriger Pause zusammentritt, wenn nach den bisherigen Meldungen Großbritannien, Niederlande, Amerika, Spanien, Schweiz, Schweden, Dänemark. Norwegen, Portugal, Deutsch- land, vielleicht auch Frankreich und Belgien, und viele andere Länder dort vertreten sind, ehe es den S o z i a l i st e n gelingt, auf diesem Gebiet führend den Gedanken der Völker- Verständigung zu vertreten. Die in Verfolg des Beschlusses von'Brighton geplante Konferenz wird sich mit der Frage interparlamentari- scher Arbeit besonders eingehend zu befassen haben. Man braucht nicht parlamentarischem Kretinismus oerfallen zu sein, man kann die Notwendigkeit direkter Aktionen im Klassenkampf der Arbeiter mit Feuereifer verfechten und wird doch erkennen müssen, daß der Gedanke des Bölkerbundes den GedankendesWeltparlamentsinsich schließt und daß es die Aufgabe der Arbeiterschaft ist, dafür zu sorgen, daß dem Völkerbund der Staaten und Regierungen das Welt- Parlament der Völker gegenübergestellt wird. In der 800- jährigen Geschichte des Parlamentarismus haben feine Formen sich mannigfach entwickelt, und es ist klar, daß die gegen- wärtigen längst nichr seine endgültigen sind. Trotz der Gründung zahlreicher neuer Staatengebilde in Europa leben wir in der Uebergangsperiode des Verfalls der Nationalstaaten und der Bildung neuer größerer Ein- h e i t e n, für die der Name noch nicht gefunden ist. Das ist die Folge einer gefetzmäßigen Entwicklung, in der sich heute schon die stärksten Staaten des Gedankens der überstaatlichen Gemeinschaft bemächtigen, um ihn seinem natürlichen Zweck zu entfremden und in den Dienst ihrer nationalen Absichten zu stellen. Es ist also ein Irrtum zu glauben, daß der Völker- bund, wie er gegenwärtig etabliert wird, von innen heraus den Weg zur Völkerverständigung weilen würde. Im Gegen- teil, seine Schöpfer werden ihn sperren, wo sie nur können, und sie finden dabei ja auch die Hilfe der Kommunisten, die jeden Parlamentarismus verwerfen. Die Einheit Europas kann, wie dies auch in der Denkschrift des Parteivorstandes an das Exekutivkomitee der Zweiten Internationale gesagt ist, erst in dem Augenblick ver- wirklicht werden, wo neben das Organ der Regierungen das Organ der Parlamente, neben die Staatenvertretung die Volksvertretung tritt. Aber in diesem Augenblick auch voll- kommen. Denn von Anfang an wird dieses europäische Par- lament sich nach Parteien, nicht nach Nationen gliedern, es werden sich nicht englische, französische, deutsche Fraktionen, sondern s o z i a l i st i s ch e, liberale, k o n- s e r v a t i v e Fraktionen bilden. Damit wird endgültig offen- bar werden, was längst der Fall ist, daß die w a h r e n Jnter- essengegensätze nicht mit den Landesgrenzen laufen, sondern sie schneiden. Die Tagung der Interparlamentarischen Union in Stock- bolm wird sich mit diesem Gedankt befassen müssen, aber wieviel mehr ist es doch Aufgabe der Arbeiterschaft, dafür zu sorgen, daß zunächst die sozialistische Fraktion des Weltparlaments zu interparlamentarischer Arbeit sich findet! Mit Resolutionen, Manifesten und Aufrufen dürfen wir uns nicht mehr begnügen. Heute schon bilden in jedem Lande die sozialistischen Fraktionen einen starken realpolitischen Faktor. Und niemand wird behaupten, daß die zusammenge» faßte Macht der sozialistischen Parlaments- f r a k t i o n e n bei systematischer Arbeit nicht einen gewaltigen realpolitischen Druck ausüben könnte, besonders wenn sich hinter sie noch der geschlossene Wille ,von 30 Millionen in der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale or- ganifierter Arbeiter stellt. Hier ist das Feld, auf dem praktische internationale Ar- beit geleistet werden kann und nach dem Willen der Zweiten Internationale auch geleistet werden wird. Zentrum und flngeftelltennovelle. Gegen die Durchpeitschun gder Novelle zur Angestellten- Versicherung, die von den bürgerlichen Standesvereinigungen der Angestellten mit aller Macht betrieben wurde, mußten sich die in der Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände, Afa-Bund, vereinigten Angestellten, energisch wehren. Denn die Gelegenheit zu den notwendigsten Umgestaltungen der Angestelltenoersicherung durfte nicht versäumt werden. Dem Zentrum wurden von reformfeindlicher Seite aus Vorwürfe darüber gemacht, daß es nicht mit für die Durch- peitschung der Novelle eingetreten sei. In der„Germania" werden diese Vorwürfe zurückgewie- sen.„Gerade die Abgeordneten der Zen- trumspartei waren es— wie der Abg. Andre in der Sitzun gdes Reichstags am 5. Juli feststellte— die im Sozialen Ausschuß und außerhalb desselben in zahlreichen Privatge- sprächen und Konferenzen mit allem Nachdruck dafür einge- treten sind, daß die Angestelltennovelle noch vordemAus- Ein hübsches Dienstmädchen öffnete die Tür des Hauses Park- straße?S. „Kann ich vielleicht Herrn Bergmann sprechen?" „In welcher Angelegenheit?" „Ich komme wegen des Inserats." Der Fremde wurde in ein Zimmer geführt und bald darauf erschien ein älter.'r glattrasierter Herr, der den anderen prüfend musterte. „Sie kommen wegen des Inserats? Haben Sie vielleicht Refe- renzen mitgebracht?" „Referenzen? Nein, das gibt es bei uns nicht, oder glauben Sie vielleicht, daß ich mir nach jedem Einbruch ein Zeugnis ausstellen lasse?" „Ja, ober ich muß doch wissen, mit wem ich es zu tun habe." „Ich bin der Boxermax«. Das sagt Ihnen doch wohl genug, wenn Sie Bescheid wissen. Also, wenn Sie ein Ding zu drehen haben.. Der ältere Herr schwieg einen Augenblick. „Ja, da ist ein Geldschrank in der Ostallee 77. in dem ein Bündel vKflegelter Papiere liegt. Fünfhundert Mark würde ich zahlen, wenn ich die Papiere morgen in Händen hätte..." „Abgemacht. Haben Sie eine Ahnung, was der Geldschrank für ein Schloß hat?" „Soviel ich weiß ein ziemlich einfaches, das Ihnen keine beson- deren Schwierigkeiten machen wird, wenn Sie Ihre Sache nur einigermaßen verstehen. Hier sind 100 Mark Vorschuß. Sind Sie zufrieden?" Der ander« steckte die Banknote ein und ging... Eine dunkle, stürmische Regennacht. Langsam, mit unendlicher Borsicht kleüart eine vermummte Gestalt die Mauer des Haufes Ost- einander gehen des Reichstags erledigt werden müsse. Wir bezweifeln keinen Augenblick die Richtigkeit dieser Darstellung, b e st r e i t e n jedoch entschieden, daß das Zen- trum durch dieses Verhalten den Angestellten und der Sozial- Versicherung einen guten Dien st geleistet hat. Deutschnationale veröienftmö'glichkeiten. Das„Deutsche Abendblatt"(Jede Nummer ein Ereignis, Draht- anschrift Wulleblätter) kämpft täglich auf fünf Seiten gegen den zer- setzenden materialistischen Geist des Judentums für deutsche Sitte und Art. Bon der Monotonie, mit der dieses Thema abgewandelt wird, kann man sich dann auf der sechsten Seite, der Inseratenseite, erholen, die in bunter Mannigfaltigkeit zeigt, wie es nach dem endgültigen Sieg deutschvölkischen Edelsinns über den jü- dischen Mammonsgeist in der gereinigten Welt aussehen wird. Gleich am Kops der Seite fällt einem eine beherrschend große Anzeige der bekannten Konfektionsfirma B a e r Sohn auf. Sie legt sich drückend auf die Empfehlung eines kleinen Schneider- Meisters'„Deutsche, laßt nur bei Deutschen arbeitenl" Zwischen diversen Bars und Likörstuben suchen stuf treudeutsche Männer von angenehmem Aeußeren mangels passender Bekanntschaft Lebens- gefährtinnen„in it entsprechendem Vermögen". Einer davon will„in Landwirtschaft einheirate n". F. K. empfiehlt seine„Vertraulichen Börseninformationen". P. M. bietet Gcldleuten 80 Prozent Dividende durch stille Be- teiligung an einem Industrieunternehmen. Ist das alles? Nein, das Beste kommt noch. Das muß hier stehen wie es ist: Mske MMWMMI| auch nkbenberuslich, finden zielbewußte, aedildete n Hereen und Damen seldit in dem kleinsten Ort«ms E nationalem Gebiet bei durchaus vornehmer H Tätigkeit in denstnigen streisen. mit denen fie gejell-> schaftliche oder geschäitliche Beziehungen unterhalten. E (Keine Versicherung oder irgendwdchcr Verkauf.) An» 1 geböte unter V. 390 an Oos Deutsche Tageblatt, B verlin STD 11. vessaner Str. 6. .............. Iii...................... 80 000 Gewinn Ä jährlich mit 200 000 M. sukzessiv. Beteiligung an » neuem, national. völkischem Unternehmen zu erzielen. » Rur nalionaldeutsche Geldgeber werden berücksichtigt.$ ft Zuschriften mit. W. 3t. 1291 a. d. Deutsche Tagebl. erb.» Also vorne:„Hcpp! Hepp!" Hinten:„Nichts zu handeln?" Nein, alles zu handeln! Hofen, Schnäpse, Lebensgefährtinnen, deutschnationale Berdienstmöglichkeiten! Man sieht, hier ist endlich die rechte Methode gefunden, den „jüdischen Maminonsgeist" zu bekämpfen. Wenn erst diese Anti- scmiten gesiegt haben werden, wird Deutschland so„verjudet" sein, daß es selbst die Juden da nicht mehr aushalten werden. Die Justiz schwenkt um. 'Belcidignng sozialistischer Minister-öffentliches Interesse Aus Braunschweig berichtet die TU.: Die Hildesheimer Strafkammer fällte ein für die deutsche Presse bemerkenswertes Urteil. Das Brounschweigifche Staatsministerium sprach in einer Erklärung über Reformgesetze auch von der Beseiti- gung der Richter, welche die Rechtsprechung zu einem Hilfsmittel der Erhaltung der kapitalistischen Diktatur herabwürdigen. Das bezeichnete der Lokalrcdakteur der„Braunschweiger Neuesten Nachrichten" als eine Verleumdung. Das Staatsministerium stellte darauf Strafantrag, und weil sich braunschweigische Richter für befangen erklärten, kam die Sache vor die Hildesheimer Strafkammer. Der Angeklagte erklärte vor Gericht, die Presse habe die Aufgabe, dafür zu sorgen, daß das ohnehin schon sehr gesunkene Rechtsempfinden der Allgemeinheit nicht noch mehr herabgesetzt würde. Er habe deshalb in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt. aller 77 entlang und verschwindet durch ein Fenster. Aus einer Blendlaterne blitzt ein Lichtstrahl auf und beleuchtet einen Geld- schrank, der in einem Winkel des Zimmers steht... Ein leises Ge- räusch von arbeitenden Werkzeugen, ein Knacken, und die Tür des Geldschrankes fliegt auf. Wieder blitzt die Taschenlaterne auf, und eilig rafft der Einbrecher den Inhalt des Safe zusammen. Schon will er das Zimmer verlassen, da klingt eine Stimme aus dem Dunkel: „Haben Sie alles gefunden, was Sie gesucht haben, mein Lieber?" Dem Verbrecher sträuben sich vor Entsetzen die Haare. Er ver- sucht das Dunkel mit seinen Blicken zu durchdringen. Da blitzt ein Schein auf, der das Zinimer taghell erleuchtet, ein wilder Fluch des ertappten Verbrechers, und mit einem Satze ist er durch das Fenster entschwunden. Im Vorführungsraum der„Kriminalsilm"-Gesellschaft sitzen drei Herren. „Ein wunderbares Bild, dieser ertappte Verbrecher, wie er ent- setzt flüchtet. Das ist Leben, das ist Wahrheit.. „Kunststück", erwiderte der andere, ein älterer glattrasserter Herr. „Es ist ja der bekannte Einbrecher, der Boxermaxe, den wir da bei seiner Arbeit gefilmt haben." „Großartig, lieber Bergmann," erklärt der Direktor der Gesell- schaft bewundernd,„wie haben Sie denn da» Kunststück fertig gebracht?" „Sehr einfach. Ich habe ihn für einen Einbruch engagiert." „Und das Honorar?" „Ich gab im eine s-contv-Zahlung und den Rest fand er im Geldschrank.. 25 Millionen Goldrubel für ausländische Bücher. Das Präsidium des Allrussischen Zentralexekutivkomitee» hat einen Kredit von 25 Millionen Goldrubel für den Ankauf von Büchern und Zeitschriften im Auslande bewilligt. Die Einkäufe fämt- licher Drucksachen im Auslande werden in einer besonderen Kom- Mission beim Volkskommissariat für Bildungswesen zentralisiert, die die Anschaffung zu prüfen und die Verteilung zu organisieren hat. Der Einkauf im Auslande soll durch die Organe des Bolkskom- miffariats für Außenhandel erfolgen. Der Bezug von Drucksachen aus dem Auslande durch einzelne Personen und Behörden unter Umgehung der festgesetzten Ordnung wird strafrechtlich verfolgt. Das Staatliche Archiv für Geschichte der Revolutionen eröffnet demnächst eine Ausstellung revolutionärer Bücher. Die Ausstellung soll u. a alle illegalen Publikationen der Vor- reoolutionszeit umfassen, wie z. B. den„Kolokol"(„Die Glocke") Alexander Herzens, die„Narodnaja Wolja"(.Volksfreiheit"), Bildnisse hervorragender Revolutionskömpfer und dergleichen. Die Schwester Nietzsches, Frau Elisabeth Förster, begeht heute ihren 7 5. Geburtstag. Sie ist sie Gründerin des Das Gericht kam zur Freisprechung mit folgender Begrückdungr Dem Angeklagten steht der Schuh des ß 1SZ des Strafgesetz- buches(Wahrnehmung berechtigter Interessen) zur Seite. Er ist deshalb freizusprechen. Nicht allein private Interessen, son- dern auch öffentliche Interessen können heute den ein« zelnen nahe berühren. Derartiges öffentliches Interesse nahm auch das Gericht bei feinem Beschlüsse an. Es ist heute anderes wie früher, die öffentlichen Angelegenheiten sind heute auch die e i g e- neu Angelegenheiten des Staatsbürgers(Warum früher nicht? Früher gab es doch auch gewisse Staatsbürgerrechtel Red.), deshalb muß jedem Staatsbürger, insbesondere der Presse, das Recht zuerkannt werde.:, öffentlich an der Arbeit unserer Staalsmänner �Kritik zu üben. Dieses Urteil ist einmal ein klarer und bündiger Beweis der Klassenjustiz. Solange Preßprozesse sich fast ausnahmlos gegen links stehende, meist s o» z i a l i st i s ch e Preßorgane richteten, solange sie zum Schutze des alten Systems geführt wurden, solange haben die deutschen Gerichte in konsequenter, lücken- loser Rechtsprechung stets entschieden, daß die Presse nicht das Recht habe, ollgemeine öffentliche Interessen zu vertreten. Ohne jede Ausnahme ist sozialistischen Redakteuren, die sich auf diese Pflicht der Presse beriefen, der Schutz des§ 193 versagt worden. Än dem Augenblick aber, wo es sozialistische Minister gibt und rechtsstehende Preßorgane gegen diese Angriffe richten, kehrt sich prompt die Ansicht der Richter Ulli, Jetzt hat auf einmal die Presse das Recht, allgemeine öffent- liche Interessen zu vertreten!_ Der geschwätzige Jagow. Vor kurzem meinte selbst ein sehr weit rechts stehendes Organ — es war wohl die„Tägl. Rundschau"— bei der Besprechung des Jagow-Skandals, das Auftreten des Herrn v. Iagow werde wohl von jedermann als äußerst provozierend angesehen, wie man auch sonst zur Sache stände. Herr v. Iagow habe allen Grund, sich bescheiden zurückzuhalten und nicht die Oessentlichkeit fortwährend an seine Person zu erinnern. Ein Mann wie Iagow weiß natürlich mit solchem guten Rat natürlich nichts anzlssang-m. Er muß schon wieder Erklärungen i» der Presse loslassen. Aus seiner jüngsten Proklamation gegen Schrsser führen wir als wesentlich nur folgende Sätze an: Seit 18 Monaten strebe ich Beschleunigung des Ver- fahrens an. Falls das Hauptverfahren gegen mich eröffnet wird, werde ich mich dazu einfinden: lieber heute als morgen! Iagow. Die Angelegenheit kehrt damit wieder an ihren Ausgangspunkt zurück, nämlich zu der Frage: wie kommt es, daß in fünfzehn Monaten das Verfahren nicht weiter gediehen ist als bis zur Abgabe der Akten durch den Oberreichsanwalt an das Reichs- gericht? Da doch noch nicht gegen ein Dutzend Kapp-Ver- brecher das Verfahren durchgeführt wird, so ist diese Saum-- s e l i g k e i t nut keiner Ueberlastung des Gerichts zu entschuldigen. Die Tatsache, daß bereits tausend oder mehr Kommunisten aus dex Märzaktion 1921 abgeurteilt worden find, das Verfahren gegen Herrn o. Iagow sich aber 18 Monate hinschleppt, ohne auch nur zu einem Eröffnungsbeschluß geführt zu haben, ist und bleibt ein ungeheuerlicher I u st i z s k a n d a l. Der Iustizminister hat gewiß nicht das Recht, in die Rechtspflege einzugreifen. Er hat aber feine Beamten daraufhin zu kontrollieren, daß sie arbeiten. Mache er endlich von diesem Kontrollrecht, das auch eine Kontroll Pflicht ist, Gebrauch!_ 3m hauplausschuh des Landtages wurde bei Beratung des Not- etats zum Haushalt der landwirtschaftlichen Verwaltung ein Zen- trumsantrag angenommen, daß die Staats- und Gemeinde- Waldungen mit Rücksicht auf die ungünstige Witterung insbeson- dere an der Saar, Mosel usw. und des dadurch eingetretenen Mangels an Futter- und Streumitteln freigegeben werden zur Entnahme von Gras und Streu für die Bevölkerung. Groijahn-Radbruch: Die Abtreibung der Leibesfrucht. Unter diesem Titel ist soeben im Verlag Vorwärts zum Ladenpreis von 2 Mark eine zusammenfassende Darstellung jener Frage erschienen. Das Thema wird im besonderen vom Standpunkt der sozialen Hygiene und van dem des S t r a f r e ch t s aus behandelt. Wir kommen auf die sehr beachtenswerte Broschüre noch zurück. Nietzsche-Archivs, das 1894 in Naumburg entstand und später nach Weimar verlegt wurde. Zu einer.Kennerin" Nietzsches hat sie sich verhältnismäßig spät entwickelt, und zwar war ihr erster Lehrer, der sie in die Philosophie des Uebermenfchentums einweihte, feltsamcrw.! der heute vielgenannte und vieloerehrte Theosoph Rudolf C l e i i? r, der damals, aller Mystik fremd und feint», als begeisterter Haeckelianer, Atheist und Anarchist in Weimar lebte. Ueber die Verdienste der Frau Förster um die Nietzschc-Forfchung sind die Ansichten geteilt. Es gibt Leute, die behaupten, daß sie, ln kleinbürgerlicher Welt- und Lebensanjchauung befangen, weder die Lehre noch die Person ihres Bruders richtig aufzufassen fähig fei, und die von ihr publizierten Bücher wurden, namentlich soweit sie die Erinnerungen an Friedrich Nietzsche enthalten, von vielen Kennern mit Mißtrauen aufgenommen. Immerhin ist nicht zu be- streiten, daß Frau Förster stets ehrlich bemüht gewesen ist, dem Andenken ihres Bruders und der Verbreitung seiner Lehre zu dienen. Anläßlich ihres heutigen 75. Geburtstages werden ihr von feiten der Weimarer Regierung und Stadtverwaltung sowie zahl- reicher philosophischer Gesellschaften große Ehrungen zuteil werden. haus Werkbund. Die ausstellungstechnische Innenausstattung des„Hauses Werkbund", das während der Frankfurter Jnternatio- nalen Messen, erstmals während der Herbstmesse vom 28. September bis 1. Oktober, kunstgewerbliche Oualitätsschauen be» Herbergen wird, wird gemeinsam von den Architekten Karl Mahner- München und Fritz Voggenberger-Frankfurt besorgt. Die Schau soll die ersten Werkstätten und Häuser des deutschen Kunstgewerbes als Aussteller vereinigen. Ein Mädchen von 8000 3ahren. Die neuesten Grabungen, die der bekannte britische Archäologe Prof. Flinders Petrie iu der ägyptischen Wüste südlich von Kairo durchgeführt hat, haben wieder wichtige Schätze uralter Vergangenheit dem unerschöpflichen Boden des Nillandes entrissen. Der bedeutsamste der Gegenstände ist der vollkommen erhaltene Körper eines 8000 Jahre alten Mäd- chens. Außerdem fanden sich in den geöffneten Gräbern Vasen und Gefäße von Alabaster und Kupfer, ein Steinbecher, der die zarte Gestalt einer Lotosblume hat, Tongefäße, sowie Skarabäen, die älter sind, als alle bisher bekannten. Die Darstellungen, die sich auf den Grabbeigaben finden, geben ein anschauliches Bild von dein alltäglichen Leben der alten Slegyptcr in einer Zeit, die Tausende von Iahren vor der Geburt Christi liegt. Eine Gruppe von Figuren, die sehr realistisch dargestellt und gemalt ist, zeigt Ar. beiter in einem Kornspeicher: eine andere stellt eine Küche dar, in der ein Koch an einem Spieß eine Gans brät, während ein anderer Sklave, der wegen der Hitze feine Perücke abgenommen hat, das Feuer schürt. In einer dritten Gruppe ist ein» Opferzeremonie zu sehen, während eine vierte eine Tischdekoration vorführt. Die Gillenberg Bndi- und Kuntthandlung, Tauentzienftrahe 8, zeigt diesen Monat Giaphit und Schcerenschmtte der beiden Miinchetter Graphilec Etrohmeyer und S t r o i o j ch. Die Prager Hochschule für Journaliftik. Da« tschechisch« Unlev« richtsministeriuni hat den!?ehrplan der zu gründenden Hochschule jfc Jouro nalistil genehmigt und da« Profegoreukoltegium depzmcrt. Gesucht wirö... Bon Alfred Brie. „Da, Inserat kann doch nur ein Scherz sein." „Weshalb? Heutzutage ist doch alles möglich." Die beiden Herren legten lachend die Zeitung beiseite, zahlten und oerliehen das Cafe. Kaum waren sie verschwunden, als ein anderer Gast, der am Nebentische das Gespräch belauscht hotte, sich von dem Kellner die Zeitung bringen ließ. Eilig durchflog er die Spalten, dann blieb sein Blick überrascht an einem Inserat haften: Gesucht wird ein Einbrecher, der in seinem Fache er- fahren ist und Erfolge nachweisen kann. Borbestraste bevorzugt. Persönliche Lorstellung bei Bergmann, Pankstraße 78. „Merkwürdige Geschichte," dachte der einsame Leser,„aber man kann es ja mal oersuchen." Nr. 327 �ZS. Jahrgang 1. Seilage öes vorwärts Sonntag, 10. Juli 1921 Sozialöemotratijcher Parteitag. Parteigenossen! Auf Grund des Organisationsfiawks der Partei bernfi der Parteioorstand den nächsten Parteitag auf Sonntag, üen IS. September, abenös 6 Uhr nach Görlitz(Stadkhalle) ein. Als vorläufige Tagesordnung ist festgesetzt: 1. Bericht des Parteivorstandes: a) Allgemeines. Referent: Franz S rüg er. b) Organisation und Kaste. Referent: Bartels. Z. Bericht der Kontrollkommission. Referent: vrühue. Z. Bericht der Reichslagsfraktiou. Referent: Gustav hoch. 4. Die Wirkung des verfailler Vertrages auf die innere und äußere Politik Deutschlands. Referent: Hermann Müller. S. Das Parteiprogramm. Referent: Hermann Molteubuhr. b. Anträge. 7. Wahl des Parteioorstandes. der Sontrolltommistio« und de» Ortes, au dem der nächste Parteitag stattfinden soll. Parteigenossen! wir fordern Euch auf. die vorarbeiten für den Parteitag, besonders die Wahlen der Delegierten und die Stellung von Anträgen rechtzeifig zu bewirken. Die Anträge der Parteiorganisationen wüsten spätestens am 20. Au- gust im Besitze des Parteivorstande» sein, wenn sie nach den Le- stimmungen des Organisationsstatuls veröffentlich werden und in der gedruckten Vorlage Aufnahme finden sollen. Die au den Partei- vorstand einzureichenden Anträge find, jeder für sich, auf ein besonderes Blatt Papier zu schreiben. Rur eine Seile de» Papier» darf beschrieben werden. Am 17. September, vormittags 10 Uhr, findet in Görlitz ( Stadthalle) eine statt. Reichsfrauenkonferenz Vorläufige Tagesordnung: 1. Die Arbeit der Frau in der Gemeinde: a) wirtschaftlich(Gen w u h k y): b) sozial sFr. Dr. Schöfer); c) Vereinsarbeit(Hedwig w a ch e n h e i m). 2. Bericht über den Stand der Frauenbewegung. Referenttn: Marie I u ch a c z. Zur Teilnahme berechttgl sind aus jedem Bezirk 1 bis 2 Dele- gierte, die weiblichen Delegierten zum Parteilog und die weiblichen Mitglieder des Reichstags. Sofern männliche Genosten von ihrer Bezirksleitung mit Mandat versehen werden, find sie zur Teilnahme an der Reichsfrauenkonferenz berechtigt. Die Bezirksleitungen werden dringend ersucht, dem Parteivorstand die Ramen der gewählten Delegierten unter genauer Adressenangabe mögllchst bis zum 2S. August milzukeileu, damit ihnen da» Mandat, die Vorlagen und sonstigen Mitteilungen zugestellt können. wegen wohnungsbefchaffung wenden sich die Delegier- ten möglichst sofort nach ihrer Wahl, spätestens jedoch bis ZI. August. nur an den Vorsitzenden der Wohnungskommission, Adreste: Gott- hold Llßke. Görlitz, Luisenstcaße S. In allen anderen örtlichen Parleitagsangelegenheiteu an den Vorsitzenden des Hauptausschustes, Adreste: Redakteur Wilh. Baum- gart, Görlitz. Ouisenstraße S. Berlin, den 25. Zuni 1321. Der parteivorstanü. höchstmiete unslaufenöervertrag Von Stadtrat V r u m b n- Neukölln. Wie wir aus einigen Zuschriften entnehmen, bedarf die Frage der lausenden Verträge noch einer weiteren Klärung. Die Aus. fuhrungen des Den. Stadtrat Vrumby werden hoffentlich noch bestehende Unklarheiten beseitigen. D, Red. Unterm IS. Juni hat der Magistrat Berlin mit Wirkung vom Ig. Juni(Tag der Veröffentlichung in Nr. 25 des.Gemeindeblatts") die Miethöchstgrenze für Wohnungen von 20 Proz. auf 45 Proz. erhöht und in§ 1 Abs. S seiner Verordnung den viel umstrittenen Sog aus der Preußischen Höchstmietenverordnung wiederhott: „Laufende Verträge werden von dem Abänderungsbeschluß nicht berührt." Durch diese zusatzlose Wiederholung ist die Vor» schrift nicht deutlicher geworden. Die beiden Fragen sind: Was be- deutet„laufender Vertrag" und„Was bedeutet sein Unberührt» bleiben?" Der laufende Vertrag steht im Gegensatz zum abgelaufenen Vertrag. Solange der Verttag dauert, laust er. Hat der Vertrag sein Ende erreicht, so ist er nicht mehr vorhanden und läuft nicht mehr. Also„laufen" alle bestehenden Verträge. Und zwar laufen fie zu den vereinbarten Vedingungen mit Bindung für beide Teile. Wird die Miethöchstgrenze geändert, so ist das ohne Einfluß auf die vertragliche Miete, solange der Verttag besteht („läuft"). Erst der Ablauf des Verttages schafft Raum für seine Abänderung nach der abgeänderten Höchstgrenze. Die Heraus» setzung der Höchstgrenze setzt also nicht automatisch alle Mieten mit ihrem Inkrafttreten herauf, sie ist vielmehr, wie das die Höchst» Mietenverordnung gleich zu Anfang(§ 1 Abs. 1) betont,„Höchstgrenze für Mietzins stei gerungen". Sie schafft lediglich die Möglichkeit erhöht zu steigern, was beim Widerstreben des Mieters nur im Wege der Kündigung unter Einhallung der vereinbarten Kündigungsfrist möglich ist. Daß so die Abänderung des höchsten Steigerungslatzes, des allgemeinen Steigerungsrahmens ohne Einfluß auf die Mieten ist, die zur Zeit der Abänderung und über sie hinaus vereinbart sind, ist selbstverständlich. Wer sich am 1. April d. I. auf die Dauer eines halben Jahres zu 30 Proz. zur Friedensmiete verpflichtet hat, braucht trotz der am 19. Juni d. I. in Kraft getretenen 45 Proz., das ist die Steigerungsmöglichkeit auf 45 Proz. vor dem 1. Oktober dieses Jahres nicht mehr als seine 30 Proz. zu zahlen, und ab 1. Oktober d. I. auch dann nur mehr, wenn ihm fristgemäß steige- rungshalber gekündigt ist, was die vorherige Zustimmung des Miet- einigungsamtes voraussetzt. Bedenklicher ist die Frage, welche Bedeutung die Verpflichtung zur jeweiligen Höchstmiete hat. Viele Mieter haben ja bekanntlich die Klausel unterschrieben, sie würden mit Inkrafttreten einer heraufgesetzten Miethöchstgrenze sofort, das ist vom nächsten Miet- Zahlungstermin ab. die höhere Miete zahlen. Auf Grund dieses Abkommens soll also der Abänderungsbeschluß(betr. 45 Proz.) den laufenden Verttag berühren, und die Borschrift„laufende Verträge werden nicht berührt", wäre danach wegbedungen. Die Frage ist: Geht das? Kann der Wille des Gesetzes durch den Willen der Parteien außer Kraft gesetzt werden? Nach§ 13 der Höchstmieten- Verordnung(in Verbindung mit Z 8 Abs. 3 das.) sind„entgegenstehende Vereinbarungen unwirksam". Durch diese Vorschrift ist, wie der Ausführungserlaß sagt,„beabsichtigt, jegliche auf Ver- Hinderung der Erreichung(der Verfasser des Erlasses scheint das Wort„Vereitelung" für„Verhinderung der Erreichung" nicht zu kennen) des Zwecks der Anordnung gerichtete Vefttebungen zu ver- eiteln". Nun ist Zweck der Anordnung nicht nur, daß niemand die Höchstmiete überzahlt, sondern auch, daß die(vertraglich erreichte) Höchstmiete erst nach Vertragsablauf gezahlt wird. Diese Auslegung erscheint zwingend. Dennoch wird die gegen- teilige Meinung und zwar auch von ordentlichen Gerichten vertteten. Diese verneinen zwar auch, daß Mieter schon allein wegen des neuen Magisttatsbeschlusses vom 1. d. M. ab mehr Miete zahlen müßten(diese Ansicht scheidet also als indiskutabel völlig aus): doch müßten trotz ungekündigten Vertrags die Mieter ab 1. d. M. mehr zahlen, die sich auf den jeweiligen Höch st Zuschlag fe st gelegt hätten. Diese Festlegung mache eine Kündigung und also den Ablauf des Vertrags, um den neuen Zuschlag zu erreichen, überflüssig. Oder auch: infolge solcher Abrede sei der Verttag zu 30 Proz. am 19. Juni abgelaufen, und der 1. Juli finde einen neu in Lauf ges setzten Verttag zu 45 Proz. vor. Berücksichtigt man, daß unsere Miet h ö ch st Zuschläge(20, 30, 45 Proz.) weder alle Häuser, auch die ungünstig wirtschaftenden, berücksichtigt haben, noch auch nur alle Verteuerungen seit Friedens« zeit, daß vielmehr lediglich eine Art Existenzminimum für das Haus festgestellt wurde, so kann man die Neigung verstehen, die Abrede wegen der automatischen Wirkung der Zuschläge für gültig zu erklären.(Wie die Zuschläge zustandegekommen sind', habe ich in meiner Schrift„Groß-Verliner Höch st mieten", 1921, Franz Bahlen, 63 Seiten, ausführlich erörtert.) Mit dem formalen Recht verttägt sich diese Auslegungskunst nicht. Danach hat der Gesetzgeber, der von seinem Standpunkt auf mög* lichste Niedrighaltung der Mieten und damit des Häuser- und Bodenwerts bedacht war. den Parteien das Recht zu vorzeitiger Inkraftsetzung des Miete-Mehrs entziehen wollen. Anstatt aber den Mietern klipp und klar zu raten, daß sie ttotz der Klausel die alten Mieten bis zum Ablauf ihres Verttages weiter zahlen sollen, möchte ich bei dem scheinbaren Gegensatz der Meinungen lieber dem Herrn Minister raten, im Interesse der Volkswohl-k fahrt, nämlich der Ersparnis von Prozeßtoste« und von Aerger eine bündige Auslegung seiner Vorschrift zu erlassen. Es braucht nur est» Satz zu sein._ GroMerün tvalüfreuüen. Die Freuden des Waldes können wir auch in Berlin genießen. Sowohl der Tegeler Wald als auch die Köpenicker Heide liegen im Gebiete der Großgemeinde Berlin, und auch der Grunewald sei nicht vergessen. Und alle diese im Verhältnis zu der Größe Berlins kargen Wälder nehmen an Sonntagen Sttöme von Menschen auf, die sich am Rauschen der Bäume, am Wiegen der Wipfel und am Singen der Vögel erfreuen wollen, und wer nicht gerade ein Eigen« brötler ist oder in ungestörter Zweieinsamkett den Tag verbringen möchte, wird hübsche Plätzchen finden, auf denen es sich wundervoll rasten und ruhen läßt. Vorüberziehende werden kaum lästig fallen. Jetzt ist Blaubecrzeit. Auch in den Berliner Wäldern wachsen Blaubeeren und noch viele andere, außerdem sind Kräuter und Pilze zu finden. Man tut gut, sich vor dem Lagern den Platz recht genau anzuschauen, damit nicht etwa Blaubeerflecke den schönen Sonntagsstaat verunzieren, was. besonders bei den hellen Kleidern der Mädchen und jungen Frauen sehr wesentlich ist. Auch die Himbeeren sind reif und ihr rotes Leuchten lockt geradezu zum Pflücken, wenn sie auch nicht groß sind, so haben die ausgereiften doch einen ganz vorzüglichen Geschmack, und auch Walderdbeeren blühen am Boden und sie sind zweifellos das köstlichste Geschenk des Waldes, das von vielen seines herrlichen Aromas wegen den wohlgepflegten Gartenerdbeeren vorgezogen wird. Die süßen porzellanweißen Blüten der zierlichen Preiselbeeren, die im Mai und Juni blühen, blitzen am Boden und wetteifern mit den blühenden Brombeersttäuchern. Zweimal im Jahre, im August und im Oktober, werden die Preiselbeeren geerntet, und die BrM« beeren sind ein Waldobst, das gar herrlich mundet— wenn es von ihnen nur recht viel geben würde. Aber das ist es eben:'Äste diese Herrlichkeiten wachsen wohl in den Berliner Wäldern, wer sie aber in reichlicherem Maße genießen möchte, muß schon weiter hinausfahren, wett vor die„Tore" Berlins, stundenlang. Er darf auch nicht vergessen, sich den vorschriftsmäßigen Beerenschein gegen Zahlung der vom preußischen Landwirtschastsmmisterium festgesetzten Gebühren besorgt zu haben, wenn er unbehelligt die Schätze de» Waldes heben will. Wer in den Bersiner Wäldern auf reiche Beerenernte hofft, wird enttäuscht sein: zu viele Liebhaber sind vorhanden. Wer aber sonst Auge und Herz hat, wer Nrturschönheit genießen kann, wird auch in ihnen auf seine Rechnung konimen. Die abwechslungsreichsten Bilder werden ihn erfreuen. Wald und Wiese, Hügel und Ebene, Fluh und See werden ihn ergötzen, und sogar unsere armselige Kieferheide wird einen eigenartigen Reiz ausüben, wenn die Abende sonne die Wipfel vergoldet. 25) Die Rächer. Roman von Hermann Wagner. „Morgen gehe ich wieder." sagte Reisner,„immer weiter, und weiß doch nicht, wohin. Wer ich werde immer gern an dich denken'... Hattest du schon einen Schatz?" „Nein," sagte sie, gleichsam verwundert darüber, daß es so war, wie sie sagte. „Aber du wirst hall» einen bekommen, denn du bist schön,... sehr schön!" Sie lachte lautlos, und in �diesem Lachen lag etwas Schmachtendes und etwas, das für den Augenblick doch satt war, weil sie ja nun wußte, wie die Liebe war» von der sie zum ersten Male gekostet hatte.„Du sahst heute früh so bös au»," gestand sie ihm.„ich fürchtete mich vor dir!" „Und jetzt! Bin ich bös?" „Nein, nein..." „Und fürchtest du dich vor mir?" „Gar nicht," sagte sie und schlang beide Arme um ihn. und er erkannte in ihrem warmen, pochenden Blut dieselbe Mahnung, die ihm jüngst nur die Blumen zugerufen hatten: grüble nicht, lebe! Er setzte am nächsten Morgen seine Fußwanderung fort. aber er tat es jetzt mit einer genießerischen Langsamkeit, wie einer mit Bedacht bei einem Genuß verweilt, der ihm urplötz- lich aufgegangen ist und den er bis zu den letzten Zügen aus- schlürfen möchte. Noch nie in seinem Leben hatte er getrunken. Er erfuhr jetzt, welche verfeinernden und das Lebensgefühl steigernden Wirkungen der Wein haben konnte, wenn man es verstand, ihn zur rechten Zeit und an rechter Stelle zu trinken. Er kam nach Terlan und nach Eppau und saß stundenlang in kühlen Gärten, das Glas vor sich und einer sinnenden Zu- friedenheit hingegeben. Träume umgaukelten ihn und führten ihn in ein Land, in dem es wohl war, zu leben. Alle Dinge verloren ihre Schärfen und Härten, ein lieblicher Schleier hüllte sie ein. der nur ahnen ließ, wie schön sie waren, und den man in begnadeten Stunden lüftete, um sich mit dem Zauber, der hinter ihm war, zu oerschmelzen. Es war etwas Wundervolles, nichts zu tun, nur zu ruhen. Auch sein Verstand, sein« Vernunft, sein Wille legten sich hin und taten einen langen Schlaf. Und nur seine Phantasie war wach und begann ein Spiel, an dem sie nie ermüdete, weil die Farben und Formen, die sich wie im Tanz vor ihm drehten, unablässig wechselten und immer neue und immer kühnere Ueberraschungen boten. Die Zeit glitt langsam vorüber und nickte zufrieden, weil sie sah, daß sie in Wahrheit ausgenützt, nicht oerschwendet war. Unermeßlich sind die Möglichkeiten, die die Zeit bietet, und nur der ergreist sie, der die Zeit scheinbar mit Nichtstun ver- tut. Nur der Beschauliche genießt die Stunde, der Tätige hetzt blind an ihr vorüber, einem Ziel nach, das ihn narrt. Denn er stirbt eines Tages und weiß nicht, daß er gelebt hat. Reisner wurde braun und in seine Augen kam Leben. Er aß um der Speisen willen, er machte Fußwanderungen. weil seine Glieder danach verlangten, und er gab sich dem Schlaf hin, well eine wohlige Müdigkeit ihn dazu drängte. Er hatte es für einige Zeit überwunden, sich sein Leben durch überflüssige Gedanken zu komplizieren und sich auf diese Weise künstliche Hemmungen zu schaffen, die in Wirklichkeit gar nicht da waren. Er sah, daß es zuweilen nottat, wie ein Tier zu leben. Ein triebhaftes Verlangen drängte ihn jetzt immer wieder zum Weibe. Es verging kaum ein Tag, an dem er ihm nicht nachgab. Er fand jederzeit offene Arme. Es war, als ob die Natur, die sich unter diesem Himmel verschwendete, hier auch die Mädchen zur gleichen Verschwendung trieb. Und über alledem schwebte ein« heitere Selbstverständlichkeit. Man litt hier nicht, wenn man liebte. Und diese Leichtblütigkeit schien sich auch auf Fremde zu übertragen, die, selbst wenn sie aus dem Norden kamen, bald bereft waren, ihre Kälte, unter der sie hier nicht stoh wurden. fallen zu lasten. Reisner traf auf feinen Wanderungen eine Dame, die, wiS er bald erfuhr, aus Schleswig stammte und die mit ihren zwei Kindern hierher gekommen war, um einen zeitigen Früh- ling zu genießen, während ihr Mann, der nicht mehr jung zu sein schien, daheim mit Eifer und Liebe, die beide echt waren, Aktenstaub schluckte. Sie hieß Dora und bat ihn, sie nur mit diesem Namen zu nennen, mit keinem anderen, sie überhaupt nicht als Dame zu behandeln, sondern als eine zufällige, aber doch liebe Be- kanntschaft, etwa als ein Mädchen, das man trifft, küßt und vergißt. Denn pe sehne sich maßlos danach» nachträglich. wenigstens für Stunden, jene Jugend zu genießen, die sie, als sie jung war, doch nie gekannt habe. Sie war ungefähr! dreißig Jahre all und durchaus nicht häßlich. Reisner erlebte mit ihr acht Tage, die ohne Leidenschaft. dafür voll milder Wärme waren. Nicht im mindesten gliche sie jenem Typus von Frauen, die genießen wollen, weil de? Genuß für sie das Leben ist. Sie war im Gegenteil eine von denen, die ihr Leben lang hungern und die, erst wenn sie alt: geworden sind, erkennen, daß sie es getan haben. In diesen Frauen glüht das Verlangen, das Dasein wenigstens einmal zu packen, ein einziges Mal, ehe sie sterben, und sie verjünge« sich dann, wenn die Gelegenheit sie findet, um Jahre. An einem Maimorgcn nahm Reisner von Dora Abschied. Es war ausgemacht zwischen ihnen, daß keines von beiden� dem anderen mehr nachforschen werde, und sie wußten beide. daß sich ihre Wege nie mehr kreuzen würden. Ein solches Bewußtsein macht mild und dankbar. Dora geleitete Reisner ein Stück Weges, bis an dettt Rand eines Waldes, hinter welchem er dann verschwinde« mußte, ohne daß sie ihn je wieder sah. Obgleich sie sich trennten, waren sie heiter. „Von dem Muß ich nun leben," sagte Dora,„von dem, was mir die paar Tage an Lebensinhall gegeben haben,—' diese wenigen, die jetzt dahin sind." Sie hob die Hand über die Augen und blickte w die sonnig? Landschaft.„Und Sie? Für Sie war das eine Episode, was für mich ein Ausschließliches, ein Definitives war. Und doch! beneide ich Sie nicht. Sie werden sich w vielem zersplittern, während ich für alle Zeiten immer nur von einem zehre« werde. Ihr Leben wird bewegter, meines glücklicher sein." „Glücklicher? Mit Ihrem Mann?" „Nicht mit, sondern neben meinem Mann, dafür mWi? meinen Kindern... Lieben Sie Kinder?" „Darüber habe ich nie nachgedacht..." � „Gibt es überhaupt jemanden, den Sie lieben?"| „Nein." sagte er. g „Ich dachte es mir. Und ich? Was Hachen Sie für mich: empfunden?" „Ihnen war ich gut," sagte er freundlich,„aber nur, weil unsere Bekanntschaft wie im Traum geschlossen war. Der, de? ich hier bin, bin ich in Wirklichkeit gar nicht. Mein echtes Ich ist daheim geblieben. Dem, der hier ist, ist erlaubt worden, ZU' träumen. Er hat Sie im Traum lleb gehabt." Sorks. Mgt) Die ßefalschtenurg.«irchlk. 33. Montag. 714 Uhr: Arbeitergesongverein„Einigkeit". B u ch h o l z ber Hennig, Pasewolker Str. SS.— SPD..Möniierchor Krei» ffriedrich». Hain im„Andieas-Kasino", Andreasstr. 3.— Frauenchor„Frohsinn- C h o r- lottenburg. Aula Rosinenstr. 14.— Dienstag. Tie- Uhr: So,. Manner. chor S a l l e s ch e s Tor in der Aula der 11. Realschule, Boeckhstr. 8/18.— „Harmonie". W ei tzensee sS Uhr», Pistorius-, Ecke Rölkestratze.— Sänger- Ute Echiinhauser Straße 23.— Freier Männerchor RelNlckendors (714—10 Uhr) bei Lindsiedt, Residenzsir. 120. Ecke Grüner Weg.— So,. Männer- »or Martendorf(8—10 Uhr) bei Riendors, Ehausseestr. 18.— Freitag. Männerchor„Harmonie-. Charlottenburg(7%— OVa Uhr), Aula der Siemens-Oberrealschule, Schloßstt. 27.—.Liederfreunde"- B o r s ig w a l de. Wittenau bei Schade. Peidt-, Ecke Berliner Stratze.— So,. Männerchor Prenzlauer Tor(8 Uhr), Bbtzow-Brauerei. Prenzlauer Alle«. Arbeitersport. Aus de» Fortnua-Sportplatz findet am heutigen Sonntage die Zwischen. runde des vom A, S. C. Rüstig-VorwärtS veranstalteten Futzball-Tournier« statt. Es stehen stch folgende Bereine gegenüber: 1 Uhr: Fr. Tfchft. Lichten- berg— Sp. Bg, gehlendorf. 2 Uhr: B. F. C. Adler 12— Kicker�Tempelhof. 3 Uhr: Fr. Tschft. Britz— N, S. C. Rüstig-Vorwärt». 4 Uhr: Tasmanio- Fredersdorf— Sieger vom 1. Spiel. Die ausgeglichene Spielstärke der einzelnen Mannschaften garanttert jür einen guten Sport, so daß der Besuch der Spieie nur zu empfehlen ist. Turuperein„Fichte". Montag, den 11. Juli, abends 148 Uhr findet die Generalprobe der Sonderaufführungen zum Kreisturnfest Turnhalle Wrangel- strotze 137 statt. Alle Teilnehmer müssen anwesend sein, hauptsächlich die Tue» nerinnen, welche mit nach Guben fahren. Freie Turnerschast Lichtenberg-Friedrich-selde. Da die Turnhallen im Juli gesperrt find, finden die Turnstunden am Dienstag und Freitag im Lichten. berger Stadion statt oon 5 bis 7 Uhr für Schüler und ab 7 Uhr für Männer, Frauen und Lehrlinge. Der«rbeitee-Schwiimuperei»„Süd-Oft" veranstaltet Donnerstag, den 14. Juli, im Paradiesgarten, Alt-Treptow 4/5, ein Schau- und Wettschwimmen. Das Schwimmprogramm weist Damen- und Herrenfchwimmen, Einzelkämpfe, Staffetten, Wasserballspiele und Reigen auf. Den Abschluß bildet ein Lam- pionreigen, geschwommen von 16 Mitgliedern des A.-S.-B.„Süd-Ost". Dem Schwimmen, das UM 7 Uhr beginnt, geht ein größeres Gartenionzert <26 Mann) voraus. Lehrkurs»» für den Ztsrd«» der M. S. B. Interessenten notieren. Am 6—7, Theorie l>n der Baracke), 7—8, Vorübungen(auf dem Platz), 3—8, Ball. biHandlung. Freitag, 15., 6— 7, kurze Wiederholung, 7—8, Vorübungen, 8—9, Ballbehandlung. Dienstag, 18., 6— HE, Stellungsspicl, 148—9, Theorie, Schluß. bctrachtungen. Nach 8 Uhr wird eine Aussprache über den behandelten Stoff abgehalten. Bei reger Beteiligung der lehrenden und lernenden Teilnehmer kann der Kurs evtl. verlängert werden. Di- Orte und Platzbesitzer des Ostens, Südens, Westen» usw., an denen weitere Kurse gewünscht werden, wenden sich umgehend mit Angabe der gewünschten Tag- an Walter Sadzig, Berlin- Pankow, Binzstraße 57._ Ms aller Welt. Wieder ein Raubmord an Lohngeldträgern. Der Lohnbuchhalter Frff, Lücke oon der Elektroschmelz« Tschorne- miß, der mit der dort ebenfalls angestellten Frau Krouschwitz eine größere Geldsumme für Lohnzwecke vom Banthaus Paul Schauseil u. Co. abgeholt hatte, wurde oon zwei Wegelagerern in der Nähe des Abraumes der Grube Barbara erschossen. Frau Krauschwitz trug das Geld in einem Rucksack, wahrend Herr Lücke, mit einer Schußwaffe versehen, sein« Kollegin begleitete. Beide waren zu Rad. Die Wegelagerer schössen Lücke vom Rade herunter, bevor er in der Lage war, von seiner Waffe Gebrauch zu machen. Der Zweite der Mordbuben stürzt« sich auf Frau Krauschwitz, legte die Schußwaffe aus sie an und oersuchte, ihr den Rucksack mit dem Gelde zu entreißen. Mit seltener Geistesgegenwart warf sie jedoch den Nucksack auf die Erde und knie te sich darauf. Unter lauten Hilfe. rufen wehrte sie die Verbrecher ab, soweit es in ihren Kräften stand. Bald waren Personen, die sich in der Nähe befanden, herbeigeeilt, so •daß der Bursche von seinem Opser.a blassen mußte, ohne das Geld zu erlangen. Die Verbrecher suchten nun per Rad zu entfliehen. Mit Hilfe der Schutzpolizei und Gendarmerie von Wittenberg, Dessau und Bitterfeld, der Feuerwehr und Ein- wohnerschast gelan g es gegen �412 Uhr,>einen der Mörder in einem Kornfelds zu entdecken. Der Verhaftete\ist der Fleischer Stephon Greisga, geboren den 12. Dezember 1891 ist Kloetzsch in Polen. Sein Spießgesell«, ein Paul Bu low s Ii, ist nbch nicht ermittelt. Das Schicksal des Ermordeten ist um so tragischer, als er morgens, be- vor er die verhängnisvoll« Fahrt antrat, das Ausgebot bestellt hatte, um zu heiraten._ Znr Heidelberger Mordtat. Der mutmaßliche Mörder, der beiden Bürgermeister, der in Haft genommene Eisenbahnarbeiter Sicfert, wiick» als ordentlicher, stiller und fleißiger. Mann geschildert, dem niemand, der ihn kennt, die Tat zugetraut hätte. Seit 114- Jahren schon wohnt er bei der Inhaberin einer Wirtschaft namens Krapsmüller. Die Tochter der Wirtin hatte in weiblicher Neugierde während der Abwesenheit des Siefert dessen Rocktasche durchstöbert und dort zufällig einen an den ermordeten Oberbürgermeister Busse adressierten Brief ge» funden, von dessen Verschwinden sie gelesen hatte. Sie benachrichttgte sofort die.Staatsanwaltschaft von dem Fund. Es gelang alsbald. Siefert festzunehmen. In einer Lumpenkiste fand man silberne Manschettenknöpfe und blutige Wäschestücke, in seiner Tasche ein« silberne Uhrkette, die dem Oberbürgermeister Busse gehört. Siefert gab an, er wisse nicht, wie die Kette in. seine Tasche geraten sei. Am Tage der Mordtat kam Siefert gegen 11 Uhr abends in die Wirffchaft der Krapsmüller und sagte, er habe,.nun eine Erbschaft gemacht und könne seine Schulden begleichen. Er bezahlte von den 1700 Mark gleich 1200 und am anderen Morgen die restlichen 500. Die weiteren Streifen der etwa Z50 Polizeibeamten sind bisher ergebnislos geblieben. Nr.Z2l �38. Jahrgang 2. Heilage ües vorwärts Sonntag, IS. Juli 1921 Nach Kein Gutsarbeiterstreik. Weniger noch der jetzt nach 3H Wochen beendete Streit der Berliner Rieselfeldarbeiter, als vielmehr der dadurch oerhütete Soli- daritätsftreik der Arbeiter sämtlicher Kommunalbetriebe Berlins, zwingt zu einer Betrachtung der hierbei zutage getretenen kompli- zierten Verhältnisse. Kompliziert deshalb, weil hier außer den ge- werkschaftlichen, parteipolitische und kommunalpoli- tische Momente eine große Rolle mitspielten. Das Berliner Gemeinwesen hat den politischen Bekenntnissen der Mehrzahl seiner Bevölkerung entsprechend eine sozialistische Verwaltung. Freilich nur, soweit von einer solchen im Rahmen der kapital! st ischen Wirtschaftsordnung die Rede sein kann Leider ist diese sozialistische Verwaltung in drei R i ch- tungen zersplittert, und zwar in eine mehr und minder po- sitioe und eine rein negierende. Unter den noch auf Jahre hinaus abnormen und unbeständigen wirtschaftlichen Verhältnissen bedeutet es ein ganz ungeheueres Stück vorsichtiger und gründlicher Reform- arbeit, um das organisatorisch kaum erst neu geschaffene Gemein- wesen in dem gewaltigen Umfange Berlins, belastet mit den Kriegs- folgen im allgemeinen und mit all den Sünden der früheren Wirt» schast des Kommunalfreisinns im besonderen, allmählich neu er- blühen zu lasten, und zwar in sozialistischem Sinne. Das will zum mindesten besagen, unter Erfüllung all der ungeheuren Ansprüche, die das Sozialwohl erheischt. Das müßte allerdings allmäh- lich gelingen, trotz aller Widerstände der bürgerlichen Parteien, wenn wenigstens ein einträchtiges zielbewußtes Zusammenarbeiten der sozialdemokratischen Verwaltungsfraktionen erfolgte. Doch das muntere Spiel, frischweg mit einem Male all das zu fordern, was nur Schritt um Schritt gegeben werden kann und gleich rücksichtslos den überlasteten Etat abzulehnen, kann unmöglich zum Ziele führen. Dennoch will der Magistrat versuchen, trotz der Gegnerschaft von rechte und links eine gewisse Ordnung in seine Finanzwirtschaft hineinzubringen, wie es seine Pflicht ist. Er beging dabei den Fehler, sich auf ein zu starres System festzulegen, nicht den nötigen Spielraum zu lassen, der ungeachtet aller Finanz- nöte und allem Zwang zur Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit in diesen unberechenbaren Zeitläuften bleiben muß. Ueber dem Ganzen schwebte obendrein das Damoklesschwert der Ungültigkeitserklärung der letzten Stadtvsrordnetenwahlen, die ziemliche Gewißheit, vor Neuwahlen zu stehen, worauf sich jetzt die Minderheitsparteien insbesondere, von der kleinsten bis zur größten, einzurichten beginnen, sich mit Agitationsstoff und einer ihnen zugkräftig erscheinenden Wahlparole zu versehen gedenken, wobei die Einsetzung für das Wohl des großen Ganzen natürlich etwas zu kurz kommt. Berlin ist Arbeitgeber, Inhaber einer ganzen Reihe lebensnot- wendiger Betriebe. Diese Betriebe sollen Musterbetriebe sein, und zwar nicht nur im Sinne der Produzenten, sondern ebenso im Sinne der Konsumenten, der gesainten städtischen Bevölkerung. Keiner diese» Betriebe ist neu geschaffen. Sie sind teils aus der privatkapitalistischen Wirtschaft unter den denkbor ungünstigsten Verhältnissen übernommen, teile aus der alten, dem Kommunalbetriebe grundsätzlich feindlich gegenüberstehenden Verwaltung. Jeder dieser Betriebe, Straßenbahn usw., bildet da ein Kapitel für sich. Ein Betrieb wie der landwirtschaftliche auf den Rieselfeldern müßte an sich jetzt blühen wie nie zuvor; selbst wenn er keine nennenswerten Ueberschüste brächte, müßte er sich doch wenigstens selbst erhalten. Die Berliner Gemeindebetriebe sind keine privatkapitalistischen Unternehmungen, sondern gemeinnütziger Art, stehen jedoch mitten im Getriebe der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Sie sollen den- noch alle möglichen Rücksichten nehmen, den Produzenten und den Konsumenten in einer Weise gerecht werden, wie es den privaten Unternehmungen unbekannt ist. Die Lohn- und Arbeitsbedingungen sollen möglichst günstig, vorbildlich sein, allein die Preise für die Pro- dukte oder Leistungen sollen möglichst niedrig geHallen werden. Beides läßt sich bis zu einem gewissen Grade vereinbaren, jedoch nur unter der Voraussetzung einer hochstehenden fach- und kaufmännischen Lei- tung auf der einen Seite und einem hohen Maß« von Arbeitsfteu- digkeit und Verantwortlichkeitsgefühl bei der Belegschaft, abgesehen von der Wirtschaftlichkeit des Betriebes an sich, seiner finanziellen Vorbelastung, seiner Einrichtungen usw. Die Leitung ist gegenwärtig gehemmt hinsichtlich der Beschrän- kung auf die unbedingt notwendige Zahl an Arbeitskräften. Daran läßt sich leider so lange nichts ändern, solange nicht durch ein« all- gemeine Belebung des Arbeitsmarktes der Arbeitslosigkeit gründlich gesteuert werden kann. Der Faktor einer zu großen Belegschaft muß also zunächst wohl oder übel mit in Rechnung gestellt werden, selbst auf die Gefahr hin, daß die Arbeitsfreudigkeit dadurch gehemmt und die Wirtschaftlichkeit stark beeinträchtigt wird. Die Arbeitsfreudigkeit wird aber nicht gefördert, wenn der Ar- beiterschaft das gesetzlich zugesicherte Mitbestimmungsrecht nur widerwillig eingeräumt, verkümmert oder gar vorenthallen wird. Und da scheint denn etwas faul zu sein im Staate Rieselfeld, der noch seine alte.bewährte" Verwaltung hat. Diese Ver- waltung kann sich offenbar von der Auffasiung des Arbeitsverhäll- nisses als einem patriarchalischen Verhältnis noch nicht recht ftei- machen und hat nach allem, was aus Anlaß der Streikbewegung bekannt wurde, auch einige Ursache, sich nicht in die Karten sehen zu lassen. Die früher eingeräumten Deputate haben einen ungleich höheren Wert erlangt, was die Arbeiterschaft zu Ver- gleichen geradezu herausfordert. Und wenn der Streik die hellsame Nachwirkung einer gründlichen Prüfung der veränderten Derhätt- nisie in der Güteroerwaltung hat und zur Vornahme der nötigen Reformen führt, dann hat er auch für die Stadtverwaltung seine gute Seite. Zugegeben, daß die früher geistig geknechteten und unterdrückten Arbeiter, die mittlerweile ebenfalls die Notwendigkeit der gewerk- schaftlichen Organisation begreifen lernten, noch nicht genügend ge- werkschaftlich geschult und diszipliniert find, daß die kommunistische Agitation auch hier die Arbeiterschaft nicht dazu kommen ließ, das richtige Augenmaß für das jeweils Erreichbare zu finden, daß auch die Deputatswerte für die Gutsarbeiter gestiegen sind, so zeigt doch allein schon die schließliche Zustimmung zu den Zugestand- nissen des Magistrats, daß die Gutsarbeiter keine unbilligen Ansprüche gestellt haben. Für sie spricht auch, daß sie während des ganzen Verlaufs der Bewegung die Notstandsarbeiten verrichteten. Die von der landwirtschaftlichen Tätigkeit kaum völlig loszulösende teilweise Naturalentlohnung macht es schwierig zu sagen, ob die Lohnforderungen im Verhältnis zur Entlohnung der übrigen städttfchen Arbeiter mehr oder minder berechtigt waren. Freilich bringt es die Zahl der Gutsarbeiter mtt sich, daß auch eine geringe Lohnzulags für die Stadtgemeinde ein« erhebliche Belastung bedeutet. Das liegt jedoch an dem Umfang des Betriebes und nicht an den Arbeitern. Di« offiziösen hinweise, daß durch ein Entgegen- kommen für die städtischen Arbeiter auch die übrigen Landarbeiter zu Mehrforderungen angereizt würden, die Lebensmittel dadurch er- neut verteuert würden, durfte nicht ausschlaggebend sein. Die Mehr- belastung des Stadtsäckels verteilt sich auf die Millionenbevölkerung derart, daß sie für den einzelnen kaum merkbar wird. Der gewerkschaftliche Standpunkt kann nur der sein: sind die Forderungen berechtigt und inwieweit ist es der Fall; in- soweit müsicn sie durchzusetzen oersucht werden. Der Landarbeiter ist und darf nicht mehr der Helot sein als der er früher galt und be- handell wurde. Die Lust und Liebe zu seiner Arbeit kann nur ge- fördert werden durch Hebung seiner Lebenslage auf das Niveau aller übrigen Arbeiter. Schließlich drängt sich aber doch eine Ueberlegung auf, die frei- lich dann erst zur Nutzanwendung kommen kann, wenn erst einmal eine gewisi, Konsolidierung der Lohn- und Arbeitsbedingungen und damit des Arbeiterhaushalts eingetreten ist. Di« städtischen Be- triebe sind keine kapitalistischen Unternehmungen. Dürfen sie auch ihre Arbeiter nicht ungünsttger stellen als gleichartige Privatbetriebe, so können doch auch die städtischen Arbeiter nicht das Recht für sich in Anspruch nehmen, aus dem Rahmen der allgemeinen Lohn- und Arbeitsbedingungen wett über den Durchschnitt herausgehoben zu werden. Wie die Stellung Ler- lins als Unternehmer den Arbettern und Angestellten gegenüber verpflichtet, so auch die Stellung dieser als städtische Arbetter. Auch für die Folge werden Lohnstrettigkeiten nicht ausbleiben. Sie müsien jedoch zwischen diesen Parteien in vorbildlicher Weise aus- gettagen werden, auf dem Wege der Verhandlungen und der Verständigung. Zum Streik darf es nicht erst kommen in städttfchen Betrieben! Deshalb erscheint uns die Aus- gestaltung der Tarifdeputation des Magistrats zu einem Lohnamt und als Schlichtungsinstanz angezeigt. Voraussetzung bleibt auch dann der gute Wille zur Verständigung auf beiden Seiten, der weder durch kommunistische Hetzereien noch durch ein« gewisse Scharfmacherei beeinttächtigt werden darf. Daß dieser Wille in unserem Falle auf feiten des Magistrats durch vorherige Beschlüsse eingeschränkt war, hat das Anwachsen dieser an sich verhältnismäßig unbedeutenden Bewegung bis zum Beschlusie eines allgemeinen Streiks kommen lassen, der zum Glück noch in letzter Stunde ver- hütet werden konnte— durch das Mittel, dos auch den Güter- arbeiterstreik längst überflüssig gemacht hätte, des VerHandelns, Abwägens und Entgegenkommens. Voeträge. Vereine und verlammlunnen. Reich»» u»l> b*t Nrieg-beschädlgte«, Nri-g»teUnehm-r nttb Kriogerhinter. bliebe»««,«ejitl Sl, Lichtenberg. Mitgliederversammlung am Dienstag, den 12. Juli, abends TU Uhr im ilecilien-Lqzcum, Rathausstr. S. Referat Pfarrer Bl-ire. Abt. Dahle«, Montag, den 11. d. M., abend» 8 Uhr bei Schilling, ErUndungsverfammlung. Diifte willkommen. Ortegrugpe Rr. 11. Montag, den 11. Juli, 7, SO Uhr Bllttners Feftsiile, Schwedter Straße 22/28, Bezirks. ". w-iuuiuiiuuu in ucc isiadthalle findet nicht flat Tag der Berfammlung wird bekanntgegeben.—„Borlommen nnd Bedeutung der minerallschen Bodenschätze, besonders Deutschlands« lautet das Thema des Rheumatismuskranke Ausschneiden Es werden zahllose Mittel gegen Rheumattsmus angepriesen, ein Beweis also, daß viele Menschen an Rheumatismus leiden und daß viel« auf Erlösung von diesem schmerzhaften Leiden hoffen. Beim Rheumatiemus verursachen die Ablagerungen der Harnsäure die Schmerzen, darum ist es die erste Pflicht, dafür zu sorgen, die über. schüssige Harnsäure au« dem Körper zu entfernen. Das Mittel, wo- mtt dieses geschieht, muß fach- und sachgemäß zusammengesetzt sein; dieses ist die große Hauptsache. In den„Levatholtabletten" haben wir ein solche« Präparat, welche» di« überschüssige Harnsäure aus dem Körper treibt, denn es enthält rsä. sarssporill»« 5 seid, salic. 5 kal. jod. 5 f. le«. art. tabl. lOO. Rheumatismuskranke holen sich aus der nächsten Apotheke die„Levotholtabletten". Nachahmungen weise man zurück. Fabrikanten C. F. Asch- u. Eo.. Hamburg 1».[184/5'" 2 ähne 4 u. 7 M. mit Ittedenskautsehttk 5 Jahre schriftl. Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 Mk. an. Spez.: Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise. ahn-fraxis Katvani, flanziger Slrajk 1. Qumouiu fienrme BERLIN C, 2, BFLEITESTFL. BRÜDEFLSTR Preiswerfte Angebote Für die Sommer-Reise Preiswert« ftnaebote Bad e w a s c h e aus vorzüglichem Kräuselstoff Handtücher Große 45x100 cm............ stück m. 2250 Badelaken Grüße 125x160cm............. Stück m. 12450 Bade m ä n t e 1 farbig gemustert.............. Stück M. 284." Badeanzüge aus Trikotgewebe............. Stück M. 47.- Regendet�irme mit Müllen Halbseide M. u./ Ganzseide M. tSO.""" Touristen stüeRe m. 6*° S40 lO75 Schultertücher.................. m 3450 465ffbi«256.- Reisedecken..................... m. 23050 274.-«.w Plaiddecken...................... m. 288.- 356.-. Echte Kamelhaardecken____ m. 391.- 561,-. Halbwollene Decken......... m. 106.- 115.-. Handschuhe für Damen, 2 Druckknöpfe Flor Perlfilet, in allen Farben Paar M. 1050 Flor Seidenglanz, nur farbig.................... Paar M. 1 250 Fi CT rund gewebt, farbig und schwarz.............. Paar M. 15." Ganzseide doppelte Spitzen, schwarz............ Paar M. 1 2 � Leichte Herren- JacRells u. Joppen Laster m. tS©.— Waschsfof! M.©'41:.— ÜS.— Reisemüden sie* m RS. 2,3.- 34.-�, Rucksäcke für Kinder 0«°°. 40x40«.... u. 21� 25�° GröBe 40X45 cm, M. 3575 42.- Größe 50X55 cm, M. 69 � Größe 55X60 cm. M 87.- W ollene Biusenschoner iv rnerine oder breirn, StGdc M. 19.- ollene Gl olfbiusen io rnode mit weiß oder grünmeliart, Stüde M. 7 6." Helle Mongolische Goldfüchse, Sleat- n. Weißfüchse et«. Jeden Montag Auslage von Resten m JS ganz besonders billig »MMMIHMIMMIIIIIIBlIIIUMIIIHIMMOymiMmHIIIIIMIWHIIHIIiaWIIWIWHHIIIIIIilimmilllWMIIIHHIIIMUMBIIIillMItMmHHIIlMIWimilll»———— gl Damenhemden SuJueTem""™� 1100 gewebe, sehr lang u, mit Aermeln KL 17 1 O Damenhemden KFrtÄÄ 2400 Damen-Schlupfhosen �eQÜam« m. 1250 Dam.-ReformbeinkleiderforerS«'; 1 coo blauen Trikotgeweben, in alL Grössen M. Ow schwarzes, fein. Baumwollgewebe . M. 475 575 JbO 300 an Erstlingshemden Neaaei I20 Damen-Untertaillen, feines Trikotgewebe «hne Asrm»!.. 10�" mit Aermeln. H®" 540 Damenstrümpfe Damenstrümpfe �ÄrBnumwon: gewebe, m. verstärkt. Spitze u. Ferse M. Damen-Strümpfe Rinder-Söckchen �T;"," Wo11� Wotccor Rüficf 80 cm breites feinfftdiges weisser uaiisi Gewebe, für vamenhomd. und Biuseu geeignet, das Meter.. M. Hemdentuch gleickm. gew. gute Qualit, d. Meter M. Halhlpinon 150 0X11 breites, glattes, sehr naioieinen haltb. Friedensgew., d. Mt. M. Pon ah graues haltbares Futterstoffgewebe, rancy 70«m breit.......... m. RnHoanvi*! rro Herren. Damen u. Kinder, DaaeailZUge schwarzem Trikot mit bunter u. weißer Einfassung� Gr. 60, M. Herrenhemden gr.: Potasch u. Perlmutter SUTir; neaalliance Mo. 8 U.: Frühlings Erwachen kr. Schanspielbans (Karlstraße) fft DU Weber(Auß Abonn.) Mo 8: DleWeber(AuB.Abon.) Central-Theatcr 8 Uhr: JlOHka Dentacheda Opernhana ? uxr: Die Fledermaus PrleAr. Wilhelm st.T lt. �V: Die Kleine aos der Hölle ÄI. SchannplellKivifs w, uhr: Reigen Kleines Theater 4 Uhr: Casanovas Sohn 7>;,u.; Cassnowas Sohn Metropol-Theater Uhr' Die blaue Mazur Nene. Operettentheat. �uhrAmericau-Kirl Renlden B-Theater 4 Uhr: Am Teetisch Vh Uhr Max Adalbert in 1919(Ab dafür I) Behlller-Theat.Charl- 3*/, Uhr: Ein Prachtmüdel �MeineFrau-dasFräulein Schloßpark- Theat. Steglitz« Schloßstraße 48 vv, u.Jans Huckehein Thnils-Theater tv, uhr: Mascottchen T h.am N o U en A o rfp 1 at« 3Va: Wenn Liebe erwacht uhi Der Vetter ans Dingsda Theater de. Wentena S'/jU.: Die Pfarrhauskomödie uVr': Morgen wieder insiik! Th.l.d.Kommandantenstr. t«/, uhr Die goldene Freiheit Trlanon-Theatcr »/> Lady Windermeres Fächer T1/,: Ida Wüst, Herrn. Valien- Ün I. Lady Windermeres Fächer W allner- Theater T'/.uhnDerKuhreiflen u.r: Scheidungsreise Reicbshaü.-Tbeater Stettiner Sänger Anfang T/a Uhr Dönhoii-Brettl :: Variete:> Saal u. tiarten Lessing-Theater Allabendlich 7'/, Uhr: Die Balleiia des Königs (Konstantin, G6ti) Deutsches Künstler-Theater ;>/, uhr Geständnis Ralph, Otto, Stifter Kotnisehe Oper Opernspielzeit Täglich l'l, Uhr JUt-jteidelberg Oper von Pacchierotti Stg. 3V<: Der Barbiert. Sevilla Bdmirals?alast 71', Uhr: Abrakadabra Berlinerfrater Kastanien-Allee 7—9 Täglich V,S Uhr: :: Variete:: Wenn Engel streiken! Operette in 3 Akten Berliner Theater Allabendlich 7.30 Uhr: Theater i. u. KBnignrätzer Str. 730 Uhr: PBhn Mo: Glaube und Heimat Sicnatao: Der Weibsteufel KomSdienhaus 7.30 Uhr: Der blonde Engel Folies Gaprice Linienstr.I32.amOranienbg.T. Täglich»/<» Uhr: Prinzessin vom Nil Operette In 3 Akten Musik von Victor Holländer mit PrSnzi Blenke, Max Waiden, Käthe Jungherr usw. BehrcnstraDe 54 VI, Uhr;• PersSnilches Auftreten Johannes Riemann u. Dora Schlüter in „Cocain-'(Sektkübel) u. 9 weitere Attraktionen Oer Se.lenr.ttor B. B. Lustspiel mit Arnold Rieck Die beiden Gatten der Frau Ruth Lustspiel mit Henny Portea Regie: Rudolf Bicbrach Hoteidieb mit vierten Hand Eine seltsame Begebenheit in 5 Akten .Jagd auf Schurken L Teil 1 Abcntcurerfilm mit Edith Posca Das Lied von der glutroten Blume I N. d. Erzählung des finnischen Dichters Llnnankoski mit LUlebtllChristensen.XarsHanson Jaqendllche haben Zutritt .AM Lotte Neumann und Theodor Loos . in dem Maxipi-Film Das Gelübde Nach d. Schauspiel v. H. Lauten- sack/ Regie: Rudolf Bicbrach Wochentags ab 7 Uhr 1 L etzte Vor- iübrung h,9 Uhr i Sonnt. Beginn 4 Uhr I Letzte Vorführung 8 Uhr 7Vs Uhr: -f»,RAT'o- _J Die groBe insstaiuiijs-Selm Tip Tip Hurrah! ! Ueber 150 Mitwirk. I mit dem bekannten Wilhelm flartstein I Albert Pauiig Heinz Sarnow Erna Albertl Else Schloicka ! Opiu.-PIerilerEnnen I Tb. a. Kottbuser Tor Tel.MoritzpI. 16077 Tägl. V/, Uhr: Elite-Sänger — 10 Herren!— Witz t Komik) Urkom. Typen! Grüßt. Lacherfolg Vorvk.ll-l'/„4-6U. Könlggrätzer Str. 121 Heute S Uhr Allabendlich werden Tränen gelacht beim Herrnfelds Gastspiel WWM AntonHermfeld persönl. Vorher; Pllmachau Der groBe Erfolg: des ersten amerikanischen Wild-West-Films Karo-Ass Der große Film i. 32 Akt V. Episode: Aatre um Auge Vi. Episode: Im Tale des Schreckens Kassenöffnung ftV. Uhr Beginn 7 Uhr Sonntags 4 Uhr goo1* Garten. Hanta AQUARIUM geäif aa t von 9 bis 7 Uli GrSßi. Konzertsaal. Am Friedrichshain 16/23| Wiedereröffnung nach voilslündiger Renovation j und Neugestaltung 36iob Anfang Oktober dieses Jahres I Saalbestellungen nimmt ab I.August 1921 entgegen] Fernspr.: Königst. 1202._ Ernst Lleblng. Sevcrzugi« Gaststötten Äertinä Tonndorf-Äetriebe ad.«nio Tonndorf Linden-Restaurant, unt« dm cindm«« Ed tv Uhr niorg«n« geJfnef Tonndorf gg|tra* Tonndorf Diele- Restaurant Unter ätn Linden 56 Slittclflrafe«0». / Flnfcn-Jlrilauranl «mciH« q, rühmt« Büch« und S-dcr j l Saü Centnerbrunn im Eulengebirge' 1 seit dem 15 April 1921(m Besche der orpanifierim i ) Arbctterschast des Kreises Neurode, empfiehlt sich»1» i Iooo angenehmer Sommeranfenthalt | Schüne Cofatifäfen, Jccmöeny immer, Saal. ' Veranda, schaftiger Garten und Parfanfagr«.' ! Ilm Ans,« des Eentnerberges, dlrefl an der gleich-! ! namlgen Elsenduhnstull.n gelegen, gestattet es! ! bequeme AnssfSge 1. d. Ealeb» u. heuschenergebtrge. ®ntc Speise* und©etränle bei mätzigen Preisen! ( Anfragen find ju richten an den 1935', i vereinvolkshan» s.llenroden.Umg. E.G. m.b.H., Seschüstslotal: venrode, Schuhmacheeskr. 5 I ©EN- WOCHE| | BERLIN| (\\ 2. DEUTSCHE| modenschak; HERBST tQ<2t beginn: A-auou st ..........-* S � PL I EP-,--gPHP-_______.»io � v ViRBAND DER DCUTfCHIN MODI-INDUfTRIE.BERUN$ V w rt■ r, i-iv/ve- i n u w«» r«. i c, a c K b I n � h rniepRICHtTR.ÖI.ftRhRCP; ZCNTRUM 125750.1537 5 i m iMMJJ«. 3iW»-, iK Theater! ? Unter den Linden 22/23 J • S0"m,ln- ! « » Aranfführnng! . Der Held! !des Tagest ! Der erste orofic Sen-! sefionsfilm mit j « HansBreitensträten dem deutschen Schwer- J geroichtsmeister f in 7 Alten Aussehen erregend i Srofie Sensation Spannend von Akt zu Att, Hauptdarsteller: 5 Ein Jende Hann BreltenstrSter J Carl Palkenberg; J Prltz Beckmann J Magda Madelalne ♦ Hermann Plcha* Syblll Morel Ganschen tritt ins Leben ein Sensationelle Lebens- Beschichte einer Dans ftm'Paimt Varfiel� Koppenstraße 29 Königstadt«III Täglich ab 7 Uhr C— Der große i Variet�SpielplanJ Emil Glas— Margit u. Lener— 2 Sagaroffs— Wallis und Partnerin— Willy Schenk internationale Kingkämpfe um d. Carl- Abs-Memorial 1921 25 Ringer I.Klasse Heute abend ringen: Urbach— Kyriloff Küpper— Hamacher Winzer— Schachschneider Entscheidungskampf Petijean— Pietro Scholz 1� Schloßbrauerei � Schöneberg Hauptstraße 112— 113 Täglich Große Internationale Rlnghämplc Sport'PaAetsi Das qröfite Kiyio der WelT rpoltdemer Str.T?• Heehbeh« Bülov Der Boxkampf Hans Breitensträter deutscher Schwergewichtsmeister, gegen Jimmy Lyggel Sd)wergewtchtsmcister v. Amerika, im Sensaiionsfiiin vor Boicl ctos Vagas Dazu ein reizendes Cnflfpicl Rennen zu Grüne vald (Berliner Kennverein) Sonntag, den 10. Juli, nachm. 3 Uhr 7 Rennen 0 Harz'Luit- üurort iiSCHllliri CsÄÄT&eä: Hauptsitz Stockholm Eigenvermögen: 5 000000 schwed. Kronen Svenska Ekonomiaktiebolaget Zweigniederlassung: Berlin NW 7, Unter den Linden 68 a Telegrammadresse. Fernsprecher; Scbw edenbank Berlin Zentrum 12911 und 1514 Wichtig für"rute itt die Sithfpung der Zuhunft der famille und die Vorsorge für das Alter durch den flbfchluB cintr Cebens- Versicherung. Richten Sie daher umgehend IhreAnfrage an Rarlzruher LehenzverZiederung s. 6. Hanptnerkretnng fflroö-Berlin Setiin». 50, EiOlebenet Sttaste 89(* Noch Aiffigrer als fönst Die vorzügliche Qualität nachstehender Artikel heben wir besonders hervor: Damen-Halbschuhe Damen-Stiefel Kinder-Stiefel 42f 59,- 98- Weiss Leinen• Spangenschuhe mit bezogenen ocLLederabsSIzen Weiss Leinen-Spangenschuhe für den Strand, Lederabs» sehr eleg. Braun Chevr.-Spangensdiuhe. eleganter Strassensdmh....... Braun prima Chevreau-Schnfir-*4-d Q— schuhe, mod. Form, besond. billig X Braun prima Boxkalf- Pumps,*d(O— hocheleganter Modeschu h..... X aL f Hellbraun prima Chevreau- S(hnQrschuhe,neuesteFarbe,echt-d Goodyear-Welt........... X f Lackleder- Stegspangen- Schuhe, modernster Schnitt, beste � Damen- Boxkalf-SchnOr- stlefel, echtGoodyear-Welt,«d O 0| ganz besonders billig........ X ß Damen- Sportstiefel, schwarz, echt Doppelsohlen, Goodyear- A Welt...................... iTIIVy Herren-Stiefel nur vorzfigliche Fabrikate, beste Kemledersohlen Robraun Boxkalf-Schnürstiefel 25—24 25—26 27—30 31—35 22- 29- 89- 99r Weiss Lelnensttefel 23-24 25—26 27—50 31—35 337 437 497 597 Rind box-Herrenstlefel, vorzügliches Fabrikat........... Weiss Lelnen-Halb-Schnürsehuhe 89- S397 Z497 ZS97 la schwarz Boxkalf- Halbschuhe, elegant, mit Flügelkappe, beste"4 IS Q— Rahmenarbeit............. XCPcry Tourensllefel, echte Doppelsohl.. beste Rahmenarbeit....... 159r Braun Rlndbox-Knabenstlefel,«d g_ beste Kemledersohlen, 36— 39 X Z3 f Natdlpraun prima Rlndleder-Knaben-Schnür- sllefel, beste Kemleder-Doppelsohlen, vorzüglicher Schul- 27 31 � und Wanderstiefel 30 M.ilß' is Qif ß Deutscher Holzarbeiter-Verband OrtaTcrwaltune Berlin gesamt-Vertrauensmänner-Versammlung aller Branchen und Bezirke am Montag, den 1 1. Joli, abends 6 Uhr, im Gewerkscbaftshaus, Saal 4, Engelnter 1 5. T a ge s o rd nun g: 1. Zum jlbsehlnji desHeiehsmanteltarifs«�.e�er» 2. Aussprache Vertrauensmännerkarte und Verbandsbuch legitimiert. Ohne dieses kein Zutritt. R4/8 Die Ortsverwaltung Berlin. Stsrbskasse efien. Pllug'sctier Arbeiter(Hetzel'sclie Kasse) Sonnfac, den 24. Zu« t921 vormittags 91/. Uhr: Seumi hn Rest. Stummer, Ackerstr. 13. Tag esorbnung: 1. Staffenbericht(1. Halbjahr W21). 2. Bericht der Revisoren. Z-Bestimmung der Publikationsorgane siir 1221/22. ' edsbuch legitimiert. Z«>2b» See Vorstand. Spezialarzt Dr. med. Feldmann behandelt schnell, gründlich, mögl. schmerzlos u. ohne Berufsstörung SyptilH«, Harn- leiden. Frauenleiden, SctawSche. Erprobt. Method. Harn- und Blutuntersuch. «ligstr. 34-86, AÄ%,. Sprechst. 10-1. 5-8, Sonnt 10-1 Jehrtetewertj Der in allen Abteilungen meines Hauses vorgenommene* große moderne Muster reine Ware �ISO/ZOOmIBI50 , 140/230, 20r . 195/300„ 32500 in buntpersischen Mustern �100 235.28?" 190/300 435°" . 240/340. 025°° Eine xr»»e Xnzadl IKVUlchK FeMern 1 �vdelstotte.(Zsrdinen. �Auferstotie, l'isck- und vi�sn deck..1l'ülldettdeck. Zteppdeck..1'reppenISutei' je!!-8pe?izl!)ZU8 WA 158. Keine Filialen!!! WlsWMttMmM Perwaltunasitelle Berlin X B. 51, Cinienflr. 83—85 ffiefchdftsjEit von vorm. fl Uhr bis nachm. 4 Uhr Telephon: Amt Norden 185. 123«. 19S7, 9714 Montag, den 11. Zu«, abend« 6 Ahr, in der Aenen phllharinonle,«Spenleker Str. 90/97: Ordentl. Generalversammlung unserer Verwaltungsstelle. Tagesordnung: Zorksehnng der Tagesordnung der«enerol- nersammlung oom 4. Zu II. Zutritt nur gegen Vorzeigung der Einladung, der Delegierten- Legitimationstarte oder der Legitimationskarte für die erweiterte Ortsverwaltung und des Mitgliedsbuches Ohne diese« kein Antritt. Vertretung Ist nicht znldsslg! In dieser Eeneralversammlung werden die beiden zur Wahl stehenden Siandidatenttftin zum Berdandstaa endailltig aufgestellt. 93/9* «cht«»;,: GasmeMeMede! Achtung: Am Montag, den 11. Zu« 1021. abend» 5 Uhr, Im«emertschaftshons, Engeluser 16: Kousereuz oller VekrieSsrSte mb vertromus- ulöuuer Oer SosuiesierOelriehe Serlius. VIe Orlsuerrnattnng. SWWlkl! Ma taust mau billig u gut? Themlsche Fadri! „AIwalrleb-,Bln.-Temp»l- hos, Ringbahnstratze 42.— Vertreter gesucht. 38SD Mdlügg�Mleole! AitsselinEiilen' Von weit und breit kommen die Paare zu Richard Bonncck, um sich zu verloben. Dentschlands größtes Spezialgeschäft für Trauringe. aegriindet 1892. 1 Ring Dnkat. 0.900 gest. von AI. 76 an I ,,„ 0,900„ 3 Gramm Ist. 160 1„ 1„ 0,900„>1,5 M„175 1„ I'/j„ 0,900„6„„ 2SO 1„ 2„ 0,900„7„ 350 ?/,— 4 mm breit 1 Ring 0,585 gest. v. Ist. 60 bis Ist. MO 2V,— 7 mm breit I Ring 0,333 gast. ▼. Ist. 30 bis A. 10« 21/,— 7 mm breit Alles fix und fertig zum Mltsehmcn. Diese Ringe Ornament Rose». Myrtüe sowie m Inschrift, Dabist mein''.MitWillen dein Eigen"(in 0,585 Gold] von 200 M. an. Alle Weiten stets vorrätig, Katalog gratis! Versand nach auBerhalb. Riesenauswahl aller In der Uhren- und Juwelenbranche vorkommenden Waren. Stets Gelegenheitsklule in Brillanten. RICHARD BONNECK Hauptgeschäft: Berlin N, Schönhauser Allee 48 (Hochbahn; Danziger Straße), Tel.: Humb. 1344. Filiale t Landsberger Allee 41, Telegramm-Adresse: Qeldonkel, Berlin. Ankauf v. Gold n. Juwelen. Fahrg. V. TergOtet. Reicbsbank-Glro-Konto Neckar-Anleihe 350 Millionen Mark 5% ige mündelsichere Teilschuldverschreibungen der Neckar« Aktiengesellschaft unter Garantie des Reichs sowie der Länder Württemberg, Baden und Hessen mit dem Recht auf hypothekarische Sicherstellung auf den zu erstellenden Kraftwerken. Am 1. Juni 1921 ist unter Mitwirkung des Reichs sowie der Länder Württemberg, Baden und Hessen döc Oesehschaftsvetirag der Neckar-Aktiengesellschaft festgestellt worden. Gegenstand des Uaternehmens,. das seinen Sitz in Stuttgart hat, ist der Ausbau des Neckars von Mannheim bis Plochingen(oberhalb Stuttgarts) als Teil der Neckar— Doaau- Oroßschilfahrtsstraße sowie der Ausbau und Betrieb von Wasserkraftwerken an der Neckarwasserstrale.___________..._____ vom Reich, den Ländern Württemberg, Baden und Hessen, sonstigen öffentlichen Körpernchaften sowie namh«lten süddeutschen Das Aktienkapitnl von 3*0 Millionen Mark Ist gezeichnet worden ........... istigen öffentlichen Körpernc halten sowie namh«lten süddeutschen Industrie- und Handelsfirmen; es haben sich dabei femer beteiligt die Allgemein« Eiektrizitäta- Gesellschaft die Siemens-Schuckert- werke, die Bergmann-Elektrizitätswerke, die Brown, Boveri 4 Cie. A.-Q und eine Anaahl von führenden deutschen Banken. Durch das Unternehmen wird ein w das Herz von SOdwestdcntschland führender Grolschiftahrtsweg von 20» km Länge geschaffen, der die Grundlage IDr eine Verbindung von Rhein, Neckar und Donau und damit von Westeuropa mit den Donauländern bildet. Der Ausbau der Wasserkräfte durch Erstellung von 28 Kraftwerken wird nach den Gutachten der Sachverständigen etwa 100 000 Pferdestärken ergeben, aus denen sich an elektrischer Energie jährlich 308— 4M Millionen Kilowattstunden gewinnen lassen. Das Bauprogramm sieht die Herstellung der gesamten Anlagen, und zwar sowohl der Schiffahrtsstrale als der Kraftwerke, innerhalb eines Zeitraums von etwa 12 Jahren vor Zur Beschaffung der Mittel für die Durchführung des ersten Teils des Bauprogramms gibt die Gesellschaft 350 Millionen Mark SVoige auf den Inhaber lautende Teiischuldverschreibungen in Stücken über Mk. 20 000.—, Mk. 10 000.—, Mk. 5 000.—, Mk. 1000.—, Mk. 500 aus. Die Tilgung der Schuldverschreibungen erfolgt zum Nennwert vom Jahre 1927 ab im Weg» der Auslosung innerhalb 37 Jahren, vorbehaltlich früherer nicht vor 1927 beginnender außerordentlicher Rückzahlung. Die Zinsen werden halbjährlich je au( I. Februar und I. August bezahlt. Die Verzinsung beginnt am 1. August 1921. Für die Teiischuldverschreibungen haftet das gesamte Vermögen der Neckar-Aktiengesellschaft. Außerdem werden die reilschuldverschreihungcn durch Eintragung einer Sldierungshjpethek mit erstem Rang auf sämtliche Kraftwerke, welche die Gesellschaft erstellen wird, jeweils nach Ausbau des einzelnen Werks sicnergestellt werden. Endlich hat das Reich sowie die Länder Württemberg, Baden und Hessen für die Teiischuldverschreibungen, und«war scwohl für das Kapital wie für die Zinsen die Garantie übernommen. Die Schuldverschreibungen sind sonach im ganzen Deutschen Reicn zur Anlegung von Mündelgeld geeignet. Die Gesellschaft darf sräter ausgegebenen Teilschüldverschreibungen keine besseren Rechte einräumen: es ist höchstens eine Gleichstellung solcher Sahuldverschreibungen mit den jetzt ausgegebenen gestattet, wobei eine Ausdehnung der Sicherungshypothek mit gleichem Rang auf später ausgegebene Teilschuldverschreibungen vorbehalten bleibt. Die Einführung an den Börsen in Berlin, Frankfurt, Mannheim und Stuttgart ist in Aussicht genommen. Die Teilschuldverschroibungen, die demnach als ein ausgezeichnetes Anlagepapier betrachtet werden könne«, werden hiermit zur Zeichnung unter folgenden Bedingungen aufgelegt; 1. Zeichnungen können erfolgen v«m II. Juli hl« 15. September 1921 bei den«nterzeichneten Stelle« und deren sämtlichen Niederlassungen, ferner durch Vermittlung sonstiger Bänke« und Bankiers und der Sparkassen. Früherer Zeichnungsschluß bleibt voi behalten, ebenso eine entsprechende Erhöhung des auszugebenden Betrags der Teilschuldverschreibungen für den Fall, daß die Zeichnungen den aufgelegten Betrag übersteigen. 2. Der Zeichnungspreis beträgt 99 Proz. zuzüglich Schlußnolenstempel unter Verrechnung von 5 Proz. Stückrinsen. 3. Die Zahlung des Zeichnungspreises ist in einem Betrag in der Zeit zwischen dem II. Juli und dem 30. September 1921 zu leisten. 4. Die Zuteilung findet baldmöglichst nach Zeichnungsschluü statt. Die bis zur Zuteilung bereits gezahlten Beträge gelten eilt. Die StUcke werden mit möglichster Beschleunigung fertiggestellt. als voll zugetet_____________________ Ausführliche Prospekte sind bei den Zeichnungsstellen erhältlich. Stuttgart, Ulm, Mannheim, Darmstadt, Berlin, im Juni 1921. Würftembergische Vereinsbank Die Mitglieder der Vereinigung Württemb. Banken und Bankiers Die Mitglieder des Verbandes Württemb. Bankiers Württembergischer Sparkassen-Giroverband Landwirtschaftliche Genossenschafts-Zentralkasse Zentralkasse württembergischer Genossenschaften Badische Girozentrale Rheinische Creditbank Süddeutsche Disconto-Geseilschaft Hessische Girozentrale Bank kür Handel und Industrie Berliner Handels-Geseilschatt Commerz- und privat-Bank A.-G. Deutsche Bank Direction der Disconto-Geseilschaft Dresdner Bank Hardy& Co. G. m. b. H. Mendelssohn& Co. Mitteldeutsche Creditbank Nationalbank für Deutschland >...... 88/18 i?| GOLDSTÜCK ebtiST-UCK STÜCK URSTUCK Vrtr.''>• MEISTERSTÜCK I Zwefg�niederlaMung Berlin O 14, Ronrintener Str. 43. Tel: Kgst. 593. GROSSER VERtOkUP 5MLSLSL� ifil�idlcrsiofifie Blusen-Streifen 1450 Blusen-Popeline ÄTÄ 1950 Kieider-Schotten 1975 Elsass. Cheviot ZÜS*£!»** 3950 Seidlenstofiie Serge Halbseide, für Jacketliuiier Meter 2180 In schönen Paslellfarben, OQ l\repelin doppellbreH.......... Meter � c#* 70 011 OQ AUier oeiae helle Blusensfrelfen Meter Gostreiffl«r Hemden-Zephir Kieingsmusteter Opal-Batist MRte'farbiger Biusen-Zephir Feingestreift- Batist-Organdy Hübscher Blusen-Perkal........ Entzückend' Wasch-Kusseiine Aparter Flanell-Zephir........... TUrkischgemust' Matinöstoffe Entzückende Foulardines...... Meter Meter Meter Meter Meter Meter Meter Meter Meter 790 890 Qso 1250 1275 1290 14" 1680 1850 MonfelcMion Koslümröcke QQSO verschiedene Stoffarten, moderne Formen Frotte-Rock QQ75 weife, gule Qualltif.................. � Popeline-Kleid mit kunstseidenen Streifen, fugendlich verarbeitet, mit plissiertem Rock......... Paillelte Steffi. Meier 2950 Herren-Anzugstoffe in dunklen Farbtönen ca. ISO cm breit Meier 23 80 9800 Re'semantel 14900 Imprägniert, In vielen Farben....... Spangenschuhe 485G an» Leder, für Damen, hoher Abtaiz............ Halbschuhe SS50 für Damen, R. Chevreaux, hoher Abtatz Belle-Alljance-Str. Gr. FmoUarter Str. Bnuuieostr. Eottüaser Daimn WUmersdorler Ar. �rs<37/z. Sonntag: 9—1.— Heilanstalt f. eietiro- phystL unb Licht-Therapie- unb Natur-Heitpersahren. Berlin so 16,«rädenjtz. 10 b(Bhs- Zannowitzbr.). s IZky, Arzt, | approb. Im Auslände, V, d. deutsch. Regierung anerk. | Zo jdhelge peagl» 1 Kaule ständig zu HSehsten Preisen GoId-flatin-Sitber-lt Münzen Neuhaus, RoBstr.8 �he Spl,ttlmar-kt Einkauf nur Im Laden, nicht Im Hot U StiiMe garant reine Wolle, in schw. u. Prem. o. M. 45,— p. Äsh. Wieberoerfäns, Händler, Hans- franen hört! hört! tl. besuchen Sie unb. Wollvertr. Dircksen- straße 45, Haf, Bahnhof Börse. MvemS.*. Brttkl, Ausführung. 3 Jahr« Garantie. Umarbeitg. alt. Gebisse. an Reparaturen sofort, doldkranen- Brücken. Teilzahl. 9-7, Sonnt 9-1. Hempel, Dentist, llnienstr. 220, nahe Sch8n' hauser Tor. ttrkcswlal- AfwF Dr- 3att6 für Geschlechts', opw£lcll-ArZl Haut', Harn», Frauenleiden, nerv.Schwäche, Syphilis. Karen, Blutuntersuchongen, spez. chron. Harnleiden u. Ausflüsse, Licht» a. Flosen- HeM-Anst.', LSser' Dlr.O. LÖSCf MüllZStr.9 nahe Alexanderplatz. 9-1, 4-8, Souniags 10-12. Damenz. separat. Hindertnileh � i. feinster Pulverform. Reine Schlesw-Holst. Vollmilch, vollkommen ISellcb. Empfohlen von allerersten Autoritäten der Kinderhellkunde.— Verband Vereinigte Nilcbgesellscbaften ra. b. B. Berlin W.,iniiaerHtr. 77.(Zentrum 10928110929.) Prozesse, Rat, Beistand, mäßige Preise, Teilzahlung, Ehe-, Alimenten-, Strafsachen. Steuern, Gnadengesuche. Landgerichtsrat Dr. v. K i r c h b a c h, Gesellschaft m. b. H-, AlexanderstraBe 48(am Alexanderplatz, gegenüber Tietz)(9—7) Glänz Erfolgel Beobachtg. Tel.: Köniost. 3595 Ein Appell an Pfeifenraucher!! Genießer rauchen nur Hosse-Tabak. Wollen Sie einen wirklich garantiert reinen, ungefärbten Ranchtabak rauchen 7 V 7 Dann bitte verlangen Sie bei Ihrem Zigarrenhändler zur Probe ausdrücklich nur Fabrikate der Tabak- fabriken P. 6. HOSSC Wl, BSVSll. gegr. 18« Bosse-Tabak, Mittelschnitt..>/w-Ftd-Fak. M. J.50 Hosse'Blnborn'Tab.,KrulIschii. Vu-Pfd.-Pak. M. 2.78 ifosse'Krollschnltt 8...„-Pfd. Pak. M. 3.00 Hosse.V'Irglnla. Mischung 2.>/,-Pfd.-Pak. M. 6.00 HossC'Pasloren.Tabak.... Vi-Pfd-Pak. M, 6.30 Einmal versucht— dauernd Kunde II Qeneralvcrtr.: G.E. Singelmann&Co., Berlin SW48 BS Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend e. G. m. d. H. Warenhaus 1: Brunnenstraße 188-190* Warenhaus 2; Reinickendorfer Straße 21 Inventur-Ausverkauf Außergewöhnlich vorteilhafte Preisangebote an allen Lagern Verkauf nur an Mitglieder Geschäftszeit 9—6 Uhr Nr.Z2I ♦ ZS. Jahrgang 3. Seilage öes vorwärts Sonntag, IS. Juli 1921 Ein kommunistischer Schilöbürgerstreich. In emer Erholungsstätte des Kreises Bernburg, die etwa eine halbe Stunde vom Städtchen Sandersleben entfernt auf mal» diger Höh« liegt, hielt, wie die„Arbeiter-Jugend' erzählt, vor kurzem der Bezirk Mittelelbe vom Verband der Arbeiterjugendver- eine einen Jugendleiterkursus ab. Das waren nicht allein für die Kurfusteilnehmer prächtige Tage des Lernens und frohen Zusammenlebens, nein, die ganze Umgebung nahm an dem frischen Treiben teil. Es gab aber auch Leute, die im höchsten Grimm und nebenbei auch mit großer Sorge diese Dinge beobachteten. Das waren die Kommuni st en und Unabhängigen. Es muß bedacht wer- den, daß es arbeitend«, sozialistische Jugend war, die hier einen ganz neuen Geist gebracht hatte. Die Herdlein der kommunistischen und unabhängigen Parteigänger aber, die man immer brav mit unver- baulichen Redensarten gefüttert hatte, zeigten stch sehr lüstern nach der neuen Speise. Am Freitag abend nun wollten die Jugendbündler der Stadt noch einen letzten Gruß in einem Fackelzug entbieten. Kinder, Frauen und Männer zogen mit. Durch die nächtlich verträumten Straßen lief das helle Leuchten, Lieder klangen auf zum Sternen- Himmel. Auf dem Markte bildeten die Fackelträger einen Kreis, ein Junger hielt eine kurze Ansprache, dann loderte die Flamme aus den zusammengelegten Fackeln aus. Mädchen und Burschen tanzten feine Tänze nach Volksliedern. An diesem Abend war aber auch Stadtverordneten- s i tz u n g. Vom Rathau» her kamen einige Stadtväter von ganz links. Ihre Gesichter wurden länger und länger, ihre Blicke strenger und strenger. Hier gingen alle Früchte der revolutionären Er- Ziehung zum Teufel, das erkannten sie sofort. Der„Unfug" mußte verhindert werden. Zurück zum Rathaus, den dort anwesenden Stadtrat ersuchen, die gefährliche Sommernachtsvcranstaltung un- verzüglich zu untersagen! Es traf sich gut, daß auch bei ganz rechts gerichteter bürgerlicher Seite die Veranstaltung der arbeitenden Ju- gend Anstoß erregt hatte. Die deutschnational. kommu- nistisch-unabhängigen Geistesverwandten hatten sich wieder einmal gefunden. Man verlangte, daß Polizei gegen die Jugend geschickte werde. Unabhängige und Kommu- nisten bieten Polizei auf. um harmlos singende und spielende Arbeiterjugend von einem öffent- lichen Platz zu oerjagen! Das muß in der Sanders» lebener Stadtchronik und im Moskauer Archiv auf- bewahrt bleiben. Dem Stadtrat ist die alberne Aktion der revolutionären Stadt- väter sichtlich unangenehm, aber er kann selbstverständlich nicht„um- hin"... Nichts von Störung, nichts von Beunruhigung war zu bemerken. Don den radikalen Stadtoätern wurde aber eine Ein- Wendung erhoben, die ihrer Ordnungsstrenge alle Ehre macht:„Wenn ein Auto kommt, wird es durch die Ansammlung am Weiterfahren gehindert." Man beachte, wie besorgt die kommunistischen und un- abhängigen Stadtverordneten waren, daß ein reicher Mann, einer aus der K a p i t a l i st e n k l a f s e, durch die arbeitende Jugend und die arbeitende Bevölkerung verhindert werden könnte, im gewohn- ten Tempo durch die Straßen zu jagen. Dabei war weit und breit kein Auto zu sehen. Einer aber aus der Schar besorgter Revolutio- näre wies mit ernster Miene darauf hin, daß auch der Fuhrwerks. verkehr gehindert werde, denn auf dem Markt stehe schon ein Wagen, der offenbar nicht weiter könne. Richtig, ein Wagen hatte sich auf dem Markt„aufgestaut". Ein Schutzmann wurde geschickt, um dem Fuhrwert den Weg freizumachen. Die Insassen erklärten aber un- verständlicherweise, daß sie sich durchaus nicht behindert fühlten. Sie hätten nur angehalten, weil sie sich das interessante Schauspiel an« sehen wollten. Die revolutionären Stadwöterbäuche wackelten zornbebend, indes die Hirne grübelten, ob nicht mit einer Gesetzesbestimmung der ganze Spuk auszulöschen sei. Dieser fand inzwischen sein Ende. Die Jugend zog mit Gesang ab und gab sich das Versprechen, die Jugend- fackeln und die Ideale der Arbeiterjugend immer leuchten zu lasten. Allen deutschnationalen, kommunistischen und unabhängigen Schild- und Spießbürgern zum Trotz! Das freundliche Städtchen Sandersleben aber, das bisher ab- seits vom Getriebe der bösen Welt in glücklicher Verborgenheit lebte, wird fortan zu den berühmten Orten Deutschlands zählen— neben ©(Hildo, Schöppenstedt und Krähwinkel. Und diesen Vorzug ver- dankt es der Weisheit und Tatkraft seiner kommunistischen Stadt- väter!_ Wetterbericht bis Montag mittag. Größtenteils trocken und viel- fach heiter, in den Tagesstunden ziemlich warm, nur im östlichen Küsten- gebiet vorübergehend stärker bewölkt und strichweise Regen. Zilmschou. Xit Schaubnrg bringt den sünsten und sechsten Teil des ScnsetionS- stückeS»Coro Ah', betitelt.Auge um Auge' und daS.Tal dcS Schreckend'. In wirrem Durcheinander, endlolem Jagen, Reiten, Känipsen zwischen echten und al» solche verkleideten Cowboys zieht die Handlung am Bc- schauer vorüber, so daß zuguterletzt von den vielen Eindrücken nur ein schwache» Bild übrig bleibt. Die naturgetreuen Ausnahmen verdienen ein uneingeschränktes Lob.— Dt«.Kriegsgewinnler' vervollständigen auch diesmal da» Programm und ergötzen durch dle urwüchsige Komik des Anton Herrnseld und seines Gastspiels das Publikum. »Wiftblumene- betitelt sich der neue Film, der jetzt in den Tauentzien- Palast. Lichtspielen über die Leinwand rollt. In der Hauptrolle zeigte sich Lucie Toraiue, die sich als selche Modistin auszeichnete, aber mit den Männerherzen erbarmuugsloS umgeht. Kalten Herzens bringt sie zwei Männer durch Revolver und vergütete Blumen aus dem Leben. Von Reue gepackt, stürzt sie sich m die Fluten des Meeres.— Daneben läust ei» dreialtiges Lustspiel.Der Seelcnretter' mit Arno Ricck, der durch seine Komik das Publikum in dauerndes Lachen versetzte. „Ter Held des Tages' heißt der 7altige Sensationsfilm, der zurzeit im Sportpalast gezeigt wird. Er basiert aus ost ganz unbegründeten Berwickelungen, die nur um der Sensation willen erfunden werden. Eine Sensation jagt die andere(wie es jetzt üblich iii) und alles gruppiert stch um den dcutichen Schwergewichtsboxer Hans Breitensträter. Bei der ersten Aussührung waren die Bilder sehr undeutlich, was sicher aus irgendeinen schnell zu behebenden Fehler am Vorsührungsapparat zurückzusühren war. Ein anderer Scnsationsfilm— Goliath-Armstrong. der H er- kule» der Schwarzen Berge, wird im U T. K u r s ü r it e n» dämm LS gekurbelt. Merkwürdige Sachen— viel Prügelei, was be- zeichnenderweise Beifall auslöste, und ein sonderbarer Mensch, der aus einem Motorsahrrad durch die unmöglichsten Gegenden rast. Fast mutet der Film an, wie eine Rellame sür das Motorzweirad. Sriefkaften üer Reüaktkon. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt.— Jeder für den Brief- kosten destimmten Ansrage füge man einen Buchstaben und eine Nummer bei. Silioe Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, 1. Hof pari, links, vor. Schriftstücke und Bertritge sind mitzubringen. O. M. 100, Ei« hasten nur, wenn Sie den Anzug nicht sachgemäß behan- delt haben.— A. 10. 1. Anspruch auf Unterhalt hat nur da» Kind. Zur Ei». aehung der'7 pf 5 für Herren•..•mm; loomotfiiioiiiiioioiMooimoootiMiiiitmmoiKiiseiiiT Wirkwaren 28.50 Herren-Beinkleider Baumwolle, gclblicb Damen-HemdkosenQQ Biumw., f ein gMtricVt,——«O" Kinder-Strümpfe Btum— olle �7.90 Gr.«9.90 JIOIIOIOIIIOOIt«IOMI|OIOHt(MII(lillOIMI|l||ll|(t(iai|||(| j Damen-Strümpfe-l Q ye I \ Seidenflor, schwar* jj MntfiiiimnfHttfMaiiiiiitioiiifMnimmmitMmM Herren- Wäsche T-ek-mJ"„n.. 48.- OberkemcLfortntf PoktfrO mit Klappmanschetten. Scklafanzug ,. Wueb-'f S e Stoff, bell und dunkel. Stellkragen mit Klappen 6*50 iiiiiMiiiiiniiiitnoniMttiioiiiuooMitioiMMtmwoosf f Herren-Strokkutl A* a I Msulotform... Badciväsdie Reise-Artikel Trikot-Badeanzug QKf* Mittelgröße..... r«xi'«Ti 90.- "Weißer Frotticretoft"107 Kf\ 160X200 em Bade-Handtuck �16.75 | Untertaille mit 1 O CA i | Stickerei garniert. AX'oJV/= imniiiiiaiiiittiiiotooitiom Hauswasche Jacquard-Tisektuck iQ ßcbleicbk 140X1S0 cm Kückenkandtuck weiß*7 it' Gerstenkorn 47X100 em � Kücken-Wiscktuck weiß Reinleinen, mit roter Q 7 K Kante 56X56 cm»., w»4w | Lakenleinen Wlck« j r.U- einen weiß Kupon ZV« Mtr.für Reisenecessaire 6 teilig 46.— Kupee-Kofferkrlftige Hartplatte mit Sebutzeekea a. Vul- tLfJ e/\ kan-Fiber 60cm••• Reisetascke braun, t QQ Kunstleder, 45 em.• MVdllillllßf IUI IIIIIIIMVI9II 19 IMIBIHI IISIII III9IIII IM | Reise-Mütze für OS en\ l Herren,Ho mespun- Art � U*: TlMtUMIMUlMailllMMMMIMIMtmillllllllllillllllll Möbelstoffe McZkelsatin��22.50 Gokelinstoff. 85.- Kockelleinen- Dekoration m. Gobelinbesatz, 2 Flügel 50X325 cm, iQuerbebangl 1 O 50X200 cm..... XXO.-| IMiiuiiiiMiiniiiiiininimMNiiHiiMiiiiiiiiiiMiiii | Mökel-Kreton t Q»/, l 80 cm... Meter X�tDU» Tu * BERLIN C* KÖNIGSTRASSE» S PA NOÄUE RS TRASSE rofle , �cV- V" am Über 500 komplette jisumer-�lnrütitungeB rem&nfaxtiea tun zum Basertesmetro Zwanglose flcglfhtipwnfl afoetm. j« jilm■ Ibi WWa—• p><>»»». l'-f»«■»—>k t—» tiieiaililiiB» msbdfabrlh - flüxrrt �leiser Ken® feldgraue Orillieh-Hnzfige i Militärschnitt, ff Ifchgratenrnnfte*) gibt preisw.-tt ad an 44/10» Mnälsr und Hausierer Je Salomon. Flaschen! Kognak0,85, Sekt0,70 Rotw.0,60,Weißw.0,55 Altpapier aller Art kauft bei freier Abholung Reinhold Guda Nachf. Scbmlelatr. 80 Telephon Alexander 1192 tur Bewirtschaftung, Kapitalsanlage und Bebauung vor- idgllch geeignet, sehr bequem erreichbar, ▼oa SS M. an dl* QR. Auskunft, auch Sonntags, Nlcdcrschfinhauseo, Kaiser- Wilhe!m-S»r 47, am Strafien- bahnhol Nordend. Amt Moabit R675. ri34D» Lieiterwngen u. alle and Transportgeräte llelert billigst QroBerVorrat Georg Wagner, COpenlckcr Str. 71. Kein Ladengeschält Ibesocd bill.u.tadellos I laller bek. Mark., lern.! 4dler, Ideal, ContinentaT] I StMwir-Reoorda.-Elite| ] sof. lieferb.(Fbrkpr.) I _ acneral.Vertrlcb[_ Schäfer& Clauss Berlin, LelptigerStr.I9 | Zentr. 9701, 9230|' Kahnensatc Feuker >0—12. Telephon: Mpl. 7S27 Jfur ßanKind! 'Mir um} Lesen Sie; Joh, Ferch, „Die Flucht Tor den Kinde" Preis Mk. 1,— u. 200/o Buchhandlg. Vorwärts Lindenstraße 2. iiimiiiminmmmiiimmii Pelz- Haus LfipzigerStr 58 IZahlungserleidilefüng Ziehung 18.— 24. August Wohlfahrt s- Geld-Lotterie 26673 Oewinne— Mark 1000000 i 100 000 I 80000 70000 n r LoseiHk.R.-ÄS empfiehlt und versendet A. Christ. Koch, Bank HAMBURG 23, Klbiustr. 06 Postscheckkonto 3*930 VeMSlR. WW!! MtnUsMiiitg II« jteisroeri Herten Relileld«»äbjä- 18 DDleberoecfdufer erhalten Rabatt Kaufe Zeltbahnen i i auch gebrauchte j| : Serberl WW. AWWbiirger SliM\l\\ AUs ZKetsUe?rsiserbübung!j l„ t t-Olrlnn I WeiBmetall I ZilUIlI Blei! Drlnc.t.Spezial- gebrauchl Kupfer, Rotguß, Messing, Nickel, Aluminium, Zink, htanniolpapler, ÜIUli- | strumpiasche bis 160 M. Kauft zu Tageskursen l Bdclmctall.Btnkanfsbareau Weberstraße 51. Zahngebisse! Zahn b. lOO,Platinabfllle! Gold-u.Sllberbruch. I Gold- u. silberhall. Rückstände! Queck- Silber, salpet. Silber beginn* DonncEStSfl j? Wlltlm'''"'"''"""'"'""...... *tn&£auBßc& BUUy . Das«NorcLree-Pcnra.d.iG/''. Seewege über Bremen'Bremerheven oder Hamburg'Cuxhaveü u. Helgoland Direkte Schnellzugs- und Dampierverbindung Norddeich— Norderney Auskunft und Führer durch die Bede- Verwaltung Fahrrad- bereifutig. I Laufmäntel M. 44 50, SO.— u. 60.— | Gebirgsreifen M. 6Ä.S0 u. 86.— Luftschlauch M 13.50, 17.— u. 2.2JO Fahrräder mit Bereifung, größte Auswahl von M.86S.— an Franz Verheyen, Prankfurt a. M. Preisliste Nr. 28 kostenlos SnuIr"'fBürhiSChiaS .Hüft.,Qe8äßa.Bein. Daschw. Fälle in IS Tag. beseitigt, hier üb unantastb.Hellerfofge best. u. Referenz. Invalidenstraße 106, von 10—2. Parzelle»- Loge, jjertouft �billig teuereinnehm. ÜOeraec, Bahn Hof Strausberg, Conftontinftr. 7 7hm merk''Dir endlich, liebe TÜaus, 2um TVaschtag musstfeitoil ins Haus! Dem erstens wäscht es wundervoll, zweitens sdionf und erhält es die Wüsche, und drittens spart es Arbeil. Seife und Kohlen, PERSIL Ist das beste selbstlfitlse WasdunUfd! QberaO erbSUUch nur in Original-Packung, niemals lose. Alleinige Herslellert HENKEL» C1R, P0«»BtPORP. Kriegsanleihe wird zu 84% in Zahlung genommen. 2 Ausnahmetage Lodenmäntel..... 270 Gnmmimäntel undK Impr. Seidenmäntel. 248 Seideoglanz-Popelinemäntel- 168 LodenkoslQme____ 395 Reise-Uister...... 248 Covereoatmäntel... 279 Tncbmäntel...... 196 Sport- Strickjacken. 40 ku�Sne Strickjacken 98 Wollene Strickjacken 169- Olster 176, 858 Piflschmäntel 775 Westmann 1. Geschäft: Berlin W, 2. Geschäft: Berlin NO, HohrensMe 37a Gr. Frankfurter Str. 1 15 Perlen fJuweleif ' Sehr grosses Silberiager Margraf£ Co. Kanonierstrasse 9 Taaentzienstrasse /Sa. Eiltnt Ankauf t-Abitilung. r' H. Wiese Juwelier Artilleriestr. 30 TeL Nordes 1030 empheblt sidi allen Brautlenten Statt Karten. Als Selbsthersteller liefere ich in Qualität und Preis einzig dastehend: Trauringe 1 Ring Dukateng. v. 75.- an 1 Vj- Dukat-Trauring 240.- 1 Ring 585 gest. v 65.- b.180.- 1 Ring 333 gesL v30.-b.100.- Gersatieschein f. geselzL Goldiohelt Empfang: Täglich 9— 7 Uhr. Eile tut not! Erhöhte Preise! zahle Ich auch weiterhin; der selten günstige Kursstand sichert dem Publikum bei mir ein unvergleichbares Preisangebot für Platin-, Gold und Silbersachen alte Münzen, Münzen-Sammlungen, Uhren, Kalten,»Inge, elni.zahne.Zahngebisse Der starke Zuspruch ist und war meine beste Empfehlung! Brillanten(auch größere Objekte) Kostenlose, ehrliche Abschätzung und Ankauf zu einzig dastehenden, konkurrenzlosen Preisen Füh:x/r H.Wiese, MleFiestF. SO Den Wej zu mir hat noch niemand bereut «I-HISII besond. Zeiss u. Goerz werden ständig angekauft Photohaus Steckelmann Berlin W 9, Potsdamer Str. 135 Bonofitisitieoeooe quö ErWer gebende Broschüre: Meist 7 seubet gratis jf. Srbtnann A Berlin. Künlggrätzer Str. 7L Kcr»' sparen « Für die Reise* Ergros- 1 UB"i ese'«t «e/( V, aoBergewOimllcti günstige Keufgeler hell I Wolle n. Seide mm. IlÖfflilW— 350 2/5 175 flmakaoäDtel 300 225 165 LodHiiMI, 37n5P250 125 ss SfiillgDffläDlBl'Äw�S [overtflat-Pa2fS0T8o 125 Rostßins 150 •— T BeMgesbeBskairli Wlnternlster 350.«50. 05 M Mmiti. LaBflsöErper Straße 59. WW Sonnabends und Sonntags geschlossen.■BB Verkäufe Ziähmaschlnen, Teilzahlung Hahn. Prenzlauerstr. 20._• Teppiche. Gardinen. Tüll. dettdecken. Dioanbecken. Tischdecken, Läuferftofse. spottbillige Delegenhetten. Potz» bamerstr. IQS, Mscher. ldSÄ» Tapete», Wachetuche, Lino. lemn, Dauerwäsche verkauft Ezillat. Koloniestraße 9. 152«' ttreuzsSchse Kr—. Sämtliche elzarten Hälfte herabgesetzte �ommerpretse.«eine Lom» bardware. Leihhaus Rosen» thalertor, Linienstratze 208/4, Ecke Rosenihalers, ratze. 187«' Anzüge, 250,—, Eovercoai , Gummimäntel 275,—, en 45,— Friedeasstofse. ne Lombardware. Leihhaus Rofenfhalerfor, Linienstratze 203/4. Gck« Rosenlhalerstratze. Monatsanzüge 200 an, Paletots, Hosen staunend dillige Preise. Ratz, Gor- mannstratze 25, früher Mu- lockftratze._ 60111' Bettwäsche billig! Muster- garnitur, teilweise ange- staubt, unter Selbstkostenpreis. Deckbett 35,—,«issen 11,—, Laken 20,—, Inletts 88,—. Wäscheftofse. Haud- tllcher Engrospreise. Reelle ngrospreii fachmännische Bedienung. fabrik Gräfefiraße neunund dreißig(Hasenhetde). 154k' Lmbansosa» 025 bis 1525,—. Ehaifelonguez 200 bis 575,—, Auflagematratzen, Patentmatratzen 110,—. Watter. Stargarderstratze achtzehn. Kmsmannisch« Privatschule Georg Srunow, Belle-AM- ante-Stratze 105. Echän- schreiben, Maschineschreiben, Stenograpbie. Buchführung, Rechnen, Schriffvertehr. Wech. sellunde, Richfigschreiben. An. Meldungen jederzeit. 108«' 55 Schlafzimmer! Hell, und dunkeleiche, birke, bttnbaum. >-, kirschbaum, Nußbaum, maha- Farhtvergülung.� All bekann,, weist und elfenbein ofen.■ tes Spezialgeschäft. Wasche-; jackiert. Rur reellste Fabrikate. nie wiederkehrend preiswert, i»»11111517 I P.�kaäJB i Berliner Möbelhaus Moritz uur Südosten, Bettwäsche billigst! Um der Bevölkerung bei der Slot- standsversoraung behilflich zu fein, haben vir olle Preise bedeutend herabgesetzL Deckbett 34,—,«lssen 10,—, Laken 13,—. Sbtr einmalige Gelegenheit. Fahrtvergütung. Berliner Bettwäschefabrik Puttkamerstratze 1, Ecke Wil. helmstratze. 155k' lOOü Mark für einen Anzug? Sie kaufen Iackettanzitge, Iünglingsan- züge, die modernsten Chaiseloagne 100�-, Chaise- longuedecke 75,— lielallhet. ten 160,—,«inderdrabtbett. Meicke. Auguststr. 32», Lue:- gebäude. leZ» Sirschowitz, Skalitzer Straße 2S, Hochbahn «ottbuser Tori PIu5it«»r>strunver,t« „Adam's" größte« SpezialHaus für gebrauchte Piano», fflstgel, Harmonium, Bech stein Bliithner und andere erst» Firmen. Eigene Werkstatt, Irei« Lieferung. Adam, Münzftr. 15, Unier den Linden 17/13. Geh rock» j 3 auch blau, ferner gro wähl in Cutaways, auzügeu, Covercoats, Ma rengopaletots, Gummtmäm teln, alles auf das modernste, ebenbürtig jeder Maßarbeit. spottbillig bei Bürger, Ret- chenbergerstraße 159, vorn II, Fahrverbindung«ottbusertor, ttnks um die Ecke. 3S05b' Monatsgarderobe, neue Iackettauzüge, Gummimäntel verkauft billig. Alexanderstraße 28a, Hochpart. 15380� Gummimäntel, Herrenanzüge 120,—, Herrenhosen, «ostümröcke 25,—, ftreuz- füchse, Reisemäntel 85,—, Wäsche, Gardinen, Sold- waren spottbillig. Qualitätsware, keine Lombardware. Leihhau» Bvxhagener Str. 47 tHolteiecke)._____ 138k Leiaeutostüm, dunkelgrün, zu verkaufen. 125 M. Mer- ckel, Neukölln, Mahlowec Straße 82.�_ 3920b Bettwäsche tillig! Bett- bezug 37,—,«issenbezug 11,50, Bettlaken 21,—, Inletts 88,—. Auch einzelne etwas angestaubte weit unter Preis. Wäschestoffe, Handtücher, staunend billig. Riesige Auswahl Mctallbetten 200.—, Polsterauslagen.«orbmöbel, billigste Gelegenheiten, gingl kölln. Weserstr. 212 1. Zingler. Reu- ---- 184« Maebel-Boebel, Morif 58, Fabrikgebäude. Ru Beul I bar niedrigsten Preisen off-, i riete in reicher Auswahl 1 übersichtlich aufgestellte Nutz. bäum. Einrichtungen, eichene Schlafzimmer. Speisezimmer, erleichterungen. Pianos, prächttge, Teihah- lung gestattet. Sachter, Oranienburgerstr. 42. 14?«' Kaufgesuche Fahrrabanka»!. Linien- stratz, 19. 14»«* Schallplatteu, Walzen, alte kauft MetaMontor W. John. Alte Iakobstraße 138 fHallesche» Tori TugeUager, neu. rostfrei, kauft jeden Posten P Sckulze, WMdenomstr, 14. Moadft548.* Möbel! Schiafzimmer,«üdien, Teilzahlung. Harnack. Tiichler» meister. Annenstr, 51. Chaiselongue 00,00, Chaise- longuedecke 55,00 an, wunderbare Wandbehänge. Polsterer, Pappel-Avee 12.* Möbel- Lechner, Brunnenstraße 7. Groß» Auswohl in Möbeln jeder Art. Teilzah. lung gestattet._ 1 Gllihftrampfasche kauft Blü- mel E lasierlttatze 25» I.* „B»rwäzts*-Iahrgang 1014 bis 1920 kauft Privatmann. Preisangebote S. 585 Zei» wngs-gentrale Friedenau, Rhetustraße 28. f27 Unterricht Fröbelschule. Frau Clara Krohmann. Berlin, Büiow- Ladea mit Wohnung tauscht gegen Zwei-gimmer-Wohnung in SO. Friedrich, Friede!- straße 15. 51/4 Vembiedenez Auspolstera, Svfabezllge, billigst. Pappelallce 12. Leinentragen verticinett Born Reichenbergerftraße 7, Gardine», Meter 7,— an, «ünstlergarnituren, dreiteilig, � 55.—, 75,— aufwärt», Ma- � drasgardiuen 125,— aufwärt», Stores 40�- an, Bettdecken, große Auswahl, billigste Preise. Deutsch, Land». berger Straße 13, parterre. «et» ttbttL m | Bevor Sie Möbel kaufen, besichtigen Sie zwanglos meine Spezialfabrik-Rieder- j läge moderner Schlafzimmer» Einrichtungen. Sie finden ! jede Größe und Aussithrung | tn reicher Auswahl zu denk» ! bar billigste» Preisen. Gekaufte» kann beliebige Zeit lagern. Schlaszimmer-Spezial- fabrik Hans Henkel, Burg- straße 27. Bureauhaus Börse. I. Speisezimmer 3800,—, Schlafzimmer 2750,—, Herrenzimmer 2900,—,«llchen 490,—, Rutzbaumbüfctts 1100,—, Schreibtische, Auszugtische 200�, Rohrstühle 65,—, Spie� fitatze 82.«och-. Hau» Hallungschule. Töchterpenston,»urse tut Haus undBeruf.Stützen�linder- ftäulein, Jungfern, Stuben- Mädchen. Freiprospett. Eigene» Hau»* ten 250,—, geschnitzte Schränke, Spiegelvertrkow». Möbelhau» Kamerling,«astanienallee 55, Eck- Weiubergstveg. 3623b* Gesundbrunne».«aufmän- Nische Privatschule Boleslaus «osiatz. Badstratze 57. Hum- boldt 223. Anmeldungen i jederzeit. Drucksachen kosten» Avril neu« Lebraänae. Holländische Sprachkurse, Freiprospett. Stollendorf 427». Bierteljahre«- Souderlehr- gänge: Buchführung. Rechnen, Schriftverkehr, Kurz» schrift, Maschineschreiben beginnen Juli. Halbjahres- Iahreslehraänge, Sonder» lehrgänge für Schiller höherer Lehranstalten. Engluch, Franzoiisch.«aufmännisch« Privatschule Ludwig Stösner. Inhaber Ernst Slösner, Reue Promenade 8, Pdrsebahnhos. Frauenarzt Dr. Georg Joachim, Lichterfelde- West, Biktoriastratze 10. Telephon: Ami Lichterfelbe 1482. Per- bindung: Wannfeebahn. Strotzenbahnen nach dem Händelplatz und Linien J und 40. Aufnahme. Auskunft 9-12 und 5-7. 8598b« Arbeitsmarkt Stellenangebote' Italienischer und französi- scher llebersetzer Wolfs, Iü- denfiratze 44L___ 3621b Mamsell, auf beste«o- stüme, Jacketts," Stücklohn Tarif I, finden in unseren Ateliers dauernde Befchäfti» Sung. Oppenheim& Stern, raufenftratze 31/32. 8518h Betakleider- Arbeiterinnen suchen Dienstag u. Wolf, Bischofstratz° 25/25._ 98,17 Mamsell», elegante Kostüme und Mäntel. Hasse, Ierusalemer Straße 57. 78/1 Leute, die Wandergewerbeicheute für Stoffe besitz en. wollen sich sosort melden bei Zron»& Hirsch, Lothringer Sir. 25. 44/18 «leiWler gute Rohrbauer, sucht 881D* Weixenmilhle Karl Salomon& Co. Beclin O., Mühlenstratze 8. Gesucht zum sofortigen Antritt ein tüchtiger Gipsformer, ledig, zur Anfertigung von Gießerei Modellplatten. Offerten unter L. 24 an die Haupt- exvedttion des„Borwäris" erbeten. 198,10 Geübte Bleilöter für senkrechte stellt ein. Nähte 385D 8pivv8toffadrik ZehleDdorfGjJil Lichterfelde I, Schließfach 3 Geübte 44/1 GaFdinen-ißsliessEFlnnED für Maschine und Sand werden für dauernde Befchästiaung bei hohem Lohn eingestellt. Hermann ZSe, S. m. b. H� Greifswalder Str. I8>>. MmihMlieii felbständ.ge.c nie Arbeiterinnen, sowie Znarbelterlnnen in Daueriieüung mögL per sofort Darnenhnffabrik Alb. Merte»& Co., Gitschiner Str. 65. 72 18 Putzmacherinnen auch Anfängerinnen, per sofort gesucht. Hofsmomt, Gneise- nauftratze 33. 8609d' Meister mit 5 er bis 12 er Strickmaschinen finden dauernde Beschäftigung bei 8500b >kd»lk Döbel& Co.» Brunnenstraße 181 Kleider mü Bimm I Wir suchen für die üthnahme Illchti e Damen, die mit der Hchnelbeeet von obigen Artikeln m-nrnut sind, Damen, die derartige Posten schon belleidet haben, \ wollen sich melden. 8522b Fischbein& Mendel, nStofi'n. wwwwmwmwwmmmwwmwwwmwwwwiewmw rw� 3n der Beschränkung zeigt sich erst der Meister. (Soeche.) Llm das denkbar Beste zi stellt die Sektkellerei Schierstein im Nheingau ihre Reserven ihre vieljährige ihren technisch vo ihre hochentw in den Dienst ri1. Juli, nach- mitlags>/,4 Uhr. in Stahnsdorf. Der Abt-Borftaud. Bezlrttsverv. Gr.'ßerltn SPD.«2. Abt. Steglitz. Am 0. Juli verstarb un- sere Genolsin Pantine Clement Düppeistraße 7. Ehre ihrem Andenken I Die Beerdigung erfolgt am Montag, den 11. Jufi, nachm. 3V2 Uhr, von der Leichenhalle des Steglitzer Kirchhofes au» statt. Um zahlreiche Betelli- gung ersucht 177/10 Der Vorstand. M Dt. StDiiotouet Lutherstr. 12 88/16* oon der Seife znrittk. Deutscher IfetallarbeitirTerb. Bermaltnngsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nach- richt, daß unser Kollege, der Schlosser Knrt Bachelt Eckertstr. 15, am 7. d. M. gestorben ist. 33/11 Die Einäscherung findet am Dienstag, den 12. Jnii, nachm. 5>/2 Uhr, im Are- matorium Gerichtstr. stall. Den Kollegen zur Nach- richt, daß unser Kollege, der Anschläger Max Pecher Stolvische Str. 44, am 8 d. SR. gestorben ist. Die Einäscherung findet am Dienstag, den 12. Juli, mittags 1 Uhr, im Krematorium Gerichtftraße statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet Di» Ortsverwaltung. (Wnwaen. Tegel Hermsd., Frieden«pr.,st. Baum- best, herrl. Lage. verk. BSncdcr, Tegel. Hermsdorfer Str. 12. Tegel 707. 45/15 MzQ Voile bedruckt, besonder, billig...................... Voile bedruckt, doppeltbreit, äusserst preiswert........... Vollvoile Weiss, schone Ware, ca. 115 em breit...... Voll Voile bedruckt, aparte Neuheiten, 100 embr.. 35 XXI bis Duchcsse-Messalinc aparte Sirelfen/ doppeltbreit.. Duchesse-Mcssallne schwarz, doppeltbreit........ Taucnizientirosse 20 am WUlenbergplaiz » Leipziger Strasse 64/65 am Sotflelmarkt Aul beaoeme Icllzalilupg HERREN Anzüge-Paletots SthlQpfer- Gummimäntel DAMEN Kostüme-Kleldsr Röcke- Blusen GröBt« Aaiwthll Herabgesetzte Preiset B.FEDER BrunnenstraBe 1 Frankfurter Allee 350 K o 1 1 b u s e r D a m m 1 03 Charlotlb., Scharrenet. 5 �WWW,»W»»»DUnnn,TWWMWNW»»,»«W� 1 freu]}. Sosej 1. Klasse ;'/«'/s Vi• : 10.- 20,- 40,- 80,-: • Ziehune 12. u. 13. Jall• 14 na z« Lotterie- » einnehmet BERLIN SW., Z Alte'jakob-StraBe 1«•! ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■!■■■■■■ Metall betten, Etahlmatratzen, Kinderbetten dir. an Privat«, Katal. 30A frei, EifernnSdelfabrU Suhl iTHIir., Mohel zu niedrigsten Preisen birelt an Private Riesenauswahl. ISchlafz. 1088— 10765 M. iSpeisez. 1710-1807VM. »errenz.1753— 178459R. dohnz. 875-5890®, rküchen 445-2885 M. ZLieserung srlv. Lagerung likasteni. lOsähr. Garantie.! Mödel-Haus Rejewske| verlin. vadstr. 66 i Hermann Engel Landsherger Strafie 85, 86, 87 I Triisot-I&asäesisizuge für Herreo, Damen u. Kinder. Entzückend konlektlouicrte fesch• JDansen- Bade- Anzüge, Frottier- Badem iintel, Frottier-JLakcn n.-Handtücher, _ Bade-Rappen._ In diesem Yorkanf kommen Tansende Meter von Hemdenstoffen, und Bettstoffen, wie: weiße Hemdentnche, Mada- polams, ßeniorcös, FerkaLs, Macootucheo, Dowlasse. Dimitis, Damasten, Bett-Inletts und Dreiis sowie fertige, wunderbare, schneeweiße Leibwäsche, Bettwäsche, Tischwäsche � nnflauntä1ttni,lB<'n bei bester Yorsrbeltung und Ausfflhruvg zom Verkent und zwar zu eolch ertra billigen Preisen die es der Mähe wert machen, diesen Verkaut zu beeaohen, und ttlr Aiutteuem and anderen Gebrauch ihre Eiukäule aal längere Zelt zu decken,»ach wenn Sie noch so emternt von meinem Kaufhause wohnen. Brautpaare und Jungverheiratete Ehepaare, lassen Sie diese Gelegenheit zum Einkaul von Aussteuern hiebt rorllbergehen und kommen Sie! 2 Bettwäsche ras prima Hemdentach, Kenforcd, S Louisiana, Oberheu zwei- S bettig M.©8x0, 89 50,70.50 •> Kissen II 84.71k 1V75, 17.50 w Bettlaken " iL 4©.50. 455,60, 8960 5 Fe'/estes Satin-Inlett = garantiert, tederdlcht und echtrot.Hlssenbreite Meter M. 93,10 Bottb reite Meter M. 49.50 Prima weiße Hemden- nntl Kettatoffe Meter M. 17 60, 19.60, 11.76, 1976, 8.76 Prima Lierstenkont- Handtücher Meter 3L 916 Extra prima Gerstenkorn- Uandttteher gesäumt und gebändert Stack IL 18.75 Prima Hemdenstott- Oamenhemden mit «ntzUck enden Stickerei- mittel stücken, Hohlsaam- verzlernngeo and Langnetten..... M. 97.60 Prima Hemden«toft- Damenhemden mit BohlesniDTerzleniDg und Patent-Lengaetten U.*9.60, 1920 Knlehelnkleldcr mit reicher Stickerei- Venie- inng.. M. 4120. 9720, *950, 1920 Weiße Stlckerel-ITn- terrOeke mit reichen Stlckerei-Elasätzen M. 69.60, 4920 Damen-Nachthemden mit breiton Alöppel-EIn- säteen..... M. 79.50 Hoeheler- Wäsche Garnltar aus Islnstem Stlckerei-StoU Untcrtailia 83 76 Rockbelnklsld Unterroek 9925 49.60 Nechthenm Metin« 98.60 9820 PrlnzoRroek 107 20 Taghemd >2«i Dsotscbe Persirteppiche era " schwere Qnalltät M. 885.— M. 1*39— 800X400 em. M. 1650.— Dutschi Pirserttpplebe p�ermi�hV.* 180X180 cm V. 8SO.— 160X 220 em IL 840.— 186X285 em..... iL 499- Jf e n e Ate ode Wolken-Gardinen und Wolken-Stores In herrlichen Ansarheitangen Wasch- and Sport-Hlasen M. 45-, 89.5C' Waaehstotte Mastern..., 20,*5-, 17.60 In reissndso . Meter IL 1320 Trikot- Stoffe. 180 em breit, IBr Badeanzüge«od ßehlüpjer Meter M. 18.- BoIIeone, 100 em breit Zur Elnseiw IM cm breiter Alpacca, schwarz Meter M. 8960 100 bis IHK em brslte reinwollene Klelderstofle Meter M. 37.50, 89.50 129 cm breite tsMan- Gabardine Meter U. 11850 Weisse, dnnkel- und hellfarbige Wanehklelder, reich bestickt, ohne Bflckiiebt aal den frOherei, Vorkants- wert.......... M, 9820, 8720 Weisse, hellfarblgre, rOmlsch ce- strelfte Prottöklelder In allererst- klassigster Au-Iiidraog, kllr Strand, Heise und Gebirge geeignet.... M. 198.— Entaßekende Blantelklelder aus bestem relawolieuen Stoft in allen hellen Modefarbeu sowie marineblau. grUn, lila u. ■ohvnrz M. 975.-, 475.-,275-,«25.- Wnschklelderrüeke ans Leinen, Voile, Batist......... M. 68-, 39,50 Feoehe Sommermäntel.. M. 48.— Karrterte Sommern-, Hntel, vir die Reise besonders gut geeignet M. 184— ImprHgn, Reeenmäntel M. 187— Ksnterrteniags-lnnabme na Pelz-Xonfektisn. s m p B Sa > & ? C 0 S n f 1 Ftir die Reise ob Kelsem&utcl. 8portmintel, H�rrBn- und Damen-Gommimäntel, Herren- und Damen- Ulster. imprRgnierle Seiden- b mäntel, ÖtaubmÄntel, M ante] klei der, Keisekoetöme, Heisekleiderröcke, Kostüm röcke, öportröcke, Waschkleider ä Wascbblusen, Waschmorgenröcke. Trikot-Badeanzüge, seidene u.woilene Strick- Sportjacken, Reisedecken, Schlafdecken' L» Dmm Rmuntmmngolm wmgmn nur otntgm Bmimplmte dar ganz axtra billigen Proiao I Herren- Macco- Kln- satzhemden AI. 32.50 Herren-Trik.- Unter- liosen...... M 5.90 Uerrensocken, natur- farbig, schwarz o. farbig, M. 8 75, 7.90, 7.90,6.65, 5 90 Farble:. Herren-Trik.- Garnltaren M 69-, 54.—. 45.— Hnssellne- Hamen- Strümpfe in all. Farben iL 11.50, 10.50, 7.50, 5 90 Halblange llalbhand- HChnhe Paar.M. 0 60 liange Trikot- Halb- hnndsch. Paar �L 3 50 Lauge Seiden trlkot- Halbhandschuhe Paar iL 6.50 Gardinen, Stores, BettdeckenyTeppiche, Beltvorleper Till-KIflsUer-GirdlDen m 120- 88- 79- HII-B«BdfiChP,äiiJSM. 122.- 74-. 59- IPH-Halbilore«---- m. HO- 76- 54- Spottbilliger Verkauf von Wintermäntel auch IQr stärkste Damen passend. Warme Wintermäntel, beste. Auslührung, M 198—, 98.60 39.— Hochelsr- Wintermäntel, reine Wolle, aal Seide ge- lüttert..... M. 478— Seal-Piaseh-Häntel in«IL Welttn, auch ffij ganz starke Damen..... M. 1675.— Gepreßte Senl-Pltlech- llläntel in alieierstklassig. Auslührung.. M. 1258.— Astrachan-Mäntel, an! Seide gefttttert. M. 1098- IT*.* Hapernkrieg gegen Sie Wahrheit. Veriin. 9. Juli.(DA.) Zu der amtlichen Mitteilung der „Bayerischen Staatszeitung" bezüglich der Ausweisung der Sowjetkommissare wird von der Berliner Vertretung der russischen Sowjetregierung folgendes erklärt: Die Notiz arbeitet mit e r w e i s b a r falschen Behauptungen. Es ist nicht wahr, daß die beiden Herren ohne Einreiseerlaubnis und vorherige Genehmigung noch München gekommen sind. Wahr ist vielmehr, daß ihnen diese Erlaubnis durch den Stadtrat des Bades Kissingen am ß. Mai 1921(Reg.-Nr. 214) gegeben wurde. In der Genehmigung ist Kreslinski mit seinem Titel Volkskommissar auf- geführt. Es ist weiter unwahr, daß die Einreise nach Gmund am Tegernsee ohne behördliche Erlaubnis erfolgt ist. Wahr ist vielmehr, daß das Bezirksamt von M i e s b a ch am 13. Juni 1921(Tagebuch- Nr. 4339) die Genehmigung zum Aufenthalt in Gmund am Tegern- fee auf die Dauer von 4 Wochen ab 20. Juni erteilt hat. Außerdem waren die diplomatischen Pässe der beiden Herren, aus denen der Charakter als Volkskommissar bzw. Sekretär unzweifelhaft hervorgeht, sowohl in Bad Kissingen wie in Gmund am Tegernsee ordnungsgemäß polizeilich abgestempelt. Was die Angabe anbetrifft, die beiden Herren hätten in Bayern Besuche von radikalen Politikern empfangen und politische Propaganda betrieben, so ist das eine Behauptung, deren Lächerlichkeit wohl den Urhebern der amtlichen Mitteilung selbst nicht entgeht. Die Propaganda in einem Badeort zu betreiben und dazu bei völliger Unkenntnis der deutschen Sprache, ist ein schwieriges Stück. Sollte daraus aber ab- geleitet werden, daß die beiden in Bayern als oogelfrci angesehen werden können, so befinden sich die Urheber der Notiz in einem schweren Irrtum. Bayern wird verfassungsrechtlich nach außen hin durch das Deutsche Reich vertreten und die von diesem mit der russischen Sowjetrepublik abgeschlosienen Ver- träge mit allen daraus folgenden Konsequenzen haben ihre völlige Gültigkeit auch im Freistaate Bayern. » In der Auslastung der„Bayerischen Staatszeitung" war mit klarer Absicht von Nathan Krestinski die Rede. Wie wir zuver- lässig erfahren, heißt Krestinski mit dem Vornamen N i k o l a j Nikolajewitsch und sein Vater war unter dem Zarentum staatlicher Lehrer, woraus sich die russische Rasteneinheit ausreichend ergibt. Diese Feststellung berechtigt auch zu dem Zweifel, ob Krestinski? Begleiter Deutschmann wirklich des Verbrechens schuldig ist, Isaak zu heißen; zwar ist der Name Deutschmann auch unter den Ostjuden verbreitet, aber er findet sich auch unter den arischen Balten. �volksgerichts�-Iuftiz. Müncheu, 9, Juli.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Das Volksgericht München I hat seit vorigem Freitag die Verhand- lung des sogenannten Sprengstoffprozesses vertagt, um dem Richter- kollegium eine volle Woche Zeit zur Fertigstellung des Urteils zu bieten. Das Produkt der Münchener Richterschaft, ein Manuskript von Buchumfang über die kommunistische Bewegung, umfaßt etwa ISO Folioseiten Maschinenschrift und benötigte zu seiner Verlesung heute mittag nicht weniger als vier Stunden! Einen breiten Raum nahm die Darstellung des mitteldeutschen Kommunistenauf- stände? und die Broschüre des Kommunistenführers Paul Levi ein. Das Urteil fügt sich würdig in die Reihe der bayerischen po- litischen Volksgerichtsurteile ein. Obwohl der Prozeß zur Genüge klargelegt hat, daß es sich in dieser Sprengstoffafsäre um reine Kindereien und phantastische Pläne ohne jede ernst- hafte, überhaupt nur zum strafrechtlichen Versuch ausgereifte po- litifche Aktion gehandelt bat, obwohl die völlige Durchsetzung der Münchener KPD. mit Spitzeln und die geradezu naive Ver- trauensseligkeit der„Vers6)mSrer" eine Verwirklichung der romantischen Hirngespinste völlig ausgeschlossen erscheinen ließ, wurden bitterharte Urteile über mißleitete Arbeiter gesprochen. Bei Schlosser Schmicdmann und seiner Frau, welche zur Ermordung von Einwohnerwehrführcrn und Polizeiorganen aufgefordert haben sollten, wurde dem Antrag de- Staatsanwalts im wesentlichen Folge geleistet. Er erhielt 4 Zehre Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust, feine Frau 4.'-j Monate Gefängnis. Der größte Teil der übrigen Ange- klagten wurde mit Festungshaft von 1)� bis 3H Jahren bestraft. Abrüstung statt Hünönis! London. 9. Zuli.(TA.)„Dail? Mall" meldet aus New Dork: Nach aus Tokio eingegangenen Telegrammen erwögt die japanische Regierung die Möglichkeit, das Bündnis mit England fallen zu lasten und einen Vertrag über die Vejchränkung der Rüstungen zur See mit England und Amerika abzuschließen. Eine Reulermeldung sagt, daß die englische Regierung der amerikanischen Regierung in der Frage der Beschränkung der Rüstungen keinen amtlichen Vorschlag gemacht habe. Diese Frage sei ver- schiedeutlich zwischen der englischen Regierung und den diplomatischen Vertretern der vereinigten Staaten. Japans und Chinas in London erörtert worden. Diese seien über die englischen Aufsastungen ebenso wie über die Geneigtheit der englischen Regierung, einen Vorschlag der Washingtoner Regierung gernentgegenzunehmen, voll- kommen unterrichtet._ Dublin jubelt. London, 9. Juli.(TU.) Der Lordmayor von Dublin hat vom Rathaus dem Volk den Abschluß des Waffenstillstandes zwischen England und Irland mitgeteilt. Das Volk jubelte und sang vater- ländische Lieder. Bei dem Erscheinen Devaleras war die Be- geisterung am größten. General Mac Ready, der Oberbefehls- Haber von Irland, wurde teils mit Jubel empfangen, teils ausgepfiffen. London, 9. Juli.(Reuter.) Amtlich wird aus Dublin mit- geteilt, daß D e v a l e r a, der sich entschlosten hat, die Einladung Lloyd Georges zu einer in London stattfindenden Konferenz a n- zunehmen, seine Anhänger angewiesen hat, alle Angriffe auf Streitkräfte der Krone und Zivilpersonen sowie militärische Unter- nehmungen jeder Art einzustellen. In der Absicht, an der Schaf- fung einer Atmosphäre mitzuwirken, in der«in« friedliche Aus- einandersetzung möglich ist, hat die Regierung die Einstellung aller polizeilichen Streifzüge und Haussuchungen sowie weiterer Truppensendungen noch Irland angeordnet. Diese An- ordnungen treten am 11. Juli in Kraft. Das Waffenstillstands- Protokoll ist von General Max Ready, andererseits von dem Generalistismus der republikanischen Armee, Michael E o l l i n s, unterzeichnet. Noch tagszuvor hat es im irischen Kleinkrieg Tote und Derwun- dete gegeben.__ Eine Note Tschitscherlns an Polen oerlangt energisch und er- wartet, daß Polen die antisowjetrussiscken Rüstungen auf polnischem Gebiet nicht länger dulde und daß eine gemischteKommissi.oll die Au�uhruug übernehme. Ungarische Gerichtsflucht. Die Ung. Korr. meldst: Großes Aufsehen erregt die Er- mordung des Möbelfabrikanten Baresz, dessen Leiche am Ufer der Donau gefunden wurde. Der Bruder des Verstorbenen erhielt einen Brief, in dem ihm der Fabrikant mitteilt, daß er sich in einer krogischen Lage befinde und sein bevorstehendes Hinscheiden an- kündigt. Auf der anderen Seite des Papiers, welches die Unter- schriften„Lenin" und„Kun"(!) trägt, war der genaue Ort mit- geteilt, an dem die Leiche zu finden sei. Tatsächlich fand man den Ermordeten an der bezeichneten Stelle. Man vermutet, daß es sich um ein ähnliches Verbrechen handelt, wie die im Vorjahre erfolgte Ermordung des gleichfalls sehr reichen Fabrikanten L a n- d a u und daß geheime militärische Terroristen die Täter sind. Die Mörder Landaus sind natürlich bis heute nicht ermittelt. Zwar geht oie Horthy-Jischerei der Leichen ermordeter Sozia- listen, Kommunisten und Juden immer noch weiter und andere solcher armen Teufel werden ohne Sang und Klang auf lange Jahre ins Zuchthaus geschickt. Aber wenn einmal, wie im Falle des greisen Oberrabbiners Löw in Szegedin, der zuerst des Hochverrats, dann nur der Horthy-Beleidigung angeklagt war— das Ausland aufmerksam geworden ist, dann scheut die Bestie das Tageslicht des Gerichtssaals. Am 29. Juli sollte diese Verhandlung, über deren saubere Vorgeschichte wir berichtet haben, stattfinden; einziger Be- lastungszeuge war ein gewisser Hollofy. Aber jetzt wird gemeldet, daß man noch Zeugen aus dem Ausland laden müsse, was nur auf„diplomatischem" Wege möglich sei und solange dauern werde, daß die Verhandlung wohl bis in den Herbst verschoben werden müsse. Man scheut die Blamage und drückt sich, solange man kann. * Der Prozeß wegen der Ermordung des Grafen Stephan T i f z a steht vor dem Abschluß und hat gegen die Hauptangeklagten, den gewesenen Ministerpräsidenten Stephan Friedrich, den Journa- listen Paul Keri und den Abgeordneten Fenycs, kein wirksames Beweismaterial ergeben, läßt vielmehr die ganze Anklage als eine Lügsnmache erscheinen. Damit soll natürlich gar nichts für den wackeren Friedrich gesagt sein, der unter der Rätewirtschaft Kam- munist und nach ihrem Ende Häuptling der weihen Banden war. Montalegres Hegräbnis. veuthen, 9. Juli.(DA.) Nach offiziellen französischen Ziffern nahmen an der Trauerfeierlichkeit rund 7 000 Personen teil. Davon waren mindestens 3 000, die sich durch polnische Fahnen. Kranz- schleifen und weiße Adler als Polen dokumentierten. Die Sokols haben in Uniform mit dem polnischen Adler an der Mütze an dem Trauerzuge teilgenommen. Außerdem waren 3 Kompagnien pol- nischer Sokols aus benachbarten Ortschaften erschienen. Deutsche Teilnahme an der Trauerseier hatten sich die Franzosen wiederholt und ausdrücklich verbeten. Der von den Franzosen beim Verbinden von Verwundeten niedergestochene und furchtbar verstümmelte Praktikant D r z i w o tz inußte auf Anordnung der I. K. in aller Heimlichkeit frühmorgens um S Uhr beerdigt werden. Es durften nur 30 Personen daran teil- nehmen. Die Straßen bis zum Friedhof waren militärisch gesperrt. « Die„Oppelner Zeitung" ist zum sechsten Male und leider auf 4 Wochen verboten worden; die„Dberschl. Rdsch." in Nikolai stellt „infolge der Verhältnisse" ihr Erscheinen ein.— Die Flüchtlingsfürsorge in Kattowitz hört nach der TU. am 12. Juli auf.— Die letzten deutschen Straßenreiniqunqsarbeiter in Bromberg, Bürger der demokratischen Republik Polen, sind gekündigt worden. Die Resolution V»rter-Knox. Ivashington. 9. Juli.(WTB.) Die vom Senat und dem Re- prösentantcnhaus gefaßte Entschließung vom 1. Juli betreffend die Herstellung des Friedens mit Deutschland und Oesterreich, die am 2. Juli vom Präsidenten Harding genehmigt worden ist, hat folgen- den Wortlaut: Gemeinsame Entschließung, durch die der Kriegszustand zwischen der kaiserlich deutschen Regierung und den Vereinigten Staaten von Amerika und zwischen der kaiserlichen und königlichen österreichisch- ungarischen Regierung und den Bereinigten Staaten von Amerika beendet wird: 1. Daß der Kriegszustand, der zwischen der kaiserlich-deutschen Regierung und den Vereinigten Staaten von Amerika durch die am 6. April 1917 bestätigte gemeinsame Entschließung des Kongresses als bestehend erklärt wurde, für beendet erklärt wird. 2. Daß mit dieser Erklärung und als ein Teil von ihr ausdrücklich vorbehalten werden für die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre Staats- angehörigen alle und jede Rechte, Privilegien, Entschädigungen, Er- satzforderungen oder Gewinne, zugleich mit dem Recht ihrer zwang?- weisen Beitreibung, aus die die Union oder ihre Angehörigen den Anspruch erhalten haben auf Grund des am 11. November 1918 unterzeichneten Waffenstillstandes oder auf Grund irgendeiner Aus- dehnunq oder Abänderung desselben; oder die erworben wurden oder sich im Besitz der Vereinigten Staaten von Amerika befinden kraft ihrer Teilnahme am Kriege, oder auf die ihre Staatsange- hörigen seitdem einen rechtmäßigen Anspruch erworben haben; oder die nach dem Verlrage von Versailles zugunsten der Staaten oder deren Angehörigen festgesetzt wurden; oder auf die die Staaten einen Anspruch haben als eine der alliierten und assoziierten Hauptmächte; oder auf die sie einen Anspruch haben kraft irgendeiner Entschließung oder von Entschließungen des Kon- gresses oder auf anderem Wege. 3. und 4. sagen genau dasselbe mit Bezug auf das ehemalige Oesterreich-Ungarn. 5. Alles Eigentum der kaiserlich deriffchen Regierung oder ihres Nachfolgers oder ihrer Nachfolger und aller deutschen Staatsanqe- hörigen, das am K. April 1917 oder nachher im Besitze und unter der Kontrolle der Vereinigten Staaten von Amerika war oder Gegen- stand einer Forderung der Vereinigten Staaten von Amerika oder eines ihrer Beamten, Vertreter oder irgendeiner Vertretung bildete (enffprecbend österreichifch-ungarisch), das om 7. Dezember 1917 oder nach dieser Zeit in den Besitz oder unter die Kontrolle der Ver- einigten Staaten kam oder Gegenstand eines Rechtsantpruchs der Vereinigten Staaten oder eines ihrer Beamten, Vertreter oder An- gestellten aus irgendeinem Grunde oder durch irgendeine Vertretung wurde, soll durch das Schatzamt der Vereinigten Staaten zurückbehalten werden. Keine Verfügung soll darüber getroffen werden, ausge- nommen soweit vorher oder nachher gesetzliche Vorschrift darüber bestimmt hätte, bis zu dem Zeitpunkt, in dem die kaiserlich deuffche Regierung und die kaiserliche und königliche österreichisch-ungarische Regierung oder ihre Nachfolger zureichende Vorsorge für die Be- friedigung aller Ansprüche gegen die genannten Regierungen oder (hier folgt im Telegramm eine unverständliche, weil verstümmelte Stelle) die Verluste, Schaden oder Nochteile für ihre Person oder ihr Eigentum, direkt oder indirekt— sei es als Eigner von Anteilen an deutschen, österreichisch-ungarischen, amerikanischen oder anderen Körperschaften oder infolge von Feindseligkeiten oder irgendwelcher Kriegsbandlungen oder auf andere Weise erlitten baben, und ebenso allen Personen, die Angehörine der Vereinigten Staaten von Ame- rika sind, das Recht der meistbegünstigten Nationen gewährt Koben, gleichgültig, ob es sich um stoatsburgerlicke Rechte oder um Ange- ..legenheiten in. bezug auf Aufeuthait, Geschäft, Beruf, Handel, Schifs- fahrt oder industrielle Eigentumsrechte handefl. Und bis die kaffe?» lich deutsche Regierung und die kaiserlich und königlich österreichisch» ungarische Regierung oder ihre Nachfolger, jede für sich, alle von den Vereinigten Staaten von Amerika während des Krieges aus- gesprochenen Geldstrafen, Verfallserklärungen, sonstige Strafen und Beschlagnahmen anerkannt haben werden, sei es in bezug auf das Eigentum der kaiserlich deutschen Regierung oder deutscher Staatsangehöriger, oder das Eigentum der kaiserlich und königlich österreichisch-ungarischen Re- gierung oder österreichisch-ungarifcher Staatsangehöriger, und auf alle Geldansprüche gegen die Vereinigten Staaten von Amerika verzichtet haben werden. 0. Keine der hier mitgeteilten Bestimmungen darf als eine Aufhebung, Abänderung oder Verbesserung der Bestimmungen der gemeinsamen Resolution vom 3. März 1921 betrachtet werden, lautend: „daß gewisse Kongrehakte, gemeinsame Schritte und Proklamotio- neu beschlossen werden sollen, wie wenn der Krieg beendet wäre und die gegenwärtige außerordentliche Lage aufgehört hätte" oder der Bestimmungen über die Paßkontrolle, enthalten in der Akte vom 2. März 1921, betitelt:„Bestimmungen sür den diplo- matischen und konsularischen Dienst, in dem mit dem 30. Juni 1022 abschließenden Steuerjahre", noch darf eine der hier mitgeteilten Be- stimmungen als Aufhebung des militärischen Verhältnisses einer Person ausgelegt werden, die sich jetzt auf Fahnenflucht vor dem militärischen oder Flottendienste der Vereinigten Staaten befindet, noch als Beendigung der Möglichkeit gerichtlicher Verfolgung und Be- strafung, wie sie durch das Selectioe Service Gesetz vom 18. Mai 1917 vorgesehen ist für solche Personen, die es unterließen, den Be- stimmungen des angeführten Gesetzes oder dazu gehöriger Abände- rungen entsprechend sich zu verhalten. Also es bleibt bei der vollen Auswirkung aller Kriegsmahnahmen auch gegen die eigenen Bürger, wie I. V. D e b s, und bei der Zu- läffigkeit der Verfolgung von Deserteuren, wie Bcrgdoll. » varis. 9. Juli.(WTB.)„New Park Herald" teilt mit, in omt- lichen Kreisen in Paris sei man von dem Friedensvertragsentwurf Hughes' befriedigt: nur die Streichung der auf die Grenzen Deuisch- lands bezüglichen Teile des Vcrsailler Vertrages werde mißliebig aufgenommen. Auch Harding fei dem Hughesfchen Entwurf wohl- gesonnen. Er wolle ihn jedoch dem Senat nicht vorlegen, bevor er sich der Zustimmung der verschiedenen republikanischen Gruppen ver- gewissert habe. Kein Kriegsverbrecher! Brüssel. 9. Juli. Wie„Jndependance Belge" mitteilt, hat der belgische Kriegsminister einem Soldaten der belgischen Besatzungs- armee verboten, eine Deutsche zu heiraten. Trotzdem das Mädchen der Niederkunft entgegensieht, erklärte der Minister, daß er von der Anordnung nicht abgehen könne. Pazifismus. Paris, 9. Juli.(WTB.) Hier ist die Union PopuUire pour la paix universelle, volkstümliche Bereinigung für den Weltfrieden, gegründet worden. Zu den Gründern gehören: der ehemalige Di- rektor im Kolonialministerium Demartial, die Abgeordneten Deguise und Mistral, Longuet, Lucien de Foyer und Rubbord, die Advokaten Ernest Charles und Alfred Dominique, Universitäts- Professor S e a i l l e s und die Schriftsteller Victor Marguerite, Henri Barbusse und Mathias Mohordt. » Wictfdyaft Der Stand der Mark. Die Zahlungskraft der Mark im Auslande hat, wenn man die Kurse an den Wochenenden miteinander vergleicht, wieder gering- fügig nachgelassen, nachdem am Wochenanfong eine Besse- rung zu verzeichnen gewesen war. An der Berliner Börse zahlte man nach den amtlichen Notierungen in Mark für: am 17. S. 24. 6. 1. 7. 4. 7. 8. 7. 2297,— 2370,— 2465,— 2397,60 2467,50 261,70 269,07 279.20 271,43 280,45 68,56 72,04 74.92 72,72 76,42 569,40 573,40 000,35 783,40 600,35 1176,— 1213,— 1268,70 1223,76 1266,70 100 Holl. Gulden 1 Vfd. Srerling 1 Dollar... 100 iranzöf. Fr. >00 Schweiz. Fr. 100 österr. Kr. abgestempelt 100 tfchech. Kr. 13,68 96.60 13,48 98,40 11,18 100,25 12,48 98,40 11,08 100,33 Die etwa seit einem Monat anhaltende Verschlechterung der deutschen Valuta wirkt bereits auf die Warenpreise zurück. Wie immer, so sind auch jetzt zuerst die Großhandelspreise in die Höhe gegangen. Aber auch der Kleinhandel hat bereits aufgeschlagen. Daß diese Bewegung nicht unerheblich ist, beweist die Tatsache, daß sogar die Reichsindexziffer für die Lebenshaltung des Statistischen Reichs- amtes im Juni um 16 Punkte auf 896 gestiegen ist, so daß der Teuerungsgrad des Monats April— nach diesem Maßstab— wieder erreicht ist. Das Statistische Reichsamt, das bei seiner Rech- nung die Ausgaben für Kleidung überhaupt nicht berücksichtigt, hat sich bei der letzten Aufstellung die Sache noch dadurch besonders leicht gemacht, daß es für Kartoffeln nur den Preis der alten Kar- toffeln einsetzte, die es bekanntlich schon seit Wochen in Berlin nicht mehr gibt. Es ist anzunehmen, daß die Teuerung noch weiter fortschreiten wird. Schon aus diesem Grunde ist die Wendung des Reichskanzlers Wirth in seiner Etatsrede von der„Groschenmark" unzutreffend. Die Kaufkraft der Mark ist im Inland bereits unter einen Groschen ge- funken, im Ausland hingegen gilt sie, am Dollar gemessen, nur noch 6 Pfennige, und es ist bei der schwierigen Lage der Reichsfinanzen nicht anzunehmen, daß sie sich für lange Zeit wesentlich bessern kann. Schon darum iß es erforderlich, daß der Reichshaushalt mit Auf- bietung aller Mittel, insbesondere aber durch scharfe Heran- ziehung des Besitzes, ins Gleichgewicht gebracht wird. Davon sind wir aber nach den letzten Beratungen des Reichstags noch sehr weit entfernt. Neckar-Aktiengesellschaft in Stuttgart. Die Zeichnung oiss die zur Ausgabe gelangenden 360Millionen Mark mündelsichere Teil- fchuldoerschreibungen der Ncckar-Aktiengesellschaft in Stuttgart findet vom 11, Juli bis 16. September d. I. statt. Be- kanntlich ist das Aktienkapital der Gesellschaft von 300 Millionen Mark vom Reich, von den Ländern Württemberg, Baden und Hessen und sonstigen öffentlichen Körperschaften sowie namhaften Industrie- und Handelsfirmen gezeichnet worden Für die Teilschuldverschrei- bungen haftet das ganze Vermögen der Gesellschaft. Sie werden außerdem durch Eintragung einer Sicherungshypothek auf den zu erstellenden Kraftwerken sichergestellt. Zudem haben das Reich sowie die Uferstaaten Württemberg, Baden und Hessen sür die Teil- schuldverschreibuirgen und zwar für Kapital und Zinsen die Garantie übernommen. Der Zeichmingspreis ist 99 Proz. Zeichnungen wer- den außer von den offiziellen Zeichnungsstellen von allen deutschen Bauken, Baukiers und Sparkassen entgegengenommen. GewerBschoftsbewegung Die Abstimmung der Gutsarbeiter. Von den etwa 3800 streikenden beteiligten sich 3173 an der Abstimmung über die Wiederaufnahme der Arb�eit am Äk o n t a g. Dafür stimmlcn 2173, dagegen 386, während 17 Stimmen ungültig waren. Die Kommunisten waren noch gestern redlich be» müht, die Einigung zu hinienreiben, doch konnten sie den Sieg der Vernunft nicht mehr verhindern. Die„Rote Fahne' verbreitete noch gestern abend die Annahme, daß die Gutsarbeiter das Angebot des Magistrats ablehnen werden. Abwälzung des Risikos auf die Angestellten. In Färbereien und chemischen Waschanstalten ist es so der Brauch, den Angestellten nahe zu legen, die von ihnen geleiteten Filialen in Pacht zu übernehmen. Und zwar selbstverständlich in der Hauptsache solche Filialgeschäfte, die so schlecht gehen, so wenig Einnahmen aufweisen, daß ihre Beibehaltung für den Unter- nehmer ein Risiko bedeutet. Die Angestellten aber wollen von derartigen Rangerhöhungen zur Selbständigkeit meist nichts wissen, weil ihnen die bescheidene Anqestclltenexistenz immer noch besser er- scheint als eine mehr„selbständige Schetn-undHunger- e x i st e n z. Doch sind sie nicht willig, dann braucht man Gewalt. Auf diesem Gebiete soll sich die Firma C o u n d e A.- G- besonders hervortun. Eine Filiollsiterin dieser Firma weigerte sich, einen Pachtvertrag zu unterzeichnen, worauf ihr gekündigt wurde. Gegen die Kündigung wurde die Entscheidung des Schlich- tungsausschusses angerufen, der durch Schiedsspruch vom 27. Juni die Kündigung für ungerechtfertigt erklärte und die Weiter- beschäftigung der Angestellten gemäß§ 12 der Verordnung vom 12. Februar 1326 aussprach. Die Begründung besagt, daß unter den gegebenen Verhältnissen eine Wciterbeschäftigung sehr wohl möglich ist. In Anbetracht der wirtschaftlichen Verhältnisse der Antragstellerin sei die Entlassung als eine besondere Härte anzusehen. Zu berücksichtigen sei, daß die Firma in Groß-Berlin zirka 86 Filialen unterhalte und unter diesen Um- ständen der Versuch der Firma, die einzelnen Filialen in Agenturgeschäfte umzuwandeln, eine besonders große Gefahr für die gesamte Volkswirtschaft berge, da die Firma im gleichen Augenblick das Risiko des Unternehmers auf die Angestelltenschaft abwälze. Der Zcntralverband der Angestellten gibt den guten Rat, sich vor Uebernahme einer solchen Agentur oder Pachtung an seine Adresse, Vellealliancestr. 7/10, zu wenden. Ein sozialdemokratischer Antrag, wonach den arbeitslos gewor- denen Arbeitern und Angestellten der verlorengegangene Arbeits- lohn von den Industriekartellen ersetzt werden soll, die durch Materialsperren die Stillegung von Betrieben herbeiführen, wurde leider abgelehnt. Mit diesen Reichstagsbefchlüssen werden die Bestrebungen zur Linderung der Arbeitslosigkeit natürlich nicht ihr Bewenden haben, sondern die Arbeitnehmerorganisationen werden nach wie vor für die Erwerbslosen eintreten._ G ewerkschastserfolge in Chemnitz. Bei der Aussckmßverlreterwahl für die Allgemeine Orts- krankenkasse waren zwei Wablvoricklläge der Arbeitgeber ein- reicht worden. Liste I erhielt 416 Stimmen und 2 Vertreter, Liste II 3876 Stimmen und 18 Vertreter. Die Versicherten hatten zwei Wahlvorschläge eingereicht. Auf Liste l entfielen 1638 Stimmen, 4 Vertreter fgelbe Organisation), Liste II 14 313 Stimmen, 36 Vertreter sListe Gewerk schaftskarlell und Afa- b u n d. Die bürgerlichen Verbände haben eine vernichtende Nieder« läge erlitten, die freien Gewerkschaften einen großen Erfolg er- rungen._ Zur Bildung der Bezirkswirtschaflsräle. Der Verfassungsaus. schuß des Reichswirtschaftsrats hörte in fein", Sitzungen am 8. und 3. Juli eine Reihe von Sachverständigen über die Frage, welch« „sonst beteiligten Volks kreise" l8 165 der Reichsver- fassung) neben den Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zur Bildung der Bezirkswirtschaftsrät« heranzuziehen sind. Zum Turifkampf im Bankgetverbe. Der am 24. Juni im Reichsarbeitsministerium gefällte Schieds- spruch ist vom Reichsverband der Bankleitungen unter dem Vorbehalt angenommen worden, daß der abzuschließende Reichstarifvertrag eine achtstündige Arbeitszeit ausschließlich der Pausen vorsehen müsse. Der Bankbeamtenverein hat sich für die Annahme des Schiedsspruches unter der Bedingung ausgesprochen, daß die Steigerung des Gehalts mit Gratifikation um 1666 M. bereits mit dem ersten Berufsjahr beginnen muß und eine bessere Anrechnung der in anderen kaufmännischen Berufen verbrachten Dienstjahre erforderlich ist. Dagegen hat der freigewerkschaftliche Allgemeine Verband der deutschen Bankangestellten die An- nähme des Schiedsspruches abgelehnt, weil die Forderungen bezüglich der Annäherung der einzelnen Tarifgruppen in finanzieller Hinsicht vollkommen unberücksichtigt geblieben sind. Der Schieds- spruch bringt, zwar den oberen Berufsjahren eine relativ befrie- digende Aufbesserung, allein die Mehrzahl der Angestellten, die weniger Berufsjahre aufzuweisen hat, zumal ihre kaufmännischen Berufsjahre noch halbiert werden, werde entschieden zu wenig be- rücksichtigt. Ein Tarifvertrag auf Grund dieses Schiedsspruches m-jse eine zu große Spannung zwischen Anfang- und Endgchalt if, wodurch die eben deswegen entstandene Unzufriedenheit noch siärker würde._ Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung. Die Bemühungen der gewerkschaftlichen Spitzenoerbände zur Mil- derung des Loses der Erwerbslosen haben zunächst den Erfolg gehabt, daß die Reichsregierung sich mit einer Erhöhung der Erwerbslosen- Unterstützung um 25 Proz. einverstanden erklärte. Der Reichstag erhob dies in seiner Sitzung vom 7. Juli zum Beschluß. Die Er- j höhung wird am 1. A u g u st in Kraft treten. l Ein Pyrrhussieg. In der bürgerlichen Presse ist es als ein gewaltiger Sieg von Herrn Gompers hingestellt worden, daß er mil 25 666 Stimmen wieder zum Präsidenten der. Föderation of Labor' gewählt wurde, während sein Gegenkandidat nur 13 666 Stimmen erhielt. Aber diese Zahlen sind nur ein schlagender Beweis für die wachsende Unzufriedenheit der amerikanischen Arbeiterichast mit ihrem Präfi- denten. Wie gewaltig seit dem letzten Jahr die Gegensätze zu- genommen haben, geht daraus hervor, daß auf dem Kongreß des vergangenen Jahres Herr GomperS mit einer Ausnahme ein- stimmig gewählt wurde. Der Sieg von Gompers ist ein Pyrrhussieg. Die veraltete bürgerliche Auffasiung verliert auch in den amerikanischen Gewerk- schaften an Boden._ 20 000 Textilarbeiter im Oberelsaß streiken seit einigen Tagen wegen der ihnen von den Unternehmern plötzlich angetündigren Lohn- Herabsetzung. Der Gemeinderat von Mülhausen hat beschlossen, die Streikenden durch einen Kredit von 56 666 Fr. und durch Einrichtung von Volksküchen zu unterstützen. Die Terlilarbeller in Lille und Umgegend beschlossen wegen der drohenden Lohnkürzung grundsätzlich den Generalstreik. In der ganzen Baumwollindustrie ruht die Arbeit. Verhandlungen sind ein- geleitet. Die Bergarbeiter des Ostrau-Karwiner Reviers hotten am 6. Juli Forderungen gestellt, die hauptsächlich eine Erweiterung der Be- stimmungen des neuen Kollektivvertrages betreffen. Nach Ablehnung dieser Forderungen wurden erweiterte Forderungen gestellt, auf die bis zum 8. Juli Antwort gegeben werden sollte, andernfalls der Generalstreit ausbrechen soll. Lloyd George dementiert sich. Im englischen Unterhause wurde cm Donnerstag die Bewilligung der 16 Millionen Pfund Sterling für die Bergleute erörtert. Robert(Tecil kritisierte die heftige und unkluge Rede, die der Premierminister Ende März gegen die Ar- beiterportei gehalten hat. Lloyd George erwiderte, er habe nur die Arbeiterpartei, nicht aber die Arbeiterklasse angegriffen. In der Arbeiterpartei hätten extreme Elemente, die sich im Hintergrund hielten, die Vorherrichaft. Die„Arbeiterklasse" wird Lloyd George, der während des Bergarbeiterstreiks mehr mit Peitsche als mit Zuckerbrot operierte, zweifellos klarmachen, daß der von ihm kon- struierte Unterschied zwischen Arbeiterpartei und Arbeiterklasse ein fiktiver ist und seine Ausrede nicht glücklicher war als seine ange- griffen« Rede. tzolzarbeltcrveetand, Scrlin. Montag S Uhr Im SewerksAastshaii«, Saal 4, Sngilufer l!>. Gesanit.Bcrtraurnsmiinncr-BersamMInng aller Branchen und Be- zirke. Abschluß de» Reichamanteltarifs. Ohne Bertrauensmiinnerlarte und Perdandsbuch lein Zutritt. Die Ort»n«rivaUung. gentraloerland der Angestellt«». Boumwoll», Leinen-, Aleiderstoff.Grah. Handel: Mitgliederversammlung Montag Slh Uhr in Haverlande gestsälen, Neue Friedrichsir. SS.— Film und Kino: Oeffcntliche Versammlung Montag SVH Uhr im Alien Askanier, Bnhaltstr. 14.— Damen», Mädchen-Mäntel-llon- sertion: Mitgliederversammlung Dienstag ezh Uhr in den Arminhallcn, Uom- mandantrnstraße 58/59. Ssabund. Angestellte in Reicks,»nl» Staatsbehörde». Montag 7 Uhr tn den Eophiensälen, Cophienstr. 17/18, öffentliche Versammlung. Verschleppung der Tarlfaerhandlungen. Verrat der Sewerkschaftsblindc. Unsere Forderungen. Werlmeiflerverband. Fachgruppe 29: Montag 7 Uhr im Lokal Cchlesische Heimai, Neue Frisdrichstr. 1, Generalversammlung. Transxortarbeiicrverband Groß-Berlin. Branchen: Reichsbctriebe, Reichs- vcrmaltungen und Reichsorganisationen: Dienstag 6 Uhr im Schultheiß, Neue Iakobstr. 28/24, Versammlung aller Arbciterralsmilglieder und Funktionäre obiger Branchen. Bericht von de: ölelcksdetriebsrät-ionfercnz.— Hilf», und Transportarbeiter aus de»-larofseriedetriebeu: Montag« Uhr Bersammlung Im Gewerkschaftshaus, Saal 19.— Handelahilfsarbeiter und-arbeiterinuen aus allen Bstrieden der Hut-, Mützen- und Pelzwarenbranche: Dienstag 5 Vi Uhr >m Lokal von Witte, Poftstr. 29, Gruppenversammlung. Stcinscgcr»nd Bernssgenoflen. Betriebsräte, Vertrauensmänner sowie alle Funktionäre Dienstag bVö Uhr im Gewerkschaftshaus, Saal 5, Engelufcr 15, Vortag des Genossen Hilbesbeim. P-Iv-twächtcr. Mittwoch vorm. 9 Uhr bei Schirm, Th-rwttenstr-tze 7/8, Wächlcroersammlung aller auf Bauten, Holz» und Lagerplätzen, Fabriken, Ge< schafts- und Jndustriehäuscrn beschäftigten Wächter. Soziales. Die Verbreitung der Gefchlechtskrankheiken. Das Reichsgesundheitsamt teilt mit, daß bei einer vom 15. Ro- vember bis 14. Dezember 1313 im ganzen Reiche veranstalteten Zählung rund 136 666 Geschlechtskranke von den behandelnden Aerzten und aus Krankenanstalten gemeldet worden sind. Unter dieser Zahl befanden sich rund 16 666 damals noch aktive Militär- Personen. Es treffen 22 gemeldete Geschlechtskrankheiten auf je 16 666 Einwohner. Die Frage, ob die Derbreitung der Geschlechtskrankheiten nach dem Kriege größer war als vor dem Kriege, läßt sich nur durch einen Vergleich mit den Ergebnissen der gleichartigen Zählung von 1313 in 16 der größten deutschen Städte beantworten. In Liesen Großstädten wurden 1813 insgesamt 33 266 geschiechtstrante Zivil» Personen oder 64 auf je 10 060 Einwohner von den Aerzten ge- meidet, bei der Erhebung im Jahr« 1313 dagegen 31 631 oder 61 aus je 16 666 Einwohner. Dieser Rückgang um drei auf 16 666 Einwohner bei der Erhebung im Jahre 1913 dürste indessen nur scheinbar sein, da die Beteiligung der meldenden Aerzte und Kranken- anstalten 1913 durchschnittlich größer war als 1913. Immerhin kann ganz allgemein gesagt werden, daß die vielfach gehegte Be- fürchtnng einer g«waltig>?n Zunahm« der Geschlechtskranken— m der Press« war vor einiger Zeit von 6 Millionen Geschlechtskranken die Rede— in dem behaupteten Umfange jedenfalls nicht zutrifft. Die ebenfalls aus einigen Großstädten vorliegende Auszählung der Geschlechtskranken nach Alier, Geschlecht und Familienstand hat ergeben, daß sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen die Geichlechtskrankheiten im Alter von 26—25 Jahren am häufigsten sind: darauf folgt die Altersgruppe von 25— 30 Jahren, dann bei den Männern die Altersgruppe von 36— 40 und bei den Frauen die von 15(!) bis 26. Von den Männern sind die ledigen bei weitem am stärksten beteiligt, alsdann folgen die geschiedenen, die verheirateten und schiießlich die verwitweten: bei den Frauen stehen dagegen die g e I ch i e d e n e n an ersder Stelle, alsdann folgen die Ledigen, die verheirateten und schließlich die verwitweten. 5ugenüveransta!tungen. Monkag, den 11. Juli: . Emostr. 18. Bortrag:„Einheitsschule". Iohovnisthal. M" 1" üsleben".-»cichenb-rg-r Banmschnle. W W, Iohonnes-Werner-Stratz«.„Die Jugend im Viertel. Glogouer Straße 12/18. Vortrag: .Elasbrenner". B-rantw. für b«n rebalt. Teil: Dr. Werner«rifcr. Tharioltenburg: wr Anzeigen: Tb. Glocke. Berlin. Beilag: vorwärls-Verlag®. m. 5. H.. kerlin. Druck: Bor» würlS-Buchbruckerei n. Lerwgeanlralt Paul Linaer u. Co.. Berlin. Lmdenttr. 8. Hirrz» g Bellagen. ärztlich empfohlen gegen: Gicht Rheuma Ischias Hexenschuß Nerven« und Kopfschmerzen Togal stillt prompt die Schmerzen, scheidet die Harniäure aus und gebt direkt zur Wurzel des UebelS. Keine schädliche»...ven- Wirkungen. Kliniicb erprobt! In allen Apotheken erhälllich.* Leipziger Siroße Kßntgstraße Rosen/haler S/r. Nori/zpla/z Versand- Ah/.t Berlin W.O S/off proben portofrei Vilz-Oiero f arbig. mU LC JD FUzs/reifen-Gamiiur.... Mk. Damen-Wäsche Taghemden guter__.. Stoff, Rumpf gestickt O«50'-»•050 Taghemd....... 36oo Beinkleid....... 36oo Nachthemd____ 80oo Untertaiile..... 1775 Besondere Angebote Wasch- u. Wollstoff- Reste Serie A durchweg Mtr. 8 75 Serie B durchweg Mtr. 14 50 Serie C durchweg Mtr. 22 50 Batist- Garnitur mit farbiger oder weißer Stoffblende Sehr preiswert: UntertaiiSe mit Langetten-�/l besatz....................... 75 Pelz- Umarbeitungen und Reparaturen während der Sommermonate zu hilligen Preisen Waschstoffe Halbleinen bleu, fraise u. mode, Musselin Halbwolle, bedruckt..2350 w!"r K,eider.................. Mtr]%50 Bedruckt. Voll-Voile aparte�. vOlle dunkelfarb. bestickt, 110 cm br. 1/25 Muster...................... Mtr. 2050 Voll-Voile weiß, 100 cm breit, mit Frotte doppeltbreit, kariert...Mtr. 2050 kleinen Webefehlern........ Mtr. 1 fso Foulardine mitSeidenglanz, viele Perkai für Blusen u. Oberhemden 1050 Muster...................... Mtr. 2/ 50 Weiße Damen-Stoff-Halbschuhe............ 64«ik. braun Chevreau"t"7... Chevreau."flOSE farbig Leder I■"ü' Mk. z. T. Good. Welt I M vWIk. Good.Welt S%jf Mk. Braune Damen- Hochschaft- Schnürstiefel verschiedene Ledersorten und OOC OTT1 CS Ausführungen, z.Teil Good.Welt Chevreau, Good. Welt«s«/ ÜJ Mk. Schwarze Herren-Schnürstiefel Grsee 43 bis 45 SSmr. fahoibluse Spor/hluse aas gut. Voll- Voile, flotte form, mit breiten Valen- ciennesspüzen and Hohlsaum reidi garniert a us gut. weiß. Wäschestoff offen und geschlossen zu trag* langge schnitt., gute Verarbeitung, ohn. Kiaw. 63 Mk. ZtQzs