Nr.ZSS ♦ ZS. Jahrgang Msgabe 83 Nr. 177 Abend-Ausgabe Bezugspreis» WerkgZhrl. 30,— 33t, monoll. TO,— TO. ftft In»&ous. voraus jatjitnt. Posl- bezug! Monatlich 10,— At«inscht Au- ftellun�syidtlhr Unter Zsreii, band für Vrntlchland, Danzig. da« Laar» und M-meUiebiet. sowi» die«drmal, dcul- Tchen Sebiete Polens, Oesterreich, Ungarn und Suxemdurg 20.— Zllt. für das Udrige Ausland 27.— M. Post- beftellunzen nehmen an Oesterreich. Ungarn, Tfchecho» Elowaket, Dane- znarl, Holland, Luremburg, Schweden und die Schweiz. Der.Vorwärts- mit der Sonntag»- beilage.Volt und geit", der Unier» h»eilage �eimwelr" und der Beilaoe.Siediung und Kleingarten- «fcheint wochentäglich zweimal, Eonu- tag» und Montags einmal, Telegramm-Adreffe! �»oztaldawatrat verNn- IPV berliner Volksblatt ( 2Sp?snnsg� AnzetgeupreiS» Di«»chrgeipaltene Nvnparetllezetl« lostet dcho M.«lein» tlnzelgsu- das ieilgedruckte Wort Ich« ffl.(ja- läfstg zwei fenged ruckt» Worte»,»ede« «eitere Wort l,— TO,«tellengefuche und Schlafstellenanzrigen du» erst« Wort ls~ M. jede« weitere Wort i« Pfg WoNe über U» Buchstade, zählen für zwei Wort«. Hamilien-An- zeigen für Abonnenten Zeile X- TO Dl* Dreis« verstehen sich einfchlichlich reuerungszuichlag, Anzeigen für die nächste Nurmne« mästen dt«» Uhr nachmittag» im Hauptgeschäft. Berlin SW 08. Linden» straß» Li abgegeben«erden. Geöffnet von» Uhr früh dt» i Uhr abend». Zentralorgan der rozialdemohratifchen Partei Deutfcblanda Reöaktion un6 Expedition: SW öS, Linöenftr. Z Redaktion Mortstplah lSIVS—S? hzernfprknier. Moritsvla«, ll7SZ— St iiiMif ri'iii iiT liTTn'Ti Montag, den 1. August 1921 vorwärts-verlag G.m.b.H., SW bS, tlinSenftr. Z - Verlag. Expedition und Inseraten- zyrrnTprerycr. Mvrjstplay 11753-54 Der Friedenswille des Volkes. El/l Ehrentag für das deutsche Volk war der gestrige Sonntag. Er brachte überall im Reich große Demonstrationen Sur den Weltsrieden, vor allem hier in Berlin die gewaltige Kundgebung im Lustgarten und auf dem Schloßplatz, die die Anhänger der b e i d e n sozialdemokratischen Parteien mit bürgerlichen Friedensfreunden zum gemeinsamen Ziel vereinte. Die zahlreichen Fremden aus allen Ländern der Welt, die dem außerordentlichen Schauspiel beiwohnten, hatten Gelegenheit, in da» wahre Gesicht de» arbeitenden Deutschland zu blicken und seine Stimme zu hören. Sie werden sich selber die Frage beantworten können, ob dieses Volk den dauernden haß der Welt oerdient. Roch sind keine drei Jahre verflossen, seitdem der letzte Schuß im Weltkrieg verhallte, und seitdem hat der milira» ristische Geist in den Siegerltaaten alles getan, um im beut- schen Volt Gefühle der tiefsten Erbitterung zu erzeugen, es desFriedensnichtfroh werden zu lassen. Wenn trotz- dem jetzt schon eine so gewaltige Willenskundgebung möglich war, die jeden Gedanken an eine künftige gewaltsame Lösung weit von sich weist und die unblutige Entscheidung aller Streitfragen zum Grundsatz der Völkerpolitit erhebt, so zeugt das — wenigstens für Deutschland— von einer Kraft der Frle- densidee, die alle Gegner des Kriegs in ihrer Zuversicht neu bestärkt. Die gemeinsame Kundgebung von Sozialdemokraten und Unabhängigen, Anhängern der Zweiten Internationale und der Wiener Arbeitsgemeinschaft, hat zugleich auch gezeigt, daß noch vorhandene Gegensätze sich überbrücken lasten, wenn man nur will und wenn auf beiden Seiten die Erkenntnis vorhan- den ist, daß gemeinsameNot gemeinsames han- dein fordert. Es gab keine Distonanz, die die Kundgebung störte,.SPD."» und„USP."-Banner flatterten in gleichem Rot, von schwarz-rot-goldenen Flaggen der Republik über- weht, über einer einheitlichen Armee. Jeder Störungsversuch von kommunistischer oder nationalistischer Seite unterblieb, man hatte sich durch Masse und geschlossenes Auftreten Re- spekt verschafft gegen rechts wie gegen links. Am selben Tag konnte der Führer der Unabhängigen, C r i s p i« n, in Paris in einer Versammlung von Sozialisten sprechen, die das Andenken von Jean Jaur�s feierte, den großen Apostel der sozialistischen Völkerversöhnung, der an diesem Tage vor sieben Jahren als erstes Opfer der entiestelten nationalistischen Mordlust gefallen war. Wenn man sich desten erinnert, welch übler Empfang einst Bebel und Singer, wenige Jahre nach dem Kriege von 1870/71, in Marseille bereitet wurde, so muß man auch dies als einen Fortschritt begrüßen, daß jetzt eine Versammlung deutscher und französischer Sozialisten in Paris möglich war und ohne jede Störung ver» laufen konnte. Roch nach keinem Kriege war der Wille zu einem dauern- den Frieden in den Völkern so stark wie nach diesem. Die Anhänger des militaristischen Gedankens, zu denen lei- der auch die Kommunisten gehören, weisen hohnvoll darauf hin. daß auch nach dem Ende des Weltkrieges die blutigen Kämpfe in verschiedenen Gebieten der Erde andauerten, in Rußland, in Oberschlesien, in Kleinasien, und daß die Welt von Konfliktstofsen geschwängert ist. Gewiß ist dies der Fall, über diese Tatsachen selbst besteht kein Streit, wohl aber über die politische Einstellung zu ihnen. Müsten wir das, was sich wieder zusammenzuballen droht, in fatalisti- fchem Gleichmut auf uns nehmen, sollen wir immer wieder sogar dem Aberglartben verfallen, daß hinter neuen Meeren von Menschenblut irgendein noch unentdecktes Paradies liegt. oder ist e» nicht vielmehr unsere Pflicht, verhängnisvoll« Eni- Wicklungen durch die Kraft unseres Willen» zu meistern und. inem neuen Zeitalter den Weg zu bahnen, das die Lösung von Konflikten zwischen den großen Kulturvölkern durch eine sich stets vervollkommnende Technik der Mensch«»» Vernichtung für all« Zeiten ausschließt? -Hunderttausende in Berlin, Millionen in Deutschland haben gestern auf diese Schicksalsfrage der Menschheit die Antwort erteilt, indem sie ihren Ruf„Nie wieder K r i e g!" in die Welt gehen ließen. Sie haben damit gewiß nicht sagen- wollen, daß der Frieden, der den letzten Krieg beschloß, die Welt, insbesondere Deutschland, in einem befrie- digenden Zustand zurückließ. Aber sie haben damit ihrem Willen Ausdruck gegeben, daß die Härten und Unmöglichkeiten dieses Friedensvertrogs ihren Ausgleich finden sollen durch den abwägenden verstand und da» wiedererwachend« Rechts- gefühl, nicht durch den Zusammenprall roher Gewalten. Die materielle Abrüstung Deutschlands ist nach den Fsr- derungen der einstigen Gegner im Kriege beendet, die g e i- stige Abrüstung kann weder diktiert, noch überwacht, noch Nach bestimmten Regeln ausgeführt werden: sie ist und bleibt eine innere Angelegenheit de» deutschen Volke«. In welchem Maße sie fortgeschritten ist, hat der gestrige Tag gezeigt, Am Tage zuvor hatte Lloyd George bei der Eni- hüllung eines Kriegerdenkmals w Thame eine Rede gehalten, in der er sagte, der furchtbare Krieg habe England den Wert des Friedens gelehrt. Man dürfe den Kindern nicht die Saat eines konzentrierten Hasses hinterlassen, der eines Tages ausbrechen könne. Darum werde jetzt die ganze Macht des britischenReiches.dieim August in den Krieg gerufen wurde,.heute in die Wagschale des Friedens ge- warfen. Man braucht nicht die letzten Gedanken dieses wanv- lungsreichen Politikers zu suchen, der al» Pazifist in den Krieg ging und als Pazifist aus»hm herauskam, nachdem er mittler- weile geholfen hatte, den Frieden von Versailles zustande zu bringen. Aber niemand wird bestreiten, daß der leitende britisch« Staatsmann ein feines Gefühl für die Schwingungen der Volksseele hat, und daß darum auch seine Rede ein An- zeichen für die wachsende Kraft des Friedensgedankens in der ganzen Well ist. Der Oberste Rat der Alliierten, der am 8. August zufam- mentritt, findet eine Atmosphäre vor, die ihm wohl das Voll- bringen eines großen Werkes gestatten würde. Ober- s ch l e s i e n und die Sanktionen stehen auf seiner Tages- ordnung. Er kann, wenn er will, dem deutschen Volk ein erstes Zeichen dafür geben, daß es nicht umsonst tn der Welt nach Gerechtigkeit sucht. Der verlauf See Kundgebung. Zahlreiche rot« und schrvarz-rot-gotden« Banner wehten gestern im Lustgarten, am Dom und am Marstall: SPD. und USP. hatten sich zu gemeinsamer Kundgebung zusammengefunden und von vielen Teilnehmern wurde diese Tatsache mit Genugtuung begrüßt. Außer diesen beide« Arbeiterparteim waren die Syndikalisten und die bürgerlichen Pazifisten an der Demonstration gegen den Wahnsinn des Krieges beteiligt. Die Kommunisten aber agitierten auf eigene Rechnung für ihre Ideen, die sie nicht glauben ohne Gewalt durch- setzen zu können— und so war es nur konsequent, wenn ihre Organisation sich an dieser Kundgebung nicht beteiligte. Ungefähr 30 Redner sprachen zu den Tausenden, und riefen auf zum Kampf gegen Imperialismus, Kapitalismus und Militarismus. Brausende Zustimmung hallte über den Platz. Am Museum sprach zunächst Wilhelm D i e t e r l e vom Großen Schauspielhaus einen Prolog im Sinne der pazifistischen Idee. von der Museumstreppe herunter sprach der Leiter des Aktions- ausfchussts Karl B e t t e r, der auf die bedeutungsvolle Tatsache hinwies, daß in diesem Jahre zum ersten Male die sozialistischen Parteien und die Seloerkschaften sich offiziell und geschlossen an einer psziststischen Kundgebung beteiligen. Er sprach die Hoffnung au», daß dies« Einigkeit auch künftighin zum Wohle aller gegen den Kriegswahnstnn gerichteten Bestrebungen bestehen bleiben möge.— Ferner sorachen der pazifistisch« Cnndikalist Rocker und mit Beifall begrüßt der Führ« der holländischen Syndikalisten L a n s i ck- Amsterdam. Am Denkmal Im Lustgarten sprach unter stürmischem Beifall n. a. Genosse Heller. Heute vor sieben Jahren, so führte er au». begann da» Völkermorden, das„herrlich« Stohlbad". Ein Krieg, wie ihn die Weltgeschichte noch nicht gesehen hatte. Das Ergebnis: Zehn Millionen tote Menschen, dahingerafft im blühenden Menschen. alter. Weit« MiMonen Witwen und Waisen und all das Kriegs- elend. Und noch Immer kein frieden! Werfen wfr uns«« Blicke nach Asten und nach Ob«schlesien. Krieg ist dort, Menschenblut fließt. Wir sehen weiter, daß In Frankreich und Deutschland Gewaktpolitiker am Werke sind, neue Gefahren heraukzubeschmören. E» find die Sanktionen am Rhein, es ist die »berschlestsche Frage. Als Arbeitervertreter sage Ich von dies« Stelle, dl« Entente möge sosort die Sanktionen ausheben, sowie eine Eni- scheidung über Oberfchlesien fallen, und zwar so, wie es der Ab- stimnnmg entspricht. Stärker denn je find Kräfte am Werke, erneut die Jugend des Volke» zu»«giften. Ihr habt die Pflicht, mit einer ganz anderen Energie al»«I« bisher, mit mehr Aktivität Euch gegen ein solches Treib»« zu wenden. Wir«ollen keine« Krieg. »i»«ölte« BSlter»«rsöhnnngI Am St. August soll ein« s»genannte HeidengedSchtnIosei« im Stadion stattfinden. Am 24. Oktober will d« Alldeutsch« verband seine Auferstehunq be-zchen. Dos sind pslitffche Sefohren. Wir warnen die Regiernng! Es sind Beronstaltungen, ein« Revanchestimmung In da» deutsch« B«lk hin- einzutragen. Roch ist un» in der Erinnerung die Red» de» Deutsch- nationalen Hergt vom Januar 1SZ1. Bertret« d« gleiche« Richtung benutz«« die Flagg«nft»g«, für die Monarchie und gegen die Repu- blit Stimmung zu machen. Wenn wir un« nicht mit all« Macht dagegen wenden, dann droht nicht nur veuffchland, sondern ganz Europa in einem Meer von Blut und Elend erstickt zu werden. Den Hetzern»on Rechts sei ins Gedächtnis gerufen: Wilhelm IT war-es, der 1911 in Hamburg in bezug auf die Murine erklärte, er brauche feine Machtmittel zur Durchführung seiner Politik. Diese Politik ist heute— SV Lahre spät«— grünblich durchgeführt: diese Poll- tik hat de« K rieg, de« Zusamme-bruch, da» Glend verschuld« tl Heute hat man trotzdem den Mut zu dem »«such, diese kaiserliche Vergangenheit neu ersteh»« zu laßen. Die Kaiferflagge hissen, würde neue Verwicklungen bedeuten, neue Kriege, erneutes Morden— das Chaos! Scharf muß hier der Kampf geführt werden— gegen alle Kriegshetzer, in allen Ländern. Und da müssen alle Mittel angewendet werden, dies zu hintertreiben. Die arbeitenden Klassen haben den Krieg nicht gewallt. Die arbeiten- den Klassen sind sich Aar darüber, daß sie heute für den Krieg mit bluten müssen. Deshalb wolle» wir mikheffen am wiodarmcsbau»vrspas, an der Verstchnung der Völker. Al» Sozialdemokraten haben wir von jeher für den Frieden der Welt gekämpft. Wir waren zu schwach, ihn»« sieben Jahren zu verhindern. Die besitzende Klasse möge sich gesagt sein lassen, daß sie in erster Li n i e zur Tragung der Lasten, die der Krieg er- zeugte, herangezozen werden muß. Den geschworenen Feinden der Republik, den Monarchisten, den Rechtsparteien und der reaktionären Press» möge diese Demonstration al» Warnungssignal dienen, daß wir den schSrfften Kampf fübren«erden gegen die Kriegrtreiber, gegen den Krieg. Wir kämpfen für die Völkerversöhnung mit der Parole: Nieder mit jedem ZMlikarlom«»— nieder mit der Reak- krank Es lebe die Republik! �Ferner sprachen die Genossen Ostrowski, Siering, Häußler, Bierbücher. Rief stahl, als Dertreker des Repu- bliksnischen Fiihmbundes, B a r s a n t i von der Reichsvercinizung ehemaliger Kriegsgefangener,. sowie Genosse Pfarrer Franke, Friedensnesellschaft, der darauf hinwies, daß der Krieg nicht geeignet fei, der Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen. Die Unabhängigen hatten u. a. ihre Genossen Künstler, Leid, Meyer und R a- bald als Redner entsandt. Bon den Stufen des Domes herab richtete Genosse Pfarrer B l e i e r Worte an die Menge. Er wies in feinen Ausführungen auf die Bedeutung dieser gewaltigen Deinonstration hin und hob hervor, daß ein Gedanke alle Teilnehmer beseele, nämlich der Gedanke des völkerfrirdens und der DöikerversZhnung. Nie wieder möge eine Zeit kommen, die man in den Kreisen der Kriegsfreunde als eine große bezeichnet habe. Eine neue Kultur, die der Wahrheit und des Friedens müsse aufgebaut werden. Jeder Krieg ist unheilvoll. Und der Aufbau dieser neuen Kultur muß inter- national von allen Bölkern geschehen. Nicht mehr sollen die Waffen erhoben werden von Menschen gegen Menschen, die sich gegenseitig nichts Böses getan haben. Und keine Nevanchegedanken sollen un« beseelen, auch nicht, wenmsie gegen die Franzosen gerichtet sind. Wir wollen sie überzeugen davon, daß wir ernstlich nur d»n Frieden und die Versöhnung erstreben, daß wir nur mit den Waffen des Geiste» den Kampf hierfür führen. Mit diesen Waffen«erden wir die Ver- söhnunq der Völker erringen. Bielen herzlichen Dank den Pazifisten aller Dölker, die am heutigen Tage mit un» ibre Stimme für den B-lkerfrieden erheben. In�>elondere dielen Dank auch den Quäkern, die stets selbstlos bereit gewesen sind, die Leiden de» fürchterlichen Krieges lindern zu helfen Auch sie sind Bertreter des Geboies: Du sollst nicht töten! Und daß wir überall helfend eingreifen wollen, wo Not und Elend z» lindern sind, wollen wir beweisen, indem wir den Notleidenden in Rußland Hilf« bringen. Mit der höchsten und edel- sten Macht des Geistes werden wir unser Ziel, die varnlchlung«Iker Krieg« Akdomkcm, die Versöhnung all« Völker erreichen.(Stürmischer Beifall.) Die Arbeiterjugend fand ihren Platz am Marstall. Nicht Wald und See und Miese war beute das Ziel. Ernstes Wollen und ernster Zweck führte sie auf den Schloßplatz. Tausende jung« Leute und Jungmädchen rückten heran. Unter frischfreiem Gesang d« Internationole, begleitet von den lieb- gewordenen Instrimienten. Bielfach beachtet wurde ein weiß ge- kleidetes Schulmädchen, welche, ein Plakat trug mit der Inschrift: »Ich lasse meine« vak««iemals mied« In de» Krieg!" Nachdem Genosse F r i t s ch e in wuchtigen Worten auf den Zweck der V«anstaltung hingewiesen hatte, sprach Genosse A l t m- y e r: E» war ein Sonntag wie heut«, al» während des Balkankriege» in Basel die Bertreter der notleidenden Arbeitermaflen sich versammelt hatten, um gegen den Weltkrieg, der schon 19Z5 seine Schatten über Emop« geworfen hatte, zu demonstrieren. Unter Glockenläuten und Fahnen- schwenken zogen die Bertreter aller europäischen Länder in den Dom zu Basel. Und von der Kanzel herab rief? o u r e, seine«schütter». den und unvergeßlichen Wort« gegen den Wahnsinn de» Kriege», die in den Mahnruf ausklangen: Faßt EiireKräftezusamwe«, hvltdieToten, diepefallen lind,«a, der Erde und zieht o«r die Schlösser der Mächtigen, daß sie ab- lassen von ihrem Tun! Um dieselbe Zeit schrieb»in all- deutsche» Blatt:„Gott schicke uns einen frischfröhlichen Krieg." Die Hetzer aber und militaristischen Schreier in Pari» und übwsll sind zu Haus« geblieben, al» der Weltkrieg kam, u id haben vier Jahre lang die Menschheit immer tiefer in den Krieg hineingehetzt. Der unvergeßliche Mahner aber, der?r»ph»t im Dome zu Basel, wurde zur selben Stunde,«« wir hier demonstrierm, vor sieben Jahren hingemordet. Wenn wir als Folg« des Kriegs jetzt gleichsam durch die Wüste ziehen, so geben euch uns zwei heilige Schreine voran. In dem einen sind die Pflichten, die wir al« Jugend für die ganze Menschheit haben, und In dem anderen liegt der Geist der Einigkeit. d« Brüderlichkeit und des Abscheues vor dem Massenmord. Der Son«e Pracht, de» Seifte» Bfftz, de» Wissens Macht: Das ist das Ziel, da» wir erstreben. Da« ist der Arbeit helliger Krieg: mit un» da» Vott, mit»n» der Sieg!(Stürmischer, anhaltender Beifall.) Zloyö George öoch amvesenS.— Gin Kollektivjchritt. Paris. ZI. Iuli. lWTB.) Wie Havas rneldcl. hak im Laufe des gestrigen Abends der englische Boischafter in Paris amtlich die Annahme des So m promisses durch seine Regierung bestätigt, das einen Gesamlfchritk in Berlin zur Regelung des Truppentransportes nach Oberschlcsien und Regelung der 5 rage der Verstärkungen durch den Obersten Rat betrifft. Roch gestern abend hatte der e n g l i s ch e Botschafter in Berlin Anweisung erhalten, sich dem bereits erfolgten Schritte des französischen Botschafters anzu- schließen. Die französische öffentliche Meinung werde diese erste Verständigung über das einzuschlagende Verfahren als Auftakt zur freundschaftlichen Lösung dieser Frage von Grund aus afehcn. Der Oberste Rat werde am 8. August in Paris zusammentreten, da der italienische Ministerpräsident nicht früher abkommen könne. Lloyd George werde der Sitzung persönlich beiwohnen; Belgien werde ein- geladen werden und Amerika werde einen Vertreter an den Verhandlungen teilnehmen lassen. Die Konferenz werde in erster Linie die Frage der nach O b e r s ch l e s i e n zu entsendenden Verstärkungen, sowie die Teilung des Abstimmungsgebiets zu regeln haben. Die Sriegsbeschuldigtenfrage werde sehr wahrscheinlichauch geprüft werden. Die Frage der Reparationen werde in ihrer Gesamtheit wahr- sch e i n l i ch nicht ins Auge gefaßt werden, da die alliierten Flnanzminister gleich nach der Konferenz gewisse technische Fragen zu regeln hätten, wie die Verteilung der bereits von Deutschland gezahlten Enlfchüdigungssumm-, der Dcsatzungs- kosten usw. Ein Hauptpunkt, die Ausrechlerhaltung der drei Londoner Sanktionen: Besetzung von Ruhrort. Duisburg und Düsteldorf, die Zollschranken am Frage von Grund aus ansehen. Der Oberste Rat werde bestimmt angeschnitten werden, doch gehe die allgemeine Meinung dahin, daß Enk- schlleßungen darüber der Garant iekommission überlassen werden sotten, die die Ausführung der deutschen Verpflichtungen zu überwachen hat. Oberschlesien betrifft Belgien nicht. Paris, 1. August.(WTB.) Wie das.Journal" mitteilt, wird Belgien nur zu den Verakungen des Obersten Rate» eingeladen werden, die andere Fragen als die oberschlefische, beispielsweise die Aufhebung der Sanktionen, betrefsen. Die Belgier selbst wünschten, dah die Neichsgertchtsurteile gegen die Kriegsbeschuldizten zur Sprache gelangten. Außerdem sei es nicht unwahrscheinlich, daß von türkischer oder griechischer Seite ein Ersuchen uni Vermittlung erfolge. Erklärungen Deila Torrettas. Rom, 31. Juli.(WTB.) Der Minister des Aeußern Dells T o r r e t t a erklürtc im Senat bei der Besprechung der italienischen Außenpolitik folgendes: Die o b er s ch l e s i s ch e Frag« wird vor den Obersten Rat kommen. Sie ist heikel. Italien wird sich an dieser Besprechung beteiligen und dabei sein« eigenen tatsäch- lichen Interessen im Auge behalten, sich aber naturlich vor allem auf den Bertrag von Versailles stützen. Es wird jederzeit den Geist der Versöhnlichkeit an den Tag legen, sowie den Geist der Gerechtigkeit und der Achtung vor den Rechten eines jeden. Angesichts des Ernstes der Lag« und der Tatsache, daß man am Vorabend einer wichtigen Entscheidung steht, glaubt Della Toretta, kein« Einzelheiten mitteilen zu sollen. Gine Reöe Zhpö Georges. London, 30. Iuli.(Reuter.) Bei der Enthüllung eines Kriegerdenkmals in Thame hielt Lloyd George ein« Rede, in der er sagte, er glaube, daß Frankreich und Großbritannien auf dem besten Wege zur Berständigung seien. Die Schwierigkeiten seien beigelegt worden. Wir erkannten, fuhr Lloyd George fort, die größeren Opfer völlig an, die Frankreich einen An- sprach darauf geben, daß seine direkteren Znterefsen in einigen dieser Fragen Berücksichtigung finden. Das britische Reich hatte nur das eme Interesse, daß der so teuer erkaufte Friede ein wirklicher und sofortiger Friede würde. Wenn es so schien, als od Großbritannien in den europäischen Fragen immer hemmte, immer zur Geduld riet und immer auf Mäßigung drängte, so ge- schah es, weil dieser furchtbare Krieg uns den Wert des Friedens gelehrt hat. Selen wir darauf bedacht, unseren Kindern nicht das Vermächtnis eines konzentrierten Hasses zu Hinteriasien, der eines Tages ausbrechen kann. Aus diesem Grunde wird die ganze Macht des britischen Reiches, die im August 1914 in den Krieg geworfen wurde, heute in die Wagschale des Friedens geworfen. Die �lrbeits!ohnung für Kriegsgefangene. Kürzlich veröffentlichten wir eine Zuschrift von ehemaligen Kriegs- gefangenen, in der über zögernde Auszahlung der Arbeits'öhnung für die Gefangenen geklagt wurde. Das WTB. veröffentlicht nun- mehr halbamtlich eine Mitteilung, wonach d!« durch die hauptkasie für das Kriegsgefangenenwesen, Berlin, Schützenstr. 3, aus Grund der dort vorgelegten Gutscheine ausgezahlten Gelder nur Reichs. Vorschüsse darstellen und die endgültige Absindung nach Eingang der fremdstaatlichen amtlichen Guthabenlisten erfolgen kann. Di« Zuschrift bestätigt, daß ein Umrechnungskurs von SO M. für das «rrglifche Pfund für die Zeit vom November 1318 bis Ende August 1913 zugrunde gelegt werde. Für die nach dem 1. September 1313 aus England heimgekehrten und für alle aus Frankreich Zurückge- kommenen wird der Kurs des Enllasiungstages aus dem Durch- gangslager gewährt. Ein weitergehendes Entgegenkommen ist bei der Finanzlag« des Reiches nicht möglich. Die Annahme der Heimkehrer, die fremdstaallichen Regierungen hätten den ihnen noch zustehenden Arbeitsoerdienst i n b a r an die deutsche Regierung gesandt, ist unzutreffend. Barüberweisungen an Arbeitslohn haben noch nicht stattgefunden, sondern es sind nur teilweise Mitteilungen über die höhe der bei der Emlasiung der Kriegsgefangenen aus feindlicher Hand bestehenden Guthaben ein- gegangen. Die in diesen Listen vermerkten Guthaben im Gesamt- betrage von etwa 43 000 Lstr. sind bereits zur endgültigen Aus- zcchlung gelaugt. Die Forderungen der Kriegsgefangenen bestehen nicht gegen das Deutsch« Reich, sondern gegen die ehemals feindlichen Regierungen. Wenn das Reich ein« vorläufige Anzahlung vor dem Eingang der amtlichen Eutha benlisten leistet, so geschieht dies freiwillig und aus Entgegenkommen für die heimgekehrten. Emen rechtlichen Anspruch darauf haben sie nicht. Sie müssen sich daher mit der zugestanderrcn Abfindung vorläufig begnügen und im übrigen da» Ergebnis der in ihrer Sache unternommenen diplomatischen Schritte abwarten. Ein weiteres Entgegenkommen der Reichsrsgierung besteht darin, daß auch ohne Beibringung von englischen Gutschemen ein B o r s ch u h von 100 M. auf den erdienten Arbeitslohn gezahlt wird, wenn ein solcher Anspruch irgendwie glaubhaft gemacht wird. Wir können hierzu nur den Wunsch aussprechen, daß den Ge- fangen«! gegenüber, die Jahre hindurch gerade genug gelitten haben, mit größtem Entgegenkommen und möglichst ohne jeden Bureau- kratismus verfahren werdel Der Bürgerkrieg in Rordchina. Der Bürgerkrieg in Nordchina breitet sich immer mehr aus. Kurz nachdem die Demonstration abgeblasen worden war, ordne- ten sich die verschiedenen Gruppen zum Abmarsch, der ohne jeden Zwischenfall, teilweise unter Begleitung von Musikkapellen, vor sich ging. Infolge der heißen Witterung muhte die Arbeiter- s a m a r i t e r k o l o n n e, die ihr Hauptquartier tm Marstall aufge- schlagen hatte, wiederholt eingreifen. Es kamen higschläge und Krampfanfälle vor. Die meisten der Betroffenen erholten sich bald wieder: in einigen wenigen Fällen mußten die Erkrankten jedoch den Krankenhäusern zugeführt werden. Die Kundgebungen im Reich. München. 1. August.(Eigener Drahtbertcht de».Vorwärts".) Die Morgenfeier zur Wiederkehr des Kriegsausbruches unter dem Motto„Nie wieder Krieg" ncchin in einer überfüllten Bersanimlung einen würdigen und äußerst eindrucksvollen Verlauf. Trotz aller Schwierigkeiten der Polizei, welche eine Demonstration im Freien untersagt und die Feier im Rathaushos unterbunden hatte, gelang es dem einberufenden Verbände des Fricdensbundcs der Kriegsteil- nehmer, ein Friedcnsfest in der kriegslüsternsten Ecke des Reiches unter Beteiligung führender Männer des Parlaments und des Ab- geordneten Genosien Erhard Auer wie des ersten Bürgermeisters zu verwirklichen, das durch feine künstlerischen wie rednerischen Leistungen einen vollen Erfolg für die Friedenssache brachte. Auch ein auswärtiger Redner Maxwell aus Glasgow in Schott- land kam zu Worte. Unter dem Eindruck der Feier wagte es ieit längerer Zeit zum erstenmal niemand mehr in München, die Störungsirupps der Reaktion gegen die Friedensdemonstration in Bewegung zu setzen. Imposanter Verlauf in Breslau. Unter dem Motto„Nie wieder einen Krieg" fand auch in Breslau auf dem Schloßplatz eine große Kundgebung gegen eine Wiederholung des Völkermordens statt. Sechs Redner sprachen und verlasen zum Schluß ihrer Ausführungen eine entsprechende Eni- s ch l i e ß u n g, die Annahme fand. Kapp, wo bist du? Einem bekannten Berliner Montagsblatt wird aus feinem Leserkreis mitgeteilt, daß der Landschaftsdirektor Kapp wieder nach Deutschland zurückgekehrt sei. Er befinde sich auf Schloß Eyba bei Saalfeld in Thüringen. Diese Mitteilung muß dem Staats- anwalt seit heut« früh 9 Uhr bekannt sein. Wir nehmen deswegen an, daß in der Zwischenzeit Kapp schon verhaftet worden ist oder daß sich herausgestellt hat, daß die Nachricht über feinen neuen behag- lichen Wohnsitz ein Irrtum ist. Um weitere Auklärung wird bringend gebtenl Knappe Mehrheit für Jouhauzt-Merrheim. Paris, 31. 3uli.(WTB.) Die Tagesardunng, die der Gewerkschaftskongreß in Lille gestern genehmigte, wurde mit 1S72 Stimmen der Anhänger des Allgemeinen Arbeiterverbandes an- genommen. Die ZU i n d e r h e i l. zu der die Anhänger der W o s- k a u e r Znkernakionale gehören, erhielt für ihire Tagesordnung 1325 Stimmen. 66 Delegierte enthielt« sich der Abstimmung. Die Spaltung steht bevor. Paris, 31. Iuli. lWTB.) Wie das Kommunistenblatt„Linter- nationale" m» Lille berichtet, hat die radikale Minderheit des Gewerkschaftskongresses, also Anhänger der Moskauer Internatio- nale, heute getrennt getagt. Die Kommunisten haben einen ausführenden Ausschuh eingesetzt, woraus sich schließen läßt, daß sie die Absicht haben, den Allgemeinen Arbeiteroerband zu verlassen. Ein merkwürüiges verbot. Danzig, 1. August.(TU.) Die sozialistischen Parteien Dan- z i g s haben beim Senat den Antrag gestellt, ihn««ine Demonstration gegen die Erhöhung des Brotpreise» am Donners- tag, dem 4. August, zu gestatten. Der S«at hat das Ersuch« mit der Begründung abgelehnt, er sn darüber unterrichtet, daß aus Anlaß der Demonstration versucht werdm solle, die Ordnung zu stören und den Senat zu stürzen.(?!) . Verantwortung. Bon Alfred Polga r*). Die leitend« Staatsmänner und Generale übernehm«.die Verantwortung" für das Schicksal, das sie dm Völle« auferleg«. Aber was heißt in dem Fall: Verantwortung? Einer ungeheueren Verantwortung müßte doch ein ungeheueres Risiko desi« enffprech«, der sie übernimmt. Ein unterernahrter, müdgearbeiteter Motorführer, der durch ungeschicktes Lenken seines Wagen» ein Malheur anrichtet, wird eingesperrt. Was geschieht mit dem Staatsmann, der durch ungeschicktes Lenk« des Staatswagens ein Malheur anrichtet? Er geht in Pmston. Wenn durch des Motorführers Berfchuld« ein Mmfch getötet wird, wandert der Motorführer auf Jahre ins Gefängnis. Wenn der Feldherr nutzlos, erfolglos Zehntausende feiner Eol- baten in den Tod geschickt hat, was erwartet ihn? Ein Häuschen im Cottag«. Dort pflanzt er, in einem verschnürten Samtrock und das Käppi auf dem Haupt, Rofm. Seine Lieblingssorten. Und schreibt Memoirm. I„Ich übernehme die Verantwortung", sagt der Minister so und so. Vor der Größe und dem kühn« Stolz dieses Worte» erbleich« die Zeitgenosien. Aber es steckt gar nicht das geringste dahinter. Verantwortung ohne Sühne, der« Ungeheuerlichkeit der Un» geheuerlichkeit jener entspräche, ist ein leeres Wort. Den Motorführer richt« die Gerichte. Den Staatsmann und dm General richtet die Geschichte. Sie überlassen ihr— jo sagen sie im kritischen Fall—.ruhigen Herzens das Urteil"! Großartig, was? Erschütlernd, wie? Der Herr Minister übernahm di« Verantwortung? Halt einen AugenbliSI Wieviel Jahre Zuchthaus also, falls die Sache schief geht? Oder wie oft wünsch« gehängt zu werden? Was würde Exzellmz darauf antworten?.Ich überlaste das Urteil ruhig der Geschichte" Und in der Tat haben jederzeit die Verantwortlichen auch nur dann die Konsequmz aus ihrer Uebernahm« der Verantwortung ziehen müssen, wenn das Volk Geschichte gespielt hat. Zm Walhslla-Thealer genießt man jetzt ei»« Wiederaufwürmung der„Königin der Luft", jener Operettenpojse, zu. der die Herren R e i m a n n und Schwarz den Text, Herr Schwarz die Musik beigesteuert. Die Autoren arbeiten mit altchridürdigen Schwankrequisiten. Da ist der schüchtern? Provinzonkel, der die *) Aus der bei Fritz Gurlitt erschien«« Sammlung.Kleine Zeit". ! Galanten«, die er sei ler Angeschwärmt« sag« möchte, durch einen jung« Geschäftsfreund bestellen läßt, dem er in diesem Fache mit Recht di« größere Gewandtheit zutraut: da ist als Mittler der unwiderstehliche Kommis Dayageur, der dann die Braut heim- führt. Schließlich sehr zur Erleichterung des würdigen Stadtrats, indem sich nämlich die Lame als„Königin der Lust" und Spröß- ling eines gefährlich wilden Menager>cdirettors entpuppt. Das Publikum schien sich gut zu unterholten uyd spendete reichen Beifall. Resi H a e ck e l und Lueie B l a ch n e r spielten die beiden weiblichen Hauvtroll«. Getragen wurde di« Ans- führung durch Herrn Erich Bartels, der dm Schwerenöter von Reisend« mit ungewöhnlich flottem Schmiß und liebenswürdiger Charme agierte. Luxusstmerfreiheit der Kunstausstellungen. Eine Verordnung des Reichsministeriums regelt die feit langer Zeit strittige Frage, ob auch Werke lebender Künstler in Ausstellungen beim Berkauf der Luxussteuer unterliegen. Der Verkauf ist danach von der Steuer befreit worden, und zwar nicht nur bei den großen Kunst- ausstellungen der Verbände und Kunstvereine, sonde« auch in pri- vaten Kunstsalons. Die preußische Wcßbildansiall, die jetzt den Namen„Staat- liche Bildstelle" führt, hat ihre alten Räume in der Schinkel- schen Bauakademie verlosten, und ist in einer Neugestaltung ihrer Organisation, ihrer Betriebsmittel und Aufgaben begriffen. Bisher hatte sich die Anstalt der photographischen Aufnahme unserer Baudenkmäler gewidmet, unter Zugrundelegung des Meßbildverfahrens und im archäologischen Sinne. Run will sie sich in den Dienst der gesamten Kunstwissenschaft stellen, die Anwendung des Meßbildverfahrens nur auf die unbedingt not- wendigen Fälle beschränken und in ihren Aufnahm« bildmähige Schönheit mit Präzision zu verbinden suchen. Ferner wird sie einen Zentralnachweis und einen Gesamtkatalog der kunstwissenschaftlichen Photographie schaffen. Zu ihrer geschäftlichen Vertretung hat sich die Bildstelle einen „Deutschen Kunstverlag"(Berlin W. 8, Wilhelmstr. 63) an- gegliedert. Seinen Räumen wird ein Studien- und Ausstellnngssaal angefügt, als Ersatz dafür, daß die Meßbildanstalt selbst nicht mehr wie bisher der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Ein?rau«buch. Soeben ist im Verlag Auer u. Co. in Hamburg„Der Frauen Hausschatz, Jahrbuch für Arbeiterfrauen und Töchter", herausgegeben von Ge- nossin W. Kühler, erschienen. Es ruft zur Sammlung auf. Nach Krieg und Revolution gilt es, die proletarischen Frauen zu gemeinsamem Werk zusammenzusasi« und diese Aufgab« wird hier nach dem Motto„Wer vieles bringt, wird manch«! etwas bringen" unternommen. Ein Frouenbuch, ein merkwürdiges Buch. Zwei Stimmen weiß es zu vereinigen, die heiter-uachdenkliche und die kampkesfroh-steges- gewisse. Auf 128 Seit« ist eine erstaunliche Fülle Materials zu- sommengebracht, das Fleiß und' Liebe der Hcrausgeberin wie der Mitarbeiter unaufdringlich und dach deutlich kündet. Alle sind sie vertreten, deren Namen seit Iahren für die arbeitende Frau pro- grammatischen Klang besitzm: Marie Iuchacz, Luise Schröder, Klara Bohm-Schuch, Gertrud Hanna, Toni Pfülf, Johanna Reitze, Luise Kühler, Elisa- b e t h Röhl u. a. m. Zu all den Fragen nehmen sie Stellung, di« die Frau bewegt: Als Frau und als Kämpferin, als Mutter und Genossin, als Schmückerin des Heims und als Weib in einer besieren Zukunft. Doch auch die Vergangenheit wird lebendig. In ihr« besten Vertretern steigt sie vor uns auf. Freudig begrüß« wir ein« humoristischen Beitrag LIlienerons, freudig kleine Kunstwerks Theodor Storm», Märickes, Fontanes und unseres jüngst verstorben« Genossen D i e d e r i ch. Selbst M a u o a s s a n t ist mit einem Beitrag versehen, und gern begrüß« wir I u n g n i ck e l in der Schar der Gäste. So ergibt fich die rechte Systjhese aus Unterhaltungs- und Wisimsstoff. Ein Vorzug des Werkes sei erwähnt: Gute Reproduktiv- n e n geben einen erfreulichen Eindruck von den großen Gemälde- schöpsungen begnadeter Künstler. Eine reiche Anzahl �weiterer Bilder übermitteln uns lebende und verstorbene Genosim und Ge- noffmnm, die sich um die Arbeiterbewegung verdient gemacht haben. Das Buch bezeichnet sich selbst als ein« Versuch, wir möchten sagen, daß es eine Hoffnung ist. Und so sprechen wir ohne über- triebenen Optimismus die Erwartung aus, daß es selbst sich sehr bald nicht nur zahllose Freunde unter den arbeitenden Frauen erwerben wird, sondern daß seine Nachfolger die Aufgabe lösen werden, die von ihm auf das glücklichste eingeleitet ist.— Plakat-Eramm. Eine objektive Begutachtung der Wirksamkeit von Reklameplakaten wurde nach den psychologischen Untersuchungs- Methoden in dem von Dr. M o e d e gleitet« InstitutfürWirt- schastspiychologie rargenommen. Das zu begutachtende Re- klameplakat ueurde zwei Minuten lanq etwa SO den verschiedensten Ständen und Berufen ongehörigen Versuchspersonen gezeigt, und dann mußte jede einen Bericht über das Gesehen« geben, an den sich ein Verhör schloß. Aus den Berichten läßt sich zahlenmäßig fest- stellen, was von dem Inhalt des Plakates den stärksten Eindruck machte und am häufigsten genannt wird Bei der Begutachtung eines Plakates, in dem Gummireifen angepriesen wurden, ergab sich, daß das werbewichtigste Moment, da» Angebot, nur von 14 Vroz. der Versuchspersonen richtig ange- geben wird. 6 Proz. der Bersuchspersonen führen ein falsches An« gebot an, indem sie glauben, es handle sich hier nicht um Gummi- reifen, sonde« um Autos. Rur die Hälfte bringt denRamender Firma. Sehr häufig sind Verkennung« des eigentlichen Sinnes des Bildes. Aus dieser Statistik ließ sich also ganz objektiv feststellen, daß das begutachtete Reklameplakat Undeutlichkeit in der ganzen An- läge und besondere Undeutlichkeit betreff» des Angebotes auswies. Es war also zweifellos kein gutes Plakat zumal auch der Rom« der Firma nur wenig beachtet wurde. Es zeigte sich überhaupt bei dies« Untersuchungen daß viele Rcklameplakate zu sehr zum Bildhaften neigen und dadurch die wcrbewichliqst« Inhalte gegenüber wetiiger wichtigen und unwichtigen in den Hintergrund gedrängt werden. Vi« Klbns.Mnseum wird in der allen Ulollerschule in Ilfeld inst dem Oberdarz crrichlct werden. Das Museum ,u Lübeck, der Vater- üadt des Künstlers, besitzt bereits seit einiger Zeit zwei klein«»FtbuS- Räume". Lohnabbau, �re!sfte!gerung unö Steuern. Der„Vorwärts" hat in letzter Zeit verschiedentlich darauf hingewiesen, daß bei den Rechtsparteien Bestrebungen im Gange sind, die für den Herbst zu erwartenden Lasten auf die Schultern der Hand- und Kopfarbeiter, der Inhaber von Papiergeldeinkommen abzuwälzen. Am liebsten möchte man die Arbeitszeit verlängern und den Lohn abbauen. Derlei Ab- sichten spricht man aus, obwohl die Tatbestände ankündigen, daß wir in eine Periode der sinkenden Mark und der damit steigenden Preise hineingeraten. Die Börse, die bekanntlich das volkswirtschaftliche Geschehen eskomptiert, vor- ausnimmt, steht seit Wochen unter dem Eindruck der sinkenden Mark und der dabei steigenden Effektenkurse, und im beson- deren die Landwirtschaft spielt mit dem Schlagwort von der Angleichung an die Weltmarktpreise. Das sind alles An- zeichen einer kommenden neuen inneren Preisrevo- l u t i o n. Die Zerstörung der Zwangswirtschaft auf den wichtigsten Gebieten der Ernährung, die Verminderung in der Bereit- stellung öffentlicher Mittel zur Bekämpfung der Lebens- mittelnot, die kommenden neuen Steuern— alles zusammen fällt in der Auswirkung in voller Wucht auf diejenigen, die Papiergeldeinkommen beziehen. Die Entwertung ihrer Ein- künfte läßt sich nicht im Handumdrehen dadurch ausgleichen, daß erhebliche Lohn- und Gehaltserhöbungen durchgesetzt «erden. Demgegenüber gewinnen die Besitzer von Real- einkommen und im besonderen die Inhaber von Realvermögen aus ihren Ueberschüsien immer neue Fülle an Papiergeld. Das Land wird weiter reich, die Stadt wird ärmer. Die Groß» industrie, die im besonderen durch die Wiedergutmachung riesenhafte Aufträge erhält, verdient, denn sie bekommt ihre Produkte zum Marktpreise, der sich in entwertetem deutschen Gelde ausdrückt, bezahlt. Auf Wiedergutmachungskonto wer- den aber der deutschen Regiening die gelieferten Waren nach aller Wahrscheinlichkeit zu einem wesentlich geringeren Preise angerechnet. Auch diese Differenz muß das Reich durch Steuern aufbringen. Es bleibt ein Verdienst der Sozialisierungskommifsion, daß sie zur rechten Zeit in ihrer Mehrheit zusammengetreten ist, um zu dem Steuerprogramm der Rcichsregiening Stellung zu nehmen. Die Sachverständigen dieser Kommission, die sich aus allen Lagern zusammensetzen, müssen gehört werden. Wie wir schon vor einigen Tagen meldeten, hat die Mehrhest der Sozialisierungskommifsion betont, daß die Wiedergutmachung nur denkbar sei im Rahmen einer Wirtschaftspolitik, die eine Steigerung und eine Verplanmäßigung der Produktion be- zwecke. Zur Vermeidung weiterer Geldentwertung müßte erreicht werden, neue Schulden zu vermeiden, und es mühte versucht werden, das Gleichgewicht im Reichshaushalt zu er- reichen. Das sei aber nur durch eine Besteuerung an der Quelle möglich und diese wieder kann nur dann er- folgen, wenn das Reich einen steuerlichen Unterschied zwischen Papiereinkommen und Realeinkommen, zwischen Papierver- mögen und Sachvermögen macht. In den letzten Tagen ist in der Presse geflisienttich verbreitet worden, das Reichskabinett neige in seiner Mehrheit nicht diesen Gedankengängen zu, die vom Reichswirtschastsminillerium propagiert werden, man wolle lieber auf den asten Steuerwegen ein Stückchen weiter- gehen. Wir zweifeln die Richtiakeit dieser Meldungen an, 'weil, wie oben angedeutet, die Mehrzahl aller Sachverstän- digen und alle einsichtigen Volkswirte, alle diejenigen, denen das Wohl Deutschland» am Herzen liegt, übereinstimmend er- klären, daß nur dann das weitere Abgleiten Deutschlands in polnische Valutaverhältnisse verhindert werden kann, wenn die Steuern an der Quelle, wenn die Sachwerte erfaßt werden, wenn das Reich zur unmittelbaren Teil- nähme an den Erträgnissen in Landwirtschaft, In- dustrie, Handel und Banken kommt. Sroß-Aerün Naubmoröanschlag auf einen Wächter. Ein Polizeihund auf der Fährte. Der Schauplatz ewes Derbrechens war in der Nacht zum Sonn- tag der fjolzplatz der Bertiner Brennstosi-Beschaffungszesellfchast in der Landwehr st raße 3 2. Dort wurde der<9 Jahre alte Wächter Karl Sünder aus der Ackerftr. 11 besinnungslos mit einer schweren Kopfwund« in einer großen Blutlache aus dem Fußboden des Wüchterfchuppens liegend aufgefunden. Seine Barschaft, Uhr und Kette waren ihm geraubt. Der Schwerverletzte, der bisher noch nicht die Besinnung wieder- erlangt hat, wurde noch dem Krankenhaus am Friedrichshoin ge- bracht. Zur Ermittelung des Täters wurde ein P o l i z e i d i e n st- Hund herangezogen, der, nachdem er Witterung in der Wächterbude genommen hatte, zuerst nach einem anderen Schuppen Sesselben Grundstücks liei, wo ein schwerer langer Dorschlaghammer gesunden wurde, der noch Blutfleck« aufwies. Offenbar ist dieser zur Tot benutzt worden. Dann führte der Hund seinen Führer vom Tatort noch dem schräg gegenüberliegenden Grundstück Landwehrstr. 19, dessen Pförtner daraufhin vernommen, nach feinem Verhör aber wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Als dann der Diensthund zum dritten Male am Tatort angesetzt wurde, nahm er eine Fährt« auf, de? vach dem Grundstück Landwehrstr. 20 führte. Das dort wohnende Zimmermädchen Marie T h o in s wurde verhört und dabei stell!« sich heraus, daß es dem Wächter Sünder an dem fraglichen Abend in seinem Wohnschuppen Gesellschaft geleistet hatte. Wie das Mäd- chen weiter ouslaghe, war während seiner Anwrsenhest«in ihr u n- bekannter Vann gekommen, der sich mit Sünder, den dieser gekannt haben:.uß, unterhatten hat und auch noch bei ihm geblieben Ist, als es um 19 Uhr feine Wohnung aussuchte. Da« Mädchen selbst will erst bei seiner fsestnabme von dem Mordanschlaq erfahren haben. Zur weiteren Aufklärung des Verbrechens wurde es vorläulig in Haft behalten. Dem Ueberfallencn fehlt, soweit sich bis fetzt feststellen ließ, die Brieftasche, die ein« noch ungeöffnete Lohntüte mit 397 M. enthielt, das Portemonnaie mtt kleineren Scheinen und die Uhr mit Zkette. Mitteilungen, die zur Aufklärung des Verbrechens beitragen können, nehmen die Kommissar« des Motttbereikschaftsdienstes Dr. Riemann und Schuppe im Zimmer 34 des Berttner Polizeipräsidiums entgegen. Im Laufe des gestrigen Sonntags und de, heutigen Tages wurden ein« ganz« Reihe van Zeugen, Bewohner der Häuser, in die die Spuren des Polizeidiensthunde« führten, Angestellte de» Hslzplatzes und andere Personen, die verdächttge Wahrnehmrmnen gemacht hatten, vernommen. Eine Ausk'ärunq haben dies» verhöre bisher jedoch noch nicht gebracht. Ermittelt worden ist, daß sich am Sonnabend abend um 11 Uhr, als Revisionsbeamte den Holz- platz aufgesucht hatten, ein unbekannter Mann bei dem Wächter Sünder aufgehatte» hatte. Dieser wird noch eifrig gesucht. Der lleberfallen« liegt noch vernebmungsunfähia im Krankenhau« am Friedrichshain danieder. Die ihm geraubte Uhr trägt die Widmung: *1, Schifs»preis der Matrosendioision, Abt. A," Treugelöbnis dei Bielefeld. 1. August.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Die Bielefelder Festtage sind verrauscht. Der Schwärm der Jugend- lichen zieht wieder heim oder in den Teutoburger Wald. Die Herzen und Köpfe sind voll von dem Erlebten. Unvergänglich wird allen, die dabei sein durften, das Fest der deutschen Proletarierjugend sein, das, wie der schwedische Genosse Anderson sagte, zugleich das Hochzeitsfest der Arbciterinternattonale war. Den Höhepunkt er- reichte es, als am Sonnabend die Jugend Deutschlands, lOOOü Köpfe stark, zur Burg auf den S p a r e n v e r g zog. Während die Geister der alten Zeit mit aller Kraft die Glocken läuteten, zog die junge Garde des Proletariats mit Hunderten von Fahnen feiten Schrittes und zwischen Liedern durch die von Tausenden eingesäum- ten Straßen. Die Sparenburg erwies sich als viel zu klein, um die muntere Schar aufzunehmen, der in Spiel und Tanz, Musik und Gesang die Stunden allzuschnell vergingen. Bald mußte die Burg geräumt und der Fackelzug formiert werden. Aus taufenden von Wachsfackeln lohte die rote Flamme empor, zugleich unseren Kampf gegen die dunklen Gewalten symbolisierend. Der Schiller- platz, das Ziel des Fackelzuges, war von einer unübersehbaren Menschenmenge umsäumt und unsere Ordner hatten schwere Mühe, den Platz für die heranziehenden Fackelträger freizuhalten. Nach und nach füllte er sich. In diesem Augenblick erreichte die Begeiste- rung ihren Höhepunkt. Lauter Jubel, stürmisches Heil erfüllte die Lust. Ergriffen starrten die alten Arbeitsmänner auf all die junge Kraft. Das Bürgertum ober mußte erkennen, daß sein krampf- hafte« Festhalten am Alten, sein verzweifelter Kamps gegen das Neue nutzlos ist. daß es den Sieg der Arbeit, den Sieg des Sozialis- mus nicht aufhalten kann. Am Sonnabend nachmittag fand das große Erösfnungsmeeltng auf dem Sesielbrink statt. Heinrich Schulz eröffnete die Kundgebung und begrüßte be- sonders herzlich die B e l g i e r, was mit lebhaftem„Heil" beantwortet wurde. Dann folgte Schreck- Bielefeld mit einer kurzen An- spräche. Nach ihm dankte H o u y a u x, der Führer der belgischen Jugend für den begeisterten Empfang in Deutschland. Er mahnte alle Sozialisten zum Frieden, der Boraussetzung für den Welt- frieden sei. S ch a p e r- Berlin dankte für den Hauptvorstand der Arbeiterjugend den alten Genossen für ihr Werk vom 9. November, das der Jugend erst die Möglichkeit zu dieser Kundgebung ge- schaffen habe. Das Iungproletariat werde seinen Dank dadurch ab- statten, daß es zu tüchtigen, unerschrockenen Kämpfern für die Freiheit werde. Spiegel- Stuttgart überbrachte die Grüße Süd- deutfchlands und R a l o f f- Trier sprach im Namen der Rheinländer und der Genossen des bedrängten Saorgebie- t e s. Als letzter sprach B o o g d- Holland, der Sekretär der Inter- nationale. Am Sonntag vormittag zog die Jugend mit Gesang und Lauten- spiel zur Hopfenheide. Auf den weiten Wicsenflächen der Hopfen- beide entwickelte sich ein frohes Spiel. Diel Beifall fand die Auf- führung des Singspiels„Der Aufbruch", das von den Frankfurter und Magdeburger Genossen gespielt wurde. Diesem lustigen Bor- mittag folgte um �3 Uhr das Riesenmeeting der Arbei- terjugendinternationale. In allen Weltsprachen wurde hier der Schwur der arbeitenden Jugend Europas: Nie wieber buk- be« wir einen Krieg! Ein einig Volk von Brüdern wollen wir fein! bekräftigt. Genosse Paul L ö b e forderte alle die Jungen und Alten, die Männer und die Frauen, die ehemaligen Kriezer und die Gefangenen, bic endlose Schar der Witwen und Waisen auf, mit uns die Hände zu diesem heiligen Gelöbnis zu erheben. Durch unsere gewaltige Kriegsmafchincric, so führte er aus, war der Frieden der ganzen Welt bedroht. Das Unrecht, das an Belgien begangen wurde, wollen und müssen wir wieder gutmachen. Wenn wir unse- I... illlli 1 1»I....... w m i mwmTfäR proSuktive Mfsllkvirtschast. Pflastersteine und Eleklrizitäi cus IHM. Die Existenz einer Weltstadt— im übrigen ober jeder großen Stadt— hängt von der Lösung einer zweiteiligen Frage ab. Ein- mal: Wie gelingt es, den gesamten Bedarf an Lebensmitteln und Rohprodukten für die Bevölkerung heranzufchaffen? Zum anderen: Wie«erden die Abfälle beseitigt? Die erste Frage beschästigt die meisten Menschen sehr ein»>ehend, und deshalb ist sie ihnen nur inter- «ssant und wichtig. Um die zweite kümmern sie sich weniger. Ab- fälle? Das ist unsauber und unappctitlicki. Und dcch ist die Frage der Erledigung der Abfallstoffe ebenso wichtig und ebenso interessant wie die andere Frage. Hat man sich schon mal überlegt und gefragt: Was wird mit den ungeheuren Müllmassen, die täglich-in Berlin abfallen? Deshalb war es sehr zu begrüßen, daß aus Veranlassung des Bürgermeisters Bcrndt in diesen Tagen eine Besichtigung des Mülltraftwerks Schönebera durch das Bezirksamt und die Bezirks- Versammlung des elften Bezirks(Schöneberg-Friedsnau) stattfand. Die Führung in der Anlage hatte der Dezernent, Baurat Schiller, übernommen. Den Besuchern wurde die Anlage im Betriebe vorgeführt. Das Müll wird in den Häusern in runden Gefäßen von 119 Litern Inhalt gesammelt, welche durch sehr praktisch gebaute Elektromobile abgeholt und in der Anstalt mechanisch ohne Staubentwicklung entleert wer- den. Nach der Entleerung wird jede Tonne gewaschen und gebürstet, so daß stets nur sauber gereinigte Gesäße Aufstellung in den Häu- fern finden. Das Müll gelangt also so, wie es in den Häusern ge- sammelt wird, ohne besondere Sortierung automatisch in den Ver- brennungsofen. Hier wird es aincm neuartigen Treppenrost(Bau- ort Dcsuoio-Akt.-Ges. München), der zum ersten Male angewendet wird, kontinuierlich zugeführt und verbrennt unter Zuführung von komprimierter Luft zu einer festen harten Schlacke, die von dem Ofen kontinuierlich und ganz automatisch ausgestoßen wird. Von dem Ofen gelangt die Schlacke mechanilch durch Steinbrecher in eine neben dem Müllkrnftwerk befindliche Stcinfabrik, in welcher sie zu Kunststeinen aller Art verarbeitet wird. Die Heizkraft des Mülles wird dazu benutzt, um in einem großen Steilrohrkeffsl Dampf von hoher Spannung zu erzeugen, welcher in das benachbarte Elektrizitätswerk Südwest geleitet und dort zum Betrieb der Dampfturbinen benutzt wird. Auf diese Weise ist es möglich, den znm Betrieb des Elektrizitätswerkes erforderlichen Dampf anstatt aus Kohlen— aus Müll— zu erzeugen. Hierin liegt ein gewaltiger technischer Fortschritt, der für die große Stadtzemeinde Berlin außcrardentliche finanzielle Var- teile bringen kann. Die Anlage, die sich äußerlich als architektonisch wohlgelungcnes Bauwerk präsentiert, fand um so mehr den ungcteil- ten Beifall der Besucher, als sich der Betrieb in der Anstalt in hngienisch einwandsfreier Weise vollzieht. Das Werk soll am 1. O?> tober 1921 in vollen Betrieb genommen werden. Angestellte»nd Sebensversichernng. In den Kreisen der Angebellten macht sich eine Beunruhigung dmniber bemerkbar, daß das kürzlich vom Reichstage verabschiedet« „Gesetz über Aenderung de« Versicherungsgesetze» für Angestellte" keine Befreiung von der Veitroasleiscung für den Fall vorsieht, daß bei einer Leben»versicherungZaeselllchaft eine Versicherung abie- schloflen ist. Dos eenanntc Gesetz ist mir ein Notbehelf. Es wollte ursprünglich lediglich durch Gewährung von Beihilfen die Renten der Angestellten und ihrer Hinterbliebenen einigermaßen dem ge- sunkenen Geldwerte anpassen. Der Reichstag hat dann noch eine Erhöhung der Versicherungsgrenze sowie im Zusammenhang damit einige höhere GehaUsklaflen und in ihne« zu leistende Beiträge in diese» Gesetz ausgenommen. Die Nezierung hatte außerdem»inen s �rbeiterjugenö. ren belgischen Genossen die Hände reichen, dann reichen wir sie da- durch den Arbeikern der ganzen Welt in dem Willen, für die Zukunft alle Kriege zu verhindern. Ander- s o n- Schweden nannte den heutigen Tag das H o ch z e i t s f c st der Arbeitcrjugendinternationale und bekundete den Willen der schwedischen Jugend im Bunde mit den Arbeitern' der ganzen Welt zu kämpfen gegen Kapitalismus und Reaktion für den Weltfrieden. Genossin Bohm-Schuch sprach dann in herzergreifenden War- ten zu den Müttern, Frauen und jungen Mädchen, die das größte Recht zu dem Rufe„Nie wieder Krieg!" haben. Wir hoben gelernt, daß uns kein Himmel, daß w i r uns nur selbst vor dem Elend beschützen können, wozu uns die demokratische Verfassung des Deut- scheu Reiches die beste Gelegenheit gebe. H o u y a u x- Belgien sprach wieder im Namen der Belgier und stellte fest, daß das heutige Deutschland ein neues Gesicht bekommen habe und ver- pflichtete die deutschen Iuzendgenvsjen, das Errungene zu erhalten und auszubauen. Christiansen überbringt die Grüße der däni- scheu Jugend und sagt, daß die dänischen Genossen zur Errichtung des unverfälschten demokratischen Sozialismus die Hände über alle Grenzen strecken. Dann sprach mit echter, hin- reihender Begeisterung V o r r i n k aus Holland, der am Morgen in Minden gesprochen und sich dort über die zechlreichen schwarz- weiß-roten Fahnen, selbst an den Straßenbahnen gewundert hatte. Das habe ihm gezeigt, daß die deutschen Genossen noch sehr viel Arbeit zu leisten hätten, bis im ganzen Lande die Fahne der Republik Schwarz-rot-gold und die Fahne des Sozialismus Rot weht. B o o g d- Holland erinnert an I a u r ö s und huldigt ihm als Freund des Friedens. Als letzter ausländischer Redner sprach M i ch S ls k i- Georgien. Er sagte, daß die Sprache seines Landes nicht ausreiche, um das auszudrücken, was er erlebt habe. Er schilderte kurz Georgiens Leiden unter der Moskauer Gewaltherrschaft und schloß mit einem Hoch auf das geschlossene internationale Proletariat. Zum Schluß bekundet auf die Aufforderung W e st f a l s die anwesende Jugend durch Erhebung ihrer Fahnen und ihrer Hönde, daß sie einstehen werde für die Internationale, die allein den Lölkcrfricden bedeutet. Dann ging ein endloser Zug bis zur Hopfenheide, wo bis zum späten Abend die Jugend bei Spiel und Tanz verweilte. Mit einer gewaltigen Schlußkundgebung, in der W e st f a l- Harnburg das Ergebnis dieses Tages zusammenfaßte, nahm das Fest der Arbeiterjugend sein Ende. Heute treten die Delegierten der Arbeiterjugend zu ernster Ar-- beit zusammen. Protest gegen öie Jernsprech-Erscbwerung. Bielefeld, 1. August.(Eig. Drahtbericht des„Vorwärts".) Fol- gendes Telegramm wurde von den in Bielefeld versammelten Redakteuren und Geschäftsführern.der sozialdemokratischen Parteipresse an den Reichspostminister Giesberts und an unsere Genossen im Reich skabinett gerichtet: In Bielefeld versammelte Redakteure und Verleger der sozialdemokratischen Tagcspresse halten durch Nachrichtenagentur mitgeteilten Ausführungsbestimmungen zum Fernsprcchgesetz für schärfste Gefährdung der Presse. Siebcnstündige Sperre drin- gender Presscgespräche während der Houptzeit macht normalen Tagesdienst unmöglich. Verkürzung der Anfangs- und Endsprech- zeit der Abonnements vermehrt gesundheitsschädliche Nachtarbeit, Verteuerung bisher schon ungeheuer hoher Herstellungskosten. Er- suchen dringend, in Ausführungsbestimmungen mindestens bis- herigen Zustand aufrechtzuerhalten. größeren Gesetzentwurf über„Aenderung de- Versicherungsgesetze» für Angestellte" vorgelegt. Diese Vorlage, auS welcher nur die Erhöhung der Versicherungsgrenze vorweg genommen worden ist, soll im Reichstag alsbald nach seinem Zusammentritt im Herbst durchberaten werden. In ihr ist die oermißte Besteiungsmöglich- keit vorgesehen. Aber auch setzt schon sind Vefreiungsanträae zulässig, wenn nämlich die im§ 390 des Dersicherungsgcsetzes für Zlnge"?!'te ge- forderten Bedingungen erfüllt find, d. h. wenn entweder der Vertrag bereits vor dem S. Dezember 1911 abgeschlossen war, oder der An- acstellte bei Beginn der Bcrsicherung?vflicht(kür die mehr als 15999 M. Iabresgehalt beziehenden Angestellten, die auf Grund des neuen Gesetzes in die Verficherunq eintreten, ist das der I. August 1921) bereits das 39. Lcbcnsjatzr überschritten hat und die Versicherung seit mindestens 3 Jahren besteht. In beiden Fällen muß jedoch der Jahresbeitrag für die Lestcusversichcrung mindestens den Beiträgen gleichkommen, die der Angestellte auf Grund des Versichcrungsgcsctzes für Angestellte zu entrichten hätte. �ortbildunizsknrss fnr Anaestcilte der Perstckiernngstrciger Die gesetzlichen Bestimungen für die Abwickelung der Geschäfte in den Krankenkossen und den übrigen Versicherungsträgern sind sowohl nach der Reichsoersicherlmasordnung wie nach den mährend des Krieges und in der Nachkriegszeit herausgekommenen Verordnungen und Erlösten so umfangreicher und mannigfacher Natur, daß zur Beherrschung des Stoves eine hochintelligente und gut oefchulte Angestelttenschaft nötig ist Leider konnte bei Reu- cinstellunlien nicht immer die fachliche Oualifikatian des einzelnen Ange"eltten so wie es nöttq gewesen wäre, genrüft werden. Für die Schulung der Angestellten konnte bish"? offiziell wenig getan werden. Lehrmaterial ist nur in geringem Maße und wenn es vor- banden ist, nur zu kaum erschwinglichen Preisen zu beschaffen. Diesem Uebelstaud soll jetzt etwas cneraisth abgeholfen werden. Die Arbeitsgemeinschaft von Rcichsversicherunnsträgern ha» unlängst beschlossen, Fortbildungskurse für Angestellt? einzurichten. Die Dortragenden werden erste Fachleute auf dem Gebiet der So- ziawcrsichsrunq sein. Als Hörgebühr wird der Satz von 19 M. für den ganzen Kursus erhoben werden. Almehal'en werden die Kurf« in Hörsälen Berliner Schulen. Die Angestellten der Vcrlicherungs- träger und sonstige Interessenten aus der Landesversicherimg tun gut, sich wegen Teilnahme an den Kursen au den Zentra'verband der Angestellten, die Beamten der Landesvcrsicherungsaustalt und der Rcichsanstalt. für Anqcsielltenversichenmg an idren Betriebsrat zu wenden, um rechtzeitig Teilnehmerkarten zu erhalten. Vorläufig keine Freigabe des Schi lcnbnrgparks. Der im Wohn- viertel„Köllvische Heide" belegene Cchulenburgpark kann leider mangels Bereitstellung der beantragten Mittel uicht fertiggestellt werden Die Wege sind dort nur provisorisch mit Schlacke geschüttet, es fehlen Bänke, desgleichen eine Bedürfnis- anstatt. Der Kinderspielplatz liegt nur in groben Umrissen fest und müßte erst abgebaut werden. Tie Freigabe des Parkes für das Publikum kann somit in Anbettacht der acschilderten Umstände erst nach endgültiger Fertigstellung der Gelamtertstme erkolaen. „kiinderverhetznng durch Kommunisten." Zu dieser Notiz in Nr. 348 de»„Vorwärts" wird uns vom städtilitzen Jugend» p f l e g e o m t Neukölln mitgeteilt: Potttische Propa-mridiz irgendwelcher Art ist ollm Helfern und Helferinnen grundsätzlich streng untersagt. Kommen Fölle zur Kenntnis, in denen das Verbot übertreten wird, so ziehen sie die sofortige Entlastung nach stch. TaS Wetter für morgen. Neverwiegend heiter, sehr wmm und schwill, bei grösitenteilS schwachen südlichen Winden. Gewitter nicht ausgeschloffen; sonst trocken. GewerMofisbewegung Arbeitgeber, stellt Spitzel ein! Dieser Ruf wird immer stärker von verschiedenen, In neuerer Ae,t entstandenen Detektiv- und Auskunftei-Jnstituten wiederholte Das Treiben dieser üblen Unternehmen wächst einem öffentlichen Skandal aus. Lesen wir z. schreiben: Detektive Dannenberg Company. Berlin N. 113, Bornholmer Str. 20. Detektei und Auskunftei. Verlin, den 16. Juli 1921. An die Direktion der Firma..., Berlin,... strahe. Lertraulich. In den meisten Betrieben liegen nunmehr bereits die Jahres- bilonzen vor. Die Unternehmer find jedoch vielfach hiervon nicht befriedigt und stehen die Erfolge in keinem Einklang mit der Kalku- lation und zum Umsatz. j An vielen Stellen wird ergebnislos gerechnet und das Resultat Mancher Unternehmer hat auch !it immer das gleiche ungünstig« kein« Erklärung für den Ausfall, Vauarbeiterbewegnng in Groh-Berlln. Das Nsichsarbeitsminifterium hat am Sonnabend, den 30. Juli, die verantwortlichen Vertreter der Arbeitgeber- und Ar- bestnehmerorganifationen des Berliner Baugewerbes zu einer Le- sprechung unter dem Vorsitz des Herrn Geh. Regierungsrat Dr. Wulff eingeladen, um zu prüfen, wie weit es möglich sei, v«r- mittclnd in den bestehenden Streik der Zimmerleute einzugreifen, sich allmählich zu! um damit zugleich eine weitere Ausdehnung des Str«ikss zu einer B. folgendes An- allgemeinen Bauarbeiterbewegung zu verhüten. Bon den Partei- Vertretern wurde die Vorgeschichte der gegenwärtigen Bewegung klar- gelegt. Gehcinnat Wulff regte an, daß es zweckmäßig wäre, wenn in den ersten Tagen der kommenden Woche di« Parteien erneut zusammentreten würden, um über die Möglichkeit zum endgültigen Abschluß der gegenwärtigen Bewegung zu beraten. Dieser An- regung widersprachen die Ilmernehmervertreter. Sie müßten erst die Abstimmung des Bauarbsiterverbandes am 31. Juli und die Abstimmung der Mitglieder des Verbandes der Berliner Dauge- schüft« am 3. August über den gemachten Einigungsvorschlag.von 00 Pf. Lohnerhöhung für alle Berufegruppen abwarten. Vom Vertreter des Reichsarbeitsministeriums wurde dann in Aussicht gestellt, das zum Ende der Woche die Vertreter beider Parteien zu einer neuen Sitzunz geladen«erden sollten. erst«in« zufällig aufgedeckte Un- Ge'........ reselmäßigkeit bringt ihn auf den Äedanken. daß er b« stöhlen„„n w Iw.«!!? Krirä!Di0 Q i t b t finb nicht nur unter b, Convention.Katzenjammer, Parze.— 4. Traum- Rennen(90 000!?!.. 2400 Meter). 1. Liebediener Olejmk). 2. Träumer, Polgar). 3. Pallenberg(O. Müller). Tot.: 14: 10. Pl. 12. LS: 10. Ferner liefen: Vergleich(4.1, Wolan, Freibeuter.— S. Eierftorplf» Rennen(48 000 M.. 1000 Meier). 1. E-renata(Olejnil). 2. Freigeist (Schlöffe), 3. Credo((9. Janey. Tot.: 30: 10, P!. 16, 50, 19:10. Ferner liefen: Orakel(4), Ekkehard, Trugschluß, Riller Blaubart, Flittergold. Abschied.— 0. D ei ila-Renneu(42 000 M.. 1400 Meter). 1. ObutuS (Kordel), S. Hexenmeister II(Olesnil). 3. HelltilnfUer(O. Schmidt). Tot: 82:10, PI 20, 14, SS: 10. Ferner liesen: Ro!ensels(4.), Menico, Pension. Erda, Otello, Filou. Ritz, Hellebarde, Drngoman. Eomoran, Herzegowina.— 7. W i I m e r S d o r s e r Ausgleich(30 000 M., 2800 Meter). Soidau (Dauey. L. Rosenritter(Fischer,, 8. Eberesche(Slaudtnger). Tot.: 14: 10, Pi. 12, 16, 20: 10. Ferner liefen: Belladonna(4.), Parabel, Bogarwo, Sigetzoi», Sausewind. Die Radrennen im Stadion brachten am Sonntag da« größte radiporlliche«reigri«. den.»roßen Prei» von Berlin', zur Ciillcheiduiig. von den SIctzern gewann Lewanow den reichen Preis nach zurückgelegten 99,449 Kilometer vor dem wieder einmal überraschend gut fahrenden Ei'lbrink. Willig, Müller sowie der Jtaiieiier«ordoiri hatten unter Rad- ichäd-n fit leiden.— Unter den Fliesern erwie» sich erwartungsgemäß der Schweizer«auffmann als wert Lverlegener gatzr»: er gewann das Rennen mit S Längen,»er hallen vor Lorenz, iirend und Münzirer. Ein Mal ja tuen gewann Ponkeduich vor Wegner, Häusler, Kops, und ein gmelsitzcrsar» cn über 3 Runden Hoffmann-Hahn vor Kendetbach-Degencr, Vehreud-Stotz und Mürrzner-Schröder._ fius aller Welt. Zugentgleisnng bei Angermünde. Angermünde, 31. Juli. Der Vorzug des D-Zuges'18 Saßnltz— Berlin ist unmittelbar am Bahnhos Angermünde bei Kilometer. stein 70,035 e n t g l e i st. Der dritte Wagen ist umgekippt, sämtliche anderen Wagen sind aus den Schienen gesprungen. Tot« sind nicht zu beklagen, jedoch wurden mehrere Personen verletzt. Die Strecke ist vollkommen nach beiden Richtungen hin gesperrt. Der Verkehr wird über Freienwalde— Eberswalde aufrechterhalten. Waldbrand. In den Waldungen hinter den Dutzendteichen bei Nürnberg wütete am Sonntag«in Riesenbrand, der von 11 Uhr vormittngs bis 0 Uhr nachmittag« dauerte und dem etwa 100 Hektar schönsten Nadelwaldes zum Opfer sielen. Automobilunglück. Am Sonntag geriet bei R e g e n» b u r g das Automobil des Direktor» B a r i l l a aus Bersin-Schöneberg in die Donau. Der Besitzer kam ums Leben. Die drei anderen In- fassen vermochten sich zu retten. Für vier ZNMivnen holzvorräke verbrannt. Auf dem Holzlage« platze der Firma Kottmann im Regensburger Umschlag« Hafen brach am Sonntag nachmittag ein Grohfeuer aus, welches Holzvorrät« im Werte von mehr als vier Millionen Mark vernichtete. Das Dezimalsystem in öapan. Japan hat befchlosien, da» Dezi- malsystem einzuführen. Veioin». rnt»en rebott. Teil:»r. Verlier•tiftt, Sharlottendura: tficHiwlBcn: 1*.«locke. Berli» Verlag: BorwärlS-Verlaz G. m. d. H., Berlin. Bruck: vor- wärtS-Buchdruckerei u. BerlaaSanftal» Vau! Singer u. So.. Berlin. Ltndenltr. 8. Veröffentlichungen des Verlages der Kommunisfischen Internationale Schriften von Karl Radek: Rosa Luxembure, Karl Liebknecht, Leo Jogiches (mit 6 Reproduktionen)........ geb. Theorie und Praxis der 2»/, Internationale.. Die Masken sind gefallen(Eine Antwort an Crispien, Dittmann, Hilferding)...... Soll die Vereinigte Kommunistische Partei Deutschlands eine Massenpartei der revolutionären Aktion oder eine zentristische Partei des Wartens sein?.......... Die auswärtige Politik Sowjet-RuBlands... geb. Das Programm de» sozialistischen Wirtschafts- aufbaues............. Das dritte Jahr des Kampfes der Sowjet-Republik gegen das Weltkapital......... An der Schwelle der großen Aufbauarbeit in Sowjet-Rußland........... Die innere u. äußere Lage Sowjet-Rußlands u. die Aufgaben derKommunistischen Partei Rußlands Der XI Kongreß der Kommunist. Partei Rußlands M. 2.- M. 3— M. 1-50 M. 1.50 M. 1 50 M. 2.50 M. 5— M. 0.50 M. f.— M. 0.50 M. 1.- M. 0.50 Zu beziehen durch die ig Carl Hop U. 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