flg. 389 ♦ ZS.?ah?ga«g Musgabe ü Nr. 197 Bezugspreis» BitrtfliäbrLSO,— aJUmonatL 10,— M. frei ins Saus, voraus zahlbar, Poü- bezug: Monatlich 10.— M. einschl. Ru« fieUungsgebiilir. Unter Kreuzband tue Dentichland. Danzig. das Eaar- und Memelaebirt, sowie die ehemals dem- fchen Gebiete Polens, Oesterreich. Ungarn und Luxemburg 2».— M. für das übrige Ausland 27,— M. Postbestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho- Elowatet, Däne. mark, Holland, Luxemburg, Schwede» und die Schweiz. Ger.Vorwärts� mit der Sonntags- bellage.Voll und sjeit*. der Unterhaltungsbeilage.Hctiranelt* und der Veilage.Siedlung und Kletngorten� «scheint wochentäglich zweimal. Sonn« tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse! »SojialOemoftal Seen»* Morgen-Ausgabe c GroB» Berlin 30 Pf. auswärts 40 Pfennig D Devlinev Volksblatt AuzeigeupretS, Dt» schigelpalten. Nonoareillezetl» toliet iflO M..Utetn« ttnjetg«»*' da, fettgedruckte Wort ILO M.(zu- lässig zwei fettgedruckte Worlel. fede« weitere WoN l.— M. EleUengesuch» und Schlafstellenanzelgeu da» erst» Wort M. jede» wettere Wo« tu Psg. Worte Uber 10 Buchstaben »llhlen für zwei Worte. gamilien-An- zeigen für Abonnenten ReUe St Vir Preise verstehe» sich einschließlich Teuerungsjuschlag, Anzetge» für die nächst» Nummer müssen dl» 0 Ahr nachmittag» i« bauvtgeschäft. Berlin SW Ob. Linden» straße st abgegeben werden. Geoffne» von l> Uhr früh bis h Uhr abends, ZcntraXovqm der fozialdcmokrati fdzen parte! Deutfcblands ■i J Reöattion und Expedition: SW bS, Äindcnfhr. 3 Te-rttfhre-rhe-r- Redattiou Moritzpia«, 15105—97 yVemiyrcnscr. Maritzplatz li75Z— 51 Vonvärts-Verlag G.m.b.tz., SW HS, Lindenstr. 3 tterttStortrh+r- Verlag. Expedition nnd Inseraten- . eni...t...»g Moritzplatz 11753-51 völterbunösrat am 29. August. Varls, IS. August,(haoas.) Der derzeitige Vorfitzende des Völlerbundrais, Vicomle Jschii, hat den Völkcrbundrat für den 29. August zu einer Sondersitzung nach Gens einberufen, um über da» Schreiben des Obersten Rates wegen der Festsetzung der Grenze 0» Oberschlesien zu beraten. französischer VcrschiebungStvunsch. Paris, 18. August.auptv«rtretcr Italiens im Völkerbunde und bestätigte Maggiorino Ferraris und den Fürsten Giovanclli als Stellvertreter._ , 5rieSensruf in Gberjchlesien. Saltowitz. 18. August.(WTD.) Der Aufruf, den die deutschen Parteien und Gewerkschaften ertasten haben, lautet: Oberschlesier! Der Oberste Rat hat beschlösse»», für die end- gültige Entscheidung Über das Schicksal Oberschlesiens das Gutachten des Dölkerbundrotes einzuholen. Die dadurch entstehende Verzöge- rung mästen wir mit Ruhe und in der Zuversicht auf eine gerechte Entscheidung ertragen. Brr der Bekanntgabe des Obersten Rates über seinen Beschluß sind die Vertreter der polnischen Parteien und Gewerkschaften mit uns zusammengekommen, um gemeinschaftlich die Beruhigung der Bevölkerung zu erreichen. Mr erklären feierlichst, daß mir gegen jede gewaltsame Lösung der oberschlcsischen Frage sind. Die deutschen Parteien und Gewerkschaften wollen mit den polni- schen Parteien und Gewerkschaften im Intercste der Wohlfahrt der Bewohner Oberschlesiens und im Jntereste der Menschlichkeit die nationalen Gegensätze in friedlicher und gerechter Arbeit über- brücken. Mr achten das nationale Empfinden und die politischen und»»>irl- schaftlichen Anschauungen eines jeder». Au» dieser Achtung heraus verurteilen wir vorbehaltlos jede Ge- walttätigksit gegen Andersdenkende, jede Bedrohung des Lebens, der Gesundheit und des Eigentunis. Wir wollen durch paritätische, von Vertretern beider Rationalitäten zusammengesetzte Ausschüsse im Einvernehmen mit allen Stellen, welche uns ihre Hilfe leihen, dafür sorgen, daß jeder seinem Berufe nachgehen und seinen Wohnsitz nach Belieben nehmen kann. In der Zusammenarbeit aller friedlich und gerecht denkenden Menschen wollen wir durch Einwirkung auf unsere Kitbürger für Sicherheit und Ordnung sorgen. In ehrlicher und aufrichkiger lleberzeugung von der Notwendigkeit des Friedens bitten wir die gesamte Bevölkerunz um ihre Unterstützung. Der Geist der Versöhnlichkeit soll auch nach der Entscheidung herrschen. Die polnisckien Parteien und Gewerkschaften haben erklärt, einen Aufruf gleichen Sinnes zu erlösten. Der Aufruf, den die polnischen Parteien und Gewerk- schaften in den polnischen Blättern zur Veröffentlichung zu brin- gen sich verpflichtet hoben, hat den gleichen Wortlaut, nur daß es statt„deutsch" immer„polnisch" heißt. Er ist unterzeichnet von dem Obersten Volksrat für Oberschlesien, gezeichnet Joses R y m e r, sowie von den Vorsitzenden der Rationalen Arbeiterpartei, der Polnischen Sozialistischen Partei, der Christlichen Dolksvcreinigung, der Pol- nischen Dolkspartei Schlesien, der Oberschlesischcn Volkspartci, der Polnischen Berufsvereinigung, dem Polnischen Zentralverband der Gewerkschaften und dem Verband der schlcsischen landwirtschaftlichen vereine. Llopö George vertrat Aas Weltreich! London, 18. Angust.(DTD.) 3m Nnlcrhause erklärte Lloyd George, die Reichskonferenz habe sich mik der gesamten aus- wärligen Politik Englands befchüftigl, mit der cberfchlesischen und kleinasiatischeu Frage, mit den Reparationen, der Entwaffnung Deutschland», dem englisch-japanischen Bündnis und mit Aegypten. Es sei ans der Konferenz eine gemeinsame Verständigung in bezug auf die politischen Richtlinien erreicht worden— eine Tatsache, die nicht nur dazu beigetragen, ihm und Lord Curzon in Paris mehr Kraft zu verleihen, fcudern auch auf die ganze Welt Eindruck ge- macht habe. .�ur Alandkonferenz des Völkerbundes wegen der Neutralisierung der Inseln sind eingeladen: Dänemark, Deutschland, England, Estland, Finnland, Frankreich, Italien. Lettland, Polen und Schweden (Rußland nicht?!). Ueber Zeitpunkt und Ort der Ztousereitz wird gegenwärtig verhsdeU. Haranpa und Hurgenlanö. Budapest, 18. August.(Ungi Tel. Korr.-Bureau.) Die Be- sihriahme der von den Serben geräumten Gebiete hat heute begonnen. Um 2 Uhr nachmittags zogen 45 ungarische Gendarmen und 80 Polizisten in Szigetvar ein. Sie wurden von der Bevölkerunz mit 3nbel(!) empfangen: die Stadt prangt im Flaggen'' muck. Fünflirchen, 18. August.(Südslaw, Prestebureau.) Die Pro- klamierung der jugoslawisch-magyarischen Republik tn Fünfkirchen hat überall Anklang gefunden. In Bares, Siklos, Mohacs, Szigetvar und Dillany wurden Volksversammlungen abgehalten, die Entschließungen annahmen, in denen einmütig die Republik ausgerufen wird. Die Bevölkerung verlangt, daß Schutz- truppen aufgestellt und bewaffnet werden, um eventuell den un- garischen Einmarsch abwehren zu können. Gestern fanden zwischen Vertretern der südslawischen Regierung und Mitgliedern der Ententekommission Verhandlungen statt. Die Ententevertreter ver- langten, daß die Räumung sofort beginnen und um jeden Preis bis 20. August beendet sein müsse. Der englische Oberst Gösset, dem der südslawische Befehlshaber und der Regierungskommistar er- klärten, daß die Räumung nicht beginnen könne, weil noch keine Weisungen der südstawischen Regierung vorlägen, erklärte öffent- lich, daß die Ungarn jedenfalls am 20. August eintreffen werden. *'v Baranya ist nicht, wie wir irrtumlich geschrieben hatten, der slawische Name von Fünfkirchen, sondern der magyarische Name des zugehörigen Ziomitats(Kreises).— Es wird uns mitgeteilt, daß die von der südstawischen Regierung ausgelieferten Ungarn keineswegs Sozialisten oder Kommunisten gewesen sind, sondern magyarische Nationalisten, die nach ihrer Uebernahme durch die ungarischen DeHörden zum größten Teil alsbald wieder frei- '"'- idli" W*i~ i gelassen worden sind. Damit würde also der gegen die Beb grader Regierung erhobene Vorwurf der Verletzung des politischen Asylrechtes gegenstandslos sein. Aufschub für Ungarn! Budapest, 18. August.(WTB.) Im Auswärtigen Ausschuß der Nationalversammlung sagte Außenminister Graf B a n f f y, die Räumung des Baranyagebiets durch die Serben beginne ain 18. August und werde ani 25. August beendet sein. Den jüngsten Ereignissen in FünsNrchen mißt der Minister keine besondere Bedeutung bei: sowohl Ungarn wie die Grvfimächte hielten an der Vollziehung der Räumung fest. Bezüglich Westungarns stellte er das entgegenkommende(?) Verhalten der ungarischen Re- gierung dem schross abweisenden Standpunkt Oesterreichs gegenüber. Di« ungarische Regierung Hobe bei dem Botschafterrot einen Ausschub der am 27. Juli fälligen Uebergabe Westungarns um einen Monat durchgesetzt, damit mit dem„neuen" Kanzler Schober die Verhandlungen fortgesetzt werden könnten., Oesterreich sei jedoch nur intrn dominium(nach Besitzergreifung) zu einem Gedankenaustausch bereit. Der Ausschuß nahm eine Resolution an, in der von diesem jüngst gefaßten Beschluß des österreichffchen Hauptousschusses mit Betroffenheit Kenntnis genommen und die Regierung aufgefordert wird, bei der Lösung der weftungarischen Frag« die Interessen des ungarischen Staates mit allen zu Gebot« stehenden Mitteln zu wahren. Wenn Bansfy wahr spricht, hat also derselbe Botschafterrat, der Baranya fristgemäß räumen läßt, die Räumung des Durgenlondcs auf ungarisches verlangen hinausgeschoben. Horthy-Ungorn ist und bleibt eben der Entente liebstes Kind unter den Knecht- staaten. Mit dem„neuen" Kanzler hätte Ungarn längst genügend verhandeln können: außerdem liegt in Deutschösterreich alle Macht beim Volke, vertreten durch den Nationalrat, dem Schober gar nicht angehört. Und überdies handelt sich'» gor nicht um Deutschösterreichs Willen, sondern um die Bestimmungen der Friedenskonferenz, die bekanntlich ebenso gerecht und weise, wie heilig und unverbrüchlich sind. Di« ungarisch« Regierung hat das vorgeschriebene Gesetz über ein 85 ovo-Mann-Söldnerhcer mit 12jähriger Dienstzeit eingebracht. Schwindelt Banfift? Dien. 18. August.(Korr.-Burean.) Wie die Blätter erfahren. wird morgen die Räumung Westungarns durch Ungarn und die allmähliche Uebergabe an die Ententekommission und sodann an die deutscheste: reichischen Behörden beginnen. Meldungen über Sin- rücken deutschösterreichlscher Wehrmacht im Burgenlonde werden als anrichtig bezeichnet, dagegen nnrd fie in Bereitschaft gestellt, so daß jedem Zivischensall eis rasche» Ende bereite« werden könnte. 3m erlösten Ltraßburz fand noch dem„Echo de Paris" am Mitt- wach ein« von den Kommunisten«inberuiene antimilffarfftischs Ver- sommlung statt, um grpen die Verroendung der bewaffneten Macht in dem Konslikt zu protestieren, der zwischen Arbeitnehmern und Ar- beitgebern in der Metallindustrie besteht. Dabei seien ausreizende Reden geführt und die Menge zur Revolution aufgefordert worden: st-.' habe schließlich die Inteniotionale in deutscher Sprache an- � gestimmt. Die Polizei„mußte" eingreifen und schließlich noch eine � Eskadron Husaren hinzuzlehen, die den Kleberplatz„säuberten'. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Unruhen in London. Roch einer Havosmeldung aus London kam es anläßlich der Verurteilung von 12 Kommunisten, die am letzten Freitag im verlaus« von Unruhen verhaftet worden waren. ,u Krawallen. Bedeutend« Poliieikräst» mußten«rn» greisen, un» die Mena« tu zerstreuen. Zrauen, kämpft um Euer Recht! 1 tN e» Von Clara Bohm-Schuch. Am kommenden Sonntag, dem 21. August, finden Verlin die Wahlen für die Arbeitnehmerbeisitzer zum G werbegericht statt. Eine Woche später, Sonntag, den 28. August, werden die Beisitzer zum Kaufmannsgericht aus den Reihen der Angestellten gewähkt.>■, Zum ersten Male werden die erwerbstätigen Frauen zu diesen Arbeitsgerichten wählen. Es geht manchmal etwas wunderlich zu in der Welt. Als Staatsbürgerinnen wurden• wir durch die Revolution von 1918 wahlberechtigt und.! wählbar. Zu den Gewerbe- und Kaufmannsgerichten ist uns( erst durch Verordnung vom 12. Mai 1920 das Wahlrechts zugesprochen: wählbar sind Frauen hierfür noch nicht. Run gilt es, von dem errungenen kargen Recht Gebrauch J zu machen, um das weitergehende zu erkämpfen. Jede utn J Lohn schaffende Frau, die über 29 Jahre alt ist und in Groß»- Berlin wohnt oder hier ihre Beschäftigung im gewerblicheirZ oder kaufmännischen Betriebe hat, m u ß an den kommenden 1 Sonntagen zur Wahl gehen, auch die Heimarbeiterin. Keine soll sich'einreden oder einreden lassen, daß sie keine Zeit habe. Für wieviel Pflichten müssen wir Frauen Zeit haben, und;; hier handelt es sich um die Ausübung und weitere Erkämp- flmg unseres Rechtes. Zum ersten Male dürfen die Frauen? mitentscheiden, ob die Streitigkeiten, welche über Arbeitszeit, Entlohnung, Entlassung, Vertragsauslegung, Zeugniserteilung.■ aus dem Arbeitsverhältnis für sie erwachsen können, von sozialempfindenden, objektiven Männern oder von reaktiv» nören Bekämpfern der Frauenarbeit entschieden werden sollen. Jede Arbeiterin und Angestellte, die wählen will, muß eine Wahlbescheinigung von ihrem Arbeitgeber oder der Polizeibehörde haben, daß sie am Wahlort wohnt oder be» schäftigt ist. Solche Formulare, die der Arbeitgeber zu be- schaffen hat. sind im Wahlbureau des Magistrats, Stralaucr Straße 44/45, Ziinmer 9, zu haben. Wahllisten, wie bei den politischen Wahlen, liegen nicht aus. Dieses aktive Wahlrecht der Frauen ist der Erfolg eines seit 1899 geführten Kamvfes der sozialdemokratischen Volks- Vertreter im Reichstag. Daß es nur ein Teil erfolg wurde, daß wir das passive Wohlrecht zu den Arbeitsgerichten noch immer nicht haben, ist auf das Schuldkonto sämtlicher bürger- sicher Parteien des Reichstages zu setzen. Damit trifft die Schuld allerdings auch alle diejenigen erwerbstätigen Frauen, welche bei den Reichstagswahlen vom 6. Juni o. I. anders als sozialdemokratisch gewählt haben. Als die Regierung in der Verordnung vom 12. Mai 1929 das passive Wahlrecht(Wählbarkeit) für die Frauen nicht zu- gestand, begründete sie ihre Haltung damit, daß dem Reichs- tag im Herbst 1929 ein Arbcitsgerichtsgesetz vorgelegt werden solle, welches die Frage regeln würde.(Es ist bis heute nicht da.) Ein« Erledigung auf dem Wege der Notverordnung sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich.— Diesen Ausweg betraten alle bürgerlichen Vertreter in den Sitzungen des Sozial- politischen Ausschusses des Reichstags im Oktober und De- zember v. I. Sogar die Frauen dieser Parteien ließen sich von ihren männlichen Parteigenossen überzeugen, daß es zu Nutz und Frommen der Frauen selbst so geschehen müsse, ob- gleich sie vorher anderer Meinung waren. Es nutzte auch nichts, daß ich— ebenso wie am 3. März im Plenum—* darauf aufmerksam machte, daß das Prinzip durch die Per- ordnung vom 12. Mai bereits durchbrochen sei, daß nach unserer Meinung eine Regelung durch Notverordnung möglich und notwendig wäre, weil der Weg über die ordentliche Ge- setzgebung so lange dauern würde, daß inzwischen alle Wahlen zu den Gewerbe- und Kaufmannsgerichten stattgefunden hätten und dann die Bestimmung praktisch drei Jahre lang zum Schaden der Frauen unwirksam bleiben müßte. Dem Hinweis, daß die Frauen in den Schlichtlingsausschüssen sich durchaus bewährt hätten, widersprach man nicht, aber trotz- dem waren olle bürgerlichen Vertreter und Bertreterinnen gegen uns, also gegen die sofortige Einsührung des passiven Frauenwahlrechts zu den Gewerbe- und Kaufmannsgerichten. Für die bürgerlichen Männer handelte es sich allerdings um einen grundsätzlichen Kampf, nämlich: die Frauen unter keinen Umständen zur Recktsprechuna zuzulassen.— War erst einmal irgendwo Bresche in dieses Bollwerk alter Vorurteile und Ueberhebung gelegt, dann mußte es fallen. Trotz des Hinweises auf diese letzten Ursachen des Widerstandes woll- ken die bürgerliiben Frauen sie nicht sehen. Der Kampf, der jetzt um die Zulassung der Frauen zum Amt des Schöffen und Geschworenen geführt werden muh, beweist, wie recht wir hatten. Man könnte lachen, wenn es nicht so beschämend traurig wäre. Als Reichs- und Landtagsobgeordnete schaffen Frauen mit an der Gesetzgebung: als Stadtverordnete leisten sie beste Arbeit für die praktische Durchführung der Gesetze. Wo Frauen an verantwortungsvolle Stellen kamen, haben sie bewiesen, daß sie fähig sind, die gestellten Aufgaben zu er-' fülle». Dennoch dürfen sie die einfachsten Streitfragen, die vor ein Arbeitsgericht temnnen, nicht mitentscheiden. Zur Abgabe von Gutachten werden sie herangezogen, schlichten dürfen sie, entscheiden nicht! Ob z. B. eine Mutter zu Recht oder Unrecht aus der Arbeitsstelle entlassen wird, wenn sie einen Tag zu Hause blieb, um ihr erkranktes Kind zu pflegen, oder ob der �Arbeitslohn für eine Bluse gezahlt werden muß, wenn sie so und nicht so genäht ist: ob ein junges Mädchen sich durch Be- lästigungen des Arbeitgebers in ihrer Ehre gekränkt füllen darf und so vieles andere, was den Alltag und das Leben schwer macht, kann nach dem Gesetz nur der Mann entscheiden. — Ja, noch haben wir, trotz der verfassungsmäßig garantier- ten Gleichberechtigung der Geschlechter, solche Gesetze, weil wir eine reaktionäre Mehrheit bürgerlicher Abgeordneter im Deutschen Reichstag haben. Bon ihnen haben die erwerbs- tätigen Frauen nichts zu erwarten. So feindlich wie die sämtlichen bürgerlichen Parteien sich vor dem 9. November zu der politischen Gleichberechtigung der Frauen stellten, so stehen sie heute der wirtschaftlichen und rechtlichen Gleich- bereclüigung gegenüber. Der wirtschaftliche Kampf der Frauen wird immer härter. Darum müssen sie sich alle an der Wahl beteiligen und Kampf- genossen als Beisitzer in das Gewerbe- und Kaufmannsgericht wählen. Jede Frauenstimme soll am 21. und 28. August den freigewcrkschastlichcn Liften gehören. politische Oesthränktheit. Die Königsberger Medizinalprofesioren sind in Deutsch- lgnd nicht die einzigen Gelehrten, die von Politik keine Ahnung haben. Zum Beweise dafür veröffentlicht das„Ber- liner Tageblatt" Auszüge ans einem Bericht über die Wei- mcrcr Tagung des Deutschen Vereins für öffent- liche Gesundheitspflege, demzufolge der Professor Uir Hngiene der Universität Jena, Dr. Ä b e l, in einem Vor- trag über„Hebung der Bolkskrast durch Ernährung und Körperpflege" n. a. ausführte: „Daß wir die Nnterernährung mit ihrett volksverhcerenden Folgen im wesentlichen der völkerrechtswidrigen, während des Krieges noch ständig verschärften feindlichen Blockade zu verdanken haben, ist klar. Das wollen wir nie vergehen, und im Gegensatz zu den Narren, die von Bolksversöhnung und Volksverbrüderung faseln und uns zu Wiedergutmachungen für verpflichtet halten. wollen wir den Gedanken an Rache und Vergeltung nie aus dem Herzen lassen und ihn Kindern und Kindeskindern als Erbe ver- machen!" Der Herr Professor Abel scheint zu den Fachleuten zu gehören, die wie der Edle v. Braun ihre wissenschaftlichen Kenntnisse so ausmünzen, wie ihr politisch beschränkter Ber- stand es für notwendig hält. Wie sagte doch der Vorsitzende des Reichswirtschaftsrates im Herbst 1914 zu den Sorgen, daß Deutschland durch Hunger besiegt werden könnte?:> „Faßt man danach das Ergebnis dieser Betrachtung zusammen, so läßt sich ohne jede Schönfärberei feststellen, daß wir uns vor dem Schreckgespenst des Ausgehungertwerden nicht zu fürchten brauchen. Denn wenn sich auch unser bisheriger Verbrauch an Lebensmitteln etwas einichränken muß, so darf doch nicht übersehen werden, daß sich gerade aus diesem Gebiet der Mensch nach der Decke st reckt und daß unser« Decke im Laufe der Jahrzehnt« recht groß und behäbig geworden ist, so daß es uns gerade .njjchts schadet, wenn sie zeitweilig etwas beschnitten wird." Der Professor aus Jena sieht aus der durch den Krieg erzeugten Unterernährung eine Fülle volksverheerender Fol- ocn entstehen, der„Fachmann" aus Bauern sieht in der Unterernährung während des Krieges ein M i t t e l z u r G e- s u n d u n g des Volkes. Uns scheint, der Professor und der Fochmonn, sie sind beide einander wert. Muß man nicht bei solch sichtbarlich politischer Beschränktheit auch gegenüber der wisienschastlichen Qualität dieser Gelehrten kritisch werden? Der fthwarz-rot-golöene wulle. Das Abendblatt des Herrn Wulle(„jede Rümmer ein polllischss Ereignis") hat den„Vorwärts" zu einem Zitatenwetttampf heraus- gefordert, den es allerdings, wie wir schon festnagelten, selber mit einer Zitatens ä l s ch u n g begonnen hat. Doch auch ohne das war diese Herausforderung«ine grobe Unvorsichtigkeit. Denn sie nötigt uns, einiges von dem zu zitieren, was Herr Wulle selber in vergangenen Tagen geschrieben hat, noch ehe er al» Hauptschrift- leite? der„Deutschen Zeitung" von Herrn Elaß vor die Tür gesetzt morden war. Herr Wulle, dessen Brust heute dermaßen von Helden» mut geschwellt ist, daß er in jeder Nummer finstere Drohungen gegen die Republik'und ihre Führer ausstößt, war nicht immer von I solchem..Kampf es eiset beseelt. Als die Revolution sich noch in einem i für Herrn Wulle gefährlichen Stadium befand, da war er, wie man es in seinen Kreisen nennt,„klein und häßlich". Am 10. November 1918 schrieb er in der„Deutschen Zeitung": „Helsen kann uns nur die befreiende schwarz-rot-goldrne Tat zur Einheit, Ordnung und Freiheit!" Und mit schlotternden Knien schrieb er am 1k. November 1018: „Wenn heute das ganz» deutsche Volk zusammengefaßt werden soll, unseretwegen auch im Zeichen der Demo- k r a t i e, dann besinne man sich wiedeer aus die Iarben schwarz. roi-gold.(Iudenfahne? Red. d.„Vorwärts") Sie sind die kenn- zeichen des deutschen Idealismus. Sie sind da» Sinnbild großer Gedanken, denen damals allerdings die großen Taten fehlten... Die Einheit des deutschen Volkes ist in dieseu Farben versinnbildlicht." Was meinen unsere lieben Deutschvölkischen zu dieser schwarz- rot-goldenen Begeisterung ihres hervorragenden Wortführers? Ein dreimaliges Hoch der menschlichen Vergeßlichkeit!— Aus unserem Leserkreis werden wir gefragt, ob Herr Wulle auch bei einer Sani- tätshundkompagnie gewesen ist, wie sein Leidensgefährte von der „Tägl. Rundschau". Wir müssen dem Neugierigen mitteilen, daß Herr Wulle es nicht einmal dazu gebracht hat, sondern Herr Reinhold Wulle(geb. 1. August 18S2) hat den ganzen Krieg an seinem Schreibtisch im Hinterland verbracht. Er ist also der berufene Mann, über die„Erdolchung der Front von hinten" genauesten« zu urteilen. Der blühenöe Hochverräter. Der„Lokal-Anzsiger" hat sich bemüßigt gefühlt, den Hochver- räter Traugott v. Jagow durch einen Mitarbeiter ausfragen zu lassen. In echter„Lokal-Anzeiger"-Manier tratscht dieser long und breit, in welchem Zustand er den ehrenfesten Junker ange- troffen hat. Doch hat der HofNasichstil diesmal ein Gutes, weil er zeigt, welch idyllischen Daseins sich ein Rechts Putschist dank unserer vortrefflichen und bekanntlich völlig u n p a r t e i- i s ch« n Justiz erfreuen kann. Der Berichterstatter des„Lokal-An- zeiger" teilt mit, daß Herr v. Jagow„fett acht Tagen auf einem der größten Herrensitze als Gast des Rittergutsbesitzer», eines ihm seit langen Jahren befreundeten und im öffentlichen Leben sehr bekannten Mannes weilt". Leider wird der Name dieses Herrn oerschwiegen. Es wäre von Interesse, diesen Kappistenfreund kennen zu lernen, falls er n o ch dem öffentlichen Leben angehört. Als der Berichterstatter Herrn v. Jagow antraf, kehrte dieser „von ausgedehntem Spaziergong durch den riesigen Waldpark seines Gaststeundes" nach Hause. Herr v. Jagow, der zusammen mit Kapp die„Regierung der Arbeit" gründen wollte, scheint für sich persönlich das Spazierengehen al» ge- sünder anzusehen. Es bekommt ihm auch gut, denn der Bericht- erstatter rühmt, daß Jagow„so frisch und jugendlich aussah, wie etwa bei Antritt seine» Berliner Postens vor einem Jahrzehnt". Iagows in der Kindheit erlittene Tuberkuloseertrankung, wegen der man ihn jetzt noch für hastunfähig erklären wollte, scheint also doch keine nachhaltigen Folgen gehabt zu haben. Wegen seine»„blühen- den Aussehen«" von dem Berichterstatter befragt, erklärte Herr v. Jagow, daß er zu seiner noch größeren Kräftigung demnächst nach Oberbayern zu gehen gedenke. Herr o. Jagow wächst, blüht und gedeiht, amüsiert sich hochfeudal auf Rittergütern und in den bayerischen Alpen, ein goldenes Dasein für einen Hochverräter! Doch will es uns noch all dem scheinen, al» ob Herr v. Jagow für seinen eigenen �Wiederaufbau" Ledeuferti» größeres Interesse hegt als für den des deutschen Volles, wie er in den Tagen des Kapp-Putsches munkelte. Nur eine Frage sei gestattet: würde die Justiz Herrn v. vjagota auch ein so idyllisches Dasein gönnen, wenn er sich zufällig an einem Linksputsch führend beteiligt hätte? Steuergeheimmffe. Das„Berliner Tageblatt" schreibt zu der Beüicht. er stattung des Reichsfinanzmini st erium� über die neuen Steuervorlagen: Die neuen Steueroorlogen sind bisher der Oesierst» ' lichkcit, trotzdem die Entwürfe bereits ausgearbeitet sind, nur irr dürftigen Auszügen mitgeteilt worden, wodurch eine ins einzelne gehende Prüfung und Kritik dieser Dorlagen naturgemäß außer-- ordentlich erschwert wird. Sogar die Novelle zum Körper- schaftssteuergesetz, die bereits vom Reichsrat genehmigt worden ist und vom Rcichswirtschaftsrat, also einem Parlamentär?» schen Organ, beraten worden ist, ist bisher noch nicht im Wort« .laut veröffentlicht worden, ebensowenig der Entwurf de» > Rachkriegs st euergesetzes, der dem Reichswirtschaftsrat ! und dem Reichsrat vorliegt. Ueber andere noch wichtigere Dar» ' lagen der neuen Steuerreform sind gelegentlich inoffizielle Mittet» lungen durch Privatkorrespondenzen an die Oesfenllichkeit gelangt, ein Weg, der im Interesse der gleichmäßigen und gleichzeitigen In- formierung der gesamten Presse nach Möglichkeit vermieden werden sollte. Der Sache, nömlich einer rechtzeitigen eingehenden Er- örterung der Sleuervorlagen, dient dieses System jedenfoll» nicht, um so weniger, als auch Derfuche der Press«, sich in diesem Mini» sterium über wichtige, die Oeffentlichkeit interessierende Fragen selbst zu informieren, infolge der Reserviertheit der Referenten und der Unselbständigkeit sowie Einslußlosiqkeit der Pressestelle dieses Ministeriums meist erfolglos bleiben. Häufig erhält man.auf An- fragen beim Reichsfinanzministerium überhaupt keine Antwort, manchmal eine ablehnende Antwort in der Form, daß die Rcse- renten erklären lassen, keine Auskunft erteilen zu können. Die Geheimniskrämerei des Reichsfinanzmini» stermms ist in der Tat auf das schärfste zu mißbilligen. Wenn damit der Zweck erreicht werden soll, die Gegensätze der Auffassungen in den künftigen Parlamentssitzungen um sc» schärfer aufeinander platzen zu lassen, so ist dieses Ziel nahezu erreicht. Wir für unseren Teil müssen schon darauf verzichten, alle Ablagerungen berufener und unberufener Indiskretionäre unseren Lesern vorzusetzen. Daß dabei die Ausklärung der breiten Masse über die großen finanzpolitischen Problems leidet, braucht nicht erst gesagt zu werden. Die Klage des „Berl. Tagebl." ist um so begründeter, als selbst die Be- rufung des früheren Ehefs seiner Handelsredaktion, eines an- erkannten Finanz- und Pressefachmannes, in das Reichssinanz- Ministerium offenbar nicht genügt hat, um dort das Verstand» nis für die Verbindung der Äemter mit den Organen der öffentlichen Meinung zu wecken. Zu der„Industrie- und Handelszeitung", einem Stinnes- Organ, muß das Ministerium Wirths greifen, um der Oeffentlichkeit von dem Charakter des Kapitalver» kebrssteuergesetzes Mitteilung zu machen. Es ist ja wohl auch nicht wesentlich, sondern heute ganz selbstverständ- lich, daß der Umsatz von Börsenpapieren und Devisen selbst noch der Steuererhöhung mst einem Fünfzehntel bzw. einem Dreißigstel desjenigen Steuersatzes bedacht wird, den der Ar» beiter beim Einkauf seines täglichen Brotes bezahlen soll. Well das so unwesentlich ist, werden jetzt an der Börse Milliarden umgesetzt, während die Frau des Proletariers und des Kleinrentners den Papierlappen mehrmals wendet, ebe sie ihn für Nahrungsmittel ausgibt. Und well es so unwichtig ist, warum sollte das Reichsfinanzministerium nicht schließlich den Mantel der christlichen Nächstenliebe dar« über breiten?_, Spanien wirbt FreiwiMae. Londoner Blättermeldun«« zufolge werden unter den Londoner Arbeitslosen für die spanische Legion zum Kampfe gegen die Mauren in Märokko Truppen angeworben. Schäfer fift und feine Zunft. Schäfer Ast, der gewitzt« Kurpfuscher aus der Lüneburger Heide, der jetzt als Rittergutsbesitzer in hohem Alter gestorben ist, hat eine gar große und alte Familie. Wenn der Quacksalber des Mittel- alters auf öffentlichem Markt mit einem Hanswurst und einem Äffen auftrat, und wenn er seine Künste im buchstäblichen Sinn des Wortes austrompetete, so war das nur«in sinnfälligerer Aus- druck für das, was auch seine modernen Kollegen nicht anders machen. Der Sinn von ihrer aller Tun liegt in dem Geschichtchen von dem Heilmittelschwindler, der auf die Frage, ob sein Mittel denn auch helfe, geantwortet hat:„Mir hat's geholfen!" Im Mittelalter mag die Sache etwas gefährlicher gewesen sein: da er- wischte den einen oder den anderen hie und da die Hand der Obrig- keit und zündete ein kleines Feuerchen unter ihm an: aber das ge- schah auch dem respektabelsten Zeitgenossen. Heutzutage sind die Zusammenstöße mit der Gerichtsbarkeit für solche Leute weniger schmerzhaft, und wenn sie ihr Geschäft verstehen, hoben sie den Un- fall gewöhnlich bald überwunden. Das verstehen allerdings die wenigsten so gut, wie der Schäfer Ast, der sich das Wort:„Mir hat's geholfen" wohl auf den Grob- stein setzen lassen dürste, und der deshalb mit Recht al» Typus der ganzen Zunft gilt. Bor allem war er schlau genug, keinem seiner Patienten weh« zu tun. Er quälte sie nicht bei der Untersuchung, sondern schnitt ihnen nur«in paar Rackenhoore ab, und stellte da- nach seine„Diagnose". Sie war ebenso einfach wie seine„Medizin". Er hatte die Krankheiten in vier Kategorien eingeteilt, und für jede gab es ein Rezept: Medizin Nummer eins bis vier. Wenn sie nicht» nützte, so schadete sie auch nichts: denn die Astschen Heilmittel waren. wie die Analysen ergaben, von völliger Harmloflgteit. Bevor der gute Schäfer Ast die Menschen zu kurieren begann, hatte er sich mit Tierarzneikunde befaßt. Vermutlich mit demselben tiefgründigen Wissen, das ihn auch zu seiner„ärztlichen" Tätigkeit befähigte. Aber die Menschen in der weiten Lüneburger Heide sind harmlos und leichtgläubigen Gemüts, und so kam eines Tages das Gerücht auf, der Schäfer Ast in Nadbruch sei ein Wunderdoktor. Er war natürlich nur ein Mann mit einer besonders reichen Dosis Bauernschlauheit, und er verstand sich, wenn auch nicht auf die Medizin, so doch auf die Psychologie der Menschen. Nur so ist es zu verstehen, daß der Zulauf zu ihm gigantische Formen annahm. daß schließlich die Kranken nicht nur aus der ganzen Lüneburger .Heide, sondern von weither kamen, und daß sogar aus Hamburg eine wahre Völkerwanderung von Heilungsuchcnden nach Radbruch strömte. Um den Andrang zu bewältigen, muhte die Eisenbahn Extrazüge einlegen: an manchen Tagen kamen mehr als 590 Besuchet zum guten Schäfer Ast, der allen ein paar Nackenhaare ab- schnitt und dann sofort wußte, wo es ihnen wehe tat. Man mutz sich, um die beinahe magische Anziehungskraft dieses simplen Mannes zu verstehen, in das Seelenleben eines Kranken versetzen, dem die Aerzte keine Heilung bringen konnten, und der nun von den angeblichen Wundererfolgen diese» Quacksalbers hört. Ein be- deutender Kliniker hat einmal einem Zweifler und Skeptiker geantwortet:„Wenn die Medizin vielleicht auch keine exakte Wissenschaft ist, so ist sie doch die Kunst, Kranke zu heilen." Aus solchen Erwägungen heraus find sicherlich Tausende und aber Taufende, die im Grunde vom Unwert allen Kurpfuschertum» überzeugt waren, zum Schäfer Ast gepilgert, indem sie sich sagen mochten:„Nützt es nichts, so schadet es auch nicht»: und wer weiß, vielleicht ist der Schäfer Ast doch ein Wunderdoktor!" Quacksalber von seiner Art gibt es ungleich mehr, als man ahnt: in jeder Stadt, und ganz besonders in der Großstadt, wimmelt es von Kurpfuschern, von denen zwar nur ganz wenige wie der Schäfer Ast Millionen scheffeln, die aber durchweg besser leben, al» so mancher Arzt. Und auf dem platten Lande wird erst recht ge- quacksalbert. So hatte Ast in den verschiedensten Gegenden„Kon- kurrenten": aber keiner von ihnen hatte den gewaltigen Zulauf wie er. Da gab es seit langen Iahren den berühmten„Lehmpastor" Felke in Repelen am Niederrhein im Kresse Mörs, dessen BeHand- lungsweise schon sein Spitzname erkennen läßt: da sind die Brüder Ausmeier auf dem Eichsfekd, da ist der Schäfer von Krosigk am Petersberg bei Halle, der alle Krankheiten aus dem Urin diagnofti- ziert. Der Schäfer Ast ließ, nachdem er zu Gelds gekommen war, seinen Sohn Medizin studieren, um ihn als„Assistenten" zu be- nutzen und sich so auf olle Fälle zu decken. Er starb als Millionär und Rittergutsbesitzer: der große Paracelsus, der Ahnherr aller Quacksalber, war neben ihm ein Waisenknabe. Der Leiberkag in INüochen. Ueber das Jubiläum des ehe- maligen Leibregiments, das in München als monarchistisch« Ein- läge gefeiert wurde, wird von dort berichtet: Stern- und ordenübersäte Prinzen, abgestaubte Generale und Offiziere sporenklirrend, söbelklappernd, hoch in der Lust ein Meer von flatternden Fahnen und Fahnchen: Kommandotöne vermengen sich mit den? Hurragcschrei der gaffenden und staunenden Menge, und dann die alte, liebe Blechmusik mit Tschingdara und Bum- dara..' Von der Menge mitgeschoben, steht man mit einemmal mitten drin in der Kirche. Die Kirche— da» kräftige Bollwerk der bayerischen Rückschrittspalitik— nutzt jede Gelegenheit zur reaktiv- nären Stimmungsmache gründlich aus. Kardinal v. Faulhaber vor- dämmt alles, was„von oben" kommt, und predigt laut Dickköpfig- keit, denn„die Gesetze der Weltordnung sind Gottes Anordnungen, und was Recht ist, soll Recht bleiben". Weil aber die heutige �u- sammenkunft einem seelischen lbeileibe keinem politischen) Bedürfnis entspringt, nennt Herr Foulhabrr nur zwei„Berliner ver- rücktheiten", die der Bayer nicht nochmachen soll, bei ihrem Namen: Die preißische Schulordnung und dann da» Dallbier!! Bei dieser Verrücktheit geht über die wetterbraunen Gesichter der Oberländler ein behagliches Schmunzeln. Nach dem Segen verlassen sie mit guten Borsätzen gewappnet dag Haus Gottes.— Und midier setzen draußen vor dem Kirckenportal brausende Hochruf» ein. al» der ehemalig« Kronprinz sein« Wagen besteigt, vor all«» fällt da Landesverband der bayerischen Hoflieferanten a. D. auf, der in Zylinder und blau-weißer Schärpe erschienen ist. Der Zug setzt sich in Bewegung. Schneidig sitzen die Gendarmeriewachtmeister auf ihren Gäulen, stischvolierte Käthe-Kruse�Buppen, weiße Handschuhe. Paradepinsel, gewilyste Schnurrbarte, Marsaugen— kurz, schöne Männer! Riesige Bergsöhne, den Samthut mit der lustig wippenden Feder auf dem eckigen Schädel, die blau-weiße Schärpe um den Bauch, schwenken die mächtigen Fahnen unternehmungslusttg durch I die Luft. Immer neu« Militärkapellen spielen sich näher, manches ! Münchener Bierherz quillt über im rührseligen Gedenken an die alte guete Zeit... Tschingdara, bumdara... Der Abend sieht die schneidigen Leiber vom Kommandeur bi» hinunter zum Ge. meinen bei der Behcrzigung des priesterlichen Wortes von der Der» liner Verrücktheit. Manch einem fällt sein Hakenkreuz ins 12pro- zentige, al» Oberst, jetzt General, v. Epp das Wort ergreist. Sein« Ausführungen atmeten den echten alten Geist von Anno 14. Da ist mancher brave Bauernbursch. der vor Ingrimm kocht und sich immer noch eine Maß bestellt, um den luror teutönicus hinunter- zusaufen, Herrgotffakra... Srebsaufklärung. Die Wichtigkeit einer stützen und recht- zeitigen Behandlung des Krebses ist in weiten Kreisen noch nicht bekannt, und e» hat sich daher in Amerika eine Gesellschaft für Krebsaufklärung gebildet, die unter dem Publikum die nöttgen Tat- fachen über dieses furchtbare, aber in feinen Anfängen heilbare Leiden oerbreitet. Es handelt sich dabei um ein Werk von höchster Wichtigkeit, dos auch in Europa vom Roten Kreuz aufgenommen werden sollte.„Krebs beginnt als eine kleine lokale Wucherung, die in den ersten Stadien von erfahrenen Chirurgen leicht und sicher entfernt oder durch Behandlung mit Radium, X-Strahlen oder andere Methoden beseitigt werden kann," so beginnt das ameri- kanisch» Merkblatt, das in Millionen von Exemplaren verbreitet ist.„Der Ansang der Krankheit ist gewöhnlich schmerzlos und des« hold doppelt gefährlich. Man muß daher auf andere Gefahren zeichen ! achten. Krebs ist kein« konstitutionell« Krankheit und wird nicht i vererbt: er ist nicht ansteckend, und deshalb ist kein Grund zu einer Verheimlichung des Hebels vorhanden. Wenn auch manche Gelehrt« behaupten, daß eine Disposition für diese Krankheit vererbt werde, so ist das doch noch nicht erwiesen. Geschwüre. Risse oder Ver- letzungen der Haut, die nicht heilen, sollten beachtet und dem Arzt gezeigt werden. Langandanernde D-rdouungsüorungen im mitt- leren Alters die mit Gewichtsverlust einhergehen, können auf eme innere Erkrankung hindeuten."_ Tie«tuatStheater eröffnen die neue Spielzeit am 85.«uguff. tmk »war da» Oveinbau» mit.üohengrin", da« FchaufpielhailS mit„Peer®ynf. Der Vorverkauf beginnt Donntag. et» vlech« cperette„Tie«trohwittue«. die im Null in der Sta-ttSoper aufaeiüdrt wurde, wird während de« September in der Komiichca Oper unter derselben Diretlion gegeben. Ter Hildesheimer EUberichafc wird, wie der Wnliler Mr«iffe». schast usw. anfragenden Mitgliedern de« Landtage» erwidert hat. nicht an Hildcsheim zurückgegeben, I-nderu in Strlin bleiben. Mit Recht, denn et hat mit HildeSheim Wetter nicht« zu tun,-1« daß er dort gefunden wurde. und gehört in da» hauptstädtische Stttikemnul-uu». we er fich iett Jahr. I-Hnten befindet. wo er � icu o«9f» ttr. 38 Jahrgang Seilage ües vorwärts Ireitag, 1». Mgust 7921 Schlägerei im Rathaus. Ei« Streit um Sowjetrußland.— Die Stadtverordneten-Sitzung abgebrochen. Das hatte noch gefehlt, was wir gestern in der„einst- «eiligen" Stadtverordnetenversammlung erlebten. An Lärm und Radau, an tobende Schimpfereien und geschwungene Fäuste war man ja seit langem gewöhnt. Diesmal ober kam es zu einer regelrechten Schlägerei, zu Hieben, die ein provozierender Redner der Deutschnatio- nalen von einem sich beleidigt fühlenden Kommunisten erhielt. So scharf sonst der Gegensatz zwischen Deutschnationalen und Kommunisten sein mag— in der Herbeiführung von Krakeel geben sie einander nichts nach. Ueber die von Sozialdemokraten, Unabhängigen und Kom- munisten beantragte und vom Magistrat schon zugesagte Hilfe für das hungernde Rußland wüteten die Deutschnationalen. Sn der Beratung über die Magistrats- vorläge wegen Unterstützung des O b e r s ch l e s i e r- H i l f s- Werkes zog dann ihr Redner K i m b e l vom Leder gegen die russischen Kommunisten, worauf der Kommunist Gold- dach mit einer handgreiflichen Attacke antwortete. In dem wüsten Tumult war der Dorsteher Dr. W e y l machtlos— und er blieb es gegenüber den Kommunisten auch nach Wiedereröffnung der zweimal unterbrochenen Sitzung, so daß er Schluß machen mußte.— Dr. Weyl batte gestern überhaupt einen besonders unglücklichen Tag. In der Abstimmung über die Gutsarbeiterlöhne befolgte er ein Berfahren, dxsien parlamentarische Zulässigkeit von der sozialdemokratischen Fraktion bestritten werden mußte, Sitzungsbericht. Dorsteher Dr. Weyl eröffnet S,10 Uhr die mäßig besuchte Sitzung mit einem Nachruf aus den verstorbenen Stadtverordneten und Treptower Stadtrat Klapp. Einem dringenden Antrag Weyl, der sich gegen wei- tere Erhöhung der Hoch st'mietengrenz« richtet, bestreitet Dr. Steiniger(Dnat.) die Dringlichkeit: der Antrag kommt daher auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung. Die in der vorigen Sitzung durch die Fraktionen der Rechten vereitelte» wegen Beschluhunfähigkeit nicht zustandegekommene namentliche Abstimmung über die Gutsarbeiterlöhne wird wiederholt. Für diesen Punkt der Tagesordnung ist Beschluß- Unfähigkeit jetzt nicht zum zweitenmal möglich. Die Vorlage des M a g i st r a t s, die den Barlohn um 7Vz Proz. erhöhen will, wird von Sozialdemokraten, Unabhängigen und Kommunisten(mit 91 Stimmen gegen 47) angenommen. Ueber die Frage, ob danach noch über den Zusatzontrag der Unabhängi- gen(Ersuchen an den Magistrat um 10 Proz. Erhöhung, und zwar für Barlohn und Deputatwert, ferner um Erweiterung des Mit- bestimmungsrechts) abgestimmt werden kann, entspinnt sich eine Geschäftsordnungsdebatte. H e i m a n n(Soz.) hält, entgegen der Ansicht des Lorstehers Dr. Weyl, die Abstimmung nun nicht mehr für möglich, weil dieses Verfahren geschöftsordnungswidrig sei. Vox- sleher Dr. Weyl erklärt, er Hab« das von ihm beabsichtigte Ver- fahren im voraus angekündigt und keinen Widerspruch gefunden. Dr. Borchardt(Soz.) erwidert, der Vorsteher habe das nicht der Versammlung angekündigt, sonst wäre er sofort aus das Ge- lchästsordnungswidrige hingewiesen worden: er habe nur in einer Auseinandersetzung mit Stadtv. Schalldach davon gesprochen. Räch weiterer und sehr erregter Geschäftsordnungsdebatte wird auch der Zusatzantrag noch zur Abstimmung gebracht. Die beiden Abschnitte über das Mitbestimmungsrecht werden von den Sozialdemokraten, Unabhängigen und Kommunisten(mit 99 Stimmen gegen 41 bzw. 46) angenommen. Angenommen wird auch die Forderung einer Erhöhung des Barlohns und Deputatwertes um 10 Proz. von Unabhängigen und Kommunisten(mit 76 Stimmen gegen 65, wobei die Sozialdemokraten größtenteils sich der Abstimmung enthalten). Merten(Dem.) weist in einer Geschäftsordnungsbemerkung darauf hin, daß es sich nur um ein Ersuchen, um eine Resolution handelt. Er hofft, der Magistrat werde an 7(4 Proz. festhalten. Von der Unken Seite wird die gegenteilige Hoffnung ausgedrückt. Die Beratung des von Sozialdemokraten, Unab- hängigen und Kommunisten gemeinsam einge- brachten Antrages auf Bewilligung von 100 000 Bl. an das Hilfskomitee für Sowjelruhland wird vorweggenommen. Stadtsyndikus Lange teilt für den Ma- gistrat mit, daß dieser bereits entschlossen ist, 109 000 M. für Rußland zu geben. Der Antrag wird mit den Stimmen nur der drei linksstehenden Fraktionen angenommen. Gleichfalls vorweggenommen wird die Magistratsvarlage auf Bewilligung von 10000 M. für das Oberfchlesier- i poWonnenteil j | Damit die regelmäßige Zustellung deS„Vor- 1 9 warts" im nächsten Monat keine unlieb- 9 # same Unterbrechung erleidet, ersuchen wir'* uns ere Poftabonnenten, das Abonnement» •2 für den Monat September zum § Preise von 10 AT. einschl. Zu- g K stellungsgebühr bei dem 9 f. zuständigen Postamt f. 5 sofort zu be- 'i stellen| JssU 2 f. ÄM 5 L Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin s Hilfswerk. Dr. R e u m a n n(D. vp.) und Dr. Steiniger (Dnat.) beantragen SO 000 M. bzw. 100 000 M. Schneider (U. Soz.): Wir lehnen ab, auch nur einen Pfennig an die Berbände heimattreuer Oberfchlesier zu geben.(Pfui! rechts.) Das Geld würde schließlich nur für die Orgeschleute verwendet werden. K i m b e l(Dnat.) weist auf die beschlossene Hilfe für Rußland hin, wirft den Kommuni st en Rußlands verbrecherisches Treiben vor, das die Hungerkatastrophe herbei- geführt habe, und spricht von„Schweinewirtschaft". Die kom- munistische Fraktion antwortet mit wütendem Lärm, ihre Mitglieder springen in wilder Erregung auf und stürmen nach dem Rednerpult vor. Aoldbach(Komm.) schlägt aus den Redner ein, Fabian(Dnat.) wirft sich dazwischen. Fast die ganze Bersamm- lung dringt aufspringend nach dem Rednerpult vor. In dem tosen» den Lärm ist Borsteher Dr. Weyl machtlos, er verläßt seinen Platz und unterbricht die Sitzung. � Räch etwa einer halben Stunde wird vom Vorsteher Dr. Weyl die Sitzung wiedereröffnet mit der Erklärung, die koni- munistische Fraktion fühle sich durch Kimbels Angriffe auf die russi- schen Kommunisten beleidigt, K i m b e l aber habe, wie er versichere, die deutschen Kommunisten nicht beleidigen wollen. Als der Vorsteher dem Redner Kimbel das Wort zur Fortsetzung seiner Rede geben will, schreien die Kommunisten: Rein, nein! G ä b e l(Komm.) oerlangt, daß Kimbel selber leine Angriffe zurück- nimmt.(Lärm rechts.) Fabian(Dnat.) stellt fest, daß entgegen der vor Wiedereröffnung der Sitzung getroffenen Vereinbarung die ausdrückliche Bitte uni Entschuldigung wegen des tätlichen Angriff, auf Kimbel unterblieben sei. Kimbel begibt sich zum Rednerpult, die Kommunisten protestieren. Vorsteher Dr. Weyl fordert, daß sie den Platz um dos Rednerpult räumen. Sie lehnen ab: Rein, nein! Der Vorsteher erklärt eine ordnungsmäßige Weiter- führung der Sitzung für unmöglich und unterbricht nochmal» die Sitzung. Dann erst gehen die Kommunisten auf ihre Plätze zurück. In der etwa viertelstündigen Pause sieht' man den Vorsteher in eifrigen Verhandlungen mit den Fraktionen der rechten Seite. Roch erneuter Wiedereröffnung der Sitzung gibt er Kimbel das Wort. Die Kommunisten stellen sich wieder neben das Redner- pult, Monkowski(Komm.) lärmk: Ausgeschlosien! und seine Freunde lärmen mit. Vorsteher W e y l s Aufforderung, die Sitzplätze einzunehmen, wird höhnend abgelehnt. Merten(Dem.) bezeichnet den Mißerfolg des Vorsiehers als beschämend, Fabian lDnat.) schließt sich mit einer Erklärung des Bedauerns über diese Skandalfzenen an Gabel(Komm.) antwortet erregt in schreiendem Ton und schlägt mit der Faust auf den„Tisch de» Hauses". Der mochtlose Vorsteher gibt endlich den Kampf auf und schließt die Sitzung. GroßSerüu Um öie künftige polizeiftimöe. 5« Anschluß an die gemeldete künftige Handhabung der Polizek- stund« ist der Befürchtung Ausdruck gegeben worden, daß eine will« kürliche Staffelung der Polizeistunde einreißen könnte. Dies« Befürchtung ist, wie die PPR. an zuständiger Stelle hören, ganz unzutreffend: die öffentlichen Lokale sollen all« gleich- mäßig behandelt werden. Den Ortspolizeibehörden bleibt es höchstens überlassen, einschränkende Ausnahmen für anrüchig« Lokole(Animierkneipen usw.) festzusetzen. Dem R e i ch s r a t wurden gestern die Grundsätze vor- gelegt, die das Ministerium des Innern für die Verlängerung der Polizeistunde aufgestellt hat. Danach sollen all« Gast-, Schankwirt« schoften und Cafes grundsätzlich um 12 Uhr geschlossen werden, Sonnabends um 1 Uhr. Für gewisse Bezirke, namentlich für Großstädte und Badeorte, soll bei nachgewiesenem drin, genden Bedürfnis die Polizeistunde durchweg bis 1 Uhr ver« l ä n g e r t werden. In einzelnen Ausnahmefällen, die besonder» geartet sind, namentlich bei Wohltätigkeitsveranstaltungen sowie nächtlichen Versammlungen von Berufen, die sich tagsüber nicht ver- sammeln können, sollen die Polizeibehörden Ausnahmen, jedoch nicht über 2 Uhr hinaus, qewähren können. Dos gleiche soll auch zu« treffen bei„vaterländischen Veranstaltungen", worunter man ledig, lich republikanische Feiern verstehen kann, deren Veranstalter kau» Wert darauf legen werden, ihre Feste über 1 Uhr hinaus aus, zudehnen._ vie erhöhte �rrverbslosenunterftühung. Auszahlung des Mehrbetrages ob 22. August. Mit Genehmigung des Reichsarbeitsministers sind vom 1. August 1921 ab für die Erwerbslosen erhöhte Unterstützungssätze eingeführt worden. Sie betragen: 1. für männliche Personen: a) übe» 21 Jahre, sofern sie nicht in dem Haushalt eines anderen leben, 12 M., b) über 21 Jahre, sofern sie in dem Haushalt eines onderei» leben, 10 M., c) unter 21 Iahren 7,25 M.: 2. für weiblich« Personen:-) über 21 Jahre, sosern sie nicht in dem Haushalt eines anderen leben, 10 M., b) über 21 Jahre, sofern sie in de» Haushalt eines anderen leben, 7,25 M., c) unter 21 Iahren 4,75 M. Die Familienzuschläge, die ein Erwerbsloser erhält, dürfe» insgesamt das Zweifache dtr ihm gewährten Unterstützung, im ein» zelncn folgende Sätze nicht übersteigen: für a) den Ehegatten. 5 M., b) die Kinder und sonstige unterstützungsberechtigte Angehörige 4,25 M. Mit demselben Zeitraum wird der Hundertsatz für die Be- rechnung der Kurzorbeiterunterstützung nach§ 9 Absatz 2 der Verordnung über die Erwerbslosenfürsorge von 60 auf 50 herabgesetzt. Wie die Zentralstelle der Groh-Berliner Erwerbslosenfürsorg« mittelt, hat sie ihren Geschäftsstellen bereits Anweisung gegeben, die erforderliche Umrechnung der Unterstützungssätze sofort vor, zunehmen, so daß mit der Auszahlung des Mehr- betrage? seit 1. August 1921 voraussichtlich schoy am 22. August begonnen werden kann. - ♦ Der Mogistrat ist dem Beschluß der Stadwerordnetenversamm, lung, für die in der Blindenanstalt beschäftigten, bedürftige» Blinden einen angemessenen Zuschuß zu ihrem Verdienst zu gewähren, beigetreten und hat für diesen Zweck 200 000 M. au» Borbehaltsmitteln bewilligt._ Die Rächer. R«ma»»0» Derma»» Wagner. 59] Kehren? zerrte ihn mit einer schnellen Wendung in das Licht eines Fensters.„Lasten Sie sich anschauen," flüsterte er befehlend,„ich will Ihnen sagen, wer Sie sind!" Die beiden standen sich eine Weile drohend gegenüber. Prokop blaß und von einer unbestimmten Furcht gelähmt. Behrens, dessen Zorn schon wieder verraucht war, lächelnd. «Soll ich es Ihnen sagen, wer und was Sie sind?" fragte Behrens. „Was suchen Sie hier?" stammelte der andere. „Nur eines: einen ehrlichen Menschen!... Sie sind dieser Mensch nicht,— schon lange sind Sie es nicht mehr, wenn Sie es vielleicht auch einmal waren!..» Nun geben Sie den Weg frei! Marsch!" Mit einer Kraft, die ihm niemand zugetraut hätte, schleu- derte Behrens den Diener beiseite, schritt schnell die Treppe hinauf, öffnete, ohne anzuklopfen,«ine Tür und trat ein. An einem Fenster, ihm nur das Profil ihres Gesichtes zuwendend, faß eine Frau. Er erkonnte sie sofort, denn der Zeit schien es nicht gelungen zu sein, ihr etwas anzuhaben. Nur etwas schmal war ihr Gesicht geworden und sehr blaß sah es aus. Ein kleines, etwa achtjähriges Mädchen, das auf dem Teppich kniete und Bücher und Spielzeug vor sich liegen hatte, stieß einen halblauten Schrei des Schreckens aus. „Lu," sagte die Frau» wie sich von ihren Gedanken ver- plündert loslösend,„Lu..." Zugleich wandte sie das Gesicht der Tür zu, erblickte den Mann, der regungslos auf der Schwelle stand, starrte ihn eine lange Zeit swmm an, stand dann zögernd aus, machte drei Schritte aus ihn zu. erkannte ihn nun endgültig und griff sich Mtt beiden Händen an die Schläfen. So standen sie sich mehrere Minuten, ohne sich zu rühren, gegenüber. „Herbert," rief endlich Lucie, wie nach überwundenem Schrecken, ,chu—?" „Ja/ antwortet««r.„ist../ Da» Kind weinte leise, den« m schl« zu spüren, daß etwa« vnhaimücho« tu da» Lust tag. D» Mutter«ah« es bei der Hand und führte es in das angrenzende Zimmer.„Lu, geh zur Minna, sie soll mtt dir in den Garten gehen! Folge!" Sie kam wieder zurück, und er stand noch an derselben Stelle.„Was willst du, Herbert." fragte sie.„mein Mann ist nicht hier.. „Deshalb, weil er nicht hier ist, bin ich gekommen." „Was willst du?" „Dich." sagte er langsam und feierlich,„dich." „Mich?" Er ging auf sie zu, nahm ihre Hand und sah ihr in die Augen.„Hast du mich nicht erwartet?" „Ja," sagte sie leise,„ich habe dich erwartet." „Schon lange?" „Schon seit Iahren.. „Seit Iahren?" Sein Mund verzog sich zu einem grimmi- gen Schmerz.„Warum nicht schon immer?" Sie sah zu Boden.„Es war ein Irrtum. Herbert." sagte sie mit einer Härte, die sich gegen sie selbst richtete,„ein großer Irrtum..." „Ich habe dich immer erwartet." sagte er, von einem bodenlosen Schmerz durchwühlt,„immer, alle die Jahre, von der ersten Stunde an. Immer habe ich dich erwartet. Heute, sagte ich mir jeden Abend, wenn ich mich auf meine Pritsche hinlegte, um zu schlafen, heute, diese Nacht kommt sie, kommt sie im Traum zu mir, um mit tnir zu reden,— denn es war so viel, das wir uns zu sagen hatten, so viel, so viel... Ab.r du bist nicht gekommen, keine Nacht, nie, nie..." Und er setzt» nach einigem Nachdenken hinzu:„Ich habe viel gelttten." „Ich weiß es," sagte sie mit einer Trauer, die ein volles Jahrzehnt der Sünde in eine zitternde Schönheit tauchte,„ich weiß es." „Seit wann hast du es erfahren?" „Ich habe ein Kind." antwortet« sie,„und seit das Kind da war, war auch die Stunde da, die mir zurief: Fürchte dich! Alle die Jahre habe ich mich gefürchtet." „Bor mir?" „Nicht vor dir. denn an dich habe ich geglaubt,— ja. von der Stunde an, da ich das Kind hatte, habe ich an dich ge- glaubt!... Ich habe mich vor etwas anderem gefürchtet." „Bor deiner Schuld?" ./ia." Sie schwiegen, und tt sagt« dornt finfi«: JSt ftfei 4m Gerechtigkeit, es gibt«ine Rache!" Sie beugte den Kopf und flüsterte:„Ich weiß es." „Wirft du sie tragen?" „Ich habe sie getragen,— nein, damit ist nicht genug gesagt: sie trögt mich, ich bin von ihr durchweht, bin von de? Rache durchweht und von der Furcht,— es gibt für mich kein« Stunde mehr, in der ich ruhig sein kann,— die Schuld hat sich in mir eingftrallt und läßt mich nicht los..." „Um wen fürchtest du? Um dich?" Sie lächelte dünn.„Um mich? Nein." „Um wen?" „Um mein Kind!" schrie sie laut und wiederholte dann noch einmal leise und verzweifelt:„Nur um mein Kind!" „Das Kind ist unschuldig." sagte er streng. Sie hob die Arme und bedeckte ihr Gesicht damit, wie um ein Bild zu bannen, das sie verfolgte.„Ja, aber es ist mein Leben, es gibt nichts, was ich habe außer ihm. Und immer denke ich, daß etwas geschehen muß, das es mir nimmt. Ich habe eine solche entsetzliche Angst. Ich üperwache alle seine Schritte, ich lausche nachts seinem Atem, immer bin ich bei ihm,— und doch rüttelt immer die Angst an mir, daß das alles eines Tages, in einer Stunde, in einer Minute, nutzlos sein wird, daß etwas geschehen wird, etwas Furchtbares, da» es mir nimmt!" Ihr Atem flog, Ihre Augen waren heiß und trocken. So schritt sie wie irr durch das Zimmer, wie ein Tier, das seine» Käfig durchmißt, trat dann an ein Fenster und sah blind hin- aus. Er umfaßte sie mit seinen Blicken und wußte mit einem Mal, wie tief er sie noch liebte. Nein, er hatte nicht zuviel um sie getan, es gab überhaupt kein Zuviel, das er an ihr tu» konnte, und es machte ihn unermeßlich glücklich, daß er fühlte. wie groß und rein und selbstlos seine Liebe geworden war. „Lucie," rief er ihr zu. „Ja?" gab sie schattenhaft zurück. „Denkst du noch an ihn?" „Ich denke an ihn, alle Stunden, er verfolgt mich bis t» meine Träume.— es ist seine Rache, daß er mich so verfolgt. ... War es denn soviel, was ich ihm angetan habe?!" „Wir haben ihn getötet, Lucie!" „Ja, ja." sagte sie gequält. „Du lebst, ich lebe.— aber er ist tot!" „Wie lebe» wir!" rief sie»erzweifelt. Mord ftt der Potsdamer Straße. I» spZter Stund« erhalten wir die Nachricht, daß dt« Masseur« Minna Reiner» in ihrer Wohnung, Potsdamer Straße 109, am Donnerstagabend ermordet aufgefunden worden ist. Es heißt, daß da» verbrechen schon am Dienstag begange» worden ist. Die Ermordete hat«in Massogeinstitut unterhalten. Vee falsche Rittergutsbesitzer. Betrügereien angeblicher Lebensmittellieserantea. Ein in großem Maßstab« angelegter Schwindel, durch den zahlreiche Personen in den verschiedensten Orten Deutschlands um erhebliche Beträge gevrellt worden sind, führte gestern den Kauf« mann Karl ch e r b und den Schriftsteller Otto P f l a u m e r vor die Strafkammer des Landgerichts I. Wie die sehr umfangreiche Leweisaufnahme ergab, hatten sich beide Angeklagte zusammengetan, um gemeinsam sich dadurch Geld zu verschaffen, daß sie in einem von Herb verfaßten und in Massen über ganz Deutschland verbreiteten Rundschreiben und auch in Inseraten sich erboten, Lebensmittel oller Art, die angeblich von einem Rittergut« geliefert würden, zu verschaffen. Sie hatten ober keinerlei Möglichkeit, Lebensmittel Zu lie- fern, denn der Rittergutsbesitzer und desien angeblicher Verwalter, die in den Zirkularen als Köder namentlich auf« geführt waren, existierten in Wirklichkeit überhaupt nicht. Räch den Bestimmungen des Zirkulars mußte die Hälfte des Kaufpreises sofort auf«in Postscheckkonto und der Rest des Kaufpreises erst nach Eingang der Ware gezahlt werden. In der damaligen Zeit der Rahrungsmittelknappheit fielen Hunderte von Personen auf diese anscheinend so günstige Gelegenheit, für ihr leibliches Wohl zu sorgen, hinein und es gelang dem Herb, der von Pflaumer totkräftig unterstützt wurde, im Zeittaum von etwa 14 Tagen 96 000 M. in die eigene Tasche zu stecken. Der ganze Schwindel wurde von Hamburg aus mlzenten, nahm aber eines Tages ein jähes Ende, da die erfindungsreichen Schwindler in Hamburg durch die auf sie aufmerksam gemachte Polizei festgenommen wurden. Sie waren gerade im Begriff, ein andere», ebenso schwindelhostes Unternehmen ins Werk zu setzen. Der Staatsanwalt beanttagte gegen Herb 2 Jahre, gegen Pflaumer 1 Jahr 6 Monate Gefängnis, obwohl sie beide vom Geh. Medizinalrat Dr. Haffmann und Sanitätsrat Dr. Leppmann als Psychopathen bewertet worden waren.— Da« Gericht verur« teilt« Herb zu.�Jahren Gefängnis, Pflaumer zu 2 Jahre» Gefängnis. Erstcrem wurden IS Monate, letzterem 11 Monat« der Untersuchungshaft angerechnet._ Krach in der Treskow'Mee. Der durch den Krach des„S p o r t b a n k h a u s«»" K ö h n er- folgte Zusammenbruch des Wetttonzerns Arthur Müller hat gestern einen wahren Sturm der um ihre Einlagen geschädigten Wetter hervorgerufen. Biel» Hunderte versammelten sich in der Treekow- Allee zu Karlshorst, verlangten stürmisch Ein» laß in die Wcttonnahmestelle und die Haltung der empörten Wetter wurde so bedrohlich, daß schließlich die Schutzpolizei mit einem größeren Aufgebot eingreifen muhte. Di« in die Abendstunden hin- ein standen Hunderte von geschädigten Wettern erregt disputierend vor dem Hause des Müllerschen Konzern». Wie wir hören, liegt der Fall Müller wesentlich tamvlizierter als der Zusammenbruch der Sportbank Köhn. Soweit durch den Konkursverwalter bis zum Donnerstag abend festgestellt werden konnte, hat Müller überhaupt keine geregelte Buchführung gehabt, obwohl in seinem Bureau nicht weniger al» acht Angestellte tätig waren, lieber die Ein- und Au»- Zahlungen während der letzten vier Wochen läßt sich aus den Lüchern Überhaupt nicht» feststellen, lediglich einige Listen und Zettel, sowie die Ausstellungen der Banken lasten entfernt ahnen, welche Summen bei Arthur Müller ein» und ausgegangen sind. Interestant ist übri- aens die Feftftelluna, daß Müller bestrettet, von Köhn zur Siü�ung seines Betriebes 6 Millionen Mark erhalten zu hasten. Er will ledig- lich 2� Millionen Mari vor vier Wochen erhalten haben, und in der Tat findet sich noch ein derertiocr Vermerk in den Geschäfts- büchern. Müller hat außer den 2H Millionen Mark von Köhn noch Millionen Mark von seinen Kunden erhalten. Diesen Passi» oen in Höhe von 6 Millionen Marl stehen höchst stag- würdig« Aktiven gegenüber. Das Inventor de» Wettkonzern» wird auf SO 000 Mark geschätzt. Ob Arthur Müller irgendeine Beteiligung an den drei Rennpferden seines Vaters oder an den Köhnschen Renn- Pferden nachweisen kann, ist vorläufig noch sehr zweifehaft. Im Bureau de» Müllerschen Wettkonzern« spiel» ten sich im Laufe de» gestrigen Tage, wüst« Szenen ab. Dutzend« von Personen erschienen in höchster Aufregung und erzählten, daß die Schecks, die Arthur Müller ihnen kurz zuvor ausgestellt hatte, nicht mehr honoriert worden feien. Ein« Dame forderte ihre Ein- logen in Höh« von 16 000 Mark zurück. Li« ist durch Müller gänz- lich ruiniert worden, da sie, um sich an dem„glänzenden"' Unter- nehmen beteiligen zu können, ihre gesamten Möbel ver- lauft hatte. Aehnliche Fäll« konnten zu Dutzenden festgestellt werden. Die Kunden Müllers, meist klein« Gewerbetreibende und Arbeiter, haben sich, um Einzahlungen leisten zu können, in Schulden gestürzt, oft ihre ganze Habe verpfändet oder oertaust. Im übrigen dürften in den nächsten Tagen noch weitere Zusammenbrüche kleinerer „Sportbonken", deren Zahl in Berlin auf etwa SO geschätzt wird, erfolgen._ Großfeuer in SldlerShof. Wegen eine» sehr gefährlichen Brandes wurden gestern die Feuerwehren von Adlershof, Oberschöneweide, Riederfchöneweide, Treptow, Glienicke usw. nach der Chemischen Fabrik von E. F. A. K a h l b a u m S. m. b. H. om Glienicker Weg in Adlers- bof alarmiert. Dort war in einem Fabrikraum ein gefährliche» Feuer ausgekommen, da» namentlich in der Böttcherei seinen Herd hatte. Durch tattrSstige» Eingreifen der Fabrikfeuerwehr sowie der obengenannten freiwilligen Wehren konnte da» Feuer ein- ?! e d ä m m t werden, so daß der Schaden nicht lo groß ist, wie einerzeit bei der gewaltigen Munitionsexplosion, die während de» Krieges einen großen Teil der Fabrik in Asche legte. Di« Eni- stehungsursache glaubt man auf Fahrlässigkeit zurückführen zu müssen._ Polizeimaßuahmen gegen Ausspielungen. Im Bezirke des otten Stadtkreise» Berlin ist seit dem Jahre 1666 die Erlaubnis zu Ausspielungen geringwertiger Gegenstände grundsätzlich nicht eneili worden, abgesehen von den Füllen, in denen es sich um Würfelspiel oder Dlumenverlosungen handelte, die unter den vorgeschriebenen Bedingungen zugelassen werden durften. Seck einiger Zeit sind nun zahlreiche Lokal« und Rummelplätze er- öffnet, in denen durch Glücksspiel aller Art den Leuten, die nicht alle werden, das Geld au« der Tasche gezogen wird. Dies« veran- staltungen sind nicht zulässig, und zwar um so weniger, als die Absicht auch de» neuen Gesetzes gegen dos Glücksspiel vom 26. De- zember 1919 und der dazu ergangenen Bekanntmachung vom 27. Juli 1920 unverkennbar darauf gerichtet ist, da« Glücksspiel noch weiter einzuschränken, als die» nach den bisherigen Bestimmungen möglich war. Zur Wahrung der Einheitlichkett bei der DeHandlung der Ausspielungen geringwertiger Gegenstände Im Ortspolizeibezirk Berlin hat der Polizeipräsident, insbesondere soweit Rummel- platze in Frage kommen, die nachgeordneten Dienststellen ange- wiesen, künftig nur noch zu Ausspielungen durch Würfelspiel und zur Verlosung lebender Blumen, unter Beachtung der vorgeschriebenen Bedingungen, die ortspolizei- liche Erlaubnis zu erteilen und die Veranstaltung anderer Auispie- lungen sowie sonstiger Glücksspiele, sofern für letztere nicht etwa eine seitens der Abteilung W erteilte Erlaubnis beigebracht werden kann, nicht zu dulden. Unternehmern, denen für da» laufende Jahr «it de» bestehende» Vorschriften«cht zu vereinbare»!!« Erlaub« ms zu Beranflallungen von Ausspielungen erteilt sein foMe, wird eröffnet, daß ste nach Ablauf diese» Jahre» eine Erlaubnis nicht wieder erhalle» könne»._ Schnelle Hilfe bei der Polizei. Jedes Polizeirevier und jede Wache ist verpflichtet, jede An» zeige des Publikums sofort entgegenzunehmen, ganz gleich, ob die angerufene Dienststelle zuständig ist oder nicht. Die Anzeige oder Meldung wird dann an die zuständige Stelle zur wei- teren Bearbeitung weitergegeben. Ebenso ist jedes Revier(außer Zweigmeldestelle), jede Dach« und jeder im Dienst befindliche Po- lizeibeamte zur sofortigen Abnahme, Feftsiellung oder Festnahme eines Täters ohne Prüfung der örtllchcn Zuständigkeit verpflichtet. vrotkartens ch i ebung im Amtszimmer. Umfangreiche Schiebungen bei einer Brotkommiffion in Steg litz lagen einer Anklage wegen schwerer Urkundenfälschung und Unterschlagung zugrunde, die gestern den Kaufmann Max Heiner vor die Ferienftraftammer des Landgerichts II führte.— Der Angellagt« war im September 1919 bis zum Juli 1920 Dorsteher eiyer Brotkommiffion in Berlin-Steglitz. Als er fein Amt übernahm, bat ihn fein Amtsvorgänger um eine Unterredung unter vier Lugen, in der er da» Gettändnis ablegte, feit längerer Zeit für mehrer« Häuser doppelte Listen geführt und die daraus zuviel erhaltenen Lebensmittelkarten für sich oerbraucht bzw. verkauft zu haben. Er bat den Angeklagten, ihn nicht unglücklich zu machen, die Fälschungen fortzusetzen und ihm die Karten weiter zu über- lassen. Letztere» lehnte H. ab, willigte jedoch darin ein, ihn nicht zu verraten. Bald darauf fand ein« unvermutete Revision statt, bei der die Schiebungen entdeckt wurden. Das Schöffengericht verur- teilt« Heiner zu 9 Monaten Gefängnis bei sofortiger ver- Haftung. Gegen dieses Urteil legte Rechtsanwalt Dr. Puppe Be- rusung ein und trat vor der Strafkammer durch Zeugen den Be- weis dafür an. daß der Lngellagte die zuviel erhaltenen Lebens- mittelkarten vernichtet Hab«, so daß eine Schädigung der All- gemeinheit nicht ensstanden sei: aus diesem Grunde erscheine das erste Urteil zu hart. Die Strafkammer erkannt« dies auch an und beließ es bei 6 Wochen Gefängnis, die durch die erltttene Untersuchungshaft als verbüßt angesehen wurden. Kommunistische Methode«. In Britz finden am 28. August die Elternbeirats- Wahlen statt. Die SPD. und die USPD. haben gemeini'cbakt- liche Liften aufgestellt. Für eine am 19. August, abends Uhr, in der I. Gemeindeschule, Chausieestr. 137, stattfindende Versammlung find Plakate geklebt werden. Unmittelbar unter diese roten Plakate hat die VKPD. grüne, ohne Unterschrift versehene Plakate geklebt mit der Ausschrift.In der Versammlung am Freitag bei Raddatz singt die Neuköllner Liedertafel'. An diei'em Tage beab- sichtigte die KPD., wie aus dritten, an anderen Stellen gellcbten Plakaten hervorgeht, eine Versammlung in zuletzt genanntem Lokale abzuhalten. Durch die verschieden« Größe der Schriften liest der flüchtige Leler bei den beiden untereinander geklebten Plakaten folgenden Text:.Freitag, den 19. August, abend« 7'/, Uhr. tpricht Stadtschukinspektor Kydahl über Schule und Sozialismus. Freitag bei Raddatz'. Selbst der aufmerksame, aber uneingeweihte Leser muß sich fragen, wo findet die Versammlung nun eigentlich statt, in der 1. Gemeindeschule oder bei Raddatz. E« sind wahrhaftig saubere Metboden, zu welchen Moskau sein« Jünger erzogen hat. Mit Abscheu wird sich jeder anständige Arbeiter von solcher Gesellschaft abwenden. Unseren Briyer Parteigenossen aber wird diese« Manöver der Antrieb sein, für die in der LG«» meindeschule.Chausseestr. 137, stattfindende Versammlung vermehrt zu agttieren. Oberbürgermeister V5ß ist von seinem Sommerurlaub zurück- gekehrt und hat seine Amtegeschäfte wieder übernommen. Bürger- meist« Ritter hat seinen Somm«urlaub angetreten. Zngeudweihe. 11. und 12. Kreis. Genoflen, die ihre Kind« cm der am 25. September stattfindenden Jugendweihe teilnehmen lasten wollen, können dieselben noch bi» zum 20. d. M. bei Clemens, Steglitz, Düppelftraße, od« schriftlich beim Jugendsekrttarictt, Berlin SW. 68. Lindenstr. 6, anmelden. Ein Sechzigsährtg«. Genosse Robert Krüger, Neukölln, Finnvstr. 8, begeht heut« am 19. August seinen 60. Geburtstag. Schon unt«r dem Ausnahmegesetz finden wir Robert Krüger im damaligen 2. Krei» in vorderster Reih« tätig; unermüdlich in der Kleinarbeit, erwarb er sich hier das Vertrauen des Kreises. Nach- dem« seinen Aufenthalt nach Neukölln verlegt, begann auch hier sein« Tätigkeit. Seit langen Iahren ist« einer unserer besten Be- zirksführer. unermüdlich, Trepp auf, Trepp ab, bestellt Robert noch heute feinen Bezirk. Auch aus dem Gebiet« der öffentlichen Wohlfahrt, als Lrmenpfleger, hat die Stadl Neukölln in ihm einen wür. digen Vertreter. Die Genossen Neuköllns bringen dem 60jährigen ihren Donk zum Ausdruck und wünschen, daß er ihnen noch lange in seiner vollen Rüstigkeit«halten bleibe. Die Straße ist keine Kadsahrlehrhahn. Die so oft gerügte lln- sitt«, daß Kinder und selbst Erwachsen« verkehrsreiche Straßen be- nutzen, um da» Radfahren zu erlernen, hat gestern wieder zu einem schweren Unfall geführt. Als der.Lehrer den des Radfohrens unkundigen Schul«, der zu den Uedmrgen ausgerechnet die verfehrs- reiche Hermannstraß« in Neukölln benutzt«, auf kurz« Zeit sich selbst überließ, fuhr dieser im Zickzacklurs einem daherkommenden schwer mit Mehl beladen«« Lastkraftwagen direkt in den Weg und wäre ohne Zweifel dabei unter die Räder gekommen, wenn nicht d« Führ« de» Wagen mit Geistesgegenwart h«umg«issen hätte. Dabei verlor er aber selbst die Macht über die Steuerung, und der in voller Fahrt befindliche Wogen sauste gegen die Bordschwelle und einen Leitungsmast. Die schwer« Ladung wurde durch den Anprcll nach vorn gefchleudtrt, riß die auf dem Führersitz befindttchen Leute herunter und demoliert« den Wagen fast vollständig. Während der unvorsichtig« Radfahrer mit dem bloßen Schrecken davonkam, fiel sein Lehr« in Krämpfe. Bon den Fahrern de» Autos mußte einer mit einem Beinbruch in» Krankenhaus geschafft werden, während «in zweiter leicht«« Kontusionen davontrug. Straßenbahnumleilungeu. Bon heute ab verkehren die LI- nie« 6 6, SO, 60. 61, 86, 61 und III in d« Richtung nach dem Westen durch dt« Französisch« und Mauerstraße. In d« Rich- tung nach dem Norden und Osten werden diese Linien während der Dauer der Gleisbauorbeiten in der Kanonierstraße üb« Leipziger und Charlottenstraße umgelenkt. Dom gleichen Tag« ab fährt die Linie 96 die Schleif« über Charlottenstraß«, Französisch« Straße, Mauerstraße und Krousenstraße, die Linie 54£ die schleife über Französische Straße, Mauerstraße, Krausenstraße und Charlotten- strahe. Die Linie 16 verkehrt bis auf weitere» in beiden Nich- tungen über Kochstraße, Charlottenstraße und Krausenstraße bis zur Leipzig« Straße Ecke Mauerstraße. Bei d« Verlin« Steuer auf Hausangestellte hatte das Ober- Präsidium erheblich« Lenderungen verlangt. Der zur Lorberatung der Magistratsoorlage eingesetzte Ausschuß hat diese» verlangen abgelehnt. Hiermit dürfte bi» auf weiteres die Steuer auf Hausangestellte überhaupt gefallen sein. Papierprni», Uschlag bei Postkarten. Di« von der Postverwaltung neu ausgeaebencn Postkarten tragen neben den Wertzeichen den Aufdruck.Papierpreiszuschlag 6 Pf* Dieser Zuschlag ist bekanntlich seit März d. I. eingeführt und soll d« Postverwaltung«inen Aus- gleich dafür bieten, daß sie dem Versender auch den Kartenoordruck zur Anbringung der Mitreilungen flelert. denn di««ingedruckt« Mark« stellt nur die Gebühr für di« Beförderung der Karte nach hm Vostgebützrensejetz dar. Der Vapierxreiszulchlog von 6 Pf. enthält nicht nur die Koste« des Papiers, sondern auch olle sonstig«» Aufwendungen, die bei der Herstellung der Postkarte, abgesehen von dem Abdruck des Wertstempels, ensstehen. also namentlich auch die Kosten für Abfall, Beschnitt, Zuschuß. Ausschuß. Lagerung usw. D« Durchschnittsbecrag der Selbsttosten war dann, den leßigen Geld- »«Hältnissen entsprechend, auf den Betrag von 5 Pst aufzurunden. Di« Annahm«, daß dieser Papierprei-zuschlag lediglich m der Höh« der Papierpreise begründet sei, wäre demnach irrig. VezirrSbildungSanskchust Geoh-BerU«. Segen Srkr-nkung de» OperniingerS Herrn Bötet müssen wir di« Reihenfolge unser« Oper»- Vorstellungen umändern. SS wird deshalb am sonn tag. de» 2 8. d. TO, nachmittag« S'l, Mr im Deutsch» Opernhaus mcht.Die Schwätzerin von Saragosia' ausgeführt, de�Op«.Tierland. Alle Karten behalten ihre Gültigleit.— Am 15. Septmber d.» in der Neuen Welt. H-Ienheide, die Over.Di« Walküre' von Richard Wagner m der ersten Besetzung des Deutschen Opernhauses, unter kunitlenscher�ettung des Direktors Herrn Hartmann. Für beide Vorstellungen find noch emige Karten ,iun Preise von 8 und 7.50 M. im Bureau de« vezirUblldUNg«. autlchusse«. Lindenhr. 3, 2. Hof 4 Tr.. Zimmer 12. zu haben. Sroß�Serliner parteinacbrichten. heute. Areiiag, den 13. ilugust: Znuelezfoliftcu.©r 3—6, Unrer Älazienftr. 14, Borr rag:..BSicerdunv-rr-g»,'..?«-»__~7 »tappt««teefelde. 7V4 Uhr im Jugendheim. Albrechtstr. 1� V-rtr-g» abend.—©rugpe perm-dors. 7', Uhr IM Jugendheim, Roonftraß«, jiortraa über-„Proletarische Dichter'. Ref.©enoff« Bartel,.~»tappt Pol««. m Uhr im Iugeudheim. Brett« Str. o!(hinter de» Ftuauzamt), Dl»- tussiousabeod. Morgen, Sonnabend, den 20. August: t».«rei». Veiheusee.» Uhr«rei-vorstandsptzung bei©ampr. kichteubergM IN.°«tt.�«-»l,d»ri. 8 Uhr bei Hübner.»-hnhofstrahe. Sitzung der Funkti». »Sr« be» Bilbung»au»schulse, und der Agrtatlonpummittioir._.._ 134.»lt. Buch,©emeinsamer Zahlabeud unf 8 Uhr rm SJefMuroirt Puotromen, Bahnhofsir.». Thema:„Die etobtnerortnetenmahlen-»«(.®*n-. »ritz. Eltcrnbetr-wmahle». Einsprüche gege» d>° ii» Sonn. abend, den 70.»Ugust, bei den leweillgen �chu Nei t ern anjichrin flea.«vt sckieiden» find hieeslir di. Dahlnorfländ«.»ei derl. Wahlvorsieher«illp ffest, Pintsch-W.« 43: bei t« IL Schule, Bürge �age B-hworsleh.e Paul Weicher-, Thausseeslr. 79: de. der 3. Schule. Hanne Mannstraße, Dahlvorsteher Frau« Teuschrrt, Iahnltr.»odakl Freitag, 19.«uguft, abend«-4» Uhr. spr.cht«t°d-schullnsptttor Zwdahl über„Schule und Sozialismus" m der Aula der 1. Schule« �ugenüveranftaltungen. verein«rbeiter-Z-gend. �kreUni�t: SB.«. Lwde�tr. 8. Z. H-k Unk». 2 Treppen recht». Telephon: Mpl. l" 08—10. heule. Zrettag. den tS. August: , Snrtrag:„Bericht von»,el»- Finansamt), Madch»nob««d. 7» wWlwatze.»ort tag:...Zugend. 5uä'.ndpftez«'.- Schtzneberg n. Jugendheim zWenst«.!». Schule, Hortraa:„Sozialismus, Kommunismus und Solschen) ,smus.— tfa bau. Jugendheim Zleuendorser Str. i, Mädchrnahend. /ws öer Partei. Die Dormstädter Organisation zum Programm. Eine Mitgliederversammlung d« Parteiorganisation in Darm- stadt beschäftigte sich mit dem Görlitzer Parteitage und dem Prc» grammcntwurf. Das-inleitende Ref«at wurde von dem R«ch� tagsabgeordneten Genossen Dr. Ouessel erstattet. Sn seinem Schiußurteil kam er zu der Auffassung, daß der Programmentwurf wohl wertvolles Material zur Neugestaltung unseres PrvZramm, enthalt«, aber in seinem gegenwärtigen Aufbau unmöglich zum Parteiprogramm«hoben w«den könne. In d« sich an da» Re» ferat anschließenden Diskussion wurde ohne Ausnahme die gleich« ablehnende Meinung vertreten. Cme entsprechende Solution wurde einstimmig angenommen. Im wetteren Verlauf d« Bersmnmlimg wurde noch die Soalltivnspolitit mtt bürgerlichen Parteien be- sprachen, Hi«zu wurde ein dem Parteitaq zu �unterbreitend« Aw- trag angenommen, der die Aufrecht«haltung de» Kassel« �ariel- tagsbejchlusses verlangt. Arbeitersport. Freie T-u-ersch-si SchS»e»eeg.Peili,. Alle beim©pvrtsest me htst AUtiS» hetekWe* M-vusqai:«» ber Iugenblicheu und Turnmmnen t�l«» sich u» «4 Uhr früh im Stadion, vor dem Eingang»ur Saufdahn.«Ue Herren, u» v2 Uhr nachmittag ebenda. 4Xl«>.Mci°r.Ztas,tte der Männer Sannabeilh nachmittag U�hr.� tt.«agalL kommende, Sonntafl»tef. fe» sich die«rbeiterfvortler der Mari Prandenbura ,u g rohen sprr-l-che» Bert- kämpfen. Sticht wcniaer als 19» Männer, 111 Frauen und 23« Zugendllch« haben Insgesamt 9» Einzelmekdungen abgegeben. Neben diesen kommen noch i, Mor-lchaiismelvupgen und 8» Kindsrstafett-N ,um Austrag. Tlutzer oo» den Spartlern des 1.«reises liegen noch Meldungen oor aus Halle. wasser, Ewonlanke(Posen). Di« Beteiligung-ft-n d-csem Jahre b-e«Ataus slärkss« gegenüber allen bisherigen Eportiesten, Zn allen»onkurrengen find zahlreiche M-lb-ingen eingelaufen, so datz int-reffont- Kämpfe zu erwarte» ftnd. Beachtenswert ist die grotze ssahl der gemeldete» Turnerinnen(224 Ein- zel- und 23 Mann s-hcist- Meldungen). Zum lao-Reter.Laus treten 83 Sport- l, rinnen an, so datz 12 Borläufe nötig find. Zur«�SMlltrt�-SMetrt Irrte» 28 Mannschaften an. Bon den Zugenblichen lieg«« 422 Einzel. law 51 Man». schaftsm-lbungen vor.«in« antz-r-rd-ntttch grotze gabt, dt» das Jateress« d« Jugend am l-port deutlich zeigt. 98 Teilnehmer tresie» sich beim l«>.Meter. Laus, während zur Lang, trecke über 3000 Me-.r nicht weniger als J 3u9«5- liche gemeldet find. Di« Veranstsltungm am Sonntag v-rwrechen-tto außer- ordentlich interessant zu werde» und»rrd aut zahlreich« Beteiligung der Arbeiterschaft gerechnet.. �. Di.«ort--»,, iii-«Um«(IflO-aUWr-Souf,«oftfpnM.»,©isku»».rt.«, «g-Meter-Hürdenlauf, Weitspringen. Speerwerfen und 4�00.Me!erNStafett«) finden Sonnabend nachmittag S Uhr statt, vorsampfe 5" und Zugend- lich-n Sonntag vormit:az» Uhr.«ortamps der Iugendlichen über de» 3000. Meter, Laut findet nicht statt. Zuspätantretende werden unbedingt zurück g«. wiesen.— Di« Starttartcn fi»d bei Sei«,«öpentcker Str. 1«, gegen AUSlvri» abzuholen. Zilmschau. »Tie Werke tze» Orient»' wird nn T. U. am Kurfürstens dämm gegeben. ES ist eigenllich schade, datz topiel Mühe. Arbeit, tüchtig« Regie und jum Teil sehr schöne Liider an ein Stück verschwendet werde». da« aus llmuözlichketlen zusammengesetzt ist und in setner dick ausgetra- genen Sentimentalität da» Publikum nur zum Lachen reizte. Di« Haupt- rollen waren in den Händen von Bigzo Lassen, Carola Toell«, Krou tzüten, Nanja Tzatjchewa. und Looi» Stobt) nach Möglich lest aus» veste ausgehoben,_ Vorträge, Vereine und Versammlungen. Arbeiter-Sam«it«r«olonir« Berlin, E. v., Abteil»»! B«rll»-Mitt«-Ha>s- Iches Z»r. Mitgliederverlaminlung heute, abends 7 Uhr, Schule Annenstr. Ii». Erscheinen aller unbedingt erforderlich.— Tonristen-Berei«„Die«Mturtrenad«, Ortsgruppe ZU»«»ick, Abt. Ostdahnuororte. 21. August Blumenthal-Wanderung (närdÜ©amtngrunb), Wriezener Bahnhof 8�3 Uhr: Sonniags?ar:en 61« Tiefe», fee.- Zugendadteil»»». Erkner-Löcknitz-Petzsee.«bf. Soumrbsnd, Slralir» iNingb.) 331 Uhr.-»inder-Atzteil-»«. Lehnitzse«. Abf. Stettin er Vorortbahn. Hof Tpo Uhr.— Abt. 9iorde». Arbritssonntag am U-derse«. Abf. Sonnabend 3,43 Uhr Bahnhof©esundbrunnen.- Siid-Beft. otrausberz-Lanzsr See. Trssspunlt Eonnabend 8 Uhr EÄlefischer Bahnhof.—- SÜd-vst. Bernau— Held- see. Abf. Sonnabend 7,40 Uhr Stettiner Dorrridahnhos.— Ost«». Bernau- Lank.. Abk. Sonnabend 9,1« Uhr Stetliner Borortdahnhos.-«eiftense«. Melchow— Eomildlee. Abf. Sonnabend i Uhr Bahnhos Boitzen, ee.—«psdit, Belzig-ztabenst.in. Abs. Dan.adnrb IBö Uhr Eh�l-tieneu.g.- r-epto«. Strausberg— Blllmenthal. Zrefspunkt Sonnabend t$0 Uhr Bahnhof Treptow. Briefkasten üer Redaktion. Brieflich e Aus«u»tt mir»«icht«rteilt.- Zeder für de«»rtef. lasten bestimmten Antrage füg« man« i n« n Buchstaben und«in« Nummer bei. Eilige Anfragen trage man In ber Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. S. 1. Haf pari, links, vor. Schrtststülks und Berträge sind mitzudringen. o. H. ch. 1.„Arbeiler. Bildung�, Monats.., tschrlit � und Bildungsorga, für Zungsozialisten, viertellährlich 7,30 M.. durch die Post und Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW., Lindenstr. 3. zu beliehen. � Weiter bi««omnabend mittag. Trocken und überwiegend»estm. nacht« ziemlich kühl, am Tage Wied««cht war» bei schwache»»ordös? li�he» ützi ndeu, Achtung! Gewerbegerichtswahl! Heute findeu die Wahlen für die Arbeitgeber- Beisitzer zu dem Gewerbegericht der Stadt Berlin siatt. Von de« sozialisiischen Parteien isi eine eigene Liste„Freie Liste der Arbeitgeber" anfgestellt. Psticht aller sozial denkenden Arbeitgeber ist eS, dieser Liste zun» Siege zn verhelfen. Uebe daher jeder sein Wahlrecht auS! Internationaler Kongreß der Lederarbeiter. Dem Wiener Internationalen Kongreß gingen voran die inter- nationalen Berufskonferenzen der Schuhmacher, Sattler und Berufsgenossen sowie der Gerber und Handschuh- macher. Alle drei Konserenzen erklärten sich für den A u f a m- menschluß der drei internationalen Sekretariat« fii einer internationalen Bereinigung für die ge- amte Lederindustrie. Auf dem Beremigungskongreb, den der internationale Sekre- tär Genosse Simon- Nürnb«rg im Wiener.Arbeiterheim" er- öffnete, waren durch SS Delegierte die 12 Länder Belgien, Däne- mark, Deutschland, England, Frankreich, Luxemburg, Norwegen, Oesterreich, Schweiz und Tschechoslowakei, durch Gäste die Länder Dulgarien, Rußland und Litauen oertreten. In einem großen Re- ferat über„Weltwirtschaft und Weltkrise' zeigte S l m o n- Nürnberg, wie die Erwartung vieler Volkswirtschaftler auf einen großen wirtsHaflichen Aufschwung nach Beendigung des Weltkriegs nicht in Erfüllung ging, sondern das Gegenteil, in der ganzen Welt eine Krise von noch nie dagewesenem Umfang und Schärfe einsetzte. Fricdensbedingungcn und Reoarationspflichten zwingen Deutschland, als Konkurrent auf dem Weltmarkt auszutreten. Arbeitslosigkeit und Lohnabbau verbreite sich überall. Die kapitalistische Gesellschaft könne mit ihren Methoden das Problem der Weltwirtschaftskrise nicht lösen. Dazu {ei nur die sozialistische Gesellschaft imstande. Deshalb müsse die apitalistische Profitwirtschaft umgemodelt werden in die sozia- listische Bedarfswirtschafl, dann würden auch künftige Kriege zu ver- hindern sein und die Arbeiter werden vom kapitalistischen Druck und der Knechtschaft befreit werden. Der erste Diskussionsredner I o s ef o w i tf ch- Moskau erklärte sich mit einem Teil der Ausführungen Simons einverstanden. Es fei eine Utopie, zu glauben, die Krisis innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft lösen zu können. Die Ausschließung Rußlands mit feinen noch nicht aufgeschlossenen Naturschätzen von der Weltwirt- fchasr müsse zu einer Erschütterung d«s ganzen weltwirtschaftlichen Getriebes führen. Die Amsterdamer Internationale habe sich un- fähig erwiesen, dem Proletariat zu helfen, sie habe von Lloyd Georg« nur eine Milderung der Friedcnsbedingungen erbeten und anerkannt, daß die Lasten des Wiederaufbaus von der deutschen Arbeiterschaft getragen werden sollen. Das kapitalistische System fei nicht, wie es den Anschein hat, im Aufleben begriffen, sondern bankrott. Es müsie gestürzt werden, es dürfe keine Arbcitsgemein- fchaft mit Vertretern des Kapitalismus geben, das Proletariat habe vielmehr die Aufgabe, den Kapitalismus zu stürzen. R o u x- Frankreich betonte, daß diele Ausführungen durchaus nichts enthiellen, was nicht auch den Arbeitern Frankreichs de-! tonnt fei. Opportunist zu sein sei kein Borwurf, denn das hieße nichts anderes als sich de» verhällnisie» anzupassen, eine Notwendigkeit, der sich ja die Rusien auch nicht entziehen konnten. Die Ausgab« der Gewerkschaften sei nicht erschöpft in der Errmgung besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen, sondern es gelte, jeden späteren Krieg zu verhindern, den Militarismus zu be- kämpfen. Diese» Gedankengang brachte eine von Roux eingebrachte Refo- lution zum Ausdruck. Sie protestiert gegen die Besetzung von Län» dern, gegen Sanktionen, gegen die Gewalllösung der Wiedergut- machung durch den Dersailler Dertrag und gegen den Militarismus überhaupt. Sie fordert ferner die Einsetzung eines Aktionsaus- fchusjcs innerhalb der Lcdkrarbciterinternationale zur B e t r e i» bung antimilitaristischer Propaganda. Der englische Delegierte P o u l t o n wandte sich dagegen, indem er ausführte, daß für ein« derartige Propaganda der Internationale die Kräfte fehlen. Er forderte, daß man sich mit den gewerkfchafilicheu Drogen. mit dem Lohnabbau usw. beschäftige. Er sei nicht al» Sozialist, sondern als Gewerkschafter auf den Kongreß gekommen.— Fischer- Deutschsend(Kommunist) brachte eine längere Resolution ein, die in einem Appell an die Arbeiterschaft der ganzen Welt zum Zusammenschluß für den Kamps zum Sturze der kapitalistischen Wirtschaft gipfelt. Wenn mon Scmjctrußland vorwerfe, mit Kapi- talisten Kompromisse einzugehen, so sei daran schuld die Amfter- damer Internationale, weil sie dem revolutionären Kampf die Unter- stützung versagt. Im ähnlichen Sinne spricht D i m i t r o w sBul- garien). Simon(Nürnberg) beschäftigte sich in seinem Schlußwort m-t Josefawitsch und weist sein« Behauptung bezüglich der Verpflichtung der Arbeiter zur Wiedergutmachung zurück Es sei nur von einer Verpflichtung Deutschlands die Rede, und es hänge von der wirtschaftlichen und politische» Macht der Arbeiterklasse ab, eine Be- lastung durch die Wiedergutmachung abzuwehren. Schwäche man aber die Arbeitcrklasie durch Zersplitterung ihrer Organisationen, dann trage diese Moekauer Methode die Schuld daran, wenn die Kapitalisten alle Opfer der Arbeiterschaft aufbürden. Nach Schluß der Diskussion wurde eine Proteslresoluliov gegen die Unterdrückung der Arbeiterschaft in Jugoslawien, die dort aller ihrer menschlichen und politischen Rechte beraubt ist, an- genommen. Weiter beschloß der Kongreß einen Unterstützungsauf- ruf, um so zur Lindciung der durch eine Naturkatastrophe hervor- gerufenen schweren Not Sowjetrußlands beizutragen. Die Resolution Fischer wurde gegen drei Stimmen abgelehnt. Simon referierte sodann über die Aufgaben der internatio- nalen gewerkschaftlichen Vereinigungen und Gründung einer solchen für die gesamte Lederindustrie. Er behandelte eingehend die Frage: Moskau oder Amsterdam? und setzte sich mieden Vertretern der Moskauer Richtung scharf auseinander, wobei er betonte, daß c« sich nicht um einen Kampf gegen die Arbeiterschaft Rußlands handle, sondern daß es lediglich gelte, der von Moskau ausgehenden ver- hängnisoollen Methode des Kampfes innerhab der Arbeiterbewegung entgegenzutreten. Erst wenn die Russen von ihrem Kampf gegen die anders gerichtete Gewerkschaftsbewegung ablassen würden, wür» den die Kräfte zum Sturz des Kapitalismus heranwachsen, Mahler(Berlin) brachte für den Deutschen Lederarbeiter- verband«in« gegen Moskau gerichtete Resolution ein. Zimmer sprach im Sinne Mahlers gegen die Moskauer Kampfmethode und Taktik. I o s« f o w i t s ch«Moskau) legte in längeren Ausführungen das Programm der Roten Gewerkschaftsintcrnationale dar. F i m m e n(Amsterdam) vom Internationalen Gewerkschafts- bund begrüßte den Kongreß namens der ZS IMNioven gewerkschaftlich Organisierter. Es sei erfreulich, daß es zu einer Einigung der drei internationalen Vcrufsoereinigungen gekommen lei. Fimmen häll es für zwecklos, sich noch länger über Moskau oder Amsterdam auseinanderzusetzen, oenn die Entscheidung für Amsterdam sei bereits getroffen. Die gegen Moskau gerichtete Resolution des Deutschen Lederarbeiterverbandes wurde gegen 0 Stimmen angenommen. Sie stellt eine eutsihiedeue Ablehnung der 3. llnkecnaklonale t>«? Und spricht aus, daß die Internationale Vereinigung der Leder- arbeit« d« Amsterdamer Internationa!« angeschlossen bleibt. Das von der Kommission ausgearbeitete Statut stieß bei den Vertretern Englands auf Widerspruch: sie erklärten, durch die An» nahm« der Vorloge würde vielleicht das fernere Verbleiben Englands bei der Internationale in Frage gestellt. Fimmen schlug darauf- hin vor,«inen vorläufigen Sekretär und Vorstand einzusetzen und sie bis zum nächsten Kongreß mit der Ausarbeitung eines Statut« zu beauftragen. Der Antrag wurde mit 44 gegen 18 Stimmen angenommen. Die Gründung einer einheitlichen Internationale für alle Lederarbeiter wurde beschlossen. Dann wurde die Erhebung eines näher geregelten Beitrages bis zur Festlegung des Statuts beschlossen. Zum Internationalen Sekretär wurde Simon(Nürnberg) gewählt und eine siebengiiedrige Sekretariatskommission wurde mit der Aufgabe betraut, den Statuten- entwvrf auszuarbeiten, den Internationalen Sekretär zu beraten und feine Tätigkeit zn kontrollieren. Mit einem Schlußwort Simons wurde der Kongreß geschloffen. Mus aller Welt. Brasilische Verhältnisse. Aus Breslau, ah er mit dem Stempel„Soz. Arb.-Verein Port« Alegre" und entsprechender gedruckter Unterschrift, gehen un» > folgende Mitteilungen zu:. Die Löhne der Arbeiter stehen nicht i im Verhältnis zu den notwendigen Ausgaben für den Lsbensunter- | halt. Außerdem fehlt den Arbeitern jede gesetzliche Garantie. In i den Großstädten ist ein Ueberfluß an Arbeitskräften vorhanden. ! Arbeiterwohnungen existieren säst gar nicht. Der Arbeit im U r- walde ist ein deutscher Durchschnittsarbeiter nicht gewachsen. Die Entbehrungen spotten in den meisten Fällen fast jeder Be- schreibung. Der Arbeiter im Urwalde ist vollständig rechtlos, Ver- kehrs- und Transportmöglichkeitcn fehlen in den meisten Kolonien überhaupt. Durch ein in- diesem Frühjahr im Bundcsparlament angenommenes Gesetz ist es jedem Ausländer verboten, sich politisch oder'gewerkschaftlich zu betätigen. Zum Deispiel sind in Rio de Janeiro, Santos, Pernamburo usw. unzählige ausländische Arbeiter, welche sich an Lohnbewegungen beteiligten, eingekerkert, abgeschoben bzw. ausgewiesen worden. Deutsche bürgerliche Blätter machen Propaganda im Interesse der Landspekulation. In Deutschland tollt« man ein wachsames Auge auf die van den bra- silianischen Regierungen und den Kasfeebaronen des Staates Sao Paulo alisgesandten Agenten haben, auch auf das Bureau in Berlin, Steglitzer Straß« Zg. Mag kein Arbeiter sich als Arbeiter auf den Kaffeeplantagcn Sao Paulos anwerben lassen. Jeder, welcher auswandern will, sollte vorher Auskunft einholen von der Kommission des sozialistischen Arbeiter-Vereins. Porto Alegre, Rua Commendadrr Azevedo 30, oder von der einzigen in deutscher Sprache erscheinenden sozialistischen Zeitung Südamerikas„Der freie Arbeiter" in Porto Alcgre, Rua Don Pedro II., Rio Grande da Sul, Brasilien.__ Mederaufnahme der Eldelchiffahrt. Die Sächsffch-Döhmische Dampsschisfahrtsgescllschaft hat ihren Personen- und Frachtdamps- schiffahrtsbetrieb Dienstag, den 18. d. M., aus der gesamten Strecke Dresden-Leitmeritz-Mühlberg wieder aufgenommen. Für die Ge- bühr von 2 M. kann man ohne jeden sonstigen Ausweis 48 Stunden bis weit nach Deuffchböhmcn hinein. Den Grenzausweis gibt es ohne jede Förmlichkeit an Bord in Schandau. 3n den Bergen«froren. Wie der„Bayerische Kurier" aus Berchtesgaden meldet, sind im Steinernen Meer, dem Kalk- massiv an der bayerisch-salzburgischen Grenze, die beiden Schwestern Luise und Lina Demuth aus Nürnberg in einen Nebel geraten und haben sich scheinbar verirrt. Sie wurden von Bergführern er- froren, beide fest einander umschlungen haltend, ausgefunden. Sie stehen im Alter von 20 und 30 Jahren. Sie machten die Tour in Begleitung eines Mannes, entfernten sich ober später von ihm. 3n die Lusi geflogen ist bei Luga in Rußland ein Personen- zug, der auch Benzin transportierte. Von 82 Reisenden wurden öS geiölel. wenn's in Skalari brennt. Feuer zerstörte in Skutari mehr als tausend Häuser. Allii«te Truppen griffen zur Bekämpsimg des Feuers ein, auch mußten sie wiederholt von der Waffe Gebrauch machen, um Plünderungen zu verhüten. D« Vesuv zeigt seit«inigen Tagen wieder«ine geringe Tätig- tett.'■■" Der Feldmvrschall a. v. Die rumänische Regierung hat dem gewesenen österreichisch-unqorischen Oberbefehlshaber v. K ö v e s z die Herausgabe seiner siebendürgischen Besitzungen verweigert. Kövesz hat nun die Konzession für eine Großtabaktrasik in Buda- pest«beten und erhalten. tSichwz de» ridatUdn«»«» Teil».) lisrsSeLU VsrkIüfZsna �n°id?«Vn� �.niSch-n MvrrksUA-Lsike J® K Srjp i K w Veite Jnbritials,«roste.tuswotui r*F m m veritaal melerrvciie Kocit& scelami, är fieniraiiäiensrr. 2021 Spfttetmarkf, Sit» Wallftnit, »ad« ilschlnger Solkduser Damm 10 »ad» ISanmdau» Sondort w Zriedrichstr. 193a, tttfe licip�iaer Straße Leipzig« Str. 113, �«oiwrtrafi« Liakstraße I. Uotafcamn einig« niemand Ist so klug, Schönhauj« Allee S1 om Tiarbruio Friedrichslr. 10«, Vitt 8l«(i.l(tro6, Zavalidenstr. 104, IM» 5siunn«n(tr«t« Zaaaliöcnstr. 117, am Stniln«! Bbl Chauffecstr. 72. not)« iiRiiUtrtlrab« 0 Frankfurt« Allee 14, uad» Titft jedem Arger und Verdruß au« dem Weg« gehen zu können. Aber jenen täglichen, kleinen, nervös machenden Ärger mit schlecht passenden oder schlecht sitzenden Augengläiern können Sie sich ein sör allemal ersparen, wenn Sie nur �PÜter Ruhnk«'» garantierte Bugengläser tragen. Wir garantieren Zuftiebenhelt und tun alle« sür Sie, wa» überhaupt möglich zu machen ist. Wir hallen, was wir ver- sprechen, das beweist nachstehendes Schreiben: Sehr geehrt« H«r Ruh nie! Als Ihr langjähriger Kund«(Ich wohnte srüher in Friedenau) möchte ich nicht verfehlen, Ihnen meinen herzlichsten Dank auszusprechen sür die ousm«ksame Bedienung, die ich wieder einmal in Ihr« Geschäfts» stell« am Alexanderplotz erfahren Hab«. Die groß« Müh«, die sich zwei Ihr« Herren Angestellten bei b« gewissenhaften(kostenlosen) Augenuntersuchung, bei der sorgfältigen Auewohl eine» goldenen Fing«» kneif«« und beim Schleifen der möglichst großen Sanoskopgiäser gegeben haben, machen es mir zur angenehmen Pflicht, auch weiterhin Ihr dauernd« Kunde zu bieiben und Ihre Firma in meinen Kreisen bei jeder Gelegenheit zu empfehlen. Weitestgehende Kulanz in Verbindung mit gediegenster Arbeil«- teistung und mäßigem Preise ist IhrEeschästsprinz'p. eine Tatsache, die in dieser schweren Zeit sür ein Geschäft nicht hoch genug angeschiagen werden kann. Hochachtungsvoll ergebenst A. H...., Kgl. Seminarlehrer. Kostenlos prüfen wir Augen und Sehkra't mit Sorgfalt und garantieren sür paffende Eläsex sowie .ür Hastbarkeit aller Fassungen von 10, L0 M. an. Dafür erhalten Sie bei un« schon einen guien Gold- Doublö-Kneiser, Eläser extra von 8.— M. an. 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"P'llHITIIWlIi) SotfliBser Doim Wüaiersäorler Str. �ThQatefftü€htspSe8e etc. üeotsches Theater T/t Uhr: Fotascb u. Perlmutter So. T/t: Potascti n. Perlmutter Kammerspiele 7,/jLlhr: Der Herr, der dl« aLoHledieUen kriegt 5o. 7Va U tu: Der Oeir, der die MaulscfeeUen krtett Gr. SchaBspielhans (Karlitraöel 8: D?e Weber(3. Abt 6. Ab.) So. 8; IMeWobcr(A»ß.Abori.) i*?n Tbealor i. 4« KSnlggtitier Sti. Notruf Drama von Uerni. Sudcrmaui Berlicer Theater Allabendlich T" Uhr: Romödienhans 7.38 Übt: Der blonde Engel ' Oentrrui-Xh unter * Uhr; Jlonka Deatoch.Operialiaca« 7 uhr: Martha Vrledr.�TUiieUnat.Tli. KL««bsnapleUinaa 7V, uhr.- Reihen Koiulneho 9p«p i7r: Der fldele Baner fftctropol-Xlieater JürDie biafle Mazur Nene« Opcrcltenlheat. 7>/,uhr:iiaericaii-Girl Hchtller-Tlient.Chnrl. �MeioeFraa-dasFräiiiein ScbloBparfc- Th. Stegtitu T/t LI.: Laune de* Verliebten Die Mltachnldlgen Thalln-TKenter 7-/. um; Kascottchen Th.nmXoUenAnrrpteen �rJer Ketier sesSlflgsäa Theater den Weatenn }]hr: Bwpwtederlasük! Th.i.d.KomnuKadaateaatr* 7v.uhr:DleDielenhcie Wulhallu-Theater J£; Die SdseldBBgsitlse WHH Haas- Heye- Oaliett sowie dar grobe — Varietd.Splelplan— Rauchen gcMaitet! iy�TMBrtT�L Wilhelm Kartstefnj B sowie der weitere| iyarletö-Spielpiaii E Vorverkauf II— 1 Uhr I Volksbühne Theater am Bülowplati. vi. uhr Der Opernball Lessing-Theater Allabenailch 7'/, Uhr: Die Ballerina des Röeigs (Leopoldlse konstantln) Deatsehes Kiinstler-Tlieater s uhn Der Herr Yerieldisef Sonnabend 8. zum 1. Male: Wemgehortfielene? Velen!, WtBmdnn, Herrmenn CISINO-THEtTER Lothringer Str. 37— Tägl.>/«8 Das neue ErSflnungs- Progr. mit der Spitzbubenposse Sxzellenz ZKsxe. Vorher: Das laktigeSinpspicl Und wem es Just passieret Sonntag 3'/,: KUttclnrres«. Trianon-Theater Täglich 8 Uhr: Ida Wüst m Die große LeidensM Frz-Schoneraann, Heinz Pabst Ztg. 4; Lndy Wlnderm. Fächer Polles Caprlce Linlenftr.l32.amOranienbg.T. T&�iofe I Uhr: D. Geliekte a. Teilung Fiebertaumel B«nt«ehen.Me»ei?lt«i mit Perd. Orünecker piß?rsnn.ßnsneD «rh�lton |ia diitralrr WeUtJ BEXLEIOURG lauf Kredit ij i Neueste Eingänge für| u. Winter. Herbst i Paletots III I s t e r Kotferne Jackett- and jAnsüse Zraatx ftv Säug, f James• Konfektion.! — In l EUffea■■ [Möbel- ] Einrichtunsen. lA.Damitt jeflftalßrjtr.48-4? — �-vu-n wennu»«■ sm& Kleines Theater .Täglich 8 Uhr: Hansi Arnstadt-n „OcrDkb" Sbd 4 U.: Kindervorstellung Max und Moritz 8 Uhr: Jugend - Aütnirals? aiast 7'/, Uhr: Die roten Schuhe Residenz-Theater Täglich 7'/, Uhr Aibert Bassermann »Itaumulus' Albert Patry, Wllh. Bendow, Else Bassermanu, Else Wasa Montag, zum 1. Male; Totentanz Paul Wegner, Irene Triesch, Paul Biensfeldt Rede: Paul Wegner Reichsliallen-Tlieat. STETTI HER SSNQER Anl 7V, Uhr Varietä.Döuh.- Brettl; Saal u. Garten DebrenstraOe 54 7'/, Uhr: Das sensationelle SaisoD-Eröünimgs- Programm Potsdamer Sjr. 38 Ullas der Gewallige 2. und letzter Teil; JO.verrätcrlsch.Handscbub Aiexanderpl.-Pass. I.Teil: Der Stamm | der grünen Schlangen> Turmsfr. 12 iSHIiit des Lebens! mit Gunnar Tolnaes 1 1 Friedenau, Rheinstr. Hl Berliner Prater Kastanien-Alice 7—9 Internationale Ringkampfa Konkurrenz :: Variete:: Zeil, Geld, Mühe, und wollt Ihr 6uer teures Schuhwerk nicht ruinieren, verlangt nur Qualitäts-Schuhpuh Hekw »83/11 Verlangt unsere Hausholtpackung Thesler s. KottbuserTo.' Tel.; Moritzpl. 16017 Täglich 7", Uhr Elite-Sänger — 10 Herren!— Witz! Komik! Urkom« Typen I Qröüier Lacherro'g I � Vvkf.lMl/iU.4-6Uhr MSgeiveAe. MiZWlM Uiflolen ufu). TInfauf, 33ectauf,Umlau(cf) G-weHr-Zubrlt* Gnstav Rätzel, wr8,n Morkffpafenstp. 50. IpdpcWnptlH D*' fettgedruckte Wort lICUCo WUrl I In. 1,50 Dl.(zulässig zwei fettgedruckteWorte). Stellengesuche u. Schlaf- stellenanzelgen das erste Wort(lettgcdnickl) I H., jedes weitere Wort 60 Pf. Worte mit mehr als IS Buchstaben zählen für zwei Worte Mtivainan 8Ie für die nächst: Nummer AUZCiycll bestimmt sind, müssen bis um S Uhr nacbmltlags In der Haupt-Expedition de, Vorwärts, Berlin SW 68. Undcnstrtäe Nr. 3| abgegeben werden. Dieselbe Ist von morgen, 9 bis abends S Uhr ununterbrochen geSffnet Verkäufe W-fchehof im Leihhaus Ms- tigplag 58* kaufen Sie stau» nettb billig Teppiche, Rilnft« I Nur Gelegenheitskäufe. Reine i Lomdardware. 131R- ----- ! Rocke, Fuckskragen, Gardinen, Wäsche, Galdwareu. Riefen- auswahl. Reine Beefetzwaee. Leihhaus, Borhageuerste. 47, Halieiecke. L3SR> Monatsanzäge, Gummi- Mäntel von 260.—. Nene Herrengarderobe verkauft 4U Snarospreifen an Peipat- kunben Meianderstrahe 28i, ho*--ftrte.* Monatsanqüge, Winlerpale- tols, in großer Auswahl, staunend billig. 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Der Dölkerbund würde erst dann die Wünsch« der Iirterparlamentarier oerwirklichen, wenn diejenigen Nationen sich ihm anschlössen, die fetzt noch zögerten. Weardale wandte sich dann an die amerikanisch« Abordnung und betonte, daß man ihre Lorschläge mit der größten Sympathie und Ausmerk» samkett berücksichtigen werde. Zum Schluß erklärt« der Redner, daß es feiner Ansicht noch nicht mehr möglich sei, Deutschland au» dem Völkerbund auszvschließeu. und richtete«inen warmen Appell an di« Amerikaner, sich nicht der Zusammenarbeit bei der Schaffung einer universellen Organisation für die Erhaltung des Friedens zu entziehen. Die Ghneftiefel. Heber einen staunenswerten Fortschritt in Sowjetrußland be- richtet die„Rote Fahne" in Nr. 878 vom 18. August 1921 auf der dritten Seite ganz unten.(Wir zitieren möglichst genau, um jeder Vermutung unserer Leser vorzubeugen, daß wir un»«inen schlechten Witz erlaubten, oder daß unser Zitat nicht dem kommunistischen Zentralorgan, sondern der ontlbolschewistischen Korrespondenz ent» stamme.) Wir lesen also in der„Noten Fahne": Angesichts der Notlag« des Volkes Hot di« Kommunistische Partei in Rußland für ihre Mitglieder drakonisch« Be« s ch l ü s s e gefaßt. So wird z. B. jeder, der zwei Paar Stiesel besitzt, au, der Parket ausgeschlossen. Mit diesem Beschluß wird zweifellos das russisch« Proletariat einer immer strahlenderen Kullurhöhe«ntgegengesührt. Wir fragen uns: Warum ahmt die deutsche DKPD., die doch sonst eine so gelehrige Schülerin Moskau» ist, diese« Beschluß nicht nach? Wir wären gespannt, welch« Wirkung derartig« Beschlüsse aus ihr« Mit- glieder ausüben würden. politische Kämpfe in Sapern. München. 18. August(Eigener Drahibericht de»„vorwärts".) Der Hauptausschuß de« Stadtrates München beschästigte sich gestern mit dem Antrag« d»r UGP.-Fraktion auf Uebermituunq einer Ein- gab« an den Reichspräsidenten und an den Deutschen Reichstag um sofortize Außerkraftsetzung der von der bayerischen Regie- rung auf Grund des Artikels 48 der Reichsversassung getroffenen „einstweiligen Maßnahmen". Trotzdem di« Demokraten davon ab- sahen, das Reich anzurufen, wurde der Antr-m der Unabhängigen mit 12 Stimmen, einschließlich der Stimme de» Bürgermeister», Genossen Schmidt, gegen 11 bürgerlich« Stimmen angenommen. 0 München. 18. August.(Eigener Drahtbericht de,„vorwärts".) Die Beschwerde de» Republikanischen Bundes Bayern gegen die Verfügung des Dtoaiskommissarz für München-Stadt und- Land, in der der geplante Anmorsch der republikanischen Organisation zur Berfassungsseier am 21. August oerboten wurde, hat das Staats- Ministerium dienstaufsichtlich geprüft und— abgewiesen. Dies» Bekräftigung der bürgerlichen Willkürmaßnahmin gegen di« v«r- sossunastrenen bayerischen Republikaner durch das bayerisch« Staatsminifterium charakterisiert die in Bayern getriebene Politik wieder einmal zur Genüge. Der Gegensatz zwischen Nord- und Süddevtschland. Der Reichs- tagsabgeordnate S ch i r m« r(Bayr. Dp.) hielt in einer Versammlung christlicher Arbeiter ein« Red«, in der er auf den Gegensatz zwischen Nord- und Süddeuffchtand hinwies. Der Partttulorlsmus sei ein Fehler der Deutschen, der von den Franzosen stets ausgenützt worden sei. Ein bayerischrs Ausfuhrverbot von Getreide, Vieh oder dergleichen würde ohne weiteres«in« Sperrung der Einfuhr von Kohl«, Zucker und anderen wichtigen Produkten»och Bayern zur Folge haben._ Reichsrat. Der Reichsrat hiell am Donnerstag nachmittag unter Vorsitz des Ministers Rathenau eine ölsentlich« Sitzung ab. Sämi- lich« Steuervorlagen sind berits eingegangen. Sämtliche vorlogen wurden den imständiqen Ausschüssen überwiesen. Auf Wunsch eines preußischen Provinzialvertreter« wird bei den Lusschußberatiingen ein« Generaldebatte über den Gesamffteuerplan stattfinden. Italien» Verzicht bezieht sich nun aus«eldentschädigung durch vtcht aber aus den Anteil an de» Staatsdomänen. MtetfehiZst valutafleööerer. Der plötzlich« Rückgang der Valuta ist unter de« Druck be» Auslands überwunden. Der Dollar ging gestern nach der amt- lichen Berliner Notierung im Preise wieder auf 83,41 herunter, nachdem er zwei Tage vorher schon auf 99,80 gestanden hatte. Darüber, daß diese Besserung nicht von ewigem Bestand ist, wenn es nicht ge- lingt, die Notenpresse einzudämmen, sind Zweifel nicht möglich. Wo die Gründe für dae starken Balutaschwankungen der letzten Zeit zu suchen sind, dazu erhalten wir von einem Bankfachmanne eines neu- tralen Staates folgende bemerkenswerten Mitteilungen: „Die Hamsterei der fremden Geldzeichen als bequemes Steuer- defraudatlonsmittel Hai natürlich in der legten Zeit mit Rücksicht aus die neuerdings drohenden Steuern wieder größer« Dimensionen angenommen und dürste nicht so schnell von der Tages- ordnung verschwinden, nachdem der Staat diesem schamlosen Trei- den müßig zusieht. Die deutschen Exporteure und In- d u st r i e l l e n tragen auch ihr Scherflein zur Verschlechterung der Mark bei, indem sie die Erlöse ihrer Exporte nicht etwa dem Reich zur Dersügung stellen, sondern sie bei ausländischen Bon- ken anlegen, nicht nur, um ihren eigenen Devisenbedarf für Importe zu decken, sondern weit darüber hinaus, um sich ein R e- seroekapital für alle Fälle zu schaffen. Die so dem Reich entzogenen Devisenbeträge erreichen ganz ungeheure Summen. Be- weis dafür, daß in den letzten Wochen im Ausland Devisen auf 2—3 Monate gegen sehr mäßigen Zins von deutschen Banken hin- gegeben wurden. Mit anderen Worten: Zu einer Zeit, wo die Reichsbank notwendig jeden Franken braucht und zusammenraffen muß. um die Goldmilliarde abliesern zu köunen, leihen deutsche Banken viele Millionen Franken, Gulden und Dollars gegen geringen Zins au das AusZand und vergrößern damit die Verlegenheit des Reiches. Banken, Exporteure und Industrielle arbeiten in schöner Seelenharmonie zusammen, um die Reichsmark in Grund und Boden zu bohren. Die Fabrikanten und Exporteure und mit ihnen auch mittelbar die Banken haben ein erhebliches Interesse an einem mag- lichst tiefen Stand der Mark, um dadurch die Exportc ins ungeheu-e zu steigern, denn je billiger die Mark ist, desto eher kaust das Ausland die Exportwaren. Freilich hat jede Verschlechterung des Markkurses notwendiger- weile auch ein« Verteuerung des Lebensunterhaltes in Deutschland selbst und damit Streikbewegungen zum Zwecke der Lohnerhöhung zur Folge. Diese Lohnerhöhungen werden aber nur zögernd zuge- standen und halten bei weitem nicht Schritt mit der rapiden Entwertung der Reichsmark. So hat der Fabrikant und Exporteur immer einen unge- Heuren vorteil durch den Vorsprung der Dcrbilli- qunq der Mark im Vergleich zur zögernd nach. hinkenden Lohnaufbesserung seiner Arbeiter." Diese Zellen wurden unter dem Eindruck des gewaltigen Kurs- rückganges der Mark niedergeschrieben. Sie kennzeichnen die trau- rigen Machenschaften des vaterlandslosen Kapitals in einer Weise, di« an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Deutsche Unter- nehmer fleddern die zusammenbrechend« Kaufkraft des deutschen Volkes. Die Ausführungen beweisen aber auch, daß das Reich selbst der Leidtragende bei den Balutaschwankungen ist, eine Tat- fache, die nur dann gemildert, längst noch nicht aus der Welt ge- schafft werden kann, wenn dos Reich an den privatkapitalistischen Gewinnen der Industrie und des Handels interessiert wird. Da» ist aber nur möglich bei einer unmittelbaren Beteiligung der Allgemein- hell an den Erträgnissen der Produktion, bei einer wirksamen Erfassung der Goldwerte für da» Reich. Ueberfremduvg und Reichszuschttst. Di« Gefahr der Uebersremdung der deutschen Industrie hat mit dem liebergang der Gerb» und Farbstofswerk« Renner u. Co. in Hamburg«ine sehr eigenartige Beleuchtung erfahren. Dieses Unternehmen stand, wie wir kürzlich berichteten, vor dem Kriege In enger Verbindung zu der Gesellschaft F o r e st a l u. Co., die die Ausbeutung der Ouebracho-Gerbstoffe in Argentinien zur Aufgab« hatte. Die Gesellschaft verlegte dann ihren Sitz nach London und beherrschte so ziemlich den Markt mit ihrem wichtigen Gerbstoff- extrakt. Die deutsche Firma Renner u. Co. genoß während des Krieges bei einer sehr umfangreichen Ausdehnung ihrer Unterneh- mungen nahezu ein Monopol und hat während dieser Zeit, wo nur Eichen- und Kiefernrinde verarbeitet werden tonnte, reichlich« Gewinn« bei der Gerbflofsherstellung erzielt. Natürlich muht« diese Stellung der Firma in Gefahr kommen, sobald die sehr viel bllli- geren und auch sonstige vorteile bietenden Oucbracho-Exttakte wieder auf den Markt kamen. Man ist deshalb mit der englischen Gesell- schast übereingekommen, wieder die engere Angliederung vorzu- nehmen, damit di« gegenseitige Konkurrenz aufhört. Das eigen- artige ist ober dabei, daß die deutsche Gesellschaft ihre Selbständig- keit aufgibt und daß ihre gesamten Aktien in den Besitz der eng. tischen Gesellschaft übergehen. Die deutsche Gesellschaft hat aber bereits von der deutschen Re- gierung eine Entschädigung von fünf Millionen Mark erhalten für den Berlnst ihrer in England liquidierten Werte. Die Wirkung wäre nun die, daß die fünf Millionen Ent- Schädigung, die der deutschen Gesellschaft gegeben wurden, jetzt restlos der englischen Gesellschaft zugute kommen. Und noch zu einer anderen kritischen Betrachtung reizt dieser Bor- gang. Die Gesellschaft schützte sich seinerzeit gegen die Ueberfrem- dungsgesahr durch cm Mchrstimmrecht der Stammaktionäre. Jetzt wird dieses Mehr st immrecht schlankweg aufgehoben, wahrscheinlich um die Transaktionen nicht zu gefährden. Im Hin« blick auf dies« Vorgänge ist es immer wieder interessant heroorzu- heben, mit welchem Lärm die Börsenpresj« antwortete, als vom Wirtschoftsministcrium die Beteiligung am Aktienbesitz gefordert wurde und dieser Aktienbesitz eventuell zu einer Veräußerung im Ausland« benutzt werden sollte. Die Ueberfremdungsgesahr schien den kapitalistischen Interessenten ungelzeuer groß, aber wenn sie selbst gewinnbringend deutsche Induftrtewcrte nach dem Ausland- verschieben, so ist von einer Entrüstung nichts zu merken. Die Eroberung des polnischen Marktes durch Frankreich. Die »olnisch« vußenhandclsstatistik gibt sehr interessante Aufschiüss« darüber, wie Frankreich seinen Produkten auf diesem Markte Ab- satz zu schassen vermag. Sa hat Polen im letzten Iabr 17 Proz. seiner Baumwollen wareneinfuhr und 40 Proz. seiner Einfuhr an Wollwaren von Frankreich bezogen, während die entsprechenden Prozentsätze der enzliichen Einfuhr 13 resp. 8 Proz. betrugen, obwohl di« Baumwoll- und Wollwarenprodultivn Eng- lande die französisch« bei weitem übertrisft. Auch sonst ist die eng- lisch« Industrie aus Polen verdrängt worden? in der Gesamteinfuhr sind englisch« Waren nur noch mit 1 Proz. betelligt. Lokomotiven für Zlassen. Ein italienischer ministerieller Au»- schuß hat sich nach der„Dena" unter Beziehung von Fachleuten und Industriellen dieser Tage mit dem Angebot D-uischlands zu befassen, Italien für di« Diedergutmochungsrechnung 800 fertige Lokomotiven für seine Staatsbahnen zu liefern. Italien kostet ein« Lvkomot'pe durchschnittlich rund eine Million Lire. Deutschland würde dies« Lieferung den Barzahlungen und Rohstosslieserunge« vorziehen. OewerMostsbeVegung Protest gegen üie firbeitgeberverbänöe. Der in Berlin tagende BundeSnuSschuß deS Hll- gemeinen Deuts chen Gewerkschaftsbundes hat folgend« Entschlicgung gefaht: Gegenüber den zwingend notwendigen Lohn« und Gehalt» forderungen hat die Vereinigung der Deutschen Arbeit« geberverbände in den letzten Tagen öffentlich den Gewerb schaften.un Vera ntio ortliche llebertreibung der Dinge � vorgeworfen, die von der gesamten Arbeitnehmerschast erhobenen Forderungen„als durch die Verhältnisse nicht gerecht- fertigt" hingestellt und gleichzeitig erklärt, dasj höhere Löhne nur bann zugestanden werden könnten, »wenn gleichzeitig eine Steigerung der Arbeitsleistung erfolgt und zu diesem Zweck auch die Tarif« und Lohnpolitik von allen produktionshemmenden Bestimmungen freigemacht wird". Der NuSschub d e S Allgemeinen Deutschen Ge« w er ks ch a s t S b u n d e S weist den in dieser Stellungnahme der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände liegenden V e r- such, eine erhöhte und unbeschränkte Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft durchzuführen, aufs entschiedenste zurück. Die Vereinigung der Deutschen Ärbeitgeberverbände offenbart mit ihrer Veröffenilichung da? Bestreben, die Arbeitszeit durch Be« feitigung des A ch t st u n d e n t a g e S zu verlängern und die den Arbeiterinteressen dienende» und für den Arbeiterschutz unerläfjl lichen Bestimmungen der Tarifverträge zu verschlechtern. Di«Jen arbeiterfeindlichen Bestrebungen muß der schärf st e geschlossene Wider st and der Gewerk- schaften entgegengestellt werdenl SS Jahre Berliner Jabrikarbeiterverband. Auf ein SSjährigeS Bestehen blickt am 23. August tSZI die Zahlstelle Berlin des Verbandes der Fabrikarbeiter Deutschlands zurück. Hervorgegangen aus dem von Lassalle gegründeten Allgc« «einen Arbeiterverein ist der Verband heule zu einem wesentlichen Faktor in der Berliner Arbeiterbewegung geworden. In den ver- floffenen 26 Jahren hat die Zahlstelle ihre Aufgaben als Streiter für die ungelernten Proletarier glänzend erfüllt. Ein schweres Feld war zu bearbeiten. Die Industrie zog immer neue Scharen ungelernter, vollständig indifferenter Arbeiter vom flachen Lande in die Großstadt. Die Berufsorganisationen legten auf die Ge« winnung der Ungelernten nicht, den Wert wie heute. So kam es. daß die Orgainsalion sich Verband der Fabrik«, Land«. Hilfsarbeiter und«Arbeiterinnen nannte und sich die Aufgabe stellte, alle unge- lernten Arbeiter für den Verband zu gewinnen. Die Arbeitsteilung in der Industrie drängte auch die Berufs« »rganisatiouen zur Aufnahme der ungelernten Arbeiter. Ganze Jndustriegruppcn wurden ihnen durch die Fabrikarbeiter zugeführt. In diesen Fällen hat der Fabrikarbeiterverband gute Pionierarbeit geleistet. Seine Aufgabe beschränkte sich nunmehr auf die Ge« winnung der Arbeiter der in den letzten Jahrzehnten emporgeblühten Ahemischen, Gummi-, Papier-Jiidustrie, Industrie der Stein« und Erden usw. Ein kapitalkräftiges, brutales Unternehmertum ver« suchte jede Regung dieser Industriearbeiter zu ersticken. Groß ist die Zahl der im Laufe der Jahre für ihre OrganisationZtätigkeit Gemäß- regelten, ungeheuer die Opfer, die gebracht wurden. Alle Polizei- und Unternebmermahnahmen vermochten jedoch nicht den stetigen Anstieg der Organisationen auizuhalten. Folgende Zahlen geben »in Bild von der Entwickelung der Zahlstelle «m«chluss« de» Za!?«» ISM IflOO 809 mänxliche 1905«337 1910 878« 1915« 480_ 1330 18910. Bei Beginn de« Weltkrieges zählte die Zahlstelle 8333 mann« ltche und 72t weibliche Mitglieder. Eingezogen zum Heeresdienst waren 6034, von denen 667 gefallen sind. Ehre ihrem Andenken als Mitkämpfer für die Organisation! Von den 23 Gründern der Zahlstelle gehören heute noch fünf dem Verbände ununterbrochen an. Konnten bis zur Revolution die Lohn« und Arbeitsverhältnisse in vielen Industrien nur indirekt beeinflußt werden, so kann heute festgestellt werden, daß im gesamten AgitationSgcbiet die Lohn- und Arbeitsbedingungen durch den Verband geregelt sind. Besonders muß der Kämpfe der Organisation gegen die GesundheitSgefahren bei der Arbeit gedacht werden. Gerade die Betriebe, in denen die ungelernten Arbeiter beschäftigt wurden, waren wahre Gifthöhle». Dem unermüdlichen Kanipf der Organisation um Verbesserung der ArbeitSräume und erhöhten Schutz für Leben und Gesundheit der Arbeiter ist der Erfolg nicht versagt geblieben, wenn auch noch viel auf diesem Gebiete zu tun- übrig bleibt. Ssssmbefta*« US«itglieder 8»eiblich« 317. 50«,-«. 575„ 8613„ 5 876,-, 469, 7 255_ 53 248,—. 380- 3860_ 42838,—, 9638, 23593. 232015,-, Die Revolution hat auch der Zahlstelle Berlin einen großen Aufschwung gebracht. Die Organisation auszubauen für gegen- wärtige und kommende Kämpfe, immer neue Anhänger zu ge« Winnen, ist ihre dauernd« Aufgabe. Dieses große Ziel vor Augen, wird die Zahlstelle ihr« Aufgabe erfüllen. » Zur Feier des 23jährigen Bestehens findet am Sonnabend in den Gesamträumen der.Neuen Welt" da? Stiftung est statt, zu dem alle Freunde und Gönner und Mitglieder der Organisation eingeladen sind. Eintrittskarten sind im Bureau des Fabrikarbeiterverbandes sowie an der Kaff« zu haben. Ter Kampf in der Berliner Holzindustrie. Die Drohung der Scharfmacher, falls die streikenden Holz- arbeiter die Arbeit am gestrigen Tage nichi wieder aufnehmen, sämktiche Betriebe von hente ab stillzulegen, soll verwirklicht werden. Die Bereinigten Verbände verichicklen gestern ein Rundschreiben an ibre Milglieder mit der Aufforderung, die noch in Beschäftigung stehenden Arbeiter zu entlassen und die Werkstätten zu ichllehen. Diele Maßnahme, deren Durchführung abzuwarten bleibt. dürfte kaum geeignet iein, die Position der Berliner Unternehmer zu verbessern. Mit der einstimmigen Ablehnung des von allen Unternehmern im Reiche angenommenen ReichSmanteliariiS haben sich die Herren ins Unrecht gesetzt, aus dem sie weder durch Ausreden noch durch Scharfmacherei und Gewaltmaßnahmen wieder herauskommen. Wohl oder übel müssen sie Vernunft annehmen. Afa-Jachgruppe Holzindustrie. Am 17. August d. I. tagten die FachgrupvenauZlcbüsse nuS der Holzindustrie der im Afa>Bund zusammengeschlossenen Organisationen sBund der technischen Angestellten und Beamten, Deutscher Werk meisterberband, Zeniralverband der Angestelltenf. In dieser Tagung wurde eingehend die Lage in der Holzindustrie besprochen und zu dem Streik der Holzarbeiter Stellung genommen. ES wird den Angestellten. Kunstgewerbezeichnern und Werl meistern zur strengsten Pflicht gemacht, jede Streikarbeit abzulehnen und die Zumutung zur LuSiübrung einer solchen der betr. Angestellten-Organisation sofort zur Kenntnis zu bringen. Mangel an Bauarbeiter». AuS dem Reichsarbeitsministerium erhielten wir folgende Zuschrisi: Bei der wieder einsetzenden regeren Bautätigkeit macht sich namentlich in mittleren und kleineren Städten und auf dem Lande ein starker Mangel an Bauhandwcrkern bemerkbar. Die Erscheinung beruht wesentlich darauf, daß während der Jahre, in denen die Baniätigkeit ruhte, zahlreiche Bauhandwerker in anderen Beruien lohnende Beschäftigung gekimdcn haben. DaS ReichSarbeitS Ministerium hat mit den Verbänden der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer deS Baugewerbes die Maßnahmen erörtert, durch die dem Mangel begegnet werden kann. ES handelt sich dabei um dreierlei. Einmal iollen gelernte Bauarbeiter, die jetzt in anderen Berufen beschäftigt sind, möglichst ihrer alten Tätigkeit wieder zugerührr werden. Ein Zwang kann natürlich hierbei nicht ausgeübt werden, von größerer Ve- deutung»st daher die Anlernung von BauhilfS- arbeiter», unter denen sich noch zahlreiche Arbeitslose be- finden. Hierzu können nach den geltenden Bestimmungen Mittel der produktiven ErwerbSloienfLnorge in Form von An- l e r n u ii g S z u s ch ü s s e n verwandt werden. Schließlich kommt auch die stärkere Heranbildung von Lehrlingen in rage. Das Reichsarbeitsministerium hat die in Betracht komnienden Stellen angewiesen, diese Anregung zusammen mir den Arbeitgeber« und Arbeitnehmerverbänden des Baugewerbes nnter Beteiligung der Landesarbeitsämter und der Handels- und Handwerkskammern zu verfolgen._ Tarifstreit im BerficherungSgetverbe. Die geldlichen Leistungen des geltenden Reichstarifvertrages für die Versicherungiangestellten sind vom Zentralverband der An» gestellten zum 1. September gelündigt. Ueber eine Neuregelung wurde am 17. und 18. August mit dem Arbeitgeberverbaud deutscher Versicherungsunternehmungen verhandelt. Wie bisher kam es auch diesmal wieder nicht zu einer gütlichen Einigung, da der Arbeil« geberverband die ohnehin fchon in den bescheidensten Grenzen ge- haltenen Forderungen der am Tarifvertrag beteiligten Augestellten- verbände mit einem geradezu lächerlichen Gegenangebot beant« wartete. Neben einer gewiffen Erhöhung der Verheirateten- und Kinderzulagen sollten lediglich die männlichen Angestellten über 20 Jahre 5 Proz. Gehaltsaufbesserung bekommen— ein Angebot, daS ernstlich überhaupt nicht in Erwägung gezogen werden konnte. Die Entscdeidliilg liegt nunmehr beim RcichsarbeltSn, inistemm. welches um Eiusetzung eines Schiedsgerichtes ersuchte. Achtung! SPD.-MetaNarbeiter und-arbciterinnen! Heute Konferenz der Obleute und Vertrauensleute um 6'/, Uhr im Roseiithaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12. Wichtige Tagesordnung. FraktionSvorstand um 6 Uhr. Partei« und Verbandsbuch legitimiert. Der FraktionSvorstand. Die Borschlagsliste des GewerkvereinS H.-D. Zu der Notiz unter dieser Ueberschrist sendet uns die Sozial» Kommission der Eewerkvereinie H.-D. Berlin, unterschrieben Karl Brünner, die Berichtigung, daß in der Lorlc�agsliste der Deutschen Gewerkoerein« nicht Paul Gurski, Oudenarder Str. 2b, aufgeführt ist, sondern der Zuschneider gleichen Namens. Berlin O. 112, Dlrtziger Str. 43._ Achtung! Alärz-Gemaßregelte der AüG.-Transformalorenfabrik Oberschöneweide! Alle Kollegiiiueii und Kollegen, die anläßlich der Märzaktion gemaßregelt sind, werden aufgefordert, sich zu einer Besprechung ibezüglich der Verhandlung vor dem Gewerbegericht am 26. August) am Sonnabend, vormittags'/zlO Ubr, bei König, Hussitenstr. 86, einzufinden. Max Gaudian. W. Heilmann. Am Vau des Mittellandkanals wird— von kommunistischer Seit«— über jeder Beicbreibung spottende Mißstände geklagt. Di» Nnternehnier stellten Leute ein und entließen sie wieder ohne irgend» welchen Grund, nach Gutdünken, obgleich nach Auskunft der Bau« führer und Schachtmeister alle Leute vollauf beschäftig! werden könnten. Außerdem sei von den Unternehmern �i» sogenanntes Prämienshstem eingeführt worden, um sich so eine Schutztruppe aus dem irniolidarii-den Element der Arbeiter zu bilden. Daß bei einem solchen Bau mit 6000 Beschäftigten Mißstände mit unterlaufen, ist erklärlich, und c? ist für die gewerkschaftlich organisierten Bauarbeiter selbstverständlich, daß sie sich wegen der Beseitigung an ihre Organisation wenden. � Selbstverständlich auch, daß die Kommunisten diese Mißstände iür ihre Agitation ausschlachten, die sich weit weniger gegen die Unter- nchmer als gegen die Gewerlschaften, in diesem Falle gegen den Bauarbeiterverband richtet. Aul einer Betriebsstelle sei die ganze Belegschaft in Stärke von 700 Manu au« dem Deutschen Bauarbeirerverband ausgetreten, um eineKanalarbeiterorganisalion zu gründen. Sollte eS nicht bereits geschehen sein, müßte der Ver- band von Hannover aus den wirklich bestehenden Mißständen nach- gehen, aber auch dem kommunistischen Treiben zu begegnen suchen. Die Dortmunder Eiscnbahnbeamten richteten an den Reichs« kanzler Dr. Wirth, an den Deutschen Bcamtenbund und an ihren Verband, die ReichSpewerkichost Deutscher Eifenbabnbeamteu. folgen- deS Telegramm:.Beamtenschaft infolge der seit Monaten ein- getretenen wucherbafren Verteuerung aller LebenSnolwendigkeiten ohne Geld. Dicnstwillen durch Familiennot gelähmt. Sofortig» durchgreifende Hilfe der StaatSregiernng erforderlich, weil Siimmung gedrückt und in Verzweiflung überzugehen droht. Heutige Ver- sammlung der rcichsgewetkfchaftlich organisierten Elsenbahnbeamten erbittet die Hilfe der StaatSregierung, bevor eS zu spät ist". In Schwäbifch-Gmünd beschloß die über 4000 Personen zäh- lende Arbeiterschaft der Edelmetollindustrie mit allen gegen znzei Stimmen in den Streik einzutreten. Die Metallarbeitcr in Warschau streiken. Sie fordern 75 Proz. Lohnerhöhung. Das Kartell der französischen Staatsarbelter protestiert gege die angedrohte Aufhebung der jährlichen Teuerungszulagen von 720 Francs, wie sie das Budget von 1922 vorsieht, und verlangt die Weitergewährung der Teuerungszulagen. Jahresversammlung der englischen Bergarbeiter. London, 18. August 1S21. In der Jahresversammlung der Gewerkschaft der englischen Bergarbeiter sprach der Präsident Herbert Smith über den letzten Streik. Er wandle sich heftig gegen die radikalen Elemente. Die Forderung der Bergarbeiter, daß all« Gewinne gemeinsam sein sollten, sei ein Fehler gewesen, ebenso der Versuch, diejenigen Arbeiter zum Streik zu zwingen, die mit den für die Sicherheit der Bergwerke notwendigen Arbeiten betraut waren. Heute litten die Bergarbeiter schwer unter der Arbeitslosigkeit, weil durch linier- lasten jener Arbeiten in den Bergwerken schwere Schäden angerichtet. wurden. Man habe sich dadurch auch die Sympathie der Oeffent- lichkeit verscherzt, sogar die andern Mitglieder des industriellen Dreiverbandes, die Transport- und Eisenbahnarbeiter hätten die Bergarbeiter ihrem Schicksal überlassen. Herbert Smith griff so- dann die Abgeordneten der Bergarbeiter im Unterhaus an, die keinerlei Autorität besitzen, und doch inimer bereit waren, die Aktion der Bergarbeiter zu kritisieren. Man müstc im Interesse aller derer handeln, deren Los einem am Herzen liege, und nickt leere Formeln hinaustrompeten, die nur dazu dienen. Schrecken und Elend hervor« zurufen. Auch der Sekretär der Bergarbeitergewerkschaft. H o d g e, tadelt die radikalen Elemente wegen ihrer Unnachgiebigkeit. Tra»o?ortar5ellerve?band(Sektion 8, Tebakbronche). Heute, 4'4 Uhr. Ter« moria-PreckUlülc, Chaussecstr. 116, Versammlung sämtlicher, in der Zigarelten» Industrie tätigen gewerblichen Arbeitnehmer. Kolzarbelter-criand. S&odeSesre. Mittwach, den 24. Angust. SiZ Uhr, ge- meinsam« Versammlung mit den Stuckateuren im„Dresdener Äastno", Dresdener Str. 96. Unsere Stellungnahme zur sortsckrcitendcn Teuerung. greie Lchrcrgrwcrkschast. Sonnabend, 714 Uhr, im Rathaus, Zimmer 63, Seschäftssltzung und Lcseadcnd. Vera«!!,, sllr den rcdatt. Teil: Tr. Werner Aellee, Charlotlendurg: sllr Unze igen: m. VltSt, Verlin. Verlag: VorwärtS-verlag G.m.b.H.. Verlin. Druck: Bar» «ärlj-Vuchdruckerei u. LcrlagSanltalt Vanl Singer«. Co.. Berlin. Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. Frisches Fleisch Rinderkamm u.Brust Sso Rinder Ctazerrippe Pfd. S» Roastbeef mtt Knochen prd.'IOM Schmorfleisch Kn£"cn p�IOm Schmorfleisch Äen**12« HammelkeisEe........ prd.11M HammeSrücken..... �.11 m Dicke Ripi�eu.Düiiniing Pfd. 9m Rindertalg ausgelassen.. Pfd. 9so Schwemefleisdi tr°r« Schinken u. Bauch.-,-12« Blatt u. Rippstlick.p«13m Gehacktes ml 0 M Speisefett....... 12 M Tauben-u-?«. ßsoundT» Hähnchen �IlMundMso Gänse sunffc. Pfd. 1 250 und 1 4 M Rehblätter..... Pfund ILM Rehkeulen---- Pfund 17 m Goldbarse ofm.Koprprd. 2 so Seelachs Än�Pfun" 270 Schellfische---- Pkund Sso Scharbenzungen Pfd. 370 Leb. Schiele prd.lSso 1450 Bücklinge____ Pfund 630 Lachsheringe anscklio I23 Aale«« si««* 379 Goudakäse.-wn. prund14M Margarine..... pfund lOao Taf.-Margarin. 1 Pfund Paltet_____ 112011.1250 Margarine.ÄÄet 7 m Erbswurst.. eou«& o. los Streußelkuchen(im � Erfrischungsraum)..... Z wiebelwurst Pfd.1 3 M Landleberw...Pfund 14m Sülzwurst..... Pfand 14m Fielschwurst..pwnd 19m Jagdwurst____ pwnd 19 M Mettwurst«robe.Pfund 23m Mausschinken.Pfd. 26m Apfelwein Ausie™ 5« 1919Gaubickel- heimer Chelnweln, 1919 Edesheimer Pheinwriw........... 1919Rehllnger Kirchberg Moaeiwei» 1919 Alsheimer Gddberg Rheinwein. 1240 ISso 19m 21so , Pranr.-I Q L Rotwein 1 4— M 1919 Domo! 1919 Montagne.u're�lSso 1918 Chät. St. Georg. Bordeauxwein......... M 1917PrloratoÄ£r9», Rotwein............. Weinbrand verschnitt 36 m Weinbrand....... 45m Preise für Vt Plosehe Ind. Steuer n. Piasehe Leere Plasche« werden mit 80 Pf?, pro Stück rurückgrenommen. ICSIS'tOff'ßlE'l große blaue. Pfund TSpr. Wirsingkohl........ PfundTöpt, RotkohL................. 8©pf. tcohii'shl........... croBe Mandel 1 90 Schmorgurk�n...... pwnd Im SchEangengyrkgn �SS-n- T Italienische........ Pfund �20 ICochhirnen......... p�SSpl Kochäpfel............. Pfund lio (ftugustlficr).. Pfund loo Milchsü&speise Griinkernmehl Kynsthonig Roggenmehl......... p�nd 2«, Weizenmehl...... �d Z?- Korten ft S69 Gr. 1 50 450 Pfundpaket ��25 lose. Pfund SpeziaSmischung mit äs«/« Bohnenkaffee p.und M