Nr.ZZS� ZS.�ahrgattg Ausgabe B Hc. 167 Bezugspreis» Bimtltshruao,--m., mono«. 10,- 95t frei ins»ous, oorous zahlbor. Polt- bezug; Monatlich 10,— M. einschl. Zu- stellungsgebühr Unier Kreuzband iür Deutschland. Dauzig, das Eaar» und Wemelaebiet. sowie die ehemals deut- scheu Gebiete Polen, Oesterreich. Ungarn und Luxemburg 20.- 3JL. für das Übrige Ausland 27.- M. Polt» besteliungen nehmen au Oesterreich, Ungarn. Tichecho- Slowakei. Dane- wart Holland. Luremburg. Schweden und die Schweiz. Der.Dorwürls� mit der Sonntagsbeilage.Poll und sseit* der Unter- Haltungsbeilage �eimmtlf und der Beilage»Siedlung und flletngarten* erscheint wochentäglich zweimal. Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse i »Sazialdamokra« verNu- Abend-Ansgabe Nerliner Oolksbleitt �20 Pfennig) SlnzetgenpretS, Dt» achlgespalten, Nonpareillezetl» Colli» dchO M. mAIoIi>c Tlnzolgeo* da« lettgedruckt« Worl ILO M. Izu» lässig ,we> setigedruckte Wortes, sede, »eitere Wort i,— M. 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Auf Anfrage an zuständiger Stelle antwortet man uns, daß von einem solchen Verhalten Italiens nichts bekannt fei. Der Umstand, daß Bonomis Programmrede nichts von Oberschlesien enthielt, kann nach beiden Seiten ge- deutet werden: an Versuchen, Italien an den frankopolnischen Wagen zu spannen, wird es ja nicht gefehll haben. Inzwischen hat Korfanty in Poris durch neue Cventualdrohsngen mit Aufständen und weiteren Folgen bei manchen Leuten angestoßen, und es wird schon gemeldet, daß seine Krankheit ihn hindern dürfte, mit oller Energie für seine Sache einzutreten. Es wird unerwünscht sein, den Schein zu erwecken, daß Herr Konsanty auch die französische Zioilpolitik leitend beeinflusse. Eine neue Teilungslinie wird Herrn Loucheur zugs- schrieben. Danach sollen Pleß, Rybnik, Kattowitz und Beuthen an Polen fallen. Die britische Antwort an Frankreich ist noch nicht bekannt; es wird angekündigt, daß sie den schleunigen Zusammentritt des Obersten Rates fordern, weitere britische Truppensendun» gen nach Oderschlesien ablehnen werde. Der„Temps" deutet jetzt die Möglichkeit an. das un- geteilte Oberschlesien zehn oder zwanzig Jahre lang bei„ent- sprechender Sicherung am Rhein" unter militärisch starker Herrschaft der Entente zu lassen. Frankreich geht allein vor. London. 20. Juli.(MTB.) Der diplomatische Korrespondent des .Exchange Telegraph" teilt mit: Der französische �tschafter sprach bei Lord Curzon vor, der ihm gegenüber erneut VSn. dringenden Wunsch der britischen Regierung nach einem baldigen Zusammen- tritt des Obersten Rates zum Ausdruck brachte. Die Aussichten hier. für sind indessen nach wie vor nicht groß, und zwar nicht deshalb, weil die französische Regierung abgeneigt ist, die Orientfrage zu er- örtern, sondern deshalb, weil Frankreich entschlosien ist, seine Sicher- heit nicht durch eine vorzeitige Aufhebung der Zwangsmaßnahmen oder durch die Ueberweisung des oberschlestschen«Kriegsarsenals" an Deutschland zu gefährden. Ferner wird von französi'cher Seite be- tont, daß. da Großbritannien und die Vereinigten Staaten bisher den Garankievertrag für Frankreich nicht ratifiziert haben, Frankreich auf eigene Hand Garantien gegen die Möglichkeit eines neuen deutschen Angriffs suchen müsse. In britischen Kreisen wird bemerkt, daß Frankreichs neue oberschlestfch« Politik. in der Richtung auf ein unab- hängiges Auftreten sich entwickelt. Briand hat zwar England und Italien ersucht, mehr Truppen nach Oberschlesien zu entsenden, aber zu gleicher Zeit hat er den Entschluß der französischen Regierung nicht verheimlicht, auf jeden Fall Truppen zu entsenden, welche Auffasiung auch immer in London oder Rom über die Angelegenheit bestehen sollte. Der Korrespondent schließt mit der Bemerkung, daß auch die Frag« von Tanger den Gegenstand informeller Besprechungen zwischen London und Paris bilde. In gewissen französischen diplo- matischen und politischen Kreisen werde mehr Nachdruck auf die schließ- liche Erwerbung der Enclave von Tanger durch Frankreich als aus den Besitz Syriens gelegt. «Morning Post" schreibt: Wir erfahren von maßgebender Seite, daß den britischen Abgeordneten keine derartigen Informationen über die Lage in Oberschlesten vorlagen, wie den französischen, und daß die französischen Informationen ihnen nicht mitgeteilt worden sind. Eben- sowenig sei die britische Regierung verslündigk worden, daß die Frcm- zosen einen Schritt in Berlin beabsichtigten. Die britischen Abge- ordneten glaubten, daß die deutsche Regierung ihre Versprechungen bezüglich Oberschlesiens loyal erfülle. Auf jeden Fall hätten sie«ine Untersuchung angeordnet, um sestzustellen, ob diese Annahme be- gründet sei. Ein« neu« Note sei nach Paris abgesandt worden. Der Meinungsaustausch erfolge durch die üblichen diplomatischen Kanäle. » Unruhen bei Entwaffnung Aufständischer. hohensaha, 20. Juli.(TU.) Hier kam es anläßlich der Ent- waffnung der hier untergebrachten polnischen Aufständischen zu blutigen Ereignissen. Von den Aufständychcn tn Slärte von etwa zwei Regimentern leistet« nur ein kleiner Teil dem Befehl, die Masten ab- zuliefern, Folge. Als Grund des UngeHo-srms gaben die Meuternden an, der Staat schulde ihnen den Sold in deutscher Währung. Ein Major versuchte die Aufständischen zu beruhigen, was jedoch nicht gelang. Erst nach einer Salve, wobei es zwei Tote und fünfzehn Verwundete gab, zogen sich die Meuterer in ihre Kasernen zurück und konnten entwaffnet werden. »» Dle Interalliierte Kommission hat heute morgen unter Führung Le Rands ihre zweite LestchUgungsreife, diesmal ins Rybniker Gebiet, angetreten.— Das italienische Mitglied ist bekanntlich unterwegs nach Rom. Lügenhetze gegen den Reichspräsidenten. Der.Figaro" schreibt, Präsident Ebert habe General Höf« be- glückwünscht, der sich verpflichtet habe, au» Oberschlesten einen Herd der Wiederherstellung und Größe Deutschlands zu machen. Da der Reichspräsident dem Füh»er der deutschen Aufständischen seinen Dank ausspreche für die«Befreiung einer unterdrückten Beoölke- rung, die das Opfer schändlicher Ausschreitungen sei", billige er dieses Programm. Der ehemalige Sattler Ebert, ein Sozialdemo- krat, der selbstverständlich alldeutsch denke, spreche im Namen von ganz Deutschland. Bei dieser Hetze bandelt es sich um eine grobe Fälschung, indem Ebert ein Dankschreiben des Präsidenten des Reichsbürger- rates unterstellt wird, das General Höfer für die Tätigkeit des Selbstschutzes dankt. Der neue Mittelpunkt Europas. Prag.»9. Zust.(EP.) Der Plan, die AnwefenheU des jugv- slawischen Älinisterpräsidenken Pasilsch in Marienbad zu einer Konferenz zwischen lhm und Dr. Venesch zu benuhen, besteht schon seil längerer Zeil, and auch die Abflchl Take Zoue-cus.an diesen Vesprechungen teilzunehmen, ist schon gemeldet worden. Die Konserenz der drei maßgebenden Mnister der kleinen Enteute, die In nächster Zeit stattfinden soll, erhält seht durch die Ankündigung des Besuchs Vrland» und Fochs In Prag noch besondere Ve- deutung. Prag. 20. Juli.(TU.) DI» Regierung hat dem hier weilenden K e r e n s k i zu oerstehen gegeben, daß sie für sein« Sicherheit keine Bürgschaft übernehmen könne, worauf Kerensti abgereist ist.(Die Monarchisten können ruhig bleiben!) Eine Schlappe öer englischen Regierung. London. 20. Juli.(EE.) Lei der gestrigen Beratung des Finanzgesetzes im Unterhause wurde mit 137 gegen 135 Stimmen ein von der Regierung bereits abgelehnter Znsatzantrag angenommen. Es handelt sich um eine von Zlsquith empfohlene Aus- Nahmebestimmung für die Besteuerung von Koopcratiogenosten- schasten. Die Opposition begrüßt das Ergebnis der Abstimmung, durch die die Regierung in die Minderheit versetzt wurde, mit großem Beifall, und Mac Lean fordert« den Rücktritt der Re- gierung. Einem Antrag auf Vertagung der Debatte gab der Sprecher nicht statt. Zu dem Zwischenfall dürste der Umstand stark beigetragen haben, daß gleichzeitig ei« Empfang in den Gärten der Downingstreet stattfand, zu dem 1500 Gäste erschienen waren, dar- linier olle Mitglieder der Regierung, zahlreiche Abgeordnete, die Ministerpräsidenten der Dominions und auch Mitglieder der Ar- beiterpartei. London. 19. Just.(Havas.) Im Unterhaus« erklärte In Beant» wortung verschiedener Lnstagen über die Leipziger Urteil« der Generalstaatsanwalt, daß über die Haltung der stanzösischen Regierung keine anderen Informationen vorlägen, als die bereits in der Presie veröffentlichten. Er fügte hinzu, daß die Reihe von Prozessen, die vorläufig oon der britischen Regierung ausgewählt seien, beendet sei, und daß die Frage der einzunehmenden Hal- i tug genau von den Alliierten geprüft werden würde. Er hoffe, daß dies bald geschehen werde. Die Prozeßkosten einschließlich der Reisekosten würden von Deutschland bezahlt. Er habe sich ge- weigert, Gelder für seine Anwesenheil beim Leipziger Gericht an- zunehmen. Diese letzte Aeußerung kann wegen der Sparsamkeitsbewegung erfolgt fein und soll wohl bedeuten, daß der Generalstaotsanwalt für feine Anwesenheit in Leipzig nichts liquidiert. London, 20. Juli.(Reuter.) Heute wird eine Kabinettssitzung abgehalten werden, in der Lloyd George über feine Besprechungen mit den irischen Vertretern berichten wird. Die Unterredungen zwischen dem Premierminister und Devalera wurden s o r t g e s e tz t. London, 20. Juli.(EP.)„Daily Mail" zufolge wird Lloyd George die größte Mühe haben, eine Mehrheit im Parlament hinter sich zu haben, wenn er sich den Sinnfeinern gegenüber entgegen- kommend zeigt. Lloyd George ist enffchlossen, die äußersten Mittel anzuwenden, um eine Lösung zu erreichen. Er wünscht nach Washington zu fahren, um der Herding-Konferenz beizuwohnen, und das wird nur möglich fein, wenn die Irenfrage zuvor gelöst wird. In dieser Richtung übt Amerika, früher als man gedacht hätte, auf die Lösung der wischen Frage einen Druck aus. Abbau des Hasse». Der belgisch« Ministerpräsident hat an die Prooinzialoerwaltungen einon Erlaß gerichtet, worin er an das Ein- rücken der deutschen Truppen in Belgien am 1. August 1914«r- nmert. Di« Kirchenglocken werden an dem Erinnerungstage läuten.— General Degoutte sagte der spanischen Militärmission beim Festesse», die Spanier wüßten ja aus Marokko, was es heiß«, dauernd einer widerspenstigen Bevölkerung gegenüber. «heu. Di« spanische Mission sei dazu berufen, die deutschen gen über die Grausamkeiten der Franzosen und über die Per. Di« Wendung farbiger Truppen im Rheinland zu widerlegen. .nift'iiii.fflifaiainJ Rußlands Hungerkatastrophe. Auch die kommunistische Presse Deutschlands gibt jetzt notgedrungen zu, daß Rußland von einer furcht- baren Hungerkatastrophe bedroht ist. Man nennt � die ungeheure Zahl von 25 Millionen Menschen— Landbevölkerung wohlgemerkt nicht städtische Arbeiter—, die, an der Möglichkeit einer auch nur kümmerlichen Ernährung per- zweifelnd, die weiten Gebiete der Mißernte zu verlassen be- ginnen, um sich in rat- und regellosen Schwärmen in das übrige Land zu verstreuen. Die Summe des Elends, die in dieser Tatsache enthalten ist, läßt sich nicht ermessen, und jeder - Mensch, der imstande ist, zum Damm gegen diese Flut mensch- lichen Unglücks ein Steinchen zu liefern, hat die Pflicht es zu tun. Ein rechtsgerichtetes, nationalistisches Blatt hat dieser Tage den Satz gewagt:„Wir haben nichts zu geben, aber ätten wir, so dürften wir nicht geben!" Aus diesen orten, die der Berliner Spießbürger in seinem„Lokal- Anzeiger" las, ohne viel darüber nachzudenken, spricht der- ' selbe Geist stumpfsinniger Roheit, dessen kraftmeiernde Be- tonung im Ausland die falsche Vorstellung erweckt hat, als bestünde das deutsche Volk nicht aus fühlenden Menschen, sondern aus Bestien. Dieselben Leute, die die Torpedierung von Hospitalschiffen und die Beschießung von Rettungsbooten mit der englischen Hungerblockade zu rechtfertigen versuchten, wollen jetzt ungerührt zusshen, wie 25 Millionen Menschen. Männer, Frauen und Kinder, verhungern, weil sie glauben, daß das ihren politischen Zielen nützlich sei. Diese Gesinnung wäre niederträchtig, auch wenn der Glauben, auf den sie sich stützt, richtig wäre. Aber er ist falsch. Deutschland hat nichts dabei zu gewinnen, wenn der Bolschewismus in einer Katastrophe untergeht. Es besteht nicht die geringste Gewähr dafür, daß dem Sturz der Sowjets. ein Regime folgen würde, das die Herstellung leidlich geord- neter Verhältnisse bedeutete, vielmehr spricht alle Wahrschein- lichkeit dafür, daß ein gewaltsamer Umsturz nkchts anderes brächte, als statt der alten eine neue Form der russi- schen Mißwirtschaft. So sehr wir den Bolschewismus als eine barbarische Verzerrung des Sozialismus bekämpfen, 'a haben wir für Rußland keine Sehnsucht nach einer Herr- chaft der Schwarzen Hundertschaften, nach einer Zerreißung des Reichs durch einen dreißigjährigen Bürgerkrieg. Viel- leicht könnten einige militärische Abenteurer oder waghalsig spekulierende Kapitalisten aus einer solchen Entwicklung Nutzen ziehen, für das arbeitende Deutschland wäre sie nichts als eine neue Gefahr. Nein, wir können uns gar nichts davon oersprechen, wenn der Bolschewismus, der doch eben daran ist, sich langsam und mühsam zur Vernunft zurückzutasten. auf diesem Weg in den Abgrund stürzt�. Auf der anderen Seite aber wird jeder unbefangene Mensch zugeben müssen, daß es nicht zugunsten der russischen Regierung und der von ihr angewandten Wirtschaftsgrund- fätze spricyt, wenn sie nicht imstande war, eine solche Kata- strophe vom arbeitenden Volk Rußlands abzuwehren. Sie kann zwar sagen, daß sie die Erbschaft des Zarismus, und des Weltkriegs übernommen hat, aber es ist immerhin schon das vierte Jahr, fest sie die Zügel an sich gerissen hat un8 unbeeinflußt von der gewaltsam niedergehaltenen Volks- Meinung unumschränkt regiert. War sie auf dem richtigen Wege, so hätte sie es in dieser Zeit zu besseren Ergebnissen bringen müssen. Für uns westeuropäische Sozialisten ist der Sozialismus ein System, um die Lage der arbeitenden Men- schen zu bessern, und kein mechanisches Schema, dos rücksichtslos angewendet werden muß, wenn daran auch die Menschen zugrunde gingen. Wir besitzen nicht den grausamen Mut, gegen die jetzt lebende Generation und die heranwach- sende zu wüten in dem unbewiesenen und unbeweisbaren Glauben, daß daraus das Glück eines noch späteren Geschlechts heranwachsen würde. Wir besitzen auch nicht die Möglichkeit dazu, denn unser Volk würde sich— glücklicherweise,' sagen wir— zu solchen Experimenten nicht hergeben. Sie sind nur möglich bei einem Volk wie dem nissischen, das in einer furcht- baren Schule des Leidens stumpfen Gehorsam gelernt hat—, und selbst dort gibt es vielleicht einen Punkt, an dem der allzu straff gespannte Bogen zerbricht. Mit dem Problem der„Sozialisierung der Landwirtschaft" hat die russische Katastrophe nichts zu tun. Der Bolschewismus hat sich ja mit diesem Problem nie- mals beschäftigt, er hat sich daraus beschränkt, nach sozial- revolutionären Rezepten in der Landwirtschaft, das heißt im allergrößten Teil der russischen Volkswirtschaft das bäuerliche Privateigentum herzustellen. Bauern sind es, die jetzt im Wolgagebiet verhungern, und zwar vor allem deshalb ver- hungern, well ihnen die Methoden der modernen Landwirt- jchaft unbekannt sind, well sie selbst in günstigen Iahren kaum die Hälfte des europäischen Produktionsertrages hervorbringen. in ungünstigen aber der Ungnade des Himmels ganz hilflos gegenüberstehen. Dazu kommt der Mangel jeder durch- greifenden Organisation und, eines funktionierenden Transportwesens. dt« Unmöglichkell. Krsdlle zu beschaffen, für Zu- kunstswerte jene Gegenwartswerte auszutauschen, die man zur Erhaktung des nackten Daseins braucht. Wenn SoziaNs- mus Steigerung der Produktion, Rationalisierung der Wirt- schaft, sintivollster Ausbau der Organisation ist, dann stirbt die ( Wolgabevölkerung im bolschewistischen Rußland nicht am i Sozialismus, sondern umgekehrt an dem Fehlen alles dessen, I was das Wesen des Sozialismus ausmacht: an der Vernach- lössigung der Produktion, an der Bernunftlosigkeit der Wirt- schaft, an dem staatlichen Verfall, an der um sich greifenden Anarchie. Unsere deutschen Kommunisten freilich wagen an russi- schen Zuständen kein Wort der Kritik, gegen die russische Re- gierung nicht einmal ein Wort der Warnung. Während in Deutschland an allem, was Unbehagen erregt, den„Sozial- Verrätern" in der Regierung die Schuld gegeben wird, be- fleißigen sie sich der russischen Regierung gegenüber einer ge- radezu widerwärtigen Offiziös ität. In Deutsch- land heißt es auf jeden Fall:„Die Regierung hat schuld daran!" Was in Rußland an Grausigem aber passiert, wird nach Kräften vertuscht; wenn das aber gar nicht mehr geht, dann hebt man beschwörend die Hände und ruft:„Die Re» gierung kann nichts dafür!" Es ist das Unglück der russischen Regierung, daß sie im Ausland keine ausrechten Freunde besitzt, sondern daß sie sich auch hier mit ihrem Geld und ihren Druckmitteln nur ein Geschlecht von Kriechern und Schmeichlern heran- gezogen hat. Wo ist die kommunistische Partei in Europa. "die die Autorität besäße und die den Mut aufbrächte, den all- mächtigen und allwissenden Herren des Kreml zu sagen, daß sie etwas schlecht gemacht hätten, und ihnen zu raten, wie sie es bester machen könnten? In der ganzen kommunistischen Bewegung Europas gibt es keinen Mann, der auch nur Aus- 'ficht hätte, in Moskau mit Achtung angehört zu werden. Aber diese Allmächtigen, die allzurasch die Herrscherkunst gelernt haben, andere erzittern zu lassen, sie zittern heute selbst vor dem armen Muschik, vor dem russischen Bauern, der in Hungersnöten fassungslos um sich greift und eines Tages sie , selber an der Kehle packen könnte. Furchtbare Ironie des Schicksals! Einst waren es die Radikalen in der sozialistischen Bewegung, die hartnäckig an der„V e r e l e n d u n g s- theorie" festhielten, an dem Glauben, eine Riesenwelle menschlicher Rot werde eines Tages das ganze kapitalistische System mit einem Schlage hinwegschwemmen. Und jetzt ist ein System, das sich selber großsprecherisch als„sozialistisch" oder „kommunistisch" bezeichnet, hart daran, durch eine Elends- katastrophe von noch nie erlebtem Umfang vernichtet zu werden. Die Verelendungstheorie droht Praxis zu werden am Bolschewismus! Despoten, die vor der Verzweiflung des hun- gemden Volkes zittern— das sollten unsere Vorbilder sein? Wir hegen längst nicht mehr die Sorge, daß die deutschen Arbeiter den Irrweg der russischen beschreiten könnten. Die , Zeit ist vorbei. Desto größer ist die Gefahr, daß über Rußland eine neue Katastrophe hereinbricht, deren, politische und soziale Folgen für ganz Europa in unheilvoller Weise fühlbar werden. Gäbe es noch eine Möglichkeit, sie zu venneiden, könnt« sich der � Bolschewismus noch auf den Weg der Evolution � und der Demokratie retten, auf dem er freilich aufhört zu sein, was er ist, das wäre sicher das beste für ihn und für die Sache des arbeitenden Volkes in der ganzen Well! Offiziere für bezahlte Arbeitslosigkeit. Wir wiesen kürzlich darauf hin, mit welcher Energie sich die pensionsberechtigten Beamten und Offiziere dagegen weh- ren, daß ihnen durch Schaffung eines Gesetzes dann die Pen- sion zugunsten des Staates gekürzt werden kann, wenn stesichingutbezahltenPrivatstellen beschäf- tigen. Der Entwurf des Pensionskürzungsgesetzes hielt sich in durchaus bescheidenen und berechtigten Grenzen. Er soll jetzt „zur Neubearbeitung" zurückgezogen worden sein. In der Zwischenzeit geht der Kampf gegen den Gedanken der Pensionskürzung weiter. Besonders auffällig erscheint in diesem Zusammenbange eine Veröffentlichung des„Militär- Wochenblattes". Darüber, daß man behauptet, die Regie- rung wolle den Berechtigten die Pension entziehen, die sie Vetter tmö Sonnensiecke. Von Juitus WIlm».- 2i« als vonnenflecke bekannten Erscheinungen sind ohne Zweifel von großem Einfluß auf die Testclrung des Wetters. Es ist oft beobachtet worden, daß mit oder bald nach dem Auftreten größerer Eonnenflecke ein merkbares Einten der Erdtempera- tur und ein« Zunahm« der Niederschläge eintrat. Im Mai und Juni ISIS herrscht« ungewöhnlich kühles Wetter mit reich- lichen Niederschlügen bei gleichzeitigem Auftreten umfangreicher Eonnenflecke. Anfang Januar 1917 erschienen außergewöhnlich große Fleck» aus der Sonn«, und fast gleichzeitig stellte stch empfindliche Kälte ein, die den ganzen Winter hindurch anhielt. Das un- gewöhnlich kühl« und regnerisch« Wetter im Juli und August 1919 traf gleichfalls mit lebhafter FleckenbNdung der Sonne zusammen. Heworragende Meteorologen, Professor Köppen, Professor Herm. Klein u. o. haben bereits einen Zusammenhang zwischen Wetter und Eonnenflccken angenommen. Nach Köppen, Ansicht spiegeln stch alle Unregelmäßigkeiten der Erdtemperatur in den Ileckenkurven der Sonne wieder. Professor Klein hat durch langjährige Beobachtungen festgestellt, daß in den Jahren mit vielen Sonnenflecken mehr Wol- ken auftreten als in den Jahren mit weniger Flecken. Heinrich Schwabe, der Entdecker der periodischen Zu» und Abnahme der Sonnenfleck«, hat während seiner 44jährigen Beobachtungszeit in den fleckenarmen Iahren die Sonne häufiger beobachten können al« in den fleckenreichen Jahren, in welchen sie also öfter durch Wolken völlig verdeckt war. Es kann daher cit; feststehend angesehen werden, daß die Jahre mit vielen Sonnenflecken velcher an Wolken und also auch an Niederschlägen sind als die Jahre mit weniger Flecken. Die Soimenslecke erscheinen, wie zuerst von Schwab« festgestellt worden ist, in Zeiträumen von durchschnittlich 11 Iahren, nehmen allmählich ab und hören schließlich fast ganz auf, um von neuem wieder zuzunehmen. Die gegenwärtige Fleckenperiode der Sonne hat im Jahre 191Z angefangen, und die vermehrt« Flecken- tötigkeit. das sogenannte Fleckenmaximum, etwa 191S eingesetzt. Dieses hat bis einschließlich 1919, also etwa S Jahre gedauert, und erst im vorigen Jahr« hat sich ein« merkbare Abnahm« der Fleckenbildung gezeigt. Wir befinden un« also j e tz t in der Zeit der abnehmenden Fleckentätigkejt der Sonne, de» sogenann- ten Fleckenminimum», das noch einige Jahr« dauern wird. Aus der ziemlich langen Dauer des letzten Fleckenmaximums kann zudem geschlossen werden, daß die jetzige Fleckenperiod« die durch- schnittliche Dauer von 11 Jahren wahrscheinlich überschreiten und nicht schon 1924. sondern erst etwa 19Sö oder 1927 ablaufen wird. Da die ersten Jahrs einer neuen Fleckenperiode ziemlich arm an Flecken sind, fo werden bis zum Eintritt eines neuen Flecken- , nötig haben, regen wir uns kiicht weiter auf. Kleine Lügen gehören für die Gegner der Regierung zu den anständigen und � selbstverständlichen Hilfsmitteln. Wichtiger ist schon die Drohung, daß bei Einführung des Pensionskürzungsgesetzes ein Teil der ehemaligen Offiziere, welcher die Arbeit nicht unumgänglich nötig hat. schleunig st die Arbeitnie verlegen würde. Dann heißt es im„Mi- litär-Wochenblatt" weiter: Ein anderer Teil wird stch Arbeit suchen, deren Erträge nicht nachweisbar sind. Ein dritter Teil könnte i n b e r e ch- tigtem Selbsterhaltungstrieb dazu genötigt werden, den Staat und die Penstonsabteilung zu hintergehen. Diese Leute wären aber auch zur Steuerhinterziehung ge- z w u n g e n, denn da sich alle Behörden untereinander Auskunft er» teilen, dürste sich die Pensionsabteilung gewöhnlich an die Steuer- behörde wenden. Die Kommunisten werden gewiß dem Gesetz gern zustimmen, weniger aus Abneigung gegen das frühere Offizierkorps. sondern weil sie wahrscheinlich durch dieses Gesetz eine Reihe proletarisierter tüchtiger Führer zum Kampf ge- gen die bürgerlich« Ordnung gewinnen könnten. Das schreibt ein adliger Hauptmanns Wir empfehlen seinen Artikel unseren Freunden von rechts, wenn sie wieder einmal über die Arbeitslosen schreiben, die„nur deswegen" nicht arbeiten, weil sie Staatsgelder als Unterstützung ein- sacken wollen, um als Kommunisten, ein behagliches Faulen- zerleben führen zu können. verleumöungen tmö kein Enöe. Die geleimten Kriegsverbrecher. München, 20. Juli.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Zu der Verleumdung unseres Genossen Auer durch die bayerisch? Ordnungspresse, er habe die Aktion zum Protest gegen die Ermor- dung von Gareis in der Ueberzeugung, daß es sich nicht um einen politischen Mord handle, unternommen, teilt uns Genosse Auer mit: Die Darstellung, daß mir In einer Versammlung dieses merk- würdige Geständnis entschlüpft sei. ist u n w a h r. U n w a h r ist, daß ich gesagt Hab«:„Ich halte e» nicht für nachgewiesen und glaube nicht daran, daß dle Ermordung von Gareis ein politischer Mord sei". Wahr ist, daß Ich gesagt habe:„Solange dl« Unter- suchung nicht abgeschlossen ist, rede ich nicht über die Ursachen der Ermordung Gareis. Aber da» eine ist sicher, daß ein Teil der bürgerlichen Press« eine Hetze getrieben hat und treibt, wie früher zu keiner Zeit. Die Vorkommnisse der letzten Zeit sind eine Folg« diese» unverantwortlichen hemmungslosen Treibens." « Die Haßpolitik der bayerischen Provinzpresse gegen SoziaNs- mus und Reichsregierung förderte in den letzten Tagen wieder einige Verleumdungen schlimmster Art zu Tage. Der Genosse Scheide- mann wird mit der Behauptung beschimpft, in führe in Kassel inmitten gestohlener Schloßmöbel«ln fürstliches Dasein! Die vor das Reichsgericht zitierten Kriegsverbrecher werden offen zum Wider st and gegen die Staatsgewalt aufgefordert. Ein Blatt schreibt über die Mörder wehrloser Schiff- brüchiger durch das U-Boot des Leutnants Patzig:„Wir sollten un» doch freuen über jeden deutschen Mann, der stch solchen Urteilen entzieht; denn wir brauchen unser« Besten zu anderem. als daß sie im Zuchthaus sitzen. Was bedeuten im Krfeg über- Haupt Gesetz, Strafgesetzbuch und Haager Beding» n- gen? Was ist überhaupt Vergehen und Derbrechen im Kriege? Da» Völkerrecht war ausgelöscht, der rücksichtslose Kampf bis aufs Messer war mit allen Konsequenzen auszufechten, und wer da» tat, tat es um seine» Vaterlandes willen." Mangel an höheren Verwaltungsbeamten. Der Minister de» Innern, D o m i n i c u», hat Im Landtage darüber Klag« geführt, daß sich für den höheren Verwaltungsdienst Referendare nur in ganz ungenügender Zahl melden. Der„Berliner Lvkal-Anzeiger" hat folgenden höchst alber» nen Zusatz als begründende Erklärung hinzugefügt:„Kein Wunder! Weil sie nicht unter einem ungeschulten und mangelhaft vorgebilde- ten, nur parteipolitisch abgestempelten Vorgesetzten arbeiten möch» Maximum» sicher noch 6 bis 7 Jahre vergehen, in welchen also Im allgemeinen weniger Niederschläge zu erwarten sind als in den Jahren 1915 bis 1919. Jedensalls kann mit ziemlicher Sicherhett ange- nommen werden, daß uns sechs bis sieben trocken« Jahre bevorstehen. Deshalb braucht nun aber nicht befürchtet zu werden, daß ln den kommenden Jahren immer Mißernten zu erwarten sind: denn für das Gedeihen der Feldfrüchte kommt es hauptsächlich daraus an, daß genug Regen zur rechten Zeit, d. h. bald nach der Saatbestellung im Herbst und besonder» Im Früh- ling fällt. 1915 und 1917, also während des Fleckenmaximums, waren die Frühlingsmonot« sehr trocken und infolgedessen die Ernten allerdings vielfach ungünstig. Andererseits können in der Zeit des Fleckenminimums Niederschläge gerade zur richtigen Zelt fallen und so recht gut« Ernten zur Folg» haben. hundstagskomödte. Die Sehnsucht der hundstäglich überhitzten Kunstfreunde ist die Kriminalistik. Der Gentleman heißt Spitzbube. der Spitzbube heißt Gentleman, der Detektiv heißt Idiot. Di« Gerichtsordnung wird auf den Kopf gestellt. Der Einbrecher be- fiehlt, daß der oberste Chef der Polizei ihm die Handschellen anlegt. Der Chef zögert und bittet sogar flehentlich:„Ach nein;" usw. „Der Herr Verteidiger' heißt da» Stück. M o l n a r und Alfred Halm der Derdeutscher zeichnen verantwortlich. Im Künstlertheater wurde das Stück gerasselt, getrommelt, ge- donnett, gemimt, gedampft, aber nicht gespielt. Tim Dootz, der Gent- leman-Gauner, war Ernch Kaiser-Titz. Er war«in Erbe Harry Waldens, der diese» Genie de« Dietrich» einstmals gab. Doch für solche Schnurren besaß man früher eigenen Stil. Man hat diesen Stil heut« verloren. M.H. „Fachärzte für Rarkose" verlangt Dr. Hans Kritzle? in der neuesten Nummer der„Deutschen Medizinischen Wochenschrift". In England und Amerika findet man auch in mittleren Krankenhäusern solche„Narkotiseure", und Narkosenzwischenfälle gehören dort zu den größten Seltenheiten. Auch würde die Einrichtung dazu dienen, auf dem Gebiet der Narkose mancherlei zu erforschen oder praktisch zu erproben. Lustrennen. Allgemein glaubt man. daß die Luftrennen, wie sie jetzt schon hie und da veranstaltet werden, wenig Reiz und Span- nung bieten. Man stellt sich vor, daß die Flieger hoch in der Luft schweben und daß daher kein richtiger Eindruck von der Geschwindia» keit des Fliegens gewonnen werden kann. Das ist ober ganz falsch. Beim Luftrenmfi befindet stch das Flugzeug dem Boden sehr viel näher, denn man kann bei einer Höhe von 100 Fuß größere Schnellig- keit entwickeln ol» bei 3000 Fuß, und deshalb sind die Einzelheiten so gut zu beobachten wie bei einem Pferderennen. Die Sensattonen. die ein solche»„Luftderby", wie es jüngst in London stattfand, darbietet, beschreibt der Flugberichterstatter der „Daily News". Bei den Geschwindigkeiten, die hier erreicht werden, hängt alles von der Maschine ab. Der Flieger muß landen, wo«» gerade ist, und es bedarf der größten Vorsicht, bei diesen gewaltigen Beschwindigleitc»»wen linsall zu vermeiden. Die Tüchtigkeit der s tml" Die unmotivierte Klage des Ministers über die Späriichkeit des Nachwuchses bei den Regierungsbeamten gibt ober»in ganz falsches Bild von den b« der Verwaltung bestehenden Zu- ständen. Demgegenüber mögen hier die Ausführungen wiedergegeben wer- den, die uns vor einiger Zeit ein Gerichtsreferendar machte, der nach Ableistung der sechsmonatigen Ausbildungszeit beim Amts- gericht aus besonderer Neigung in die Laufbahn de» höheren Der- woltungsdienstes übergehen wollte und zu diesem Zwecke mit dem zuständigen Dezernenten der Regierung in Potsdam Rücksprache nahm. Gleich zu Beginn der Unterhalwng wurde nach dem Stande des Vater» gefragt. Da dieser mittlerer Beamter ist, stand bei dem die Personalsachen bearbeitenden Regierungsrot der Entschluß fest, die Uebernahme des Referendars unter allen Um- ständen abzulehnen. Als wesentliche Bedingung forderte er nämlich Vermögensfähigkeit(I), um den zahlreichen gesell- lchaftlicheu Verpflichtungen, die in dem engen Kreise der höheren Lerwaltungsbeamten üblich sind, nachkommen und die Wartezeit vom zweiten Staatsexamen bis zur endgültigen An- stellung, die etwa 12 bis 14 Jahre(!) betragen soll, durchhalten zu können. Auf Erfüllung der gesellschaftlichen Berpflichtungen wird ganz besonderer Wert"gelegt, zumal auch die übrigen bei der Re» gierung beschäftigten Referendare nur den„ersten" Kreisen von Potsdam angehören. Unter solchen Umständen ist es ganz selbstverständlich, daß die Zahl der Regierungsreserendare ein« verschwindend ge- r i n g e i st und naturnotwendig sein muß. Wir empfehlen Herrn Dominikus einmal dort nachzufragen, wo man Bescheid weiß, wie die Auswahl der höheren Begmten erfolgt, er wird dann bald sei» naives Urteil über die Ursachen de» Mangel» an Nachwuchs revi- dieren. „BbwehrMJotrbereitimg ist straffrei. Die Waffenbeschaffung für die Selbstschutz- organisation WeißenfelS in Mitteldeutschland hatte der Feld» tvebel und Waffenmeister Wilhelm Landree der 4. Maschinen- gewehrkompagnie de» Reichswehr-Infanterieregiment» 9 in PotS- dam heimlich übernommen. Bei der Zusammenschmelzung der Potsdamer Regimenter im Februar d. I. lieferte Landree ihm unterstellte Waffen nicht ab, sondern sandte sie in großen Tr a n S p or t e n per Bahn an den Selbstschutz WeißenfelS. Pro Gewehr und Karabiner wurden 150 Mark gezahlt. Der Veriand wurde al» Eijenteile und Uhrgewichte deklariert. Durch Platzen einer Kiste lam man diesen Waffenschiebungen aus die Spur. Landree und einige Mitglieder de» Weißenfelser Selbstichutze» standen wegen Vergehen» gegen da» Entwaffnung»« gesetz, militärischen Diebstahl» und schwerer Urlundenfälschung vor der Pot«dam»r Straf« kämm er. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oe ffen tlich le it statt. Den Vertretern der Presse wurde er- lazibt, der Verhandlung.beizuwohnen. Die angeklagten Weißen- felser Organisatoren machten gettend, daß sie in der Presse von neu bevorstehendem Aufruhr gelesen hätten; die Potsdamer Waffen» einkäuse seien ein.Akt der Notwehr" gewesen. Die Potsdamer Strafkammer ließ die Einwände gelten und sprach die vngeklogte« frei. Landree erhielt vier Monate Geiängni«, wovon zwei Monat« und ein Tag al« verbüßt erachtet wurden. Der Rest der Straf« wird dem Angeklagten durch Zahlung einer Buße von 1000 M. bei dreijähriger Bewährungsfrist erlassen. TaS Urteil fordert zur schärfsten Kritik verau». Zu welchem Zweck hielt man den Ausschluß der Oeffentlichkeit für notwendig? Wollt« man Nachahmungen verhüten? Die hat man mit dem Frei« sprnch de» Weißenfelser» sür die Zukunft doch geradezu herausgefordert. Der Kleine, der gehängt wurde, darf für zwei Monate Gefängni» 1000 Mark zahlen und geht damit frei au». Die 1000 Mark hat er bei den Gewehrverläufen leicht verdient. Da» läßt sich schon daran« beweisen, daß sich der hohe Gerichtshof damit zuirieden ge- geben hat. daß der Angeklagt« erklärte, er wisse nicht mehr, wieviel Geld er insgesamt bekommen habe. Jetzt empfehlen wir Herrn Schiffer die Angelegenheit zur weiteren Untersuchung. Er, der die Unparteilichkeit der deutschen Richter und ihren hohen Gerechtigkeitssinn so schützt, hat ollen Grund, derlei Beweise gegen sein« Auffassung wie da» vorstehend« Potsdamer Urteil gründlich zu bekämpfen._ Maschine Ist daher das wichtigste bei Lustrennen, und deshalb wer- den die Maschinen vor dem Start genau untersucht. Di« 20 Maschi- nen, die nun die Luft durchrasen, kommen bei dem Flug auf kurzer Strecke In Abständen von wenigen Sekunden an. Der Flieger sieht über stch und neben stch andere Maschinen, und in dieser wilden Masse ist e» schwierig, die einzelnen zu verfolgen. Kurz vor dem Ende der Dahn stoßen dann die Maschinen alle herab und gehen im Gleitflug nieder. Bei den Luftrennen über kürzere Strecken werden übrigens er- staunliche Schnelligkeiten erzielt, wie ein Ueberblick über die Cntwick- lung des letzten Jahrzehnts zeigt. Der Gewinner des ersten engli- scheu Luftderby» im Jahre 1912 legte 59 englische Meilen In der Stunde zurück; im nächsten Jahr war diese Geschwindigkeit bereit» auf 7 5 M e i l e n gesteigert. Nach der durch den Krieg verursachten Pause wurden 1919 1 2 9 M e i l e n«reicht und 1920 1 54 Meilen. Die Einführung des Iwlschenvorhangs. Der Zwischenvorhang, der vielfach auf der Bühne erscheint, wenn eine Szenenosränderung verhüllt werden soll, ist zwar von Reinhardt durch die Berduntelunz der Szene ersetzt worden. In neuester Zeit aber beginnt er mit der Durchführung der Stilbühne wieder mehr in Aufnahme zu kommen. Dabei mag daran«rinnett werden, daß der Zwischen- Vorhang bei unseren deutschen Theoterbühnen noch nicht lanqe«in» gebürgert ist. Wie Dr. Goldschmidt in seinem vor kurzem erschiene- nen Buch„Eduard Devrient» Bllhnenreform am Karlsruher Hof- theater" hervorhebt, ist diese technische Neuerung durch Devrient eingeführt worden. Al» er am Lö. Mai 1859 den ersten Teil von Shakespeares.Heinrich IV. in einer neuen Inszenierung heraus» brachte, machte der Theaterzettel da» Publikum auf die Neuerung mit den folgenden Worten besonder» ausmerksom!„Die offenen Szenenverwandlungen sind aufgehoben und werden durch da. Her, abfallen des roten Vorhanges oerdeckt. Da» Fallen des architekta» nischen Vorhanges bezeichnet den Schluß der Akte." Dieses neue Mittel für die Verwandlungen wurde dann von vielen anderen deutschen Bühnen übernommen, und erst im 20. Jahrhundert erhob man Einwände gegen seine Benutzung, bis dann Reinhardt di« Verwandlungen auf offener verdunkelter Szene vornahm. Wa» die Bibel enthält.„Gehst Du auch fleißig in die Sonn- tagsschule?" fragte der Pfarrer ein kleines Mädchen. „Jeden Sonntag." war di« Antwott. „Und kennst Du Deine Bibel, mein Kind?" „Ja." „Kannst Du mir sagen, was die Bibel enthält?" „Ganz genau kann ich es aufzählen." „Dos ist tüchtig. Laß hören! sagte der zuffieden« Pfarrer. „Erst ist da das Bild vom Bräutigam meiner Schwester; dann ist da Muttis Rezept für Hautkreme und ein« Locke von meinem Haar, wie ich Nein war, und dann der Pfandschein von Vater» Uhr.._ Skvtelpkanänderuug. Im Theater in der Kommand«nten. Ii r(i tz« muß dt« Urauffüdrung der Operetten-BurleSk«„Die Diele»- hexe- aui Eoimabend, den 23.,»erfchoben werden. Max Halde hat»ine dreiaktig« barock« Komödie.Ktleriki» vollendet. der wl'eüer geputzt. Der englische Schriftsteller General Maurice erfand lang« nach dem Ist. November das Wort vom Dolchstoß von hinten. Unsere Nationalmaulhelden sind seither damit reichlich krebsen gegangen. Gegenüber der Masse an nüchternen Tatsachen, die den Unsinn vom Dolchstoß tausendfach widerlegten, ist es dann einigermaßen still geworden. Jetzt aber hat die Rechts- preffe den ihr verloren gegangenen Dolch wiedergefunden. Es sind aber nicht mehr die deutschen Sozialdemokraten, sondern oie ö st erre! chischen Sozialisten, die den Stoß gesührt haben sollen. Man stützt sich bei dieser Behauptung aus eine Broschüre„Aus Oesterreichs Revolution", die der Genosse Dr. Deutsch im Verlag der Wiener Volksbuchhandlung hat erscheinen lassen. Stellen wir wieder einmal die Tatbestände in die richtige Reihenfolge. Ludendorff und Hindenburg erzählten im Sommer 1918. daß es ihnen durch ihre Offensive endlich gelungen sei. die ganze Fochsche Reservearmee aufzureiben. Am 11. Juni 1918 erklärte der Kriegsminister von Stein im Reichstag: „Die sogenannte Fochsche Reservearmee besteht zurzeit überhaupt nicht mehr!" Einen Monat danach erstickten die Reservearmeen der Alliierten die letzte Kraft des deutschen Heeres. Es kam der Zusammenbruch der Ludcndorffschen Offensive und der 14. September. V u r! a n veröffentlicht für Oesterreich eine Note an alle krieg» führenden Staaten und bittet um Friedensverhand- l u n g e n. Am?S. September meldet Wolff:„Bulgarien hat der Entente die Einstellung der Feindseligkeiten vorgeschlagen." Der Staatssekretär v. Hintze erklärte dennoch im Hauptaus- schuß des Reichstages:„Ein Anlaß, das Spiel Bulgariens heute schon verloren zu geben, liegt weder für Bul- garien noch für uns vorl" Am 30. September meldete der engsische Generalstabs- bcricht die Kapitulation der türtischen Streit- macht. Am 1. Oktober geht beim Auswärtigen Amt ein Tele- gramm ein:„General Ludendorff wünscht, das Friedens- angebot sofort hinausgehen zu lasten und damit nicht erst bis zur Bildung der neuen Regie- r u n g zu w ar t e n, die sich verzögern könne." Der Prinz Max v. Laden und seine Regierung sehen die Gefahr dieses plötzlichen Zusammenbruchs Ludendorffs. Riar v. Baden oersucht zu halten, aber Hindenburg telegra- phiert:„Die Oberste Heeresleitung bleibt auf ihrer Forderung dos sofortigen Friedensangebotes an unsere Feinde bestehen.— ?n'olgc des Zusammenbruchs der mazedonischen Front, der dadurch notwendig gewordenen Schwächung unserer Westreseroen und infolge der Unmöglichkeit, die in den Schlachten der letzten Tage eingetretenen Verluste zu er- ganzen, besteht nach menschlbchem Ermessen keine Aussicht mehr, dem Feind« den Frieden aufzuzwingen. Noch steht das deutsche Heer fest gefügt und wehrt siegreich alle Angriffe ab. Die Lage verschärft sich aber täglich und kann die Oberste Heeresleitung zu schwerwiegenden Entschlüssen zwingen." Und am 28, Oktober telegraphiert Hindenburg:„Ich und General Ludendorff stimmen dem mitgeteilten Wortlaut der Antwortnote an Wilson zu." Was sagte dazu die heutige Dolchstoßpreste? Die„Post" schrieb am 18. November 1918: „Donach hat General Ludendorfs am 1. Oktober d. I. unsere militärische Lage für verzweifelt gehakten und sofortiges Waffenstillstandsangebot gefordert. Acht Tage darauf gestand er ein, sich in der Bewertung der Kriegslage geirrt zu haben. Einen folgenschwereren Irrtum hat es nie gegeben. Er hat ein ganzes Volt dem Un- glück und der Schande überliefert." Und die„Äreuzzeitung" schrieb am 13. November: „... die militärische Leitung hat, ohne jede posttische Bestim- mung ihrer Kampfziele und in Unterschätzung unserer Feinde geglaubt, den zerschmetterndenSieg nach allen Seiten erfechten zu können. So ging der Krieg verloren und begrub in seinem Ausgang den deutschen Kaiser- staat unter leinen Trümmern." Diestn Tatbeständen braucht nichts hinzugefügt zu werden. höchstens das, daß man auch durch hunderttausend Lügen die von uns eben wieder festgestellte Wahrheit nicht beseitigen kann. Hahnmirtstbasten an Kriegsbeschäükgte. ?n>t B-rortnuna deZ Reiebswebrministere kann mit der gu» weil n na von VahnbolSwirtschaften an Kriegs- b e!» Z d i a t e nur in geringem Umfana« gerechnet werden, da Mche Winschalten nur verkwUntemahig selten frei werden. IustSndig inr tie Vergebung der Bahnwirtschaften find die Eisenbabndirek- tionen. pie bierbe! mit den stfiilorgefiellen ffir KiiegebelSödiate pnd.«krie�binierbliebene in« Benehmen m treten haben, vewerber miisten sich daher an die zustündige Aürsorgestelle wenden, die die Gesuche weitergibt. ffockspannung in Unflarn. Vudorcfi. 1». Juli.(UK.) Auf Grund der Enthüllungen des V{'o%. Beniezky werden jetzt zum erstenmal die Greueltaten der Lrachiald�tuchements frei in der Oeffentlichkeit besprochen, und die Zensur wagt nicht, die Zeltungen an der ausführlichen Wiedergabe der Rede Benieztiz, zu hindern. Trotz der Versprechungen de« Ministerpräsidenten Bethlen. die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen, ist bis zur Stunde noch keine Verhaftung erfolgt. Di« De- tachements scheinen vielmehr entschlossen zu sein, es auf«ine Kraft- probe ankommen zu lasten: Drei angesehen« vudopester Sourna- listen wurden infolge der unbedachten Denunziationen einer ver- lossenen Schauspiclerfrau gegen'hren Mann und der crpresterlschcn Ausnutzung ihrer Qual, als besten Sohn wegen Besitzes von Revo» lutionofchriften verhaftet wurde, unter der Beschuldigung verhaftet, dem In Wien erscheinenden Flüchtlingsblatt„Iövö" Nachrichten übermittelt zu haben. Der eine der verhafteten, Dr. M o d z g a r, ein Mitarbeiter der sozialdemokratischen„Nepszava", ist in„mifi- tärischs" Hände geraten und es fehlt von ihm seitdem jede Spur. Mun befürchtet, daß er auf ähnliche Weise beseitigt werden soll wie im Vorjahr der sozialdemokratische Redakteur Szomogdyl. — Die Partei der kleinen Landwirte droht mit ihrem Austritt aus dem Kabinett, falls nicht energisch die Rechtsordnung wieder» hergestellt wird xz'ltz.? Ausländer. Nach einer nicht ganz rmwohrscheinlichen Nerater Meldung der„B. Z. a. M." sind die KAPD.-Btrrrettr auf dem Moekauer Kongreß gewaltsam und unter rotgardistilcher Ve- gleitumq nach R e v a l abgeschoben worden. Da wird wohl Trotz« bald Noske heißen. GroßGerün Nie wieöer Krieg! Der Bezlrksoerband Groß-Berlin der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands hat soeben die al'tioe Beteiligung an der am Sonntag, den 31. Juli, Im Lustgarten und auf dem Schloßplatz statt- findenden Friedenskundgebung„Nie wieder Krieg!" offiziell be- schlosten. Damit dürfte diese Veranstaltung, die übrigens an dem- selben Tage zur selben Zelt in ganz Deutschland stattfindet, zweisel- los die größte und machtvollste Kundgebung für den durch nichts und niemanden zu beirrenden Friedenswillen des deutschen Volkes werden. Alle Genosten und Genossinnen sowie g"' Freunde des Gedankens einer internationalen Verständigung werden gebeten, sich den 31. Juli freizuhalten. Weitere Mitteilungen folgen noch. Erümannshof in§!ammeu. In stüher Morgenstunde brach heute In dem Fabrikgebäude Erdmannshof, Kottbuser Ufer 89/40, Feuer au«. In kurzer Zeit stand der ganze Dachstuhl de» Fabrikgebäude» in Flammen. Das Obergeschoß, in dem sich verschiedene Industriebetriebe— Tischlereien, kleinere Maschinenfabriken sowie Lagerräume— befinden, brannte vollständig au». Offenbar sind Holzspäne durch Selbstentzündung in Brand geraten und haben mehrere Stunden geschwelt, bevor da» Feuer zur Flamme entfacht wurde. Die Feuerwehr hatte beträcht- liche Schwierigkeiten, die Schlauchleitungen in richtiger Höhe anzu- bringen, so daß da» Feuer einen gewaltigen Umfang erreichen konnte. Eine Zeitlang hatte e» den Anschein, als müßte auch das in der Nach- barfchaft gelegene Luifen-Theater von den Flammen ergriffen wer- den. Durch fortwährendes Wastergeben auf das Dachses Theaters und der Kulissen- und Geräteschupven tonnte die Gefahr abgewendet werden. Der ganze südöstliche Stadtteil war eine Zeitlang von dicken schwarzen Rauchwolken überdeckt, so daß �ch de» Publikums «ine ungeheure Erregung bemächtigte. Der Schaden Ist ein ge- waltiger und läßt sich zurzeit noch gar nicht übersehen, da auch die Wassermassen sehr viele Waren und Maschinen beschädigt haben. Die starken Betondecken haben anderseits verhindert, daß das Master in�di« unteren Etagen gedrungen ist und sich dadurch aufs beste be- währt. Auch Möveleinrichtungen der Paketsahrtqesellschast, die in den im Erdmannshof befindlichen Lagerräumen untergebracht waren, sind schwer beschädigt worden. Die Feuerwehr hatte im ganzen mit 80 Fahrzeugen der Groß-Berliner Wehren zu tun und «inen außerordentlich schweren Stand. Die Aufräumungsarbelten werden sich noch bi» in den Abend hineinziehen. Der Erdmannshof hatte bereits im August 1913 ein ähnliches Großfeuer zu überstehen. Damals brannten drei Dachstühle ab. Der Fall Rudolph-Franzke. In den Kreisen der Mogistratsmitglieder, die sich heute mit dem Fall de, Dr. yranzke, genannt Dr. Rudolph, beschäftigen werden, !iat, wie die B. Z.-Korreipondenz zu melden weiß, die Nachricht von etner Haftentlastung In Wildbad außerordentliches Bestemden erregt. Es soll zunächst festgestellt werden, aus welchem Grunde nicht sofort ein Beauftragter der Stadt»erlin nach Wildbad mit den nötigen Unterlagen gefahren ist, um dem dortigen Amtsanwalt die erforder- lichen Informationen zu geben, welche dem dortigen Bericht die Mög- lichkeit verschafft hätten, den von Tag zu Tag ablaufenden Haftbefehl zu erneuern und die Ueberführung Rudolph-Franzke- nach Berlin zu veranlassen. Im übrigen soll die Staatsanwaltschaft beim Land- gericht I bereits einen neuen Haftbefehl erlassen und den Magistrat sowie�andere Stellen veranlaßt haben, ihr sofort alle Unterlagen zu DaS SxplofionSunglLck i« Wilda«. In einem kurzen Bericht haben wir bereit» in der heutigen Morgennummer Kenntnis von einem Explosionsunglück, da, sich in Wildau bei Königswusterhausen zugetrogen hat, gegeben. Diefe« Un- glück hat in d�r dortigen Bevölkerung ein« erheblich« Beunruhigung hervorgerufen, so daß«Ir einen weiteren uns zugegangenen ausführ. Uchen Bericht zur Kenntnis bringen, den wir der Beachtung der Be- Hörden empfehlen. Am Dienstag vormittag ereignet« sich in Wildau auf dem Ge- läude des Schießplatzes, den Deutschen Waffen, und Munitionsfabriken gehörig, eine schwer« Explosion. Cm« Firma Schmidt betreibt dort d« Zerlegung von Mu- n i t i o n. Nach Aussag« der Arbeiter soll die Entzündung einer so» genannten Brandpatron« die Ursache dieses Unglücks sein. Es wurden drei Arbeiter schwer und zwei leicht oerletzt. Dr. König au» Wildau war sofort zur Stelle und ließ die schwerver. letzten Arbeiter nach Anlegung von Notverbänden noch den Kranken- Häusern Cöpenick irnd Königswusterhousen bringen. Ein anwesender Direktor Schwartz von der Firma Schmidt erklärte aus ausdrückliches Befragen, daß dieBrandpatronenoondonanderenkoum zu unterscheiden seien und solche» Unglück sichjeder« zeit wiederholen könne. Wir aber kragen die zuständige Stelle: Sind die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen bei solchen gefährlichen Arbeiten stets angewendet worden? Werden behördlicherseits regel- mäßige Kontrollen durchgeführt? Man kann wohl sagen, daß der scheußlickt« Krieg genug Opfer gefordert hat und daß jetzt alle» getan werden muß, um zu oerhindern, daß er auch noch in seinen letzten Zuckungen das Leben von Volksgenossen bedroht und vernichtet. Testamente von kkriegsteilnehmern. Au» dem Relchiwehrministerium wird der„Deno* mitgeteilt: Bei der Rechtsabteilung des Reichswehrmlnisterium» wird noch eine große Anzahl von Testamenten trnfbewabrt, die von Kriegsteilnehmern im Felde errlcbtet worden sind. Soweit sie als sog.„pri- vilegiert« letztwillige Verfügungen" nach dem 8<4 de» Reichsmili- tärgesetze» vom 2. Mai 1874 errichtet sind, haben sie mit Ablaus eine» Jahres, nachdem der Truppenteil de» Testators demobll ge» worden oder aus der Sefangenfchalt zurückgekehrt ist, ihre Gültigkeit verloren. DI« nach den Bestimmung«» des Bürgerlichen Gesetzbuch» errichteten ordentlichen Testamente behalten ihr« Gültigkeit. Die Verhältnisse«erden sich aber inzwischen vielfach so verändert haben, daß die Rücknahme der Testamente oder deren Abgabe an da» zuständige Amtsgericht angezeigt erscheint. Ent- sprechend« Anträge sind unter Beifügung des Hinterlegungsscheines an das Reichswehrministerium, Rechtsabteilung, Berlin W. 8� Leipziger Str. 5, zu richten._ Teures Auto und billige Dretraddroschke. Seit längerer Zelt ist der Tarif für die Benzindroschken auf die achtfach« dritte Taxe des Fahrpreisanzeigers, ohne Unterschied der Zahl der an der Fahrt beteiligten Personen, festgesetzt worden. Wie wir erfahren, haben sich nunmehr auch die Besitzer der elektrisch be- triebenen Droschken von Berlin an die Aufsichtsbehörden und an den Berliner Magistrat gewendet, um angesichts der in gleichem Maß« gestiegenen Betriebsunkosten eine Gleichstelluna mit den Benzin- droschten zu erlangen. Als einzige billigere Droschkcnfahrgeleaenheit werden dann nur noch die zurzeit probeweise zum öffentlichen Drosch- kenfuhrwesen zugelassenen Dreiraddroschken übrigbleiben, bei denen die Fahrpreis« um 28 Proz. niedriger sind, als bei den großen Wagen. Wie bereits kurz gemeldet, befindet sich ein neuer versuch zur Schaffung billiger Drojchkenfahrgelegenheit in Vorbereitung. Auf Anregung der Houptverkehrsstell« ist eine Auromobilfirma zurzeit mit der Lösung der Frage beschäftigt, einen Vierradwagen, der wesentlich leichter sein wird als die großen Droschken, zu bauen, und der bei geringem Brennstoff- und Oelverbrauch und geringem Kummiver- gleiß zu den gleichen Fahrpreisen Perswun befördern soll wie da» Hiradaut». Eine Erklärung des Berliner Magistrats. Der Magistrat Berlin hat folgende Rundversügung erlassen: „Nachdem durch Urteil des Oberoerwaltungsgcrichts vom 18. Juni 1921 sowohl die Stadtverordneten- als auch die sämtlichen Bczirksverordnetenwahlen für ungültig erklärt worden sind, ist die Tätigkeit der Stadtverordnetenversammlung und der Bezirksver« fammlungen erloschen. Dagegen bleiben die Mitglieder des Magi- strats und der Bezirksämter in ihren Aemtern und haben ihre Ge- schäfte weiter zu versehen. Dosselbe gilt für die Stadtverordneten, soweit sie Mitglieder von Magistrats- und Bezirks-Deputationen und Ausschüssen sind und dann auch für die ehrenamtlich tätigen Bürger." Zrn Schlafe au» dem Zensier aestürzk. Der 42 Jahre alte Kauf- mann Siegfried Herzog aus der Königgrätzer Str. 86!», der dort bei der Familie Cohn im dritten Stockwert des Vorderhauses wohnte, sah heute früh, weil es ihm in seinem Zimmer zu heiß war, zum Fenster hinaus. Dabei nickte er ein, verlor das Gleichgewicht und siel hinunter. Um 5\i Uhr wurde er von dem Nachtwächter des Theaters in der Königgrätzer Straße leblos Im Vorgarten liegend aufgefunden. Ein hmzugcrufener Arzt konnte nur noch seinen Tod feststellen. Für 400 0V0 M. Blusen- und Seidenstosfe erbeuteten Einbrecher in der vergangenen Nacht aus dem Grundstück Zimmerstr. 88. Sie drangen dort gewaltsam in die Gelchäst». und Lagerräume der B'.usen- großhandlung von Sarasohn und Crohn ein und schieppten die reich« Beute unbemerkt fort. Jugendherberge Im Spreewald. Am Eingang zum Oberspree» wald nahe bei Lübben hat das städtische Jugendamt Berlin soeben eine neue Jugendherberge für die wandernde Jugend eingerichtet, bestehend aus 17 Lagern(Bettstellen mit Matratzen). Eine voll- ständig eingerichtete Küche ermöglicht das Selbstzubcreiten von Speisen, wofür auf Wunsch auch die Herbergeleiterin Sorge trägt. Die Herberge steht der ganzen wandernden Jugend bis zu 20 Jahren offen. Die Uebernachtungsgebühr beträqt für Schüler 78 Pfg., sonst 1,80 M. Anmeldungen sind an das Städtische Jugendamt Berlin, Hauptabteilung III 10 c. Neue Friedrichstraße 80, zu richten. Der neue Heilsarmeekempel. Auch bi« Heilsarmee ist setzt dazu übergegangen sich für ihr Hauptquartier ein eigenes Heim zu schaffen, und hat zu diesem Zweck den ehemaligen Luifenhos, Dresdener Str. 34/38, erworben. Hierhin sollen später die Bureaus verlegt wer- d-n, auch befindet sich hier die neue, 1800 Personen fassend« Fest- halle, die den Namen„Heilrarmeetempel" führen wird und am Frei- tag, den 22. Juli, abend» 8 Ubr, mit einer großen Feier eingeweiht werden soll. In den darauffolgenden Tagen findet der jährlick« Heilsarmeekongreß statt, zu dessen Leitung der Kommandeur Howard und die Tochter des General», Katharina Booth, von London herüber- gekommen sind.— Die Heilsarme«, an deren ungewöhnlichen Zere- monien sich off genug der billige Witz der Doritetö. und Kaffeehaus- komiker entzündet hat, Ist eine Vereinigung auf internationol.:r Grund- läge, die ebenso wie die Quäker die Verständigung der Völker sucht und sich mit praktischer Wohlfahrtspflege bcschästigt, Ohne ol» Sozialist sich der Organisation anzuschließen oder gar dafür zu werben, soll man doch den ernsten Willen der Leute zu internationaler sried- licher Arbeit anerkennen. Ein Verkaus alter Möbel und allen Hausgeräts, und zwar eine Anzahl von Einrichtungsgegenständen, ein großer Posten Ve. troleumlampen u. a. ir.., die teils unbrauchbar, teils entbehrlich sind, findet am Donnerstag, den 21. Juli, vormittags 10 Uhr. im Alters» und Kinderheim der Gemeinde In Neubabelsberg, Ecke Bäck» mann-. Stahnsdorfer Straße gegen Barzahlung meiftbletend durch Versteigeruna statt. Kauflustige können Näheree hierüber beim In- spektor des Heim» erfahren. Freie Vrelfe lm kerzenverkanf. Durch ein« demnächst erscheinende Bekanntmachung de» Reichswirtschcftsministers wird die Vorschrift, wonach auf den Kerzenpackungen der Kleinverkaufspre!» für die ganz« Packung und für die einzeln» Kerze anzugeben Ist, sowie da» ferner hiermit in Zusammenhang stehende verbot de» losen Ber» taufs von mehr als drei Kerzen aufgehoben. Erholungsheim für tzehrerlnaen. Als Erholungsheim für mfnderbemlttelt« Lehrerinnen werden in den Kommer» und Herbst- ferlen einige Räume de? Ouarantäneanstalt bei Emden benutzt. Im Fall einer Belegung mit Kranken müssen d!« Lehrerinnen ihren Aufenthalt ohne Anspruch auf Entschädigung unverzüglich abbrechen. Bettwäsche. Kissen- und Bettbezüge sowie Handtücher sind mltzu- bringen. Verpflegung wird nicht gewährt. Da» nahegelegene See- mannsheim berechnet für das Mittagessen etwa 8 M. vle allen Berliner avfs Land. Die alten Berliner oder Hosvs, taflten will der Moqistrat in Berlin möglichst in Prlvatpflea« unterbringen. Die Stadt will damit ihre Anstalten entlasten. Wie der Magistrat witteilt, sind die alten Leute zu ganz leichten ver- richtnngen in ländlicher Arbeit oft noch verwendbar. Er ist bereit. für die Privatpflege je nach den Verhältnissen bi» zu 280 M. auf den Kops monatlich zu zahlen. Der Minister des Innern hat di« Regierungspräsidenten erlucht. diese Absicht bekanntzugeben, nötigen« fall» sich mit geeigneten Vereinen in Verbindung zu fetzen. Es wäre wirklich zu wünschen, daß man die alten, meistens doch schon recht gebrechlichen Leute in de» städtischen Alterebeimen ließe. Einmal fort von Berlin, weiß kein Mensch, wie«» ihnen ergehe« wird. Postüberwachvngsstellen. Die Post hat mit der Postüber» wochung nicht» zu tun Di« Postüberwachungsstellen sind Organe der Reicbsfinanzverwaltuna und untersteben dem Reichs- finan, Ministerium. Auch das Personal der Postüberwachuna». stellen wird von diesen selbständig angenommen und besteht nicht etwa aus Postbeamten. Zuschriften und sonstsge Anfragen, die di« Pastüberwachungsstellen betreffen, sind deshalb on diese unmitte!» bar oder an da, Retchsfinanzmimsterium und nicht an die Post- behörden zu richten. Der Sportpalast an die Ufa verknust. Das bekannte und auch «rrößte Berliner Lichtipielhau», der Sportpalast in der Potsdamer Straße, wird von der Ufa übernommen werden, die in idm ihre großen Film« zur Uraufführung bringen will. Im Besitz der Ufa sind di« bekannten U.T-Theater. Der Venvalkungsrat de» Bereln» Deutscher Straßenbahnen, stiewbahnen und Prsvaielfenbahnen hat beschlossen, mit Rücksscht auf die in diesem Jahr« abgehaltene Tanung de, Internationalen Straßenbahn- und Kleinbahnvereins In Wien di« diesjährige Houve» Versammlung lediglich aul dt» Erledigung geschäftlicher Angelegen» bellen zu beschränken, t»« Versammlung soll in Berlin im September stattfinden. Hroß'Serline? parteinochrichten. Morgen. Donnerstag, den 21. Juli: ». ftret», Tt-raart»». Abend» 7 Uhr Z»re>»v«rtre»»r.B»r«»n>mlun» In bn Aula bot »or»tbe,n!s>ul« Sttttfcf. Obnt 8»gi«m«tlon lein Cmtitit 7UnIt.iches Ersibeinen der Drlrgterien notwendig. TS.«btrllnnq.«chöoeb«». JSeutt nachmittag VI, Ubr, Zui-mm-nkunb allrr«•» vossinnen mit g-im»'« nm Vodndot Paprstroß«. Adi-hrt nach»lautonsold» vastlbft«emUtllche» gusammrnsrtn Arbeitersport. Di« lebte Da»»avd»rsadrt de» Da»»» ß de» UrSetter.?Iadfabr«t.rwnd«» „SoNdarltlil" fand am Sonnt»,, den 17. Suli, Natt und B« W«fc fl* 1»«ntt (mpofonttn«tundzetunz. Um 1 Uhr wurde«In kor so durch»i, Stadt Potodam oefohrcn, und ,wa- In Fc.!,rrelke-on RSb«n.»a» Ziel des ilmfadrt war der Luvaerten am L-dlstz. wo«IN« öffentlich, Y-rsammUng d,« «Nadler lli-tts-nd. Noch den Beor'>g>'n,,wort«n der Potsdamer chenoffen sprach der Gauleiter i«, nasse Deinert IId»r dl« starb, runoen. welch- dl« Radfabrer letzt -rneut an«eich. Staat und»ommun, stellen mltffen. S, wurde, um Schiit» «int antschN«»»», an,«nomm«n. dl« t»v Wunsch auf»erbesstenn, der 6 trade« und«unststroKea alisdrMU. SewerMastsbewegurlg »Uagewerkschastlkch und frech". Heues vom DHV. Räch wie vor macht sich die parteipolitisch« Einstellung des Deutschnationalen Handiungsgehilfenverbande» in seiner Gewerk- ichastsarbeit bemerkbar. Wie weit diese deutschnationalen kapitalisti- schen Einslüss« schon sühren, zeigen deutlich die Ereignisse, die sich in diesen Tagen im Bundesstaat Lippe abgespielt haben. Die Eh istlichen Eewerkschaften, Bezirk Lippe, die durch den Ab verbreche?, die die Geoeersschostsverfammklmg besucht hatten, lTehattserhShung und einer baldigen Beantwortung des Schreibens fanden. ausgeforderl werden sollgn. Die nächste Werkmeistervcrsammlung Dieser Fall ist einer der vielen Drangsalierungen, die die chotel- wird dann über weitere Schritte zu beschließen haben. Man möge angestellten bei der Abhaltung ihrer Gewerkschaftsversammlung zu im„Vorwärts" nachsehen, wann und wo die Versammlung stattfinde. erdulden haben. Die Polizeioerwaltungen berufen sich auf die längst- überlebte Bundesratsverordnung vom Jahre 1916, Die gesamte Rhein- Schiffahrt flMgelegt. Nach der„Äöln. Ztg." um den gastwirtschaftlichen Angestellten die Abhaltung von Nachtvcr- ist seit gestern auch das Frankfurter Maschinisten- und Heizer» sammlungen zu verweigern. In sehr vielen Fällen haben die Be- personal ausständig, so daß die gesamte Rhein-Schiffahrt stilliegt. Hörden sich dabei als die Helfershelfer der Unterneh. Auch im besetzten Gebiet beharrt man, entgegen dem Befehl der m e r betätigt die ein starkes Interesse an dem Nichtzustandckommen Rheinlandkommisston in Koblenz, im Ausstand. Morgen abend wer- der Gewertschoftsversommlungen haben. Daß es eine ganze Reihe den die Maschinisten- und Heizeroerbänd« zu den Streikfragen Stel- von Polizeiorganen gibt, die in loyaler Weise den Gastwirtsange- lung nehmen. geordneten Biesemeier im Livpeschen Landtage verir'eten sind, io�"währe�d«s�&�� Der- L h"®an8eroerl,€'l,�fs ,n �a?r6rC�en-'Je6ci haben sich bei der Regierungsumbildung für«ine Koalition der So-(Amieoen werden' 11-™ � Baugewerbes haben nach der„Franks. Ztg. zlaldemokratischen und Dem'otratischen Parte, em-j Die In Froge kommenden Angestellten betrachten es als ihr � I!.'? J"? zu �lösten. Das Landespräsidium setzt sich nachdemAus- l ganz�s-lbswe�ständliche�Rech� Ge�kschafisoc�unlung��� Hardt if�aleidlhO� enfabci�®�r* scheiden de» Deutsch-Voiksparteilers Muller aus zwe, Sozialdemo. Beendigung ihrer Arbeitszeit abzuholtcn. Tie glaube» v a r d t ist gleichsalls m den Ausstand getreten, kraten und einem Demokraten zusammen. Der Deut'chnat.ona e■ aud) ber!Rfpu6lil nicht minderen Rechts als im wilhelminischen Hendlungsoehllsenverban� knviflt auf Grund der vorerwähnten Partei- �»ö;fcrrp;A xu(!;„ jjcnDiKnqsceoiiicnDenxino Diuiqr cht vvruno oer roreirraqn:*rn pauci- j Aajserreich sein politischen Einstellung die Ssellunanahme d«, D-utschen G-werk. Hauptverwaltung des Zentrakverbondes der Hot.langcstell- schaftsb'indes n cht vnb Wrdertden Rucktr.t tB.« l-m e'«rs. � bemüht sich seit mehr als �incm halben Jahre bei drei Mi- Ans diesem Grund, hat der �>amtverband Deuter Angesäten,„istern. um eine Regelung der Lerfammlungsftage nach Ein- pewerkschosen iur Lipp« eine Erklärung gegen den Wg«°r!me!en � Polizeistunde zu erzielen, ohne daß die Angelegenhe-t einen S tS|.«Ä lL«fÄ'bffiÄ«SSuZn ist-.17. ,°"r>»ü« Äii?: aeaen- grundlicher Beratung Mit folgendem Beschluß ent. bjx gast wirtschaftlichen Angestellten durch das gegen. H t. � fff.i t m..t. ei.. Reicksmini st erium des Innern. Allem Anschein nach ,'.»"Vorstand he» Se�rkschastsbun�-bMgt� Verhalten hat man es mit der Verlängerung der Polizeistunde de» Abg. Vie�meier in der Frage der Regierungsbildung.''-. 2. Der" bis zum 1. iuupuii 0. �1. einen-ureireier iui irns«un««»(;iu|»-iuii..--u,«, orrbjit-.„„s Sknaelt-llten. namhaft zu machen. Der vorgeschlagene Dert'e'er muß m seinor 3 ; � o„f' zugunsten der Unternehmer viel ei'iger als mit der Wiederherstellung t«Äl*»SS.'ÄÄÄ IJSSÄS; JsJ!»»E3srw-- po'i'ischen Grundaufsasiung der jetzigen Regierungskoalition entsprechen. S Brinat der Getamtverbond der Angestellten bi? zu diesem Tag««inen annehmbaren Vorschlag nicht, so wird der Vorstand des Gewerkschaftsbunds» selber einen geeignelen Vorschlag machen. Gewerkoerein Duii'cher Ziegler. Gewerkschaft deutscher Eisenbahn- und Staatsbedlensteter. Zentralverband christlicher Fabrik- und Transportarbeiter. Zentralverband christlicher Holzarbester. Arbeiterbewegung in Polen. Der Textilarbeiterstrcik in Lodz hat sich trotz der Schlichtungsbemühungen des Arbeitsministers Da- rowski weiter ausgedehnt und auf Tomaszow übergegriffen. Laut „Gazeta Poranna" droht der Ausbruch eines allgemeinen Metall- arbeiterflreiks. gestrüloerbaod der Angestellten fSstte-, Msttzen-F-brlk-iwi, en TOf): Mit- gliedervirsammUliig Doimerslag, S>/, Uhr. Pr-lchtM- AU-B-rim, Biumenjir. Ui. WLrtsiHcrft Französische wohnungs..fürsorge" im Saargcbiet. Von unterrichteter Seste wird uns geschrieben:„Vor kurzem ist im Saargebiet durch den Minister Hektor-Saarbrücken ein W o h- .,,._....... n u n gs b a u o e r b a n d der Gemeinden gegründet worden, Sohndrnckerei bei der Vergebung von TtaatSauftragen. der als Vermittler zwischen Staat und Einzelpersonen bzw. gemein- Die Herstellung de? Bekleidungsstücke für die Schutzpolizei soll nützigen Verbänden Baiikostenzuschüsie gewährt. Die Zuschüsse noch dem Tarif der Uniformlieserungsschneiderei entlohnt werden, werden im allgemeinen unter den für die Gewährung von Landes- d. h. die angesetzten Arbeitsstunden werden mit dem Stundenlohn, darlehen üblichen Bedingungen gewährt, d. h. für Kleinwohnungen der in Berlin 5,77 TL beträgt, multipliziert. Unter den Firmen bis zu 70 Quadratmeter Grundfäche. und betragen etwa 17S Fron, findet natürlich ein förmlicher Wettlauf nach diesen Aufträgen statt, ken je Quadratmeter Wohnfläche. Di« mit Zuschuß errichteten Der eine unterbietet den anderen, um die Konkurrenz aus dem Häuser unterliegen nicht der Beschlagnahme und Höchstmietenfest- .Feld« zu schlagen und den Auftrag zu erhalten. Dieses Unterbieten s-siung. Der praktische Wert dieser staatlichen Wohnungsfürsorge Aus vorstehender Erklärung geht wohl zur Genüge hervor,; geschieht aber nun keineswegs aus Kosten des Profils, sondern aus �oer wird wesentlich beeintrachNgt dadurch, daß die Saarregie- wie die Wähler des Abg. Biesemeier über sein« Stellungnahme Kosten des Arbeitslohnes. Eine Berliner Firma z.V. jL�ß* notwendig werdenden Kapitalien in denken. Zum besseren ii-ersiändnis sei noch daran, h.ngewiefen,„klärt, daß sie mir dem ihr bewilligten Tarif nicht auskommt, daß sie Fran kreich a u f n e h m e n will, wo sie mit 7 v. H. verzinst und daß von den Mitgliedern des Deutschen Gewerkschoftsbundes(Ehrist. draufzahlen müsse, daß die Aufträge von Außerhalb feien und sie v- getilgt werden musien, wahrend der Wohnungsbauver- llck>«n. Die Red.) der G-ssamto-rband p-utfcher Angestelltengswerk- �dem mit der Konkurrenz rechnen müsse. Aus oll diesen Gründen b?»d die erforderlichen Mittel innerhalb de- Saargebiet» mit schaften e-n Sechzehntel der Gciom-mitglied-rzahl ausmacht. ,3� sie ihren Arbeitern einfach e i n e h a l b e S t u n d e w e n i g e r. 4'7. in Mark hatte haben tonnen. Dadurch erwachen dem Die Angestellten oerlang-n allerdings, daß sich die fünfzehn«rch-%uch de� Hinweis der Firma, daß es sich um Vollieferunoen I'sdier schon hohe Lasten. Neben der Verzinsung in Hohe des zehntel dem Willen der Anaestelltenführcr unterordnen sollten. Das hn adelt, ändert an der Tatsache nichts, daß sie den tariflichen friede nswertes und eines weiteren Kapitals von 200 v. H. de» Ist abgelehnt, well in unserem Gewerkschastsbund« die Beschlüsse«ohn zu zahlen hat. Wenn sie glaubt, aus Konkurrenzrücksichten onedenswertes ist der Rest de» erforderlichen Bau kapitals mit der M« h r h. i t gelten. � 0! billiger liefern zu müssen, dann soll sie' das tun. aber sie hat kein D:�«U"nb»" Dabei bleibt dos Haus Eigen- Es ist eine ungewerkschaftliche und freche Zu- Recht, diesen Konkurrenzkampf aus Kossen des nickt allzu hohen tum desVerbandes Da nun. um«m Zahlenbe.fp«l zu nennen. mutung wenn die Angestelltenführer die Mandatsniederlegung"-------—- �-•'"* iv.�-ki-i�.. i». c.---- des Aba. Biesemeier verlangen. Für den Vorstand: Koierad P 0 t t h a r st, 1. Dorsstzender. Dieses Zeugnis«Ines Bundesaenossen charakterisiert wohl am besten die reaktionäre Einstellung des Deutsch» nationalen Handlungsaehilsenverbandes. Wenn der DHD. auf diesem Wege fortfährt, wird die Zeit vielleicht nicht zu fern sein, in der sich die Christlichen Gewerk'choften weigern, weiter mit diesen deutschnationalen Helden zusammen zu arbeiten. Arbeitslohnes durchzuführen. � Der Deutsche Bekleidungsarbeiter-! Dre.z.mmerwohnung oo�O Quadro mc er Nutzfläche m Saar- verband, der usts diese Mitteilung macht, erwartet von der vergeben.! � den Dienststelle und vom Minister des Innern, daß sie diesen«™"If*'° ILZ Zuständen baldmöglichst ein Ende machen. n.eber.noch die Unterhaltung de- Hauses, dessen Eigentumer er gar Die Buchbinder-Tverkmeister zur Lohn>'rage. Die Werkmeister der Buchbindereien waren am Dienstag zahl nickst ist, zur Last fällt. Der amerikanische Wellhandel im Jahre 1020. Der amerikanische Welthandel gestaltete sich einem amtlichen Bericht zufolge im letzten reich versammelt, um zur Gehaltsfrage Stellung zu nehmen. Das.?°hre außerordentlich günstig: Die amerikanisch« Ausfuhr überschritt „.»,.___-—.„._ KCa(C• v« ü«* t»•»<•»** OOAA ML>»rr« a** am Referat wurde von Arnold erstattet, der sich dafür aussprach, daß eine Gehaltserhöhung um 10 Proz. ob 1. Juni ange- sicht» der fetzt bestehenden Verhältnisse gerechtfertigt fei. Die In den die Einfuhr um 2800 Millionen. Ein Angriff auf die VersammsungSfreisseit. Eine vom Zentralverband der Hotel-, R e st a u r a n t- � kaufmännischen Betrieben Angestellten hätten die tariflich für Werk- und Eafean gestellten in Osnabrück am 11. Juli einbs-' meifter festgelegten Lohnsätze bereits erheblich überflügelt vnd auch rufene Gewertschaslsoersommlung, die bis 2 Uhr nachts genehmigt bei den umfangreichen Akkordarbeilen in den Buchbindereien werde war. wurde kurz nach 2 Uhr durch Beamte der Schupo aufgelöst, bei Spezialarbeiten ein höherer Lohn erzielt. Auf ein Schreiben an, � �, (Bekanntlich sind die Ggstwirtsangestellten infolg« ihrer Tätigkeit den Verband Berliner Buchbindereibesitzer, m dem die bescheidene, D0.n Ufa tm Osten bis zur Düna trn Westen. Besonders stark gezwungen, ihre Verfommiungen nach Eintritt der Polizeistunde ab- Forderung einer lOprozentiqen Zulage erhoben ist. liege eine Ant-?Ulet die Seuche lang» der Wolga und im Donczbecken. Die Zahl zuhalten.) Daß die Versammlung kurz noch 2 Uhr aufgelöst wurde,..........'' Iw n*—'««<•->«........ ohne daß die Tagesordnung erledigt werden kannte, ist nicht dos wesentliche. Bezeichnend ist vielmehr, in welcher Weise man gegen diese Versammlung vorging. Kurze Zeit nach der Auflösung der Versammlung erschien eine Adteiluig von 20 Schupo-Beamten, die das Haus umstellten und die Türen gewaltsam erbrachen. in Küche und Keller nachsuchten und schließlich keinen der„Schwer. fltis aller Welt. Die Cholera in Rußland. Nach den letzten amtlichen Feststellim« gen ergreift die Epidemie bisher oerschonte Gebiete und erstreckt sich von Ufa im Osten bis zur D ü n a im Westen. Besonders stark tjvrurrunfl nnn lupTozcnnqen oinaqe eryvoen 1,1. liege eine«»> I Ä' Donezbecken. Die Zahl wort noch nicht vor, doch oerlaut», daß eine Versammlung der Arbeit- Todesfalle belauft sich auf 68 bl» 90 Proz. An der Grenze von geber zwar eine ablehnende Haltung dazu eingenommen habe.; T�kestan wurden amtlich �bere.t- oier Falle von Deulenp-st fest- von einigen der Teilnehmer ober angeregt worden sei, daß man sich ä'H?«�7 siidslawischen L aib a ch, an der Lahn In einer Vorstandssitzung nochmals mit der Forderung beschäftigen Briest Wien, ist eine Arceiterfomilte an asiatischer Cholera erkrankt. möge.! �.............■"— i Die folgende Aussprache führte zur Annahme eine» Vorschlage», �»»gtitt'l_»t.»«wtytf».«iairttoiter,: nach dem die Arbeitgeber nochmals schriftlich zur Dcwilllounq der m6rt**n(thnti'n* n«priiosanttnii*nui xma»?« te" vrrii.i» Die ßeiliiU Der HereealeiDen D« MMe Weis« mD MDmaie Von F. Kort, Direktor de» künstlichen Höhensonnenbades„Aktis". Vor mehreren Monaten veröffentlichte ich in dieser Zeitung einen Aufsatz über die Heilung der Nervenleiden, und seit dieser Zeit sind viele Hun- derte in der von mir geleiteten Anstalt von ihren Nervenleiden befreit worden. Wenn ich heute auf dieses Thema zurückkomm«, so geschieht die» einmal, um die neuesten Erfahrungen auf diesem so viele Interessierenden Krankheitsaebiete mitzuteilen, und zum andern, um viele Fragen, die in meinen Sprechstunden an mich gerichtet wurden, allgemein zu beantworten. Um auch neu hinzugekommenen Lesern verständsich zu sein, muß ich einiges au« meinem früheren Aufsatz« wiederholen. Dabei»leib« ich bei meiner damaligen Einteilung in 1. Neurasthenie(Nervenschwäche ober Nervosität). 2. Neuralgie(Nervenschmerzen). Daß man die Nervosität eine typische Erschei- nung der Jetztzeit nennen kann, ist allgemein be- kannt. Weniger bekannt aber ist, daß die Nervösen zu den unglücklichsten Kranken gehören, besonders oeshalb, weil ihr« Krankheit von den meisten Mit- menschen nickt als solche angesehen wird. Man hält sie oft für Simulanten und unverträgliche Ehorab- ter«. weil man ihnen ihre Krankheit nicht ansieht, man schilt sie faul, weil ihnen ihre Krankheit die Lust und die Möglichkeit zur Arbeit nimmt. Durch solche Verkennung und falsche Behandlung wird natürlich der Krankheitszustand noch verschlimmert. Gegen die Neurasthenie hat sich die Bestrah- lung mit künstlicher Höhensonne(aber nur wenn richtig und individuell angewandt) al« überaus heilkräftig erwiesen. Professor Iesionek von der Universitätsklinik in Gießen schreibt:„Die Bestrah- lungen wirken beruhigend und die behandelten Personen erfreuen sich wieder— ohne alle narkotischen Mittel— eines gesunden und regelmäßigen Schlafe» Die im Zusammenhang mit den nervösen Erscheinungen austretenden Schmerzempfindungen oerschwinden sehr bald. Ueberarbeitete und geistig Abgespannt« fühlen sich nach wenigen Destrahlun- gen im allgemeinen außerordentlich gekräftigt. Das Allgemeinbefinden, das ganze Aussehen„des Patienten, da» Gesicht nimmt einen ganz andern, frischen Ausdruck an. da» gedrückt« verdüstert« Ge- müt erhellt sich, der Appetit wird auf das günstigste beeinflußt." Mein« Ersahrungen, bei weit mehr ol, tausend Kranken gesammelt, stimmen damit vollständig überein. Zuerst kommt in der Regel der Schlaf wieder. Ein Herr erzählt« mir bei der ersten De- sprechung, er habe seit Monaten nicht geschlafen. Am Tage nach der ersten Bestrahlung sagte er mir voller Freude, er habe von abends 7 Uhr bis den andern Morgen um 11 Uhr fest durchgeschlafen. So schnell geht es natürssch nicht immer, aber schon nach der 2. oder 3. Bestrahlung pflegt sich der Schlaf einzustellen, dann tritt allgemeine Beruhi- der Appetit hebt sich und die Arbeits- und Lebens- gung der Nerven ein, die Angstgefühle schwinden. lust kehrt wieder. Die Kranken fühlen sich, wie mir oft versichert wurde, wie neugeboren. Als gute Hilfsmittel haben sich außer den Bestrahlunzen mit künstlicher Höhensonne die Dlbralionsmasiage und die Hochsrequenzströme bewährt, die je nach Bedarf auch' in der Anstalt verabfolgt werden. Mancher Nervöse wird nun einwenden, er könne die tünst- licke Höhensonne nicht vertragen, da ihm auch die Wärme der natürlichen Sonne nicht zuträglich sei. Allerdings ist Hitze nicht zuträglich, aber die künstliche Höhensonne ist durchaus kein Schwitzbad. Sie hat nur die milden Heilstrahlen des ultravioletten Lichtes. 2. Neuralgien, d. h. Schmerzanfäll« im Le- reiche der peripherischen Nerven(Nervenschmerzen). Nicht minder zu bedauern sind die Kranken, die an Neuralgien leiden, denn die Nervenschmerzen ge- hören zu den sch'immsten Schmerzen, die es gibt. Es gibt eine groß« Anzahl von Neuralgien. Am bekanntesten sind Gesichts- und Kopfneuralgien der Arme und Hände und besonders Ischias. Die Nervenschmerzen dauern oft Monat« und Jahre lang mit geringen Unterbrechungen, und die Kran- ken fahren Heilung suchend oft vergeben« von einem Badeort zum andern. Auch diesen Kranken bietet die künstliche Höhensonne in Verbindung mit Dia- thermie und Vibrationsmossage Gelegenheit, ihre Schmerzen oft überraschend schnell loszuwerden, und zwar mit sehr yerjngen Kosten. Außer bei den Erkrankungen der peripherischen Nerven ist die künstliche Höhensonne auch angezeigt bei verschiedenen Erkrankungen der vasomotorischen Nerven, auf die ich hier wegen Raummangel» nicht näher eingehen kann. Ich gebe aber in meinen Sprechstunden von 10—1 und 4— 7% Uhr i rn künstlichen Höhensonnenbad„SIttls, Belle-Allionee- Plah 6a, kostenlos weitere Auskunft. Wer sich weiter über die Heilwirkungen der künstlichen Höhensonnne unterrichten will, dem sendet obige Anstatt auf Berlangen(in Berlin kostenfrei, nach auswSrts gegen Einsendung von 1 M. in Briefmarken) die Druckschrift Nr. 1a. Die Preise für ein« Höhensonnebadekur von 15 Bs» strahlugen sind immer noch bei Einzelbestrahluna 90 M. und bei Gruppenbestrahlung(3—1 Personen) 60 M., so daß sie auch für Minderbemittelte er- lchwingflch sind. Die Preise für die übrigen Hell- faktoren, Diathermie, Vibration», und Handmaffage usw., sind ebenfalls sehr mäßig. Ich mache noch, damit verwechflungen ver- mieden werden, darauf aufmerksam, daß es nur ein künstliches Höhensonnenbad„Aktis"(Belle- Alliance-Plah 6a) gibt, da» keine Zweiqanstalten hat. Es sind nämlich in letzter Zeit mehrere An- stalten aufgetaucht, die sich auch künstliches Höhen» sonnenbad nennen, sehr oft aber gar keine künst- liche Höhensonn« haben. Im Wartezimmer des Höhensonnenbad„Aktis" kann sich seder die richtige künstliche Höhensonne an- sehen, um vor Täuschung bewahrt zu bleiben. Da setzt die Dinterkrankheiten wegfallen, so braucht bei den 22 Höhensonen im Höhensonnen- bod„Aktis" niemand mehr lange zu warten(nie- mal» über% Stunde). Es ist deshalb die best« Zeit für Neroenleidend«, eine Höhensonnenbode- kur zu beginnen. Je eher man sie beginnt, desto besser und schneller ist die Heilung. mm io bedeutend herabgesetzten Preisen auf Tellzahlang Kleinste An- D-ihzaiilung Möbel-Cohn Gr. Ffanklnrler Str.§8 i Min. vom Alexanderplatz. Filiale: Badstr. 47-48. 5 Min. t, Chf. Ccsundbr. Entfettungs-Tabletten Marke»»Ibolo". da» erfolgreichste unb onschavllchste Mittel gegen Aellsnchl.,