!tt.339» ZS. Jahrgang Ausgabe A Nr. 172 Bezugspreis, B>e«iI>Shrl.Z0.— M.. monail. 10.— M. frei ins S>qus, voraus jal)ibat. Postbezugs Monatlich 10,— M. emidjLSu- stellungsgebühr Unter Kreuzband für Deulichiand, Danzig, da« Saar» und Memelaediet. sowie die eheniai» beut- scheu Gebiete Polens Oesterreich. Ungarn und Luxemburg 20.- M. für das übrige Ausland 27.- M, Postdestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. TIcherbo- Elowalet Däne- Marl, Holland, Luremburg, Schweden und die Schweiz Der.Borwärts" mit der Sonntag»- beilage„Poll und Reit" der Unier- baltiingsbrilage„Heimwelt" und der v« läge„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochenlägiich zweimal. Sonn- tag» und Montags einmal. Telegramm-Adresse, „Sozialdeniolrai Berlin" Morgen Ans gäbe Berliner Zentralorgan der rozialdemohratifchen parte» Deutfchlands (30 Pfennig) AnzrlgenprctS» ®ii»chigeloalien, Aonvaretstezetl» kostet V£0 M„Klein« Unzetgen" da»>ellg»druckte Wort tL0 M,u» Hauoigelchätb Perlin SW üb, Linden. strage ib abgegeben werden Geöffnet oon g Udr irüh dt» d Uhr abend» Neöaktion vnö Expeöition: SW bS, Ltnöenstr. 3 �erilspredickt Rrdaktion Marttipla«, lSlitä—»7 höxpedttion WioritzPlaN II7ä3— S i Donnerstag, den Ä1. Juli vorwärts-verlag G.m.b.k., SW H8, Linüenftr. 3 0oi>Pnk»,�e-rf>i-�- Verlag, höxvedition»nd Inseraten. Morihplan ll7ö»-»t Englanö drängt zur«ntsiheiSung.! London. 20. ZnN.(1BIB.) Nach einer Mitteilung des Reu- lerschen Bureaus wird In einer englischen Rote an die Pariser Regirrung als Zeilpunkt für den Zusammentritt des O b e r- sten Rates der ZS. Juli vorgeschlagen. Die Konserenz soll in B o u l o g n e abgehalten werden. Paris, 20. Juli.(MTB.) Die Havasagenlur teilt mit, die französische Regierung sei n o ch n i ch t Im Besitze der englischen Anl- wort auf die französische Rote vom 15. Juli über Oberschlesien. In- dessen habe der französische Botschafter in London, Gras de S t. A u- l a i r e gestern eine Bcsprechung mit Lord E u r z o n gehabt, aus der hervorgehe, dah Foreign Office� auf der Einberufung des Oberslen Rates in Boulogne Ende des Monats, und zwar ohne vorangehende Sachoer ständigen. Konferenz, bestehe. Scharfer Druck auf Zrankreich. London, 20. Juli.(MTB.) Reuter ersährt, daß heute von Sir h a r o l d Stuart, dem englischen JK.-Bertretcc in Ober- schlesien, Telegramme eingegangen seien, in denen festgestellt wird, daß die allgemeine Meinung der alliierten Kommissare dahingeht, daß jeder weitere Aufschub der Regelung in Ober- schlesien eine sehr gefährlicheLage schaffen werde. Die kam- niissare drängen auf baldige Entscheidung und regen eine s o s o r- tige Teilung zwischen Deutschland und Polen an. Die Kommissare seien überzeugt, daß. wenn einmal eine endgültige Entscheidung erreicht sei. das Boll sich beruhigen werde. Lord E u r z o n übte ei«en sehr scharfen Druck auf den französischenBolschaster au». Es sei unmöglich, die gegen- wärlige Verzögerung weiter fortzusetzen. E» habe immer geheißen, daß Frankreich nach de» 15. Juli für die Teilnahme an der Konferenz frei sein werde. Es werde nunmehr vorgeschlagen, daß die Zu- sammenkrmft des Obersten Rates am oder vor dem 28. Juli in Bau- lsgne stattfinde. Der gegenwärtige Augenblick sei günstig, da die oberschlesische Bevölkerung mit der Einbringung der Ernte beschäftigt und das Land vollkommen ruhig sei. Obcrschlesien und Amerika. Paris, 20. Juli.(WTB,)„T e m p s", der in seinem heutigen Leitartikel Frankreich gegen den Vorwurf verwahrt, als wolle es systematisch den Zusammentritt des Obersten Rates verzögern, wäh- rend der Friede Europas vielleicht in Gefahr komme, wenn das oberschlesische Problem nicht baldigst gelöst werde, sagt, der Vertrag von Versailles setze fest, daß die zukünftige Grenze Oberschlesiens durch die alliierten und assoziierten Großmächte festgesetzt werden müsse. Diese Formel bedeute unbestreitbar, daß die Vereinigten Staaten an der Entscheidung teil- nehmen müßten. Vergeblich werde man betonen, die Der- einigten Staaten hätten den Dersailler Vertrag nicht ratifiziert, es bleibe trotzdem wahr, daß die Entente und Deutschland sich gegen- seitig verpflichtet hätten und zwar durch eine Stipulierung, die das Eingreifen der Dereinigten Staaten erfordere, um das Schicksal Oberschlesiens zu regeln. Das Dlatt hält die Vroze- dur einer Tagung des Obersten Rates nicht für geeignet, um Frank- reichs Mitwirkung zu erzielen. Man könne die Angelegenheit im Gegenteil nur auf normalem diplomatischem Wege, also durch Vermittelung der Botschafter behandeln. Wenn man eine sofortige Einberufung des Obersten Rates und eine prompte 1 Regelung des oberschlesifchen Problems verlange, so sei das nicht dieselbe Sache. Das Vlatt ist nicht der Ansicht, daß der Ober st e Rat diese Lösung bringen werde und er- � klärt, nicht um die Sache hinauszuschieben, sondern um sie zu be- schleunigen, verlange es«ine neue Diskussionsmethode. Teutfchenhilfe für Oberfchlesien. Breslau, 20. Juli.(WTV.) Das preußische Staatsministerium hat beschlosien, für die Beamten, Geistlichen, Kirchen- b e a m t e n und Lehrpersonen in Oberfchlesien in Anbetracht ihrer besonderen Notlage und Gefährdung unter Erweiterung der bisherigen Fürsorgebestimmungen für jeden Schaden an der ge- samten zu ihrem Haushalt gehörigen Habe, der seit dem 11. Februar 1920 durch Aufstand und Unruhen entstanden ist oder künstig ent- stehen wird, vollen Ersatz zum gegenwärtigen Anschaffungswert zu gewähren. Bei Körperschäden der genannten Personen und ihrer Familienangehörigen wird voller Ersatz oller zur Herstellung der Gesundheit erforderlichen Aufwendungen gewährt. Dominions unö Abrüstungskonferenz. London, 20, Juli.lun naht das umwälzende Ereignis der Wahlmaschine, di««Ue diese Dinge höchst einfach gestalten könnte. Der Erfinder ist der Münchener Holzarbeiter Johann Mundjgl, der dieser Tage seinen neu konstruierten Apparat zur Vornahme von Abstimmungen vorführte. Der Apparat besteht aus einem verschließbaren Holz- kästen, der, zur Wahlhandlung geöffnet, ungefähr die Größe einer großen Registrierkasse hat und an drei Seiten in erforderlicher Höhe, gleich der Wahlzelle zur Geheimhaltung der Wahl, mit einem auf- steckbaren Verdeckungsschirm umgeben wird. Vorn ist eine Reih« von numerierten Hebeln angebracht, und das sind die neuen In- strument« zur Willenskundgebung des Wählers. Der Druck auf den Heb»! ist die Stimmabgabe, die mittels eines Zählers oben sofort registriert wird. Ein Schild hinter dem Hebel bezeichnet noch aus. drücklich die List« oder die Namen der Partei, die man zu wählen wünscht. Der Wahlvorgang würde sich nun so vollziehen:: Der Wähler tritt wie bisher an den Wahltisch zur Feststellung seiner Wahlbe- rcch-tigung Danach geht er nebenan an den Apparat. Dem Wahl- vorstand gegenüber sorgt der schwarze Schirm, dem Publikum gegen- über sein eigener Körper für die Geheimhaltung der Wahl. Der Wahlvorsteher macht mittels eines Druckes mit einer Einrichtung, wie man sie am Photographenapparat sieht, von seinem Platz aus den Apparat frei; damit wird die Stimme zugleich in die Gesamt- summe gezählt. Alsdann drückt der Wähler auf den Hebel der Partei, die er wählen will: der Zähler zählt die Stimme wie bei einer?d:g!strierkc-ssz oder einer Taxameterdroschke. Er kann aber weder zwei Hebel zugleich noch überhaupt zweimal drücken. Der Mechanismus des Apparates ist nämlich gesperrt, bi» der Wahlvor» steher ihn wieder frei macht für den nächsten Wähler. Die Sache geht auf diese Meise bei aller Sorgfalt so schnell vor sich, daß die Zahl der jetzigen Wahllokale um die Hälfte vermindert werden könnt«. Nach Schluß der Wahl werden die Stimmenziffern der einzelnen Parteien von der Kommission einfach von den Zählern abnotiert, mit der Gesamtzahl verglichen und der Wahlapparat versch'ossen. Die Uebermittlung der Ergebnisie an das Hauptwahlamt ist sofort nach Schließung de? Wahllokals möglich. Das Resu'tat einer Reichs- tagswahl dürfte also innerhalb 24 Stunden leicht bekannt werden können. Neben einer großen Ersparnis an Papierkosten für Stimmzettel und dergleichen dürften auch di« übrigen Wahlausgaben durch die schnellere Wahlhandlung bedeutend niedriger werden, besonders da die Herstellungskosten für den Apparat auf höchstens 800 M. geschätzt werden. Allein die Ausgaben Pr Stimmzettel und Umschläge verschlingen in einem großen Wahlbezirk Hunderte, während der Apparat nur einmal zu beschaffen ist. Di« Unkosten für all« Wahlen könnten also ein« bedeutende Minderung erfahren, da der Apparat auch für Abstimmungen in den Parlamenten, Gewerkschaften und Vereinen geeignet wäre, a'so vielfache Verwendung fände. Einst- weilen fehlt ihm nur noch der Seien des Patentamtes, der wohl nicht mehr lange auf sich warten läßt, und die gesetzliche Zulasiung zu öffentlich-rechtlichen Wahlen; denn die amtlichen Watzlordnungen schreiben die Zettelwahlen vor. Vielleicht finden sich Männer Im Reichstag, di« nach ernsthafter Prüfung dem Reich die Erwerbung des Patentes empfehlen. Der modernsten Republik das modernste Wahlverfahrenl Eine neue ssorm der Zeils-Hrift will Professor O st w a l d, der berühmt« ChemUer einführen. Seine Zei'schrift soll nicht a's mehr oder weniger dickleibiger Band, sondern in einer Reibe von Einzel- l ch r i f t e n, gewissermaßen Sonderdrucken, erscheinen, die in Mappen periodisch ausgegeben werden. So kann jeder Aufsatz für sich gesondert ausbewahrt und von den Bibliotheken ein- zeln verliehen werden. In die>er neuen Form erscheint bereits die von Ostrvald heraus- gegebene Sammelsch' ist„Die Farbe". Bei ihr sieht Ostwald übrigens auch von jeder Bezeichnung der Tag« und Monate. ab. Er zählt die Tage durchgängig von 1 bi» 3LS bzw. 366, weil man, wie er ausführt, damit ganz gut aurkommen kann, sofern man sich nur m-'-kt, daß etwa am lvv Tage d'e Bäume grün werden daß am 200. die Ernte beginnt und am 300. di« Bäume ibr« Blätter ver- lieren. Dann weiß man z. B. soale'ch, daß der 233. Tag in den frühen Herbst, der 45. in den Schluß des Winters fällt usw usw. Man hat also di« Dezeichnuna der Monate gar nicht nötig. Die Zer'eaung einer Zeitschrist in einzelne Sonderdrucke hat ihre unoerkennbaren praktischen Vorteile. Der Verzicht aus die übliche Datierung der einzelnen Nummern erscheint uns aber— ohne dem großen Gelehrten zunahetreten zu wollen— etwas spleenig. Ludendorfss Manneszucht»nd schwer« So-qen. Aus München wird gemeldet, daß auf dem Stiftungsfest P» dortigen Verein» ' schaft im Staat die ihr gebührende Anerkennung und Gleich- berechtigung zu verschaffen!" Der Brandenburgische Landbund meint, er würde bei einem Streik das ganze Landvolk hinter sich haben. Er möge sich nicht täuschen, es könnte ihm teurer zu stehen kommen als er glaubt._ Wiederaufbau ohne Steuern. Die„Deutsche Allgem. Zeitung" beginnt sich mit dem Finanzprogramm der Reichsregterung zu be- schäftigen. Ihre Aeußerungen scheinen uns wegen der hinter ihr stehenden Interessen recht beachtenswert. Ganz offen wird zugegeben, daß das Reichsnotopfer in seiner bisherigen Form gar keine Kapitalabgabc gewesen sei, man habe eS letzten Endes aus dem Ertrag des Kapitals oder dem Einkommen getragen! Damit wird endlich von sachkundiger Seite zugegeben, was wir immer behaupiet haben, daß die Hclfferich-Hergtsche„Verbesserung" des Not» opfers das Kapital vor einer Abgabe gerettet hat. Die„Deutsche Allg. Zeitung" versucht des weiteren nach- zuweisen, daß bei einer Beteiligung des Reiches an der Industrie keine ILO Goldmillionen herauskämen. Deswegen ist es wohl besser, wir lassen die nur kümmerlich vegetierende deutsche Industrie ungeschoren oder, so schlägt man ernsthaft vor, daß Reich möge sich bei ihr auch an den— Passiven beteiligen. Das ist denn doch den Sinn des Reichssteuer- Programms so frivol ins Gegenteil verkehrt, daß daraus nur der Wille, dem Reiche nicht zu helfen, herausgelesen werden kann. Tschitsckerin gegen Sapern. Anläßlich der Verhaftung und Ausweisung des VoikSkommisiarS für Finanzen Nikolai Nikvlajewitich K r e st i n S l i auS Bayern lichtere T> ch i t s ch e r i n, wie die Dena erfährt, an den Venretcr de« Bevollmächtigten de« Deutschen Reiche« in Moskau. Herrn Ach orte,«ine scharfe Protestnote, in der er diese Maß» nahnre als eine unerbörte Verletzung aller Normen und Gebräuche des iiitcrnaiionalen Rechies kennzeichnet. Der Proiest schließt mit den Worten:.Da« Volkskommissariat für auswärtige Angelegen- beiieu ersucht Sie, Ihrer Regiening zur Kennlni« zu bringen, daß die Regierung der nissi'chen sozialistischen föderativen Sotvjet- repubtrk sich genöligt sehen wird, alle Beziehungen wirlschasrlicher und anderer Art mit Bertrerern Bayerns zu lösen, fall« ihr nicht vollste Geniigiuiing gewährt wird und Maßnahmen getroffen werden, die eine Wiederholung solcher Verletzungen de« Ver- trage« vom 6. Mai d. I. und de« internationalen Recht« unmöglich machen."'_ Reichstagsabgeoröneter tzitze gestorben. In Bad Nauheim starb der Zentrumsabgeordnete Prof. Dr. Hitze nach längerer Krankheit im 7l. Lebensjahre. Hitze war feit 1884 Mitglied de« deutschen Reichstage«, seit lSlS Mitglied der ver- fassunggebenden deutschen Nationalversammlung. Besonder« im letzien Jahrzehnt de« vorigen Jahrbunderl« spielte er eine be- deutende Rolle und beschäftigte sich mit Kultur« und Bildung«« fragen, die den Rahme» der engeren Zenlrumspolilik oft über- schritren. Hitze stellte die programmatische Forderung de« Rechte« auf Arbeit auf, und als einer der wenigen de« damaligen Zentrums iuchre er dem Sozialismus gerecht zu werden, den er„ein konsequente« und großarrige« System" nannte. Auch während de» Schandgesetze« gegen die Sozialdemokratie wagle er e«, die kollegiale Freundichast mit den bekanntesten Führern unserer Partei aufrecht zu erhallen, eine Handlungsweise, zu der damals Mut und aufrechte Gesinnung gebörien. Hitze gehört zu jenem Typu« der bürgerlichen Sozialpolitiker, die sich der sozialisiischen Gedaiikenivelt berrächtlich nähern, ohne doch— infolge ihrer andersartigen Einstellung— völlig in sie eindringen zu können. Am 16. März d. I. beging der nun Verstorbene seinen 70. Geburtstag. Die Sozialdemokraiie wird dem Wert und der Persönlichkeit dieses Manne« ein ehrenvolles Gedenken bewahren. deutscher Studenten Escherich und L u d e n d o r f f „zündende Ansprachen" gehalten haben. Ludendorss äußerte sich von schweren Sorgen erfüllt, weil die Mannerzucht im deutschen Volke geschwunden sei. Wenn man sich über diese Sorgen hinwegtäusche, so leiste man dem Vatettand« einen Ichleckten Dienst. Jedenfalls könnte Herr Ludendorff dem Vaterland« den besten Dienst dadurch leisten, daß er sich von jedem öffentlichen Austreten zurückhielte. Nicht nur die Pflicht der Manneszucht, sondern schon das elementarste Takt- und Anstandsgefühl müßten Ihn zu dieser Zurückhaltung veranlassen. Ein Mann, der so viel auf dem Kerb- holz hat, soll froh sein, wenn ihm gestattet wird, in aller Stille un- beMigt seine Pension zu oerzehren. Eine Gemeinschaflsküche der Steinzeit. Taufende von„Feuer- steinen", die man als„T o p f- K o ch e r" bezeichnet, sind in Bücken- ham Tofts Park zu Norfolk bei zufälligen Grabungen entdeckt wor- den. Da die Tonwaren der Steinzeitmenfchen einem starken Herd- fever noch nicht standhielten, lo wurden erhitzte Feuersteine in das ! Wasser geworfen, bis es dadurch zum Sieden gebracht war. Die außerordentlich große Zahl der gefundenen Feuersteine läßt darauf schließen, daß es sich hier um eine große Gemeinschaftsküche der Urzeitmenschen handelt, die das Fleisch des Großwildes auf diese Weise kochten. Die Herkunft de» gsschichMchen Faust wird auf Grund eingehen- der Nachforschungen von Prof. Dr. Hosmann im„Schwäbischen Bund" nachgewiesen. Es geht au» Einträgen in den Heidelberger Universttätsmatrikeln hervor, daß der bürgerliche Name des be- rühmten Zauberers Dr. Georg Helmstetter aus H e i d e l- b e r g lautete. Er hat erst später nach Humanistenart den Namen „Georglus Faustus angenommen. Unter seinem Familien- namen wurde er am 9. Januar 1483 in Heidelberg als Student ein- geschrieben und bestand hier 1487 seine Doktorvrüfrmg. Bis zum Frühjahr 1489 hielt er sich dauernd in Heidelberg auf. Da nach dem Einwchncrocrzcichnis von 1438 fein Vater schon tot oder wenigstens nicht mehr ertsanwesend war, mag er vielleicht im nächsten Jahre in die weite Welt hinausgegangen sein. 18 Jahre später traf ihn dann der Abt Tritheim als„Georgtus Sabellicus Faustus junior", und 1520 befindet er sich unter dem Namen „Dr Faustus philosophus" am Hofe des Fürstbischofs Georg von Bamberg Noch der Zimmeri'chen Chronik ist er ums Jahr 1540 „zu oder doch nit weit von Staufen, dem Stettlein im Breis- gau, gestorben". Wiege und Grab des geschichtlichen Faust lagen also in badischen Landen._ Paul Klee, der vor kurzem an das Weimarer Baubans beruien winde, zeigt im Sturm, Potsdamer Str. t34a, eine Ucbcrslchi über lein gcwmles tüuftleriicheS Schafieu. Blütbner.Qrckeüer. Da« nächste siädtilche Bolkskonzert ist Freitag. 8 Ubr, im B l ü t b n e r> S a a l. In der Komische» vper wird ,?l I t- H« i d e I b- r g- am FreiUig znm letzten Male gegeben. Ab Sonnabend, den 23., wird Leo Fall» .Der l i d e l e Lauer' neuHiisludieit in den Spielplan ausge, ommcu. Maxim Gvrti bat soeben einen großen Film vollendet � Er ent- hält Bilder aus der Killturgeichichte der Menschheit seit der Urzeit. Nach Palästtua wird demnächst der bekannte Botantter Prof War» bürg übersiedeln, um die Leitung der dortigen landwirtschast» lichen Bersuchtstatioo zu übernehmen. Nr. ZZH�ZS.�ahrgaag Heilage öes vorwärts Vonnerstag, 21. �utt 1921 GroßSerllu Der Sücherwagen. Die Zahl der ZZücherwagen, die jetzt an den Ecken der Haupt- verkehrsstraßen stehen, hat sich seit Kriegsende bedeutend vermehrt. Das beruht auf einer sehr verständlichen Wechselwirkung. Der Haupt- grund dieser Vermehrung ist natürlich der, daß mit dieser Art Bücher. verkauf vielen«ine Erwerbsquelle erschlossen wurde. Eine erhöht« Nachfrage nach alten Büchern, der ein gleich starkes Angebot gegen- übersteht, sichert eine gewisse Rentabilität des Handels. Wirtschast- lich Not zwingt den einen, sich von seinem Bücherschatz zu trennen, und den anderen Bücher im Altverlauf zu erwerben, weil neue zu teuer sind. Das trifft für gute Literatur zu. Daneben wird nämlich Schund verschiedenster Art und Herkunft auf manchen Dücherwagen abgeladen. Di« Leutchen vom Altbüchervcrkauf haben sich die ergötzlichsten Fahrzeuge zurechtgezimmert: von dem mit Brettern überdeckten Drei- rad bis zum vierrädigen Plattenwagen mit Hundegespann. Einige Händler oerkaufen ausschließlich neu« oder nur gute Bücher. Und hier taucht eine Frage aus: wo sind die Bücherwagen der Jugendorganisationen, welche gute Bücher zu billigen Preisen im Straßenhandel vertreiben wollen? Di« Preis«, die der Bücherwagen fordert, sind ganz verschieden. Für 50 Pf. kann man klein« Romanbändchen oder Broschüren erwerben, und für 100 M. Werke, die vor 1000 Jahren geschrieben worden sind und in altem gelben Schweinsleder prangen. Man findet unter den Verkäufern auch Fachleute. Aber auch oft verständnislos«, die sich bei der Preis- berechnung nach dem Einband und Titel des Buches, richten. So ist es möglich, daß man Wertwolles für billiges Geld erhält. Solch ein Bücherwagen ist ein kleiner Zeitspiegsl. Vor allem kündet er gegen- wärtig die jüngste Vergangenheit an: den Krieg und die Revolution. Kriegsliteratur— Marke Ullstein und Scherl— in Meng«. Di« neue Zeit offenbart sich in Schriften über Staatsbürgerkunde und die neuesten Zeitereignisse: auch die Schriften der S. International« fehlen nicht. Daneben ruhen die Klassiker: Goethe und Schiller trifft man häufig, dann Gottfried Keller, Emile Zola, Lenau usw. Und dann? Marlitt und Hedwig-Courths-Mahler(„Armes Dortc"). Aber auch anderes wird angekündigt:„Bon der Ehe"(mit Illustrationen), „Wie koche ich"(mit Arzneirezepten) und„Wie werde ich reich". Di« Leser des Buches sind arm geblieben, nur der Verfasser... Der Professor blättert gerade in einem mathematischen Werk. Ernst und würdig, wie wir es bei einem Gelehrten der alten Welt gewöhnt sind. Wir kaufen inzwischen einige billigt Reclom-Dändchen und hoffen, daß der letzte Besitzer keine Seiten herausgeschnitten hat. Ein schlechter Vers oder eine gut gemeinte Widmung an Lina Müller lassen sich«her ertragen. Ein bißchen schmierig find manchmal diese Bücher. Und darum sagt der Berliner zum Bücherwagen auch— Schwartenschaukel. Der Bücher wagen war uns schon vor dem Krieg««in guter Bekannter, er ist vielen heute ein lieber Freund geworden, und mancher sucht auf ihm nach verborgenen Schätzen. Die meisten Berliner werden aber nicht wissen, daß viel« von diesen fahrenden Buchhändlern gar nicht selbständig sind, sondern im Auf« trage großer Antiquariat« arbeiten. zusammentreten wird, tonn die Notverordnung vor Ende nächster Woche nicht veröffentlicht werden. Die Befürchtungen der oben erwähnten Notiz sind übrigens nicht begründet. Sämtliche von der früheren Stadtverordnetenver- sammlung oder den Bezirksversammlungen gewählten Mitglieder von Berwaltungsämtern der Stadt, insbesondere auch die unbesoldeten Stadträte und die Mitglieder der Deputationen, auch wenn sie Stadt- verordnete oder Dezirksoerordnete waren, sind nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, ihre amtliche Tätigkeit bis zum Antritt ihrer von der neuen Gemeindevertretung zu öblenden Nachfolger fortzu- setzen. Der Oberbürgermeister kann sie hierzu anhalten, was bereits durch die gestern veröffentlichte Rundvcrfügung des Magistrats ge- schehen ist. Die Stadtverordnetenversammlung wäre übrigens für die nächsten sechs Wochen ohnehin in die Ferien gegangen. Der Ma- gistrat hätte auch unter normalen Verhältnissen jetzt einige Wochen auf eigene Verantwortung verwalten müssen. D!e NotverorSnung für Groß-Serttn! Mehrere Blätter veröffentlichten eine gleichlautende Notiz, in der darüber Beschwerd« geführt wird, daß die Notoerordnung für Groß- Berlin noch nicht«rlass«n sei. Das führe zu unhaltbaren Zuständen. Schon trügen unbesoldete Stadträt« Bedenken, an wichtigen Le- schlllssen usw. teilzunehmen oder mitzuzeichnen. Sehr wichtige dringende Vorlogen könnten nicht verabschiedet werden. Wie hierzu die PPN. hören, erfordert die Notoerordnung, da gewisse Vorschriften des Gesetzes vom 27. April 1920 mit abgeändert werden müssen, um das Zustandekommen unanfechtbarer Wahlen in Zukunft zu sichern, eine genau« Durcharbeitung d«s Geg«nstandes. Da sie nur vom Preußischen Staatsministerium aus in Uebereinstimmung mit dem ständigen Ausschuß des Landtages erlassen werden darf(Ar- titel 55 der Verfassung), dieser aber nicht vor Mitte nächster Woche Die Straßenbahn ohne Gleifc. Neue Berliner Berkehrsprojekke. Die Erschließung neuer Verkchrsmöglichkeiten ist besonders für die Groß-Berliner Außenbezirke eine der wichtigsten Lebensfragen. Das Verkehrsamt der Stadt Berlin hat die Frage der Verkehrsver- befserung nach den Vororten eingehend geprüft, ob und auf welchem Weg« schon jetzt bei Billigkeit der Anlage und Wirtschaftlichkeit des Betriebes ein Anfchlußverkehr auch von bisher an das Straßenbahn- netz noch nicht angeschlossenen Vororten sich eine Verkchrsverbcsse- rung schaffen läßt. Die letzt geprüfte Möglichkeit ist die Ein- richtung„gleisloser Straßenbahnen", wie sie früher bereits zwischen einzelnen Vororten von Berlin verkehrten. Diese Straßenbahnen haben in der letzten Zeit wesentliche Ver- besserungen in den technischen Einrichtungen erfahren, so daß sie besonders in Amerika in den letzten Jahren mit gutem Erfolg« ver- wendet werden konnten. Die wesentlichsten Unterschiede sind das Fehlen der Schienen, doppelte Oberleitung, gegen die von unten her ein Stromabnehmer gepreßt wird. Durch eine besondere Ein- richtung soll es ermöglicht werden, daß die Wagen auch in den Straßenzügen mit Straßenbahnschienen verkehren können, wodurch der Bau besonderer Schuppen in der Nähe der Endpunkte der Fahrstrecken überflüssig wird, da die Straßenbahnhöfe auch für die Unterbringung der gleislosen Wagen benutzt werden können. Der Betrieb mit gleislosen Wagen stellt sich etwa um 59 Proz. billiger als bei Straßenbahnen, so daß auch bei einer etwas geringeren Benutzung der Wagen wirtschaftlich gearbeitet werden kann. Zum Beispiel kosten die Gleisanlagen für 1 Kilometer Straßenbahn in allereinfachster Ausführung heute rund 1,5 Millionen Marl, so daß ohne erheblich« Zuschüsse an die Erbauung neuer Strecken ange- sichts der La�e der Stadt Berlin und auch der Straßenbahn nicht gedacht werden kann. Als erstes Projekt ist die Verbindung von Weißenfee mit Hohen- schönhausen beabsichtigt, wo die Verhältnisse zurzeit so liegen, daß man, um von dem einen nach dem anderen Ort zu gelangen, bei der Benutzung der Straßenbahn über den Alexanderplatz fahren muß. Als zweites Projekt soll dann die Anschlußmöglichkeit von Lichten- rade an den in Mariendorf liegenden Endpunkt der Straßenbahn ge- prüft werden. Bei der Verwendung der gleislosen Straßenbahnen muh die Frage der Stromversorgung eine Hauptrolle spielen, die sich leider nicht überall einwandfrei wird lösen lassen. Aus der Brandstelle im Erdmannshos, Am Kottbuser Uf«r 38/40, waren am gestrigen Tage vier Löschzüge der Berliner Feuerwehr vollauf mit Lösch- und Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Allent- halben schlugen die Flammen aufs neue empor, so daß mit mehreren Schiauchleitungen dauernd gearbeitet werden mußte. Die Feuer- wehrkeute Neunzerling, Bartels und Pelz sind verletzt worden. Der Schaden ist ungeheuer. Nicht nxniger als sechs Dach- stühl« müssen erneuert werden. 48 Pferde konnten aus dem 1. Stock trotz des großen Qualms in Sicherheil gebracht werden. Die Brand- stelle war von einer großen Menschenmenge dauernd umlagert, trotzdem von der Straß« aus nichts beobachtet w«rden konnte. Ein Brand im Treptower Spreetunnel, der zu übertriebenen Gerückten Anlaß gab. beichäiligle am gestrigen Nachmittag die Feuerwehr. In dem Tunnel war durch das achtlose Fort- werfen einer brennenden Zigarre eines Fahrgastes der Straßenbahn die Nobrverpackung eines Abflußrohres der in dem Tunnel stationierten Zcnlrisiigalpumpe, die das in der Unter- führung sich ansammelnde Wasser von Zeit zu Zeit auszupumpen hat, in Brand geraten, wodurch eine starke Verqualmnng eintrat. Die Ablöschung gestaliete sich etwas schwierig, da nur mit kleinem Löschgerät gearbeitet werden konnte. Nach etwa anderthalbstüudiger Verkchrspause konnte die Straßenbahn wieder den Verkehr durch den Tunnel aufnehmen. Die Gültigkeit der Stadtbahnfahrkarten. Zu dem Tarif zur Beförderung von Personen im Berliner Siadt-, Ring- und Vorortverkehr ist jetzt durch eine Verfügung der Eisenbahndireklion Berlin eine Ergänzung ergangen, wonach die Stadl- und Ringbahnfabr- karten auch zur Fahrt nach einzelnen Vorort st ationen be- nutzt werden können. Will z. B. ein Reisender vom Alexanderplatz nach dem Wedding fahren, so mußte er bisher bei der Benutzung der Sladtbahn enlweder über Westend oder über Stralau-RunnnclS- bürg fahren. Jetzt kann er sich einen Teil dieses Hinweges dadurch eriparen, daß er auf dem Lehrter Stndtbahnbos umsteigt, vom Lehrter Bahnhof einen Vorortzug nach Nauen oder Wusterinark bis zum Bahnhof Putilystraße benutzt und dann mit etncin Ringzuge nach der Station Wedding weckerfährt. Dos Schicksal der AEG.-Schnellbahn ist, wie wir hören, mit Urteil des LandgeiichlS I noch nicht entschieden. Gegen daS Urteil, welches bekanntlich die Gesellichaft vom der Verpflichiung entbindet, den Bau weilerzuführen, bat die Stadt Berlin Berufung eingelegt, da der Magistrat auf dem Standpunkt steht, daß das Bauwerk auch Vollendel werden muß. Da jedoch ein endgültiges Urteil in diesem RechlSstreit möglicherweise erst in Jahren zu erwarten sein dürfte, so sind neuerdings auf gütlichem Wege Verhandlungen angebahnt worden, die im VerglcichSwege zu einer Einigung sübren können; in der Haupliache handelt eS sich um die Wiederherstellung der Siraßenoberflächen. Butler, Blarzarlne und andere leicht schmelzende Fette laufen in der Hitze leicht aus. Die Post nimmt Sendungen damit des- halb jetzt in der beißen JabreSzeit nur an, wenn die Fette in festen Kisten ooer Kübeln verpackt sind. Der Poslscheckvertehr erstreckt sich jetzt, Anfang Juli, auf 707 617 Kunden, l0 696 mehr als einen Monat vorher: er weift einen Umsatz von 32 920 000 Buchungen über 87 495 000 000 M. auf. „VorwSrtS«>Leser Bcelit, Heilstätte können den'vorwärts' jetzt von Artur Klaunig am vahnlwj beziehen. BezirkSbildungSausschufj Groh-Berlin. vom L2. bis LS..Zizeunerliebe' im Wallner-Theater. einiritkskmten 1,50 M. NaihmMnxSopern im Tbeater der Freien VoltSbühne am BitdungSauSlchutzmitglicdern der Abteilungen. Die Ausgabe der AbonvemenlSkaiien und Marken für die Festkonzerte hat bereits begonnen. Wir bitten, dieselben abzuholen. Die Obleute der kirciSbildungSauSlchüsse werde» gebeten, sofort die Karten sür die NachmittagSvarstclluug am Sonntag, den 28. August, im Deutschen Opernhaus obzubolen, da sonst anderweitig darüber versngt wird. Am TonneiSlag, den 16. September, nachmittags B1/, Uhr, in der Neuen Wett,.Haienheide l08/llS, Aulsübrung der Oper„Die Walküre' von Richard Wagner, 1. Teil aus der Drilagie„Der Ring der Nibelungen', in erster Leseizung des Deutschen OpeiNihauseS unter könstlerilcher Leitung de« Direktors Herrn Hartmann. Die Nachfrage ist sehr stacl: wir bitten die Karten abzuholen.__ Groß-Serllner parteinackrkchten. Heute, Donnerstag, den 21. Juli: t, Ittel« liergatte». T Uhr kreiavertretetversammluag in der Aula der D»r»- thcenschnle, Wilhelmehavener Straße. Ohne Legitimation kein Eintrittl Püntlliche« Erscheinen der Delegierten notwendig. Znngsoziallstea. Geugpe Arl»drlih»hagen. IVt llhr bei Scholz, Ftledrlchstr. 81, Vortrag.— Frlrdrlchitzal». IV, Uhr Im»onferrnzzimmrr btt Demeindr- schule, Straßmannstr. 8, Vortrag. Referent Kurt Wegener:„Das Gebot ver Stunde". Da« Erfurter Programm.— Steuklst». Fällt aus, die Mit» aliedcr beteiligen stch«m Abend in Treptow.— Siide». Juristische Sprech. stunde, Ltndenstr. 8. IM Uhr Diskussionsabend:„Von unserer Arbeit'.— Tempelhof-Mariendors. Spiele im Freien, Treffpunkt IM Uhr Bahnhof Bahnhof Tempelhof.— Trept,». Jugendheim, Eisenstr. 3, IM Uhr Vortrag:„Architektonische Entwicklung. Morgen, Freitag, den 22. Juli: Mi. Nrel» stehlendorf. 8 Uhr Vorstandssitzung In den Bureauräumen, Lessing- straße 2, am Bahnhof geHiendorf-West. 78. Abt. Lchäneberg. 3 Uhr gusammenkunft sämtlicher Genossen des Fest» ausschusse» pom Bolkssest. Erscheinen dringend notwendig, wichtige Be- sprechun»! Jeder Bezirk entsendet zwei Genossen. 123. Abt. Weißenfee. 8 Uhr im Friedensgarten. Piftorius», Ecke tstölkestraße, Sitzung de» Bitdungsausfchusses mit wichtiger Tagesordnuni. » 38. Abt. Mariendorf. Sonntag, den Zt., gemütliche« Beisammensein im Sport» rrstaurant viktoriagarten, Eisenacher Straße 2i. Kinderbelustigungen und Tanz. Eenoffinnen werden gebeten, Tassen mitzudringen. Beginn i Uhr nachmittag». 841 Die Rächer. Nomon von Hermann Wagner. „verachten Sie sich nicht selbst?" fragte sie, und das klang weich, fast zärtlich. Er ballte die Fäuste.„Sie haben recht. Ich tue es. Ich tue es in dieser Stunde." Sie tat, als habe sie nicht gehört, was er gesagt hatte. „Sie sind ein Mensch, der an sich verzweifelt," sagte sie in be- stimmtem Ton,„wissen Sie das nicht? Für Sie gibt es nur ein Mittel, das Sie retten könnte, nur eines... „Welches?" fragte er. „Sie brauchen einen Menschen, der Sie hält, der Sie führt,— einen Menschen, dem Sie glauben, weil Sie unfähig sind, sich selber zu glauben... Einen solchen Menschen brauchen Sie. Er wäre Ihre Rettung." „Dummheit!" wütete er.„Gehe ich nicht meinen Weg? Und bin ich ihn nicht mit Erfolg gegangen?" „Jeder Mensch geht einen Weg, und die meisten Menschen gehen viele Wege, bald den, bald einen anderen. Es kommt aber darauf an, daß man nur einen Weg geht und daß man an diesen einen, nur an diesen einen, glaubt, denn nur dieser eine Weg ist der eigene... Wieviele Wege sind Sie schon gegangen?" „Haben Sie sich noch nie geirrt?" gab er ihr verbisien zurück. „In dem, was ich wollte, nie— im Gegensatz zu Ihnen, der Sie sich nur in dem nicht irren, was Sie können... Und es ist gar nicht soviel, was Sie vermögen, denn beim ersten großen Widerstand werden Sie schwach. So zum Beispiel jetzt. Oder glauben Sie im Ernst, daß Sie mich bezwingen?" „Ich werde.es Ihnen beweisen," murmelte er. Sie lachte.„Was können Sie tun?" „Sie sind in meiner Hand," sagte er voll Nachsucht.„Es hängt nur von mir ab, ob Sie noch länger in Freiheit bleiben." „Der Brief?... Sie werden nie Gebrauch von ihm machen. Er hat nur solang« Wert für Sie, als Sie ihn als Drohung gegen mich verwenden können. In dem Momenr, da Sie Ihre Drohung wahr machten, wären Sie verloren!" „Ich?" „Sie,— da Sie in mir den einzigen Menschen verlieren würden, den Sie brauchen, weil er Sie retten kann.. Sein« Brust arbeitete so heftig, daß sein Atem zu hören war. Seine Pulse flogen. Und ein roter Schein legte sich ihm vor die Augen. Rur mit Mühe brachte er die Worte heraus:„Und... Sie wollen— mich retten...?" In ihrer Stimme zitterte ein verhaltener Triumph, und doch klang sie eher demütig als stolz und war nicht hart, viel- mehr weich, von einer königlichen und sich doch anschmiegenden Weichheit. Sie sagte:„Gestehen Sie zuvor, daß Sie es nötig haben, gerettet zu werden,— von m i r gerettet zu werden. von mir!" Da brach es mit einem Male aus ihm hervor. Er sprang auf, preßte die Hände gegen die Schläfen und suchte vergebens eines krampfhaften Würgens ist seiner Kehle Herr zu werden. Ein grelles Licht erhellte plötzlich seine Seele. Und eine Stimme rief ihm zu: Nun weißt du, wer du bist, nun hast du dich gefunden,— der du dich nie verloren hattest! Er stöhnte. Gott, war all die Kraft des letzten Jahres nutzlos vertan, stand er nun wieder dort, wo er vor Iahren gestanden hatte, damals, als er sich voll Blindheit und Schwäche zu einer Tat entschlosien hatte, die auch nur ein Versuch geblieben war,— ein stümperhafter, lächerlicher, tragikomischer Versuch? Er suchte im Finsteren ihre Hand und bebte, als er sie gefunden hatte, so heftig, daß sie Mitleid mit ihm fühlte, ein Mitleid, das so warm war, daß seine Wärme auf ihn überging. „Sie haben recht," stammelte er,„ich brauche jemanden,.. aber ich brauche nur einen Menschen,... nur Sie!" „Nur mich?" „Nur Sie! Denn ich liebe Sie! Und ich weiß nicht, was von meinem Leben übrig bleibt, wenn Sie mich v'erschmähen..." Ihre Worte streichelten ihn sanft.„Wollen Sie sich mir ganz und vorbehaltlos übergeben?" „Borbehaltlos und ganz, wenn--- Nein, ohne jede Bedingung. Vorbehaltlos und ganz!" „Und der Brief?" fragte sie. Er ließ ihre Hand fahren, wie ein Geschenk, von dem er einsah, daß er es nicht verdiente, und das er zurückgab.„Ich habe gelogen," gestand er ihr, gleichsam glücklich darüber, daß er ibr zeigen konnte, zu welchen Mitteln er in seiner Schwäche gegriffen hatte,„es gibt keinen Brief, den Sie fürchten müßten. Nein." „Sie tagen die Wahrheit?" „Ich könnte Sic nicht belügen," flüsterte er,„ich könnte es nicht,— nie, nie mehr!" Er lag vor ihr auf den Knien, und sie strich leise über sein Haar hin.„Sie armer Mann," sagte sie. „Ja, ich bin arm," gestand er ihr,„in dieser Stunde ist mir das klar geworden,— in dieser einen Stunde!" „Und der andere,... Ihr Freund,... Ihr Bruder im Gefängnis—?" Er erschauerte. Zugleich aber ballte sich ein Gefühl der Verbissenheit und Wut in ihm zusammen, gegen jenen Mann im Gefängnis, der, wie er mit einem Male sah, gar keine Ur- fache hatte, sich zu empören, der in Wahrbeit nur die Zinsen einer Dankbarkeit a6I?ug, die er einem Menschen schuldet«, der ihm mehr geschenkt hatte, als er. der nun Büßende, hatte verlangen können. „Ich sehe es jetzt anders." sagte er gepreßt,„ganz anders..." „Wie sehen Sie es?" fragte sie. Er griff mit beiden Händen in die Luft, wie um eine Ge- statt festzuhalten, die seiner Phantasie vorschwebte.„Sie sind es wert," rief er aus,„Sie sind des Opfers wert, das man um Sie bringt,— ja, jedes Opfers!" Er suchte nach Worten, und sie wollten sich nur schwer finden lassen, er mußte um sie kämpfen. Seine Gedanken waren noch verworren, und er brauchte, um sie zu ordnen, Zeit. Doch dann brachte er allmählich Ordnung in sie. Er wandte sich nach allen Seiten, prüfte sie und setzte sie zu jenem Bild zusammen, das er jetzt brauchte. Das Bild zeigte sie, doch es hatte jetzt andere Farben und es stand in einer anderen Beleuchtung, helles Licht fiel darauf, während es früher in gewollte Dunkelheit eingehüllt gewesen war. Bor diesem Bild kniete er nieder, um es anzubeten. Er war sein Sklave. Und in der tiefen Finsternis, die um sie beide war, wurde es ihr jetzt auch leicht, ihm von der Zeit zu erzählen, da das Gräßliche jenes Herbstnachmittags geschehen war. Es war kein Mord gewesen, nein, nicht einmal ein Tot- schlag, nur ein Zufall,— ein Zufall freilich, von dem sich dünne Fäden nach einem Willen hinzogen, der schon vor der Tat dagewesen war, der vielleicht, ohne es selbst mehr als dumpf zu fühlen, den Zufall herbeigeführt hatte,— nicht durch Taten, nur durch Gedanken, die wiederum auch nur kaum halb ausgesprochen worden waren,— in jener Art, wie oft Schlimmes in uns reift, ohne daß wir es merken, so daß wir, wenn wir seine Früchte sehen, überrascht und verzweifett sind und aus das tödlichste erschrecken.(Forts, folgt.) A ?ugenüveranftoltungen. v ch t u««! Iugcndselrctariat und Slnkauf-zcutrale sind wird«! giSssnct. »rschästrz«it vorläufig nur von 9 bii 4 Uhr. Heute, Donnerelag, den 21. Juli: ZohanninthaN Iohannls-Wernrr-Gtrasir, Mädchrnabond.— taniwlh. Nordost. PristcurftraK, lRcalschuIrf, Literaturarupp«.— vstcn. Naalorstr. Z, Miidchrnabend.— RriniiIcndors»Wcst. Spielen im Freie».— Snonhouscr korstadt I. Sonncndurgcr Slrasie ZV lSchul«), Disrufsionsabend, Gewcrksckiaftgfrngcn.— K�iinhaufer Vorstadt ll. Wichertstr. dg bei Tarl. Bor» trogi„Die Ecfchichte des Handels".— Steglig-Friedenan I. Offenbocher Strai!« Sit, Vortrag:„Die Verfassung der deutschen Repudlik".— Äedding. Müller». Ecke Triftstroße. M«dch-n-b-nd. Mus aller Welt. Gin Talvarsanschwindel-Prozest. Hambursi, 20. Juli fTU.) Ein Nie'enproz«ß wegen Saloarsan» schwindels wird demnächst da« Landgericht in Hamburg auf einige Wochen beschäftigen. Angeklagt sind 84 Personen, die sich wegen vollendeten oder versuchten-Betruges, der Beihilf« hierzu, sowie gegen Vergehens gegen die Ilrzneiverordnung vom 22. Mai 1917 Zu oe-rntworten haben Außer zahlreichen medizinischen und kauf» männischen Sachverständigen sind hierzu weit über hundert Zeugen geladen. Das Belastungsmaterial gegen die Angeklagten ist so umfangreich, daß die Staatsanwaltschaft die Klagetetle in dieser Sache in Form einer gedruckten Broschüre von 72 Folioseiten herausgeben mußte. Die Hauptangeklagten werden beschuldigt und sind auch zum Teil geständig, gefälschte Sal- varlanmengen fabrikmäßig angefertigt und großen Umfange in den Handel gebracht zu haben. im französischer NepotismuS. In der eksaß-lolhringiickicn Beamtenschali erregt eZ lebhakten Unwillen, daß der Generallommistar Alapeiite seinen 20 Jabre alten Neffen Paul, der vor turzem im Erame» durchfiel und die deutsche Sprache nicht versteht, zum Unierpräsckten von Rappolt«- Weiler ernennen lieft. So ein Souepröfet rangiert vor einem General. Die radikale Straftburger Morgenzeituiig.La NSpublique" bemerkt sarkastisch zu dieser Betterleswirtschast:.Wäre der Krieg mir seinem glücklichen Ausgange nicht gekonimen, so hätle unser sympathischer junger Landsmann vielleicht mii einem Posten in einer afrikanilchen Kolonie voilieb nehme» müssen, ivahr- scheinl'ch in Tum», wo sein Onkel vorher Resicient g£n6ral war, den» in Franlrcich gehen solche Dinge nicht so leichi, beule tann er nun iogar in einer Kolonie bleiben, wo die Eingeborenen weift sind wie er.' Todesfälle in einer Zstankfurker kllnil. In einer Privatklini» starben zwei Patientinnen, welche, wie die„Franks. Ztg." hört, zur örtlichen Betäubung vor der Operation Einspritzungen mit Novokaia erhalten hatten. Die Angelegenheit ist dem Staatsanwalt übergeben worden. Heidebrand. Ein Heidebrond ist in Nordhakz und Altenwolde hei Cuxhaven ausgebrochen- Die in der Nähe befindlichen Mu- nitionsvorräte find in Eefahr. 50 Derfonen in der Donau erkrnnkcn. Dienstag wurden in der l Umgebung von Budapest SO Leichen(nach Rückfrage stimmt diese Ziffer) aus der Donau gefischt. Es handelt sich um Leute, welche in der Donau gebadet hatten und dabei ertrunken waren.— Ob ausschließlich um solche, möchten wir sehr bezweifelnl Roch immer kaiserlich fühlt stch Kanzler Klaaß von der deutschen Botschaft in Paris, wie wir aus der Unterfertigung einer an die Botschaft gerichteten Rechnung entnehmen. Da in der Pariser Bot- schaft feit der Revolution immerhin einige Veränderungen vor sich gegangen stnd, ist kaum anzunehmen, daß es dem deutschen Botschafter in Paris recht ist, wenn ihn einer seiner Beauftragten als»der kaiserliche Botschafter" apostrophiert. Arbeitersport. Freie T-rnerschaft Schiineber-i-Verli». Sonnabend: Sifcunz der Vereins. turnwart- bei Pufch, Neuliilln, Welerstr. It.— Bczirt Süden. Sonnabend: Verfammluna bei Bluhin.— Bezirk LchZnebera. Sonnabend: Versammlung bei Nofcnthol. Sontag! Turnfahrt.— Bezirt Norden. Sonabend: Lcrsamm» lung bei Schwarz, Gleim», Ecke Schwedter Straße. GeschästUche Mitteilunsen. Der itluobrueti de» Bosizv lautete der Titel de» letzten Brillant- Feuerwerls in der.Neuen Weil", und»war«rtllani-Feuerwcrk im vcr- wcgcnllen Sinne des WorieS. All die lonitiqen itasladen. Mari». Dryri- Pyrlatcn oder wie die Leuchter im Reiche des Kunnfeuerwert» noch de- rannt werden mözen, vcrpussen dagegen. Kein Wunder, daft es Tanlcnde und aber Tanlcnde aus all n Gegenden drängt nach der.Neuen Well", um den sunkelnden Slernciiregen anzuschauen. Briefkasten üer Neüaktion. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt.— Jeder fllr den«rief» kästen b-stlmmtcn Anfrag« füge man« i n« n Buchstaben und- t n- Nummer bei. Eilige Anfragen trage man in der Juristischen wprechstunde, Lindenstr. S, 1. Hof part. links, vor. Schriftstück- und Verträge stnd mitzubringen. W. V. 2t.„Der Bozar" ist eine Modenzeitschrift, die im Vertage der Bazar-Altlengefellschost, Berlin W. 9, Potsdamer Straß« 194°,«clch-mt.- „H. s." Die Stelle, die Auslunft über griegergrckder erteilt, befindet stch Wilhelm», Ecke Dorotheenstr. 2. Wegen der Jugendweih« w«nd-n Sie sich an da» Jugcndfckretariat GroH.Bcrlin, Lindenstr. 3, S. Hof.— lk. W. 29. t. Nein. 2. Ja. 3. Wenden ö:e stch zunächst an da, Polizelprästdium Neukölln. 4. De- burtsnrlunde, Trauschein. S. Ja. S. Uns nicht bekannt. »Artterdorlcht bis tzfreitag intttag. Veränderlich, überwiegend bewölkt, im ösllichen Küstengebiet ziemlich zabliciche. in den anderen Gegenden mehr vereinzelte Gewitter mit etwas Abkühlung._ rTheatee.lichtspiele etc.! kpNNPN ZuGfUnGWäld IkÄWlNktSllSkKtilkNekblüIii «tonxm»..■«aioaw ope�rxxinnnltftf ÄlfVlllJ VIÄ Itt%#l i Iii II V 19..e..,.»» P-r?}« V 9 5Ü finll>nffP fit— Staatsoper �oinniergaslspiel Leitung Gustav Bergmasn 7'/? Uhr Deutsches Theater 71i9 Uhr: Potasch u. Pcrimutter Frt. 7'/,: Potasch u Perlmutter Kammerspiele TVa Uhr Der Herr, der dl© Maulschellen kriegt Prt. 7'/ Uiir; Der Herr, der die Mau'schellen kriept Sr. Schauspielhaus Kansti.itSe» 3; Die Weber(A.•IS Abonn J Frt 8 D.'eWeber' Auß.Abon CJenr riU-Tlie«ilcr i Uhr.«JlCflkS. �rlcdr.U IlholninC Tb. uffr Die Kleine aus der Bolle Kl. MrliniiMpleilihiin j'/, uhr Reigen KleineH'» iicntcr 7>/,u.: Casanovas Sohn Jlctropol-Tlu*at«'P Jh? Die blaue Mazur Äouew Oporotto.mheat 7'/, uhr Amerlcan-ßirl RpaidciiE-l hcairr 7i/z Uhr Mn* Aduiberl in 1919(Ab dulDrit geh I Her- riirnt.4:linrl O lereitenspieiiert �KeineFrau-dasFrSulein riiAlln-Tlienter 'suh. Mascottchen Tii.nm\ o|l(kii4l(>rfiiintv. Der Vetler aus Cinssda Theiitor ilan tVewt«'«* i/h? Korgen wieder iustik! Trlaiion-Tlteater V 2 Unr Ida Wüst in l.ady WindcrmcreS Fächer Tli.l.d.Kunimiindaiilenstr. Bis 22. Juli geschlossen Ab Zi lull!' hr: Die Ulclcnhexe ■Vi'allnor• Theatop V/,: Cavailerla rusticano. Bajazzo Walhalla- Thoator ÄmScheldanpsrelse Komtselie Öper i'i4 Uhi; Letzte Aullührungen i er Oper jllt-KeideSberg Ab 23 Juli Gast p el Alfred Läutner: Der fidele Bauer. Variete- Rauchen 'Sdiau-Sury1 Koniggräizer btraüe IZI Tägich 8/, Uhr Hcrrnfeld- Gastspiel I Die letzte Ehre| Die Welt geht unter Ar»; ,hr Fllmpro ramm — Keue Welt— i Arnold Scholl HascnJieide 108—114. Donnerst« 21'UP 1921 Konzert uik- Spezinlltäten- Vorstellung Gro�. Kunst- und Pront.Fcucrwerk t. Sch ußa viel, Wunsch „Ausbruch des Vesuv" au-guführi vom Pyro tcchn»kcr E. Nielaiidt AniSU Einlaß J U Au8er Großer Ball Volksbühne Theater am Bülowolatz uh'* Der Kaiserjäger Lessmg-Theater Aliai'enulich 7'/2 Uhr Die Ballerina des Königs (Leopoldine Konstantin) Deutscties Künstler-Theater 7«/« Uhr; Der Herr Verteidiger. Heil, Gebühr. Kaiser-Tieu Berliner Theater Allabei.d ich 7" Uhr; (Bvrllner Rpnnvepcln) Donnerstag, den 21. Juli, nachm. 3 Uhr: 7 Rennen Ankauf Juwelen MASItl«. Htnomentr. 9.• Theater u ü# Königgrätzer Str. 7.3) Uhr Kreuz©l«chr©iber Trtg.: Der G'wissensv/urm Soni'Ab.: Das Qnadenblld Komödienhans 7.30 Uhr Der blonde Bogel Polles Caprice Llnienstr.l32amOranienbg.T Tiigllch>/,8 Uhr: Prinzessin vom Nil Operelte In 3 Akten � Musik von Victor Holländer nvt Prfinzl Blenke, Mix U a den, Käthe Junghcr usw Kraus© Pianos cur Miete J Ansbacher Straße l. | GckeKurf&rstenstraBe Metall asltaulssteile Osten. Grüner We zahlt raiesoreise füi Kupfer, Messing, Blei, Zink etc. Vit Uhr: ßEEiliiir Jldmirals Palast oehrvusu-uUe 54 7", Uhr: Pcrsönllciies Auftreten Johannes Riemann u Dora Schlüter in „Cocain" iScklkubel) u 9 weiterehAuraktionen Theater am Kotthuser Tor Kottbuser Str.6 Tel Mpl.16077 o 8ii:e-Sänger Vom 16 bis 3'.," Täglich Vi, Uhr Gasisp. der urlginal- lelpziger-pru« Weber. Sätlßer Vorierk. Ii— IV, u. 4—6 Uhr Am I. 8.: Wiederauftreten der HHte- dänser Kelchs n,- läeaier Während d. Ferien d. Steti.S'inxertSvl. VI, IIa-Sänger Ad 1.8. Wieder auf!, d. 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Juli gestorben ist Die Einäicherung stndel amDannerstag. den 2I.Juii nachmittags i'l, Uhr, im KrematoriumBaumichuIen» weg statt._ Ferner starb unser Kollege, der Bestoßer Sewrled Lückert Martgraiendamm 80 am 16. Juli Die Einäscherung findet amDannerstag den 21 In». nachmittags 4 Uhr. Im Ät«» matotium Lauinschulenweg | statt_ UnserKollege, herArbeiter Panl Jost Eibinget Sir. 62 starb am 18. Iull. Die Einäscherung findet amDonnerstag. den 21 Iuii, vormittags 11'/, Uhr, im Krematorium Serichtstraße Natt. EhrethremAndenken! NegeBeteittgungrrwartet Die Ortsverwaltung. KezlTtiZverd.llerllnZ?!) lZ. BbteUung. Unser Denoffe »emgllll»gllZLlsliK Wtimsstr. 15 ist am 17. Juli oerstorbrn. Ehre feine» Andenken! Die De setzung erloigt am Donnerstag, den 21. In», nachm. Vij Uhr, von der Leichenhalle de» alten Luisenstüdttschen stirchhats, Bergmannftr. 48—80, aus Um zahlreiche Beteiii» gung ersucht �����D�varstmnd� St rbekasse ebem. Pllcii'scher trhelter(Hetzel'sohe las e) Sonnfog. Den 24.3nlllB21 vormittags 9l j Uhr: GevMi'BersMMg im Rest. Kummer, Ackerst», l». Tag esordnung: 4. Kassendertcht(l. Haidsahr 1921). 2 Bericht der Revtloren. 3.Bestimmung der Publikattons» ergane für 1921/22. Mltgüedsbuch legitimiert. 3602b* See Vorstand. Parzellen• günstig« Lage, vertaust billig Eteuereinnehm. Werner, Bahnhot Strausberg. Eonstanttnstr. 7 Lachen Sie niekt!D�MWMMM-i über die lächerlich billigen Preise la Verarbeitung;, eleganter Silz, ▼. 500 M. an. Herren-Anzllge, r. Iis auf Seide, Wert bis 800 M., _ Jetzt 800, 380, 400 M.— Pelzwaren, wli . we««__ V»___,__ g-,_ KreuztSchse, Silber», AlaskatQchse v. 200 n.{ im Leinnaus orunnenstralje s an.— Sealmäntel usw. 80% herabgesetzt. Keine Lombardwaren. I Ü Verkäufe Friedrich sttahe 2 Tot) vertaust Herrengagderad«. wmdardware. l43K* Staunenerregrndl Kreuz» fllchse 75,—. Notfllchse 69,- an, Alaslatllchse. Kodelsüchse sowie alle anderen Pelzarlen. Prlzmäntel. alles z» bedeu» tend herabzeseßte». spoltdillt» icn Sommerpreise». 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Es scheint, dag Lloyd George selbst die Notwendigkeit einer baldigen Auflösung des Unterhauses eingesehen hat, allein dieser ge- rissene Taktiker will sich den Zeitpunkt des Wahlfeldzuges nach Möglichkeit selbst aussuchen und wartet auf denjenigen Augenblick, der ihm für die Wiedererlangung einer parla- mentarischen Mehrheit am günstigsten erscheint. So könnte ein friedliches Kompromiß in der i r i s ch e n Frage, das unter seinen Auspizien zustande käme, ihm die erwünschte„P l a t- form" bieten, die er für die Niederringung der sozialistischen und linksliberalen Opposition dringend benötigt Die englische Arbeiterpartei, die in früheren Zei» ten leider nicht über die nötige Organisationsfähigkeit ver- fügte, um sich bei allgemeinen Wahlen entsprechend ihrer tat» sächlichen Stärke im Lande durchzusetzen, und die daher vor allem bei Ersatzwahlen, auf die sie ihre gesamte Kraft kon- zentrieren konnte, siegreich blieb, hat indessen seit Kriegsende in je�er Beziehung, also auch in organisatorischer Hinsicht b e- trächtliche Fortschritte gemacht und bereitet sich diesmal beizeiten auf die große Wahlschlacht vor. Sie hat unter anderem beschlossen, 28 große Kreiskonferen- gen im ganzen Lande abzuhalten, und die erste von diesen fand am 16. Juli in D a r l i n g t o n vor 396 Delegierten Nordostenglands statt. Als Hauptredner trat der Führer der parlamentarischen Fraktion der Arbeiterpartei, Genosse A r- t h u r H e n d e r s o n, der bekanntlich auch der Vorsitzende des Erekutivkomitees der Zweiten Internationale ist, aus. Er führte in seiner Rede u. a. aus: Die Partei hofft, daß diese Konferenzen dazu beitragen werden, die Atmosphäre zu klären, manche Schwierigkeiten zu beseitigen und die Solidarität der Bewegung im ganzen Lande zu kräf- tigen. Sie müsien trachten die Wähler anzuspornen, jede Bor- bereitung zu treffen, so daß, wenn die Wahlen kommen sollten wie ein Dieb in der Nacht, sie bereit sein müßten. Es scheint, daß die Meinung an Boden gewinnt, daß, wenn die Koalition auch nicht jetzt schon zusammenbricht, sie doch nicht gerade als eine glückliche Familie angesehen werden kann. Diese Ansicht wurde endgültig durch den Rücktritt eines Ministers (Addison. Red.) bekräftigt, und wenn wir nach dem Grunde Ziescr Demission suchen, so war es die erbärmliche Haltung der Koalitionsregierung gegenüber dem Problem des Woh. nungsbaues. Der Ministerpräsident hat kürzlich in einer Rede bs- hauptrt, in den einzelnen Ersatzwahlen Grund zur Zuversicht gefunden zu haben. Aber die Führer der Koalition haben pathetische Hilferufe an die Wähler erlassen. So hat L l o y d G e o r g e an die Wühlerschaft von Heywood eine SOS.-Volschafl (bekanntlich der funkentelegraphische Notschrei eines untergehenden Dampfers: SOS.— Save cur Souls; Rettet unsere Seelen! Red.» erlassen, in der es hieß:„Der Parteihader kann uns nicht helfen; der Klassenkampf wird uns ruinieren; laßt uns zusammen- st e h e n und das Land über olles stellen." Das war ein äußerst pathetischer Appell, aber der Soali'.ionskandidal unterlag dennoch mit 5376 Stimmen. Auch in East Herts wurde der Koalitions- kandidat mit 6776 Stimmen geschlagen. Ich vermag nicht ein- zusehen, wieso die Regierung sich durch diese zwei Wahlen ermutigt fühlt. Die Regierung ist bisher bei 15 Ersatzwahlen unterlegen, dar- unter ist in g Zöllen das Rkandat der Arbeiterpartei zugefallen. Unter diesen Umständen ist es kein Wunder, wenn man euch sagt, daß die Koalition rapide zusammenbricht, und daß allgemeine Neuwahlen bevorstehen. Der Ministerpräsident ist im Jahre 1918 ans Ruder gelangt mit Hilfe eines Appells an die Leidenschaften. Es wurde dem Lande erzählt, daß Deutschland zahten müsse und daß Ihr danach bessere Wohnungs- und soziale Verhältnisse haben würdet. Das war vor drei Iahren. Damals erhiell die Ar- beiterpartei eine unverhältnismäßig schwache Vertretung. Man hatte gesagt, daß die Partei durch teuflische Pazifisten und Bolschewisten geführt würde. Gibt es heute überhaupt noch jemanden, der glaubt, daß Mac Donald, Snowden oder S m i l l i e— die als solche genannt wurden— Bolschewisten waren? Man tat dies, um Sand in die Augen der Wähler in einem Augenblick-u streuen, wo fast die ganze Zukunft der Welt auf der Wagschale stand. Und mit diesen Anschuldigungen gegen unsere Führer erreichte man sein Ziel. Aber mit dieser Methode hat der Ministerpräsident tatsächlich Unmengen von Wählern erschreckt, und kürzlich von ihm gehaltene Reden legen die Vermutung nahe, daß er einen neuen Versuch vorbereitet, die L e i ch t g l ä u b i g k e. t der Wähler dieses Landes auszunützen. Warum Ist er so begierig, seinen Erfolg zu wiederholen? Weil niemand besser weih als Lloyd George, daß die nächsten allgemeinen Wahlen den organisierten Arbeitern dieses Landes die größte politische Gelegenheit bieten müssen. die sie jemals gehabt haben. Allein die Zerrissenheit in ihren Reihen würde die Arbeiterklasse Englands daran hindern, einen politischen Sieg zu erringen. Der Ministerpräsident weih, daß, wenn dagegen Gewerkschaftler, Sozialisten und Genossenschastler vereint marschie- ren, die unselige politische Verbindung der jetzigen Koalition dauernd gebrochen und niedergeworfen sein wird. Der Ministerpräsident hat versucht, die Arbeiterpartei herab- zusetzen und sie falsch darzustellen. Die Arbeiterpartei war sein größter Herzenswunsch, solange sie sich damit begnügte, als Hotz- Hauer oder als Wasserträger ihm zu dienen. Und wenn sie sich weiter damit begnügt hätte, seine Zwecke zu fördern, niemals hätte man ein Wort gegen den Bolschewismus oder den Sozialismus ge- hört. Der wirtliche Zweck aller dieser Verleumdungen und Verzerrungen war, im trüben zu fischen. Die Koalition hat bei der Erfüllung Ihrer Versprechungen jämmerlich versagt. Sie hat nicht einmal einen Bruchteil ihrer Wahlgelöbnisse erfüllt. Sie hat gezeigt, daß sie nicht die geringste Fähigkeit zum Aufbau besitzt und daß sie jeglicher bestimmter zusammenhängender Grund- (ätze entbehrt. Der Arbeiterschaft wurde gesagt, sie würde Gerechtigkeit und eine anständige Behandlung erfahren. Ich wäre neugierig, ob der Ministerpräsident sich anschickt, diese seine damalige Erklärung heute noch zu verteidigen. Ich stehe nicht an, zu erklären, daß seit 1918 das Land durch die jetzige Koalitionsregierung in der ärgsten Weiss vertreten worden ist. Nach Henderfon sprach S i d n e y W e b b, der u. a. die interessante Feststellung machte, daß die Stimmen des eng- tischen Mittelstandes sich in zunehmendem Maße der Arbeiterpartei zuwenden._ £(oy5 George und üke wah'en. Auf einem Festessen der Koalitionsliberalen hielt Lloyd George eine Rede, in der er die Frage stellte, ob Neuwahlen nötig seien. Er sagte, die Regierung bestehe jetzt füM Jahre. Dieses fünfte Jahr sei zweifelsohne ein kritisches Jahr. Man lebe in einer Zeit, in der sich eine gewisse Opposition gegen die Regie- rung bemerkbar mache. Aber von den 24 Ersagwahlen des letzten Jahres seien immerhin 17 siegreich für die Regieruagskoalition ge- wesen. Drei Jahre seien seit den Kakhiwahlen ins Land gegangen. Aber höre man irgendwo den Ruf nach Reuwahlen?(Rute:„Reini") Nirgendwo bei den unabhängigen Liberalen halte man es für gut, die Dahlen von ISIS zu revidieren. Selbst die Oppostnoneilen ssiea im stillen froh, daß man die jetzige Regierung habe.(Händeklatschen und Lachen.) Am Ende des Tunnels könne er, Lloyd George, ein Licht sehen. In den letzten Wochen habe sich ein bemerkenswerter Wandel vollzogen. Der Geist der Versöhnung gewinne die Oberhand. Dieser Geist beseele die Industrie nach den furcht- baren Wirren der Lohnkämpfe, die Handel und Wandel bedrohren. Die neuen Abkommen bereiteten eine bessere Zukumt vor. Mit dem Führer der bei weitem größten Majorität Irlands»tehe er in Unterhandlung, und wenn ihm auch Schweigen geboten sei, so könne er doch sagen, daß man auf beiden Seiten von ganzem Her- zen den Frieden anstrebe. In Washington bereite man die große Konferenz vor, die eine friedliche Lösung der England, Ame- rika und Japan interessierenden Probleme zum Ziel habe. Das seien die Fragen, mit denen er beschäftigt sei und die ihn und seine Kollegen vollkommen in Anspruch nähmen,„kann mir jemand sagen, warum mich die Liberalen angreifen sollten, weil ich mit diesen Fragen beschäftigt bin? Was hat der Liberalismus da für einen Grund zu klagen?" Pflicht eines jeden fei es, zu helfen und nicht zu hindern. Aber„muß ich diesen Appell nicht eher an an- dere als an die Liberalen richten?" Er fei dos Haupt der Regie- rung, er sei vor dem Unterhaus, vor der Nation und vor dem briti- schen Reich verantwortlich, und jeder, welcher Partei er auch immer angeböre, müsse dem Friedensfür st en helfen.— Mit dieser Rede leitete Lloyd George, seinerseits sehr gedrückt, den Wahlfeldzug ein. Denn darüber kann kein Zweifel bestehen, daß es sich um eine Wahlrede handelt, die versucht, die Liberalen noch einmal einheitlich um sich zu scharen. Ob ihm dies gelingen wird, ist allerdings eine andere Frage. Denn die Opposition, von der er sagt, daß sie im Grunde ihrer Seele froh über das Kabinett Lloyd George sei, wünscht nichts so sehr als Neuwahlen, um mit der unliberalen und durchaus nicht immer sehr fried. lichen Politik Lloyd Georges zu brechen. Bemerkenswert ist, daß Llond George diese Rede, die als rednerische Leistung überall den stärksten Eindruck machte, hielt, nachdem er mit de Valera stun- denlang verhandelt, mit seinem Ministerium beraten und dem König Bericht erstattet hatte. Reparationen öer verbündeten Deutschlands pari», 20. Zuli(DTv.).„Chicago Tribüne" schreibt: Internationale Zurlflen seien zu dem Schluß gelangt, daß die inzCondon festgesetzte deutsche Reparationssumme von 1Z2 Milliarden Mark die Gesamtentschädigung darstelle.weiche dieAlliierten von sämtlichen ebewa's feindlichen Ländern, nicht aber von Deutsch- land allein zu bean'pruchen hätten. Diese Auffassung, die setzt von allen Juristen der Alliierten geteilt werde, gründe sich auf Artikel 231 de» Verkoiller Verttaaei. Die Entscheidung bedeute nicht, daß die Verbündeten Deutichland» nicht zur Reparation herangezogen würden, sondern daß die von ihnen bezahlten Veträge Deutschland zu erlasien seien. Heber die Heranziehung der kleinen Mächte zur Reparation sei noch nichts bestimmt, es könne sich aber nur um einen geringen Teil de» Gesamtbetrages handeln. polnische Zusicherungen. In der„Voss. Ztg." veröftentticht der ehemalige Beauftragte des Deutschen Bolksrats in Posen Dokument- aus der Zeit des Polenaufstandes. Am 56. Juni 1919, in der Zeit der Hochspan- rnrng, als es jeden Augenblick zu blutigen Kämpfen zwischen Deut- schen und Polen kommen konnte, erließ die polnische Roda eine Er» klärung an die Mitbürger deutscher Nationalität, in der es heißt, di- Deutschen hätten für die. Zukunft nichts zu be- fürchten, ihnen werde der volle Schutz des Eigentums gewährt werden. Wer auswandere, könne Hab und Gut iritnehmen und die Vermönensverhöl'''isft naher regeln.„Die Ansiedler dürfen im Rohmen des Friedensvei träges in ihrem Eigentum ner- bleiben, und, sow-it sie infolge der Kriegzoperationen ihr Heim hoben verlarfen müssen, können sie nach Abschluß der Kampshand- lungen in Ihre Grundstücke zurückkehren. Alle wohlerwor- benen Rechte der Bürger, wie Rechte aus den Arbeiternersiche- rungen und den Gesetzen über die Versorgung kne'»beschädigter Sol- daten sowie der Witwen und Waisen gefallener Krieger, Rechte aus Pachtverträgen usw„ werden hierdurch gewährleistet." Unter dieser Erklärung stand u. a. der Name Ksrfantys. Gelegentlich einer Unterredung mit dem deutschen Volksbeaustrogten ließ Korfanty die Worte fallen:„Die Erhaltung der beut- schen Intelligenz im Lande halte ich für unbedingt er- forderlich, d-mut die früheren deutschen Gebieter mit ihrer höheren Kultur befruGtend auf dos übrige Land wirken können." Weiter erklärte Kvrfantn ansdnicktich, daß es keinem Zwcllei unterliege, daß die siskalilchen Pachtverträge zu den oben erwähnten erworbenen Rechten gehören. Als das Schicksal Posen? und der angrenzenden Gebiete entschieden war, gab die polnische Regierung dieser Provinz bekanntlich Autonomie, indem sie ein eigenes Ministerium für die abgetretenen Gebiete ein- setzte. Aber die polnische Regierung hält nicht, was Korfanty versprochen hat Den Domänenpächtern wurde kurzfristig gekündigt und es bedurfte eines Dazwitchenttetens der deutschen Regierung, um dos Verfahren vorläufig einzustellen. Das war die erste Etoppe auf dem Wege, der den Erklärungen aus dem Jahre 1919 zuwiderläuft. Die zweite soll im Herbst diele» Jahres erreicht werden. Der kürzliche Rücktritt der polnischen Minister für die Provinz Posen, K u d a r s k i und W a ch o w i a ck, erfolgte, wie nachträastch bekannt wird, auf den Beschluß des Warschauer Kabi- netto, die besondere Finnnzoerwaltung der ehemals preußischen Ge- biete vom 1. September aufzuheben und auch die anderen Vermal- tungszweige in die polnische Zentralvcrwaltung einzugliedern. Das bedeutet das Ende der Pojener Autonomie. Korfanty hat inzwischen sein Tätigkeitsfeld von Posen nach Oberschlesien verlegt. Seine Methoden sind dieselben geblieben, wenn er auch die Maske des Deutschenbeschützers abgelegl hat. Auch hier folgte, nachdeni die Volksverhetzung zur Genüge gediehen war, das berühmte Tlutonomieoersprechen das vom polnischen Parlament feierlich bestätigt wurde. Vielleicht ist die Frage nicht ganz unzeit- gemäß, ob die polnischen Zusicherungen aus den Iahren 1920 21 mehr Wert haben als jene von 1919. Hungerrevolten im Wolnaliebiet? Riga, 20. Juli.(EE.) Die lettische Telegraphenagentur erhielt aus Moskau die Nachricht, daß entlang der Wolga Hun- gerreoolten unrcr den Bauern ausgebrochen sind. Gruppen von Zehntausenden von Bauern traten den zur Unterdrückung der Unruhen entsandten Sowjettruppen mit Maschinengewehren ent- gegen. Es kam zu erbitterten Kämpfen. Die Hitze in den Wolga- gebieten ist so groß, daß täglich Wald- und Wiesenbrände ausbrechen. Auf eine Aufforderung der Sowjetregierung hat der allrussische Gewerkschaftsrat ein Drittel der Transportarbeiter „unter me Fahnen" gerufen, um die Zufuhr der Lebensmittel in die vom Hunger bedrohten Gebiete zu beschchleunigen. Zur Bekämpfung der Hungersnot wurde eine besondere Kommission ein- gesetzt, die alle Anboukcmmissionen aufgefordert hat, sosort zu be- richten, wieviel von dem zugewiesenen Saatgut zur Linderung der Hungersnot verwendet werden könnte. 30 000 Kemalislen will Griechenland bei der Eroberung von Kaiama gefangen haben. Die griechische Armee stößt aus den Eisen- bahnknoienpunkt Eslischehir vor. Englischen Eonderberichtcn zu- folge, die nur auf Umwegen noch London gelangen können, da di« griechische Heeresleitunz die beiden Kabel, d'.e nach Europa führen, für derartige Berichte sperrt, hat das gricchische Heer auf seinem derzeitigen Rückgang nicht besser gehaust, als die Türken, denen man den Segen dsr Kultur bringen will. Erweiterker Dienst der Hamburg-Tlmerlka-Linie. Don September an wird die Hamburg-Amerika-Linie wieder mit eigenen Dampfern nach Südamerika vertreten sein. In diesem Monat wird der auf der Werft des Bremer B u l k a ns im Bau befindliche Dampfer„Bayern", ein 12 VM-Tonnenschiff, und der auf der H a m- b u r ge r Bulkanwcrft im Bau befindliche frühere Schnelldampser „Deutschland" unter dem Namen„Hansa" in die Route Homburg- New Port eingestellt und im November wird ein Schwesterschiff der „Bayern", der ebenfalls auf der Bremer Bulkanwcrft erstehende Dampfer„Würitemberg" folgen. Den bisher im Fracht- und Passa- gierdienst Homburg-New Park tätigen Dampfern der United American Line werden drei deutsche Dampfer zur Seite gestellt. Mirtsthaft Vankdirekloren und Gewerkschasksführer. In der Generalversammlung der DiscontogescUschaft, in welcher der Abschluß für das vergangene Geschäftsjahr und eine Kapital- erhöhung um 90 Millionen auf 400 Millionen Mark zu genehmigen waren, beschäftigte sich der frühere Rechtsanwalt und jetzige Dirck- tor des Instituts, Herr Dr. Arthur Salomonsohn, dem„Berliner Tageblatt" zufolge auch ausgiebig mit der hohen Politik. Dem ge- nannten Blatte zufolge äußerte sich der Herr Bankdircktor dahin, daß„Voraussetzung für eine Wiedergesundung sei, daß die Mini- sterien mehr ols bisher fachmännisch geleitet und ihre Beamten sach- gemäß vorgebildet werden, vor allem aber, daß unsere Wirtschafts- führung wieder mehr durch die Bedürfnisse der Praxis, als durch di« Theorien mehr oder weniger geistreicher Professoren, Journalisten oder Gewerkschaftsführer bestimmt werde." Wenn sich Dr. Salomonsohn hier an den Professoren reibt, lo sind natürlich nur solche Volkswirtschaftler darunter zu verstehen. die eine ihm und der von ihm geleiteten Bank nicht passende volkswirtschaftliche Richtung vertreten. Diese zählen vermut- lich zu den„weniger geistreichen" Vertretern ihres Faches. Den „mehr geistreichen" werden wohl solche Herren zugerechnet, die als ausgesprochene Manchesterleute den Tendenzen und Bestrebungen des in unseren Großbanken in Reinkultur vertretenen Riesenkapitals wissenschaftlich den Weg ebnen. Was er gegen die Journalisten sagt, sei ihm von unserer Seit» großmütig verziehen. Jeder Kenner ist sich im klaren darüber, daß die Bankdirektoren die Dienste der bürgerlichen Journalisten— auch der minder geistreichen— sehr wohl zu schätzen wissen, wenn es z. D. darauf ankommt, dem Publikum eine neue Emission schmackboft zu machen. Und was nun endlich die verhaßten Gswerkschaltsführcr anbetrifft, so wäre es ein Wunder, wenn gegen deren ministerielle Tätigkeit nicht auch der Herr Bankdircktor Dr. Salomonsohn cimg?s einzuwenden hätte. Demgegenüber steht aber feit das geschichtlich« Urteil über die Leistungen gewisser mit dem Ministerportefeuille aus- gestatteter Bankdirektoren. Man braucht nur den einen Namen„Helfferich" zu nennen, um sich sosort darüber klar zu sein. Im übrigen: Sollte das plötzliche politische Erwachen des Herrn Rechtsanwalts Dr. Salomonsohn etwa damit zusammenhängen, daß die Discontogeiellichast neuerdings mit Herrn Stinnes angenehme Beziehungen angeknüpft hat? Wir sind der Aulfassunq. daß Kierr S. im politischen Porzellanladen noch nicht die dahin gehörige nötige Grazie besitzt._ Obst und Gemüse. In der letzten Sitzung der„Arbeitsgemein- schaft zur Prüfung der Preisverhältnisse auf dem Berliner Obit- und Gemüsemarkt" wurde von einem Vertreter des Polizeipräsidiums mitgeteilt, daß voraussichtlich zum 1. Oktober eine Neuregelung der Straßenpolizeiordnung in Kraft treten werde, die speziell für ge- wisse Straßen in der Umgebung der Zentralmarkthalle ein generelles Sttoßenhandelsverbot vorsehen würde. Die Arbeitsgemeinschaft be- schloß, dos Polizeivräfidium zu ersuchen, von diesem Verbot seglichen Handel» vor der Markthalle die Geinüseproduzenten der Umgebung Berlin» auszunehmen, da bei diesen ein sofortiger Weiterverkauf der leichtverderblichen Waren, der sich bis jet-t größtenteils schon auf der Straße vollziede, im alwcmcinen Vatksintcrclle wie auch zur Vermeidung unnötiger Verteuerung durchaus wünschenswert fei. Seitens der Vertreter der Straßenhändler wurde dielem Antrag auf das entschiedenste widersprochen.— Znm Tbcwa„Frachtverbilliwinq für Obst und Gemüse" wurde mitgeteill. dab die Eisenbadntzir-'liion Berlin sich bereit erklärt habe, durch Einstellung besonderer Kurz- wagen von großen Anbauaebieten nach der Reichnbauvtstadt, b-« sonder» von Osten her. für eine Beschleunigung der Transparte mit leicht verderblichem Gemüse Sorge zu tragen. Die bei der ständi- gen Tarifkammilsion des Reickisverkehrsministeriums nnternorn. menen Schritte hotten die Herabsetzung der Fracht'ätze"ir gewisse Eemüsesorten zur Folge. Endlich wurde beschlossen, die Bezeichnung ..Arbeitsgemeinschaft zur Prüfung der Breisverbältz'isse auf dem Berliner Obst- und Gemüsemarkt" in„Märkische Arbeitsgemeinschast für Obst und Gemüse" umzutaufen. Frese Esnfvßr von Kondensmilch. Wie den PBN. mitgeteilt wird, ist durch Verordnung des Reichsminister? für Ernährung und Landwirtfchaft die Einfuhr von kondensterter Milch und van Mi'ch- vulver mit Wirkung vam 15. Sevtember 1921 freiaeoeben. Der Zeitrnmkt der Freigabe ist aus den 15. Seviember 19gZ festgesetzt, weil zu dieser Zeit ein Zurückgehen der inländischen Frischmilcheneugunq zu erwarten Ist. Bis zum 16. September bedarf die Einführung von Kondensmilch und von Milchpulver wie bisher der Genehmigung der ReichssteNe für Speisefette; GewerksthQstsbewegung Die Metaliarbeiter in Rußlanü. „Zu Zwangsarbeit verurteilt." Die bevorstehenden Wahlen zum Verbandstag der Metallarbeiter veranlaßt die Kommunisten, wiederum ein besonders hohes Lied von dem Vorteil ihres Kommunis- mus zu singen und die„gelben Gewerkschaftsbonzen" mit Kübeln voll kommunistischen Unrats aus dem Moskauer Geistessumpf zu überschütten. Der„Verrat" der Amsterdamer ist schuld daran, daß es der deutschen Arbeiterschaft im all- gemeinen und den Metallarbeitern im besonderen so schlecht geht. Wenn erst alle Arbeiter Kommunisten wären, wenn r alle Bonzenstühle von Kommunisten besetzt seien, dann, ja dann gingen wir so herrlichen Zeiten entgegen-- wie sie in Rußland, dem gelobten Land des Kommunismus, herrschen. Wie es z. V. in der M e t a l l i n d u st r i e Rußlands— die wie andere Industrien militarisiert ist und uns be- sonders interessiert— aussieht, darüber gibt der Artikel eines kommunistischen Arbeiters in der 13. Ausgabe des„M e t a l- list" Auskunft. Er schreibt u. a.: „Eine vollständige Unterordnung unter die Anweisungen des Direktors ist auf den Plowerken in Kostama eingeführt worden; weder Einmischung noch Widerreden der Arbeiter sind erlaubt. Die vom Arbeitsausschuß erteilten Weisungen stimmen mit denjenigen der Oberleitung überein. Abwesenheit ohne Erlaubnis des Vorgesetzten bedeutet auf unserem Arbeitsplatz Vorenthaltung der Extra- r a t i o n e n. Weigerung, U e b e r st u n d e n zu machen, bedeutet gleichfalls Vorenthaltung der Extrarationen. Auf fortgesetzte Weigerung erfolgt A r r e st. Für zu spätes Erscheinen bei der Arbeit wird eine Vuße verhängt i n d e r Höhe eines Zweiwochengehalte s." Die Volschewistcn haben in den russischen Betrieben eine Verwaltungsreform eingeführt, die von Petrogradcr Arbeitern folgendermaßen kritisiert wird:„Es ist uns, als ob wir zur Zwangsarbeit verurteilt werden, wo alles, die Nahrung ausgenommen, vorschnstsmähig vor sich gehen muß. Wir sind keine freien Männer mehr, w i r sind Sklaven. Und in einem Leitartikel der Zeitung „Milizarmee" vom August 1820 heißt es:„Zwischen den Soldaten und Arbeitern soll kein Unterschied bestehen. Die- selbe ernste Disziplin, dieselbe absolute Unterwer- f u n g muß eingeführt werden." Selbstverständlich stoßen derartige brutale Maßnahmen, in denen auch nicht ein Funken von Freiheit und Mitbestim- mungsrecht zu spüren ist, auf den schroffen Widerstand der Arbeiterschaft. Die Folge war, daß im Jahre 192t1«ine S t r e i k w e ll e über ganz Sowjetrußland flutete. Nach den Zusammenstellungen des Statistischen Zentralkomitees des Arbeitersekretariats ist u. a. folgendes festgestellt worden: 1. Streiks brachen aus in 77 Proz. der großen und mittleren Betriebe, 2. in den nationalisierten Unter- nehmungen wird fortwährend gestreikt, und 90 Proz. der Streiks entfallen auf solche Fabriken und Betriebe. 3. In einigen Betrieben fanden nur 3— 4 Streiks während des ganzen Zeitraumes statt. 4. Gestreikt wurde am häufigsten in Petrograd, am wenigsten in Kasan. Alle diese Streiks sind durch die Sowjetregiening total unterdrückt worden. Streikende wurden verhaftet und erschossen, allen wurden die Nahrungsmittel- rationen entzogen. So schreibt ein Arbeiter der Butilowwcrke unter dem 8. Juni 1920:„Der Streik im April in den Putilowwerken ist beendet worden, indem eine Anzahl Streikende verhaftet wurde. Wir sind im unklaren über das Schicksal von 12 Verhafteten. Die außerordentliche Kom- Mission verweigert jede Auskunft. Soviel wissen wir, daß sie erschossen worden sind." „Im Bootursky-Gefängnis in Moskau befinden sich 152 Arbeiter der Bryanski-Werke in Haft. Sie wurden verhaftet, weil sie am 1. März an einem Streik teilgenom- m e n hatten, sind aber noch nicht verhört worden" lReviswn der Moskauer Gefängnisse durch die Bauern- und Arbeiter- Inspektion im Juni 1920). Diese Schilderungen könnten, gestützt auf das reiche Tat- fachenmaterial, katologartig fortgesetzt werden. Sie werfen ein grelles Schlaglicht auf die Arbeitsverhältnisse in Rußland und auf die Methoden der Sowjetleute, die nichts anderes als eine sklavische Nachahmung derjenigen des Zarenreiches darstellen. Wer für Unterdrückung des Mitbestimmungsrechtes und der Freiheit ist, wer die Diktatur über das Proletariat er- NleLaUarbeiter unö Mbeiterinnen! Dankk an den TUarzpuksch und den outen Rat, den Paul£evi seinen„Führern" gab: LeÄnBlSMm nie NM Mettis Men zu tteker Zu diesen„Führern" der glorreichen ZNärzaltion gehören auch die Kandidaten der Liste ß. Arbeitet unö Werbt für die Liste A sehnt, wie sie in Sowjetrußland von den Herrschern der 3. Internationale in Reinkultur durchgeführt ist, der möge ruhig die kommunistische Liste wählen, er hat die Knute reich- lich verdient. Alle Metallarbeiter aber, die die Festigung der Amster- damer Internationale, Freiheit und Mitbestimmungsrecht, wirklich praktische und erfolgreiche Arbeit zum Segen des Pro- letariats wollen, die wählen am kommenden Sonntag und Montag die Liste A. Erwerbs?»fs. fdd gewarnt! E? ist zu heute tDoimeiSiaa) 4 Ubr eine Versumm limg der Erwerbslosen nach Neukölln, Euiser St> ahe, Schul- Hof, embeiusen worden. Slit der Einberufung dieser Versammblng Bat die von der ge- werkscbafllichen Organisation geicdaffene Vertretung der Arbeitslosen n i cki t S zu tun. ES wird aber von dieser Ber- treinna demnächst eine Versammlung einberufen, in der sie über ihre Tätigkeit berichten und auch über allgemeine Fragen der Er- werbSlosigkeit sprechen wird. ErwerbSlase GewerstchastSkollegen, loht Euch nicht von UN- verantwortlichen Elementen provozieren I Kleine Streiknotizen. Der Landarbeiter st reik auf Rügen hat nach einer Meldung der„Denn" seine Ursache in Meinungsverschiedenheiten, die zwischen den Parteien wegen der Bezahlung für Streik- tage entstanden sind. Die Landräte hyben vermittelnd eingegriffen und sind bestredt, ein weiteres Umsichgreifen der Streikbewegung zu vermeiden. Sollte r icht in den nächsten Tagen eine Einigung er- zielt werden, so dürste mit dem Einsatz der„Technischen Nothilfe" zu rechnen sein. Die Bauarbeiterbewegung in Münster hat mit einem Schiedsspruch, der am IS. Juli vom Lohnomt gefällt wurde, sein Ende erreicht. Die Stundenlöhne für Facharbeiter wur- den von a,9S M. auf 7M M. und für Hilfsarbeiter von(5,8ö M. auf 7,50 M. erhöht. Soweit Vorrai Neue Kartoffeln SS«. Weisskohl................ � 4SP,. Mohrrüben.............. �75»,. Limburger Käse.................. Pfund 950 Harzer-Käse......................... p�d 659 B raifett................................. pumd 9" Margarine........................... Piund 730 Kabliaul50 Goidbarsl10 I.Qanzen.o.Kop(,P|d. w ohne Kopf....... Pfund lu Leipitsar Strasse— atexandarplatz _ Frisches Fleisch EüfKferqiitsTsppe.............. P�d 950 SchWlOrflßSSSli ohne Knochen..... Pfund Schabe! falsch.................... Piund 12co Gehacktes Rindfleisch...�10°° Hammeiflelßch.................. p:� II60 Staltakanun....................... Pfund 850 SCaibskeuSe........................ Pfund 10co Die Interalliierte Bintrenschiffahrtskommise sion in Köln hat sich von den Vertretern des Arbeitgeberoer-' Bandes für die Rhcinfchiffahrt über die Aussichten des Streiks Auf- fchluh geben lassen und ihre Neutralität in diesem Kampfe er- klärt. Noch in dieser Woche sollen Verhandlungen zwischen Arbeit- gebern und den Streikenden stattfinden und man nimmt an, daß durch ein Entgegenkommen der Arbeitgeber eine Eini- gung erzielt werden wird._ Llus Elsast-Lothringen und dem Saarrevier. Seit mehreren Wochen streiten im Oberelsah ca. 20000 Textil-. arbeiter, die mit dem Lohnabbau nicht einverstanden sind. Für die Unternehmer liegt andererseits keine Veranlassung vor,� den Forderungen der Arbeiter nachulkommen. Die gegenwärtige Geschäftslage ist ihnen außerordentlich günstig. Die hochgradige Erregung der Arbeiterickast kam. wie die„Dena" aus Mülhausen meldet, am Nationalfeiertag der Franzoien zu demon- stralivcm Ausdruck. Nachdem tu allen Stadtteilen groß« ioziolistische Versammlungen stattgefunden hatten, marschierten die Arbeiter— darunter viele Frauen und Kinder— in riesigem Zuge durch da« Innere der Stadt. Etwa 150 rote Fahnen und Piakais mit den Aufschriften.Nieder mit dem Militarismus", .ES lebe die Internationale",.Kamps bis zum Tod",.Nieder mit den Unterdrückungsgesetzen"..Gebt unseren Kindern B-.ot und Kleider" usw.. wurden im Zuge mitgetragen. Eine nach Tausenden zählende Zuschauermenge bildete Spalier. Aus Slrahbnrg läßt sich Dena melden: Da die Arbeiter« schaft sich mit einer 25 p r o z. L o b n r e d n k t i o n nickt zuirreden gab, verkündigte die Grafenstadencr Maschinenfabrik die Aussper- rung. und ein kleiner Zwischenfall lieferte den Anlaß für die militärische Besetzung der Fabrikanlagen. Nach derselben Quelle hielten die saarländiichen Me- tallarbeiter wegen der Nichtbewilligung ihrer Lohnforderungen Abstimmungen ab, die eine über- Ivältigende Mehrheit für den Streik ergaben. Fast sämtliche Betriebe sind ausständig. Di- Gesamtbelegschaften der saarländischen Keramrkwerke Brlleroy u Boch besinden sich gleich« falls im Streik. Die Generaldireliion verweigert die Anerkennung des vom Schlichtnngsausfchuß abgegebenen Schiedsspruchs über die Lohnauszahlung._ Deutscher Yntarbeiker-Verband. Die weitverzweigte Putzbranche stellt bis heute leider nur einen geringen Pro,entsay der Or- ganisierten. Die Lohnveihältnisie in dieser Branche sind keines- weg? rosia. Es grbt Putzmacherinnen, die unter den Tarifsätzen arbeiten, obwohl die abgeichlossenen Tariie rechtsverbrndlick erklärt sind. Es liegt im Interesse der Branche, daß alle die, welche der Organisation noch fernstehen, derselben zugeführt werden. Nur so ist es möglich. Abhilfe zu schaffen. Wir wenden un« deshalb mit der Bitte an die Berliner Arbeiterschaft, alle Putzarbeiterinnen auf uwere Organisation. Bureau Engelufer 15, Gewerkschaslshaus, Ausgang B, 2. Stock. Zimmer 87. zu verweisen. Desgleichen auf die am Freitag im Dresdener Kasino, Dresdner Str. 90, statt- sindendcn Versammlungen für E n g r o s b e t r i e b e 6 Uhr und für Detailbetriebe um 3 Uhr. SPv.-INekallarbeiker! Freitag 6 Uhr RosentSaker Hof, Rosen- tha'.er Straße 11, Konferenz sämtlicher Funktionäre. Es gilt die letzten Vorbereitungen für die Wahl am Sonmag zu treffen. Aus- gäbe von Material' usw. Alle Kollegen müssen erscheinen. Der FraktionSvorsiand. gentral-eriand der Angestellten. Putz-ener-e, Mitgliederversammlung Frei. tag R Uhr Dresdener Casino, Dresdener Straß- SR. � Puk-ä-t-il, Mlicilieder. Versammlung Freitag R Uhr Dresdener Castno, Dresdener Straße SR.— Papier. Funktlonärversammlung Vi« Wllhelmshos, Anhaltstr. 11/12. D-'itscher Holzarbeit-rverb-nd. Mustkinstrument-narbeiter und Tischler. Mitglieder der Drtskrankenkasse der Tischler und Pianofortearbeitcr! Montag 7 Uhr Mitgliederversammlung im R-ichcnderger Hof, Reichenbergcr Straße U7. Tagesordnung: Die bevorstehenden Wahlen des Ausschusses ber Kranke, ikaste. Zcntralverbasd der Maschlnistr» und Selzer. Sonntag S Uhr bei Schulz, Am ilönigsgraben 2, Versammlung aller IN der Metallindustrie belchästigten Maschinisten und Heizer. «eranlw. sür den redatt. T-ll: Dr. Werner Peiser, Charlottenburg: für Anzeigen: Tb. Gloikc. Berlin Verlag: Vorwärts-Verlag G.m.b.H.. Verlin. Druck: Vor- wärts-Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Verlin. Lindenstr. Z. Hierzu eine Beilage und Unterhaltungsbeilage„Heimwelt". LlKfr REISEBÜRO am?iS0ff- Vertretung des MilfeleuropSIschen Reisebüros und der Mitropa BKST Amtlicher Fahrkarten-Verkauf"�30 Elsenbahn-f-ahrkarlcn. Bet!- und Pia'zkorlen ohne jeden Au srhlag, Schlttahrf- schelne Jflr die Domplerltnlen. Relsocepa