Nr. 370 ♦ SS. �adrgtMH Ausgabe B Nr. 183 BezugSpreiSt SJtehJJSfirL 30,— SR., monatL TtL— SR, frei ins Saus, voraus zahlbar. Poft- oezug: Monatlich 10,— 9JL einschl. Ra» strlliniysgedllhr. Unter Kreuzband für Denlschland. Dan�ig, das Saar- und Mcmelqcdiei, sowie die ehemals deutschen Gebiete Polens. Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 20.— SIL, filt das Übrige Ausland 27,— M. Post- bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tichecho» Slowatei, Dane» Marl. Holland. Luiemburz, Schwede» und die Schweiz. Der„Borwärts' mil der Sonntag» beilage»Volk und fjetf, der Unter- hallungsdeilage �eimroelf und der Beilage»Siedlung und stletngartea� erjcheini wochenläglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Telegramm» Adresse! »SojialOemolral Berti«" Abend-Ansgabe Vevlinev Volksblatt ( 20 Pfennig) A«zeigeapreiSt V»«chtgespaltme Ronpareillezeste kostet d�O SR»«leine Stnzeigen" das fettgedruckte Wort ILO SR l,u> lässtg zwei fettgedruckte Worte), fedee weitere Wort L— SR Siellengesuw- und Schlafstellenanzeigen das erste Wo« h— SR. jedes weitere Won 60 Mg. Worte über 15 Buchstaden zahlen für zwei Worte. Familien-An- zeigen für Slbonnenten geile 3�- M Die Preise oerstehen sich einschließlich Teuerungszuschlag Inzeige» für die nächste Stummer müssen bis S Ahr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin EW«d. Linden. straße 3. abgegeben werden. Geöffnet von 8 Uhr srüh bis b Uhr abends. Tentralorgan der rozialdcmokratifchcn parte« Dcutfchlands Neöaktion nnd Expedition: SW 08, Linöenstr. Z «V-i-titAri-if,««,-- Redaktion Morthplat, 15Xa5— 97 lycrnsytr �etli�aB Morihplatz Xl7SZ— i»4 Montag, den 8. August ISÄll Vorwärts-verlag G.m.b.H., SW b8, Lindenstr. Z Äkernst»B«i<,«B- Verlag, Expedition und Inseraten- aibtftlnna Moritzplan 11753-54 Erste Sitzung in Paris. Die einzelnen Delegationen der Ententemächte zur Kon- ferenz des Obersten Rates sind am Sonnabend und am Sonn- tag in Paris eingetroffen. � Englands Hauptvertreter find: Ministerpräsident Lloyd George, Außenminister Lord C u r z o n und Hanbelsminister Sir Robert Hörne. Italiens Hautpvertreter sind: Ministerpräsident B o n o m i. Außenminister Marchese della Torretta und Finanzminister S o l e r i. Amerikas Vertreter ist der Botschafter der Vereinig- ten Staaten in London, Oberst Harvey. Japans Vertreter ist der Botschafter in London, Baron R a g a sh i. Frankreichs Vertreter sind: Ministerpräsident und Außenminister V r i a n d, Minister für die befreiten Gebiete L o u ch e u r und Generalsekretär im Ministerium des Aeuße- ren B e r t h e l o t. Die T a g e s o rd n u n g der Konferenz sollte ursprünglich lediglich die oberschlesische Frage aufweisen. Indessen ist sie nach und nach wie folgt ergänzt werden: Paris, 7. August.(WTB.) Auf der Tagesordnung der Konferenz steht außer der Frage der Entsendung von Truppenver- stärkungen nach Oberschiesien und der Zuteilung des Abslimmungs- gebiete» di« Frage der Aufhebung der Zwangsmaßnahmen am Rhein, die Aburtellung der Kriegsbeschuldigten, di« Frage der Herstellung von Lufkschiffmaterlal für den Verkehr in Deutschland, die Orientstage. die Frage der Hilfe, für Rußland und jedenfalls auch die finanzielle Lage Oesterreichs. Der österr eichische Gesandte in Paris soll gestern, wie „Petit Journal� mitteilt, auf dem Quai d'Orsay gewesen sein, um auf die kritisch« Lage Oesterreichs hinzuweisen. Nach dem gleichen Watt ist es noch nicht sicher, ob die albanische Frag« auch ans die Tagesordnung der Konferenz gesetzt wird. Für die Dauer der Konferenz sind S bis 10 Tage vorgesehen. Gibt Frankreich nach! )ar>». 8. August.(MTV.) haoas meldet: Lloyd George hatte gestern abend D r i a n d zum Essen eingeladen. Das Esten trug einen durchaus intimen Charakter, nur Sir hörne und zwei Sekretäre von Lloyd George waren zugegen. Räch dem Mahl nnterhiciten sich die beiden Ministerpräsidenten ziemlich lange unter vier Augen, von dem Inhalt der Unterredung ist nakürllch nichts durchgesickert, heule vormittag wird wegen der späten Slnkunst Donomis keine Sitzung des Obersien Rates stattfinden. Die Sitzung wird erst nachmittags 3 Uhr beginnen, und zwar im Ministerium des Aeuheren. heule vormittag nürd sich Lloyd George mit den englischen Sach- verständigen besprechen, weiche an den Arbeiten der mit der Vorprüfung der oberschlesischen Frage des beauftragten Ans- schustes beteiligt waren, havas glaubt weiter feststellen zu können, daß gestern abend aus englischer Seile anscheinend der Wunsch hervorgetreten sei, durch eine unmittelbare verständi- g n n g eine Annäherung des engllsch-französischen Standpunktes über die Teilung Vberschlesiens herbeizuführen, worüber zurzeit noch eine sehrgroßeMeinungsverschicdenheit bestehe. Die ösfenlllche Meinung aus beiden Seiten des Kanals wünsche, daß man zu einer Lösung gelange, die die beiderseitigen Forderungen berücksichllge und gleichzeitig Bürgschaften für die Ausrechlerhaltung der Entente cordiaie biete. In englischen Konserenzkreisen habe man gestern abend den Eindruck gewonnen, daß die englischen Vertreter sich an den Standpunkt der Unteilbarkeit des oberschlesischen Industriegebiets fest gebunden fühlten und sich dadurch, so sagt havas weiter, hinler diesem Grundsatz oerschanzten, um die Zuteilung des ober- fchlesischen Industriegebietes mit Ausnahme von Pleß und R y b n i k. die ay Polen fallen würden, zu fordern. Man hegt in England lebhafte Befürchtungen, durch jede andere Lösung in Obcrschlesien ein neues Elsaß- Lothringen zu schasten, das für die Zakunst eine Quelle steter Streitigkeiten in Europa sein würde. Ans französischer Seite habe man gleichfalls den Standpunkt der Unteilbarkeit des Industrie- gebiet» vertreten, jedoch zngnnsten der Polen. Es habe den Anschein, daß während der Arbeiten der alliierten Sachversländi- gen die französischen Vertreter diesen Standpunkt hätten fallen lasse», der zu weitgehend sei. und daß sie sich mil der Teilung des Industriegebiets im Verhältnis der abge- gebenen Stimmen einverstanden erklärt hätten. Dieses ver- fahren würde zu einer Festsetzung einer Grenze sühren, die außer einigen Abänderungen zugunsten Polens im wesentlichen der Ssorza-Linie entspräche. Das seien die beiden einander gegen- überstehenden Anssassungen. Lloyd George werde den ve r s u ch wachen, in persönlichen Besprechungen mit Briand eine AnnShernug beider Standpmitte zu ermöglichen. In englische« Soaserenzkreisen habe man gestern abend»ersichert, die Frage der Entsendung von Verstärkungen werde erst nach Erreichung einer Verständigung über die Grenzlinie behaudell werden. Allem Ansiheia nach, so sagt havas weiter, ist man jetzt in alle« Kreisen der Konferenz der Ansicht, daß die Zateilpug pst» verflär- kungeu nicht mehr so unbedingt geboten ist, wenn n u r d i e E n l- scheidung bald getroffen wird. Man sei eher geneigt, das vor- handene Kriegsmaterial zu verstärken, über das die verbandslruppen zurzeit verfügten und Deutschland gegenüber nötigenfalls andere Zwangsmittel zur Anwendung zu bringen, zum Beispiel am linken Rheinuser. » Dieser langen offiziösen Havas-Rede kurzer Sinn ist: Frankreich wird wahrscheinlich in allen Punkten Eng- land gegenüber nachgeben müssen, erstens in der Frage der Zuteilung des Industriegebiets, zweitens in der Frage der Entsendung von Truppenoer st ärkungen. Um aber diesen Rückzug zu maskieren, wird noch am Schluß des CommuniquSs in sehr kriegerischen Worten von den Zwangsmaßnahmen gesprochen, die nötigenfalls gegen Deutschland— gegen Polen nicht?— getroffen werden müßten. Zuletzt wird noch das„linke R h e i n u f e r" in diesem Zusammenhang in die Debatte geworfen. Durch dieses lächerliche Säbelrasieln soll der brave französische Spießer vom nationalen Block beruhigt werden. Und da wir keinerlei Interesse daran haben, daß Briand durch die Clique Poincar6-Tardieu gestürzt werde, wären wir sehr unklug, wenn wir uns über diese Rückzugskanonade aufregen würden, • lieber die zahllosen Presiestimmen, die die verschiedenen Nachrichtenagenturen aus London, Paris und Rom in unver- baulicher Ausführlichkeit oerbreiien, läßt sich nur, kurz zu- sammengefaßt, folgendes sagen: Die englische Presse ermahnt in sehr ernsten Worten Frankreich zur Nachgiebigkeit, um nicht die Entente zu ge- fährden. Selbst die sonst franzosenfreundlichen und Lloyd Georgefeindlichen„Times" erinnern Frankreich daran, daß das ganze Britische Reich durch den Mund der eng- lischen Delegierten in Paris sprechen werde. Die italienische Presse spricht sich durchweg für eine Lösung der oberschlesischen Frage im deutschen Sinne aus. Halbamtlich wird aus Rom die Notwendigkeit einer s o- fortigen und endgültigen Regelung hervorgehoben, womit der letzte Berlegenheitsvarschlag der Franzosen, das Industriegebiet vorläufig zu„neutralsieren" nunmehr auch von dieser Seite als abgelehnt betrachtet werden kann. Die französische Presse dagegen spricht sich nach wie vor im Sinne der propolnischen Lösung aus und be- trachtet daher die Aussichten der Konferenz recht pessimistisch. Namentlich die rechtsstehenden Blätter(Pertinax im„Echo de Paris" und Vainville in der„Action Franchise") versuchen durch die Maßlosigkeit ihrer deutschfeindlichen Sprache die so- genannte öffentliche Meinung Frankreichs noch in letzter Stunde zu Polens Gunsten festzulegen. Wahrscheinlich steckt dahinter auch ein innerpolitisches Manöver der Poin- car6-Tardieu-Clique, die ein für Frankreichs bisherigen Standpunkt ungünstiges Konferenzergebnis dazu benutze» möchte, den zu„linksstehenden" und zu„schlappen" Briand zu beseitigen.__ Die flmsterüamer Internationale in öerlin�ö� Die Telegraphen-Union meldet aus Paris: Die Amsterdamer International« hat beschlosien, eine internationale Konferenz nach Berlin einzuberufen, die sich mil der durch die hnngersnotlnRnßland geschaffenen Lage befassen soll. Wie wir aus gutunterrichteter Quelle erfahren, trifft diese Nachricht zu. Die betreffende Konferenz wird Voraussicht- lich am n ä ch st e n S o n n a b e n d in den Räumen des All- gemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes stattfinden. Kpd.- Militarismus. Nach der Verurteilung des Holz ist an dieser Stelle ge- sagt worden, die größte Schuld des Verurteilten fei seine Un- fähigkeit und Selbstüberschätzung gewesen: politisch unwissend und militärisch nichts anderes als ein strategisch dilettierender Feldwebel habe er die armen Menschen, die sich seiner Führung anvertrauten, gewissenlos in Tod und Unglück gejagt. Dieses Urteil findet jetzt feine vollinhaltliche Bestätigung durch eine neue links kommunistische Schrift, die im Verlag von Franke erschienen ist:„Das L e u n a w e r k, Lehren aus der März- aktion." Der ungenannte Verfasser gehört zu den Ganzradikalen, oder will wenigstens als einer von ihnen erscheinen, er kann sich gar nicht genug tun in Worten der Entrüstung über„den Verräter Paul Levi" und die sonstigen Opportunisten, er zeigt sich vollständig von der fixen Idee beherrscht, daß die soziale Frage nach bewährter Weltkriegstechnik mit Schützengräben, Tanks und Handgranaten zu lösen ist. Darüber mit ihm zu streiten wäre müßig: man wird sehen, wie glänzend er sich selbst widerlegt, indem er über die militärischen Äktionsfähig- keiten der Kommunisten zu geradezu vernichtenden Feststellun- gen gelangt. Nachdem die Märzaktion politisch soviel kritisiert worden ist, unternimmt er es, einmal auch vom Standpunkt des Militärs aus die Sonde der Kritik an sie anzulegen. Und da gelangt er zu folgendem Urteil, das mit dem hier längst Gesagten völlig übereinstimmt: Rirgends zeigt sich auch nur für einen Augenblick eine einhcil- liche Leitung. Ja, was am traurigsten ist, nicht einmal das Best reden nach einer einheitlichen Leitung. Nirgends denkt man an ein Zusammenfassen der Kräfte, an die Formierung von Rc- serven, an die Befreiung der bedrängten Orte, daran, die ver- einigten Kräfte an einem Punkte ins Treffen zu führen, die Entscheidung zu erzwingen, den Gegner ernst zu schlagen und zu vernichten. Iii allen diesen kämpfen finden wir nicht einmal die Spur der elementarsten militärischen Erwägungen. Wir denken hier keineswegs an eine wirkliche Generalstabsleitung. Wir stellen keine utopistischen Forderungen. Allein wir denken an ein gewisses gesundes, militärisches Empfinden, das jede revolutionäre Leitung sich auf Grund der Erfahrungen des Weltkrieges und auf Grund der Erfahrungen der proletarischen Organisationen aneignen muß. Wie vernichtend es auch klingen mag, wir müssen es klar heraussagen, daß wir während des Märzansstandes bei keinem dieser kämpfe auch nur die Spur der ideologischen oder organi- satorischen Bereitschaft für den Bürgerkrieg finden. Die„besonderen militärischen Organisationen" der DKPD. seien nichts wert. Die Mobilisierung der Partei habe vollständig versagt. Zwischen der politischen Leitung und den militärischen Kämpfen habe keine Uebereinstintnnrng bestanden. Daß jede Hilfeleistung für bedrängte Positionen unterblieb, nennt der Verfasser„eine an Verrat grenzende Unter- lassung". Die Stärke der Regierungstruppen gibt der Verfasser selbst auf 4320 Mann an. Also 4320 Polizisten, nicht etwa Soldaten, etwa der fünfundzwanzigste Teil der in Deutschland vorhandenen Schutzpolizei, hat genügt, um die bewaffnete Kraft der VKPD. vollständig zu vernichte)». Und doch sieht der Verfasser in dieser militärisch wirklich ganz unbedeutenden Affäre die Entscheidung über eine große Schicksalsfrage, er laubt, daß der Aufstand bei besserer Vorbereitung hätte siegen önnen, er sieht nicht, daß diese bessere Vorbereitung allenfalls noch den Einsatz einiger weiterer Polizeikorps erfordert hätte, um zum nümlichen Resultat zu gelangen— ganz abgesehen davon, daft äußerstenfalls hinter der Schutzpolizei auch n o ch die Reichswehr stand. Er begreift nicht den Wahnwitz der Vorstellung, daß ein Waffengang, der von viertausend Polizisten erledigt wird, denen vielleicht das Dreifache oder auch das Zehnfache an Ausständischen gegenübergestanden haben mag, für das politische Schicksal eines Sechzigmillionen- volles hätte entscheidend werden sollen! Dem Verfasser, der hartnäckig an dem Aberglauben der notwendigen inneren Blut- und Eisenkur festhält, bleibt noch übrig zu sagen, wie es besser hätte gemacht werden können. Er glaubt das mit den folgenden Ausführungen zu tun: Wir teilen nicht die Illusionen derjenigen, die da glau-i den, daß das Proletariat im geheimen, illegal noch vor der Eroberung der Macht eine großangelegte Rote Armee organisieren kann. Wir stellen uns diese Kleinarbeit so vor, daß die Partei Aufruhr in einem Jnternierungslager? WTB. meldet aus Sotlbus Vorgänge, die dringend der Auf- kläning bedürfen. Am Sonnabend abends gegen 9% Ahr versuchten polnische In- fasten des Inlernierlenlagers einen gewallsamen Ausbruch aus dem........................ Barackenhaus. Die Posten gaben sofort Feuer und der größte Teil jhxx Gesamtheit, die Gesamtheit ihrer Mitglieder, ihre ganze der Ausbrecher wurde wieder in den Barackenhof zurückgejagt. Etwa 1 Organisation durch diese ununterbrochene Kleinarbeit auf die Zwecke ZV Mann gelang es, in den angrenzenden Wald zu enkfliehen. Die,))CS Bürgerkrieges Hütte einstellen müssen. Das Prolekariat kann, Verfolgung wurde sofort ausgenommen, blieb aber infolge der| solange es die Macht nicht an sich gerissen hat. eine Rote Armee nicht Dunkelheil erfolglos. Die Schutzpolizei und Gendarmerie wurden b'.lden. Allein in Anbetracht der B-rhältnisse, insbesondere Mittel- zur weiteren Verfolgung aufgeboten, von den Ausbrechern blieben j und Westeuropas, kann die Eroberung der Macht nur mit drei Mann durch Schüsse der Posten schwer verletzt, größtenteils � großen bewaffneten Proletariermassen vor sich durch Beinschüsse, liegen. Weitere vlar oder süns Verletzte wurden gehen. Sicher, der Kampf kann ohne proletarische Militärformattonen von de» Entflohenen mitgenommen. Friedensschluß mtt deu Fascisten. Vertreter der Soziallsien und FaScisten unterzeichneten in Gegenwart des Präsidenten der Kammer, de Nicola, ein Abkommen, durch das sie sich verpflichten, die gegenseitige Bekämpfung einzustellen und Zusammenstöße zu verhindern. Bei Beginn der Komm«rfitzimg wurde, de Nifpla van allen Abgeordneten lebhaft begrüßt. nicht geführt werde», allein die Arbeiterschaft, die Kommunistische Partai, muß die proletarischen Militärformationen erst im Laufe des Kampfes schaffen. Im Kampfe selbst muß naturgemäß das tämpfende Proletariat mit unter einheitlicher Leitung stehenden MtStärformationon auftreten gegenüber den von vornherein unter einheitlicher.Leitung stehenden Milltärsormationen der ÖteücnrcDoüitißiL> D«r Rai des kommunistischen Miliiärfachverständigeik er- innert stark an das bekannte Rezept, Schwalben zu fangen, indem man ihnen Salz auf den Schwanz streut oder an die Methode des Freiherrn v. Münchhaufen, sich an dem eigenen Zopfe aus dem Sumpf zu ziehem Einerseits braucht das Proletariat zur Eroberung der politischen Macht unbedingt die Rote Armee, andererseits aber kann die Rote Armee nicht geschaffen werden, solange das Proletariat nicht die politische Macht errungen hat. Das ist ein ganz hilfloses Sirbdrehen im Kreise. Die Kommunisten sollen sich nach der Theorie dieses Sach- verständigen während des Kampfes, d. h. wenn sie von der gut organisierten, versorgten und geführten gegnerischen Militärorganisation schon am Kragen gepackt sind, alles schaffen, was ihre Gegner schon haben: militärische Formationen, Waffen, Munition, Nachschub, Verpflegung und— dies letzte ist nicht das geringste— militärische Führung. Daß dieses Experiment, so oft es versucht wird, immer wieder dasselbe Ergebnis haben muß, nämlich nutzlose Hinschlach- tung einiger Hundert oder Tausend Menschen und Verschie- bung der politischen Lage zugunsten der militaristischen Reaktion, das muß jeder einsehen, der nicht ein zolldickes mili- taristisch-kommunistisches Brett vor dem Kopf trägt. Der militärische Sieg der Kommunisten war nie möglich, er ist nach der vollständigen Zerrüttung, die diese Partei gerade durch den blödsinnigen Märzputsch erlitten hat, erst recht eine himmelblaue Phantasie. Aber gesetzt, der mili- tärische Sieg wäre möglich, wer glaubt, daß die Kommunisten imstande wären, ihn politisch auszunutzen? Kapp-Lüttwitz siegten durch Ueberrumpelung militärisch, aber sie konnten mit diesem Sieg nichts anfangen, weil sie politische Esel waren. Wenn man sich schon einen gigantisch vergrößerten Hölz als siegreichen Feldherrn vorstellt, wo sind denn die kommu- nistischen Staatsmänner, die seinen Sieg politisch aus- münzen? Brandler? Koenen? Hoellein? Ach, hört doch endlich einmal auf mit dieser Kindereil Zwischenfälle und Genugtuungen. Es wiederholen sich immer erneut Zusammenstöße zwi- schen den Angehörigen der fremden Militärmissionen oder fremdländischer Truppen und Deutschen. Es wird stets Rüpel geben, in allen Bevölkerungsschichten, bei jeder Nation, und man wird immer wieder erleben, daß der Alkohol auf natio- nale Gegensätze stark fördernd wirkt. In der Regel ist es aber so, daß sich die Beteiligten sehr wenig klar darüber sind, wie sehr sie in einem Ausmaße Schaden anrichten, der in gar keinem Verhältnis zu der Unwichtigkeit ihrer eigenen Person steht. Der jüngste Zwischenfall spielte sich in einem Schlaf- wagen, der von Berlin nach Bremen fuhr, ab. Nach dem Bericht eines Augenzeugen, den der„Berliner Lokal-Anzeiger" mit vielem Eifer veröffentlicht, soll es sich darum gehandelt haben, daß im Schlafwagenabteil eines französischen Kapitäns auch eine nicht dahingehörige Dame sich aufgehalten habe, daß der Schlafwagenschaffner mit einem Deutschen, der dem Fran- zofen beistand, in Konflikt gekommen sei, daß der Franzose auf dem Korridor, wo es verboten ist, geraucht hat, daß dann der Schlafwagenschaffner, der Franzose und noch ein anderer deutscher Mitreisender abwechselnd die Tür zu dem in Frage kommenden Schlafwagenabteil auf- und zugerisien und sich noch weiter in ähnlicher Form durchaus„erwachsen" benom- men haben. Die deutsche Volksseele kochte dann im Schlaf- wagen über, der Franzose zog die Notbremse und der Schupo- mann, den man dann zur„allgemein verlangten" Entfernung des französischen Kapitäns benötigte, er soll jetzt derjenige sein, welcher einen deutsch-französischen.Lonflkt herbeigeführt hat. Aus dem Zank verschiedener Leute, die den im Schlaf- wagen notwendigen Takt nicht aufzubringen vermochten, wird so eine Angelegenheit, die zwischen der deutschen Regierung und der französischen Militärmission zu verhandeln ist. Die , Zeitungen Deutschlands und Frankreichs füllen sich mit den Theaterersatz an öer Ostsee. Aus Bansin wird uns geschrieben: Dramaersatz auf einer f Ersahbühne mit Ersatzschauspielern I— Haken kreuzbühne, bevölkert ,, von im Zivilberuf hakenkreuzdekorierten Jünglingen und Jung- srauen, die es lieben, sich auf der Swinemünder Kurpromenade mit hakenkreuzfeindlichen Personen herumzupöbeln, und die aus dieser Tätigkeit offenbar ihre Fähigkeit zum öffentlichen Bühnenauftreten ableiten. Diese Jünglinge und Junfrauen» die sich zu diesem Zwecke in Germanenpapierarmierung und-gewander geschmissen haben. demonstrieren dem hakenkreuzfreundlichen Publikum„G e r m a- nien» Not".' Auf dem langen Berge an einem moosbestandenen Abhang be- tätigen sie ihre völkische Gesinnung, indem sie in die Kiefernstämme des Waldes hinein die Phrasen leiern oder bellen oder— je nach Temperament— brüllen, die der Herr„Dichter"— im Zivilleben ist er Major a. D. und Parteivorstand— in die Formen eines Dramas gekleckert hat. Der Inhalt dieses Stückes läßt sich nicht erzählen, denn er ist nicht vorhanden. Ein Schlagwortragout in Versen— von Gestalten mit übergermanischen Namen serviert— das ist's, was hier geboten ward. Ein paar Tränenarien über die„Zwietracht der deut- schen Stämme", Rachegebrüll gegen alles„Fremde" und die üb- lichen antisemitischen Scherze bilden die Würze. Daß eine der mit- wirkenden Damen sich bemühte, bei besonders ergreifenden Stellen ihre Gliedmaßen in die Form eines Hakenkreuzes zu biegen, fei zur Charakteristik des darstellerischen Stils hervorgehoben. „Bansin—!" wird der Leser ausrufen,„Was kümmert uns der Theaterersatz, den sich ein paar geschmacklose Dilettanten in ihrem Ferienstumpssinn zusammenbasteln!" Aber ich glaube doch, die Sache liegt ernster. Der Fall, von dem ich berichte, steht leider keineswegs vereinzelt da. Es mehren sich die Zeichen, daß solch eine „Tendenzdramatik" zum Modesport wird, und nun stelle man sich die Wirkung vor, wenn die Gegenseite sich derselben Taktik be- mächtigt und mit ähnlichen Kunstmittcln in den Wettbewerb ein- tritt! Wer soll und wer kann das verhindern? Vom Publikum ist nicht allzu viel zu erwarten. Leute, für die die Kunst nicht nur ein mehr oder minder unbequemes Möbel im Rohmen ihrer ollgemei- neu Bildung ist, werden sich derartigen Unternehmen mißbilligend fernhalten. Und was übrig bleibt, wird, wenn es Hakenkreuz- l e r i s ch gesonnen ist, dem Hakenkreuzdrama zujubeln— ohne einsehen des Inhalts und der Darstellung, und wenn es t r o tz k i- freundlich ist, wird es das Trotzki-Drama der Zukunft be- klatsche» ohne Rücksicht auf Geschmack oder Ungeschmack,,, Vorgängen und Auswirkungen einer politischen Rinderet und zwei Völker werden wieder gegeneinander gehetzt. Erhebend ist das weder für die, die sich damit beschäftigen müsien, noch für diejenigen, auf deren Rücken der Streit ausgetragen wird. Die Steuervorlagen öer Neichsregierung. Eine der Montags früh erscheinenden Berliner Zeitungen bringt eine halbamtliche Mitteilung zu den Richtlinien des Kabinetts über die neuen Steuerpläne. Aus ihr geht her- vor, daß das, was der„Vorwärts" und andere Blätter der Regierungskoalition ausgesprochen haben, nur zu berechtigt war. Wir fanden im Steuerprogramm des Reichskabinetts nichts anderes als den Willen, auf dem alten üblichen Wege zu versuchen, mit der Reichsfinanznot ins Reine zu kommen. Die Ankündigung, daß das Reichskabinett weiter prüfe, ob der Besitz noch auf anderen Wegen als den der Be- steuerung zu den Lasten des Reiches heranzuziehen sei, er- weckte den Anschein, als ob in allernächster Zeit aus diesen Beratungen sich. noch positive Vorschläge herauskristallisieren würden. Wenn die von der obenerwähnten Quelle veröffent- lichte Nachricht zutrifft, dann stehen solche Beratungen des Reichskabinetts vorläufig nicht in Aussicht. Damit würde aber die Beratung der 15 neuen Steuergesetze nicht erleichtert, sondern außerordentlich erschwert werden. Wir er- warten deswegen, daß das Reichskabinett recht bald feine Er- wägungen über die anderweitige Erfassung des Besitzes zu einem gewissen Abschluß bringt. Das erscheint uns schon des- wegen besonders notwendig, weil sonst gar kein Gesamtüber- blick über den Ertrag der neuen Steuern möglich ist. Gefährlicher Aufmarsch öer Republikaner. Wie uns aus München geschrieben wird, wurde eine vom Republikanischen Reichsbund Bayern aus Anlaß des zwei- jährigen Bestehens der Deutschen Reichsverfassung vom 11. August 1S19 auf Sonntag, den 21. August 1921, in der Arena des Münchener Ausstellungsparkes festgesetzte Gedenkfeier vom Staatskommisiar für Mllnchen-Stadt und-Land genehmigt. Da- gegen wurde der An- und Abmarsch— außerhalb des Bannkreises des Landtages— aus den Außenbezirken der Stadt v e r- boten. Der Staatskommissar begründete sein Verbot unter Berufung auf den in Bayern immer noch herrschenden Aus» nahmezustand: Es handele sich um keine Kundgebung eines Kriegervereins\: uns In der Durchführung dieser Fragen im Wege stehen. Es sind dies Tatsachen, die selbst-von russischen und deutschen Kommunisten anerkannt wurden. Auch auf dem Gebiete der Steuerpolitik sind wir stark behindert durch den Friedens- vertrag. Die steuerliche Belastung des deutschen Voltes darf nicht geringer fein als die steuerliche Belastung der ehemaligen Feind- länder. Trotzdem muß unser Programm bestimmte Grundsätze auf- stellen, um so mehr, als die Regierung jetzt ein umfangreiches Steuer« bukett vorlegt, das in vielen Punkten verbcsserungs- und reform- bedürftig ist. Das sozialpolitische Programm soll nur große allgemeine Nicht- linien enthalten. Die Aussührung und praktische Tätigkeit auf diesem Gebiete liegt hauptsächlich den Gewerkschaften ob. chier darf nicht die agitatorische Ausnutzung leitend fein, an solchen Forderungen festzuhalten. In der Frage der Rechtsprechung halte ich es für einen schweren Fehler, die Wahl der Richter nach parteipolitischen Gesichtspunkten vorzunehmen. Dadurch hätten wir in einigen großen Städten ein kommunistisch-sozialistisches Richterkollegium, während auf dem platten Lande zweifellos das nationalistische Element die Oberhand gewinnen würde. Einer krassen Klassenjustiz wäre dann Tür und Tor geöffnet. Die Tätigkeit juristisch gebildeter Richter ist nicht ent- behrlich. Das Parteiprogramm muß besagen: In allen Zweigen der Rechtsprechung müssen Laienrichter mitwirken, die aus dem Volke zu wählen sind. Die weitere Forderung, daß der Richterstand aus ollen Volksklassen hervorgehen soll, ist ein Wechsel aus lange Zukunft. Ein diesbezüglicher Antrag ist im preußischen Landtag bereits zur Annahm? gelangt._ Die Fassung der kommunalpolitischen Fragen erscheint mir zu allgemein. Bei der Ausarbeitung des Agrarprogramms scheint man versuwt gewesen zu sein, eine Zugkraft auf die Bauern und kleinen Besitzer ausüben zu wollen. Die Erfahrungen haben in der Bauern- agitation gezeigt, daß die Bauern und kleinen Besitzer zu den Arbeitern in einem Gegensatz stehen, der schwer zu überbrücken ist. Die Werbung in Bauernkreisen darf uns nicht von einer konsequenten Arbeiterpolitik abbringen. Die Lösung der Wohnungs- frage geschieht nicht durch den Bau von etagenlosen Siedlungs- Häusern, da dies einerseits zu teuer und auf der anderen Seite tech- nisch unmöglich ist. Wir müssen den Großhäuserbau erstreben. Es ist nicht angängig, daß sich der Görlitzer Parteitag mit der Woh- nungsfrage befaßt, da dies auf dem Kasseler Parteitag ausgiebig ge- fchehen ist. Unsere Parteipolitik war nicht immer unbestritten. Besonders die Fraae der KoaliiGn mit bürgerlichen Parteien, insbesondere mit der Deutschen Volkspartei wurde viel und heftig diskutiert. Die Richtlinien des Parteitages von Kassel finden nur auf das Reich Anwendung, während in den Ländern von Fall zu Fall entschieden wurde.(Vgl. Koalition in Lippe, Mecklenburgs Braunschweig, Sachsen sowie die Stellunanahme der preußischen Landtagsfraktion in preußischer Koalition. Im wesentlichen kommt es nicht auf den Namen der Partei an, sondern darauf, welche Politik mit ihnen ge> trieben werden kann. Es gilt Richtlinien festzulegen, unter denen wir mit anderen Parteien eine Koalition eingehen können, die dann aber von diesen Parteien rückhaltlos anerkannt werden müssen. ffeftige Kritik in den Reihen der Parteigenossen fand die Tat- fache, daß prominente Parteigenossen an bürgerlichen Zeitungen über parteitaktische Fragen schreiben. Die Partei protestiert ener- gisch gegen dieses Gebahren. Anders verhält es sich, wenn Genossen über praktische Reaisrungsfragen oder kulturelle und wissenschaftliche Fragen in diesen Blättern schreiben. In der Einigungsfrage befindet sich unsere Partei in der an- genehmen Lage, zu diesem Punkt stets eine konsequente Haltung eingenommen zu hoben. Don Würzburg bis Kassel haben wir die Hand zur Einigung geboten und auch Görlitz wird hierdurch Ge- legmheit bieten. Wenn bis jetzt die Einigung nicht zustande kam, so nur, weil die USP. nicht den Mut hatte, die Konsequenzen aus ihrem Verhalten der letzten Monate"zu ziehen. Durch Arbeits- gemeinschaften zwischen SPD. und USP. kann eine Einigung wirk- sam vorbereitet werden. Hoffen wir, daß der Parteitag seinem ungeheuren Aufgabenkreis gerecht wird und in der Frage der Einigung die Grundlagen schafft zu einem weiteren wirksamen Verfolgen unserer bisherigen konfe- quenten Politik.(Beifall.) In der viLkufsion sprach zunächst Genosse Herms zum Programmentwurf. Er ver- M'bt im Proqrammentwurf Formeln, die eine Einigung mit der USP. ermöglichen. Der jetzige Entwurf kann nicht den Beifall der Parteigenossen finden. Während der Verhandlungen eingelaufene Anträge finden die Unterstützung des Bezirkstages mit Ausnahme eines Antrages, der die Zurückweisung des Prvqrammentwurfee an die Programmkom- Mission fordert, dessen Unterschriften jedoch versehentlich nicht zur Ver- lesung gebracht wurden. Genosse heinig: Die positiven Vorschläge zur Aenderung des Parteiprogramms sind vom Genossen Krüger einfach nicht erwähnt i ad berücksichtigt worden. Ich erinnere an die Artikel von David, S rmpfer und Ströb«!. O u a r ck hat als Mitglied der Programm- kcanmission im„Vorwärts" erllürt, daß der Entwurf unfertig ist. Es muß klar ausgesprochen werden, daß der Programmentwurf zurückgewiejev und neu bearbeitet werden muß.(Beifall.) Ihr Bei» fall läßt mich besonders bedauern, daß der Antrag, den Entwurf zurückzuweisen, vorhin von Ihnen abgelehnt worden ist. Redner kritisiert die Behandlung der Finanzsragen im Programm. Bei der Regierungsbildung in Preußen sind Fehler gemacht worden. Wir sollten uns nicht auf Resolutionen festlegen— auch nicht, wenn es sich um die Teilnahme der Deutschen Volkspartei an der Regierung handelt.(Beifall.) Zuoerlässige Führer werden auch ohne Richtlinien richtig handeln, und unzuverlässige werden durch Richtlinien nicht zu- verlässiger. Skröbel: Man kann von einem Genossen nicht verlangen, daß er im Handumdrehen ein neues Aktionsprogramm schaffe. Auch ich bin dafür, daß der Programmentwurf an die Kommission zurückgewiesen wird. Der jetzig« Entwurf ist gänzlich unannehmbar. Das ganze Programm muß von dem Gedanken des Klassenkampfes durchweht sein. Es muß hervorgehoben werden, daß die Arbeiterschaft der Kern der Partei ist, und daß die Interessen des Proletariats, der Hemd- und Kopfarbeiter in Stadt und Land identisch sind. Wir müssen unbedingt zu einer Planwirt'chaft kommen, wie sie Wissell und neuerdings Striemer vertreten. Wenn wir uns über die wich- tigsten Forderungen klar find, wird das Programm, das den An- ziehungspunkt für die Wiedervereinigung des Proletariats bilden muß, klar formuliert werden können.(Beifall.) Strieder ist der Auffassung, daß die alte Programmkommission nicht mit der Aenderung des Programmentwurfs beauftragt werden kann und wünscht, daß die Berliner Delegierten für eine Aenderung in der Besetzung der Kommission eintreten. Wenn die Grundsätze des Genossen Krüger zur Regierungsbildung angenommen wer- den, wird eine Regierungsbildung mit bürgerlichen Parteien über- Haupt nicht mehr möglich fein. Es ist bedauerlich, daß führende Parteigenossen sich für eine Regierungsbildung mit der Deutschen Volkspartei ausgesprochen haben. Und das ist zweifellos ein Hinde- rungsgrund für dir Einigung des Proletariats.(Beifall.) Ein Geschäftsordnungserntrag, die Diskussion über das Partei- Programm abzubrechen, wird abgelehnt. Riesstahl: Der Reichswehrminister wird nicht so in der sozia- listischen Presse angegriffen wie früher Noske.(Sehr richtig.) Die Zahl der Offiziersoereiae ist datkernd gewochsen und das ist eine Gefahr der Republik. Wir müssen oerlangen, daß die Schupo sich in durchaus republikanischer Weise betätigt und alle, die sich dem widersetzen, müssen rücksichtslos entlassen werden. Es ist eine Schande, daß die Hundertschaft zur besonderen Verwendung noch besteht, trotzdem wir einen sozialistischen Polizeipräsidenten haben. (Beifall.) Leute, die ihren Posten bewußt oder unbewußt vernach- lässigen, müssen entfernt werden. Ehrhardt tut als Fregattenkapitän in der Marine Dienst. Er ist befördert worden. Das muß be- achtet werden. Redner zeigt an einem Beispiel, wie die Agitation der Antirepublikaner in der Schupo unterstützt, während die Freunde der Republik nach jeder Richtung bekämpft werden. Der gesamte Verwaltungsapparat muß mit sozialistischen Energien durchflutet werden.(Lebhafter Beifall.) Genossin Todenhaqen: Wir sollten an die Spitze des Programms stellen, daß wir ein« Partei des Klassenkeunpfes sind. Wir haben uns wohl zu sehr an den Gedanken gewöhnt, daß das Programm etwas durchaus Neues fein müsse. Das Kulturprogramm ist der schwächste Teil des Entwurfes.(Zustimmung.) Es ist zu verurteilen, daß der Gesaintkommission keine Gelegenheit gegeben wurde, den Entwurf zu überarbeiten. Genossin Bohm-Schuch: Der Entwurf des Partsiorogromms ist einfach ein« Unmöglichkeit für eine Partei, die Millionen Menschen führen soll. Es ermangelt ihm jede klare Zielgebung, und das hat seinen Grund darin, daß keine gemeinsame Arbeit der gesamten Kommission stattgefunden hat. Di« Berösfentlichung ist nicht zu früh, sondern zu spät erfolgt. S Monate nach dem Kasseler Parteitag hätten die Arbeiten abgeschlossen fem müssen und mindestens ein Vierteljahr lang zur Diskussion gestanden haben. Die Sätze müssen klingen wie wuchtige Hamm erschlage, dann werden sie verstanden. Wenn wir mit der Deutschen Volkspartei eine Regierung bilden, würden wir nur das Deckschild für alle reaktionären Bestrebungen sein.(Lebhafter Beifall.) Die jungsozialfftische Bewegung kann durch Beschlüsse nicht totgeschlagen werden. Dies wäre ein Kampf gegen Windmühlenflügel, denn sie ist etwas Elementares, aus sich selbst Herausgewachsenes. Der Iugendtvg in Bielefeld war ein Erlebnis. Wir brauchen an jedem Parteiblatt eine Iugendbeilage, vor allem am Zentralorgan. Di«„Geichheit" sollte obligatorisch an all« Parteigenossinnen eventuell durch Erhöhung der Beiträg« geliesert werden.(Beifall.) Ein Schlußantrag wird angenommen. Im Schlußwort wandte sich Genosse Krüger gegen ein« Resolution, die vom Partei- tag fordert, den Entwurf zurückzuweisen, sowie gegen die Ausführun- gen des Genossen Heinig. Wenn Genosse Riefstahl Polizeipräsident wäre, würde er vom Innenminister alsbald entlassen werden. Im übrigen wird Genosse Riefftahl Gelegenheit haben, gegenüber dem Genossen Richter fein« Anschuldigungen zu vertreten. Lehmann teilte mit, daß SK7 Delegierte am Dezirkstag teil- nehmen. Die Wahl der Delegierten hatte folgendes Ergebnis: 1. Genossin Hanna, 8. Genossin Wachenheim, 3. Genosse Lehmann, 4. Genosse Bethge, 5. Genosse Ströbel, 6. Genosse Drews, 7. Genosse Pagels, 8. Genosse Ostrowski, 9. Genasse Mühlmann, 19. Genosse Brinkmann, 11. Genosse Littaue». Als Ersatzleute wurden bestimmt: 1. Genosse Sperling, 2. Genosse Riese, 3. Genosse Münzinger, 4. Genosse Strieder. Alsdann wurde über die gedruckt vorliegenden Anträge abge- stimmt, außerdem gelangte ein A n t r a g B r o l a t— S t r ö b e l zur Annahme, in dem gelordert wird, daß der Parteioorftand mit dem ADGB. und dem Äfa-Bund zur Schaffung eines Wirtschaftspro- gramms in Verhandlungen trete. Ferner wurde folgender Antrag des Genossen Krüger angenommen: „Der Parteitag wolle beschließen: Ein Zusammengehen der sozialdemokratischen Partei in der Regierunq des Reiches oder eines Lande» ist nur mit solchen Parteien möglich, die 1. die Republik anerkennen und zu verteidigen bereit sind, 2. für die Sicherung des demokratischen Selbstbestlmmunasrechts des Volkes in Reich, Staat und Gemeinde, 3. für die Demokratisierung der Derwaltung und für die Republikanisierunq der' Reichswehr und der Polizeioraanisatio- nen, 4. für eine pazifistische Außenpolitik, 5. für die loyale Erfüllung des Friedensdiktats und für die Aufbringung der Lasten in erster Linie durch größtmöglichste steuerliche Heranziehung des Besitzes ein- treten/ » Die am Sonntag, den 7. August 1921, im Hotel„Seebad" in Templin tagende Konferenz der Wahloereine im Kreise Templin hat folgenden Antrag angenommen: „Der Bezirksparteitag möge beschließen, dem Parteitag in Gör- litz zu empfehlen, den veröffentlichten Entwurf des Parteiprogramms als nicht diskutabel abzulehnen. Die Konferenz fordert, daß in einem neuen Parteiprogramm sich die Partei auf den Boden des konfe- quenten Klassenkampfes, als wirksamstes Mittel für die Emanzipation des arbeitenden Volkes, stellt. Des weiteren wird gefordert, daß auch der Begriff der Sozialisierung mehr, als im veröffentlichten Pro- gramm, im neuen Programm Berücksichtigung findet, da die Einfüh- rung einer sozialistischen Gemeinwirtschaft nur durch die Sozialisie» runq des gesamten Wirtschaftslebens möglich sein kann. Zur Ver- wirklichung einer solchen sind neben den volitischen Parlamenten die Betriebs-, Bezirks- und Reichswirtschaftsräte mit berufen. Ihnen ist im neuen Parteiprogramm in kurzer und klarer Norm ihre Zu- lammensetzunp, A"fgak'?nkreis und Stellung als Vertreter des Räte- systems in wirtschaftlicher und politischer Beziehung fest zu um- schreiben." GroßGerlln drei Tage eine Mahlzeit. Erschütternde Hilferufe gehen aus Rußland durch alle Lande. Deutschland macht sich daran, nach besten Kräften zu helfen, und hat doch so unendliche Not im eigenen Lande. Wer heute in der Wohlfahrtsarbeit steht, der hört auch bei uns oft den Flügelschlag des Hungertodes. Aus dem Bericht einer Helferin entnehmen wir: Im Hause Allensteiner Straße 14 siechen Mutter und Tochter in einem kleinen Stübchen langsam dahin. Mühsam hat sich die früh verwitwete, jetzt 79 jährige, seit langen Iahren von elner Neroenlähmung betroffene Frau durchs Leben geschlagen, bis ihre Tochter den Lebensunterhalt für beide erwerben konnte. Nun ist auch die Tochter an schwerer Nervenschwäche ertrankt und soll von der Landesversicherungsanstalt verschickt werden. Dort liegen be- kannllich stets viele Meldungen vor. Vielleicht vergehen Monate bis sie an der Reihe ist. Bis dahin heißt es eine Hungerkur durch- machen. Alle 3 Tage, schreibt unsere Berichterstatterin, bringt eine Pflegeschwester eine Quäkermahlzeit! Der Stolz der' an eigener Kraft Gewöhnten hat die beiden Menschen bisher davon abgehalten, öffentliche Hilfe zu beanspruchen. Mit der Sehnsucht nach Heilung verbindet sich bei der Tochter die quälende Sorge, was aus der Mutter werden soll, wenn sie erst fort ist. Es ist so traurig, eine alte Mutter, die einmal selbst ge» sorgt hat, darben lassen zu müssen. Wer. hilft diesen beiden Frauen über die schwerste Zeit hinweg? Die Vorwärtsredaktion ist gern be> reit, Unterstützungen weiter zu leiten. Unzureichende Armenunterftühung. Bor uns steht ein Krüppel, der sich nur mit Hilfe von zwei Stöcken vorwärts bewegen kann, weil ein Fuß gelähmt ist. Er ist in unsere Redaktion gekommen, um folgende Klagen vorzubringen: Ich habe kein Arbeitseinkommen, muh aber 59 Mark Miete monat- lich zahlen, die ich nicht aufbringen kann. Für den Monat Juli erhielt ich vom Borsteher der Armenkommission 13(k 40 Mark. Am 15. Juli war ich wieder dort und erhielt auch auf meine Vorstellun- gen noch 15 Mark. Ferner empfing ich am 1. August 25 Marl mit der Weisung, daß ich schon 15 Mark erhalten hätte. Run wandte ich mich an das Bezirksamt(Armendirektion), um hier um die mir zur Miete fehlenden 26 Mark zu bitten. Mir wurde erwidert, daß ich mich an den Vorsteher der obengenannten Armenkommission wenden möge. Dieser hatte mich aber vorher schon abgewiesen. Was soll ich tun? Arbeiten kann ich nicht, irgendeine Rente er- halte ich auch nicht, weil für mich Anrechte auf Invaliditäts- und Altersrente nicht bestanden hoben. Mir bleibt nur übrig, betteln zu gehen. So der Krüppel. Sollte es nicht möglich sein, für solche der Unterstützung drin- gend bedürftige Arme etwas mehr zu bewilligen? Die Golürubel im Lpcker Se?. Ein vereikelkes Verbrechen. Ein« geheimnisvolle Geschichte, die zur Verhaftung eines Manne» unter dem dringenden Verdacht des Mordversuchs führte, beschäftigt neuerdings die Kriminalpolizei, Di« Polizei erhielt von einem m Neukölln wohnhaften Kauf- mann die Mitteilung, daß ein angeblicher Robert Wagner, mit dem er in schriftlicher Geschäftsverbindung gestanden hatte, ihm vor- geschlagen hätl«, mit ihm gemeinsam eine russische Regiments- lasse zu heben, die in einem See bei Lyck an einer Stelle, die er genau kenne, oersenkt word«n sei. Diese Kass« enthalte nicht weniger als 16 000 russische Goldrubel und mehrere tausend Siiberrubel. Sie sei dort bei den Kämpfen im Jahr« 1914 von einem russischen Ossizier, der später in Gefangenschaft geriet, ver- senkt worden. Dieser Offizier hätte ihn beauftragt, die Kasi« zu heben und einen bestimmten Teil des Geldes für ihn aus«ine Bank zu überweifen. Er selbst solle als Unterpfand dafür, daß er das Ge- heimnis bewahrt und sich nicht mit einer Polizeistelle in Verbindung setze,«inen Koffer mit 100 000 M. auf dem Bahnhof in Lyck hinter» legen. Der Kaufmann wurde nun von der Polizei beaustragt, zum Schein auf den Borschlag seines Geschäftsfreundes einzugzhen. Zu seiner Sickrerheit fuhren einige Demten mit ihm nach Königsberg, wo sich der Kaufmann mit dem angeblichen Wagner treffen sollte. Von dort fuhren beide, heimlich von den Beamten gefolgt, nach Lyck. In Lyck wurde der Koffer deponiert, und nun erklärte der an- gebliche Wagner, daß sie. um an den See zu langen, einen 20 Kilo- meter weiten Weg durch den Wald antreten müßten. Er schlug ihm vor, sich mit ihm abends auf den Weg zu machen, damit sie morgens in aller Frühe an Ort und Stell« wären. Jetzt griffen die Beamten ein. Sie hatten den angeblichen Wagner beobachtet, wie er sich eine Pistole, ein Stemmeisen, einen Dolch und eine starke Schnur besorgt hatte, Gegenstände, die weniger geeignet er- schienen, den angeblichen Kaufmann umzubringen. Der angeblich« Wagner wurde festgenommen. Bei seinem Verhör gab er an, nicht Wagner zu heißen, sondern«in Intendantursekretär Gerhard von Radziewsk! zu sein. Er blieb auch dabei, daß er tatsächlich beabsichtigt habe, mit dem Neuköllner Kaufmann die Kriegskass« zu heben. Um völlige Aufklärung zu schaffen, suchten die Beamten den See an verschiedenen Stellen ab, fanden aber nichts. Endlich meinte o. Radziewsski, daß diese inzwischen von einem anderen Manne be- reits gefunden sein müsse. Es wird jedoch angenommen, daß alle fem« Erzählungen erfunden und er es nur auf die Ermordung des Neuköllner Kaufmanns abgesehen Hab«, um sich in den Besitz des deponierten Koffers zu setzen. Unter diesem Verdacht wurde er auch in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert. � Wieder Leichenteilfunde. Ein Fund von Leichenteilen, der ohne Zweifel mit einem früheren Funde zusammenhängt, beschäftigt wieder die Kriminal- polizei. Es liegt ihm ohne Zweifel ein Verbrechen zugrunde, das bisher nicht aufgeklärt werden tonnte. Am 12. Mai d. I. wurde, wie damals berichtet wurde, an der Köpenicker Brücke im Luisen städtischen Kanal ein menschliches Bein ange- schwemmt und gelandet. Es lieh sich nicht feststellen, ob es. von einem Mann oder von einer Frau herrührt. Gestern hat man nun an derselben Stelle zunächst einen Unterschenkel und ein Stück eines Rückgrates im Wasser gefunden. Der Schleusenwärter veranstaltete daraufhin weitere Nachforschungen und förderte im Laufe des Tages noch einen Ober- und einen Unterschenkelknochen, zwei Unterarme, einen Fuß und endlich ein Stück, das vom Becken herzurühren scheint, ans Licht. Die vorläufige Besichtigung auch dieser Körperteil« ließ noch nicht erkennen, ob es sich um einen Mann oder ein« Frau handelt. Der Verwesungszustand der Körperteile, die alle nach dem Schau- Haufe gebracht wurden, läßt darauf schließen, daß sie zu dem früher gefundenen Beine gehören. Wie die Zerstückelung vor sich gegangen ist, kann erst eine genaue Untersuchung feststellen. Daß sie durch Dampferschrauben erfolgt sein sollte, ist kaum anzunehmen. Wahr» scheinlich ist der Körper an einer noch unbetcknnten Mordstelle zer» stückett und in irgendeiner Verpackung, die sich im Laufe der Zeit im Wasser gelöst hat, in den Kanal geworfen worden. voppelselbstmord im hokel. In einem Hotel am Anhalter Bahnhof vergifteten sich gestern abend der 24 Jahre alt« Registretor H e i d o n, der als Chambregarnist in der Kleisfftraße wohnte, und seine Braut Luise R o ch o w aus Wilmersdorf mit Sublimat. Das Hotelpersonal rief schleunigst einen Arzt herbei, der bei der Rochow nur noch den Tod feststellen konnte. Heidon gab noch Lebenszeichen von sich und wurde nach dem Elisabethkrankenhause geschafft. Nach einem hinterlassenen Briefe, den Heidon bereits am 3, August ge. schrieben hatte, haben die Folgen seines leichtsinnigen Lebenswandels chn zu dem Schritt getrieben. Zm Slreit erschossen. Im Restaurant von Simon, Stettiner Straße 19, das schon mehrmals wegen GlüSsspielcns ausgehoben morden war, wurde der 33 Jahre alte Kellner Paul Römer, Grün- thaler Straße 88, erschossen und der Klempner Karl K a r s ch e r, Stettiner Straße 18. durch einen Armschuß leicht verletzt. Als mut- maßlicher Täter kommt der 27jährige Paul K i e h n e l, Freienwalder Straße, in Frage. Der Erund der Tat ist darin zu suchen, daß Kiehnel beim Spiel viel Geld verlor und aus Wut den Römer nieder- schoß und Karseber verwundete. Kiehnel ist flüchtig.— Im Streit erstochen wurde in der vergangenen Nacht der Zigarrenhändler N o o aus der Lichterfclder Straße 26 zu Steglitz von dem Villenbcsitzer Hein, der in der Vahnstraße 5 zu Steglitz wohnt. Noa und Hein spielten mit anderen Gästen in einer Wirtschast Karten. Hierbei kam es zu einem Wortwechsel, weil nach Zeugenaussagen Noa den Hein einen unfairen Spieler genannt haben soll. Der Streit setzte sich auf der Straße fort und artete in Tätlichkeiten aus. An der Ecke der Lichterfelder Straße zog Hein ein Messer und stieß es seinem Gegner in die Brust. Ter Stich traf das Herz und Noa brach auf der Stelle tot zusammen. Hein wurde oerhaftet und nach der Rathauswache gebracht. Zeugen gesucht! Es wird gebeten, daß sich diejenigen Personen melden, die den Zusammenstoß zwischen einem Droschken- a u t o Nr. I a 7695 und einem Nadfahrer am Freitag, den l3. Juli, abends 7 Uhr, am Kronprinzenufer, Ecke Roonstr. (an der Karlsbrücke) gesehen haben. Der verletzte Radfahrer wurde im bewußtlosen Zustande von demselben Auto nach der Charite« ge- schafft. Besonders wird um die Adresse des Mannes, der mit seinem Rade hinter dem Verletzten am Kronprinzenufer entlang fuhr, ge- beten. Es wird ersucht, sich zu melden bei Friedrich Ernst, NW., Perlcberaer Straße Ig II, oder Transportarbeiterverband, Engel- ufer 14/15, Zimmer 31._ Das Wetter für morgen. Berlin»nd Nmgegend. Etwas kühler, zeitweise aufklarend, jedoch überwiegend bewölkt mit einzelnen leichten Regensällen und ziemlich frischen westlichen bis südwestlichen Winden. Groß-öerliner parteinachricbtea. 18. Kreis. Sente abend 7>/, Uhr bei Dampe, Weißensee, Lichtenberger Str, 8 Wichtige Ärcistonserenz.: i. Abt. Heute abend T-i Uhr: Situng der Betriedevertrauensleute und Bezirk»- liihrcr bei Rüctert, Steinmetz ttr. Wo. ÜS. Abt. Dienstag abend T'/e Uhr: Mitgliederversammlung in KShiers Festsitim, Tiectstr. LI Thema:„Bismarck und Bebel". Ref.: Dr. Schtitte. Zg. Abt. Heute abend 7 Uhr FunkttonArversammlung bei Vergcr, LevetzowstratzeLV Ecke Iaaowltrah.e Ertcheinen aller ssunltionäre ist Pflicht. l3l. Abt. Riederschönhausen. Die Mttgilcderversammluna findet diesmal aus- nahmsweise(im ffreitaa, den 12. August, abends 7'/, Uhr, im„Wtlheimshof", Kaiser-Wilhelmstrafie, stalt. 141. Abt. Rosenthal. Dienstag abend 8 Uhr bei Leusner, Victortastr. 7: Funktionär- fitzung. Rowawe». Mittwoch, den 10. Augufi. abend« 8 Uhr. im Restaurant„Thalia-EakS", Linden straße: Mitgliederversammlung, Tagesordnung: 1. Bericht der Zeitungs- iommission. 2. Unser neues Parteiprogramm. Däste willkommen. Sport. Neunen zu Kaelshorst, Zoimtag, den 7.'August.®aS„Drohe Berliner Jagdreimcn' endete mit einer anständigen Uebcrraschung, da Frau floniblums Corsar, Steinbcrger und Sigeboto leicht abscrligte. Bega- nien-Jagd rennen(25 VOO M., 3400 Meter). 1. Ruslic(GorSIer), 2. Pionier(«. Schneider), 3. Patella«LorowSIi». Tot. SS: 10. Pt. 12. 14, >5:10. Ferner Uesen: Scylla(4), Herzog II, EraSmuS, Sturmschwalbe.— Ermunter ungS- Hürdenrennen der Stuten<20 000 M., 2000 Meter). 1. Mint Fish(F. Kuynte). 2. Parma II(Sentpeil), 3. Lange cis und lOOOOO M., 5000 Meter). 1. Corsar iWursl), 2. Slcinbcrgcr lFrhr. o. Bcrchem), 3. Sigcboto sLeih). Tot. 123: 10. Pl. 30, 17, 37: 10. Ferner Uesen: Hunding(4), Marmolata sangch.). Biedermann 1 1. Qrlanne, Schlohtönigin.— Preis von Neuenbagcn (lS OOO M., 1600 Meter). 1. Flandeln(v. Keller), 2. Meisterin(Frhr. 0, Berchem), 3. L-onic(Glaser). Tot. 34:10. Pl. 15. 13. 16: 10. Ferner Uesen: Glatteis(4), Mcnilo, Schakal, Kiefer, Mcmento, Paula,— Erlen- Jagdrenuen 020 000 M., 3400 Meter). 1. Heribert(P. Lewicki), 2. Tarlatan(v. Keller). 3. Lauscherin tKränzlein). Tot. 21: 10. Pl. 15, 22:10, Ferner Uesen: Eid sges.), Waereghem(angeh,), Sheitani(blieb stehen).— ErmunterungS-Hürdenrcnnen der He'ngste (20 000 M., 2800 Meter). 1. Trompeter 11(Bismark), 2. Sarras(Pl Lewicki), 3. Landsmann(Lommatzsch), Tot. 72:10. PI. 13, 12:10, Ferner Uesen: Snob(4), Saraftro. Halomond, Tie Radrenne» in Treptow erfreuten sich wieder eines recht guten j Besuches. Das Hauptrennen über 50 Kilometer um den G o I d p o k a t � war eine sichere Sache für Lewanow; er gewann den reichen Preis jährend vom Start bis durchs Ziel in 46 Min. 7'/s Set. vor Sawall 300, Stell- ! brint 1830 und Bordoni(Italien) 2370 Meter zurück. Ein vorausgegangenes j Daucrrennen über 20 Kilometer brachte der wieder recht wacker jährende ! Stellbrint in 18 Min. 33'/, Sek. aus sein Konto. Sawall blieb 10, ! Bordoni 300 und Lewanow(Motorschaden) 3030 Meter zurück.— Die I Flieger bestritten ein Dorgabc- und ein stark besetztes Stuuden-Prämien- tabrcn. Im Stundenrennen kam es leider zu einem recht bösen Sturze: Abraham, im Begiiff zum Spurt überzugehen, kommt zu Fall und über ihn hinweg stürzt Packebusch, Beide Fahrer erlitten neben Hautabschüriungen größere Kopswundcn und muhten slart blutend von der Bahn getragen werden. Das lange Rennen gewann Hahn mit 33 Punkten vor RcinaS 28, KopS 28, Otto Tietz 23 und Schulz 13 Punkten. Im Vorgabefahren teilten ! die schwächeren Fahrer sich die Siegsspreise. Zimmermann mit 70 Meter ! Vorgabe wurde Erster vor Amort 60, Schulz 55, Kendelbacher 35 und Hicpel 40 Meter Borgabe._ OewerGhQstsbewegung Oer Kampf gegen üas TnnkgelS. Die Trinkgeldfrage, welche die Gastwirtschaftsgehilfen schon in einer Nachwcrsammlt ng beschäftigt hat, war am Sonnabend Gegenstand einer Versammlung aller Betriebsräte und Vertrauens- leute der Angestellten im Gastwirtschaftsgewerbe. Bürde kam als erster Redner auf die Vorgänge in der bewegten Nachtversammlung zurück, in der die vom Kollegen Saar eingebrachte Resolution, die restlose Abschaffung des Trinkgeldes und E i n f ü h- rung fester Entlohnung verlangt, leider nicht mehr zur Ab- stimmung gebracht werden konnte, weil die entstandene Unruhe den vorzeitigen Schluß der Bcrsammlung veranlaßte Seiner Meinung nach sei die Störung durch gewisse Elemente absichtlich herbei- geführt worden. In seinen weiteren Ausführungen trat der Redner energisch für die Forderungen der Resolution ein, An der Aussprache beteiligten sich vornehmlich W e i d i ck, Reschke, Block, Löffle r, Richter(vom Vorstand des Zeil- tralverbandes). Wiesele, Walter, Schielke und Saar, Die in einem Artikel der bürgerlichen Presse über die Trinkgeldfrage ver- öffentlichten Behauptungen wurden als gänzlich unzutreffend zurückgewiesen. Dagegen fand die Anregung, mit der sozialistischen Presse in enger Fühlung zu bleiben, und durch diese Aufklärung zu schaffen, allseitig Beifall Der bürgerlichen Presse müsse er- widert werden, daß der Kellner Trinkgeld nehme, weil der Unter- nehmer keinen auskömmlichen Lohn zahlen wolle. In aller Oeffentlichkeit müsse gezeigt werden, daß die Gastwirtsgehilfen ihre Forderung energisch vertreten und sich aus ihrer sozialen Lage emporzuheben ernstlich willens sind. Die Provinz blicke auf Berlin, das fübrend vorangehen müsse. Die Versammlung, welche bis zum Schluß einen harmonischen Verlauf nahm, stimmte mit allen gegen 23 Stimmen der Annahme folgender Resolution zu: „Der Vorstand der Ortsverwaltnng des Verbandes wird beauf- tragt, zur geeigneten Zeit eine Aktion einzuleiten, die den Be- weis erbringen soll, daß die Angestellten im Gastwirtsgewerbe jede Annahme von Trinkgeldern verweigern werden und daß lediglich die ungenügende Bezahlung die Ursache für die An- nähme von Trinkneld ist. Gleichzeitig mit der Verweigerung muß eine angemessene Erhöhung der Löhne, eventl. ohne Rücksicht darauf, ob der Tarifvertrag abgelaufen ist, erfolgen. Das Ziel der jetzigen Lohnbewegung ist, die Verhinderung einer Wiedereinführung des Trinkgeldes, bzw. die restlose Beseitigung desselben. Vom Vorstand sind alle Maßnahmen zu er- greifen, die zur Erreichung dieses Zieles erforderlich werden." Vertreterversammlung öer Eisenbahnbeamten. Am 3. August 1921 fand die Dertreterversammlung der Reichs- gewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeamten und Anwärter, Direktions- bezirk Berlin, im Restaurant„Schultheiß", Berlin, Reue Jacob- straße 24/25, statt. Der 1. Vorsitzende gab in seinem Geschäftsberichte einen Ueberblick über die Tätigkeit des Vorstandes. Er streifte alle dem über wichtigen Fragen(Beibehaltung de» Achtstundentag«, bevorstehend« Aktion in Anbetracht der Teuerung und Geldentwertung), welche die gesamte Arbeitnehmerschaft, insbesondere die Eisenbahnbeamten ii». tereflieren. Das Wirtschafts- und Arbeitsprogramm der Reichsgewerkschast, die Uebernahme der Einkaufsgenossenschaft der Gewerkschaft Deut- scher Lokomotivführer durch die Reichsgewerkschaft. Er wies auf die Notwendigkeit der Arbeitsgemeinschaftdes Deut- schen Beamtenbundes mit dem Allgemeinen Deut- schen Gewerkschoftsbund unter Wahrung der Selbständig- kcit als Beamtenorganisation hin. Zusammenfassung der gesamten Eisenbahnbeamtenschast zu einer Gewerkschaft auf politisch neutraler Grundlage, um die alten Rechte der Beamten zu wahren und durch zielbewußte Arbeit am Wiederausbau des Baterlandes mitzuarbeiten. Der alte Borstand wurde einstimmig wiedergewählt. Eine größere Zahl von Anträgen forderte die Erhöhung der Gehälter und Löhne in Anbetracht der immer weiter steigenden Preise für Lebensmittel, Bedarfsartikel usw. Außerdem wurden noch Organisations- und Tagesfragsn besprochen._ Tie freien Gewerkschaften marschieren. Anläßlich der am Mittwoch, den 3. August 1921, vor Schlichtungsausschuß München stattgefundenen Verhandlungen Lohnerhöhung im Münchcner Großhandel machte der Arbeitgeber- syndikus Dr. Engel interessante Feststellungen auf Grund genauer Unterlagen über di- Organisationszugehörigkeit der einzelnen Ar» bcttnchmcr im Großhandel, die insbesondere für die frei» gewerkschaftliche A r b e i t n e h m e r b e w e g u n g ein erfreuliches Bild aufzeigten. Er stellte fest, daß im Großhandel 320 Betriebe mit rund 3000 Arbeimehmern(kaufmännische Angestellte) in Frage kommen, wovon 800 dem Deutsch- nationalen Handlungsgehilfenvcrband, 900 dem Gewertschostsbund der Angestellten(Hirsch-Dunckersche Richtung) und rund 1300 dem Zentralverbond der Angestellten angehören. Die großsprecherischen Töne des deutschnationalen Handlungsgehilfenoerbandes und des Berbandes der weiblichen Handels- und Bureauangestellten stnd danzit sogar aus dem Munde eines Arbeitgcbcrvertreters widerlegt. Wenn auch die Hakenkreuzedelfrauen und Ritter mit allen mög- lichcn Lügen und Berdrehungskünsten gegen die freigewerkschaftlichen Organisationen unter Verwendung von ungeheuren Geldmitteln arbeiten, so steht doch nach jeder Richtung hin einwandfrei fest, daß die freigewerkschaftliche Idee nunmehr auch in den Kreisen der An- gestellten in überwiegendem Maße Fuß gefaßt hat und immer weiter schreitet trotz aller gegenteiligen Behauptungen. Die Arbeitslosigkeit in England. Die Zahl der Arbeitslosen betrug am 29. Juli 1 780 000 ober 86 650 weniger als in der Woche vorigen Jahres. Hvlzarbeiter-Verband,«lavierarbeitee. Dienstag, d. S„ abend« 7Nhr: Bratichcnoersammlung, AndreaS-Festiäle, AndrcaSilrahe 21. Tage«» ordnung: Bcjchluhsassung über das Ergebnis der Verhandlungen. Die sür DienSIag abc»d im Rcichcnbergcr tzos vorgesehene Vertrauensmänner- Versammlung findet nicht statt. Die Branchenleitung. Veranlw. für den redall. Teil: Dr. Werner Pelfer, Chartottenburg! für Anzeigen: 37). Glocke. Berlin. Verlag: VorwärlS-Verlag G.m.b.H.. Berlin. Druck: Vor- iväriS-Buckidruckerei u. VerlagSanfialt Paul Singer u. Co.. Berlin. Lindenftr. 8. Gcwinn-Auszng ba 18. Prettfi.-Südd.(244. Preutz.) 2.«lasse 3. Piehwiglla« Klassen-Loderf� (.«Ilgup 1921 ciluf jode gezogene Oüummet sin» zwei gleich hohe«»Winne gefaNen. un» zwar le einer ans»ie Lose gleicher LNummrr in»en l>ei»en Mblrllungen 1 NN» II Ct)« Sewähr. Rachdrnck de oirn. g» de, LormiNagtzühmig wurde»«ewta» übe, 197 Marl gezogeuz 2 ZU 6000 M 10905 6»a 3000 M 147013 182198 178807 2 ZN 1000 Jl 239121 10 r.a 600 M 83885 177072 244577 248884 269189 20 zn 400 M 16574 24814 27026 69523 81440 92687 112094 169188 193811 218608 In der ZlachmiltagSzi-himg wurde»«ewiuue über KM Roxi»ezogeui 2 ZU 75000 M 89734 2 ZU 10000 M 68730 4 ZU 6000 M 45638 68986 8 ZU 1000 M 16220 121732 137987 241838 10 ZU 500 M 50828 84890 106061 192316 225449 80 ZU 400 M 2046 7815 20422 60733 80878 94171 103*18 1ST283 143M4 185941 191878 197641 224435 254310 263836 Die Riebung der 8.«lafir beginn) am so. August 1931. In eigenen Werkstätten hergestellt, daher billig und doch solide! Fertig am Lagert Blau Cheviot Form... M. 320.— Melton Cheviot 425- Blau Cheviot eiDRihig« Fora,.. M. 5 7 5.— Schwarz Cheviot«ireiHgt Form m. 580.— Blau Melt.-CheviotiwelTtih.Fom m. 590.— Blau Cheviot eto-•-»welrtlh. Fona. IL 630. Blau Kammjr.-Chev. � fÄ 680. Marengo Melton � 700. 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Die innere u. äußere Lage Sowjet-Rußlands u. die Aufgaben derKommunistischen Partei Rußlands Der X. Kongreß der Kommunist Partei Rußlands M. 2.— M. 5.— M. 1.50 M. 1J0 Zu beziehen durch die »MddMH Carl Aap ML Loais Hamburg 11 Caülei 3624b»