Nr. 386 ♦ 3$. Jahrgang Kusgabe B Nr. 191 Bezugspreis» NerteljShrI.M,— 9JL, moncrtL 10.—®t ftel ins fous, doious zahlbar. Postbezug: Monatlich Ich- M. ei nicht. Fu- stellnnasgebühr Unter streuzbanb mr Deutschland. Danzig. das Eaar- und Memeiaebiet, sonn» die ehemals dem» schen Gebiete Polens Oesterreich. Ungarn und Luxemdurg 20,— PH. istr das übrige Ausland 27,— M. Post» bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tlchecho» Slowalet. Däne- Marl. Holland. Luremburg, Schweden und die Schweiz. Der»Vorwärts� mit der Sonntags- beilage»Polt und ZeiN. der Unter- Hallungsbeilage �eimweib' und der Beilage»Siedlung und stleingarten� erscheint wochenläglich zweimal. Sonn- tags und Montag« einmal. Telegramm-Adresse: «Zozialdeluotrol Serlla� Abend-Ausgabe c !-) Oerlinev Volksblstt Anzeigenpreis, Dt»»chtgespasten, BonvareMeiertl» lostet dchv M.Nie«,» stinzetg««» da» ieltgedructr» Won lchO-JJl(zw lEfstg zwei lengedruckte Wortes, led», weiter» Won l.— 3JI Stellengesuch» und Schlasstellenanzeigen da» erst, Won u— M. sed», weiter» Won l» Big. Won» übe» IS Buchstabe, zählen für zwei Won». isannIien-An. zeigen fstr Abonnenten Zeil, V- M. BU Prelle«erstehen sich etnschltehltch Teuerungszuschlag Anzetgen ist, dl» nächst» Stumm« wüsten dl, 0 Uhr nachmittag» tw Hauvlgeschäit. Berlin EW Ost. Lind«» strahe st abgegeben werden Geöffnet vou l» Uhr irlld bis& Uhr abend«. Zcntralorgan der rozialdemokrattfchen partei Deutfchlands Redaktion und Expedition: EW bS, Linüenstr. Z i'tl'da'tion Morihplah iSluS-S? �crnspreriirr. Kxpxditi»« Moritzplah 1l7SS— Si Mittwoch, den 17' August 1931 vorwärts-verlag G.m.b.H., EW öS, Lindenstr. Z !kt-rnit,r>-rl,-'r- Burlog. Expedition und Inseraten. zssrrnsprraier. Udtetlung Morihplah ll7SZ-K« Llopö George für Mäßigung im Siege. Sanktionen, Kleinajlen und Rujsenelenü. London. IS. August.(MTB.) In seiner Rede im Unterhause erklärte Lloyd George u. a. noch, daß neben der oberschlesischen Frage auch die Frage der Sanktionen schwierig gewesen sei. Es bestehe kein Zweifel, daß die m i r t> schaftlichen Sanktionen nur gerechtfertigt seien, wenn Zeutsch- land bessere Abmachungen abgelehnt hätte. Deutschland habe aber bessere Abmachungen angenommen und tue sein B e st e s.um sie durchzuführen. Die Alliierten seien der Ansicht, daß eine Ver- längerung dieser lästigen Zollgrenze ungerecht sein würde, und seien daher übereingekommen, sie aufzuheben. Bezüglich der militärischen Sanktionen seien die F r a n- z o s e n der Ansicht, daß einige Bestimmungen des Friedensvcrtrgges noch nicht vollkommen durchgeführt worden seien, ins- besondere bezüglich der E n t w a f f n u n g. Die Franzosen schlugen daher vor, daß die militärischen Sanktionen noch einige Zeit aufrecht- erhalten bleiben sollten. Diese Frage werde dem militärischen Aus- schuh, der seine Sißung in Paris abhalten werde, überwiesen, und es bestehe die Absicht, die Frage bei der nächsten Zusammenkunft des Obersten Rates zu behandeln. Es herrsche allgemein die Ansicht, daß die Zeit zu einer allmählichen Herabsetzung der Deutschland durch die Kontrolle auserlegten Lasten gekommen sei; die Ausgaben dafür verschlängen Schöbe. Die Alliierten bätten genau soviel Interesse daran, wie die Deutschen selbst. Die Alliierten hätten sogar, vom Standpunkt der Reparation gesehen, ein unmittelbares Interesse daran. Augenblick» lich hätten die Ausgaben für die Besetzung und für die K o n t r o ll- kommissionen in Deutschland fast das gesamte Geld verschlungen, das für Reparaklons- zwecke verfügbar ein konnte. Es bestände kein Zweifel, daß sie auch einen Zustand dauernder Erregung schafften. Je eher Europa zu normalen Derhältnissen zurückkehre, um so besser sei es. Deulschland sei seht erschöpfk und liege danieder. Wenn Deutschland sich jedoch wieder erhole, so würden die militärische Besetzung und die Kontrollkom- Missionen immer lästiger werden. Es würde dann auch die Gefahr von Zwischenfällen vorhanden sein. Die Alliierten hätten beschlossen, einige der Kontrollkommissionen allmählich soweit wie möglich zu vermindern und bezüglich der Kosten der Besatzungsheere eine Rege- lung zu treffen, die alle Teilnehmer befriedigen werde. Was die Sicherheit Frankreichs betreffe, so könne er die Nervosität des französischen Bolkes ver st ehe n. Die Ereignisse seien noch in der Erinnerung, die e« Frankreich sehr schwer machten, nicht eine berechtigte Besorgnis in dem Gedanken zu empfinden, was die Folgen sein würden, wenn Deutschland seinen Angriff erneuerte. Die wahre Sicherheit Frankreichs hänge jedoch von drei Dingen ab: 1. von der Entwaffnung Deutsch- lands. Darauf Hab« die britische Deleaation bei allen Zusammen- künften des Obersten Rates bestanden. Zweifellos fei es vollkommen unmöglich, eine wirtliche Atmosphäre des Friedens zu erreichen, bevor nicht Frankreich sich vor der Gefahr jener großen ijeer« sicher fühle, die ihm so schweres Leid angetan hätten. Wenn jedoch diese Rüstungen einmal verschwunden seien, sei es unmöglich, Rüstungen heimlich herzustellen. Das nehme lange Zeit in Anspruch und komme immer ans Toaeslicht. Nichts geschehe inner- halb des Deutschen Reiches, was den Alliierten nicht bekannt fei. Kein einziges Schiff werbe ohne Mitwissen der Alliierten vom Stavel gelassen und kein Geschoß auf diele Schiffe gestellt, von denen die Alliierten nicht Kenntnis erhielten. Das gelte auch für Frankreich. Deshalb könne Deutschland niemals etwas unternehmen, was mit seiner früheren überwältigenden Macht ver- gleichbar sei. Der zweite Umstand, von dem die Sicherheit Frank- reichs und Europas abhänge, sei der, daß Deutschland sich des Ruins bewußt werde, den der Krieg Deutschland selbst zugelügt babe. Drittens hänge die Sicherheit Frankreichs davon ab, daHjedem Angreifer zum Bewußtsein gebracht werden müsse, daß er sich die ganze Welt zum Feinde mache, und daß ein Anfangs- erfolg schließlich den Ruin nur vergrößere, indem er die Folgen der Niederlage und die Strafen, die dem Angreifer auferlegt werden, nur vergrößere. Ueber die türkisch-griechische Frage sprechend, erklärte Lloyd George, der einzige Weg sei, beide Parteien ihre Kämpfe ausfechten zu lassen. Die Türken hätten zweifellos eine übertriebene Vorstellung von ihrer eigenen Tapfer- keit und eine zu große Geringschätziakeit griechischer militärischer Leistungsfähigkeit. Die Griechen würden andererseits lernen, daß ihre eigenen Hilfsmittel beschränkt seien. Er hoffe, daß die Griechen nicht denselben Fehler begehen würden, den die Buk- garen im Jahre 1313 machten, als sie nach einer Reihe glänzender Siege durch den blinden Ehrgeiz einiger ihrer Staatsmänner dazu bewogen wurden, auf übertriebenen Forderungen zu bestehen, die ihnen eine Menge von Feinden machten und mit ihrem Fall endeten. Als ein aufrichtiger Freund Griechenlands hoffe er, daß die griechischen Staatsmänner nicht den unverzeihlichen Fehler wiederholen würden, der sicher Griechenland zum Verhängnis werden miisie. Mäßigung im Sieg« sei nicht weniger wichtig als der Sieg selbst.»Ich gehe sagar noch weiter," sagte Lloyd George,»ich glaube, Mäßigung im Siege ist noch wichtiger als der Sieg selbst. wie viele Tragödien findet man im Buche der Geschichte ge- schrieben, die ans einem Sieg entstanden sind, der zo einem schlechten Zwecke gebraucht wurde. Es würde für diese Nationen besser g e- wesen sein, wenn sie niemals gewonnen hätten." Bei seinen Ausführungen über die russische Noklage hob Lloyd George nachdrücklich hervor, daß niemand auf der Pariser Konferenz, ob er für oder gegen die Bolschewisten sei, das politische Element hineinbringen und die Hungersnot zu politischen Zwecken ausnutzen sollte. Es könne nichts ohne vollständige Zusammenarbeit mit der Regierung von Moskau in den Hungersgsbicten unternommen werden. Es müßte v ot l- ständige Gewähr dafür vorhanden sein, daß alle Hilfe der in Not befindlichen Bevölkerung zugute komme. Die Leute, die das Hilfswerk organisieren, müssen selbst die Aufsicht darüber haben. Das Hilfswerk könn: nur Erfola haben, wenn in dem nicht heim- gesuchten Gebiet die russischen Bauern veranlaßt werden könnten, ihre Getteidcoorräte gegen Lieferungen, die vom Ausland kommen. abzugeben. Diese Lieferungen vom Ausland könnten nur erfolgen, wenn die Sowjetregiciung ihre Verpflichtungen bezüglich der bereits an Rußland � gemachten Lieferungen anerkenne. In Frankreich seien Hunderttausende van Menschen, die ihren letzten Centime hergegeben hätten, um Rußland in früheren Iahren zu helfen. l? Nein! sondern um die Rüstungen des Zarenheeres zu finanzieren und die ganze Despoten- und Korrupt! onswirtlchaft zu stützen Red.) In England befänden sich zahlreiche Personen, die ihre Waren nach Rußland gesandt hätten und ihr Kapital dort anlegten. Wenn die Scwjetregierung Vertrauen schaffen wolle, das die Handelswelt dazu bewegen könnte, im jetzigen Augenblick einzu- .greifen, dann müsse sie erklären, daß sie ihre Verpflichtungen anerkenne. Lloyd George bezeichnete die russische Hungersnot als die furchtbarste Heimsuchung seil Jahrhunderten, die die well betrossen habe. Es sei schwierig, Nachrichten zu erhalten. Zu seinem größten Leidwesen müsse er mitteilen, daß die Nachrichten, die die Regierung eben erhalten habe, auf eine furchtbare Katastrophe hinweisen. Soeben sei ein Telegramm von dem britischen Handelsvertreter in Moskau eingetroffen, das besage, daß Zö Millionen Menschen hllss- bedürftig seien. Die Bewohner der von der Hungersnot heimge- suchten Gebiete wandern, da sie einsehen, daß keine Möglichkeit be- steht, daß die Hilfe sie rechtzeitig erreicht, um sie vor der Hungerenot zu bewahren, in großen Walsen nach verschiedenen Richtungen. Sie seien dem Tode geweiht. Dreißig vom Hundert seien Kinder. Zahlreiche Kinder werden von den Ellern ihrem Schick- sal überlasten. Der Eindruck der Rede iu London und Paris. Während die englische Presse der neuen Rede Lloyd Georges sehr lebhaft zustimmt, nimmt die französische Presse segr heftig gegen den englischen Ministerpräsidenten Stellung. Besonders die Stellen über Oberschlesien geben Pertinax im„Echo de Paris" und. dem„Journal" Anlaß zu heftigen Angriffen gegen Lloyd Georges „sonderbare historische Theorien". Der natjonalistische Abgeordnete Maurice B a r r e s hat eine Interpellation über die Haltung B r i o n d s auf der Pariser Konferenz angekündigt._ Der �lufftanö in �ünfkirchen. Laibach. 16. August.(WTB.) Die Jugoslawische Telegraphen- agentur meldet aus Belgrad vom IS. August: Am Sonntag fand in Fünfkirchen eine Volksversammlung statt, an der etwa 25 000 Personen'teilnahmen. Es wurde einstimmig b«- schloffen, daß,- falls die Ungarn nach Fünfkirchen kämen, die Be- oölterung sich mit der Waffe auflehnen und eine serbifch-ungarische Republik proklamieren würde. Ein V o l l z u g s a,u s s ch u h mit dem Maler Dobrooic an der Spitze wurde gewählt. Die Jugoslawische Regierung hat vorläufig noch keine Instruk- t i o n e n nach Fünfkirchen gesandt. Die für den Fall der Besetzung von Baranya durch Ungarn ausgerufene Republik soll bis zur end- gültigen Vereinigung mit Jugoslawien bestehen bleiben. In B e l- g r a d trafen Vertreter des Fünfkirchener Bollzugs- a u s s ch u s f e s ein und ersuchten die jugoflawische Regierung, den neuen Staat anzuerkennen. Der Mini st errat erörterte heute eingehend die neuentstandene Lage. Die Regierung kann die Grund- läge des Friedens von Trianon nicht verlosten, wird aber bei der Entente energische Schritte unternehmen, um die ansässige Bevölkerung vor dem ungarischen Terror zu schützen. Graz, 16. August.(MTB.) Der„Tagespost wird aus Belgrad berichtet, daß die Proklamation der Republik Baranya auch dem Führer der Ententekommission bekanntgegeben wurde. Die Arbeilerschast in den Fünfkirchener Bergwerken ist entschlossen, die Bergwerke sür den Fall, daß der Bezirk unter ungarische Herr- schals kommen sollte, zu vernichten. In Belgad wird in den nächsten Tagen der frühere Ministerpräsident K a r o l y i erwartet, der die Bewegung im Bezirk Baranya unterstützt. Die Hilfsaktion sür Deutschösterreich. Wien, 15. August.(Eig. Drahtbericht des„Vorwärts".) Auf der Interalliierten Finanzkonfcrenz hat, nach einer hiesigen Blätter. Meldung, Italien erklärt, auf sein Generalpfandrecht an Oester- reich-Ungarn zu verzichten, dafür aber einen größeren Anteil an den deutschen Zahlungen zu verlangen. Der �Verzicht Nord „falschen Worten trauend". Die medizinische Fakultät der-Königsberger Universität hat in ihrer— hier schon kurz behandelten— Ernennung Ludendorffs zum Ehrendoktor der Medizin eine so ungeheure Geschichtslüge verewigt, daß auf dieses Geistesprodukt deutscher, oder vielmehr alldeutscher Profestoren noch ein paar Worte verwendet werden müssen. Das Diplom behauptet, daß das deutsche Volk„falschen Worten trauend seine ungebrochene Wehr und seinen starken Führer fallen ließ". Daß das deutsche Volk während des Krieges vielfach falschen Worten getraut hat und dadurch in sein Unglück geraten ist, daran kann wohl nicht der geringste Zweifel bestehen. Nur dürfte die medizinische Fakultät diese falschen Worte schwerlich im Auge gehabt haben. Das deutsche Volk hat in seiner großen Masse leider blindlings den falschen Worten der Helfferich, v. Heydebrand und Konsorten getraut, daß der uneingeschränkte U-Boot-Krieg England binnen sechs Monaten auf die Knie zwingen werde, es hat den falschen Worten des damaligen preußischen Staatsministers H e r g t, jetzigen Vorsitzenden der Deutsch- nationalen Partei getraut, daß die amerikanische Armee wegen der U-Boote Europa nicht erreichen könne, denn sie„könne nicht schwimmen und nicht fliegen", es hat falschen Worten ge- traut, wie jene derOberstenHeeresleitungim Früh- jähr 1918, daß die Reservearmee des Generals Foch vernichtet sei, die dann zusammen mit anderthalb Millionen Amerikanern plötzlich dastand und der deutschen Westfront den Todesstoß versetzte. Das deutsche Volk hat— vielleicht wenigstens in Teilen— ähnlichen Kundgebungen vertraut, wie sie der f r e i- konservative Parteivorstand noch im Oktober 1918(!) losließ: Es steht gut mit uns. Allen und allem zum Trotz. Weit auf feindlichem Gebiet voraus, die teure heimatliche Flur gesichert, Munition und Proviant in ausreichender Menge, geordnet und wohlgegründek unsere Finanzen, die herrliche Wehr zu Lande und zu Wasser ungebrochen, unter lorbeergekrönten Führern, wie ihnen nie jemals ein Volk mit tieferem Vertrauen folgte— sagt selbst, würde! Ihr mit dem Feinde tauschen? Die Königsberger medizinische Fakultät hat aber mit den „falschen Worten" offenbar etwas ganz anderes gemeint, näm- lich die 14 Punkte Wilsons, denen nach der jetzigen deutsch- nationalen Darstellung das deutsche Volk in seiner verblendeten Gutmütigkeit unbedingtes Vertrauen geschenkt habe, denen es so stark geglaubt habe, daß es einfach den Krieg aufgab und nicht mehr weiter kämpfte. Eine Geschichtslüge der unge» Heuerlichstep Art! Wie haben sich die Dinge abgespielt? Hat etwa Wilson seine 14 Punkte aufgestellt, und eine deutsche Regierung dazu sofort Ja und Amen gesagt? Wir erlauben uns, an die einfache Tatsache zu erinnern, daß Wilson sein« berühmten 14 Punkte in einer Ansprache an den amerikanischen Kongreß am8. JanuarI918 aufgestellt hat. Der damalige deutsche Reichskanzler, Graf H e r t l i n g, gab dazu nur eine ganz gewundene Erklärung ab, die überwiegend als Ablehnung gedeutet werden mußte. Die deutschnationale Presse aber, die jetzt die 14 Punkte als Evangelium im Munde führt, hat damals darüber getobt und gehöhnt, den Präsidenten Wilson persönlich beschimpft, kurz und gut die 14 Punkte für eine un- mögliche Friedensgrundlage erklärt. Die Deutschnationalen persönlich haben daher kein Recht zur Berufung auf diese 14 Punkte. Sie gleichen einem Manne, der im Frühjahr Getreide zu einem annehmbaren Preise kaufen kann, diesen aber höhnisch als viel zu hoch ablehnt. Als dann im Sommer eiye kata- strophale Mißernte eintritt, da greift er plötzlich auf jenes Preisangenbot zurück und heult über Betrug, weil nunmehr der Berkäufer es nicht mehr für bindend erklät. Die Dinge haben sich in Wahrheit folgendermaßen ab- gespielt: Ende September 1918 war Ludendorff am Ende seines Lateins. In vollkommener moralischer Verzweiflung und Kopf- losigkeit verlangte er den Abschluß eines Waffenstillstandes innerhalb 24 Stunden. Die dokumentarischen Belege hierfür sind zahllos. Es sei nur erinnert an jene Szene, die der Sohn des Grafen Hertling, Rittmeister Graf Hertling, in seinen Denk- Würdigkeiten(Seite 183) schildert, wie während einer Unter» redung seines Vaters mit dem Kaiser Ludendorff unange- meldet das Zimmer betritt und im Tone höchster Erregung fragt:„Ist die neue Regierung noch nicht gebildet?" Der Kaiser erwidert darauf:„Ich kann doch nicht zaubern." Daraufhin Ludendorff:„Die Regierung muß aber sofort geblldet werden, denn das Friedensangebot muß noch heute heraus." Der Kaiser„Das. hätten Sie mir vor 14 Tagen sagen sollen." Also nicht das deutsche Volk hat in blindem Vertrauen zu Wilson die Waffen niedergelegt, sondern Ludendorff, der med!» zinische Ehrendoktor, war es, der angesichts der fürchterlichen Niederlage die sofortige Niederlegung der Waffen verlangte. Nun freilich klammerte sich die Oberste Heeresleitung an die 14 Punkte Wilsons als letzten Rettungsanker, über die sie vor- her gespottet und gehöhnt hatte. Dem neuen Reichskanzler amerika» auf das Pfandrecht siegt dem Kongreß in Washington vor._. Diese verzichte sind die Loraussetzung für die Hilfsattion des Döl- Max von Baden, der sich gegen die völlige Kapitulation kerbundes. i sträubte und eine allgemeinere Kundgebung vorschlug, erklärte Lud«ndorff:„Auf die Wirkung einer solchen Kundgebung könne nicht mehr gewartet werden. Die Lage der Front erfordere binnen 24 Stunden ein Waffen still st and sangebot. Wenn es der neue Reichskanzler nicht abgebe,'so mühte es eben die alte Re- gierung herausbringen."— Das ist, nach den Worten der Königsberger medizinischen Fakultät, der„Held, der das deutsche Volk mit den scharfen Schlägen seines u n b e- siegten(!) Schwertes geschützt hat. bis es. falschen Worten trauend, seine ungebrochene Wehr und seinen starken Führer fallen ließ". Wenn aber von falschen Worten die Red« ist, so sollte Ludendorff gerade sich an eins erinnern: Während der Ver- Handlungen von Brest-Litowsk hatte die deutsche Oberste Heeresleitung mit der russischen Armee einen Waffenstillstand auf siebentägige Kündigung vereinbart. Als diese Verhandlungen zunächst scheiterten, ließ die Oberste Heeres- leitung die deutschen Truppen nach tatsächlicher zwei- t ä g i g e r vorheriger Ankündigung marschieren, indem sie die sophistische Ausrede gebrauchte, daß mit dem Abbruch der Verhandlungen der Waffenstillstand„stillschweigend" gekündigt worden sei. Wer so handelt, hat kein Recht, sich über falsche Worte anderer zu beschweren. Doch das nur nebenbei. Das deutsche Volk ist, den fal- schen Worten der alldeutschen Mgulhelden trauend, in sein größtes Unglück hineingeraten. Das Unglück wird nicht enden, solange große Teile des Volkes weiter derartig falschen Worten vertrauen, wie sie von den Königsberger Professoren der Medizin geprägt worden sind, die außerordentlich tüch- tige Fachgelehrte sein mögen, aber neuerdings bewiesen haben, daß der deutsche Professor, der, aus seinem Labora- torium herausgeschreckt, sich plötzlich in die Politik mischt, in vielen Fällen leider das traurigste Beispiel polnischer Un- issenheit und Urteilslosigkeit darstellt. Autorität Luüenöorff. Durch die rechtsstehende bürgerliche Presse macht jetzt eine Ge- schichte die Runde, die man als Gradmesser dafür ansehen kann, was dem nationalistisd)en Bierbankpolitiker alles geboten werden darf. Der„Tag" übernimmt sie aus der„Bayerischen Staatszeitung". Danach soll die freundliche Haltung, die England gegenwärtig gegen Deutschland einnimmt, keinem Geringeren zu danken sein— als Ludenderff. Zfor einiger Zeit habe Ludendorff den Engländern eine Denkschrift überreicht, wonach Deutschland als letzter Damm gegen den Bolschewismus nicht zerrissen werden dürfte. Diese Denkschrift habe die Engländer sofort überzeugt. Der Artikel schließt: Ludendorffs Autorität als Feldherr hat in der ganzen Welt großes Gewicht, und in diesem Falle ist es zugunsten Deutschlands in die Wagschale gefallen. Natürlich: Die Engländer sind politische Dummköpfe, denen erst Ludendorff Bescheid sagen muß. Sie haben ja auch den Burenkrieg nur gewinnen können, weil ihnen damals Wilhelm II. einen Feld- zugsplan geschickt hat. Welch tiefen Eindruck muß es auf die Eng- länder gemacht haben, daß jetzt derselbe Mann ihnen Ratschläge zur Eindämmung des Bolschewismus erteilte, der im Jahre 1917 den Russen erst den Bolschewismus künstlich eingeimpft hat, indem er den russischen Bolschewistenführer in dem berühmten plombierten Wagen aus der Schweiz nach Rußland beförderte. Und natürlich ist es auch sicher, daß die Engländer gerade jetzt besondere Angst vor der Ausbreitung des Bolschewismus haben, wo dieser in Rußland mit dem Hungertode beginnt. Wenn die Engländer wirk- lich den politischen Horizont des deutsch nationalen Bier- bankpolitikers hätten, dann wäre in der Tat Ludendorff die g e e i g n e te Autorität für sie. Wie die Weltgeschichte aber lehrt, find sie etwas besser dran. » Autorität Ludendorff übt sich auch schon wieder in anderen Dingen. Anläßlich der Tannenbergfeier in Königsberg hat er bereits den neuen Krieg angekündigt. Nach einem ausführlichen Bericht der Korrespondenz ö. 8. führte er aus: yast Du etwas gegen Christen! Sandstrand, Badegäste, rechts und links von mir je eine Grube, die, kunstvoll geschaufelt, persönliches Eigentum zweier Familien geworden sind. Diese Familien sind recht verschieden. Zur Rechten eine Frau, seingliedrig, dunkelhaarig in schwarzem Kleide. Durch Zufall hörte ich ihren Namen und ihre Geschichte. Ihr Mann war Arzt und ist im Kriege gefallen, als er auf dem Schlachtfeld Verwundete bergen wollte.— Sie ist Jüdin.— Sie trägt immer ein schwarzes Kleid.— Sie ist immer allein. Nur ihr zarter, schwarzäugiger, etwa zehnjähriger Junge ist bei ihr. Er heißt Erich. Zur Linken eine wohlgenährte blonde Frau. Biel Schmuck. Lautes Lachen. Ihr ebenso lautstimmiger Mann sitzt neben ihr, wenn er nicht vormittags rasch im Hotel ein zweites Frühstück nimmt und dabei ein« halbe Flasche Wein hinter die Binde gießt. Dann sie�t er noch röter aus und spricht noch lauter als gewöhnlich. Im Kriege war er— er ist Leiter eines kaufmännischen Betriebes— als unabkömmlich reklamiert und hat gut verdient, ist reich geworden. Die Beiden haben auch einen zehnjährigen Sohn. Er heißt Werner. Werner ist heut allein in der Grube zur Linken. Erich sitzt still'neben der blassen Mutter in der Grube zur Rechten. Eine junge Lehrerin, die ich kenne, spricht mit Erichs Mutter. Darauf wendet sie sich zu dem Knaben. .Komm, ich will Dich zu einem Spielgefährten bringen." Dann faßt sie ihn an der Hand und führt ihn hinüber zu Werner. „Sieh einmal Werner, hier bringe ich Dir den Erich. Ihr könnt hübsch zusammen spielen." Sie läßt die Beiden allein und geht weiter. Ich höre nun folgendes Gespräch: Werner sieht Erich prüfend von oben bis unten an und fragt ihn: „Sage mal, stast Du etwas gegen Christen?" „Nein," sagt Erich ganz erstaunt.„Warum denn." „Ja, weil wir doch etwas gegen Juden haben. Wir sind christ- lich. Ich will nicht mit Dir spielen, weil Du jüdisch bist. Geh nur wieder rüber." Erich geht kleinlaut zur Mutter und fragt: „Mutter, was ist christlich sein?" Die Mutter ai:twrrt?t:„Es heißt liebevoll fein zu den andern Menschen und Böses mit Gutem vergelten." „Ist das etwas Schönes, Mutter?" „Etwas sehr Schönes, mein Junge." Ich zwetfre nicht daran, daßi»nKam»fu»dieOstmark das Schicksal unserers Baterlandes, das Schicksal des Deutschtums nach dem Willen unserer Feinde früher oder später entschieden wird. Und wenn dann die Stunde kämmt, dann denkt daran, was uns bei Tannenberg den Sieg gebracht hat. Die Arbeiterschaft wird dafür sorgen, daß die von Ludendorff ersehnte Stunde nicht kommt. politische wiüerftänöe! Die durch einen grokxn Vertrauensbruch rechts gerichte- tar Kreise in der Oeffentlichkeit bekanntgewordene Denk- s ch r i f t des Reichswirtschaftsministers, unseres Genossen Schmidt, hat die Diskussion über die Stcuervorlagen der Reichsregierung erneut befruchtet. Da war wieder einmal der Geist am Werke, der das Böse will und doch das Gute schafft. Es erscheint nun aber unbedingt notwendig, daß die Denk- schrift in ihrem vollen Umfang von der Reichsregierung frei- gegeben wird. Es ist ja nicht unbekannt, daß bei verschiedenen Mitgliedern des Reichskabinetts die Ablehnung der Besteue- rung der Sachwerte nicht in der Auffassung wurzelte, daß es unmöglich fei, derlei Pläne durchzuführen. Ebensowenig war es in diesen Fällen eine grundsätzliche Ablehnung des Ge- dankens; man spricht davon, und das wurde auch offiziös an- gedeutet, daß man glaubt, mit einer Besteuerung der Sach- werte zu starke politisch-parlamentarische Widerstände zu erwecken. Es kommt ober bei solcher Einstellung zu den notwendigen Steuergesetzen doch sehr darauf an, ob man die politisch-parlamentarischen Widerstände der anderen Seite richtig eingeschätzt hat. Nicht zuletzt ist das Steuerprogramm eine auch außenpolitisch abzuwägende Angelegenheit. Die„Franks. Zeitung" sagt in diesem Zu- sammenhang ganz richtig:„Denn mit dem, was das Steuer- bukett des Reichskabinetts bisher bringt, läßt sich das Pro- gramm der Erfüllung und der damit unlöslich verknüpften inneren Ordnung unseres Etats nicht durchführen." Die »Fr. Z." bemerkt in diesem Sinne noch weiter, daß die Gesamr- kritik des Wirthschen Steuerprogramms in dem Punkte völlig einig fei. Bisher haben wir bei allen Verhandlungen über die Be- lastung des Besitzes gesehen, daß die in Frage kommenden Kreise alle Minen springen ließen, um sich von ihren Pflichten freizumachen. Erinnern wir uns. Es war Mitte Dezember 1920, da erklärte der Staatssekretär Schröder in Brüssel, daß eine weitere Erhöhung der bestehenden direkten Steuern nicht möglich sei. Die Einkommensteuer brachte ihr« Erträge nur durch Auferlegung sehr schwerer Steuersätze zu- stände. Das Reichsfinanzministerium antwortete im März 1921 auf die Denkschrift der Sachverständigen der Alliierten über den Haushalt des Deutschen Reichs: Di« Annahme, man könne den jährlichen Ertrag der Einkommensteuer auf 25 Mil- liarden Mark schätzen, sei falsch. Der Steuerertrag könne über 12 Milliarden Mark nicht hinausgehen. Man müsse für den Lohnabzug 6Y2 Milliarden pro Jahr ansetzen und das übrige Drittel aller"Steuerzahler würde nicht mehr als 5y2 Milliarden an Einkommensteuer aufbringen, selbst wenn das Durchschnittseinkommen dieser Schicht um 50 Proz. höher wäre, als das durchschnittliche Abeitseinkommen, das sich aus dem Lohnabzug berechnet. Seither hat das Einkommensteuergesetz einige mildernde Aenderungen erfahren, dennoch will man allein durch Ver- Desserung der Erhebungstechnik 8 Milliarden mehr heraus- wirtschaften. Man sollte doch etwas vorsichtiger mit der Be- hauptung umgehen, daß die Steuerkraft des Besitzes erschöpft sei. Uns scheint, als ob man der organisierten Protestbewe- gung des Besitzes mehr Bedeutung zumesse, als sie in Wirk- lichkeit hat. Es ist ein gutes Recht der Goldwertbesitzer, zu schreien, wenn sie zu ihrem Teil zahlen sollen, aber eine klar- sehende Regierung darf die jetzt im Gange befindliche omeri- konische Antisteuerreklame nicht mit dem ernsten poli- tisch-parlamentarischen Willen der breiten Massen des Volkes verwechseln, die eine ordentliche Beteiligung des Besitzes an der Wiedergutmachung verlangen. „Mutter, kann ich denn christlich sein, auch wenn wir jüdisch sind?" „Wenn Du Dir rechte Mühe gibst, mein Junge"— und die Kriegswitwe fährt ihrem Jungen liebkosend mit der Hand über das schwarze Haar. Zur Linken ist jetzt das Ehepaar in die Grube zn ffiemar ge- kommen. Die blonde Frau zeigt ihrem Sohn, wie er aus Steinen Hakenkreuze um die Grube legen soll, und der Kriegsgewinnler sieht hinüber nach der Grube zur Rechten und sagt:„Man sollte alle Juden totschlagen." „Seitdem habe ich," wie Werner sagte,„etwas gegen Christen." Lena. Falles Eaprice. Das klein« Theater in der Friedrichstadt bleibt auch in dieser Saisan dem Geiste oder vielmehr der Geistlosigkeit treu, die dort schon länger ein eigenartig zusammengesetztes Publi- kum entzückt. Zwar versuchen Straßburger und Strobel in einem Sketsch„F i e b e r t a u m e l" ein sozusagen literarisches Niveau zu erreichen, aber diese übliche Berkleidungegeschichte scheiterte sogar bei diesem PuRikum: man roch den Moder, der aus den uralten Phrasen von Liebe und so aufstieg, und legte eine durchaus ver- nünftigs Abneigung gegen den Pfeudo-Kubismus an den Tag, der nun auch schon hier seinen Einzug gehalten hat. Das übrige Pro- gramm— wie in guter alter Zeit von Zwischenaktsmusik(Geige, Klavier, Harmonium) verbunden— bewegte sich munter im Fahr- wasser der jüdischen und jüdelnden Posse. Georg Burghardt schien sämtliche Jahrgänge sämtlicher Witzblätter auf jüdische Witz« hin geplündert zu haben, um daraus das Mosaik eines„Kleinbahn- idylls Bentschen— Meseritz" zusammenzustellen. Auch Louis Taufstein in seiner Posse„Die geteilte Geliebte" war denselben Weg gegangen, wenn er auch dazu noch über eine funda- mentale Kenntnis aller voribsenschen Bühnentricks verfügt. Diese Erotika und Sexualia, natürlich gewürzt und gepfeffert mit Hand- signierten Eindeutigkeiten, die selbst der Begriffsstutzigste kapieren muß. Diese Eindeutigkeit entwaffnet. Man kann diesen Leutchen, die ihr Publikum kennen, nicht bofe fein. Ja vielleicht wird da an einer gewissen Sorte von Publikum eine psychoanalytische Arbeit mit Respekt gesprochen eine Katharsis vollzogen, die mit dem Ur- Phänomen Kunst noch viel näher zusammenhängt als das, was wir heute Kunst nennen, und womit dieses Theater nichts zu tun hat. Ferdinand Grünecker, der auch für die Spielleitung sorgte, gab den schnoddrigen Grundton mit Routine und Ueberlegenheit. Die übrigen folgten, wobei, wie fast auf jeder Vorstadtbühne, die männlichen Darsteller den weiblichen überlegen waren. O. E. H. Poelzigs Atelier in Poksdam. Das Meisteratelier für Architektur an der Berliner Akademie der Künste, in das H a n s P o e l z i g als Nachfolger Schmechtens berufen wurde, ist jetzt nach Potsdam übergesiedelt. Werkstättenbetrieb, wie ihn Poelzig einrichten will, war in den Räumen in der Hochschule für die bildenden Künste in der Hordenbergstroße schwer durchzuführen. Nun hat das Freiwerden der Schlösser auch hier eine günstige Lösung ermöglicht. Die großen hellen Räume des einen Flügels der so- 700000 Mark für RußlanS. Der Magistrat Berlin hat heute einstimmig beschlossen, für die Notleidenden Sowjetrußlands 100 000 M. zu bewilligen, vorbehaltlich der Zustimmung der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Der Berliner Stadtverord- netenversammlung liegt schon ein Antrag der drei sozialisti- schen Fraktionen vor, ebenfalls 100 000 M. für die Hungernden in Rußland zu gewähren. Danach kann man annehmen, daß dieser Beschluß von beiden Gemeindebehörden einstimmig gefaßt wird._ Die �rbeitslo)igkeit in flmerika. Washington, 17. August.(EE.) Der Staatssekretär für öffent- lich« Arbeiten James Davis erklärte gestern im Senat, daß gegen- wärtig in den Vereinigten Staaten im ganzen 5 7Z5 099 Arbeitslose vorhanden seien. „Stahlhelm" klagt. Die wegen Zugehörigkeit zum„Stahlhelm" entlassenen Beamten der braunschweigischen Schutzpolizei haben nach einer Meldung der„Landeszeitung" ihren Rechtsvertreter be- auftragt, Klage gegen den braunschweigischen Landesfiskus zu er- heben, weil kein Grund zur Entlassung vorliege. Die Klage wird beim Landgericht eingereicht werden. Da das Beamtenoerhältnis ein öffentlich-rechtliches ist, so dürfte eine Zivilklage auf Wiedereinstellung oder Weiterbeschästigung von vornherein unzulässig sein. Das neue Rennweltgeseß sieht eine Konzefsionierung der Bück)- macher und die Besteuerung ihrer Umsätze mit 1l> Proz. des Weit- einfatzes vor, um die Weitleidenschast steuerlich nutzbar zu machen, da es unmöglich erscheint, Buchmacherwetten einzuschränken. Das Reichstabinett hat geglaubt, jede Möglichkeit, neue Steuern zu«r- langen, auszunutzen und betrachtet die Rennwettensteuer als keine Belastung des kleinen Mannes. Ein Zurückgehen der Totalisator- Umsätze und im Zusammenhang damit ein« Verringerung der Mittet zur Hebung der Pferdezucht wird in Kauf genommen werden müssen. Man wird«uch»on den Buchmacherwetten ein Fünftel für Zwecke der Pferdezucht on die Länder abführen. Um die Steuern noch mebr zu erhöhen, sollen Totalisator- und Buchmacherwetten auch für Rad- rennen und andere öffentliche Wettkämpf« zugelassen werden können. Die Erhöhung der Steuersätze(16% Proz. Totalisator, 10 Proz. Buchnmcher) auf 1« bis 20 und 12 bis.14 Proz. wäre ebenfalls noch im Reichsrate zu erwägen. Arbeitsgemeinschaft zwischen SPD. und ASPD. in Braun- schweig. Auch im Lande Braunschweig beginnt sich bei der USPD. allmählich das Bewußtsein einzustellen, daß es nicht darauf an- kommt, den„starken Mann" zu spielen, sondern vielmehr auf po- sitive Arbeit. S» ist nunmehr in der Stadt Schöningen gelegent- lich eines Stadtverordnetenkonflikts, eine Arbeitsgemeinschaft zwischen den sozialistischen Fraktionen, und zwar die erste innerhalb des Frei- staates Braunschweig, gebildet worden. Angesichts der eigenartigen Verhältnisse im Freistaat Braunschweig dürft» dies den Auftakt zu einer durchgreifenden Aenderung der unabhängig sozialistischen Taktik bedeuten. Sonderbare Einmischung. In der„Freiheit" ergreist der russische Menschewistenführer M a r t o w ausgerechnet in der Frage der Bewilligung der Kriegskredite für die deutschen Unab- hängigen und gegen den„Vorwärts" Partei. Da wir nicht über so viel freie Zeit wie Marlow verfügen, werden wir auf diese Taktlosigkeit nicht weiter reagieren. Mag fein, daß sich Marlow berufen fühlt, sich als Schiedsrichter über die internationale Arbeiterschaft«ufzuspielen, wir erkennen ihm dieses Recht um so weniger an, als wir wissen, welchen Schuldanteil er als Führer der Linksmenfchewisten durch fein Theoretisteren gegen rechts und sein Lavieren nach links am tragischen Schicksal des russischen Prole- tariats persönlich trägt. Was in diesen Zeiten reaktionärer Gefahren der deutschen Arbeiterschaft nottut. das ist die Zusammenfassung all« Kräfte, die willens sind, positive Arbeit zu leisten. Die deutschen Arbeit« wissen aber,«vvhin die rheoretischen Haarspaltereien d« Führ« beim Zigarettenrauchen und Teetrinken das russische Proletariat geführt haben und sie verzichten daher aus deren Ratschläge, Lehren und Schiedssprüche. Schweizer Einreiseverbole haben den französtichen Kommunisten Vaillant-Couturier, Loriot, Boris Suwarin u. a. versagt, schweizeri» scheS Gebiet zu betreten. Die Wien« Polizei hat alle für den heutigen Geburtstag des Exkaisers Karl geplanten monarchistischen Kundgebungen verboten. genannten Communs find dafür zugerichtet worden, und Poelzig »at sich dart die Mittel geschaffen, um das Meist«atelitt in seinem nnne zn leiten. Frankreich und dt- Men« Theatermefse. Der Präsident der Wiener Theatermesse hatte an die Regierungen d« aus- wärtigen Großmächte die Bitte gerichtet, sie möchten ihre staatlichen Kunstbehörden anweisen, der Theatermesse W«t« und Künstler zu nennen, von denen ihnen wünschenswert erscheint, daß sie aus der Theatermesse zu Worte kommen. Als erste von allen auswärtigen Regi«ung«n hat jetzt die f r a n» z ö s i s ch e dies« Bitte entsprochen, indem sie durch ihr Unterrichts» Ministerium drei Schauspiel« und drei Opern zur Auf- führung empfahl und sich bereit«klärte, einen Regisseur zur Einstudierung der französischen Werke zu entsend««. Op«ationso«sicherung. Die angesehensten Aerzte und Chirurgen Londons haben sich zur Gründung einer Gesellschaft zusammenge- schlössen, die den Zweck v«folgt, der weniger bemittelten Bevölkerung im Falle einer schweren, einen operativen Eingriff notwendig machenden Erkrankung die Behandlung durch berühmte Spezialisten zu einem kaum nennenswerten Honorar zu ermög- licheu. Es handelt sich dabei um ein« neue Form der Versicherung auf genossenschaftlicher Grundloge. Die Mitglieder der Gesellschaft zahlen jährlich einen Betrag, d« für Unoerheiratete, die ein Ein- kommcw unter 250 Lstr. beziehen, aus einen Schilling und für Ber- heiratere, die ein Einkommen unter 400 Lstr. haben, aus 30 Schil- ling bemessen ist. Die vereinnahmten Summen fallen nur zum geringsten Teil den behandelnden Aerzten zu, der Hauptteil wird an die Londoner Krankenhäuser abgeführt, die verpflichtet sind, die Patienten aufzu- nehmen. Der Plan gründet sich aus di« Voraussetzung einer Mit- gliederzahl von 5 Miillonen beitragspflichtige Personen. Aber selbst, wenn in den ersten Jahren die Mitgliederzahl eine Million nicht übersteigen sollte, würde sich die Einnahme auf 1 200 000 Lstr. belaufen. Hiervon erhalten die Krankenhäuser 780 000 Lstr., 90 000 sind für das Pflegepersonal bestimmt, 30 000 für den Unterhalt von 30 Krankenstationen und 128 090 Lstr. fließen den Speziolärzten als Honorar zu, während für Derwaltungskosten 45 000 Lstr. aus» gesetzt sind, so daß noch ein Reservefonds von 135 000 Lstr. ver- bleiben würde. Die neue Gesellschaft will,«ie die„Times" be- richten, am 1. Oktober ihre Tätigkeit aufnehmen. JlobanneS-Fastenratb-Stiftung. Der ISO? in Köln verlioriene Schriftllcller JolinnneS Failenrath bat eine Summe»on 300 00« Mark zu einer Stistunq bestimmt. ouZ deren Zinsen-lljädrllch Schrift»ellern und Schrift st elterinnen, die fich mit Arditten in deulicher Sprache auf dem«»biete der ichöneu Literatur»u»ze,�chn« haben ohne Rücklicht aus ElaatSanzehörizleit, relißiöse, sozial«»«»r»alittsche Richtung unter. stützt und»or eile« starke literarische Talent-»esarhert»erten sollen. Die Stiftuna hat ihren Sitz in Köln a. Rh. u»h ipird»erwaltet durch einen ehrenamtiich tätigen StijiungSrat. Bewerbungen um die Slistungz. gaben sind unter Beijügung eines kurzen Lebenslaufes bis späleilenS den 1. Oktober unter der Ausschritt:.An den Oberbürgermeister. Köln a. Rh.. Raihau», betr. flastemath-Sttstung', einzureichen. Die Tntfchcidung wird Anfang Mai 1922 getrosten werden. Die Satzungen der Stiftung können vom Oberbürgermeistcramt Köln am Rhein kostenlos bezogen werde». Die neue Gestalt üer Invaliüenveestcherung. GroßSerlw Die grüne Staöt. Das„(Besetz über die anderweite Festsetzung der Leistungen und der Beiträge in der Invalidenversicherung vom 23. Juli 1921" ist so- eben im Reichsgesetzblatt(S. 984) veröffentlicht worden. Die Neue- l ungen sind sehr einschneidender Art und interessieren daher die Ar- beiter stark. Zweck und Wirkung der Veränderung ist bekanntlich hauptsächlich, den Landesversicherungsanstallen wesentlich erhöhte Einnahmen zukommen zu lassen... �, rischen Reize unter der Fülle des Modernen. Einförmigen und Un- Die bisherigen fünf Lohnklassen werden mit dem I. Oktober �«lu JL- Dem stampa" Berliner Korrespondenten des italienischen Blattes hat es Berlin angetan. Er weiß wohl, daß seine histo- 1921 aufgehoben und es treten von diesem Zeitpunkt an acht neue Klassen an ihre Stelle, und zwar: Klasse A B C D E F G H Von mehr als Jahresarbeitsverdienst bis zu 1�)0 M. 3000 5000 7000 9000 12000 15000 Wochenbeitrag 8,50 M. 4,50. 5,50. 6,50, 7,50. 9,00. 10,50. 12,00, 1000 3000 6000 7000 9000 12000 15000 Die Beiträge werden bekanntlich se zur Hälfte von den Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen, so daß z. B. in der Klasse F jeder Teil wöchentlich 4,50 M. bezahlen muß. Die bisherige»rrständliche Berechnung des Jahres- arbeitsverdienstes nach den Grundlöhnen der Krankenkasse fällt weg. Es gilt in Zukunft der tatsächliche Iahresarbeitsver- dienst, der natürlich auf den Wochen- und, wenn nötig, auf den Tagesverdienst zu zerlegen ist. Die Bersicherung in einer höheren als der zuständigen Lohnklasse ist nach wie vor erlaubt. Lehnt der Arbeitgeber den höheren Beitragsanteil ab, muh ihn der Versicherte mit bezahlen. Die bisherigen Witwengelder und Waisenaussteuern (einmalige Abfindungen, wenn die Witwen selbst Beitrage zur Ver- sicherung entrichtet hatten) kommen in Wegfall. Die bis zum 1. Ok- tober geltend gemachten Anträge auf solche Leistungen müssen noch nach den bisherigen gesetzlichen Bestimmungen erledigt werden. In dem Erlöschen der Anwartschaft(§ 1280 der Reichsver- ficherungsordnung) sind Erleichterungen eingetreten. Nach wie vor erlischt grundsätzlich die Anwartschaft, wenn während zweier Jahre nach dem auf der Ouittungskarte verzeichneten Ausstellungstag weniger als zwanzig Wochenbeiträge entrichtet worden sind. Die Anwartschaft gilt aber nicht als erloschen, wenn die zwischen dem erstmaligen Eintritt in die Versicherung und dem Versicherungsfall liegende Zeit zu mindestens drei Vierteln durch ordnungsmäßig ver- wendete Beitragsmarken belegt ist. Tritt z. B. jemand mit seinem 16. Lebensjahr in die Versicherung ein und er wird mit seinem 40. Lebensjahr invalid, so muß er für die dazwischenliegende Zeit von 24 Iahren mindestens 18 Jahre mit Marken belegen, also 18X52— 936 Beitragswochen nachweisen. Die Rentenhöhe bleibt im allgemeinen dieselbe. Trotz der Geldentwertung wird der Reichszuschuß(50 M. für jede Invaliden-, Alters-, Witwen- und Witwerrente) nicht erhöht. Den gegen- wärtig vorhandenen Rentenempfängern wird die bisherige Zulage von 70 M. für jede Invaliden-, Kranken- oder Altersrente, 55 M. für jede Witwenrente und 30 M. für jede Waisenrente weiter ge- währt. Die nme Rentenberechnung ist etwas anders aufgebaut. Der Grundbetrag der Invalidenrente ist in jeder LohnNasse ein- heitlich 360 Mt., die Steigerungssätze sino etwas erhöht. Außerdem wird bis auf weiteres zu den neu festzusetzenden Renten ein jähr- licher Zuschuß von 600 M., bei den Waisenrenten nur von 300 M. gewährt. Trotzdem werden vorläufig auch die neu festzusetzenden Bezüge nicht wesentlich höher sein als die bisherigen. Nur erst wenn im Laufe der Zeit die Versicherten Gelegenheit hatten, in den neuen höheren Klassen Beiträge zu entrichten, für die dann böhere Steigerungssätze in Anrechnung kommen, ist später auf höhere Renten zu rechnen, sofern eben nicht die jetzigen außerordentlichen Zuschüsse herabgesetzt werden. Eine wesentliche Ausgestaltung haben die bisherigen Kinderzulayen zu den Renten erfahren. In Zukunft betragen- diese: 96 M. jährlich, wenn ein solches Kind vorhanden ist, 168 M. bei zwei und für jedes weitere Kind 48 M. Elternlose Enkel unter 15 Sahren, deren Unterhalt der Empfänger der Invalidenrente ganz oder überwiegend bestreitet, werden den Kindern unter 15 Jahren gleichgestellt. Eine wesentliche Neuerung wird noch dadurch gebracht, daß in Zukunft eine Rente aus der Invaliden- und Hinterbliebenenversiche- rung auch in vollem Umfange neben einer RenteausderUn- fallversicherung gewährt wird. Bisher trat eine Kürzung ein, wenn ein gewisser nicht allzu hoher Betrag überschritten wurde. Kranbheitszeiten, in denen ein Versicherter nachweislich verhindert gewesen ist, seine Berufstätigkeit fortzusetzen, werden als Beitrags- wochen der Lohnklasse B angerechnet. Der Reichsarboitsminister kann bestimmen, in welchen weiteren Fällen eine solche Anrechnung stattfindet. In der Vermögensverwaltung der Dersiche- rungsanstalten tritt eine Aenderung insofern ein, als die ganzen seitherigen Dorschviften über die„Gemeinlast* und die„Sondcrlast" in Wegfall kommen. Sie bildeten auch nur eine ganz unnötige Verwickelung der Verwaltung. Dafür ist folgendes bestimmt wor- den: Jeder Versicherungsträger, also jede Landesversicherungsanstalt, wird mit einem Zehntel der Beiträge belastet, die an Empfänger von ihm festgesetzter Renten gezahlt worden sind. Alle übrigen Zahlungen werden, soweit sie nicht dem Reiche zur Last fallen, auf sämtliche Versicherungsträger nach Maßgabe ihrer Beitragscin- nahmen in den letzten drei Geschäftsjahren verteilt. Damit wird gewissermaßen eine einheitliche Risikogemeinschast aller Dersiche- rungsträaer geschaffen. Die Z u s a tz r e n t e n, die durch freiwillige Zahlung von Zusatzmarken erworben werben konnten, kommen wie diese in Wegfall. Di« Einrichtung hat sich nicht bewährt, was in der ganz ge- ringen Benutzung zum Ausdruck kommt. Empfänger einer Zusatz- rente erlMten den Kapitalwert der Rente als Abfindung. Wer Zu- fatzmorken enttichtet hat und dafür eine Rente noch nicht erhält, kann innerhalb fünf Iahren die Erstattung des Wertes der Zu- satzmarken verlangen. Schließlich sind noch eine Reihe von Uebergangsvor- schriften vorgesehen. Ansprüche und Leistungen, über die das Feststellungsverfahren zurzeit schwebt, unterliegen schon den neuen Vorschriften. Ihre Nichtanwendung gilt auch dann als Remstons- grund, wenn das Oberversicherungsamt sie noch nicht anwenden konnte. Die„Sonderanstalten", wie die Norddeutsche Knappschafts- pensionskasse usw., müssen sich dem neuen Gesetze anpassen. Un- gültig gewordene Beitragsmarken können innerhalb zwei Iahren bei der Post in Marken gleichen Geldwertes umgetauscht werden.— Das neue Gesetz enthält noch manche Unklarheiten, die erst durch die Praxis und die Rechtsprechung geklärt werden müssen. schönen verschwinden und daß dieses Moderne weit davon entfernt ist, Schönheit oder Poesie zu sein. Aber er fühlt den Reiz, der in dem ewig bewegten Leben, dem Hasten und Treiben der Menschen und der zahllosen Arten von Verkehrsmitteln liegt, und er preist Berlin besonders als die Stadt der Bäume, des Grüns und der Blumen. Er sagt, Berlin Hab« mehr Bäume als Einwohner, und wenn das auch nicht stimmt, so begeistert ihn diese Vorstellung doch zur Zeichnung eines farbenprächtigen Bildes von dieser Stadt, in der überall Bäume, Alleen, Buschwert und Blumen sind, deren graue Häuser sich mit Rankenwcrk überziehen und deren Balkons in bunten Blumenfarben grüßen. Das eigentliche Wunder Berlins aber ist für den begeisterten Italiener der große Park im Innern der Stadt, der Tiergarten und der Wald vor ihren Toren, der Grunewald. Er sieht im Grunewald nicht das, was der Berliner und besonders der Süddeutsche bissig tadelt, den einförmigen Stangenwald auf sandigem Boden: ihn entzückt die Abwechslung des Kiesernwaldes mit seinen kleinen Hebungen und Senkungen und den überall verstreuten Seen. Er preist den majestätischen Eindruck, der sich dem Betrachter von der Höhe bei einem Blick über die Havel mit ihren Schiffen und Segelbooten darbietet. Völlig in Entzücken aber gerät er bei der Schilderung des sonntäglichen Ausflugsverkehrs, wenn Männer und Frauen, alt und jung sich über dieses Waldgebiet ergießen, lustwandeln, laufen, spielen, lieben, singen, musizieren, essen und trinken und sich auf alle Arten vergnügen. Ihn begeistern die Kinder, die Reigen tanzen und im Chor singen, Familien, die im Schatten eines Baumes sitzen und ihren Imbiß verzehren, Liebespaare, die sich auf dem grünen Rasen gelagert haben und sich in Seelenruhe küssen, als ob sie allein wären, Leser mit Büchern und Zeitungen. Ihn begeistern auch die Wandervögel mit ihren bunten Bändern und Zupfgeigen, von deren Aufführung die Berliner selbst oft weniger entzückt sind, er erwärmt sich selbst für die Bettler und Straßenmusikanten, die«ine traurige Kriegsfolge sind. Kurz: er fleht mit den Augen des Südländers und des Gastes, der alles, was sich seinen Blicken aufdrängt, schön findet. Vielmehr hat nach dem Auszug der Reaktion(wieder unter Vor- antritt des Demokraten Merten!) die Schuldeputation weiter ge- tagt und nach längerer Aussprache einstimmig beschlossen, die Versuche mit einer kollegialen Schulleitung durchzuführen. Sie Hai ihr grundsätzliches Einvernehmen mit den Absichten des Stadt- schulrats Paulsen bekundet und dessen Vorgehen ausdrück- lich gebilligt. Sehr interessant waren dann im weiteren Verlauf der Sitzung die Berichte über das Vorgehen des Provinzialschul- kollegiums in Sachen der Rektoren- und Direktoren- wähl. Hier hat in unserer staatlichen Oberschulbehörde offenbar die linke Hand nicht gewußt, was die rechte tat. Denn das Pro- vinzialschulkollegium hat durch seine Abteilung für das höhere Schulwesen gegen die Wahl' der Direktoren durch den Magistrat Einspruch erhoben— hier war„zufällig" eine Sozialistin zur Leiterin einer höheren Mädchenschule im Westen ausersehen— und gleichzeitig durch seine Abteilung für Volks schulwesen die sofortige Wahl der Rektoren durch den Magistrat gefordert— hier drohte nämlich die Gefahr, daß die Bezirksämter die reaktionäre Rektorenliste der alten Berliner Schuldeputation revi- dieren könnten. Und das alles nennt man dann: Fernhaltung der Politik von der Schule! Ueber die Haltung des Provinzialschulkollegiums wie besonders der Potsdamer Regierung gegenüber der städti'ch-n Schulverwal- tung wird noch ausführlicher zu reden sein. Die unaufgeklärten Lustmoröe. Forlgesehle Aachforschungen. Der Leichenfund im Engelbeckcn ist trotz der unausgesetzten Be- mühungen der Kriminalpolizei noch nicht aufgeklärt. Auch ist dos Opfer des Derbrechens noch nicht bekannt, obwohl ganze Scharen sich den aus den einzelnen Stücken wieder zusammengesetzten Kopf an- gesehen haben. Die Ermittlungen aus Grund der Vcrmißtenanzeigen sind ebenfalls erfolglos geblieben. Alles das legt die Mög- lichkeit immer näher, daß die Ermordete vielleicht erst kurz vor ihrem Tode von außerhalb nach Berlin gekommen und gleich am Bahnhof dem Lüstting in die Hände gefallen ist. Wichtig für die Feststellung der Person ist, daß sie nach genauer Untersuchung erheblich älter ge- wcsen fein muh uls 24 Jahre, die man zunächst als Höchstgrenze für ihr Alter angenommen hat. Die abgestockten Zähne und die schmutzt- gen Fingernägel lassen auf eine Person aus niederen Kressen schließen. Schwere Arbeit hat die Unbekannte nach der Beschaffenheit ihrer Hände wohl kaum verrichtet. Die Nachforschungen der Kriminal- polizei haben vieles zutage gefördert, was an den L e i ch e n f u n d in Nikolassee und bei Grünau und an den Mord an der Schubert erinnert. Mancherlei Merkmale sprechen dafür, daß für alle drei De'r brechen ein einziger Täter in De- t r a ch t kommt, ein alter Lüstling, der im östlichen S-tadt- viertel, in der Gegend des Schlesischen Bahnhofs, zu suchen sein wird. Die Morde und die Zerstückelung der Leichen können nur in einem geschlossenen Räume ausgeführt worden sein, einer einsamen Wohnung, einer Waschküche, einem Schuppen oder der- gleichen. Die Kriminalpolizei ist jetzt dabei, die ganze Gegend um den Schlesischen Bahnhof herum und in der Umgebung der Fund- orte dergleichen nach derartigen Räumlichkeiten, die in Betracht kommen können, gründlich abzusuchen, auch leerstehende oder wenig benutzte Keller usw., und allen Fingerzeigen, die bisher vom Publikum aus bei ihr eingegangen sind, auch in bezug auf vermißte Personen, nachzugehen. Weitere Mitteilungen, die zur Aufklärung des geheimnisvollen Verbrechens am Engelbecken und damit vielleicht auch der früheren Derbrechen irgendwie dienen können, nimmt Kri- minalkommissar Dr. Riemann ini Zimmer 34 des Polizeipräsidiums entgegen.•_ Miftstande in den Z offener Lagern. Der Flüchtlingsausschuß der drei Lager Zossen, Wünsdorf und Zehrensdorf teilt uns folgendes mit: Die Flüchtlingslager Zossen, Wünsdorf und Z e h r e n s- dorf müssen ihre vollständige Verpflegung durch dos Reichsernäh- rungsamt beziehen, das viele Waren zu wesentlich teueren Preisen abgibt, als sie im Handel geliefert werden. Die Preis- imterschiede sind aus folgender Gegenüberstellung ersichtlich. Es kosten: In einem d i g t e' für die VersorgungSamt Spandan. Nr. 327 vom 14. Juli 1921 setzte sich der„Vorwärts" in .Reichswehrmini st eriuni und Kriegsbeschä- überschriebenen Artikel mit der Frage auseinander, warum Unterbringung des in Berlin neu zu errichtenden Versorgungsamts Spandau(Barnim) nicht eine der im Norden Berlins gelegenen ehemaligen Kasernen zur Verfügung gestellt wurde, damit den auf dem Lehrter und Stettiner Bahnhof ankommenden Kriegsbeschädigten die stundenlange Fahrt mit mehr- maligem Umsteigen nach Schöneberg erspart werde. In einer Er- widerung in Nr. 331 vom 16. Juli 1921 hat das Reichswehrmini- sterium erklärt, daß die Kasernen schon seit langer Zeit dem Reichs- schatzministerium abgegeben worden seien und daß nur noch die Moabiter Kasernen dem Reichswehrministerium gehörten und bis unter das Dach belegt seien. Nach einer Mitteilung des Reichschatzmimsteriums an dos Reichsarbeitsministerium sind Kasernen im Norden Berlins für Zwecke der Unterbringung des Ver- sorgungsamts jetzt nicht verfügbar. Für die Unter- bringung des Versorgungsamts ist deshalb ein Teil des Hauses 7 der dem Hauptversorgungsamt der Provinz Brandenburg zur Ver- fügung stehenden Dienstgebäude in Aussicht genommen und soll diese Unterbringung den Wünschen der Kriegsbeschädigten Rechnung tragen. Bei getrennter Unterbringung der Versorgungsbehörden mußten die Kriegsbeschädigten teilweise durch ganz Verlin geschickt werden. Für die am Lehrter und Stettiner Bahn- Hof ankommenden Kriegsbeschädigten ist die in Aus- ficht genommene Unterbringung mit gewissen Nachteilen verknüpft, sie werden aber durch die Vorteile der geschlossenen Unterbringung der Versorgungsbehörden Berlins in einem Häuserblock, der von allen Teilen Berlins sowohl mit der Stadtbahn als auch mit der Straßenbahn leicht und bequem zu erreichen ist, aufgewogen._ Vachstuhlbrand in Weißensee. In der letzten Nacht kam in der zwölften Stunde in der K u g l e r st r a ß e 8 4 am Bahnhof Weißen- see Feuer aus. Die Feuerwehr wurde von vier Seiten alarmiert. Als sie mit mehreren Löfchzügen an der Brandstelle, nahe der Greifs- walder Straße ankam, stand der Dachstuhl des modernen Miet- Hauses in solcher Ausdehnung in Flammen, daß die Züge 20, 17 und 19 tüchtig Wasser geben mußten, um des Feuers Herr zu werden. Der Dachstuhl mit dem Inhalt der Bodenräume ist ver- nichtet. Die Entstehung war nicht aufzuklären.— In der Sp r e n- gelstraße 43 brannte eine Wohnung. Zwei kleine Kmder, die in Gefahr schwebten, tonnten in Sicherheit gebracht werden. Heftchen mit Postfreimarken werden an allen Postickmliern zum Nennwert ihres Markenivbalts, also ohne Aufschlag, zum Verkauf bereitgehalten werden. Der Preis der Hefichen beträgt jetzt 8 M., bei der bevorstehenden neuen Auflage wegen der darin enthaltenen Marken nach dem jetzigen Gebührensätze 12 M. Der Verliner Bolkschor sllbrt am Montag, den S. Sep- t c m b e», abends 7'/, Uhr, in der Neuen Welt Berlioz'„FaustS Ver- dammung' aus unter Mitwirkung von tzirl. Seinemeher(Dt. Overnh.), Herrn K o h m a n n(Frankfurt a. M.f, Herrn Abendroth �Breslau), Herrn K a n d I(Dt. Opernh.), Männerchor Fichte- iSeorginfa, Philharmonisches Orchester. Einlaßkarten zu 6 M. sind auch in der PoiwürtS-Buchhandlung zu haben. Das Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. EtwaS wärmer, trocken und vielfach heiter- bei schwachen östlichen Winden. Vom Verpstegungamt bezogen! Pro Kilogramm W. Blut- und Leberwurst, minder- wertig........ 27,30 Jagd-, Brüh- und Bockwurst. 25.20 Schlackwurst....... 60,40 Braunschweigcr..... 42,— Nindsleilch mit Knochen.. 23,36 Schweinefleisch...... 83,73 Hammelfleisch...... 28,32 Kalbfleisch....... 24,57 Speck, geräuchert, Inland.. 42,— Br'bknochen...... 4,20 Hackfleisch........ 29,30 Im Handel bezogen: Pro Kilogramm!N. Leberwurst, bessere.... 20,— Fleischwurst, gute..... 24,— Jagdwurst, gute..... 30,— Braunschweiger, gute... 30,— Bratwurst....... 24,— Hackfleiich, prima..... 22,— Rindfleisch, ohne Knochen.. 24,— Rindfleisch, mit Knochen.. 20.— Schweinefleisch, Irisch... 32,— Schweinefleisch, holländ. EtS- 30,— Hammcifleisch...... 24,— Speck, geräuchert, Inland.. 32,— Brühknochen...... 2,— „Berliner Selbstschuh", lieber die owf uns kürzlich erwähnte Organisation„Berliner Selbstschutz" erfahren wir von zuständiger Stelle, daß es sich dabei um eine private Einrichtung handelt, die die Rechtssorm einer eingetragenen Genossenschaft mit beschränkter Haftung besitzt. Die Organisation sei ins Leben gerufen„zum Schutz von Hab und Gut der Berliner Bevölkerung". In Aus- führung dieses Zweckes werden in verschiedenen Stadtgegenden durch Mitglieder des Selbstschutzes Nachtstreifen ausgeführt. Das Polizeipräsidium(Abteilung I A) hat aus den„Berliner Selbst- schütz" seit besten Gründung ein wachsames Augenmerk gerichtet. Ein Grund zum Einschreiten gegen die genannte Organisation hat sich bisher nicht gefunden. Insbesondere verstößt sie auch nicht gegen den Friedensvertrag, die hiesige Vertretung der Entente ist vom Bestehen des„Berliner Selbstschutzes" unterrichtet. Ungeachtet französischen Einspruchs bei der englischen Regierung hat das Unterhaus das Gesetz zum Schutze der Schlüsselindustrien mit 175 gegen 54 Stimmen angenommen. Der Sprecher entschied, daß das Gesetz im wesentlichen ein Finanzgesetz sei, welches abzu- ändern das Oberhaus nicht befugt sei. Das Gesetz erlange.„.c daher Gesetzeskraft, sc bald der König seine Zustimmung erteil! habe.! schlußunfähigkeit der Deputation herbeizuführen, nicht erreicht hat. Das Rcichsernährungsamt hat sich bisher nicht veranlaßt ge- sehen, auf die Beschwerden der Flüchtlinge für Abänderung dieser Mißstände zu sorgen.__ Ter Bürgerblock in der Schuldeputation» Der Bericht des Nachrichtenbureaus aus der Dienstag-Sitzung der städtischen Schuldeputation, den wir im heutigen Morgenblatt brachten, bedarf einer Richttgstellung, da hier der Wunsch der Bater des Gedankens gewesen zu sein scheint. Richtig ist allerdings, daß sich bei diesem Vorstoß gegen eine fortschrittliche Schulpolitik in Grotz-Berlin wieder einmal alle bürgerlichen Parteien einträchtig beieinander befunden haben, ja daß dieser„Bürgerblock" seinen Führer und Sprecher in dem„Demokraten" Herrn Merten besaß. Die Der- liner Lehrerschaft wie die Elternschaft werden es sich hoffenttich merken, daß der Berliner'Kommunalfreisinn, der sich jetzt demo- kratisch schimpft, sich auch schon gegen den ersten Versuch einer kollegialen Schulleitung und einer Mitarbeit der Elternschaft in Schulftagen mit Händen und Füßen g e st r ä u b t hat. Es muh aber berichtigt werden, daß dieser Bürgerblock unter demokratischer Führung seinen Willen, die Be� Arbeitersport. «rteitcr-Nadsahrir.ivuvd„Solidarität". Donnerstag, den 13. d. M., Der- sammlung bei Heinrich, Rungestr. 7.(Js werden ca. 50 Genossen zum Sonntag, den 21., zur Wahlarbcit gegen Gntschädigung benötigt. Jede Ortsgruppe muß zwei Vertreter entsenden. Spandau, Köpenick, Oberschönewetde, Trmpel- Ks, Reinickendorf, Weißensee, Wilmersdorf, gcdlendorf, Lichtenberg, vchöneberg. Neukölln, Charlortenburo, Steglitz, Pankow sowie die Berliner Äbleilungen ebenfall« je zwei. Dir Vertreter sind durch die Abteilungen und OrtsgruPpen zu delegieren. I. A.i Otto Hantel, Gaufahrwart. Die„Freien Schwimmer Rarden", gegr. 1893, Mitgl» d. A. W. V„ veran- stalteten am Sonntag, den 7. August, ihr diesjähriges lorole» Schwimmseft im Seebad Wilhelmsruh bei Reinickendorf-Rofenthal. Von den Brnderpcreincn des Kreises I de» Ä. W. V. halten die Verein«„Freie Schwimmer Charlotten. bürg",„Freie Schwimmer Neukölln",„Freie Schwimmer Spandaus„91. S. V. Ottcr Hennigsdorf",„Schwimm-Verein Welle Strausberg" und„B. S. V. Welle' ihre Schwimmer zum Start gesandt.(Eine große Anzahl Knaben und Mädchen, welche in diesem Jahre erst Schwimmen gelern« hatten, zeigten mit großer Freude im„Crstschwimmen" ihren- Clrern und Angehörigen ihr Können. In Anbetracht der dort bestehenden Wassernerhältnisse wurden nachstehende Resul» täte erzielt:(Erst schwimmen, 25 Meter: Mädchen: 1. Richter 35 Sek., 2. Mauser 40 Sei., Knaben: 1. Lauf: 1. Mllller 55 Set.,?. Busack 41% Sek.. 2. Laus: 1. Eckert 89 Sri., 2. Gladikowski 41 Sek.— Erstschwimmen, 50 Meter: Männer: 1. Lauf: 1. Gerndt 1 Min. 9 Sek., 2. Hisse 1 Mi». 9% Sek., 2. Laus: 1. Geßler 58% Sek., 2. Wöhlert 1 Min. 1% Sek.— Internes Damenfchwimwen, 59 Meter, beliebig: 1. Tönnies 1 Min. 5% Sek., 2. Stetnke 1 Min. 19 Sek.— Lokale Iugendlagenstasette, 4X59 Meter: 1. Fr. Schw. Charlottenburg 8 Min. 1 Sek.,. 2. Fr. Schw. Neukölln 8 Mm. 80% Sek.— Mädchenschwimmen, 50 Meter: 1. Geisler 55% Sek., 2. Mauk 59 Sek., 8. König 1 Min. 1 Sek.— Internes Rettungsschwimmen, 25 Meier mit 4-25 Meter ohne Objekt: 1. Geßler 1 Min. 19 Sek.. 2. Knappe 1 Min. 23% Sek., 3. Wöhlert 1 Min. 25% Sek.— Lokale Damcndruststafette, 4X50 Meter: 1. Fr. Schw. Charlottenburg 8 Min. 52 Sek.,' 2. Fr. Schw. Neukölln 8 Min. 55% Sek.— Lokale Männerlagenstafetie, 4X59 Meler: 1. Lauf: 1. Fr. Schw. Norden 2 Min. 57% Sek., 2. Fr. Schw. Neukölln 8 Min., 8. Fr. Schw. Spandau 8 Min. 4% Sek., 2. Lauf: 1. Fr. Etfiw. Neukölln 2 Min. 49 Sek, 2. SB. 6. V. Welle 3 Min. 6% Sek.— Lokales Paddeln, 25 Meter Kopf, 25 Meter fußwärts: 1. Lauf: 1. Fuchs Ft. Schw. Neukölln' 1 Min. 15% Sek., 2. Zobel Fr. Schw. Neukölln 1 Mm. 27% Sek., 8. Dahle B. S. V. Welle 1 Min. 48% Sek., 2. Lauf: 1. Berner Fr. Schw. Norden 1 Min. 29% Sek., 2. Meier A. S. V. Otter Hds. 2 Min. 2 Sek., 3. Schmidt A. E. B. Otter Hds. 2 Min. 918 Sei.— Lokales Etrcckentauchen: 1. Eberlein(88% Meter) 84% Sek., 2. O. Fischer(88 Meter) 47% Sek., 8. F. Boritz<26 Meter) 25% Sek.-- Lokales altes Hcrrenschwimmen: 1. Steinke 42% Sek., 2. Fuchs 48 Sek.— Lokales Kllr» springen: Damen: 1. Frl. Lehrberger 18% Punkte, 2. Frl. Schweder 14% Punkte, Männer: 1. Köhler Fr. Schw. Neukölln 29% Punkte, 2. Chartro» und Grund Fr. Schw. Norden 19% Punkte, 8. Reinhold Welle Strausberg 15% Punkte. — Lokale Wasserspiele: Jugend: Fr. Schw. Charlottenburg— B. S. B. Welle 2: 9, Männer: B. S. B. Welle— Fr. Schw. Norden 8: 2. Zilmschau. Die Lichtspiele Neue Philharmonie. Köpenicker Straße, hatten am Sonntag zu einer Prcsie- und Jnterenentenvorstellung geladen, was ein volles Haus zur Folge hatte. Die Darbietungen standen noch unter dem Niveau des sonst Ueblichcn. Sowohl„Der Leidensweg eines Achtzehnjährigen" tonnte trotz einiger Kräfte von Namen wie Wilhelm Giegelmann, Jlka Grünin g und Ria Jende ebensowenig befriedigen, wieder zweite Film„Die Lehrerin aus der Köpenicker Straße". SeVerGhastsbewegung Selbe kommen nicht in öie flrbeitsgemeinjchafi. die beteiligten ZentrolvorstSnde je zwei Vertreter geschickt hatten, führten zu dem Entschluß, die Arbeit heute früh wieder aufzunehmen. Lohn für die Streiktage wird nicht bezahlt. Der Forderung. den Zeitlohn der Betriebsarbeiter dem Einkommen der im Gedinge arbeitenden Hauptwerkstättenarbeiter durch Lohnzulage mit rück» wirkender Kraft anzugleichen, konnte nicht stattgegeben werden. gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgesprochen, � � � a) e n ausoen«opssieeee. es joigte eine Dagegen wurde zugesagt, die allgemeinen Teuerungsmaßnahmen die neuerdings über einen Antrag des Bundes der Bäckergesellen lebhafte Debatte.... zugunsten der Beamten und Arbeiter möglichst zu fordern und die zu entscheiden hatte. Seit der Bildung der Arbeitsgemeinschaften von den Orthopadleinechanlkern und Bandagrsten machte. grage 3U prÜfcnr wie bei Einführung des Gedingeoerfahrens die für das Bäcker- und Konditorengewerbe bemühen sich unausgeseßt Lotend, daß die entscheideiche Versammlung der Vertrauensleute der � mittelbar daran beteiligten Arbeiter zu entlohnen seien. 2Iuch(oll nie Führer des Germaniaverbandes der Bäckermeister sowohl in der Sa"3en chtrurgifihert Branche nicht so ohne weiteres über die geeso- � ncufj Abschluß der allgemeinen Teuerungsmaßnahmen eine Pru- Leitung als in den Zweigbünden und Innungen, den von ihnen«?.rfr®5'JPPc.nDerfnm,rn!}0, er S1? 2 1 n ,L*1 fung der landwirtschaftlichen Verhältnisse im Bezirk Kassel vorge- immer noch protegierten Bund der Bäckergesellen in die Arbeits- � � hinweggehen dürfen. Verschiedene Redner traten � kommen werden gemeinschaft mit aufzunehmen. Daß die Organisation der Bäcker Abschlagszahlung angenommen und den Arbestgebern ein recht baldiges Wiedersehen angekündigt. Im Laufe seiner Aus- führungen kam Redner auf die Notiz der„Roten Fahne":„Eigen- Mächtigkeiten der Gewerkschaftsbureaukratie" zu sprechen, die an eine von der Gruppe der Orthopädiemechaniker und Gegen die Aufnahme der Gelben in die Arbeitsgemeinschaft hat Bandagisten gefaßte Resolution anknüpft, worin eine Erhöhung von sich mit aller Deullichkeit die Zentralarbeitsgemeinschaft der industri- J;5?- � pr£ �nt>i gefordert wurde. Redner stellte fest daß die eilen und gewerblichen Arbcstgeber und Arbeitnehmer ausaesvrochen.' fünfte �Debatte Kopf stelle. Es folgte eine feinen Ausführungen entgegen. dieses nicht zulassen kann, ist klar.'Nächdm'nun der von'dem Bund � Nach ausgedehnter Diskussion wurde ein Antrag Rott, das! der Backergesellen gestellte und von den Bäckermeistern vertretene-.....—,------- �chz�igt-n und freigewerk- wurde Stellung genommen zu der Wahl der'Delegierten zur bevorstehenden Werftarbeiter- k o n f e r e n Nach lebhafter Aussprache, in der die Vertreter entuelle Run°tgung°e- u.°r.ss zu veroien! beider Richtungen'� Worte kamen, wurden sechs Vertreter „Der geschäftsführende Vorstand hat sich in seiner Sitzung am m®cr Branchenkommission wurde gegen vereinzelte stimmen � � � tn st er ü a m e r Richtung gewählt, während die Anhänger 30. Juli 1921 mit dem Antrag de- oben erwähnten Bundes,� ihn in Vertrauensvotum erteilt. Eine Schlappe der Kommunisten. m.u uuu ucu ouuctiiicu»»»! vciu«nic™...., r._v Vi. o,.»„fis-s.,; rt„. In der Versammlung der Betriebsräte und Vertrauensleute der Antrag auf Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft von der Gruppe Mehrheit a b g e l e h n t. Damit.���'����"�� �enommen. � Hamburger Sceschiffswerften' v c—!• Bäckerei und Konditorei zuständigkeit-halber an die Reichsarbeits- Die Versammlung beaufttagteiedoch durchelnMigenBeschb.ßdie � organisierten Arbeiter wurd- gemeinschaft für die Nahr'.ngs- und Genußmittelindustrie über Vertrauensmanner und Betriebsräte der Branche, in einer aemem- � l�'M 3_, wiesen, von dieser dann on die Zentralarbestsgemeinschast weiter geleitet wurde, entschied letztere rnterm 6. August d. I. wie folgt: �. Cf\___ f i.. f.. L n•__ r.?_____ /T*-■ I_________ I J IITL(J 1 IL1I t:■ 1 III 1 L I 1 1 1 I■■ I D I t UJULL/C U VVi V Z L W t.«. t> V- ��«»•«»*••«.•««■«•• � � � � Moskaus in der Minderheit blieben. Vertrauensmänner und Betriebsräte der Branche, in einer gemein- famen Konferenz über neue Forderungen und über eine eventuelle Kündigung des Tarifs zu beraten. Die Z�irma A. Wertheim als Sittenrichter. die Reichsarbeitsgemeinschaft der Nahrung?- und Genußniitteb industrie aufzunehmen, erneut beschäftigt und ist zu dem Beschluß gekommen, die Aufnahme abzulehnen, da der genannte Bund keiner Zu dem mit dieser Ueberschrift in Nr. 374 des„Vorwärts" er- der drei Spitzenorganisationen der Arbeitergewcrkschaften angehört, schienenen Bericht erhalten wir von der Firma folgende B e- Die Reichsarbeitsgemeinschaileu. gründen sich auf die Spitzcnorgani- richtigung: fationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die der Zenirolarbeits-„l/Die betr. Angestellte ist nach dem Vorkommnis nicht Knall gemeinschaft angeschlossen sind, u:d nach Punkt 3 der Vereinbarung und Fall entlassen, sondern zunächst in einer anderen Abtellung de vom 15. November 1918 hoben sich die Arbeitgeber verpflichtet, die schäftiot worden. wirtschaftsfriedlichen Vereine(gelbo Gewerkschaften) fortan sich ooll� kommen selbst zu überlassen und sie weder mittelbar noch umnitteb bar zu unterstützen. Aus diesem Grunde war die Aufnahme abzu. lehnen. Mit vorzüglicher Hochachtung! Zentralarbeitsgemeinschost der industriellen und gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Deutschlands. Der Zentralvorfiand.. I. A.: Haböck. Lohnbewe�iu.g der Glaser. Die Angestellten«ad Beamten der versorgungsämter hatten am Dienstag eine Volloersammlung in der Bock-Vrauerei, um zur F o r- derung einer Gehaltserhöhung Stellung zu nehmen. Die Versammlung füllte den großen Saal der Brauerei bis auf den letzten Platz. Das Referat wurde vom Genosien Gerstenberg er erstattet. 2.' Der Grund zu der mn Monatsfrist ausgesprochenen Kündi- j�inalnd stung war nicht nur die im Fahrswhl de- Seschäftshau es erfolgte"in fa m geführt � Es fei unmöglich, angesichts der Fehlgeburt sondern der nachträglich der Fwma bekanntgewordene, � Teuerung aller Lebensbedürfnisse mit dem bisherigen durch Wiederholung derartiger Vorkommnisse(ohne daß die fstau! VV„„zukommen Jüngeren Angestellten bliebe nach den Ab- verheiratet ist) bewiesene Lebenswandel, an welchem ein großer Te-l teilweise ein Mo n a t s g e h a l t o o n e t w a 5 9 0 M. Wenn des übrigen Personals ebenfalls Anstoß nahm. fü J M meLung Finanznot geltend gemacht werde, so müsse man Infolgedessen hat die Firma vor Ausspruch der Kündigung der' 3�' �rauf hinweifen, daß dieser Not durch eine energische Ange, kellten nahegelegt, sich selbst nach einer anderen Arbeitsstätte S�� 8>er Steuerflucht und durch.schärfere Zufasiung beim umzufehen... h». mobilen und immobilen Kapital gesteuert werden könne. Unerhörter 3. Dfe Gekündigte ist erst seit Oktober 1919 be, der Firma jjuxus werde von jener Seite aus getrieben, die sich weigere, ihre tatig. nachdem sie allerdings siyon 1911 mehrere Monate dort be- � staatsbürgerlichen Pflichten zu erfüllen, Milliarden würden vertippt und für Sekt und Liköre ausgegeben. Die Danken können riesige , ten Verhandlungen erklärt, daß er im Falle einer Fehlgeburt selbst nicht für das Verbleiben der Gekündigten eintreten würde. Er hat In der letzten Mitgliederrer'cmmlung des Zentralverbandcs der � schäftigt war. Glaser(Zahlstelle Berlin) berichtete Pur fürst, daß die Vorstands-� 4. Der Angestellttnrat hat bei den anläßlich des Falles geführ Mitglieder in Verbindung mir den Bettiebsräten und Vertrauens- Männern folgende Lohnforderungen aufgestellt und den Arbeitgebern unterbreitet haben: � vorgeschlagen, sie an anderer Stelle zu beschäftigen, wenn sie nach 1. Einen Lohnzuschlag von 2 M. 2. Abänderung der Sätze des weist, daß das Vorkommnis im Geschäft keine Fehlgeburt war. Diese Tarifvertrages dahin, daß bestehende höhere Löhne nicht gekürzt � Regelung wurde seitens der Firma in Aussicht gestellt. werden dürfen. Für Aushilfen, die nicht länger als 12 Arbeits- 5. Gegen den gefällten Schiedsspruch hat die Firma Einspruch tage dauern, ist pro Stunde eine Mark mehr zu zahlen. 3. Die � erhoben." Montagegelder sind von 25 auf 35 M. zu erhöhen. 4. Abzüge vom Dieser Berichttgung halten wir die am Dienstag erfolgte S t e l- Lohn dürfen nicht gemacht werden, wenn eine Verhinderung bis lungnahme der Angestellten der Firma A. Wertheim zum halben Tage vorliegt, die sich aus Z 515 des Bürgerlichen Ge fetzbuches ergibt. In Krankheitsfällen werden nach Verlauf von einer Woche die ersten drei Tage Lohn vom Arbeitgeber bezahlt, wenn die Krankheitsbescheinigung vorliegt. 5. Bei Verkürzung der Arbeitszeit auf 32 Stunden in der Woche wird auf die Tariflöhne ein Zuschlag von 59 Pf, bei weiterer Verkürzung unter 32 Stunden pro Woche, ein Zuschlag von 1 M. gezahlt. Nach kurzer Aussprach« stimmte die Versammlung diesem Be- richt zu. Der Tarifkommission wurde Vollmacht erteilt, sofort den Schlich- tungsaussthuß anzurufen, falls die Arbeitgeber ablehnen sollten und alle weiteren Schritte für die Durchführung der Forderungen zu unternehmen. Ferner wurde eine Entschließung angenommen, die gegen das Verhalten des Hauptvorstande, in Leipzig, bzw. der dorttgen Zahl- stelle protestiert, weil man dort trotz der allgemeinen Arbeitslosig- feit im Gewerb« die Adkordarbeit durch das letzte Tarifabkommen wieder eingeführt habe. Lohnvetvegung der Chirurgie-Mechaniker. Eine Versammlung aller in der chirurgischen Branche Beschäftig- ten, die dem Deutschen Metallarbeiterverbano angeschlosien find, tagte unter äußerst zahlreicher Beteiligung am Dienstag in der Schulaula in der Weinmeistsrstraße. Den Bericht über die Verhandlungen mit den Unternehmern der Geschäfte für Chirurgie-Mechanik erstattete L a u b r i ch t. Es handelt sich um eine T e u e r u n g s z u l a g e,.die für alle Arbeiter und� Arbeiterinnen und für alle Jugendlichen unterschiedslos 1 M. pro Arbeitsstunde bettagen soll. Diese Forderung wurde in den Verhandlungen mit den Unternehmern energisch vertreten. Es ge- lang jedoch nicht, sie zur Anerkennung zu bringen. Zuletzt boten die Unternehmer Zulagen von 69 Pf. pro Stunde für die Männer, von 39 Pf. für die Arbeiterinnen und von 29 Pf. für die Jugendlichen. Diese Zulagen sollen ab 15. August gezahlt werden. Die Kom- Mission hat dies Angebot unter Berücksichtigung der Umstände als entgegen. Daß die weiblichen Angestellten diesen Fall für sehr wichtig ansehen, bewies, daß der große Saal von Haberlands Festsälen überfüllt war. Es wurden zunächst allerlei interessante Einzelheiten aus dem Betriebe der Firma bekannt, der es nach der Revolution schwer gefallen sei, sich umzustellen und sich an eine gewisse Betriebs- demokratie zu gewöhnen. Die Firma vertritt jetzt noch die Auf- fasiung, daß die Angestellten froh fein müssen, wenn sie eine Stel, lung und gar solche bei ihr haben. Es will ihr durchaus nicht in den Sinn, in den Angestellten freigeborene Menschen zu sehen, die lediglich ihre Arbeitskraft in den Dienst der Firma stellen, und daß diese sich um das Privatleben der Angestellten ebenso wenig zu kümmern hat, wie die Angestellten sich um das Privatleben der Firmeninhaber. Namentlich die weiblichen Angestellten sind für die Firma eine urteilslose Masse, die sich zu fügen oder zu gehen hat. Es wurden außerordentlich bezeichnende Fälle erwähnt, von denen auch nicht einem widersprochen wurde. Zu dem auf der Tagesord- nung stehenden Fall wurde, im schroffen Gegensatz zu der Berichtt- gung der Firma erklärt, daß 1. die Angestellte Knall und Fall ent- lassen wurde: 2. die Geschichte von der„im Fahrstuhl des Geschäfts- Hauses erfolgten Fehlgeburt" sich auf ganz unhaltbare Vermutungen aufbaut. Die Charit« hat die Krankheitsursache als„Abort"—mit Fragezeichen angegeben. Die Berichtigung ist somit nur eine wertvolle. Bereicherung des Artikels des Zentraloerbandes der Angestellten. Der Schiedsspruch lautet auf Wiedereinstellung. An eine Wiedereinstellung glaubt natürlich niemand, der die Verhältnisie bei der Firma Wertheim kennt. Ihr Einspruch gegen den Schiedsspruch dreht sich um die Höhe der Entschädigungssumme. Der Streik der Eisenbahner in Kassel beendet. Die zwischen der Eisenbahndirektion und den Verttetern der Arbeiterorganisationen sowie der Bezirksbettiebsräte gestern ge- pflogenen Verhandlungen, zu dentn der Reichsverkehrsminister und Gewinne buchen und in der Landwirtschaft sei mehr Geld vorhanden, als man gewöhnlich annehme. Der Regierung müsse zugerufen werden:.Landgraf werde hart!" Uns hat man auf„die freie Wirtschaft" verttöstet. Nun sehen und fühlen wir, was sie uns gebracht hat. Di« heutigen Preise sind so hoch� wie sie während der Zwangswirtschaft im Schleichhandel bezahlt wurden. So geht es nicht länger, schnelle Hilfe ist dringend notwendig. Die Not ist sehr groß. Die Regierung muß uns schnell helfen und soviel bewilligen, daß wir ein menschenwürdiges Dasein fristen können.(Lebhafter Beifall.) Schlehenbäcker sprach sich als Korreferent im gleichen Sinne aus. An der folgenden Aussprache beteiligten sich Vertteter verschie- dener Organisationen. Alle waren sich darin einig, daß eine Auf- besierunq der Gehälter als dringlich und berechtigt gefordert werden müsse. Und einmütig wurde folgende Entschließung mit dem Zusatz angenommen, daß den Angestellten und Beamten sofort ein Vor, f ch u ß auf ihre Forderungen gewährt werden möge. „Die am 15. August 1921 in der Bock-Brauerei tagende Voll- Versammlung der Angestellten und Beamten der Hauptversorgungs- Smter Berlin und Brandenburg fordert mit allem Nachdruck die so- fortige Erhöhung des Teuerungszufchlages mit rückwirkender Kraft vom 1. Juli 1921. Di« andauernden Preissteigerungen aller Bedürfnisse des tag- lichen Lebens machen es den Angestellten und Beamten unmöglich, mit ihren gegenwärttgen Gehältern ihr Leben zu fristen. Sie richten hiermit nochmals nachdrücklichst die Aufforderung an alle Organisationen, die an den Verhandlungen teilnehmen, die Regierung zu veranlassen, unverzüglich Abhilfe zu schaffen, da anderenfalls die Angestellten und Beamten immer mehr der Ver- elendunq preisgegeben find. Weiter erwarten sie von allen beteiligten Organssattonen unbedingtes gemeinsames Vorgehen in diesen Fragen rnid fordern alle politischen Parteien auf, mit allem Nachdruck für diese gerechten For- oerungen einzutteten." Die Eisenbahner in Irland haben die von den Eisenbahngefell- schaften beabsichtigte Lohnkürzung abgelehnt» Kommt keine Eini- gung zustande, wird auf den irischen Eisenbahnen gestteitt werden. Die Oelarbeiker in Harburg baben nunmehr ebenfalls, und zwar mit Zweidrittelmehrheit beschlossen, die Arbeit wieder aufzunehmen. Bnantt*. für den redalt. Teil! Dr. Werner Veiser, Charlottenburg: für Nnzeigeu: T». Siecke, Berlin. Verlag: vorwSrtS-Lerlag S. m. b. H.. Berlin. Druck: Vor- würtS-Buiddruckerei«. VerlagSanftalt Paul Singer u. Co.. Berlin. Lindenür. 8. B rillanten, Juwelen auch ganze Nadü&ue t%OMU besonders große Posten gute Ware, zum höchsten Kurs, Amsterdamer Dlimanlensehleilerel Oegr. 1M2. 160 Frledrichstr. IM Meiail- Bettstellen Kinderwagen, Bett- federn, Korbmöbel Fürst, Neukölln HermannstraBe Ol Ecke Mahlower Str.• Fabrik f. Ruhebetten, Auflege- matratzen n. Feldbettstellea, SchweißfuD' FuSpuder„Pfeifferol" Leidende sollten nur den antiseptischen benutzen. Beseitigt den lästigen Schweißgeruch und verhindert Brennen und Wund- * werden der Füße. Streudose ä 2,50 und 2 Maik. Reicht mehrere Monate. Praservativ-Creme„Pfeifferol" ÄSÄen Wundlaufen Erhältlich in Apotheken und Droeerien. Apoth. Otto Pfeiffer Ä Ptehler. Berlin N 56. Konkurrenzlose Preise! Fahrradreifen'sxiv�Ton 48�«. w. m. Garantiereilen........ von 70.-«. an GeblrgsSrelfen, prima....... 80- M.(t Jahr Garantie) Pahrradschläuche«>a Gummi.. 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Salzmann, Falkenberg, Gartenstabtstr. 10. Friedenau: Rheinstr. 27, Ecke Rönnebcrgstrahe. Fredersdorf.Petersbagen: ufienwaller Detershagen. Friedrlchshaaeu: Hoffmann, Friedrichshagen, stürze Straße 1. Grünau: Franz fltein. Frledrichstr. 10. Kaleufee, Grunewald: Halenfee, Georg-Wilhelm-Str. 2. Kerzfelde: Martin Smolidowskt. Kenuiasdort: G m m u I a t, Rathenauftr. 7. Koheuneueudorf: Stegerts, Bismarckstraße. stodauulsthal.* A I w t n G a m m Ii ch Bismarckstr. 8. starlsborst! Frau Stanke, Kentigstr. 82. vorn parterre. staulsdorf: L t e b> g, Finsterberger Str. 4. ttöuigs.«usterhausen. Nlrderlrbme: Friede. Daumann, stönigs-Wusterhaufen. Berliner Str. 5. stöpeuick. Htrschgarten: Schlag, stietzer Str. I(Laden). Geöffnet von 9-5 Uhr. Llchteudrra 1: stichle» deeg, Warten t�rgstr. K. Geöffnet wm& 6 Lichtruderg n, Rummeloburg, Stralau: Lichtenberg, Bog. Hagener Sir. 62. Geöffnet von 9—6 Uhr. Lichte nberg III, Frtedrlchofclde: Frankfurter Äste« 185, Laden. Lichieurade: Franz W i ch u r a.«aiser-Friedrich-Str. 9, Restaurant. Lichterfelde-Lst, Lankwitz: s. Wenzel. Lankwitz,«aifer- Dilbelm-Str. 8. Llchterfelde-West: S ch a e d e 1, HInbenburqdamm 84. Mahlsdorf: Emil Rausch. Lemkestr. 25. Warieudorf: A u a u st Stic. Gbausteestr. 29. Marienfelde: Fritz Greulich, stirchstr. 27; Slldrwg 752. üleueuhageu' W e n z k e stleaelstr. 71. Reuköllu: Reckarftr. 2. Geöffnet von 9—5 Uhr. ReuköUu-Britz! Siegfriedstr. 28/29. Geöffnet von 9—6 Uhr. Riedrrschöueweidc: Hartramps, Brstckenstr. ION. «lederschöuhaufen, Rordend: G. Schltebener. Tre«- kowstr. 14. Rowawe«: st a r 1 strvhnberg Gisenbahnstr. 10. vrauleuburg: Heiur. Loenhardt. Stralsunder Str. 5. oberschöueweide: Robert Baul Mathildenstr. 5. Pankow: R t h m a 0 n Mühlenstr. 70. Pvtsdanr: Frau Lack, sturfürftenstraße 11. Rahuedorf: T e• ch e« t Forststr. 7. »elulckeudorl-vst Schöuhslz: Albert Dahl«. Provin» stratz, 65 ILadeul. Reiutckrudorf-Rofeuthal: W. Büro. Prinz-Heinrich-Ste. 84. Schmamendorf: R e h a b. Breit« Str. 4. Schön, berg: Belziger Str. 27. Geöffnet„an 9-6 Uhr. Seuzla, Friedeoald Gbausteestr. 14. eiemrnöstadt: Stein, Nonne ndauungM«« 98a. Spandau: B n 1 1 a ck, Moritzstr. 14, Sarth. 8 Tr. Staaken: Frau st u f« r a u, Staaken, Schcidtstr. 12. Südende: Ludwig, Salsiestr. 36. Steglitz: Sckildbornftr. 2«. Tegel, Borfiawaldi. Reiulckeudorf-West, Saidmanuslust, Srefe Schell«, Keimsdorf,»irkeuwerder, Bergseide, Stolpe und Borgsoorf: Borflgwalde, Räufchstr. 10. Se- öffnet von 9—5 Uhr. Teltow: st r Ü fl e r, Schönow, Dorfstr. 9. Tempelhof: staifer-Wilhelm-Etr. 13. Tempelhof: st a u d I e r, Hohenzollernkorfa 5. Trebbin: Göring, Bahnhofstr. 62. Treptow: Gramen,»uesholzstr. 412, dorn 1 Tr. Weitzcnfee: Berliner Allee 54. Wildau-Kohenlehme: Rud. Lettvw. Wilhelmehagen, Hefseawinkel: Schulze. Wilhelmshagen» Wilhelmstr. 31. «ilmersdarf: Holsteinische Etr. 10, staiserplatz 15. Wittenau: Wilh. Zimmermann, Rosenthaler Str. 45. Woltersdorf: Schurbaum. Eichendamm 22. fleblendorf. Schlachtensee Rikolassee: W e a U« r stehlen» darf. Teltower Etr. 8. steutben, Zstiersdorf: Ernst Wlnterfelb. steuthen. sturlstrstenstr. 46. Hosten: Albert Stein. Mittenwalder Ttr. 17. SImtllch« Literatur sowie all« wtstenschaftlichen Berk« werden geliefert. e-nutags flnd tzie»etchöftsstelleu aefchlosteu.