flg. 35Z ♦ 3O. �ohrsttwg flusgade B Nr. 1SY Bezugspreis» B:ert-lIähr>.Z0.— monall. M— vi. frei iLL Haus, voraus zahlbar. PoK» dszug: Monatlich 10.— M.«infdjLgi»" stkllunasxebühr. Unter Stre ujbanti für Deutschland. Danzrg. das Saar» und Memeloebtet. sowie die ehemals deut- scheu«Sediete Polens. Oesterreich» Ungarn und Luzembura Ah— M. fllt das übrige Ausland??,— M. Post- bestellungen nehmen an Oesterreichs Ungarn, Tschecho- Slowakei, Däne» mark, Holland, Luxemburg. Schwede» »nd die Schweiz. Der»Sorwarts* mit der Sonntagsbeilage„Boll»nd Seif, der Unter- haltungsbcilage„Heirmnelt* und der Beilage.Siedlung und»leingarten� erscheint wochentbglich zweimal, Sont»- tag» und Montag, einmal. Telegramm- Adresse: .Sojlaldereoftal verNee» Abend Ausgabe w* � � Vevlinev VolKsblstt ( 20 Pfennig") «uzeigespret«: Die«chtgcfpaUnte»oetporewezeile testet MO M..«lein»«nzeignr da» fettgedruckte Wort Hto M. sz» liisslg zwei fettgedruckte Worte», jede, wettere Bort h— PL Stellengesuche und Schiofstellenanzeige» da» erste vor» O— HU feile» wettere«ort W Pfg. Worte über ld Buchstabe» (SHIen fftt zwei«trete. FawUlewAn» »eigen ffit Abonnenten geile U- SR. Die Preise verstehe» stch einschllehvch Teuerungsiuschlag. fstr die«stchste«mume, müssen di»»»he nachmittag» im hauptgeschSst. Perlw SB«st Linde». strassest abgegeben werde». Seiffnet �»» Uhr srüh di» i Uhr abend». �entralorgan äer fo2ialäemokratifcken Partei VeutlÄilanäs ReSaktwn und Expedition:€0)6$, Linden str. 3 See»,»recket!' Redaktion Moritzplatz IS1SS— S7 �crntprecyer- Expedition Moritzplatz 117SN-S4 Montag, de« 13. Angnft 1SÄ1 vonvärtsoverlag Sun-b.y�€w 6$, Liadeaftr. S Kernivrecker' Verlag, Sxpeditio» und Inseraten. S�SISIlSlLl«bteilmtg Moritzplatz m 53-54 die Stadtverorönetemvahlen. Heimanns Referat auf dem Berliner Bezirkstag. Die Etadwerordnetemvahlen. vor denen wir in Groß Berlin stehen. Kaden für die Partei wie für die Bevölke runa Groß-Berltns ein« Bedeutung, die weit hinausgeht über die zeder anderen bisherigen Kommunalwahl. Diese Wahlen verdienen daher die ernsteste Beachtung auch de« Groß-Berllner Bezirkstages. Um zu einer richtigen Beurteilung der von der Partei bei diesen Wahlen einzuschlagenden Taktik zu gelangen, ist es er» foroerlich, kurz rückschauend die Berhältnisie zu betrachten, die sich bei den letzten Wahlen am 20. Juni 1920 und seit dann entwickelt haben. Wir haben bei diesen Wahlen am 20. Juni 1920 ungünstig abgeschnitten. Daß es so kommen würde, war jedem Ein- sichtigen von vornherein klar. Um das deutsche Volk und die deutschen Arbeiter vor dem Absturz in den Abgrund zu retten, ist die SPD. nach dem Zusammenbruch des alten Regiments ohne Besinnen in die Bresche gesprungen und hat in der fürchterlichsten Situation, in der jemals ein Volk gestanden hat, die Verantwortung für di« Führung der Regienmgsge» schäfte übernommen. Niemals war eine Partei vor schwierigere Aufgaben ye» stellt, niemals war es gleich unmöglich, auch nur«inen Bruch» teil der Hoffnungen und Erwartungen zu erfüllen, welche die Millionen ungeschälter Wähler aus unsere Partei gesetzt hatten. Zu diesen durch den verbot des Weltkrieges herbeigeführten Verhältnissen kam die hemmungslos«, ungezügelte Agitation, mit der unsere Gegner von rechts und links nicht dem Krieg mit allem, was er im Gefolge hatte, sondern un« die Schuld am Elend des Volkes zufchneben. Diese Agitation im verein mit den bestehenden zwangsläufigen Verhältnissen zeitigten bei den Wahlen am 6. mid 20. Juni für unsere Gegner Erfolge, und Hundert- taufende von Wählern kehrten bei diesen Wahlen un» den Rücken und Nefen den Partelen zu, di« ihnen mehr oersprachen. als wir ehrlicherweise glaubten tun zu dürfen. Durch solche Agitation gelang es insbesondere auch der der damals noch geeinten USPD. am 20. Juni 1920 groß« Scharen Berliner Arbelnter i-n ihr Lager herüberzuziehen und dadurch, daß dies« Wahlen die Grundlage für den Aufbau und die Neuorganisation der-Berliner Stadtverwaltung bildeten, eine überragende Stellung w der Ctadtverordnetenverscumn- lung und im Magistrat wie in den Dezirtsversanunkmgea und den Bezirksämtern zu erlangen. Die kommenden Wahlen bieten die Möalichdrtt, diese in den Verhältnissen nicht mehr begründete Stellung der USPD. zu erschüttern. Haben wir diese Mögstchkett zu bearühen. so weisen wir doch jede Gemeinschaft mit der durch die D. vp. erfolgten erfolgreichen Anfechtung der vorigen Wahlen weit von uns, denn diese Anfechtung ist erfolgt nur aus Feindschaft gegen das sozialistische Groß-Berlin und somit aus Er- mägungen, die wir grundsätzlich und auf da» schärfste de» kämpfen. Der yah gegen das elnheilliche Groß-Berlin und'veziell gegen das einheitliche sozialistische Groß- B erlin bildet eben das Bond, das sich um alle bürgerliche Par- t-ien schlingt, und wenn es auch zu dem formellen Zusammen- 'chluß dieser Parteien zum vielbesprochenen Bürgerblock nicht kommen sollte, so wird doch das sozialistische Groß-Berlin von ollen bürgerlichen Parteien in gleicher Weise berannt werden. Ihr Ziel ist die Vernichtung des einheitlichen sozialistischen Gross Berlin und ihr Sieg würde das Ende der Politik de» deuten, die wir im Interesse der minderbemittelten Bevölke» rung unseres großen Gemeinwesens geführt haben. Mit der gleichen Schroffheit wie die Rechtsparteien haben mich wir daher bei den kommenden Wahlen schärfste kiennpfstellung gegen rechts zu nehmen, und es ist Pflicht aller Parteigenossen, auf das eifrigste Aufklärung über das gemeinschädliche Verhalten dieser Parteien im Roten Haus zu verbreiten und das Material, das hierzu rechtzeitig zur Verfügung stehen wird, fleißig zu be- nutzen. Unsere Aufgabe aber in diesem Wahlkampf muß es sein, die zahlreichen Kreise, die immer noch den Rechtsparteien nachlaufen, trotzdem sie ihrim Klasseumtsresse nach zu uns ge- hören, M uns herüberzuziehen. Und ebenso wie von rechts haben wir auch von links her große Wählermaflen zurückzugewinnen. Wir haben daher im Wahlkampf auch Front gegen links, gegen di« Kommunisten wie gegen die USPD. zu nehmen. Soweit wir in Frage kommen, müßt« dieser Kampf gegen links m nein sachlicher nicht gehässiger Form geführt werden. Ob von den Unab- hängigen und Kommunisten ebenso gehandelt werden wird, wolle» wir abwarten. Ich persönlich habe nach allen bis- herigen Erfahrungen daran die stärksten Zweifel, stehe aber auf dem Standpunkte, daß, selbst wenn meine Befürchtungen zutreffen, wir rein sachlich bleiben und alles vermelden sollt»«, was den Drudertampf unnötig vergiften könnte. Diese strenge Sachlichkeit /lmsteröam für Rußland. Die furchtbare Notlage, in die Hungersnot und Seuchen aller Art das russische Volk gebracht haben, veranlassten de» Jnter- nationalen G e w e r k s ch a st» b an d(Sitz Amsterdam), die angeschlossenen Landcsorganisattoueu zu«wer Sonferrnz nach Berlin einzuladen. Die Konferenz fand am IS. und 14L August statt und war beschickt von den gewerkschaftlichen Landeszentrale» von Deutsch» land, Frankreich, Holland, Belgien, Dänemark, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei. Iugosla» wien und Luxemburg. Entschuldigt fehlten Vertretungen von England, Oesterreich, Ungarn und Norwegen, deren Mandate zum Teil dem Bureau de» Internationalen Gewerkschastsbundes übertragen worden waren. Degenstand der Beratungen war die ausserordentlich gefährdete Lage weit» Kreise d» Bevölkerung Rußland«, insond»hett d« Arbeit» und Bauern und die Art, w welch« da» internationale Proletariat, soweit e» gewerkschaftlich organisiert ist, dem russischen Volk zu Hilfe kommen kann. Daß letzteres zu geschehen Hab«, ob» schon die d» Amsterdam» Internationale angeschlossenen Gewerkschaften leit läng»» Zeit sich d» erbittertsten Feindschaft der Moskauer ZnternaSonak« und ihr» Freunde w den übrigen Länder» zu»«fren«" haben, darüber bestand w d» Konferenz überhaupt kein Zweifel. Di« d« Amsterdam« Int»nationale angeschlossene» gewerkschaftlichen Landeszentralen find vom ersten Ew treffen der Hiobsbotschaften aus Rußland vielmehr d» Auffassung gewesen, daß dem russischen Volk aus rein menschliche» wie aus Grtwde» der Solltaettäf geHolsen werde» müsse. Rm üb» die Form, w d» dies zu geschehe» habe, rot» auch Üb« da» Mass d« Hilfe selbst bestanden Meinungsverschiedenheiten, di« verständlich sind, wenn mm» sich die Lage der europäische» Ardeiterschaft vergegenwärtigt. Neb» die Dinge w Deutschland zu berichten, erübrigt sich, da st« allgemew bekannt find. Ab« auch w den metpett anderen Län- der» ist die Loge d» Arbeit» eine sthr prekäre. I« Dänemark und Schweden P ew Drittel der gewertschaflllch Orgausslerteu arbettslo«, ew weit»« Drittel lesstet Kurzarbeit und dt« vollbeschäftigten haben ausserordentlich hohe Beiträge zu entrichten. Dt« Lage in den äst- lichen Rand stallten ist derartig, daß der Gedout«, russisch« Kind» dort unterzubrütgen, kaum oerwtrtlicht werden köunt«. An« Bett» land sind an 80000 Essen bahmvaggva, mV Maschinen nach Nutz- land weggeführt worden, von denen erst 100 Waggon» zurückgebrocht worden find. Ausserdem find während des Krieges 700000 Lettländ» geflüchtet, die nun nach und nach zurückkehren und dadurch das He» d» Arbeitslosen noch weiter vergrößern. In Jugoslawien ist eine Reihe von Gew»ffchasten, die stch d» 8. International« angeschlossen hatten, nach dem Attentat auf den Prinzregenten ausgelöst worden. Di« Arbeiterparteien d« Tschechoslowakei all» Rationalitäten haben beschlossen, daß jed» Arbeit» «wen Stundenlohn in der Woche für da» hungernd« Rußland opfern soll. Besonder» zu erwähnen ist, daß au» den eingegangenen Kirre- spondenzen hervorzugehen scheint, daß die weitaus größte Menge d» russischen Arbeit» und Bauern somsetsetndllch, ab« sozialistisch gesinnt ist. An» einem Schreiben des russischen Roten Krruze» geht hervor, daß Vebersendung von Chinin,»spirw. Saloarsan, Eardiaca Rarcottca Sera und Gegenstände für den Laboratoriums, bedarf besonder» wichtig ist und daß da» russische Rot« Kreuz dt« weitestgehende Unterstützung d» ruMschen Regierung genießt. Es wird dah« w erst« Linie für die Hebers endung dieser Medikament« Sorge getragen werden. Aub»dem wird ew SaitM tätsschiff mit Aerzteu und Pflegepersonal abgehen. Di« Versorgung mit Lebensmitteln wird vor allem die Auf« gab« Amerika» sein. Folgende Eatschlletzung wurde von d» Konferenz de» Internationalen G«o«klchaftsbundes angenommen: »Die Konferenz des Internationalen Gewerffchaftsbund««(Sitz Amst»dam), die am 18. und 14. August w Berlin üb» die Hungers- not in Rußland b»aten hat,»klärt ihr tiefst«, Mitgefühl mit dem ruffsschen und georgischen Volk, insbesondere mit der notleidenden Arbeiterschaft w beiden Ländern. Die Konferenz nimmt Kenntnis von den spontane» Solidaritäts- kundgebungen und Aktion«», die die Arbeiterschaft d» angeschlossenen Organisationen bereits w die Weg« geleitet hat. Sie beschließt, die schon im Gange befindlichen Sammlungen im Interesse ihr» sofortige» und wirksamen Verwendung zusammen» zufassen, zu»weitern und zu zeutralifieren. und bestimmt zu diesem Zweck das Folgende: 1. Da» Bureau de. Internationalen Gewerkschastsbundes wird beauftragt, sofort«wen Aufruf au da« imternattouale Proletariat zu»lassen. T Di« gewetkschoitlichen Sandnyentrvl« all» Länder haben �9* der ihnen angeschlossenen verbänd« und der sonstigen Organisation«», die fich a« dem Hilfswerk beteiligen, zu zentralisieren. £ 5"" den Landeszentralen zentralisierten Beträge w«de» in Gemässhelt d»«nwessungen de» Bureau» de» Internationalen Gewerkschastsbunde» dem Sekretariat de. Internationalen Gewerk» fthaftsbunde« zur Verfügung gestellt. 4. Die vom Internationalen Gawertschaftsbund zentrafssierten ffmib« sollen, soweit möglich, zur sanitären Hilfeleistung mw zur Beschaffung osa Lebensmitteln oerwendet werden. Ein« erste«xpedttto» wird sofort organisiert und unt» Kon- trolle de» Internationalen G�werkschostebiind« n a ch Russland entsandt. Eine Summ« von ein» ZRUlton wart wird sofort an« de» Mittel» de« Internationalen Gewerkschofts- b und es bereitgestellt. Die Landeszentralen werden fern» ersucht, Vorschüsse zu diesem Zweck zu gewähren. Mit dem Roten Kreuz wird unt» Wahrung d» Unabhängig- »eit d» gew»ffchastlichen Aktton auf technischem und organi- satorischem Gebiet Verbindung h»gesteW, um die Transport- frage zu lösen. Die Landeszentralen find außerdem verpflichtet, auf ihr« Regie, rangen den stärksten Druck auszuüben, um dies« zur unverzüglichen Hilfeleistung für dm rassische Volk zu bewegen. Zur Bekräftigung dies» Beschüsse«klärt die Internattonake Gewertschaft«konf«enz, daß die unternommene Aktton durch ihre rein menschlichen Ziele und angefichts der weltumfassenden Solidarität üb» allen polittschen Meinungsverschiedenheiten steht. Sie ist ein proletarische» Werk, an dem die Arbeit» jed» Richtung teilnehmen müssen— trotz d« Schwierigkeiten und d» schweren Lasten, welche auf die Arbeiterschaft all» Länd» drücken." darf natürlich i» keiner Weise di« Entschiedenheit beetn- trächtigen, mit der wir den Berliner Arbeitern klar zu machen haben, daß, ganz abgesehen von der bewußt zerstörenden Tätigkeit der Kommunisten auch nicht das dutzendweise Stellen von Anträgen, deren Finanzierung man uns und anderen Parteien überläßt und an deren Durchführbarkeit man vielfach selber nicht glaubt, sondern lediglich die stetige organische, auf dem Boden der gegebenen Verhältnisse ruhende Aufbauarbeit, wie sse von der SPD. im Reich, in den Ländern und Ge- meinden geübt wird, für di« Arbeiter von Vorteil und Nutzen ist- Solche AufNärnngsarbeik hat im letzten Jahre bei allen Wahlen den Arbeitern schon die Augen geöffnet über den Unterschied zwischen unserer syste- matischen Tätigkeit im Interesse der minderbemittelten Be- völkerung und der di« Verantwortung vielfach scheuenden, innerlich unwahren Demonstrationspolitik unserer Gegner; sie hat die Partei innerlich gefestigt, nach außen groß und stark gemacht und wird und darf auch am 16. Oktober nicht ver- sagen. Durchaus 91 verwerfen ist die Auffassung: wir könnten etwa durch Abschwächung des Kampfes gegen links irgend etwas Positives für die alsbaldige Einigung der Arbeiterklasse tun und damit etwas erreichen, was im Endziel wichtiger noch sei als«in großer Wahlerfolg. Nichts wäre verkehrter und falscher als dies. In diesem Saal sitzt sicherlich niemand, der nicht den Tag herbeisehnt der die unselige Partesspaltung beendet, und Sie alle wissen, daß die Partei seit dem Würz- burger Parteitag nicht müde geworden ist, bei jeder Gelegen» heit ihren Wunsch und ihre Bereitwilligkeit zur Verständigung auszusprechen. Wenn es bisher dazu nicht gekommen ist, so ist das nicht unsere Schuld. Aber jetzt den Wahlkampf gegen die Unabhängigen nicht mit aller Entschiedenheit, sondern lau führen, ihnen zu Liebe hier ein bißchen und dort ein bißchen von unseren Ueberzeugungen und Grundsätzen nachlassen, das wäre kein Schritt auf dem Weg« zur Einigung der Arbeiter- klasse, sondern das genaue GegenteU. Es wäre ein Deginnen, über da» die Unabhängigen sicherlich im geheimen, melleicht ganz offen lachen und frohlocken würden. Die Einigung wird und muß kommen; sie wird um so sicherer und schneller kommen, je stärker und geschlossener die SPD. dasteht. Auf größere Leistungen im Interesse der minder- bemittelten Bevölkerung kann das sozialistisch« Groß» Berlin bisher kaum hinweisen. Wir, die Sozialdemokratisch« Stadtverordnetenfraktion, dürfen aber für uns in Anspruch nehmen, bei jeder Gelegenheit für die minderbemittelte Bevölkerung herausgeholt zu haben, was nach Lage der Dinge möglich»gx. Die fürchterlichen wirtschaftlichen Folgen des Weltkrieges haben leider auch in der Gemeinde unserem Streben auf Schritt und Tritt dt« schwerste« Hindervtsse entgegengestellt. Es darf auch nicht iiderfehen werden, daß das eine kurze Vahr feit den letzten Wahlen nicht ein Jahr nchiger Arbeit, sondern eine von heftigsten Erschütterungen erfüllte Zeit gewesen ist. Lassen Sie mich daher der Hoffnung Ausdruck aeben, daß die kommenden Wahlen im Interesse der Masse der Bevölkerung eine Zeit stetiger organischer Entwicklung einleiten Mögen. Solche Entwicklung wird durch nichts mehr gefördert werden, als durch eine sozialistische Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung, die beherrscht und ge- führt wird von einer an Zahl und Kräften überragenden Sozialdemokratischen Fraktion. Die Note öes Obersten Der O b e rst e R a t hat gestern abend dem deutschen Ge- schäststräger in Paris nachstehendes von V r i a n d gezeichnetes Schreiben mit gestrigem Datum übersandt: Herr Geschäflslrägert 3n Anbetracht der Schwierigkeit, welche die Fesksehnng einer Grenze zwischen Deutschland und polen in Oberschlesieo bietet, hat der Oberste Rat die Entscheidung welche ihm in dieser hinficht gemäß Art. SS des Vertrages von Versailles obliegt, v er- lagt. Der Oberste Rat ist sicher, daß die VevSlkerung Oberschlefiens dt« Sefinnnng zu würdigen wissen wird, die ihn dazu geführt hat, ein« überstürzte LSsuvg abzulehnen. Im übrigen wird nicht» unterlassen werden, damit dieser Aasschob so kurz wie m ö g l l ch ist. Der Oberste Rat rechnet fest darauf, daß die deutsche Regirrung ihrerseits da» deutsche Volk auffordern wird, bi» zur endgültigen Entscheidung die größte Rahe zu bewahreu, und daß fle gleichzeitig ihren ganzen unmittelbaren uud mittelbaren Ein- flufj auf die Vevölkerung Oberschlefiens ausübeu wird, damit diese die Autorität der inlerallierten Sommissioa achtel. Der Oberste Rat lenkt insbesondere die Aufmerksamkeit- der deutsche» Regierung auf die schwere Verantwortung, die fie auf flch laden würde, wenn sie es unterlassen sollte, auf ihrem Gebiete, insbesondere an den Grenze» Oberschlefiens, die geeigneten Maßnahmen zu treffen. um frden versuch zu verhindern, der darauf abzielt, Uaruheu in dem Abstimmungsgebiet zu fördern, oder wenn fie nicht jede Zufuhr von Massen und Muniston und jeden Uebertritt von Banden oder Rewaffueten streng unterbindet. Hierzu bemerkt WTB. offiziös: Die Note des Obersten Note» stellt leider fest, daß die Entscheidung über Oberschlesien erneut verschoben wm». Was die Ermahnung an die deutsch« Regierung anbelangt, so ist diese bekanntlich stets bemüht gewesen, die Ruh« in Oberschlesien zu wahren. Lediglich durch polnische Umtriebe und Gewalttaten ist die Ruhe tn Oberschlesien gestört worden. Näheres über Sie Schlußjihang. Parts, 14. August.(WTB.) lieber die gestrige Nachmittags» fitzung des Obersten Rats verbrettet Havas folgende ausführlichere Mitteilung: Die Sitzung war durch die Besprechung der Besatzung»- kosten ausgefüllt. Die finanziellen Sachverständigen haben die Deahungskosten als zu hoch erachtet. Lord Curzon erklärte, daß dieser Umstand der zu hohen Kopfstärke der Besatzungs» trupoen zuzuschreiben sei. Der Oberste Rat war jedoch insgesamt der Ansicht, daß es sich nicht um eine Frage der Mannschastsstärke handle, sondern um den zu hohen Kostensatz für jedeu einzelnen Soldaten. Der italienische Finanzminister Soler i wies dann darauf hch, daß die Zivtlk am Missionen noch sehr tost- fpielig sein. Lrtand und Iaspar schlössen sich dieser Kritik an. Der Oberste Rat beschloß darauf, sowohl die Frage der Be» satzungstosten pro Kopf als auch die der Zivilkommisstonen durch einen Ausschuß untersuchen zu lassen, der bi« zum 1. November bestimmte Borschläge unterbreiten soll. Die Besprechungen wandten sich dann den SanMoneu zu. Loucheur gab eine Darstellung der Angelegenheit und erinnerte an die Erklärung vom S. März d. I., nach der Voraussetzung fllr die Aufhebung der in Rede stehenden Zwangsmaß- nahmen die Ausführung der deutschen Verpflichtungen hinsichtlich Ein Sannfluch gegen öle Nationalgalerle. Unter dem Titel„Berliner Museumstrieg' hat der Kunstschriftsteller Karl Echeffler vor kurzem eine Broschüre er- scheinen lassen, in der er heftige Angriffe gegen Ludwig Insti, den Bester unserer Rationalgalerte, richtet. Auf dies«„Banu- flfiche� antwortet setzt Zusti in einer Schrift„Habemn» papam*(„Wir haben einen Papst"). Er wendet sich namentlich gegen den Borwurf, daß die Galerie unter seiner Leitung e» versäumt habe, Kunstwerke moderner naturalistischer Meister rechtzeitig anzukaufen und daß fi« gegenwärtig den neuesten Kunstrichtungen allzu eifrig entgegenkomme. Wir geben au» Iustis Schrift einige Stellen wieder, die mst kheen MUtellungen über die Sammelarbeit der Nationalgalerie vor und nach der Revolution von allgemeinem Interesse sind. Vusti nerteidigt sich gegen die Kritik, nach der ganze Perioden von Biebermann der Galerie fehlen und fie von Corinth und Slevozt nicht entfernt ein zureichende» Bild gibt. Die entscheidenden ver- säumnlsse, so schreibt er, find hier gerade zu Tschudls(Iustis vor- ganger) Zest geschehen: wäre Tschudi frei gewesen, dann hätte er natürlich d« Richttge getan, er dürft» aber nicht. Jetzt, nach dem Wegfallen der kaiserlichen Konttolle, ist es sehr schwer, da» damals Berfäumte nachzuholen. Werke z. B. au» den fehlenden Perioden Liebermann» kommen kaum auf den Markt und dann zu Preisen, die unser verarmter Staat nicht aufbringen kann. Di« Kapttalistrn find meist vergrämt, haben vielfach keine rechte Sym- pathie für den neuen Staat.... Tschudis Sammelarbest für modern« Kunst wurde durch den kaiserlichen Eingriff 10 Jahr« hindurch gelähmt. Was er unter dem Druck des Kaiser» oder der Landes tunstkommission an neueren Werken Uufuehmen mußt«, war meist unbedeutend oder sogar be» d-«u«rlich, ist auch zum großen Teil wieder entfernt. Auch die Forderung, setzt Bilder von Delacroig, Ingres, Corot »f». zu laufen, erklärt Iusti für heute unmöglich zu erfüllen, da solche„Valuta. Meist er" für die Mittel der Galerie nicht zu haben find. Der gegebene Ausweg, fo fährt er fort, ist es, das FMand« einstweilen durch Leihgaben zu zeigen, und er ver- tridigt sich gegen den Vorwurf zu großer„Hast" in dieser Dziehung, ebens» wie beim Kaufe von Bildern und Skulpturen junger .Michtungstünstler". Immerhin waren infolge solcher Hast diese Dinge n»ch»echt billig, heute schon wäre es der Galerie kaum wehr«»glich, ähnlich« wie da» damals Erworbene zu tauf«. Höckels köstlich« Frühlmz-landfchast hat 2500 K. gekostet. Und Heckel, Kirchner, Kokoschka und Varlach find keine Mchtungskünstler, fondern persönliche Talente. Gewiß wird man in zehn Vahr« anderes suchen, die Entwickeluug Heckel» oder Ko- Ein derartiger Wahlerfolg würde nicht nur der wert- tätigen Bevölkerung Berlins Nutzen mid Vorteil bringen, sondern darüber hinaus auch die Entwicklung in Preußen vnd im Reich erheblich beeinflussen, denn es liegt auf der Hand. daß. was hier im größten Gemeinwesen geschieht. Rückwirkungen, sei es zum Guten, fei es zum Schlechten, im Land und im Reich nach sich ziehen wird. Ich bitte Sie daher, werte Anwesende, den Einfluß, den Sie draußen bei den Massen haben, im Sinne meiner Aus- fiihrungen zu üben. Dann werden wir alle gute Arbeit für die Arbeiter Berlins und die allgemeine Entwicklung geleistet haben. Rates an Deutflhlanö. der Entwaffnung, der Reparationen und der Befttafung der Kriegsbefchuldtgten fei. Loucheur wies darauf hin, dich, was die Entwaffnunz anlange, B e r st S ß e vcrgetommen feien, darunter namentlich die Rekruttenrng in Oberschlesien. Loucheur erinnerte auch an die parteiischen Urteile des Reichs» gertchts in Leipzig. In Bezug auf die Reparationen machte er auf gewisse Schwierigkeiten aufmerksam, die Deutschland bei der vollständigen Ausführung de, Friedensvertrags gemacht habe. Indessen erkannte er an, daß ein Anfang der Ausführung gemacht iei und daß die deutsch« Regierung den guten willen zu haben scheine, ihre Derflichwngen zu erfüllen. Er schlug deshalb die Auf» Hebung der wirtschaftlichen Sanktionen vor unter der Bedin- g u n g: 1. daß oie am 31. August fällige Verpflichtung, eine Milliarde Soldmark zu zahlen ausgeführt wird, S. daß die deutsche Regierung sich mtt den zwischen ihr und der fianzösi- schen Regierung besprochenen Maßnahmen einverstanden erklärt, durch die der systematischen Derweigerung der Ein- fuhrerlaubnis für alle Waren der Alliierten, die nach dem besetzten Gebiet gehen sollen, ein Ende gemacht werden soll. Di« militärischen Eankttonen dagegen, schloß Loucheur, müssen aufrechterhalten werden. In seiner Antwort stelltt Lord Curzon die Sanktionen von einer anderen Seite dar. Sie müßten nach ihm in vollem Umfang aufgehoben werden, da Deutschland das Ultimatum der Al- liierten angenommen hat. Curzon versicherte, daß die Haltung Deutschlands hinsichtlich der Entwaffnung, der Repa» rationen und, da die Aburteilung tatsachlich stattgefunden hat, auch hinsichtlich der Srlegsbeschnldigten korrekt gewesen sei. Die Sanktionen, fuhr er fort, seien eine kostspielige Angelegenheit. Sie reizten das deutsche Nationalgefühl. Schsießsich müsse da, Kabinett wirlh, da» feinen guten willen beweise. unlerflützt werden. Endlich verlangte Curzon die schritt- weise Zurückziehung der militärischen Sank- Honen. Darauf ergriff Briand das Wort. Er setzte auseinander, daß die französische Regierung keineswegs die milttärifche Besetzung von Düsseldorf, Ruhrort und Duisburg für unbe- tt i m m t e Zeit aufrechtzuerhalten wünsche. Es sei im Gegenteil ihr Wunsch, sobald wie möglich die Besahungstruppen zurückzuziehen. Wenn die Umstände es erlaubt hätten, wurde sie schon die Inittattve dazu ergriffen haben. Zur Rechtfertigung des äugen- blicklichen Standpunkte» der französischen Regierung erinnerte Briand daran, unter welchen Umständen die Sanktionen beschlossen wurden. Die Alliierten seien sich darüber klar gewesen, daß der Bersailler Bertrag niemals durch Deutschland ausgeführt werde, wenn es nicht buch die Sanktionen dazu gezwungen werde. Als am S. März 1921 in London dieser Beschluß erfolgte, habe der Oberste Rat m einer Resolution in aller Form«klärt:„daß die Sanktionen erst dann ein Ende nehmen würden, wenn st« zu ein« befriedigenden, von den Alliierten akzeptierten Regelung der Repa- rationen, der Entwaffnung und d« Befttafung der Kriegsöeschuldlg- ten geführt hätten." Dies« Wortlaut sei von Lloyd Georges eigener Hand korrigiert gewesen. Im Mai, als die Alliierten sich darüb« klar geworden feien, daß Deutschland hartnäckig die Zahlung d« Reparationen verweigerte, habe Frankreich die Verschärfung der Eankttonen durch Besetzung de» Ruhrgebiete» vorgeschlagen. Es sei kein Zweifel, daß die deutsche öffentliche Meinung im ganzen genommen damals noch nicht begriffen habe» daß der Krieg von den Miierten gewonnen fei. Es sei notwendig ge- wesen, die Stärke zu demonstrieren, um in d« Frage d« Reparationen die Ausführung d« Bedingungen zu«langen. Die Wirkung der Mobilmachung ein« französischen Iahresklasse sei un- koschtas steht vor Lugen. D« Seit« d« Galerie wird fich ab« von solchen Wandlungen nicht im Urteil üb« den Wert ält«« Schöpfungen irre machen lassen, so wenig wie« fich jetzt in d« Be» wertung Manet» od« Liebermann» durch jüng«e Anschauungen beirren lassen darf. Iustis erfolgreiche Bemühungen, den Besuch der Notionalgalerie durch wechselnde Ausstellungen usw. zu heben,«scheinen Herrn Scheffl« ebenso anstößig, wi« dem privaten Kunsthändler» tum. da» durch diese Ausstellungen fein« Profit« bedroht sieht. Papst Scheffl« ist überhaupt gegen jede Popularisierung d« Kunst: „Daß fich die Besuch« im Kronprtnzenpalai» drängen." sagt«, „beweist vielleicht nur etwa» gegen die dort wechselnd ausgestellten Bild«. Diese Bilder müssen doch wohl notwendig trivial und akademisch sein, wenn st« der Menge wirklich gefallen." Gegen d«artig hochnäsig, Albernheiten fich zu verteidigen, hätte Iusti nicht nöttg gehabt. Er tut e» ttotzdem In sein« Broschüre, und« wird in dies« wie tn den and«en von Scheffl« aufgepickten Fragen all- vorurteilslos, modern und demokratisch Denkenden«es sein« Seite haben. Dottsbühu«»v« Opernball". Je mehr neu« und sozusagen moderne Operetten geschrieben werden, um so mehr freut man fich dn alten. Die Kapriolen d« Füße. Bäuche und Schultern, die Iargomvitze und das Kalauertmn. die heute Text und Musik den Anstrich geben, all d« äußerliche Kitzel für Sinne und Zebenspitzen ist in der Op«ette vor SV Iahren durch Musik, Walz«, Grazie«- setzt. Wie reizvoll an mufikalischen Einzelnummern, wie dezent in Milieu und Libretto, wie zart im G«ank von Mazurka und Walz« wirkt doch noch heute d« Heubergersche.Opernball"! Die lustigen Weib« von Orleans, die ihre lebetüchtigen Männ« in Rosa-Domino auf die Probe stellen— wie harmlos ist das, aber wie munter und zeitlos! Da hat Morris nach dem etwa» gelehrten Griff zur„Liebelei", di« ihm das Hau» le«t«, ein« proktPh-knlzm Griff getan. In kurzen Prob« ist ein« Auflührnng zuwege gebracht, die wied«um, wenn von d« mangelnden Grazie einer etwa« angst- lichen Frau und einem kleinen männlichen Schreihnls abgesehen wird, als vorzüglich bezeichnet werden kann. Das ist an erster Stelle dem schwungvollen, diskreten und im Walzer auflebenden Kapell- meist« G o t t l i e b und dem prächtig spielenden Blüthn«-Orchest« zu danken. Von den Dame« hat allein Friebel Schwarz ganz die prickelnd« Laune und den Fledermaus-Schlifi de» vtubenmädel«, das alle kleinen Schicksale an dünnem Fadchen hält. Ihr Partner, der„Kadett", hätte durch«ine fesche Soubrette ersetzt sein können. Zador und»ollmann, hrtde zu Höherem geschaff«, fügen fich mit leicht« Lustigkett in«st, Ensemble, in dem Fräulein Schle- müller al» gesangstüchtig. Julius Sachs al» witzig auffäR. S» ist zu wünschen, und gerade den Mitglied«» d«r Volt». btihue anzuraten, daß fi« sich zu dies« vornehm««ud erfrten Peele d« Operettenliteratur älter« Tage drängen. Ein froher, schön« Abend ist ihn« gewiß. K. 6. mittelbar eingetreten, Das Kabinett sei zurückgetreten und durch Dr. Wttth ersetzt worden, der sich bemühe, die Verpflichtungen seiner Regierung ehrlich zu erfüllen. Die energische Haltung Frankreich» und sein« Verbündeten habe also sofort ein günstiges Ergebnis gehabt. Nach Ansicht d« französischen Regierung stellten die Sanktionen keinen Selbstzweck dar, und wenn bie_ Ergebnisse, für die sie im März eing«ichtet worden seien, erreicht wären, würde Frankreich selb« die Aushebung d« militärischen sowie d« wirt- (chaftlichen Sanktionen vorschlagen. Wenn in den letzten Tagen die Politik der deutschen Regierung sich ge- ändert zu haben scheine(7), so sei das vielleicht geschehen, weil die Deutschen geglaubt hätten, daß zwischen den Alliierten nicht mehr derselbe Zusammenhang wie im Märzbe- stehe, al» die Sanktionen durchgeführt wurden, od« wie im Mai, wo die Besetzung des Ruhrgebietes einmütig in» Auge gefaßt wurde. Jedenfalls könnten die alliierten Regierungen nicht vergessen, daß es in Deutschland Umsturzelemente gäbe. Innerhalb 14 Togen hätten die Deutschen eine Arm« von 40 0M Mann, im Ueberfluß mtt Kriegsmat«ial ausgestattet, auf die Beine gebracht. Es bleibe also eine große Gefahr weiter be- stehen: das Kabinett Wirth könne zugunsten eines reaktto» nären Kabinett» gestürzt werden. Dann würde die v«frühte Aufhebung d« Sanktionen, weit entfernt davon, eine Entspannung h«bcizuführen, zu ein« Spannung in den Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland führen, und die alliierten Regierungen wären gegen den schlechten Willen der neuen Machthaber Deutsch- land» waffenlos. Frankreich habe keine geheimnisvollen Hinter- gebanken. Seit zwei Iahren erwarte das französische Volk die ge- rechte Wiedergutmachung d« Leiden, die d« von Deutschland hervorgerufene Krieg ihm oufnlegt habe. Frankreich habe eine ganze JahresNasse mobil gemacht, ohne sich ihrer zu bedienen. Ab« da» französisch« Boll, so ruhig und edelmütig e» sei, würde es nicht v«stehen, daß die deutsche Regierung einen Tag, nach- dem die französischen Beamten in Leipzig beleidigt worden seien, die Aufhebung all« Eankttonen erreicht. Die franzä- fisch« Regierung schlage indessen anaefichts der Taffache, daß die oeuffch« Regierung sich in gewissem Maß« bemüht habe, ihre Mai- »«pflichtungen zu halten, selbst die Aushebung d« wirffchaftlichen Sanktionen unter den von Loucheur angeführten Bedingungen vor. Wa» die m i l i t ä r i s ch e n Sankttonen anbetteffe, so sei die Stunde für ihre Aufhebung noch nicht gekommen. Sie werde dem- n S chst kommen, wenn Deutschland seinen Verpflichtungen in der Reparotionsfrage nachkomme, und wenn es die Arbeit d« Kom- Mission, die mit d« U«t> erwachung sein« Entwaffnung beaufttagt sei.«leichtere. Die Frage d« Aushebung d« mililärischen Eanktio- nen würde bei der nächsten Zusammenkunft des Obersten Rates wied« aufgenommen werden können. Nach dies« ede Briand» beschloß d« Oberste Rat, indem » fich Briand» Anficht anschloß, folgendes: 1. Die militärischen Sanktionen werden aufrechterhalten. 2. Die wirtschaftlichen Sanktionen werden aufgehoben. Ihre Aufhebung wttd am IS. September in Kraft treten unt« folgenden Bedingungen:*) die fällige Zahlung vom 31. August(eine Milliarde Goldmark) wird von Deuffchland völlig beglichen, b) t* wird eine alliierte Einrichtung in» Leben gerufen, um die Einfuhrbewilligungen für Erzeugnisse d« alliierten LSnd« tn dem besetzten Gebiete zu überwachen. Die Kommission in Koblenz wird ein Uebergangsregime einrichten, um die Inkraftsetzung d« genannten Maßnahmen vorzub«eiten. Bezüglich der in Deuffchland arbeitenden Kontrollkommissionen kam d« Oberste Rat dahin üb«ein, daß diese Kommissionen auf- rechterhalten bleiben. In Ueb«einstimmung mtt dem Vor» schlagdesMarschall« Fach ist indessen ihr schrittweisn Abbau ins Auge gefaßt. D« Eitz der Lufttonttollkommisfion wird durch da» alliierte Militärtvmttee in Versailles festgesetzt werden. D« Oberste Rat hat dann, bevor er sich trennte, auf den Bor- schlag von Briand und mit warm« Billigung aller and«en Mitglied« de» Rates folgende R e f o l u t t o n angenommen: Bei Beendigung sein« Arbeiten legt der Oberste Rat Wert darauf, wiederum seinen W t ll e n zu betonen, den engen Zusammen- hang zwischen den Alliierten aufrechlz««hatten. d«. wie« glaubt, mehr denn se für den Frieden der Welt unerläßlich ist. Zu Beginn d« Sitzung hotte Loucheur dem Obersten Rat üb« die Arbetten der Interalliierten Finanzkommis» s i o n Bericht erstattet. Bei dies« Gelegenhett entspann sich eine Er- örterung flo« die Frage der Kosten der Besatzungsarin ee. D« Oberste Rat nahm eine Resolutton an, nach d« die R e pa r o t i o n s- tommisfion die Vollmacht erhält, wenn ihre Mitglieder fich nicht einig werden, zu einem Schiedsspruch zu greifen, wenn darüber und üb« die Wahl des Schiedsrichters Einstimmigkeit erziell wird. Die Sitzung des Obersten Rates wurde daraus geschlossen. hilfsexpedikion nach Rußland. Als Leiter d«Hilfsexpedi» tton de, deutschen Roten Kreuze», die demnächst Stettin auf einem nach Pet«sburg bestimmten Schiff»«lassen wird, ist d« bekannte Hyqienit« Prof. Peter Mühten» in Hamburg ge- wonnen. Mühlen» hat fich den Ruf ein« maßgebenden Autorität aus dem Gebiete der Seuchenbekämpfung erworben. Gr wird bei d« ersten Ausreis« von an«kannten Bakteriologen und Hygienikern nebst einem Stab von Hilfspersonal begleitet««den. Der tragisch« Mark Twain. Au» dem Rachlaß de» amerika- nlschen Humoristen gibt d« Insel-Verlag ein Wert heraus, das den clownartigen Spatz mach« von ein« ganz neuen Seite zeigt. Es führt den Ittel„Der geheimnisvolle Fremde und ist das pessimistische Bekenntnis eine» enttäuschten Idealisten, das in d« vollständigen Leugnung all« idealen Werte, alles Lebenssinnes und Lebenszweckes gipfelt. Die Geschichte spiett w einem kleinen Sst«reichischen Dorf im Jahre ISSO. Ein paar Knaben sind die Helden und ihre kindisffien Spiel« das einzig Reale in dies« Welt, in der das wahre Glück nur in Wahnsinn od« Tod bestehen kann. Zu den Kindern gesellt sich ein wundersam« Fremd«, ein schön« Jüngling, d« sich Eatan nennt und»in Engel ist, alle möglichen Wund« tut und in D«- gangenheit wie Gegenwart die Richtigkeit und Erbärmlichkeit der Weltgeschichte und de» Menschenschicksal» aufweist. In einem düster- mystischen Wolkenflor ziehen die nachdenflich schaurigen Geschehnisse de« Buches an uns vorüb«. Die Weltgeschichte erscheint als eine chäufimg groufig« und ziellos« Dinge. Die Echaud« de» Welt- kriege« find hi««barmungslos dargestellt, lange bevor die Welt fie am eigenen Leibe«lebte. Und schließlich bleibt nur die furcht- bare Erkenntnis, daß es kein Jenseits gibt und eigentlich auch kein Diesseits, daß alle» ein Traum ist.„Gott, Menschen, die West, di« Sonne, d« Mond, das Gewirr der Sterne— alles ein Traum." oerkündet Satan dem Knaben. Mark Twain wollte In diesem Buch sein letztes Bekenntnis Sien,«t«« an einen Freund schrieb,„ein Buch, das auf keines enschen Gefühle, Borurteile. Meinungen, Glauben, Hoffnungen Rücksicht nehmen sollte, ein Buch, da» sagt, was ich zu sagen habe, au» meinem innersten Herzen heraus. Ich wollt« damit sagen, was ich vom Menschen halte, was für ein schäbige», ärmliches, llich«- liche« Diug« ist, und wie er sich in der Wertung seine» Charatters, lein« Kräfte und Eigenschaften und sein« Stellung unt« den Tieren täuscht." Mark Twain hat das Buch berette im Jahre 1097 begonnen, ab« nicht gewagt, es bei seinen Lebzeiten zu»«öffentlichen. Es scheint, als wenn et es nicht üb« fich brachte, d« Oeffentlichkett fein wahre» Antlitz zu zeigen. So spricht et«st jetzt au» dem Grabe zu uns als d« tragische Clown, dessen Wesen und Werk durch diesen düsteeen Htntergruud etn neues und«eseres Ansehen erhält. �tbifche««ÄiiWerti�rtee.' tta»« dies«,»am« hat die neue Diretkon«eleen.Gottewt.U« an 1. Stoiernöcr im Theater in der«ommandantenftrefee ihre TStigkeit Besinnt, die Be- kanntest en iödilchen Schautpleler zu einem Ensemble vereiingt, am Bit «igenauttge Sunst dies« Darsteller in Secttn zu zeig«. Aufhebung öer Sonüerger!chte. Der ReichsZvsNzminister hat das«mßerordenMche Gericht in Halle zum 15. August ausgehobeu. Damit ist die Tätigkeit der außerordentlichen Gerichte, die nach dem Mörzaasstand in Mittel- deukschland durch einen Ertah des Reichspräsidenten am 23. März 1921 eingesetzt worden waren, vollständig beendigt. Die Gehaltsforüerungen öer Seamten. Zu dem Bericht über Derhandlungen zwischen den Arbeiter- gewerkschaften und dem Deutschen Beamten-Bund, die angeblich wegen der Höhe der von den Beamtenvertretern vorgeschlagenen Gehaltsforderungen gescheitert sind, schreibt uns der Vorstand des Allgemeinen Deutschen S e w e r k s ch af ts b u n d e s: Damit aus diesen Mittellungen keine falschen Schlüsse gezogen werden, müssen wir erklären, daß eine Vertretung des ADGD. an den erwähnten Verhandlungen nicht betelligt war und daß dieser zu der Höhe der notwendigen Forderungen überhaupt noch kein» endgültig« Stellung genommen hat. Berichtigung. In dem gestrigen Artikel.Zum Lohnsteuer- gesetz* sind in dem zweiten der angeführten Beispiele für das Kind nicht 15 M.. sondern Z5 M. abzusetzen. Der Restbetrag beträgt demnach nicht 287 M., sondern 266 M.. und die Steuer nicht 28,70 M.. sondern 26,60 M, so daß endgültig nur 18,20 M.(nicht 20,30 M.) einzubehalten find. Die Seelmer Parteiorganisation. GroßSerlw Der Magistrat als Wohnungsvermieter. Die„Deutsche Zeitung" brachte in ihrem.unpolitischen Teil' in der Abendausgabe vom 10. August 1321 einen Artikel, der sich mit Mißständen in den Barackenwohnungen in Berlin-Adlershof beschäftigt und letzten Endes den Magistrat Berlin für diese Ber- Hältnisse verantwortlich macht. Vom Abtionsallischuß der vereinigten M i eter au»s chüss» der Rotwohnun- gen des Magistrat» Berlin wird uns hierzu folgende Er- widerung gesandt: Es muß anerkannt werden, daß die Mieter von den Baracken- Wohnungen Adlershof sehr unter den Mißständen der verhälwis- mäßig teuren Wohnungen leiden. Wenn aber dafür der sozialistische Magistrat verantwortlich gemacht wird, heißt das, die Totlachen auf den Kopf stellenl Die Mieter, die feit Jahr und Tag mtt uns auf einem Boden gestanden haben und sich von Ihrem Mieter- ausschuß in» Schlepptau hoben nehmen lassen, hätten schon längst Verbesserungen und Entgegenkommen finden können, wenn sie unsere Organisationsleihmg besser unterstützt hätten, speziell zu Zeiten, als ihr Ausschußmitglleo und Vorsttzender unseren au» den Verhältnissen heraus geschaffenen Zusammenschluß selbst geleitet hat. Wenn man aber abseits unseres rein wirtschaftlichen Zusammenschlusses steht, die Verhandlungen unsachgemäß über die Köpfe der enaeren Ausschuß- Mitglieder hinweg führte, so braucht niemand der Mieter enttäuscht zu sein, wenn er von seinem Ausschuß auf» Glatteis geführt wird. Es ist bedauerlich, wenn man solche Fehler rügen muß. aber mit Recht»- und Linksbolfchewismus läßt sich eben keine Organisation sachgemäß aufbauen, denn dazu gehört Innnerlfin wenigstens ge- werSschaftllche Schulung und Disziplin. An allen schlechten Aus- führungen der Baracken und unsachgemäßen Ausbauten, an allen Mängeln überhaupt, trägt die Hauptschuld der alte Woh- nungsverband und nicht sein Rechtsnachfolger, dieStadtBerlin. Wie der Wohnungsverband zusammengesetzt war, das weiß wohl jedes Berliner Kind, und es zeugt von wenig Kenntnis und UrteNsfähigkeit des Artikelschreibers, wenn er am Schluß seines Notschreies sogt:„Wenn das ein Berllner Hauswirt machte! Wir geben den Mietern den Rat, sich bei ihrem ehemaligen Haus- besttzer, dem Wohnungsverband Groß-Berlln, für diese Zustände zu bedanken, und nicht zuletzt bei Ihrem eigenen Mietervereinigungs- Vorsitzenden, der vor Rechtsbolschewismus schäumt und sich jetzt als Wortführer von Handwerkern, kleinen Beamten und Arbeitern fühtt und ausgerechnet sich an die„Deutsche Zeitung' wendet, um seinen schon vor% Jahr verfaßten Schmutz- tübel über den sozialistischen Magistrat auszugießen(da wir seiner- zeit diesen Artikel kannten und nicht gutgeheißen haben). Wir waren diesen Herren nicht radikal genug, und da sie jetzt allein noch viel weniger erreichen, wenden sie sich mit Verdrehungen der Tatsachen und des Uebeltäter» an die Oeffentlichkeit. Der Wohnunasverband hat in eigenartiger Weife für feine Mieter gesorgt. Wenn das erst einmal die Meter von Adlershof begriffen haben, dann ist auch der Artibelschreiber endllch als Für- fprecher von Arbeitern, Handwerkern und kleinen Beamten erledigt. Arbeitersiinger für daS hungernde Ruhland. Der Gouvorstand des Deutschen Arbeiter-Sängerbundc», Sa« Berlln, ersucht uns unter Bezugnahme auf die Notiz„Arbeiter- fänger für das hungernde Rußland' um den Hinweis, daß feiten» der B e z i r» e des Gaues mit ihren Massenchören öffentliche Konzerte für Rußland in Borbereitung sind. Wir ersuchen die Ber- einsiettungen, nicht durch Einzelaktionen dies« zu beeinträchtigen und die Bekanntgab« der Bezirksleitungen, refp. den im nächsten Mit- tdlirngsblatt erfolgenden Aufruf abzuwarten. Auch im Interesse einer genauen Kontrolle über Anwendung und Derbleib der Erträge erscheint uns die» notwendig. Qtoc geheimnisvolle Wohnung. Trotz aller Wohnungsnot erlebt man es in Berlin immer wieder, daß noch Wohnungen unbenutzt bleiben. Solch ein Ouar- tier, das offenbar feit lang-m nicht mehr benutzt wird gibt es im Haufe N a u n y n st r. 58 im 7. Stockwerk de» Seitenflügels. Reu- cherlge zerbrechen sich den Kops darüber, warum in der au« zwei Stuben und Küche bestehenden Wohnung niemal» ein Mensch zu sehen ist. Gleich einem verwunschenen Schloß präsentiert sie sich mit ihren verstaubten Fenstern, durch die man kaum noch die da- hinter hängenden Gardinen erkennen kann. Als vor mehreren Wochen die Hauswand gestrichen wurde, taten die effrig arbeitenden Maler ein übriges, mit der umherspritzenden Farbe die Fenster- scheiden noch mehr zu verschmutzen. Aber nach Beendigung der An- stricharbeiten Neß in der geheimnisvollen Wohnung keine sorgsame Hausfrau sich blicken, um die dicken Farbenspritzer zu beseligen. Begreiflicherweise hat diese Wohnung allmählich die Aufmerksamkeit von Leuten erregt, die auf der Wohnungssuche sind. Anfragende erhalten aber die Auskunft, die Wohnung fei vermietet. Da, mag richtig fein, wenigstens stehen Möbel darin. Doch sieht man in ihr, wie gesagt, niemals einen Menschen. Der Mieter soll das Quartier im April 1313 gemietet, es aber niemals wirklich benutzt haben. Vielleicht kümmert sich einmal das Wohnungsamt um die Sache und weist dem Wirt einen Meter zu, der die Wohnung auch benutzt. Im Skr eil erlloch«« wurde gestern abend der 21 Jahre alt« Kaufmann Heinrich Kusso au» der Caprivistraße S zu Pankow. Er erhielt von fetnsm Gegner, dessen PerfönKchkelt«och festge. stellt werden muß, vor dem Haus« �kottbufer Damm 10S ein«, so schweren Stich in den Unterleib, daß er nach dem Krankenhaus am Urban gebracht werden mußte. Dort starb m schon bald noch der Aufnahme. Der Täter wurde festgenommen und zunächst nach der Revierwache gebracht. Der Bezirkstag de» Bezirksveebandes Berlin der SPD. wurde am gestrigen Sonntag beendet. Bor Eintritt in die Tagesordnung erklärte Genosse R i e f st a h l, daß er sich am vorigen Sonntag insofern geirrt habe, als nicht Ehrhardt, sondern v. Loewenfeld zum Fregattenkapitän be- fördert und zum Kommandanten der Schiffsstammdivision der Ostsee ernannt worden ist.(Ostseestationstagesbesehl Rr. 72 vom 27. März r2i.) Der Lezirkssekretär Genosse Fischer gab den Bericht de» Bezirksvorstandes. Die Umstellung der Orzanisation, wie si« im vori- gen Jahre geschaffen wurde, hatsichdurchausbewährt. Es Es empfiehlt sich daher nicht, schon jetzt wieder Statutenänderungen, wie sie verschiedentlich beantragt sind, vorzunehmen, sondern sie zunächst zurückzustellen, bis weitere Erfahrungen gesammelt sind. Die Mitgliederzahl beträgt nach den verrechneten Mar- ken 53 126, darunter 10 576 Frauen. Der Kassierung der Mit- gliederbeiträg« muh erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Es ist zu wünschen, daß zum mindesten die Restbeträge durch Haus- kafsierung hereingebracht werden. Die Abgabe der Landkreise an den Bezirksverband Brandenburg wird sich in der Verminderung der Mitgliederzahl um 6000 bemerkbar machen. In allen Abteilun- gen muß die regst« Agitation entfallet werden, und gerade die Sleinarbeik, die dazu nötig ist, erfordert außerordentlich viel Verleugnung. Ein großer Teil der Beamten, die nach dem 3. November zu uns gekommen sind, ist wieder zum Jndifferentismus zurückge- kehrt. Der Verwallungeavparat ist daher auch nicht so umgewan- delt, wie aufrichtige Republikaner es wünschen müssen. Die Partei hat alle, getan, um die treugebliebenen Beamten zu unterstützen. Die best« Arbeit nach dieser Richtung kann aber nur von den Beamten selbst geleistet werden, so wie es die Arbellerschaft in jahrzehntelangen Kämpfen getan hat. Die zentrale Reserentenoermittlung hat Zell und Arbeit erspart. Wo ein« Versammlung versetzt wurde, hat et meist am Referenten gelegen. Es ist beabsichtigt, den Genossen diejenigen Referenten bekanntzugeben, die ihre Zusagen nicht einhalten. Sie werden alsdann von der Referentenliste gestrichen werden. Wenn der„Vorwärts' nicht pünktlich geliefert wird, hat die ganze„Vorwörts'-Agitation gar keinen Wert. Es soll nun in letzter Zell nach der Mitteilung des Verlags besser geworden sein. Wo noch Anlaß zu Beschwerden vorliegt, sollten die Parteigenossen dem Verlag unter Benutzung der bei den Abteilungen erhältlichen vorgedruckten Karten davon Mitteilung machen. Die SPD. ist ein« achkunggebietende Macht geworden, an der niemand vorübergehen kann. Genosse Pagets erläuterte bei Sassenbericht. der den Genossen seit Monaten gedruckt vorliegt. Die mehrfach vor- genommenen Aenderungen der Beitragsmarken haben sowohl in den Abteilungen al» auch im Sekretariat viel Arbeit verursacht. Ein Teil der Sammellisten, die bei den Wahlen ausgegeben wurden, ist leider nicht abgerechnet worden. Trotz des vorhandenen Kafienbeftandes ist zu bedenken, daß wir vor neuen Wahlen stehen und daß noch Rückstände, die von den früheren Lö.ihlen vorhanden sind, bezahlt werden müssen. Trotz der Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit ufw. wird es in jeder Abteilung möglich lein, frei- willige Beitragsmarten umzusetzen. Die Abteilungen müssen oersuchen, mit dem ihnen zustehenden Drittel auszukommen. Die Neuorganisation hat eine wesentliche Verbesserung der Kaflenverhältnisse mit sich gebracht und es muß angestrebt werden, die kleinen Ilnevenhciten zu beseitigen. Es muß Aufgabe der Ab- teilungen sein, eine rege Agitationstätigkell und durchgreifende Kassierung zu organisieren. Ein großer Teil der Erwerbslosen und Kranken hat von den Erwerbslosenmarken keinen Gebrauch gemacht.(Zustimmung.) Durch die vollständig unentgeltliche Abgabe der Erwerbslosenmarken haben sich Mängel in der Verwaltung gezeigt, die sich dadurch, daß für jede Erwerbslosenmark« ein« Anerkennungsgebühr von 10 Pf. pro Monatsmarke zu zahlen ist, beheben lassen. Die Sonderzuwendungen an dle Iazendfichen müssen unterbleiben. Alle Anträge, die Geldausgaben mit sich bringen, müssen von den Abteilungen sehr vorsichtig behandelt wer- den. Diese Mängel müssen beselligt werden, wenn unsere Organi- sation schlagkräftig bleiben soll. Genosse SeMn bestätigte als Revisor die Ausführungen des Genossen Pagel» und beantragt die Entlastung. Auf Antrag Hamburger wird sofort in die Wahl der BorstandsmikzNeder usw. eingetreten. Die Wahlen hallen folgendes Ergebnis: I. Vorsitzender: Franz Krüger, 2. Vorsitzende»-: Emil Lehmann, 8. Vorsitzender: Kurt Hein ig, 1. Schriftführer: Genossin Scholz. 2. Schriftführer: Heinrich Umlauf. Revisoren: Kunze, Jakob, Sellin, Kegel, Ollivier, Kleemann, Vertreterinnen der Frauen: Genossinen Ryneck, Hoppe und Scheibenhuber, Mitglieder der Pressekommisflon: Draemert. Fritze, Schwenz. Maraun, Henne, Lorenzen. Fiedler, Zechlin, Ge- nossin Bohm-Schuch, Karg, Günther, Hamburger, Oehlert, Dr. Bendtner, Ziechert. Als Ersatzleute: Dtttmer, Korach, Vinte, Schuldig und Birnbaum. Genosse Krüger stellt« al« Willen der Versammlung fest, daß die Ersatzleute für den Fall, daß der Parteitag die Erhöhung der «itgliederzahl der Pressetom Mission auf 20 beschNeßt, in die Presse- tommission eintreten. Mitglleder des Bezlrksbildungsausfchusses: Richard W e i- mann, Max Kreutziger. R. Albrecht, Emmi Stock, Fritz S ch m o l i n s k i, Hedwig Wachenheim, Herm. L c i d n e r, Otto Jakobs, Max Fromm. Dezirksvorsfand de» Verein, Arbeiterjngend: Timm, Berg, Meyer, Ollenhauer, Gertrud Kutschte. Frau Hansen, Der Bezirkstag bMgt die Entsendung der Genossinnen B a d e r, Scheibenhuber und K l i tz i n g zur Frauenkonserenz in Görlitz. Genosse Fischer toill« mit, daß der Bezirkstag von 340 Dele- gierten besucht ist. 3« der D1if»sfion sprach zunächst Genosse Seiffert zur An.derung der Satzungen und begründet ein« Anzahl diesbezügllcher Anträge des Kreises Shar» Genosse Heinig: Die zunehmenden Gegensätze im jetzige« Reichokabinetl werdm von de» Paeteigenossen»u wenig beachtet. Der JStt' li» er Börsendurier' hat eine Ausstellung gebracht, wie die beabsichtigten Besitzsteuern angeblich wirken. Der„vorwärts' hat | heute nachgewiesen, daß demnach diese Steuern aus den Erträgnissen gedeckt werden können, die Vermögenssubstanz ist noch lger nicht angegriffen werden. Dem Bezirksvorstand Berlln mache ich den Vorwurf, daß er zu den neuen Steuerforderungen noch nicht Stellung genommen hat Die Vorschläge des Genossen Schmidt im Reichskabinett gehen noch bei weitem nicht weit genug. Wir können unsere Genossen nicht mehr im Reichskabinett belassen, wenn es nicht gelingt, den Besitz zur Erfüllung der sich aus dem Ullimatum ergebenden Belastung heranzuziehen. Zum Bruderkamps ist zu bemerken, daß es gar nicht möglich ist. olle Angriffe der Unabhängigen stillschweigend zu ubergehen. Wir müssen uns auch dagegen wenden, daß unsere Berliner Partei- Maschine Politik gegen den Willen der Genossen macht. Es war zweifellos Wille des Bezirkstage«, daß der Programmentwurf durch den Parteitag an die Kommission zurückverwiesen wird. Diesen Willen hat der Vorstand nicht zur Geltung kommen lassen.(Veisall.) Genosse Lehmann wendet sich gegen dle Vorwürfe, die Genosse Heinig gegen den Bezirksvorstand erhoben hatte. Genosse Sleuzel kritisiert die Mängel in der Lieferung des„Dm» wärt»'. Genosse Seelbinder fordert, daß die Kreise in anderer Wesse als bisher finanziert werden. Genosse Vormann: Es ist unmöglich, die Menge von Antragen* die ein Delegierter bei Beginn der Versammlung erhält, so zu studieren, wie es notwendig wäre. Wir beantragen daher, daß den Delegierten die gedruckten Anträge 8 Tage vorher zugestellt werden. Genosse Löwenlhal bespricht dl« Haltung der Partei zur Feier des 8. November. Es wäre auch sehr gut gewesen, wenn eine Kund- gebung gegen die Teuerung veranstaltet worden wäre. Redner bittet die Anträge anzunehmen, die sich gegen die Browerteuerung richten und gegen die Teilnahme der Partei an Kundgebungen mit nationalistischen Parteien. Genosse Seroecker: Bei den Derroaltungs tosten de» Bezirksver- bände« muß gespart werden. Die Partei sollte stch gegen das neue Steuerbukett wenden. Redner warnt davor, daß das Sekretariat als 50. Kreis bezeichnet wird, Genosse Strieder: Es Ist Taffache, daß in der Partei eine gewisse Lauheit herrscht, aber diese Lauheit würde steigen, wenn unsere Genossen im Reichstag der neuen Steuervorlage restlos zustimmen würden. Redner beweist an einem Beispiel, ww die Agitation in der Schupo erschwert wird. Es besteht z. B. ein Erlaß, wonach die Beamten der Schupo sich kirchlich trauen lassen müssen, wenn sie ihre Beamten gualität behalten wollen. Es sollte dem Genossen Richter möglick sein, diesen reaktionären Erlaß, der auch mit der Berfassung im Widerspruch steht, aufzuheben.(Lebh. Deffall.) Ein Schlußantrag wird angenommen. Im Schlußwort ging Genosse Fischer auf die Ausführungen des Genossen Heinig ein und wünscht, daß er, nachdem er zum dritten Vorsitzenden gewählt ist, im nächsten Jahre, wenn er Rechenschaft über seine Tätigkeit ablegen muß, denselben Beifall erhält wie heute und vorigen Sonntag. Er bittet nochmals alle Anträge, die auf eine Aenderung der Statuten hinzielen, abzulehnen. Dle Frage des 9. Rovember ist entschieden. Auf alle Fälle bereiten wir diesen Tag so vor, daß vormittags Lersammlungen und abends Feiern stattfinden. Wenn die Anträge 8 Tage vorher den Delegierten zugestellt werden sollen, müssen sie mindestens 4 Wochen vorher dem Sekretariat eingereicht werden. Die Berwaltungskosten sind nicht zu hoch, wenn man die allgemeine Preissteigerung berücksichtigt. Genosse Pagets wandte sich in seinem Schlußwort gegen die Aus- führungen einzetn« Diskussionsredner, die sich auf Kassengeschäfte bezogen. Nachdem dem Kassierer Entlastung erteill war, wurde über die gedruckt vorliegenden Anträge abgestimmt. Einstimmige Annahme fand der folgend« Antrag: „Der Bezirkstag hak mit Enirüstung davon Kenntnis genommen. daß die bisher vom Reichefinanzmlnisierium vorgelegten Vermögens- steuern in keiner weise die Vermögcnswerie selbst erfassen, sondern ans dem Erirag des Sapilais gedeckt werden können. Cr erblickt in einer solchen Schonung des Kapitalvermögens den Versuch, den Besitz von der Erfüllung des lllllmatom« zu befreien und dle ganze Last der Steuern dem Proletariat aufzuerlegen. Der Bezirkstag fordert, daß der Bezirksvorstand sich bei der eine Genossen Bctelllgung des Reiches au den Erträgnissen der Produktion gesichert wird." Ein Antrag, der verlangt, daß alle gedruckt dem Bezirkstag vo» zulegenden Anträge in Zukunft den Delegierten acht Tage vor dem Bezirkstag bekanntzugeben sind, wird angenommen. Alsdann referierte Genosse Heimann über die kommenden Stadt- verordnetenwahlea. Seine Ausführungen finden unsere Leser als Lettartikel. Genosse Krüger teilte mit, daß am Freitag, den 13. d.M. eine Sitzung des erweiterten Bezirksvorstandes unter Hinzuziehung der Abteil ungsoorsttzenden»md eines weiteren Vertreters jeder Abteilung stattfinden soll. Das Lokal wird im„Vorwärts' bekannt, gegeben. In der Diskussion über das Referat des Genossen Heimann sprachen die Genossen Semmltz und Vrolak über die Besetzung der Schulratsposten und schlugen vor, diese Frage in der Konferenz «n Freitag zu behandeln. Der Bezirkstag beschloß nach weiteren Ausführungen der Genossen Krüger und Ostrowski, diese Frage und auch die des Gtttsarbeiterstreiks in der Konferenz am Freuag zu behandeln. Schließlich wurde noch ein Antrag Slehlreiter angenommen, der die Stadtoerordnetenfraktion beauftragt, dem Bezirksvorstand Material für den Wahlkamps zu überweisen, das dann in geeigneter Form veröffentlicht werdm soll. Dresden zum programmentwurf. Eine Kreiskonferenz des 4. sächsischen Unterbezirks(Dresden- Neustadt, Stadt und Land) nahm nach einem Referat des Genossen Robert Grötzsch, der dm Entwurf einer scharfen Kritik unter- zog, folgenden Anttag an. Der Parteitag möge beschkehm: Der von der Progrmnmtommisswn vorgelegte Entwurf ist a l s meridis kutabel abzulehnen. * Am Tag« vorher hatte sich eine MUgliederverfammkung des 5. Unterbezirts(Dresden-Altstadt) mit dem Programmmtwurf be- schüftigt und folgende, von Wolfgang Schumann und Edgar Hahnewald eingebrachte Entschließung angenommm: „Der fünfte Unterbezir» Dresden lehnt dm vom PaÄw.vorstand veröffentlichten Entwurf zu einem Parteiprogramm als gänzlich »indiskutabel ab. Er ist zufolge seiner Unklarheit, Uneinhettkichkeit und Schwächlichkeit als Grundlage für weitere Erörterungen ungeeignet und entspricht nicht dm sozialistlschm Gesinnungen und Bestrebungen, die die sozialdemokratischen Messen beherrschm. Der Aezirk fordert darum, daß der Parteitag die Zusamm«ffetzung der Programm- tammffsien ändert, indem er mffchiedene Vertreter der«nffcheiden- dm Soziakisierungsgedantm in dies« entsendet.' GeVövkMaftsbewegung GewerkjHastliche Jugenökonfereni.. Auf den 18. und 19. August hat der Allgemeine Deutsche � �«b�.des eigenen Belke- wird/' Gewerkschaftsbund evne Konferenz «ÄNch da» llebel an der Wurzel gefaßt wird, um de» Erzeugern das Wuchern mit den heiligsten Güteru der Erde zu unterbinden. Angesichts der reichen Getreideernte imd die Ver- sammelten fest davon überzeugt, daß, wenn die Preistreiberei so weitergeht, der wohlhabende Bauer und Gutsbesitzer der Toten- Sport. ,i,r"Kcwrei-mjna non i Mit aller Entschiedenheit wurde zum Ausdruck gebracht, daß er i. tu.„ur-j,__ c,,.- �__° n-.rr�r I die Geduld der Arbeiterschaft eine Grenze hat. Der Vorsitzende des Fragen der gewcrksaiaftlichen Jugendbewegung nach Cassel Betriebsrats, Kollege G u l a n e k, wurde beauftragt, alle dahin- einberufen, für die folgende Tagesordnung vorgesehen ist: � gehenden Schritte zu unternehmen. > d en d e r g e w e rt sch a f t lich en I u g' 1. Methoden der gewerkschaftlichen Jugend bewegung. 2. Vertretung der Wirtschaft- lichen Interessen der Jugendlichen. 3. Bil- dungs fragen. 4. Das Verhältnis zur politischen Jugendbewegung. 5. Zentrales und lokalesZusammenarbeitendergewsrkschaft- lichen Jugendabteilungen. Jugendpflege 1908 zu Hamburg Resolution des Geno Forderungen der Schilderanmacher. Die in der Schilderfabritation Berlins beschäftigten Schilderanmacher, Helfer, Kutscher und Ar- beiter, organisiert im Transportarbeiterverband, nahmen in einer gutbesuchten Branchenversammlung am Sonntag zur Tarif- k ü n d i g u n g Stellung. Der jetzt geltende Tarif läuft bis zum Oktober und muß spätestens am 1. September gekündigt werden. Es wurde nun aus der Mitte der Lersammlung heraus beantragt, Gewerkschaftskongreß im Jahre für die Z« it a b 1 S. A u g u st b i s z u m 1. O k t ob e r eftaeleat bat Die damals anaenommene � eine Erhöhung der Bezüge als T e u e r u n g s z u l a g e zu fordern. en R 0 der t Sch m i� t stellt d?e Förde-!-M-h-nder Aussprache darüber wurde der Antrag ein- Eine solche Konferenz tritt zum ersten Male zusammen, 1. nachdem die grundsätzliche Richtung der gewerkschaftlichen! Es Jugendpflege bereits der 6. Gewerkschaftskongreß im Jahre' rj der m-n. t ru t. i. r v s-....! st i m m i a angenommen und beschlossen, für diese Zeit rung von Blldungsbestrebungen, insbesondere zur Fähig- Teuerungszuschlag für alle in der Schilderfabrikation machung der jugendlichen Arbeuer und Arbeiterinnen zur ge- i beschäftigten Schilderanmacher, Helfer, Kutscher und Arbeiter 2 M. werkschaftlichen und politischen Tätigkeit, daneben aber auch pro Stunde zu fordern. rr Unterhaltung und Geselligkeit. Sport und Dann wurde die Tariflündigung zum 1. Ottober be- schlosien und die neue Tarifvorlage festgestellt. Gefordert wird eine gleichmäßige Erhöhung der Tariflöhne der Anmacher, Helfer, Kutscher und Arbeiter um 2,2g M. pro Stunde, wodurch die Tarifstunden» Veranstaltungen Spiel mit in den Aufgabenkreis der Gewerkschaften Diese Resolution, gemäß der bisher in der gewerkschaft- lichen Jugendpflege gearbeitet worden ist, dürste, wie es in emem Artikel des„Korrespondenzblattes" des ADGB. heißt, auch heute noch als brauchbarer Grundgedanke des notwendi- gen Weiterarbeitens anzusehen sein. Aber es gelte, der be- sonderen Entwicklung der allgemeinen Jugendbewegung Rech- nung tragend, über den Rahmen der alten Betätigung hinaus neue und noch ins einzelnere gehende Fonnen und Wege! Nacht festzulegen. Daneben werden als wichtige Punkte �auch die langt. löhne der Anmacher auf S M., der Helfer auf 8,50 M., der Arbeiter im Alter von 18 bis 20 Iahren auf 6,15 M. und der Arbeiter über 20 Jahre auf 7,60 M. steigen würden. Bei den Kutschern, die Wochenlohn haben, wird der geforderte Betrag oerrechnet und dar- auf zugeschlagen. Für Ueberstunden, die nur in Ausnahmefällen zulässig sind, soll es bei dem Zuschlag von 2S Peoz. verbleiben. Für und Sonntagsarbeit wird ein Zuschlag von 100 Proz. ver- Selbständig arbeitende Helfer erhalten den Lohn der An- LehrNngs frage, ferner die Durchführung des R e i ch s- macher. Der Rahmenvertrag soll auf ein Jahr festgelegt werden, j u g e n d g e s e tz e s und durch dasselbe allgemein zu schaffen- während die Lohnsätze nach Mtägiger Kündigung allmonatlich den Jugendämter in den Kreis der Beratungen einzu- revidierbar sein sollen._ beziehen sein. Wir werden über die Tagung am Schlüsse zusammen fassend berichten._ Billigere Lebensmittel statt Lohnerhöhung. Beranlaßt durch die allgemeine Teuerung beschäftigte sich die Belegschaft des Elektrizitätswerks Südwest Aktiengesellschaft in ihrer am Freitag abgehaltenen Betriebsoersammlung mit dem laufenden Lohntarif. Es wurde einstimmig beschlosien, den jetzigen Lohntarif zu kündigen. Außerdem wurde folgender Beschluß gefaßt: „Die Bersammellen fordern ihren Betriebsrat auf, bei den Ge- werkschaften dahin zu wirken, daß eine von der Groß-Bcrliner Ar- beiterschaft der Elettrizitäts-, Gas- und Wasserwerke zu wählende Deputation bei dem Herrn Landwirtschasts- und dem Reichsernäh- rungsminister vorstellig wird, um ihnen vor Augen zu führen, daß der Arbeiterschaft nichts an den Lohnforderungen gelegen ist. Die Versammelten erheben Protest und fordern, daß Gewerbegerichkswahl S. Desirk. ZSahllegitimationen find im BezirkSwahllokal von Fritz Piper, Gasieiner Str. 6, zu fcaben. Die Mitglieder der GewerkslSaftSunterkommission sowie alle Wahlhelfer treffen sich dort am Donnerstag, den 18. August, abends 7 Uhr, zur Einteilung der Wahlposten. GeWerk- fchaftSmitglieder, versäumt nicht, Euch an der Wahlhilfe zu beteiligen. Die Gewerkschaftiunterkommission Wilmersdorf. Der Afa-Band, Orkskarkell Grofc-23 erlin, weist nochmals darauf hin, daß die Wahlbescheinigungen für Arbeitnehmer zum Gewerbe- gericht der Stadt Berlin bei einer dem Afa-Bunde angeschlossenen Organisation in Empfang zu nehmen sind. Sollte eine größere Zahl von Exemplaren benötigt werden, so würde ein vorheriger telepho- nischer Anruf bei der betreffenden Organisation notwendig sein.— Wir bitten nochmals, für eine beschleunigte Abholung Sorge tragen zu wollen, da die Wahlen bereits am 21. August V.J. stattfinden. Rem»«» zu KarlShorft. Sonntag. 14.«nguft. DaZ Soddien» Jagdrennen holte sich Philomele, die bislang ibre» Anhängern immer viele ! Enttäuschungen brachte, desgleichen reichte es für den unverbesserlichen Auf» i stccker Malachit zum Siege. Er brachte den Preis von Fredersdorf heim. Nachstehend die genauen Resitttate: Löckwitzer Hürdenrennen. 16 000 M. L800 Meter. 1. Faktor (Edler), 2. Sinn sein(Scholz), 3. Almanach(P. Lewicki). Tot.: 37; 10, Platz: 12, 11: 10. Ferner Uesen: Jimmi(4.), Waffenbund.— August- Jagdrennen. 16 000 M. 3400 Meter. 1. Lucifer(Wurst), 2. sankt Martin(Mihan), 3. Roibart(Ulbrich). Tot.; 1b: 10. Platz: 12. 18, 21: 10. Ferner liefen: HaSdrubal, Falke, Tdunichtgut, Orianne. Ortrud.— Preis von Fredersdorf. Ehrenpreis und 21 000 M. 4000 Meter. 1. Mala- chit(H. Scholz), 2. Minimax sEinfinger), 3. Maison Rouge(Thalhctm). Tot.: 84: 10, Platz: 27, 22, 18. Ferner Uesen: Ist gemacht(4.), Wetter- scheide, Frei, Lorenz.— Preis von PcterShagen. 16 000 M. 3400 Meter. 1. Gher« velem(Gortzler), 2. Scylla(Petzelt), 3. Rotgold (Ulbrich). Tot.: 21: 10. Platz: 16, 29, 20: 10. Ferner liefen: Korodh(4.). Gero, Lebemann, FlagZ Day(geh), Reieda(gef.), Meinbacd, Welle(angeh.). — Boddien-Jagdrenncn. Ehrenpreis u. 20 000 M. 3700 Meter. 1. Philomele(v. Pelzcr), 2. Sturmschwalbe(v. Fallenhahn). 3. Eoriolau Hl (v. Köckerttz). Tot.: 23: 10, Platz; IS, 28; 10. Ferner liefen: Eerberu» (4.), Karl der Grohe.— Versuchs- Jagdrennen. 16 000 M. 8000 Meter. 1. Belgrade(P. Lewicki), 2. Parma II(Senkpeil), 3. Major (Lommatzsch). Tot.: bl: 10, Platz: 12, 11, 12: 10, Ferner liefen; Herzog(4), Etzel, Schwanenritter, Quinte.— Preis von Gielsdorf. 16 000 M. 1800 Meter. I. Rosenjels(Staudinqer), 2. Katzenjammer (W. Wmkler), 3. Föhn(Danek). Tot.: 73: 10, Platz: 32, 34, 15: 10. Ferner liefen: Elcauor B.(4.), Horst, Meniko, Merkur, Brise, Primadonna. Paula, Gioet, LnsttluS, Saarjels, scapa, Funlsvruch, Malente, Orkan. Das Wetter für morgen. Verlin und Nuigcgend. Ziemlich kühl, zeitweise aus klärend, jedoch sehr unbeständig mil öfter wiederhotten Regenschauern und lebhaften weft- lichen Winden.__ Vorträge, vereine und Versammlungen. Nelchobund der Kriegsbeschädigten Ortsgruppe 9 XO. Dienstag, den 15. August, abends 7VS Uhr, Bollversammlung, Un-ons-Festsäle, Dretfswa de« Straße 222.— H-mvwerein für«abelsbergerllchr Stenographie in Berlin tt. B. Vi8 Uhr Lulsenstädlische Oberrealschule,<5. 14, Dresdener Straße 113, und Hotel „Deutscher Hof-, Luctaner Str. IS. Groß�Serlmer parteinachrichtea. 5. und«.«dt. gahlabend. Heut« abend V/, Uhr bei Keusner, Hagelsderger Str. 20 a. Thema: Jugendbewegung. Ret. Genossin Albrecht. 109. Abt. Frlcdrichshagea. Frauenadend an, Dieuslaa, den 15. Aug., abend» ?t/, Uhr, im Lokal Otto, Kirch str. Säe WUHelmstr. Thema: Meine Erlebnisse im Oricut. Ref.: Bierdsicher IS. 129. 130. Abt. Pantow. Arbcitsgruvvenvorsiandssitzung. Am Dienstag, den 15. Augusi. abend, 7t/, Uhr, im TiirKfchen Zelt, Breitestr. 14. Bczirlsverordnet« und der Stadtrat von Pankow müssen unbedingt erscheinen. Zentraloerband der«ngrstelltru. Öffentliche«ersammlung aller Hotels Resiauraut- und Aasseehausangestellten, morgen rorm. 10 Uhr in den Eermania- Sälen, Ehausseestraße 115. Deuticher Werkmeister-Verband. Dienstag 5 Uhr/ Kartonbranche, Restaurant Schullhaß, Drllckensrraße Ob.— 5'/, Uhr, Zigarren- und Tabakindustrie in der Sefchfisissielle C 2, Stralaurr Straße 55. Die Dehaltsverhälwisse.— MUttwoch 5*/, Uhr, Gravhische Berufe, Restaurant Schulthetlj, Brllctenstratze 5d. Bericht der Tarifkommission. Beraniw. für den redalt. TeU: Dr. Werner Peiscr, Tharlotlenburg: für Anzeigen: . m. b. H., Berlin. Druck: Bar» Tb. Glocke, Berlin. wärtS-Buchbruckerei u. ag; Berlagsanltall Poul Singer Berlin. Lludenktr. 3. DIE NEUESTE MUT/CKi MODE g Uhr: Jugend msfikhicst&m UnSEäFS-riEUEn-HEFTE echSltttch w aUeo ksch' and Zeitf�rifienljandlEngen sorete km unseren Schnittmutter- Verkaufsstellen In Kerlin: Breite Straße N/ Relnldsendorfer Straße 15/ OraolesItraBe kl Nene SchSviiauler Straß? tl RutketlraBe 7/ 6M8Umn!;ri8e M/ frankürUr flliee W DoHenloHdtraBe W/ franJechrftraSe 23/ Danziger Straße SS Prenzlaser flllcc 187/ ScHönHaaler Bllee 177/ ZoIIencr Str. 35 ICauthi.us Fr. Hahn, Akrxandcrplatz, Landsberger Skr. 60-63 _—- oufterdern-- j Schnillmusler- Lager in sömllichen Filialen der Firma! TW. Spf ndlcr, Färberei und chemisdie Wasdianstalt — Ü s 1 WU!MMWW!!W!!!W!WURWWMW!?Wt!!RN!!R!!!öW Schriften von N. Lenin: Der Imperialismus als jüngste Etappe des Kapitalismus............... Der.Radikalismus", die Kinderkrankheit des Kommunismus............ billige Ausgabe Die Weltlage und die Aufgaben der Kommunistischen Internationale......... Die Wahlen zur Konstituierenden Versammlung und die Diktatur des Proletariats..... Das Verhältnis der Kommunisten zum mittleren Bauerntum.............. Die grolle Initiative(Der Heroismus der russischen Arbeiter im Hinterland. Die Kommunistischen Samstage).......... Erfolge und Schwierigkeiten der Sowjetmacht. An die russische Jugend......... Die auswärtige u. innere Politik Sowjet-Rußlands Die gegenwärtige Lage Sowjet-Rußlands... Das Verhältnis der Arbeiterklasse zum Bauerntum Die Vorbedingungen und die Bedeutung der neuen Politik Sowjet-Rußlands(Ueber Naturalsteuer) Zu beziehen durch die III !1. i Hamburg: H 3625b* -•inmMiiitinnnnunnMfniimimiimrumiimiiiimmm •.iiiiiui.tujij.i.muiiniiuiiiiuimiuniiiui' rrrrrrrrrrrrrr LSebrcnstvaBe 54 Vit Uhr: Das sensatiOBellc Ssisfln-Eröffoniigs- Programm_ »'jlJIUlIf Leihhaus Friedrichstraße 3 (Hallessties Tor) verlauft spottbillig Herrenan, ilzr, Cutaways, Ulster, Schlllpfer, Hosen,.leine Lombardware. 'liMdsrö-Ssiis' tt. tlroli, tteipr. Sir. 75 II H8c>>»te Beleihen«; DUkrei. Reellste Gelegenheitskaufe, puren, Brillanten, Schmucksachen. 10—50% unter Ladenpr.| nucni vonvkttsslkeöevde m ßtHsiöer »Ute Berdieustmöalichkeilen lllnfklSenng und«»regnxg gebende Broschüre: Ein neuer Aeift? send« gratis- !?.«rdmann& Co.. Beelin. stöniggräßer Str. 71. Ziudedelleii Los Mk. gute Zerarbeit., kein Papierbsz Girndt, Neukölln, «nzengrndeeftrat,« 3 Ted: Reniiikl» 1598. 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Freitag, d. beschule, Bürge; Aug., abends VjS— VitO Uhr, rgetstc. 25. Brüi» meinde IHAflhif' Frettag.» 35. An,., abend,>/-S--/,10 Uhr, tt.vuuli.»emeindeschule. Türmst«. 75. Unterrichtegeld für die ganze Dauer des Kursus 2b exkl. Lehrmittel, Schüler und Schülerinnen inkl., zahlbar bei der Anmel» dung zum Unterricht, die evtl. auch noch am 2. Unterrichtsabend entgegengenommen wird Mitglieder zu unteren Uebungsabenden für Fortgeschrittene werden jederzeit aufgenommen, Monatsbeitrag 2 M Wir ver- weisen aufnnsere diesdezgl. Mitteilungen imLereinskalender d. Bl. Nähere Austunit durch den Borsitzenden|3721b Carl Baltoa�c, O. 34, ZorNdorfer Str. 39. Walthorins Hienfoogiiim (DestiUet) 12 Fl. 25 Mk., 30 Fl. 60 Mk. fr..ko. I n Apo• h, Droj, •out dir. v. Laboral. E.Walthar, Halle a.S..Trolha 143 Ssbta •xtr«- ■ttrks lett» 88,—, Wäschestosfe, Hand» tllcher enorm billig. Riesige Auswahl. 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