Nr.ZHZ ❖ ZS. Jahrgang Busgabe Sk Nr. 164 Bezugspreis: ViertelMrUM.— M-. monalU>»,— M. frei ins Saus, aaraus zahlbar. Polt» bezug: Monatlich 10.— M. einschl. Zu» stelUmgsgebiihr Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, das Saar» und Memelgebiet. sowie die ehemals deut» schen Gebiete Polens Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 20.— PU. siir das übrige Ausland 27.— M- Post- bestellungen nehmen an Oesterreich. Ungarn. Tscheche- Slowaket. Däne- mark. Holland. Luremburg, Schweden und die Schweiz. Der„Vorwärts* mit der Sonntagsbeilage„Voll und �eit* der Unter- hallungsbeilage„Heimwelt* und der 'Beilage„Siedlung und Kleingarten* erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Telegramm-Adresse. «Sozioldemolro» verlin" Morgen Ausgabe berliner Oolksblkltt � 30 pksnnig) AnzetgenvretS, St» achigelpalten« Nonvaretllezell» lostet i£0 M„ftlelnt? 2in jeigcn* das i-ttgedruckt« Wort lL0 M.» Uhr bei Schwarz, Blankenfelder Str. 10, statt. Bezirksfllhrer Bücher mitbringen! 13. Abt. 313,— S2N., 324.. 325. und 327. Bezirk, abends 8 Uhr, hei Heese, Memeler Straße 03, wichtige Sitzung. 78. Schöneberg. 714 Uhr pünktlich erweiterte Borstandssitzung im Klgssenzim- mer 14 der Gemeindeschule Feurigste. 57. Wichtige Tagesordnung, alle Funktionäre.müssen erscheinen. 114. Abt. Lichtenberg. 7>,4 Uhr Funktionärltz.ng bei Schwarzer, Gabriel-Mar, straße 17. Zangsoztaltsten,«rnppe Schbneberg.Zrtebena». 714 Uhr bei Riese, straße 14, Leseabend. Akazien- !. Abt. Am Sonntag, den 7. August, Familienausflug nach dem Wresengrund am Spandauer Schiffahrtskanal. Treffpunkt m.iktag» 1 Uhr bei Behrens, Tegeler Str. ZT. Genossen und Genossinnen anderer Abteilungen sind herz- lichst eingeladen._ �ugenöveranstaltungen. Verein Arbeiter-Zugend. Sekretariat: EW. 38, Lindenstr. 3, Z. Hof link», 2 Treppen recht». Telephon: Rpl. 121»8—1». Heute, Donnerstag, den 4. August: Achtung! Iugendgenvssenund-genossinnen! Süden: 7. Gemeindeschule, Stallschreiberstra. 54a; Bunter Abend mit � besonderem Programm. Gäste herzlich willkommen! Kinder um g Uhr vormittags zum Sammelpunkt(Hermannstraße, Bahnhof) inj möglichst weißer Turntleidung zu schicken._„„Am ——''"■'——"ichij selbe, oonnteg, 7. August, nachm. Lichtenberg I lo. Vorher 31- Uhr die -.�....iu,�i.�.........i..�______________ Schwedenstraßc. Das Vereins-Turn und Sportfest des Arbeiter-Turn- und Sporwerein» „Freiheit" Lichtenberg findet am Sonntag, den 7. August, der gutem Wetter auf dem Ei-bahnplotz an der Wagnerstrabe, Eingang Atzpodrenstraße, Lichten- borg, ftat'. Anfang 2 Uhr: Volkstümliche Wettkämpfe und Spiele. Eintritt frei. Gäste willkommen.— Nach Renovierung der Turnhallen ist der regel- mäßige Turnbctrieb wieder aufaenommen. Montag und Donnerstag von b bis 8 Uhr Schüler, von 3—10 Uhr Männer und Jünglinge IN der Turnhalle Park- -ue, Dienstag von 8—10 Uhr Frauen und Mädchen, Dienslag und Freitag von 3-8 Uhr Schülerinnen, Turnhalle Pfarrfiraße. Blankenburg. Gemeindeschule Blankenburg, Triftstraße, MilgliederversammlllNg. Johannisthal. Johannes-Werner- Straße, Mitgliederversammlung. Karliihorst. Belau, Prinz-Albert-Str, 13. Mitgliederversammlung Lankwitz. Seydlitzstr. 3, Mitgliederversoinmlung. NiederschSneweide. Berliner Straße, Miigliederversammlung. Norden. Schule, Pmduser Sir. Biß, Mitgliederversainmliing. Schönhauser Vorstadt I. Schule, Sonneuburger Str. 20, Mitgliederversammlung. Schönhauser Vorstadt II. Lokal A. Carl, Wlchertstr.«9, Mitgliederversammlung. Arbeitersport. Frei« Spiel- und Turnerschaft Reukölln-Britz. d Sportfest der Arbeiterschaft Sonntag, Buckows. den 7. August, in Buckow Wir bitten dir Eltern, ihre Vorträge. Vereine unü Versammlungen. SPD.-Sängerchvr P-nIow. Heute abend 3 Uhr im Türkischen Feit Mit- gliederversainmluiig. Erscheinen aller oftinen uni) passiven Mitglieder un- bedingt ersviderlich.-«rbeiter-S-mariter-Kolonue Berlin«. Für die Mitglieder ist heute allgemeiner Dienst angeordnet.— Re>ch,»ereiuignng ehe- w.aiigee Kriegsgesangeuer, Bezirksgiuppe Süd-West. Ver>ammlung heute 714 Uhr in den Vlüchcrfälen, Blücherftr.. 01. Briefkasten üer Neüaktion. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. Z.«. Wenden Sie sich an das Oskar-Helene-Heim, Dahlem, Kronprinzen. Allee 171—78.— Baabc-Rügen. Ihre Kritie haben wir gern zur Kenntnis ge. nommen. können jedoch leider Ihrer A-ionmnilät wegen nicht darau erwidern. Wir stellen jedoch mit Freuden fest, daß Ihr Aergcr über stiliUische Unarten Ihre Mildtätigleit nicht beeinslußt hat und danlen Zhnen namens �der�Emp. fänger auf das herzlichste. Ihre liebenswürdige" geleitet worden. ziiminii»*,-1.*. Spende ist sofort weiter- KON LINON Theater,Uchtspiele etc. j Deutsches Theater 7", Uhr: Potasch u. Perlmutter fr. VI,: Potasch u. Perlmutter Kammerspiele TVa Uhr: Der Herr, der die Maulschellen kriejet Fr, 7>/? Uhr: Der Herr, der die Msulschelicn kriegt Gr. Schauspielhaus (KarlstraBe) 8: Die Weber( 2 7. Abt, 6 Ab) Freit. 1: Panlon(AeiB Afaon) Berliner Theater Allabencllich 7« Uhr: Komödienhaus 7.30 Uhr Per blonde Engel Oentrni-TUcuter 8 Uhr; JlOnkQ lOploilr. VPIlhelni.t.Tli, u'hV Die Heine aus der Bolle Kl. Selin«in;»lcl]knu» iv.uhr Reigen Komische Oper ucn Derfidele Bauer inctropol-Tlieater uh?:Die blaue Nazur Mea«. tliierettouthcat. 7V, uhr Amerlcan-Girl Aclill lor-Thent.t'liari. u'/Jelne Frau-ilas Fräulein Thalia-Theater v/t uhr Mascottchen Th.am Vollendorf|>lntr. Jhr Der Vetter aus Dingsda Theater des Westens uhr* Morgen wieder lusiik! Th.l.d.Kommnndnntcnstr. V/.uhrDieDieienhexe Wnilinl lii-Tlienter uh'n Die Königin der Lnlt Hehrenstraße 54 7»/» Uhr:• 4 Black Diamonds Ratoffs Chor Carmellinl und H weitere Schlager Neue Weit ARNOLD SCHOLZ Hasenheide 108-114 Donnerstag, d. 4 August. Konzert und Spezlalf- tSten-Vorsfellung: Auftreten, d. Heldentsnors Harry Stcier Großes Kunst. und Fronten. Feuerwerk Zum Schluß: Auf vielseitigen Wunsch „Ausbruch des Vesuv44 ausgeführt vom Pyro techniker E. Nleiandt Ant. 5 U. Einlaß 3 U. Ad"mr GroBer Ball Voranzeige! Vom Sonnabend, 6. Au«.. ab:„Das Publikum filmt mit" unter Leo Pfiiker«. Volksbühne Theater am BUIowplatz. 7 Vi Uhr, zum ersten Maie: Liebelei. Lessing-Theater Allabendlich 7,/2Uhr; Die Ballerina des Königs (Leopoldine Konstantin) Deutsehes Riinstler-Tiieater 8 Uhr: Der Herr Verteidiger. Heil, Broun, Schnell Residenz-Theater 7 Uhr „ Traumulus" mit Albert Bassermann, pL�! Wilhelm Bindow, Bise Bassermann, Else Wasa. Kleines Theater 7Vs Uhr Freita« 7 Uhr,'um I. Male: Der Dieb von Henry Bernstein mit- Hans) Arnstcdt, H. BOttcher, P Biensfeldt, Adele Härtung. Folies Caprice Linienstr.132 amOranicnbg.T. Täglich 8 Uhr- Prinzessin vom Nil Operette in 3 Akten Musik von Victor Holländer mit Franzi Blenke, Max Waiden, Käthe Jungherr usw. Das CASINO-THEATER eröffnet seine 21 jährig« Spielzeit nach vollständ. 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Unruh, sowie 49 Ersatzvcrirrtcr, beginnend mit dem Namen Schubert und endigend mit H. Fleichner. Die List« der Arbeitnehmer enthält 40 Vertreter, beginnend mit dem Namen Wilh. Hirse und endigend init Martha Lechncr, sowie 30 Ersatzvertreter, beginnend mit dem Nauic» Otto Wusle und endi end mit Kart Utzt, Die iür den 29, S. 21 anberaumten Wahlen finden daher nicht statt, Anfechtungen gegen die Gültigkeit der Wahl sind Innerhalb eine« Monat, nach Bekanntmachung des Wahlergebnisses beim Vorstand oder beim Versicherungsamt anzubringen. Berlin, den 4. August>921. 7/14 Lmil Boeske. Vorsitzender. Fritz Zinke, Schriftführer. Fabelhaft billige Preise! Militär» Mäntel Rocke Hosen | gtdurch- Schnürschuhe paarM.35]repariert «1-50( besohlt 100 M Paar Schaftstiefel HerrenaUlster n-o- ferner große Posten verschiedener Geschirr- u. Ledersachen, Sohlenleder zu auOergewÖhnlicb billigen Preisen. 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GrünerWegSt zahlt Tagespreise für Kupfer, Messing, Blei, Zink etc. Nach kurzem, aber schwerem Leiden ist unser Kollege Erich Scheibia Obcrftadtfekretär in Berltn-Eharlottenburg, Vor- sitzenber des„Lerbaiides der Kommunaideamien und-angestellten Preußens e V." und des„Reichs- bundes der Kommunalbeamten Deutschlands", Mitglied des vorl. Rcichswirtschastsrats, i» der Nacht zum I. August in V a r m e n. wo er an- läßlich de- 22. ordentlichen Berbandsiages des Preußischen Verbandes weilte, an de» Folgen einer Biutvergistung im Aller von 30 Jahren verstoroen. Ein schwerer Verlust hat die deutschc und insbesondere die preußische organisiette Kommunaibcamten- und-an- gestelltenschaft getroffen. Aus» tiefste erschüttert steht sie vor der unfaßbaren Nachricht von dem piötzlid,en Hin- scheiden ihres glänzend dewähttcn und verehrten Führers, den ein tragisches Geschick ihr während der Tagung des Verbandes entriß. Ein arbeit»- aber auch erfolgreiche» Leben hat der Tod hier jäh abgeschlossen, ein Leben, dessen hochzieliges iliid verantwortungsvolles Wirken und Streben, früh und ipät, nicht Mühen uud Bürden scheuend, unter selbstloser Hintansetzung des eigenen Ichs in jeder Beziehung, auf- recht und unentwegt, dem Wohl und Wehe der Berufs- genossen gewidmet war. Ein Man» mit'* Geistesggden, von Eharakter» und tiefstem entrissen worden. Sein Wirken und fein Wesen wird unserer Erinnerung unauslöschlich, sei» Geist stet» unter un» sein. Der Bsrstanb de« Rcichsbunde» der Kommunalbeamten und-angestellten Deutschland». Der Varstand de» Verbandes der Kommunatbeamten und-augestellten Preußens e. V. Gutschmidk, stellvertretender Vorsitzender. Die Beerdigung findet am Freitag, den 5, August, nachmittag» S1/- Uhr, von der Leichenhalle de» Allen! Luisen-Friedhoses in Charlottenburg, Bahnhof Westend, Haeselerstraße, aus statt. 189/10| Msiärite, Soossiersprosssn Picke), HaulunreinU- keilcn, Qesichtsröte eic., werden schmerzlos, un- __ merkbar für die Um- gebung, abgeschält durch echte Vatcr-Phllipp-Schäfkur, danach kommt anmutige junge zarte Haut zum Vorschein, ä 9 M. vom Laboratorium Dresden-Zschachwiu 146, erhältlich in der Elefantenaootheke, Leipziger Straße, und in den Drogerien Bastianstr 2, Fehmarnstr. Reinickendorfer Str. 119. Charlottenstr. 76, Pankow, Prinzstr. 6{* Variete-Spielplan| Rauchen gestattet! Theater a. KottbuserTor $ WiedBiauftreten dsrEllte-SDnger Ausgezeichnete1! August Programm Täglich 7V, Uhr VvKf.Il-lV,u.4-6ühr Seit 30 Jahren als stärkstesTadikalmitte! bekannt amia werd.restlos vertilgt �_ tK> m R Jod Teufei ww W& a Ii aB m■ gcht nur mjt u'®® in Originalpackungen zu Mk. 3,50, 6,50, 9*50 und 13,50 in Drogerien erhältlich. Otto Reiche!, Berlin SO, Eisenbahnstr. 4. Femspr: MontzpiatzaT»! si. 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Fahrplan Fahrkarten, Fahrpläne und kostenlose Auskunft an Bord des Dampfer«, bei denVertretungen des Norddeutschen LloydallenLloydreiseLiüros und den Fahrkarter, ausgabestellen des Mitteleuropäischen Reisebüros und des Weltreisebüroa Union, Berlin W, Unter den Linden NorddeutseSier Lloyd Bremen Abteilung See bad erd len s t Bezirksverb. Gr.-Bcrlin -vv. 33. AbteUung. Am Montag, den l. Aug.. I verstarb plötzlich im 40. Le- 1 dcnsjahr unsere Genossi» krau 8peedt Schlegeistr, 23, Ehre ihrem Andenken! Di« Beerdigung findet am Freitag, den 5. August, uachm, i/ri Uhr, von der Salle d. Golgathafriedhojs, Battusstraße. aus statt, Die Abteilungsleitung. Dintsolier(letal lirb!ltirierb. Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nach- richt, baß unser Kollege, der Arbeiter Brimv Förster Eisenbahnstr. 34 am 30. Iuii gestorben ist, Di« Einäscherung findet am Donnerstag den 4 Aug., nachm. V/t Uhr. im Are- matorlum Bauuischiileiiweg Kiefholzstraße, ftatt Den Kollegen zur Nach- richt. daß unser Kollege, der Mechaniker FrsM Becher Karishorst am 2, August gestorben ist. Die Einäscherung findek am Freitag, den 5 August, nachmittag« 3 Uhr, im Kr:- matorium Vaumschulenweg Kiesholzstraße, statt. Ehr« Ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet Die Ortsoerwalluug. Vanksagung. S691b Für die liebevolle Teilnahme bei der Beerdigung unsere» lieben Bruder, und Ontei» M Jahn sowie für die herrliche Gedächt- nisrcde und schönen Kranz» spenden sage hiermit im Namen der si' San r Hiuterbiicbenen herzlichsten aitt. Ernst Zahn. Die unterj Zu der Unterschlagung von 345 000 M., die für die Unter- stützung der Familien von Inhaftierten bestimmt waren, erstattet der Unabhängige Emil Barth der Presse einen sehr ausführlichen Be- richt, der eingangs die Entstehung der Unterstützungseinrichtung schildert, wie wir das bereits gestern moraen taten. Daran an- knüpfend sagt Borth, daß er wegen Abwesenheit von Berlin von Juli 1919 bis Januar 1920 an keiner Kommtssionssitzung teilgenommen hat. In der Sitzung im Februar 1920 fragte B a e r Paul Eckert, was nun mit den 72 000 M. sei. Eckert winkt? ab: Barth stellte aber fest, daß der Vollzugsrak in der Münzfkrahe für fein Druckereiunternehmen„Weckruf" und feine Verlagsgesell- schaft„Arbeiterrat" von Baer 72 000 M. geliehen habe. Barth er- hob schärfsten Protest und forderte sofortige Zahlung oder die Ver- Pfändung von Wertobjekten, die diese Summe decken müßten. Eckert erhob Einspruch, weil er dos erlte nicht kennte und das letzte nicht wollte. Mit der Direktion des„Weckruf", begehend aus Paul Neumann, Heinrich M a l z a h n und Paul Eckert, wurde nach langer Debatte vereinbart, daß die Verlaosanstalt einen Schein ausstellen solle, der der Unterstützungskommission das Eigentums- recht des„Weckrufs" zusprach. Dann sagt der Bericht Barths: „Doch— wenn— aber. Das ist eine Geschichte." Jedenfalls sollten die Maschinen des„Weckrufs" verkauft und die e r st e n 72 000 M. des Ertrages der Unterstützungskommission überwiesen werden. Bis spätestens 1. Oktober sollte alles bezahlt sein.„Es kam der 1. Oktober— aber kein Geld." Er fand dann wieder eine Sitzung statt, in der Eckert erlLrte, daß die Druckereieinrichtung an einen Holländer verkauft fei, der 40 000 M. anzahlte, am 15. No- nember die zweite und am 15. Februar 1921 die letzte Rate zahlen sollte. Bis dahin sollte auch die Unterstützungskommission den Rest des Geldes erhalten. In dieser Sitzung stellte Barth fest, daß die Abmachung, wonach die ersten eingehenden Gelder der Unter- stützungskommisston zufließen sollten, schon wieder bei den 40 000 M. Anzahlung durchbrochen seien. Er stellte weiter fest, daß man eine erneute Durchbrechung versuchen will, indem man von der zweiten Rate nur einen Teil der Unterstützungskommission zugehen lassen wolle. �Eckert erklärt darauf, daß sse noch andere Verbind- lichkciten zu erfüllen gehabt hätten. Schließlich wurde vereinbart, daß am 15. Februar die 72 000 M. endgültig zurückerstattet werden sollten. Am 15. Februar brachte dann auch Bw.r einen Scheck über 72 000 M. und die fälligen Zinsen und erklärte, daß er nunmehr auf die Bank gehe, um diese Summe zu überweisen. Barth überzeugte sich von der Richtigkeit des Schecks und hiett damit die Angelegenheit für erledigt. In der Aufstellung vom April 1920 war ein Bankguthaben von einer halben Million Mark vorhanden. Die Kommission be- schloß, 300 000 M. der Einnahmen nicht zu veröffentlichen, um die Sammelfreudigkeit nicht zu unterbinden. Dieser Beschluß wurde als streng vertraulich und einstimmig gefaßt. Auch die„Freiheit" hat einmal die Unterstützung der Kam- Mission in Anspruch nehmen müssen. Der Verlag war damals in materielle Verlegenheiten geraten. Die Unterstützungskommission stellte dem Verlag einen Bürgschaftsscheck aus. Der Schuldner zahlte der„Freiheit" die 50 000 M. und der Bürgschaftsscheck ging an die Aussteller zurück. Ein anderes Mal ersuchte die Geschäftsleitung der „Freiheit" um ein Darlehen von 200 000 M., wofür der Kommission die Maschine, die sie kaufte und die 300 000 M. kostete, mit der Maß- , gäbe oerpfändet werden sollte, daß das Geld zurückgezahlt werden sollte, wenn es acht Tage vorher angefordert würde. Dieser An- trag der„Freiheit" wurde aber abgelehnt, da sie„ein konter- revolutionäres Organ sei". Nach dem diesjährigen Märzputsch wurde die„Rote Hilfe" ge- gründet und Ende März kam Baer zu Barth und erklärte, daß er am Tage vorher zur Zentrale der VKPD. geladen und dort auf- gefordert worden sei, das Geld der Unlerstühungskommission der„Roten Hilfe" zu überweisen, wogegen er sich gesträubt habe. Es wurde dann eine Sitzung der Unterstützungskommission einberufen, die zu dieser Angelegenheit Stellung nehmen sollte. Baer erklärte damals, es sei notwendig, eine öffentliche Abrechnung zu geben, da Gerüchte von Unter- schlagungen der Gelder der Unterstützungskommission im Umlauf seien. Die Sitzung beschloß, dem Ansuchen der Kommunisten nicht Folge zu leisten und den Kassenbericht in der Generalversammlung der Betriebsräte zu geben. Diese Generaloersammlung stellte sich auf dem Standpunkt, daß die Unterstützungskommission der Berliner Arbeiter weiter bestehe und daß die drei Parteien und die Gewerk- schaftskommission durch je 7 Personen darin vertreten sein sollten. Nach der Generalversammlung der Betriebsräte kam Baer erneut zu Barth, um zu erklären, daß die„Rote Hilfe" beantragt habe, ihn von der Unterstützungskommission 150 000 M. zu überweisen. In der Wohnung Eckerts sollte am nächsten Morgen ein offizieller Be- schluß der Kommission gefaßt werden. Die Wohnung des kranken Eckerts war aber verschlossen und auf der Straße einigte man sich einstimmig darauf, das Ansinnen der„Roten Hilfe" abzulehnen. Die Konstituierung der neuen Unterstützungskommission wurde von den Kommunisten wieder hintertrieben. Sie stellte immer wieder An- träge aus die Verschmelzung mit der„Roten Hilse", was außer den Kommunisten alle übrigen Mitglieder ablehnten. Barth machte am 1. August einen Bermittlungsvorschlag, der die Unterstützungskommission der der Berliner Arbeiterschaft anerkannte und besagte, daß die„Rote Hilfe" bis zum 30. September d. I. in Berlin ihre Tätigkeit fortsetzen könne, dann jedoch liquidieren und ihre Gelder an die Unterstützungskommission überweisen solle, die diese als Reservefonds für die Opfer der Mätzaktion 1921 reservieren müsse. Die Kommunisten lehnten diesen Vorschlag ab-und verließen die Sitzung. Der weitere Verlauf der Angelegenheit ist bekannt. Interessieren dürfte noch, daß am 18. November 1920 100 000 Mark, am 19. No- vember wieder 100 000 Mark und am 20. November 175 000 Mark abgehoben wurden. Der vorletzte Kassenbericht ging bis zum 16. November und wies ein Bankguthaben von 475 559 Mark auf. Der nächste ging bis zum 15. April. In ihm waren 139 540 Mark als von der Pank abgehoben bezeichnet. Es mußte also ein B e st a n d v v n 345 329 Mark vorhanden sein: in Wirklichkeit sind aber nur 250 Mark da. Weiter: Slm 15. Februar zeigte Baer den Scheck über 72 000 Mark und die fälligen Zinsen. Bei jeder einzelnen Besprechung er- klärte er, daß von dem Bankguthaben nicht ein einziger Pfennig ge- nommen wurde, dafür stände er mit seiner ganzen Person und seinem ehrlichen Namen. Barth wirtt die Frage auf:„Liegt- denn dafür jedem objektiv Denkenden nicht wie für mich die Vermutung nahe, daß das Geld nach dem 15. April restlos der„Raken Hilfe" überwiesen worden ist?" Zum Schluß macht er darauf aufmerksam, daß diese niederträchtige Handlungsweise, dieser schamlose Betrug der Kom- munistcn, jede Sammlungsmöglichkeit für Sowjetrußland einfach erschlagen habe. Militarismus in öelgien. Einen neuen Beitrag zu dem Kapitel„Militarismus in Belgien" liefert das Brüsseler Kommunistenblatt„Exploitä" in seiner Nummer vom 16. v. M., indem es folgendes meldet: „Am 3. Juli d. I. wurde in Charleroi auf dem Boulevard de la Fontaine die Fahne des 2. Jägerregiments zur allge- meinen Begrüßung ausgestellt. Ein kommunistischer Arbeiter ging ohne Gruß an ihr vorbei. Ein Offizier schlug ihm darauf den Hut vom Kopfe. Der Arbeiter begab sich auf das Polizeibureau, um Anzeige zu erstatten. Dort wurde ihm aber kurzweg erklärt, daß Beschwerden von Menschen, die der Fahne den Gruß verweigerten, nicht angenommen würden." Der ehrerbietige Gruß des Publikums an eine Militärfahne ist bekanntlich auch in dem französisch gewordenen E l s a ß- L o t h- ringen eingeführt worden, und wird trotz aller Gegenbestrebungen nichtmilitaristischer Elsah-Lothringer streng gehandhabt. Immerhin Handell es sich dort immer nur um Fahnen, die im Geleite von Truppen, meist unter Fanfarenklängen, vorüberziehen. Daß aber eine Regimentsfahne nach Art eines Geßlerhutes zur Be- grllßung aufgestellt und jeder zufällig Borübergehende gezwungen wird, ihr durch Hutabnehmen zu huldigen, scheint eine Neuheit des jungen belgischen Militarismus zu sein. Es mag sein, daß wir in einem siegreichen Deutschland ähnliche Zustände haben würden, aber bekanntlich waren ja die Ententeländer in den Krieg gezogen, um den Militarismus auszurotten... Zrieöe zwischen Zasciften und Sozialiften. Rom, 3. August.(EP.) Die Versöhnungsverhand-f lungen zwischen Sozialisten und Fascistcn. können als glück- lich abgeschlossen betrachtet werden. Heute vormittag wer- den die Vertreter beider Parteien dem Kammerpräsidenten das endgültige Abkommen zur Unterzeichnung unterbreiten. De Nicola hat auch die Republikaner zur Teilnahme an den Schlußverhandlungen eingeladen, doch haben diese höflichst a b g e- lehnt. Das endgültige Abkommen enthält 4 neue Bedingungen, Der Rechtsgelchrke der„Kreuzzeitung" schreibt:„Am 4. August dieses Jahres läuft die Sperrfrist für den Artikel 13 der Reichsver- fnssung ab, wonach vor Ablauf von 2 Jahren nach Inkrafttreten des Friedensvertrages eine Abstimmung über die Loslösung und Neubildung staatlicher Territorien innerhalb der bisherigen Glied- staaten nicht möglich ist." In Wirklichkeit läuft die Sperrfrist am 11. ab. 2 Jahre nach dem Inkrafttreten n i ch t des Friedensvertrags, sondern der R e i ch s v e r f a s s u n g.— Der Rcchtsgelehrte der „Kreuzzeitung" heißt Dterberg, ist Doktor der Rechte, Rechts- anwalt, Notar, Landtagsabgeordneter etc. pp. Schwerer Gewitterschaüen in �alle. Der Nathauöturm abgebrannt und zusammengestürzt. Halle, 3. August.(WTB.) Während eines kräftigen G e w i t- ters, das ansehnliche Regenmengen brachte, schlug der Blitz an mehreren Stellen ein. Der Turm des Rathauses, der vom Blitz getroffen wurde, glich in kurzer Zeit einer Feuersäule, Obgleich die Feuerwehr sofort zur Stelle war, gelang es nicht, den Turm zu retten. Dieser stürzte bald daraufhin aus das Dach des Rakhauses. Die Läscharbeiten nehmen ihren Fortgang. Die Feuerwehr hat das weitere Umsichgreifen des Feuers verhin- d e r t. Das Rothaus von Halle gehört zu den altehrwürdigsten Bau- werken Deutschlands. Es stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde im Jahre 1883 teilweise erneuert, Aufklärung eines Raubmorüanfchlages. Der Täter verhaftet und geständig. Der Raubmordanschlag auf den Wächter Sünder auf dem Holz- platz in der Landwehrstraße hat jetzt seine restlose Aufklärung ge- funden, nachdem der Täter oerhaftet und nach längerem Leugnen seine Bluttot eingestanden hat. Der schwerverletzte Wächter liegt noch immer ohne Besinnung. Die Spuren, die am Tatort von dem Polizeispürhund„Schütz" aufgenommen wurden, führten zu der Wohnung eines Frau- lein Tomms in der Landwehrstraße. Diese wurde zur wei- teren Aufklärung des Verbrechens nach dem Polizeipräsidium gebracht. Die Ermittelungen ergaben nun, daß Fräulein Tomms am Sonnabend bei dem Wächter auf dem Holz- platz gewesen ist und ihm Essen gebracht hatte. Nach einiger Zeit erschien dann ein Mann, während sie sich noch bei dem Wächter aufhielt, auf dem Holzplatz, und Sünder unterhielt sich mit diesem, der ein Bekannter von ihm war. Im Lause des Gesv«ächs hörte sie nun, wie Sünder den Mann fragte, ob er wieder einmal bei einer ihnen bekannte Frau gewesen sei. Den Namen hatte Fräu- lein Tomms nicht verstanden Auf diese Aussage hin wurde nun weiter nachgeforscht, wer früher bei der Holzhandlung tätig gewesen und mit Sünder enger befreundet war. Die Ermittlungen ergaben nun, daß ein Arbeiter Karl Schöel, ein Mann von 31 Jahren, der in der Eroßbcerenstraße wohnt, als mutmaßlicher Täter in Frage kam. Die Beamten begaben sich nach der Wohnung, fanden aber Schöel nicht zu Hause. Seine Braut, mit der er zusammen wohnt, sagte aus, daß er seit drei Tagen nicht zu Hause gewesen sei. Jetzt wurde die Wohnung und das Haus bewacht und schließlich gelang es heute den Beamten, ihn beim Betreten seiner Wohnung festzu- nehmen. Auf dem Pölizeipräsidium bestritt er zunächst die ihm zur Last gelegte Bluttat Nach langem Leugnen legte er aber dann endlich ein Geständnis ab. WirtftHaft Die Drotpreife. Durch die Presse läuft eine vom Landbund der Provinz Sachsen ausgegangene Kundgebung, die auf Grund von Berechnungen zu der Behauptung gelangt, daß der Landwirt auf jedes in Deutschland gebackene Umlagebrot 95 Proz. draufzahlen müsse, und im Anschluß daran von der Regierung oerlangt, daß sie der gegen die landwirt- schnftliche Bevölkerung gerichteten Hetze über Brotwucher entgegen- treten solle. Zu dieser Kundgebung wird uns von unterrichteter Seite folgendes geschrieben: Die Schlußfolgerung der Kundgebung, daß der Landwirt auf jedes in Deutschland gebackene Umlagebrot 95 Pf. draufzuzahlen habe, wird schon durch die Methode widerlegt, nach der die Preise für das Umlagegetreide festgelegt worden sind. Der Festsetzung liegen die von der Jndcxkommission geprüften Berechnungen der Produktionskosten zugrunde. Den Ausgangspunkt bilden die seiner- zeit für den 1. Januar 1920 auf Grund der damaligen Produkcions- kosten mit Einschluß eines, angemessenen Unternehmecgewinns be- rechneten Getreidepreise in Höhe von 1000 M. für die Tonne Roggen. Um die für das Umlagegetreide der Ernte 1921 angemessenen Preise zu ermitteln, sind zu den einzelnen Positionen der damaligen Kalku- lation Zuschläge hinzugerechnet worden, die der in- zwischen eingetretenen Steigerung der Unkosten entsprechen. Aus der Art ihrer Ermittelung ergibt sich, daß die Jndexkommission, in der die Landwirtschaft entsprechend vertreten ist. in diesen Preisen selbst einen vollständigen Ausgleich der durchschnittlichen Produkiions- kostensteigerung erblickt. Steht somit das Ergebnis der Kundgebung des Landbundes Provinz Sachsen im Widerspruch mit den für die Preisfestsegung maßgebenden Totsachen, so sind auch die einzelnen Punkle, auf denen die Kundgebung sich aufbaut, ungenau und fehlerhaft. Zunächst sind Produktionskostenberechnungen, die auf den Mar, gen oder auf die einzelne Maßeinheit der Frucht abgestellt sind, stets grundsätzlich anfechtbar, weil sie vielleicht auf einen einzelnen Betrieb zutreffen können, aber nicht verallgemeiam werden dürfen. Stellt man sich jedoch einmal auf den Standpunkt des Artikels des Land- bundes der Provinz Sachsen und sucht den Reinertrag an Roggen je Morgen oder Zentner zu verrechnen, so ist es völlig ver- fehlt, hierbei einen für den Gesamtertrag so wesentlichen Punkt, wie das Stroh, außer Betracht bzw. mit der kurzen Redewendung: („das Stroh findet Verwendung für eigene Wirtschaft in der Ertragsberechnung verschwinden zu lassen. Nach den Eriiiutelungcn der Wissenschaft verhält sich der Körner- zum Strohertrag wie etwa 1 zu 2,44. Wenn dieses Verhältnis auch in den einzelnen Jahren nach dem Ernteausfall selbstoerständlich Schwankungen unterliegt, so wird man auch bei ungünstigerem Strohertrag das Verhältnis immer noch wie 1 zu 1,5 bis 2 anehmen dürfen, das ergibt bei der in Berechnung angenommenen Ernte von 7 Ztr. Roggen einen Strohertrag von 10,5 bis 14 Ztr., dessen Wert bei dem jetzigen Berliner Preis von etwa 20 M. für Stroh schlechterer Sorte mithin einen Ertrag aus dem Stroh von 2 10— 2 8 0 M. darstellt. Zieht man dies in Rücksicht, so verkehrt sich ohne weiteres der errechnete Fehlbetrag auf den Morgen von 190 M. in einen Gewinn von etwa 20 bis 90 M., oder für den Zentner Roggen auf etwa 3 bis 14 M. Schon damit ist die UnHaltbarkeit der Behauptung, daß der Landwirt auf jedes in Deutschland ge- backen« Umlagebrot 95 Pf. draufzuzahlen hat, und alle daran ge- knüpften Schlußfolgerungen hinfällig geworden. Im übrigen er- scheint der in dem Artikel unter k bezeichnete Posten: Steuerliche Belastung mit 120 M. bei weitem zu hoch angenommen. Eine zahlenmäßige Widerlegung muß schon aus Raummangel an dieser Stelle unterbleiben. Sie dürfte auch fehlen können, da die Verlust- bercchnung des Landbundes schon durch den Strohertrag, wie dar- gelegt, in dos Gegenteil umschlägt. Ferner seien nur noch zwei Behauptungen der Kundgebung be� leuchtet: Die Kundgebung beruft sich auf eine Erhebung des Statistischen Reichsamts, nach der in den beiden letzten Vorjahren für Winter- roggen ein Ernteertrag von 61� Ztr. auf den Morgen geschätzt worden sei.. Es ist an sich schon recht anfechtbar, diese Schätzung einer einzelnen Fruchtart, selbst wenn sie an sich nicht zu niedrig sein sollte, für die Beurteilung der Gesamtgetreideernte zugrunde zu legen und daraus Schlüsse für die finanzielle Belastung der Land- Wirtschaft durch die Umlage zu ziehen. Man verläßt aber vollends den Weg objektiver Beweisführung, wenn hierfür gerade diejenige Fruchtart ausgewählt wird, die im vorigen Jahre notorisch ganz besonders schlechte Erträge gebracht hat, während für die übrigen Getreidarten eine wesentlich günstigere Ernte erzielt worden isti Im übrigen sind in den letzten Jahren alle Ernteschützungen und Flächenerhebungen aus naheliegenden Gründen unter größter Vor- ficht vor jeder Ueberschätzung vorgenommen worden. Irreführend ist weiter der Vergleich der durchschnittlichen Roggenerträge von 6�4 Ztr. mit den den Durchschnitt wesentlich übersteigenden Unkosten der sächsischen Landwirtschaft. Die Provinz Sachsen gehört zu den Gegenden Deutschlands, die die intensivste Landwirtschaft, dem- entsprechend große Unkosten, aber auch die höchsten Ernte- ertrüge haben. Will man daher ihre Produktionskosten mit den Ernteerträgen vergleichen, so darf man nicht, wie die Kundgebung des Landbundes, den durchschnittlichen Roggenernteertrag von 614. Zentner in Rechnung stellest, sondern muß die hohen Ernten deich intensiver Kultur Sachsens berücksichtigen und gewinnt auch allein schon aus diesem Grunde ein für die sächsische Landwirtschaft viel günstigeres Ergebnis. Hermes über die V-otpreiserhöhnng. Gestern vormittag fand, wie WTB. melde!, in Ludwigs- Hafen eine Besprechung von Presseverlrelern mit dem Reichs. ernährungsminister Hermes statt. Bei dieser Zusammenkunft ant- wartete Dr. Hermes ausführlich auf die ihm gestellten Fragen. Be- züglich der bevorstehenden Brotpreiseihöhung erklärte er. daß eine 40proz entige Preiserhöhung nicht zu um- gehen fein weiche. Für die nächsten lUonale fei die Brotbeschas- fung gesichert. Las Umlagcver fahren bilde den lieber- gang zur freien Getreidewirtschaft, hierbei beständen wohl gewisse Gefahren für die richtige Ablieferung des Getreides. doch seien im Hinblick hierauf besondere Bestimmungen im Gesetz vorgesehen. Für Roggen und Weizen sei aller Wahrscheinlich- keit nach eine Millelernte zu erwarten. Die Aussichten für Futtermittel und Kartoffeln seien zwar weniger günstig. doch könne er den bestehenden Pessimismus nicht teilen. Morgen reist der Minister zur Besprechung mit der pfälzischen kreisregierung nach Speyer. Sodann wird er in 7k e u st a d t a. d. Hardt über sein(Ernährungsprogramm sprechen. Tie(Gefahren des Brotwuchcrs. Wir werden um Veröffentlichung folgender Kundgebung ge- beten: Der Aerztekam in ervorst and der Provinz Sachsen, die bekanntlich bisher am meisten von Arbeiterunruhen heimgesucht und gefährdet ist, erblickt in der nahe bevorstehenden b e t r ä ch t- l i ch e n Preiserhöhung des zur Lebenserhaltung> unbedingt nötigen täglichen Brotes eine ungeheuerliche Ge- fahr. Durch diese plötzliche Preiserhöhung werden neue, folgen- schwere und weitgreifende Unruhen und Kämpfe ausgelöst, die Ge- müter von neuem gewaltig erregt, die allmählich etwas abklingende Volkspsychose wieder mächtig angefacht. Ganz abgesehen davon, daß die Arbeiterschaft geschlossen bei diesem Anlaß ollen Widerständen zum Trotz neue Lohn- erhöhungen fordern muß und durchsetzen wird, damit jeder weitere Preisabbau vereitelt, vielmehr eine weitere allgemeine Preissteigerung hervorgerufen wird, werden durch die neuen Unruhen und Kämpfe wieder ungeheure Werte und zahllose Arbeits- Möglichkeiten vernichtet. Der so dem Reiche erwachsende Schaden wird, schon zahlenmäßig betrachtet, erheblich höher sein, als der bisher zur Brotoerbilligung geleistete Reichszuschuh. Die angekündigte beträchtliche Preiserhöhung des täglichen Brotes würde weiterhin zur Folge haben, daß zahllose Singe- hörige des unter der Zeiten Not am meisten leidenden niederen Mittelstandes noch mehr der Unterernährung mit all ihren üblen Folgen verfallen.' Der Aerztekammeroorftand der Provinz Sachsen hält es daher im Hinblick auf das allgemeine Wohl und die geistige Wieder- genesung unseres kranken Volkes für geboten, dos unbedingt zur Lebenserhaltung nötige tägliche Brot in bis- heriger Preishöhe weiter zu verabfolgen. Für dos über die jetzige Wochenmenge hinausgehende Brot kann ja entsprechender Mehrpreis gefordert werden. Magdeburg, 30. Juli 1921. Im Namen des Vorstandes der Aerztekammer für die Provinz Sachsen: der Vorsitzende Geheimrat Professor Dr. Alt. GeVerkschastsbeVegung Rückgang üer Arbeitslosigkeit. Das„Reichsarbeitsblatt veröfentlicht soeben die Uebersicht über den Zlrbeitsmarkt im Monat Luni. Der Mai brachte bekanntlich einen Rückgang der Zahl der Arbeitslosen. Diese Besserung hat erfreulicherweise angehalten. Nach den Berichten der Krankenkassen beträgt ihre Mitglicderzunahme im Monat Juni 77 823 Personen. daraus darf man schließen, daß die Zahl der Erwerbslosen um un- gefähr dieselbe Zahl zurückgegangen ist. Ein noch erfreu- l i ch e r e s Bild lief-rn die Statistiken der Gewerkschaften. Am 2S. Juni waren von 5 761 566 statistisch erfaßten Mitgliedern 176 612 oder 3 Proz. erwerbslos. Im Bormonat betrug der Prozentsatz 3,7 v. S). Die Besserung in der Textilindustrie, besonders in der sächsischen, verursachte, daß die Zahl der weiblichen Erwerbslosen st ä r k e r zurückgegangen ist als die der männlichen. Die Gesamtzahl der unterstützten Vollerwerbslosen ist von 358161 am 1. Juni aus 316 917 am 1. Juli zurückgegangen. Diese leichte Besserung der Gcsamtlage— die absolut keine Veran- lassung zu großen Hoffnungen gibt— machte sich auch bei den öffentlichen Arbeitsnachweisen bemerkbar. Die Zahl der Arbeits- g e s u ch e ging im Juni um über 39 999 zurück, während die ange- botencn Arbeitsstellen sich um 3999 erhöhten. Im Monat Mai entfielen auf 199 offene Stellen noch 175, im Juni 169 Stellen- gcsuche. So erfreulich diese Besserung ist, so muß doch festgestellt werden, daß sie keineswegs so stark ist, wie die des Monats Mai. Im übrigen wird das Erfreuliche an dieser Besserung verdunkelt durch die Tatsache, daß am 1. Mai ein Fünftel aller Erwerbslosen mehr als sechs Monate keine Beschäftigung hatte. Seit August 1929 ist die Zahl dieser langfristig Erwerbslosen unaus- gesetzt gewachsen. In Groß-Berlin sind im Durchschnitt 33 Proz. der Erwerbslosen seit mehr als sechs Monaten erwerbslos. Während im Reichsdurchschnitt von je 199 999 Einwohnern 159 länger als sechs Monate arbeitslos sind, kommen in Hamburg und Sachsen auf dieselbe Einwohnerzahl 597 bzw. 511 solcher Er- wcrbslosen. Am besten gestellt sind Oldenburg und M e ck- lenburg-Strelitz mit 5 bzw. keinen langfristigen Erwerbs- losen auf 199 999 Einwohner. .Hamburger Beamtendemonstration. ZO—MlKW Beamte und Angestellte des Hamburqischen Staates hatten sich auf der Moorweide vor dem Dammtorbahnhof zusammen- gefunden, um hier öffentlich gegen ihre allmähliche Verelendung zu demonstrieren. Sie fordern: 1. daß ihrem wirtschaftlichen Zu- sammenbruch durch sofortige Auszahlung einer einmaligen R o t h i l f e in Höhe von 2999 M. für Unverheiratete und Ber- heiratete ohne Kinder und je 599 M. für jedes Kind vorgebeugt werde: 2. daß ungesäumt die durch die Besoldungsordnung fest- gesetzten a) Grundgehalte erheblich erhöht, b) die Teuerungszulagen den steigenden Preisen ange- paßt und c) die gänzlich unzureichenden Kinderzulagen auf eine den tatsächlichen Anforderungen entsprechende 5)öhe gebracht werden, 3. daß für die wirtschaftlich besonders stark be- lasteten Gebiete(Großstädte, Industriezentren, besetztes Ge- biet) durch besondere Ausgleichszulagen den Beamten � und Angestellten ihr Auskommen sichergestellt werde. j Hamburgs Beamte und Angestellte hoffen bestimmt, daß der Senat diese Forderungen in Berlin auf das schnellste und kräftigste � geltend machen werde und erwarten, dah er gegebenenfalls auch � ohne oder gegen Berlin die sofortige Auszahlung der Nothilfe vornehmen wird._ |?ort mit dem Trinkgeld! Es ist kollegiale Pflicht aller gewerkschaftlich organisierten Ar- beiter und Angestellten, die Gastwirtsgehilsen in ihrem Kampfe um eine ausreichende f e st e Entlohnung zu unterstützen. Das Unter- nchmertum sucht sich teilweise seiner Pflicht zur Lohnzahlung da- durch zu entziehen, daß es dem Bedienungspersonal die Möglichkeit i und Wahrscheinlichkeit des Trinkge'des offen läßt, um dadurch fein Interesse an ausreichender fester Entlohnung zu mindern. Bei diesem Verfahren, daß jedem kaufmännischen Gebaren widerspricht, � ist insbesondere das minderbemittelte Publikum der Leidtragende. � Wehrt euch gegen das Trinkgeldsystem und helft, die Gastwirts- angestellten als Kämpfer um sittliche Entlohnung in unsere Reihen einzugliedern, indem ihr allerseits die Beseitigung der Trink- geldentlohnung mit erreichen helft und überall da, wo durch Tarife das Trinkgeld abgeschafft ist, solches nicht mehr gebt. Allgemeiner Deutscher Gewerkschastsbund gez. P. Graßmann. Allgemeiner freier Anqestelltenbund gez. F. Aufhäuser. Gewerkschaftsring der Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenverbände gez. Gustav H a r t m a n n Deutscher Gewerkschastsbund gez. Brust. Der Rcichsverband deutscher Obst- und Gemüsehändler ist außer- ordentlich rege in der Uebersendung von Berichtigungen. Er fühlt sich gekränkt, daß wir darauf hingewiesen haben, daß die Konsum- qcnossenschasten während des Streiks der Kartoffclkutscher in ihren Berkaufsstellen die Kartoffeln zu 95 Pf. das Pfund verkauften und schreibt deshalb:„Demgegenüber ersuchen wir wiederum auf Grund des Preßqesetzs um eine Mitteilung, daß in den unserem Verbände angeschlossenen kleinen Handelsgeschäften die Kartoffeln bereits am Montag mit 9.9 und 95 Pf. pro Pfund verkauft wurden. Der Ber- kaufspreis der Konsumgnosfenschaft ist demzufolge keine b e s o n- d r e Leistung, sondern er entspricht der seit Montag geschaffenen Marktlage. Ebenso müssen wir es zurückweisen, daß versteckte An- griffe gegen den Kleinhandel wegen angeblicher Preistreiberei er- hoben werden." Aus dieser Berichtigung geht also hervor, daß der Verkaufs- preis der Konsumgenossenschaften auch nach Ansicht des Reichsver- bandcs deutscher Obst- und Gemüsehändler immerhin eine Leistung. wenn auch keine„besondere" gewesen ist. Wir dürfen aber doch wohl annehmen, dah es eine besondere Leistung des Handels gewesen wäre, wenn die Kartoffelpreise überhaupt keine Erhöhung erfahren hätten. Im übrigen sprechen wir die Hoffnung aus, daß der Reichs- verband deutscher Obst- und Gemüsehändler das Vorgehen der Kon- sumgcnosienschaft in diesem Falle als Vorbild betrachten und dem» entsprechend in Zukunft zur Freude der Verbraucher handeln wird. Eine Kommunistenniederlage. Nach dem„Secolo" erlitten die Kommunisten bei den Neuwahlen für den leitenden Ausschuß der Ar- beitskammer in Mailand eine Niederlage. Die sozialistische Wahlliste erhielt 159 887, die kommunistische etwa 114 999 Stimmen. Nichkgenehmigke Beamlenzulagen. Einige Gemeinden des Saargebictes wollten ihren Beamten und Angestellten sogenannte Ausgleichszulagen gewähren in der Weise, daß diese Zu- schüsse in der Höhe der Differenz zwischen ihrem jetzigen und einem in Franken gerechneten Gehalt ausgleichen wurden; die siegle- rungskommission hat aber solche Zuschüsse unter Hinweis auf die Finanzlage nicht genehmigt. kellnerstreik in Holland. Wie der Verband der Hotel- und Gastwirtsangcstellten erfährt, streiken in Amsterdam, Rotterdam und im Haag 2599 Gastwirtsangestellte. Vor Zuzug wird gewarnt. Bund de« technischen Angestellten und Beamten. Mitgliederv-is-mmlungen: Q0«fin.m=(=;iihim TOpft Alerandiiner. Alerandrinenstr. 37, iVz iigr,.— iUcutou-n, iöurgctscuc, itvcrgtir. iya-ueiiuuauria tätigten Wahl des OHV.-Delegierten. �■,*•-««. o SPD..Eisenl'ahner. Freitag abend, 7- Uhr, im Gewerrschafishaus, Rufam« menfunft der Delegierten zur Generalversammlung. Der Werbeausschutz. SPD.'Funktionare der Metallarbeiter. Wir ersuchen alle Kollegen, die ausstehenden Listen beim Kollegen Lunndorf, O. 34, Gubener Str. 24, oder im Betriebssekretariat, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Tr. Lb?iurc6)nen. Der Fraktionsvorstand. Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Cafc-Angestellten. Betriebs. räte, Vertrauensleute und Mitglieder der erweiterten Ortsverwaltung, Ver» sammlung Sonnabend, vorm. 10 Uhr, im Nosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12. Stellungnahme zur Resolution Saar aus der Rachtoersammlung vom 1. August Iren.. Die Ortsverwaltung. Zentralvcrbond der Angestellten. Metoll. Funttionärversammlung Freitag, 7 Uhr, Havellands Festsälc, Neue Friedrichstr. Zöi Mus See parte«. «kinigungsbesirebungen im Saargebiet. Die„Dena" meldet aus Saarbrücken: Die Bezirkskonferenz der Sozialdemokratischen Partei des Saargebiets faßte eine Entschließung an den Vorstand der Gcsamtpartei, die Einigung zwichen SPD. und US?, schleunigst herbeizuführen. Auf dem Görlißer Parteitag wird die saarländische Partei durch einen Delegierte.' vertreten sein. Scharfe persönliche Auseinandersetzungen verursachte ein Antrag der Ortsgruppe Neunfachen, ein Sonderprogramm zur Eini- gung im Saargebiet aufzustellen: die„Saarsozialisten" mit ihrer Sonderbündelci unterlagen. Mus aller Welt. Wiederaufbau— Fremdenlegivn. Im Oktober 1919 warben in Szeged stehende franzosische Truppen mehrere hundert ungarischer Arbeiter zum„Wiederaufbau" der verwüsteten Gebiete Frankreichs an. Diese Arbeiter verließen mit den französischen Behörden Szeged. Seitdem verlor man jede Spu'' von ihnen. Sie schienen verschollen zu sein, bis jüngst einer von ihnen, der 24 jährige Schlosser Ludwig Firton, wieder in Szeged eintraf und die Tragödie seiner verführten Kameraden erzählte. Die Arbeiter für den„Wiederaufbau" wurden über die Dardanellen nach Tripolis geschafft, wo man sie trotz ihres verzweifelten Protestes>n die Fremdenlegion einreihte und in Marokko im Kampfe gegen Arabcrstämme verwendete. Viele von ihnen fanden im Kampfe den Tod oder kamen infolge entsetzlicher Mißhandlungen ihrer Vorgesetzten um, andere wurden aus der Fluchl erschossen, wenn man sie wiedereinfing, hingerichtet oder durch Eingeborene auf die grausamste Weise zu Tode gemartert. Es war Firton gelungen, nach einer spanischen Kolonie zu ent- kommen, von wo er noch Italien gebracht wurde. Ueber Jugo« slawien und Oesterreich kam er zu Fuß nach Szeged zurück. Verantw. für den rcdalt. Teil: Dr. Werner Pelle«, Charlottenbura: für Anzeigen: Th. Glocke, Berlin Verlag: Vortvürts-Verlng G.m.b.H., Berlin. Druck: Vor- wärls-BuSdruckerei u. Verlaasanstalt Paul Singer u. Co., Berlin. Lindenstr. 3. Hierzu ein« Beilage und Unterhaltungsbeilage„Heinnoelt-. WSe Lelunttel mt Kodiäpfel...................... piundTOoi Strudeläpfel.................. piund 300 Kochbirnen.................. pm I40 Tafelbirnen................. p�d 250 Gr. blaue Pflaumen...phmd 480 Tomaten roi«.................... p�nd 1" Muchemm- fische 380 1« 040 240 •|90 Rindertalg Ä'.Pid.S50 Kaninchen ÄseÄ 3 90 Corned beef ä 72S Rindfleisch 50 RehblSKer. j>bnd12sa Junge Tauben*™, 6 — Fleisch_ an Bücklinge...................... p�d Ger. Lachsheringe....... siüd, Frischer Kabliau«a/'�.'�d Schellfisch ohn« Kopl............ Plund Frische grüne Heringe Pia. Leb. Spiegelkarpfen. PiundlS00 mm Ausserscwöhrsllch preiswert! hbbb Himbeer- u. Kirschsaft göronüert r«ln. mit Zucker elngeKoch! llt Flasche lt Flasche 4■950 Preise ca. 1 Pfund QUW ra. 2 P|und T/ 3Ü Inhalt.... Inhalt.... 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