gt, S76 ♦ 3*. 5 ahrgsüg Msgab« B ng.1$6 i ms! Bez»s»v«t»» 30/— 9S-, arnntttl �BL pottai» i , emfiftuStj* osgcbflbc. Untsiiiruzdand We Seuttmlanb. Dan»>g, das Saar, wld Mewrlgebiet. lowi« die ehemals den» scheu»«biet» Pole«». Oesterreich» Uagorn and Luremdurz 20.- R. für da» Übrige Aasland ZI— SDL Post. deftellmtge» nehme« a« Oesterreich» Ungar», Tlchech»» Slowakei. Däne» mark. Holland, Lurembnrg, Schwede» lmd die Schweis. Oer.«srwärt»' mit der Sonntag«. beilage.Volk and geit", der Unter» balwagsdeUag, �eiinwelt' and der Beilage»Siedlung und itlewaarteu� «scheint wochentäglich(anmaLSoti» tags und Telegramm> Adresse: '«UÜMMf aSngialMNINtMM Abend Ausgabe � Vevlinev Volksblatt ( 20 Pfennig) «u,etgen»re,Si Ol» achtgelvalten, Noiwareillegetl, kostet d�o M»Kleine Anzeige»� da, iettgedrulkt» Wort iL« USL(ja. lässig»ioci irttgedruttt« Worte,. lebe» weitere«or» l.- M. Slell engesuch, au» Schlasstellenanzelgen da« erst« Wort t»— M. sede» weiter» Wort M Dsg Worte über ls Buchstaben tähle» für zwei Worte. ffamiIien-An. «eigen für Abonnenten Zeil, M vi« Preise oerstehen Nch einschltehli» Zeuerungs.iuschlaa anzeige» kör dt« nächst»«ummr, müssen dt» 6 Uhr nachmittag» im danntgeschäft. Berlin SW 68. Linden. strast« 8 abgegeben werden Seäffne» von 9 Übt früh di»& Uhr abend» Zcntratorgan der fozialdemokrati fd� en Partei Deutfchiands Redaktion und Expedition: SV öS, Änöenstr.Z &*rn(t*rt>Jh*r' Rrdaktiou Mnritzplatz 151»5— 97 Vfevnipveafrt. 9£),cb{t{sl( Morihpla» 117SZ— 54 Donnerstag, den 11. Angust 1921 Vonvärts-Verlag G.m.b.H., SM 08, Linüenstr. Z • Verlag. Exsteditinu und Juieratr«. »isarnlpreryrr. Abteilung Morissplah 11753-54 Die Verfassungsfeier. Das Opernhaus Unter den Linden, das früher so viele höfische Veranstaltungen gesehen hat, vereinigte heute mittag alles, was in der deutschen Republik führende Stellungen des öffentlichen Lebens bekleidet oder ihr sonst an hervorragender Stelle dient. Eine Kompagnie der Reichswehr erwies dem Reichspräsidenten und dem Reichskanzler die Ehrenbezeugung. Das Orchester der Staatsoper war auf der Bühne unter- gebracht, und als der Vorhang hochging, erblickte man auf der Rückwand den neuen Reichsadler, der auch vorne das Redner- pult schmückte. Das geschlossen und großzügig wirkende Bild hob sich schwarz, mit roter Bewehrung von goldnem Grunde ab. Der eigentliche Orchesterraum vor der Bühne war durch eine goldschimmernde Fläche überdeckt, so daß die Verbindung von Rednerpull und Zuhörerraum, die sonst in einem Theater schwer zu finden ist, glücklich gelöst war.. Mit einfachsten Mitteln war ein repräsentativer Rahmen geschaffen, in dem ein der ernsten Stunde entsprechender Ton zum Ausdruck kam und in dem etwas vom Gefühl nationaler Selbstachtung Form gewann. Unter der befeuernden Leitung Leo Blechs erklang Webers schwungvolle„Freischütz�-Ouvertüre. Dann senkte sich der Zivischenvorhang vor das Orchester und an das Redner» pull trat Reichskanzler Dr. Virth Er gedacht« zunächst des Ernste« der Stunde, in der über das Schicksal Deutschland» und vielleicht auch Eurrpas in Paris die Würfel geworfen werden. Darum keine lcute Feier, kein äußerer Glanz, wohl aber eine Stunde ruhigen und ernsten Besinnens und Rückschauens auf den Weg. den unser Staat nach der großen Ka- tastrophe gegangen ist. Wir sehen heut« unter uns den Präsidenten des Deutschen Reiches als den ersten Repräsentanten der demokratischen Republik, die Minister, die Abgeordneten, di« Pertreter der Länder, hervor» ragend« Führer unseres sozialen und schaffenden Lebens, Männer der Kunst, der Wissenschaft, Beamte und Angehörige der Wehr- macht, der der Schutz der Verfassung und des Staates anvertraut ist. Unser Ideal wäre es gewesen, was die freiheitlichen Dichter, insbesondere Gottfried Keller, ersehnt und besungen haben—- an einem frohen Sommerlog den Bund des ganzen Volkes zu besiegeln. Roch ist di« Zeit dazu nicht gekommen, aber wir hoffen, daß der große demokratische Leitgedanke, der uns heute zu- sammengesührt hat, in nicht zu ferner Zeit Gemeingut des ganzen deutschen Bolkes werden wird. Dieser Gedanke oerkennt gewiß nicht die ungeheuren trennenden Gegensätze zwischen den Bolls- Haffen, zwischen Besitz und Arbeit, zwischen denen, die um die alte Zeit trauern, und denen, die stürmisch und leidenschaftlich allzu schnell nach vorwärts trachten. Soll aber nicht alles zertrümmert werden, so muß Verständigung und Versöhnung angestrebt werden. Ziel und Sinn unseres politischen Lebens ist die Rettung des beut» schen Bolkes, die Sicherung seiner nationalen Einheit und die Wie- derbegründung seiner materiellen Wohlfahrt. Alles das ist nach un< serer Auffassung nur möglich durch die demokratische einheitliche deutsche Republik. So findet der deutsche uaüonale Gedanke seinen besten Ausdruck in der Weimarer Verfassung vom It. August ISIS. Erinnern wir uns der damaligen Prophe» zeiungen vom vollkommenen Zusammenbruch und der inneren Gä- rungen, so sehen wir heute an der Befriedung und an der zwar lang- samen aber sicheren Wiederkehr der inneren Ruhe, was geschaffen ist. wohin wäre Deutschland gekommen, wenn nicht die Nationalversammlung alle Kraft eingesetzt hätte zur Schaffung der Verfassung! Die Impulse nach Schaffung der Na- tionalversammlung, in der sich der Wille des deutschen Volkes nach seiner staatlichen Zukunft ausdrücken könnte und des wiedererwachen- den Arbeiterwillens drängten zur Nationalversammlung als der Verschmelzung des demokratischen und sozialen Gedankens. Die große Mehrheit unseres Bolkes hatte sich in dieser Forderung zu- sammengefunden und die Geschichte wird es einst als Großtat ver- merken, daß sich Arbeiterschaft und Bürgertum unter Hintansetzung vieler widerstreitender Interessen zum Wiederaufbau vereinigt haben. Großen Teilen unseres Bolkes schwebten dabei die nie verblichenen Ideale von 1445. nationale Einheit und innere Freiheit»or, und sie wurden der Lest- stern der Nationalversammlung. Die großen Prinzipien unserer Verfassung liegen in der Rich- tung der geschichtlichen Entwicklung: Ableitung der Regierungsgewost vom Bolkswillen, Bestimmung der Staatsform durch den Willen des Volkes, Versöhnung der Klassen und Stände durch sozialen Geist der Gesetze und Aufrechterhaltung des Reiches in seiner geschichtlich gewordenen Länderstruktur. Diese Grundgedanken der Verfassung haben ihre werbende Kraft bewiesen bei den Volksabstimmungen in Schleswig-Holstein, Westpreußen und Oberschlestei», und diese demokratischen Gedanken können durch keinen Beschluß wieder an« der well geschafft worden. (Bravot) Nur unter der Mitwirkung der organisierten Ar- beiterschaft, die in ihren Organisotionskämpfen ein hohes Maß staatsbürgerlicher Disziplin bewiesen hat, konnte der nationale Volksstaat gegründet werden. Das furchtbare Erbe, das mit Atlas- schwere auf unseren Schultern lastet, kann nur getragen werden, wenn der alte Obrigkeitsstaat ersetzt ist durch den Volksstaat. Nur durch die Zusammenfassung oller Kräfte, durch die Mitwirkung auch der breitesten Masten des Bolkes wird es möglich fein, das unendlich schwere Los, das uns geblieben ist, zu tragen und nach Jahren der Arbeit und auch des Opfers schließlich zu meistern. Darum mußte die Derfastung von Weimar demokratisch sein; es war ein Gebot der Logik, aber auch ein Gebot unseres Zieles, das Restungswerk in zäher Arbeit schließlich zu vollenden. Ueber alle Sorgen, die der Ausbau der Derfastung uns beresten kann, geht Die Sorge um üas Schicksal Gberschleflens. Wir sind uns klar darüber, daß mit Oberschlesien auch über da» Schicksal Deutschlands und damit auch Europas eine bedeutsame Tut- scheidung. fällt. Lasten Sie mich noch einmal in diesem Augeublick der Hoffnung Ausdruck gebeu. daß die in Paris versammelten Männer sich der Schwere ihrer Verantwortung gegenüber Europa und gegenüber der ganzen Menschheit bewußt sind und zu einer ge- rechten Entscheidung kommen, die dem deutschen Volke die Lebens- Möglichkeit erhält. Erst vor wenigen Monaten haben«lr durch dt« Unterzeichnung des Londoner Ultimatums Lasten aus uns genommen, wie kein Volk in der Geschichte jemals— wir haben ste auf uns ge- nommen, obwohl ernste Männer und welle kreise unsere» Volkes uns das nicht glaubten, anraten zu könne», wir haben in de« letzten Monaten den ernstesten willen zur Erfüllung be- wiesen und haben darum ein Recht, zu hassen und zu verlangen, daß man uns nicht die Schaffensmöglichkeit nimmt, die die Voraus- sehung für so ungeheure Lasten ist. wer Ungeheures leisten will, muß den negierenden, unfruchtbaren Togespefsimismus von sich weisen, und wir müssen kotz allem, was sich ereignet hat. mit OpS- mismus ans werk gehen. Das deutsche Volk will sein Recht und er- arbeitet sich sein Brot in täglicher Arbeit. Wehe üenen, Sie diesem Volk, das guten Willens ist, Steine reichen! Ein Volk, das den Weg von 1gl8 bis 1921 gegangen ist, das nach einem solchen Zusammenbruch sich aufgerafft hat zur Arbeits zur Selbstverontwortung und zur sittlichen Freiheit, das hat den An- fpruch auf ein gleichwertiges Daseinsrecht, einen Anspruch an die anderen Völker der Erde und an die eigene Zukunft! (Bewegung.) Das Recht zu der Hoffnung, einst in einem gesicherten Staats» wesen diesen Tag als ein frohes Fest des gesamten Volkes feiern zu können, erblicken wir in dem Willen unseres Volkes, der nieder« gelegt ist in den denkwürdigen Eingangsworten unserer Derfastung. Früher der Bund der Fürsten nach einem siegreichen Kriege— jetzt ein Volk, das einig in seinen Stämmen, von dem Willen beseelt, sein Reich in Freiheit und Gerechtigkeit zu erneuern und zu festigen, sich diese Verfassung gegeben hat. Diese Well der Freiheit und Ge, rechtigkeit ist der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht in un, serer gärenden, sturmbewegten Zeit. Diesem Stern der Freiheit und Gerechtigkeit folgen wir, mag auch die Well über uns und neben uns noch so sehr bekümmern. Wir werden den Gedanken der so, zialen Freiheit, der sozialen Wohlfahrt und des Fortschrittes kotz alledem pflegen. Wir werden aufwärts gehen, wenn wir selbst alle dem treu sind, was die Verfassung in ihren Eingangsworten in ernster Stunde niedergelegt hat. Laut und herzlich war der Beifall, der dieser Rede folgte. Der Reichskanzlsr hatte auch nicht Unterlasten, mit einigen Worten der Versuche zu gedenken, die von Minder» heiten links und rechts unternommen worden sind, den Wille« des deutschen Volkes zu vergewaltigen. Um von den Prwathäufern gar nicht zu reden—, auch ein« anze Anzahl Amtsgebäudc hatten nicht ge, l a g g t. Wir sind uns klar darüber, daß es sich in diesen Fällen weder um Vergeßlichkeit noch um Fahnenmangel han» delt, und d i e Regiermig kann uns leid tun, die die Schuldi» gen an dieser stillen Demonstration gegen die Republik nicht zur Verantwortung zöge! Zweifellos werden gewisse Entente» blätter aus dieser Erscheinung Schlüsse auf die Festigkeit der Republik ziehen: wenn sie die Ursache wissen wollen, brauchen sie sich nur an Ä e r s a i l l e s zu erinnern! Kriegskoyruption. Das„Berliner Tageblatt' brachte in der heutigen Morgenaus- gäbe unter allem Vorbehalt Mitteilungen seines Wiener Korrespon- denten, die näheres über sensationelle Enthüllungen aus der Sphäre der Kriegskorruption enthalten. Diese Enthüllungen sollen in einer Denkschrift enthalten sein, welche der frühere österreichische Rittmeister n. Lustig im Verlaufe eines Korrupttonsprozestes dem Wiener Dioi- sionsgericht überreicht habe. Lusttg war seinerzeit Vertreter des österreichisch-ungürischen Kriegsministeriums beim preußischen Kriegsministerium. Lustig führe in der erwähnten Denk- schrift an, daß er während des Krieges im Einverständnis und im Auftrage seiner vorgesetzten Behörde in vielen Fällen hohe Beamte und Offiziere des preußischen Kriegsministeriums mit großen Summen bestochen habe. Auf diese Weise sei es ihm gelungen, Waren und Kriegsmaterial im Werte von mehr als Milliarden Kronen vielfach mtt Hilf« gefälschter Dokumente nach Oesterreich zu schaffen. Herr v. Lustig sendet uns in dieser Sache die Abschrift einer „Aufklärung', die er nach seinen Angaben an dos„V. T." geschickt hat. In ihr wird betont, daß er niemals Beamte oder Offiziere des preußischen Kriegsministeriums zu irgendeinem Zwecke bestochen habe. Er habe auch niemals von irgendwelchen amtlichen österreichi- schen oder ungarischen Behörden einen Auftrag hierzu oder Geld- mittel für diesen Zweck erhalten. Seine Aufgabe als Vertreter des t. u. k. Kriegsministerium» fei es nur gewesen, behufs Deckung der Heeresbedürfniste die Ausfuhr von Waren und Kriegsmaterial au» Deutschland nach Oesterreich-Ungarn zu erwirken. Er miste nicht, welchen Umfang diese Ausfuhr erreicht habe, habe auch niemals mit gefälschten Dokumenten gearbeitet. Don anderer Seite wird uns zu diesem Thema das Folgende geschrieben: „Dieser Herr Lustig(wie's trefft, nennt er sich auch von Lustig, manchesmal auch Großkaufmann usw.) hätte vielleicht besser getan, seine„Memoiren' in seinem Palais, Tiergarte nstr. 18a, verschlossen zu behalten. Man kann Herrn Lustig als den ungekrönten König der Tschechoslowakei bezeichnen, dessen Polypenarm« bis tief in die parlamentari chen Kreis« dieses Landes reichen. Beim Zusammen» bruch des De: ttchen Reiches in den schrecklichen Novembertagen 1918 war er der er �?, der mit der— bayerischen Heeresverwaltung Geschäfte abmar te zwecks Lieferung von allerlei Heeresgerät a n d i e Tschechoslowakei. Daß die letztere geschäftlich hierbei sehr nachteilig abschloß sei nur nebenher bemerkt. Seitdem warf er sich im großen auf ar e möglichen und unmöglichen Gründungen unter den Fittichen der t) hechoflowakischen Republik. So entstand hier am Potsdamer Platz die Handelsvereinigung der tschechoslowakischen Lan» ken, welche sich kur. e Zeit darauf häutete, sie wurde der Tschecho- slowakische Bankver- in. Nebenher gründete er auch di« Tschecho- slowakisch« Handclsg'sellschast in der Boßstraß««nd ist ungenannter Partner bei zahlreich m in- und ausländischen Unternehmungen mit- unter nicht ganz heller Art. Er bemüht sich krampfhast— wenn auch unberechtigt im Name, der Tschechoslowakischen Republik— Fühlung zu nehmen mit Stinnes, und tatsächlich sind seine Unterhändler mit Siinnes wiederholt in Verhandlungen getreten. Die Verhandlungen bezogen sich auch erhebllchenteils auf Erwerb sogar von linksstehenden Blättern in der Tschechoslowakei.' Wir veröffentlichen auch diese Mitteilungen unter allem Bor- behalt. Die Sache scheint dringend gründlicher Klärung zu bedürfen. Internationale Pazifistenkonferenz. Paris, 10. August.(MTB.) Havas berichtet aus Luxemburg: Die Internationale Friedenskonferenz wurde heut« vormittag eröffnet. Lafontaine(Belgischer sozialistischer Se» nator. Red.) wurde zum Vorsitzenden gewählt. Die Teil, nehmer an dem Kongreß wurden offiziell im Rathause empfangen, wo der Bürgermeister sie willkommen hieß und die besten Wünsche für den Erfolg ihrer Arbeiten ausdrückte. Den deutschen Dele» gierten riet er, vor allem den Frieden in ihrem Lande zu organisie» ren und daran zu arbeiten, daß das demokratische Regime dort Wurzel fasse. Wenn die deuffche Demokratie eine lebendige Taffache werde, so werde das Werk der Vergeltung beendet sein und der Friede werde aus der ganzen Welt herrschen. Lafontaine brachte in seiner Antwort den Dank der Versammelten zum Ausdruck und unterstrich die Worte, die über die deuffche Mitarbeit gesagt worden waren. Nürnberg opfert für Nußlanü. Nürnberg. 11. August.(TU.) In seiner gestrigen Sitzung faßte der S t a d t r o t mit den Stimmen der sozialistischen Mehr» h e i t den Beschluß, zur Hilfsaktion für das russische Volt einen Be, kag von öOOOO Mark aus Stadtmitteln beizusteuern. Reval, 10. August.(EE.) Der große Sänger S ch a l j a p i n wendet sich in einem Aufruf an die Künstler der ganzen West um Hilfe für die russischen Hungergebiete. Oberster Rat Poris. 10. August.(HUB.) Dn der Heuligen Zlach- millagssihung des Oliersien Rakes, der von 4 bis gegen 5 Uhr dauerte, wurde die Frage der Luslschiffahrl in Deutschland behandelt. Marschall Fach unterschied zwischen Militär- und Zivilluftschisfahrt. Diese Frage und die der Kontrolle ver- anlasten den Obersken Rat. den Stand der Tätigkeit verschiedener Kontrollkommissionen in den ehemals feindlichen Ländern durchzusprechen. An der Erörterung beteiligten sich Vertreter aller Delegationen. Es wurde einstimmig folgende Resolution angc- nommen: Es wird beschlossen, die Frage der Kontrollkommissionen dem Interalliierten Militärkomilee in Versailles, das Vertreter der Marine- und der Lufkschissahrt hinzuzieht, zu überweisen. Die Interalliierte Milikärkommission soll in ihrem Bericht an die Regierungen den Stand der von den Kontrollkommissionen verrichteten und dort noch zu verrichtenden Arbeiten bekanntgeben. Sie soll Vorsdjläge über die Form machen, unter der künftig vom militärischen. Marine- und Luftschifsahrlsstandpunkt die Ueber- wachung der Ausführung der Vertragsklauseln von Versailles sichergestellt werden kann. Der Oberste Rat besprach alsdann die Frage der Hilfe an Rußland und nahm einstimmig einen Beschluß an. eine internationale Kommission einzusehen, die die Möglichkeit einer Hilfeleistung für die hungernde Bevölkerung prüft. Die Kommifslen wird morgen gebildet werden. Die nächste Sitzung des Oberst«"., Rates findet Donnerstag nachmittags um 5 Uhr stall. dl!» beiöen Thesen. Paris. 11. August.(WTB.) Ueber die Besprechung der Frage der deutschen Luftschiffahrt im Obersten Rai berichtet h�lvas noch folgendes: Es standen sich zwei A u f f a s s u n g e n� gegenüber. Bon englischer Seite wurde erklärt: n�n solle Deutschland ver- trauen schenken und vorweg an seinen guten Millen glauben-, es müßte denn den Beweis des Gegenteils iiesera. Der Krieg ist nun- mehr seil drei Jahren zu Ende, ivir müssen endlich einmal zu einem wirklichen Frieden kommen und alle Organisationen ausheben, die noch zu sehr an den Krieg erinnern. Es ist daher geboten, es dem Völkerbund zu überlassen, die nötigen Nachforschungen über die militärische Lage in Deutschland anzustellen, so wie es Artikel 21? des Friedensoertrages von Versailles bestimmt. Diesen Ausführun- gen trat V r i a n d mit folgender Begründung entgegen: Frankreich hat schon seiner Lage nach ein ganz anderes Verhältnis zu Deutsch- lnnd als England, das vor jeden Angriff durch seine Lage geschützt ist. Frankreich hat eine gemeinsame Grenze mit dem Volk, das zu allen Zeiten, seine Geschichte beweist es. nur daran gedacht hat, es anzugreisen.(!) Es hat daher wohl ein gewisses Recht, mißtrauisch zu sein und sich die Gewißheit zu verschaffen, daß seine kriegerischen Nachbarn ihren Angriff nicht wieder beginnen werden. Daher will Frankreich die Kontroll- Organisationen dauernd beibehalten. Paris, 11. August.(EE.) Zu der gestrigen Nachmittags- sitzung liegen noch einige bemerkenswerte Einzelheiten vor: Lord Eurzon widersetzte sich mit größter Eindringlichkeit dem f r a n- z ö s i s 6) e n Vorschlage, die interalliierte militärische K o n t r o l l- ko m m i ss i o n für Luftschiffahrt in Deutschland weiter- b e st e h e n zu lassen. Diesen Standpunkt unterstützte auch dclla Torretta, der darauf hinwies, daß gemäß dem Friedensverträge d?e Mkl-itärkommission zu verschwinden habe und die Kontrolle der Rüstung nunmehr durch den Völkerbund zu erfolgen habe. Da-« gegen erklärte Baron lhayafhi, daß es sich hier um militärisch-technische Fragen handle, die von den mililärischen Führern behandelt werden sollten. Auch Jaspar sprach sich in gleichem Sinne aus. Er fand die Anschauung Lord Curzons zu liberal und erklärte, daß eine genaue Ueberwachung Deutschlands notwendig sei. Briand führte aus, daß er an Großmut für Deutschland hinter England und Italien nicht nachstehen wolle, doch müsse er bemerken, daß sich Frankreich Deutschland gegenüber in einer besonderen Lage befinde und Frankreich und Belgien durch die deutschen Rüstungen(!) bedroht würden. Vor noch drei Monaten habe Deutschland die Abrüstung verweigert. Seitdem seien neue geheime Waffen- lager und Depots aufgesunden(?) worden. Man könne also nicht auf die Kontrolle verzichten. Was den Völkerbund anbe- - Crdgisifye Hochzeit. Das Meer glänzt wie ein großer Kristall. Von unten leuchten bunte Sternchen. Jeder Kiesel auf dem Grund ist heute sichtbar. Himmel, Wasser, weißer Dünensand, ein Farbcndreiklang in flim- mernde Sonne getaucht. Mir kommen Gedanken vom großen Frieden der Natur. Aber was sind das für schwarze Pünktchen, die vor mir auf dem Wasser treiben? Eine ganze Strecke ist von ihnen bedeckt. Jetzt habe ich sie schwimmend erreicht und sehe... Vor mir auf dem Wasser schaukelt ein großes geflügeltes Ameisenweibchen. Es liegt auf dem Rstcken, der keulenförmige Hinterleib, an dem sich die Atmungsorgane befinden, ist krampfhaft nach oben gekrümmt. Aber das Tier sieht so seltsam aus, als hätte es zwei Paar Flügel? Jetzt habe ich es dicht vor Augen und sehe, daß noch ein zweites winziges Insekt sich krampfhaft an das größere klammert. Und dort auch, dort auch! Jede dieser schwimmenden er- trinkenden Ameisen trägt am emporgereckten Hinterleib noch einen kleinen Gefährten, ein lebendiges Boot segelt sie mit ihm aufs hohe Meer Und nun weiß ich, daß hier ein großes Hochzeitsfest tragisch endet. Von der flimmernden Sonne gelockt sind unzählige Ameisen zum Hochzeitsflug emporstiegen, die großen Weibchen und die kleinen Männchen. In der Luft haben sie sich in frohem Spiel gepaart. Aber der leise Wind, den ich kaum als linden Hauch ver- spüre, der nicht einmal das Wasser zu kräuseln vermag, hat sie aufs Meer hinausgetrieben. Und dann sind sie, vom Liebesspiel er- mattet, herabgesunken,— oder ist ihnen die weite grünliche Fläche als eine� große Wiese erschienen? Manche, die mit den Beinchen den Spiegel berühen, gewahren ihren Irrtum und schwirren wieder auf, aber tragisches Geschick— sie fliegen weiter seewärts, um bald abermals in die trügerische Fläche zu versinken. Die meisten aber wirft ein kaum sichtbarer Wellenstoß auf den Rücken, sie rudern noch stundenlang, das Männchen läßt sich vom Weibchen tragen, bis ein« Welle sie trennt, das Wasser beide herabzieht, oder ein gieriges Fisihmaul sie erschnappt. Ein ertrinkender Hochzeitsflug. Die Katastrophe einer großen Liebesfahrt. Vielleicht der Untergang eines Voltes. Unwillkürlich fällt mir eine alte Schifferballade ein von der Hochz/it, die in der Sturmflut ertrinkt. Ich schwimme ans Land. Meer, Himmel, weißer Dünensand --- der große Dreiklang leuchtet fort. Aber an die Allgüte der Ra- tur vermag ich nicht mehr zu denken... Peter. t)\e unheilbare Kriegspsychose. Di« Pariser Zeitung„Hamme fibre' bringt heut« eine phantastische Geschichte über-Inen angeblichen Kriegsrat in Berlin, der in den letzten Tagen stattge- Militärkontrolle. lange, so sei dieser erst ins Leben getreten und könne eine derartige Aufgabe nicht erfüllen. Lloyd George bemühte sich, die Anschauun- gen Lord Curzons und Briands in Einklang zu bringen. Endlich wurde beschlossen, die ganze Angelegenheit der interalliierten Militär- kommission zu überweisen. Diese wird nunmehr den Regierungen einen Bericht erstatten, worin bekanntgegeben wird, welche Arbeiten die Kontrollkommission bisher in Deutschland verrichtet hat und welche Arbeiten noch erledigt werden müssen. Es wurde semer beschlossen, daß in Zukunft die militärischen, maritimen und Lustfahrts- rüstungen in Deutschland überwacht werden gzüssen. Paris, 11. August.(WTB.) Der Oberste Rat hat in seiner gestrigen Nachmittagssitzung, wie bereits gemeldet, sich für die H i l f e für Rußland ausgesprochen. Ministerpräsident Briand erklärte, die französische Regierung habe gesagt, der Oberste Rat könne an einem so großen Unglück, wie es das russische Vblt betroffen habe, nicht achtlos vorübergehen. Alle Verbündeten und Frank- reich insbesondere dürften die HUfe nicht vergessen, die Rußland während des Krieges geleistet habe. Briand schlug vor, sich der Hilfelei st ung des Roten Kreuzes und der H o o v e r- schen Organisation anzuschließen, ohne daß die Hilfe dadurch offiziell werde. Nach seiner Ansicht könne man sich durch Ver- mittlung der tschechoslowakischen Regierung mit dem russischen Volk in Verbindung setzen. Lloyd George wies auf die Schwierigkeiten der Frage hin,-da 18— 25 Millionen Menschen von Hungersnot und Cholera betroffen seien. Eine Hilse sei nicht möglich, wenn die russische Regierung dem Roten Kreuz' nicht Erleichterungen gewähre. Getreide- müsse in gewisse Bezirke gebracht werden. Der italienische Minister B o n o m i stellte die Hilfe seiner Regierung in Aussicht. Der amerikanische Botschafter H a r v e y erklärte, er stehe zur Verfügung, nützliche Auskünfte über die Absichten der Organisation Movers zu erteilen. Der belgische Außenminister Jaspar schlug Einsetzung eines Sonderaus- s ch u s s e s vor, der alle erforderlichen Mahnahmen treffen solle. Schließlich sprach Lord Cu r z o n über Maßnahmen, die er in In- dien während der Hungersnot getroffen hat. Der Oberste Rat nahm alsdann die bereits mitgeteilte Entschließung an. �Sachverftänüigen�düettantismus. Paris, 11. August.(WTB.) Wie„Pstit Parisien" mitteilt, hat der Sachverstöndigenausschuß gestern sein« Arbeiten nur teilweise fortgesetzt: nur der erste Teil seines Berichtes sei be- endet gewesen. Noch eine Vormittagssitzung sei notwendig, um Un- terlagen zu schassen, die der Oberste Rat brauche, um sich erneut mit 'der oberschlesischen Frage zu befassen. „Petit Pansien" und andere Blätter heben hervor, es sei n i ch t sicher, daß der Sachverstöndigenausschuß sich über eine eigentliche de u t s ch- p o l n i s ch e Grenzlinie«inigen könnte. Die Aufgab« bestehe im wesentlichen darin, den indu- striellen oberschlesischen Block zu teilen, indem man im Innern des Landes eine Anzahl wirtschaftlicher Zonen schaff«, die von einander losgelöst werden könnten. Nach dem„Petit Parisien" sind bis gestern nachmittag(!) IS verschiedene Jonen gebildet worden. Diese ins Einzelne gehende Zerstückeku-ngsarbeit erleichtere zwar nach halbamtlichen Blättern die Grenzsührung, fetze aber der Erörterung über die Grenze kein Ende. Deshalb sollen die Regierungschefs die endgülllge Enkscheidung treffen. Briand, Lloyd George und Loucheur würden sich heute schon früh zusammen- finden und man würde die Erörterung eröffnen, bevor die Sach- verständigen zum Abschluß gekommen wären. Das Blatt sagt zum Schluß, ein Bruch oder auch nur ein« verlängerte Uneinig- k e i t wäre ein Berstoß gegen den gesunden Menschenverstand. „Matin" meint ebenfalls, durch die Zcrstückelungearbeit sei die Grenze nicht leicht festzulegen. Es sei sicher, daß, wenn die Sachverständigen das Dreieck zum Beispiel in zehn wirtschaftliche Einheiten zerlegen würden, drei für polnisch, drei für deutsch und vier für zweifelhaft erklärt würden. Das Blatt bemerkt weiter, man müsse hoffen, daß die Abtretung von Gleiwitz und Umgegend an Deutschland das funden haben soll. Angeblich wohnten diesem Kriegsrat Dr. W i r t h, E b e r t und zwei oder drei Minister bei, auch Ludendorff(!I) war anwesend. Man prüfte die Frage, ob, falls die Entscheidung über Oberschlcsien für Deutschland nicht in der erhofften Weise ausfalle, man Polen und Frankreich den Krieg erklären(l!) könnte. Rur ein junger General des Obersten Generalstabes erklärte sich für den Krieg, die anderen waren der Ansicht, daß der Augenvlick schlecht ge- wählt sei. Man sei noch nicht vorbereitet und müsse deshalb warten. Wie wir aus Dalldorf aus ganz zuverlässiger Quelle er- fahren, hat sich die Sache etwas anders abgespielt. Es handelt sich nicht um einen Kriegsrat, sondern um einen K r o n r a t unter dem Vorsitz Eitel Schieberichs. Unter den Anwesenden bemerkte man u. a. den Chef der Roten Armee M a x H ö l z, der einen fertig ausgearbeiteten Plan für den Zweifrontenkrieg gegen Frankreich und Polen vorlegte. Auch war der„Bankier" G r u s s e r als'Finanzberater auf besondere Einladung des Borsitzenden hinzugezogen worden. Der vermeintliche junge General des Obersten General- stabe» war kein anderer als F i ch t e m a n n von der KAPD. Es wurde in Wirklichkeit nicht nur der Krieg gegen Frankreich und Polen, sondern auch der rücksichtslose. U-Bootkrieg gegen Englandund Amerika mit allen gegen eine Stimme beschlossen, und zwar die de» Staatsministers Hergt, welcher er- klärte, es habe keinen Zweck, auch den Vereinigten Staaten den Krieg zu erklären, denn diese seien europamüde und„die Amerikaner würden doch nicht kommen". Als sie inzwischen erfahren hatten, daß ein Redakteur der ,�)omme libre" an dem Kronrat teilgenommen und das ganze Komplott verraten hatte, begingen sie alle Selbst- m ord. Ihre Beisetzung hat in aller Heimlichkeit stattgefunden. Ein deutscher Stadtbaurat für Tokio. Di« japanische Hauptstadt sucht einen deutschen Ingenieur für die Leitung ihres Straßen- und Brückenbaus. Er soll, nach manchen Mißerfolgen, Tokio auch st a d t b a u k ü n st l e r i s ch zu einer größeren Einbeit und zu besserer Entwicklungsmöglichkeit verhelfen. Der Ob'.bürqermeister von Tokio hat die Auswahl des Technikers dem deutl nen Botschafter in Tokio und dem japarnschen Botschofter in Berlin überlassen. Wenn Tokio wirklich sein Stadtbild verbesserv will, das heute aus Bauten so gegensätzlicher Art wie den köstlichsien alten Shinto- Tempeln und Mietshäi fern schlechtesten europäischen Geschmackes bunt gemischt ist, so steht einem deutschen Stadtbaukünstler aller- dings eine große und schwere, ober auch lockende und aussichtsreiche Aufgabe bevor. „Promluenle" Gagen. Herr M o i ssi� der im September in Wien, im November in Kopenhagen, im Dezember in R u- m ä n i e n und zu Beginn des nächsten Jahres in Amerika gastieren wird, erhält— wie eine hiesige Korrespondenz mitteilt— am Wiener Deutschen Bol'stheater tine Monatsgage von 100 000 Mark. Der dänische und amerikanische Goldregen dürste nicht spärlicher fließen. Abbau der Bücherpreis« ln Frankreich. Der große Pariser Der- lag Flammarion hat sich entschlossen, den Preis für fein« Select- Kollektion, 0er auf 1,20 Frank erhöht war, wieder auf So Centimes Höchstmaß der französischen Zugeständnisse(I) dar» stelle, und daß die Umgegend von Gleiwitz nicht allzu sehr ausgedehnt werde. Paris. 11. August.(EE.) Wenn eine Mitteilung des„Oeuvre* richtig ist, war es namentlich der englische Sachverständige Hurst, der mehr den Anschauungen Lord Curzons als denen Lloyd Georges folgte und sich einer Aufteilung des Industriegebietes auf das energffchfte widersetzte. Er erklärt«, daß die Landgemeinden notwendigerweise an die Städte angeschlossen werden müßten, selbst wenn sie in der Mehrheit von Polen bewohnt wären. Auf diese Weis« werde das emstige Projekt Pereivals nur wenig verändert. Nach dem„Pettt Parisien" erklärte gestern abend ein« Person- lichkeit aus der Umgebung Lloyd Georges:„Entweder man gelangt henle zu einem Einvernehmen oder e» kommt zur Trenunvg. Aber ein Bruch oder nur«ine Fortdauer des Mißverständnisses würde eine direkte Herausforderung an die gesunde Vernunft bedeuten." Das„Echo de Paris" rechnet aber trotzdem mit der Möglichkeit eines Bruches und tritt dafür«in, daß Briand sich von den Versprechungen, die er gegeben habe, lo s m a ch e. Im Auswärtigen Amt herrsch« der Einfluß Briands nicht unbestritten vor, werm er auch sehr oft den Sieg davongetragen habe. Aber Lloyd George sei entschlossen, die Dinge auf die Spitzte zu treiben und seinen ersten Erfolg auszunutzen. Pertinax befürchtet im„Echo de Paris". dohDeutschlanddenLöwenanteil davontragen werde: es würde das Zentrum des Industriegebiete» bekommen, während sich Polen mit den Grenzdistrikten begnügen müßte. Tie Londoner Presse optimistisch. London. 10. August.(WTB.) Die Abendblätter heben den Erfolg Lloyd Georges in Paris hervor und sagen, man erwart« allgemein, daß der Oberste Rat zu einem Ueberein» kommen in der oberschlesischen Frage entweder heute abend oder morgen kommen werde. „Poll Mall and Globe" schreibt, die Rede Lloyd Georges Hab« auf den Obersten Rat einen großen Eindruck gemacht, und die Aussichten in Paris hätten sich weiter gebessert. Die heutigen offiziellen Mitteilungen aus Paris besagten, daß der überwälti- gende Erfolg der Rede Lloyd Georges erst voll gewürdigt werden känne, wenn die Bedingungen der endgültigen Lösung des oberschlesischen Problems bekanntgegeben feien. Ein englischer Minister erklärte heute, Lloyd George habe eine Atmosphäre ge- schaffen, in der die Schwierigkeiten verschwinden müßten.� Briand und die anderen verantwortlichen Mitglieder der französischen Re- gierung seien vollkommen davon überzeugt, daß Lloyd George danach strebe, die Entente ungeschwächt aufrechtzuerhalten, daß er jedoch entschlossen sei. zu verhindern, daß Frankreich auf eigene Derant- Wartung die Grenzen des Friedensoertrages überschreite. Bor seiner Abreise von London sei es Lloyd George durchaus klar gewesen, daß es zwischen ihm und der französischen öffentlichen Meinung hart a-u f h a r t gehen werde, wie er selbst erklärte. Er sei jedoch U n e r- j ch r o ck e n gewesen._ Die Segegnung Masarpk-tzamisch. Hcllstadk. 10. August.(WTB.) Der Präsident der ffchechoslowa» tischen Republik Dr. Masaryt. begleitet vom Minister des Aeußern Dr. Benes, und Bundespräsident Dr. Hainisch mit Bundeskanzler Schober hatten heute in Selztal«ine Begegnung. Nach kurzem Aufenthalt wurde die Weiterfahrt nach Hall- stadt angetreten, während der die beiden Präsidenten eine halbe Stunde lang allein im Gespräch verblieben. Später nahmen auch Minister des Aeußern Dr. Benes und Bckadeskanzler Schober an der Unterredung teil. Um 1 Uhr traf der Zug in Hallstadt ein, von wo die beiden Präsidenten nebst Begleitung zu Schiff nach Markt-Hall- stcidt fuhren, wo sie von der Ortsbevöikernng herzlich begrüßt wurden. Gegen 5 Uhr wurde die Rückfahrt angetreten. Wien. 10. August.(Korrbureau.) Die Zusammenkunst zwischen dem Präsidenten der tschechoslowakischen Republik Dr. Masaryt und dem Bundespräsidenten Dr. Hainisch hatte ein vollständig be- friedigendes Ergebnis. Ein« ganze Reihe von w i r t- schaftlichen und politischen Fragen, die für die Weiterent- wicllung der beiden benachbarten Republiken von größter Bedeutung sind, wurde erörtert.__ herunterzusetzen. Das Publikum hat dem Verleger diesen Versuch schon gedankt: von den ersten Bänden der Kollektion, die zum neuen Preise abgegeben werden, sollen bereits 550 000 Stück verkauft sein, darunter Werke von Maupassant, Paul Bourget und Marcel Preoost. Die Frauenbewegung in Indien. Ein starkes Verlangen nach mehr Freiheit und größeren Rechten geht jetzt durch die ganze Frauenwelt Indiens, und diese Bewegung hat bereits bedeutende Erfolge gezeitigt. Eine eingehende Darstellung der indischen Frauen- emanzipation gibt H. Page, der Herausgeber des in Bombay er» scheinenden anglo-indijchen Blattes„Advocate of India". Die indischen Frauen habep es leichter als ihre Schwestern in den anderen asiatischen Ländern, weil ihr Kampf auf keinen Wider- stand bei den Männern stößt. Die indisch« Ueberlieferung läßt der Frau freien Zutritt zu jeder Stellung, der sie sich gewachsen fühlt, und in der indischen Geschichte haben schon verschiedentlich Frauen eine wichtige Rolle gespielt. Gegenwärtig stehen alle politischen Bereine den Frauen offen, und die Männer unterstützen sie m ihrem Gleichberechtigungsstreben. Die bisherige Abgeschlossenheit der Frau von allem Bertehr mit Männern und hauptsächlich die Kinderheiraten haben aber die Frau vom öffentlichen Leben ferngehalten. Der Prozentsatz gebildeter Frauen ist besonders unter den Mohammedanern sehr gering. Ein Mädchen, das im Alter von 12 Jahren an einen viel älteren Mann verheiratet wird, kann nur als Kind behandelt werden. S�bst wenn sie Mutter wird, bleibt st« doch noch von ihrem Manne abhängig und in der Zurück- gezogenheit des Familienlebens. Wenn aber ihre Söhne heiraten und ihre Frauen unter die Obhut der Mutter stellen, dann erlangt die indische Matrone einen sehr bedeutenden Einfluß und die Rolle, die sie als Schwiegermutter spielt, beweist, daß die frühen Heiraten in erster Linie für die untergeoronete Stellung der indischen Frap verantwortlich sind, denn die Männer begegnen der älteren Frau mit größter Achtung und folgen ihren Ratschlägen. Die indischen Frauen, die die neue Bewegung leiten, verwenden all ihre Kräfte darauf, ihrem Geschlecht eine bessere Erziehung zuteil werden zu lassen, denn sie wissen, daß Kenntnisse die beste Grundlage sind, um einen Platz im öffentlichen Leben auszufüllen. Die Männer, die für ihre Freiheiten den Engländern gegenüber kämpfen, unterstützen die Bestrebungen der Frauen nachdrücklich. In der Stadtverwaltung von Bombay und Madras haben die rauen bereits das Recht, Aemter zu bekleiden, und die gesetzgebende örperschaft von Madras hat ihnen das volle Stimmrecht bei den Wahlen zugestanden. Das politisch« Stimmrecht besitzen die Frauen auch in einigen anderen Staaten. Im Staate Cochin können sie sogar in die gesetzgebende Körperschaft gewählt werden. Ein Beweis für den Fortstyritt.der Frauenbewegung in Indien ist die Tatsache, daß eine Frau bereits Bürgermeisterin ist. Mit der Aus- dehnung des Frauenstimmrechtes und der weiblichen Bildung wird die Stellung der Frau in Indien immer stärker werden und damit den anderen asiatischen Staaten alz Vorbild dienen. Tpielplanändernnq. Im Theater in der KSnizarStzer St rage muh die auf Sonnadend angesetzte Erllauffahruny von Herrnnnn Sudermann».R o t r u j' msolge Ertranlung zweie» Hanptdarftelier ver- schoben werden. Neue Schule und alteGesellschast. Von Paul Oe st reich. Durch Erziehung pflanzt sich die Gesellschaft fort. Die a l t e Gesellschaft will dabei der Jugend ihre erstarrten „Heiligtümer"(Jdeologismen), die in vergangener Wirtschaft- lich-geistiger Epoche einmal lebendig, zeitgemäß waren, ein- impfen. Sie sind Herrschaftsmittel für sie geworden, um ihre innerlich längst unberechtigt gewordenen Besitztümer und Privilegien zu legitimieren.„Recht",„Moral",„Stand", „Vaterland",„Religion" und„Philosophie" werden so aus- gelegt, daß diese Begriffe tödliche Waffen in den Händen der Fossilienmenschen werden. Die Jugend wird dadurch gleich- falls starr gemacht; geduldig betet sie dann die Götzen an, die einmal— lang ist es her!— lebendige Götter waren. Die Jugend wiederholt am eigenen Leibe den Entwick- lungsgang der Menschheit; sie muß, falls sie gesund und leben- dig bleibt, hindurchschreiten bis zur Gegenwart, bis an die Schwelle unserer beginnenden, der„personalen" Epoche smit Müller-Lyer zu sprechen). Aber die ganze Umwelt ist erfüllt von rückständigen Jdeologismen. So haben die meisten Jugendlichen nicht die Kraft, den doppelten Kampf in ihrem Innern und mit der Außenwelt siegreich zu führen; ein großer Teil unserer Jugend bleibt auf dem Standpunkt vergangener Entwicklungsstufen stehen, wird innerlich tot; ihre Nachkam- men werden später von neuem den gleichen verzweifelten Kampf kämpfen, bis endlich eine Familie nacb der andern vom neuen Geiste erobert wird und ihre Kinder in einer anderen Lebenslust aufwachsen läßt, die ihre Entwicklung nicht bemmt, sondern fördert. Die S cb u l e ist in erster Linie eine Funktion der Gesell- schaft. Die Welt der Bedürfnisie und der Bedürfnisbefriedi- gung schuf im kapitalistischen System die„böbere" Scbule nach den Bedürfnisien. die Volksschule nach den Wünscben des Bourgeois, dasi feine Kinder gehorsam und unnachdenklick,, seine Diener gläubig und bescheiden würden. Run stehen wir im Wirrwarr des Üeberganges vom alternden Kapitalismus zum sich ankündigenden Sozialismus, und wie im Wirtschaft- lichen brodelt es im Schulischen. Das Schulideal der kommen- den— sozialistischen— Zeit formt sich immer klarer: die produktive Einbeitsschule, innerlich disserenziert und elastisch. Sie allein, getragen durch den Wirtschaftsvrozeß, kann die wirtschaftliche und geistige Bedürfnisbefriedigung des ge- samten Volkes planvoll vorbereiten und ermöglichen. Damit sich die neue Gesellschaft bllde, ist die neue SchulederGe- meinschafk nötig, die die Persönlichkeit jedes Volks- genosien sich sozial entwickeln läßt. Die alte Schule züchtete den rücksichtslosen Jndividuasis- mus auf Kosten der anderen, indem sie den Kampf aller gegen aste zum Prinzip des Schullebens machte, indem der Lehrer das Recht des höchsten-Mißtrauens gegen die Schüler, der Direktor das des böchften Mißtrauens gegen die Lehrer, der Schulrat das des höchsten Mißtrauens gegen alle fast Pflicht- mäßig besaß. Die Z u k u n f t s schule soll zur Gemeinschaft führen, die sich um fübrende Truppen bildet, die am Gesamt- werk der Erziehung tätig mitschafft. Gerade die sozialistische Gesellschaft wird den produktiven Führertyp, die Fülle be- freiender Persönlichkeiten schaffen, bis eines Tages das ganze Volk aus„Persönlichkeiten" besteht. Die zwei Gesellschaftsordnungen, die alte im Besitz, in skrupelloser, niederstampfender Verteidigung, die neue im wirren, getriebenen Haufen herannahend, sie ringen um das Schul- und Ernebungswesen, um die Jugend. Dort Kom- mandier- und Pariermenschen, hier Führer und freie,»n- gezwungene Kameradschaft; dort Klasse und auferlegtes Gesetz, hier Arbeitsgemeinschaft und Selbstnerantwortung. Es geht um unsere Zukunft! Lassen wir die Schule in die Hände der Konfessionen fallen, während einige„weltliche" Daten vom Sturme umbrandet sich mühsam behaupten, so fällt die Jugend wieder und noch mehr den„Jdeologismen", den Fetischen der Vergangenheit anheim, um Jahrzehnte werden wir ausaehalten! Dorum muß das ,.R e i ch s s ch u l- gesetz" zum Artikel 146 der Verfassung fallen oder so abgeändert werden, daß die„weit- l i ch e". die„Gemeinschaftsschule, die wahrhast zur Sittlichkeit und zur„Religiosität", zur Hingabe an die Ge- meinschaft erziehende, d i e R o r m w i r d! Sie übt k e i n e n Gewisienszwang, wo die konfessionelle und sogar die mit kon- fessionellem Religionsunterricht beglückte Simultanschule(die jetzt fälschlich„Gemeinschaftsschule" heißt) nach Seelen fischen wird! Die Linksparteien sollten einen Kreuzzug f ü r d i e Volksschule, für die Voltszukunft, ausschreiben. Mit formaler„Loyalität", mit nachgiebiger„Versöhnlichkeit" ist nichts zu retten gegenüber den Kampfmanövern und-Mitteln der kapitattstifchen Gesellschaft!„Sie ist rücksichtslos, egoistisch und profitgierig, aber noch mit heiserer Stimme krächzt sie: „Religion, Gott. Unsterblichkeit, Himmel", noch mit lahmender Hand webt sie mit der Fabne, auf der in Riesenlettern prangt: „Vaterland"." So schreibt Siegfried Kawerau in seinem fundamental wichtigen, soeben erscheinenden Buche „Soziologische Pädagogik"(Quelle u. Meyer), in dem er weitausgreifend und tiefschürfend die Zusammenhänge zwischen Wirtschafts-, Gesellschafts-, Herrschafts- und Er- zlebungsformen aufdeckt. Alle Erzieber und— alle Väter und Mütter sollten es lesen, damit sie Scheuklappen abtun, damit sie die süßen Täuschungen der rückständigen Kirchengewalten durchschauen und begreifen, was der Jugend nottt't, die unsere Zukunft bedeutet. Unvernunft und Torheit, Trägheit und Kurzsichtigkeit können die neue Schule und die neue Gesell- schaft zwar nur auf Zeit verzögern, aber auch diese Zeit dauert uns! Der Sozialist, die Elternschaft sollten alles ttin, daß nicht die Jugend der Muckerei überliefert wird; sie sollten einsehen, daß die neue Erziehung nur im Kampf gegen die alten Mächte zum Siege gelangt und daß es hier keine„Versöhnung" gibtl_ Waffenfunö. Arankfurk a. d. 0.. 11. August.(Eigener Drahtbericht des „Vorwärts".) Gestern vormittag war bei der Watfenerfaflungsstelle in Berlin eine Meldung eingelaufen, daß sich in Frankfurt a. d. O. ein größeres Wafsenloge r befinde. Gestern gegen abend trafen in Frankfurt a. d 0. im Auto mehrere Berliner Beamte von der Erfassungsstelle ein. Nachdem sie sich der Hilfe der hiesigen Krimi- nalpolizei versichert hatten, fuhren sie zu dem angegebenen Waffen- lager, das sie bei einem Gastwirt in der Oderstraße feststellten. Der Gastwirt leugnete anfangs. Die Beamten begannen sofort mit der Durchsuchung oller Räumlichkeiten und fanden größere Posten von Leuchtkugeln, Zündschnüren und außerdem 100 Stielhandgranaten. Das Lager wurde beschlagnahmt, der Gastwirt verhaftet, aber heute früh wieder freigelassen Die Angelegenheit ist der Staatsanwalt- jchast übennittelt wordci, Arbeiterführer in Westpreußen verhaflet. Die L. L.-Korrespondenz meldet aus Schneidemühl: In meh- reren großen Industriestädten in Westpreußen wte»n Graudenz, Thorn-Dirschau und Neustadt wurden aus Anlaß des letzten großen Streiks eine ganze Anzahl polnischer und deutscher Arbeiter- führer durch die Polizei verhastet und teilweise unter scharfer Be- deckung noch Warschau überführt. Die Verhaftungen er- folgten auf Weisung aus Warschau und sollen angeblich in einem Zusammenhang mit dem Aufheben zweier bolschewistischer Propa- gandazentralen in Kongreßpolen stehen. Die polnische sozialdemo- kratische Partei Westpreußens hat beim Landtag schärfsten Protest gegen die Verhaftungen erhoben und die sofortige Freilassung der Arbeiterführer verlangt. Groß-�erlm tzochfommerfpmbol. Auf schlankem Stengel, hochaufgerichtet, leuchtet jetzt die Sonnen- blume aus den Gärten heraus. Vielfach hat sie sich selbst angesamt, und besonders die Kolonisten gewähren ihr Gastrecht. Viel Ertrag bringt sie in der Regel nicht, denn das freche Spatzcnvolk um- schwärmt sie bereits, lüstern nach den fetten Körnern. Wer die Blumen nicht mit einem Lappen oder Papier umwickelt, hat das Nachsehen; es bleibt ihm auch nicht ein Korn. Bon der Sonnen- blume hat sich die Sage herausgebildet, daß sie, mit dem Weiter- rücken der Sonne sich drehend, dieser immer ihr Gesicht zuwende. Es klingt sehr schön, ist aber leider nicht wahr. Bei Tausenden von Sonnenblumen hat man noch nicht an einer einzigen dieses stete Hinwenden nach der Sonne wahrgenommen. Tatsache ist nur, daß überall dort, wo sich die Blüte frei und nicht gehemmt durch Reben- blüten entfalten kann, die Blume sich stets dem Osten, dkr Morgen- sonne, zuwendet. Mit dem Laufe der Sonne sich zu drehen vermag sie jedoch nicht, das läßt schon die feste Struktur des Stengels nicht zu. j Schwarz-Rot-Golü. Die Flaggen der Republik wehten heute aus Anlaß der Ver- fassungsfeier zum erstenmal von den Regierungsgebäuden. Ueber der Wilhelmstraße machten sich die neuen Farben besonders geltend. Ferner wehten sie vom Reichstag und Landtag und von den Dächern einiger Geschäftshäuser. Reichspräsident und Reichs- tanzler hatten ferner auf ihren Gebäuden zum erstenmal die ihnen zuerkannten gelben Flaggen mit der roten Umrandung und dem schwarzen Adler inmitten des Feldes gehißt— schwarz-rot-gold in der Standartenvariation. Die militärischen Dien st ge- b ä u d e zeigten die neue Kriegsflagge schwarz-weiß-rot mit dem schwarzen Kreuz in der Mitte und der schwarz-rot-goldenen vorge- schriebenen Gösch in der linken oberen Ecke. 25 hotelüiebstähle aufgeklärt. Festnahme eines Diebesquartetts. Der Schrecken der Berliner Hotelbesitzer waren vier Diebe, die in verhältnismäßig kurzer Zeit für mehrere hunderttausend Mark Wertsachen erbeuteten. Von den vier Mann, die seit einiger Zeit Berliner Hotels verschiedenen Ranges und in verschiedenen Stadt- vierteln unsicher machten, wurden zunächst ein gewisser Mali und ein Herbert B u tz f a h l, genannt der„schöne Herbert" festge- nommen. Butzfahl stellt« sich trank und erlangte so die Freiheit wieder. Weit es ihm zu unsicher war. allem zu„arbeiten", so sah er sich nach einem neuen Spießgesellen um und fand ihn m einem Kaufmann Karl Horn, der seinem Arbeitgeber in Köln a. Rh. mit 78 000 M., die er zur Bank bringen sollte, durchgebrannt war. In ganz kurzer Zeit brachten es diele Beiden dann auf 13 Hotel» diebstähle. Die wertvolleren Beutestücke machten sie bei Trödlern, Pfandleihen und in Kaschemmen, besonders in der M ü n z st r a ß e, zu Geld. Die Beamten der. Dienststelle B I 4, der die Bekämpfung der Hoteldiebstähle besonders obliegt, rickiteten ihr Augenmerk namentlich auf Gäste, dse zur Zeit der Diebstähle oder kurz vorher in den betreffenden Hotels abgestiegen waren. Di« Perstmenbeschrei- bungen solcher Gäste erinnert« sie sofort an Butzfahl. Die Beiden besuchten, wie die Beobachtung-n ergaben, regelmäßig nach getaner Arbeit das Kaffee.„National", um ein Stündchen Billard zu spielen. Nach einem solchen Erholungsstündchen wurde Butzfahl vor«inigen Tagen, als er das Kaffee verließ, von den Beamten ergriffen. Sein Bealeiter, der Defraudant Horn, der schon vor einem Jahr aus Köln verschwunden war. entwischte. Er fand sofort einen neuen „Mitarbeiter in einem Kaufmann Fritz H u b a s ch, der auf diesem Gebiete schon bewandert war und erst' vor kurzer Zeit das Straf- aefängni�verlassen hatte. Mich dielen Beiden gelanqen in kurzer Zeit wieoer eine ganze Reihe von Diebstählen, bis sie gestern mit ihren Mädchen In den Hotels, in denen sie wohnten, von den Be- amten des Dezernats ermittelt und ebenfalls sestaengmmen wurden. 25 Diebstähle konnten den Verhafteten nachgewiesen wer- den. Wahrscheinlich haben sie noch viel mehr auf dem Kerbholz, auch in den Ostseebädern, wie Swinemünde, wohin sie Abstecher zu machen pflegten._ �e«er in einer Moabiter Kaserne. Die Berliner Feuerwehr wurde von fast allen Feuermeldern Moabits heute früh gegen g Uhr nach der ehemaligen Kaserne des Garde-Feldartillerie-Regiments in der Kruppstraße 15 alarmiert und rückte sofort in großer Stärke aus. Als Brandmeister Lindner mit dem 15. Löschzug« an der Brandstelle ankam, brannte Wr westliche D a ch st u h l der jetzt vom 13. Reiterregiment benutzten Kaserne in großer Ausdehnung. Explosionen von Handfeuer- waffenmunition und brennende Handgranaten- t i e l e liehen Vorsicht geboten erscheinen. Da indes mehrere in der Kaserne wohnend« Zivilpersonen in Gefahr schwebten, wurde diesen schnell Hilfe gebracht. Es gelang, alle gefährdeten Personen über die total verqualmten Treppen in S i ch e rh e i t zu bringen. Mit 1 B-Rohr und 5 /�-Rohren von Motorspritzen wurde energisch längere Zeit gelöscht, wobei ein» auf dem Kasernen- Hof aufgerichtete mechanische Leiter ausgezeichnete Dienste leistete. Die in den Bodenräumen lagernden Handfeuerwaffen konnten zum größten Teil wirksam geschützt werden. Der Schaden ist nicht un- bedeutend. Die Entstehung tonnte noch nicht aufgeklärt werden. Gegen 11 Uhr war die Gefahr beseitigt und um Mittag konnten die letzten Löschzüge wieder abrücken. Der Qualm des Brandes war in Moabit weithin sichtbar gewesen und hatte zahlreiche Personen oer- anlaßt, nach der Kruppstraße zu eilen, die ober von der„Schupo" abgesperrt war. Das Dach der Kaserne und ein Teil der Boden- räume müssen erneuert werden. Restwagen auf den(Güterbahnhöfen. Vom Betriebsrat des Anhalter Güterbahnhofe» wird uns ge- chrieben: Di« Stoatseisenbahnverwaltung scheint ihre Aufgabe darin zu erblicken, den Güterverkehr möglichst zu hindern. Zum Beweise für diese Behauptung wird das folgende angeführt: Seit langer Zeit stehen aus vielen Berliner Güterbahnhöfen Hunderte von n i ch t a u s g ela d e n en, sogenannten Rest wagen. Die Betri»bsräte versuchen seit 3 Wochen dem Uebelstand abzuhelfen. Die Zusage des einen Tages, endlich Arbeiter einz-astellen, wird am andern Tage zurückgezogen. Man hat die ganze Güterannahme eines großen Bahnhofs für einige Tag« voll- ständig gesperrt. Als ob man einen Fluh absperren könnte! Der Erfolg war, daß nicht nur die Eisenbahn, die Arbeitslosen, sondern auch die Spedition und. dadurch Handel und Industrie schwer geschädigt wurden. Die Zahl dc-r Restwagen stieg gerade durch diese Maßnahme weiter. Nun hilft sich die Verwaltung damit, daß sie „Erhebungen" anstellt. Inzwischen ziehen die Dienststellen Packer zum Entladen heran, die unbedingt notwendig sind, damit die Wagen, die 500 Kilometer und mehr zurücklegen müssen, richtig ausgenutzt werden. Auf der einen Sette.werden wielleicht 10 M. Lohnersparnis erzielt, auf der andern aber für Tausende Mark Laderaum vergeudet. Wären z. B. auf einem Bahnhof allein vor 14 Tagen 20 Arbeiter eingestellt worden, so hät-e man damit die Restwagen entleert. Man hätte mit 100 Wagen gegen 300 000 M. verdienen können. Es steht also einer Arbeitslohnersparnis von rund 10 000 M. ein entgangener Berdienft von mindestens 300 000 M. entgegen. Die volkswirtschaftliche Seite ist noch viel bedeutender. Man weiß auch in der Verwaltung, daß der Verkehr in nächster Zeit wegen der Be. förderung der neuen Ernte noch mehr steigen wird. Jetzt sind die Wagen schon knapp, man weiß daß in nächster Zeit nicht nur das Wagen-, sondern auch das Maschinenmaterial nicht ausreichen wird. Man müßte jetzt versuchen, reinen Tisch zu machen und alle Güter schnell befördern, um sich au; den großen Herbstverkehr einzurichten. � Das Verantwortlichkeitsgefühl treibt die Betriebsräte, sich an die Oeffentlichkeit zu wenden, um auf diese Weise eine Besserung dieser Zustände zu erzielen._ »Winterfreuöen.� Der Verein deutscher Kürschner, Leipzig, veranstal- tete gemeinsam mit dem Verband der deutschen Modenindustrie an- läßlich der Herbstmodenwoche in Berlin im Theatersaal der„Skala" eine Pelzkleider- und Hüteschau. Man zeigte die Schöpfungen der verschiedenen Firmen im Rahmen eines„Modischen Spiels", erdacht und inszeniert von Rochus Gliese, der zu diesem„Wintertraum" die Theatcrkostüme und-dekorationen entworfen hatte.' Die Idee des„Wintcrtraums" war nicht sehr kompliziert: Ossi Oswalda, die Filmschauspielerin, gab eine Märchenkönigin aus dem fernen Osten: Albert Paulig war ihr Partner, der als schiffbrüchiger Passagier sich in das östliche Märchenland rettete und von den hilf- reichen Asiaten zu der chinesisch gekleideten Herrin gebracht wird. Hier entwickelt er eine rege Tätigkeit, indem er versucht, sie von der Kultur und Schönheit der europäischen Mode allerneuester Rich- tung pantomimisch zu überzeugen. Nachdem Tänzerinnen und Kin- der aus der Grimm-Reiterschule ihrerseits allerlei mehr oder weniger östliche Tänze zum besten gegeben hatten, zauberte Albert Paulig seinerseits aus Koffern und Kisten, die offenbar mit ihm den Schiff- bruch überstanden hatten, eine Unzahl europäischer Kulturträgerinnen heraus, die mit den Erzeugnissen der Kleider- und Pelzindustrie von 35 deutschen Großfirmen ausgestattet waren. Diese unwahrschein- lich schlanken Gestalten schritten zur Musik über die Bühne und zeigten den zahlreich erschienenen Ausländern Pelzwerk, Sportanzüge, Kleider und Hüte, deren Kosibarkeit, was Material, Verarbeitung und Schnitt anbelangt, ebenso märchenhaft erscheint wie das ganze Märchenstück. Sämtliche Kleidungsstücke waren so raffiniert, daß selbst die valutakräftigsten Ausländer erstaunt sein müssen, ein der- artiger Luxus kommt auch für den erfolgreichsten deutschen Kriegs- gewinnler nicht in Betracht, für die Kapitalisten aus der Vortriegs- zeit wahrscheinlich auch nicht. Es ist also alles für das Ausland bestimmt, die Pelze, die rechts und links getragen werden können, die Sportkleidung für Damen, in denen die enganliegende Hofe be- sonders betont ist, die filmhaft dekorativen Hüte und die seltsamen Kleider mit ihren vielen, vielen Garnituren, von denen die Sticke- reien und Spitzen am meisten bewundert werden müssen. Es steckt eine Menge Maschinen- und Handarbeit in diesen Kost- barkeiten, und das ist das Versöhnliche dabei, man hat eine gehobene Arbeit geleistet, als dieser vor allem durch das prächtige Material werwoll gewordene Kleiderluxus erdacht und, ausgeführt wurde. Massenbesuch im Leichenschauhaus. Die Nachricht, der am Engelbecken gefundene Kopf der anscheinend einem Lustmorde zum Opfer gefallenen weiblichen Person sei von ärztlicher Seite präpariert worden und nun in der Schauhalle zur Rekognoszierung ausgestellt, veranlaßt große Scharen von Menschen, sich dorthin zu begeben. Heute vormittag wurde die Schauhalle gegen 1410 Uhr geöffnet, und sofort begann die Wanderung. Der Kopf erhob sich in einem Glaskasten, hatte eine graue Farbe und nur noch wenig Haar. Daneben lagen die Hände der Toten. An dem einen Finger befand sich die charakteristische Gestaltung des Nagels, welche vielleicht zur Feststellung der Persönlichkeit der Toten führen mag. Diese dürfte bei dem Zustande der Leichenteile sonst manche Schwierigkeiten haben. Beim Areibaden ertrunken ist ein« unbekannt« Frau. deren Leiche gestern zwischen Müggelhort und Prinzengarten aus dem Müggelsee gelandet und nach der Halle in Köpenick gebracht wurde. Die Unbekannte ist etwa 35 bis 40 Jahre alt und 1,70 bis 1,75 Meter groß und trug einen roteingefaßten grauen Badeanzug. Die Tote, deren PersönlichkAt die Polizei des 15. Bezirk jetzt fest- zustellen bemüht ist, trug einen Trauring mit den Zeichen R. P. A. W. 1903. Großer Geldschrankeinbruch. Große Beute machten Einbrecher, die in der vergangenen Nacht ein Geschäft in der Seydelstraße .heimsuchten und nach Art der gewerbsmäßigen Verbrecher das Spind aufknabberten. Außer 62 000 polnische Mark, sogenannte Kriegs- aoten, fielen ihnen-besonders goldene und silberne Wertsachen in die Hände, darunter eine ISbarätige goldene offene Herrenuhr mit rundem Bügel, 24 goldene Armbanduhr-Caletten, gestempelt 375 Carüre, dazu goldene Ziehbänder mit dem Stempel 333, alles von gelber Farbe, eine silberne Ankerherrenuhr der Marke„Haoila", Silber-Tula-Ziehbänder für Caletten, gelbe Ziehbänder usw. Für die Wiederbeschaffung der Beute ist eine Belohnung von 4000 M. ausgesetzt. Mitteilungen, die auf Wunsch vertraulich behandelt wer- den, nimmt die Kriminalpolizei gegen Belohnung im Zimmr 33 de» Polizeipräsidiums entgegen. Ansichkskarken mit mehreren Unterschriften sind auch dann, wenn sie sonst nur höchstens fünf Gruß- oder Höflichkeitsworte enthalten, wie gewöhnliche Postkarten zu frankieren. Es ist also nicht zu» lässig, daß für 15 Pf. Porto drei, fünf oder noch mehr ver- schiedene Personen unterschreiben. Dagegen werden Unterschriften wie„Schulze und Frau" oder„August Müller und Sohn Gustav" nicht beanstandet. Ter verein der Freidenker für Feuerbestattung e. B. Berlin bielt eine außerordentliche Generalversammlung im Zirkus Busch ab, die von ca. 4000 Mitgliedern besucht war und die sich in der Hauptsache mit der Reorganisation des Vereins beschäftigte, die die Einsührung des De- leglertensystems und eine Ausdehnung über daS ganze Reich bezweckt. Dem vorgelegten Entwurs wurde nach unwesentlichen Veränderungen zu- gestimmt. In Bezug aus die Entwickelung des Vereins berichtete der Vor- sitzende Müller, daß die Mitglicderzabl aus über 108 000 und das Vermöge» auf mehr als 4 000 000 Mark angewachsen sei. und daß anzunehmen wäre, daß durch die beschlossene Ausdehnung des Vereins über das Reich das 2. Hunderttausend Mitglieder bald erreicht werde. Die demnächst in Betrieb zu nebmenden Leichenautomobile, mit denen Seichen auch von weit her überführt weiden, dürsten dazu das ihrige beittagen. Das Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Ein wenig kühler, zeitweise aufklarend, je- doch überwiegend bewölkt, mit leichten Gewitterregen und meist schwachen südlichen Winden._ Hroß-Serliner parteinachrichteiu 9. greis. Hallesche» Tor. Freitag, den 12. August erweiterte Kretsvorftand». iitzung 7 Uhr bei Reim, Urdanftraße SS Id. Abt. Heute abend 70, Uhr Funkionärsttzung bei Große, Blumenstraß« 88. Die Betrieb-vertrauensieute und Elterudelrllt« find hierzu eingeladen. GewerGhastsbewegung Emrm gegen die Einheitsfront. Zu dem Streit in den reaktionären Beamtengewertschaften iiber die Vereinbarungen zwischen dem Allgemeinen Deutschen Ge- werkschaftsbund, dem Allgemeinen freien Angestelltenbund und dem Deutschen Beamtenbund erfahren wir folgendes: Die Reichspostgewertschaft, eine lose Vereinigung der Postbeamtenfachoereine, hat in ihrer Vorstandssitzung beschlossen, den Vereinbarungen nur zuzustimmen, wenn eben solche auch mit allen anderen Arbeitergewertschaften-- also C h r i st- lichen, chirsch-Dunckerschen und Gelben— getroffen werden. Eine gleich« Vereinbarung mit den Christen ist schon deswegen ein« Unmöglichkeit, weil bekanntlich her Abgeordnete Dr. ch ö f l e/, Uhr bei Hinzk». Sitzwng der nej- !g-schlaaen»n strankenIassen-Auvschuhmitglieder. Unterzeichnung der Wahlan- >me-Eriläruna. vorg nähme»! Soziales.. Sicherung des Achtstundentages. Der Achtstundentag muß eingehalten werden. Der Unternehmer ist verpflichtet, auch feine Arbeiter dazu anzuhalten. Da» bayerische Oberlandesgericht hat entschieden: Der Arbeitgeber ist selbst dann strafbar, wenn er die 8 Stunden überschreitende Arbeit des Arbeitnehmers, zu der sich dieser freiwillig erbietet oder herbeiläßt, in seinen gewerblichen Betrieben auch nur duldet. Es ist belanglos, daß die Arbeiten einerseits zu einem regelmäßigen Fort- gang des Betriebes unbedingt notwendig waren, andererseits nur außerhalb des regelmäßigen Betriebes ausgeführt werden konnten, es sei denn, daß eine längere Beschäftigung des Arbeiters von zu- ständiger Stelle genehmigt war. Es ist also verboten, einen Arbeiter länger als 8 Stunden zu beschäftigen, ohne daß besondere Genehmigung dazu eingeholt ist. Durch ein Rundschreiben des Re-chsarbeitsministeriums wird die lC P E!,. lingen 2 Tage lang oerhandelt. Endlich am Sonntag brach der offene Wider st and unter den Sträflingen aus. Sie weigerten sich, nach einem Spaziergang in ihre Zellen zurückzu- kehren, und der Direktor der Strafanstalt, der das Koinmende vor» aussah, nahm die Hilfe der B o l t s w e h r in Anspruch. Die Truppen brachten mit großer Mühe die Häftlinge in ihre Zellen zurück. Dort begannen sie alles kurz und klein zu schlagen und die Einrichtungen zu zerstören und Eisenstücke auf das Militär zu werfen. Daraufhin machte das Militär von der Waffe Gebrauch; es wurde aber auch von den Sträflingen aus den Zellen» fenstern geschossen, vier Sträflinge wurden getölek. mehrere verletzt. Ein Ausbruch aus der Strafanstalt konnte ver- mieden werden. Der Schoden, der durch die Demolierung onge» richtet wurde, geht in die Millionen. Gräßliches Autounglück. Mittwoch mittag flog auf der Strohe noch Elend im Harz von einem Prwatauto ein Rad ab und schlug mit solcher Wucht einer spazierengehenden Dame gegen den Kopf, daß sie sofort tot war. Das Auto, das durch das ab- geflogene Rad steuerlos geworden war, fuhr in den Wald und stürzte um. Dabei erlitten zwei von den drei Insassen, eine Dame und ein Herr, schwere Verletzungen. Die Getötete ist ein« Frau Pilz aus Leipzig, die zur Kur in Elend weilte. Sechsfacher Mord bei Lromberg. In Adl. Kruschin sind folgende Perjonen umS Leben gebracht: Der Besitzer Albert Ulrich und keine Frau Emma, der Schwiegervater Ulrichs namens Prictz und besten Sohn Gottfried, ferner der Knecht Detala und eine Frau, deren Name noch nicht festgestellt werden konnte. Sämtlich« Per- sonen sind erschossen worden, nur ein sechs Monate altes Kind blieb verschont. Die Mörder haben die ganze Wohnung ausgeraubt. Pinsk abgebrannt. Durch einen riesenhaften Brand wurde PinsS (Wolhynien), eine Stadt von etwa 60 000 Einwohnern, fast voll» ständig eingeäschert. Die Lage der Abgebrannten ist entsetzlich. Hundert« von Familien kampieren auf offenem Felde. Rings um Pinft wüten Waldbrände. «-raiM». wr den r-v-ckt. Teil: Dr.»ceuer Peiler, Charlottenvurs: kür«lnzeisenz Xft. Glocke. Berlin. Verlag: Carftärts-Berllig G. m. b. H.. Berlin. Track: Bor« «SriS-BuGdruckerei«. Verlageanltalt Bau! Singer«. So.. Berlin. Sindeiltr. Z. Eröffnung Freitag den 12. August 1921 vormittags 10 Uhr Hervorragende Angeboie: Gardinen- Stores- Bettdecken Künstlergardlnen in Tüll, Etamine und Madras Bettvorleger, Läuferstoffe, Divandecken, Steppdecken Gobelins, Wachstuche Sadtgcmaife Beraftuig in allen An- geiegcniieilen der innendekorallon LSUSE Erhältlich in Apotheken und Drogerien. Apotheker Otto Pfeiffer& Plehler, Berlin N.6S, SchulstraBe 16. nebst Nissen, Wanzen, Motten, Flöhe, Schwa. ben werden radikal vernichtet durch PFEIFFEROL Adressen, Diktate, « Verrleltil- tleuogen übernimmt Adler, Frobenstr. 21. Nollend. 1640. besond. Zeiss u. Ooerr werden stündig angekauft Photohau» Stookolmann Berlin W 9, Potsdamer Str. 135 Möbel tu niedrizsten Preisen direkt an Private. Riesenauswahl. 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