Nr. 273. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit tllustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Jufertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Naum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs: Anzeigen 20 Pig. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 23. November 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! sitirten, in Berlin so stark befriegten Säße der Münchener| daß wir uns dadurch in der Ueberzeugung, auch jetzt richtig Post" im Zusammenhange gegeben, alle die künstlich auf zu handeln, nur bestärkt fühlten. Und der Verlauf der gedonnerten angeblichen Prinzipienwidrigkeiten würden jämmerlich durch Bebel's Rede veranlaßten Diskussion, die schon jetzt in sich zusammengefallen sein. Wir erwarten, daß das" amt liche" Organ unserer Partei die Rechtlichkeit unseres Wunsches alle Hoffnungen der Gegner auf ernsthafte Zerwürfniffe anerkennt, die befrittelten Säße der Münchener Post" in ihrem oder gar eine Spaltung" der Partei zu nichte gemacht Busammenhange giebt, im ausgebrochenen Meinungsstreit teine hat, giebt uns auch diesmal Recht. Durch eine redaktionelle a bartende, sondern im Interesse der Partei eine Parteinahme hätten wir den Streit nur verbittert. prinzipiell handelnde Stellung einnimmt. " In eigener Sache. Unser Münchener Partei- Organ, die Münchener Post", schreibt in ihrer legten Nummer: Der Vorwärts", der Parteitag und die ,, Münchener Poft". Das offizielle Organ unserer Partei erklärt unter Bezugnahme auf den 3wist, den Genosse Bebel gegen die bayerischen bezw. süddeutschen Genossen in einer Berliner VerUnser Münchener Parteiorgan meint freilich, der„ Vorfammlung vom Baune gebrochen hat, Folgendes:" Bei derartigen Auseinandersetzungen innerhalb der Partei hat die Redaktion des So weit unser Münchener Bruderorgan. Die in Frage wärts" sei führendes Organ und habe als solches in Fällen Vorwärts" stets strengste Neutralität für ihre Pflicht erachtet. fommenden Stellen der Münchener Post" werden von uns von Meinungsverschiedenheiten die Pflicht, der Partei den In einer Einmischung würde sie einen Mißbrauch des amt- demnächst im Zusammenhang veröffentlicht werden, Weg zu zeigen. lichen Organs erblicken, was natürlich die einzelnen Mitglieder wie das die Ehrlichkeit erheischt. Wir haben in diesem Sinne die Führung" nie der Redaktion nicht hindert, persönlich Partei zu ergreifen." Und nun eine furze Darlegung: mals verstanden. Der Vorwärts" soll unzweifelWir gestatten uns, mit einer solchen Stellungnahme des ZentralWie die Redaktion des Vorwärts" über den Frank haft, als Zentralorgan der Partei, die geistige organs nicht einverstanden sein zu können. Denn der und mit ihr die geistige Vertretung " Borwärts" ist nach unserer Auffassung nicht nur offizielles, furter Parteitag denkt, das hat sie in zwei Leitartikeln Führung, amtliches", sondern er sollte auch, und zwar in erster ausgesprochen. Und was in diesen gesagt ist, steht in der Partei nach außen hin haben; allein die Rolle, der Linie, führendes Organ sein. Ein führendes Organ diametralem Gegensatz zu dem was Bebel Partei in allen streitigen Fragen vorzuschreiben, wie sie zu hat bei einer Auseinanderseßung innerhalb der in der Berliner Versammlung von Mittwoch vor denken und zu handeln hat, müssen wir entschieden von uns Partei aber nicht mit gekreuzten Armen zuzusehen, sondern das 8 Tagen gesagt hat. Und die Redaktion hat nach jener abweisen. Wir sind zu gute Demokraten und haben JahrAnsehen der Partei, deren Programm und Beschlüsse hoch zu Versammlung ausdrücklich erklärt, daß sie teinen zehnte lang von der praktischen Bethätigung des demokratihalten. Das führende Organ der Partei darf nicht schweigen, Grund habe, ihre Meinung zu ändern. Das war schen Gedankens zu gute Früchte geerntet, als daß wir von standsmitglied sein, gegen eine große, örtlich genau bezeichnete Urtheil in Ungewißheit sein. wenn von einem Parteigenossen, und sollte er auch Partei- Bordeutlich genug, und niemand konnte hiernach über unser einer geistigen Autokratie das Heil der Partei erwarten könnten. Der demokratische Sah: Regierung Mitgliedschaft der Partei in öffentlicher Versammlung der denk Urtheil in Ungewißheit sein. bar schwerste Vorwurf, die Abweichung vom Pro Daß es dem Chefredakteur des Vorwärts", der ein durch das Volk und Regierung für das Volt" gilt gramm, erhoben wird. Das führende Organ darf nicht Vierteljahrhundert Schulter an Schulter mit Bebel gestritten, uns auch für die Partei. Die Partei soll sich abwarten, wie die Polemik zwischen den Angreifern und nicht angenehm sein konnte, ihm redaktionell entgegenzutreten, se I b st regieren so weit bei uns von Regieren die Angegriffenen sich entwickelt, es hat den prinzipiellen also sofort das ganze Gewicht des Zentralorgans der Partei Rede sein kann. Das heißt: ein jeder Genosse soll Standpunkt ohne Rücksicht auf Personen entschieden zu gegen den alten Freund in die Wagschale zu werfen, das denken und streben, und das Gesammt denken vertreten und mit der Sprache nicht hinter dem Berge zu halten. wird jeder begreifen. und Gesammt streben der Partei soll die geistige Es ist fernerhin nicht angebracht, wenn der Vorwärts" Wäre Gefahr im Verzug gewesen, so würden wir selbst- und politische Thätigkeit bestimmen und bilden. Wir wollen schweigt zu der den Frankfurter Parteitagsbeschlüssen in Berlin gewordenen harten Kritik. Das" amtliche" Organ hat die von verständlich jede persönliche Rücksicht bei Seite gedrängt keine Leithämmel und keine Nürnberger Trichter selbst der höchsten Instanz der Partei gefaßten Beschlüsse gegen haben. ist der Mann, selbst ist der Sozialdemokrat. maßlose Angriffe zu vertheidigen. Des Ferneren Allein wir fannten die Partei zu gut, als daß wir Wir wollen Parteidisziplin, d. h. nicht blinden fann und darf das amtliche" Organ der sozialdemokratischen uns einen Augenblick über die Aufnahme und Wirkung Gehorsam, nicht blinden Autoritätsglauben, sondern freie Partei nicht schweigen zu einer Behandlung eines gleich der Bebel'schen Rede hätten täuschen, und eine Gefährdung Unterordnung der Person unter die Sache. falls sozialdemokratischen Blattes, wie sie der Münchener Post" der Partei als möglich annehmen können. So gut ist die Eine Unterordnung unter Personen außer soweit in der betreffenden Berliner Parteiversammlung widerfuhr. deutsche Sozialdemokratie erzogen, und so gründlich ist der sie Vertreter der Sache- wäre der Sozialdemokratie unLeider scheinen die Berliner Parteigenossen recht schneidigen" Personenkultus und Autoritätsglaube in ihr ausgerottet, würdig. Staatsanwälten die allerhäßlichste Gepflogenheit abgeguckt zu haben. Sie riffen Säße aus dem Zusammenhange eines Artikels daß es feinem Mitglied, und erfreue es sich des höchsten und konstruirten das, was sich bei einer naheliegenden red- und bestverdienten Ansehens, gelingen kann, die Partei von lichen Behandlung der Dinge nicht hätte ton dem durch Prinzip und Erfahrung, ja durch ihre Geschichte struiren lassen. Die Münchener Post" erhebt An- selbst, ihr vorgeschriebenen Weg abzudrängen und um einer spruch, den sozialistischen Gedanken, die inter Person willen das Parteiinteresse zu schädigen. Bei Bebel nationale Berbrüderung, das Erfurter Pro- war aber die Möglichkeit, daß er solches beabsichtige, von gramm zum mindesten ebenso gut ver vornherein für uns ausgeschlossen. " Und gerade in dieser Beseitigung jeglichen persön lichen Regiments, in dieser Hebung der Kraft des Individuums durch Hebung des Individuums zur Gleichgeltung mit jedem anderen Individuum in dieser echt demokratischen Gleichheit und Freiheit, die, troß unbeschränkter und schärfster Kritik der Genossen unter sich, doch in dem solidarischen Zusammenschließen aller Genossen den Gedanken treten zu haben wie irgend ein anderes Die redaktionelle Neutralität der Redaktion des der Brüderlichkeit verwirklicht, in dieser EmanziParteiblatt im Lande. Wir verwahren uns ganz entschieden, zum billigen Gespött einer" Borwärts" die persönliche Parteinahme ist selbst- pation von persönlicher Autorität und in Berliner Parteiversammlung gemacht zu wer verständliches Recht der Redakteure hat sich in dem, deren Ersetzung durch das Partei- und Menschden. Hätte Bebel, hätte Auer, oder hätte der Vor- unseres Erachtens mindestens gleich ernsten Streit über die heitsideal liegt die Stärke der Sozialdemokratie. wärts" die vielleicht nicht ganz glückliche Wendung der Gewerkschaftsbewegung im vorigen Jahr so gut bewährt, Feuilleton. Am Exil. " 10 Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersehung von Marie Kunert. Fenstern spazieren. Zuweilen fand er auf seinem Fenster- nein! Mit dem Fuße schob sie den verrätherischen Buchbrett ein paar armselige kleine Veilchen, die troß des staben auseinander und lief roth wie eine wilde Rose aus Winters nicht verwelft waren und die eine geheimnißvolle dem Zimmer. -W ( Nachdruck verboten.] Hand dorthin gelegt hatte. Er ahnte wohl, woher sie Die arme Kleine hatte oft grausame Demüthigungen kamen und verfehlte niemals, sich dafür zu bedanken. zu erdulden, und stets vor ihm. In einer Schublade ent Dann erröthete sie vor Freude. Doch flang ihr dieser deckte sie eines Tages ein heliotropfarbenes Band. Was Tant nicht so, wie sie ihn sich gewünscht hatte. Sie war natürlicher, als daß sie es durch ihr goldenes Haar fühlte wohl, daß Herr René" so nannte sie ihn schlang? Außerdem war gerade Sonntag, der einzige Tag, Annette empfand, seit René's Lippen die ihrigen be- fie nur als wohlerzogenes, kluges kleines Mädchen" be- an dem sie die schreckliche schwarze Hülle, welche die ganze rührt hatten, mehrere Tage in seiner Gegenwart eine sonder- handelte. Woche hindurch ihre Schmetterlingsflügel gefangen hielt, bare Scheu, die jeden, der sie kannte, befremden mußte. Ach, welcher Jammer, daß sie so klein war! Wenn er abstreifen konnte. Mit dem Bande geschmückt, erschien sie Sie wagte ihn faum anzusehen und zitterte, wenn er das gewußt hätte, wie sehr sie ihren Bruder um sein Glück Morgens beim Frühstück. Wort an sie richtete. Bielleicht hatte diese flüchtige Be- beneidete, ihn täglich und zu allen Stunden zu sehen und Was muß ich sehen? rief Frau Roveray sofort. Wo rührung genügt, um ein Empfinden in ihr zu wecken, das zu hören! Wenn er die in eleganten Arabesken sich in ein- hast Du diesen lächerlichen Flitterstaat hergenommen? in jedem heranwachsenden Mädchen schlummert. Sie be- ander schlingenden R. und M. in ihren Schulheften hätte René versuchte zu vermitteln: mühte sich von nun an, ein zurückhaltendes Wesen an- entziffern können, die sie in ängstlicher Haft und mit Aber ich finde, sagte er, daß das Band Fräulein zunehmen, fie frisirte sich sorgfältiger gab unendlicher Vorsicht durch unzählige fünstliche Schnörkel Annette gar nicht schlecht steht. fich beim Gehen eine gesetztere Haltung, alles wieder unkenntlich machte! Wenn er doch eine Ahnung Sogleich wurde er für seine Worte durch einen langen, Dinge, die nicht zu ihren Gewohnheiten gehörten. Frau gehabt hätte von der stummen Anbetung, die ihm dies un- dankbaren Blick belohnt. Ganz anders aber der Blick, den Roveray, die viel zu sehr mit himmlischen Dingen beschuldige, leidenschaftliche Herz entgegenbrachte! Aber leider die Mutter ihm zuschleuderte. Mit strengem Tone erwiderte schäftigt war, um die Dinge, die auf dieser Erde geschehen, ge- ging es doch nicht an, daß Annette es ihm sagte. sie: man müsse niemand loben. Wer sich selbst erhöhet, der nügend beobachten zu können, freute sich über diese Ver- Eines Tages hatte sie nach Tische einen Apfel mit werde erniedrigt werden. Das Gefallenfinden an eitlem änderung, ohne daß sie die Ursache ahnte. Unglücklicher größter Sorgfalt geschält. Die Schale bildete ein langes, Schmuck sei der Anfang zum Verderb der Seele, weise war auch René so zerstreut, daß er nichts merkte. Er schmales Band, das sie dann über die Schulter hinweg ohne Mitleid schickte sie das junge Mädchen, als wäre es ein sah nicht, daß Annette für ihn einen besonderen Klang in hinter sich geworfen hatte. Jeder weiß, daß die wahres Ungeheuer von Rotterie, aus dem Zimmer und der Siimme, ein besonderes Lächeln hatte, daß sie ihm be- Windungen, welche die Schale dann auf dem Fuß- gebot Annette, in einer passenderen Toilette" wieder zu ständig im Rorridor begegnete, daß sie dem Briefträger boden bildet, den Anfangsbuchstaben vom Namen kommen. entgegeneilte, um René die für ihn bestimmten Briefe über- des Zukünftigen bezeichnen. Ueber ihr Drakel ge= Es stand bei Frau Roveray fest, daß ihre Tochter reichen zu können, daß sie ihn stets um einen Rath zu beugt, ertannte sie mit positiver Bestimmtheit den nicht geschmackvoll gekleidet, daß sie nicht hübsch sei, sie bitten hatte, sei es, daß es sich um ein Buch, das sie lesen Buchstaben M, als noch René zufällig einmal ahnte nicht einmal, daß irgend Jemand sie hübsch finden wollte, oder um eine Schularbeit handelte. Selbst bei dem in das Zimmer trat. Welche prächtige Gelegenheit, ihn konnte. Ueberzeugt, daß die Neigungen der menschlichen eisigen Dezembernebel ging fie im Garten unter seinen jetzt einen Blick in ihr Geheimniß thun zu lassen! Aber Natur böse sind, zog sie die logische Konsequenz daraus, und Zur Diskussion 1 fagte fassen, weil in Landesangelegenheiten naturgemäß der Landes-| Landtags- Abgeordneten aus. Ich erkläre ausdrücklich Parteitag zu sprechen und dieser seine Entscheidung bereits ge- er unsere Genossen im bayerischen Landtage haben im da über den Frankfurter Parteitagiroffen babe, ba wurde dies von der Geite, auf welcher sich vollen Maße ihre Schuldigkeit gethan, und gerade I. Seit Monaten sammeln die herrschenden Gewalten alle Kräfte, um einen neuen Kriegszug, mit verschärften Gesehen und äußerster Gesetzesauslegung, gegen uns zu unternehmen. Ihr Plan ist jetzt fertig und vielleicht nur wenige Wochen trennen uns vom Beginne seiner Ausführung. Wir freilich haben dem Kommenden von Anfang an ruhig und furchtlos ins Auge geblickt; bauten wir doch auf die Sieghaftigkeit unserer Sache wie auf die Einigkeit der kampferprobten Sozialdemokratie. " Bebel befand, mit Entrüstung als sträfliche Gehorsamsverweige deshalb haben wir die beiden ersten Säge in unsere Resteuert die Münchener Post" unter der Spigmarke: Bebel's rung, als eine Art von Parteihochverrath hingestellt. Bebel solution aufgenommen, die allerdings feine neue Wahrheit Fahnenerhebung" eine Artikelserie bei, die mir wohl ein Recht aber, das Mitglied des Parteivorstandes, zu dessen besonderen enthalten sollen, wohl aber konstatiren, daß die bayeri haben, auf Gen. Vollmar zurückzuführen, obgleich er sie nicht Pflichten die Durchführung der Beschlüsse des Parteitages und sch en Genossen für ihre ganze übrige Thätiggezeichnet hat. Wir bringen auch diese zur Kenntniß unserer die Aufrechterhaltung der Parteidisziplin gehört, er unterteit unsere volle Zustimmung finden." Nur die Lejer. nimmt ohne Zaubern den allem demokratischen Gefühl ins Gesicht Budgetabstimmung sei Gegenstand der Debatte. Aber auch hinschlagenden Versuch, die auf den Frieden gerichtete Absicht des sichtlich dieser Frage zeigte sich Bebel weit entfernt, irgendwie Parteitages zu vereiteln, das, was er auf dem ordnungsgemäßen anklagend gegen unsere Landboten vorzugehen. Es fällt mirnicht einen einzigen Augenblick ein, auch nur Weg nicht zu erreichen vermochte, außer und gegen Parteitag zu erklärte er ein Wort des Tadels, der Anklage oder Mißertrogen, kurz die Partei zu vergewaltigen. II. billigung den bayerischen Genossen im LandDas Auftreten Bebel's widerspricht allen Traditionen der tage zu machen. Wir fagten uns vielmehr, daß es sehr Sozialdemokratie. Aus ihm spricht der Geist eines unbändigen wohl Momente giebt, welche die bayerische Handlungsweise erGigensinns, der wohl für Andere strengste Disziplin und Unter- klärlich erscheinen lassen. Man kann sehr wohl, das verstehe ich, nur um eine werfung"( Erfurt) fordert, für sich selbst aber kein anderes Gebot zur Ansicht kommen, daß es sich hier der Taktik, nicht um eine Frage des Prinzips Da müssen wir in diesen Tagen ein unerwartetes Schauspiel als das eigenen unfehlbaren Willens anerkennen will und sich, Frage erleben. Angesichts der in Schlachtlinie aufmarschirten und sobald dieser ernstlich in Frage fommt, durch niemand und durch handle; haben wir doch auch in Sachsen ursprünglich eine andere Praxis geübt, als gegenwärtig. Das ist ja angriffsbereiten Feinde erhebt sich einer unserer Führer und keinerlei Rücksicht von Zant und Streit abhalten läßt. schleudert die Fackel der 3 wietracht nicht unter die Man wird demgegenüber wohl auf Bebel's ungestüme Ge- gerade das Unangenehme, was jeden in dieser Sache Gegner, sondern in die eigenen Reihen! müthsart hinweisen, welche ihm selbst die schlimmsten Streiche spiele, bewegt, daß es den Anschein haben fann, als ob wir Stellung Denn dies und nichts anderes hat August Bebel mit der und das als Milderungsgrund angenommen werden müsse. Von gegen die Thätigkeit unserer bayerischen Genoffen überhaupt Rede gethan, die er am 14. d. in Berlin in einer Versammlung diesem Standpunkte wird die Sache, wie wir wissen, auch zumeist nehmen, während wir doch überhaupt der Meinung sind, daß sie Es handle des zweiten Wahlkreises gehalten hat. Natürlich wird Bebel be- in Berlin selbst aufgefaßt, wo mit Ausnahme weniger ihre Schuldigkeit in vollem Maße gethan haben." streiten, eine solche Absicht gehabt zu haben, und erklären, daß er passionirter Krakehler niemand Bebel's Auftreten billigt, die sich lediglich darum, was in Zukunft und zwar nicht blos nur das Wohl der Partei im Auge gehabt habe; er beruft sich Meisten es vielmehr auf das entschiedenste verurtheilen. Aber, speziell in Bayern, sondern ganz allgemein geschehen solle. Seitdem find drei Wochen verflossen. Und welch' ganz auf das Recht der freien Kritik, das jedem Genossen im gleichen wenn man auch gegenüber einem Manne von Bebel's Bedeutung Maße zustehen müsse. und Verdiensten weitgehende Rücksichten gelten läßt und ohne anderes Lied singt uns jetzt Bebel! Alle die schönen Reden von so der vermehrten Größe der Partei und ihrer imposanten Einig Aber mit dem gleichen Schild suchten auch Werner und die dies wäre es ja längst zu Feuer und Flammen gekommen Berliner Jungen" seiner Zeit ihr Treiben zu schützen und Bebel muß doch alles seine Grenze haben; das Temperament darf denn keit, die nie größer gewesen seisie werden als hohl, nichtig, wußte was er boch einen zu auf Partei, die ist in eigenenapellen wußte genau, was er ihnen auf ihren Einwand erwidert hatte. doch keinen Freibrief zu jedem beliebigen Anfall auf Partei erlogen hingestellt. Die Partei ist in der Verwässerung und Herr Werner sagte er in Halle begründet seine fleinliche genossen und zu jeder, auch der schwersten Schädigung der Verspießerung begriffen Die Träger dieses Verderbungsprozesses Opposition mit hygienischen Rücksichten, er habe sie im Hinblic Partei- Interessen geben. Im übrigen hätte man diese Ent- Niedergange. auf das Wohl der Partei gemacht. Wir brauchen aber solche schuldigung trotz alledem vielleicht auch dies Mal noch passiren sind die Süddeutschen, vor allem die Bayern; aber auch bereits drohend Pferdekuren am Parteikörper nicht, um uns wohl zu befinden; wäre lassen können, wenn die berufenen Faktoren gethan hätten, was in Norddeutschland beginnt das Unheil Der Geist, den man schon in Erfurt der Parteikörper nicht so urgefund, er könnte leicht zu Tode ihres Amtes war und was jedem anderen Genossen gegenüber in um sich zu greifen. furirt werden."-" Die ewige Nörgelei" fagte er in einer Berliner ausgiebigstem Maße geschehen wäre. Wohl hat sich das Zentral- und Berlin habe bekämpfen müssen, und der mit den ParteiVersammlung gegen Werner ,, und das ewige Unruhestiften in organ dagegen verwahrt, durch die ausführliche Wiedergabe grundsätzen unvereinbar sei, präge sich immer mehr aus. der Partei, womit man nach außen den Glauben erweckt, als der Bebel'schen Rede irgendwie Partei für Bebel ergriffen zu Vor allem sei daran Vollmar schuld, auf den Bebel seine ganzen fei die Partei gespalten, das muß endlich aufhören." Und in haben. Aber eine derartige zarte Mißbilligung, welche der in Ausführungen in der persönlichsten Weise zuspitzt. Derselbe babe Erfurt setzte Bebel hinzu: Das wäre eine schöne Partei, wo den Feinheiten der journalistischen Redeweise nicht be- mit seinen Ausführungen auf dem Parteitag unerhörter Weise die Nichteinverstandenen das Recht hätten, fortgesetzt an den Be- wanderten Maffe wenig verständlich ist, kann in einem derartigen großen Antlang gefunden; er stehe nicht allein, sondern habe schlüssen und ihrer Ausführung zu nörgeln, die Partei zu erschweren Falle nicht genügen. Wäre von Seiten des Parteivor einen starken Resonanzboden in der Partei. Sonst wäre Kurgum: ein tiefer regen und Spaltung zu verursachen." standes oder auch des Zentralblattes das Auftreten Bebel's offen man mit ihm längst fertig. und gerade gerügt und bedauert worden, die Angegriffenen Riß spaltet die Partei in zwei Theile, die nicht mehr auf dem würden dies wohl, um des lieben Friedens willen, als Genug gleichen prinzipiellen Boden stehen. thuung oder wenigstens als Anlaß genommen haben, sich mit einer kurzen Bemerkung zu begnügen und nicht weiter auf den Fall einzugehen. Nachdem sich jedoch die leitenden Parteifreise nicht start genug zeigen, die Parteidisziplin auch einem Bebel gegenüber zu wahren und ihm Frieden zu gebieten, so müssen dies eben Andere thun -" Bebel hat damals freilich nicht daran gedacht, daß seine Worte eines Tages auf seine eigenen Handlungen zutreffen und angewendet werden könnten. War er doch, und das zu einem guten Theil infolge seiner von niemanden bestrittenen großen Verdienste um die Partei, daran gewöhnt worden, daß die Parteiangelegenheiten in wichtigen Puntten niemals anders als in Uebereinstimmung mit seinen eigenen Ansichten entschieden wurden. arte irgend einmal die Beit tommen könnte, ein Parteitag von ihm mit Parteiinteresse motivirtes Vorgehen ablehnen tönnte der Ge danke ist Bebel früher faum in den Sinn gekommen. Und als er in Erfurt gelegentlich der ersten Fehde. mit Vollmar zuerst unerwarteten Schwierigkeiten begegnete und die entfernte Mög lichkeit eines Unterliegens vor seinem Geiste auftauchte, da wechselte er auch schnell seine Auffassung über die Pflicht der Parteigenoffen, sobald der Parteitag gesprochen hat. Damals hieß es: Vollmar hat sich, wie jeder andere, dem Beschluß des Parteitages zu unterwerfen; follte aber das Unerhörte geschehen, daß dieser Beschluß zu gunsten Vollmar's aussiele, dann würden die heimkehrenden Delegirten die Rebellion im Hause finden, ,, und ich rief Bebel wäre der erste, der sich an die Spitze einer solchen Rebellion stellte!" Wir wollen nicht Bebel's eigenes Wort anwenden. Aber ein Bronunziamento, eine Fahnenerhebung gegen die Ergebnisse des Frankfurter Parteitages ist sein Auftreten das fann nur eitel Wortlauberei bestreiten. Indem wir uns dieser nicht angenehmen, aber sehr nothwendigen Aufgabe unterziehen, müssen wir Bebel nächst der Disziplinlofigfeit einer Zweideutigkeit zeihen, die gerade bei ihm höchst un sympathisch berühren muß. " " 1 ganze Den Grundsaytreuen natürlich die mit Bebel- stehen die Verwässerer gegenüber. Das darf nicht so weitergehen da giebt es feinen Frieden mehr. Die Sünder müssen früher oder später aus der Partei hinaus, auf die Gefahr hin, daß ein größerer Theil der Partei mit ihnen geht lieber eine fleine wohldisziplinirte Partei, als ein großer Haufen! rsbu Und nun fragen wir: Welche dieser beiden von Bebel im Laufe weniger Wochen geltend gemachten Anschauungen ist die wahre? Denn beide können nicht zugleich richtig sein, weil sie einander ausschließen, so unverträglich wie Feuer und Wasser sind. 3elcher Bebel hat die Wahrheit gesprochen der vor und auf dem Parteitag oder der nach demselben? Politische Leberlicht. tann. -Bebel hat unmittelbar vor dem Parteitag einen Aufsatz in der Neuen Zeit" veröffentlicht, in welchem auch nicht das ge ringste Anzeichen darauf hindeutet, daß er im Schooße der Partei so schwere prinzipielle Gefahren wittert, wie er sie soeben in Berlin kassandrisch verkündigt hat. Im Gegentheil. Er macht fich weidlich luftig über die Kurzfichtigkeit der Gegner, die un ermüdet immer wieder auf sozialdemokratische Spaltungen" Berlin, den 22. November. rechnen, trotzdem ihre Hoffnungen bisher noch immer zu Schanden Buß- und Bettag ward gestern von unseren Feinden geworden. Wohl werde es auch in Frankfurt an Meinungsverschiedenheiten in einzelnen Punkten nicht fehlen; aber wer gefeiert. Daß sie das Bedürfniß empfinden, Buße zu thun mehr erwarte, betrüge jich und andere. Prinzipielle Kämpfe für die vielen Sünden, die sie verübt haben, erscheint uns oder ernste Kämpfe über die Taktik der Partei sind ausgeschlossen. sehr natürlich, wenn wir auch genau wissen, daß die Buße Prinzipielle Meinungsverschiedenheiten bestehen nirgends. Die Partei steht in allen ihren Gliedern auf ein und demselben nur reinste Heuchelei ist und die sofortige Rückkehr zu den Der Parteitag war angerufen worden, eine Meinungsprinzipiellen Boden, wie ihn das Programm zum Ausdruck alten fündhaften Praktiken nicht hindern wird. Bei der oerschiedenheit mit den Bayern zu schlichten. Die Bayern stellen bringt... 3um Ueberfluß sorgt die Verfolgungssucht unserer bekannten" chriftlichen" Gesinnung dieser Bnß- und Beteinen Antrag, Bebel auch einen; beide werden vom Parteitag Feinde dafür, daß Spaltungs- und Abtrennungsgelüfte, wenn sie Gesellschaft zweifeln wir nicht, daß sie in ihren Gebeten die abgelehnt. Während sich aber die Bayern mit diesem Ergebniß überhaupt vorhanden wären, was nirgends der Fall Hilfe des Himmels angerufen hat gegen die bösen„ Umoolkommen zufrieden geben, und während auch die in der Frage ist, jämmerlich scheiterten. Prinzipielle Gegensäße stürzler", mit denen sie auf Erden nicht fertig werden mit Bebel Gegangenen die Angelegenheit, wenn auch hier und sind also ausgeschlossen." Wir Cozialdemokraten haben keinen Grund Als Bebel so schrieb, war ihm natürlich die dort mit einigen bedauernden Worten, zur Ruhe stellen wollen: handelt Bebel ganz anders. Er ist jagt- teiner wie er selbst sagt- teiner Lage der Partei ebenso genau wie jetzt bekannt. Und speziell Buße zu thun; und himmlische Hilfe brauchen wir nicht der Gemüthsmenschen, die Konflikten ausweichen; eher sucht er lag ihm auch das gesammte Material in der sogenannten baye- anzurufen, da wir mit unseren Feinden ohne Mühe allein fie. Im Zorn über das Unerwartete, daß er seinen Willen nicht rischen Frage, vor allem das Protokoll des Münchener Partei- fertig werden. Der Bundesrath hat in der am 22. d. M. abgehaltenen durchzusetzen vermocht hat, scheert er sich den Teufel um den tages vor, in welchem die Ansichten der bayerischen Genossen über Willen des Parteitages, die Differenz zu begraben, sondern fängt die in ihrem Lande einzuhaltende Kampfweise noch weit aus Plenarsigung den Entwurf eines Gesetzes, betreffend führlicher zum Ausdruck kommen, als dies in Frankfurt geschehen enderungen und Ergänzungen des Straf nun das bereits erlöschende Feuer erst recht zu schüren an. Sonst weiß man nicht hoch genug von den Entscheidungen konnte. der höchsten Instanz der Partei zu sprechen, der sich zu Auf dem Parteitag nahm Bebel das Wort, nachdem der gesehbuchs, des Militär Strafgesehbuchs unterwerfen die Pflicht jedes Sozialdemokraten sei. Als in bayerische Standpunkt durch Vollmar dargelegt worden war. Grund des Gesezes über die Presse, den Entwurf Frankfurt die Bayern warnten, feinen haltlosen Beschluß zu sprach sich in den lobendsten Worten über die Thätigkeit unserer eines Gesetzes wegen Bestrafung des Sklavenraubes und des Sklavenhandels sowie den Antrag Bayerns, betreffend die Seit vier Jahren leistete Annette Abänderung des Etats der Zollverwaltungskosten den zudaß Erziehung gleichbedeutend sein müsse mit Unterdrückung. pörung reizen mußte. So lange der Vater gelebt hatte, war die Art, wie die nun schon tapfer Widerstand. Sie ließ ihrem Spott freien ständigen Ausschüssen überwiesen. Die Entwürfe der Etats Kinder zu erziehen seien, beständig Veranlassung zu ehelichen Lauf, wobei das Temperament des Vaters bei ihr durch des Reichs- Eisenbahnamts, des Rechnungshofes und der VerStreitigkeiten gewesen. Er war von der Art der lebens- brach. Sie wagte es, über die frommen Damen und waltung der Eisenbahnen für 1895/96 wurden genehmigt. Lustigen Walliser, heiter von Gemüth; er lachte gern und sogar über den Pastor zu lachen, wenn er in seiner Außerdem wurden Eingaben vorgelegt. Predigt stecken blieb. Als sie eines Tages wegen liebte feine Soupers und fröhliche Gesellschaften. Die Furcht vor der Reaktion steckt den Freisimmigen" Er schätzte seine Frau sehr, aber er empfand doch irgend eines kleinen Versehens keinen Wein erhalten und Liberalen" in allen Gliedern. Nicht die Furcht vor häufig das Bedürfniß, sie allein zu lassen, um einen Abend sollte, entgegnete sie schlagfertig: St. Paulus hat gesagt: der Reaktion an sich wir werden im Reichstage sehen, wie Herr Eugen Richter und sein Anhang, einschließlich der in einem heiteren Kreise zu verbringen. Dagegen war er Brauche ein wenig Weins um Deines Magens willen." ganz vernarrt in seine Tochter, die ihm in ihren Zügen Und als ihre Mutter sie entrüftet anblickte, setzte sie Rickert'schen Abgefallenen, wetteifern werden, sich ihre aber und ihrem Wesen glich. Er fonnte fie gar nicht genug hinzu: Ja, ja, in der ersten Epistel an Timotheus, Vers 23. Lorbeeren an der Sozialdemokratie zu verdienen die Furcht, daß die gegen den Umsturz geführten Schläge lieblosen, verhätscheln und verwöhnen. Alles gestattete er Du siehst, wie gut ich meine Bibel kenne. ihr: fecke Streiche, Launen, die ihrem übersprudelnden Das hinderte aber nicht, daß fie für diese Berufung sie selbst am härtesten treffen werden, läßt sie zittern und Temperament entsprangen, wenn der Vater nicht gar der auf einen heiligen Text streng bestraft wurde. Das half jammern. Die Sozialdemokratie hat am wenigsten zu erste war, der sie veranlaßte. Das Kind empfing von seinen jedoch nicht viel. In der Schule war Annette als die bes fürchten. Schlimmeres als bisher fann sie nicht erfahren. Eltern in ständiger Abwechselung die zärtlichsten Liebkosungen gabteste und zugleich als die wildeste Schülerin bekannt. Das Umsturzgesetz tann teine giftigeren Früchte zeitigen, und die erkältendsten Scheltworte. War sie zu Hause mit ihrem Bruder allein, so war sie als die Praris in Justiz und Verwaltung siehe das Als der Vater todt war er war in wenigen Tagen ausgelassen wie ein Füllen, das sich losgerissen; und Königreich Sachsen bisher gethan hat. von einer Lungenentzündung weggerafft worden blieb wenn sie, seit René's Ankunft nicht ohne Mühe, gar die Reaktion auf firchlichem Gebiete. Es hat das Unterdrückungssystem siegreich. Es war ein sehr die gesetzte, erwachsene junge Dame zu spielen versuchte, den Freisinnigen" keine schlaflose Nacht bereitet, wenn weise ersonnenes, methodisches System. Morgens und funtelten ihre Augen und zuckte es in ihren Füßen, wenn den Kindern dissidentischer Arbeiter der konfessionelle UnterAbends fand Familienandacht statt, zu der die Dienstboten in der Unterhaltung die geheimnißvollen, verbotenen Dinge: richt aufgezwungen und den Lehrern eines konfessionslosen hereingerufen wurden, um bei der Gelegenheit auch gleich Bälle, Konzerte, Theater und ähnliche frivole Sachen nur Religions- oder Sittenunterrichts die Lehrfreiheit entzogen wurde. Den paar Jdeologen aus der Bourgeoisie wird Unterweisungen zu einem tugendhaften Lebenswandel zu andeutungsweise erwähnt wurden. empfangen. In jeder Woche mußten sieben Verse aus der Um diese Zeit empfand Annette einen heftigen Zorn nichts übrig bleiben, als sich der liberalisirenden Neigungen Bibel gelernt und auswendig hergesagt werden. Am Sonn- und eine große Freude. Fräulein Rosa Krany, die gehört zu entschlagen, soweit sie nicht von den Stumm, Rösicke und tag Vormittag hatten die Kinder der Predigt des Pfarrers hatte, daß Herr Messant als Lehrer außerordentlich beliebt Stöcker geduldet werden, oder mit ihnen in das sozialdemo beizuwohnen und bei Tisch darüber zu berichten bei Strafe, fei, sagte sich, daß Frankreich schließlich vielleicht doch einige fratische Lager zu flüchten. Für die„ Romödie" des Libeteinen Nachtisch zu erhalten. Am Nachmittag wurde Vorzüge hätte. Und sie begann von neuem ihre Bemühungen ralismus bleibt nach den Umsturzgesezen kein Raum mehr. Sie besuchte Frau Ob sie Brünn an Brünne" fämpfen, fein Aegir wird ihnen Sonntagsschule gehalten, in der eine alte Jungfer Ge- um die Gunst des jungen Mannes. sid root gods schichten von Missionaren erzählte, die von den Wilden Roveray häufiger als zuvor und diese war nachsichtig genug, hiljebringend zur Seite stehen! Unter den militärischen Forderungen, die den im aufgefressen worden waren, und auch diese Ge- die Besuche so aufzunehmen, als gälten fie ihr allein. schichten mußten beim Abendbrot wiederholt werden. Als sie eines Abends zum Thee dageblieben war, Dezember zusammentretenden Reichstag zu beschäftigen Reine andere Lektüre wurde den Kindern gestattet, verschwendete sie ihre Blicke, ihre gezierten Bewegungen, haben werden, befindet sich auch eine Vermehrung des als fade Traktätchen, die noch dazu schlecht geschrieben all' ihre Koketterie in solchem Uebermaß an René, daß Intendanturpersonals. Es dürfte sich hierbei um eine jährwaren, die dafür aber von den schrecklichen Gefahren des Annette vor Eifersucht fast rasend wurde. Man sprach von liche Mehrausgabe von ca. 150 000 m. handeln. Tanzes oder von einem durch die göttliche Gnade von seinem einer Hochzeit, die fürzlich gefeiert worden war, und das Lafter geheilten Trunkenbold handelten. Zum Besuch fanden Thema schien Fräulein Rosa sehr zu gefallen. Plötzlich fich nur ehrwürdige Damen ein, die mit näselnder Stimme warf Annette mit der unschuldigsten Wiene von der Welt ihre Bibelsprüche oder ihr zärtliches liebe Freundin" hören die Worte in das Gespräch: ließen. In der ganzen Atmospäre des Hauses lag etwas, Ich habe die junge Frau gesehen. Sie ist alt, alt, ( Fortsetzung folgt.) was ein Kind für immer beugen oder aber zu offener Em- mindestens 27 Jahre alt! " Und nun Was die Feinde fich erzählen. Ein nationalliberaler Waschzettel lautet: Bekanntlich war schon seit längerer Zeit angeregt worden, eine Zusammenkunft der belgischen, deutschen, französischen, italienischen, dänischen und vielleicht auch englischen Abgeordneten der sozialistischen Partei herbeizuführen, um bei hochwichtigen und auch zu Falle kam. Natürlich von A bis Z gelogen. A C Angelegenheiten ein gemeinsames parlamentarisches Zusammen-| Namen zu nennen, was verweigert wurde. Da der Schuhmann| sozialistischer Unruhen seiner Pflicht als Offizier nachkommen wirken zu erzielen. Diese Zusammenkunft wird nun Ende dieses den einen Reiter nicht frei gab, sich auch allmälig trop der nächt- oder zu den Sozialisten übergehen werde, veröffentlicht heute in Monets in Brüffel stattfinden. In deutschen sozialistischen lichen Stunde aus umliegenden Wirthschaften eine Anzahl Leute den Blättern eine Erklärung, worin er ankündigt, der Minister Kreifen verspricht man sich von dieser Konferenz gerade nicht ansammelte, bequemten die Reiter sich endlich dazu, an die Haupt- des Junern werde in der Kammer demnächst darüber interpellirt viel die Seißsporne der Italiener, Belgier und Franzosen wer- wache heranzureiten. Dort wurden die Reiter jedoch freigelassen, werden, ob die Freiheit der politischen Meinung in Belgien nur den sicherlich, wie es heißt, darauf bestehen, daß bei Ausbruch und die Kavalkade fauste nun durch die untere Stadt nach dem mehr eitle Phrase sei und ob der Umstand, daß er als Offizier eines Krieges die sozialistischen Parteien der friegführenden Fort Mosel und von dort nach dem 3 Kilometer entfernten der sozialistischen Partei angehöre, ihn hinfort unwürdig mache, Länder den Generalftreit inszeniren und die Heeresfolge ver- Longeville, um dort ihr Bravouritückchen fortzusehen. Dies der in der Armee zu bleiben. weigern sollen. Auf dem internationalen Kongreß in Brüssel Hergang. Am andern Morgen erschien bei dem Wirth ein Schutz- Die italienischen Kammern sind auf den 3. Dehatten die Holländer einen dahingehenden Antrag eingebracht, mann, der sich nach dem angerichteten Schaden erkundigen der aber von den Deutschen auf das Energischfte bekämpft wurde wollte. Der Wirth verlangte feinerlei Ersay, stellte auch keinen zember einberufen. Strafantrag wegen Sachbeschädigung. Das ist Alles, was bis Salvador, der geständige Urheber des im vorigen Jahr jetzt seit Donnerstag in der Sache geschehen ist. Die Namen der zu Barcelona( Spanien) verübten Massenmords, verübt Die antisemitische Freude über den neuen Reichs- Theilnehmer an der Kavalkade find noch nicht bekannt geworden. an harmlosen Theaterbesuchern, ist gestern hingerichtet Tangler scheint etwas getrübt zu sein durch die Erinnerung Offiziere eines Dragoner- Regiment gewesen sein. Einer derselben geweiht wurde, wie es bei der Frömmigkeit" des VerNach Mezer Blättern sollen die fünf Reiter angeblich worden. Ob der wahnsinnige" Anarchist" vorher zum Priester eincs jüdischen Blattes, nach der Fürst Hohenlohe als Ver hätte sogar einen Unteroffizier, der von dem Polizisten um Unterbrechers geplant war, wissen wir nicht. Die Frömmigkeit" treter des Reichs auf dem Berliner Kongreffe von 1878 fügung gebeten worden sei, mit der Reitpeitsche ge- Salvador's stand auf gleicher Höhe mit der des christlichen eine bedeutende Thätigkeit zu Gunsten der Gleichstellung schlagen. Auch in Longville hätte die Kavalkade einen heidender Juden in den Balkanstaaten entfaltet habe. Das mäßigen Lärm verübt, so daß die Bewohner aus den Betten an Ehepaars Gerlach. Apropos: warum letzteres nicht den Stöcker- Blatt spricht die Hoffnung aus, daß die die Fenſter eilten, Kinder und Frauen vor Angst weinten u. f. w. Anarchisten" zugewiesen ward, begreifen wir wirklich nicht. tonservative Fraktion des Reichstages den Reichskanzler Jedenfalls wird die Angelegenheit noch ein gerichtliches Nach Es scheint hier eine grobe Fahrlässigkeit unserer Reptilien auf die Probe stellen werde, indem sie einen Antrag vorzuliegen. lolas dat si multotip and now auf Verbot der Judeneinwanderung stelle. Uebrigens Das ungarische Kabinet Weckerle wackelt schon Im Kolonialkriege haben die Holländer einen Erfolg ist das, was die antisemitischen Blätter als Juden- wieder. Der Kaiser scheint sein Versprechen, die konfessio: wirthschaft bezeichnen, durch niemanden mehr niemanden mehr ge- nellen Vorlagen zu sanktioniren, nicht oder wenigstens erst fördert worden als durch den Fürsten Bismarck, den lang recht spät einlösen zu wollen. Dann macht der Sohn des jährigen Intimus und Geschäftsverbündeten des Juden todten Kossuth in Ungarn eine Agitationsreise, bei der Bleichröder. Der neue Reichskanzler scheint übrigens auch antidynastische Propaganda gemacht worden sein soll. Daß persönlich den Juden nicht sehr fern zu stehen, ist doch seine dies vom Ministerium nicht verhindert wurde, wird ihm Schwiegertochter eine Enkelin des griechischen Bantiers der Kaiser nicht verzeihen. Baron Sina. Wenn derselbe auch nicht selbst Jude iſt, so steht doch jedenfalls seine Baronie auf derselben Grundlage wie die der Hirsch, Esteles, Arnheim, Rothschild, Königswarter u. 1. w. Von den drei Reichskanzlern, die Deutschland bisher gehabt, steht Caprivi am judenreinsten da, und gerade er hat den Hauptzorn der Antisemiten auf sich gezogen. spiel haben. Der Kollektivismus vor der französischen Kammer. Man schreibt uns aus Paris unterm 21. November: is zu verzeichnen. Eine Depesche der Nieuws van den Dag" aus Batavia meldet: Der Radjah, sein Sohn und sein Enkel wurden von zwei Bataillonen eingeschlossen und haben sich ergeben; dieselben sind nach Ampenan gebracht worden. Der Radjah war verwundet. viele Balinesenchefs haben ihre Unterwerfung angeboten. Neue Schätze an Schnucksachen, Gold und Silber sind aufgefunden worden. Kein Schuß ist gefallen. Die bei dem Angriffe am 25. August verlorenen Kanonen sind alle wieder erobert worden. 200 Bei den nun seit Dezennien dauernden Kämpfen der Eine der glänzendften und vom theoretischen Standpunkt Holländer mit den Eingeborenen darf einem solchen Erfolge aus hervorragendste Rede, die je in der französischen Kammer feine allzu große Bedeutung beigelegt werden. Der Kampf gehalten wurde, ist sicherlich die in der gestrigen Nachmittags wird fortdauern und dem holländischen Volke noch schwere Sigung von unserem Freund Jules Guesde gehaltene über den Opfer an Geld und Blut kosten. Kollektivismus. Und was dieser Rede noch einen befonderen China Japan. Die amerikanische Vermittlung Werth verleiht und sie umso glänzender erscheinen läßt, ift, Die wirthschaftlichen Kartelle sind eine der größten daß sie nicht vorbereitet war, nicht vorbereitet sein konnte, da ist von der Japanischen Regierung angenommen Mächte in unserem Wirthschaftsgetriebe. Sie boykotten Guesde zu einem ganz anderen Grunde, zu einer Interpellation der worden. im Stillen, aber aufs Energischste alle nicht voll- Regierung über deren Annullation der Beschlüsse des Gemeindetommen willfährigen Abnehmer ihrer Produkte. Die raths von Roubaix betreffend die Errichtung einer Gemeinde vom Genoffen Vollmar erhalten wir folgende Bu Arbeiter haben natürlich darunter noch mehr zu apotheke, eines Rechtskonsultationsbureaus und sonstiger im schrift: Iciden, wie der boykottirte Unternehmer. Dabei findet Interesse der Arbeiter geschaffener Reformen, das Wort ergriffen der Boykott in der sinnreichen Form statt, daß nicht die hatte und er im Verlaufe der Debatte erſt zu dieſer diedit die„ Vorwärts" habe ich zu bemerken, daß die E. betreffende " Zu des Genossen Engels' Brief in Nummer 268 des Lieferung der Waaren überhaupt eingestellt wird, sondern nur Majorität, die eine förmliche Hetjagd gegen ihn vorbereitet Stelle in meiner Agrarrede dahin lautete: daß meines drängt, ja direkt provozirt worden war, provozirt, weil n unter unerschwinglichen Preissägen geliefert wird. In diesen batte und ihn Tagen fanden in Dortmund auf indirekte Veranlassung Meinung war, ihn mit ihrer Herausforderung zu Falle schlüssen nicht vorgegangen seien, ohne sich vorher über zur Strecke bringen wollte, der festen Wissens die französischen Genossen mit ihren Nanter Bedes Kohlensyndikates große Entlassungen von Arbeitern bringen und Halali blafen zu können. Und Guesde, schwach E.'s Zustimmung vergewissert zu haben. Die Nachricht statt. An dem Hösch'schen Werke war folgende Bekannt und tränklich, hatte seine Meisterrede erst gehalten, nachdem er war mir auf dem Parteitage selbst von einem bekannten machung augeschlagen: d zuvor 11/2 Stunden zu seiner Interpellation gesprochen, von der m3u unserem größten Bedauern müssen wir den Arbeitern man aber wegen des Lärms, der durcheinander schwirrenden Genossen mitgetheilt worden. Es thut mir natürlich leib, des Stahlwerts die Mittheilung machen, daß es uns nicht Zwischenrufe der Majorität eine wahre Menagerie hungernder eine wie sich nun zeigt irrthümliche Anführung gemehr möglich ist, den Betrieb in bisheriger Bestien auf der Journaliſtentribüne faum einzelne Säge deut macht zu haben. Indeß war meine diesbezügliche BeHöhe aufrecht zu erhalten. Sämmtliche Rohlich vernehmen konnte. Guesde sollte unmöglich gemacht merkung eine rein beiläufige; ich habe aus ihr keinerlei materialien, die wir kaufen müssen, vornehmlich: Rohwerden. Nachdem seine Interpellation beendigt war und Folgerungen gezogen und deshalb auch jetzt an meiner eifen, Roats, Rohlen 2c. find infolge der be- Dupuy mit Hinweis auf das rothe Gespenst darauf ge- Rede nichts zu ändern. stehenden Synditate viel zu theuer, im Vergleich antwortet hatte, wurde er darum von dem erradikalen Ab- Soiensaß am Walchensee, 19. 11. 94. zu den Preisen der Fertigfabrikate. Wir sind deshalb gezwungen, geordneten und gegenwärtigen Regierungsbedienten Bouge, unter dem Zujauchzen der Majorität aufgefordert, den Kollektivismusse zu erklären und zwar gleich auf der Stelle zu erklären, damit man ein für allemal damit fertig werde. Und Guesde that vom 1. Dezember ab den Betrieb auf einfache Schicht zu be schränken, und es werden die Kündigungen am heutigen Tage erfolgen. ngolog Mit Gruß! Vollmar." velimusid telers of did da Dortmund, den 15. November 1894. Albert Hösch. that es in einer Weise, daß die Regierungsbande es bald be- Parteinachrichten. Wir sind trotz dieses Mißbrauches ihrer Uebermacht dauert hatte, ihn dazu herausgefordert zu haben. Seine Rede Bericht über den Parteitag erstattete in Altenburg gegen jede polizeiliche oder andere Einschränkung der bald verstummte und das Haus ihn über eine volle Stunde ruhig, wurde die Abstimmung desselben in der Bayernfrage"( Vogenits war nämlich von einer solch mächtigen Wirkung, daß der Lärm Genosse Vogenit. In der sich hieran schließenden Debatte Kartelle, weil wir überzeugt find, daß diese man möchte fast fagen wirthschaftlichen Unternehmervereinigungen eine Erscheinung er geendet, da fühlte die Partei der Satten, daß etwas der dortigen Parteigenoffen entsprechend bezeichnet, andererseits andächtig zuhörte. Und als hat für den bayerischen Antrag gestimmt) als nicht den Ansichten des ökonomischen Akkumulationsprozesses sind und sich gethan werden müsse, um die Wirkung abzuschwächen; ebensowenig aufhalten, wie verhindern laffen. Aber darauf da fühlte sie, daß nicht Guesde, sondern sie erlegen war, und ist hinzuweisen, daß gerade die Hauptmacher dieser Ver- alles drängte sich nun zum Worte, so daß noch eine Abend einigungen die größten Feinde der Arbeiterorganisation, die Hauptrufer im Streite um Ausnahmegesetze sind, die die Verzweiflungsthaten der Arbeiter hervorrufen können, fie wollen die Staatsgewalt in ihren Dienst gegen die Arbeiterklasse bringen.d Duellirende Bürgermeister. Wir berichteten unlängst von zwei Bürgermeistern aus der Saarbrückener Gegend, die ihre Differenzen durch einen Zweikampf erledigten. Eine Gerichtsverhandlung hat erwiesen, daß unsere Darstellung richtig war. In derselben wurde der Saarbrückener Bürger meifter Feldmann zu fünf, Bürgermeister Dr. Neff zu vier Monaten Feftung verurtheilt. Wir sind übrigens begierig, ob fünftighin Differenzen zwischen Bürgermeistern und den ihnen vorgesetzten Regie rungs- und Oberpräsidenten auch mit der Pistole in Anwesenheit der Sekundanten und des Pautarztes erledigt $ 210 aber auch seitens eines Rebnens die Resolution Bebels in dieser rage als zur Lösung der Frage nicht geeignet erachtet. Befigung beschlossen wurde, die erst nach Mitternacht endete. Aber züglich der Gehälterfrage war man mit der Ablehnung der Ber alles vergeblich, denn was auch von den Deschanel's und Kon- Falles schloß man sich der Ansicht des Delegierten an, der liner Anträge einverstanden und bezüglich des Stegmüller'schen forten von rechts und links gegen den Kollektivismus vor meinte, hätte man Stegmüller so behandelt, wie es von Bebel gebracht worden war, sie vermochten Guesde's Rede nicht ab meinte, hätte man Stegmüller so behandelt, wie es von Bebel verlangt worden, so hätte man zum mindesten den Landeszufchwächen; der Kollektivismus war Sieger geblieben. Auf die Rede selber, die sowohl in der Kammer wie im vorstand der badischen Partei, Geck, in gleicher Weise behandeln Lande noch lange nachziitern wird, komme ich selbstverständlich müssen. Ueberhaupt, bemerkte man, sei mit diesen Fragen viel zu viel Zeit verschwendet worden, die für wichtigere Fragen noch zurück. Hervorgehoben sei hier nur noch, daß Guesde's hätte verwendet werden können. Bezüglich der Agrarfrage ging berein einen ohrenbetäubenden Lärm hervorrief, blos weil er, Landarbeiter als auf diejenige der Banern gelegt werde. Zum gleichfalls sehr bemerkenswerthe Interpellationsrede von vorn die Ansicht dahin, daß mehr Gewicht auf die Gewinnung der von der Bevormundung der franzöfifchen Gemeinden sprechend, Echluß wurde folgende Resolution einstimmig, angenominen: bemerkte, man sehe ihnen noch unsere Raiser, unsere Könige, Die heutige Parteiversammlung erklärt sich im allgemeinen ich hätte fast gefagt, unsere 3aren" an. Aber trotz allen mit der Thätigkeit unseres Delegirten und mit den Beschlüssen Geheuls, troß aller wilden Zurufe ließ er sich nicht davon ab: des Parteikongresses in Frankfurt a. M. einverstanden; sie Ein merkwürdiges Schlaglicht auf den überall enthalten, zu erklären, daß man Franzose sein könne, ohne Kosat zu hält es aber für selbstverständlich, daß die sich aus der Abbrannten Kampf für Ordnung, Religion und Sitte gegen sein und daß die französischen Arbeiter niemals den Henkern lehnung des Antrages der banerischen Genossen, betreffs der den Umsturz wirst dieser Vorgang. Die Leute, die Polizei. Polens die Hände reichen werden.„ Sie ziehen die Deutschen vor!" rief Abstimmung unserer Genossen über das Budget in den verihm da wuthschnaubend die Regierungsmeute entgegen. Guesde: gewalt haben, die die Verwaltung großer Gemeinwesen" Ja ich ziehe die Deutschen, die gegen die Anneftirung Elsaß- können, daß unseren Vertretern in den Landtagen 2c. bei den schiedenen Landtagen, ergebenden Konsequenzen nur die sein in der Hand halten, die zu den sichersten Stüßen unserer Lothringens protestirt haben, den Ruffen vor, die unseres Miß- Abstimmungen über das Gesammtbudget das ablehnende Votum so heiligen Ordnung gehören, übertreten schamlos das Gesetz geschickes spotteten." Damit war aber der Sturm nur wieder des Frankfurter Parteitages als Richtschnur zu dienen hat. Des und werden dann zu unbedeutenden Strafen verurtheilt. von neuem losgebrochen. Dies zeugt aber nur um so mehr für weiteren erwartet die Parteiverfammlung, daß jeder ParteiDer Mann aber, der eine dieser Größen beleidigt hätte, die immense Wirkung seiner zweiten Rede, der Rede über den wäre im Jutereffe der Sicherung der Autorität nicht auf Rollektivismus, da während derselben von diesem Sturm nichts genoffe mit allen Kräften dafür eintritt, daß die gefaßten Beschlüsse zur Durchführung kommen. die Festung sondern ins Gefängniß gesandt worden, so wie mehr zu merken war und die ganze Regierungsmeute, eben unter Die Genossen von BuIa ch( Baden) erklären sich es eben die Erhaltung der Ordnung" fordert. dem Banne dieser Rede stehend, eine volle Stunde lang taum einverstanden mit den Beschlüffen des Parteitages. Bedauert einen Laut von sich gab. wurde die Stellungnahme derjenigen Parteigenoffen, die in dem In der französischen Kammer war wieder einmal fogenannten badifchen Parteiftreit die einzelnen Personen höher Sozialisten debatte. Guesde interpellirte die Regierung ftellten, als die Sache selbst. Ferner wurde der Wunsch auswegen der Maßregelung des sozialistischen Gemeinderaths gesprochen, die Agrarreden der Genossen v. Bollmar und von Roubaix, dem es verboten worden ist, einen städtischen erscheinen und unter der Landbevölkerung verbreiten zu laffen. Dr. Echoenlant's von seiten des Parteivorstandes als Flugblatt Dienst für unentgeltlichen Arzt, Arznei- und Rechtsbeistand zu dem letzteren Antrag bemerkt der Offenburger Boltsfreund" zu organisiren. Herausgefordert, sich über die letzten Biele fehr richtig: Den zweiten Beschluß balten wir nicht für gut des Sozialismus" auszusprechen, entwickelte Guesde in durchführbar. Die Reden Echoenlant's und v. Bollmar's entglänzender Rede das sozialistische Programm, und zeigte halten doch nur Winke für die Genoffen, wie agitirt Von unserem herrlichen Kriegsheere. Aus Met fapitalistischen Gesellschaft. den geistigen, sittlichen und ökonomischen Bankrott der werden soll. Für die Landbevölkerung selbst sind sie unseres wird der Bossischen Zeitung" geschrieben: Eine sozialistische Tages- Erachtens weniger geeignet. Daß fie die Genossen fleißig Aus Anlaß eines Geburtstages fam eine Wette zu stande ordnung wurde mit allen gegen 55 Stimmen verworfen, studiren, halten wir ebenfalls für zweddienlich, daß aber der Aus Anlaß eines Geburtstages fam eine Wette zu stande eine im Sinne der Regierung mit großer Mehrheit an- foll, ist unseres Erachtens eine zu weitgehende Forderung. und es begann nun ein nächtlicher Ritt nach Beduinen eine im Sinne der Regierung mit großer Mehrheit an- Landesvorstand die Mittel zur Beschaffung der Reden hergeben art in weißen Leintüchern und weißer 3ipfel genommen. Die„ Ordnung" hat" gefiegt", und der Sozialis- foll, ist unseres Grachtens eine zu weitgehende Forderung. en Leiniüchern und bt über den parade mus triumphirt. In Heidelberg, wo bekanntlich Dr. Rüdt seinen Wohnsiz hat, ist in einer Parteiverfammlung folgende Resolution play, an der Hauptwache vorbei nach der Restauration Schwieger, Die Nache des Herrn. Es sind noch keine vierzehn Tage angenommen: Die heutige Versammlung der sozialdemokratischen wo die Kavalkade um 1 Uhr 45 Minuten eintraf. Es war, als vergangen seit Gérauli Richard wegen seines Artikels:„ Nieder Partei Heidelbergs erblickt nach Prüfung des Anklagematerials sei die wilde Jagd losgelassen. Alles stürzte aus den Betten an mit Casimir!" zu einem Jahre Gefängniß verurtheilt wurde und gegen Dr. Rüdt ein Unrecht in dem diesbezüglichen Beschluß des die Fenster. In dem Schwieger'schen Bierhause, wo viele Offiziere schon ist, wie uns aus Paris gemeldet wird, die Aufforderung Frankfurter Parteitages und erklärt sich mit dem Beſchluſse des verkehren, war es noch sehr belebt. 3wei der Reiter an ihn ergangen, seine Haft anzutreten. Sonst herrscht die Ge- Frankfurter Parteitages gegen Dr. Rüdt nicht einverstanden. sprengten ohne weiteres durch die nur angelehnte pflogenheit, zwischen der Verurtheilung und der Aufforderung Zu dem Bericht über die Mainzer Vers führt, und passirten eine offen stehende Verbindungsthür nach verstreichen zu lassen. Wenn diesmal davon abgegangen wurde, nachzutragen, die dort einstimmige Annahme fand:" Die heutige zum Haftantritt mindestens einen Zeitraum von zwei Monaten fammlung werden wir ersucht, noch folgende Resolution dem Hauptsaal, hielten vor dem Büffet an und ließen sich und liegt der Grund nur darin, daß Gérault Richard, von den Versammlung erklärt sich mit dem Verhalten und den Beschlüssen ihren Pferden zu allgemeinem Gaudium des Publikums Er sozialistischen Vereinen des 13. Bezirks aufgefordert, sich um daß des Frankfurter Parteitages einverstanden und wird mit aller frischungen reichen. Die zurückgebliebenen drei Reiter saßen vor bort freigewordene Abgeordneten Mandat zu bewerben, ver- Energie dafür wirken, daß die Beschlüsse auch durchgeführt werden. der Thür ab und führten ihre Pferde am Bügel um das Billard hindert werde, an der bevorstehenden Wahlfampagne theilzunehmen. Im 1. sächsischen Wahlkreis wurde im Anschluß und im vorderen Naum herum. Daß es dabei ohne Krach und Das wird aber durchaus nicht hindern, der Perier'schen Politik an den Parteitagsbericht folgende Resolution in ihrem 1. und ohne etliche Trümmer nicht abging, tann wohl benten. Wieder draußen angelangt, paffirten fie man fich dort eine noch stärkere Niederlage zu bereiten, als sie in Nogent 4. Punkte einstimmig, im 2. und 3. mit großer Majorität an= genommen: Stung siis noch einmal den Paradeplatz, und hier ereilte die Reiter erfahren hat. 1. Die in Waltersdorf im Gasthause Stadt Wien" tagende ihr Geschick in der Gestalt eines erst fürzlich eingetretenen und Belgien. Aus Mons wird telegraphirt: Parteiversammlung, erklärt sich mit den Berhandlungen des daher noch recht schneidigen Schuhmannes. Dieser fiel dem Der sozialistische Artillerie- Offizier, der von seinen Rame- Parteitages, im 1. Punkte, die Gehälterfrage betreffend, voll und erften Reiter in die Bügel und forderte ihn auf, feinen raben aufgefordert wurde, öffentlich zu erklären, ob er im Falle ganz einverstanden. werden. 13 Eine Reihe von Schreibereien würden auf diesem Wege erspart werden und geht eine oder die andere Staatsstüße bei dem blutigen Spiele zu Grunde, so wird das Volk das Unglück zu ertragen wissen. mühe durch die Straßen 00 Thür, die unmittelbar in das Billardzimmer = " " 3. Bezüglich der Agrarfrage sind wir der Ansicht, daß ein besonderes Agrarprogramm überflüssig ist, und nur unser Programm genügend erklärt werden müßte, jedoch verlangen wir, daß hierbei unsere legten Ziele durchaus nicht zu verschleiern sind. 4. Insbesondere mißbilligt die Versammlung, daß durch die persönlichen und partikularistischen Streite so wichtige Anträge, wie der unserige die Agitation betreffende, ganz in den Hinter grund gedrängt wurden, so daß dieselben gar nicht berücksichtigt worden sind. Gewerkschaftliches. 2. Nicht so in betreff der Haltung der Genossen in den 2uck au aus. Darauf erschien im Luckauer Kreisblatt folgende Einzellandtagen. Es wird sehr bedauert, daß bezüglich der Aufforderung: Ludau- Finsterwalde! Bei der Kreistagsbayerischen Frage, feine bindende Direktive gegeben wurde. fizung am 13. d. M., die Eisenbahn Lübben- Luckan- Udro An die Vorstände der Zentralvereine. Am 15. Oktober Nimmt jedoch zu dieser Frage einen wesentlich anderen Stand- betreffend, haben sich die Finsterwalder Abgeordneten in solch' versandten wir ein Zirkular an die Vereinsvorstände, welches die punkt ein, als die Bebel'sche Resolution mit dem Amendement gebäffiger Weise über Luckau ausgesprochen, daß wir dies als Fragen enthielt, ob im nächsten Jahre ein Gewerkschaftskongreß Stadthagen. Die Bebel'sche Resolution ist nicht ganz annehm Luckauer uns unter feinen Umständen gefallen lassen können, stattfinden solle, oder ob es ausreichend sei, wenn die Generalbar, weil sie die parlamentarische Thätigkeit zu sehr ohne Stellung zu nehmen. Wenn eine industrielle Stadt im tommission am Schluß des Jahres einen eingehenden Bericht über schablonisirt; ebenso aber das Amendement Stadthagen, Kreise nur allein aus neidvoller Angst der Kreisstadt die ihre Thätigkeit geben würde. Die Antwort auf diese Fragen welches zu viel Willkür zuläßt. Es wird daher der Wunsch modernen Verkehrswege, wie Eisenbahnen, durch nichtige, erbaten wir bis zum 1. November. ausgesprochen, daß die Vertreter der Partei, in den Parla- sophistische Gründe versagen will, so würden sich die Bis heute aber haben die folgenden Organisationen eine menten; unbeschadet für die Einzelpofitionen, so weit sie der betreffenden Bürger der leidenden Stadt als dumme Michel Antwort auf unsere Fragen noch nicht ertheilt: Böttcher, DachKultur dienen, gestimmt zu haben; den Gesammtbudgets jederzeit hinstellen, wenn sie sich dies, ohne Miene zu verziehen, decker, Fabrik- und gewerbliche Hilfsarbeiter, Gärtner, Glasdie Genehmigung zu versagen. gefallen ließen. E3 haben daher sich einige Geschäftsarbeiter, auf Holzplägen und in Holzbearbeitungs- Fabriken beleute zusammengethan mit der Absicht, fünftig nichts aus Finster- schäftigte Arbeiter, Plätterinnen, Schiffszimmerer, Steinfeger, walde zu beziehen und hoffen, daß sämmtliche Kaufleute und Stuckateure. Gewerbetreibende sich dem, zu Ehren der Stadt Luckau, an- Unter diesen Umständen war es nicht möglich, schon jetzt, wie schließen werden. Wir hoffen, in nächster Zeit alle Beigetretenen es in unserer Absicht lag, das Resultat dieser Abstimmung öffentlich bezeichnen zu können. Den Beitritt bitte bei Herru veröffentlichen zu können. Wir bitten die genannten Borstände, Otto Schweizer in Luckau anzumelden. Hierzu bemerkt das uns umgehend mittheilen zu wollen, welche Stellung fie Niederlaufiger Volksblatt": Also ein Boykott deshalb, weil die zu den von uns vorgelegten Fragen einzunehmen beschlossen Delegirten die Interessen der Mehrzahl der Einwohner unseres haben. Nach den bisher eingelaufenen Mittheilungen wird ein Kreises vertreten haben! Wie in einem Eingesandt des N. A." Kongreß im nächsten Jahre nicht stattfinden. Die Mehrzahl der behauptet wird, hat man in Luckau das Röhler'sche Hotel boy- Vorstände hat sich bis jetzt dahin ausgesprochen, daß am Schluß Von der Agitation. Eine sehr erfolgreiche Versammlung fottiren wollen, wenn denjenigen Delegirten, die der Bahnfrage des Jahres ein Bericht zu geben ist. Einzelne Vorstände wollen hat am Sonntag in Tübingen stattgefunden. Genosse gegenüber einen ablehnenden Standpunkt eingenommen haben, über das Stattfinden des Kongresses erst entscheiden, wenn sie Agst er von Stuttgart sprach dort über:" Direkte und indirekte Bier verabreicht worden wäre! Damit auch der Humor nicht von dem Bericht Kenntniß genommen haben; andere halten einen Steuern." Die Ausführungen des Referenten fanden in der fehle, bringt die heutige Nummer unseres Kreisblättchens einen Kongreß trotz der Berichterstattung für nothwendig. Das Resultat Bersammlung, welche größtentheils aus Weingärtnern und Ar- Artikel gegen den Boykott der Sozialdemokratie. der Abstimmung hoffen wir in der nächsten Nummer des beitern bestand, außerdem aber auch von einer Anzahl Studenten besucht war, eine sehr beifällige Aufnahme. Die Aufführung von Gerhart Hauptmann's Drama Daß die Vorstände der Organisationen, welche uns bis heute noch Die Aufführung von Gerhart Hauptmann's Drama Correspondenzblattes" veröffentlichen zu können, vorausgesetzt, Es wurde gleichzeitig in Aussicht gestellt, daß im Laufe einiger Wochen eine" Die Weber" ist in Stettin polizeilich verboten worden. keine Antwort zukommen ließen, bis dahin uns Auskunft über Die Polizei stüßt sich auf§ 10 II 17 des Allgemeinen Landweitere Versammlung stattfinden werde, um insbesondere der akademischen Jugend Gelegenheit zu geben, sich über unsere An- rechts, nach welchem die nöthigen Anstalten zur. Erhaltung der ihre Stellung gegeben haben werden. Die Generalfom schauungen zu informiren. öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung zur Abwendung der mission. C. Legien. Der Verband der Handschuhmacher Deutschlands hielt In einer Stuttgarter Parteiversammlung dem Publikum oder einzelnen Mitgliedern desselben drohenden erstatteten am Montag Abend die sozialdemokratischen Bürger- Gefahr zu treffen sind. Das Verbot der Polizei ist gänzlich un- am 5. November und folgende Tage in Halberstadt seine zweite ausschuß- Mitglieder Kloß und Dietrich Bericht über ihre seitberechtigt, denn durch die Weber" kann die öffentliche Ruhe, Generalversammlung ab. Der Verband blickt in diesem Jahre herige Thätigkeit auf dem Rathhaus und erklärten sich die herige Thätigkeit auf dem Rathhaus und erklärten sich die Sicherheit und Ordnung überhaupt nicht gestört werden. Das auf ein 25jähriges Bestehen zurück. In den letzten 3 Jahren Genossen mit ihnen einverstanden. Hierauf wurden zur bevor- Verbot ist um so unbegreiflicher, als das Kammergericht bereits mußten große Krisen überstanden werden. 1891 und 92 wurden Trok stehenden Bürgerausschuß Wahl 13 Genossen als Kandidaten in einmal gegen die Polizei und zwar die Breslauer ent- große Streits geführt, welche zirka 100 000 riedrichshagen Vorschlag gebracht und hoffen wir, wieder einige Size zu erobern. Schieden hat. Die Genossen Kloß und Dietrich haben aus dem Bürgerausschuß noch nicht auszuscheiden. = Gemeinderatha Wahlent for strengungen unferer Gegner fiegten bei der Gemeinderaths- Wahl in Siegmar bei Chemniß unsere Parteigenossen in der Klasse der Unansässigen. Bon 157 abgegebenen Stimmen erhielten die Genossen Schönherr 85, Friedmann 84 und Müller 84 Stimmen, gegen 72 Stimmen, welche die Gegner zusammenbrachten. Strunz wenn " verließen über 120 Kollegen den Ort ist die Mitgliederzahl Zur Katastrophe in den Plutoschächten. In Beant- von 2116 im Jahre 1891 auf 2417 im Jahre 1894 gestiegen. wortung einer Interpellation betreffend die Explosion schlagender Die Zahl der Berufsgenossen in Deutschland beträgt 3200. m Wetter in den Plutoschächten erklärte der Ackerbauminister Graf 4. Quartal 1893 waren 15 pet. sämmtlicher Verbandsmitglieder geltenham, bie tinfachen der Sonny, he set arbeitslos. Die Arbeitslosenunterſtüßung erfo Sicherheit festgestellt werden können, doch sei es wahrscheinlich, Summen. Die Einnahmen im Jahre 1893 beliefen sich auf daß die Ursache eine Selbstentzündung der Kohle gewesen sei. über 44 000 M. An Arbeitslosenunterstüßung wurden in demDie Regierung sei unausgesezt bemüht, Maßregeln zur Be- felben Jahre 30 000 m., an Reise- Unterstüßung 3700, an fämpfung der Gefahr infolge schlagender Wetter zu treffen; es Streikende und Gemaßregelte 2200 m. ausgegeben. In dem bleibe aber dahingestellt, ob ähnliche Katastrophen ganz vermieden Beitraum vom Oktober bis Ende Dezember 1893 wurden allein 20 000 M. für Arbeitslose bezahlt. Die Mitglieder, welche in werden könnten. von 1852-1856 Jnnere Kämpfe. Deutlicheres Auftreten sozialiftischer Ideen. Am Zentralfest in Bofingen 1855 läßt Klein aus Basel die soziale Freiheit hochleben, ohne welche die politische nur eine halbe ist. 1856-1860. Ruhige innere und äußere Entwickelung. 1872 Gründung der Kranken- und Sterbekasse. 1873-1875 Rampf zwischen der Rechten und Zinken, zwischen Sozialdemokraten und manchesterlichen Demokraten. Sieg der Linfen. Reinhold. Rüegg und Bleuler führen die Linke, Bentralpräsident Lang die Rechte. Der schweizerische ArbeiterMan hüte sich vor falscher Berichterstattung. In ErEinen recht vernünftigen Standpunkt nimmt ein Ma- dieser Zeit in Arbeit standen, haben 4 pct. ihres Verdienstes für die gänzung der Notiz in unserer Mittwochsnummer, daß Genosse schinenfabrikant ein, welcher über die gleichmäßige Jahres- Arbeitslosen geopfert, indem sie von der Ansicht ausgingen, daß Strunz, Redakteur der Bergarbeiter- Zeitung Glück auf" zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt sei, bringt die gestrige beschäftigung der Arbeiter folgendes Schreiben an die„ Köln. dadurch, indem den Arbeitslosen Subfiftenzmittel zur Verfügung Ausgabe unferes Bwidauer Parteiorgans weitere Einzelheiten. Beitung" gelangen läßt:" Die eigentliche Arbeiterfürsorge bestanden, diese nicht zum Lohndrücker würden. Im weiteren be Wir entnehmen dem betreffenden Bericht, daß Strunz daß steht hauptsächlich darin, dem Arbeiter einen möglichst gleich schloß die Generalversammlung, fich dem Juduftrieverband nicht Opfer unzuverlässiger Berichterstattung geworden ist. Die Bemäßigen Jahresverdienst zu beschaffen. Das aber haben der anzuschließen. Dagegen soll eine Kommission erwägen, ob und leidigung des Steigers war schon einmal der Gegenstand einer Staat, die Gemeinden und die großen Anstalten bei Vergebung inwieweit ein gemeinsames Organ für die Verbände der LederGerichtsverhandlung gewesen. Man hatte diesem nachgesagt, im Maschinenbau laufen die Bestellungen der Privatkundschaft träge an die Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands ihrer Arbeiten in der Hand, thun es aber leider nicht. Bei uns arbeiter und der Handschuhmacher von Vortheil sei. Die Bei daß er mit der Frau eines Bergarbeiters ein Ver hältniß unterhalten habe. Aehnlich verhielt sich's im fast nur im Sommer ein; alle Versuche, solche zur möglichsten soll in Zukunft nicht mehr geleistet werden. Dieser Beschluß zweiten Falle. Hier war von einem Obersteiger geBertheilung ihrer Bestellungen über die 12 Monate des Jahres wurde mit 12 gegen 8 Stimmen gefaßt. Vom 1. Januar 1895 fagt worden, daß er einen Arbeiter geschlagen habe. Der zu bewegen, sind vergebens. Für den Staat, die Gemeinden und ab sollen auch weibliche Mitglieder gegen einen wöchentlichen Geschlagene schwächte vor Gericht seine frühere Behauptung großen öffentlichen Unternehmungen bedarf es aber nur eines Beitrag von 5 Pf. aufgenommen werden. Der größte Arbeiterbund der Schweiz ist der des wesentlich ab und so erfolgte die Verurtheilung des Genossen Befehles an ihre Beamten, und die Vergebungen können so Industrie Winterarbeit hat. Grütlivereins". Ueber die Gründung und Entwicklung Recht angebracht erscheint es uns übrigens, an geregelt werden, daß die diese Fälle eine Mahnung zum Abdruck zu bringen, die das wir sind zur Zeit an etwa 7 bis 8 größeren maschinellen Ar- deffelben hat vor einiger Zeit der Genoffe Robert Geibel, beiten unserer Besonderheit interesfirt, denen uns Rebatteur, der güricher Arbeiterſtimme", ein Buch herausSächsische Volksblatt" an anderer Stelle bringt. Das genannte mindestens 1 bis 2 zufallen dürften; hätten wir solche jetzt, dann gegeben, dem Der Sozialdemokrat" folgende chronologische Bartetorgan, welches ebenfalls zwei Redakteure hinter Schloß brauchten wir nicht nur keine Leute zum Winter zu entlassen, Uebersicht über die Entwickelung des Vereins entnimmt: und Riegel sigen hat, schreibt: 1838 Gründung des Grütlivereins durch Appenzeller und Leider sind ein Theil der Opfer, die das„ Volksblatt" und seine sondern wir hätten von den vielen sich bei uns meldenden Redakteure bringen, Opfer, welche nicht gebracht werden brauchten, Reservisten noch einige einstellen können. Obige 7 bis 8 Liefe- Glarner in Gent. 1851 Vierzehntägiges Erscheinen des Grütlianer". ja wenn man ihre Vertrauensseligkeit nicht oft miß rungen hätten nach dem Stande der Vorarbeiten sämmtlich bis 1852 Auflösung der Berner Sektionen durch die Regierung. braucht hätte. Die Redakteure des„ Sachi. Boltsbl." haben Serbst vergebungsfähig sein fönnen, wenn die betreffenden in dem Ringen Brust an Brust mit der Reaktion gezeigt, be- Beamten ein Verständniß für das, was der Industrie wirklich Die Sektionen wurden als kommunistisch, sozialistisch und staats wiesen, daß sie nicht seig sind.. Nun sind wir aber einmal noth thut, hätten. Die Vorbildung der Regierungsbaumeister gefährlich erklärt. gezwungen, ein ernstes Wort an alle Einsender von giebt ihnen aber gar keine Gelegenheit, sich ein solches VerBerichten und sonstigen Mittheilungen zu richten. Es scheint ständniß anzueignen. Dann aber find die Herren während des mancher zu glauben, ein Recht zu haben, die Redaktion als Sommers so durch Erholungs- und Studienreisen, durch freiPrügeljungen bei jeder Gelegenheit benußen zu fönnen. Wir willige oder unfreiwillige achtwöchige militärische Uebungen zc. in Anspruch genommen, daß ihnen für die Vergebung von find nun aber einmal, namentlich im Interesse der Existenz Winterarbeit gar feine Zeit bleibt. Einigen Einfluß mag auch 1868 Bentralfeft in Zürich. Der Anschluß an die Interunserer Presse verpflichtet, vorsichtig bei der Aufnahme von Berichten zu sein. Nicht allein, daß oft die allerkleinlichsten An- noch die Verlegung des staatlichen Rechnungsjahres auf den nationale wird verworfen und die Arbeiterfrage noch nicht für gelegenheiten harmonikamäßig in die Länge gezogen werden, 1. April auf die Art der Vertheilung der Arbeit haben. Es sei, reif erklärt. 1871 Massendemonstration für die Bundesrevision, Aufwimmelt es in vielen Berichten von Schimpfworten und, wie wie ihm wolle, hierin muß Wandel geschaffen werden; im verflossene Prozesse gezeigt, auch von Unwahrheiten. Das Bolts- wahren Interesse der Arbeiter, aber auch der Industrie über- stellung eines Revisionsprogramms. haupt muß Alles aufgeboten werden, die Arbeit möglichst gleichblatt" ist leider zu oft ihrer Vertrauensseligkeit zum Opfer gemäßig auf die 12 Monate des Jahres zu vertheilen." fallen. Sind denn, zum Donnerwetter noch einmal, Arbeiterzeitungen dazu da, jedem Menschen ausnahmslos zu Gefallen zu Eine Lohnbewegung, die ganz merkwürdige Ausblicke erdienen? Und sind denn deren Redakteure dazu da, geduldige öffnet, ist unter den Chormitgliedern der Wiener Hofoper aus Objekte für die inneren Räume des Gefängnisses zu gebrochen. Dieses kaiserliche Institut, das wie feines dem Lurus bilden? Das Volksblatt" war nie zaghaft, nie feig, den und Vergnügen der besitzenden Klassen dient, zwingt seine Arbund und sein Organ, die„ Tagwacht" unter Greulich, sind die Snüppel hat es stets furchtlos gegen alle Hunde gefchwungen, beiter zur Gutbehrung und läßt sie im Elend beharren. Die die ihm gern das Lebenslicht ausgeblasen hätten. Heute wollen Einkommen der männlichen Chormitglieder schwanken zwischen wir jedoch auch unsere Freunde ang ihre Pflichten ermahnen. 760 und 1000 Gulden, die der weiblichen, die auch hier schlechter Benuze man die Redaktion nie zu fleinlichen Zwecken und ver- entlohnt werden, 500 und 840 Gulden pro Jahr. Aber die Hof geffe man unsere materielle Lage nicht. Gerade unsere Eache oper hat auch ihre Ghoreleven, deren jährliches Ginfommen erfordert mehr denn jede andere, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit. 300 Gulden beträgt. Nun dari man nicht etwa glauben, daß die Den bestehenden Gefeßen müssen wir uns nun einmal fügen und Bewegung unter den Chormitgliedern darauf abzielt, diese be mit dem Kopfe fann man feine Mauer einrennen. Also feine scheidenen, ja fast dürftigen Bezüge zu erhöhen, daß sie etwa eine unwahren Berichte!" Ueber den Grund der Verhaftung des Verbesserung ihrer Lebensbedingungen anstreben. Sie wehren sich Entlastungszeugen Bergarbeiters Rössel Bergarbeiters Rössel vermag unser nur gegen die von der Intendanz herbeigeführte Verschlechterung ihrer 3 widauer Partei- Organ auch heute noch nichts Positives Arbeitsbedingungen, gegen Ersparungen, welche in diesem Zugusinftitute auf Kosten der Aermsten durchgeführt werden sollen. Bis jetzt hatten die Chormitglieder die Möglichkeit eines Extra verdienstes; für sogenannte stumme Rollen im Ballet erhielten sie ein kleines Spielhonorar. Die Intendanz hat das nun ganz Ein neuer Bergarbeiterstreik ist ein Schottland abgeschafft und diesen Verdienstentgang noch durch Verpflichtung in Sicht. Ein Rundschreiben des Vollzugsausschusses der der Mitglieder, ihr Arbeitszeug selbst zu zahlen, verschärft. schottischen Bergleute fordert alle Bergarbeiterführer auf, fofort In den Blättern sind„ Ersparungen" mitgetheilt, welche die die Grubenbefizer um eine Lohnerhöhung von 6 Pence anzugehen. Zu Gunsten des allgemeinen Wahlrechts fand am Mitt- Intendanz durchfeßen will, die in ihrer Lächerlichkeit geradezu Nach Eingang der Antwort der Grubenbefizer wird der Auswoch Abend in Wiener Neustadt eine große Volksversammlung abstoßend wirken. So sollen die Chormitglieder für fünftig schuß berathen, ob die Lohnerhöhung durch die Aufforderung zu statt. Nach Schluß derselben soll es einem Heroldtelegramm ihre Schminke, ihre Trifotbandeln selbst bezahlen, damit einem zweiten Streit erzwungen werden soll. Auf den 30. Nozufolge zu allerlei Ausschreitungen gekommen sein. Die Ruhe sei die Intendanz Ausgaben ersparen und das Defizit der vember ist eine allgemeine Konferenz nach Glasgow einberujen erst, nachdem Militär eingeschritten, wieder hergestellt worden. Oper, welches der Kaiser, natürlich aus seiner Zivilliste, worden. Auch einige Verhaftungen wurden vorgenommen. deckt und das an 300 000 Gulden alljährlich beträgt, um einige Gulden verringert werden kann. Die maßgebenden Persön lichkeiten der Oper stehen der Bewegung unter den ChorPolizeiliches, Gerichtliches: c. Genosse Sillier- Berlin war bekanntlich infolge eines mitgliedern ganz wie Privatunternehmer gegenüber und so be= Artikels in der Gr. Pr.", den Streik in Brandenburg betr., scheiden die Forderungen des Chores auch sind, man beharrt San Remo, 22. November. Der Kapitän Romani ist wegen Dom Schöffengericht in Schfeudig zu 2 Monaten Gefängniß ver- darauf, fie rundweg abzuweisen. In der Hofoper, wo man für urtheilt, vom Landgericht in Halle a. G. jedoch freigesprochen die Kunst" einer Ballettänzerin 10 000 Gulden Honorar be- Spionage zu 14 Monaten Gefängniß, 1200 Franks Geldstrafe worden. Gegen das freisprechende Urtheil hatte die Staats- zahlen, wo man für die Ausstattung eines Ballets 24 000 Gulden und in die Kosten des Prozesses verurtheilt worden. Paris, 22. November. In der Kammer begann beute anwaltschaft Berufung beim Ober- Landgericht in Naumburg an- ausgeben tann, knaufert man an den schmalen Bezügen der gemeldet und letzteres wies die Sache an das Landgericht in Armen und gewährt den Leuten nicht einmal ein würdiges Da- Nachmittag die Debatte über die Expedition nach Madagaskar. Salle zurüd. Bei der am 15. d. M. ftattgefundenen Berhand- fein. Da liegt das gespenstische Elend und der gleißende Lugus bis nach der Untersuchung der politischen Situation im Orient Der Sozialist Grousset legte den Antrag vor, die Diskussion lung wurde nun Sillier zu 8 Tagen Gefängniß, sowie Tragung nebeneinander gebettet, und das Gesez unserer Tage offenbart der Kosten für die Berufungsinstanz und die Hälfte der Kosten sich auch in diesem Lohnkampf. Sie nehmen den Armen, um den und in Asien zu vertagen. Der Antrag wurde mit 420 gegen 59 Stimmen abgelehnt. Reichen geben zu können. der vorigen Instanz verurtheilt. anzugeben. " Parteipreffe. Genosse JlIge, Redakteur des Bolts blatt für Halle", verläßt, infolge eingetretener Berwürfnisse mit dem Verlage, feine Stellung und Genosse Ad. Thiele, bisher in Wurzen, wird die Redaktion übernehmen. treibenden Kräfte. 1877 Gemeinsame Agitation mit dem Arbeiterbund für das Fabrikgesetz. 1878 Delegirtenversammlung in Luzern. Annahme des sozialdemokratischen Programms. 1881 Selbständiges Vorgehen bei der Nationalrathswahl. 1886 Gründung einer Arbeiter- Reservetasse im Berein mit dem Gewerkschaftsbunde. 1887-1890 Ungeahnte äußere Entwickelung. Anfäße zur Bildung einer Rechten und Linken, eines sozialdemokratischen und demokratischen Flügels. 1888 Fünfzigjähriges Jubiläum in Glarus. Boden der Sozialdemokratie. 1892 Statutenrevision. Der Grütliverein stellt sich auf den Develchen. ( Depeschen- Bureau Herold.) London, 22. November." Daily Telegraph" hält die Standard"-Meldung von einer Jfolirung Deutschlands bei Dem etwaigen Zusammenbruch des Dreibundes für völlig unbegründet. Unentgeltliche Krankenpflege in der Schweiz. Der Kanton Tessin hat im Jahre 1892 die Summe von 245 525 Fr. Bostale Leberlicht. ( 1890: 220 350, 1891: 227 362 Fr.) für unentgeltliche ärztliche Bürgerlicher Boykott über eine ganze Stadt. In einer Behandlung und sonstige Verpflegung unbemittelter Einwohner Kreistagssigung des Kreises Lübben 2ucau sprach sich bei ausgegeben. Auf die Gemeinden entfielen davon im Jahre 1892 Gelegenheit der Debatte über die Eisenbahnlinie Lübben- Udro 205 589 Fr.( 1890: 182 050, 1891: 188 395 Fr.) Der Kanton der Delegirte für Finsterwalde sehr scharf gegen die Stadt Teffin zählt 127 000 Einwohner. Berantwortlicher Redakteur: 3. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Berlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. London, 22. November. Eine Meldung der„ Daily Chronicle" zufolge sollen England und Rußland beabsichtigen, beim Sultan freie Durchfahrt für alle Kriegsschiffe durch die Dardanellen zu erwirken. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 273. Freitag, den 23. November 1894. Arbeiter! Parteigenoffen! 11. Jahrg. Die Verhandlungen wegen Beendigung des Bierboykotts sind abgebrochen worden, weil die Ringbrauereien eine Bedingung stellten, deren Annahme mit der Ehre der Arbeiterschaft unvereinbar ist. Die Vertreter des Brauerrings hatten die Stirn zu fordern, daß der Friedensschluß davon abhängig gemacht werde, daß 33 Arbeiter nie mehr in den Betrieben der Riugbrauer beschäftigt werden. Arbeiter! Parteigenossen! Ohne jeden Anlaß seitens der betreffenden Arbeiter sind am 16. Mai Hunderte aufs Pflaster geworfen worden. Und nun sollen nach monatelanger Aussperrung, nach monatelangen Entbehrungen dreiunddreißig Arbeiter dauernd dem Elend, für immer der Eristenjlosigkeit, also dem langsamen Zugrundegehen überliefert werden, dreiunddreißig Mann, von denen keiner Schuld an dem Boykott trägt. Sie sollen als Opfer des Kapitalistenübermuthes auf der Strecke bleiben. An der barbarischen Doppeldezimirung des 16. Mai hatte der Brauerring nicht genug- seine Nache verlangt die Vernichtung von weiteren dreiunddreißig Existenzen. Arbeiter! Genossen! Wir wissen, daß wir in Eurem Sinne gehandelt haben, als wir diesem ungeheuerlichen Ansinnen ein empörtes furzes Nein entgegensezten und die Verhandlungen abbrachen. Die Arbeiter Berlins konnten und wollten einen ehrlichen Frieden schließen; niemals aber werden wir unsere Hand dazu bieten, niemals werden die klaffenbewußten, in den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie organisirten Arbeiter dulden, daß ein geschlossen wird. ehrlofer Friede Nun ist die Entscheidung getroffen. Der Boykott muß mit erneuter und vermehrter Energie fortgeführt werden. Die Parole Rein Tropfen Ringbier muß mit unwiderstehlicher Macht zur Durchführung gelangen. Jeder einzelne Arbeiter muß seine ganze Kraft aufwenden, um den Boykott zur vollen Wirkung zu bringen. Dazu ist nöthig, daß die gesammte Arbeiterschaft mit verdoppelter Kraft Hand ans Werk legt, die zur Organisation, Ueberwachung und Durchführung des Boykotts erforderlichen Maßregeln energisch zu unterstützen. Es bedarf aller Kraft, aller Energie, denn die Brauerdirektoren haben offen erklärt, die Unterwerfung der Berliner Arbeiterschaft durch neue Massenmaßregelungen erzwingen zu wollen! Arbeiter, Parteigenossen! Der Brauerring hat zwar Millionen zur Verfügung und wird in diesem Klassenkampfe auch fernerhin Hunderttausende opfern; hinter uns aber stehen die Massen, auf unserer Seite ist das Recht, ist die Begeisterung, ist der Opfermuth. Und an Euren Opfermuth appelliren wir abermals. Die unschuldigen Opfer kapitalistischen Uebermuthes dürfen nicht dem Hunger preisgegeben werden. Seit Monaten liegen diese Hunderte existenzlos auf der Straße. Wir wenden uns deshalb an die Arbeiter von ganz Deutschland um thatkräftige und schnelle Unterstützung. Der Kampf ist uns aufgezwungen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Handschuh aufgenommen und sie wird den Kampf durchführen bis zum Ende. Arbeiter! Euer Klassen Interesse nicht blos, Eure Klassen Ehre ist im Spiel. Da giebt es feinen anderen Gedanken als Sieg! Vorwärts zum Sieg! Kein Tropfen Ringbier! Hoch der Boykott! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichentron, Char lottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Ring u. Ko., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Rathenower Exportbrauerei- Niederlage. Juh. Max Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank. furt a. D. Niederlage Greifswalderstr. 228. Phönig- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernack, Mühlenstraße 49a. Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Brauerei Königs Wusterhausen, Niederlage Reichen bergerstraße 33. Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: M. Marten, N., Gartenstr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage Gust. Spiekermann, Krautstr. 48, Tel. VII, 1487. Export- Brauerei Grabow a./D. bei Stettin. Niederlage Marthen, Bellermannstr. 6. Brauhaus Hohen- Schönhausen bei Berlin. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Deffentliche Sigung H vor Die Boykott- Kommission. stimmig angenommen: ohne Debatte entscheidet die Versammlung in gleichem Sinne. Paris wird über eine Million Franks jährlich lediglich zu dem Zwecke, dem Kinde die Mutterbrust zu geben, in den StadtEtat eingestellt. Auch unsere Hygieniker, wie Baginsti und Neu- Die 10 zu entsendenden Mitglieder sollen durch die Ab. mann, haben sich bereits früher für Subventionirung der Mütter theilungen vor der nächsten Sigung gewählt werden. ausgesprochen. Bei uns freilich haben solche Einrichtungen an- Die Bewilligung der vom Magistrat für das Kaiser gesichts der grundsäßlichen Abneigung der städtischen Behörden und Kaiserin Friedrich= Kinderkrantenhaus für auf Annahme nicht zu rechnen; erst zwei Jahren 1895/96 beantragten Beihilfe von 50 000 Mart hat haben Sie unseren Antrag auf Einrichtung eines der niedergesetzte Ausschuß mit 14 gegen 1 Stimme empfohlen. Wöchnerinnen- Asyls durchfallen lassen, weil Ihre Anti- Die dissentirende Stimme wollte die Forderung nur unter der pathie gegen die unehelichen Mütter den Ausschlag Bedingung bewilligen, daß der Einfluß der Stadtverwaltung auf gab. Weder solche Asyle, noch Säuglings Krankenhäuser richtet das Krankenhaus durch Entsendung von Vertretern des Magistrats Berlin ein; auf allen diesen Gebieten ist unsere Hauptstadt ganz und der Versammlung in dessen Vorstand sicher gestellt werde. bedeutend zurückgeblieben. Die Vorlage ist durchaus unvollständig. Der Ausschuß erachtete jedoch diesen Einfluß durch die auf Allgemeine Krankenhäuser, wie die Charitee, sind für die Auf- finanziellem Gebiet vereinbarten Kontrollmaßregeln für hinreichend nahme von ertranften Säuglingen überhaupt ganz ungeeignet. gewährleistet. Nehmen Sie wenigstens unseren Antrag einstimmig an. Stadtrath de Nève: Die Kinder in Paris, von denen der Vorredner spricht, scheinen doch nicht Waisen zu sein, da er der Mutterbrust, die ihnen gereicht werden soll, ausdrücklich erwähnt. Aus der hier beantragten Erhöhung läßt sich die Berechtigung der Forderung einer allgemeinen Erhöhung des Pflegegeldsages um so weniger herleiten, als neben den 18 M. auch die gesammte Wäsche seitens der Stadt geliefert wird. Die Säuglinge sind übrigens meistens außerhalb Berlins untergebracht, wo der Sag von 18 M. eine andere Bedeutung hat. Die Bewilligung erfolgte ohne Debatte. Für drei neue Gemeinde: Doppelschulen legt der Magistrat die Skizzen vor. Die Schulen sollen in der Prinzen- Allee 62/66, Streligerstr. 41a/ 42 und in der Gloganera ftraße errichtet werden. Das Grundstück in der Prinzen- Allee ist städtischer Besitz; es soll auf demselben gleichzeitig eine neue Straße nach der Pankuserstraße 69 durchgelegt werden. Die letztere Vorlage geht an einen Ausschuß. Schluß 8 Uhr. Tokales. Stadtv. 3 adet: Die von mir behauptete große Sterblichteitsziffer hat der Magistratsvertreter nicht zu entkräften vermocht. Von den Säuglingen in der Außenpflege sterben nicht weniger als 331/3 pCt. Daß auch die gesunden Säuglinge der Die Liste der boykottfreien Gastwirthe und Restauäußersten, sorgsamsten Pflege bedürfen, ist doch selbstverständlich; rateure wird der am Sonnabend erscheinenden Nummer des darum spricht alles, was der Magistrat für die rekonvaleszenten Säuglinge geltend macht, für die verwaisten Säuglinge überhaupt. Borwärts" wieder beigelegt werden. Veränderungen in der Liste Stadtv. Dr. Bergmann: Gewiß ist die Muttermilch für müssen von den hierzu beauftragten Kontrolleuren bis spätestens die Säuglinge das Beste; wo aber sollen wir die Hunderte von Freitag Vormittag 10 Uhr in der Druckerei von Max Bading Müttern herbekommen, die unsere Waisensäuglinge nähren können? Beuthstraße 2, Hof 3 Treppen, abgeliefert werden. Wir hatten im letzten Jahre 522 Säuglinge im Depot. An meldungen von guten Pflegeftellen liegen in Menge vor. Die Die Quittung, welche die Berliner Arbeiterschaft den Säuglingssterblichkeit beträgt auch außerhalb der städtischen Doppeldezimirern ertheilt hat, steht klar und deutlich in den Waisenpflege 25, 80, ja in einzelnen Stadttheilen bis zu 49 pet. diversen Geschäftsberichten zu lesen, die dieser Tage Stadtv. 3 adet: Gerade weil die Sterblichkeitsverhältnisse wiederum von einigen Ring brauereien unter dem Zeichen Dom Donnerstag, den 22. November, Nach m. 5 Uhr. in der Waisenpflege ganz allgemein so schauderhafte sind, ver- des Kazenjammers herausgegeben worden sind. Um die betrübend hohe Sterblichkeitsziffer der erkrankten langen wir allgemein die Erhöhung. Das Ideal" ist thatsäch- Wir greifen das für uns Wesentlichste aus den Berichten Säuglinge in der städtischen Waisenpflege zu vermindern, lich in Paris verwirklicht", in Paris giebt es 1550 Ammen, die beabsichtigt der Magistrat besondere Anstalten zu treffen, zu dem Zweck gehalten werden( Heiterkeit). Nicht die Stadt Berlin, Die Bilanz der Norddeutschen Brauereis die eine Sorgfame Pflege der in Refonvaleszenz besondern die befizenden Klassen haben hier ein Unrecht gut zu machen Aktiengesellschaft für das verflossene Geschäftsjahr ge findlichen Kinder ermöglichen sollen. Gemäß den Rath-( Unruhe); sie bedienen sich der Ammen für ihre schwachen, fräntlichen stattet leider nicht, eine Dividende zur Vertheilung zu bringen." schlägen des Professors Heubner, Chefarztes der Kinderstation der Kinder und entziehen sie den besiglosen Klassen. Deshalb sollten Im vorigen Jahr konnten 3 pet. gezahlt werden. Bei einem Charitee, ist die sofortige Unterbringung der genesenden resp. auch die Vertreter der besigenden Klassen für unseren Antrag Kapital von 3 Millionen Mark ergiebt dies einen Verlust von genesenen Säuglinge in ärztlich überwachte Kostpflegestellen ge- stimmen. 90 000 Mart. plant, wo die auch nach besiegter Krankheit noch längere Zeit Für den Antrag Singer stimmen nur die Sozialdemo Die Brauerei Friedrichshain ist ebenfalls nicht in nothwendige sorgsam beobachtende weibliche Pflege erfolgen kann, fraten. Der Magistratsantrag wird unverändert ange- der Lage, für das laufende Geschäftsjahr eine Dividende zu verwelche in dem überfüllten großen Krankenhause selten erreichbar nom men. theilen. Der Ausfall beträgt hier, da im vorigen Jahr 21/2 pet. ist. Die Pflegestellen sollen von den Waisenräthen begutachtet, Die Vorlage betr. die Erwerbung eines angelandeten auf ein Aktienkapital von 1950 000 Mart zur Auszahlung famen, von den Aerzten der Kinderstation und von in der Kinderpflege Uferstreifens von 4709 Quadratmetern vor dem Treptower 48 750 Mart. erfahrenen Frauen fortdauernd kontrollirt und revidirt werden. Part, wofür pro Quadratmeter 0,50 Mark an der Fiskus ge- Die Spandauer Bergbrauerei vormals G. Bech. Das monatliche Pflegegeld für diese Säuglinge soll von 18 auf zahlt werden soll, wird nach längerer Debatte genehmigt. mann seufzt: 30 M. erhöht und für die nächsten vier Monate ein Betrag von Die Stadtvv. Hermes, Schwalbe, Meyer II, 1000 M. dafür zur Verfügung gestellt werden. Spinola u. Gen. beantragen: Die Stadtov. Singer u. Gen. beantragen, in dem Magistratsvorschlage die Worte in der Refonvaleszenz befindliche" zu streichen. " Den Magistrat zu ersuchen, sich damit einverstanden zu erklären, daß den. Schulinspektoren in den jenigen besonderen Angelegenheiten, welche ihnen im Plenum der Schulbeputation zur Bericht Erstattung oder Bearbeitung übertragen werden, ein Stimmrecht beigelegt werde." heraus. " 49 " Laut Geschäftsbericht hat sich der Abschluß pro 1893/94 durch verschiedene Ursachen ungünstiger gestellt, als bei Abfassung des vorjährigen Berichtes zu erwarten war, und zwar ist das Erträgniß theils durch erhöhte Preise der Rohmaterialien, theils durch verminderten Absatz(-10 498 To.) derart be einflußt worden, daß bei gleichen Abschreibungen die Vertheilung von nur 5 pet. Dividende in Vorschlag gebracht werden kann." Aus dem Bericht über die am Montag Abend abgehaltene Generalversammlung der Berliner Unionsbrauerei entnehmen wir folgende Quittung: Stadtv. Dr. 3 adet: Wir stimmen der Vorlage und den Vorschlägen des Professor Heubner bei, daß die Waisensäuglinge sorgfamster Pflege bedürfen, und daß für sie der Say Don 18 M. nicht ausreicht; aber wir halten dafür, daß Nachdem Stadtv. Hermes den Antrag begründet, führt diese sorgsame Pflege nicht nicht bei den Lekonvaleszenten Stadtv. Horwiz aus, daß damit dem Uebelstande der ArbeitsSäuglingen Halt machen soll, und beantragen deshalb, die Er überlastung der Schulräthe und der Schuldeputation doch nicht Bezüglich des Boykotts interpellirt, erklärte der Vorsitzende, höhung des Verpflegungsgeldes ganz allgemein auf die sämmt- abgeholfen werde. Eher würde sich empfehlen, den Schulinspektoren daß derselbe wie bei allen in Mitleidenschaft gezogenen Braue= lichen Waisenfäuglinge auszudehnen. Auch was die Kontrolle in der Deputation eine selbständige Stellung einzuräumen, wie reien nicht ohne Einfluß gewesen wäre. Der Absatz habe sich betrifft, halten wir die entsprechende Ausdehnung der Magistrats es der Magistrat vor einigen Jahren selbst beantragte, aber nicht vom Oktober vorigen Jahres bis zum April dieses Jahres recht vorschläge für dringend wünschenswerth. Was den genesenden durchsetzte. günstig gestaltet und sei bis zu diesem Termin ein nicht unSäuglinge recht ist, muß den gesunden Säuglingen billig sein. Für In der weiteren Debatte wird vom Stadty. Cassel darauf bedeutendes Plus gegen den gleichen Zeitraum des Vorjahres die Pflege ist ein zehnmonalticher Zeitraum normirt, ein etwas aufmerksam gemacht, daß der Antrag Herme sachlich mit jener erzielt worden; dann seien der Boytott und zugleich die merkwürdiger Sat. Sollen die Kinder nach 10 Monaten wieder früheren Magistratsvorlage identisch sei. Auch Oberbürgermeister schlechten Witterungsverhältnisse gekommen und es sei nicht auf den geringeren Etat gesezt werden? Das hieße doch eine Belle äußert sich in zustimmendem Sinne zu dem Antrag, der zu verkennen, daß bei der großen Sommerfundschaft der GesellPrämie auf eine neue Erkrankung setzen. Es scheint danach darauf fast einstimmig angenommen wird. schaft das Wetter(!) einen ausschlaggebenden Einfluß auf den widerfinnig, den erhöhten Satz erst einzuführen, wenn das Kind Die Vorlage betr. Abänderung des Tarifs für den Wasser: Absah ausgeübt habe. Diesen Ursachen müsse es zugeschrieben erkrankt ist; die höheren Säße sind gerade dann am Plage, wenn zins auf dem Rummelsburger See wird unter Annahme eines werden, daß sich am Schluß des Jahres ein Minderabsatz von das Kind durch ausgezeichnete Pflege vor der Erkrankung geschüßt Antrags Vogtherr, wonach Handkähne, die zu Zaftkähnen zirka 2000 Hektoliter ergeben habe." Wenig verschlagen dürfte werden soll. Auch in Leipzig, wo Professor Heubner bis jetzt war, gehören, vom Wafferzins befreit bleiben sollen, genehmigt. der zum Schluß gegebene vage Troft: Sämmtliche Maßnahmen hat sich die Sterblichkeitsziffer der in der Außenpflege befindlichen Ueber die Ausschußverhandlungen zum Antrag Rosenow des Vorstandes inbezug auf den Boykott seien ununterbrochen Säuglinge nicht günstig gestaltet. Das System, welches wir jetzt betr. die Entsendung von 10 Mitgliedern der Versammlung nach im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrath erfolgt." übernehmen sollen, ist also nur eine Halbheit, wenn nicht nach Deutz zur Besichtigung der Langen'schen Schwebebahn be Sehr sauer kommt auch der Schultheiß Brauerei unserem Antrage die Sache allgemein gemacht wird. In richtet Stadtv. Rosenow. Der Ausschuß hat den Antrag ein- der Boykott an. Man höre u. a. noch folgende Mittheilungen, eid der Vorstand der leitenden Ringbrauerei in der letzten General- Versammlung gegeben hat: Es war im neuen Jahre im September ein M i n d« r a b s a tz von 4270 Hektolitern(im Preise von 106 7ö0 M.), im Oktober ein solcher von 4637 Hekto- litern(im Preise von 115 925 M.) und im November bis in die ersten Tage des Monats ein solcher von 500 Hektolitern(im Preise von 12 500 M.) zu verzeichnen. Der Vorstand tröstete die Aktionäre damit, daß dieser Verlust nicht ausschließ- lich(!) auf den Boykott, sondern theils auch ans die un- günstige Witterung und auf die Erwerbsverhällnisse zurück- zuführen sei! Bemerkt sei noch, daß eingedenk des Bibelivorts„Ge- theilter Schmerz ist halber Schmerz", auch der Vorstand der Schultheiß-Branerei so gnädig war, einen Theil des Boykott- jammers zn tragen. Die Tantieme des Vorstandes, die im vorigen Jahre 99 000 M. betrug, wurde für dies Geschäftsjahr auf 75 000 M. reduzirl. Armer Rösicke! Die Arbeiterschaft steckt schmunzelnd die Quittungen über ihr pflichteifriges Wirken ein und verspricht, den Boykott auch ferner mit der alten Umsicht zu üben, bis die Ningbrauereien sich zu einem annehmbaren Frieden bereit erklären. Zur Lokalliste. Rummels bürg. Rosen, Schiller- firaße 20, schänkt wieder Boykottbier. Boykottfreies Bier wird jetzt wieder von Ohnesorge, Nene Prinz Albertstraße, geführt.— G. Kähler wohnt nicht Oranienburgerstraße, sondern Oranien- straße 169. Im 6. Wahlkreis sind zu streichen: Hennig, Swine- münderstr. 33; Kinzel, Wollinerstr. 58. Beide verweigern die Vornahme der Kontrolle. Hagen, Fehrbellinerstr. 20, schänkt ringfreies Bier. Die Kommission der Brauer und Brauerei- Hilfs- arbeiter qnitlirt über folgende Eingänge: Ueberschnß von dem am 4. November in Hoffmann's Festsälen nbAehaltenen Vergnügen 40 M. Vom abbestellten Vergnügen der Gurtler und Bronzeure trotz des Defizits von 25 M. gezahlt 25 M. Vom Verband der Möbelpolircr 100 M. Daö Spandaner Krankenhaus. In der vorletzten Sitzung des Stadtverordneren- Kollegiums zu Spandan kamen u. a. folgende erbauliche Beschwerden über die Zustände im dortigen städtischen Krankenhaus zur Sprache: I. Ei» Pflegling des Krankenhauses beschwert sich, daß er zum Mittag Kartoffeln mit Hering erhallen habe. Die Ver- waltung giebt das zu, erklärt aber, daß in Zukunft diese Speise nur als Abendbrot, und ferner auch nur auf Wunsch verabreicht werden soll. 2. Beschwerde über verdorbene Wurst mit Maden. Erwiderung: Daran hat der Lieferant Schuld. 3. Fünf kleine Käfer in dem Napf mit Linsensuppe. Erklärung: Die Linsen waren vor dem Kochen nicht aus- gelesen; übrigens kommt das in jedem Haushalt vor. 4. Beschwerde: Auf der Wochenstube werden in demselben Wasser mehrere Säuglinge gebadet und das Badewasser gleich- zeitig als Mundwasser bei den Säuglingen benutzt. Erwiderung: 51 o m in t in jeder Familie vor! 5. Ein Arbeiter führt Beschwerde, weil er erst a m dritten Tage nach seiner Einlieferuug in ärztliche Behandlung genommen wurde. Antwort:»Ist kaum möglich, oder der Betreffende ist bei dein Rundgang des behandelnden Arztes übersehen worden. 6. Ein Anderer sagt aus, daß ihm ein schon von einem Kranken benutztes Bett angewiesen worden sei. Antwort: Ist so schlimm nicht, soll aber in Zukunft ver- mieden werden. Und nun 7. das drolligste, wenigstens so weit es die Ant- wort betrifft. Stadtverordneter W a s m u t h:„Mein Gewährsmann hat aus seiner Suppe einen Fetzen Verbandgaze herausgefischt und hat darauf nichts mehr essen tönnen". Antwort:„Das ist nicht wahr! Die eingeleitete Unter- suchung hat ergeben, daß es keine Gaze, sondern Lein- wand war. welche wahrscheinlich vom Kesselscheuern herrührt." Außerdem wurden noch eine ganze Reihe Beschwerden darüber vorgetragen, daß Haare im Essen, nnd Maden in de» Konserven vorgefunden worden seien! Preußische Gewissensfreiheit. Der Kassirer der Berliner Freireligiösen Gemeinde, Möbelfabrikant P. Peege, hatte sich nach der„Volks-Zeitung" wegen Dispens seines Kindes vom Religions- Unterricht auf Anrathen des Stadtschulraths Bertram mit seinem Anliegen an das Provinzial-Schulkollegium als die oberste Be- Hörde gewendet und in seinem Gesuch betont, daß er in Gemein- schast mit seiner Frau sein Kind in der Moral unterweise und rhin auch die wichtigsten Momente aus der Religionsgeschichte mittheile. Das Gesuch ist vom Schulkollegium abgelehnt worden. P. sei gehalten, sein Kind zum Religionsunterricht zu schicken, da ein ausreichender Ersatz für diesen Unterricht nicht nach- gewiesen sei. Majestätsbeleidigung des olle« Willem? Eine sehr zu bezweifelnde Nachricht bringt die„Rixdorfer Zeitung": Es soll gegen den Kuratus der katholischen Gemeinde zu R i x d o r f, Herrn Klose» die Untersuchung wegen Majestäls- beleidigung eingeleitet worden sein. Danach habe sich der Kuratns bei Ertheilung des Geschichtsunterrichtes im vorigen Jahre(!) in einer Schulklasse„unehrerbietige" Aenßerungen über Wilhelm I. zu Schulden kommen laffen, diese Aenßerungen seien seitens der Kinder den Eltern hinterbracht und jeyt, nach Jahresfrist(??) sei von irgend einer Seite der Regierung zu Potsdam über diesen Vorgang Mittheilung gemacht worden. Nach der Notiz des Borortsblattes hätten zahlreiche Ver- nehmungen von Schulkindern stattgefunden. Augenscheinlich handelt es sich, da ein freimnthiges Urtheil selbst über die 1848cr Großthaten des hochscligen Heldengreises nicht mehr kriminell strasbar ist, um eine Disziplinaruntersuchung. Immer- hin ist die Meldung der„Rixdorser Zeitung", falls sie sich auch nur in diesem Sinne bewahrheiten sollte, bezeichnend für die heutige Herrlichkeit der Dinge. Militärboykott. Ein Verbot, das Wirthshaus von Hertel in der Potsdamerstraße zu Groß-Lichterfelde zu besuchen, ist für die Haupt-Kadetienanstalt erlassen worden. Das Lokal, das in unmittelbarer Nähe der Anstalt liegt, erfreute sich bisher eines regen Zuspruches seitens der Angestellten des Kadettenhauses, die «ine große Anzahl ausmachen. Nun sind kürzlich einige Kadetten, nachdem der nachsehende Offizier seinen Rundgang beendigt hatte, zur Nachtzeit in Zivilkleidung über die Einfriedigungsmauer ge- stiegen und bei Hertel eingekehrt. Dies ist zur Kenntniß des Kommandos gekommen und soll dem strengen Befehl, das Wirths- Hans zu meiden, für alle Angestellten zu Grunde liegen. Der Wirth, der erheblich geschadigt ist, hat gestern die Petition der Ringbierwirthe um Bestrafung des Boykotts unterschrieben. Zur'Affäre Schwanke. Der Rechtsanwalt Dr. Tiktin als Beistand des Gastwirths Schwanke hat die Haftentlassung seines Klienten am Dienstag in Form einer Beschwerde von dem hiesigen Gericht gefordert. Falls der hiesige Richter auf die Sache nicht «ingeht, muß das Schriftstück einer höheren Instanz sofort unter- breitet werden. Die Zahl der Enllastungszeugen hat sich um einen Polizei-Wachtineister und um mehrere Beamte der Steuer- kasse am Gartenplatz vermehrt. Am Montag Abend ist auch ein Gesuch um Haftenllassung an den Staatsanwalt in Breslau als Eilbrief abgegangen. Eine Antwort ist auf keines der beide» Schriftstücke ergangen. Die immer noch nicht erfolgte Vereidigung der Enllastungszeugen beantragt Rechtsanwalt Tiktin auf grund des 8 �5 der Straf- Prozeßordnung schon in der Vorunter- suchung. Des Armen Ende. Todt aufgefunden wurde in einer Nische des Schlesischen Bahnhofes am Mittwoch Abend gegen 8 Uhr ein etwa 40 Jahre alter Mann, der ärmlich gekleidet war. Er bat keinerlei Ausweispapiere bei sich und ist daher bis jetzt der Person nach unbekannt geblieben.— Polizeilich beschlagnahmt ist am Dienstag Abend die Leiche der 55 Jahre alt gewordenen Almosenempfängerin Jobanna Röske, die Schützenstr. 75 wohnte. Die Röske hatte sich seit Sonntag in dem Hause nicht sehen lassen, und der Schloffermeister Müller als Hauseigenthümer öffnete gewaltsam die Wohnung. Die Röske lag todt auf ihrem Bette. Obgleich kein Grund bekannt ist, der auf einen unnatürlichen Tod schließen lassen könnte, so ist die Leiche dennoch polizeilich ab- geholt worden. Aus der Löwe'schrn Gcwehrfabrik zu Martinickemelde wird über Unfälle berichtet, die dem unsicheren Funktioniren eines Fahrstuhles zuzuschreiben sind. Am Montag dieser Woche ivollten Arbeiter den in der Tischlerwerkstätte befindlichen Fahrstuhl zum Transport von Gewehrschäften benutzen. In dem Glauben, daß der Apparat ausgerückt sei, schoben sie einen Wagen, der 200 Schäfte enthielt, auf den Fahrstuhl hinaus, als dieser plötzlich versagte und mit der schweren Last in die Trefe stürzte. Glück- licherweise vermochten sich die Arbeiter»och zur reckten Zeit zu retten, doch gingen Wagen und Gewehrschäfte in Trümmer. Am Dienstag früh kurz nach 7 Uhr wollte der Tischlermeister Rauler in der sicheren Voraussetzung, daß der Schaden reparirl sei. mit einem Arbeiter zusammen Kisten auf dem Fahrstuhl transportiren, als der Apparat ebenfalls versagte, Diesmal wurde der Arbeiter mit Hinabgeriffen; er erlitt eine Verrenkung des Schulterbeins; der Meister kam mit der Quetschung eines Fingers davon. Beide mußten sich in ärztliche Behandlung begeben. Nachdem das zweite Unglück geschehen, wurde auch mit der Reparatur des Fahrstuhls begonnen. Versnchc mit geheizten offene» Droschken erster Klasse finden gegenwärtig hier statt. Die Heizvorrichlung wird in die Wagen hineingelegt, ohne daß dazu eine besondere Veränderung erforderlich ist. Der Apparat hat die Form einer Botanisir- trommel, ist mit einem Tcppich überzogen und liegt zu de» Füßen des Fahrgastes. Das Heizungsmaterial besteht aus Glühsteine» der Deutschen Glühstoff- Gesellschaft zu Dresden, ein chemisch hergestelltes, rauch- und geruchlos wirkendes Kohlenpräparat. Ein Glühstein heizt den Wagen für die Zeit von 14—16 Stunden; die Kosten belaufen sich auf kaum einen Pfennig für die Stunde. Am Montag ist dem Leiter des Kommissariats für öffentliches Fuhrwesen, Hauptmann Pfoten- Hauer, eine so geheizte Droschke vorgestellt worden. Um nun die Neuerung bekannt zu machen, werden den Besitzern von Droschken tausend Heizapparate auf die Zeit von vier Woche» unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Der Fahrpreis für das Publikum soll sich durch die Heizung nicht erhöben. Die geheizten Wagen sind durch kleine Schilder kenntlich, die an den Laternen angebracht sind und die Ausschrist„geheizt" tragen. Ein Jagdbild aus der Hauptstadt der Sozialreform. Einen glücklichen Fang, so meldet ein Berichterstatter, machten gestern früh Beamte der Exekutivpolizei in einer 5iaffee- klappe in der Krausenstraße. Der„glückliche Fang" bestand in zwölf unglücklichen Menschenkindern. Zweien derselben wurde die preußische Freiheit wiedergegeben; die übrigen zehn dagegen mußten mit zur Wache. Von dem Transport dahin berichtet der brave Reporter weiter: Unter den zehn befanden sich auch �wei Knaben, von denen der eine zu entiviichen versuchte. zedoch gleich wieder e i n g e f a n g e n wurde. Wie herrlich wird die preußisch-deutsche Zivilisation nnd die Anschauungsweise des Philisterthuins doch durch solche„Fangberichte" illustrirt. „Bombe". Von einem Leser unseres Blattes wird uns folgendes Borkommniß mitgelheilt: Auf den Verdacht hin, das Wort„Bombe" ausgesprochen zu haben, wurde am Montag früh 3 Uhr der Tischler Paul Meinke vor dem Hanse Königsbcrgcr- straße 30 festaenommen. Die Festnahme erfolgte auf die Tenun« zialion des Restaurateurs Soppatschewsky. Königsbergerstraße 34, der gehört haben wollte, daß M. im Gespräch mit einem Kollege» das schauerliche Wort gebraucht habe. Nach Feststellung seiner Personalien wurde M., der etwa eine Stunde aus der Wache zubringe» mußte, von der Polizei entlassen. Zwei große Tachstnhlbrände nahmen vorgestern die Thätigkeit der Feuerivehr in Anspruch; in der zweiten Morgen- stunde ging der Dachstuhl des Hauses Marienburgerstraße 30 in Flammen auf, Abends kurz vor 8 Uhr wurde der sogenannte Triangel, das bekannte Gebäude Mauerst?. 1, von einem gewaltigen Dachstuhlbrand heimgesucht. Sehr idealistische Anschauungen hat die„Germania" trotz Allem übe: die Spitze der Sicherheitsbehörde, die in Berlin schaltet und waltet. In seiner vorgestrigen Nummer schreibt das Blatt:„Ein böser Auftritt zwischen einem Schutzmann und dem Marktpublikum hat sich schon wieder gestern Abend in der Markthalle der Dorotheenstraße abgespielt. Der Schutzina»» B. faßte den jugendlichen„Rollmops" eines Speditionsgeschäftes anscheinend hart an, wonach die Augenzeuge» für den Knaben Partei nahmen. Hiernach sah sich der Schutzmann veranlaßt, blank zu ziehen, was wiederum zu ärgerlichen Szenen Vera». lassung gab. Zu Schade» gekommen ist bei dem Renkontre glück- licherweise niemand. Auf eine Anzeige beim Reviervorslande sind sofort eingehende Ermittelnugen seitens desselben eingeleitet worden; es wäre aber sehr angebracht, wenn nach solche» Vor- gängen der Polizeipräsident einmal Veranlassung nähme, den Herren Schutzleuten ganz gehörig klar zu machen, wann sie die Waffe gebrauchen dürfen."!!! Durch einen Kohlensäure-Apparat schwer verunglückt ist am Bußtage, Morgens um 8 Uhr, der 53 Jahre alte Gastw>rth Thurau aus der Frankfurter Allee 123. Er wollte an dem Be- gräbniß eines Kollegen theilnehmen und begab sich in seinen Bier- keller, um nachzusehen, ob der Vorrath noch so groß sei, daß während seiner Abwesenheit nicht frisch angesteckt zu werden brauche. Kaum war er an die Vierteltonne herangetreten, als diese infolge des mächtigen Druckes der zuviel hineingelassenen Kohlensäure zersprang. Die Stücke des Fasses flogen dem Wirth gegen Kopf und Brnst und verletzten ihn derart, daß er sofort nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden mußte. Thurau befindet sich noch am Leben, liegt aber sehr schwer darnieder. Der Unglücksfall muß darauf zurückgeführt werden, daß der Zeiger des Bierdruckmanometers nicht beachtet wurde, während aus der mit jkohlensäure gefüllten Flasche der Druck in das Faß gelassen wurde. Eine ebenso höfliche wie dringende Einladung wird von der Arbeiterschaft Rixdorfs an diez.D ir e k ti o n der Stadt-»ild Ringbahn gerichtet. Es ergeht nämlich an sie das bescheidene Ersuchen, einmal lumpige 10 Pfennig pro Person zu opfern und etwa mit dem 6 Uhr 19 Minuten Morgens von Rixdorf in der Richtung Schlesischer Bahnhof abgehenden Zuge eine kurze Fahrt im Koupee dritter Klasse zu riskiren. Es ist wirklich ein Bild, das nicht mehr schön zu nennen ist, wenn man das Dränge», Stoßen und Schubsen der Arbeiter und das Geschnauze der Beamten auf dem Bahn- Hof beobachtet. Die Viehbeförderung aus preußischen Bahnen kann als Jdealzustand betrachtet werden gegenüber der Be- fvrderung von Arbeitern, die, müde und abgespannt noch von den Anstrengungen des vergangenen Tags, in doppelt so großer Anzahl als zulässig sich ins Koupee hineinzwängen müssen, um nur einigermaßen zur rechten Zeit an die Arbeitsstätte zu kommen. Warum können die sogenannten Arbeiterzüge nicht mit der nöthigen Anzahl Waggons ausgestattet werden? Ist eine menschenwürdige Personenbeförderung auf der Ringbahn nur für „Herrschaften" vorgesehen? Kann die Direktion es verantworten, daß die Arbeiter ffir ihr Geld ohne jede erkennbare Rücksicht befördert werden; kann sie ferner die zahlreichen Zugversvätungen verantworten, die als Folge der von den Arbeitern mit Unwillen wahrgenommenen Szenen«intreten müssen? Unverbesserliche Idealisten, wie die Arbeiter es sind, hoffen sie iinmcr neck', daß persönliche Erfahrung nnd Beobachtung die maßgebenden Spitzen der Eisenbahnbureaukratie bewegen werden. endlich Abhilfe zu beschaffen. Mögen diese Herren sich recht bald das Vergnügen einer Eisenbahnfahrt im Arbeiterzuge leisten. Arbeiterrisiko. Auf dem Bau der Herren Ravens Söhne. Wallstraße 5/3. sind am Donnerstag Nachmittag 4'/« Uhr zwei Arbeiter im Beruf zu Schaden gekommen. Bei der Kasten- senknng, die um diese Zeit ausgesührl wurde, verlor ein 5iasten das Gleichgewicht und fiel auf zwei Arbeiter, welche beide am Fuß verletzt wurden und in einer Droschke nach ihrer Wohnung beschafft wurden. Des versuchte» Kindeömordes und Cinbrnchsdiebstahls wird die unverehelichte 33jährige Pauline Jmmolczek beschuldigt, welche gestern in das hiesige Untersuchnnzsgefängniß eingeliefert wurde. Sie soll am 4. d. Mis. im Hause ihrer Dienstherrschaft aus deni Zylinderbureau 800 M. entwendet und ein Kind im Alter von IV« Jahren mit Tüchern und Kissen zu ersticken ver- sucht haben. Erst am Montag wurde die Jmmolczek in Benthe» in Oberschlesteu dingfest gemacht, wohin sie gefahren war. um ihre Eltern, wohlhabende Bauern in der Umgegend, zu besuchen. Bei ihr wurden noch etwa 500 M. in baar gefunden. Es wird gesagt, daß das wenig intelligente Mädchen einen Komplicen ge« babt, der es zu dem Einbruch verleitet und dem es für das Fortschaffen des Koffers nach dem Schlesischen Bahnhof 30 M. gegeben haben will. Keine Treppenbelenchtung. Am vorgestrigen Abend gegen 5Ve Uhr betrat die in der Waldemarstraße wohnhafte, zirka 60 Jahre alte Frau Noll das Hintergebäude des Hauses Oranienstraße 19. um dort eine» Besuch abzustatten. In der Dunkelheit und bei dem noch nicht erleuchteten Treppenflur be- trat Frau Noll nicht die nach den oberen Etagen führende Treppe, sondern die dicht daneben belegene Treppenanlage, die zum Kellergeschoß führt, und stürzte diese bis zur untersten Stufe hinunter. Mit zerschmettertem Schädel wurde die Aermste durch den Künzel'schen Krankenwagen in hoffnungslosem Zustande nach dem Krankenhause am Urban gebracht. Unglückliche Liebe zum«oldatenstand? Aus Nauen wird berichtet: Am Freitag früh warf sich vor den Vorortzug, welcher 5 Uhr 30 Min. Berlin verläßt, zwischen Spandau und Seegefeld ein mit Drillichanzug bekleideter Soldat der Spandauer Garnison. Der Maschinensührer bemerkte den Mann, der augenscheinlich in selbstmörderischer Absicht sich dem Bahnkörper genähert hatte, und gab sofort Kontredampf. Der Soldat, der Grenadier Luthe von der 3. Kompagnie des Garde-Grenadier-Regiments Nr. 4 (Königin Augusta) wurde infolge dessen nicht direkt überfahren; die Verletzungen in den Weichtheilen sind aber so stark, daß er auf dem Transport vom hiesigen Bahnhof(wohin ihn der Zug mitgenoinmen hatte) nach dem hiesigen Lazareth verstarb. Die Leiche fand vorläufige Anfnahme in der Leichenhalle Hierselbst. Der Selbstmörder muß schon am frühen Morgen die Kaserne verlassen und auf Seegefeld zu gelaufen sein. Der Schwer« verletzte kam hier ohne Schuhe und ohne Kopfbedeckung an. Eine Kommission von vier Offizieren begab sich mit dem nächst« solgenden Zuge nach Seegefeld, um den Thalbestand und die »äderen Umstände festzustellen. Allem Anschein nach ist der Selbstmörder ein erst im Oktober zur Fahne einberufener Rekrut. P�lizeibericht. Am 20. d. M. Vormittags versuchte ein Arbeiter in seiner Wohnung in der Fruchtstraße, nachdem bei ihm eine Durchsuchung abgehalten worden war, sich den Hals zu durchschneiden. Er wurde nach der Charitee gebracht.— Nach- mittags hängte sich in der Neuen Schönhauserstraße ein Knabe an einen vorüberfahrenden Geschäflswagen, riß dabei die Hinter- schütze desselben ab und wurde durch ein« herabfallende Kift« schwer verletzt.— Gegen Abend lies in der Wafferlhorstraße ein Schlosserlehrling beim Spielen unter einen Geschäflswagen und wurde über die Brust gefahren.— Am 21. d. M. Vormittags platzte in dem Keller eines Hauses in der Frankfurter Allee ei» gefülltes Bierfaß beim Anlegen an den Bierdruck-Apparat. Durch die umhergeschleuderten Holzstücke wurde der Schankwirlh am Kopse schwer verletzt.— In der Landsbergerstraße siel Nach- mittags eine Frau infolge eines Fehltritts hin und erlitt Ver- renkungen der Hüfte und der Schulter.— In der Nacht zum 11. d. M. sprang ein Mädchen am Luisen-Ufer, hinter der städtischen Gasanstalt, in den Landwehr-Kanal. Es wurde je- doch, ohne Schaden genommen zu Huben, aus dem Wasser ge» zogen.— Am 20. und 21. d. M. fanden siebe» unbedeutende Feuer statt; außerdem brannten in der Nacht zum 21. d. M. auf dem Grundstück Marienburgerstr. 30 und am 21. d. M. Abends auf dem Grundstück Friedrichstr. 204 die Dachstühle in größerem Umfange. Witternngsübersicht vom 22. November 1894. Wetter- Prognose für Freitag, den 2Z. November 1894. Ausklärendes Weiter mit mäßigen südlichen Winden, Nacht- frost und rasch steigender Tageslemperatur; keine oder unerheb- liche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Thentev. Deutsches Theater. Ein neues Schauspiel von Ernst von Wolzogen,„Daniela Weert" wurde am Dienstag im Deutschen Thealer zum ersten Male aufgeführt und unter Hohn- gelächter im Schlußakt abgelehnt. Das kann dem verschrobensten, wie dem genialsten Drama passiren. Daniela Weert est aber nicht das eine und nicht das andere. Ehrliche künstlerische Begabung hat ein ehrlich Stück Arbeit gethan und nach so vielem Wort- schwall, den philiströse Engherzigkeil uns in diesem Jahre aus der Bühne bescheerl hat, war wiederuin ein freierer Alhemzng zu verspüren. Aber Wolzogen hat keine allzustarke Kühnheit, keine unerhörte Neuerung ausgesprochen; er hat kein Thema aufgerührt, das schwer zu begrclfe» wäre; er hat sogar, viel- leicht mehr als dem Stücke gut thut, dem üblichen Theater- geschmack nachgegeben; und dennoch hat man den Autor ver» dämmt. Weib und Ehe sind eben immer noch auf dem Deutschen Theater die heikelsten und schwierigsten Vorwürfe fürs ernste Drama. Im Zuschauerraum herrscht eben die Spießbürgerlich- keit, und wo sie thront, muß man am Gedeihen freier Kunst verzweifeln. Da ist alles in Traditionen verrannt. An die Satzungen und Anschauungen der bürgerlichen Familie glaubt man so fest, wie an die zehn Gebote. Selbst in Köpfen, die sonst ziemlich aufgeweckt sind, spuken innner noch Reste von Begriffen. unter denen die Frau im letzten Grunde nniner zur Hörigkeit verwiesen wird. Entringt sich solcher Frau ein Schrei der Leidenschast, dann ist's dem lieben Publikum immer unbehaglich zu Muthe; und et fragt gc- ärgert und unwirsch: Warum war das Weib auch so unbesonnen und achtete nicht auf solide Nachrede. Am Ende muß man auf Welt und Familienordnung Rücksicht nehmen. Geständniß, noch auch von den Vorgängen, die sich am 12. Juni| welche zur Agitation unter den Frauen ermahnte und dem Schlußabgespielt, etwas wisse. wort Sonnenburg's fand folgende Resolution Annahme: Die 2c. Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Delegirten von Niederbarnim, Genossen Sonnenburg eins verstanden und verspricht für die in Frankfurt a. M. festgesetzten Grundfäße mit aller Energie einzutreten. Rummel wurde, nachdem der Gerichtsarzt die erhobenen Daniela Weert ist die Gattin eines Professors an der Zweifel über die Zurechnungsfähigkeit zurückgewiesen hatte, von Rönigsberger Universität. Der Mann ist ein fleißiger den Geschworenen des versuchten Todtschlages schuldig befunden Fachgelehrter, im Uebrigen ein Cretin. Das verträgt und vom Gerichtshofe zu drei Jahren Gefängniß und fünf Jahren fich sehr wohl. Neben dem verknöcherten Gesellen Ehrverlust verurtheilt. führt Daniela Weert, eine geistig regsame Frau, AU OF 11553 des Bertrauensmannes Freie Vereinigung der Bureau- Angestellten Berlins u. Umgegend. weshalb organisiren wir uns?" schule, Müllerüraße 1790 und Gübont- Gaule, Waldemarstr. 14, Versammlungen.bungsfurbe Weert's Macht über Sidney ist folge? Allein mit Frau In der vorhergehenden Versammlung war es denjenigen Ver Sangesbrüder Moabit, Stromstraße 28 bet Lange. berger str. 16 bei E. Bolzmann. 1 Fris Brandenburger Männere Arbeiters Gesangverein Wacht auf I, Wörtherftr. 19 bet Gesangverein and in hand 1, Reichenbergerstraße 24 bet Ferner protestirt die Bersammlung gegen die durch Genossen ein Schein und Stlavenleben. Sie lernt den jungen Baron Vom Trucksystem. Von der Anklage, einem Arbeiter den Winter in einer Versammlung des 3. Wahlkreises zu Berlin ausBeldegg kennen, der ihr als freier, moderner, seiner Kaste ent- 2ohn nicht in baar ausgezahlt zu haben(§§ 115, 119, 146 G.D.) Kreises, wonach der Antrag: bezüglich der Uebernahme der jetzt gesprochene Herabwürdigung der Parteigenossen des Niederbarnimer wachsener Mensch entgegentritt. Voll von jungem, liebenswürdigem, war vom Landgerichte Duisburg am 19. Juni der Kassirer bei Bading gedruckten Parteiliteratur in Partei- Regie auf Verfanguinischem Temperament, rasch empfänglich für jede Anregung, der Zeche Concordia in Oberhausen, Robert Steeg, frei anlassung von Buchdruckern und Schriftsegern, welche persönliche mochte der junge Veldega es in Königsberg ganz ernst mit Frau gesprochen worden. Auf Bitten der Frau des Arbeiters W., Vortheile hieraus erhoffen, gestellt worden ist. Sie spricht die Weert gemeint haben. Allein der Herr Profeffor drängt auf eine der auf der Zeche beschäftigt war, hatte er sich für eine Schuld Erwartung aus, daß Jahr lang vollständig fremd sein; vielleicht verglimmen in Entlassung des W. 20 M. von dessen Lohn abgezogen. Am wies eine Einnahme von 250,13 M., eine Ausgabe von 193,05 Trennung der beiden Verliebten; sie sollen einander ein halbes desselben in Höhe von 20 m. vert ürgt und schließlich bei der beſſer unterbleiben."- Die albrechtivirten Angriffe in Zukunft Diefer Zeit die Liebesflammen. Sidney, Freiherr v. Beldegg Landgericht war der Ansicht, die Stellung des Angeklagten als art und einen Bestand von 57,08 M. auf. Die Wahl des nächsten Tage hatte er dem W. das Geld zurückgegeben. Das tehrt nach Berlin heim, zur Familie, zu seiner Klasse, Beauftragter der Beche und feine Stellung als Privatmann feien Den Bericht der Lokalkommission erstattete Debling. Gine in fein Anit. Was er an Adel und freiem MenschenVertrauensmannes fiel wiederum auf den Genossen Forgbert. thum gewonnen hatte, das vergeht nun aumälig unter den von einander zu unterscheiden; hier komme lediglich die Stellung Neuwahl derselben unterblieb. Beyer ist aus der Kommission neuen Verhältnissen, die für den jungen Eidney bald die alt als Privatmann in Betracht. Die von der Staatsanwaltschaft Neuwahl derselben unterblieb. Beyer ist aus der Kommission vertrauten Formen annehmen. Die Familie Sidney's ist nicht eingelegte Revision wurde vom Reichsgerichte für begründet er ausgeschieden. gerade junkerlich beeng ist weit offener. Moderner Geit zeichnet, zwei. Individualitäten für den Angeklagten anzunehmen, Sigung Abends 9% Uhr bei Röllig, Neue Friedrichstraße 44. Bortrag über: Sie iſt nicht etwa von der Färbung Sache in die Vorinstang zurück. His unzulässig wurde es bei„ Arminballen". Englischer Sprachelub. Freitag, Abends 8 Uhr, Kommandantenstr. 20, Ranih oder Mirbach. Sie A but ñe ge gestreift. Aber tief im Innern fißt der alte Göke, bas wachsame Standes- und Familienbewußtsein. Wenn nur da sonst der Zweck des Gesetzes auf's leichteste vereitelt werden Sidney von seiner Begeisterung für Frau Weert furirt wäre. Man könne. Aus welchem Verhältniß die Forderung ſtamme, wegen Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8%-10% Uhr: Nordführt ihm ein schönes, adliges Mädchen zu, das nach einer„ Partie" deren der Angeklagte den Lohnabzug gemacht, fei gleichgiltig. Lüftern lauert, weil es n Deutsch( Cogit und Rethorit). Bet allen Unterrichtsfächern werden neue Lüftern lauert, weil es mittellos ist. An solchem Ruppelversuch findet Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. die Familie nach ihren Ehrbegriffen nichts Unforrettes. sdn 1591) Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Vorsitzender Sidney wohl seinen Leuten in die Falle gegangen, Ad. Neumann, Pafewalferfiraße 3. Alle Aenderungen im Vereinswenn nicht Frau Weert aus Königsberg zu ihm nach Berlin talender sind zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelftr. 49, D. 2 Tr. Freitag. Debungsiunde Abends 9-11 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Collegia, geeilt wäre. Ihre Prüfungszeit ist vorüber, sie ist frei aus Eine öffentliche Versammlung Berliner Maurer lee 28, bei stelle.- Arbeiter- Gefangverein Nord, Kastanien- Allee 11, bet Wanteuffelftr. 9 bei Nowack.-aiser'scher Männerchor, Schönhauser eigenem Entschluß. Eie jubelt aur; dem Gaiten aus 3wang ist lokaler Richtung beschäftigte am 18. d. M. die Amts- Augustin. Kummei'fcher Gesangverein, Langestraße 65 bei Tempel.. fie entronnen; was ist natürlid er, rujt jedes Blutfäferchen in niederlegung der Vertrauensleute und die Abrechnung derselben. Arbeiter- Gefangverein Spandau in Spandau, Neunmeisterftr. 5, bei Stadite. ihr, als daß ich dem Gatten der Buchbinder Männerchor, Holzmarttitr. 3, bei Deter.- Vereinte es vorüber. Ihr freilich, die trauensleuten, welche mit dem von dieser Versammlung gefaßten maig lödchen 1, Hochftr. 32a, bei Wilte. Gesangverein sechs Monate in den sehnsüchtigsten Juuſionen gelebt hat, wird Beschluffe nicht einverstanden wären, nabe gelegt worden, ihr einfir. 6 bet Kraak. Gemüthliteit, Neue Friedrichfir. 44, bei Röllig. Kreuzberg, Schöndas nicht sofort llar. Wer trennt sich auch gern über Slacht Amt niederzulegen und die Abrechnung fertig zu stellen. Infolge graphia, Gefangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer, ArminDeutsche e 2iedertafel, Blumenstr. 38, bei Wiedemann. Typo= von zärtlich gehegten Erwartungen? Ihre ganze Persönlichkeit, dessen hatten die Vertrauensleute bis auf le ofert, Schwabe hallen, Kommandantenfiraße 20. Leib und Seele, hatte Frau Weert dem moralischen Schwächling und Golzow abgerechnet. Letztere wollten wie üblich im März bet Sarob. Gängerdor ber maler, Annenfir. 9 bei Albert Proß. Gesangverein Lorbeerzwetg, Swinemürbeifir. 35 bei Hübner. Gesangverein Rheingold, Büschingir. 7, anvertraut und den Irrthum, den sie im Taumel der Freiheit zu Ende ihrer Amtsdauer Rechnung legen. Die Versammlung Gefargverein Melodia, Rirdorf, Bergfir. 142 bei Schimtäſe. nach jahrelanger Sllaverei, im Entzücken der Liebe nach jahre beschloß indeffen aus zweckmäßigkeitsgründen, die Neuwahlen glamonftraße se bet Friß Rubel langer Prostitution in unwürdiger he begangen, muß fie mit fortab im Herbste statifinden zu lassen und demzufolge fofort Gefangverein in Brandenburg a. S., Mengerts Boltsgarten, Bergstraße. einem Martyrium büßen. Die Kraft des Dichters hat nicht lämmtliche Wegrauenirente nel au wählen. Die drei Gensanten bet Dantel Böttcher.- Upollo, Grünjir. 21 bet Gommer. Gefangverein Freya II( gem. Chor), Rirdorf, Hermannstraße 140, scharf und flar genug, vor allen Dingen nicht fünstlerisch schlicht haben nunmehr nachträglich Rechnung zu legen und soll die ge- verein Moabit, Havelbergerfir. 31. Frete Liedertafel, DichtenGesang= genug die Gegenfäßlichkeit zwischen dem Weib, das rückhalt- fammte Abrechnung der Vertrauensleute in einem Flug Frete Gänger, Schmargendorf, Warnemündérfir. b. Friedrich. Nordwacht, Müllerstr. 7, bei Reichert. los fein selbstverständliches Naturrecht vertheidigt, heraus- blatte der Berliner Maurerschaft vorgelegt werden. Die gearbeitet. Taduich begünstigte der Autor in verwirren- Rechnungslegung der übrigen Vertrauensleute für die Zeit vom Grünthalerstr. 4 bet Hämmerling.2uftge Sänger, Potsdam, Bran Gesangv. Sängertreis( Weißenfee), Rölteftr. 188 bei Blag. Loreley, dem Maße die Neigung des Publikums, den soliden 23. März bis 9. November 1894 hatte folgendes Endergebniß: denburger Kommunitation 16 bei Glafer. Bieber'scher Männer= gesetzten, auf Anstand bedachten Menschen vor der thörichten A. Matn II( O.) vereinnahmte 753,25 M.; Hermann Böhmert's Gai baus. chor, Rosenthalerftr. 67 bei Wernau. Gefelligteit, Hennigsdorf, Enthusiastin Recht zu geben. Ja, wenn Frau Weert noch das Schulz( N.) 415,25 M.; Huraß( N.) 21,30 M.; Ganschow gobannt, Rüdersdorferstr. 45, Gesellschaftshaus Ostend. Sängerverein Orante, Weißenfee, Königs Chauffee 19.. geweihte Standesamt respektirt und keinen Fehltritt begangen( Wedding) 110,25 M.; Karl Schulze( W.) 180,30 m.; Sorgenfret, Admiralfir. 18c, Märkischer Hof. Sangesfreund, hätte, bevor die Echeidung offiziell ausgesprochen war. Aber Frit Freidant( SW.); W. Ueckert( Moabit) 311,75 M.; ftraße 84 bei Echriet. Dragonerstr. 32 bet Kamlowsty. Gesangverein Sängertette, urbander Standal, die Karrière Eidney's! An diesem Vorurtheil zer-. Käppel( W.) 2,75 M.; H. Schwabe( SO.) 163 m. Echmidt. schellt die Milde, das Verständniß der Familie für die mensch- und S. Golzow( NO.) 105,75 M. Die gesammte Einnahme Touschte. Gelang und Dicheſterfien verein Stral auer SteberLiebe Gage ber Frau Meert. Auf einmal wird sie das Skelett einschließlich eines übernommenen Bestandes von 300,28 M. betale embedste bat, ba bet vis inter( enam), bet langverein liche und als sie wahrnimmt, daß auch ihres Sidney's lief sich auf 2611 M. 59 Pf.; die gesammte Ausgabe auf Gefangverein Frobfinn, Rummelsburg, Göthestraße, Ecke Kantstraße, bet Treu und Einigteit, Nixdorf, Prinz Handjerystr. 58 Reben. Freiheit eine leichte Schaumschlägerei, fein dauerndes Erz gewesen, 1919 m. 62 Pf., darunter Streitunterftigungen an Brauerei Mertens.- Gefangverein der Metallarbeiter( On), Blumenstr. 46. als fie fieht, wie Sidney vollends von den vagen Anschauungen Arbeiter Berlins 106 M., an Steinfeger Stetting 100 M., an Morgenroth 2, Charlottenburg, Bismarckstr. 74 bei Strauſe. der Familie" umstrickt wird, da zieht sie von dannen, ernüchtert Bimmerleute Danzigs 50 M., Töpfer Berlins 400 M., für und verbittert. mila#elor Agitation 124,10 M., an die Geschäftsleitung Halle 200 M., zur Das publikum, das mit Handelsmann- Praxis unten im Gewerbegerichts- Wahl 50 50 M. Es verblieb ein Bestand von Theater fit, mit dem uralt heiligen Respekt vor jeder standes- 691,97 M. Die Revisoren bestätigten die Abrechnung und wurden amtlichen Beglaubigung, schüttelt mit dem Kopf und mißbilligt die Vertrauensleute, die abgerechnet haben, entlastet. Die vorMemel, 22. November. Wie die Memeler Allgemeine das Gebahren der armen Daniela. Wie konnte ein geistig hoch genommene Wahl der Vertrauensleute hatte folgendes Ergebniß: Zeitung" meldet, wüthet feit heute Morgen in der hiesigen ftehendes Weib einem Manne, wie Sidney, so gläubig vertrauen? Es wurden gewählt für O.: Gch a cht, Weberstr. 49; für N.: Bitadelle ein großer Brand, welcher Petroleum, Benzin-, AetherWarum that fie, was sonst die erfte, beste nicht thut? Ja, H. Mette, Oberbergerfir. 10; für W.: F. Meier, Bär- und Schmalzvorräthe vernichtete. Die Flammen haben den Wall warum? Wäre Frau Weert eben so spekulativ, so schlau be- waldstr. 59; für SW.: Aug. Behrndt, Karlsgartenstr. 17, durchbrochen und ein Schiff in Brand gesetzt. rechnend gewesen, wie die erste beste, dann wäre sie überhaupt Rigdorf; für Moabit: Kater, Calvinstr. 30; für SO.: meisters zu Friedberg ist in die Luft gepflogen. Angeblich sollen Graz, 22. November. Das Pulvermagazin des Bürgers in Königsberg geblieben und hätte bei ihrem Gatten sichere Kost, S. Schwabe, Forsterstr. 38. Die Wahlen für Wedding Zigeuner bei einem versuchten Einbruch die Explosion verursacht Obdach und Gewänder gefunden; sie hätte den Druck ihrer Pro- und NO. mußten ausgesetzt werden. Zu Revisoren wurden gehaben. Ob Verluste an Menschenleben zu beklagen sind, ist noch ftitution nicht gefühlt, wie tausend und abertausend Ghedirnen wählt: H. Fiedler, Juvalidenſtr. 8, Pagel, Rüdersdorfer nicht festgestellt. auch, und bei der erdrückenden Langeweile ihres Daseins hätte straße 60 und H. Künzel, Thaerstr. 9. fie vielleicht sich in heimlich verschwiegenen Abenteuern getröstet; Des weiteren beschäftigten die Bersammlung die Vorkomm leber das Erdbeben in Italien wird aus Rom gemeldet: Das wollte das Publikum nicht begreifen, und darum Mittheilungen war dem betreffenden Bauunternehmer fehr daran Magazine find wieder geöffnet. In Reggio( Calabrien) ist gleichJe nach Temperament und Gelegenheit. niffe auf dem Bau, Alte Schönhauserstr. 32. Nach den gemachten In Messina ist in den legten 24 Stunden tein neuer Erdstoß verspürt worden. Die Bevölkerung hat sich beruhigt, zahlreiche fiel das intereffante Stück. Es wäre wahrscheinlich auch gelegen, den Bau noch vor dem Einfrieren in die Höhe zu bedann gefallen, wenn die Schauspieler, welche die Sache der hellt, in zwei echichten à 7 Stunden zu arbeiten. Dang ber bäude, darunter die Präjektur, das Gerichtsgebände und die falls feine weitere Erderschütterung vorgefommen. Viele Ge Familie Veldegg zu vertreten hatten, den engherzig bornirten es Standpunkt, auf dem die einzelnen Familienglieder bei aller nur 50 Pf. Stundenlohn giebt, waren die Arbeiter hiermit nicht Gefängnisse sind daselbst stark beschädigt. Die Gerichtssonstigen Bravheit und anständigen Gesinnung, traft ihrer be- einverstanden. Infolge dessen wurde bei elektrischem Lichte bis behörde funktionirt in der offenen Turnschule. Die Sträflinge sonderen Klassenempfindung verharren müssen, schärfer betont 9 Uhr Abends und noch länger gearbeitet. Die meisten Maurer Gemeinden laufen troftlose Nachrichten ein. In Cannitello find wurden auf die Kriegsschiffe gebracht. Aus den benachbarten hätten. Aber die unsicher gezeichnete, und darum leicht irre- haben nun, trotzdem sie nicht vom Polier dazu gezwungen durch Beschädigung zahlreicher industrieller Etablissements viele führende Gestalt Sidney's, der nach einigen Anläufen zur Be- wurden, bereitwilligst die Ueberstunden gemacht. Bedauert wurde, Arbeiter ohne Arbeit. Die dortige Bevölkerung verbrachte die freiung vom Borurtheil in der Atmosphäre feiner Familie zum daß die Vertrauensleute nicht sofort ein öffentliche Versammlung letzte Nacht im Freien. In Palmi find außer den bereits geEgoismus und zur Beschränktheit versinft, wurde in der Dar- einberufen haben, um gegen eine derartige Ueberstundenarbeit zu stellung des Herrn I aruo nicht deutlicher. Für die Daniela protestiren und diesen nahegelegt, folches in Zukunft bei ähnlichen meldeten 6 Todten mehr als 300 Personen verlegt worden. 15 Häuser Jarno Weert sette Frau Sorma ihr großes Können ein.s Fällen zu thun. Jezt sei der Bau so gut wie fertig gestellt und sind eingestürzt, drei andere drohen einzustürzen; sämmtliche in der Sache nichts mehr zu machen. Auch über den Boykott- Dohmungen sind unbewohnbar geworden. Der Schaden, ohne bruch auf diesem Bau wurde Klage geführt. Alles dieses wurde denjenigen an dem Inventar in den Häusern, wird auf zwei Gerichts- Beitung.auf die unorganisirten Kollegen zurückgeführt und demzufolge den Trümmern der Kirche und 150 aus den Trümmern der Millionen geschäßt. In Sanprocopio wurden 48 Leichen aus der Beitritt zur Organisation zur Pflicht gemacht. Häuser hervorgezogen. Sehr viele Personen erlitten Verlegungen. Die hiesigen Filialen des Textilarbeiter Verbandes Auch die Ortschaften Barillieri und Santana haben stark geberufen. Nach einem Brage gegen fange erfamming in litten. Aus Stromboli wird eine Gruption des Bulkans ge über die kapitalistische Sintfluth gelangten mehrere VerbandsVortrage des Genoffen A. Hoffmann meldet. angelegenheiten zur Erledigung. Die Erfahwahl des Bentral Betere burg: Anton Rubinstein hatte vor einigen Tagen eine Anton Rubinstein. Die Kölnische Zeitung" meldet aus vorstandes hatte folgendes Resultat: Schneider, zweiter Vor- Rantate zur Einweihung des neuen Konservatoriums vollendet; figender; Michaelis, zweiter Schriftführer. In den Ausschuß eine Trilogie Kain und Abel" ist unvollendet geblieben. Das wurde das Mitglied Bartschat gewählt. Unter Verschiebenem Arbeitszimmer in seiner Billa in Peterhof ist geschlossen und wurde von mehreren Rednern auf die überaus lange Arbeitszeit wird genau in dem jezigen Zustande belassen werden. Der Maler der Defateure hingewiesen, ein Uebelstand, dessen Beseitigung Bioglizki hat den Verstorbenen im Sarge gezeichnet. allgemein gewünscht wurde. " 1 oder auch nicht. Wegen Blutschaude hatte sich heute der Arbeiter August Trenner aus Neu- Weißensee vor der ersten Straffammer in nichtöffentlicher Sizung zu verantworten. Der Angeklagte wurde überführt, sich an seiner eigenen 6-7jährigen Tochter in scham Loser Weise vergangen zu haben. Das Urtheil lautete auf zwei Jahre Zuchthaus, Ehrverluft und sofortige Verhaftung. Berliner Polizeibeamte. Ein Arbeiter geht mit zwei Kollegen während der Mittagszeit in der Alexandrinenstraße Spazieren; ein ihm entgegenkommender Herr stößt ihn an und als der Erstere sich darüber beschvert wird er zur Mache fiftirt, denn der Andere war ein Kriminalbeamter. Das ist der Vorgang. Als Vorspiel ist die Verhandlung vor der 139. Abtheilung des In einer öffentlichen Partei- Versammlung für die Orte Schöffengerichts zu bezeichnen, wo entschieden werden sollte, ob Umstande, daß sich zwei Personen, vielleicht ohne jede Absicht, auf der Straße berühren, die Gelegenheit gegeben ist, den groben Unfug Paragraphen in Anwendung zu bringen. Da der als Zeuge vernommene Kriminalbeamte jedoch selber nicht mit Sicherheit behaupten konnte, ob ihn der Andere absichtlich gestoßen, so wurde Freisprechung verkündet, weil, wie der Borsigende bemerkte, die Angelegenheit nicht genügend aufgeklärt war. Die Kosten da für trägt natürlich die Staatstaffe. Vermischikes: " Eingelaufene Druckschriften. Deutschlands( Expedition in Berlin SW., Beuthstraße 2). Bu beziehen durch alle Zeitungsspediteure. Das Abonnement beträgt durch die Post oder in Berlin durch die Zeitungsspediteure pro Quartal 1,20 M. Kreuz band 1,80. Die Nr. 43 vom 22. November hat folgenden Inhalt: Wochenschau. Proletariat und Mitläufer in der Partei. Aus Bayern. Zur Polens frage.( Schluß.) Björnson zur Frauenfrage. I. Parteinachrichten. Wie man uns behandelt. Literarisches. Gehälter der Parteibeamten. Die Bersammlung im zweiten Berliner Reichstags- Wahlfreis. Grillenberger und Bebel. Zum badischen Streit. Der Streit in Solingen. Brief aus England. Frauenfrage. Agrarisches.- Gewerkschaftliches. Vers mischtes. Stralau, Rummelsburg, Friedrichsberg, Friedrichsjelde und Um- der Sozialdemokrat, Zentral- Wochenblatt der sozialdemokratischen Bartet gegend, die am Sonntag in Vow intel's Saal in Rummelsburg stattfand, erstattete Genosse Sonnenburg- Friedrichsbagen Bericht über den Frankfurter Parteitag. In seinem Referat berührte Redner alle zur Verhandlung gekommenen Gegenstände und fordert zum Echluß die Genossen auf, mit allen Kräften für die Interessen der Partei einzutreten. Der Parteitag hat gesprochen, wie seine Beschlüsse auch lauten mögen, jest gilt es, sie zur Durchführung zu bringen.( Beifall.) Die Diskussion gestaltete sich sehr lebhaft. Stadthagen als erster Redner von der Nenen Zeit"( Stuttgart, J. 6. W. Diet' Verlag) ist soeben das ftimmte dem Referenten in dessen Schlußausführungen vollständig bei und glaubt auch, daß Sonnenburg sein Mandat nach bester Ueberzeugung und demgemäß gehandelt habe. Debugun befprit Rebied Todtenliste. 8. Heft des 18. Jahrganges erichienen. Aus dem Jubalt heben wir hervor: Man nennt das Bolt. Rußland vor einem Regime Wechsel. Von Das Wechsen der österreichischen Wahlrechtsbewegung Zwei Briefe von Dr. Robbertus. Von Dr. Rudolph Meyer. Literarische Rundschau. Feuilleton: Sibirische Etappeneinbrüde. Ein Beitrag zu 8. Bristo dem Denkmal Alexander III. und seines Regterungssystems. Bon Christique de Combat; Georges Renard, Paris. E. Dentu, Editeur. Entwurf eines bürg elichen Gefehbuches für das deutſche Reich. pis Goldhlaufel im Dypothekenverkehr. Max Reinhold. Berlin, Berlag 4. Buch, Familienrecht. Berlin. Verlag von Guttentag. von E. Apolant. und ihre innere Eniwidelung, ſett Taaffe's Sturs., Bon Karl Zeuthner. Eine Anklage wegen versuchten Mordes, die schon einmal das Schwurgericht beschäftigt hat, tam heute abermals vor dem Schwurgericht hiesigen Landgerichts I zur Verhandlung. Es handelt sich um einen Anschlag mittels eines Messers, den der Maurer Karl Friedrich Rummel am 12. Juni d. J. in der Wollinerstraße gegen seine Ehefrau ausgeführt hat. nod mals eingehend die badische und bayerische Angelegenheit An diesem Morgen traf Rummel, der von seiner Wolliner- sowie die Agrarfrage. Ritter hielt den Beschluß des Parteistraße 12 wohnenden Frau getrennt lebte, in dem im gleichen tages in Sachen Rüdt's für sehr gerechtfertigt. Brahm Hause je befindlichen Wegen'schen Total port seine Frau an, fchiffer bedauerte, daß bezüglich der Gehaltsjrage die Wahl welche sich von Frau Wegen etwas Schnaps faufte, daß ihr der 11er Kommission abgelehnt wurde. Pilice hätte nach den unwohl war. Plöglich zog er das Schlachtmesser aus seiner foeben gehörten Ausführungen Stadthagen's lieber gesehen, die Tasche, trat auf seine Frau zu und versette ihr von hinten einen Resolution Bebel's wäre mit dem Amendement Stadthagen anStich in die Brust, der glücklicherweise in drei Wochen geheilt genommen worden. Kopp Friedrichsberg zog gegen die war. Frau Rummel floh in das Billardzimmer, auf ihr Ge- Akademifer" innerhalb der Partei ins Feld. Die An Briefkaffen der Redaktion. schrei war Herr Wegen herbeigeeilt, der, ohne zu wissen, daßnahme Des Antrages Nieder Barnim: Die Druckerei Wir bitten bet jeder Anfrage eine Chiffre( 8wei Buchstaben oder eine Zahl) Frau Nummel schon gestochen war, den Störenfried hinauswarf. der Partei Organe in eigene Regie zu nehmen, hätte Dieser fuhr nach Spandau, fehrte aber dann, von Unruhe ge- viel zur Verbilligung des Vorwärts" beigetragen.( Beifall.) trieben, wieder nach Berlin zurück und suchte zu erforschen, was ampel war der Ansicht, daß das Recht, ihre Arbeits- nyme Mittheilungen finden keine Aufnahme. aus seiner Ehefrau geworden. Als er verhaftet war, legte fraft so theuer als möglich zu verkaufen, auch Lithographen. Auf die Veröffentlichung Ihres Berichts er sowohl vor der Polizei, als auch vor dem Untersuchungs- Redakteuren und Sonstigen Parteibeamten eingeräumt vom 15. Oftober, den Sie uns erst jetzt einsenden, werden Sie richter ein volles und umfassendes Geständniß ab, wonach er werden müsse. Für Verbilligung des Vorwärts" wohl verzichten. Ops feine Ehefrau mit Vorsatz und voller Ueberlegung habe tödten traten noch die Genossen Brahmschiffer, Weigel und wollen. Vor Gericht behauptet er, daß er weder von diesem Pantow ein. Nach den Ausführungen von Frau Sprungl B. A. Ja. " anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden foll. Ein Genoffe aus der Gasglühlicht Gesellschaft. Ano2. 3, 300, A. O. 90. Mein. stezo VX C. S. 100. 1 und 2. Nein. K. W. N. Sch. Gerichtlicher Vertrag ist erforderlich. Der Rostenpunkt richtet sich nach der Höhe des Objekts. Begeben Sie fich mit Ihrer Frau auf das Gericht, Neue Friedrichstr. 12/13, Abtheilung für freiwillige Gerichtsbarkeit. K. F. Ohne Rücksprache nicht zu beantworten. C. B., Bergmannstr. 12, G. 100, p. 2. 100, P. G., Hafenhaide. Die Verfolgung von Uebertretungen verjährt in drei Monaten. P. H. 12. 1. Ihre großjährige Stieftochter, der allein ein Recht aus dem Urtheil zusteht, mag den Antrag stellen. 2. Wenden Sie sich an die Polizeibehörde. einer Teeren " 1 Schiller 3,-. Durch Beich, Uhrauktion bei Herzog, Reinickendorfer-| druckerei Bernstein amerikanische Auktion 12,-. Zwei Schuhstraße 53 2,30. Beim Abendtisch bei Buchwald gesammelt 1,45. macher aus der Mohrenstraße 2,-. Die lustigen Becher vom Gesammelt im Musikverein" Vorwärts" bei Laskowski 2,30. Bußtage in Friedrichshagen bei Kautsch 2,-. Eine Bierreise nach Daselbst Ges. beim Abendtisch bei Daase, Havelbergerstr. 32, Moabit dem Münchener Brauhaus, Dranienburg 7durch Roch 2,60. Musikinstrumenten Arbeiter durch Orth 50,-. Tischlerei Auktion Bigarrentiste 4,-. Barth, Fruchtstraße Nr. 8 10,-. Von Von den Rohrern Geselliger Verein Muntere Geister", Brunnenstr. 52, 5,-. durch W. Wernau 4,50. Vom Sozialdemokratischen Verein Ludwigshafen a/ R. durch Sauer 15,17. Bierprozente von ArStralau- Rummelsburg, Vortrag des Genossen Wagner 4,-. beitern der Löwe'schen Fabrit, Martinicenfelde 5. Rate 23,-. Werkstatt von Golz, Stalizerstraße 24a 1,-. Von Ordnern Sozialdemokratischer Verein für Hagen und Umgegend 50, der Freien Volksbühne" beim Regeln 1,60. Von den Deutscher Arbeiterverein in Bern i. d. Schweiz 19,15. FreiArbeitern bei Priestap, Behrenstr. 11 15,-. Von den Pflanzern burg im Breisgau auf Listen gesammelt 1. Rate, darunter im Märt. Hof 3,-. Von einer roth. Geburtstagsfeier, Ruppiner- 4 luftige Brüder beim Pfungstädter, 29,95. Schwerin durch straße, durch Wagner 2,20. Spandauer grüne Jungen, 3. Rate, F. Roß 58,85. Milwaukee, Wis. Dr. P. Fischer 13,80. 21, Amerikanische Auktion bei einer Gesellenfeier d. Arbeiter Gesangverein Freya I., gemischter Chor als Ueberschuß Briefkaffen der Expedition. der Berliner Werkzeug- Maschinenfabrit gesammelt bei Neumann einer amerikanischen Auktion bei der geselligen Unterhaltung am Für die ausgesperrten Brauerei Arbeiter gingen 7, Beim Geburtstage Karl Zimmermanns, Straußbergerstraße, 18. Nov. bei Wernau 20,62. 2. M. 1, Von der Werkstatt ferner ein: durch Gesangverein Deutsche Eiche" I, u. Gäste 10,80. Rothe Jungnickel, Langestr. 109 1,75. Gesammelt von den Klempnern Verein Deutscher Männersang, von einer Verloosung 9,60. Handlungsgehilfen, Café Schiller, Café Schiller, Schlesischestraße 4,30. Lichtenbergerstr. b. Borchardt 2,50. Ueberschuß der Versammlung vom 19. November im Kurhaus Gesangverein Schneeglöckchen", Rixdorf, bei der Polo- Summa 445,44 M. Bereits quittirt 17 326,85 M.; in Friedenau 17, Von einer Kindtaufe Niederwallstr. 1.-. Leseklub naise am 11. November 9,-. Herrenparthie der Buch- Summa 17 772,29 M. Neue freie Volksbühne " Urania Berein zur Wahrung geistiger und materieller Interessen aller Für den Inhalt der Jujerate über im Central- Theater, Alte Jakobir. 80. Anstalt für volksthümliche in der Hutbrauche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 23. November. Opernhaus. Die Walküre. Schauspielhaus. Hermannsschlacht. Deutsches Theater. Die Weber. Berliner Theater. Emilia Galotti. Leffing Theater. Zwei Wappen. Schiller Theater. Talmi. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Jabuka.( Das Apfelfest). Residenz Theater. Der Unterpräfett. Vorher: Villa Vielliebchen. Neues Theater. Das neue Stüd. Theater Unter den Linden. Sataniel. Meißener Porzellan. Bellealliance- Theater. Kyritz- Pyrit Central- Theater. D! diese Berliner. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die ewige Braut. Alexanderplatz- Theater. Kulike in China. Die Chansonnette. National Theater. Der Tod als Bathe. Reichshallentheater. Spezialitäten Vorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitätens Vorstellung. Parodie Theater. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Freitag, den 23. November, Abends 8 Uhr: Talmi. Sonnabend, den 24. November, Nachmittags 3 Uhr: Schüler- Vorstellung. Die Karlsschüler. Abends 8 Uhr: Talmi. Sonntag, den 25. November, Abends 8 Uhr: Die Karlssdjüler. Adolph Ernst- Theater Charley's Taute. Schwant in 3 Atten v. Brandon Thomas. Vorher: Die ewige Braut. Liederspiel mit Tanz in 1 Akt von W. Mannstädt und J. Kren. In Scene gesetzt von Ad. Ernst. Anjang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Sensationelle Novität! Der Tod als Pathe. Ausstattungs- Komödie in 5 Aften von Ernst Bluhme mit theilweiser Benutzung einer Jdee von August Blanche. Dekorationen von Müller und Schäfer. Beleuchtungseffekte vom Ober- Beleuchter Collander. Maschinerien vom Theatermeister Weisse. Lichtbilder von Ludwig Richter. Tanz- und Flugevolutionen vom Balletmeister G. Zinner arrangirt. Die lebenden Land- und Wasserthiere aus dem Aquarien Institut von Otto Preusse, Aleranderstr. 28. Garderoben und Requisiten vom Ober- Garderobier Paul Hildebrandt. Mufit von Adolph Wiedecke. Regie: Max Samst. Raffenöffnung 6/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Circus Renz Carlstrasse. Freitag, den 23. November 1894, Abends/ Uhr: Tjo Ni En. HF Sensationelle Tänze, u. a. les Sonntag, 25. Nov., I. Abth.) 2½½ Uhr. " 2. Dez., II.) " Die Raben. Von Henri Becque. Regie Emil Lessing. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Direktion: Richard Schulz. Emil Thomas a. 6. Anna Bäders. Josefine Dora. Zum 85. Male: O! diese Berliner! Große Posse mit Gesang und Zanz. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: 0! diese Berliner. Alcazar Variété- und Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage). Vornehmster Familienaufenthalt! Neu! Sensationell! Neu! Unsere Garde. Große Posse mit Gesang u. Tanz und militärischen Aufführungen in 1 Aft von Beckers. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Anfang: Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Berlins und Umgegend. Mitglieder- Versammlung Täglich Vorstellung im wissenschaft- am Sonnabend, 24. d. M., bei Kelle, Schönhauser Allee 28. lichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. 966L* Castan's Panopticum. Hassan Ali der grösste Mensch der Welt. Prinzess Topase das fleinste Menschenkind. Merikanische Riesen- Cacteen in noch nie gesehener Größe. Tages Ordnung: 4 1. Vortrag: Was lehrt uns die Geschichte. Referent Genosse Dr. Pinn, 2. Diskussion. 3. Kaffenbericht, Bericht der Revisoren. 4. Verschiedenes und Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. 151/3 Der Vorstand. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Musikinstrumenten- Arbeiter. Sonntag, den 25. November 1894, Vormittags 10 Uhr, in Schneider's Salon, Belforterstr. 15: Oeffentl. Versammlung für den Norden. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Der gegenwärtige Stand des Lohnkampfes. 3. Ber 198/9 schiedenes. Die Kollegen von Bechtein, Johannisstraße, nödel, Rösener, Kriebel, Oskar Köhler, Hanne, Meyer, Donadoni& Pohl find hiermit besonders eingeladen. Unserm Freunde und Genossen, dem Schanfwirth Karl Nietz, zu seinem heutigen Wiegenfeste ein dreimal donnerndes Hoch, daß die Schmalzbacken zu sein. 1145b die Polka tanzen. Die Kadetten aus der Beusselstrasse. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern des Es ist Pflicht sammlicher Kollegen, welche im Norden arbeiten, am Playe Die Lohnkommission. Deutscher Holzarbeiter- Verband Zahlstelle Berlin. Bezirks- Versammlung: Wochent. 7 Uhr, Somitags 6 Uuhr Sozialdemokr. Wahlvereins f. d. Norden. Montag, den 26. November, Abends 8 Uhr, bei Kelle, 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis tasse der Eichler und welche Stellung haben wir hierzu einzunehmen. 2. Dis. Entree: Wochent. 20 Pf., Sonntags 40 Pf: R. Winkler. Schönhauser Allee 28. Tagesordnung: 1. Die beabsichtigte Gründung der Innungs- Krankens zur Nachricht, daß unser Mitglied, tussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Genosse Auch die Kollegen vom Wedding und Gesundbrunnen werden ersucht zu Passage- Panopticum. Reinhold Bernicke, erscheinen. 51 wilde Weiber aus Dahomey. Die Herenschaukel, neueste Illusion. " Sanssouci“ Kottbusernrake 4a. Jeden Sonntag und Donnerstag: Stettiner Sänger ( Meysel, Häckel, Pitro, Britton, Eberius, Steidl, Röhl und Blank). Zum Schluß: Bubenstreiche. Urkomisches Ensemble. Anfang Sonntags 7 Uhr, WochenEntree 50 Bfg. tags 8 Uhr. Billets à 40 Pfg.( nur für die Wochentage giltig) find im Vorverfauf in der Bigarrenhandlung von Reßler, Rottbuserplay, zu haben. Stets wechselndes, amüsantes Programm. Schankwirth, heute Nachmittag 3 Uhr vom TrauerKirchhofe in Blößensee beerdigt wird. hause, Prinzen- Allee Nr. 64, nach dem Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. 280/2 Statt besonderer Meldung! Verwandten, Freunden und Genossen hiermit die traurige Nachricht, daß mein Vater, der Schanfwirth Stromstraße 28: Moabit. Montag, den 26. November, Abends 8 Uhr, bei Lange, Vertrauensmänner- Versammlung. Tagesordnung: 1. Werkstattangelegenheiten. 2. Verschiedenes, event. Vorschlag zu einem Beisiger. Sonntag, 25. Nov., Vorm. 912 Uhr, bei Schöning, Stallschreiberstr. 29: Zusammenkunft der Parquetbodenleger. Um zahlreichen Besuch ersucht Die Ortsverwaltung. Achtung! Die Sigungen betr. Statutenberathung finden vom Reinhold Bernicke Freitag, den 23. b. M. ab, alle 14 Tage bei Schöning, Stallschreiberstr. 29, statt. Prinzen- Allee 64, am Dienstag, Nachts 3 Uhr, plößlich verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, Maler und Berufsgenossen. den 23. d. M., Nachmittag um 3 Uhr, Montag, 26. November, Abends 8 Uhr, im Louisenstädt. vom Trauerhause aus statt. 1154b Paul Bernicke. Konzerthaus, Alte Jakobstraße 37: Dienstag, den 20. d. M., verſtari Oeffentliche Versammlung. nach langem, schwerem Leiden meine liebe gute Frau Johanna Lindemann 1150b Tagesordnung: Vortrag über: Trust's und Kartelle und ihre Bedeutung für die Gewerk schaften. Referent: Reichstags- Abgeordneter M. Schippel. Alles Nähere am Sonntag, den 25. d. Mts. durch Säulenanschlag. Der Vertrauensmann. im Alter von 59 Jahren 6 Monaten. 188 13 Die Beerdigung findet am Sonntag, den 25. d. M., Nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Köpnickerstr. 31, statt. Um stilles Beileid bittet Der trauerude Gatte. Danksagung! Für die zahlreiche Betheiligung und Blumenspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, meines guten Sohnes, des Kürschners Otto ErdFreie Vereinigung der Bau- Anschläger Berlins und Umgegend. Sonntag, den 25. November, Vormittags 1012 Uhr, im Lokale des Herrn Röllig, Neue Friedrichstraße 44: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Ber Der Vorstand. mann, fagen allen Freunden und schiedenes und Fragekasten. Verwandten, sowie den Genossen des sechsten Wahlkreises, den Sängern und der Vereinigung selbst. Rürschner 84/10 Verband der Sattler. und Müzenmacher unseren innigen Sonnabend, den 24. November, Abends 81/2 Uhr, im Lokale des Dant. 1157b Wwe. Erdmann u. Mutter. Meinen tiefgefühlten Dank sage ich allen Freunden und Bekannten für die Kranzspenden bei Herrn Wienecke, Alte Jakobstraße 83: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion und Urabnimmung über die StatutenCircus G. Schumann. liebevolle Theilnahme und reichen änderung betr. die Sterbeunterstützung. 2. Verschiedenes. Friedrich Karl- Ufer. Americain Prairie Life Show Cowboys 50 grelots vivants, jeu des barbichons 2c. POPs. Texas Jack P50B. Außerdem: 4 arab. Schimmelhengste, als Fahnenpferde vorgeführt vom Dir. Fr. Renz. Kandelaber, geritten von Sioux Indianer. Pers. der Beerdigung meines geliebten Mannes Karl Welsch und bitte herzlich um ferneres Wohl 11496 wollen und Vertrauen. Die tiefbetrübte Wittwe Emma Welsch. Für die mir erwiesene herzliche Theil nahme bei der Beerdigung meines unvergeßlichen Mannes sage ich allen Freunden und Kollegen meinen tief Serrn Ernst Renz. Mikado unb Das Eröffnungs- Vorstellung: gefühlten Dank. Springpierd Blitz, geritten von Frau Renz- Stark. Der tautafische Jocken Wassiliams. Der sensationelle Handequilibrist Mr. Jules Keller. Gebr. Villand 2c. Sonnabend: Tjo Ni En. Sonntag: Nur Vorstellung Abends 72 Uhr. Tjo Ni En. Fr. Renz, Rommissionsrath. 1144b Wittwe Päper. Sonnabend, 24. November, Achtung! Kein Laden. Abends 7/2 Uhr. Kontroll- Schuhmarke. Nur eigene Fabritation, 25 Bigarren Elegante Blousen und Hauskleider 1 Mart. Garantie rein ameritanische werden angefertigt zu soliden Preisen. Tabate. Rippentabat 2 Pfd. 70 Big. .. Dinslage, Geschw. Berg, Waldemarstr. 35, of 71L* 11476 Rottbuserstr. 4, Hof part. 1 Treppe. Zeugen! Der Vorstand. Charlottenburg! welche sich des Vorganges in der WerkEin gangbares, durchaus reelles stätte des Tischlermeisters Hennide, Wafferthorstr. 27, am Montag, den Schankgeschäft mit voller Ron15. Oktober, erinnern, werden dringend zession, 4 Fabriken in der Nähe und gebeten, ibre Adresse abzugeben bei Baugegend, ist für 4000 M. influſive Tischler Fritz Masch, Admiralstr. 18a, Waarenbestand, frankheitshalber des 1. Quergeb. 2 Tr. rechts. Mannes, sofort zu übernehmen. Bu G. Beyer erfragen bei Wallstr. 96, v. 3 Zr. Gesangs Dirigent für älteren Gesangverein( Mitgl. des vieljährig thätig und von gründlicher Arb. Sängerb.) sof. verlangt. Außer Sachkenntniß, wünscht für SonnMontag und Sonnabend Meldungen abends einen Männer- oder gem. bis Sonntag zu richten an C. Foge, Chor zu übern. Zu erfragen Neue 11526 Restaurant, Köpnickerstr. 191. 1155b Rönig ft r. 26, 8 r. I. Dirigent Berantwortlicer tebatteur: 3. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druct und Verlag von Waz Bading in Berlin, SW, beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 273. : Am Grabe Alexander III.") Freitag, den 23. November 1894. 11. Jahrg. Derlammlungen. Ohne die Marter zu unterbrechen, verkündigte man uns ,, Nummer bereits mitgetheilt haben, Dr. Kleser und Nestler zu daß Gott Alexander III. vom Throne gestürzt und seinen Sohn je 2 Monaten Gefängniß und Zimmermann zu 150 Mark Geld darauf gesezt hat. Dieser ließ ein neues Manifest erscheinen, tas darauf auf der alten Fahne ſtrafe. nur die Namen, jedoch nicht die Gelübde der Baren in geänderter Form brachte. So fanden C wir denn nicht ein einziges Wort der Hoffnung auf dieser Standarte, aus der einzig und allein nur eine russische Seele" Eine Mitglieder Versammlung des Zentralverbandes thum verurtheilen, oder wird er uns, wenn auch nur ein wenig, deutscher Maurer tagte am 18. November cr. Auf der Tagesaufathmen laffen nichts und niemand beantwortet uns diese ordnung stand ein Referat Dr. Arons über den NormalFrage arbeitstag. Die Ausführungen des Referenten wurden in der Man befahl den Sklaven den Gid zu leisten und sie Versammlung allseitig zustimmend aufgenommen. Die weiteren leisteten ihn. Jedoch kein Ezinownik vernahm diesen unseren Gegenstände der Verhandlung betrafen interne VereinsangelegenEid, denn während der Mund stumm blieb, gelobten die Herzen heiten. laut: wir schwören Dir, Kaiser Rußlands, der Du Dich König Die Arbeiter der Firma Ludwig Löwe u. Ko. waren von Polen nennest, bis zum letzten Athemzug Polen zu bleiben, von dem Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter, Otto treu die Ideale unserer Nation zu bewahren, unsere Sprache Mäther, am 21. d. M. zu einer öffentlichen Versammlung einund Vergangenheit zu lieben, uns von nichts loszusprechen, was geladen worden, die unter äußerst zahlreicher Betheiligung im unser Wesen bildet und uns theuer ist, aus allen Kräften darauf- Heichert'schen Saale stattfand. Zur Tagesordnung stand: Die hin zu arbeiten, damit wie der Dichter sagt- Polen nicht Stellung der Arbeiter der Firma Ludwig Löwe u. Ko. zu den sterbe, nicht verkühle und, gleich der Magnetnadel gen Norden Lohnreduktionen und die Sammlungen zum 25 jährigen Fabrikgewendet, nicht in das frostige Sibirien blicken müsse, damit jubiläum", worüber Nät her referirte. Der Meister Hr. Aueres Teine spätesten Nachkommen als lebendes und gesundes Polen ba ch war zu dieser Versammlung ganz besonders eingeladen tennen lernen. All' dies beschwören wir feierlich vor Gott, vor jedoch nicht erschienen. Der Referent entwarf zunächst ein der Welt und vor Dir, allerdurchlauchtigster Herr! allerdings sehr unerfreuliches Bild von den auf grund des vorhergegangenen Versammlungsbeschlusses gemachten Erhebungen. Als besonders unerfreulich bezeichnete Redner die Thatsache, daß in der elektrotechnischen Werkstätte des Herrn Auerbach sich ein Auch Kollege" gefunden habe, welcher seine Neigung zum Denunziantenthum dadurch dokumentirt habe, daß er Herrn Auerbach eine ganze Reihe von Kollegen denunzirte, in der vorherigen Versammlung anwesend waren. Herr Auerbach habe andere Maßnahmen" diesen Arbeitern gegenüber im Wiederholungsfalle in Aussicht gestellt. Dasselbe Schauspiel habe er( Redner) selber erfahren müssen. Als er ErWird Nikolaus II sein Ohr den Einflüsterungen seiner Höflinge nicht zuneigen die mit Chateaubriand zu reden Hungers sterben, falls sie genöthigt sind, sich von Wahrheit zu nähren, wird er der Warnung Mirabeau's: Das Schweigen der Völker sei die Lehre für Könige" gedenken, dann wird er in unserem Schweigen den Beweis finden, daß wir ihm, wie auch uns gegenüber, unseren Eid einhalten. " die W Gäbe es schwarzes Licht, an seiner Bahre sollte man es anzünden; gäbe es schwarze Rosen und Palmen, einen Kranz für fein Grab sollte man aus ihnen winden:-dieweil es ihrer ermangelt, sollte wenigstens das dankbare Volt seine Leiche in ein schwarzes Babrtuch hüllen, sie unter ein schwarzmarmorenes Grabmal zur Denn eine schwere Dämmerwolfe ist er gewesen, eine in MenschenGestalt verkörperte dunkle Winternacht. Dreizehn Jahre lang auf bem himmelragenden Gipfel der Macht stehend, warf er um sich einen Riesenschatten, womit er ganz Rußland und die mit demselben gewaltsam verbundenen Länder bedeckte. Ueber diese Gefilde breitete er eine undurchdringliche, furchtbare Finsterniß, welche Schlangen und Raubthieren, Mördern und Dieben Muth und Sicherheit verlich. Alle bösen Instinkte der Menschennatur, alle, in der Kultur aussterbenden, Arten der Barbarei schlichen während dieser dreizehnjährigen Nacht aus ihren Höhlen, trochen aus ihren verborgensten Winkeln heraus und begannen ein blutiges Fest und einen Höllenreigen. Im Anfange seiner Regierung erflang immer leiser die Stimme der Verzweiflung in Worten des Patrioten: wehe den Völkern, deren Trost in dem Spruche liegt haft du eine Knute, dann hab' ich einen Rücken!" Jedoch bald darauf trat eine Todesstille ein, nur noch von Verschwörergemurmel und Bombenexplosionen, von Siegesrufen der Sbirren und Donnerschlägen der in Zorn und Rache gezeugten Gesetze, unterbrochen. Als er den Thron bestieg, gelobte er Rußland, was Rußlands ist, zu geben aber er gab ihm alles, wonach es seine Heuter- oder Räuberhand, ohne Gefahr auf irgend welchen fräftigen Widerstand zu stoßen, ausstrecken fonnte. Die Saat feines Vaters gleichzeitig vernichtend, durchmaß er, dem Elephanten auf einem Reisfelde vergleichbar, mit seiner Heerde die Fluren, und was er sammt ihr nicht verzehrte, das zerschlug, zerstampfte und grub er ein mit seinen Riefentagen. Die Republit, fagt Montesquieu bedarf der Tugend, die Monarchie des Ehrbebungen anstellte über die Verhältnisse in der Fabrik, hätten gefühls, die despotische Herrschaft der Furcht. Die Tugend wäre hier unnöthig, die Ehre von Uebel. Den Beweis hiernun nächsten Tage bereits Direttion Meiſter genötßt, Die berüchtigte Knochenmühle in der Greifswalder- am nächsten Tage bereits Direktion und Meister Alles gewußt, für erbrachte Alexander III. Regierung. In der Politik erhöht straße, welche ihre Umgebung mit sehr wenig beliebten Ge- was verhandelt worden wäre. Derartige Vorkommnisse seien tief sich bis heutzutage das alte Wort von den Orgien der Selbst- rüchen versieht, war der Gegenstand einer Klage ihrer Besitzerin bedauerlich. Auf die bereits in der vorigen Versammlung geherrschaft, im Sinne der Despotie des russischen Monarchen. gegen das Polizeipräsidium, die den Bezirksausschuß in seiner fennzeichneten und illustrirten Lohnreduktionen ging der RefeDies Wort ward heute zu einer weit schlimmeren Wirklichkeit. letzten Sigung beschäftigte. Im vorigen Jahre entdeckten Polizei- rent in sehr eingehender Weise ein und veranschaulichte, in Wiederholte Nicolaus I. ironisch, daß Rußland von Bezirks- beamte gelegentlich einer Revision, daß in der Kocherei statt des welcher rapiden und raffinirten Weise die Löhne seitens polizisten regiert werde, dann ist es wohl leicht begreiflich, wie einen fonzessionirten vier Kessel vorhanden waren. Frau der Direktion reduzirt werden. Nicht genug hieran, habe die sich diese Despotie unter dem verschlafenen, schwerfälligen, be- Schönberg, die Besitzerin, machte der Polizei klar, daß gerade Firma noch etwas ausgeflügelt, worauf sie eigentlich ein Patent schränkten Alexander III. vermehrte und verzweigte, unter ihm, die größere Bahl der Kessel ermögliche, die Verbrennung der verdiente. Die Stücklöhne ſind nämlich pro Hundert berechnet. deffen Hirn zu berften und dessen Schädel zu frachen drobte, so Knochen gleich nach ihrem Eintreffen vorzunehmen, daß aber das Die Arbeiter müssen aber nicht 100 Stück machen, sondern oft sich dort eine über das Wohl seiner Familie und der Ortho- Vorhandensein nur eines Kessels eine mehrtägige Lagerung des 105 Stück, weil die Firma sagt: die Arbeiter machen Ausschuß und dorie hinausgehende Idee einzuzwängen versuchte, unter ihm, der Materials nothwendig mache. Diese Gründe fand das Polizei dieser müsse mit berechnet werden. Nur in zwei Sälen seien die nur von Zeit zu Zeit aus seinem Hinbrüten erwachte, um burch präsidium gar nicht übel und befürwortete ein von Frau Schön- Lohnabzüge etwas gemildert worden, doch werden diese Vergünsti plöhliches Brüllen das Gethier an seine Löwenmacht zu mahnen berg auf Veranlassung der Behörde beim Stadtausschuß einge gungen illusorisch gemacht durch verlängerte Arbeitszeit. Dies sei und dann in seinem unnahbaren Lager wieder einnickte, dem Raub- reichtes Gesuch um nachträgliche Konzessionirung der drei nicht überhaupt der allgemeine Krebsschaden. Daß troß der geradezu gesindel alles zu würgen und zu vernichten erlaubend, was lebte fonzesfionirten Kessel. Da jedoch hiergegen verschiedene Eigen- enormen Lohnabzüge immer noch, Geld verdient" werde, liege daran, und was sich zu wehren nicht vermochte. George Sand behauptet, thümer von der Knochenkocherei benachbarten Grundstücken Gin- daß die Arbeiter durch größeres Schuften den Lohnausfall zu decken ein absoluter Monarch müsse um sich stets einen Menschen haben, spruch erhoben, suchte der Magistratskommissar Frau Schönberg suchen. Dies fei der reine Wahnsinn, verkürze die Arbeitslöhne der die größten Scheußlichkeiten zu begehen fähig wäre. E3 zu bestimmen, ihren Betrieb gegen eine Entschädigung zu ver- und vergrößere die industrielle Reservearmee immer mehr. Die besaß ihn Alexander III. in der Person Pobedonoszew's, des legen; die Entschädigung sollten die Interessenten aufbringen. weiteren Maßnahmen betreffend, legte Redner klar, daß augengebenedeiten Schutzheiligen der Unterdrückung und der Gewalt. Frau Schönberg verlangte jedoch nicht mehr und nicht weniger blicklich unter den obwaltenden Verhältnissen, angesichts der be Da aber fein Mensch im Stande wäre, auf seine einzelne Seele als eine halbe Million Wlark als Abstand, weshalb die angebahnten vorstehenden Arbeiterentlassungen in den Spandauer Staats- Werksolche Bürde von Grausamkeiten zu laden, welche dem Schooße Verhandlungen scheiterten. Der Stadtausschuß lehnte es am stätten von einer allgemeinen Aktion nicht die Rede sein könne. der zügellofen Tyvannet entspringen, so muß denn nothwendiger 25. Januar ab, die gewünschte Konzession zu ertheilen. Der dann Borläufig müsse man sich darauf beschränken, die Arbeiter der weise biefe Laft auf eine Menge barter Gewiffen vertheilt beim Minifter für Handel und Gewerbe eingelegte Rekurs wurde Firma Ludwig Löwe u. Ko. noch mehr als bisher aufzurütteln, werden. Als Alexander II. starb, schien es, als ob das am 28. Wpril zurückgewiesen und Frau Schönberg nunmehr auf sie zur Organisation zu veranlassen und den unter ihnen Geschlecht der Milutine, der Abaras, der Abaras, Uebergewicht der Bevölkerung Rußlandsbildetom das gefordert, die Kocherei auf einen Keffel zu beschränken. Die herrschenden Indifferentismus zu bekämpfen. Gerichts- Beifung. ob die aussterbende Art Pobiedonoszew in den Zustand der fie ließ durch den Rechtsanwalt Steinschneider beim Bezirks- Aus- unter dem Drucke der Verhältnisse stattfindenden Sammlungen fossilen Fauna übergehen werde: Da nun Alexander III., schuß auf Aufhebung der polizeilichen Verfügung klagen. Stein- für das Fabrikjubiläum und zur Beschaffung einer Bronzewie vom Urtheile einer rächenden Nemesis getroffen, fällt, scheint schneider machte in der Klageschrift geltend, es sei dem Vater der büste von Ludwig Löwe zur Aufstellung im Konferenzsaale es, als ob jenes Geschlecht verschwunden und diese scheußliche Klägerin, dem Produktenhändler Meyer, 1861 die Erlaubniß ertheilt in der Hollmannstraße. Meister Auerbach lasse sich aber Art zu einem ganzen Volke geworden wäre. worden, auf seinem Grundstück vor dem Königsthor" eine hieran nicht genügen. Er sei der Meinung, daß auch das Grab allen So furchtbar war das Böse, so rasch stieg die Pest aus einem Knochenkocherei zu errichten, ohne daß die zulässige Anzahl der des Herrn Löwe geschmückt werden müsse auf Kosten der ArHaufen morscher Herzen und Gemüther auf, daß, als heute die Steffel in der bezüglichen Urkunde vermerkt sei.- Weil auf der beiter, und veranstalte er zu diesem Zwecke Sammlungen. Die heulende Schaar am Grabe ihres Herrn erschien, wir Millionen Konzessions ze ich nung nur ein Kessel vorhanden ist, wurde Arbeiter hätten keinerlei Intereffe an dem Fabrikjubiläum. Für erblickten. Es sind dies allesammt fleinere und größere Despoten, Frau Schönberg mit ihrer Klage abgewiesen. Mit Rücksicht sie seien die verflossenen 25 Jahre nur eine Periode des Glends, denen der Tod des Obersten kleinere und größere Szepter aus auf die Höhe der von ihr gelegentlich der Ausgleichsversuche des der Noth und der Sorge. Die reiche Firma Ludwig den Händen entwand. Was fürchten sie und weshalb Magistratskommissars verlangten Apfindungssumme, setzte der Löwe u. Ko. sei wohl in in der Lage, die Jubiläumsweinen fie? Sie beweinen denjenigen, der ihnen Rußland Bezirksausschuß das Klage- Objett auf 20 000 m. fest. toften aus ihrer Tasche zu bezahlen. Gegen die in ein Reich vollkommener Willkür zu verwandeln erlaubt hätte, Die Kladderadatfch" Affäre vor Gericht. Vom 20. No- Verkümmerung des Koalitionsrechtes müsse die Versammlung Lohnreduktionen, gegen die Sammlungen und gegen die und fürchten diesen, der sie in irgend welche Rechtsordnung zwingen fönnte. Für diese Räuber und Würger giebt es teine vember wird weiter berichtet: Frhr. von Marschall als Zeuge energisch Protest erheben. Redner schloß mit der Mahnung zur schrecklichere Drohung als den Gedanken, daß ihr Volk in solche batsch" vollständig fernstehe; die Behauptungen desselben seien Arbeiter der Firma Ludwig Löwe u. Ko. einziehe.( Großer vernommen, erklärt, daß er den Rundgebungen des„ Kladderaunermüdlichen Arbeit, damit endlich ein besserer Geist in die geordnete Lebensbedingungen eintreten tönne, ohne welche andere Kulturvölfer nicht mehr zu leben vermöchten, daß die neue Nera erfunden. Er habe als Vorsteher des Auswärtigen Amts reiflich Beifall.) Um ein kleines Bild von den Abzügen zu ermöglichen, vielleicht irgend welche, wenn auch geringe, Bürgschaften der erwogen, ob gegen den„ Kladderadatsch" gerichtlich vorzugehen lassen wir hier die Lohnverhältnisse der Schleifer vor und nach Sicherheit gegen ihre Despotie schafft, deren Schutz die Märtyrer, sei; er habe aber davon Abstand genommen, da alsdann die an- lassen wir hier die Lohnverhältnisse der Schleifer vor und nach dem letzten Abzuge für Lieferungen nach Spanien und Brasilien für die heute von nirgends ein Rettungsstrahl schimmert, fuchen gelagten Redakteure des„ Kladderadatsch" berechtigt gewesen folgen( pro 105 Stüd): wären, über die Gründe der Besetzung hoher diplomatischer und finden werden. Abzüge, früher 1,75, jetzt 1,50 M. Abzugsbügel früher Allen voran lag selbstverständlich auf der Folter dieser Stellen eine Erörterung herbeizuführen. Das Reichsintereffe 6 M., jezt 4 M. Kammern, früher 7 M., jest 5 M. Schlöß= verbiete eine solche Erörterung selbst in geschlossener chen, früher 5,50 M., jetzt 4 M. Schraubbolzenmutter, früher Willkür unser Bolf. Jene Folter wurde eigentlich von Alexander II. geschaffen, jedoch Alexander III. war es, ber uns Gerichtssitzung. Auf seine( des Zeugen) Veranlassung babe 3 m., jest 2,80 m. Süljen, früber 8,50 M., jest 2,50 m. Wirklicher Legationsrath Dr. Hammann den Redakteur daraufspannte und der Marter überlieferte. Eher würden Fische Sicherungen, früher 1,75 m., jest 1,30 M. Stappen, früher begreifen, daß sie in Gestalt von Vögeln werden leben können, ihn( v. Marschall) anzugreifen und außerdem die Erklärung ab unterringe, früher 2,50 M., jetzt 1,90 M. Oberringe, früher Dr. Trojan ersucht, nicht schußlose Beamte, sondern als irgend ein zivilifirtes Volt zu glauben vermöchte, daß eine ihn( v. Marschall) anzugreifen und außerdem die Erklärung ab. 4., jetzt 8 M. Schloßhalter, früher 8 M., jest 2,45 M. Gesellschaft mit alter und hoher Kultur eine so vieljährige, ähnlichen Auftrag habe der Reichskanzler Graf v. Caprivi dem 2,80 M. Wenn man bedenkt, daß bei der deutschen Lieferung zugeben, daß alle Behauptungen vollständig unwahr seien. Einen 2,25 M., jetzt 1,70 m. Zubringer, früher 3 W., jetzt fchadenfrohe Peinigung seitens einer wilden Tyrannei zu über Kammergerichtsrath Wichert gegeben. Außerdem habe General Die Kammern mit 15 M., die Abzugsbügel mit 22 M., die stehen im stande sei. Denn man nahm uns alle Rechte, die dem major Spiß mit dem Berleger Hofmann gesprochen. Keiner habe Sülfen mit 8 M., die Schlößchen mit 10 M. 2c. bezahlt worden stehen im stande sei. Denn man nahm uns alle Rechte, die dem Rammergerichtsrath Wichert gegeben. Außerdem habe General- 2,50 M. Wenn man bedenkt, daß bei der deutschen Lieferung Staatsegoismus oder der Despotie feiner Beamtenschaar binder aber den Auftrag gehabt, ein Schweigen des Kladderadatsch" find( pro Hundert), kann man die obigen Löhne in ihrer lich waren; man beraubte uns der Arbeit, deren Brot noch von teinem russischen Hunde verachtet worden ist; man vertrieb zu veranlassen oder gar zu erklären, daß ungehörige Dinge im find( pro Hundert), kann man die obigen Löhne in ihrer Auswärtigen Amte vorgekommen feien. Der Angeklagte testler Auswärtigen Amte vorgekommen seien. Der Angeklagte Westler wahren Bedeutung ermessen. Die Firma zahlt 18 pet. Dividende! öffentlichen Inftitutionen; man bemühte sich unserer Jugend das Gift pes passes babe dem Kaiser, dem Reichskanzler und ihm vor einigen Tagen is iner Diskussio tamen, wurde folgende Regegen die nationalen Ideale und Reliquien einzuimpfen; unsere Eingaben gesandt, seinen Irrthum eingestanden und um zurück solution einstimmig angenommen: Die Versammlung protestirt ganz entschieden gegen die Willkür der Beamtenheerde preis; man versuchte uns nicht nur auswärtigen Amt eine öffentliche Gerichtsverhandlung unangenehm lungen zum 25 jährigen Fabritsjubiläum der Firma Ludwig zu Bettlern, sondern auchz u entehrten Sklaven zu machen. Auf alles sein müßte. Schon dies habe ihn veranlaßt, den Strafantrag nicht Löwe u. Ko. Die Versammlung ersieht die Nothwendigkeit, sich Bolnische schleuderte man vom Throne Bannflüche, von unter zurückzunehmen, denn es liege im Interesse des Auswärtigen Amtes, der Organisation anzuschließen, um den ferneren Abzügen einen daß er Gelegenheit babe, sich in öffentlicher Gerichtssigung aus ihm- Koth. Als wir, gefeffelt, gepeitscht, erniedrigt, die Energie zusprechen. Die Verlesung der kommissarischen Aussagen des festen Damm entgegenzustellen." Zum Schluß wies der Referent verloren, begann man uns zu martern wegen der schmerzvollen Beichstanzlers Grafen v. Caprivi, Generalmajors Spitz, Kammer noch auf die Nothwendigkeit des öffentlichen Fonds hin und erSeufzer und nicht unterdrückten Angstschreie, wegen der Lebensreste, jener fleinen Lebensjunten, die nicht erlöschen wollten, gerichtsrath Wichert und des Verlegers Hoffmann bestätigten mahnte, in allen Werkstätten Sammlungen zu veranlassen, nicht aber solchen entgegenzutreten. weil sie es nicht fonnten. Als es in den letzten Jahren an äußeren Marschall. Redakteur Polstorff dagegen hat nur verneint, daß die Mittheilung in unserem Bersammlungsbericht in der Freitagim großen und ganzen die Bekundungen des Freiherrn von Genosse Gruht, Nowawes, theilt uns berichtigend mit, daß Anzeichen unserer Nationalität ermangelte, burchſpähte man rhr. v. Marschall der Urheber der Kladderadatsch- Angriffe war. Frhr. v. Marschall der Urheber der Kladderadatsch- Angriffe war. unfere Seelen, in ihren tiefsten Winkeln den leisesten Hoffnungs- Die Beantwortung der Frage, ob dies ein Beamter sei, der dem Nummer betreffs seiner Person auf einem Irrthum beruht. Er schimmer suchend, den man ersticken könnte. Die Welt, der wir dieses unser Märtyrerthum flagten, glaubte und glaubt auch bis Reichskanzler unterstehe, lehnte er ab. Er behauptete, daß habe nicht beantragt, von der Diskussion abzusehen, sondern nur heute nicht der Wahrheit unserer Klage, so furchtbar ist das Generalmajor Spiz im Auftrage des Auswärtigen Amtes ersucht von seiner Berichterstattung, da er mit dem Referat des Genossen Unheil. Alle diefe Thaten und Gewaltatie besiegelte mit seinem babe, die Angriffe einzustellen und erklärt habe, es feien unge. Rasper einverstanden war. Weißensee. Am 14. November tagte hier eine öffentliche Namen der großherzige und eble Monarch", wie ihn in den hörigkeiten vorgekommen, man tönne aber nichts dagegen unter ihm gewidmeten lobpreifenden Nachrufen die Lügner und Knechte nehmen; ferner, von einem gerichtlichen Einschreiten gegen den Volksversammlung, in welcher der Vertrauensmann den Bericht nennen, der König von Polen", wie er sich selbst nannte," Kladderadatsch" könne feine Rede sein. Frhr. v. Marschall er- über seine Thätigkeit im verflossenen Jahre unterbreitete. Die Einnahmen betrugen 381 m. 84 Pf., die Ausgaben 292 M. 70 Pf., Alexander III. Und was können nun wir Polen, seine Unterklärt diese Bekundungen für vollkommen unwahr. Gegen 1 Ubr wird die Sigung auf 4 Uhr vertagt. mithin, ist ein Beſtand von 89 Mr. 14 Pf. vorhanden. Hierauf thanen, nach dieser dreizehnjährigen Qual an sein Grab bringen? In der Nachmittags Sigung stellte Dr. Kleser den Antrag, wurden die Genossen Rieß, Konrad, Taubmann und Mahnkopf unser Glend und unseren Schmerz! Möge er sie von uns Bolstorff und Generalmajor Spis persönlich zu laben. Der zu Revisoren und Genosse Haack zum Vertrauensmann gewählt. empfangen und mögen sie das ewige Andenken seines büßenden Gerichtshof lehnte jedoch diesen Antrag ab, weil den Angeklagten In die Lokalkommission wählte man die Genossen Wend, Konrad geglaubt werden könne, daß sie der Meinung waren, der Ge- und Lange. Sodann sollte Frau Ihrer die Berichterstattung Diefer pfalmodische Nekrolog. den wir hier in deutscher währsmann Polstorff's fei ein hochgestellter Beamter. Der Staats- über den Frankfurter Parteitag übernehmen; die Referentin geUebersetzung bringen, wurde als Brief aus dem König- anwalt beantragte alsdann in längerem Plaidoyer gegen Zimmer langte mit ihrem Vortrag jedoch nicht zu Ende, da der überwachende reich Polen" in der Nowa Reforma" gedruckt und rief einen mann 1 Monat, gegen Dr. Kleser 5 und gegen Nestler 3 Monate Gendarm bereits um 10 Uhr, fonst 11 Uhr, die Versammlung allgemeinen Enthusiasmus hervor. Gefängniß. Der Gerichtshof verurtheilte, wie wir in voriger der Polizeistunde wegen auflöste beiligsten Gefühle und Symbole gab Geistes bilden. man der straflosen nahme des Strafantrags ersucht, dabei aber hinzugefügt, daß im Samm Spandan. Freie Volksbühne. Sonntag, den 25. November 1894, Nachm. 4 Uhr, in Bork's Lofal, Statenerstraße 11: Sozialdemokratische 1000 Damen!!! Seiden- Plüschjaquets mit fleinen unSeitens des Polizeipräsidiums ist die Veranstaltung von Nach- scheinbaren Webefehlern 12-30, Abendin auf Seide wattirt u. Belzbefat mittags- Vorstellungen am Todtensonntag( 25. November) verboten 8-15. Seiden- Matelassé- Mäntel, Capes worden. Infolge dessen müssen die für den nächsten Sonntag ge- v. 12-30. Regenmäntel, um 3. räumen, planten Vorstellunges um eine Woche verschoben werden. 5-12. Neueste Winterjaquets 5-25 M. Für die III. Abtheilung und VII. Abtheilung findet also die Landsbergerir. 48 I Treppe. Partei- Versammlung. nächste Borstellung am Sonntag, den 2. Dezember, statt. Tagesordnung: Mitglieder zur VII. Abtheilung werden in allen Zahlstellen aufgenommen. Der Vorstand der Freien Volksbühne. 1. Vortrag des Genoffen Näther über: Der Kampf gegen den Umsturz. 2. Bericht vom Parteitag. 3. Bericht des Vertrauensmannes und Neuwahl eines 294/4 Vertrauensmannes. en Ber 112/8 Es wird um zahlreichen Besuch gebeten. Der Vertrauensmann. Für bildungsbeslissene junge Männer. Zu Anfang Dezember d. J. erscheint: Katechismus für den Selbstunterricht in der deutschen Literatur. J. A.: Julius Türk, O., Blumenstraße 21. Achtung! Achtung! Verein der Lithographen, Steindrucker und Berufsgen. Deutschlands( Filiale Berlin). Sonnabend, den 24. November d. J., Abends 9 Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstraße 37: Herren- Kommers Das Werkchen enthält in Fragen und zur Feier des 50jährigen Drucker- Jubiläums des Kollegen Aug. Sitzmann. Antworten alles Wissenswerthe in der deutschen Literaturgeschichte von ihren Anfängen bis zur Gegenwart und ist deshalb jedem jungen Mann zur Selbst Billets hierzu sind zu haben: John, Alte Jakobstr. 35; Vereins Die Verwaltung. bureau, Neue Friedrichstr. 861; W. Bra11, Swinemünderſtr. 4; Restaubildung zu empfehlen. 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