Nr. Z7Z»Z8. Jahrgang Ausgabe A Nr. 189 BezugSPreiSt SifrtcIlät)tL30,— 9Dl„ monotl 10.— Sit frei ins Saus, voraus»ahibar. Polt- bezuz: Monatlich 10,— R. einschl. gu- stellunqsaebllhr Unier Kreuzband für Deuischland. Dan�ig. das Saar- und Memelaediet, sowie diertiemals deur- fchen(bediele Polens. Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 20.- M. für das übrig» Ausland 27,— M. Post» bestellungen netimen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho» Elowalet, Dane. marl, Holland, Luxemburg, Schwede» und die Schweiz. Der.Vorwärts� mit der Sonntags- beilage„Volt und gelf der Unter» hallungsbcilage �ermwelt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten� erscheint wochentäglich zweimal, Eon»- tags und Montags einmal. Telegramm-Adrelfe. „Sozioldetnolra« Berlin' Morgen Ausgabe Bciiincr Oolksblstt (�30 Pfennig� Anzeigenpreis, Dt« achtgelvalte»» Nonpareillezell« tollet 5,80 M„ÄIctn» ttajcizini' da, leltgedruckt» Dort>„80-SL(zu. lässig zwei tettgedruckt»«one>, lebet weiter» Dort U— M, Stellengesuch» und Schlasstellenanzetgen da, erst» Dort L— M.|ede« weiten Dort SO Psg. Dort» Oder 15 Duchstabe» zählen fllr zwei Don«. ffanNlien-An- zeigen sttr Abonnenten geile SU Vi» Breis, o er flehen sich einschließlich Teuerungszuschlag. Anzeigen stt, dt» allchfte Mummer müssen bi» 5 Uhr nachmittag, im dauvtgeschäft. Berlin SD 6», Linde». llrage 3, abgegeben«erde»,»eöftne« oon 9 übt früh dl» t Übt«bind» Zentralorgan der Tozialdemokratifcben parte» Deutfcblands NeSaktion und Expedition: SM b8, Linöenstr. Z Redaktion Morttiplai, lSl»5— S7 bisernsprr«,irr. zxjfcrtition Moritzplap llTSZ— Sß Mittwoch, den 10. Augnst 1921 vonoötts-verlag«.m.d.h., Sw 68,«n6«n(h. 3 S5crnfl>rcrfier• öe*-'««' Expedition und Inseraten. • Adteiliin,, Moridplat, 11753-51 Llopö George gq Paris, 9. August.(MTB.) Lei der heutigen vonnittagssitzung o«s Obersten Rates ist kein« Entscheidung in der Frag« der Entsendung von Truppenverstärkungen getroffen worden. Die Rede, di« Lloyd George in der heutigen Vormittagssttzung de» Obersten Rates gehalten hat, wird von„Havas" in folgender Fassung ver- breitet: Lloyd George zeigte den Ernst des oberschlesischen Problems, eins der verwickeltsten, das j« den Obersten Rat beschäftigt habe. Die Verantwortung der Alliierten wird ungeheuer, wenn nach der Verantwortung der erfolgten Entscheidung ein Konflikt ent- stehen werde. Lloyd George bemerkte, daß die Regelung des ober» schlestschen Problems ganz beosnders den drei Mächten zufalle, die die Aufgabe übernommen hätten, di« Volksabstimmung in Gemäß- hsit des Friedensvertrages von Versailles durchführen zu lassen, also Frankreich, Italien und Großbritannien. Die beiden letzten Mächte hätten in der Frage die gleiche Ansicht. Der sranzösische Standpunkt sei verschieden. Man müsse versuchen, die in Frage kommenden Thesen auszugleichen, denn der Weltfrleden hänge von der Entscheidung, die getroffen werde, ab. Die Regelung der Frage könne nicht auf Kosten der Mehrheit der schlestschen Bevölkerung erfolgen. Zur näheren Kennzeichnung dieser Mehrheit entwickelte Lloyd George die Geschichte Oberschlesiens, das zum Teil deutsch und zum Teil österreichisch gewesen sei. Deshalb habe man im Verlaufe der Friedenskonferenz nicht zugestanden, daß seine Bevölkerung ein homogenes Ganzes darstelle. Diese Ansicht sei durch das Ergebnis der Lolksabstim» mung bestätigt worden. Man dürfe nicht aus Oberfchlesien ein neues Elsaß-Lothringen machen. Die gesamte Bevölkerung von S 200 000 enthalte nur 1 200 000 Polen. Das britische Reich würde niemals eine Lösung annehmen, die darauf keine Rücksicht nehm«. Lloyd George schlug alsdann vor, die Frage nochmal» durch Sachverständige prüfen zu lassen. Der Dorschlag wurde angenommen. Die Prüfung wird auf folgenden Grundlinien erfolgen: 1. Alle Stimmen müßten für die Zusprechung des Gebietes an die eine Obcrmacht gezählt werden. Die Zu. sprechung könne nicht geme in deweis« erfolgen, sondern entsprechend der Mehrheit, die sich herausgebildet habe. 2. Einzig und allein das Industriegebiet würde als unteilbares Ganzes betrachtet, das das Herz Oberschlesiens sei. Die Industriezon«, die viel ausgedehnter sein solle, als es der französische Vorschlag vorbringe, sei eine künstliche Schöpfung, Das Industriegebiet müsse Deutschland zuge. sprachen werden, dos dort die Mehrheit erlangt habe. 3. Die industriellen Gemeinden seien vonein. ander untrennbar, denn sie bildeten eine eigene Wirtschaft- liche Einheit. Lloyd George sagte zum Schluß: Er verstehe vollkommen den Wunsch Frankreichs, Garantien in bezug auf seine Sicherheit zu haben. Der Oberste Rat werde sicher darauf Rücksicht nehmen. Wenn Frankreich aufs neue ungerecht angegriffen werde, so werde das gesamte britische Reich wie in der Vergangenheit an seiner Seite stehen. Aber Frankreich sei augenblicklich nicht in Gefahr. Es müsse von seinem Sieg nur mit Mäßigung und nach Billigkeit Gebrauch machen. Der Berichterstatter von„Havas' fügt diesem Bericht hinzu, der Eindruck, den man aus der Vormittagssitzung habe, fei, daß man sich einem Kompromiß nähere. Briands Antwort. Paris. 9. August.(EE.) Um 1,30 Uhr wurde die Sitzung wieder eröffnet mit einer Antwortrede Briands auf die Ausführungen Lloyd Georges, über die bisher folgender Bericht vorliegt: Briand erklärte zunächst, daß die französische Politik keinerlei brutalen Charakter habe, aber England müsse sich darüber Rechenschaft ablegen, daß es Sieger und Desiegte gäbe. ' Der Dcrsailler Vertrag habe die Verantwortlichkeiten festgelegt. Wie edelmütig auch die Haltung Frankreichs fein möge, so könne es doch nicht zugeben, daß die Besiegten ein bevorzugtes Schick- sal hätten(?!). Die Alliierten hätten die Entscheidung getroffen. Polen wieder aufleben zu lassen. Infolgedessen müsse man Polen die Möglichkeit geben, zu leben. Die Grenze Polens wurde vom völkerrechtlichen Standpunkt sorgfältig studiert. Die Friedenskon- ferenz hatte zuerst einstimmig den Willen, Oberschlesien den Polen zuzuweisen. Daraus folge, daß sich Polen große Hoffnungen be- züglich Oberschlesiens gemacht habe, die man nicht zu sehr enttäuschen dürfe. Briand bemüht sich, zu beweisen, daß Oberschlesien keineswegs deutsch sei. Er erklärt, daß er seine Argumente aus deutschen Büchern schöpfe(I) und protesliert gegen die Behauptung Lloyd Ge- arges, indem er erklärt, daß Frankreich niemals die Absicht hatte, die Stimmen der Arbeiter als weniger wertvoll anzusehen als die der Landleute. Sodann spricht Briand eingehend über das In- dustriegebiet und schließt sein« Rede mit der Versicherung, er hoff«, man werde zu einem Einvernehmen gelangen, Falls dies nicht mög- sich sei, würden unberechenbare Folge» entstehen. In Itn Gewaltpolitik. jedem Falle aber werde sich die französische Regierung sehr versöhn- sich zeigen. Nach einer kurzen Unterbrechung der Sitzung erörterte man sodann di« orientalische Frage. Tie neuen Instruktionen der Sachverständigen. Paris, 9. August.(WTB.) Nach dem„Temps" lauten die neuen Instruktionen, die den Sachverständigen für ihre Be- ratungen gegeben wurden, wie folgt: 1. Jede Stimme muß nach ihrem Werte in Betracht gezogen werden, man kann nicht zulassen, daß die Stimme eines Bauern mehr wert sei als die eines Handwerkers. 2. Die i n d u st r i e l l e Einheit, die sich zugunsten Deutsch. lands mit zwei gegen eine Stimme'ausgesprochen hat, müsse Deutsch- land zugesprochen werden. 3. Die dem Industriegebiet benachbarten Gebiete müssen Gegenstand ernster Beratung und Prüfung sein, damit fest- gesetzt werde, in welcher Weise sie dem Industriegebiet angegliedert werden können. » Auf der Pariser Konferenz, die über Oberschlesiens Schick- sal entscheiden soll, standen sich gestern Briand und Lloyd George gegenüber. Ihre Ausführungen lassen keinen Zweifel darüber, daß mit einer neuen Grenzfestfetzung zu rechnen ist. Nicht ob Oberschlesien in seiner Gesamtheit deutsch bleiben soll. stand zur Debatte, sondern die Frage, wem das Industrie- gebiet zugesprochen werden wird. Lloyd George fand beachtenswerte starke Worte dafür, daß es zu Deutschland ge- höre. Ihm entgegnete Briand. Hatte Lloyd George in durch- aus sachlicher Weise die Ergebnisse der Bolksabstimmung und die ökonomischen Zusammenhänge für seine Auffassung ins Feld geführt, so verlor sich Briand in Darlegungen, die mit der Volksabstimmung und dem Friedensvertrag nichts mehr zu tun hatten. Zein stärkstes Argument war, daß der Oberste Rat für die weitere Entwicklung Polens verantwortlich fei und daß er deshalb ihm Oberschlesien zusprechen müsse. Um das fest- zustellen, hätte man sich das ungeheuerliche Aufgebot des Volkes zur Abstimmung, den Bürgerkrieg in Oberschlesien und die schweren internationalen Konflikte, die sich daran knüpften, ersparen können. Lloyd George ließ glücklicherweise keinen Zweifel darüber, daß England sich nicht dazu hergeben würde, einseitige Machtansprüche Frankreichs gegen den besiegten Gegner mit Waffengewalt zu unterstützen. Die reaktionäre Presse wird daraus schließen, daß der englisch-französische Kon- flikt sehr weit gediehen sei. Demgegenüber steht aber die Er- klärung Lloyd Georges, daß England im Falle der Ver- t e i d i g u n g Frankreich beistehen würde. Mehr als alles andere zeigen diese Tatsachen, daß Deutschland zu einer völligen Passivität gegenüber den Pariser Beschlüssen verurteilt ist. Wir sollten es begrüßen, daß Lloyd George zum erstenmal öffentlich von der Politik des fran- zöfischen Säbelrasselns abgerückt ist. Seine Er- klärung hat denn auch den Eindruck nicht verfehlt. Die Sach- verständigen erhielten neue Weisungen und sollen auf der Grundlage der englischen Forderungen neue Vorschläge unter- breiten. Wes in allem hat es den Anschein, daß es zu einem fran- zösisch-englischen Kompromiß kommen wird, allerdings nicht in dem Sinne, wie die französischen Chauvinisten es sich gedacht haben. Wenn auch mit dem ungeteilten Ober- schlesien kaum mehr zu rechnen ist, so wissen wir doch, daß die willkürliche Teilung, wie sie die Korfanty-Linie und später die Sforza-Linie vorsahen, als abgetan angesehen werden kann. Freilich bedeuten schon die jetzigen Borschläge der englischen Regierung den Verlust der Kreise Pleß und Rybnik, also der wichtigsten Kohlenvorratslager, auf die sich die ver- arbeitende Industrie Oberschlesiens stützt. Schon sie greifen stark in die wirtschaftlichen Zusammenhänge«in, die nach deutscher Auffassung nicht gestört werden dürfen, ohne die Lebensfähigkeit Oberschlesiens zu gefährden. Man darf sich deshalb darüber keiner Täuschung hingeben, daß die Entscheidung der Pariser Konferenz in jedem Falle schwere politische Gefahren für das Deutsche Reich heraufbe- schwören wird. Eine Entscheidung wird fallen, und das Rede- duell zwischen Briand und Lloyd George hat weder in Paris noch in Lonon den Eindruck hinterlassen, daß die Entente in die Brüche geht. Darum wird Frankreich nachgeben müssen. Tut es das, so leistet es der Völkerverständigung einen besseren Dienst, als wenn es entgegen dem Friedensvertrag Polens ungerechtfertigte Ansprüche auf Gebietsteile unterstützt, deren deutsche Mehrheit zweifellos und deren wirtschaftliches Ge- deihen nur im Zusammenhang mit Deutschland denkbar ist Die Angst vor Zwischenfällen. London. 8. August. Reuter erklärt, daß die größte Vorsicht geübt werde, um irgendwelche Zwischenfälle in Ober- schlesien während der Konferenz de» Obersten Rates zu ver- meiden. Die britischen und die französischen Kommissare Handel- ten bei den zunächst getroffenen Vorkehrungen in vollkommener llebereinstimmung. der republikanische Gedanke. Die Verfassungsbewegungen des neunzehnten Jahrhun« derts sind untrennbar mit dem republikanischen Gedanken ver- bunden. Der Wille des Volkes, über feine Geschicke mitzu» bestimmen, versucht sich schon am Ende des achtzehnten Jahr- Hunderts in Europa und Amerika durchzusetzen. Er ist in seinem W e s e n» wenn auch durchaus nicht immer in seiner Wirklichkeit, demokratisch. Alle Kämpfe um demokratische und republikanische Ideen sind überdeckt von Jnteressenkämpfen, von Auseinandersetzungen der um die Herrschost ringenden Klassen. So sehr diese Bewegungen in ihren Ansängen bür- gerlich und liberal waren, sie haben das gemeinsame Kenn- zeichen, daß sie sich auf stets breiter werdende Massen des Volkes stützen. Der zeitweilige Sieg militaristisch-konstitutio- neller Ideen beließ den Staatsapparat noch in den Händen kleiner, zielbewußter Kasten. Aber unter ihnen floß die Ent- wicklung weiter und bereitete den Boden, füllte die Köpfe mit den Gedanken der Demokratie und der Republik. In Deutschland sind die Auseinandersetzungen zwischen dem Alten und dem Neuen durch Jahrzehnte in schärfster Form geführt worden. In England hat die regierende Schicht im Gegensatz dazu Schritt für Schritt, oft widerstrebend, aber immer noch fünf Minuten vor zwölf nachgegeben. Eine ganz andere Entwicklungsreihe machte der demokratische Gedanke in den Vereinigten Staaten von Amerika durch. Dort ist er seit 1776 das geschriebene Recht des Volkes. Man muß dem- gegenüber aber feststellen, daß die Gedanken Washingtons und Benjamin Franklins seither das Gehäule für eine heute geradezu ungeheuerlich erscheinende kapitallstfsche Ausbeutungs- Maschine hergegeben haben. England gilt als die Mutter des Parlamentarismus und des Wahlrechts. Seine Grundrechte sind so alt, durch die Jahrhunderte in den Blutkreislauf des Volkes so völlig einge- drungen, daß Großbritannien noch heute keine geschriebene Verfassung besitzt. Dennoch gab der Ideengehalt der englischen Staatsrechte Kraft genug, um die ganze Welt zum Käufer der englischen Industrie zu machen. Dabei ist das englische Volk im vergangenen Jahrhundert bis nahe an die Gegenwart heran sehr wenig befragt worden. Noch in den vierziger Iahren waren in England zum Unterhaus nur verschwindend geringe Teile der Bevölkerung wahlberechtigt. Erst in Auswirkung des Weltkrieges erhielt Großbritannien ein wirklich demokra- tisches, allgemeines Wahlrecht, dos auch auf die Fronen aus- gedehnt wurde. Das Oberhaus ist seither in seinen Machtvoll- kommenheiten immer weiter zurückgedrängt worden. Das deutet sich im besonderen darin an, daß heute in allen Geld- angelegenheiten, in den Fragen der Finanzgesetze, das Unter- Haus, das Volk allein zuständig ist. Die amerikanische Versassung ist in den revolutio- nären letzten Jahrzehnten des achtzehnten Jahrhunderts ge- wachsen. Sie gründet sich auf die Lehre von der Souveränität des Volkes. Man war gegen jede Art von Regierung mit Mißtrauen erfüllt. Der politische demokratische Gedanke hat sich auch in Amerika im vergangenen Jahrhundert sichtbar weiter entwickelt, allerdings ohne dem Proletariat viel zu geben. Erst der Weltkrieg, die Rolle, die das Re- gierungsobcrhaupt der Vereinigten Staaten bei dessen Aus- gang und bei der Gestaltung des Vertrages von Versailles einnahm, schuf bedeutende Konflikte zwischen dem Volk und der regierenden Gewalt. Seit der riesenhaften Welle der großen Revolution ist Frankreich das Muster der Vergegenständlichung des demokratischen Gedankens in der Staatsverfassung geworden. Das hat aber dieses Land nicht vor sich immer wiederholenden schweren Erschütterungen geschützt. Seit 1791 hat Frankreich rund ein Dutzend grundlegende Verfassungsänderungen erlebt. Sie sind aber alle, ganz gleich, wohin sie zuerst z'> treiben drohten, immer wieder den zunebmend breiteren Weg des demokratisch-republikanischen Gedankens geflossen. Wenn heute in Frankreich der Arbeiter nur geringen politischen Einfluß hat. so liegt dos nicht an dem Regierung'ssystem, sondern daran, daß die sozialistische Bewegung schwach und zersplittert ist. Die Verfassung der Schweiz galt und gilt noch heute dem Bürgertum als die edelste Staatsform des demokratischen Gedankens. Auch die deutsche Arbeiterbewegung ist jadr- zehntelang in ihren politischen Forderungen durch das Staats- grundgesetz der Schweizer Eidgenossenschaft mit bestimmt war- den. An der deutschen und der russischen Regierungsform schien aber auch dieser Strom neuer politischer Gedanken machtlos vorbeizufließen. Alle Kämpfe, die in den letzten Jahrzehnten vor dem Krieg unter der Führung des deutschen Proletariats gegen die monarchistisch-konstiwtionelle, in Wirk- lichkeit absolutistische Staatsidee geführt wurden, erreichten nur geringe Abbröckelungen an dieser mittelalterlichen Feste feudas-aristokratischer Ideen. Weit draußen in der Welt änderte sich dennoch allerlei. Um die Jahrhundertwende lebten von den Völkern der Erde, soweit sie überhaupt schon zur Bildung einer festen Staatsform gekommen waren, noch über eine halbe Milliarde Menschen in Autokratien. Rußland und China waren die beiden Eckpfeiler dieser Regierungsform. Wenn wir das damalige Deutschland weitherzig zu den konstitutionellen Monarchien zählen, ergeben sich in jener Zeit sür Europa rund 300 Millio- neu Menschen, die unter diesem Regierungssystem leben. Sonst auf der Welt konnte nur Japan zu den konstitutionellen Mon- archien gezählt werden. Die F r e i st a a t e n der Welt hatten etwa 138 Millionen Seelen innerhalb ihrer Grenzpfähle. Die jüngsten zwanzig Jahre wandelten dieses Bild. Bis- marck prägte einmal das Wort, das gegen die Demokratie nur Soldaten helfen. Er hat übersehen, daß die allgemeine Wehr» Pflicht, die als cherrschaftsinstrument im besonderen in den europäischen Monarchien und in erster Linie in Deutschland ausgebaut wurde, die Bewaffnung des Voltes, die Lebendigmachung des einzelnen bedeutet. Es kam der Sturm von 1914 bis 1918, der über die ganze Welt fegte. Jahr- taufende alte Autokratien wurden zerschmettert. Schon vor- her— es war ein Signal— entstand aus China eine Repu- blik: andere Länder folgten. Die Auswirkungen des'Welt- krieges zerbrachen Rußland und die letzten Hoffnungen aller Reaktionäre, Deutschland und Oesterreich-Ungarn. Monarchisch-autokratisch werden jetzt auf dem Erdball nur noch einige asiatische Staaten kleineren Umfanges regiert. Persien und Siam sind dabei die größten. Die Zahl der ton- stitutionellen Monarchien hat erheblich abgenommen, die Frei- staaten haben bedeutenden Zuwachs erhalten. Heute leben auf der Erde nicht mehr wie um die Jahrhundertwende, etwa 800 Millionen Menschen unter autokratischen oder konstitutiv- nellen Monarchen und 188 Millionen in Freistaaten: sondern nur noch 220Millionen dort und 768Millio» n e n hier. Natürlich sind diese Zahlen nur das Aeußerliche. In den Monarchien Englands und Italiens hat der König gegenüber der parlamentarischen Demokratie des Volkes nicht mehr viel zu sagen, andererseits kann man nicht behaupten, daß heute Rußlands Regierungssystem einer republikanischen Staatsform sehr ähnlich sehe. Wenn mir aus dem engen agitatorischen Kreis des poli- tischen Tagesstreites hinausgehen, dann finden wir, daß die politische Geschichte Europas, ja der Welt im ganzen vergan- genen Jahrhundert ein Siegeszug des demokra- tisch-republikanischen Gedankens ist. Di« Auf- gäbe des Sozialismus ist es, unser Jahrhundert aus der kapi- talistischen Beutewirtschaft heraus in die f r i e d l i ch e G e» mein Wirtschaft der Welt überzuführen. Die Steuerüberwälzung. Wir konnten in jüngster Zeit das Blatt des Herrn Stinnes verschiedentlich als Zeugen dafür anführen, daß die bisherige Steuerpolitik des Reiches den Besitz noch niemals ernsthaft in seiner Substanz getroffen habe. Die„Deutsche Allgemein« Zei» tung" setzt ihre Untersuchungen über die Steuerfragen jetzt weiter fort. Sie beschäftigt sich mit der Frage der Steuer- Überwälzung. Wir können durchaus zustimmen, wenn festgestellt wird, daß es nicht richtig ist, daß die direkte Steuer den, der sie zahlt, auch endgültig belaste. Ebenso wenig ist es nicht richtig, daß eine Steuer vom Konsum nur auf den breiten Massen liegen bleibt. Wohl aber ist richtig— so schreibt die„Deutsche Allgemeine Zeitung"—,„daß beid« Gruppen von Steuern in einem Ueberwälzungsprozeß eingehen, nach dessen Abschluß die Steuerlast ganz andere Personentreise tragen, als diejenigen, die zunächst die Steuersumme bezahlen." Dieser dunkle Prozeß der Steuer- Überwälzung ist bisher in der Steuergesetzgebung noch nicht „herücksichtigt worden, deswegen haben wir ja auch an den neuen Steuerplänen der Reichsregierung so viel auszusetzen. Auch sie wandeln auf den alten Wegen und versuchen, auf ihnen Unmögliches zu erreichen. Der Grundgedanke der Steuerreform muß sein, daß an die Quelle der Verdienste gegangen wird, daß der Steuerüber- wälzungsprozeß entsprechend berücksichtigt wird, und daß das Reich den niemals zu leistenden Umweg vermeidet, aus Das Zazit einer Zeit. Es ist wahr: Stets gab es Herrscher und Beherrschte. Stets hatten auch Beherrschte ihre kleinen Freiheiten: Freigelassene, die etwa unseren sozial„Aufgestiegenen" entsprachen, bürgerten sich den regierenden Klassen an. Warum hätte man auch einen„Nichtsreien", der z. B. ärztlicher Kunst sähig, verwehren sollen, freien Fußes dort- hin zu gehen, wo ein Kranker seiner bedurfte? Aber bei solcher Ordnung, oder meinethalben bei solchem Zwang, war es einstmals doch möglich, daß ein Volk wie die Griechen lang« Zeit als Ganze» glücklich war, daß Heratlit, Parmenides, So- krates, Plato, um nur wenige Namen zu nennen, unsterbliche Ge- danken dachten, daß Aischylo» eine Brandung von Rhythmus aus dem Meer seines Innern schlug, daß Bildner und Bauschöpfer eine in Marmor ausgedrückte Weisheit und Anmut der Seele ver- kündeten, deren Leuchten— das ist das Entscheidende— als Volksgemeinsames die letzte Sklaoenhütte nicht im Dunkel ließ. Und wir? Auch wir haben Herrscher und Beherrschte. Namen großer Künstler wissen wir auch. Aber von den letzteren hört da» Volt nicht, wa» sie wirklich sind. Im Theater sind die Leutchen sroh oder ernst, bisweilen von verlogenen Idealen erfüllt, meist zynisch gleichgültig vor wirklicher Kunst. Als Gemeinschaft aber quälen wir uns! Allel Denn wunderbar: Auch die Herrschenden sind ihrer Herrschaft nicht froh. Nirgends setzt sich starkes Lebensgefühl in reine, unproblematische Schönheit oder beglückendes Handeln um. Ueber allem thront die große menschenfressende Maschine. Und die neue Gemeinschaft, in welcher der M« n s ch e n w c r t allein die gültige, vermittelnde Münze des Verkehrs sein wird, lebt noch nicht. Das ist das Fazit dieser Zettl M. R. Besuchszifferu der Berliner Universität. Nach der jetzt abge» schlvssenen Statistik der Berliner Universität ist die Hochschule im Sommer von insgesamt 11879 immatrikulierten Studierenden be- sucht worden, von lOSSS Männern und 1314 Frauen. Die Zahlen sind etwas kleiner als im vorangegangenen Winter, wie das die Regel ist. Die theologische Fakultät zählt 323 männliche und 18 weibliche Studierende, die juristische 2389 und 34, die medizinische 2429 und 312, die philosophische 3431 und 930. Zu diesen Voll- studenten treten die 1306 Männer und 207 Frauen, die auf Grund «ine- Erlaubnisscheines des Rebtors Vorlesungen hören. Zum Be- legen berechttgt sind weiter die 866 männlichen und 19 weiblichen Studierenden der Landwirtschaftlichen Hochschule. Reichsangehörige sind 10 741. Aus Danzig stammen 11 Manner und 1 Frau, aus Deutschösterreich III und 9. Das übrige Ausland stellt folgende Ziffern: Rußland 113 und 21. Bul- «arten 109 und 39. Lttauen 81 und 32. die Schweiz 32 und S, Polen Papiererträgen Goldwerte zu schaffen. Keine der bisher der Oeffenttichkeit unterbreiteten Besitzsteuern und auch die übrigen Steuervorlagen bieten diese Möglichkeit. Zrauen als Laienrichter. In seltener Ucbereinstimmung schimpft die gesamte Rechts- presse über den Entwurf des Gesetzes, der die Heranziehung der Frauen zum Schöffen- und Eeschworenenamte vorsieht. Der R e i ch s r a t hatte den Entwurf, wie wir seinerzeit ausführlich mitteilten, abgelehnt. Die„Tgl. Rdsch." geht in dem Kampf gegen die Frau sogar so weit, der Reichsregierung vor- zuwerfen, daß sie mit der Vorlegung des Entwurfes, den der Reichsrat doch abgelehnt habe, ungesetzlich handle. Wir wollen den braven Leutchen nicht übelnehmen, daß sie die Ver- fassung der deutschen Republik nicht kennen. Der Artikel 69 der Reichsverfassung gibt nämlich der Regierung das Recht, eine im Reichsrat abgelehnte Vorlage bei dem Reichstag einzu- bringen. Wir hoffen, daß die Befürchtung, die ein Landge- richtsrat vor einiger Zeit im„Tag" aussprach, daß der R«ichs> tag das Gesetz annehmen wird, sich erfüllt. Kommt überdies in Zukunft bei dem Gesetz zwischen dem Reichstag und Reichs- rat keine Einigung zustande, und besteht der Reichstag auf der Annahme des Gesetzes, so kann der Reichspräsident binnen drei Monaten einen Volksentscheid anordnen. Die Ablehnung des Reichsrates ist an sich, wie die„S. K." schreibt, nicht so verwunderlich, da der Reichsrat ja schon öfter einen stark reaktionären Geist geoffenbart hat. Interessant ist aber die Begründung der Auffassung des Reichsrates. Es heißt da. die Frau sei mehr als der Mann„gefühlsmäßigen Einflüssen" unterworfen. Die Frau befinde sich öfter in einem Zustand„erhöhter Reizbarkeit". Die Frau stehe an„Eni- schlußfähigkeit" und an„Kraft zu energischem Durchgreifen" hinter dem Manne zurück. Die Frau verweichliche die Straf- rcchtspflege usw. Ein Blick in die frauenreinen Eerichtsstuben zeigt zur Genüge, daß auch die männlichen Rechtsfinder des öfteren recht stark„gefühlsmäßigen Einflüssen" unterliegen.„Erhöhte Reizbarkeit" findet sich auch bei Juriston, die sonst über«ine wunderbare Ruhe verfügen. Was aber die Verweichlichung der Strafrcchtspflege betrifft, so ist zu sagen, daß die Urteile sonst sehr spartanisch gesinnter Herren oftmals recht„weichlich" sind und wiederum Urteile sonst ganz braver Turteltauber drakonischen Geist atmen. Weichheit und Härte des Urteils hängt von ganz anderen Dingen ab als von dem Unterschied der Geschlechter. Aber man braucht sich ja über die Ansichten des reaktionären Juristenelementes nicht mehr zu wundern. Leute, die ein Argument„verzapfen" wie diLfe— ein Mann unterwerfe sich nicht dem Urteil einer Frau—, müssen als Wahrer und Pfleger des Rechtsgefühls und des Gerechtigkeitssinnes wirtlich etwas recht merkwürdig erscheinen. Saltikum-Grüen für Tanzvergnügen. Wie das„Organ der Varietewelt und Kabarettschau" trium- phierend mitteill, fand kürzlich auf Borkum ein Tanzvergnügen für— in Not geratene B a l t i k u m« r statt. Da» Protektorat hatte der ehemalige Führer der Freischärler, Oberst v. D i e b i t s ch. Ein Kabarettist namens Karl Stöhr bemüht« sich um den Erfolg des Abend» im„Grünen Tanzpalast". Nach den Feierlichkeiten teilte Diebitsch in großzügiger Weis« an alle, die das Fest hatten verschönern helfen, Orden aus. Stöhr erhielt das Baltische Verdien st kreuz II. Klasse, Herr Otto Kämpfer, der Besitzer des Hotels Kaiserhof, Polizeirat Bannier, Dr Beusch wie die Herren Schmitz, Dolores und Petermann erhielten die Baltikum» medaille. Daß die Mitteilung aus Borkum stammt, nimmt nach den zahl- reichen Skandalen der letzten Zeit, die sämtlich in Borkum vor- gefallen sind, nicht mehr wunder. Eine äußerst zweifelhafte Rolle spielt Oberst o. Diebitsch, der unseres Wissens Rufs« ist, und ehemals der Bermont-Awalow-Hord« angehörte. Das Reichs- wehrministerium täte gut, sich in eingehender Untersuchung mit dem Verhalten de, freigebigen Oberst zu beschäftigen. 32 und 8, Ungarn ebensoviel, die Türkei 32 und 1, Griechenland 31 und 1, Rumänien 30 und 3, Lettland 23 und 8, die Ukraine 24 und 4, die Tschechoslowakei 18 und 8, Livland 16, Georgien 13 und 1, Estland 11 und 5, Jugoslawien 12 und 1, Finnland 8 und 3, Luxem- bürg 9 und 1, Schweden 6 und 2, die Niederlande, Spanien und Arminlen je 5, Großbritannien und Norwegen je 4 und 1, Aser- beidschan 4, Dänemark 2 und 1, Italien 1 und 1, Belgien 1. Wie man sieht, fehlt in der Liste nur Frankreich. Au» den anderen Erdteilen kamen: au» Afrika 73, aus Asien 80 und 1, aus Amerika 23 und 3. Staatenlos find 10 und 3. Die gesamte Ausländerzifser beläuft sich danach auf 1138. Ein neuer HImmelskömr? Eine au« Cambridge fAmerika) an die Zentralstelle für astronomisckien Nachrichtendienst in Brüssel gerichtete Depesche meldet, daß am Sonnlag bei Sonnenuntergang mit bloßem Auge ein Slern beobachtet weiden konnte, der>n seinem Glanz« der Venu« gleich war und südöstlich der Sonne stand. ES handelt sich wahrscheinlich um einen K o m e t e n oder um einen neuen Stern. ver erste Weltkongreß der Weltsprache„Zdo" lMssenschastlich präzisierte« Esperamoi wurde in Wien eröffnet. E» sind 200 Vcr- treler au« fast allen Ländern Europa« anweiend. Zum Präsidenten wurde Schneeberger-Süßlingen gewählt, der schon dem zweiten Eiperantokongreß im Jabre 1006 präsidiert hatte. Neben ihm sitzen Peu«-Dessau. Ablberg-Stockbolm, de Gue«net-Par»« und Baxier« London im Präsidium..Jdo" beginnt jetzt nach erfolgter Reorga» nisalion seine durch den Krieg unterbrochene Arbeit. Asbestininen. Die Asbcstindustne hat in den letzten Jahrzehnten immer größere Fortschritte gemacht und doch steht die Verwertung dieses merkwürdigen Minerals, das sich weben läßt, immer noch am Anfang. Seine Wichtigkeit für die Automobilfabritation, für den Bau von Schiffen usw. wird durch seine Unverbrennlich- k e i t bedingt. So ist Asbest ein uns allen bekannter Stoff geworden, aber wie es gewonnen wird, woher es kommt, darüber wissen wohl nur wenige Auskunft zu geben. � Während früher Nordamerika, Sibirien und Australien die Haupiasbestlieferanten der Welt waren, bringt jetzt Südafrika immer größere Mengen dieses Stoffes auf den Markt. Besonders in Rhodesien befinden sich wichtige Asbest- minen, deren Mittelpunkt der Ort S ch a b a n i ist. Die Anlagen sind erst sechs Jahre alt, liefern aber bereits etwa 1000 Tonnen Asbest im Monat und werden ständig erweitert. Die Asbcstminen von Schabani, so erzählt Edwin Adelcr in einer Schilderung dieses Bergwerks, sind in die Seite eine» Hügels hineingeschnitten, und der Stoff, der hier gewonnen wird, sieht aus wie Grashalme, die fest zusammengedrückt sind. Man kann das Asbest mtt der Hand von dem Felsen ablösen, kann die einzelnen Fäden in unendlich viele Teile zerlegen, kann sie zwischen den Fingern reiben, bis sie weich und seidig werden, ober man kann sie nicht brechen. Sie sind zäher al» eine Darmseite. Die Dächer der Hütten in dem Eingeborenen- dorf, das den Minen benachbart ist und dessen Bewohner hier or- betten, bestehen au» Asbest, und auch sonst wird es zu allem Erdenk- liehen verwandt. Seine Zukunft aber liegt in feinem Nutzen für die Weltlndustrie. Ein unbefugter Kritiker. In einem Artikel„Deutschrussische Beziehungen" untersucht dir russische Oberst Erich v. Freyberg in der„Deutschen Zeitung" die zurzeit schwebenden Plässie, einige deutsche Industrielle nach Sowjet, rußland zwecks Anknüpfung wirtschaftlicher Beziehungen zu eut, senden. Der Artikel zeugt von einem solchen Mangel an Sach, kenntnis und wirtschaftlichem Verständnis, daß es sich erübrigen würde, sich mit ihm zu befasien, wenn nicht ein« Erinnerung wach würde, die gerade den Verfasser des Artikels betrifft. Oberst v. Frey» berg ist bekanntlich d»r russische Offizier, bei dem kürzlich große Aktendieb st ähle vorgenommen wurden. Man hätte wohl erwarten dürfen, daß sich Freyberg au» Gründen natürlichen Taktes jeder Stellungnohm- der Sowjetregierung gegenüber ent» halten würde. Sein Verhalten muh nur ztt sehr den Eindruck erwecken, daß aus ihm die Rachsucht, nicht aber die nüchterne politische Erwägung spricht._ veraltete Methoöen. Ein seit 14 Jahren in Berlin lebender Gesangspädagog«, Professor R os e b ery d'A r g u t o, ist kürzlich al- isiiger Ausländer aus Preußen ausgewiesen und zu diesem Zwecke in das Jnter- nicrungslager T t a r g a r d gebracht worden. Wie er in einer Ju- fchrift an die„Freiheit" behauptet, lag dieser politischen Maßnahme »ine blödsinnige Denunziation de» Wulleschen„Deutschen Abend» blattes" zu Grunde, wonach er zum„Roten Armeerichter" auserkoren fei. Nach unseren Erkundigung«« liegt der Fall insofern etwas anders, als sich Rojebery in einer Zuschrift an die„Rote Fahne" grobe Beschimpfungen der politischen Polizei geleistet hatte, wo» zumindest eine jener Taktlosigkeiten darstellt, die sich am allerwenigsten solche Ausländer erlauben sollten, die Angehörige «ine» Staates sind, dessen Einrichttingen alle» andere als nachahmcns» wert erscheinen. Wir möchten wissen, wie es einem Reichsdeutschen ergehen würde, und würde er noch so viele Jahrzehnt« in Moskau ansässig sein, der sich eine noch so zahme Krittk an den Methoden der „Tscheka" herausnehmen würde— Ferner Hot sich herausgestellt, daß der Betreffende polizeilich nicht angemeldet war, ob- wohl ein Erlaß im vorigen Jahre alle Ausländer unter auedrück- sicher Androhung der Ausweisung dazu aufgefordert hatte. Formell wäre demnach die Ausweisung berechtigt. Dennoch halten wir diese Methode, Ausländer als lästig zu bezeichnen und auszuweisen, sobald sie Kommunisten sind und irgendeinen formellen Verstoß begangen haben, für höchst bedenklich. Die vier- zehnjährige Ansässigkeit Roseberys in Berlin hätte eine m e n f ch e n- freundlichere Behandlung nahelegen sollen. Auch hätte mmi jedenfalls einem geistigen Arbeiter die Härte des Jnternierungs- lagers ersparen sollen, die nur in solchen Fällen berechtigt ist, M denen eine Fluchtgesahr oder etwas ähnliches vorliegt. Wir meinen, man sollt« endlich begreifen, daß mit derlei vor- novemberlichen Polizeimethoden politische Gegner nicht bekämpft werden dürfen. E» wäre ein erfreuliche» Zeichen freiheitlichen Geistes, wenn die Stelle, die jetzt über den Fall zu entscheiden hat, die ganze Lusweisungsmaßnahme rückgängig machen würde. Laßt ihn doch laufen! Volkspartei' unü Wahrheit. Nach einem in der„Deutschen Tageszeitung" veröffentsichten Artikel„Bayerns Kampf gegen die Fremdenlegion" hat sich der bayerische Landtag mit einem Antrage der bayerischen Volkspartei befaßt, der eine eindringliche Belehrung über das Wesen der frais- zösischen Fremdenlegion in den Schulen fordert. In diesem Artikel wird der Reichsregierung der Vorwurf gemacht, daß die Regierung Wirth es bekanntlich für zweckmäßiger halte, die Agitation gegen die jämmerlichste Schmach des 20. Jahrhunderts mit allen Mitteln zu unterbinden. Demgegenüber ist festzustellen, daß die Reichsregierung schon vor längerer Zeit allen Landesregierungen empfohlen hat, durch Belehrung in allen Lehranstalten die heranwachsende Jugend vor den Gefahren eines Eintritts in die Fremdenlegion zu warnen. Die Beratungen des bayerischen Landtag» dürften daher mit den Bestre- bungen im Reich völlig übereinstimmen. Der tiefe Haupteinschnitt, der in die �Felsen von Schabani ge- macht ist, geht etwa 20 Fuß lstrunter. Da sieht man eine Felsschicht unregelmäßig, bald einige Zoll, dann wieder«ini« Fuß breit, und dann kommt eine Schicht Asbest, die etwa drei Zoll dick ist, dann wieder Felsen und dann wieder Asbest. Versuchsweise Grabungen haben gezeigt, daß der ganze große Hügel dieselbe Formation ent- hält. Die Asbestsäden liegen in einer verschiedenen Länge von 1 bis 3 Zoll senkrecht zwischen den Felsen in großer Regelmäßigkeit. Die Natur hat sie hier ausgespeichert, ganz handlich kür die Ausbeutung. Freilich ist der Schabaniasbest ziemlich teuer, aber die Industrie ist in Südastita erst im Entstehen und sie wird noch Fortschritte machen. Der neue Gröen. Motto: Ein tiefer Sinn siegt oft im kindschen Spiele! Eine neue blecherne Medaille Wird zurzeit geprägt al« Heldendank. Oberhalb de« Gürte!« an der Taille Darf sie tragen, wer gedient beim Tank. Heil und Sieg! Doch rüstig nur so weiter! Millionen noch zu schmücken gilt'«. Denn den meisten unsrer tapfern Streiter Fehlt bi« heut' solch Pflaster auf die Milz. Einem jeden ist e» gern zu gönnen. Daß man seine Taten ruchbar macht, Weil die andern sonst nicht wissen könne«, Wa« er sür da« Vaterland vollbracht. Schließlich war doch keiner bloß Strappe, Jeder stand auf seinem Platz al« Held. Nicht der Hauptmann nur in der Elappe, Sondern auch der Musketier im Feld. Darum Orden her für alle Landser! Solch«in Blechding, da« heroisch klirrt, Schützt da? Herz gleich einem Dcmanipanzer Vor dem Geist, der jetzt da« Volk verwirrt. Neuer Heldenmut wird �,ch entzünden An dem Strahl, der dem Metall entblitzt, Und der Grei« noch wird e««inst verkünden, Wenn er usiter seinen Enleln sitzt: „Schmäh'n auch viele laut da« Völlermorden, Glaubt den Läslrern nicht, o Kindelein! Herrlich ist der Krieg I Denn diesen Orden Trug er mir ja al« Belohnung ein!" _ Peter Michel. Echeater am vülowplat». Sonnabend, den 1Z,, abend« 8 Nbr, ge» langt„Der Opernba l 1�, Operette von Richard Hellberger, Text nach dem Lustspiel„Die rosa Domino«" von Victor Leon und H. v. Waldberg in einer Neiieinstudieruna von Maximilian Morl« zum erneu Male zur Augührontz. DieIoröerungenöerSememöearbeiter Der neue Lohntarif für die Arbeiter und Angestellten in den I früh bis 8 Uhr abends wird ein Zuschlag von 33% Proz. und von Gemeindebetrieben Berlins unterlag gestern der Beschluhsassung l 6 Uhr abends bis k Uhr früh das Doppelte dieses Zuschlages gefordert. einer Funktionäroersammlung, die im Lehrervereinshous stattfand Für die planmäßige N a ch t a r b e i t s z e i t ist ein Zuschlag von und außrordentlich stark besucht war. Die Kündigung der Tarife 23 Proz. zu gewähren. Nicht planmäßige SonntagsarbeU wird mit ist formgerecht erfüllt. Darauf hat der Magistrat durch Stadtrat einem hundertprozentigen Aufschlag entschädigt, während für die Koblenzer um Vorschläge zu einem Lohnabkommen ersucht, die planmäßige Sonntagsarbeitszeit die chälfte dieses Zuschlages gezahlt von der Tarifkommission ausgearbeitet wurden.; wird. Beim Zusammentreffen van Ueberzeitarbeit mit Nachtarbeit, Das Referat über den vorliegenden neuen Tarif wurde von sowie Arbeit an Sonn- und Feiertagen wird ein chöchsizuschlag von P o l e n s k e. für die Angestellten von ch o ch s ch i l d erstattet. Letzte- 100 Prozent gezahlt. Die Entlohnung der Lehrlinge erfolgt rer erklärte, daß der Magistrat sich grundsätzlich zu Verhandlungen auf Grund besonderer Vereinbarungen. Vorarbeiter und Dorarbei- über einen neuen Lohntapif bereit erklärt habe und daß die Lohnsätze terinnen erhallen 10 Pf. mehr als der bestbezahlte ihnen unterstellte .für die Angestellten ebenso wie für die Arbeiter, umgerechnet in Arbeiter. Wenn sie im Wochenlohn stehen, beträgt das Mehr ihres Monatslöhnen mit 208 Stunden Arbeitszeit, sowie auch mit den Einkommens gegenüber dem bestbezahlten Arbeiter 5 Prozent. Teuerungs- und Kinderbeihilfen sein sollen. Frauen, die gleichwertige Männerarbeit leisten, sollen denselben Nach den Beschlüsien der Tarifkommission werden folgende Lohn wie die Männer erholten. Die B e k ö st i g u n g. die den ein- Stundenlöhne gefordert: Für männliche Arbeiter von 7,30 zelnen Bediensteten gewährt wird, soll zum Selbstkostenpreis in An. bis 7,30 M., für Jugendliche bis zu 17 Jahren von 3,30 bis 3 M.. für rechnung gebracht werden. Schutzkleidung wird unentgeltlich Mindererwerbsfähige 5,50 M.. für Arbeiterinnen 8,30 bis' zur Verfügung gestellt. In bezug auf die Berechnung des Wertes 8.70 M., für Jugendliche von 14 bis 17 Jahren 3,00 bis 4,50 M., für i einer Dienstwobnung bleibt es bei den bisherigen Bestimmungen. Mindererwerbsfähige 5 M. Dazu kommen Lohnbeihilfen in Muß an einer anderen als der normalen Arbeitsstelle Arbeit ver- fjöhe von 65 M. für Jugendliche unter 18 Jahren und von 130 M. richtet werden, so wird der Mehraufwand an Zeit für den Weg als für Ledige über 18 Jahre und Verheiratete, für jedes noch zu ver- Arbeitszeit bezahlt. Besondere Auswendungen werden extra bezahlt. sorgende Kind bis zu 8 Jahren 100 M., bis zu 14 Jahren 125 Mk. Die ö-Stunden-Arbeiter in den Gas- und Elektrizitätswerken erhalten und bis zu 21 Iahren 130 M. monatlich. Für völlig erwerbsunfähige Lohn für eine achtstündige Arbeitszeit. Bei Entlassungen infolge Kinder, die im eigenen chaushalt leben, soll diese Unterstützung Verminderung der Arbeiterzahl oder Auflösung der Betriebe wird dauernd gezahlt werden. Das Personal der Müllabfuhr und die � dasselbe Abkehrqeld gezahlt, das die chilfskräfte erhalten Soweit Kohlenträger der Brennstoffverwaltung soll zum Lohnsatz seiner beflere Lohnbedingungen bestehen, als der neue Lohntarif vorsteht. Klaste einen Zuschlag von 20 Proz. erhalten. Ebenso werden be.; bleiben sie aufrechterhalten. Der neue Tarif soll am 1. September sondere Zuwendungen gefordert für Arbeiten, die besonders gesund- in Kraft treten. heitsschödigend sind. Die genannten Löhne sollen als Grund- bzw. � In der Diskussion wurden diese Vorschläge der Tarifkommission Mindestlöhne gelten. Auf alle tariflichen Vereinbarungen haben f r e i- im wesentlichen anerkannt und der Vorschlag gegen wenige gewerkschaftlich organisierte Arbeiter einen Rechtsanspruch. Stimmen angeizommen. Einstimmiae Annahme fand ein Antrag, Zu den Sätzen der Klassen 1, 2, 5 und 8 soll ein Zuschlag von 10 Pf. für die Forderungen der Festangestellten eiftzutreten. Weiter wurden pro Stunde für erschwerteArbeit gezahlt werden. Denselben angenommen ein Antrag, der völlige Aufklärung des Zuschlag zum Stundenlohn fordern die Arbeiter oller technischen Be- F o l l e s S ü l t verlangt, und ein anderer, der vom ADGB. M a ß- triebe, sowie der technischen Abteilungen der Anstalten und'regeln gegen die Verteuerung der Lebensmittel Kämmereibetriebe. Für Ueber stunden in der Zeit von 8 Uhr> fordert. Die Spannung in Parks. Lasel, S. August.(EP.) Die.Baseler Nachrichten� melden eus Paris: Noch nie seit dem Waffenstillstand ist eine interalli- ierte Konferenz unter so pessimistischen Ausdrücken der hiesigen öffentlichen Meinung zusammengetreten. Ohne soweit zu gehen, die Latente cordisle durch den etwaigen Ausgang der Kon- ferenz in Frage gestellt zu sehen, wie einige englische Blätter, in erster Linie der»Daily Cronicle" es meinen, fragt man sich doch, wie das englifch-französische Bündnis und damit die englische Politik überhaupt sich gestalten solle, wenn Frankreich zum Nach- geben gezwungen werde. Mehrere Pariser Blätter glauben, daß eine Niederlage Frankreichs in dieser Frage nicht nur eine diplo« matische, sondern auch eine politische Niederlage wäre. Von der Kammer des nationalen Blocks dürfe man nicht erwarten, daß sie in einer Frage, die für die französische Außenpolitik und ihr Prestige ein Symbol geworden ist— wie sich der„Petit Parisien" ausdrückt— eine Lösung ratifizieren würde, die einem Nachgeben Frankreichs ähnlich sähe. So kämpft Briand heute nicht nur um die Zukunft der französischen Außenpolitik, sondern auch um sein Ministerium. Die Frage der Truppenverftärkungen. Pari», 9. August,„fiavas" berichtet: In der heutigen zweiten Sitzung des Obersten Rate» ergriff an erster Stelle Ge- neral L e R o n d das Wort, um für die Notwendigkeit der Eni- fendung von Truppenverstärkungen vor Ankündigung der Entscheidung des Obersten Rate» einzutreten. Es gäbe eine deutsche und eine polnische Gefahr. Die Bevölkerung sei nicht entwaffnet, die Freikorps seien nicht aufgelöst. Polen und Deutsche könnten jeden Augenblick über 100 000 Kämpfer ver- fügen. Sit Rond nannte Oberschlesien einen Vulkan, dessen Aus» bruch immer zu befürchten fei. Der englische Oberkommissar Sir Harold Stuart erkannte an, daß die Bevölkerung noch immer Waffen besitze, erklärte jedoch, daß die Truppen des Generals Hoefer sich nur erhoben hätten, um die polnischen Aufständischen zu bekämpfen. Es sei nicht zu be- fürchten, daß die Deutschen die Waffen wieder ergreisen würden. wenn kein polnischer Angriff erfolge. Er schloß, indem er sagte, die Entsendung von Truppenverstärkungen sei nicht nötig, wohl aber ein rascher Entschluß und die Aufrechterhaltung der Einheit der interalliierten Aktion. Der italienische General de Marinis erkannte an, daß die Truppen, über welche die Oberkommission verfüge, ungenügend seien. Er sprach sich für einen raschen Entschluß au» und für ein« sofortige Zuteilung der Gebiete an Polen und an Deutschland, damit die alliierten Truppen sofort nachher zurückgezogen werden könnten. Hierauf ergriff Lloyd George das Wort zu den oben wieder. gegebenen Ausführungen über die englische These. Italien für schleunige Entscheidung. Rom, S. August.(TU.) Die italienische Presse besteht in ihren Betrachtungen zur Tagung de» Obersten Rotes vor allem auf r e st. loser Erledigung der oberschlesischen Frage und oller anderen Probleme, die dem Weltfrieden entgegenwirken. Die offiziöse„Epoca" hebt die Schwierigkeiten hervor, die angesichts der englisch-französischen Unstimmigkeiten bewältigt werden müssen. Sie sind es, die in Polen weitgehende Hoffnungen wecken und die Lage immer mehr verwirren. Dos Diatt glaubt dennoch, zuversichtlich annehmen zu dürfen, daß die vermittelnde Bemühung Italiens sich in Hinsicht auf Albanien gute Erfolge haben werde, und daß England und Frankreich die ehrlichen Absichten und die gerechten Ansprüche ihre» dritten verbündeten zuletzt rückhalllo, anerkennen werden. »- die Entwaffnung. Nachstehend geben wir die Ziffern vom Stand der Entwaffnung mit dem l. Juli 1021 abschließend wieder. Die Steich»treuhandgesells«haft hat bi» zu diesem Tage Zusammenstellung der au? Grund de« Ultimatum« und der Eni« waffnungSnoten vom Mai 1S21 zur Zerstörung gebrachten Rest- bestände an Waffen. Munition und KriegSgeräl, nach dem Stande vom 8. August 1021: 458 Geschütze 805 Beschützrohre 845 Lafetten 2 888 263 Stück Artillerie-Munition und«Minen 1 805 053. Zünder für Artillerie-Munition 8 14 l 077 Kilogramm Puloer 1 108 Minen« und Granatwerfer, darunter 80 Signalwerfer 9 286 Maschinengewehre 870 712 Gewehre, Karabiner, Tankgewehre 10 312 Revolver und Pistolen 227 568 blanke Waffen 2 07g 480 Gewehr,-Wurf- und Handgranate» 2 091 24 l Zünder für Handgranaten 87 400 117 Stück Handwaffenmunition 870 290 Kartuschen aller Art 840 530 Sprengladungen. Sprengpatronen 14 826 Wagen aller Art, darunter 418 Protzen, 80 Maschinen- gewehrwagen 751 Feldlüchen außerdem große Mengen an sonstigem Krieg«gerSt. wie Waffen« zubehör« und Ersatzteilen, optischem Gerät. Nachrichtengerät, Brücken- gerät, Gasschutzgerät. Werkzeugen aller Art. Feld- und Förderbahn« gerät, Geschirr,»nd Stallsachen, Wagenzubehörleilcn, Texlilien. Feldküchengerät. SchiffSzubehörteilen, ferner 70 Feldbackösen, zwei Motorräder, 140 Kraftwagen, 18 Kraflwagenanbänger, 220 Fahr« räder, 5000 Lrmeesättel, 1000 Bocksättel, 800 Sielengeschirre. 5000 000 Platzpatronen._ Der Zwischenfall in der Kola-Vucht. In der Angelegenheit der Beschießung der deutschen Minensuchboote in der Kola« Bucht hat, wie die TU. meldet, Wigdor Kopp im Auswärtigen Amt eine Erklärung namens der Sowjelregierung abgegeben. Da« Auswärtige Amt hatte bereits durch Funkspruch ein Ersuchen um Aufklärung nach Molkau gerichtet. Die ReparationskommWon zufrieöen. pari«. 9. August,(veno.) Die Agenkur h a v a s berichten. daß die R e p a r a t i o n» k o m m i s s i o n die deutschen ver- pflichtungen vom 1. August für erfüllt ansieht, mit Au»- nähme der Kohlensendungen, die seit drei Monaten nicht mehr in der vorgeschriebenen vollen Zahl abgeliefert worden seien. Seit drei Monaten, da« bedeutet gerade seit Beginn de« PolenpuischeS in Oberschlesien. Wären die französischen Behörden in Oberschlesien der Jnsureltion recht, eilig entgegengetreten, anstatt sie zu begünstigen, dann wäre diese Stockung in den denlichen Kohlenlieferungen. die durch den Ausfall der ober» schlesischen Produktion bedingt wurde, nicht eingetreten. Deutscböfterreichische pleite. kMen. 9. August. lTU.) Die Vertreter Oesterreich« in Paris, London und Rom bobcn eine gleichlautende Note über- reicht, in welcher darauf hingewiesen wird, daß Oesterreich durch sein Finanzprogramm und dur-b die Einführung neuer Steuern die Voraussetzungen für eine K r e d i t b i l i e geschaffen habe und dringend eriuche. daß der Oberste Rat die Kreditaklion für Oesterreich beschleunigen möge. die Hilfsaktion in Nußlanü. Riga, 0. August.(OE.) In Petersburg hat sich als Zweigstelle des autonomen Mostauer Hilfskomitees ein Hilfskomitee für die Hungerleidenden gebildet, zu welchem viele bekannte Ramen des literarischen und wissenschaftlichen Rußland gehören, wie u. a. Alexander Black, Fjodor Ssologub, Remirowitsch-Dantschenke, Prof. Beckeerew, Prof. Kotljarewski, der ehemalige Senator Koni, Prof. Subafchew. Das Moskauer Hilfskomitee ist durch einige neue Mitglieder ergänzt worden Der ständige Sitz der demnächst ins Ausland reifen- den fünfgliedrigen Delegation soll London sein. Das Allrussische Zentralexekutwkomitee hat beschlossen, von allen im organisierten Warenaustausch beschafften Lebensmitteln 1 P r o- zent an die Hungerleidenden abzuführen. Lenin fordert in einem Aufruf die ukrainische Bauernbevölte» rung zur Hilfeleistung an die hungernden Bauern des Wolgagebietes auf. Er schlägt den ukrainischen Bauern vor, Delegierte nach den Hungergebieten zu entsenden, die sich persönlich über den Umfang der Rot vergewissern sollen. Nach Mitteilungen in Riga eingetroffener Mitglieder de, in Sowjeiruhland tätigen Lettländischen Roten Kreuzes, sind in Peter«. bürg sechs Transporte lettischer Rückwanderer aus Si, birien angekommen. Die Berichte der lettischen Heimkehrer be. stStigen, daß auch gewisse Teil« Sibiriens von einer empfind- lichen Mißernte betroffen worden sind.— Unter den Flüchtsingen befinden sich auch deutsche Wolga-Kolonisten. Die groste Hungerwanderung. Ein Mitarbeiter der Moskauer Zentral-„Prawda' schildert in stummer 160 die große Auswanderung aus den Hungergebieten wie folgt:„Auf einer Strecke von 1500 Kilometer läng» der Eisen- bahnen, au« dem Wolgagebiet nach dem Kirgisengebiet und Tur- kestan, geht die erschütternde Wanderung von hunderkiaufenden von Grellen, Frauen, Kindern und arbeitsfähigen Männern." Man könne stey die Zahl derjenigen, die an Hunger, Erschöpfung und Seuchen zu Grunde gehen, nicht vorstellen. Um jeden Preis müsse die unorganisierte Auswanderung zum Stehen gebracht werden, wenn nickt Dreiviertel der Auswanderer und außerdem noch ein beträchtlicher Teil der ortsansässigen Bevölkerung der Einwände. rungsgcbiete dem Seuchenlode verfallen sollen. Die Schwierigkeit, diesen Flüchtlingsstrom zu übersehen, macht die staatliche Hilfe unmöglich. Man müßte dazu auf einem ungeheuren Gebiete Lebensmitteworräte ansammeln, die nicht vorhanden sind. Die Auswanderung müsse so organisiert sein, daß die arbeitsfähigen Elemente nach Gebieten geleitet werden, welche Arbeitskräfte bedürfen, wie nach der Ukraine, nach dem Donezbecken und dem Siebenfluhgebiet. Unterwegs müßten Lebensmitteloorräte bereitgestellt werden. Der Verfasser habe einen Transport auf dem Wege nach Turkestan getroffen, dessen Insassen ebenso erschöpft waren, wie die übrigen Auswanderer, da sie von den Eifcnbahnbehvrden mit Llbensmitteln nicht beliefert werden konnten. Größte Eile und größte Nervenanspannung seien crsordcr- lich, um der ungeheuren Aufgabe einigermaßen gewachsen zu sein. Das deutsche Rote Kreuz nach Gens eingeladen. Berlin. 9. August.(WTV.) Der Präs, denk de» sinternalio- nalen Komitees vom Roten kreuz. A d o r. hak das deutsche Rote kreuz eingeladen, an einer Konferenz in Senf am 15. August teilzunehmen. Auf dieser Konferenz soll die Frage einer inteenattoualea Rote-Sreuz-Hilse für Rußlaad berate« werden. Der Präsident des deutschen Rotes Kreuzes, Landcsdircklor v. w i n t e r f e l d t. hat geantwortet, daß das deutsche Rote Kreuz der Einladung entsprechen werde. Er hat dabei zum Ausdruck gebracht, daß das deutsche Rote Kreuz aus dem Standpunkt stehe. daß angesichts der Größe de» russischen Problems nur auf drei. tesier internationaler Rafi» dem notleidenden Ruhland wirksame Hilfe gebracht werden könne. Die bereits eingeleitete Hllfs- aktion de» deutschen Roten Kreuzes auf sanitärem Gebiet wird hierdurch nicht berührt. Hulyarien für vereiniyunq mit Süöflawien. L a I b a ch, 9. August. tEE.) Der bulgarische Miniflerprästdenk Zkambulinski erklärte elnem slowenlschen Redakkeur in einer Unker- redung, daß drei Vierkcl der bulgarischen Vevölkerung für die ver- etnlgung mit dem südslawischen Staate seien. Wenn man in vul- garten eine Volksabstimmung veranstaltete, fo würde sich nach der Aeberzeugung des Mlnistcrpräfidenken eine große Mehrhcil für eine Vereinigung zu einem großen jugoslawischen Staate ergeben. die UeberfüUunÄ üer vorÄulklaffen. Die sozialdemokratisch« Fraktion des Preußischen Landtage» wies kürzlich in Form einer kleinen Anfrage an die preußische Re- gierung darauf hin, daß sich jetzt an manchen Privotschulen, denen Aufschub hinsichtlich des Abbaues der Borschulklassen gewährt worden fei, weit mehr Schüler in den Borschulklosfen als bisher befinden. Die Regierung wurde gefragt, ob sie bereit fei, Anordnungen zur Durchführung des ß 2 de» Grundschulgesetzes zu treffen und den Stichtag für die Berechnung der Gesamtschülerzahl anzugeben. Wie die Dena erfährt, wird die Antwort der Staatsrcgierung folgendermaßen lauten: Die unterstellten Provinzialschulkollegien und Regierungen sind durch die Runderlasse vom 2. März und 13. April d. I. ausdrücklich auf die Bestimmung in§ 2 Absatz 2 de» Grundschulgesetzes zur Beachtung hingewiesen worden, wonach die Gesamtschülerzahl der abzubauenden Vorschulen der Privatschulen den bisherigen Umfang nicht übersteigen soll. Ein Stichtag für die Berechnung der Gesamtschülcrzahl ist von der Unterrichtsverwaltung nicht festgesetzt worden, da sich ein Bedürf. nis hierfür bisher nicht ergeben hat(? Red.). Erforderlichenfalls würde der Zeitpunkt des Inkrafttretens des G r u n d f ch u l q e» j e tz e s als Stichtag angesehen werden müssen. Namen öes Königs". Wie wir kürzlich mitteilten, werden von Amtsgericht in Potsdam noch immer Urteile„Im Namen de» Königs" ausgefertigt. Be- sonders wiesen wir darauf hin, daß die Abt. IV des Llmtsgerichts Potsdam ein am 9. Juni des Jahres verkündetes Urteil dem Kläger in einer mit der Maschine geschriebenen Ausfertigung zugestellt habe, die die Ucbcrfchrift„Im Namen de» Königs" trug. Hierzu teilt nunmehr das preußisch« I u st i z m i n i st e, r i u m mit. daß da« Urteil vom S. Juni in der Urschrift den Kopf„Im Namen des Volkes" trage. Sollte eine Ausfertigung dieses Urteil»— so heißt es in der offiziellen Auslassung weiter— mit der falschen Uebcrschrift„Im Namen des Königs" hinaus- gegangen fein, so würde das lediglich auf ein Versehen der Kanzlei zurückzuführen sein. Die in Frage kommenden Beamten seien darauf hingewiesen worden, bei der Ausfertigung von Ur- teilen mit größter Sorgfalt zu verfahren. Der Umstand, daß die Beamten mit Nachdruck auf ganz befgndere Sorgfalt hingewiesen werden müssen, spricht nicht gerade für die unerschütterliche Treue der Justizbcamten der Republik gegenüber: denn sonst müßte es diesen fast drei Jahr« nach der Revolution nachgerade s e l b st v e r. st S n d l I ch geworden sein, die alte Justizformel zu beseitigen. Im übrigen sei in diesem Zusayimenhang nochmals an die allgemeine Verfügung des preußischen Iustizministers vom 20. Juli erinnert, wonach die Veränderung der vorhandenen Vordrucke von Urteils- ausfertigungcn mit der Ueberfchrift„Im Namen des Königs" nicht erst unmittelbar vor ihrer Verwendung, sondern allgemein und sofort handschriftlich vorzunehmen ist. Der Zweck dieser Ver- ordnung war Sicherstellung der Verfügungen vom 11. Dezember 1020 und 18. Juni 1921, in denen bestimmt wurde, daß die alten Vor. drucke handschriftlich zu ändern und mit der Ueberfchrift„Im Namen des Volkes" zu versehen seien. Nie wieder Krieg!.... Nach einer Havasmeldung aus A t h e n betragen die griechischen Verluste nach einer vorläufigen Schätzung 1200 Tote, darunter 50 Offiziere, und 6000 verwundete. von denen die meisten leicht verwundet seien.— In Marokko ist die Lage der spanischen Truppen feit ihrer großen Niederlage bei Melilla äußerst kritisch geworden. Die Marokkaner hoben 5000 spanische Gefangene gemacht und drohen mit deren Tötung, falls ihre Lager mit Fliegerbomben beworfen werden. GewerGhsfisbewegung �Neue Aufgaben See Hewerkfchasten.� Die neue Verteuerung der Lebenshaltung wird neue Lohn- forderungen zur Folge haben. Jede Lohnerhöhung zieht aber die Verteuerung sämtlicher Waren nach sich, da die organisierten Unter- nchmer die Verkaufspreise der Waren bestimmen, und jede Lohn- erhöhung ist ihnen ein willkommener Anlaß, den Profitz u er- höhen. So ging z. B. vor kurzem durch die Presse die Mitteilung, daß die Löhne in der Klavierindustrie um das Siebenfache gestiegen seien, während die Unternehmer von den Konsumenten der Klaviere den 2S f a ch e n Betrag fordern und erhalten. So ist es � denn nicht verwunderlich, daß von vielen Seiten die Arbeiten der Gewerkschaften sehr skeptisch betrachtet werden. In der„Neuen Zeit" hat E l l i n g e r kürzlich in einem Artikel „Neue Aufgaben der Gewerkschaften" zu diesem Problem Stellung genommen. Er schildert zunächst den beschränkten Aufgabenkreis der Gewerkschaften bei ihrer Begründung und zeigt, wie sich dieser nach und nach vergrößerte. Er führt den Nackiweis, daß die gewerk- fchaftlichs Arbeit bis zu Krieasbeginn wesentliche Erfolge zu verzeichnen hatte, und daß erst von dem Augenblick an, als die Unternehmer sich zusammenschlössen sich jene Momente zeigten, die eingangs erwähnt wurden. Er stellt die Frage:„Was ist heute von der in der Vorkriegszeit errungenen Verbesserung der Lebens. h a l t u n g der Arbeiterschaft vorhanden?" Und er antwortet:„Wenn man ehrlich sesn will, so muß man zugeben, von der materiellen Besierung weniger als nichts. Die Arbeiter haben zwar heute wehr Rechte in ihrem Arbeitsverhältnisse als vor dem Kriege, und sie erfreuen sich immer noch des lang ersehnten Achtstundentages; aber von der vor dem Kriege erkämpften Lebenshaltung ist nichts geblieben." Nachdem er die allgemein bekannte Tatsache von dem Sinken des Reallohnes und der Steigerung des Geldlohnes gekennzeichnet hat, sagt er:„Es nütze gar nichts, daß die Gewerkschaften nach wie vor Lohnforderungen stellen und auch durchsetzen, es nütze gar nichts, daß die Löhne in kurzen Zwischenräumen erhöht werden wie nie zu vor, die Folge all dieser Erhöhungen war keine Ver- besserung der Lebenshaltung der Arbeiterschaft, war keine Schmü- lcrung des kapitalistischen Profits, sondern häufig genug der Anlaß zu einer noch größeren Steigerung des Gewinns des Kapitals." Angesichts dieser Tatsache kommt er dann zu dem Schluß, daß den Gewerkschaften nichts anderes übrig bleibt, als dem Kapitalismus selbst zu Leibe zu gehen. Die Ge- werkschaften müssen in Zukunft preisbild end wirken, indem sie die Gewinne der Unternehmer zu beschränken und die wucherische Ausbeutung der Allgemeinheit zu verhindern suchen. Die Verbände der baugewerblichen Arbeiter und Angestellten Deutschlands sind nach dieser Richtung hin vorbildlich vorgegangen. Sie haben soziale Betriebe gegründet, die dem Prioatunter- nchmertum scharf Konkurrenz machen, da sie billiger arbeiten und somit preissenkend wirken. Daß die Arbeitslust in solchen Be- trieben steigt, erscheint selbstverständlich. Die neuen Aufgaben der Gewerkschaften bestehen also darin, daß sie versuchen müssen, Kon- trolle und L e i st u n g in die Hand zu bekommen. Die Arbeit, die von den baugewerblichen Arbeitern und Ange- stellten geleistet ist, und auf die Ellinger hinweist, soll durchaus an- erkannt werden. Es wird jedoch in den anderen Gewerben, z. B. in der Metallindustrie, nicht so leicht sein, es ihnen sofort nachzumachen. Zweifellos wird sich der Aufgabenkreis der Gewerk- fchaften dauernd erweitern, und sie werden auch in dem Maße wie die Reife der Arbeiterschaft zunimmt, größere Unterstützung ihrer Bestrebungen finden, so daß auch der Einfluß auf wirtschaftlichem Erbiet sich dementsprechend steigern wird, aber vorerst sind sie durch die Verhältnisse dazu gezwungen, ihren Mitgliedern und der Ge- fgwtarbeiterschaft Löhne zu erkämpfen, die sie vor der völligen Verelendung schützen. 'nahmen 154 844,53 M. Die Hauptkasse hatte an Ausgaben: stich- liche 34 256,35 M., persönliche 66 115,30 M. Die fortwährende Steigerung der Preise brachte es mit sich, daß die Lohnbewegungen nicht aufhörten. Die Lohn- und Arbeits- bedingungen der Verbandsmitglieder können als an der Spitze aller Berufe stehend bezeichnet werden. Die Wochenlöhne betrugen, je nach den örtlichen Verhältnissen sowie Unterschied des Alters und Geschlechts, 160 bis 500 M.. die Stundenlöhne 3.70 bis 9H0 M. Ferien erhalten die meisten Mitglieder. Ihre Dauer beträgt sechs bis zwölf Arbeitstage. Eine kleine Anzahl beginnt mit drei Togen, ebenso erhalten einzelne mehr als zwölf Tage. Der Unterschied zwischen Lohn und Krankengeld wird von 6 bis 18 Tagen, in einzelnen Be- trieben bis zu 23 Tagen bezahlt. Der Beschäftigungsgrad war im allgemeinen gut, was nicht ohne Einfluß auf die Führung von Lohnbewegungen blieb. Die Ausschaltung der kleineren Verbände durch die größeren bei Lohnbewegungen oder Abschlüssen von Reichstarifen, bringt es mit sich, daß der Verband in den einzelnen Industrien, Chemische, Mar- garineindustrie u. a. m., die Rechte seiner Mitglieder nicht, wie not- wendig, wahren konnte. Hier wäre mehr Solidarität der Großen gegen die Kleinen am Platze. Kein Streik im Berliner Böttchergewerbe! Die Berliner Böttcher und Hilfsarbeiter nahmen in einer Ver- sammlung am 8. August Stellung Zu dem Angebot der Vereinigung der Groß-Verliner Arbeitgeber im Böttchergewerbe. Die Versam- melten beschlossen, trotzdem bei der Abstimmung die erforderlich: Zweidrittelmehrheit f ü r den Streik bis auf einige Stimmen erreicht war, in Anbetracht des kurzfristigen Lohnabkommens, die angebotene Zulage von 80 Pf. pro Stunde anzunehmen. Die Stundenlöhne erhöhen sich demnach ab 1. August d. I. auf 7,80 M., 8 M., 8,20 M. Mit einigen Firmen wurden Stundenlöhne von 8,40 M. bis 8,70 M. vereinbart. Weiß man im Reichsministerlum für Wiederaufbau nicht, daß Herr Dr. Ruhnau vor gar nicht langer Zeit Generalsekretär desVerb a.n des zurBekämpfung der Sozialdemo» krati e gewesen ist? Hält Herr Minister Dr. Rathenau derartige Herren für geeignet, in Reichsdiensten als Unterhändler in Arbeiter- und Angestelltenfragen tätig zu fein? Zur Lohn- und Gehaltsbewegung der Eisenbahner. Am 9. August traten die Vertreter der vier großen Eisenbahner- verbände: Deutscher Eisenbahnerverband, Gewerkschaft deutscher Eisenbahner und Staatsbediensteter, Allgemeiner Eisenbahnerv'rband und Reichsgewerkschaft der Eisenbahnbeamten und Anwärter zu einer Beratung über die Durchführung der aus der Preissteigerung auf allen Gebieten sich ergebenden Lohn- und Gehalts- forderungen zusammen. Nachdem die Reichsgewcrkschaft er- klärt hatte, mit Rücksicht auf ihre Zugehörigk-lt zum Deutschen Beomtenbund vorläufig eine Einheitsfront für die Eisen- bahner nicht herstellen zu können und ihre Vertreter sich weiger- ten, gemeinsame Forderungen aufzustellen, erfolgte die Kon- stituierung des Sechzehner-Ausschufses, der sich aus den erstgenannten drei Großorganisationen zusammensetzt. Ueber die einzureichenden Forderungen wurde völlige Uebcreinstimmung erzielt. Aufgebessert werden sollen die Bezüge der Arbeiter, An- gestellten, Diätare, Beamten und der Pensionäre. Es soll versucht werden, die Verhandlungen auf schnellstem Wege zustande zu bringen. » Eine in Bad Homburg abgehaltene Versammlung des All- gemeinen Deutschen Eisenbahnerverbandes, Direktionsbezirk Frank- furt-Moin, forderte nach der„Rhein.-Westf. Ztg." eine Stunden- zulage von winde st ens einer Mark und eine Wirt- schaftsbeihilfe von mindestens 2000 M. Der Verband der Böttcher im Jahre 1920. Das abgelaufene Geschäftsjahr kann für den Verband der Dött- cher, Weinküfer und Hilfsarbeiter als zufriedenstellend bezeichnet werden. Die Mitgliederzahl von 1919 wurde nicht nur gehalten, sondern noch erhöht; der Verband zählte am Schluß 12 9 3 7 Mitglieder. Die Hauptkasse hatte eine Reineinnahme von 1058111,89 M. und eine Reinausgabe von 954 627,34 M. Das Gesamt- vermögen beträgt 359 699,72 M. Die Gesamtausgaben verteilen sich wie folgt: Streikunterstützung 304 764,41 M., Arbeits- losenunterstützung 87 839 M., Krankenunterstützung 96 631,25 M. Für Invaliden-, Sterbe- und Umzugsunterstützung sowie Rechtsschutz wurden 15 654 M. ausgezahlt. Die Agitation erforderte eine Aus- gäbe von 110 548,73 M., die Verbandszeitung 67 940,40 M., den örtlichen Verwaltungen verblieben an Prozenten von den Ein- Beamtenorganisatio» und Besoldungsbewegung. Vom Pressedienst des Deutschen Beamtenbundes wird uns geschrieben: Der Deutsche Beamtenbund, der Allgemeine Deutsche Gewerk- schaftsbund, der Deutsche Gewerkschaftsbund und der Gewerkschafts- ring haben sich in ihren zuständigen Organen schon seit längerer Zeit mit der Frage beschäftigt, wie auf dem Gebiete der Gehälter und Löhne der Reichsbeamten und-arbeiter den derzeitigen Wirtschaft- lichen Verhältnissen und der Preissteigerung begegnet werden kann. Am 5. August fand auf Einladung des Deutschen Beamtenbundes eine gemeinsame Konferenz mit Vertretern der genannten Spitzen- organisationen statt, in der die Angelegenheit beraten wurde und die Absicht zum Ausdruck kam, die Grundlagen für gemeinsame Forderungen und für ein einheitliches Vorgehen in diesen Fragen herzustellen. Zu diesem Zweck werden sich die ein- zelnen beteiligten Verbände, soweit das nicht geschehen ist, in den nächsten Tagen über die zu erhebenden Forderungen schlüssig wer- den, worauf dann unverzüglich eine zweite, gemeinsame Beratung sich mit der Aufstellung des gemeinschaftlichen Programms be- fassen wird._ Reaktionäre im Reichsdienst. Zu diesem Thema wird uns geschrieben, daß die Dinge im Bereich des Reichsministeriums für Wiederaufbau besonders im argen liefen. Nicht nur, daß man seinerzeit z. B. abgelehnt hat, gegen aktiv gewordene Kapp-Anhänger einzuschreiten, sind diese Herren noch die Treppe herauf gefallen. Das beste Stückchen leistete sich aber das Ministerium als es kürzlich zu Ver- Handlungen über Arbeiter- und Angestelltenfragen einen Herrn Re- gierungsrat Dr. Ruhnau, tätig als Personalreferent bei der Reichsentschädigungkommission in Zehlendorf, hinzuzog. Tie Arbeitskammerwahlen im Ruhrbergbau. Wie aus Bochum gemeldet wird, liegt nunmehr das Ergebnis der Wahlen zu den Arbeitskammern im Ruhrbergbau endgültig vor. Es haben erhalten: Die freien Gewerkschaften 60924 Stimmen mit 12 Vertretern und 11 Stellver- t r e t e r n, der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter mit 49 482 Stimmen 6 Vertreter und 5 Stellvertreter, die polnische Berufsver- einigung 20 438 Stimmen, 2 Vertreter und 2 Stellvertreter, der Deutsche M e t a l l a r b e i t e r v e r b a n d 7105 Stimmen 'mit 1 Stellvertreter und der Hirsch-Dunckersche Gewerkoerein 5121 Stimmen mit gleichfalls 1 Stellvertreter. Bei der Zählung fielen 40 196 Stimmen von drei Listen aus, die ungültig waren, weil sie nicht die notwendige Zahl von Unterschriften aufwiesen. Don den ungültigen Stimmen fielen etwa 3000 auf die syndikalistischen und 3 6000 auf die union isstischen Kandidaten. Dieses Ergebnis ist außerordentlich bemerkenswert, weil � es zeigt, daß die Arbeiter in ihrer großen Mehrheit den gewerkschafts- feinlichen Charakter der Linksradikalen erkannt und ihnen in ihrer großen Mehrheit ihre Stimme entzogen haben. Daß die freien Ge- werkschaften an der Spitze marschieren würden, war von vornherein zu erwarten.__ Internationaler Metallarbeiterkongrest. Am Montag trat in Luzern unter dem provisorischen Vorsitz von I l g- Bern der Internationale Metallarbeiterkongrcß zusammen. Es sind 46 Delegierte aus Belgien, Dänemark, Deutschland, England, Polen, Norwegen, der Tschechoslowakei, Ungarn und der Schweiz anwesend.(Die starke deutschösterreichische Me- tallarbeiterorganisation mußte hiernach aus Valutagründen auf die Teilnahme verzichten: 100 Kronen sind nämlich Vi Frank. Red.) Es wurde mitgeteilt, daß an den russischen Metallarbeiter- verband keine Einladung ergangen ist, da der Ausschuß beschlossen hat, nur Verbände einzuladen, die der' D r i t t e n International« nicht angehören. Ein Brief des russischen Metallarbeiterverbandes, der in beleidigenden Worten gehalten worden ist, wurde zur Kenntnis genommen und gab keinen Anlaß zu einer Diskussion. Gewerbegcrichtswahl im 15. Verwaltungsbezirk. Alle im 15. Verwaltungsbezirk, umfassend die Orte: Adlershos, Alt-Glienicke, Ober- und Niederschöneweide, Johannisthal, Treptow und Baumschulenweg, gelegenen Betriebe sind verpflichtet, zu der am Freitag, den 12. August 1921, nachm. 4)6 Uhr im Lokal von „Schöps", Berlin-Niederschöneweide, Grünauer Straße Nr. 8, statt- findenden Sitzung zwecks Aussprache über die Gewerbe» gerichtswahl, einen Vertreter zu entsenden. Von den Be- trieben, in denen keine Obleute sind, muß ein Funktionär der Freien Gewerkschaften entsandt werden. Ausweis:_ Mitgliedsbuch der Freien Gewerkschaft.— Gewcrkschaftskartell für den 15. Verwal- tungsbezirk. I. A.: F. Bomke. Die Buchdrucker und Hilfsarbeiter der Druckerei von Rauck, Stallfchreiberftr. 5, sind wegen angeblicher Lohndifferenzen am Dienstag in den Streik getreten. Der Duchdruckerstreik im besetzten Gebiet hat nach der TU. auch mss Wiesbaden übergegriffen. Die Zeitungen geben ein zwei- seitiges N o t b l a t t heraus. � Die Lohnbewegung der Hamburger Berkehrsarbeiker ist b e» endet. In einer Urabstimmung wurde mit 4491 gegen 952 Stim» men der umstrittene Spruch des Schlichtungsausschusses an» genommen. Gin Bieseuftreik im italienischen Texlilgewerbe steht nach der „Frankfurter Zeitung" bevor. Wegen der angeblich schlechten Kon- junktur kündigten die Fabrikanten die Lohn- und Arbeitsverträge, worauf die Arbeiter beschlossen, am Donnerstag dieser Woche in den Ausstand zu treten. Deutsch« Metallarbeiter» erbond. Branche der Sisen-, Revolverdreher und dreherinnen sowie Rundschleiser. Donnerstag 7 Uhr in den Eophien-Sälen, Branchenversammlung.— Deutscher Travs»ortarbciter»erbanb. Branche 2: Donnerstag 7 Uhr in WiNes ffeftsiilen. Sebastianstr. S9, lbruvvcnversiunmlung. Stellungnahme zur Tarifkiinbigung. verantw. für den redalt. Tetl: Dr. Werner Pciser, Charlottenburq: für Anzeigen: Tb. Glocke, Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G.m.b.H., Berlin. Druck: Vor- wärts-Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin. Lindenstr. 3. _ Hierzu 1 vellgge, Hühneraugan Hornhaut. Schwitten u. Warzen beseitigt da* errtlkb empfohlene millionenfach bewahrte Schachtel A.3.-. In Apotheken n. 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Sie zeigte. wie viele grundsätzlich wichtige Fragen zwischen den Bc- teiligten in ihren Fachblättcrn und durch ihre Orgoni- sationen Erledigung verlangen. Der„Vorwärts" wird, soweit es die drängenden politischen Fragen und der Raum des Blattes zulassen, dabei immer bereit sein, mitzuhelfen. Wenn ein Kenner der Berliner Krankenkassenverhältnisse die Ausführungen des Herrn Dr. med. Sadelkow in Nr. 369 des„Vor- wärts" vom 7. d. M. unter dem Rubrum:„Honorarhunger der Kassenärzte" liest, gerät er unbedingt in Zweifel darüber, ob er sich mehr über die Unkenntnis oder über die Leichtfertigkeit des Dr. S. wundern soll. Die Vertreter der Versicherten wissen es der Redaktion des„Vorwärts" zu danken, daß sie Gelegenheit gibt, die tatsächlichen Verhältnisse scharf in der Oeffentlichkeit zu beleuchten. Zunächst hätte sich Dr. S. vor Abfassung seines Artikels über das behandelte Thema ein Privatissimum von der Wirtschaftlichen Ab- tcilung des Groß-Berliner Aerzte-Bundes halten lassen sollen. Ob er nachdem noch seinen Artikel geschrieben hätte, darf bezweifelt werden. Der Honorarhunger der Aerzte ist vorhanden, man soll sich aber ehr- licherweise davor hüten, dies den Krankenkassen zur Last zu legen. Ihn auszumerzen, ist Erziehungsarbeit, und die müssen dieAerztean ihren Standesgenossen selber vornehmen. Es wird von Dr S. weiter behauptet, in den Reihen der Ver- sicherten herrsche völlige Unklarheit über Art und Umfang der Ent- lohnung der Kassenärzte,— um im Anschluß an diese Behauptung die Honorarzohlungen der Krankenkassen als ein„Trinkgeld" hinzu- stellen. �ie Verträge über die Honorarzahlungen der Kassen werden zwischen den Kassenvertretern und den Aerzteorganisationen obge- schlössen. Die Honoraroerträge zwischen Aerzten und Kassen bestehen nun schon seit mehreren Jahrzehnten, sie wurden stets in freier Ver- einbarung geschaffen, sie haben die Pauschalnorm als das für beide Teile günstigere festgelegt, die Höhe des Pauschal? hat sich seit dem Jahre 1914 versiebenfacht. Es ist vom Verband der Kranken- kassen Groß-Berlins für das erste Vierteljahr des ab 1. März 1921 laufenden Vertrages eine Summe von über 10 Millionen Mark an reinem Arzthonorar bereits ausgezahlt worden. Den Versicherten diese Summe von über 10 Millionen Mark als ein„Trinkgeld" für die Aerzte hinzustellen und vorzuwerfen, ist doch unmöglich. Was „die Versicherten selbst als eine Ungerechtigkeit empfinden", darüber sollte Herr Sadelkow sich ebenfalls im Kreise derjenigen seiner Kollegen informieren, die stets und immer die Kassenmitglieder als Patienten zweiter Klasse behandeln, oder die neben den Kassenärzten versuchen, noch mehr oder minder hohe Privathonorare von den Kossenmitgliedern, die sich in ihre Behandlung begeben haben, zu er- zwingen. Sollten wir alle die Fälle aufzeichnen, in denen Angehörige von erkrankten Kassenpatienten abends und nachts von Arzt zu Arzt rennen, von Angst gehetzt um das Leben ihrer Angehörigen, um endlich erst nach stundenlangem Suchen einen Arzt zu finden, der entweder nur Privatarzt ist oder aber der noch nicht im Beruf ver- knöchert war und Menschenfreund geblieben ist?«ollten wir alle die uns bekannten Fälle von Dielgeschöftigkeit und der sich daran knüpfenden falschen Diagnosen und unsachgemäßen Behandlungen chronologisch verwerten? Ein Buch würde ssch bequem damit füllen lassen! Doch zur Sache zurück: Di« Krankenkassen hoben auf die Ver- teilung des von ihnen gezahlten Honorars an die Kassenärzte gar keinen Einfluß: diese Verteilung nach Leistungen erfolgt durch die Aerzteorganisation. Wenn Herr Sadelkow der Meinung ist, daß der Wert eines Monatsbons bei Verordnung eines Soolbades oder eines Hustenmittels zu hoch, bei einer Ausschabung oder sonstigen Ope- ration aber zu niedrig sei, so kann an ihm dabei zustimmen. Da aber die Krankenkassen die Verteilung des Honorars den Aerzten selber überlassen, kann ihnen nur Ungerechtigkeit einen Vorwurf daraus machen, daß scheinbar die Aerzte selber bisher nicht in der Lage waren,«inen ihnen gerecht erscheinenden Derteilunysmodus zu finden. Es mag anschließend hieran noch bemerkt werden, daß der Ausschuß des Verbandes der Krankenkassen in seiner letzten Sitzung seine ausdrückliche Bereitwilligkeit erklärt hat, einer Vereinbarung über die Erhöhung des Verfichertenpaufchals näherzutreten. Vor- ausfetzung dafür muß aber sein, daß die Vertreter der Aerzte nicht nur mit solchen, die Versicherten und die Krankenkassen herabsetzenden Klagen, sondern mit einwandfreiem Zahlenmaterial aufwarten und den Nachweis führen, daß es ihnen ernst ist, mit den Kassenvertretern auch bezüglich der Familienversicherung zu einem beide Teile be- friedigenden Abschluß zu gelangen. Geradezu leichtfertig operiert Herr Sadelkow mit seiner Be- hauptung:„Nach Durchführung der Familienversicherung und der demnächst zu erwartenden abermaligen Erböhung der Vcrsicherungs- grenze auf 28 MX) M. n erden nahezu alle Menschen Kassenmitglieder sein..." und„nach Durchführung der Familienversichcrung wer- den auf etwa ISlX) Bersicherte zwei Aerzte kommen."... Bei solcher Beweisführung länger zu verweilen, lohnt wirklich nicht, denn es wird ewiges Geheimnis des Herrn Sadelkow bleiben, angesichts der Berliner Verhältnisse 2 250 000 Versicherte errechnen zu können. Mögen unsere Aerzte nicht solche„Künstler" werden, sondern Menschen und Wissenschaftler bleiben, dann wird es besser werden. GroMerlln Jerienlanö. Die großen Ferien wurden stets mit Sehnsucht erwartet und ein kleiner Knirps erklärte einmal, daß er„der Ferien wegen" Lehrer werden wolle. Tausende von Proletarierkindern müssen in der Groß- stadt bleiben, und so war es zu begrüßen, daß die Gemeinden Ferienspiele veranstalteten, die außerordentlich segensreich gewirkt haben. Es ist dabei nur zu bedauern, daß der Magistrat Berlin keine Möglichkeiten fand, die die Weiterfühpung der Spiele gestattet hätten.. Der Bezirk Neukölln hatte sparsam gewirtschaftet, und so tummeln sich auch heute noch die Neuköllner Jungen und Mädel in der Abtei und in der Königsheide. In der Abtei. Gesang tönt über die Spree, lauter Kinderjubel, froh werden wir begrüßt. Zahlreiche Kinderhände strecken sich uns entgegen. Da ist nichts von Schüchternheit, aber auch nichts von Frechheit zu spüren. Die Kinder bewegen sich ohne Scheu, doch mit jenem wohl- tuendem Takt, von dem man wünscht, daß er allen Menschen eigen wäre. Einige von ihnen liegen auf Decken hingestreckt und lesen, wenige nur schlafen, die meisten vergnügen sich im Reigenspiel. Große und Kleine, Jungen und Mädels in fröhlichem Durchein- ander. Bälle fliegen und werden munter gefangen, und die Lei- terinnen spielen mit den Kindern in trautem Verein. In eine Ecke haben sich fleißig« Mädchen zusammengesetzt und flechten mit ihren geschickten Kinderhänden freundliche Kränze aus künstlichen Blumen, die beim Abschiedsfest getragen werden sollen. In einem Kessel brodelt das Mittagessen: Die Kinder erhalten jeden Tag eine Mahlzeit, außerdem noch Kaffee und zwei Schrippen. Die Eltern zahlen für ein Kind 6 M. pro Woche, also 1 M. pro Tag, für ein zweites die Hälfte, und jedes weitere Kind einer Familie ist frei. Mit der Straßenbahn werden die Kleinen befördert. Das erfordert eine Ausgabe von 600 M. wöchentlich. Streng wird darauf geachtet, daß die Kinder nach dem Essen ruhen. Sie können in dieser Zeit schlafen, lesen, auch leise plaudern, nur lautes Lärmen muß unterbleiben. Bei schlechtem Wetter steht eine ausgezeichnete Liegehalle zur Verfügung. In der Abtei sind die schwächlichen Kinder untergebracht, während die kräftigeren in der Königsheidc tollen. Beim Abschied sagt uns noch einer der kleinsten ein Kinder- gedicht mit sichtlichem Stolz auf, vor dem Tore treffen wir eine Gruppe von zehn Jungen, die die ehrenvolle Aufgabe haben, die für den Tag nötigen Schrippen zu holen. Abschicdsrufe, Winken und Lachen begleitet uns. In der Königshcide. ist der rechte Platz für Jndianerspiele: Die Kinder haben Zelte auf- geschlagen, in kleinen Gruppen liegen sie zerstreut umher, spielen. lesen oder erzählen sich. Eine Leiterin liest Märchen vor. Mit großer Aufmerksamkeit folgen ihre Zuhörer und ZuHörerinnen, und wehe, wenn sie in einem bekannten Märchen etwas wegläßt, sie findet sofort harte Kritiker. Ueberall wird fleißig Ball gespielt, kein Wunder, daß der Verbrauch an Bällen recht groß ist. Auch hier halten die Kinder im allgemeinen selbst auf Ordnung. Papier ver- schandelt nicht die Heide, da es ständig beseitigt wird. Geräumige Abortanlagen sind vorhanden. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß eine kleine Freilichtbühne auf dem großen Spielplatz errichtet ist, die aber mindestens doppelt so groß sein müßte, wenn auf ihr etwas Rechtes zustande gebracht werden soll. Eine Sanitätsbaracke ist errichtet, in der Arbeitersamariter bei etwaigen Unglücksfällen zur Verfügung stehen. Doch sind schwere Verletzungen sehr selten, trotzdem ost mehr als 4000 Kinder an den Ferienspielen teilnehmen. An der nach Johannisthal führenden Straße find die Speise- hallen nebst den dazu nötigen Kücheneinrichtungen untergebracht. In zehn durch Gas geheizten Kesseln brodelt das Essen, und in Scharen rücken die kleinen Geister heran, in der einen Hand den Löffel, in der anderen ihren Eßnapf haltend, der alsbald gefüllt ist, und dann geht's hinein in die Halle, wo lustig geschmaust wird. Die Halle ist mit Dampfheizung versehen, auch Wasserleitung ist vorhanden, so daß unter fließendem Wasser das Eßgeschirr gereinigt werden kann. Unglaublich ist's, was dort in der Heide alles verloren wird: Schuhe, Jacken, Hüte, Decken, Rucksäcke, Löffel usw. Alle diese Dinge werden gesomelt und, soweit möglich, den kleinen Ver- licrern zurückgegeben. Im vergangenen Jahre wurde viel über Gesindel geklagt, daß die Königsheide unsicher machte, so daß Patrouillen und Gendarmerie dagegen aufgeboten werden mußten. In diesem Jahre ist diese häßliche Belästigung weggefallen, trotzdem ist auch nach dieser Rich- tung für genügende Aufsicht gesorgt. Man gewinnt den Eindruck, daß die Spiele ausgezeichnet or- ganisiert und gut geleitet find, und so ist es begreillich, wenn die Kleinen sich wohl fühlen und anstatt in enge Schulräume zurück- zukehren, mit Freuden ihren Schulunterricht hier draußen«mpfanae-, möchten, denn ihre Herzen sehnen sich nach Luft und Sonn--. ver Leichenteilfunö im �ngelbecken. Die Ermordete ein IS— 24iähriges Mädchen. Der Lcichentcilfund im Luisenstädtischen Kanal, über den wir gestern berichteten, ist jetzt insoweit geklärt, als man weiß, daß die zerstückelte Leiche die einer weiblichen Person ist. Am gestrigen Dienstag hat man auch noch den Kopf und was sonst noch fehlt«, gefunden. Vom Kopfe fehlt nur der ganze Unterkiefer. Das dunkel- blonde Haar ist nicht kunstgerecht, sondern in sogenannten Treppen von unkundiger Hand ziemlich kurz abgeschnitten, vielleichi von dem unbekannten Mörder selbst. Auch die neugefundenen Leichenteile wurden im Schauhause von dem Arzt Dr. Straßmann jr. untersucht. Die kleinen Ohren weisen Ringlöcher auf. Auch das deutet auf eine Frau oder ein Mädchen hin. Die ebenfalls kleine Nase ist durch zwei von oben nach unten geführte Schnitte gespalten. Der Oberkiefer läßt er- kennen, daß die Ermordete ein ungemein schlechtes Gebiß gehabt haben muß. Er weist große Zahnlücken auf. Erhalten sind nur der linke Eckzahn und ein linker Backzahn. Alle anderen Zähne sind entweder abgestockt oder fehlen ganz. Entsprechend wird wahr- scheinlich der Unterkiefer ausgesehen haben. Die Ermordete ist,-sso« weit sich aus den Körperteilen schätzen läßt, etwa 18bis24Iahre alt gewesen. Ein besonderes Kennzeichen teilten wir gestern schon mit, eine neue Nngclbildung am Zeigefinger der linken Hand. Elnii ähnliche Veränderung weist nun auch noch der Daumen der gestern gefundenen rechten Hand auf. Eine Narbe an diesem Daumenglicd läßt darauf schließen, daß die Neubildung und Veränderung, ein« Verbreiterung und eine Verkrümmung, auf eine Verletzung des Daumens zurückzuführen ist. Für die Aufklärung des grau- sigen Fundes hat das Polizeipräsidium eine Belohnung von 6 0 00 M. ausgesetzt. Zweckdienliche Mitteilungen sind an Kriminal- kommissar Dr. Riemann, Zimmer 34, des Berliner Polizei- Präsidiums, Hausanruf 499, �Zu richten. Aus dem Publikum, für das die Belohnung bestimmt ist, haben sich gestern schon eine Reihe von Leuten gemeldet, die Mitteilungen über vermißte Mädchen machten. Die Zähl dieser Mädchen, deren Verschwinden bisher nicht gemeldet war, ist hiernach wieder lehr groß. Die unbekannte Ermordete könnte, nach der Beschaffenheit der Leichenteile zu urteilen, erst seit etwa 14 Tagen vermißt werden. eis Die Rächer. Roman von Hermann Wagner. Lautenbach durchmaß erregt das Zimmer und empfand es als eine Wohltat, daß er der Erbitterung, die er jahrelang stumm hatte mit sich herumtragen müssen, Luft machen konnte. Er redete, ohne daß es der andere nötig hatte, zu fragen. Behrens hörte aufmerksam zu. Reisne'' war nicht nur grausam und hart, sondern auch raffiniert. In einer schwachen Stunde hatte er ihn, Lauten- bach, übertölpelt, indem er ihn, der sich zu seinem Gesellschafter hergegeben hatte, einen Vertrag unterschreiben ließ, der son- derbare Klauseln enthielt. Klauseln, die auf den ersten Blick unverfänglich schienen« die aber doch dafür berechnet waren, dem Unterzeichner des Vertrages im gegebenen Augenblick die Gurgel zuzuziehen. Und das hatte Reisner besorgt, vor vier Iahren, zu einer Zeit, da das Geschäft sich eben anschickte, einen unerwarteten Aufschwung zu nehmen. „Was habe ich gearbeitet," klagte Lautenbach,„Tag und Nacht, unermüdlich, bis ich mit meiner Gesundheit fast auf den Hund herunter war! Und ich habe es gern getan. Ich habe klein angefangen und wollte hochkommen. Das war mein einziger Wunsch, das war meine einzige Freude. Und es war auch schon so weit. Ich hatte alles verfügbare Geld in eine große Sache gesteckt, die totsicher war und die nur ein halbes Jahr Zeit brauchte, um auszureifen. Und da--" „Und da?" fragte Behrens. Lautenbach ballte die Fäuste.„-- und da kam er, der Lunte gerochen hatte, und kündigte sein Geld, das mir gerade jetzt unentbehrlich war und das ich mir von anderer Seite so schnell nicht beschaffen konnte,— kündigte es, alles, bis auf den letzten Pfennig, nur weil er wußte, daß er mich damit ruinieren mußte!" „So, und h a t er Sie ruiniert?" „Nein, dazu lleß er es nicht kommen, das lag nicht in feinem Plan. Er ist ein Fuchs. Er legte mir neue Daum- schrauben an. Er wollte mir das Geld noch ein Jahr belassen, wenn ich einen neuen Vertrag unterschriebe, einen, der ihm fünfundsiebzig Prozent des Gewinnes an jener einen großen Sache sicherte,— und ich unterschrieb auch, nur um von diesem Menschen loszukommen, dem ich nie etwas zu Leide getan hatte und der sich doch ein Vergnügen daraus machte, mich zu schinden!" „Und so sind Sie jetzt von ihm frei?" „Ja, Gott sei Dank... Und deshalb bleibt mir jetzt auch nichts anderes übrig, als aufs neue zu arbeiten, und ich kann an nichts anderes mehr denken, als wie ich das Geld wieder zusammenbringe, das mir der Räuber abgenommen hat... Unberufen, es geht gut!" „Und dabei werden Sie langsam alt," sagte Behrens sehr weich,„immer älter und älter..." „Ich bin noch nicht fünfzig..." „Und doch haben Sie schon weiße Haare. Haben Sie das noch nicht bemerkt?" Lautenbach fuhr sich über den Kopf hin und murmelte: „So ist das Leben..." „Falsck," rief Behrens aus,„ich finde nicht, daß das Leben s o sein muß!" „Wie sonst anders?" fragte Lautenbach spöttisch, da er sich nun endlich erinnerte, daß er einen halb närrischen, halb komischen Sonderling vor sich hatte, einen entlassenen Sträf- ling, vor dem er sich dummerweise zu unvorsichtigen Bekennt- nissen hattte hinreißen lassen. „Wie anders? So, daß Sie, anstatt alle Ihre Kraft dar- auf zu verwenden, vorwärts zu kommen, endlich einmal daran denken, dort zu bleiben, wo Sie zufrieden und glücklich fein können... Oder glauben Sie, daß Sie ewig hier leben werden?" „Ich habe Kinder..." „Ja, denen Sie es beibringen, es ebenso zu machen, wie Sie es gemacht haben, und die ihre Kinder wieder dasselbe lehren werden..." „Wer sind Sie überhaupt?" fragte Lautenbach gereizt, da er sich besann, daß er einem Menschen zuhörte, der aus dem Gefängnis kam. Behrens stand auf und streckte Lautenbach die Hand hin. „Ein Mensch, dem Sie leid tun, well Sie sich unnützerweise soviel plagen... Wollen Sie nicht meine Hand?" Lautenbach sah zur Seite, um den Augen dieses zudring» lichen Menschen zu entgehen. Da zog Behrens seine Hand wieder bescheiden zurück und sagte, schon an der Tür:„Behüt Sie Gotti" Er fuhr mit der Hochbahn bis zur Lübecker Straße. Niemand hätte es ihm angesehen, daß er in Harvestehude eine eigene komfortable Villa besaß, während er sich jetzt in Hohen- selbe die drei Treppen zu den zwei möblierten Zimmern hin» aufbemühte, die er bei einer Witwe namens Brigitte Glöckner gemietet hatte. Obwohl der neue Mieter erst kaum acht Tage bei ihr wohnte, hattte diese Frau ihn doch schon sehr schätzen gelernt. Seine Verhältnisse schienen ziemlich dürftig, aber es gab doch keinen, der heiterer war. Und die Art. wie er mit ihrem kleinen Mädchen, der vierjährigen Gertrud, verkehrte, ließ darauf schließen, daß er auch Kindern sehr zugetan war, was man von„möblierten Herren" im allgemeinen nicht behaupten konnte. Heute kam er ungewöhnlich spät. Frau Glöckner setzte ihm das Mittagessen vor, das hatte nachgewärmt werden müssen. Er verzehrte es, zog dann die Brieftasche und sagte: „Liebe Frau, ich muß für einige Wochen verreisen." Frau Glöckner erschrak. Wollte sich auch dieser wieder davonmachen, kaum daß er ein wenig warm geworden war? Und sie dachte daran, wie schwer es war, einen ordentlichen und pünktlich zahlenden Mieter zu bekommen. Behrens legte ihr zweihundert Mark auf den Tisch.„Als Vorschuß auf die Miete für die nächsten zwei Monate," sagte er,„und damit Sie eine Sicherheit haben, daß ich auch wieder» komme." „Aber--" wandte Frau Glöckner mit vor heißem Schreck glühendem Gesicht ein. „Bitte, behalten Sie nur," versetzte er rasch,„und helfen Sie mir packen." Es war freilich nicht viel was einzupacken war, es hatte alles in der braunen Segeltuchtasche von mittlerer Größe Platz, die ihr Besitzer bei einiger Anstrengung ganz gut selber tragen tonnte. Mit dieser Tasche begab sich Behrens wieder zur Hoch- bahn zurück, die ihn nach dem Hauptbahnhos brachte. Dort löste er ein Billett dritter Klasse zu dem Personenzug nach Berlin. Jeder, der es sah, wie er bescheiden in einer Ecke des Wagens saß, konnte ihn für einen Großvater halten, der zu seinen Enkeln auf Besuch fuhr. (Forts, folot.) Ter verhaftete Kriminalbeamte. Aus der Zeit oes Krieges stammte eine Anklage wegen B e» st e ch u n g, die den Wachtmeister Max K ü n z e l und den Kauf- mann Bruno B a r u ch vor die Ferienstrafkommer des Land- gerichts I führte. Herr Baruch hatte im Oktober 1919 in Berlin- Echöneberg im vierten Stock des Hauses Am Park 12 die früher von ihm gemieteten Räume an den Verein deutscher Film- k ü n st l c r weitervermietet. Es entwickelte sich daselbst ein starker Nachtbetrieb, der den Verdacht erregte, daß es sich um einen Spielklub handle. Am 25. Oktober 1919 hatte eine Streife der Schöne- rergcr Einwohnerwehr den Angeklagten Künzel getroffen, der das Haus mit mehreren Beamten überwachte und alsdann die Durch- suchung der Räume vornahm, während die Einwohnerwehrleute vor der Haustür warteten. Trotzdem die Durchsuchung keine An- Haltspunkte ergaben, wurde dem Künzel von dem Kaufmann B a- r u ch Schweigegeln angeboten, das er jedoch zurückwies. Er hatte aber das tragikomische Pech, von dem Anführer der Einwohner- wehrstreife nach der Wache im Rat Hause gebracht zu werden. Er hatte nämlich beim Weggange erzählt, ihm sei ein Schweigegeld von 199 M. angeboten worden, er habe es aber zu- rückgewiescn. Dem Führer der Patrulle kamen Bedenken, ob er einen richtigen Kriminalbeamten oder einen Schwindler vor sich habe, und da auch der geforderte Ausweis auf einen andern Namen lautete, mußte Künzel mit zur Rathauswache wandern, wo er als Beamter erkannt wurde. Er meldete am nächsten Tage den Vorfall, erhielt jedoch eine Anklage, weil er ws Beamter die Verfolgung einer strafbaren Handlung unterlassen habe. Das Gericht sprach Künzel frei, oa gegen ihn auch nicht dos gering st e vorliege, verurteilte aber den Angeklagten Baruch zu 1999 M. Geldstrafe. Das Gericht war der Ansicht, daß er Geld angeboten habe, um ein« pflichtmähige Meldung zu unterlassen. Ein erdichteter Naubüberfall. Eine fürchterliche Näubergcschichte wußte ein Hausmädchen zu erzählen, das vor einigen Tagen morgens von der Zeitungsfrau gefesselt aufgefunden wurde. Als die Zeitungsaustriigcrin in früher Morgenstunde das Haus LandsbergerAllec 1S7/öS aufsuchte, siel es ihr auf, daß die Flurtür zu der Wohnung des Sani- tätsrals Blumenthal aufstand. Da sie auch ein lautes Stöhnen ver- nahm, ging sie in die Wohnung, dessen Besitzer zurzeit an der Ostsee weilt, hinein, und nun fand sie dort das Hausmädchen Martha Schills an Händen und Fügen gefesselt in ihrem Bette liegend vor. Das Mädchen Hab den bald darauf erschienenen Polizeibeamten an, von einem Mann überfallen worden zu sein. Eine Besichtigung der Wohnung ergab, daß alle Behältnisse durchgewühlt und viele Wäsche- und Kleidungsstücke und andere Wertsachen geraubt waren. Die Ermittlungen ergaben aber alsbald, daß das Mädchen ein Märchen erzählt und daß es bei der Ausräumung der Wohnung selbst beteiligt gewesen war. Die Schills hatte einen Bräu- t i g a m, einen Bäcker Lohann Thomas aus der Kaiser-Friedrich- Straße zu Neukölln, der sie in Abwesenheit der Dienstherrschaft be- sucht hatte und mit dem sie den Plan eines fingierten Ucbsrfalles bc- fprochen hatte. Dieser wiederum teilte seinen Plan feiner in der Georgenkirchstraße wohnendnen Schwester Gertrud mit. die Leute an der Hand hatte, die sogleich mit dabei waren. Nach dieser Aufdeckung wurde das Mädchen und sein Bräutigam festgenommen, jedoch ist es noch nicht gelungen, der Gertrud Thomas habhaft zu werden, die mit den gestohlenen Sachen flüchtig ist. Wer über diese und den Verbleib der Gegenstände Auskunft geben kann, wird gebeten, sich bei der Dienststelle DI, 1 der Berliner Kriminalpolizei zu melden. Lose Kuzeln. Die Presiesiclle beS Polizeipräsidiums teilt uns zu den Ausführungen in Nummer 369 des.Vorwärts" über den Tod eines UiilenoachtmeisterS in Lirbterfclde folgendes mit: Die Au«- klärung des bedauerlichen VorlommnisicS beichäfngt bereits die Staatsanwaltschaft, der unverzüglich nach der Tat von der Kriminalpolizei Mitteilung zugegangen ist. Auch die Leiche des UnterwachtmcisterS Hennig befindet sich im Gewahrsam der Staat«- anlvultichoft._ Uhren und Schmuck. DaS Uhren- und Eoelmeiallgewerbe hält gegenwärtig in den Kammerfälen. Tettower Str. t/t eine Musterschau ab. Naiür- tich sieht man Uhren in allen Größen von der Standuhr abwärt«, deren Schlag ein ganzes Haus durchhollt, bis zur kleinen Arm- bandubr mn w nzigstem Werk. Neuheiten, einfach und praklifch in der Handhabung, sind auf dem Gebiet« der Kontiolluhren lfür Wächter usw.) zu verzeichnen. Für die Frauenwelt von Interesse ist der Arinoand-Gotdring-Uhrhalier. Durch ihn soll die verbrauchteste Uhr wieder ein annehmbares Aussehen gewinnen. Ein Feuerzeug macht für sich Reklame, das das Benzin spart und den Snlt selbst in sicheren Gewahriam nimmt. Schöne EluiS sieht man ans Edelholz verarbeitet, dekoriert mit Stanioleinlagen, die man Talfoarbcilcn nennt. Oft wurden, bei sehr guter Flächen- anileilung. auch ansprechende farbige Wirkungen erzielt.— Stark veisilberle Messingtabletis mit HandarbeitSeinlagen lan ihrer Stelle machen sich freilich meistens Gardinenspitzen breit) nehmen stark für sich ein.—> Eine niedliche Handorbert sind Püppchen au« Woll- fäden, die, auf eine Grammophonplatte gesetzt, nimmermüd im Kreise sich drehend, eine Begleitung de« Musikstückes werden Silberne Schalen, nach altdeutschem Muster gearbeitet, lenken die Aufmerksamkeit auf sich. Da« tut aber auch der so zablreich ausgestellte Schmuck. Mau sieht geschmackvolle Etfenbeinanhänger, mit der Hand ausgesägte silberne Silhouetten hübsche Halbedelstein« Malereien auf Seide unter GlaS und geschnittenes Silber als Stein- imitation, die man sich wohl gefallen lassen kann. Etliche der ausgestellten Gegenstände genügen keinen hohen An» forderungeni sie werden zur unfreiwilligen Dekoration für die guien Ardeilen. Ein unauffindbarer. Besorgungsschwindler. Seit etwa IX Jahren treibt ein Schwindler in Berlin sein Wesen, ohne daß es bisher gelingen wollte, seiner habhaft zu werden. Der ca. 25 bis Z9 Jahre alte Mann hat es besonders auf Boten und Laufburschen abgesehen. Nach vorheriger Beobachtung spricht er die jungen Leute an und bittet sie, für ihn gegen Bezahlung eine Besorgung zu machen, wobei er sich bereit erklärt, das Paket des Boten in Verwahrung zu nehmen. Um die jungen Leute ganz sicher zu machen, nennt er irgendeine große Summe, die sie abholen sollen oder bezeichnet ihnen Waren von hohem Werte als Abholungs- pbjekt. Ln anderen Fällen spielt er sich als Freund oder Prokurist des Chefs auf und führt zum Schein Telephongespräch« aus, wo- durch es ihm in vielen Fällen gelungen ist, das Bertrauen des Bur- schen zu gewinnen, so daß dieser ihm nicht nur Waren, sondern auch mehrfach eirikassiertes Geld verabfolgt hat. Nach den zahl- reichen Anzeigen, die bei der Kriminalpolizei bereit» vorliegen, be- läuft sich der Schaden der in Frage kommenden Firmen aus mehrere hundertlausend Mark. Vielfach sind die be- trogenen jungen Burschen auch in den Verdacht der Unter- s ch l a g u n g gekommen und Hoden ihre Stellung verloren. Täglich gehen neue Anzeigen bei der Polizei ein. ein Zeichen, daß der Gauner seine Tätigkeit nach wie vor in derselben Weise fortsetzt. Leder Geschäftsinhaber sollte deshalb seine Boten vor dem ge- meingefährlichen Treiben des Schwindlers warnen und irgendwelche Wahrnehmungen, die er selbst gemacht hat, der Kriminalpolizei (Lnspektion D II 3, Zimmer 154 K) mitteilen. Die Beschreibung des Täter» ist sehr verschieden. Festzustehen scheint, daß der Betrüger j etwa 1,79 Meter groß und schlank und 25 bis 39 Lahre oll ist. Er trägt einen kleinen gestutzten Schnurrbart und geht sehr elegant ge- kleidet. Im Oberkiefer hat er einen Goldzahn. T Mißstände in Krankenhäuser«. Wir erhalten von dem Betriebsrat eines Berliner Krankenhauses eine Zuschrift, der wir folgendes entnehmen: Die Verhältnisse in den Kranlenanstalten Berlins lassen es notwendig erscheinen, die breiteste � Oeffentlichkeit dafür zu interessieren. Drei Dinge sind es, die ich in � meinen Ausführungen einmal ganz besonders beleuchten möchte, und zwar 1. dieWäschenot,2. derMangel onReinigungs- !material,3. dieEinschränkungvesPersonals. Der Wäschemangel z. B. auf den Krankenstationen ist so groß, daß wir es erleben mußten, daß Frauen, die zur Entbindung kamen, das Hemd, das sie bei der Entbindung trugen, noch bis zu fünf Tagen nach der- selben trugen, weil es nicht möglich mar, ihnen ein sauberes 5)enid zu geben. Hierbei möchte ich eine Tatsachs erwähnen, die sich vor zirka 6 Monaten, als wir noch kalte Tage hatten, infolge der Kohlen- erlparnis zugetragen hat. Damals mußten wir erleben, daß die Oberschwester morgens dem Herrn Oberinspektor ein in der Nacht ge- borenes Kind, das vor Kälte vollständig blau und steif war, auf den Tisch legte und tränenden Auges darüber klagte, daß sie nicht in der Lage sei, das Kind zum Leben zu bringen, da es ihr an jeder Möglich- keit fehle, das Kind zu erwärmen. Ganz besondere Beachtung verdienen auch die Mißstände, die im Kinderkrankenhaus in der Reinickendorfer Straße an der Tagesordnung sind. Dort hat z B. eine Pflegerin zeit- weise den Nachtdienst bei 39 und mehr Kindern zu versehen. Es handelt sich dabei um Kinder, die an Keuchhusten, Masern, Scharlach, Diphtherie, Ruhr und derartigen Krankheiten leiden. Ganz abge- schen davon, daß die Pflegerinnen unter der Fülle der zu verrichten- den Arbeiten fast zusammenbrechen, muß man die Notwendigkeit ein- sehen, daß sie, wenn sie ihre Arbeit auch nur annähernd korrekt aus- führen wollen— ich habe dabei nur das Essengeben, Wiegen und Temperoturmesscn im Auge—> die Kinder schon um 2 oder spätestens 3 Uhr aus dem Schlaf nehmen muß. Zusammenfosiend möchte ich sagen: so tief bedauerlich die Miß» stände sind, die sich aul diesem Gebiete zeigen, so ist das Allerschlimmste dabei, daß sie in der Tat nicht alle auf ein Verschulden einzelner Per- sonen zurückgeführt werden können. Infolge des unzureichenden Reinigungsmaterials ist es ganz ein- fach nicht möglich, die Krankenstationen so sauber zu halten, wie es vom hngienischen Standpunkt aus unbedingt erforderlich wäre. Die schlimmsten Gefahren jedoch werden hervorgerufen durch die Ein- schränk ung des Personals: auch hier mögen einige Bei- spiele sprechen. Vor einigen Wochen hatten wir den Fall zu ver- zeichnen, daß auf einer Station nur eine Pflegerin vorhanden war. Diese mußte, da sich ein operativer Einorisf plötzlich notwendig machte, die Narkose machen: währenddessen bekam eine andere Frau in einem Krankensaal einen Blutsturz. Natürlich konnte die Pflegerin nicht von der Narkose fortlaufen, eine andere Pflegcperson war nicht zugegen, also mußte die Frau, die den Blutsturz hatte, hilflos bleiben. Die angestellten Ermittlungen ergaben, daß sowohl die Oberschwester als auch eine andere Schwester unter der Last der Arbeit zusammen- gebrochen waren. Letzt geht man dazu über, auch das Haus- personal zu verringern. Man verfährt dabei ganz will- kürlich, indem man ganz einlach von jeder Station eine Person ent- fernt. Dabei wird ganz außer acht gelassen, ob die Arbeiten, die zur Aufiechtcrhaltung der Ordnung und Reinlichkeit notwendig sind, be- wältigt werden können oder nicht. Die hier angeführten Mißstände bedürfen der ernsthaftesten Nachprüfung. Es wird Sache des Magistrats und der Stadkcr- ordneten sein, den Dingen nachzugehen und für Besserung zu sorgen. Vorausbezahlungen auf die Einkommensteuer. Da« Lanpe-'fi"anzamt Gioß-Berli». Abteilung tür Besitzsteuern.. leit mit:.ES isi bekannt geworden, daß einzelne Sleuerbebestellen! die Annahme von VoranSzabluiiacn auf die Einkommensteuer für das RcckmungSjahr 1929 wie auf die vorläufige Einkommensteuer für da? RechnungSjabr 1SS1 abgelehnt und den Steuerpflichtigen geroten haben, die Sieuer ersi nach Zustellung de« Steuerbescheides zu entrichieu. Diese« Verfahren i,t unzulässig und werden die sämtlichen Hebestellen hierauf noch besonder« hingewiesen werden. Bemerkt wird noch ausdrücklich, daß Sieuerbcträge, die bis zum Schluß des Rechnungsjahres nicht gezahlt sind, von diesem Zeit- Punkt ab verzinst werden müssen.' ver Absender auf Ansichtskarten. Ansichtskarten werden jetzt bekanntlich als Drucksache gegen die ermäßigte Gebühr von 15 Pf. befördert, auch wenn auf der Vorderseite Grüße oder ähnliche Höf- lichkeitsformeln mit höchstens fünf Worten niedergeschrieben sind. Einzelne Postämter haben nun au» dieser Bestimmung geschlossen. daß sonst nicht» auf diese Karten geschrieben werden darf. Selbst- verständlich dürfen außerdem der Tag der A b s e n d u n g, die Unterschrift, der Stand und der Wohnort mit der Woh- nung des Absenders handschriftlich angegeben werden. Es bedurfte eines besonderen Bescheide, des Reichspostministeriums, um diese Frage zu entscheiden. Die genannten Angaben sind nach der Post- ordnung auf allen Drucksachen zulässig. Der Deutsche Desinfektorrn-Bund G. v. veranstaltet am 14. und 15. August den S.Deutschen DeSinsettorentag in Berlin. Die Erössnung findet am Srnntan, den 14. August, vormittag« 19 Uhr. im Polizeipiöfidium. Saal 179, Eingang Alexandeistraße, statt. Referate werden über»Die neue preußische DeSmsettionSordnung", Professor v. Vaqede«, Spandau, und über»Die Notwendigkeit der Schädling«- und Parasitenbetämpsung", Pros. Wilhelmi von der Biologischen ReiibSonstalt in Dahlem, halten. Außerdem werden die beruslichen und wirtichostliche» Fragen der DeSinsettoien eingehend erörtert werden. Verlöre« wurde am Sonnabend, den«. August, aus dem Sommerseft de« Krcile« Be-lin- Mitte ein grüner Lodenmantel. Der ehrliche Finder wird dringend gebeten, den Mantel beim KretSvorsihenden Senossen Riese, Fehrbelliner Straß« 57, abzugeben. Quittung i Für Mutter und Tochter— Allensteiner Straße— sind eingegangen: von E. H o s s m a n n 3 M., ein A b o n n e n t 15 M., von unbekannter Seite 50 M., gesammelt im Parteilolal Krämer 39 M.__ Groß-Serllner parteinachrichten. Heule, Mittwoch, den 10. August: I. Abt. TMi Uhr in Rabe» Festsälen, Ficht-Nr. Zt. Tagesordnung: Ausstellung der Kandidaten zur Ztadwerordnetenroahl. 17.«bt. 7 Uhr Mitgliederversammlung in der Schulauia Hohenlohe straße. Referent Genost« Mllntner!„Die Tatialcit unserer Etadtverordneten und die bivorftchende Stadtverordnetenwahl. U.«bt. 7ih Mitgliederversammlung in der Schulaula Christburger Str. 1«. Referentin Genossin Bohm-Schuch, M. d. R.:„Die volitische Lage und dt« Stadtvirordnetcnioahlcn. ». Abt. Zhi Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula Senefelderstr.«. Referent Genoste Rcinknecht:„Unsere Stellung zu den Parteien". it.«bt. Sh»il»tt«nburg. Uhr Mitgli-derv-rsammluna im„Birnbaum', Galvaniftraße. Referent Genoste Gebert:„Die Stadtverordnetenwahlen. 2. Aufstellung der ttandidateu. Srfcheinen icdeo Gcnosten ist Pflicht. Wilwer»d,es. 71.«bt. ZVt Uhr Abteilungsversammlung bei?iohr im Stadt. pari an der tlaiserallec. Thema:„Die bevorstehenden Stadt, und Bezirk». verordnetenwahien".— 72.«bt. 7zh Uhr Mitglieoerversammlung bei ttollat, Heidelberger Platz 1. Referent Genosse Ghaim:..Der Prozranimentwurf". 2. Stellungnahme zu den Stadtverordnetenwahlen. 3. Borarbeiten silr unser am 1Z. August im„Hubertus", Grunewald, Hubtitusbader Str. 1, stattfindendes Sommerfcst. M. Abt. Lanlwitz. 7iz> Uhr Mitgliederversammlung bei Lehmann, Kaiser» Wilhelm-Straße. Referent Genoste Dr. Ostrowski:„Bericht vom Be. zirkstaz". Reutölln. SV.«bt. Die Abteilungsversammlung findet nicht statt, tzahlabend« in folgenden Bczirkslokalen. 8 Uhr abends: 13. Bezirk bei Braune. Weichsel- platz 1: 13. uiC 26. Bezirk bei Prstfert, Fuldastr. 13: 16. Bezirk bei Allem, Iansastr. II: 17. und 24. Bezirk bei Sauer. Pannierstr. 34: 22. Bezirk bei Lmdstaebt, Berliner Str. SO; 23, und 36. Bezirk bei Podbieisti, Weichsclstr. 2; 23. Bezirk bei Ziea.mann, Weichfclstr. 3g: 34. und 43. Be. zirk bc! Groß, Mllnchcner Str. 34: 33. Bezirk bei Schiitler, Donaustr. 118. — 92.«it. ly, Uhr gahlabend In den bekannten Lokalen. Stellung» nähme zu den Stadt- und Bezirksvcrorhneienwahlen. Alle Senosten müssen anwesend sein. 191.«bt. Ziept»». In diesem Monat findet ausnahmsweise dl« Mitglieder. Versammlung erst am Freitag, den 12. August, abend» Uhr, im zeichen- saal der Schule 6, Wildenbruchstraße, statt. Tagesordnung: 1. Die Stadt. und Bezirksverordneienwahlen und ihr« Bedeutung für die Berliner Ar. beiterfchaft. Referent Genost« Dr. Lohmann. 2.«ufstellung ver Nandi. hat«» für bu Stadt- an« Beziriaveroldoeienwahlen. j. Beruht vonl Bs» »irkssugendtag. 4. Wahl der Delegierten zur nächsten Zireisdclegicrtcnoer» fammlung. Erscheinen aller Genossen ist Pflicht. IM. Abi. Riederschöneweide. 7!-i Uhr Mitgliederversammlung bei Schrepz, Aeutzerst wichtige Tagesordnung. Ericheinen aller Genossen ist erforderlich. Grünauer Str. 8. Wichtige Tagesordnung, daher pünktliche» Erscheinen erforderlich. Vorher Beiiragsk-Isicrung. ta6.«bt. Johannisthal. 8 Uhr Mitgliederversammlung im Ratskeller. 109. Abt. Friedrichshagen. 8 Uhr Mitgliederversammlung bei Scholz. Friedrich» strasic 81. Tagesordnung: 1. Ziriilk am Programmentwurf. 2. Wahl der Dclcgierien zur Stadtverordnetenwahl. 3. Bericht vom Bezirkstag. 11«.«bt. Lichtenberg, gahlabend:». Bezirk im Lokal Rädecke. Boxhagener firaße 8!>. 10. Bezirk im Lokal Albert Müller. Holteistr. 10, Ecke Wülifch. ftratze, 11. Bezirk im Lokal Oskar Schulz. 129. Abt. Friedrichsfelbe. 7>. Uhr Mitgliederversammlung bei Sutzeit, Wil» Helmste. U. Rcferentin Eenoffin Todenhagen:„Die Sozialdcmokrati« al» stulturpartei." ; 121. Abt.»«elshoest. 7U Uhr Mitgliederversammlung bei Huth, Tresik-»» allee 66. Referent Genosse Loblenzer:„Die Eiadtverordneienwahl." 123. Abt. Deitzenseee. 7>4 Uhr Bezirrsabend in folgenden Lokalen: 1. und 2. Bezirk bei Stärke, Charlottenburger Str. 4.— 3. Bezirk bei Witftru!» Langhansstr. 62.— 4. Bezirk bei Gampe. Lichtenberg« Str. 8.— Tagesordnung: B-licht vom Bezirkstag und Stellungnahme zur Stadtverordneten. wohl. Erscheinen unbedingt erforderlich. 139.«bt. Pankw». gahlabende TVi Uhr. 7. Gruppe bei Aargtkowsii, Flora. strasie 73, 8. und S. Gruppe bei Kowalski, Wollankstraße 32. 138. Abt. Aermsdorf. 7>4 Uhr Mitgllederverfammlung bei Böttcher, Wald- feestr. Ecke Berliner Strotze. Referent Gen.«i-tzm-nn:„Die Programm- änderung." Zungfoztalisten. Grnppe Pank»»: Beteiligung am gahlabend der Partei. Morgen, Donnerstag, den 11. August: 19.»reis. Abend» V* Uhr im„Türkischen gelt" in Pankow, Breitestr. 14. Wichtige Kreisvorstandositzung. Erscheinen unbedingt erforderlich.— Wir machen unsere Senosten au, dem 19. Kreis darauf aufmerksam, d-tz am Sanniag, den 14. d. M.. nachm. 8 Uhr, die Einweihung des Jugend» Heime, in Pankow, Breitestr. 83(Eingang Finanzamt) erfolgt. Wir bitten um zahlreiche Bei-iligung aller Genossen und Genolstnnen und Zugend- lichen mit ihren Bekannten. 24. Abt.!¥• Uhr Fortsetzung der Funktionärsttzung bei RL-ner, Immanuel- kirchstr. 23. Stellungnahme zur St-dtverordnet-nw-hr. 33 Abt. Eharlottcnbnrg. 9. Gruppe: 7(4 Uhr der Reimer, Wilinersdorfev Stratze 21, Zahlabend. Tagesordnung: Ltadtverordneienwahl. 93. Abt. ReukSS». 7(4 Uhr Bbteilungspersammlun« bei Sambrinus, Kaiser» Friedrich-Sir. 36. Res-r-nt Genosse Bürgermeister Scholz:„Die Stodt. verordneienwahlen." Aufstellung der Kandidaten zu den Stapwerordneten. 199. Ä�FriedrichOhagen. Letzter Ferienausflug nach dem MaggelschlSßchen. «affeeiochen und Kind-rfcst. Abmarsch um 2 Uhr vom Marktplotz. 128. bi» 139.«it. Pankow. Ausflug der Genossinnen nach Heiligens-e. Treff. punkt Rordbohn. Wollankstr., bereit» um 9 Uhr. Abfahrt 9,41 Uhr. Gast- herzlich willkommen.__ Arauenveranstaltungen am Donnerstag, den II. August: 9. Kreis Wilmersdorf, Schmargendorf, Grunewald. Ausflug: Restaurant Die» dicke. Treffpunkt 3 Uhr am Schmargendorfer Dahnhof. Gäste willkommen. ?ugenüveranstaltungen. Berein«rbeiter-Zngend. Sekretariat! SW. 98, kindenst». 9, 2. Hof Nnk», 2 Treppen rechts. Telephon! Mpl. 121 9»— 19. Heule. Mittwoch, den 10. August, ly, Ahr: Banmfchnlcnweg! Ernststr. 16, Vortrag:„Darwinismus".— Buchholz: G«. meindefchule Berliner Etr. 1«(Konferenzzimmer),«ortra«:„Wie und was soll man lesen?"— Eövenick: Lokal von Braun. Fiemmingstr. 11, Vortrag: „Zugenbiag in Bielefeld".— Friedrichsfelbe: Schulbaracke in der Rummel». burgcr Str. 64, Milaliederverfammlunz.— Gesundbrunnen! 208. Gemeinde. schule, Gotenburger Sir. 2, Vortrag:„Die Geschichte der deutschen Arbeiter- lugendbewegung.— Kaulsdorf: Schule Adolfftr. 23, Mitgliederversammlung.— Kaul-dors-Tüd: Rrftaurani„Sanssoueei", Molikcstr. 1, Mitglird-rv-rsammluns. - Lichtenberg! Jugendheim Parkau» 10. Mitgliederversommlung- Peen,. lauer Vorstadt: Jugendheim Senefelderstr. 6. Bericht vom Bi-lefelb-r Jugend. tag.— Staaken! bel Lehmann, Am Longen Weg, Mädchenabend.— Tempel. „-----«-----—«" m..;*»_ Weddlna: GnttJ* ______ Silsh. Busch" u. a. Gin« Konferenz der erwachsene» Mitarbeite« findet a» Sonnatrnb, den 13.«-ans«. 7 Uhr, im Z-gendheim. Lindrast«. 3. statt. Tag«»- ordnung! Vortrag:..Dir«nfgadrn der erwachsene» Mitarbrrter bei der lommrade» Lintrrarbrit. Zilmsthau. Im Sportpalnft gibt-» al» Uraufführung einen Lensation«film .Der Tag der Vergeltung" mit Ola Fön« in der Hauptrolle. Baron von Straten, genannt der.Tiger", knechtet seine Arbeiter und be. antwortet ihre Lohnsorderungen mit Au«spcrrung. Unbarmberzia vernichtet er die ftvnlurrenz. Am Weihnachtsabend, einsam am Kamin sitzend, zieht im Traum lein ganze« bisherige» Leben an ihm vorüber. Im Anblick feines offenen KrabeS ersaßt ihn Krausen, und erwacht, gelobt er, da« be, gangene Unrecht wiedergutzumachen. Technik und Regie haben grwett- eifert, llare und ausdrucksvolle Bilder voll Leben herauszubringen: die Szenen in der Kneip« und die Kruppe der streikenden Arbeiter vor der Villa des.Tiger»" find gut aus dem Leben gegriffen.— DaS anschließende Lustspiel.DaS Badcbotct' bittet ein amüsantes Bild modernen vadeleben». das Edith Psilander und Ciliar Langenberg Gelegenheit gibt, schauspielert- scheS Können zu entsalten.__ Arbeitersport. Kartell für Sport und Körperpflege WilmerSdorf.Lchmargen. darf(Arbeiter-Sportkartell). Außerordentliche Versammlung aller Mit- glteder der dem Kartell angeschloffenen Verein» am Donnerstag, den 11., 8 Ubr, aus dem Turnplatz Württcmbergisch« Straße. Kartellvorstand eine Stunde vorher. Arbeiter.Wastersport.Verband. Krei« 1. Freitag, den IS. August, abends 7 Uhr, bei Mafello, Lichtenberg, Hauptstraße 6, SpringübungSstunde für Springer und Springerinnen. stlrbeitrr-Radfahrer-Bund»Koltdarität«. tzlußerordentliche ttgi. tationsiomwifsionsfitzung am 12. August Rungeftr. 7.— Sportausschuß- fitzung am 12. August Rungestr. 7. Tins aller Welt. Ein Affenfot im Schnellzug Ce h apre— pari». In der Nacht zum Sonntag ist ein Attentat in einem französischen Schnellzug verübt worden. Im Schnellzug Le Havre— Pari» wurde um vier Uhr morgen» der schweizerische StoatSangebörige Ebener über- fallen und seiner Brieftasche beraubt, die S99 Franken und sein« Papiere enthielt. Obwohl ein anderer Reisender ihm zu Hilfe kam, gelang e« dem Banditen, die Notbremse zu ziehen und auS dem Zuge zu entfliehen. Er ist jedoch später verhaftet worden. Gerettet. Drei Touristen, welche sich Sonntag, den 31. im Nordtiroler Karwendelgebirge verstiegen hatten, wurden Sonn- abend, den S. August, geborgen. Sie befinden sich wohl, sind aber sehr erschöpft. willkommener Vesuch. 39 italienische Studenten unter Führung ihre« Professors sind in München eingetroffen, um eine längere Studienreise durtö Deutschland zu unternehmen.— Italien bat 39 deutschen Studenten eine Studienfahrt durch Italien gestattet. ver Würgengel.?n Frankreich sind nach offiziellen Berichten während de» Krieges SO 090 Soldaten an der Tubekulose gestorben. Atlantitsiug am 25. August. Da» von Nordamerika an- gekaufte Rieientusischiff ,Z R 2* wird am 25. August den Flughafen in Howden York in England Verlaffen, um seinen Flug über den Atlantischen Ozean anzutreten. Je nach den atmosphärisckien Um« ständen gedenkt der Führer de» Schiffes die Fahrt in drei bis fünf Tagen zurückzulegen. Kriegsschiffe als alke« Eisen. Seit dem Waffenstillstand bat die britische Admiralität mehr als 599 Kriegsschiffe auf die Liste der veralteten Schiffe überschrieben, darunter 38 Schlachtschiffe, zwei große und 87 kleine Kreuzer, 399 Torpedojäger und 19S U-Boot«. Vorträge, vereine und Versammlungen. Reichs-ereinlauotz ehemalig«!! Keieasgefangene«, Gruppe Norden 3. Donncrslag 7(6 Uhr im Restaurant„Berolina-Festfälc",. Schönhauser Allee 28. —«rbeiter-Samaeitee-Kolonne Berlin,«. v.«bt.«edding, Pri-zl-uee Vor- ftadt. Der Vortrag am Donnerstag, den 11. d. M., fällt aus.«dt. Charlotte»- b»rg. Mitgliederversammlung am Freiiaa, den 13, p. DU, abend» 7 Uhr. UN Lokal von Theten, Kaiser-Friedrich-Str. tfW Wirtschaft Die Abwanderung der Sachwerte. Zlls die Forderung nach einer Beteiligung des Reiches an den Goldwerten zum Zwecke der Wiedergutmachung erhoben wurde, waren die unentwegten Schützer de» Privatkapitals sofort mit der Behauptung bei der Hand, man wolle die deutsche Produktion der „E n t e n t e s k l a v e r e i" aussetzen. Man verschwieg dabei aus naheliegenden Gründen, daß die Kapitalflucht schon seit langer Zeit im Dange ist und daß insbesondere deutsche Produktionsmittel in steigendem Maße für das Ausland arbeiten, ohne daß die Regie- rung sich einen Anteil an ihrem Ertrag rechtzeitig gesichert hatte. Man verschwieg auch, daß die Gefahr der U e b e r f r e m d u n g bei dem anhaltenden Valutatiefstand mit jedem Tage wächst. Neuerdings sind wieder deutsche Sachwerte in die Hand des Auslandskapitals übergegangen, ohne daß viel Aufhebens davon gemacht worden wäre. Erst kürzlich verzeichneten die Börsenblätter holländische Käufe von Phönixaktien. Jetzt ist ein großes Unternehmen der Gerb- und Farbstoffindustrie von einer argentinischen Konkurrenz- firma geschluckt worden. Die Gerb- und Farbstoffwerke H. R e n n e r u. C o. A.-T. in Hamburg, die in der Hauptsache Gerbextrakt« ver- arbeiteten und schon früher in einer Interessengemeinschaft mit der Compania Forestal del Ohoco in Buenos Aires gestanden hatte, macht ihrer Genoraloersammlung den Vorschlag, durch käuflich« Ueberlassung der Aktien an dieses argentinische Unternehmen den Betrieb dem fremden Kapital zu überlassen. Ee ist das der erste Fall, wo ein großes deutsches Unternehmen mit Haut und Haaren dem ausländischen Kapital verschrieben wird. Die Gerb- und Farbstoffe H. Renner waren bis zum Kriege in hohem Maße von der Einfuhr argentinischer Hölzer abhängig, hatten sich später auf die Verarbeitung einheimischer Eichen- und Kastanien- Hölzer umgestellt und sah sich nach ihren Angaben jetzt von der Kon- kurrenz der argentinischen Firma bedroht. In der Mitteilung, die die Verwaltung an die Presse ergehen läßt, wird der Vorwurf er- hoben, die Regierung habe sie trotz ihrer Anträge vor der Kon- kurrenz argentinischer Gerbstoffextrakte nicht geschützt, und zwar wegen des Auftretens der Lederindustrie. Es ist dies die übliche Art, wie man die kapitalistischen Interessen eines Unternehmens mit an- geblichen Mißgriffen der Regierung zu beschönigen oersucht. Wenn die sonst sehr„national" geleitete Lederindustrie— man erinnere sich an den trefflichen Abgeordneten Hugo— sich für die Einfuhr ausländischer Gerbextrakte ausgesprochen hat, wird das daran gelegen haben, daß sie sich von der deutschen Gerbstoffindustrie zu sehr übervorteilt fühlte und ihr deshalb den Segen einer wirklichen freien Konkurrenz mit dem Ausland gegönnt hat. Dieser Konkurrenz fühlte sich das Hamburger Werk offenbar nicht gewach- sen und es flüchtet sich jetzt unter argentinischer Schutzherrschast. So entgleitet dem deutschen Bolke nach und nach das ver- fügungsrecht über die mit seiner Arbeitskraft geschaffenen Produk- tionswerkstätten. Wenn die genannte Gesellschaft darauf verweist, daß der Betrieb ja in deutschen Händen bleibt, daß den Arbeitern und Beamten die Beschäftigung gesichert ist, und daß die mit dem Vertrieb verbundenen Abgaben dem Reiche oerbleiben, so ist das ein schlechter Trost. Die Aktionäre der Renner A.-G. erhalten für ihr« veräußerten Aktien Valutaerlöse. Di« deutsche Arbeitskraft aber wird nicht mit den Weltmarktlöhnen bezahlt.— Die Abgaben jedoch, die das Reich aus einem Betrieb lösen kann, sind, wie die Entwicklung der Dividenden in den letzten Jahren beweist, nicht so erheblich, daß sie auch nur einen wesentlichen Bruchteil der erzielten Gewinne erfasien. Es ist nur zu begreiflich, wenn das Privatkapital sich gegen eine Erfassung der Goldwerte wehrt. Dann wäre nämlich die Möglichkeit solcher gewinnbringenden Transaktionen erheblich eingeschränkt, und wenn sie trotzdem erfolgten, so käme ihr Ertrag auch dem Reparationskonto zugute. Aber man sollte wenigstens so ehrlich sein und auf das nationale Mäntelchen bei der Verteidigung der Profitinteressen verzichten._ Die Vorbcreikungen Deutschlands zum Handel mit Sowjel- ruhland. Eine Reihe von deutschen Unternehmungen haben einer „Dena"-Meldung zufolge in Riga und L i b a u Filialen, Bureau« und Niederlagen errichtet. Diese beiden Häfen sollen Stützpunkt« des deutschen Handels nach Sowjetrußland werden. Die Sonzentratiou In der le�tillnduflrle. Die bekannte Tuch- fabrik Gebr. Haussen, Neumünsier-Berlin, die in letzter Zeit mit mehreren Fabriken enaere Beziehungen angeknüpft hat, hat nunmehr auch mit den Tuchfabriken A. P a a i ck e, Burg bei Magdeburg, eine enge Interessengemeinschaft geschlosien. Letztere sind unter Führung von Gebr. Hansfen in ein« Aktien- gesellschaft umgewandelt worden. Der Zusammenschluß soll nicht nur dem gemeinsamen Ein- und Verkauf, sondern auch in der Hauptsache der Fabrikation dienen. Englische Kohle in Deutschland. Seit Beginn der vorigen Woche ist ein wesentlicher Aufschwung der Ausfuhr englischer Kohlen er» folgt. Im Laufe der vorigen Woche trafen im Hamburger Hafen 10 Dampfer mit vollen Kohlenladungen auS England ein. Deutschland» Ausfuhr nach England. Im Unterbau« teilte die englische Regierung mir, daß die deutsche Einfuhr nach England vom 1. Januar bis 30. Juni d. I. sich auf 11737 431 Pfund Sterling belaufe gegenüber 11895 343 Pfund Sterling in derselben Zeit de» Borjahre».— Sie hat also ein wenig zu- genommen. Soziales. Die Sonsumgenoflenschaslen in den Vereinigken Staaken. Ueber die Genosscnschaftsbewcgung in Amerika ist bei uns natur- gemäß erst wenig Kenntnis verbreitet. Um so begrüßenswerter und dankbarer war daher ein Bortrag des Präsidenten des Genossen-! schastsvcrbandes in Amerika, Herrn Professor I. P. Warbass«, den er Ende Juli im Sitzungssaal des Gebäudes der Berlagsgesellsthaft deutscher Konsumvereine in Hamburg vor einer Versammlung mit- wirkender Genossenschafter hielt. Herr Warbasse, der die Entfal- tung und Stärke des Konsumgenosienschaftswesens der größten europäischen Staaten in Augenschein nimmt und auf dem internationalen Genossenschastskongreß in Basel im August zugegen sein wird, offen- barte in seiner höchst sympathischen Rede glaubensstarken Jnter- Nationalismus, hehr« Begeisterung für die hohen genossenschastiichen Ideale und hoffnungesrohen Willens- und Tatendrang. Eigen- schaften, die seine, ihn begleitende Gattin rühmenswerterweise mit ihm teilt. Die Zuhörer des nutzbaren Abends, Vertreter des Bor-. standes des Zentralverbondes wie der Großeinkaufs-Gcsellschaft Deut-. scher Konsumvereine m. b. H., ferner der Verbraucherkammer Ham- bürg, der Hamburger„Produktion" und eine weitere Anzahl ge- ladener Gäste, nahmen mit großem Interesse die in deutscher Sprache gemachten Ausführungen entgegen. Wir sind in der angenehmen Lage, die unterrichtende, wirkungsvolle Ansprache nachsteheno zu veröffenlliiycn. Herr Professor I. P. Worbasse,?rse5i>> diese» Ergebnis durchaus nicht allgemein folgte. Mit einer Aus- nähme haben alle seinerzeit in Washington anwesenden Vertreter der Unternehmer für ein Uebereintommen, betreffend die Arbeitszeit, ge- stimmt, und wenn es von allen Staaten ratifiziert würde, wäre ein- heiiliches Borgehen in der Frage der Arbeitszeitverkürzung sicher- gestellt. Besonders bemerkenswert ist, daß Indien und Japan an der Washingtoner Versammlung teilnahmen. In Ucbereinstimmung mit ihren Beschlüssen hat Indien bereits die wöchentliche Arbeitszeit von 72 auf 33 Stunden herabgesetzt und, wenn Japan das Ueber- einkommen ausführt, würde es in seiner gesamten Textilindustrie. mit Ausnahme der Scidenindustrie, die Arbeitszeit von 84 auf S7 Stunden in der Woche zu vermindern haben. Geschästlicbe Mitteilungen. Rordis«« Metz« In«i«l. Gleich,«Itw mit d«r Kiel« Herbstw-ch- findek in Kicl vom 1�.-18. Scptnnbcc dt«„Nordisch« Mcssk" ftatt. So lind 1(! große Geschäft«, welg« vertreten. Wir verweise» auf die heutige Anj-Ig« im I». seratenicil.__ Srieftaften üer Redaktion. Briefliche Auskunft wird»ich« erteilt. ch. tz. tt. Wir bitten bringend um Angab« Ihrer Adresse, Sie«erde» dann ,u perssönllcher Rücksprache in Ihrer Wohnung aufgesucht werden. Wetterbericht biS TonnerStaq mittag: Zeilwelie heiter, jedoch ziemlich kühl und vcräiideriich bei mänigen westlichen Winden, nur noch im Norden verschiedentlich leichte Regensälle. Deutsclier Ueti:iirb;ltirisrb. VerwaltungssteL« Berlin. Den Mitgliedern zur Naibricht, daß der Kollege, Mechaniker iotisnn Grzimek, Sharlottenburg, Ersen» heimer Str. tO.trnill. August gestorben ist. Ehre seinem Andenken l Die Einäscherung findet am Mittwoch, denk.August, nachmittag»«>/, Uhr. im Krematorium Serichtstraße statt. Sü/S ?!cgz Seteiligung erwartet Wie Vrtsvervialmng. Am 8. August, vormittag» 10'/, Uhr. entschlief sanft nach zweitägigem, kurzem und schwerem Leiden meine iiede türsorgcnd« Frau und Mutter NOSb lÄartlia Kaaß In tiefer Trauer August MaNB,»artenstr. 68, Alfred atsSohn. A-terstlod. Die Beerdigung ftndet am Donnerstag, den ll. August. nachmittag« 4 Uhr. von de« Kapelle de» St. Golgatha. Friedhofe«, Barsußstraße, an» ltatb_ Soeben erschienen Soeben erschienen Q. Sinowjew" Bericht über die Tätigkeit der Exekutive, gegeben auf dem III.WeltkongreD der Kommunistischen Internationale, Moskau, Juni 1921 107 Seilen Preis drosch. 1,50 M.. geb. 6 M. Zu beliehen durch 362 b* YerlagsMliaiiiilDiig Carl Hop HM. L. Cslinble;, Hamborg YIII und durch alle Buchhandlungen und Autlieferungsstellen der VKPD. J DasOriginal allerNagelpoliersteine fllr ca.> Jahr ausreichend Stück M. S.—. Ueberau zu haben. KOPP& JOSEPH, BERLIN W 50 Potsdamer StraBe 122. Kaufe ständig su HSchslen Preisen Qold-flattn-Sflber-il Lünzen Neuhaus, Roßstr. 8 a«uÄÄd.», nlch.,m«o, i Nutzeisen jeder Art: sttund-, Z?lach-, Quadrat- u. Bandeisen, Gas-Tiede-Rohre, l'-Trägeru.lJ. Eisen, �eldfchmieden und Ambosse sofort ab Lager lieferbar Felix Kohls, Berlioüb, Dlrcksenstr. 12, 1 lilonaplog 12072. Ecke Botteirestraß«. Morihola» 1207«. j Prosesse, Rat, Beistand, mdBIge Preise, Tell- rahlung, Ehe-, Alimenten-, Strafsachen. Steuern, Unadengesuche Landgerichtsrat Dr. v. Kirch bach, Gesellschaft m. b. it.. AlexanderstraQc 45(am Alexandeipjatz, gegenüber Tleti)(9—7) Glänz Erfolge I Bcobachtg. Tel.: KSnlgst. 359S MMiW'MM oetlorm Wen AusWk mit MlerlMoM! 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Dtg.S; DleWeber(33 A,6.A.) Volksbühne Theater am BBlowplate 8 uhr: Liebelei Oper von Tranr Neumann. Theater I. d. Küniggratzer Str. Sonnabend aum I.Male: Notruf Drama von Hernt. Sudermann Berliner Theater Allabendlich T" Uhr; x>A9 Komödlenhans 7.30 Uhr: Der blonde Enffel Cent ral-Theatcr 8 Uhr; Jlonka Deatatch.OpernhaB« Sonntap WiedererOlfnung bVj Uhr: Tannhäoser ■■'rieilr. Wlthelmut.'Mi. ut Bis Kleine ans der Hölle Kl. MeUaaKplelhanw 7Vs uhr: Reigen Komische Oper L>'r: Der fldele Bauer netropol-Thoater JhV'Die blaue Maznr Atone« Oporettentheat. 7'/,ühr Amerlcan-Olrl ftrhlller-Theat.Chnrl. u!': Reine Fraa-dasFfäalein Thalls-ThCBter 7vt uhr: Mascottchen Th.ain�ollendorfpIatB unf Der Vetter ans Dingsda Thentei' de» Wenten« vZ': Rorgen wieder Instik! Th.i.d.Kommandantenstr. 7 /.Uhr Die Bielenhexe Wal hal In- Theater Jhr: Die Setieidungspclse Foiles Gaprice Linienstr.l3Z.aniOranienbg,T. Tlglich S Uhr: Prinzessin vom Nil Operette in 3 Akten Musik von Victor Kollfinder Mit Pranxi Blanke, Max Ualden, Käthe Jungherr usw. GASINO-THEÄTER Lothringer Str. 37 Wiedereröffnung: m Freitag, den 12. Ängnst mit der neuen Posse Sxzetlenz ZKsxs. vorverK. tägl. von 11— 2 Uhr. Haas- Heye- Ballett sowie der große — Variete.Splelplan— Rauchen gestaltet! Reicösiiallen-Theat STETYI HER SECNQER Anf 7 V, Uhr Varleid, Dtiali.. Brettl; Saal u. Garten Theater a. KottbuserTor Tel:: Moritzpl. 16077 Täglich?V. Uhr Eilte-Sänger — 10 Herren I— Witz I Komik I Urkom. Typen! Gröflier Lacherlolg I Vvkl. 1 1- 1 v. u. t-6Uhr Berliner JVater Kastanien-Allee 7—9 International« Ringkampf- Konkurrenz :: Variete:: Neue Welt ARNOLD SCHOLZ Hasenheide 108-114 Mittwoch, den 10. August; Konzart und Speziali« taten-Vorstellung Gastspiel d. Heldentenors Harry Steler Gr. Srntefest Großer Ernte- Umzug Kinder-Theater/ Kinderspiele und Klnderbelusti- gungen aller Art, wie: Toplschiagcn, Sackhüpfen Wettlaufen, Kinder- Fackelzug/Um 6 Uhr; Aafstefsen de« Luftballons„Neue Welt" Anf. 4 Uhr. Einlaß 3 Uhr Dfe Kaffecküche ist ab Z Uhr geöffnet. Außerdem: ,,Das Publikum filmt" unter Leo Peukert. Lessing-Theater Aliabendlich 7l/tUbr: Die Ballerina des Königs (Lcopoldlne Konstantin) Deatscbes Könstler-Theater 8 Uhr; Der Herr Verteidiger. 7rianoti-7heater Täglich 8 Uhr: Ida Wüst in Die große Leidenschaft Lustsp. v. Raoul Auernheimer Frz. Schonemann, Helm Pabst Residenz-Theater Täglich 7Vf Uhr Aibert Bassermann-o Jranmulus' Atbcrl Patry, WKh. Bendow, Else Basstrmann, ElseWasa. Kleines Theater Täglich 8 Uhr: Hansi Arnstfidt in „OcrDScb" Hermann Böttcher, Paul Biensfeldt, Adele Hartwig, Heinrich Marlow. NORDISCHE MESSE IN KIEL vom IS. Iris zum 18, September 1921 Gleichzeitig mit der Kieler Herbstwocho für Kunst und Wissenschaft vom 9. bis zum 18. 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