Hr. 345» SS.�ohrccnq Ausgabe A Hr. 175 BczugSvretS» Vierteljahr!. 30,— M.. monat!. 10,— M. frei ins Hans, voraus zahlbar. Post» bczug: Monatlich 10,— M.. einschl. �u- ftellunasgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, das Eaar« und Menielciebiet. soroie die ehemals deur» schen Gebiete Polens. Oesterreich. Ungarn und Luxemburg 20,— M.. für das übrig? Ausland 27,— M. Poü» bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho- Slowakei. Däne- mar?» Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der„Vorwärts� mit der Sonntags» beilage„Volk und �eii*. der Unterhaltungsbeilage„Heunwelt� und der Beilage„Siedlung und Kleingarten� erscheint wochentöglich zweimal. Sonn» tags und Montags einmal. Telegramm-Adresse: �Sozialdemokrat Verlla� Sonntags-Ansgabo m» Vevlinev VolkslxlAtt 40 Pfennig� Anzetgcltpret», V» llchlg'I palten, Aonpoc�llezen» lotlet tiJiO M-„filetne da« leugedruck», fSoc« l,"« SIL(ja- lälsig iw«> fftistfcrmtl, Werte),|tdr« weiter, Wort L— M. SltHmgelurtii und Schl.MeSenanzetgen da« erst, «Sott"h— M. tc»M»euere®0t1 *0 Psg. Warle über u> Huchstedr» »ohlen für zw,! Werl«. Aennlie»»«.» zeigen fflr«bonnealen geN» A. Die Prels»»erstehen sich«inschstetzlich Teuerung»z»lchla» Snzetgen N>r die ndchNe Stummel. müssen dt« 6 Ahr nachmtltag« ist paupigeschäsL derliu 6SS Sit Linden» ftrahe L. abgegeben werden. Geöffnet nlln 8 Ute(eilt bU k Uhr abends. Zentralorgan der rozialdcmokratifchen parte! Deutfchlands Reöaktton und Expedition: 69)68, Lindenstr. Z i%0re,eiif�rli«f*• Redaktion Morihplatz LB1»6— 97 iVcrnsyrca)cr. �ehitipu ajjoriSbloh ii75."l— 54 vorwärts-verlag G.m.b.H., 69) 68, Lindenstr. 3 • Verlag. Expedition und Inseraten. Abteilung Moritzplah 41753-54 Deutschlands Antwort an Frankreich. Die deutsche Antwortnote auf die Vorstellungen des sran- zösischen Botschafters vom 16. Juli wird in der offiziösen P a- r i s e r Presse schwerlich eine besonders günstige Aufnahme finden. Bisher wenigstens haben wir immer noch die Er- fahrung gemacht, daß die Herren mit der deutschen Regierung nur dann zufrieden waren, wenn sie sich der Pariser Auf- fassung ohne Versuch einer Kritik beugte und sich dem Willen der Sieger unterwarf. Jeder Versuch einer deutschen Regie- rung, eine eigene Meinung zu haben und selbständigen Willen zu bekunden, wurde drüben als gefährliche Auflehnung auf- gefaßt und als ein„Wiedererwachen des alten Deutschland" gedeutet, dem mit neuen Druckmitteln zu begegnen sei. Die gegenwärtige deutsche Regierung, die solidarisch die neue Note an Frankreich deckt, ist vor zehn Wochen in Paris mit viel Genugtuung aufgenommen worden. Der französische Ministerpräsident selbst hat ihr ihren ehrlichen Willen. gegebene Versprechen zu erfüllen und sich mit ihren Nachbarn zu vertragen, öffentlich vor der Kammer bestätigt. Wenn es jetzt zwischen der französischen Regierung und dieser deut- schen Regierung zu einem Notenaustausch gekommen ist, den sich jeder Anhänger der Verständigung freundlicher gewünscht bätte, so sollte man in Paris doch einmal ernstlich darüber nach- denken, ob die Schuld auf deutscher Seite zu suchen ist. Man macht sich ja ohnehin schon in der ganzen Welt seine eigenen Gedanken darüber, woher es kommt, daß keine französische Re- gierung mit einer deutschen ginge sie mit ihrem Verständi- gungswillen auch bis an die Grenze des Aeußersten und würde ihr dies auch von der französischen Regierung selbst bezeugt— zu einem vollständigen Einvernehmen gelangen kann, woher die Reibungen kommen, die niemals aufhören. Für uns handelt es sich im vorliegenden Fall nicht um deutsche oder französische Interessen, sondern um ein Interesse, das allen ehrlichen Menschen ohne Unterschied der Nation ge- meinsam sein sollte, �simlich um dasjenige der Wahrheit. Die französische Regierung ist leider in den oberschlesischen Kämpfen so sehr vom Geiste der Parteilichkeit befangen, daß sie die Wahrheit nicht mehr zu sehen imstande ist. Ihre ein- seitig gegen die Deutschen Oberschlesiens erhobenen Beschuldi- � gungen sind sofort von der ganzen deutschen Presse ohne Un- terschied der Partei zurückgewiesen worden, wie das jetzt auch mit zwingender Begründung durch die deutsche Note ge- schehen ist. Der französische Botschafter hat, wie erinnerlich, am 16. Juli im Namen seiner Regierung folgende drei Forderungen an die deutsche Regierung gerichtet: 1. Es wird von Deutschland jede notwendige Maßregel verlangt, um die Selbstschutz- und Freikorpsorganisa- tion zu entwaffnen, aufzulösen und von der Grenze Ober- schlcsiens zu entfernen. Z. Deutschland wird ausgefordert, alle notwendigen Maßregeln zu treffen, damit di« Entscheidungen der alliierten Mächte und die Ausführung des Friedensvertrages in Oberschlesien keinen Widerstand finden. 3. Deutschtand hat alle Maßregeln zu treffen für die schnelle Herbeischaffung von Verstärkungen, welche eventuell nach Oberschlesien gesandt werden sollen. Die deutsche Antwort läßt mit hinreichender Deutlichkeit erkennen, daß mit den Forderungen 1 und 2 offene Türen ein- gerannt werden, da ohnehin das Notwendige zur Auflösung der Selbstschutz- und Freikorpsorganisationen geschieht und auf deutscher Seite eine Absicht, der Ausführung des Friedens- Vertrags in Oberschlesien Widerstand zu leisten, überhaupt nicht besteht. Wenn der„Temps" heute so tut, als läge in der deut- schen Forderung nach dem Derbleiben eines Mgeteilten Ober- schlesien die Ankündigung eines gewaltsamen Widerstandes gegen die Nichterfüllung dieser Forderung mit eingeschlossen. so liegt der Trugschluß offen zutage. Für die d e u t s ch e A r- b e i t e r s ch a f t können wir die Erklärung abgeben, daß sie sich dem wahnwitzigen Versuch eines solchen Widerstandes gegen den gemeinsamen Spruch der alliierten Mächte mit der größten Entschiedenheit widersetzen würde. Was die dritte Forderung betrifft, so hat die deutsche Regierung sie weder abgelehnt noch angenommen. Sie wünscht vielmehr vor ihrer Entscheidung Aufklärung darüber, ob die angekündigte französische Division im Austrag der drei Besatzungsmächte oder lediglich im Auftrag der französischen Regierung nach Oberschlesien gebracht werden soll. Nach dem Friedensvertrog von Versailles ist die deutsche Regierung ver- pflichtet, den Transport zu erleichtern, wenn er im g e m e i n- s a m e n Auftrag der Besatzungsmächte'— England, Italien, Frankreich— erfolgt, eine solche Verpflichtung besteht aber nicht, falls es sich um den Auftrag von nur einer dieser drei MäÄe handelt. Falls die französische Regierung zu dem geplanten Zrnxxentrnusport die HustimnnmK Englaud» und Italien» er» hält, ist die Lage vollkommen geklärt, und auch die dritte For- derung hört auf, ein Gegenstand der Diskussion zu sein.' Wenn Frankreich aber auf eigene Faust vorgeht, dann ist Deutsch- land ganz zweifellos in seiner Entscheidung rechtlich frei, womit allerdings noch nicht gesagt ist, daß es tatsächlich diese Freiheit zu behaupten imstande sein wirv. Bei dem bis- herigen Charakter der französischen Politik Deutschland gegen- über ist es nicht ausgeschlossen, daß Frankreich zu Drohun- gen übergehen wird, falls Deutschland seiner vertraglich nicht begründeten Forderimg nicht nachkommt. Und da sei gesagt. daß das militärische Frankreich gegenüber dem entwaffneten Deutschland jede Macht hat, nur die eine nicht. Unrecht inRechtzu verwandeln. Antwort an Laurent. Berlin, 23. Juli.(MTB.) Der französische Botschafter hat bei seinem heutigen Besuche den Reichsminister des Aus- wärtigen Dr. Rosen gefragt, ob die deutsche Regierung erklären wolle, daß sie bereit sei, die nötigen Vorkehrungen für den Transport einer französischen Division zu treffen, die die französische Regierung nach Oberschlesien zu senden beabsichtige. Der Reichsmtnister dcs Auswärtigen hat dem französischen Botschafter heute abend die nachstehende Antwort erteilt: Herr Bokschafkeri Bei unserem heullgen Gespräche haben Sie mir mitgeteilt, daß die franzöflsche Regierung entschlossen sei. eine Division hilfs- tcuppen durch Deutschland nach Oderschlesien zu schicken, und haben hieran die Anfrage geknüpft, ob die deutsche Regierung bereit sei. die nötigen Vorkehrungen für den raschen Transport dieser Truppen durch Deutschland zu treffen. Räch Rücksprache mit dem Herrn Reichskanzler Wirth be- „Nie Vieöee Krieg!" Berliner Blassen demonslratiern gegen den Kriegswahnsinn am Sonntag, den ZI. Juli 1S21, vormittags 11 Uhr. Die Gesamtheit oller international gerichteten deutschen pofifl- schen verbände, die ihren entschlossenen Friedenswillen jedem neuen Krieg und jeder wie immer gearteten Kriegsursache entgegen- sehen will, hat ihre Vorbereitungen für.das große Ariedensmeetinz anläßlich der Mederkehr des Tages des Kriegsausbruches beendet In ollen Teilen Deutschlands werden am Sonntag, den Zt. Zull. die Massen der Kriegsgegner aller Richtungen für Wettfrieden und Völkerversöhnung und gegen Imperialismus und Blililarismus demonstrieren. Gleichzeitig haben die verwandten Organisationen des Auslandes für den Zt. Juli gerüstet. So tritt u. a. die englische Unabhängige Arbeiterpartei(JtP.) im verein mit den pazifistischen verbändeu mit nicht weniger als 1000 Kundgebungen ünter dem Zeichen.Ro more war"(Rie wieder Krieg) in allen größeren Städten Englands auf den Plan. Gleich ermutigende Mit- teilungen liege« au, den vereinigten Staaten und Frankreich vor. Diese Ergebnisse sind im wesentlichen dank der Mlhilfe der tn Berlin anwesenden Quäker erzielt worden. Es ist angesichts der so einniüligeu Unterstützung unseres Planes durch die Gesinnungssreund« des Auslandes kaum mehr notwendig. einen erneuten Aufruf zur Beteiligung an der Berliner Kundgebung an die oerllner Kriegsgegner zu richten. Die Mehrheit des deut- jchen Volkes, vornehmlich qber die dentsche Arbeiterschaft, will ihren willen zu einer ehrllcheu pazifistischen Außetipolitt bekunden: sie hat, soweit sie noch anwissend war, aus den Schrecken der Mord- jähre 1944 bis 1919 gelernt. Die Demonstrationen sollen zeigen, auf welcher Seil« die Massen stehen: aas der Seite derer, die am Zl. Zull den willen zum Frie- den dartu», oder aus Seite der.nationalen", die Völker und die Rosien gegeneinander hetzenden Offiziers, und Soldatenbünde, die am 24. August im Stadion sich erneut an haß. und Reoanchephrafe» zu berauschen trachten, um so einen würdigen Auftakt für die allgemeinen Oktaberknndgebungen de» verbrecherischen Alldeutschen Verband» zu liefern. Laßt durch Masienbeteiligung an dem Meeting des kommenden Sonntags die weit nicht im Zweifel, daß ihr. die Vorkämpfer des Dauerfrieden» und der Menfchhcitsoersöhnung, in Deutschland das Ilebergewicht habt., Es ist Pflicht eines jeden, am Sonntag, den Zl. Juli, zur Stelle zu jeiui DfWMGtiusllhicht Tths nrtfffrpr ehre ich mich hierauf mitzuteilen, daß die deutsch« Regierung be- reit ist, bezüglich der Transporte von Troppen der alliierte» und assoziierten Mächte den Bestimmungen des Versailles vertrage» in jeder welsd' nachzu- kommen. Indessen kann nach ihrer Aussajjung ein Ersuchen um Beförderung von Truppen nach Oberschlesien nicht von einer der drei Mächte im eigenen Ramen, sondern nur im Ramen der Ge- s a m t h e i l der drei Mächt«, welche die Besetzung Oberschlesien» au«- führen, gestellt werden. Ich darf Eure Exzellenz daher um geneigte Mitteilung darüber bitten, obdasErsucheninbiesemFalle im Ramen der drei Okkupationsmächte gestellt ist. Note an Zrankreich. Berlin, 23. Juli.(MTB.) Auf die Anfzeikyn«ng. die der französische Botschafter in Berlin am 16. Juli bei seiner Demarche wegen Oberschlesien der deutschen Regierung über- reichte, hat der Reichsminister des Auswärtigen heute abend dem französischen Botschafter folgende Antwort übergeben: � Die deutsche Regierung ist durch den Schritt des französischen Botschafters vom 16. Juli überrascht worden. Die französisch« Regierung führt Beschwerde über den angeblich.infolge des V«r> Haltens der Deutschen immer drohender werdenden Eharakter der Lag« in Oberschlesien und über die angebliche Gefahr einer ge- woltsamen deutschen Aktion". Die deutsche Regierung hält«s für unmöglich, daß die erhobenen Vorstellungen hätten erfolgen können, wenn die französische Regierung über die tatsächlichen Verhättnifle in Oberschlesien zutreffend unterrichtet gewesen wäre..Die sehr bestimmten und eingehenden Berichte des Generals L e R s n d sowie die dringenden Mitteilungen der polnischen Regierung", auf die sich die von dem französischen Botschafter übergebene Aufzeichnung beruft, decken sich offenbar nicht mit den tatsächlichen Zuständen im Abstimmungsgebiet. Die tag« in Oberschlesien ist in keiner Weise durch das Verhalten der deut- schen Bevölkerung bedroht. Diese hat sich niemals mit dem Gedanken eines Aufftondes getragen. Als st« sich Anfang Mai zur Verteidigung zusammenschloß, erfolgte die» nur in äußerster Notwehr gegen polnische Angriffe. Die deutsch« Bevölkerung denkt überhaupt nicht daran, die Waffe ihre« guten Rechts mit der Gewalt zu vertauschen und wünscht nichts sehnlicher, als e n d- lich wieder in Ruhe und Frieden ihrem Berufe ohne Störung durch polnische Gewalttaten nachgehen zu können. Die französische Aufzeichnung verweist aus angsblich„ungeheuerlich« Aeußerungen und unmittelbare Herausforderungen des General« hüfer", welche die Schwere des in Oberschlesien vorbereiteten Angriffs be- stätigen sollen. Die deutsche Regierung wäre dankbar, wenn sie hierüber nähere Informationen erhalten könnte. Ihr selbst ist trotz Nachforschungen von derartigen Erklärungen oder Herausfordc- rungcn des Generals Höfer nicht» bekannt geworden. Di« französische Aufzeichnung spricht weiterhin von deutschen Banden. Sollten mit dem Ausdruck„Bande" die früheren und inzwischen auf- gelösten Selbstschutzformationen gemeint sein, so muß diese für Ver- leidiger des Heimatbodens entwürdigende Bezeichnung mit Ent- schiedenheit zurückgewiesen werden. Die Aufzeichrnmg beschwert sich ferner über deutsche Attentate. welche besonders gegen französische Truppen und Beamte gerichtet seien. Hierzu ist folgendes zu bemerken: 1. Di« Ermorduckg des Majors Montalegre ist nach den hier vorliegenden Nachrichten nicht von deutscher Seite er- folgt. Nicht» berechtigt dazu, diese Tat mit dem deutschen Selbstschutz oder mit der deutschen Bevölkerung irgendwie in Verbindung zu bringen. 2. In den: Ratiborer Falle handelt es sich anscheinend um einen französischen Leutnant, der einen Zug deutscher Flucht- linge vor dem Bahnhof photographierte. Dieser französische Offizier, der während des Aufftandes die Uebergabe der Stadt Ratibor an die Polen eifrig betrieben hatte, hat schon seit längerer Zeit die deutsche Bevölkerung durch sein Verhalten stark gereizt. Er wurde an dem fraglichen Tage von der Menge bedrängt, weiche di« Heraus- gab« der Platten von ihm forderte. Er zog sich in szin Hotel zurück und bedrohte von dort aus die Flüchtlinge mit Handgranaten. Schließlich gab er die Platten heran», die dem Kreiskontrolleur über- geben wurden. Mißhandlungen de» Offizier» haben nicht stattgefunden. 3. lieber den Fall des Hauptmanns Lux und des Leut- nants Duval liegen nähere Nachrichten nicht vor. Die deutsche Re- gierung würde dankbar sein, wenn ihr die zur Nachprüfung der Angelegenheit erforderlichen Unterlagen zugänglich gemacht würden. 4. Der angebliche Bombenwurf in der Nähe des Hospitals stellt sich als die Handlung eines Betrunkenen dar, hfl*«WMh hur m ent u««, ftafeeWaf henoA- hartes Wirtshaus einzudringen versuchte und von dem Wirt ent- scrnl wurde. Zu dem Fall der Mißhandlung des U n t e r s u ch u n g s- r i ch t e r s S ch a c d e l i n ist zu bemerken, d>aß es sich offenbar um einen Racheakt eines unschuldig in Untersuchungshaft genommenen Mannes handelt. Eine Beraubung hat nicht stattgefunden. Der Vorwurf, daß die Polizei absichtlich nicht eingeschritten wäre, läßt sich nach den getroffenen Erhebungen nicht aufrechterhalten. Co bedauerlich diese in der französischen Aufzeichnung angefsihrten Fälle auch erscheinen mögen, so lassen sie die von der französischen Regierung daraus gezogenen politischer» Folgerungen nicht zu. Die in der franzölischen Aufzeichnung aufgestellten Behauptungen über den deutschen Selbstschutz sind � nicht zutreffend. Die deutsche Regierung muß zunächst die Dcrankwortung für den oberschlesischeu Selbstschutz ablehnen. Cie betont— wie in ihrer Note vom 23. Mai— erneut mit Nachdrück. daß der oberschlesische Selbstschutz fich als ein« aus dem Zu- sammenschluß der Bevölkerung hervorgegangen« Notwehrattivn dar- stellt, der sich in einem Gebiet gebildet hat, das der deutschen Verwaltung entzogen und der Verwaltung der Inter- alliierten Kommission unterstellt ist. Die in der Aufzeichnung ent- hnltencn Angaben über die Stärke des Selbstschutzes, über die zablenmäßige Beteiligung von Nichtcberschiesiern entsprechen ebenfalls nickt den Tatsachen. Noch der, gemäß den mit der Inter- alliierten Kommission getroffenen Abmachungen, erfolgten Auflösung des Selbstschutzes sind seine oberschlesische» Mitglieder in ihre Aohn statten zurückgekehrt, soweit ihnen dies bei dem immer noch herrschenden polnischen Terror möglich war. Die übrigen Mitglieder haben sich in ihre Heimat begeben und ihre durch den Aufstand unterbrochene Erwerbstätigkeit wieder aufge- nommen, oder haben, soweit sie arbeitslos wqxen, von der ihnen in schlesischen und anderen Kreisen unter Beihilfe der Gewerkschasten und anderer Organisationen vermittelten Arbeitsgelegenheit Ge- brauch gemacht. Die deutsche Regierung hat, ihren Zusicherungen gemäß, die in das unbesetzte Deutschland übergetretenen Teile des Selbstschutzes, soweit sie noch im Besitz von Waffen waren, von den aufgestellten Cchutzpolizeikommandos entwaffnen lassen. Sollten wider Erwarten auf unbesetztem Gebiet vereinzelt noch be- waffnete Trupps auftauchen, werden sie entwaffnet und aufgelöst werden. Die französische Aufzeichnung behauptet ferner, daß die Oberlellung des Selbstschutzes an Ort und Stelle geblieben sei, und dich General Höfer sich in B r i e g befinde. Die» ist nicht der Fall. Das Kommando des Selbstschutzes, das in Oberglogau seinen Sitz hatte, ist aufgelöst und Obergloggu geräumt. General Höfer weilt nicht in Briez, wo er nur am 6. und 7. Juli gewesen ist, um die Auftösung des Selbst- schütze? zu vollenden, vielmehr hat er sich von dort nach sewem Wohnsitz Koburg begeben und ist auf der Durchreise dorthin am 11. Juli in Berlin gewesen. Während somit eine Gefährdung des Friedens von deutscher Seite keineswegs zu befürchten ist. besteht die ernste Gefahr, daß von polnischer Seit« erneut versucht wird, das Ziel zu er- reidjen, das in drei Aufständen vergeblich angestrebt wurde. Der deutsche Relchsminister des Auswärtigen h a t in Uebereinstimmung mit dem gesainten Kabinett auf dessen Wunsch am Juni in einer Besprechung mit dem französi- schen Botschafter über das R ä u m u n g s a b k o m m en seiner Zluffaffung dahin Ausdruck gegeben, daß er an die ernsthafte Absicht der polnischen Jnsur- gcnten, das Abstimmungsgebiet zu räumen, nicht glaube. Die Tatsachen haben diese Auffassung voll bestätigt. Sie lmd auch dem französischen Botschafter durch einen Kattowitzer Augenzeugen am 7. Juli in Gegenwart de» Außenministers bestätigt morden und sind der französischen Regierung bekannt. Die Räu- r-.ung des Gebietes durch die Polen ist nur zum Schein erfolgt. .�wor sind die regulären polnischen Truppen und Teile der Haller- Truppen mit den schweren Waffen über die Grenze gezogen, wo sie, zu neuem Einfall bereit, in ihren Ausgangsstellungen oersammelt sind. Aber innerhalb des Abstimmungsgebietes ist dt« gesamte militärisch« Ocgamsaklou der Insurgenten bestehen gebllcbea.""'T Die Waffen sind versteckt, die infolge der Amnestie straffrei ge- bliebenen polnischen Führer stehen auf ihrem Posten. Die Mann- schasten, die nach ihren eigenen Angaben nur auf einige Dachen beurlaubt sind, warten nur auf den Befehl zu neuem Los- schlagen. Sellens der französischen Besatzungstruppen, welche gegen die deutschgesinnte Bevölkerung mit Haussuchungen und Ver- Haftungen vorgehen, ist nach hier vorliegenden Berichten für die Entwaffnung der polnischen Insurgenten bisher nichts Durch- greifendes geschehen. Zum Teil sind sogar in den neu ein- gerichteten Gemeindcwachen Insurgenten mit ihren Gewehren aus- genommen worden. Auch die Verwaltungsbefugnisse haben die Insurgenten nur zum Teil, und auch dann mehr nur zum Schein als in Wirklichkeit, an die Jnterallierte Kommission abgegeben. Die Land röte haben in manchen Kreisen nur eine stark beschränkte Amtsgewalt. Die Amtsvorsteher sind zum Teil ver- trieben, oder können es nicht wagen, ihre Amtsbefugnisse aus- zuüben. Die Gemeindeoor.steher stehen teilweise notgedrungen unter dem maßgebenden Einsiuß ungesetzlicher polnischer Beiräte. Wie sehr sich die polnischen Insurgenten als Herren des Landes fühlen, zeigen in vielen Gegenden die Mißhandlungen und Verschleppungen dcutschgcsinnter Leute, die immer wieder vorkommen, und zeigen besonders die polnischen Fahnen, die heute wieder über zahlreichen Werken wehen, nachdem sie für die Dauer der lürzlich vom General L e R o n d unter- nommenen Inspektionsreise eingezogen waren. Dielfach haben auch die Insurgenten sogenannte Liquidationsbureaus im Lande zurück- gelassen, deren Leiter größtenteils während des polnischen Aufs» indes Jnsurgentensühcer gewesen sind, in Wahrheit aber sich mit dir Vorbereitung neuer Puljchpläne beschäftigen. In Schoppinitz besteht noch heute das H a u p t qu a r- tier Korsantys in Gestalt einer sogenonien Houptliquidatios- kommisfion. Die deutsche Regierung bedauert lebhaft, daß die französische Regierung den vielen augenscheinlich von polnischer Seite ausgehenden falschen Behauptungen Glauben und Beachtung geschenkt hat. Sic gibt sich der Hoffnung hin, daß die französische Regierung aus Grund der obigen tatsächlichen Richtigstellung der ihr vorliegenden Nachricht zu der Ueberzeugung gelangen wird, daß von der»Gefahr eine« deutschen Ausslandes oder von einer deutschen Drohung" nicht gesprochen werden kann. Sie ist serner der Ansicht, daß die Vermehrung der französischeu Slreilkraste schwerlich dazu beitragen würde, die infolge der noch ausstehenden Entscheidung naturgemäß gespannte Lage in Oberschlesien zu beruhigen. Di« deutsche Regierung hat dadurch, daß sie das Ultimatum nicht nur angenommen hat, sondern auch in seiner Ausführung schon weit vorgeschritten ist, den Beweis geliefert, daß ihre Orientierung auf Frieden und nicht auf kriegerische Abenteuer gerichtet, und daß das Ziel ihrer Politik die Wiederherstellung sried- licher und normaler Beziehungen ist. Sie hat bereits ungeheure Leistungen finanzieller und wirtschaftlicher Art vollbracht und hat auch in der Entwaffnungsfrage ollen Fordcrun- gen Genüge getan. Di« deutsche Regierung wird nach wie vor in diesem Bestreben fortfahren. Innerhalb weniger Wochen hat sie, um nur einiges zu nennen, die schwere Artillerie der Land- und Küstenbefestigungen, sowie das von der Kontrollkommission nicht zugelassen« Gerät des Heere», der Marine und der Polizei abgeliefert, sie hat die Herstellung von Luftfahrzeugen und-motoren verboten und alle in Deutschland noch bestehenden Selbstsihuhorganlsotlonen entwaffnet und aufgelöst. Tie Durch- führung des Friedensoertrages hängt aber unter anderem davon ab, ob es gelingt, die Polen dazu zu bringen, ihrerseits den F r i e» densvertrag zu achten, von dem Streben noch unrecht- mäßigen Zielen Abstand zu nehmen und auf die Anwendung aller Mittel der Gewalt zu verzichte a. Danzigs Arbeiter gegen durchmarsch. vonzlg, 23. Juli.(BS.) In einer Versammlung der Funktio- näre der Danziger Arbeiterschaft wurde einstimmig schärfster Pro- test gegen die französische Absicht, im Danziger Hafen Truppen für Oberschlesien auszuladen, erhoben und beschlosten, jede Arbeltslelstung zu verweigern, die irgendwie hiermit in Verbindung stehe. Polnisch- Sammler und Verbrecher. Daß eine Neigung, eine Liebhaberei, die zur Leidenschaft wird, am Ende pathologische Formen annimmt und das ganze intellektuelle wie sittliche Wesen des von ihr Ergriffenen beherrscht, umwandelt und entstellt— das ist eine Tatsache, die dem ruhigen Normolbürger vielleicht unfaßbar sein mag. die ober trotzdem durch tausend leben- dige, teils komische, teils tragische Beispiele erwiesen wird. Diese Bei- spiele bilden den immer wiederkehrenden Stoff der gesamten d r a m a- tischen Poefie aller Zeiten und Völker. Die Helden aller Komödien und Tragödien sind im Grunde solche„Besessenen". Liebe, Ehrgeiz, Herrschbegierde sind die heroischen, pachetischen, durch die Poesie geadelten Formen dieser Leidenschaft. Daneben gibt es ander«, deren Pathos nur zum Lachen reizt, und schließlich solche, denen das Kainszeichen de« Widerwärtigen, des Schmutzes und der Niedrigkeit rn dem Maß« anhaftet, daß ihnen gegenüber ein rein ästhetisches Empfinden nicht aufkommen kann. Wer kennt die Psychologie de» leidenschaftlichen Sammlers? Eigentlich nur der, der selber ein Sammler Ist oder e» während einer Periode seines Lebens war. Nur dieser weiß sich in die Seele des Besessenen hineinzufühlen, der von einer Hab- und Desitzgier ver- zehrt wird, die im Grunde nichts von materieller Gewinnsucht an sich hat und äußerlich doch alle ihre Formen tragen kann. Alle Kennzeichen häßlicher Eigensucht, kleinlichen Neides und rücksichtsloser Erwerbsgier. Und doch entspringt alles durchaus idealen Motiven. Nicht für sich, nicht für seine Person, sondern für sein Ideal, da, er zur Vollkommenheit zu gestalten strebt, wird der von der Sommel- '.out Ergriffene zum abgeschmackten Sonderling, zum schmutzigen Egoisten und— zum Verbrecher. Er mag im bürgerlichen Leben der lorrokteste Moralspießer sein, sobald seine krankhaf!« Leidenschaft wirksam wird, schreckt er vor keinem Schmutz und vor keiner Schande zurück. Er tut es ja nicht für sich, sondern für die Sache, die ihm zur fixen Idee geworden ist. Tausendfach sind die Fälle, in denen leidenschaftlich« Bücher- l.mmler ihre Schätze durch Diebstahl zu mehren suchen. Und ebenso häusig die, in denen Kunstsammler sich des Betruges oder der Fälschung schuldig machen. Die krankhaft« Begier, ein b«so"derec Wertstück oder eine auserlesen« Rarität seiner Sammlung einzu- verleiben, ist so überwältige»ch, daß all« Hemmungen schwinden. Es gibt berühmte Galerledirektoreu von wistenschaft- lichem Weltruf, die im einzelnen Fall genau wissen, daß dieser Dürer «der jener Rubens nicht echt ist, die als gelehrte Kritiker dos Bild ohne weiteres oeriverfen würden und die es trotzdem ihrer Sammlung unter falscher Etikette einrangiere», weil sie— ja weil sie eben nicht icr Gelehrt», sondern zugleich leidenjchastliche Sammler sind. Es gibt Konservatoren an Museen, die durch langjährig« Uebunj. b«M>ejto»rUw, alt««unstweet» tf dahm gebrach« gaben, daß sie die äußere Eigenart jede» Meister» vollkommen täuschend nachzuahmen vermögen. Nicht« zwingt sie, diese Virtuosität zum Zwecke der Fälschung zu mißbrauchen. Sie haben im einzelnen Fall keinen Gewinn davon, und sie tun e» doch, nur aus Freud« an der Sache. Bon dein Sohn eines der bekanntesten Konservatoren unserer Zeit aird die scherzhafte Anekdote erzahlt, er könne ein berühmte» Gemälde eines altholländischen Meisters nie ansehen, ohne gerührt zu werden. Die Dame, die auf dem Bild« dargestellt ist, ist nämlich das lebensvolle Bildnis setner jung verstorbenen Mutter, das der Vater seinelzeit nach der Natur gemalt hat! Das tragische Ende des bayerischen Minister« Frouendorfer regt uns zu diesen Betrachtungen an.„Ein psychologisches Rätsel!" sagen die Wohlwollenden.„Ein gemeiner Derbrecherl" zetert die nationalistische Presse. Ach, er war weder das eine noch das andere, er war ein von der Sammelwut Besessener, ein armer Monomane, der durch irgendeine tragische Verkettung öuhere? Umstände zuerst zum harmlosen pathologischen Fälscher aus privater Liebhaberei, und dann aus Motiven, die man noch nicht kennt, die aber aus vielen Quellen strömen können, zum gemeinen Betrüger im Sinne des Strafgesetzbuches wurde. Wer die Seele des Sammler» nicht kennt, schleudre den Stein der bürgerlichen Verachtung und moralischen Entrüstung gegen ihn! John Schikowski. komische Oper:„ver sidelc Dauer". Dieser friedlich-freund- liche Bauer von Leo F a l l's Gnaden hat Krieg und Revolution überdauert und lebt von der wirklich anspruchslosen Lustigkeit seine« gütigen Wesen», von der feinen Improvisation melodischer, dank- barer Einfälle, von der Wienerischen Anmut de» Lachen« und der Tränen..Leder trägt sein Pmkeri" und da».�)eln»rle"-Lied, das sind schon bessere Operettendetoils als ein noch so mondäner Jimmy. In der Komischen Oper war Alfred Läutner in dieser typischen Mönneroperetle der Mittelpunkt al» fideler Zipfelhaube»- bauer. Er hätte auch In einem besseren Ensemble seinen Mann gestanden. Gesanglich indifferent, trug er doch Laune und Herz und Stimmung aus seinen Minen in» Publikum. Auch der Lindoberer von Franz Schwaiger kann sich sehen lassen. Dagegen unter. strich der Stephan von Franz Feiler die Unechtheit seiner Rolle durch stofflich steise Bewegungen und kloßige» Singen. Er hatte sich immerfort die Stirn zu trocknen, so strengte e» ihn an. im Takt zu bleiben. Auch der Dirigent Felix Günther war nicht gerade anschmiegsam. Da» Haus freute sich und' applaudiert« stark. Ks. Dcrühmle Gurkenbangebieke. Die Sauregurkenzeit naht. Und wenn auch die„jute jebratene Jans" als ihre traditionelle Begleiterin heute nicht mehr in Frage kommt, so ist doch die„Iurke" den Bcr- linern treu geblieben. Aber der denkeirde Mensch begnügt sich nicht damit, sie zu oerzehren, sondern er fragt auch, woher sie kommt. Diesen Wissensdurst mögen die folgenden Angaben befriedigen. Au tal größt« deutsch«« Kurkwbaugebietea gehört da» ovo französischen Destechnngsversuchen. wie sie bereits eingesetzt haben, soll durch rücksichtslose Veröffentlichung begegnet werden. Dem Oberkommissar, General H a k i n g, wurde von diesen Beschlüssen Kenntnis gegeben mit der Bitte, kein Mittel unversucht zu lasten, um französische Truppenlandungen zu verhüten. Das Danziger Stadtparlament dürfte sich ebenfalls schon in den nächsten Tagen mit diesen französisch-polnischen Plänen beschäftigen und gegen sie beim Völkerbund protestieren. Ein neutraler Bericht. Zürich. 23. Juli.(MTB) Die Zürcher Zeitung" schildert in einem Briefe aus Oppeln eingebend die Verhältniste in Oberschlesien. Der Korrespondent des Blattes bemerkt eingangs, daß seine Dar- stellungen sich auf eigene Wahrnehmungen und Infonnationen dura» englische und italienische Offiziere und Beamte stützen. Er spricht unumwunden von der Vorherrschaft der Franzosen. Di« Engländer und Italiener verhalten sich den Franzosen gegenüber zurückhaltend. Sie verbleiben oft nur deshalb in ihren Aemtern. weil sie doch zuweilen der Neutralität und Gerechtigkeit dienen können. Ihre Beziehungen zu den Franzosen sind seit dem dritten polnischen Aufstande besonders getrübt. Ein neuer polnischer Aul- stand wird erst dann unmöglich sein, wenn es General He n n i k e r gelingt, die Sicherung der Ostgrenze durch englische Truppen vornehmen zu lasten. Die Franzosen widersetzen sich diesem Truppen- auswusch mit allen Kräften. Die Verstärkung der englischen Bs- satzunq in Beuchen nach dem bekannten Zwischenfall geschah gegen 'den Willen der Franzosen. Letzten Endes scheint dos franzosilche Verlangen nach Entsendung neuer französischer Truppen dadurch hervorgerufen zu sein, daß den Franzosen, die dort ziemlich zahlreich anwesenden Engländer unbequem sind. Von Ausschreitungen der Insurgenten hört man jetzt nur noch aus dem Gebiete, das von Franzosen besetzt ist. Bei der r�age der Dislokation der Truppen hat der französische General Gratter die Entscheidung zu treffen, dessen chauvinistische Rede be« der Be- erdigung des Majors Montalegre unter den anwesenden Entente- offizieren großes Befremden hervorgerufen hat. Unter nor- malen Derhältnisten hätte diese Rede zweifellos den Rucktritt � des Generals zur Folge gehabt. Trotz der Bestimmung, das; keine Insurgenten den neuen Gemeindswachen eingereiht werden dürfen, kann man es allerorts beobachten, daß viele Znsurgenten als Gemelndewache« aufgenommen wurden. Die Sicherheitsv erhältniste sind daher ganz erbärmlich. Ueber die inneren Vorgänge der I. K. werden die Polen häufig von den Franzosen drahllich unterrichtet. Noch keine Cinlaüungen nach Washingtotr. w a s h l n g l o n. ZZ. Zull.(WID.).«ssociaied Preß" meldet: Bevor die Stellung Japans nicht klarer bestimmt ist. wird es für unwahrscheinlich gehatten, daß formelle Einladungen zur Enlwassnuug»- und Pazlfik-Sonserenz versandt werden. Obwohl der Tag des Zusammentritts noch nicht bestimmt ist. wird der 1l. November als besonders geeignet für die Eröftnung der Sonst»«'; angesehen._ Richtung Rngora! Nach Achener Blättermeldungen werden die Reste der tür- klschen Armee von Estischehir und Kutahia in der Richtung auf An- gora verfolgt, wo sie sich zu konzentrieren suchen. Griechische Ka- vallerie geht parallel der Eisenbahnlinie vor. Ismet Pascha ist ver- mundet. Sein Generalstabschef wurde getötet. Die Türken müssen dl« Halbinsel Ismid räumen.- Mustapha Kemal Pascha erklärt m einem Manifest, daß die nationale Arme« von Angora sich auf Stellungen zurückziehe, die von vornherein vorgesehen gewesen seien. Die Proklamation empfiehlt der Bevölkerung Lnatolien», keinerlei Unruhe zu zeigen, denn die nationale Armee werde ihre Pflicht vollauf tun. Die muselmanische Bevölkerung von Asjun-Karahistar, Kutahia und Eskischehir ist nach Silvas und Erzerum oerbracht oorden. Der türkische Bericht meldet erfolgreiche Gegenangriffe. Spanien« Feldzug in Marokko bereitet der Regierung schwere Sorgen; fie muß ihren aus Melitta zurückgeworfenen Truppe» Ver» stärkungen von Teuta schicken. L i e g n i tz. Alljährlich werden riesige Mengen der Lieanitzer Feld- gurke, einer mittellangen, mitteldicken Daucrgurte versandt. Mil- lionen werden in den vielen Einlegebetrieben von Liegnitz und Um- gebung zu sauren, Salz-, Pfeffer- und Senfgurlen verarbeitet. Auf dem Berliner Markt ist besonders die Spreewälder Gurke eine starke Konkurrenz der Liegniger. Hier ist bekanntlich Lübbenau der Hauptort, wo regelmäßige Gurkengroßmärkte abgehalten wer- den. Die Spreewälder Gurke ist schlanker al» die Liegnitzer. Der feuchte Spreewälder Humusboden bringt manchmal wahre Wunder- ernten hervor und die Lübbenauer Gurkenausfuhr beträgt schon in normalen Jahren 6— 7 Millionen Kilogramm. In der Mark züchten noch Buben sowie der bekannte Gemüsevrt G o r g a st im Oder- bruch größere Mengen, die jedoch an diejenigen von Liegnitz und dem Spreewalde nicht heranreichen. In der Provinz Sachsen und in Thüringer werden ebenfalls viele Gurten gebaut. Hauptorte sind hier Zerbst in Anhalt, Ealbe an der Saale sowie das milde Saaleta! bei Naumburg, wo die Gurtenernte besonders früh beginnt. In Süddeustchland ist vor allem Gochsheim im Schweinfurter Bau durch seinen Massenanbau berühmt. Es kommt vor, daß an einem einzigen Tage bei Gochsheim weit über 7 Millionen Gurten gelesen werden. Ferner werden bei Bamberg, bei Bobenheim in der Pfalz (dicht bei Worms) sowie in verschiedenen Teilen des Badener Landes Gurten in großem Umfange angebaut. Berühmt durch seinen Gurtenbau ist Z n a i m in Mähren sowie da« ganz« Marchtal. Russisch« Kullurarbeik. In Petersburg geht die Konstruktion eines sogenannten„Aera-Eisenbahnzuges" nach Meldungen der Sowjetpreste ihrer Bollendung entgegen. Der Zug soll durch zwei Explosionsmotoren und zwei Propeller getrieben werden und demnächst eine Probefahrt auf der Streck« Petersburg— Krim, also über eine Entfernung von etwa 2000 Kilometer machen. Ferner ist van einer Gruppe sowjetrussisckzer Ingenieur« ein elektrischer Pflug konsttujert worden, auf besten Leistungen große Hoff- nung gesetzt wird. Das Dolkskommistariat für innere Angelegenheiten hat eine Landkarte herausgegeben, auf der alle unabhängigen und auto- nomen Republiken, sowie alle Gebiete und Arbeitstommunen auf- gezeichnet sind. Außerdem sind auf der Karte alle Radiostattonen, Eisenbahnen und alle neuen Gouvernements vermerkt. Das Volkskommissariat für Gesundheitswesen organisiert in der .Krim auf dem Gute Haspre zum Andenken an Tolstoi, der hier 1903 geweilt hat, eine Gesundheit» st ätt« für Schrift. steller aller Länder. Zur Eröffnung der Gesundheitsstätte beabsichtigt die Sowjetregierung die Schriftsteller A n a t o l e France, Romain Rolland und ander« einzuladen. Spielplauandeninft. Die Eritausttihruni, bcr Operette.Unter FrüdlingSblüte»- im isriebrich-Wilhelmitädliichen T i> c a« e r, die heute ltaltstnden solle, um�tc auj« o n a t a g, den 31., nachm. 3 Uhr,»«rschoben werben. Der berühmte ruftischc Sänger Schaljnpi« tritt ein« längere Kunstreis« WS Autland an. Er hat bereitt Heu dazu«rjorherltches Patz Mit tTHHfl Iffrlttltli /' n,.�WiW_ 1.Heilage öes vorwärts Sonntag, 24. Jüü 1921 Mufmarsihplan für die Kundgebung„Nie wieder Krieg!" im Lustgarten, am ZI. Juli. Die Angehörigen der SPD. und USPD. treffen sich jeweils in den bekannten Distrikts- bzw. Abteilungslokalen und marschieren ge- schlössen zum nächstliegenden Hauptsammelplatz. Hauptsammelplätzc: Abmarsch Zug Nr. 1 W e i ß e n s e e: Königstor S,30 Uhr ,, 2 Nordosten: Prenzlauer Tor..... 9,30» ,, 3u. 4 Norden: Exerzierplatz Schönhauser Alle« und Humboldthain 9,00„ »» 5 W e d d i n g: Weddingplatz 9,00„ »» 6 Moabit: Kleiner Tiergarten 9,00„ ., 7 Charlottenburg: Knie 8,30„ .„„ 8 Wilmersdorf: Viktoria-Luise-Platz... 8,30. „„ 9 Steglitz, Schöneberg: Kaiser-Wilhelm- Platz............... 8,30, » ,10 T e m p el h o f: Belle-Alliance-Platz.,,. 9,30, , ,11 Neukölln: Hermannplatz 9.30, „12 S ü d o st e n: Schlesisches Tor...... 9,00, ,, 13 u. 14 Osten und Lichtenberg: Friedrichs- Hain und Weberwiese......... 9,00, Die Angehörigen der übrigen Organisationen schließen sich jeweils den Distriks-, Abteilungs- bzw. Hauptzügen an. Fahnen, Verbands- schilder usw. sind mitzubringen. Die Redner des Tages:* Jakob Altmaier(SPD.), Barsanti(R. e. Krifa.), Pfarrer Bleier (Friedensgesellschaft, Ortsgruppe), Henning Duderstadt(FdK.), Pastor Franke(Friedensgesellschast), Alfred Freund(USPD.), Alfred Fritzsche (Arbeiterjugend), A. Häußler(SPD.), Karl Hafsner(Syndikalisten), Gustav Heller(SPD.), H. Heppenheimer(FdK.), Franz Künstler (USPD.), Karl Leid(USPD.), Ludwig(Reichsbund), Otto Meier (USPD.), Hptm. a. D. Willi Meyer(FdK.), Dr. Julius Moses (USPD.), Dr. Ostrowski(SPD.), Emil Rabold(USPD.), Franz Riefstahl(RFB.), Rudolf Rocker(Syndikalisten), Wilhelm Siering (SPD.), Karl Vetter(Aktionsausschuß), Heinrich Vierbücher(SPD.), Dr. Armin T. Wegner(BdK.), Alfons Wolfs(Reichsbund), Otto Zista(Gewerkschaftskommission Groß- Berlin). Die Einberuferorganisationen: Friedensbund der Kriegsteilnehmer. Deutsche Friedensgcsell- schast. Deutsche Liga für Völkerbund. Bund Neues Vaterland. Internationale Frauenligq. Pazisistischer Studentenbund. Vereint- gung der Freunde von Religion und Lölkerfrieden. Bund für radikale Ethik. Reichsbund der Kriegsbeschädigten. Arbeitsgemeinschaft Groß-Berlin der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener. Republikanischer Führerbund. Bund der Kriegsdienstgegner. Welt- jugendliga. Arbeiterjugend Groß-Berlin. Jungsozialisten SPD. Sozialistisch« Proletarierjugend. Sozialistischer Studentenbund. Arbeiter-Samariterbund. Freie Arbeiterunion Deutschlands(Syn- dikalisten). Bezirksverband Berlin der 5PD. Dezirksverband Berlin-Vran- denburg der USPD. Gewerkschaftskommission Grob Berlin. Umstellung öesheilmiitelwesens! Auf einer der letzten Dezirksversammlungen des Deut- schen Apotheker-Vereins, dem ungefähr 95 Proz. aller deutschen Apothekenbesitzer angehören, beklagte man sich in einer Reso- lution darüber, daß die Arbeitstaxe der Apotheker im Der- gleich zum Einkommen aller anderen Berufe besonders der Handwerker und Arbeiter, viel zu gering bemessen sei. Den Krankenkassen als den Hauptgegnern einer zeitgemäßen Taxe feien ihre Millionengewinne und deren Unterbringung durch Kauf von Sanatorien und Erholungsstätten entgegenzuhalten. Abgesehen von dem überaus sozialen Gesichtspunkt, der hier zum Vorschein kommt, verschleiert die Klage der Apotheker die wahren Verhältnisse derart, daß es geboten ist, einmal in die Verhältnisse hineinzuleuchten. Die Arbeit�preise der Apotheker haben sich einschließlich der Dispensationsgebühr(Gebühr für die Abgabe) und inkl. Teuerungszuschlag versechs- bis verzwölffacht. Auch ist der Arbeitspreis bei der Rezeptberechnung von untergeordneter Bedeutung. Die Hauptsache ist der Preis des Medikamentes. Und hier setzt die fast allmonatlich erscheinende amtliche Arzneitaxe das Doppelte bis Dreifache des augenblicklichen offiziellen Einkaufspreises fest, vergißt aber, daß die meisten Apotheken die Medikamente nach dem Börsen- und Va- lutabericht einkaufen, also die Konjunktur wahr- nehmen und sich mit Vorräten versehen, wenn die Preise recht niedrig stehen, wie es ja auch jeder Kaufmann macht. Ein Beispiel: eine bestimmte Menge eines Medikamentes kostete im Einkauf 1914 5 Pf.; der Verkaufspreis war also 19 Pf. Heute kostet dieselbe Menge im Einkauf z. B. 1,29 M. Die Arzneitaxe setzt also 2,49 M. als Verkaufspreis fest ohne Rück- ficht darauf zu nehmen, daß die meisten Apotheker noch Vor- räte, wenn nicht aus dem Jahre 1914, so doch aus weiter zurückliegenden Jahren haben, also an derselben Arzneimenge mindestens das Zehnfache, ob das Zwanzig- bis Dreißigfache gegen 1914 verdienen. Sollte das nicht genügen? Wie wenig der Notruf der Apotheker mit den Tatsachen übereinstimmt, beweist ein Blick in die pharmazeutischen Fach- Zeitschriften. Dort werden Belohnungen bis zu 59 999 M. für den Nachweis verkäuflicher Apotheken angeboten. Wäre das denkbar, wenn es den Apothekenbesitzern wirklich so schlecht ginge? Die Ziffern reden eine ganz andere Sprache. In Wirklichkeit schießt die Resolution des Deutschen Apotheker- Vereins nach einem ganz anderen Ziel. Sie soll vor der Sozialisierung bzw. Kommunalisierung der Apotheken zurückschrecken. Wie steht es nun mit dieser Frage? Oesterreich ist mit gutem Beispiel vorangegangen. Dort nahm am 1. No- vember 1919 eine amtliche Heilmittelstelle die Versorgung Oesterreichs mit Heilmitteln auf. Sie umfaßt heute fast alle Heilanstalten Oesterreichs, die meisten sanitären Einrichtungen der Länder und Gemeinden und eine große Anzahl Ambula- torien der Krankenkassen. In der zweiten Hälfte des vorigen Jahres ging sie dazu über, eine Reihe der wichtigsten Arznei- mittel, deren Material durchweg neu angeschafft werden mußte, und also Spekulationsgewinne ausschloß, zu äußerst billigen Preisen an die Kastenapotheken zum Verkauf für jedermann abzugeben. Die Bilanz der Heilmittelstelle wies dabei im Jahre 1929 einen Reingewinn von 2,7 Millio- nen Kronen auf, der bei einem Umsatz von 57,5 Millionen Kronen erzielt wurde. Es ist damit nachgewiesen, daß die Heilmittelstelle bei bedeutend billigeren Preisen konkurrenz- fähig bleibt. Auch Italien, wo in dieser Hinsicht ähnliche Verhältnisse wie in Deutschland bestehen, geht allmählich zur Kommunalisierung der Apotheken über. Besonders lebhaft ist diese Bewegung in der Provinz Emilia, in der die Sozialisten in 38 Orten ans Ruder gekommen sind. Außer Reggio, wo bereits seit längerer Zeit eine Gemeindeapotheke existiert, haben eine ganze Reihe anderer Gemeinden die Kommunali- sierung vorgenommen. Auf einer Versammlung sozialistischer Bürgermeister wurde beschlossen, die Ueberführung der Apothe- ken in Provinzialverwalt'ing in Angriff zu nehmen. Die Krankenkassen Deutschlands haben im Jahre 1929 für ungefähr 359 bis 499 Millionen Mark Arznei aus Apotheken bezogen. Ob sich davon nicht ein beträchtlicher Teil durch Maßnahmen ersparen ließe, wie sie in Oesterreich und Italien getroffen wurden? Ms Oesterreichs Revolution. Im„Vorwärts" sind die militärpolitischen Erinnerungen schon erwähnt worden, die der gewesene Staatssekretär für Heerwesen, Dr. Julius Deutsch, unter obenstehendem Titel im Verlag der Wiener Volksbuchhandlung veröffentlicht hat. Das Buch verdient eine Würdigung. Julius Deutsch, trotz seinem Doktortitel kein„Akademiker", wurde 1917 von seiner Batterie weg als Gewerkschaftsvertreter ins Kriegsministerium berufen und vernahm da sehr viel Wichtiges über die inneren Zustände in der Armee. Dank der Berichterstattung des Leutnants Braunthal, eines Parteijournalisten und späteren Adju- tanten des Staatssekretärs Deutsch, erfuhr die Partei z. B. so rasch von der Matrosenmeuterei in Cattaro, daß sie noch eine Anzahl Verurteilter durch Intervention bei der Heeresleitung dem Henker entreißen konnte. Der Drang nach Beendigung des Krieges wurde in den hun- geraden Masten mit und ohne Uniform immer stärker, den Streiks der unter Militärherrschaft gestellten Arbeiter wollte man durch Ge- malt begegnen und zur Abwehr solcher Methoden bildete sich eine Organisation in der Wiener Garnison. Viktor Adler widersprach der Anregung Deutsch', von dem Bestehen dieser Organisation dtm Parteivorstand Kenntnis zu geben. Er sagte:„Der Parteivorstand kann eine Verschwörung— und das ist Ihre Aktion doch— weder selbst führen, noch von seinen Organen führen lasten, ohne eine Mit- Verantwortung zu übernehmen. Daß sich die Leitung einer Partei mit einer solchen Verantwortung belasten könnte, ist ganz ausge- schloffen. Sie müssen schon allein und auf eigene Verantwortung handeln!" Erst zwei bis drei Wochen vor dem Umsturz wurden einige Obmänner der Wiener Bezirksorganisationen ins Vertrauen gezogen. Der Zusammenbruch selbst mit seiner Konstituierung der Ratio- nalstaaten und Deutschösterreichs machte Deutsch zum Unterstaats- sekrctär für Heerwesen. Die Armee war ein Chaos, zurückflutende, ausgehungerte und verwilderte Masten bedrohten das Land. Die Autorität der Offiziere war dahin, als neue Autorität schlug Deutsch die Soldatenräte vor und der überwiegend bürgerliche Staats- rat stimmte notgedrungen zu. Sie haben sich vielfach bewährt. Dem weitverbreiteten Pazifismus in der Partei, der sich in der Abneigung gegen jeglichen Waffendienst äußerte, trat Deutsch mit dem Hinweis darauf entgegen, daß die Beseitigung jeder republikanischen Wehrmacht noch lange nicht die Reaktion entwaffne. Nicht die Zurücksührung der politisch unkundigen Soldaten in geschlossenen Ver- bänden nach den Städten, wo sie nur in die Wirren des Zusammen- bruchs hineingeristen und zum brutalsten Wasfenmißbrauch verleitet werden konnten— Deutschland habe diesen Fehler gemacht, schreibt Deutsch, und jenes erste folgenschwerde Blutbad am 6. Dezember 1918 an der Ecke der Chaussee- und Invalidenstraße gibt ihm nach meiner Meinung zu einem guten Teil recht—, sondern die reife Auflösung sich vollziehen lassen, womit auch dem alten System die stärkste Stütze entzogen wurde, das erschien al» das Richtige. Nur soviel verläßliches und freiwillig der Republik dienendes Militär war beisammen zu halten, als nötig war, um dem Volk und— den Plünderern zu zeigen, daß der junge Staat nicht machtlos'.it. Das ist in Deutschösterreich schließlich gelungen— dank der Vereitwilligkeit der sozialdemokratischen Arbeiter, deren Partei nicht gespalten wurde, und die nicht der wütendste Haß gegeneinander warf. Wenn trotz aller fanatischen Geisterverwirrunz, die sich das Modeschild„kommunistisch" vorhängt und trotz ihrer berechneten Aus- Nutzung zur Zeit des folgenschweren ungarischen und bayerischen Rätestreichs, alles ohne so schlimme Ereigntste ablief wie in Deutsch- land— obwohl auch in Wien Blut geflossen ist— so ist das einmal dem Umstand zu danken, daß eben nicht ein zroß.a: Teil der ehemals einigen Partei über die historisch erledigte Gegnerschaft gegen die Bewilligung von Kriegskrediten und gegen eine gewisse Teil- nähme an der offiziellen Kriegspolitik hinaus, jetzt plötzlich sowjet- gläubig und um jeden Preis„radikal" wurde: zum Zweiten gewiß auch dem psychologischen Moment, daß der Deutschösterreicher eher eine andere Meinung vertragen kann und nicht in der Gewalt seyr bald der Weisheit letzten Schluß steht. Durch Verhandlungen und geistige Einwirkung, nötigenfalls unterstützt durch ein Aufgebot von Macht, ohne doch von ihr Gebrauch zu machen, war es Deutsch und seinen Mitarbeitern möglich, so manchem Zusammenstoß auszu- weichen, ohne doch in der Sache nachzugeben. Der verrückten„Roten Garde" wurde durch Aufteilung auf die übrige Volkswehr die Ge- fährlichkeit entzogen, ein Kräftigungsmicket der Reaktion zu werden. Man hinderte sie nicht, Räte-Ungarn zu Hilfe zu eilen, wobei ihr Führer Rothziegel gegen die Rumänen gefallen ist, und als sie sich im Bataillon 41 neuerdings ein Werkzmg schuf, wurde ihr dies, als man damit zum Todesstreich gegen die Republik ausholen wollte, entwunden. Denn klar waren sich die deutschösterreschischen Sozial- demokraten darüber, was bolschewistische Experimente ,owohl Lei dem inneren Kräfteverhältnis wie bei der äußeren Abhängigkeit be- deuteten. Das Buch bringt noch viel mehr Belehrung über die Gründungs- und erste Entwicklungsgeschichte des sogenannten Etaotes Deutsch» Österreich, dessen Lebensunfähigkeit nur durch die Vereinigung rnü dem Deutschen Reiche geheilt werden kann, dessen repuvliko.. Ische Konstitution aber die Sozialdemokratie gesichert zu haben glaubt und zu schützen weiß. R. B. Soziales. Englischer Genossenschaflskongreß. Auf dem englischenGenofsenschaftskongreß dieses Jahres hielt, wie die„Konsumgenossenschastiiche Korrespondenz" mitteilt, der Präsident Major eine bemerkenswerte Rede. Der Krieg sei zu Ende, aber der Klassenkampf werde unter wachsender Verbitte- rung der Teilnehmer weitergeführt. Di« Genossenschaftsbewegung stehe auf feiten des Volkes, gegen die wenigen für die vielen. Wenn die Genossenschafter als Politiker Erfolg haben wellen, müßten sie eine politische Organisation schassen, die imstande sei, nicht nur die Interessen der Genossenschaftsbewegung zu verteidigen, sondern auch einer aggressiven Politik Wirkung zu vetleihen, die bewußt daraus gerichtet sei, das Nahen der genossenschaftlichen Gesellschaft zu beschleu- nigen. Die völlige Abschaffung von Renten, Zinsen und Profit wer- den zu gegebener Zeit«intreten als Ergebnis de» Kollektivbesitzes und der genossenschaftlichen Organisation. Aber man müsse emsig arbeiten an der Beseitigung der Grundursachen sozialer Ungleichheit: der Fort- schritt von der sozialen Anarchie der Konkurrenz und de» Jndivi- dualismus zur sozialen Ordnung der Genossenschaft müsse durch e v o- l uti o n ä r e Entwicklung, nicht durch revolutionäre Gewalt herbeigeführt werden. Weiter wies Redner aus die Notwendigkeit der Verstärkung der genossenschaftlichen Bildung und der Presse Und die Vermehrung des Eigenkapitals hin. Auch in der I n t e r n a t'i o- n a l e müsse und werde sich eine Entwicklung vollziehen, wie von dem winzigen Scherflein der Rochdaler Pioniere zur l�eutigen Machtent- wicklung._ Wetterbericht biS Montag mittag. Etwa» tübier, veränderlich, überwiegend bewällt, mit zahlreichen im Binnenlande meist geringen, an der Küste stärkeren Rcgensällen und ziemlich lebhasten südwestlichen bis weg- lichen Winden. RUDmPH HERTZOO J&reite/traße IBJEMILIM C£ Sbriiderftraße Weiße Herren-Oberhemden n,,t Handpries£D- 98.- Reinleinene Herren-Taghemden........... stück m. 74.- Herren-Nachthemden mit Besatz, 120 cm lang(halsfrei). Stück M. 96.- Herren-Stoffbeinkleider.in bester Qualität........ stock m. 4050 Hosenträger mit Ouramlpatten...................... von M. 13 50 Schleifen für Stehumlegekragen....................... von M. 4 � Krawatten und Strickbinder SpaZierstOcke in großer Auswahl................... von M. 15�® an lisäizeuge, Haiiswäsdie, Leinen, Inlette u. Kettlettern/ Kamen-, Herren- u. 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PI,~ Uhr: Der Eaiserjäger Lessing-Theater Allabendlich 7'/, Uhr: Die fialierica des Königs (Leopoldlnc Konstantin) Deotseiies Könsller-Ttieater 8 Uhr: Der Herr Verteidiger. Hell, Gebühr, Kaiser- Titz Ccntral-Thentcr 8 Uhr; Jlonka F rl« i! p. W Uh ein» st.Tli. Sifn Die Kleine aus der Hölle Kl. Schaaspiellinutü 7-,- uhr; Reigen Mlelnes Theater 4 Uhr; Casanovas Sohn 7',-u.; Casanovas Sohn Metropol-Ttaeater Jh?:Die blaue Mazur Äiene« Operettontbeat. �uhr inierican-Girl Residenz-Theater 4 Uhr: Die Freundin 71/2 Uhr. Max Adalbert in 1919(Ab dafür!) �chiller-Tlieat.Cliarl. SVo Uhr: Ein Prachtmfidel u�JeineFFau-dasFräulein Tiialin-Th etiler TV. uhr; Mascottcben TT Ii.am Vollen ilorfplatr. 3Vs: Wenn Liebe erwacht JfcDer Vetter aus Dingsda Theater/sUhr{ I Beginn 7, Sonntags 4 II 'Schloßbrauerei 1 Schöneberg | Hauptstraße 1 12— 1 13| Täglich | Große Internationale l Ringkämpfe Rennen zu Grunewald (Berliner Rennverein) Sonntag, den 24. Jnli, nachm. 3 Uhr: —mmmmmmmm 7 Rennen wBmmmammmmm Konrisefae 6per lalt Gastspiel Alfred LSulnen Der Ddele Bauer. Theater am Kottter Tor Kottbuser Str.6 Tel.Mpl.16077 Vom 16. bis 31. Juli Täglich l'h Uhr: Gasttp. der Original- '-Fritz �leipziger | Weber• Säi Sänger Vorvcrk. 11— IV. u. 4—6 Uhr Am I. 8.: Wiederauftreten der Elite» Singer HL Teil: Da« Haus der 1000 Gefahren Knoppchen. Frackhose B. B. Lustspiel mit Knoppchen Goliath Armstrong I. Teil Das unheimliche Phantom Goliath Armstrong II. Teil; Anf Leben und Tod Taxameter 8547 B. B. Lustspiel mit Leo Fcukcrt Oubrowsky, der Räuber- Atamann n. d. Roman v. Alexand. Puschkin Die blaue Laterne mit Henny Porten Jagd auf Schurken | Abcnteurerlilm mit Edith Posca 22. bis 25. Juli L Teil 26. bis 28, Juli n. Teil Das Lied von der glutroten Blume Jugendliche haben Zutritt! ........ ob— a—p Wochentags ab 7 Uhr' LetzteVor- lührung BU9 Uhr/ Sonnt. Beginn 4 Uhr/ Le�te Vorführung 8 uhr Jldmirals Palast 7*4 Uhr: Abrakadabra Serlinerfrater Kastanien-Allee 7—9 Täglich V,5 Uhr: :: Variete:: Wenn Enge) streiken! Operette in 3 Akten ßeieiisbailen-Ttieat. Täglich 7>/-Uhr; Gala- Sängen- Ab 1.8. Wicder- auft.d. St.Säng. Varietä /. Dönhoff- Brettl Konzert-Kaffee ond Kabarett | Olympia-Palast Müllerstraßc 182 Ecke SollorttraEa(am Weddingplatz). StlmnmngtWitz�iinior Die beliebte Kapelle Schüßler mit Ihrem Banjo u. Jazz-Band Erstklassige Speisen und Gefrinke zu zivilen Preisen. Geöffnet ab 10 Uhr vorm. I Wochentags Eintritt frei l.wwwwwwwwwwwww PSup bäs 31. Juli Die große Aus- stattungsschau Up Tip larraü f mit dem bekannten! WUhelin Harlslein! Pierde- Rennen Heute 1 2 Vorstellunnien 2 1 4 Unr 1 l'-SUheS ||4BhrJalb�ProiMj| [VarietMpielpIcnj Vorverkauf 1 1 bis 1 Uhr Debrenstraße 54 V/o Uhr: Persönliches Auftreten Johannes Riemana u. Dora Schlüter in „Cocain*4(Sektkübel) u. 9 weitere Attraktionen Setorjugfe Äerfln« Tonndorf-Äetriebe Sd. 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Telephon: Ami Norden Nr. 1S5. 1239, 19S7. 9714. �ln die Mitglieüer öes Deutschen Metallarbeiter- verbanves öer Verwaltungsstelle Berlin! . Die Wahl der Delegierten zum Verbandstag findet für die VerwaltungS« stelle Berlin am Sonntag, den Sd. Juli 1»21, vorm. 10 Uhr bis nachm. 1 Uhr und am Montag, den 2.?. Juli 1921, von 2 bis 6 Uhr nachmittags, statt. Die Wahllokale sind unten angeführt. Alle Kollegen und alle Kolleginnen, tpe von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen wollen, müffcn mit ihren Beiträgen auf dem lausenden sein, das heißt. sie dürfen nicht länger als sechs Wochen mit ihren Beiträgen rückständig sein. Alle Kollegen und Kolleginnen sind deshalb verpflichtet, dafür Sorge zu lragen, dah ihr Buch am Tage der Wahl in Ordnung tst. Die Wahl ist eine geheime; sie erfolgt mittels Stimmzettel. Die Ortsver« waltung wird dafür Sorge tragen, daß jeder Wühler uubcaufsichtigt von dritten Personen die nicht zusagende Liste auf dem Stimmzettel durchstreichen kann. Alles nähere im Auszug des Wahlreglements(siehe Nr. 26 der„Metall- arbeiter-Zeitung"). Alle Kollegen und alle Kolleginnen werden ersucht, von ihrem Wahlrechl Gebrauch zu machen. Die Vertrauensleute haben hauptsäch« lich darauf zu achten, daß alle Kollegen von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Als Wahlleiter für den Bezirk Berlin ist von der Orts- Verwaltung der Kollege Otto Ziska, Linienstr. KJ/8.?, bestimmt. fjSg* Wahl-Lokaies Korden: I. Nentwlch, Simenflca&e 195 2. Büttner, Sdpscbter etraße 23 3. Glleecbe, Kopenbagtner Straße 71 4. Knapp, ffirlintlioler Strage 6 5. Fritfich, Drontheimer Straße 4 6. Düttling, Srunncnftrafje 79 7. Carus, Voliastraßc 37 8. Krüger, Hussiienstraße 33 O 0, Lcuschner, Aderstraß« 110 10. Dams, Schiepeistraße 9 11. Giebel, Panlslraße 82 12. Wende, flolonicftcaße 147 »13. Naß, Maxlteaße 12 14. Telhler, Seestraße, TS« Malplaqueistraßc 15. Barlcben, Burgedorsstraße 13 16. Zimmer, Fehmarnstraße 6 »17. Koch, Henniasborfer Straße 13 18. Klinge, EcNerslraßc 14 19. Steinhauer.(Bartmfttoß« 71 20. Blgt, Derichiftraße 74 Xordosten: »21. SpStti, Seorgeiilirchstraßc 65 22. Kuwaskl,(Bcclfflmatbct Straße 191 Osten: »27. BShr, Sttaiauec Allee 47 »24. Rosin, Gubener Straße 19 25. Pilzecker, Blumenstraße 34 26. Kühler, Malternstraße 14 biiidoHten: 27. Qrelve, Rungestraße 30 »28. Gewerkschaltshaus, Engelufer 15 29, Prasset, Michaeilirchstraße 29a 80. Benoit, Adaibcrlstraße 4 »31. Grohnke, Grünauer Straß« 17 »32. Hellmuth, Göriißer Straße 53 Sttdcn: »33. Blenktc, Boppftraße I 34. Nowak, Sitsd)iner Straße 66 »35. Winter, Ziittcrstraße 117 Siidwesten: »36. Spürer. Gneisenausteaße 30 »37. Topp, Alle Zakobstraße I 33. Rath mann, Wiihelmstraße 118 Westen: 39. Meyer, Ctitsoroftcaßc 7 »10. Wlemer, BUiowstraße 58 Nordwesten: »41. Oelschläger, Beriutzingenstraße 5 42. Sturz, HuNenstraß« 7 43. Thielemann, Waidenserstraße 19 »44. Kaiser, Goßlawsliistrasic 34 45. Krüger, Puiiißstraße 13 Zentrom: 46. Hummel, Sophienstraße 6 Adlcrsltof: 47, Michael, Bismarckstraße 73 Banmschalenweg: buio »48. Voges Nächtige Baumschulen straße 14 Charlottenbare: 49. Nebel, Saljufer, Ecke Englische Straße »50. Werner, Wailstraße 96 51 Thunack, Wielandstraße 4 52. Müller, Osnabrücker Straße 27 53. Peter, Nehringstraße 23 CWpcnlck: »54. Schulz, Bahnhsfstraße 34 55. Augustin, Rosenstraße, Ecke Kirchstraße P'rtedrfehshaeen: »56. Tlttlus, Friedrich straße 121 Haselhorst:* 57. Lehmann, WaidschiLßchen Hennlesdorf: 57a.„Pleflerberg"', NiederttcuendorferSir. Kolleginnen und Kollegen, die mit ihren Beiträgen über 6 Wochen im Rückstände sind, und sich an der Wahl beteiligen wollen, können in den mit bezeichneten Lokalen, sowie im Verbandshaus, Linienstr. 83/85, Zimmer Nr. 3, ihre Beiträge bezahlen. Die Wahlleiter und die Funktionäre des Verbandes haben unbedingt daraus zu achten, dag in allen anderen Lokalen keine Marken verkauft werde», als in den mit O bezeichneten. Alle Kollegen sind nur zu diesen Lokalen hinzuweisen. Berechtigt zur Klebung von Marken sind nur diejenigen Kollegen, die ein besonderes Schreiben von der Verwaltung dazu erhalten haben. 94/9 Deutscher Metallarbeiter-Verband. Hohensehdtihansen: 53. Marquardt, Bertiner Straße 85 Kalkbergre 1. M,; 59. Kreter, Redenstraße 49 rilchtcnbcrs: 60. Prill, Kaut straße. Ecke Mozartstraße 61. Blume, Loxhagener Straße 62. »62. Zar Wartburg, grontiurlet Allee, am Bahnhos Lidilenb»rg-Friebrichs>eibe »63. Seihke, Kronprinzenstr iße 47 64. Bitterniann, Mollcndorsstraße, Ecke Herzbergstraße Nlarleadorf: 68. Streiter, Ehausscestraße 27 »60, Knauer, Broßbeerenftraße Kcukttlln: 87. Kaiser. Bobbinstraße 58 »68. Ideal-Kasino, Aeichseistraße 8 69. Picknick. Okerstraßc 5 »70. PrüBei, Scupitjcr Straße, Ecke Brufen- botfet Straße 71. Rückheltn, Bergstraße, Ecke Lahnstraß« »72. Cognac-Quelle, Hermannstraße 159, am Bahnhof KiederschUnewelde: 73. Tescfa, Grünauer Straße 5 ObcrschUneweide: »74. Imberg, Wliheiminenhofstraß« 34 Pankow: »75. Schmidt, Fiorastraße, Eing. Görschstraße Ilelaiekendort: »76.lugendhcim, Scharnwebcrsiraße 115 77. Mlethe, Eichbornstraße 49 »78. Wedlog, Berliner Straße III Rosenthal: »79. Pelnd, am Bahnhof Schöneberg: »SO. Rosenthal, Edersstraßc 66 Seegefeld: 8L Wulf, Haupistrage 13 Slcmcnsstadt: 82. Marsand, Nonnendamm-Allee »83. Sundhelm, Ronnendamm-Allei 84. Knnt, Eiemcnsstraße, Ecke Herzstraße Spandau: »85. Zur letzten Minute, Bahnhofstraße 2 86. Wohlfeil, Hamburger Straße 51 »87. Kohlschmldt, Neüendorfer Straße 89 88, Wlndt, Picheisdorscr Straße 8 Staaken: 89. Wölfl, Spanbauer Straße Stegllfs: 90. Borgmann, Rheinstraße 40 »9L Henke, Fiensburgcr Straße 7 Tegel: »92. Lehnhardt, Berliner Straß« 84 Teltow s 93. Staar, Teltower Straße Tempelhof: »94. Bürgergarten, Berliner Straße 165 Treptow: »95. WIschke, Heidelberger Straß» 81 Waldmanuslnst: »96. Schwelzcihaus. Tiaiastraße 23— 34 Welßensee: »97. Masche, Berliner Allee 251 98. Pietz, Renubahnstraße 4 Hildau: »99. Kasino, Schwarxtopssstraße Hr. 345 ♦ ZS. Fahrgaag 2. Heilage öes Vorwärts Sonntag, 24. �vli I42Z GroßSerün praktische Rechtswinke. Aus juristischen Kreisen wird uns geschrieben: Die Gerichte sind überiostet und von asten Seiten werden Tor- schlüge gemacht, um der Prozehwut zu steuern. Bisher soft erfolg- los! Zur Beseitigung dieses Mßstandes muß dos Hebel an der Wurzel gepackt und die erst« Fehlerquelle beseitigt werden. In der Schul« wird der heranwachsende Mensch in allen möglichen Wissensgebieten unterrichtet:„vom Rechte, da- mit uns geboren ist, von dem ist leider nie die Frage". Wieviel Zeit, Geld und Nerven könnten gespart werden, wenn der Erwachsene aus seiner Jugendzeit bestimmte Rechtsgrundbegriffe mit sich brächte! Da dies heut« nicht der Fall ist, seien ein paar praktische Beispiele hervorgehoben. Viel zu wenige sind stch darüber klar, daß auch eine mündlich« Abmachung ein Vertrag ist, der restlos gehalten werden muß und vollgültig neben dem geschriebenen Vertrage steht. Da kann es nur zu leicht vorkommen, daß die juristische Floskel:„Wer recht hat, braucht darum noch lange nicht Recht zu bekommen" zur Wahrheit wird. Der Schuldige bekommt Recht und der Un- schullnge llnrecht, weil er sein Recht nicht beweisen kann, und vbendvein hat er noch sämtliche Kosten zu zahlen. So einer wird verbittert und glaubt an keine Gerechtigkeit mehr. Man mache sich also zur Regel, Vertröge nur schriftlich abzuschließen und sie so klar, so scharf, sorgfältig und erschöpfend für olle nur erdenklichen Vor- kommniss« aufzubauen, daß kein Ereignis eintreten kann, für dos in diesem Bertrage kein bindendes Verhalten vorgesehen ist. lieber das hinaus beschaffe man sich für jede Handlung, die irgendwie von Bedeutung ist, Zeugen, damit man nicht aus das Zeugnis und den vielfach nicht vorhandenen guten Willen seines Gegners ange- wiesen Ist. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Nicht jeder, der sagt, er wolle vor Gericht aussagen, t u t das nachher auch. Da erlebt man oft die schmerzlichsten Enttäuschungen. Bei der Aussage selbst sei man vorsichtig und füge, falls man sich aller Umstände nicht mehr ganz genau erinnern kann, feinen Worten hinzu:„Soweit ich mich«rinnern kann", sonst seht man sich den fürchterlichen Folgen eines Meineides oder eines fahrlässigen Falscheides aus. Jeder Prozeß in der bürgerlichen Justiz ist ein Hasardspiel, und niemand kann sein Ende voraussehe«, selbst wenn sich der Anfang gut angelassen hat. Hat das ein« Gericht Recht gegeben, so kann das ander« Gericht noch zehnmal Unrecht geben, und das Reichsgericht wiederum kann selbst dieses Urteil ausheben. In juristischen Kreisen ist ja die Redensart gang und gäbe, daß fünf Juristen über einen juristi- schen Fall fünf verschiedene Meinungen haben. Es ist schlimm, daß es so ist aber es ist so. Und je eher man die Illusion einer a b- soluten Gerechtigkeit verliert, um so besser. Die Taktik bei Führung eines Prozesses muß sich ganz nach der Sache, nach den vorhandenen Geldmiiteln, nach der Lage� des Gelmers, ja leider sogar nach den politischen Verhält. nissen richten. Selbst ein Hinausschieben eines Prozesses oder seine raschere Beendigung können bedeutungsvolle Folgen für fei« Resultat haben. Zieht sich der Prozeß zu lange hin. so kann sich die ganze Sachlage verschieben, das Objekt kann ent» wertet werden(man denke an leicht verderbliche Nahrungsmittel als Objekt des Prozesses), man selber oder der Gegner kann sein Vermögen verlieren. Nichts ist verhängnisvoller für die Führung eines Prozesses, als wenn man sagt:„Ich kümmer« mich gar nicht um meinen Prozeß, das macht mein Anwalt." Dann kann es ihm passieren, daß«r eines schönen Tages dasteht und den Prozeß verloren hat. Er darf stch. wie sonst im Leben, auch hier auf niemand wie auf sich selbst verlassen und muß ununterbrochen mitarbeiten. Zum Schluß dieser Ausführungen, die nur wie eine Taschen- laterne in die Nacht eines ungeheuren Gebietes hineinleuchten können, sei davor gewarnt, daß der Prozeßsührende sich bei V e r- wandten oder Bekannten Rat holt, um dann bald von vorne, bald von hinten an dem Karren zu ziehen. Er schweige und » handele und sag« niemandem, selbst seinem Anwalt nie mehr, als er absolut sagen muß und sage kein Wort, keine Silbe, die mcht auch der Gegner lesen darf. Er betriebe vor allem die Sache ernst und lerdenschafts- los und bedenke bei der kleinsten V e r g l ei ch s m ö gl i ch k e i t. die sich bietet, die Wahrheit des Spruches:„Der magerste Vergleich Ist immer noch besier als der setteste Vrozeß". soweit nicht besondere Norausseßunqen dies ausschließen. Wenn er das befolgt, werden beide Teile. Richter wie Parteien, hieraus größten Rußen ziehen. Selbsthilfe eines Herrenmenschen. In brutaler Weise hatte der 43jährige Generaldirektor E ck c l m a n n des Märkischen Jndustriewerks Golm oersucht, einen auf dem Werk wohnenden und ihm unbequem ge- wordenen Gärtner Wilhelnr Klose aus dessen Wohnung herauszu- fetzen. Klose bewohnt mit seiner schwer lungenkranken Frau und mehreren Kindern eine Zweizimmerwohnung, die der General- direktor gern für einen seiner Ingenieure haben wollte. Kurzer- Hand wurde dem Gärtner von der Direktion eine vierwöchige Kün- digung zum l. Oktober v. I. zugesandt. Bei der herrschenden Woh- � nungsnot war es Klose jedoch unmöglich, eine Wohnung zu be- kommen. Er wandte sich an das Wohnungsamt, aber das Ver- fahren dortselbst dauerte dem Generaldirektor zu lange und am 31. Mai, als Klose zur Arbeit gegangen war, erteilte er dem Be- triebsrat und Ingenieur Thiedcmann den Austrag, die Wohnung des unbequemen Gärmers unbewohnbar zu machen...Ich trage jede Verantwortung für diese Tat!", rief Eckeimann dem Betriebsrat nach, und nun ging der Ingenieur mit vier Männern ans Werk. Mit Gewalt wurden sämtliche Türen ausgehoben, Licht und Wasser wurden abgesperrt. Als die geänoltigte Frau eine der Türen zuhielt, rief einer der Männer:„Nehmt doch die Axt!" Die Gesellschaft ging so brutal vor, daß die kranke Frau bis nachmittags 4 Uhr be- sinnungslos dalag. Als sie aus ihrer Ohnmacht erwachte, schleppte sie sich auf den Fabrikhos und teilte den Vorgang den Arbeitern mit. Sofort entstand ein Tumult unter den Arbeitern und sie sor- derten von der Direktion die sofortige Entlastung derjenigen Kollegen, die an dem Räumungswerk beteiligt waren. Dies mußte auch geschehen. Gegen den Generaldirektor, den Ingenieur und die vier Arbeiter wurde Strafantrag gestellt. Das Potsdamer Schöffen- gericht, vor dem sich Eckelmann wegen Anstiftung zum Haus- friedensbruch und versuchter Nötigung verantworten mußte, ver- urteilte ihn zu 1000 M. Geldstrafe, den Ingenieur und Betriebs- rat sowie die vier Arbeiter zu 200 bzw. 600 M. Geldstrafe. Während sämtliche Angeklagten auf der Anklagebank Platz nehmen mußten, wurde dem Herrn Generaldirektor erlaubt, am Verteidigertisch Platz zu nehmen._ verunglückter postraub. Die„Arbeiter" Albert Brandenburg und Karl Müller hotten sich einen feinen Plan ausgedacht, um durch Beraubung eines Postwagens zu Geld zu kommen. Müller war früher Postaushelfer und wußte aus feiner früheren Tätigkeit, daß der Postillon Noack täglich von dem Postamt in der Taubcnstraße mit einem Postwagen abfuhr, um von verschiedenen Postämtern Pakete einzusammeln. Der Genannte besprach sich des- halb mit Brandenburg über die Möglichkeit einer Beraubung des Postwagens und beide benutzten die Gelegenheit eines Zusammen- treffens mit Noack in einem Bierlokal, um dessen Beteiligung an dem Unternehmen zu erwirken. Noack ging anscheinend auf die Sache ein, machte aber seiner vorgesetzten Behörde davon Mit- teilung und erhielt von dieser die Weisung, weiter die Rolle des Komplicen zu spielen. Bei einer weiteren Zusammenkunft zwischen dem Postillon und den beiden Angeklagten wurde verabredet, daß Noack zunächst einen Abdruck von dem Schlüssel zu dem Postwagen besorgen und die Angeklagten an einem bestimmten Tage, während der Postwagen an einer bestimmten Stelle halten würde, den Wagen offnen und berauben sollten. Diese gingen auch verabredungs- gemäß vor, als sie aber eben dabei waren, die Wagentür w öffnen, traten ihnen zwei im Innern des Wagens postierte Kriminalbeamte entgegen und nahmen die vor Ueberraschung völlig sprachlosen An- geklagten fest. Das Schöffengericht hatte sie zu je 2 Jahren Gefängnis verurteilt. In der Berufungsinstanz suchten sie olle Schuld auf Noack zu schieben und behaupteten, daß von diesem der ganze Plan aus- gegangen sei und er beabsichtigt habe, nicht nur die zu erwartende Belohnung einzuheimsen, sondern auch seine etwas wackelig ge- wordene Stellung zu befestigen. Im übrigen behaupteten sie, daß sie an dem kritischen Tage den Diebstahl gor nicht ausführen, sondern zunächst nur den Schlüssel probieren wollten. Die Ferienstrof- kammer hielt diese Behauptungen für faule Ausreden, ermäßigte aber die Strafe für Brandenburg aus 1 Jahr, für Müller auf 1 Jahr 3 Monate Gefängnis. NulenänSerungen der öerlwer Straßenbahn. Bom 24. d. M. ab werden von der Straßenbahn folgende Li- nienänderungen vorgenommen: Die Linie L4 Uhr Sitzung der FuilktionSre und Betrieb-v-rtrauensleute bei Bärwalbe, Echlegelstr. S. Erscheinen aller unbedingt erforderlich, da sehr Turnvereins und Turnens wichtig- Tagesordnung...„ 118. Abt. Lichtenberg. V Uhr Funktionärfitzung bei Iorisch, Siegsrredstr. 2. Erscheinen aller erforderlich. 121. Abt.«»rlshorst. 8 Uhr Erilndunasversammlung de» Arbeiter-! bei Huth, Tdeskow-Allee KK. Alle Freunde des Sports m werden gebeten, zu erscheinen. 128. bi» 13«. Abt.(Pankow). Ausflug der Eenossinnen nach Birkenwerder, Treffpunkt 12!4 Uhr Nordbahnhof, Wollankstraße. Frauenveranstalkungen. II. Abt. Uhr Frauenleseabend bei Schonack, Samariter-, Ecke Rigaer Straße, Referent Zkienert:„Die Höchstmieteiiordnungen". 22. Abt. 7H Uhr Frauenabend in der Mädchenschule, Hächstcstr. 34, Referent .Echeibeiihuber:„Die Frau in der Politik und die Etadtverordnetcnwahlen". 34. Abt. 744 Uhr-Frauenabend bei Obiglo, Stralsunder Straße 11, Referent Dr. Ostrowski:„Die Paulsenschen Schulreformen". 42. Abt. 7H Uhr Frauenabend bei Behrens, Tegeler Straße 22, Referent A. PMtloch:„Das Erfurter Programm". 53. � t. dba lottenbnrg. 74 Uhr Frauenabend bei Stein, Passauer Straße 35, Referent Dr. Kallmann:„Wohnungsfragen". 32. Abt. Steglitz. Ausflug der Frauen nach Dahlem, Restaurant„Alter Dorf. krug", Treffpunkt um 4 Uhr nachmittags im Lokal. 103. Abt. vb-rfchineweide. 7 44 Uhr Frauenabend im Luisenhof, Thema:„Die Frau und der Sozialismus". Uebermorgen, Dieuslag. den 26L Zuli: 8. Abt. Fo Milien ausflug zum„Zungen Freund" in Picheiswerder, Treffpunkt um 10 Uhr daselbst._ �ugenöveranftaltungen. heule, Sonntag, den 24. Zuli: Hermsdoes. Wanderung: Sorin-Se«. Treffpunkt 448 Uhr(Heim).— Sani. wltz. Wanderung: Stienitzsee, Treffpunkt 446 Uhr Bahnhof Lankwitz.— Nie. dcrschönhaufen. Elternwanderung: Birkcnwcrder-Bricsetal, Treffpunkt'47 Uhr Friedcnsplatz.— Prenzlauer Borstadt. Wanderung: Erincr— Stäritzfee, Treffpunkt 7 Uhr Aleiandcr Platz(Bcrolina).— Schöneberg II. Badetour: Pötzer Vordersee.» Uhr Neues Rathaus. Zilmfihau. Der WSrher dev kleiden Büroermeikker überführt. Im UZ'. Kurfürstcndomm läuft neben famosen Siraßenblldern ein simples Sustfplct.KnoppchenS Frackbofe", das viel Heiterkeit erregte. Uebec den dritten Teil des Sensationsftlms.Goliath Arm« fit Ott g', der den Untertitel„Das Hans der 1000 Gefahren" trägt, gilt das schon von den beiden vorhergehenden Teile» ge'agte, das Ganze wird durch die Fortsetzungen nicht besser. Tubrowsly heißt der Film, der im T a u e n tz i e n» P a I a st feine Uraufführung erlebte. Von dem talentvollen Regisseur Peter Tschardhnin nach einem Roman Puschkins bearbeitet, spielten russi che Schauspieler dieses Drama, dessen Ankündigung sogar durch ein Plakat mit russischer Schrift erfolgte. So lag der Reiz der Neuheit, der unbedingt einer ge- spannten Aufmerksamkeit den Boden schafft, über allem. Dubrowfky wurde ein Abenteucrerdrama, ober wenn aus solche Weise, w!e es in diesem Film geschieht, dem Gcichmack des Publikums nachgekommen wird, ist es jeden« falls eine empiehlenswerte. Die große Kunst der Darsteller, vornehmlich die des Ossip Ziunitich. dem die Hauplrolle anvertraut worden war, zwang zum starten Miterleben. Der lebhastc Beifall bei der Uraufführung war vollauf berechtigt. Der Film.Wunder der Technik" gab zudem noch eine treffliche Programmergänzung. Dkarmorhaus Trix. Der Roman einer Millionenerbin in 0 Akten nach dem Buch von E v. Adtersseld-Ballestrem. Man kann beim besten Willen über alle diese Sommcrstlme nichts Neues sagen. Auch über diesen nicht. Immer dasselbe MUieu: die scudalen kreise oder solche, die eS fein wollen. Immer die übtich-n Liebesgeschichten. Dazu ein geheimnisvolles Perlen» tollier, das die Madame, die es umlegt, unseblbar tölet. Man kann auch wieder seststellcn, daß im allgemeinen gut gespielt wurde. Lya Mara, Fritz Ruhbeck u. a. mimten. Zeinik hatte die Regie. „TnS große Spiel* betitelt sich der neue große amerikanssche sen- sationssilm, welcher unter großem Beifall in der Schauburg gezeigt wird. Als Hauptdarsteller wirkten Anna Luther und Charles Hutchinson. Daneben iäusl ein zweiattiges Lustspiel„Deiettiv aus Liebe* mit Hann D e e g e und Gerhard D a m m a n n in der Hauptrolle. Den schlug dudele das bekannte Herrnseld-Theater unter persönlicher Mitwirkung des Herrn DneliorS Anton Herrnjetd. Ms alier Weit. Die erste Flugpost Sowno— Söuigsberg— Berlln wird am 26. Juli eröffnet. Mit den Postflugzeugen werden gewöhnliche und eingeschriebene Briefsendungen sowie durch die Unternehmerin auch Personen und Pakete befördert werden. Di« Unter- mrter nsticke ____,___________. Sie» serts übereinstimmen. Es ist anzunehmen,_ daß die beiden an der Schweizer Grenze verhafteten Personen nicht im Zusam- menhang mit dem Mörder stehen. Französische Krlegsgerichtsurteile. Vor dem Kreuznacher Militär» gericht hatten sich am Mittwoch die Vorstandsmitglieder verschiedener Kreuznacher Vereine zu verantworten. Der Lrbeitergesangverein hatte zu Pfingsten sein Stiftungsfest veranstaltet. Von der B-- fatzungsbehörde war zur Bedingung gemacht-worden, daß in dem Festzug keine Farben und Fahnen in den alten Reichsfarben mit- geführt werden dürften. Die Militärpolizei hatte festgestellt, daß unter den vielen Fahnenbändern eine Fahne der Liedertafel ein schwarz-weiß-rotes Band und die Fahnebegleitung außerdem eine schwarz-weiß-rot-goldene Schärpe aufwiesen. Die Militärpolize! erstattete Anzeige wegen Uebertretung des Verbots. Das Gericht ver- urteilte einen Angeklagten zu 1500 M., einen zu 1000 M. und zwei zu je 800 M. Geldstrafe und zu den Kosten der Veröffentlichung des Urteils.— Weiter verurteilte das Gericht den Arzt Dr. Rauch wegen Anrempelung eines französischen Offiziers zu 2000 M. Geldstrafe und zu den Kosten der Veröfsentlichung. Dr. Rauch war auf der Straße beim Ausweichen an einen Offizier gestoßen, worauf er sofort nach dem Bureau zur Feststellung und Vernehmung geführt worden war.__ Arbeitersport. Am Dienstag, den 23. Juli, silwwcr Straße 2 bei Paul lende. Der vnUtlgcn aoaeeocunung roegeu miojelntn dringe nb erforderlich. Arb-iter-Wasse-spart-Derband.«reis I. ffivnt-g, den 25. Juli, abend» T1� Uhr Kreisvorstandssitzunq bei Abendroth, Ääpenicker Straße 137. Pilnkt» liches Erscheinen»st notwendig. Vorträge, vereine unü Versammlunsen. Bund der Arbeiter» Musskoereine. Mandolinengruppe. Montag, den 25. Juli, Spielab end und Hauptprobe für da, am 7. Angust im Paradiesgarteu Treptow st-ttfind-nd- Konzert im Stosenthaler Hos, Rosenthaler Straße 12.— «Hg. Famiiiensterbekasse. Sonntag, den 24. Zull, Zahl» und Aufnahmetag»an 2 bis s Uhr in den Restaurants Serichtktr. 12/13 und Adalbertstr. 24, siehe --~-----".«otoune Reutilln. Donnerstag, den Jeden «rbeiter-Samaritcr-K W�Juli, Mit�iederverfammlung bei Lempk«, Prinz-Handjerv-Strasie 7«. Freitag un: 7 Uhr Lehrabend bei Kophamcl, Thomas-, Ecke Bodestraß«. Briefkasten üer Reöaktion. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt.— Zeder fltr de»»rief- » bestuumteir Anfrage füge man- i n e n Buchstaben und«ine Nummer kästen �. WWWWU,. bei. Eilige Anfragen trag« man ln der h-n Sprechstunde, Lindenstr. 3, Juristische 1. Hos pari, links, vor. Schiiststllcke und Verträge sind mitzubringen. E. M. 1000. Ist zum Besuch verpflichtet. 85. 100. 1. Nach unseren Ermittlungen ist Dr. S. nicht Mitglied uns- Partei. 2. Pielleicht sehen Sie selbst einmal nach, da Li- in der N> wohnen. Wir können dp bürg bemühen. ii selbst einmal nach, au» diesem Anlaß uu» nicht selbst nach Eharlotteu- | Versand-AbieiJung\ \ Scbriltlieti« Aufträge werden- 1« o r g i 1 1 1 1 g• t«uageführt- rtiMmm,*tttM(i,*>ff,titM>niti(,*ti(HinM,M,ini*ii-,*i* Damenkleidung "Ol au« gestreih, oder bc- 1 Cfc o drucktcm Weschstoff lO.DÜ 01 aus bc«ticktcmWa«ct- 1 Q<0 ölu5C stoff wetf.odcr farbig 1•/•Sü ��32.50 Kleid so, baumwell.Veil,, 95." TT... I iuj heltbarem t Q C/l Kostumrock St0�___ HerLstmäntel aue neuen Stoffen 295:- 360.- 425.- Herrenkleidung W�csten-Gürtel 21.— 19.— Lüster-Saltlco 146— 98.— Wasctjoppen 128.— 97.— Wasct- Anzüge•.. 240.— Sportbein kleül, 88.- SportbemlJei Schweiz. Fr. 100 österr. Kr. abgestempelt IVO ischech. Kr. Obwohl sich die Marl also gegenüber ihrem tiefsten Stande am 19. am Ende der Woche wieder etwas erholt hatte, stand st« den» noch am Wochenschluß nicht unerheblich schlechter als vor acht Tagen. Soweit für die Daluta-Entwicklung Gründe maßgeblich sind, welche die Oeffentlichkeit kennt, lag eigentlich nichts vor, was einen abermaligen Rückgang erklären könnte. Im Gegenteil hätten die Nachrichten über den Abschluß weUerer Kredite eher festigend wirken müssen. Man kann auch kaum annehmen, daß lediglich die Ungewißheit über das Schicksal Oberschlesiens den Ausschlag ge- geben hat. Dielmehr müssen hier wieder Kräfte am Spiel sein, die ein Interesse an der Schwächung unserer Valuta haben.— Auf den weiteren Gang der Entwicklung darf man gespannt sein.— SO Jahre Lokomotivbau bei Zt. Dorsig, Berlin-Tegel. Am 24. Juli d. I. sind 80 Jahre vergangen, seit die Firma Dorsig, eine der ältesten Berliner Maschinenfabriken, zugleich die älteste deutsche Lokomotivsabrit, ihre erste Lokomotive die Probe- fahrt machen ließ. Es geschah dies auf der damals noch nicht ganz fertiggestellten und bald danach, am 10. September 1841, eröffneten Berlin-Anhaltischen Eisenbahn, für die diese Lokomotive bestimmt war. Der„Mechaniker" August Dorsig(geb. 1804 in Breslau, gest. 18S4 in Berlin) war nicht der erste, der überhaupt in Deutschland Lokomotwen gebaut hat. Versucht hatten es schon vor ihm, seit 1837, einige deutsche Werkstätten. Aber alle diese Versuche hatten den Lokomotivbau nicbt dauernd in Deutschland einführen können. Es ist A. Borstgs Verdienst, den Lokomotivbau mit Erfolg aufgenommen und zu höchster Entwicklung gebracht zu haben. An Mühen und Widerwärtigkeiten hat es dabei nicht gefehlt: es gehörte Zähigkeit und Energie dazu, ihrer Herr zu werden. August Borsig hat seine erste Lokomotive nach dem Vorbild des Amerikaners Norris ge- baut, desien Lokomotiven damals selbst in England einen guten Ruf besaßen. Borsias Lokomotive war iedoch stärker und leistungsfähiger. Sie bewährte sich und hat bis 184S Dienst getan. 1842 konnte 2L Borsig bereits 7 Lokomotiven an drei preußische Eisenbahnge- sellschaften abliefern. Der Lokomotivbau bei A. Borsig gewann von oa ab immer größere Bedeutung. Die Fabrik lag vor dem Oranien- burger Tor, auf dem Gebiete, dos heute von der Chaussee-, Elsasser-, Tieck- und Borsigstraße umschlossen wird. Albert Borsig(1829 bis 1878) hatte den Eingang zum Werk 1858 mit monumentalen Bau- lichkeiten schmücken lassen. Die Fabrik wird in dieser Form, in der sie bis zum Abbruch 1888 bestanden hat, noch manchem älteren Berliner in Erinnerung sein. Aus ihr gingen hervor: die hundertste Lokomotwe 1846, die 500. 1854, 1858 die 1000., zur Pariser Weltaus- stellung 1876 die 2000. und dann 1873 und 1883 die 3000. und 4000. Die 5000. wurde 1902 im neuen Werk in Tegel(1898 in Betrieb ge- nommen) fertiggestellt. Die zweiten 5000 Lokomotiven wurden 1902 bis 1918 gebaut. Gegenwärtig sind etwa 10 900 Lokomotwen aller Art geliefert worden, die Fertigstellung der 11000. steht nahe bevor. In die Zeit, da Borsig vor dem Oranienburger Tor seine ersten Lokomotiven baute, fällt auch die März-Reoolution des Jahres 1848. Die Borstgschen Arbeiter, unterstützt von denen der benachbarten Maschinenfabriken Schwartzkopfs, Eggers usw„ spielten in den da- maligen Kämpfen eine große Rolle. Sie zogen stadtwärts und ver» einigten sich hinter dem Oranienburger Tor mit den Studenten, welche in jenen vergangenen Tagen für die gleichen Ideale wie die Arbeiter mannhaft kämpften. Wie gesagt, das war im Jahre 1848.— Die Verpachtung von Staatsbetrieben in Sowjetrußland. Das geplante Dekret des Rates der Volkskommissare ist nun- mehr erschienen und sieht die Dervachtung von Staatsbetrieben an Genossenschaften, Gesellschaften, Verbände und Privatpersonen vor. Die Betriebe können je nach ihrer Bedeutung durch die lokalen oder die zentralen Wirtschaftsorgane in Pacht vergeben werden. Die Pächter haben das Recht, Bestellungen sowohl von Privatversonen wie von Staatsorganen anzunehmen und Waren für den Absatz im freien Handel zu"produzieren. Sie sind verpflichtet, alle Verord- nungen auf dem Gebiete des Arbeiterschutzes zu befolgen, die für die Arbeiter der nicht nationalisierten Betriebe gegen- wärtig bestehen oder künstig erlösten werden sollten. Die Pacht- vertrage könen nur auf gerichtlichem Wege annulliert werden. Der Staat übernimmt die Lebensmittel- und Rohstoffers orgung der ver- pachteten Betriebe nicht; die Pächter können ihren Bedarf mit Ge- nehmigung des Dolkskommistariats für Außenhandel im Auslande einkaufen. Die Form und die Höhe des Pachtzinses sind in den Einzelfällen von den zuständigen Wirtschaftsorganen zu bestimmen. — Die Moskauer„Jswestija" melden, daß bereits zahlreiche Pacht- gefuche inländischer Interessenten für Betriebe der Textil- und Nahrungsmittelindustrie eingelaufen feien, dagegen kein einziges für die Schwerindustrie und den Berg- bau._ Fürsorge für das befehle Gebiek. Der Aachener Oberbürgermeister teilte In einer der letzten Stadt- ratssitzunaen mit, daß chm der Reichsschatzminister Bauer ebenso wie der Minister Dominicu» auf die von ihm vorgetragenen Wünsche großes Entgegenkommen erwiesen hätten. Minister Bauer habe die erforderlichen Baugelder zur Verfügung gestellt und weiter« versprochen. Minister Dominicus habe betont, daß Aachen als äußerster Lorposten im Westen Anspruch aus entsprechende Berück- sichtigung habe. Die neue »WU Waranvertelluiuibsielle f des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes Jablonskistraße 8 in eröffnet IgcilzalUnng HERREN Aniüge-Paletots Schlüpfer-Bummlmäntel DAMEN Kostüme-Kleldar ROcke- Blusen Pelzkragen— Matten Kreuzffichse Pelzmantel u. Capes firlBte Aaswebil Herabg wetzte Preise I WEDER BrunnsnstraB« I Frankfurter Alle* 350 Kotibu*erDamm103 I Charlottb,, Scharrenat S Üdiwasctihei Euch im Haus nur dann fPenn ich bekommen kann! Kein Vesdibrelt. kdn Rdbea und SOr. den; admelle* und leldüea Waschen bei 0rO6ter Schonung des Gewebes. P E R S I L das beste selbstifiHge Wasdunitlel von grO&ler Wasch« trfcung. Überall erhAliUch nur In Originat-Pacfaing, niemalt lose. Anetnlge Herstellen HENKEL ft CIE., POSSBLPQKB. MMU Groß«« Saget seht pteiswetlet WP.-Marlen, setner Goldslake, garantiert Orlginalware 410.— L. Szendröi, Nollendorsstr. 24, Pankstr. 7. 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SHre seinem Andenken I Die Beerdigung findet am Montag, den 25. Zuit, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Jcrusaiemer Fried- hos, Hermannstraßc. statt. Der Abt.-Vorstand. laSBefSSTJfiJulnS? aieiU'SchSneiieit. Der Genosie Gustav Eaer I ist am 21 Juli im 78. Lebens- 1 jähre gestorben.— Beerdi- I gung Montag nachm. S Uhr I auf dem Gemeindefricdhof ! Atkin-Echiinebeck. 241/2 Für die starke Beteiligung bei der Einäscherungsfeier meiner verstorbenen Frau Marie Sichhorn sage allen Verwandten. Freunden, Bekannten, Gewerkschaften und Parteien, insbesondere dem Volts- Feuerbestattungs- verein Groß-Berlin fllr die pietätvolle Ausführung der Bestattung sowie Herrn Franz Etimming fllr srine trostreichen Worte unseren besten Dank. Berlin, Schiiemannslr. 23. Sarl Eichhorn und Ztinder. Dtwfscwffc Deutseher lletellarbeltenierb. Verwaltungsstelle Berlin, Kachrnf. Den Kollegen zur Nach- richt, daß unser Kollege, der Schielfer 9S/8 Max ffelntze Aieinickcndorf, Provinzfir.32 am 19, Juli gestorben ist. Ehre seinem Andenke» l Die Ortsverwaltung. Parzellen' günstige Lage, verkauft biMg Steuereinnehm. Meruer, Bahn- Hot Strausberg. Conitanttustr. 7 -I Anstechend nachts unerträglich juckende Haut- ausschläge m wässriqenBläschen und kleinen roten Punkten vcr- schwinden in wenig.Tagen durch Reichel'««rShedalsam g,»0. ONo kteichel. Der»»«3, SO, Eiscnbahnstr. 4. Kriegsanleihe wird zu S40/0 in Zahlung genommen. Wegen Renoviernng meiner Geschäftsräume Extra hillige Preise!! ReinwoU.Trikot-Sportlaclien ftÄ? 132 Ä 140 Ä 40 Impr. Regenmäntel 165, Impr. Seidenmäntel 240, 355 Onmmlmäntel ,or b,men 297, for Herren 350 Reinvoll. Tncboapes 496, Reinwoll. Tnchmäntel 315 Kostüme 125, 215, 340, 450 Stoffröcke 44, 66, Seidenröcke 109, 185 Während der Renovierungszeit!! Astrachanmäntel>-«> 285, Plüsch mäntel 570 SealplÜSChmäntel la Qua!, auf Blumenselde 2150 Pelzmäntel �»«en 2400, 2800, 3500 la UlSter beste Qualitäten......... 495 Westmann 1. Geschäft: Berlin W, 2. Geschäft: Rerlln NO, Mohrenstraße 37a Gr. Frankfurter Str. 115 AilgemJamilfensterbekasse ZU Berlin. Frettag, den 5. August 1921, abend»»>/, Uhr, im Lotal von M. W-ple, G-richtstr-ße 12 lZ slü Min. von den Bahnhäfen Gesundbrunnen u.Weddinggrl.) Mitglieder-Versammlung Tagesordnung: t Bericht des Vorstande». 2. Kassenbericht. 3. Nruwahien der auischci- denden Vorstandsmitglieder und Revisoren. 4. Publika- tionsorgane. 5. Verschiedenes. Pllnltliche» Erscheinen, auch der weiblichenMitglieder.erwünscht. Quittungsbuch legitimiert. 7/9_ Der Vorstand i Berliner Landpacht Genossenschaft eingetragene Genossenschast mit beschränkter Haftpflicht. Dirnstag, den 9. August 1921, abrndS 7 Uhr, General- Bersammlung im Berliner Gewerkschafts Hans Engeluser 15, Saal L Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Dekanntgabe der Bilanz. 3. Wahl de« Bor- standes u.Auffichtsrates. 4. An- träge und Geschäftliches. Der Rrchnungsabschluß de« Geschäftsjahres 1920 liegt zur Einsichtnahme der Genossen von " tute ab in der Geschäftsstelle, O, Käpenicker Str. 32a, in den Gefchäftsstunden von 9—1 und 3-7 Uhr aus. 193/10 Der Auffichtsrat. F.Strinweg. D.Vorstand. Fr. Wils. K. Siedel. Möbel zu niedrigsten Preisen direkt an Private. Rlesenauswahl. Schlaf,. 1688-167653». Speise,. 1710-186703». Herr ea,. 1753— 178453«. Mohn,. 875—58903». flachen 445-28353». Lieferung Wo. Lagerung kostenl. lOsäHr. Garantie. Möbel-Haas Reiewske Berlin, BaDflt. SS Pa. Strickwolle garant. reine Wolle, in schwarz und grau, von Vt. 45,— per Pfd. Wtederverkäufer, Händler, Hausfrauen, härti hört! und besuchen Sie uns. wallaerlr. Virckienstr. 45 yof. Baha- hos B5rf»._ 102/13 spneux;Mrhi8chias .Hüft.QesSBu. Beia Da sehr. Fällein ISTar. beseitig t,hier üb anantasib.il eileriolge best. u. Referenz. InTaliden- Unnhn strate 196, Ton 10—2. JltüUJ de; ond. Zeiss u. Coerz werden ständig angekauft Photoh aus Steckalmann lUella W4. JBaMflaaux&tr.Ut Bekanntmachung waßerpreis Durch Stadtverordnetenbelchluß vom 28. Zuni>921 ist der Etat für 1921 für die neue Stadtgemeinbe Berlin genehmigt worden. In dem Etat erscheint der Wassrrprei« w der durch Gr» meindebefchluß vom Iezei�er' sestgesezten Höhe von 90 Pf. pro Kubikmeter. «ur l'icferungsbedingungrn bestehen. Berlin, den 19. Juli 1921. Magistrat. Bekanntmachung. Das neue Reichsgesetz vom 11. Juli 1921 über die Eiv» kommensteuer vom Arbeitslohn fleht im 8 46 Absatz 1; St. 8, eine weitere Ermäßigung de» von dem Arbeltswhn de» Arbeitnehmers einzubehaltende» Betrage« von 10 v. H.— unter Wegfall der Unterscheidung zwischen standlg-n und unständigen Arbeitnehmern— zur Adgeltung der nach ß 13 EStG. zulässigen Abzüge vor, und zwar a) Im Falle der Zahlung des Arbeitslöhne» nach Sinn- den: um 0,15 M. fllr je zwei angefangen« oder volle Stunden, d) im Falle der Zahlung de»«rb-itsl-hne»»ach loaetK um 0,60 M. täglich, e) im Falle der Zahlung des Arbeitslohne» nach Wochen: um 3,60 M. wöchentlich, ch) im Falle der ZaMung de, Arbeitslohnes»ach Mo- naten: um 15 M. monatlich. Diese Ermäßigung tritt bei jeder Lohnzahlung«in, die nach dem 31. Juli 1921 erfolgt; in denjenigen Fällen, in denen Abzüge im Sinne des st 13 nicht schon beim Steuer- abzug in der Zeit vom 1. April bis 81. Juli 1921 berücksichtigt sind, erhöhen sich zum Ausgleich dieser Abzüge die im z 46 Absatz 2, Nr. 3 vorgesehenen Ermäßigungen für den in der Zeit vom 1. August bis 31. Oktober 1921 gezahlten und bis zum 31. Oktober 1921 fällig gewordenen Arbeitslohn ») im Falle der Zahlung des Arbeitslohn» nach Stunden auf 0,40 M. für je zwei angefangene oder volle Stunden, d) im Fall« der Zahlung des Arbeitslohnes»ach Tagen '---- 7. taglich. Zahlung I wochegtlich, auf 1,40 M. e) im Falle der Zahlung des Arbeitslohne» nach Woche» auf 8,40 M. ck) im Fall« der Zahlung de, Arcbitslohnes nach Mo- naten auf 35 M. monatlich. Nach Ziffer 2 des Erlasses»am 25. August 1920— III 22 205—(Bekanntmachung vom l. September 1920, Zentralblatt für das Deutsche Reich 1920, S. 1403) bliebe» von dem Steuerabzug bis auf weiteres frei de' lohnungen, die über die fllr den Betrieb rege hinaus geleistet wurden. Durch Erlast des H Ministers der Finanzen vom 12. Juli 1921— in 19 246— wird der vorbezeichnete Erlaß oom 1. August 1921 ad aufgehoben: von diesem Zeitpunkt ab unterliegen auch die aus der Leistung von u eher stunden, Ueberfchichten, Eonntagsarbeit und sonstiger, über die regelmäßige Ar, beitszeit hinausgehenden Arbeitsleistungen erzielten Löhne usw. dem Steuerabzug. Berlin R«. 4», den 21. Juli ISA. * Laudesfinanzaml Groh-BeeNn. NMeMMMMlSM Verwaltungsfielle Btrlin X B. 54, Cinlenür. 85-85 Geschäftszeit von vorm. S Uhr bis nachm. 4 Udr Telephon: Amt Norden 185. 1239. 1987, 9714 Die Versammlung der Vorsttzeudeu dar Betriebs- und Arbeiterräte am TvnnerStag, den 38, Juli,(ann umständeiialbei nicht ftnrtündeu. sondern findet voraussichtlich an> Douuerstag, deu 4. August, statt. 94/1« BestüMtuvlchimgen etfoige» Nach.-WD Diese Woche bringen wir zu unserem 5aison--flm verkauk in sämtlichen fldteilungen ganz auhergewöbniiche Preislagen bei bester veschastenheit aller in frage Kommenden flrtikel. 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Nachdem die erfolgte Erhöhung des Kommanditkapitals in das Handelsregister eingetragen ist, fordern wir die Kommanditisten auf, das Bezugsrecht unter folgenden Bedingungen auszuüben. Die Anmeldung muß bei Vermeidung des Ausschlusses bis zum 15. August 1921(einschließlich) bei der Direction der Disconto-Gesellschaft in Berlin, . der Norddeutschen Bank in Hamburg, Hamburg „ dem A. Schaafhausen'schen Bankverein A.-G. in KSIn, „ einer Filiale oder Zweigstelle der vorgenannten Banken an anderen Plätzen, ferner bei der Bayerischen Disconto& Wechsel-Bank A.-G., „ dem Barmer Bank-Verein Hinsberg, Fischer& Comp., ,, Bankhaus E. Helmann, v „„ Bankhaus L. Pfeiffer, „ der Allgemeinen Deutschen Credlt-Anstalt Abteilung Dresden, , dem Bankhaus Philipp Elimeyer, „„ Bankhaus von der Heydt-Kersten& Söhnt, „ der Deutschen Effecten- and Wechsel-Bank, „ dem Bankhaus E. Ladenburg, ,, Halleschen Bankverein von Knlisch, Kaempf& Co., „„ Bankhaus Reinhold Steckner, „ der Vereinsbank in Hamburg, „ dem Bankhaus Ephraim, Meyer& Sohn, „„ Bankhaus A. Spiegelberg, „ der Süddeutschen Disconto-Gesellschaft A.-G, „ dem Bankhaus Veit L. Homburger, „„ Bankhaus Straus& Co., „„ Bankhaus A. Levy, „„ Bankhaus Sal. Oppenheim jr.& Cie, „ der Allgemeinen Deutschen Credlt-Anstalt und bei deren Abteilung Becker& Co., dem Bankhaus F. A. Neubauer, in Augsburg „ Barmen „ Breslau , Cassel „ Dresden Elberfeld, Frankfurt a. M. Halte a. 8. ., Hamburg „ Hannover „ Karlsruhe!. B. .. Köln » Leipzig „ Magdeburg „ Mannheim „ Meiningen „ München „ Nürnberg „ Stuttgart der Süddeutschen Disconto-Gesellschaft A.-Q.. „ Bankf irThüringen vorm. B.M.Strupp A.-G, „ Bayerischen Hypotheken- u. Wechsel-Bank, „ Bayerischen Vereinsbank, „ Bayerisch. Disconto-& Wechsel-Bank A.-G, dem Bankhaus Anton Kohn, der Königlich Württembergischen Hofbank G. in. b. H. unter Einreichung eines mit zahlenmäßig geordnetem Nummemverzeichnis versehenen Anmeldescheins, der bei den Bezugsstellen in Empfang genommen werden kann, während der bei jeder Stelle üblichen ueschäfts- stunden erfolgen. Auf je Mk. 12 000 Nennwert ohne Gewlnnanteilscheinbogen einzureichende alte Kommanditanteile werden drei neue Kommanditanteile im Nennwert von je Mk. 1000 zum Kurse von 180% frei von Zinsen gegen sofortige Vollzahlung gewährt. Es können jedoch auch bei entsprechendem An- bzw. Verkauf von Bezugsrechtsspitzen M. 1000 und M. 2000 neue Kommanditanteile bezogen werden. Der Schlußnotenstempel geht zu Lasten des Beziehenden. Der Bezug ist provisionslrei, sofern er am Schalter erfolgt; falls er im Wege des Briefwechsels stattfindet, wird die übliche Bezugsprovision in Anrechnung gebracht. Gegen Zahlung des Bezugspreises werden Kassenquittungen ausgegeben. Die neuen Aktien werden nach Fertigstellung nur gegen Rückgabe dieser Kassenquiltungen ausgehändigt. Die ßezugsstellen sind berechtigt, aber nicht verpflichtet, die Legitimation des Einreichers der Kassenquittung seinerzeit zu prüfen. Der Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Kommanditanteile wird bekanntgegeben werden. Die Vermittlung des An- und Verkaufs von Bezugsrechten sowie die Regelung von Spitzen übernehmen die Anmeldestellen. Berlin, im Juli 1921. Direction der Disconto-Gesellschaft Kaufe stSndlg zu höchsten Preisen Gold-flartn- Silber- II Ilten Weuhaug, RoiSstesS Nähe Spittelmarht Einkauf nur im Laden, nicht im Hoi 1 P@l2@ ___ j e z t 5 O Pro 2« billiger! Kreuzfuchse 200' Mark. Weißfüchse, Luxe* Wölfe, Zobelfüchse verkauft Jetzt billig! Kew LomDardware Leihhaus Horitzplatz 58a. 121 Billige Mensmlflel Fische Kabliau Im ganzen, mit Kop!, P[und SsdacHs im ganzen, o.Kop(,Plund 1 Qoldbars Ohne Kopl..... 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Sinowjew: Vor dem Dritten Kongreß der Kommunistischen Internationale' Karl Radek; Die Gründung der 2',, Internationale t J. Stepanow: Die ausländischen Konzessionen/ Helene Brlon; Eine Aufgabe des iramösischen Kommunismus/ Tom Queich: Die Gegner der sozialen Revolution in England/ Bela Szanto: Parteiverschmelzungen in Ungarn und in Deutschland/ Ein britischer Kommunist; Zwei Revolutionen in Irland/ Franz Koritschoner: Die Arbeiterräte in Deutsch-Oesterreich/ Chr. Kabaktchieif: Der Balkan am Vorabend der Revolution/ J. Jansen: Ueber die Entwicklung der Kommunistischen Partei in den Niederlanden/ J. Herzog; Der Kampf für die Kommunistische Internationale in der Schweiz/ Ein Delegierter der Liga: Die revolutionäre Bewegung in Süd-Afrika/ Wl.Wiicnski(Sibiriakow): Am Vorabend der Entstehung der Kommunistischen Partei in China/ Lakai: Ueberblick über die sozialistische Bewegung in Japan bis 1917/ Sen Katayama; Revolutionäre Strömungen in Japan/ G. Moros: Zur Geschichte des Bürgerkrieges in Rußland/ J. Nowomirskl: P. A. Kropotkin als Theoretiker des Anarchismus/ Die Pariser Koni. mune; Karl Marx: Die Pariser Kommune I i. Steklow: Der Grundfehler der Pariser Kommune/ J. Stepanow: Die Pariser Kommune und die russische Revolution/ Der weiüe Terror nach dem Sturz der Kommune(Episoden der Maiwoche)/ Der Internationale Rat der roten Gewerkschalten t G. H.: Die Industriearbeiter der Welt/ Bericht Ober den Verband für gewerkschaftliche Propaganda in Schweden/ Bescnlüsse des Ersten Gewerkschaftskongresses der Balkan-Donauländcr/ Die industrielle Krise und die gelben Gewerkschatten in England/ Der Drang nach Moskau usw./ Die internationale Genossenschaltsbewegung: s L. Chinlschuk: Die Vereinheitlichung der Qenossenschcftsbewegung/ Richtlinien der internationalen Genossenschaftsoewegung/ Dokumente der internationalen kommunistischen Bewegung/ Von der Tätigkeit des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale/ Sektionen der Kommunistischen Internationale/ Die internationale der kommunistischen Jugend/ Internationale kommunistische Frauenbewegung/ Helden und Märtyrer der proletarischen Revolution/ Bücherschau/ Illustrationen: P. A. Kropotkin auf dem Totenbett/ Zwölf Bilder zur Pariser Kommune. 763 Seilen Zu beziehen durch die Preis M. 10,— Verlagsbuchhandlung Carl Hoym Nachf. Louis Cahnbley, Hamburg II Spezialarzt Dr. med. Fcldmann behandelt schnell, gründlich, mögl. schmerzlos u.ohne Berufsstörung Syphilis, Harn. leiden, Praucnlelden, Schwäche. Erprobt. Method. Harn- und Blutuntersach. Sönigstr. 3146.�1%!. Sprechst. 10-1, 5-8, Sonnt 10-1 Brraprüfe, ver sieh etoig bindet!! 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Für Ort W verhi Meld MWIIWIWW Für Srost-Yelznngsfiriuo im Sluolonde wird ein �.okrmonteur absolut vertraut im Schweifever- fahren, gesucht. Mehrjährige prak- tische Tätigkeit bei nur ersten Firmen sowie gegenwärtige Stellung sind nachzuweisen, weiche Angaben ver- traulich behandelt werden. Verlangt werden guie Charattereigenschaften und Gewohnheiten. Möglichst un- verheiratet. Antritt per sofort. Meldungen unt. A. 25„Boewärls". Tüchtige für Kleiderstoffe Seidenband Damenväsehe sofort gesucht Meldungen; 12— 2 Uhr mittags 5— 6 Uhr abends &. Jandorf& Co. Kottiiuser Damm 1. »»WWWWIWWK IPiätterinnen feüble, auf neue garnierte Oameurväsche verlangen im anse dauernd. Legitimation.>02/18 mmm& mmm, Mtmer m i für sämtliche Lackierarbeiten in der Musterabteilung großer Berliner Lack- und Lackfarbenfabrik gesucht. Bewerbungen mit ausführlichem Lebenslauf, Angabe der Kenntnisse, Zeugnisabschriften, Qehaltsan- sprüche und Eintrittstermin erbeten unter E 25 an die Expedition d. Bl. Tüchtige sofort gesucht Meldungen; 1 2—2 Uhr mittags 5—6 Uhr abends i. Jandorf& Co. BrunnenstraOs 19/21 F MWMWWlMlill für Yerrenn-Ssche argen hohe« Sehalt sofort gesucht verttuer wSschesobrik, Frledrichstraste l«1 Putzzuarbeiterinne« s. sss Geheimnisse der ZGV. Ter Mord an Buchholz.— Waffeuschiebungeu.— 2 nächtliche Wehmgerichte.— Die Untersuchung niedergeschlagen: Von besonderer Seite wird uns umfangreiches Material über fast unglaubliche Vorgänge bei der Charlottenburger „Hundertschaft ZBV. 1" zur Verfügung gestellt, das gleich- zeitig an die zuständigen amtlichen Stellen und an die Frat- tionen des Reichstages und des Preußischen Landtages über- wiesen wurde. Die nachfolgenden Mitteilungen stehen zwar nicht in äußerem Zusammenhang mit dem geheimnis- vollen„Selbstmord" des Oberwachtmeifter B u ch h o l z am 15. Juni d. I., der innere Zusammenhang wird jedoch nach den hier geschilderten Fällen nicht bestritten werden können. Von dem außerordentlich umfangreichen Material sei der Oeffentlichkeit der folgende Auszug zur Kenntnis ge- bracht: Die genannte Hundertschaft spielte schon während des Kapp- P u t s ch e s eine hervorragende Rolle, und aus ihr wurde im Laufe des Sommers 1S20 der„Bund der Ringmannen"gegründet, dessen Führer ein Hauptmann S t« n n e s war; der Wachtmeister Simon leistete Schlepperdienste. Durch ihn wurden zuverlässig erscheinend« Beamte gefragt, ob sie sich nicht an dieser Verbindung beteiligen wollten, an der der weitsaus größte Teil der Offiziere des Berliner Kommando» beteiligt seien. Die Mitglieder des Bundes mußten sich zur g«- Heimen Behandlung aller Vorfälle schriftlich verpflichten. Nach Mitteilungen des Simon wurde in einer Geheimverfamm- lung der Vertrautesten der Ringmannen beschlossen, die kritische Zeit der Waffenablieferung zu einem Schlage auszunutzen. In der Liste des Bunde» waren die Namen sämtlicher Offiziere der ZBV. oerzeichnet: Hauptmann S t e n n e s, Oberlln. R ü tt i n g e r, Ltn. M o l l w i tz, Ltn. S o b i r e y, Ltn. W i l t e n h ö h n e r, die Hauptwachtmeister Lehmann und Müller, die Zugwachtmcister Meyer und Z u chs, die Oberwachtmeifter Koos, Kiesel- bach, Zeppenfeld, Göbel, Martin, Gruner, Köhl. Wolfs, die Wachtmeister Ladebeck, Clou«, Brau er, Po- l i e t, Simon, F i g g e(genannt Frick«), von Schmehling- Düringhofen, Calovius, die ganz« Stube SO u. a. Aus Anlaß der Wgffenabgabe wurde die überzählige Munition. Flammenwerfer, Maschinengewehre und 100 000 Schutz Munition an den verschiedensten Stellen versteckt. Diese Vorgänge wurden durch einen Beamten der ZBV. der Oeffent- lichkeit mitgeteilt, und hierauf ordnete der Berliner Polizeipräsident eine Durchsuchung der yunderlschaft an, die am 29. November stattfand. Hiervon erfuhr jedoch die Hundertschaft rechtzeitig. Sämtliche Waffen wurden aus ihren Ver- stecken entfernt und unter besonderer Aufsicht des Zugwachtmeister» Meyer an neuen Verstecken, fünf Maschinenpistolen sogar in der Akademie der bildenden Künste, Hardenberg- st r a ß e, untergebracht: einen Teil der Waffen schaffte man nach Potsdam. Diese Vorgänge wurden auf» neue dem Polizeipräsi- dium zur Kenntnis gebracht, so daß dieses zu Beginn der Unter- suchung hiervon unterrichtet war. Am Morgen des 29. November, um 9 Uhr, erschien der Kam- mandeur der Berliner Polizei, Oberst K a u p i s ch. mit SO Kriminal, beamten und ließ die Kaserne planmäßig besetzen. Schon hierbei wurden ihm Schwierigkeiten gemacht, und der Oberwachtmeifter K i e s e l b a ch forderte die Wache auf,„zu laden und zu sichern". Den Beamten der ZBV. befahl Leutnant Sobirey. Waffen ei»zustecken. Bei der Ansprach« de» Obersten Kau- pisch, in der dieser auf dl« Forderungen der Entente bezüglich der Waffenablieferung hinwies, fehlte der größte Teil der Monnschof- ten, und ol» hierauf eine Stubendurchsuchung vorgenommen wurde, forderte der Oberwachtmeister Hasse die Beamten auf. den durchsuchenden Beamten nicht eher Zutritt zu den Stuben zu geben, bevor Hauptmann E t e n n e s, der inzwischen im Auto die Kaserne verlasien hatte, zurückgekehrt sei. Die Beamten benahmen sich Kau» pisch wie den Kriminalbeamten gegenüber disziplinlos und rüpelhaft. Am Abend desselben Tages wurde eine Versammlung der Hun- dertschaft angesetzt, in der die„Verräter"" der Ringmannen festge- stellt werden sollten. Hierbei fiel von Wachtmeister K i e s e l b a ch die Aeußerung:„Fünf Verräter haben wir bereits: die werden eben einmal beim Dienst abhanden kommen". Hauptwachtmeister Müller fuchtelte mit geladener Pistole herum, stellte sich vor«inen verdächtigen Beamten und sagte:„Wenn solche Schufte dazwischen sind, die nicht mitmachen wollen, dann sollten sie gehen oder--" entsprechende Bewegung mit dem Revolver. Während der Rocht erfolgten in der Kaserne verschiedene Schießereien. Ein Beamter, der bei der Aufdeckung der Waffenschiebungen behilflich gewesen war, erklärte am folgenden Morgen auf dem Geschäftszimmer der Hundertschaft vor einer Ver- nehmungskommissivn, nicht aussagen zu können, da für ihn Lc- bensgefahr vorhanden sei. Dieser Einwand wurde anerkannt. Am Nachmittag wurde ihm von Major P e t r i in Gegenwart des Majors Pohl, Führers der Abteilung L i ch t e n b e r g. zu denen er von zwei Spitzeln begleitet worden war, eröffnet, daß er sofort zur Abteilung Lichtenberg versetzt sei und nicht in die Kaserne zurückgehen dürfe. Ein anderer Beamter wurde am Nachmittag des gleichen Tages von Leutnant Z u ch s in Gegenwart von Leutnant M a l l w i tz vernommen, und es wurden ihm Schriftstücke verlesen, die ihn angeblich belasten sollten. Als besonders bedenklich wurde folgende Aeußerung er- achtet:„Zch bin Sozialdemokrat, stehe aus dem Boden der Ver- f a s s u n g und billige da, Verhalten der ZBV. nicht." In der Nacht wurden dieser und ein anderer Beamter geweckt und zu einer G e h e i m s i tz u n g in ein verhängtes und verdunkeltes Zimmer ge« führt. Die„Angeklagten" mußten dieHände auf den Rücken legen und sich an die Wand stellen. Hinter einer durch Tische gebildeten Barriere hotte das„Ehrengericht" im ljalbdunkel Platz genommen. Den Vorsitz führte Z u ch s, als Beisitzer fungierten Göbel, Meyer, Simon, Claus, Poltet u. a., im ganzen etwa 40 Mann. Die beiden Beamten wurden darauf hingewiesen, daß sie sich vor einem Ehrengericht befänden und sich zu ver- antworten hätten. Man suchte aus ihnen herauszupressen, wer dos Material geliefert hätte. Die Aussagen wurden protokolliert. Hierauf wurden sie zur Wache gebracht, das Sprechen wurde ihnen verboten, und erst um 4 Uhr morgens wurden sie entlasten. Ein paar Tage später sagte Meyer auf der Schreibstube, jetzt endlich hätten sie die Verräter: ee seien die Beamten Jasper und B r u m m l e r. Es wurde wiederum ein Ehrengericht zusammen- gestellt, das feststellen sollte, ob die Angeklagten„aus böser Ab- ficht oder aus Dummheit" gehandelt hätten. Da die Aus- sagen eines Beamten stark belastend für die ZBV. waren, sprach man sich dahin au«, daß Kasper zum Zweck der Entlastung der Hundert- schafi einen Meineid schwören müsse. Wenige Tage nach der Durch- suchung fragt« Hauptmann Stenns? die versammelte Hundert- schaft, wer ihm folgen würde, falls die ZBV. gesprengt werden sollte. Die sich meldenden Beamten wurden in Listen eingetragen. Bei einer anderen Gelegenheit äußerte Stennes:„Mir ist zu Ohren ge- kommen, daß in der Hundertschaft das Gerücht von der Auf- l ö f u n g verbreitet ist. Darüber braucht sie sich keine G e d a n- t e n zu machen. Ich möchte den sehen, der es wagt, diesen Befehl zu unterschreiben. Dos wagt keiner der Herren. Früher wäre das wohl möglich gewesen, jetzt nicht mehr." Anfang dieses Monats erkundigte sich ein Beamter in der Justiz- abteilung des Kommandos Berlin nach dem Ergebnis der Un- t e r s u ch u n g und es wurde ihm mitgeteilt, daß das Verfahren von der Staatsanwaltschaft niedergeschlagen worden sei! Dem Justizoffizier Major Gerhordt wurden weitere Zeugen namhaft gemacht und die W i e d e r a u f n a h m e der Untersuchung gefordert, da die Zeugen gewillt feien, wahrheitsgemäß auszusagen. Diese Mitteilungen wurden zu Papier genommen; bis jetzt ist jedoch nichts geschehen. E« sei schließlich mitgeteilt, daß verschiedene Beamte der ZßV. damit beschäftigt wurden, Versammlungen der s o z i a l i st i f ch e n Parteien, der Gewerkschaften und auch Versammlungen der Polizeibeamten zu überwachen und darüber� zu berichten. So hatte Wachtmeister Schmehling-Düringhof'en den Spe. zialauftrag, den Republikanischen F ü h r e r b u n d zu be- spitzeln. Die abgegebenen Berichte wurden zensiert und solche, die den Lorgesetzten besondere gefielen, wurden in der ganzen Insxek- tion bekanntgegeben. Von der ZBV. sind ungeheure Beträge für pc- litifche Agenten gezahlt worden, die auch erst dementsprechend gebucht, später aber u m g e f ä l s ch t oder nicht mehr notiert wurden. Es liegt im Interesse der Allemeinheit und nicht zuletzt im Interesse der P oli z e i selber, daß diese dunklen Vorfälle r e st- los aufgeklärt werden. Dies wird jedoch nur dann mög- lich sein, wenn von den Zeugen der Zwang und die ständige Bedrohung an Leib und Leben durch die Verschwörer ge- nommen wird. Rutsches Hilfswerk in 6erlm. Genosse A. G rigorjanz schreibt uns: Aehnlich wie der„Berliner Lokal-Anzeiger" äußert man sich in den rechtsstehenden russischen Emigran- renkreiscn, daß die Hilfe für die Hungernden in Sowjet- rußland als Unterstützung der Sowjetregiening � angesehen werden müsse. Daher wird in diesen Kreisen gegen das Hilfswerk gearbeitet. Das kann uns nicht wundern. Es war aber zu befürchten, daß in den Kreisen der Berliner russischen Emigranten, die diese— gelinde gesagt— menschenfeindliche Auffassung nicht teilen und bestrebt sind, sich an dem Hilfs- werk zu beteiligen, politische Gesichtspunkte doch maßgebend sein würden, daß man den Hintergedanken dabei verfolgen würde, die Hilfsaktion für politische Zwecke auszunutzen. Es ist daher erfreulich, daß nunmehr sich ein r u s si s ch e s Hilfskomitee konstituiert hat, das jegliche politische Ab- sichten und Hintergedanken weit von sich weist und die Or- ganisation der Hilfeleistung an die Hungernden in Rußland auf einem völlig neutralen unpolitischen Boden aufbauen will. Nach vorherigen Besprechungen fanden sich am 22. Juli 15 Herren zusammen, die den verschiedenen politischen Rich- tungen— angefangen von den Sozialdemokraten bis zu rechtsstehenden Kadetten— angehören. Nach Konstituierung des Komitees wurde beschlossen, unter ausdrücklicher Aus- jchaltung jeglicher politischen Tendenzen die Organisation i m Kontakt mit der Sowjetregierung aufzu- bauen. Allerdings soll der gesellschaftliche Charakter des Komitees strengstens bewahrt bleiben, so daß Angehörige der russischen Regierungspartei ihm nicht mit angehören dürfen. Sonst kommt für die Zugehörigkeit zum Komitee jede Per- föulichkeit in Frage, die der Sache nützlich sein kann, unbe- schadet ihrer politischen• Einstellung, in der Voraussetzung selbstverständlich, daß der oben erwähnte politische Grundsatz respektiert wird.' Wie verlautet, ist die Sowjetregiening über die Vorbe- reitungen zur Bildung dieses Komitees unterrichtet, und sie bat durch private Fühlungnahme zu verstehen gegeben, daß sie bereit sei, der Organisation die Möglichkeit einer u n- gehinderten Betätigung und Entfaltung des Hilfs» werkes zu gewährleisten. Das neue Komitee hat beschlossen, durch Hinzuziehung weiterer Kreise seinen Bestand zunächst auf 40 Mitglieder zu erhöhen. Weitere Kooptationen sollen folgen. Mit der unter Führung Gerhart Hauptmanns entstehenden beut- s ch e n Organisation wird Fühlung genommen, damit die beiden Organisationen— die deutsche und die russische— Hand in Hand arbeiten können. Namen und Adresse werden in den nächsten Togen mit- geteilt werden. Der§all Krestinski. Die bolfchewlsitfchen Zeltvngen melden, einem. Bericht des „Bußpreß" zufolge, daß der provisorische Derlreker der deutschen Regierung in Akoskau dem Volkskommissar für Außenpoliiit T f ch i t s ch e r i n miigeteilt hat, die deutsche Bcgierung werde die Atigelegenheil über die Ausweisung krestinsti« aus Bayern unter- suchen und eine befriedigende Entscheidung treffen. Das dänische Partesjubiläum. Kopenhagen, 23. Juli.(Eigener Drahtbericht de,„Vorwärts"). Zur Feier des SOjöhrigen Bestehens der Sozialdemokratischen Partei Dänemarks wurde heute im Festsaal des Weichstage« ein Iubilaums- Longveß abgehalten. Er stand unter dem Vorsitz de» Gen. C. C. An- derson, der sämtliche Kongresse de? Partei in den SO Jahren gelestet hat. Neben den Vertretern aller Zweige der dänischen Ar- beiterbewegung sah man die ausländischen Geilojsen T s ch e i d s e- Georgien, T r o e l st r a- Hollonnd. Henderson und Mac Do- n a l d« England, B r a n t i n g- Schweden, Wels- Deutschland r. o. m. Der Parteivorsitzende S t a u n i n g begrüßt« die Der- sammlung. Otto Wels, mit lebhaftem Beifall begrüßt, mahnte dl« Internationole, sich zum Kampf gegen den Imperialismus zu rüsten. Deutschland liege auf dem Operationstisch. Der Untergang Deutschlands fei der Zusammenbruch des ökonomischen Lebens in ganz Europa. Die dänisch« Sozialdemokratie gebe durch ihre Einig- k» zum 15. September dauern- den Gerichtsferien darf man annehmen, daß die Hauptoer- Handlung frühesten» im Oktober dieses Kohres stattfinden wird. Ein notwendiger Iufti'zeriaß. In der letzten Zeit konnten wir eine Unzahl von Fällen mit- teilen, in denen Vordrucke von Urteilsanfertigungen mit der Ueber- schrift„Im Namen des Königs" verwendet wurden, obwohl die all- gemeinen Verfügungen vom 11. Dezember 1920 und vom 13. Juni 1921 anordneten, daß ncch vorhandene Vordrucke mit dieser Ueber- schrift vor ihrer Verwendung handschristlich zu ändern und mit der Ueberschrift„Im Nomen des Volkes" zu versehen seien. Um die Durchführung dieser bisher wenig beachteten Anordnungen sickzer- zustellen, hat der preußische I u st i z m i n i st e r nunmehr in einer allgemeinen Verfügung vom 20. Juli bestimmt, daß die Aenderung der Vordrucke nicht erst im Falle ihrer Verwendung vorzu- nehmen ist, sondern daß durch eine Durchsicht der Bestände an Verdrucken die noch vorhandenen Vordrucke mit jener Ueberschrift festzustellen und alsbald handschriftlich zu ändern sind. Die Borstände der Behörden werden ersucht, die genaue Befolgung dieser Verfügung zu überwachen. Feinde de» Frauenwohlrechi». Die belgische Kammer bot nvr Tttnnnenmehrbeit abgelehnt, den Frauen da? Stimmrecht für d:e Provinzialwablen ziinierkonnen. Für dos ÜVoMrertu stimmte» die Katholiken. Da die Katholiken im Senat die Mehrheit besitze», ist «m Konflikt zwischen Kammer und Senat nicht ausgeschlossen. / GewerMQftsbewegung Aum NletaUarbeiterftreik im gerbst 1919. Rusch un) Müller gegen den Geucralstreik. Sie heulen wie die„gepeitschten chunde", so drückte sich sa wohl die„Rote Fahne" eine Zeitlang aus, wenn sie glaubte, uns mit ihren Schwindeleien getroffen zu haben. Die Ursache zu diesem Heulen, das wir jegt bei den Kommunisten hören, bilden unsere Feststellungen, die wir in den letzten Tagen des erbitterten Wahlkampfes� um die Macht im Metallarbeiter- verband über ihre Führer und deren Können anstellten. Selbstoer- standlich ist nach der„Roten Fahne" alles, was wir gesogt haben, blanker Menschcwistenschwindel. So regte sie sich z. B. gestern morgen darüber auf, daß w i r behauptet hätten, Ziska habe bei der Ucbernahme seines Amtes vor einem Scherbenhaufen gestanden. Das ist Schwindel! Wir haben nur zitiert, was Ziska vor einigen Wochen in der Generalversammlung der Metollarbeiter wörtlich gesagt hat. Ebenso verhält es sich mit der Behauptung der„Roten Fahne", daß„die R e ch t s s o z i a l i st e n in der Berliner Gewerkschasts- kommisfion die Unterstützung der Streikenden(im Herbst 1Sl9) ablehnten", indem sie gegen einen Solidaritätsstreik stimmten. Wenn die„Rote Fahne" sich darüber freut, daß wir an diesen Streik er- innert haben, so mag sie sich jetzt auch darüber freuen, wemi wir den Berliner Metallarbeitern an Hand von Protokollen zeigen, wer gegen diesen Solidaritätsstreit Stellung genommen hat. Zu diesem Zwecke stellen wir folgendes fest: Am 31. Oktober und 1. November 1919 fanden zwischen der Streikleitung und den politischen Parteien Perhandlungen statt. Rusch, der Vorsitzende der Streikleitung, hatte die Karre in den Dreck gefahren und nun in seiner Hilflosigkeit nicht nur die sozio- listischen Parteien, sondern auch die D e m o t r a t e n um Dermitt- lung zwischen Streikenden und Arbeitgebern ersucht. In der Sitzung voin Sonnabend, den 1. November, erklärte Rusch wörtlich: .Einen Generalstreik können wir nicht mehr zustande brin- gen. Die ideelle» Forderungen, die nicht ersüllt worden sind, sind d e s K g m p s e s» i ch t m e h r w e r t. Die Oessentlichkeit würde seht einen Generalstreik nicht mehr verstehen. Uns fehlt jeg- l i ch e Parole." Und Leichen-ZNiiver sagte in derselben Sitzung wieder wörtlich: .Es ist aber eine Demagogie, wenn man setz! noch scharf fikr einen Generalstreik eintritt, seht, wo die Arbeiterschaft völlig abgekämpft ist. Gewiß, ein Teil der Arbeiter bleibt draußen liegen, auch ein Teil der Arbeiterräte bleibt draußen. Trotz dem" sage ich, wir können nicht steigern, deshalb brecht ab." Diese Ohnmachts- und Bankerotterklärungen wurden von Rusch uud Müller, nicht, aber von den„Rechtssozialisten in der Berliner Gewerkschaftskommission" abgegeben. Erst am S. Novem- der tagte die Gewerkschaftskommission, um zur Frage der Lerschär- fung des Streiks Stellung zu nehmen. Da die Führer der Metall- arbeiterbewegung schon vier Tage vorher die Unmöglichkeit der Weiterführung des Streiks zugegeben hatten, konnte die Gewerkschaftskommission natürlich nicht anders entscheiden. Mit 6? gegen 66 Stimmen lehnte sie den Generalstreik ob. Zwei Drittel der Generalstrcikgegncr waren Unabhängige. Unsere Ge- nofsen waren damals so schwach, daß sie unmöglich entscheidend in dieser Frage wirken konnten. Das sind u n u m st ö ß l i ch e Tatsachen, die nur der leugnen kann, der von seinen Geldgebern den Auftrag bekommen hat, mit „List, Schlauheit und illegalen Methoden" zu arbeiten, der unter ollen Umständen die Wahrheit verschweigen und die Lüge zu seiner vornehmsten Waffe gegen Andersdenkende machen muß. Wir sind gespannt darauf, was die„Rote Fahne" heute für Lügen auftischen wird. Sicherlich werden sie olle die bisher fabrizierten bei weitem übertreffen, da das Blättchen weiß, daß ihm niemand mehr ant- warten kann. Aber die Berliner Metallarbeiter haben noch nicht vergessen, welch„herrlichen" Zeiten die Kommunisten sie ent- gegengesührt haben. Sie werden ihnen dafür ihren Dank bezeugen und alle ihre Kräfte einsetzen, um sich diese Gesellschaft für immer »am chaife zv hakten, vt« tlfte X«sich am Montag abend mit gewaltiger Mehrheit als Siegerin aus der Urne hervorgehen und der Jenaer Verbandstag wird eine Zusammensetzung erfahren, die den Kommunisten sehr eindringlich vor Augen führt, daß sie in Deutschland abgewirtschaftet haben für alle Zeiten. Der Kampf gegen öas Trinkgeld. Ein« Versammlung der Betriebsräte und Vertrauensleute des Zentralverbandes der Hotel-, Restaurant- und Cafeangestellten be- schästigte sich mit der von der Gesellschaft für Soziale Reform ein- geleiteten Bewegung gegen das Trinkgeld. Der Redner dieser Versammlung, Saar, beleuchtete insbesondere die furchtbaren Wirkungen des Trinkgeldes auf die unter diesem System arbeitenden! Angestellten, die, durch diese Entlohnung zum Menschen dritter! Klais« degradiert, nicht als vollwertig betrachtet werden. Das Trinkgeld zwinge die Kellner bis auf«inen kleinen Bruchteil zur Ehelosigkeit, unterstütze die Ausbeutung durch di« gewerbsmäßigen Stcllsnvermittler, insbesondere aber habe das Trinkgeld unier den Angestellten selbst eine Klasse von„Arbeitnehmern" gc- Die Entscheidung naht! Metallarbeikeri heule und morgen wird die Lifte A gewählt. Die Wahllokale sind in der heutigen Rummer des „Vorwärts" im Anzeigenleil bekanntgegeben, wer nicht wählt, schädigt den verband und stärkt die Moskauer Gewerkschasts- zertrümmerer! Tut Eure Pflicht! Kellner die Verweigerung der Annahme mm Trtntgeld vora» gehen muß." Des weiteren beschäftigte sich dieselbe Körperschaft 8 Tag« später mit der Erwerbslos«nsroge in Verbindung mit den zehn Punkten der ADGB. Das Resultat der Ausführungen des Refe- renten S ch ll l k e und mehrerer Diskussionsredner war die Annohm« folgender Resolution: „Die heute im„Rosenihal«r Hof" tagende Persammlung d«r B-< triebsräte und Vertrauensleute des' Zentralvsrbandes der Hotel-, Restaurant- und Cafeangestellten beauftragt die Hauptverwaltung und die Berliner Gcwerkschaftskommission, beim ADGB. dahin zu wirken, sofort im ganzen Reiche Dersammlungen von Ar- bei t enden und Arbeitslosen einzuberufen, in denen der gesamten Arbeiterschaft gezeigt werden muß, daß die zehn Forderun- «m des ÄDGB.. wenn notwendig, mit den schärfsten g e w« r schaftlichen Mitteln durchgeführt werden müssen." schaffen, die früheren Oberkellner und Zählkellner, die oft in schamloser Weise ihre eigenen Mitkollegen ausbeuten. Das Trinkgeld sei eine Entlohnung, die die Angestellten freiwillig zur Ausdehnung der Arbeitszeit veranlasse. Dr. Karl Oldenburg sagt« einmal über das Trinkgeld: „Die Trinkgeidstimmung ergreift den ganzen Menschen. Sie steigert den Erwerbstricb bis zu krankhafter Höhe und schasst den Typus des T r i n k g e l d j ä g e r s. Sie bricht dos Ehrgefühl und gefährdet die Kameradschaftlichkeit unter den Arbeitsgenoflen. Sie erzieht serner zum Lokaicnsinn, reizt aber zugleich das Ge- fühl der sozialen Zurücksetzung. D'e dauernde Gewohn- heit der hrhlen Hand macht erfahrungsgemäß auch lange Finger und anerzieht Unwahrhoftigkeit und Unredlichkeit. Die durch das Trinkgeld geschaffene Psyche des Kellners hat serner jeden sozialen Fortschritt in diesem Berufe erschwert." Die Arbeitgeber wollen das Trinkgeld wieder einführen, um die unbeschränkte Arbeitszeit wiederherzustellen, die Organi- iationen der Angestellten zu vernichten, und um insbesondere kein« Tarifverträge mehr abzuschließen, die den Angestellten eitvn Schutz gewähren. Es wurde serner ausdrücklich sestgestellt, daß, wenn in Berlin seitens der Kellner Trinkgeld angenommen wird, das nur deshalb geschieht, weil die bisherigen Löhne der- artig ungenügend sind, daß die Angestellten ohne Trinkgelder ihre Existenz nicht fristen können. So hat ein Restaurant- kellner in Verlin trotz der hohen Ausgaben für Garderobe und Wäsche und des großen Risikos beim Außenstehenlasicn der Zeche ein wöchentliches Einkommen von 250 bis 300 M. Die Versammlung nahm'solg-mde Resolution einstimmig an: „Die am 11. Juli 1921 tagende Bersammlunq der Betriebsräte und Vertrauensleute des Zweigoereins Berlin beschließt, den Kamps um die restlose Beseitigung des Trinkgeldes auszu- nehmen. Sie erksnnt in dem Bestreben der Arircitgeber. das Trink- geld wieder einzuführen,«ine schwere Gefahr für die Existenz der Angestellten des Hotel-, Restaurant- und Cofegewerbcs. Die Arbeit- geber wollen durch die Wiedereinführung des Trinkoeldes jede Lohnzahlung beseitigen, die vor dem Kriege iiblicke 16 st ü n d i y e Arbeirszeit wieder eimühren und die Organi- sation der Angestellten zerschlagen. Di« Versammlung beauftragt daher den Vorstand, schnellstens eine Sssentliche Versammlung aller Branchen der' Kellner einzuberufen, die über alle weiteren zu er- greisenden Maßnahmen beschließen soll. Es ist die Ueberzeugung der Versammlung, daß der Errwgung auskömmlicher Bezahlung der Dom Landarbeitersireit in Pommern. Aus Greifswold wird gemeldet, daß der Landarbeiterstreik im Kreise Greifswald völlig zusammengebrochen ist. Aus sämtlichen Gütern wird wieder ge- arbeitet, auch im Bezirk Buenzow, wo auf 12 Gütern gestreikt wurde, ist die Arbeit heute morgen bedingungslos wieder aufge- nommen worden. Generalstreik in Japan? Nach der„Chicago Tribüne" erwartet man in Tokio den Ausbruch eines Generalstreiks, an dem 200 000 Arbeiter teilnehmen werden. Die Arbeiter verlangen eine Lohnerhöhung und eine Verkürzung der Arbeitszeit. Zcvtrolverband der«nzestrllte». Mitgliederversammlungen: Montag T-i Uk>r Pelzwvrrn, Musikcr-säle, Kaiser-Wühelm-Straße Zt.— 7'4 Uhr Epedv tion. Prachtiiilc All-Verlin. Blumenftr. 10. Verband der Srnvhiilben Siisanrbeitc, und.arbciterinncn. Montag a Uhr Dersaivtnlung oller in Metaubetriedcn beschäftigten Mitglieder bei Baum, Stab schreibersir. 47. Erscheinen aller ist Vslicht! Deutscher Verkehrnbund. Mittwoch 7 Uhr in den Sophien-Sälcn. Sophien» slrage 17,18(iSrohcr Saall. Mitglieder-Bollversammlung. Bortrag itb-r: ..Sowjet-Rußland und das russisch« Proletariat". Mitgliedsbuch bzw. Ztarte mit- bringen! Deutscher Hol, arbeiter. Verband. Musilinsirumcntenarbeiter unb Tischler.' Mitglieder der orissrankenkassen der Tischler und Bianosortearbeiter! Manw» 7 Ilhr Mitgliederversammlung im„Beichenbcrger Hof",' Rcichcnbergcr Str. I4i. Tagesordnung: Die bevorstehenden Dahlen des Ausschusses der Ärankenkatte. Zentralverband bcr Schuhmacher. Montag S'v Uhr Branchenversammiung der Fricdrichstädtischrn Masibranche bei Wille, Ecbastianstr. SS. Tagesordnunge Der Ablauf des Tarifvertrages in der Mahhranchc und Stellungnahme hierzu. Ztartell der im Eiastwirtsgewerbe»ertrerencn Brbeitnehmer-Vrganisationcn. Krupoe II, kaufmännische und technisch» Angestellte, Deschäftslllhrer und Hotel- dcamte. Mittwoch 7 Uhr Mitgliederversammlung Kövenicker Straße»«,'97. Tagesordnung: 1. Zlilndigcn wir das Lohnabkommen? 2. Ausstellung der neuen Forderungen. Berantw. für den rebast, Teil: Dr. Werner Beiser, Charloitenburg: sür Anzeigen: Tb. Wlorfc, Berlin Tcrlog: BorwärtZ-Berla« Sl. m. b. H.. Berlin. Druck: Bor- ivärtS-Luchdruckcrei u. BerlagLanstatt Paul 7: na er u. Co., Berlin, Lindenstr. Z. Hierz» 3 BcUagcn. (Schluß be» redaktionellen Teil».) Rheumatismuskranke Ausschneiden Es werden zahllose Mitiel gegen Rheumatismus angepriesen, ein Beweis also, daß viele Menschen an Rhelimatismus leiden und daß viele auf Erlösung von diesem schmerzhaften Leiden hoffen. Beim Rheumatismus verursachen die Ablagerungen der Harnsäure die Schmerzen, darum ist es die erste Pflicht, dafür zu sorgen, die über- schüssige Harnsäure aus dem Körper zu entfernen. Das Mittel, wo- mit dieses geschieht, muß fach- und sachgemäß zusammengesetzt sein: dieses ist die große Hauptsache. In den„Leoatholtabletten" haben wir ein solches Präparat, welches die überschüssige Harnsäure aus dem Körper treibt, denn es enthält rock, ssr-spsrillze 5 acick. salio. 5 kal. jod. 5 f. les. art. fahl. 100 Rheumatismustranke holen sich aus der nächsten Apotheke die„Leoatholtabletten". Nachahmungen weise man zurück. Fabrikanten C. F. Asche u. Co., Hamburg 19. ffficksR* ahne 4 n. 7 M. mit TdedensUautsehuU 5 Jahre schriftl. Garantie. 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