flg. 39t>ZS.�ahrgaag Ausgabe A Nr. 19$ Bezugspreis» ®{ftteIi51)cU30,-aR., msnatl 10,— 9t f«i ins&aus, voran» zahidan Post- brzug: Monatlich>0,— M. einschl. Au- stellungsgebühr. Unter Kreuzband lue Deutschland, Danzig, das Eaar- und Memelftediet. sonne die ehemals deutschen Gebiet» Polen», Oesterreich. Ungarn und SJiijcmbutg 20,— M, für das übrige Ausland 27,- M. Post- destellungen nehmen an OeÜerreich, Ungarn, Tschecho- Slowakei. Däne- mark, Holland. Luremburg. Schweden und die Schweiz. Der»Vorwärts* mit der Sonntagsbeilage»Doli und Reil*, der Unierhaltungsbeilage„Hetinweli* und der Beilage»Siedlung und Kleingarten* erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal, Telegramm-Adresse: aSozialOemotral Berlin" Morgen Ausgabe �♦> Devlinev Volksblstt c aroB» Berlin 30 euswSrls 40 Pfennig inlgj Anzeigenpreis> 9t> achtgespalten« ZionpaceMezell» tonet iio M.»ftlrln« nazrige«" da» leilgedruckt» Won iL» M.«zu- lässig zwei seNgedrurkt» Woriei. srd»» weiter» Wort I.— M. Stellengesuch» und Schlafftellenanzetgen da» erste Wort Ai. iede» weiter« Wort »» Big. Wort» über ld Buchstabe» zählen slli zwei Won«. Aaouiien-Ai«- zeigen kü' Abonnemen gell« L— 9L vte Preis» oerstehen sich einschließlich Teuerungszuschlag kl nz eigen für dl» nächst» Kumme» müsien bi» 0 Uhr nachmittag» u» pauvtgeschäst. Berlin SW Sb Linden» hraß» S. abgegeben werden. GeSffnet von 9 Uhr irüh bi» i Uhr abend» Zcntralorgan der rozialdemokratifchcri partei Dcutfchlands Redaktion unü Cxpeöition: SW öS» Linöenstr. Z N-ntkuvri,-»-- Rrdaktio» Maritzpla« lälUK— it? Morihpla» 1,7»»— ii» Sonnabend, den ÄO. August 1921 Vonvärts-Verlag G.m.b.H., Sw bS, Linüenstr. Z Krrnture'eftrr-«erlag,»xpeditioo und Snscratrn- »Pernsprenier. Moriispia- ll7i;Z-S» rr Die Reichsregierung hat mmmehr auch amtlich die Eni- würfe der neuen Stcuervorlogen bekanntgegeben, deren In- halt bisher nur durch allerlei Indiskretionen der Oeffentlich- keit zugänglich war. Die Entwürfe umfassen 12 neue Steuervorlagen. Man kann sie gliedern in Steuern auf den Verbrauch, in solche auf den Verkehr und die Ver- sicherungen und schliesilich in Kapitalsteuern. Die Vorlagen sind bereits durch die amtliche Ankündigung, die wir am 6. August zum Abdruck brachten, in den Grundzügen be- kannt. Sie stellen, wie wir schon wiederholt betonten, keine Steuerreform dar. Alte bewährte Steuern werden mit ge- ringen Abänderungen und höheren Steuersätzen neu aufgemacht und erhalten zum Teil auch einen neuen Namen. Diejenigen, die das Steuerprogramm vom Standpunkt des Besitzes aus als unannehmbar bezeichnen, können es nicht tun, ohne bereits die Steuerwege eines Rheinbaben und Helfferich einer ablehnenden Kritik zu würdigen. Bei dem großen Umfang der Vorlagen sollen heute hier nur diejenigen Steuern besprochen werden, die u n m i t t e l- bar auf dem Verbrauch lasten und durch die neuen Vorlagen eine wesentliche Erhöhung erfahren. Wir werden in weiteren Artikeln uns mit den übrigen Steuern noch zu befassen haben. Die Verbrauchs st euern sind es ja in erster Linie, die die Lebenshaltung der breiten Massen herab- drücken, wenn natürlich auch der größte Test der Verkehrs- und der Kapitalsteuern auf den Verbrauch abgewälzt werden kann und in der Tat abgewälzt wird. Da ragt unter den Steuervorlagen das neue Umsatz» steuergesetz hervor. Es erhöht den bisher dafür geltenden Satz von IJA auf 3 Proz. Damit nicht genug, wird auch der Umsatz des Außenhandels in größerem Umfange als bisher zur Umsatzsteuer herangezogen. Die Waren ein fuhr selbst wird nicht mit der Umsatzsteuer belegt, dagegen wird der erste Umsatz nach der Einfuhr von Importwaren, ebenso wie der inländische Warenhandel von ihr erfaßt. Mit Rücksicht auf den niedrigen Stand der Valuta wird entgegen den früheren Bestimmungen die Ausfuhr zur Umsatzsteuer herangezogen, jedoch so, daß der Exporthandel nicht noch einmal die Umsatz- steuer zu bezahlen braucht, wenn sie schon bei dem Lieferanten bezahlt ist. Mit Recht wird in der Begründung gesagt, daß die Ausfuhr in den meisten Ländern durch den niedrigen Stand der Valuta einen starken Anreiz erhält und daß die Ausfuhr an den Lasten der Wiedergutmachung, die sich zum Teil nach ihrer Höhe richten, mittragen muß. Die Umsatzsteuer erhöht sich für G a st- und S ch a n k- wirtschaften aller Art beträchtlich. Die chotels, Nestau- rants usw. werden in zwei Gruppen eingeteilt und die so- genannten Luxuswirtschaften mit einer erböhten Umsatzsteuer von Ist Proz., die übrigen mit ö Proz. belastet. Diese Er- höhung der Umsatzsteuer ist eine indirekte Steuer für dicjeni- gen, die auf die Einnahme von Mahlzeiten außerhalb ihres Haushalts angewiesen sind. Gegen eine erhöhte Besteuerung der wirklichen Luxuslokale, wie der großen Hotels, der Bars, Dielen und Likörstuben wird man sowohl vom Standpunkt des Verbrauchs, wie aus wirtschaftspolitischen Gründen nichts einzuwenden haben. Es kann gar nichts schaden, wenn die Sektgelage der Schieber und anderen Großverdiener wenig- stens zur indirekten Steuer verschärft herangezogen werden, zumal diese Kreise sich um Einkommen- und Kapital- steuern gewöhnlich recht gut vorbeizudrückcn wissen. Die Umsatzsteuer hat schon bisher höhere Erträge ge- bracht, als der Gesetzgeber erwartet hat. Im Laufe dieses Jahres wird mit einc/l Aufkommen von 6 bis 8 Milliarden gerechnet. Die Erhöhung soll mindestens 21,3 Milliarden Mark jährlich erbringen- man glaubt aber, daß bis zu 23 Mil- liarden aufgebracht werden. Das geschieht insbesondere� durch die Heranziehimg des Außenhandels, wo allein Umsätze in Höhe von 17st Milliarden Mark neu erfaßt werden. Da die Lnnissteuer darunter nur mit etwa einer balben Milliarde Mark veranschlagt ist, läßt sich leicht berechnen, daß auf lebensnotwendige Waren, deren Verbrauch sich an- nähernd gleichmäßig auf alle Bevölkerungsfänchten verteilt, jeder Deutsche im Durchschnitt Istst bis 4V0 Mk. jährlich an Umsatzsteuer zahlt. Es versteht sich von selbst, daß eine' so ungeheure Belastung des Verbrauchs kcinesjclls hinge- nommen werden kann, wenn nicht auch der Belitz zu l-inem Teil, erheblich stärker als bisher vorgesehen ist, zur Steuer > herangezogen wird. Aber damit ist die Reihe der indirekten Steuern erst be- gönnen. Die K o h l e n st e u e r, die bisher 20 Proz. vom Wert beträgt, soll ans 30 Proz. erhöht werden, so daß diese Steuerort allein 9,23 Milliarden oder rund 4,3 Milliarden Mark mehr als im Vorjahre bringen soll. Der Reichsfinanz- minister erhält jedoch das Recht, mit Zustimmung des Reichs- kohlenrates und des Reichstages die Steuer auf 25 v. H. zu «Mähigen oder wieder zu erhöh eu, je nachdem die Welt- Marktlage es gestattet. Für die Hausbrandkohle ist die Ver- teuerung durch die neue Steuer nicht erheblich. Sie wird auf 3,85 v. H. berechnet. Dieser Trost ist aber gering, wenn man berücksichtigt, daß der höhere Kohlenpreis auch auf alle anderen Waren preissteigernd wirken wird. Die Erhöhung der Kohlen- steuer aber wird nicht ganz umgangen werden können, da auch die bisherigen Sätze nicht verhindern konnten, daß die Kohlenpreise sich fortgesetzt aufwärts bewegten und sich den Weltmarktpreisen gegen früher merklich genähert haben, wenn auch die Spannung heute noch sehr groß ist. Man kann es verstehen, wenn das Reich an den steigenden Preisen sich einen Anteil sichern und damit zugleich oerhüten will, daß die Re- parationskohle zu einem Bruchteile ihres richtigen Wertes nur auf Wiedergutmachung angerechnet wird, während wir für Einfuhrkohlen den vollen Weltmarktpreis zahlen müssen. Ein weiteres Gesetz erhöht eine ganze Reihe von Ver- brauchssteuern, und zwar zunächst sämtliche L e u ch t m i t t e l auf das Doppelte. Auch die Zündwaren st euer wird mit Rücksicht auf die Geldentwertung verdoppelt. Die Bier- steuer wird vervierfacht, dabei aber der Unterschied zwischen der Belastung der Groß- und der Kleinbetriebe beträchtlich erhöht, so daß die kleinen Brauereien bei dieser Besteuerung geschont werden. Die Mineralwassersteuer wird verdoppelt. Die Tabaksteuern erfahren eine Erhöhung dadurch, daß zu- nächst alle bisher zugelassenen Ermäßigungen der Tabaksteuer in W e g f a l l kommen, dann aber werden die Steuerklassen für feingeschnittenen Rauchtabak, Pfeifen- tabak, Kau- und Schnupftabak neu gestaffelt. Durch beide Maßnahmen soll der Ertrag der Tabaksteuer, der bisher 1,8 Milliarden Mark beträgt, um 900 Millionen auf 2,7 Mil- liarden Mark gesteigert werden. Bei all diesen Verbrauchssteuern ist mit ihrer Erhöhung eine Verminderung des Verbrauches zu befürch- ten. Die Begründung der Vorlage tritt dieser Meinung ent- gegen und sucht nachzuweisen, daß die fortschreitende Geld- entwertung die neuen Sätze gerechtfertigt erscheinen läßt. Mehr wirtschaftspolitischer Art ist der Entwurf eines Ge- setzes über die Erhebung von Zöllen. Die Einfuhr von Bananen, Datteln, Kaffee, Kakao, Tee und ausländischen Ge- würzen, also Waren, die zu einem großen Teil entbehrlich sind und schon deshalb stärker versteuert werden müssen, weil sie die Handelsbilanz sehr belasten, wird mit erhöhten Zöllen bedacht. Die Erhöhung beträgt bei rohem Kaffee 70 M., beim Tee 130 M., bei geröstetem Kaffee 123 M. je Doppel- zentner. Der Zoll auf rohe Kakaobohnen soll verdoppelt wer- den, dementsprechend werden auch die Zölle auf Schokolade und Kakaopulver erhöbt. Eine allgemeine Verdoppelung erfahren die Zölle auf eine ganze Reihe ausgesprochener Luxuswaren oder anderer Artikel, die im Inland hergestellt werden können. Dsrunter befinden sich Kaviar, Toiletteartikel, aber auch Textil-, Gummi- und Lederwaren, Gold- und Silberwaren und dergleichen. Daß die Einfuhr an Waren dieser Art einer scharfen Besteuerung unterzogen wird, ist nicht mehr als ge- recht. Wenn schon die Einstihrverbote, die den Import über- flüssiger oder voltswirtschaftlich schädlicher Waren verhindern sollen, versagen, so ist es nicht mehr als recht und billig, wenn dst Verbraucher von französischer Schminke und aus- ländischer künstlicher Blumen einen anständigen Zoll dafür bezahlen, daß sie mit ihren Luxusbedürfnissen die Kaufkraft des deutschen Volkes am Weltmarkt schwächen. Hier wäre höchstens zu erwägen, ob die Verdoppelung der Zölle auch ausreichen wird um den Verbrauch an solchen Waren merk- lich zu beeinflussen. Soweit die Verorauchssteuenr. Nur ein kleiner Teil von ihnen ist derart, daß man ihn aus volkswirtschaftlichen Grün» den willkommen heißen kann. Andere wird man mitnehmen müssen, obwohl sie auch eine Belastung breiter Bevölkerungsmassen darstellen, die man lieber vermeiden möchte, wenn man sie durch andere Einnahmen ersetzen könnte. Das wird aber nicht möglich sein, da ja das gesamte Steuerbukett noch längst nicht die Wiedergutmachungsschulden und das Reichsdefizit deckt. Am drückendsten aber ist die Erböhung der Umsatzsteuer, die in dieser Form keinesfalls wird hingenommen werden können, wenn nicht durch hohe Besitzsteuern dafür gesorgt wird, daß auch das Kapital feinen Teil an der Wiedergutmachung zu tragen hat. » Die zweite Gruppe der neuen Steuern umfaßt die sogenannten Verkehrs st euern. Der umfangreichste Entwurf ist der eines Kapitalverkehrssteuergesetzes. Dieser Gesetzentwurf sieht eine Gesell- schaftssteuer vor für Rechtsvorgänge, die Gesellschaften betreffen: eine Wertpapiersteuer für den ersten Erwerb von Dzrmögensrechten des KapitRverkehrs:«lne Börsenumsatzfteuer für Anschaffungsgeschast« des Börsenverkehrs: ein« Aussichtsratesteuer für die Gewährung von Vergütung an Mitglieder des Aufsichtsrats von Kapitalgesellschaften: schließlich«we Gewerbeonschafiungssteuer für den Erwerb von Ver- mögensgegenständen zu gewerblichen Zwecken. Auch hier handelt es sich fast durchweg um Erhöhungen bestehender Steuern. Der Entwurf eines Kraftfahrzeug st euergesetzes er» faßt Krastsahrzeuge. die zur Beförderung von Personen oder Gütern dienen. Befreit von der Steuer sind u. a. die Krastsahrzeuge der Feuerwehr, solche zur Krankenbeförderung und zu Rettungszwecken und solche, die ausschließlich der Beförderung von Geräten von und zur Arbeitsstätte dienen. Als weitere neue Steuer ist vorgesehen ein Renn weit- g e s e tz, das den Totalisatorumsatz ersaßt und als Neuerung den Buchmacher zuläßt. Totalisator und Buchmacher hoben ein Wettbuch zu halten,, in dem jeder Einsatz verbucht sein muß. Der Unternehmer des Totalisators hat eine Abgab« von Proz., der Buchmacher eine Abgabe von 10 Proz. des Wetteinfotzes als Steuer au dos Reich zu entrichten. Ein neues Steuergesetz besteuert die verschiedensten Arten von Versicherungen: Feuerversicherung, Hageloersicherung, Ein- bruchsdiebstahtversicherung, Glasverstcherung, Viehversicherung, Transportversicherung, Lebensversicherung, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung usw. Auf die B e s i tz st e u e r n, die alle unsere Befürchtungen über eineunzulängliche Heranziehung des Kapitals bestätigen, kommen wir noch ausführlicher zurück. » Das Reichsfinanzmini st er i um legt Wert aus die Fest» stellunz, daß es nicht den Entwurf eines Kapitalyertehrssteuer- gesetzes an di« Stinnesfche„Industrie« und Handelszeitung" gegeben hat, wie auch wir gestern meldeten. Auch diese Veröffentlichung ist wie viele andere durch eine Indiskretion erfolgt.— Das ist ein neuer Beweis dafür, wie notwendig es ist, Steuervorlagen der weiten Oeffentlichkeit zu übergeben, ehe sie durch die Mitteilung an den Reichstag und Reichswirtschaftsrat in die Hände von Sachoerständi» gen kommen, die damit doch nicht dicht halten. Diese Art der über- triebenen Diskretion, die von den Feinden der neuen Steuern doch nicht beachtet wird, dient ja nur dazu, um die neuen Gesetzesvorlagen in verzerrter Form an die Oeffentlichkeit gelangen zu lassen, wodurch der sachlichen Aufklärung ein schlechter Dienst geleistet wird. deutschnationale gegen Erfüllungswillen. In einer deutschnationalen Versammlung zu Breslau erging sich der Vorsitzende des Reichswirtschastsrats, Edler v. Braun, in heftigen Angriffen gegen die Steuergesetzgebung. Wenn nach dem vorliegenden Bericht Herr v. Braun die Summe der Rejchsschuldcn auf KSK Milliarden bezifserte, so müssen wir dahingestellt sein lassen, ob hier ein Uebermittlungssehler oder ein« grobe demagogisch« Uiri Wahrheit des Referenten vorliegt. Die Ausführungen des Herrn v.Braun gipfelten jedenfalls darin, daß man das Ultimatum nicht nur nicht erfüllen könne, sondern auch nicht erfüllen wolle. Er sagte nämlich am Schlüsse seiner Rede: Die Forderung der deutschnationalen Volkspartei gehe dahin, daß die Frage der deutschen Schuld vorurteilslos geprüft werde und daß die Reparationsleistungen nicht über das Mögliche Maß hinausgehen. Sie könne sich nicht entschließen, sich an der Aus- sindung neuer Steuern zu beteiligen, da sie auch nur den Willen zur Erfüllung des Ultimatums als volksverderblich ansehe, und deshalb unter ollen Umständen darauf dringen müsse, daß da» Unterzeichnungskabinett gestürzt würde. Wie der Herr Edle v. Braun es erreichen will, daß die deutsche Schuld vorurteilslos geprüft und auf das möglichste begrenzt werde, wenn nicht mal der Versuch einer ehrlichen Erfüllung des Ulli- matums gemacht wird, das wird wohl ewig Geheimnis der reaktiv- nären staatsmännischen Weisheit bleiben. Was aber Herrn v. Brauns Drohung anbelangt, das Unterzeichnungskabinett Wirth zu stürzen, so würden wir ihm gern die Erfüllung seines Wunsches gönnen, wenn nicht davon so ungeheuer viel für da» deutsche Volk abhinge. Nachdem nämlich das Rechtskabinett Fehrenbach- Simons in einem völligen Chaos geendet hat, nachdem es noch ein paar Tage vor seinem Hinsterben mit unvermitteltem diplo- matischen Seitensprung das Schicksal des deutschen Volkes plötzlich dem Präsidenten 5)ard>ng zu Füßen legte, wäre es ungemein inter- essant, einmal zu erleben, wie ein neues Rechtskabinett sich blamieren würde. Merkwürdige Geldsabrikanten. Die Ortsgruppe Glauchau. der „Liga zum Schutze der deutschen Kultur", einer reaktionär-anti- bolschewistischen Vereinigung, kündet di« Herausgabe eines eigenen Notgeldes an. Wer hat ihr da» gestattet? Nächstens wird wohl jeder Kegelklub und pleitegcgangene Wetttonzcrn-Direktor eigenes Notgeld fabrizieren. Ein Schuhpolizeiwachkmeister als Landesverräter? Wie der B.S.-Korrespondenz�aus Frankfurt a. M. gemeldet wird, wurde dort der Wachtmeister der Frankfurter Schutzpolizei Nikolaus Asselborn unter dem dringenden verdacht verhastet, einer zur Entente gehörigen Macht Nachrichten über die Organisation und Ausbildung der Schutz, polizei gegeben zu hoben. Im Besitz dl» Berhafteten fand man den Entwurf eines Schriftstückes, das Angaben über die Schutzpolizei enchielt. Mgeorüueter öurlage f Jim Donnerstag abend ist her zweite Vorsitzende der Zentrums- partes Reichstagsabgeordneter Lhnord B u r I a g e, nach mehrwöchiger Erkrankung im Elisabethstift in Berlm-Moabit g e st o r- den. Mit ihm oerliert die Zentrnmspartei kurz nach dem Tode Hitzes und Trimborns einen weiteren hochangesehenen Führer. Vurkaze, der am 25. November 1857 zu Huckelrieden in Olden- bürg geboren war, hatte es als Richter schon im Jahre 1907 bis zum Reichsgerichtsrat gebracht. Er hatte dcni Reichstage bereits von liJ'JS bis 1907 angehört und trat wieder in das aktive parlamentarische Leben bei den Wahlen zur Verfassungsgebenden Nationaloersammlung ein. Lls eine juristische Autorität allgemein anerkannt, beteiligte er sich für die Zentrumsfraktion in hervor- ragendem Matze an den Ausschutz- und Plenardebatten über die neue R e i ch s v e r f a s s n n g. Vurlage gehörte mit Wirch, Becker, Giesberts und anderen zum linken Flügel der Zentrumsfraktion. Sein Name wurde wiederholt, so zum Beispiel bei der letzten Neubildung des Reichs- kabinetts, für den Posten des Reichsjustizministers genannt und be- sonders die Sozialdemokratie hätte eine solche Ernennung lebhaft begrüßt. Denn Vurlage erfreute sich in allen Koolitionsparieien durch sein aufrechtes und bescheidenes Wesen einer besanderen Sympathie. Cr, der in früheren Jahren eher der konservativen Richtung des Zentrums angehörte, hatte sich in wirklich auf- richtiger Weise auf den Boden der neuen Tatsachen gestellt und scheute sich nicht, im Gegensatz zu manchem anderen bürgerlichen Politiker, für seine republikanisch« Ueberzeugung einzutreten. Bei der letzten großen Reichstagsdebatte über das Vertrauensvotum für die Regierung Wirth wurde ein außerordentlich heftiger Wortwechsel zwischen ihm und dein Grafen Westarp vielfach beachtet. Aber nach charakteristischer für die ausrechte Art des leider zu früh verstorbenen Zentrumsführers war eine Szene, die sich in diesem Frühjahr im H a u p t a u s s ch u tz des Reichstages ereignete und die lebhaftes Aufsehen unter den anwesenden Abgeordneten hervorrief: Ein führender deutschnationaler Abgeordneter hatte sich in der üblichen Weise über die Verhältnisse in der Republik„entrüstet" und die„gute, alte Zeit" verherrlicht. Da meldete sich Burlage zum Wort und in immer steigender Erregung gab er dem Lobredner der Mon- archie etwa folgende vernichtende Antwort: „Auch ich bin Monarchist gewesen, überzeugter Mon- archist, und ich hätte mir bis zum 10. Noveirlber 1918 für den monarchistischen Gedanken den Schädel einschlagen lassen. Als ich aber an diesem Tage in Leipzig sah, wie plötzlich niemand mehr den Mut halle, sich zur Monarchie zu bekennen, da packle mich ein unwiderstehlicher Ekel: dieses erbärmliche Schauspiel hat mich zum überzeugten Republikaner gemacht. Und Sie mögen jetzt sagen was Sie wollen, dos spielt alles keine Rolle mehr: in meinen Augen bleibt die Tatsache ausschlaggebend, daß ■ich im Augenblicke der Gefahr alle Monarchisten verkrochen. Im übrigen sollte mon nicht vergessen, daß vor allem die pr e u tz i s ch e Monorchie jeden Maßstab verloren hotte. Jeden Tag erfüllt es mich mit Zorn, wenn ich den Restaurationssool des üeichtstoges betrete und an der Decke das gemalte Hohenzollern- tappen sehe mit den Worten des Psalmisten als Devise: Sub urnbra . larurn tuarurn protege nos(Im Schatten deiner Flügel beschütze ms). Diese Wort«, die der Psalmist auf Gott gedichtet, die ließ "as preutzische Königshaus mit Bezug auf sich selbst unter den cichsadlcr setzen. Jeder aufrichtige Christ mutzte sich über diese unerhörte Blasphemie auf dos Tiefste empören!" Aus den ganzen Haupta*sschutz machten diese Worte, von denen »dor� merkte, dotz sie aus innerster Ueberzeugung ge. »rochen waren, einen outzerardentlich tiefen Eindruck. Und es wagte auch kein Deutschnationaler, dem Abgeordneten Burlage zu erwidern. Ganz was anöeres... Ter Vorkämpfer für Schwarzrotgold. Herr Wull« kann für sein gestriges Abendblatt kein anderes „politisches Ereignis" finden als das blamable Zugeständnis, daß unsere Darstellung, wie er sich im November 1918 glühend für die schwarzrotgoldene Farben eingesetzt hat, absolut zutreffend ist.(Oder sollte das„politische Ereignis" etwa die fettgedruckte Ve? kanntmachung auf der vierten Seite sein:„Der Klonte. Konzern steht da wie am ersten Tag«"?!) Natürlich fehlt es einem Mann, der sogar während vier Kriegsjahren die Feder nicht aus der Hand gelegt hat. nicht an Aucneden. Wenn Herr Wulle sich für die Farben so war das cbenSfi», etwas ganz anderes" als ob er selbst die begangenen Verbrechen an der Existenz And Sicherheit des Staates nicht ernsthast zu verurteilen wünscht. Diese Verdächtigung der Milde macht sich besonders schön im Mund« von P a t e n i ch r i st e n. Die„Tägl. Rundschau" gehört zwar nur zu 59 Proz. der Deutschnationalen Partei an, die«ine.,Ver>- tiefung des christlichen Bewutztseins" erstrebt; aber die Deutsche Bolkspartei, der die andern 59 Proz. zugehören, hat gleichfalls in ihrem Programm unter Punkt 12 den schönen Satz::„Di« Deutsche Vvlksportei... steht im Christentum«inen Grundpfeiler deutscher Kultur und deutschen Volkslebens." Was ist denn nun eigentlich Christentum? Daß man die Milde perfide verdächtigt und die Barmherzigkeit mtt Füßen tritt?? schwarzrvtgvld begeistert, als wenn diese Farben nachher van den republikanischen Parteien—; Ärbeitek fi'ß UNÜ(BcfifttDOtett?. dem Wunsche des Herrn Wulle entsprechend- tatsächlich eingeführt U.» Uli v wurden. j Eine soeben vom preußischen JustizmlNlfter erlassene Herr Wulle gibt ferner bekannt, daß saine emsige Hintenrant-! allgemeine Bcrfüguna betreffend die Heranziehung von tätigkeit aus einen vor zurückzuführen sei. In der gleichen Nummer schreibt G r a dem Kriege erlittenen Straßenbahnunsall> A r b e i t e r n zum Schüssen- und Eeschworenenamte, die der amt- Re- v e n t l o w wieder einmal lang und breit, was ihm andere Leute van der Front berichtet haben, denn er, der ausgebildete Seeoffizier, hat ja auch selber niemals die Front gesehen. Nalllrlich euch wegen der mangelnden Dicnstsähigkeit... Wir haben an sich gar nichts dagegen, wenn die Deutschnationalen D. U.'s sich zur ge- meinsamen Arbeit an einem Organ zusammentun. Aber wenn diese Herren fortgesetzt behaupten, daß allein Juden während de? Krieges sich hinter der Front berumgedrückt hätten, und wenn sie sich als Spezi allsten in Frontangelegenheiten, wie in der Frage der Fronterdolchung aufspielen, sa werden wir allerdings immer wieder auf ihr Heimatheldentum hinweisen. Der Borstand der Sozialdemokratischen Reichstags- Vaktion hat an die Zentrumsfraktion des Reichstages sal- gendes Telegramm gesandt: „Zu dem herben Verlust, den die Zentrumspartei durch den Tod des allgemein verehrten Abg. Burlage erlitten hat, spricht seine ausrichtige Teilnahme aus der Borstand der Sozialdemokratischen Reichstagssraktion. I. 21.: Wels." Vertiefung ües christlichen Sewußtfeins. In den wüstesten Tönen hetzt die..Ostprmßische Zeitung" gegen die Hilfelei itu iz an Das hungernde Rußland. So lesen wir in Nr. 385 unter der Ueberschrist:..Keine Hilf- an die Sowjet- regierung": Jetzt soll Europa helfen, um die B a n d i t e n r e g i e r u n g aufs neue gegen das russische Pol? zu stützen! Das und nichts anderes bedeuten die„Evolutionen" der Moskauer Herren. In die Dörfer und Steppen wird kein Pfund Brot gelangen, keine Me- dikamente, feine Kleider, sondern olles wird— wie schon früher — an den Händen der Kommissare von Petersburg und Moskau kleben bleiben. Eine Hilfe an die Sowjetregierung bedeutet ein verbrechen am russischen Volk, die Unterstützung der Halunken, die Ruß- land an den 2lbgrund gebracht haben, und damit die S.'äzzunz des Bolschewismus in Deutschland. Keine Hilfe der Sowjetregierung. dies wäre ein verbrechen am deutschen und am russischen Volt. Die„Ostpreutzische Zeitung" ist ein Blatt der D e u t s ch n a t i n. nalen Bolkspartei, deren Programm unter Punkt 13 dekla- inietl: Bon der Vertiefnna des christlichen Bewußtsein« erwarten wir die sittliche Wiedergeburt unseres Volkes, die eine Grundbedinaung seines politilchen Wiederousstiegs ist. An der lebendiaen Aufnahme der chlist'.ich-religiösen Kräfte hängt... die Gesundheit des Staates. Hier erfahren wir nun, was in der Praxis unter„Vertiefung des christlichen Bewußtseins"(oder sollte es etwa„Berfierung" des christlichen Bewußtseins heißen?!) und„lebendige Aufnahme der christlich. religiösen Kräfte" verstanden wird. Was würde wohl Jesus von Nazareth zu derartigen„Befennern" seiner Lehre, der über olles gehenden Nächstenliebe, gesagt hoben?! Die„Tägl. Rundschau" tobt über den Reichspräsidenten Genossen Ebert, weil er die Z u ch t h a u S u r t« il e des Sondergerichls Naumburg in Gefängnis umgewandelt und das Strafmaß h>Jtabge» setzt hat. Wir lesen da: Die völlig ungerechtfertigten Strasnachlaffe des Reichspriidenten geaenüber gerichtsnotorischen Hochverrätern, Mordbrennern und Plünderern müssen mit Verwunderung aufgenommen werd-m. Wer hier entgegen den bisher für staals- notwendig erklärten Strasverordnnngen offenbar aus parteipolitischen Gründen Milde walten läßt, erweckt den Anschein, liche Preußische Pressedienst mitteilt, hat für die Oessentlichteit in vielen Punkten Interesse. Es heißt hier: Durch die Verordnung vom 12. Juli 1921 ist mit Wirkung vom 1. August an das Tagegeld für Schöffen unjZ Ge- schworene auf 30 M„ die Uebernachiungszulage auf 20 M. erhöht worden. Die Erhöhung soll, wie in der Vorlage an den Reich.-- rat hervorgehoben ist, dem Zwecke dienen, allen Kreisen drt; Bevölkerung, insbesondere auch der Arbeiterschaft, mehr als bisher die Teilnahme an der Rechtsprechung zu ermöglichen. Daß Arbeiter und ihnen gleichstehende Persanentreise in weitem Umfange zu dem Amte eines Schöffen und Geschworenen herangezogen werden, ist nicht nur deshalb wichtig, damit das Ge- fühl der Zurücksetzung in dieser Beziehung verschwinde, sondern es würde dadurch auch bewirkt werden, daß den Teilen der Be» völkerung. die heute der Rechtsprechung in Strafsachen fremd, wenn nicht mißtrauisch gegenüberstehen, mehr als bisher ei» Einblick in die Strafrechtspflege gewährt und sa ein gerechteres Urteil über das Wirken der Strafgerichte ocr- mittelt, zugleich aber auch ein tieferes Interesse und Verständnis für die Aufgaben der Stralrechtspflege geweckt wird. Das Miß- trauen der Arbeiter gegenüber den Strafgerichten wird um sa eher schwinden, je mehr sie Leute aus ihren eigenen Reihen auf den Bänken der Schöffen und Geschworenen sehen. Schließlich wird es ouch der Tätigkeit der Strafgerichte selbst zu einem wesentlichen Nutzen gereichen, wenn Angehörige der Ar. beiterschaft in den Strafgerichten die Gesichtspunkte zur Geltung bringen, oon denen aus die Arbeiterschaft die Ge» schehnisse des täglichen Lebens betrachtet. Aufgabe aller bei der Auswahl der Schöffen und Geschwore- nen mitwirkenden Stellen wird es sein, diesen Erwägnugou Rech- nung zu tragen. Der preußische Minister des Innern hat auf An- regung des Justizministers hin an die B e r w a l t u n g s- beamten, die im Ausschuß an der Auswahl der Schöffen und Geschworenen teilnehmen, die Weisung ergehen lassen, im Sinne einer gleichmäßigen Verteilung der Schössen und Geschworenen auf alle Bevölkerungsschichten, insbesondere auch die Arbeiter» s ch a f t, hinzuwirken._ Wir haben zu viel Solöaten. Von der Gauleitung Brandenburg des Deutschen Landarbeiter- oerbandes wird uns mitgeteilt: Auf dem Gute Paretz b. Ketzin, Kreis Osthavelland, sind während der Ernte neun Reichswehr- s o l d a t« n aus der Garnison Potsdam beschäftigt. Der Besitzer brüstet sich bei jeder Gelegenheit damit, er bekomme so viel S o l- baten, wie er haben wolle. Die Soldaten erhalten ihre vollständige Löhnung und Verpflegung von der Gar» nison, außerdem noch einen recht angemessenen Arbeitslohn. Arbeitslose dagegen, welche um Arbeit nachfragten, erhielten den Bescheid, es werden keine Arbeiter eingestellt. In der Stadt Ketzin, die 29 Minuten von Poretz entfernt liegt, sind ge- nügend arbeitslose Landarbeiter, welche Arbeitslosen- umerstützung erhalten. Wir fragen nun: ist dem Herrn Reichswehrminister bekannt, daß Soldaten zur Ernte in Privatbetrieben oerwandt werden und Arbeitslosen die Plötze wegnehmen, oder ist dieses nur von dem Garnisonkommandanten von Potsdam genehmigt? Schweigeabteile für Traumenöe. Im„Kunstwort" hat jüngst ein Schriftsteller, um einem drin- genden Bedürfnis abzuhelfen, den Borschlag gemacht, die Eisenbahn möge doch für alle jene, die während der Fahrt von niemandem belästigt sein wollen,„Schweigeobteile" einrichten, und die„Erschütterten, Sinnenden, Träumenden, Lesenden werden donkbor sein". Mit der Erfüllung dieses Wunsches wäre dann der 2lnsong zur Umwandlung unserer Eisenbahnzüge in rollende Trappisten- tlöfter gemacht, weil auch in diesem Orden niemand sprechen darf und ewiges Schweigen herrscht. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, die Abteile zu spezia- afteren. Zum Beispiel kann man sich sehr gut vorstellen, daß auch ..Säuglingsabteilungen" eingeführt werden, die natürlich nicht neben den Echweigeabteilen liegen dürften, weil ein Säugling wohl einen Träumenden, dieser aber nicht einen Säugling stören kann. Auch„Abteile für Stark- und Kettenraucher" wären zu emp- fehlen: sie müßten mit besonders gut funktionierenden Ventilatoren ausgestattet werden. Den Vereinen für Luft- und Sonnenbäder würden wir emp- fehlen, eine Eingabe um Einrichtung von Abteilen zu machen, in denen man, lediglich mit einem Badetrikot bekleidet, während der Fahrt sein Luftbad nehmen kann. Auch die Athletik- und Turnvereine hätten wohl ein Recht zu verlangen, daß man eigene Turnhallenwagen baut. Dasselbe können und werden natürlich alle Filmenthusiasten von der Eisenbahn verlangen, vielleick), unter dem Stichwort: Her mit den Kintop-Spezialzügen! Ein äußerst sinniger Wunsch wurde uns oon dem Mandalinen- klub Zittergras unterbreitet, den wir wiederum an die Bahnver- waltung weitergeben wollen, nämlich„Musik-Spezialnbieilungen" oder-Wagen einzurichten. Was dem„Erschütterten" oder„Trän- menden" recht, muß dem„Zitterer" oder„Klompser" billig sein. Diese Abteile gehören am besten unmittelbar hinter die Maschine, damit einmal Führer und Heizer auch etwas musikalische Freude ln ihr Leben bekommen und damit dem Träumenden, wenn er sich mit Rabindranoth Tagore» Weisheiten schweigend und erschüttert beschäftigt, nicht etwa da» schöne Lied:„Futsch i» futsch un hin is hin" dazwischensährt. Der prächtigste Vorschlag aber wird zweifellas von dem„Tcu- toyischen Zentralklub zur Forderung arischen Bevölkerungs- p.iwochsee" gemacht. Der Zentralklub fordert nämlich zur Züchtung einer nciideutschen Rasse weitgehende staatliche Unterstützung und von der Bahn eigene Hochzeitsabteile. Die Tapeten dieser Abteile müssen Hakenkreuzmuster aufweisen. Decken, Teppiche, Handtücher und Bettzeug müssen in Schwarz-Weiß-Rot gehalten sein. Ferner hat für diese Abteile ein arischer Ingenieur bereits eine großartige Erfindung gemacht. Es ist ihm nämlich gelungen, ein kleines Grammophon zu ersinnen, das man jehr gut in ein Wasserleitungs- rohr einbauen kann. Wenn also der junge Ehemann in dem Kabin- chen sich erfrischen will und den Hahn aufdreht, ertönt dazu in sanf- ien Klangen das schöne Lied: Heil dir im Siegerkranz! Man kann der Eisenbahnleitung die Einrichtung derartiger Abteile nicht warm genug ans Herz legen. Auf diese sinnreiche und angenehme Art kann man mit der Zeit alle Eisenbahnzüge in Spezialabteilungen einteilen, damit nur jeder Deutsche wieder sa recht hübsch allein für sich seinen Spleen pflogen kann. Jan Ewert. Die Trössnung des S6)loßmuseums. Am 1. September wird das Berliner Schlaßmuseum im alten Schloß eröffnet werden. Am 5. September wird dann im Weißen Saale die Ausstellung alter Bucheinbände eröffnet, die der Jakob-Krause-Bund veranstalM. Erfreulicherweise hat es sich, trotzdem die Auseinandersetzung- von Staat und Krone in Preußen noch nicht durchgeführt ist, ermöglichen lassen, eine große Reihe der hervorragendsten Kunstwerke aus dem Besitz der Hohenzollern allgemein zugänglich zu machen. Es handelt sich da nicht nur um Stücke, die mit der Dekoration der Repräsen- tationsräume des Schlosses in so unlöslichem Zusammenhange stehen, daß ihre Entnahme einer Zerstörung des Raumbildes gleich- käme. Z. B. in der großen Bildergalerie, die erst kurz oor dem Kriege aufgefundenen 6 Mercier-Teppiche mit Bildern aus der Ge- schichte des Großen Kurfürsten. Oder das Silberbüfett des Ritter- saales. die pompöse Leistung Eosanders von Goethe. Aus dem Kunstbesitz des früheren Kaiserhauses kommen vielmehr auch Pracht- volle Dinge zur Ausstellung, die bisher nur wenige gesehen haben, wie vor allem die herrlichen Beauvais-Teppiche van Baucher, die man im Erdgeschoß gefunden hat. Dann kostbare Tapisserien Coypels mit Don-Quixote-Szenen, eine Gobelinfalge der Petersburger Manufaktur, eine Brüsseler Renaissanceserie nach Orley, eine andere von van der Barght. Diesen unschätzbaren Bildwirkereien reiht sich wertvolles Porzellan, viel Gutes an Möbeln und besonders bedeutendes Silber an, vor allem zwei Hauptstücke deutscher Goldschmiedekunst der Renaissance, die nun hoffentlich für immer aus Hohenzollernbesitz in den des Staates übergehen: der Koiserpokal Jomnitzers und der Diana-Pokal von Hans Petzoldt. Vor allem werden viele Bilder übernommen, z. V. die Frauenbildnisse Pesnes in der Braunschweigv Galerie, in der alten Kur- sürstenwohnung, wo der herrliche Porzellanbesitz de» Museum, aus dem 19. Jahrhundert von Schnorr v. Caroldsseld aufgestellt worden ist, aber auch älteres, von Lucas Cranach eine Passion, ein Sündenfall usw. Große höfische Bildnisse oon Silvestre, Weiisch u. a. fügen sich in den Gesamtzusammenhang, ebenso Schadows berühmte Prin- zessinnengruppe u. a. Die neue Sammlung wird in zwei Schichten zugänglich sein, an einer Reihe von Tagen der Oberslack mit den Schlütersalen, vom großen Eosander-Portal an der Schloßfreiheit her, wo der Eingang ist, an den anderen Tagen die unteren Räume. Der russische hungerschrecken. Der Berichterstatter eines engli. scheu Blattes hatte kürzlich Gelegenheit, einen russischen Freund zu sprechen, der im Mai Toms» verlassen und nach einer mühseligen Wanderung durch die Hungerdistritte Rußlands in diesen Tagen glücklich die deutsche Grenze erreicht hatte. „Europa muß den Russen unverzüglich Hilfe bringen", erklärte der russische Flüchtling, für dessen unbedingte Glaubwürdigkeit sich sein englischer Freund verbürgen zu dürfen glaubt.„In vier oder sechs Wochen wird in Rußland die Regenzeit einsetzen; damit treten dem Lebensmitteltransport Schwierigkeiten in den Weg, die man als unüberwindlich bezeichnen muß. Schön im Mai waren wir uns in Sibirien klar darüber, daß eine Katastrophe im Anzüge begriffen sei. Dos ging aus der steigenden Zahl der Leute hervor, die aus den Wolgabezirben herbeiströmten und flehentlich um lleberlassung von Getreide baten. Jeder Tag brachte eine Mehrung der Zahl dieser ausgehungerten Unglücklichen, die erzählten, daß sich die Bevölkerung der Gouvernements Orenbura und Uta zur Auswanderung rüste. Man nannte die bettelnden Leute..MeseHnetchti", d. h. Leute mit Sacken, da ja jeder Mann und jede Frau einen Sack auf dem Rücken trug, der zur Ausnahme des eingehandelten Getreides bestimmt war. Ein typisches Beispiel für die Not dieser„Sackleute" bildet der folgende Fall. Ein junger Mann van 19 Jahren und ein Mädchen von IS Jahren kamen in meine Wohnung und baten inständig, ihnen eine Kruste Brot zu geben. Sie sagten, daß sie ihre Eltern und die jüngeren Geschwister in einem Hunderte von Meilen entfernten Dorf des Gouvernements Simbirsk zurückgelassen hätten, und gaben der Hoffnung Ausdruck, daß der kleine Vorrat von Kartoffeln, der sich bet ihrer Abreise im Hause befand, ausreichen würde, um die Familie bis zu ihrer Rückkehr am Leben zu erhalten. Das Mädchen trug in ihrem Sack ihr Sonntagskleid, den Nack mit den breiten Stteisen, der das kostbarste Besitztum eines jeden russischen Bauernmädels bildet. Sie hatte ihn mitgebrocht, um ihn gegen Getreide eirzutauschen und hottte dafür ein halbes oder, wenn sie Glück hätte«in ganzes Pud (ISlü Kilogramms Bratgetreide zu erhalten. Aus jedem Bahnhof der Eisenbahnstrecken drängten sich Haufen von Leuten, die um Nahrungsmittel bettelten. Kleine Kinder kriechen auf dem Boden der Wagenabteile herum, in der Hoffnung, ein paar Brotkrumen, die die Reisenden vielleicht fallen lassen haben, zu finden, und wenn sie eine Krume erspäht haben, stürzen sie sich mit der Gier halb verhungerter Tiere daraus." Zum Jiiteudanten beS Hannoverichen cver«- und Schaulpiel- kuinle». die au« Staats- in Sfadlbefitz iiberaeaannen find, wurde Dtrettor Krünwal», der frühere Leiter fici Berliner Deutschen Künstler- IhcaterS, gewählt. »ettflng zwiscken Vrieftoube und fllugieug. vom Flugplatz der>2tadt Portland in Oregon fand lüraliib ein Vettslug zwischen einen, Flugzeug und einer Anzahl lehr lelstUnaSsäbiger vriestouben statt. Der Flugweg, ded dem mon den Tauben zehn Minuten vorldrung ließ, ging nach San Franzi««. Während aber das Flugzeug den Weg w der kurzen ZeN non 5 Stunden?? Minuten zurücklegte, kamen die Tauben erst am nächsten Tag in San Franziska an. Jnternationnker Drugädieii. Wettbewerb. Der iranzöfische Theater. keiter Antoir-e ist von der Regierung aulgeiordert worden, einen inter- lialionaleu Wsttheirerb iiir Bühiieiidichtec zu organisieren. Das zu klönende Stück mutz eine Tragödie lein und-oll in einem eigen« erbaute» ftreiluit- tbeater in der Räbe de« Stadions während der Olympischen iu Poris las« ausgeführt werden. ip i el« «in oktgriechikcher Tempel wurde b« den in Silyon Wriechen. land) vorgenommenen Ausgrabungen bloßgelegt. C« war ein mußer wahrend der Römerzeit zerstörter Tempel j» dorische« Stil, ba vahrschewllchkeit»ach der«rtemi» geweiht w«. Nr. 39l�3S. Jahrgang Heilage des vorwärts Sonnabeaü, 20. Mgust l?2l Offensive öer holzmönsiriellen. Aussperrung auf der ganze« Linie. Die Berliner Holzindustriellen haben dem Holzarbeiterverband am 17. August d. I. ein Ultimatum zugestellt, in dem„die sofortige Wiederaufnahme der Arbeit bis zum Donnerstag, den 18. d. M." gefordert wird, im anderen Fall sie die restlose Stillegung der Be- triebe androhen. Die Ortsocrwaltung Berlin des Deutschen Holzarbeiterverbandes ließ die Arbeitgeber wissen, daß sie die Wiederaufnahme der Arbeit in den bestreikten Betrieben ablehnen muß, zu Verhandlungen jederzeit bereit sei, auf die Anerkennung des Mantelvertragcs jedoch nicht verzichten kann. Als Antwort hat die Arbeitgeberorganisation ihren Mitgliedern ein Rundschreiben zugestellt, in dem die restlose Stillegung der Betriebe gefordert wird, welches wir hiermit im Ori- ginal folgen lassen: Niemand unterschreibe auch das ganz neue Formular der Arbeiter, auf dem nur die Löhne ohne den Mantel» vertrag verlangt werden. Wir sind bereit, zu verhandeln. Vorstehendes ist den Arbeitern vorzulesen, aber gut aufzube- wahren." Vereinigte Verbände der Berliner Holzindustrie. I. A.: Theodor P a e t h. Vereinigte D er bände der Berliner Holzindustrie. Berlin C. 25. den 17. August 1921. Alexanderstr. 31. Stillegung sämtlicher Groh-Berliner Tischlereibetriebe. „Wir haben die Leitung des Deutschen Holzarbeiterverbandes, Ortsgruppe Berlin, aufgefordert, die Arbeiter in den bestreikten Be- trieben zu veranlassen, die Arbeit sofort wieder aufzunehmen und mit uns in Verhandlungen einzutreten. Dieser Aufforderung ist nicht Folge geleistet worden und er- suchen wir hiermit unsere sämtlichen Mitglieder laut Generalver- sammlungsbeschluß zum Schutze der bestreikten Betriebe als wirt- schaftliche Maßnahme nunmehr ihre sämtlichen Betriebe Groß-Ber- lins sofort zu schließen. Zu unserem Bedauern sehen wir uns sowohl hinsichtlich unserer Mitglieder wie mit Rücksicht aus unsere Arbeiter leider gezwungen, diese Maßnahmen mit aller Gründlichkeit zur Durchführung zu bringen, da wir als Organisation nicht dulden können, daß die uns angeschlossenen Betriebe einzeln oder in einer größeren Anzahl durch Destreikung nacheinander ruiniert werden. Die Betriebe sind unter ollen Umständen sofort zu schließen, auch dann, wenn die Arbeiter arbeiten wollen. In diesem Fall« ist ihnen zu sagen, daß unser Angebot von zu- nächst 75 Pf. Lohnerhöhung für Facharbeiter aufrechterhalten und ihnen ab 8. August dann zugesichert werden wird, wenn ihre Orgo- nisation sich zur Verhandlung über die weiteren Vereinbarungen bereit zeigt. Die Anerkennung des Reichsmanteloertrages ist strikte abzulehnen. Es darf niemand irgend etwas unterschreiben. Den Arbeitern ist zu sagen, daß sie sich bis auf weiteres wegen Stillegung des Betriebes als entlassen zu betrachten haben; die Pa- piere sind ihnen auszuhändigen und falls sie nicht angenommen wer- den, aufzubewahren. Eine Zusendung derselben ist bei Annahme- Verweigerung nicht erforderlich. Wenn die Arbeiter eine Entlassungsbescheinigung verlangen, so ist darauf zu schreiben:„In den Streik getreten" oder„Wegen Stil- legung des Betriebes infolge Streik entlassen". Denjenigen Arbeitern, welch« in den Streit getreten sind, ist mitzuteilen, daß sie entlassen sind und ihre Papiere abholen können. Zusendung derselben ist nicht erforderlich. Hausdienern, Späneträ- gern, Hilfs- und Transportarbeitern ist— wenn sie nicht beschäftigt werden können— ebenfalls zu sogen, daß sie wegen Stillegung in- folge Streiks entlassen sind. Hinsichtlich ihrer Papier« gilt das Vor- gesagte. Keiner darf die von uns zugesicherte Lohnzulage ab 8. August am nächsten Sonnabend auszajssen. Diese wurde zugesagt unter der Vorbedingung, daß der Streik nicht eintreten und verhandelt würde. Den arbeitswilligen Arbeitern aber ist zu erklären, daß über die Aufrechterhaltung unserer Angebote auch hinsichtlich der Ferien, in den Verhandlungen mit uns geredet werden könne. Einwendungen über Kündigungen oder Akkordarbeit beant- wort« man mit dem Hinweis, daß wir mit der Stillegung der Be- triebe die wirtschaftliche Gegenmaßnahme gegen den über unsere Mitglieder verhängten Streik ergreifen und daß mit dem Streik die Betriebe ohne Wahl, ob Akkord, oder Lohnarbeit, stillgelegt worden wären. In den Städten und Bezirken um Berlin haben die Arbeiter bereits die Arbeiten wieder aufgenommen, weil sie auf den Mantel- vertrag verzichteten und über die Lohnforderungen zum Teil Einig- keit erzielt worden ist. Niemand handele gegen den Willen der Organisation, es geht ums Ganze, es gilt für Ganze! Niemand zahle, niemand lasse Arbeiter in den Betrieb! Der Oeffentlichkeit können wir dieses Dokument nicht oorent- halten, um damit den Beweis zu erbringen, mit welch verlogenen Mitteln die Arbeitgeber in ihrem Kreise arbeiten. Sie scheuen sich nicht, ihre eigenen Mitglieder mit Unwahrheiten zu traktieren und benutzen jede Gelegenheit, um den Grund des jeweiligen Kampfes auf Konto der Arbeitnehmer zu setzen. Der Holzarbeiterverband weiß, daß die Arbeitgeber zum größten Teil das eigentliche Streitobjekt nicht kennen, und sich nur von ihrem leitenden Oberhaupt, Herrn Paeth, dirigieren lassen. In den letzten Versammlungen der Arbeitgeber, welche von Paeth einberufen wurden, wurde die Unannehmbarkeit des Mantel- Vertrages damit begründet, daß die Lohnsätze für Berlin in Zukunft von den Tarifämtern festgesetzt werden. Man müßte annehmen, daß bei diesen wissentlich falschen Be- hauptungen den Herren die Schamröte ins Gesicht steigt. Aber davor scheuen die Herren nicht zurück, dos ist ja der Zweck ihrer ganzen Taktik. Der Vertrag sieht vor, daß jeder Bezirk, und so auch Berlin, die Lohnsätze zwischen beiden Parteien zu verein- baren hat, ohne Mitwirken jedweder Bertragsinstanz. Wer in Streitfällen entscheidet, ist eigens Aufgabe der örtlichen Parteisn, und nur mit Zustimmung beider Parteien kann irgend- welche Schlichtungsinstanz angerufen werden. Welches dieselbe ist. hängt von den Wünschen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer ab. Mit der Regelung der Akkordarbeit liegt es ähnlich. Hier wollen die Arbeitgeber jedes Zurateziehen der Arbeitnehmerschaft unbedingt ablehnen. Sie, als die Herren im Hause, wollen be- stimmen, welche Arbeit in Akkord herzustellen ist, und welche Preise für dieselbe zu zahlen sind. Der Vertrag dagegen verlangt, daß mit den Parteien eine Verständigung erziell werden soll. Die Lehrlingsfrage zu regeln ist, nach Angabe der Ar- beitgeber, grundsätzlich nicht Aufgabe der Vertragsparteien. Hier wollen sie unter allen Umständen die Bewegungsfreiheit behalten, um der Ausbeutung willkürlich Tür und Tor zu öffnen. Der Ver- trag dagegen verlangt, daß beide Parteien, in Verbindung mit der Arbeits- und Handwerkskammer eine Lehrlingsordnung schaffen sollen, die dos Lohn- und Arbeitsverhältnis regelt. Die Lohnsätze für Berlin sollen nach dem Angebot der Arbeit. geber in Zukunft 8,75 M. betragen. Dieses Angebot bezeichnen die Berliner Holzarbeiter als einen Hohn, da seststeht, daß ungelernten Arbeitern und solchen anderer Berufskreise in der jeweiligen Zeit schon längst 7—8 M. gezahlt werden. Wenn Unparteiische sich diese Streitobjekte vor Augen führen, wird man unwillkürlich fragen, ob es nicht Wahnsinn ist, wegen dieser Streitfälle«inen Kampf von so weittragender Bedeutung zu provozieren. Der Holzarbeiteroerband hat kein Interesse, der Oeffentlichkeit mit Lügennachrichten aufzuwarten und überläßt ihr das Urteil. Die streikenden Holzarbeiter haben die scharfmacherische Faust der Arbeitgeber Berlins zwei Jahr« hindurch gefühlt, und kämpfen in Berlin um Rechte, die jedem Holzarbeiter des gesamten Reiches von Arbeitgeberseite längst zugestanden sind. SroßSerün Zum llänüchen Glien. Das Ländchen Elim saus dem slawischen— Lehm) bildet eine inselartige Erhebung im Norden Berlins, die von der östlich gelegenen Barnimhochfläche durch die Havelniederung getrennt ist. Den Norden begrenzt das Rhinluch, ein Teil des Eberswalder Ur- stromtals, den Süden das Havelluch, im Zuge des Berliner Urstrom- tals. Gen West hängt der Glien durch eine schmale Landzunge mit dem Ländchen Berlin zusammen, das ebenfalls als Hochfläche aus den Sumpfniederungen aufsteigt. Di« Hauptorte des Glien sind Kremmen am Nordrand und Velten am Ostrand. In Velten beginnen wir unsere Wanderung, vom Etettiner Vorortbahnhof fahren wir dorthin. Die am Ostrand des Glien auf- tretenden Tone dienen zur Herstellung von Kacheln und Oefen; ihnen verdankt Velten seinen blühenden Aufschwung. Dorf Velten ist bekannt, Ueberall wo'? Oefen gibt, Und wo zur Winterzeit Man warme Stuben liebt. Wir wandern gen Nord durch den Ort und folgen dann der Straße nach Eichstädt. Sie führt über die Bahn und an alten Ton- gruben vorüber durch abwechslungsreiches hügliges Gelände. Etwa von der Mitte des Dorfs Eichstädt geht ein Weg in östlicher Rich» tung nach der Siedlung Neu-Vehlefanz. Am Beginn des Waldes liegt der Rothe-Pfuhl. Solch« oder ähnliche Bezeichnungen kleiner Gewässer(z. B. Röthepfuhl, Röthelpfuhl) weisen darauf hin, daß hier in früheren Zeiten der Flachs bearbeitet,„geröthet", wurde. Am Waldrande wandern wir weiter nach Wolfslakc. Rechts liegt in einer Senke dos Remontedepot Klein-Ziethcn. Bald hinter Wolfslake zweigt nach links der Börnicker Weg ab. Wir wandern jetzt durch den Krämer-Forst, ein ausgedehntes Waldgebiet, da» einen großen Teil des Glien bedeckt. Der Krämer besteht vorwie- gend aus Eichen. Obwohl das Gebiet reichlich mit Dünen besetzt ist, gelang es diesem Baum doch, größere Flächen zu besiedeln. Sobald es den Pflanzen nur erst gelungen ist, den Sandboden gegen die bewegende Einwirkung des Windes und die austrocknende Sonne einigermaßen zu schützen, ist es ihnen auch �möglich, die im Bode» vorhandenen, wenn auch spärlichen Nährstoff« zu verwerten. Vorbei an Reckins Eiche und Reckins Grab, zwei Erinnerungen an die Franzoscnzeit. Die angebliche Grabstelle wird durch einen Reisighoufen bezeichnet, einen„Toten Mann", wie es in der Mark heißt. Einen uralten Volksbrauch verrät ein solcher Reisighügel. Um dem Toten, der keine Ruhe im Grabe hat und rastlos umherirrt, seine Ruhe zu geben, wirft jeder Vorübergehende ein Reis oder eine Handvoll Erde auf das Grab. Man will den Toten möglichst be- schweren, damit er in seinem Kämmerlein bleibe. So können wir uns wohl auch erklären, warum in vorgeschichtlicher Zeit bei den Hünengräbern so gewalttge Steinblöcke zum Bau des Grabes»er- wandt wurden. Reckins Grab gibt uns einen Fingerzeig, wie wir die Vorgeschichte mit der Gegenwart, wo wir unfern Lieben ja auch Erde in die Gruft nachwersen, verknüpfen können., Der alten Hamburger Poststraße folgen wir yun gen Südost über Forsthaus Krämerpfuhl zum Ziegentrug. Die alten Zeiten, als noch„Schwarzer ritt auf seiner Dahn", wie wir sie nur noch aus alten Bildern und Reijebeschreibungen kennen, werden in uns lebendig, wenn wir den freundlichen Gasthof inmitten des Waldes gewahren. Oeftlich von Ziegenkrug steht ein Obelisk, ein« alte Post- säule, wie sie an alten Poststroßen jetzt noch regelmäßig in bestimm- ten Entfernungen anzutreffen sind. Am Forsthaus Wansdorf vorüber geht es zum Waldrand, vor uns liegt das freie offene Land; links sehen wir die Kirch« von Eichstädt, vor uns Marwitz und rechts die gewaltigen Rundbauten der Tegeler Gasanstalt. Durch Marwitz wandern wir nach Velten zurück.(Gesamtlänge: 25 Kilometer.) der Naubmorü in üer Potsdamer Straße. Der mulmahliche Täter gesehen, aber noch nicht ermittelt. In der Wohnung der ermordeten Masseurin Minna Mei-,� ners in der Potsdamer Str. 1 nahm die Kriminalpolizei gestern noch einmal eine gründliche Durchsuchung aller Rä um e und.. Behältnisse vor. Sie fand dabei zwar keine Spur, die der Täter zurückgelassen hatte, wohl aber eine große Menge Zettel, Postkarten und Briefe, die über das Treiben der Ermordeten und dessen Um» fang weiteren Aufschluß geben, zugleich auch viele Photographien. die den Charakter ihres Treibens illustrierten. Schon die bisherigen Vernehmungen und Feststellungen er« gaben, daß das Quartier der Meiners als«ine der schlimmsten La st erHöhlen bezeichnet werden kann. Die Ermordete hatte früher schon einen Massagebetrieb in der Landwehrstraße, im Nordosten Berlins. Dort geriet sie wiederholt mit den Strafgesetze» in Konflikt und wurde auch verurteilt. Der Betrieb brachte ihr aber soviel ein, daß sie über solche Zwischenfälle hinwegkam und nach dem alten Westen der Stadt übersiedeln konnte, um dort noch zahlungskräftigere Kundschaft an sich zu ziehen. Was den zurzeit noch unbekannten Täter betrifft, so Hot die Kriminalpolizei von einer Zeugin eine wichtige Bekundung erHollen. Diese Zeugin, eine Hausgcnossin, ging am Diens- scss Die Rächer. Roman von Hermann Wagner. Er trat vor sie hin. hob die Hände, deren Finger ver- krampst waren, und sah sie mit atemloser Spannung an. „Weißt du denn, was es heißt: tot sein? Und weißt du, was leben heißt?... Der Tote ist ausgeschaltet von allem Leid. auf das er ein Recht hat. da es ihn zum wahren Leben bringt! ... Er ist vorzeitig gestorben. Lucie,— während wir leben und die Inbrunst unserer Qual fühlen dürfen, die unser Hei- ligstes ist!" Sie sah starr hinaus. „Kannst du nicht mehr weinen, Lucie?" fragte er. „Nein." „Ist es so wüst und so leer in dir?" „Ja, wie auf einer Brandstätte, die nur noch glimmt und raucht..."_. „Lucie, denke an meine zwölf Jahre! Zwölf Jahre sind eine lange Zeit.— ach, eine Unendlichkeit sind sie. wenn man sie allein verbringt, allein und von den Menschen verlassen, wenn man niemanden anderen hat als sich selbst... Aber diese Unendlichkeit führt uns zu uns selbst. Lucie, und wir erfahren. wer wir sind. Unser Ich weitet sich und verwächst mit der Un- endlichkeit und wird gewahr, daß es selbst diese Unendlichkeit ist, dieses Ewige und Zeitlose, und das macht uns unermeß- lich glücklich und reich... Sieh, ich bin nicht böse zurückge- kommen, wo ich doch böse hingegangen war. Ich habe mich ge- fügt... Weißt du. was das heißt, sich fügen? Es heißt; sich überwinden! Es heißt: groß und stark werden,— so groß und so stark, daß einem diese sichtbare Welt nichts mehr an- haben kann!... Deshalb kenne ich keine Furcht mehr. Und auch du sollst dich nicht mehr fürchten,— es fei denn, daß du dich vor dir selber fürchten müßtest!" „Was soll ich tun?" fragte sie wnlos. „Bereuen!" ..Wie?" „Indem du mir sogst: dieses hier ist meln Liebstes und Teuerstes,— und gerade dieses gebe ich preis,— ja, gerade dieses!" JSlem Swd?" ftagte sie«tfefzt. „Ja, dein Kind." Sie sank in die Knie und warf sich mit dem Oberkörper auf einen Stuhl.„Du bist grausam!" „Nur unser Schicksal scheint es zu sein, das von uns for- dert, daß wir uns unterwerfen,— und das uns doch empor- hebt, mit Liebe emporhebt, sobald wir es vermocht haben, und das uns belohnt." „Womit," fragte sie, an den Ketten zerrend, die er um sie legte,„womit, da wir dann alles verloren haben?" „Alles, ja.— nur uns selbst nicht," versetzte er ruhig, „nur uns selbst nicht!" „Geh." schrie sie ihn heiser an,„geh..." „Ich gehe, aber ich komme wieder." Sie stand auf und blickte ihm voll Spannung ins Gesicht. „Was willst du von mir?" „Daß du dein Wort einlösest," sagte er streng. „Mein Wort?" „Dein Wort aus jenen Tagen,— hast du es vergessen, oergißt du deine Worte so leicht?" Sie wurde rot und ihre Augen bekamen etwas Flackern- des.„Weißt du nicht, daß ich seine Frau bin?" „Was tut das?" „Was das tut—?" Er kniff die Lippen heftig zusammen, als werde es ihm nur schwer, sie wieder zu öffnen.„Ich verlange es, daß du meine Frau wirft. Ich habe ein Recht, das zu verlangen, lhnd ich werde mein Recht durchsetzen, glaub mir!" „Wie?" fragte sie erstaunt. „Weißt du. daß ihr ruiniert seid," gab er zur Antwort, „bettelarm, du und dein Mann?" „Nein," sagte sie und zuckte plötzlich auf. „Sein Geld ist weg, das deine ist es und das vieler an- derer auch... Der Zusammenbruch wird über Nacht kommen. Ich kann dir die Stund« sagen." � Ihre Augen wollten ihn verschlingen.„Du— du bist— ein... Scheusal," flüsterte sie. „Ich will mein Recht." sagte er kalt. „Und du— du sprichtst von— Reue. Verzeihung und.. ..Hast du jemals davon gesprochen?" Sie wandte sich angeetell ab.„Geh, geh," befahl sie chm drohend. � „Ja, ich gehe. Aber eh« ich e, w«. befehle ich dir. Über eines nachzudenken: ob du ein Recht hast, einen Menschen, der für dich gelitten hat, zu betrügen!... Darüber denke nacht Und ich sage dir: das Unrecht, das du mir antust, soll über dein Kind kommen! Hörst du? Ueber dein Kind!" „Geh," rief sie stöhnend,„geh!" Und plötzlich war es Nacht um sie. Als sie wieder zu sich kam, merkte sie, daß Lu an ihrer Seite war und sie am Arm zerrte. Sie zog das Kind in ihre Arme und drückte es so heftig, daß es aufschrie. „Lu." schluchzte sie,„Lu..." Jäh erschrak sie zugleich und blickte auf, um zu sehen, ob er noch da sei. Aber er war fort. � Da trug sie das Kind auf die Ottomane und"mrs ki� ihm nieder. „Lu, Lu!" schrie sie laut und angstvoll. 23. Es war schon Abend geworden, die Uhr zeigte die achte Stund« an. Reisner war in eine Dar getreten und goß rasch hinter. einander zwei, drei Kognaks hinunter. Die Hand zitterte ihm vor Nervosität. Er warf eine halb ausgerauchte Zigarette fort und zündete sich sogleich eine neue an. Dann zahlte er und warf die Tür hinter sich zu.„In die Tiergartenstraße!" herrschte er seinen Chauffeur an, der erschrocken ankurbelte. Es war nun das dritte Mal, daß er bei Frau von Mansch vorzufahren gedachte. Zweimal schon war er abgewiesen worden, ohne jede andere Begründung als die, daß die gnädige Frau trank sei. Er fluchte. Was ging es ihn an, daß sie vielleicht Kopf- schmerz hatte, wo er doch selbst im Sterben lag. Sie mußte ihn jetzt vorlassen, und wenn er mit Gewalt bei ihr eindringen sollte.' Ehe sie nicht das Dokument unterzeichnet hatte, das er in seiner Rocktasche trug— es war eine Bürgschafts« erklärung—, wich er nicht von der Stelle. Es mußte ge« lmgen. Hatte er sie nicht schon so oft überrumpelt? Der Wagen fuhr schnell dahin und näherte sich seinem �iel. Reisner kolpfte das Herz. Ihm war, als gebe er sich eine Galgenfrist, während er jetzt den Chauffeur anwies, erst noch ew wenig, etwa zehn Minuten, ewige Umwege zu machen. (Forts, folgt.) tag morgen gegen 9 Uhr aus, um einzuholen. Ms sie die Treppe hinunterging, sah sie unter sich vor der Wohnungstiir der Meiners einen Mann, der gerade aus der Wohnung herausgekommen Berufungen. war und eine chandbewegung machte, als ob er durch den Türspalt einer anderen Person, die aus dem Wohnungsflur gestanden haben mag, etwas hineingereicht hätte. An diesem Manne, der einen modefarbenen Anzug neuesten Schnittes trug, fiel der Zeugin ein scheues, unsicheres Wesen auf. Es gewinnt den Anschein, daß dieser Mann der Täter ist. Denn etwa um diese Zeit muß das Verbrechen verübt worden sein. Am Dienstag morgen hat die Meiners, wie festgestellt worden ist, noch gelebt. Um Ist Uhr vor- mittaos dagegen nicht mehr. Wenn auch das Fehlen eines Geldbeutels und der Schmucksachen auf einen, geplanten Raubmord schließen lassen, so läßt die Kriminalvolizei jedoch n-cht die Möglichkeit außer acht, daß es sich um die Tat eines Sadisten handelt, der die Ver» Wüstungen angerichtet und die kehlenden Sachen mitgenommen hat. um einen Raubmord vorzutäuschen. Die Kriminalpolizei seht mit einem />eer von Beamten ihre Ri-.chsodchungen nach allen Richtungen fort. Mitteilungen aus dem Publikum, sür die die Belohnung von Lstgst Mark ausgesetzt ist. nimmt die Kriminalpolizei im Zimmer 86 des Berliner Prlizeipräsidiums, Hausanruf Sl-l, entgegen. Ein neuer Leichenteilfnnd, der gestern wieder im Luisen städtischen Kanal gemacht wurde, läßt auf ein anderes bisher unbekanntes Derbrechen schließen. Ein Arbeiter der Wasserbauinspctlion fischte zunächst vor dem Grund- stück Engeluser IS den Kopf einer menschlichen Leiche und später auch zwei Füße aus dem Kanal. Unweit davon wurde sodann auch noch der Test eines menschlichen Beckens gelandet. Zuerst glaubte man, daß es sich um den Kopf der bereits vor längerer Zeit aufgefundenen Leiche der ermordeten Frida Schubert handelt, der bisher noch fehlt. Die genaueren Feststellungen haben aber jetzt ergeben, daß diese Annahme nicht zutrifft. Zur weiteren Aufklärung der Leichenfunde wird der Luisenstädtische Kanal und das Engelbecken noch genauer abgesucht. Zweckdienliche Mitteilungen die zur Aufklärung der Leichcnsunde dienen können, sind an Kri- minalkommissor Dr. Riemann zu richten, der auch die beiden letzten Kapitalverbrechen dieler Art, für dessen Zlufklärung eine Belohnung von zusammen Ist ststst Mark ausgesetzt ist, bearbeitet. lassen. Das Berufungsgericht hielt die vom Strafe als«in« durchaus angemessene Sühne üni erkannte verworfbeid« Die krachenden Sportdanken. Der Zusammenbruch der Wetttonzerne läßt sich jetzt, nachdem das Vertrauen des Publikums erschüttert ist, nicht mehr aufhalten. Es kriselt immer bedenklicher und schon die nächsten Tage dürften den allgemeinen..Wettersturz" bringen. Am gestrigen Freitag hat wiederum eine Sportbant ihr« Zahlungen eingestellt. Zipar verlangt sie vorläufig nur e i n Moratorium, doch ist nach Lage der Dinge kaum mit der Möglichkeit zu rechnen, daß die letzten Kunden, die ihr Geld noch nicht abgehoben haben, zu ihrem vollen Rechte kommen. Am Freitag vormittag Hot die„Rennsportgesell- schaft m. b. S). Biedermann u. C o.", Bcllc-Alliance-Play 6, ihre Bureaus geschlossen und an der Haustür folgende Mitteilung angebracht:„Mit Rücksicht aus die durch den Zusammenbruch meh- rerer Konzerne geschaffene Lage bleiben unsere Geschäftsräume bis Montag, den 22. d. M., geschlossen. Einzahlungen werden vor- läufig nicht vorgenommen. Wir bitten höflichst unsere Kunden, sich vernünftig und ruhig zu verhalten, da ihnen jede weitere Nachricht und Geldsendung durch die Post direkt zugeht." Trotz dieser Mahnung verhielt sich die Kundschaft erklärlicher- weise nicht„ruhig und vernünftig", sondern verlanate in so erregter Weise das Geld zurück, daß der Geschäftsinhaber sich zwei Beamte der Schutzpolizei zu seinem persönlichen Schutz erbat. Erst nach Eingreifen der Schupo gelang es, die aufgeregten Gläubiger einigermaßen zu beruhigen. Der Liquidator. Wir werden von verschiedenen Seiten auf die mitgeteilte Tat- sachc besonders hingewiesen, daß der Handelsanwalt Gerhard W a uer die Liquidierung des Wetttonzerns Köhn übernommen haben fall. Dieser Herr soll besonders den Mit- gliedern des ehemaligen Deutschen Siedle rbundes in sehr schlechter Erinnerung sein. Bis heute fall Herr Wauer seine dama. stgen Verpflichtungen nicht erfüllt haben. In Kürze werden sich der Staatsanwalt mit ihm und seinen Helfern beschäftigen, da olle güt- lichen RegelungsversuÄe gescheitert seien. Zeugen hierfür sollen ca. 3« Siedler des Geländes Mahlsdorf sein. Bielleicht sehen sich die Gerichte diese Persönlichkeit einmal genauer an. Die Gläubigerschutzkommission der Sportbank Kohn begab sich zu dem Liquidator Wauer. um nähere Auf- schlüsse über den Stand der Sache und Einsicht in die Bücher zu bekommen. Herr Wnuer ließ durch seinen Vertreter Dr. Gill- mann erklären, er lasse sich nicht b e l ä st i g e n. und die Dücher habe er noch nicht: dieselben befänden sich noch in dem Gcschäftslokal der Bank, in der Motzstr. 10. Er selbst fahre bis Dienstag nach Hamburg und wenn er dann zurück sei, könne er Einsicht in die Bücher gewahren, nachdem er sie selbst erst kennengelernt haben werde. Daraufhin beaab sich die Kommission in das frühere Ge- stbaftslokal. nach der Motzstr. Ist, welches fetzt der Aktiengesellschaft wr SportunterncHmungen dient. Der Direktor Fischer erklärte, daß die Bücher der Sportbanf Köhn da seien, und er würde dann der Kommission Einsicht gewähren, wenn L>err Wauer ihn dazu an- weisen würde. Die Kommission berief sich auf die getroffene Der- einbar ung und bat nüt Rücksicht darauf, daß sie am Sonntag uln 10 Uhr im Lehrervereinshause am Alexandplatz der Gläubiger. Versammlung Bericht erstatten müsse, Herrn Fischer, sich sofort tele- phonisch an Herrn Wauer zu wenden. Herr Fischer tat dies bereit- willig, erhielt jedoch von Herrn Wauer die Anweisung, auf keinen Fall die Bücher vorzulegen. Die Gläubigersckuttzkommissicn wird nunmehr in der Gläubiger» Versammlung am Sonntag die Entscheidung über das weitere Bor- gehen herbeiführen. Die Höffe des Gatten. Eine Ehetroaödje fand gestern vor der Ferienstraftammer ihren vorlaufigen Abschluß. Wegen Körperverletzung mittels einer das Leben gesahrdendcn Behandlung war der bisher völlig unbescholtene Handlungsgehilfe Theodor H e l l m c r angeklagt. Der Angeklagte, d-r sich allgemein eincs guten Rufes erfreut, ist seit einer Reihe von Ioßren verheiratet, lebt aber in den denkbar unglücklichsten ehelichen Verkältnissen. Nach seiner Behauptung sei seine Frau zu bestimmten Zeiten nicht zurechnungsfähig' und leide zu dieser Zeit an einer Art Blutleere im Gehirn. Dieser Zu- stand habe sich nun verschlimmert, als Familienzuwachs in Ausficht stand. In einem van vielen Irren- und Frauenärzten bestätigten S ch w a n g e r f ch a t t s i r r s i n n habe ihm seine Frau das L e b e n zu r H ölle gemacht. Wie auch mehrere Zeugen bestätigten, habe die Frau mit Lampenplocken, Tellern, Tassen nach ihm geworfen, habe mit kochendem Wasser nach ihm gegossen, mit Eisenstanqen nach ihm geschlaaen usw. Sobald er„Abwehrbewequngen" machte, Hobe sie sich zu Boden geworfen und um H-ilte geschrien. Wie in solchen Fällen stets üblich, hätten natürlich sämtliche weiblichen Hausbe- wohner, ohne zu wissen, was eigentlich los war. sofort gegen ihn Partei genommen.— Auf die Anzeige der Frau hin wurde schließlich dos jetzige Strafverfabren gegen-H. eingeleitet. Vor dem Schöffengericht beantragte der Amtsanwalt seinerzeit ein Jahr Ge- fängnls. Das Gericht erkannte jedoch, da der Frau auch ein Teil der Schuld beizumessen fei. nur auf 600 M. Geldstrafe. Hiergegen legte sowohl die Staotsanwaltsiboft wie auch der Angeklagte Be- rufunq ein. Vor Gericht wies Rechtsanwalt Dr. E o h'n r e i ch auf die VeröfenNichunaen hervorragender ärztlicher Autoritäten üb«* Schwangerfchaftshnsterie und I-rfinn hin. Der AngeNagte. welch« als Laie diesen Zustand offenbar nicht erkannt Hobe, habe sich wahr- schemlich in höchster Erregung zu abwehrenden Schlägen hinreihcn Verschenkte Lebensmittelkarten. Gegen 26 Personen aus Oberschöneweide hatte die Ferienstras- kammer des Landgerichts U eine Anklage zu oerhandeln, durch die die Angeklagten— fast sämtlich Gemeindebeamte bzw. Hllss- arbeit« und Vollziehungsbeamte der Gemeinde Obcrschöneweide— beschuldigt wurden teils der Beseitigung amtlich ausbe- wahrter Urkunden, teils der Hehlerei. In Ober- schöneweide war seit dem Jahre 1917 eine besondere Ausgabestelle für Lebensmittelkarten eingerichtet worden, bei der die Kontrolle wohl nicht scharf genug war. so daß bis zum August 1919 zahlreiche Veruntreuungen von Lebensmittelkarten bzw. Kartenabschnitten stattfinden konnten. Mit der Ausgabe der Korten waren vier der anaeklagten Frauen betraut, die offenbar ein zu großes Mitgefühl für die leiblichen Bedürfnisse der miiangeklagtcn Beamten und Hilfsangestellten hatten, denn es wurde allmählich zur Regel, daß sie fast sämtliche Angestellte der Lebensmittclstelle und Gemeindebeamte mit Karten, die ihnen nicht zustanden, persorgten.— Auch andere Personen erhielten solche Karten, wenn sie mit den ihnen zustehenden nicht auskamen oder wenn eine Hochzeit aiisge- richtet wurde, ein Nuderklub ein Fest feierte u. dgl. m. Einen eiqe- neu Vorteil haben die Damen, denen die Verteilung oblag, aus dieser Hilfsleistung für ihre Kollegen und andere Personen nicht aehobt. Der Staatsanwalt hatte Gesänqnisstrafen bis zu sechs Monaten hinauf beantragt. Das Gericht verurteilte die meisten An- geklagten zu 1 Woche Gcsänonis, zwei zu je l Monat Gefängnis»nd bewilligte ihnen eine Bewährungsfrist bis zum Jahre 1924. Ausführungen bewies d« Redner die Notwendigkeii d« Zufam- menfassung Berlins zur Einheitszemeinde. Er behandelte die Stel» lungnahme unser« Fraktion zu einzelnen Fragen und betonte da» bei, daß diese jeder Kritik standhalte und wir mit den größten Hoffnungen in den Wahltamps ziehen können. Die kurze Dis- kussion, in der die Genossen Seifert und Reibetanz sprachen, und der Beifall, der dem Referat folgte, zeigte, daß der Redner mit seinen Ausführungen dos Richtige getroffen hatte. Zum Z. Punkt- „Aufstellung der Kandidaten zur Stadt- und Be- zirksverordnetenwahl" wurde nach dem Dorschlage der Siebenerkommission, die sich aus je einem Vertreter von jeder Ab» teilung des Kreise« zusammensetzte, eine List« mit 63 von den Ab- teilungen vorgeschlagene Kandidaten unverändert angenommen. An Stelle der aus dem Kreisvorstand ausgeschiedenen Genossin W r o- bel wurde Gen. Knöpchen bestätigt. D« Sängttchor veranstaltet am i. September einen Ausflug nach Strausberg, zu dem alle Freunde eingeladen sind._ Ter vierlileisige Ausbau Frohnau-Dranienburg. Seit längerer Zeit sind an der Nordbahnstrecke Berlin— Oranienburg Arbeiten für die Herstellung des dritten und vierten Gleises im Gange, die zu ein« völligen Umgestaltung der Bahnanlagen aus diel« Strecke führen. Gleichzeitig mit dem Bau der nörd- lichen Umgehungsbohn, die vor einig« Zeit in Betrieb genommen worden ist. wurl« mit der Ausgestaltung des Vorort- und Fernbahnhofcg Oranienburg begannen. Als zweiter Bauabschnitt folgte die Verlegung des Güteerbahnhofes Birkenwerder, der auf die Ostseite der Bahnstrecke verlegt wurde und für welchen die Herstellung einer neuen Ladestraße, Güterschuppen, Rampenanlagen jetzt säst vollendet ist, so daß der Güterbahnhof zum 1. Oktober in Betrieb genommen werden kann. Nunmehr wird der eigentliche Umbau der Strecke in Angriff ge- nommen. für den zunächst als Provisorium die Herstellung eines neuen Gleispaores zwischen Frohnau und Birkenwerder«forderlich wird. Die beiden neuen vorläufigen Gleise dienen während der Zeit des Umbaues in gleicher Weise dem Vorort-, F«n- und Güter- verkehr. Die Herstellung dieser beiden Glci'e wird voraussichtlich ebenfalls bis zum 1. Oktober beendet sein können, so daß mit dem Tage der Inbetriebnahme der Güterbahnhofsanlagen in Birken-. werder auch der Verkehr schon über die beiden neuen Gleise geführt werden kann. Trotz aller Beschleunigung der Bauarbeiten erscheint es fraglich, ob die Herstellung der neuen Gleise mit den Arbeiten sür die Elektrisierung der Strecke Stettiner Bahnhof— Hermsdorf werden gleichen Schritt halten können, so daß die Ein- sührung des elektrischen Betriebes auf dieser Reststrecke im An- schluß an die übrigen Arbeiten wird«folgen können. Groß-Serliner parteinacbricbten. heule, Sonnabend, den 20. August: Sharlottrnburq. Spandau. Die Juristische Sprechstunde findet jeden Sonnabend von b— 6 Uhr im Jugendheim, Charlottenbnrg, Rosinenstr. 4, statt. ZeltungS" quittunaen, Partei, oder Gemersschaftsbiich legitimiert.. Iuaysozialisten. Truppe Britz. 5 Uhr nachmittags Antreten auf dem Spiel. ploji Idcal'Baugenosfenfchaft zur Besichtigung der Gartenarb eUsschule. Tu» schl:eßend Fahrt nach Melchow— Schwarze. Morgen. Sonnlaz, den 21. August: I. Ärcl». Jülntenbotf. 9 Iflir Sramterte Borstantsfitzung bei Zhlenfeldi. Ublandär. 74. üdt fcllnfcelrttoSf. 34.«bt. �anilienausflua»a-ti Iijc-stlde(Badestrant). Treffpunkt m-rg-ii» 7>. Uhr Stettin« Borortbohnhof. Ekwerbegerichtswiihler und Rachzugler Uhr Etettiner Borortbohnhof oder direkt Iörofelde< Badestrand). ZG. Adt. T-milienn-'-fln, nach Herniodorf. Abfahrt 10.30 Uhr Ztattiner Dor. �....--x Res e-tbadnbaf. NachzUgler treffcn sich nachmittag« 2 Uhr im Restauvant Tasche. Tldrecktstr. IG.. � »2. tabt Rru-öll». Treffpunkt der Senosscnnen«nd Genossen srsth S i Uhr bei Wolfs. Nailer-ssriedrich-Strahe, Ecke Zioseggerstreße, zur Scsichtizunz der b-artenarbeitsschule._ �ugenöveranstaltungen. Berti» Arbeiter. Zupend. Setretariat! SV. GZ. Lindenstr. 3, 2. Hof li»k», 2 Treppen recht». Teleph»»: Mpl.>21 03— 18. Sin« Konferenz sämtlicher Wanderleiter findet heute um 7 in der | Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, 1. Hos link«, statt. Al» Abschluß der � Äorfecenz findet eine Wanderung statt._., Dandernnac». Osten,«tralanee«ieetel. Bernau— Me»«see. Trefi- punlt 3 Uhr am Rudolfplatz.- Käpenick. ��li-�-brra-W«nluS°n-. Bernau. Treffnunkt 7 Ub. Sci-Ioßplad.-»eddi.g.»ach-Fottnsu. Treff. punkt abend« 6 Uhr Mlillerstraße. Cef» Seestraße. Treffpunkt für Ziachjügter e Wandernnge» an Sonntag, de» 21.«Bp»ü. Behnsdorf. �rau«. «rÄAS» tÄfe4" z.m'!-4a!S�,Ä4rtanSÄ (Berolina).— Rofenthaler Bor. Wenstckendors- Sihamersec. Treff» 1— BUi»er«d«rs. Roch 1 Mauemce. nrrc'pnnri o unr um«uu«.»..-.. lang. Trcsfpiintt 6 Uhr Bahnhof Eesundbrunnl Lehnißseee. Treffpunkt 8 Uhr Aleranderpla, � stadt. Rcchtwanderung nach Birienwerder—: I Rechtwanderung noch B unkt Sonnabend abend 6 Uhr Rosenthaler Platz(Uhr). lernau. Tresfpunkl M Uhr Rathaus. Dus aller Welt. Vorort-Zchnellzüge. Die Wohnunqsnot und der Mangel an geeigneten Heimstätten in der näheren Umgebung von Berlin haben es mit sich gebracht, daß eine immer größer werdende Zahl beruflich in Berlin tätiger Menschen in die weiter gelegenen Dororte abgewan- d e r t sind und nun täglich gezwungen werden, weite, zeit- raubende Reisen zwischen Wohnort und Arbeitsstätte zurück- zulegen. Die durch diese Reifen entstehenden Zeito«luste, die in zahlreichen Fällen zwei od« mehr Stunden täglich betragen, könnten ganz wesentlich herabgemildert werden, wenn die Eisenbohnoerwol- tung mehr als bish« Lorortschnellzüge einrichten würde. Schon seit ein« ganzen Reihe von Iahren ist diese Einrichtung auf der Wonnleebahn mit gutem Erfolg durchgeführt. Die sogen. Bankiersonderzüge, jetzt vi« in jeder Richtung, holten zwischen Berlin und Zehlendorf-Mitte überhaupt nicht, von dort ab aber auf jed« Station bis Wannle« und verkürzen damit die Fahr- zeit von 38 auf 26 Minuten, also um 13 Minuten auf einer nur 19 Kilomet« lanqen Bahnstrecke. Auch auf d« Strecke Erkner— Schlesischer Bahnhof werden an Sonntagen mit außergewöhnlich starkem Verkehr genau wie auf der Nordbahn sStetiner Bahnhos— Oranienburg) von Friedrichshagen bzw. Frohnau durchgehende Züge nach dem Berliner Eingangsbahnhof gefahren. Die Möglichkeit einer solchen Einrichtung besteht demnach. Die Ausgestaltung des B«- lin« Lokalverkehrs zugunsten der Berufsreisenden ist eine z w i n- g e n d e Notwendigkeit, der sich die Eisenbahnverwaltunq nicht verschließen sollte. Di« Einführung der elektrischen Zugförderung soll eine Entlastung d« einzelnen Bahnstrecken bringen, sie bringt aber keine Beschleunigung des Zugverkehrs in dem Maße, wie es die Borortschnellzüqe bringen würden und wie sie im Interesse einer gesunden Siedlungspolitik notwendig märe. Daher sollte gleichzeitig mit der Einrichtung der elektrischen Zugförderung auch erneut die Frage des Verkehrs von Vorortschnellzügen, unter Umständen mit besonderem Zuschlag für ihre Benutzung, geprüft werden. 1200 Alark sür eine Einbürgerung. Bei Ausfertigung von steuerpflichtigen Einbürgerunqr-'irkunden werden in Zukunft neben den Stempelgebühren von 600 M. Aussertigungsgebühren in Höhe van 600 M.. also im ganzen 1200 M. erhoben. Bei nach- gewiesener Bedürftigkeit kann die Gebühr bis auf 20 Proz. des jeweils an Stemvelsteuer und Zuschlag zur Erhebung gelangen- den Betrages ermäßigt werden. Selbstmord eines Fünfzehnjährigen? Gestern wurde aus den Stadtbohngleism zwischen den Stationen Beußelstraße und Iungfernheide die Leiche eines löjährigen Knaben von Bahnbeomten aufgefunden. Wahrscheinlich Hot der Knabe Selbst- mard begangen, indem er sich von einem Eisenbahnzuge überfahren ließ. Die Leiche des Unbekannten führte man dem Schauha�sc zu. Die Aend«unaen in Bauflass«! und Bebauungsplan. Im Ge- meindeblott Nr. 34, dos am Sonntag, den 28. August erscheint, wird von der städtischen Baupolizei der 14. Nachtrao zur Bauvolizei« oerordnuna sür die Vororte von Berlin vom 30. Januar 1912 bis 10. Mai 1918 veröffentlicht. Es handelt sich in diesem Nachtrag« um Aenderungen in der 4. Bapklasse D in Abteilung V des Be- bauungsplanes und in der 6. Btfuklass« F für Lichterfelde. Das Wiliiäroersorgungsgericht B«lin in Eharlottenburq, Berlin« Stt. 11. teilt uns mit, doß es infola« wiederholt vnrgtkom. men« Belchimplungen und tätlich« Angriff« aus Beamten zu der Anordnung genötigt sei. daß von Montag, den 22. d. M.. ab m ü n d- l i ch e Sl u s k u n f t im Dienstgebäude nicht mehr erteilt wird. Auf schriftliche Anfragen wird möglichst bald Antwort ge- geben, wenn den Anfragen ein mit Aufschrift und Briefmark« v«- sehener Umschlag oder eine Postkarte mit Antwort beigefügt ist. Zeugen gesucht. Personen, die gesehen haben, wie Mittwoch, den 17. d. M.. nochmittags ä?) Uhr, beim Ueberqueren der Straß« am D o m ein Radfahr« von einer Kraftdroschke überfahren wurde, wollen sich bei H. Reckzeh, Berlin, Tresckowstr. 34, melden. fius öen Kreisen. Die Vertreter des 6. Kreiles(Friedrichshain) versammelten sich am 16. August in Schmidts Gesellschaftshaus. Fruchtstraße 36, um zunächst einen Dorttag des Genossen Stadtrat Mohs-Schöneberg f£tf Kampf um Eroh-B;rlm" zu hören, 5n feinen IViftünöigcn v«lln— Palästina In sieben Tagen. Zu dieser Rotiz teilt un? daZ Reisebureaa.Maaw'rim" noch die Fahrpreise mit. Sie be- tragen HL Klasse und 3. Kajüte Verlin-Tricst über München- Salzburg 360 M.. Trieft- Alexandrien 17 Ptund. von«lexandticn ab ägyvtlsche Pfund, die noch höher stehen, noch Jaffa 2.266, Haifa 2.496. Jerusalem 2,716. Ein Meteor. Donnerstag abend wurde in Heidelberg und in der ganzen Umgebung ern auffallend hell leuchtendes Meteor ge- sehen. ES war von blaugrüner Farbe und zog von Rordweneir nach Südosten, wo e» in viele leuchtende Verästelungen»eripl'tterle. Auf der Königsstuhl-Sternwarle wurde die gleiche Beobachtung gemacht. Mealerei farbiger Franzosen in Eschwciler. Au» dem besetzierr Gebier eingetroffene Reisende berichten: Die marokkaniicheir Truppen von Elchweiler rind Umgegend sollten nach� Fronkceich transportiert werden, sie weigerten ssch jedoch, ibre Garnison zu verlassen»nd gaben aus die zu Hille herbeieilenden Truppen Feuer. Ein Ossizier wurde getötet, mehrere Soldaten verwundet. Sparer wurden die Marokkaner umzinaelt und dann in kleinen Gruppen abtransportiert. Der größte Teil von ihnen befand sia» in den letzten Tagen noch in der Nähe von Trier. Eichwetler ist von Belgiern besetzt. Saiserfettr in Mie«. Die„Frontkämpiel" und katholischen Jüng« liuge von Hietzing fühlten am Borabend von Karlchen» Geburtstag das Bedürfnis,»drei» angestamniten Herricher mit einer eindrucke- vollen Kundgebung„zu ehren". Also zogen sie um 8 Uhr abend» »,il schwarzgelben Lampions, die die Jnichrift:.Hoch Kais« Karl trugen, auf die Straße. Dort gesellten sich aber auch Arbeiter zu ibnen, die sse«in Stück DegeS begleiteten und ihnen in der Reinl» gaste die schönen Lampions wegnahmen und verlöschten. Em« britische Rcichsfunkfiaklo» wnrde in Seatield lOxford» er- öffnet. Durch diese Station ist England mit Kairo drahilo» ver» buirden.— Nauen reicht viel weiter. Spanien« werberuf in Londo» hatte großen Zulauf der Arbeit?« loie», fir»nd ferl'g zur Reiie. vor dem ipaniichcn Konsulat zur Folge. Äl» ihnen mitgeteilt wurde, daß sie ssch die Reise selbst bezahle» müßten, gab» Lärm, so daß Polizei einschritt. Die britische verwalkung im Tauganchika-Terrilorlum. dem ehe» maligen Deutsch-Ostafrika, Hot die deutschen Gebiets- und Ortsnamen gewisser Distrikt« und Städte durch die alt»n Eingeborenen- bezeichnungen ersetzt. Der Distrikt Milhelmstol heißt jetzt Uscnnbara- disirikt, die Stadt Wilhelmstat Lushoto. der Distrikt Bismarckburg, am südöstlichen Ende des Tanganyikasees Ufipadistritt und der Hafen Bismarckburg am See selbst Kasanaa, der Distrikt Langen- bürg, zwischen Tonganyika und Nyassa, Nungwedisttikt.und seine Hniiptstodt Neu-Langcnburg Tukuyu. Wiedhosen am Nyossosee heißt setzt Manda. Keine Pest in Polen. Ter polnische Minister für öffentliche Gesundheit stellt fest, daß die«in Ausland verbreitelen Nachrichlen über das Auflreten det Pest in Polen falsch seien. Bisher ttl dem Ministerium weder auf amtlichem, noch auf privatem Aege von einem Penfall Mitteilung gemacht worden. Die Samorra in Ehicago. Zu d« Verhaftung einer i t a- lienischen Mörderband« in Chicago, die 18 Morde auf dem Gewissen hat, meldet die Paris«„Chicago Tribüne", daß all« diese Morde sich in„Kleinitalien" zwischen der Grant- und Ehrlesttefttaß« abgespielt hoben, und daß sie sämtlich auf Befehl der Kamorra in Italien erfolgt sind. Die Ehicago« Polizei stellte fest, daß in allen 18 Fällen die„Todesurteile" der Opf« von der Kamorra nach Am«ika gekabelt werden waren.— Inzwischen ist aber, trotz der Verhaftungen, ein gewiss« Joseph Sinacola inmitten sein« Kinder gestern erschossen worden. Auch in diesem Falle dürste es sich um einen Mord der Kamorra handeln. Geschäftliche Mitteilungen« ktraftwasen»»» Heeee»beständ«n werden durch die Beichitreuhandaesellflbaft A.-G., Zweigslell« Deesden-A., Bismarckplaß 1. vom 25. August bl» 3. Tepiemdcr ausgeschrieben. Wir oerweisen aus die heutige Anzeige Im Inseratenteil. «ettevbericht bi»«onnta« mittag: Vorherrschend hell« und meist trocken, spater im Netten Trllbung uud etwa« Regen bei nwnia ge- öndetten Temperaturm und aujsttjchcnöen östlichen Suchen. Wirtschaft vom Wieöeraufbou Noröftankreichs. Lsn europäischen Sozialisten kommt das Verdienst zu, den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete Frankreichs von vornherein als das Kernproblem der Wiedergutmachung be- zeichnet zu haben. Immer wieder ist auch in Deutschland darauf hingewiesen worden, daß der Geist des Hasses und der Roche erst dann weichen wird, wenn diese Eiterwunde am Körper Europas geheilt ist. Die kapitalistischen Regierungen jedoch haben es mit dieser Kulturaufgabe nicht besonders eilig gehabt. Auch die fran- zösische nicht, eine Tatsache, die anläßlick) eines vom sranzösischen Gcwcrkschaftsbund veranstalteten Kongresses über den Wiederaufbau zur Sprache kam. Ja, vo i englisch-sozialistischer Seite wurde der Pariser Regierung ganz offen der Vorwurf gemacht, daß sie den Wiederaufbau verzögere, um die elende Loge der Ge- biete und ihrer Bevölkerung politisch auszunutzen. In der Tat ist im Häuserbau, wohl dem wichtigsten Tcilslück des gesamten Werkes, nur ganz mangelhaft geschafft worden. Einige interessante Zusammenstellungen über die Lage in dem schwer geschädigten Departement d u Nord fanden sich in letzter Zeit ün„Petit Parisien". Nacheinander wurden da zahlenmäßig belegte Angaben über den Stand der L a n d:v i r i s ch a s t und der Industrie gemacht. Von rund 279 lW> Hektar Ackerboden und Hektar Gärten waren im Jahre 1929 noch etwa 19 999 Hektar unbebaut, im Jahre 1921 nur mehr 3509. Die Weizen- anbauflache dieses Gebiets schätzte, man 1979 auf 9,5 999 Hektar, 1921 aut 108 999 Hektar. Der Gemüsebau hat sich vollkommen erholt. Obstkultur und Blumenzucht liegen noch gänzl'ch danieder. Es ist aber unverkennbar, daß der französische Bauernstand große An- strengungen macht, die alte Produktionshöhe wieder zu erreichen. Der Viehhaltung sind die deutschen Lieferungen nicht unbe- trächtlich zugute gekommen. Dcr Pscrdebesteud des Norddeparte- ments beläuft sich auf 81 Proz.(56 709 Slück) öt Vorkriegszahl. An Maultteren zählt man 6S99 gegen 2599 im Jahre 191Z. An Rindern sind 290 990 gegen 300 000 vor dem Kriege vorhanden. Achnlich günstig l'caen die BerbäUniffe beim Borstenvieh, dagegen hat sich dcr Schafbestand auf 30 bis 56 Proz. der Zahl von 1913 verringert. In welchem Zicknnde sich die Industrie des Departements im Herbst 1918 befand, dos ist aller Welt bekannt. Es war, w-e auch der„Petit Parisien" betont, so gut wie nichts mehr da. Und dabei hatte man im Juli 1914 folgende Werkstätten im Betrieb festgestellt: Ernährunasindustrie 4694. chemische Industrie 816, Kautschuk. Papier. Karton 137, Textilien 2259. Konfektion 3719, Stroh, Federn, Haare 68, Leder und Häute 1991. Holzindustrie 2974, Mctallaewinnvnq 34, Metollocrarbeituno 3388. Steinarbnt 280, Bauindustrie 2431, Stein» und aebronnte Erden 767. Die(Sc- samtzahl dcr Arbeiter in diesen Industriezweigen betrug rund 457 999. Wie stehen nun die Dinge beute? Das Blatt gibt darüber Zahlen vom Anril 1921 und schreibt:„Die Bauindustrie, die Erd- arbeiten und die öffentlichen Dienlte kamen zuerst wieder in Be- trieb.... In der T e x t i l i n d u st r i c des Lillcr Arrondissements findet man von den 485 Fabriken 499. die arbeiten. Dabei erreicht die Wollindustrie 95 Proz. der Vo�krieoszett, obwohl von 189 999 Arbeitern nur mehr 95 999 beschäftigt sind." Diese Hobe Produktionsziffer trotz verringerter Betriebs- und Arbsiterzabl läßt auf Rationalisierung dieser Industrie schließen. Man bat ohne Zweifel beim Neuaufbau günstigere technische Anlagen aeschasten, die eine Verringerung der menschlichen Arbeitskraft und eine Intensivierung des Produktionsprozesses ermöglicht. Dcr Rückgang der Arbeiter- zahl läßt sich übrigens auch in allen übrigen Industrien feststellen, ist aber auf andere Gründe zurückzuführen. In der Branche der Ziegel und gebrannten Erden gibt es etwa 459 Unter- nehmungen mit mehr als 29 Angestellten— im ganzen etwa 29 999 Arbeiter. Zurzeit haben davon 6 9 P r o z, die Arbeit wieder aus- genommen: das Psrwnol umfaßt etwa 3 9 Proz. desjenigen von 1914. Die G t a s i n d u st r i e war im Norddepartement lehr blühend. Die Arbeitcrzabl beläuft sich nur mehr auf 18 Proz. der Vorkriegszahl. Don den 26 Fabriken von 1914 hoben 22 mit ihrem Betrieb wieder eingesetzt. Die keramische Industrie sieschäftigte etwa 6499 Arbeiter: die heutige Zabl erreicht nur mehr 48 Proz. dcr Vorkriegszahl. Die Metallgewinnungs- industrie beschüftizt heute etwa 39, die M e t a ll v e r a r b e i» t>i n g s i n d u st r i e 69 Proz. Bloß die Bauindustrie, hat ihre früheren Leistungen überboten." Was den gewaltigen Rückgang dcr Arbeiterzahl angeht, so ist der Hauptgrund im Mangel an Wohnungen zu suchen. Das französische Blatt betont, daß manche Fabriken mehr Leute ein- stellen könnten, wenn nur geeignete Unterkunft vorhanden wäre. Die Frage des Wohnungsbaues hat ja auch in den Verhandlungen zwischen Rathenau und Loucheur eine große Rolle gespielt. Deutsch- land muh olles tun, muß möglichste Bereitwilligkeit zeigen, um die Leidenszeit der zerstörten Gebiete abzukürzen. Nur so werden wir den Weg zur Beruhigung Europas erjolgrcich beschreiten und den Teil der Schuld sühnen können, den die Männer des kaiserlichen Deutschlands auf sich und ihr Volk geladen haben. swlc. Die Kohlenförderung des Ruhrbeckens im Monal)uli. Die Kohleiiiärderuiig des N u h r b e ck c n§ einschließlich der UnkSiheiiiischen Zechen hat noch den endgültigen Feststellungen betragen:.«_ ... ÄW"SS" Juli 1921 7 782 676 To. 26 299 334 To. Juni 1921 7 753 350. 28'/« 307 063. Febr. 1921 8 174 606. 24 340 699. Juli 1913 10150 347. 27 375 939. Die arbeitstägliche Förderung ist von 307 063 Tonnen im Juni 1921 auf 299 334 Tonnen im Juli zurückgegangen. Im Vergleich 4UM Monat Februar 1921, dem letzten Ueberschichienmonai larbeirs- tägliche Förderung 340 609 Toinieni war im Juli eine Minder- förderung von rund 41 300 Toiineii zu verzeichnen. Die Zabl der beichäfiiglcn Arbeiter betrug Ende Juli 1921 517 499 gegen 547 664 im Juni. Die Lagerbcstände sind von 231909 Tonnen im Juni auf 288 899 Tonne» im Juli gestiegen. Amerika als ZDarenlieferonk. Fast die Häls e des acht Milliarden Dollar betragenden Aus» fuh.hnndcls der Bereinigten Staaten b stand im letzten Jahr aus nur zehn Artikeln, von denen sieben durch Nahnrngsmittel oder Rohstoffe dargestellt werden. Zu alerst auf der Liste steht Roh- bäum wolle im Werte von mehr als einer Milliaroe. Als nächstes folgt Weizen in Höhe von 597 Miiionui Dollar. Die dei.te Stelle nabm im Vorjahr die o h l e ein, von der ungeheure Mengen zu hohen Preisen ocrschissl wurden. Dann, folgen als viertes Automobile im Weile vhn 298 Millionen, während Tabak an iünfler Stelle rangiert. Die sechste wird von B o u in- Wollstoffen eingenommen, deren Ausiuhr 838 Millionen Dollar erreichte, die siebente von Weizenmehl im Werte von 224 Millio- nen. Schmieröl joljp als achtes und den Teschluß machen Speck und Schmalz. Bon diesen gewaltig angeschwollenen Aussuhrsummen muß ein so großer Teil auf die Erhöhung der Preise info'oe der Geld- cntwertung zurückgeführt werden. Zur Nachprüfung, ob die Aus- fuhr dem Umfang nach gegen das Vorjahr gestiegen ist, Hot die Handelszeitschrist„The Na-ions Busineß" 52 Z'rtikel im Werte von je l'iber 19 Millionen Dollar aus die gemeinsame Gewichtseinheit des Pjunds gebracht. Danach ergab sich für 1929 ein« Gesamtzahl von 157,7 Milliarden Ptund, was gegen den Durchschnitt der Vor- kriezszeit— 85,5 Milliarden Pfund— eine Steigerung um rund 84 Proz. bedeutet. Die Zunahme gegen 1919 mit seinen 114 Millicrden Pfund war nicht so proß, be rüg aber'-' immer noch rund 38 Broz., also ein nanz beträchtlicher Fortschritt. Dem Umfange nach steht Kohle unter den ausgeführten Gütern an erster Stell«: mcht weniger als 90 Milliarden Pfund davon ver- ließen 1929 das Land, das ist m-hr als doppelt soviel als der Vorkriegsdurchschnitt und um 74 Proz. mehr als 1919. An Weizen wurden 13 Milliarden Pfund exportiert, das find 178 Proz. mehr als vor dem Krieg und 47 Proz. mehr als im Jahre 1 919. An Oel— zu Brenn- und Lcuchtzweckcn— wurden zusammen rund 12 Milliarden verschisst. Die Ausfuhr von Weizenmehl war um 25 Proz. geringer als 1919, aber immer noch um 89 Proz. höher als vor dem Krieg. Eine Reihe von wichtigen Gebrauchsartikeln sieht zugleich auf dcr Ein-und Aussrhrliste. Ame ika führt große Mengen von„Hoch- lan' sbaumwolle" aus und führt das feinere ägnotische und das gröbere chinesische Erzeugnis für solche Zwecke ein, lür die sein eigenes Produkt weniger geeignet-st. Virginia, Rord-Carolina und Kentucky-Tabake werden exportiert und Erzeugnisse von Kuba, Su- matra und der Türkei importiert. Ein neuer INeßpalast in Leipstg. Leipzig baut einen massiven Mcßpalost in bester Mcßlage zwischen Markt und Hnuptbahnhos: er wird schon im Herbst 1922 neben dem neuen Meßhaus Union eröffnet werden. In 6 Geschossen bietet es gegen 6909 Quadratmeter Ausstellungsraum. Dos Boukapital beträgt 12 Millionen Mark. 6 Millionen sind als Hppothckenkapital gesichert. Die anderen sechs Millionen Mark werden in Form van Aktien aufgebracht. Ein großer Teil der Aktien ist bereits gezeichnet und zwar durch Aussteller selbst. Deutschlands Vifeiiigung nn den Auiträg»n Sowjelrußlands. Der Vorsitzende der russischen Etsenbohnkommission im Zluslande, Professor Lamonosiow. erklärte einem Anssrager über die bisher gemachten Bestellungen: Es sc im in Deutschland bei 87 Firmen 1799 Lokomotiven und große Mengen verschiedenen Eisenbahn» Materials bestellt; nach größere Aufträge hobe Schwc- den erhalten, wo 67 Firmen an der Aussübrunp beteiligt seien: Bestellungen seien auch an die Tschechossowakei, Oesterreich und England ergangen, so z. B. an die Firma Armstrong olfcin auf die Lieferung von 1899 Lokomotiven. Des Eimressen der ersten 9 Lokomotiven wird Ansang September erwartet, vom Oktober ab wird die Lieferung größerer Posten, zirka 299 Lokomotiven monatlich, vor sich gehen. Die russisch-Italienischen Wirtschastsvechandlungen. Dem „Messagaero" zufolge sind die italienischen Verhandlungen mit der sowjetrussischen Delegation über ein wirtschaftliches Abkommen dem Abschluß nahe. Das Abkommen, das in Kürze imlerzeichnet werben wird, enthält in der Hauptsache folgende Bestimmungen: 1. Die gegenseitige Verpflicht unq, unverzüglich Verhandlungen über ein weitergehendes Wirtschakts- und H a u d e l s a b k o m- m en zu eröffnen. 2. Die Verpflichtung Rußlands, Italien dieselben Erleichterungen und Vorteile wie den anderen Ländern zuzugestehen.'3. Die Verpflichtung Rußlands, die Forderungen Italiens wegen der Rußland gewährten Kredite in billige Erwägung zu ziehen. 4. Die Ncrpstichtungen Sowjetrußlands und seiner Delegierten, in Italien sich jedes Versuchs politischer Propa- ganda im Königreiche zu enthalten. ArsieitStägkiche Ungarns Außenhandel. Das ungarische Staklststche Land�- zentralamt veröffentlicht die Ergebnisse des ungarischen Außen- Handels im Jahre 1929. Danach betrug die Einfuhr 8,5 Mil- lionen, die Ausfuhr 5,2 Millionen Doppelzentner, wobei auf Deutschösterreich, Tschechien und Deutschland der größte Teil dieses Verkehrs entfiel. Im Einfnhroerkehr wurden aus Tschechien 2 Millionen Doppelzentner Waren eingeführt. Aus Deutschöster- reich importierte Ungarn 1,7 Millionen Doppelzentner. Aus Deutschland wurden eingeführt 499 999 Doppelzentnor Stfz, 106 Doppelzentner Kohle und 299 999 Doppelzentner Eisen u» Maschinen. Im Aussuhrvcrkehr entfallen vier Fünftel a�s Deutschösterreich. 14. HunöestaZ öes firb�iter- Radfahrer- bunües„Solidarität". Der Bundestag des Arbetter-Radschrerbundes„Solidari'ät" tagte vom 13�— 16. August im Bollspark in Halle Es waren 198 Dele- gierte und Vorsianusmitglicder anwe.end. Ais Gäste waren Vertreter lderSchweizerischenBundssorganisation.der Zentral- , trmmission für Sioit und Körperpflege, des Arbeiter-Turnerbundcs ! und des Arbeüer-Samarüerbundes erschienen. Bundcsvorsitzendcr Riemann gedachte in seiner Erössnungs- l o::e des Löjahrigen kiubüLums des Bundes, das in diesem Jahr ge- ieiert wurde. Der Bund könne mit Befriedigung auf seine Tätigkeit in dieser Zeit zmückblicken. Heute zäy.c er 2 9 9 9 9 9 Mitglieder, die in 3999 Ortsgruppen vereinigt feien. Am zweiten Verhandlungstag erstattete Tundrsvorsitzen. er Niemann den Geschäftsbericht des Vorstands für die beiden letzten Jahre. Niemann besprach die erfreuliche Entwicklung des Bundes und teilte mit, daß es gelungen sei. ab 1. Januar 1929 die Verschmelzung der Chemnitzer Unter- stützungsr-rreinizung für Radfahrer mit dem Bunde zustande zu bringen. Da? anläßlich der Unruhen in Mitteldeutschland für den Regierungsbezirk Merseburg criasscne Radfahrverbot sei wieder aufgehoben worden Gegen die Auflösung einer Ortsgruppe habe der Vorstand im Lerwai ungsstreitversahven Klage erhoben. Ten Kassenbericht gab Zimmermann- Osfenbach a. M., der den Kajscnabschluß erläuterte. Die Ausgaben feien weit über den Voranschlag hinausgestiegen, das habe auch einen Rückgang des Ver- band: Vermögens im letzten Jahr verursacht. Eine Beitragserhöhung sei deslm b nicht zu umgehen. An die Geschäftsbericht« schloß sich eine ausgedehnte D i s k u s s i o n. in der die Delegierten sich im allge- meinen mit der Tätigleit des Bundesvorstandes einverstanden er- klärten, aber zum Teil Wünsche und Beschwerden vortrugen. Ver- langt wurde u. a., daß der Vorstand sich mehr um Jugendpflege kümmere. Es müsse alles getan werden, um auch die Jugendlichen für den Bund zu gewinnen: man solle ihnen Vergünstigungen ge- währen. Sehr eingehend wurden die Grenzübcrschreitun- gen behandelt und dabei geschildert, welche Schwicrigtenen besonders von der Tschechosiowakci gemocht werden. Am 4. Verhandlungsrage referierte Wi l d u n g- Leipzig über: Zenlralkommission und Sportinternationale. Er'zeigte, wie die Arbeitersportbewegung nach dem Kriege an Be- deutung gewonnen hat. Ter Sport habe in Deutschland«ine große Zükimst. Die Bürgerlichen erblicken im Sport das einzig« Mittel, um las Volk wehriähig zu erholten. Für uns gelte es nun, dl« günstige Situation für den Spoit auszunützen und nicht still zuzu- sehen, wie die Bürgerlichen die Frücht« einheimsen. Auch der Arbeiter-Radfahrerbund müsse den Sport mehr ausbauen und ver- suchen, die Z u g e n d an den Bund heranzuziehen. Wir lehnen den Wettbewerb im Sport nicht ab, wir wollen ihn aber in vernünftigen Grenzen hasten. Wildung oerbreitete sich hierauf im einzelnen über die Tätigkeit der Zentralkommifsion für Sport und Körperpflege. Es fei anzunehmen, daß von den vom Reich für die allgemeine körperliche Ertüchtigung bewilligten 2 Millionen Mark die Arbeilerspartverbünd« 1 Million Mark erhalten. Auch Fahrrpeisermäßigung sei durchgesetzt worden. Das Verhältnis gegen- über den bürgerlichen Sportrerelnsn präzisierte der Redner dahin, daß es keine Sportgemeinschast mit diesen geben lönne. Wir sind und bleiben Kampscrgap.ilotian dcr Arbeilerklasie. Aus die internationalen Beziehungen eingehend, sagte Redner, daß diele seit einigen Jahren wieder angeknüpft seien. Aus dem letzten Internationalen Kongreß in Luzern sei ein Programm auf- gestellt worden, das im sozialistischen Sinne gehalten sei. Der 2. Internationale Kongreß soll im nächsten Jahr in Leipzig und im Jahre 1928 soll die 1. Internationale Arbeiter- Olympiade siaitjindcn. Im Juni nächsten Jahies w.rde anläßlich des Bunkecsestes des Arbei�erturnerbuntes die 1. deutsche Arbeiter- O ympiade abgehalten, an der sich alle Ardeitersportoerbände Deutsch- lands betelligen. Da solle gezeigt werden, was der deutsche Arbeiter- spart leisten lönne.(Lebhojte Zustimmung.) Die weiteren Teratungcn des Bundestages betrasen mehr interne Fragen, im besonderen die Abänderung des Statuts. Der monatliche Bundesbcitrag wurde um 15 Proz.(von 40 Pf. auf 1 M.) erhöht, und die Unterstützungssätze um den gleichen Prozentsatz. Die erhöhten Beiträge treten am 1. Januar 1922 in Kraft. Abgelehnt wurden Anträge, daß die Erlaubnis zu 10-Kilomet«r-Rennen ausge- hoben wird. Annahme sand eine Entschließung, die von den Bc> Hörden fordert: die Freigabe aller Fußwege und Banletts außerhalb der O-stchasten für den Radfahrvcrtehr: die unentgeltliche Freigabe aller Turnhallen und Schulplätze zu Uebungsstunden der Rodmhrer: die Umwandlung der Reitwege in Fahrradwege: die Abschaffung der Radfahrkarle: die Auil>ebt>ng der Besteuerung der Fahrräder: Er- Mäßigung der Gebühren für die Beförderung von Fahrrädern. �iWlilMMlüliii� S 325 S S 425 1 �illllilllllHIiillll IIIIlF Schulmeister �'Jlllil'KIIIIIIIIItll! I 375 jiiiüiiiiiiüiuiiriüifc U 495= ttüiisiwraiiniiiiiiiiir Dresdener Strafe 4 Kottbuser Tor iiinmiiimiiil� jjlimniiiiiiiiiiiiiii iisk = 4�5 M �»iMiHiiiiiiiinir 0 jJlllilllülllllltlllllülüla i 70ö S �llliiiiiiiliiiüiiiniiiilia Kautabak s Niederlage G. A. HanewacKer. Nordhaus'en Gnmm&. Tnepel Nordhausen Fischer& Herw g, Hann. Münden M. Hausen jr., Madersleheo. Joseph Uonis, Ratibor >. 2. paslsirafpe 12 Teleotlun; ZcnMim an Pünrtler'~%sn fies Ziefietthals anw VerHuni nur 01 Nntzeisen jeder Art: Rund-,'jz-luch-, O-undrat- u. Bandcisc», Gas-2icv«-!liolirc, T-T'rnacrtt.U Eisen, �eldschmiedcn und Ambosse sofort ab Lager lieferbar, Felix Kohis, Berlin C. 23, Dirckseustr. 12, Moritzptatz 12072. Ecke BoUaircstratze. Moridp'.aN 12073.> WintermaaLel für Damen, Herren und Knaben, in den Preislacen 150.—, 175— und 200.— Mk Einzelverkauf werktäglich von $—4 Uhr- Händ er u. Besucher auswärt. Märkte höh. Rabaitl Lolat 6. m. d. H., Berlin- Friedenau KaiBernllee 64/65.— Telephon; Rheingau 1188. Straßenbahn; F. I, L, O, W, Sl, 66, 69. Ringbahn; Wilmersdorf-friedenau. ® Der Wassersport® bietet eine Hauptgrundlage für die künftige sportliche Erziehung des deutschen Volkes. Unter diesem Gesichtspunkte bauen wir unsere, für die Allgemeinheit bestimmte Wassersportanlage am Wannsee, Station Nikolassee, wo JailQritiaiin in der Lage ist, sich dem Wasgeraporl zu widmen.— Um allen»porureibcn- den Vereinigungen Gelegenheit zu bieten, den Kanusport kennen zu lernen und sich zu trainieren, stellen wir SporltWClwon und Schulen für das kommende Jahr 106/15 20 Trainerboote Vierundzwanzigsitzer, 11,20 m lang unantneltlich zur Verfügung. Nähert Bedingungen sind von uns zu beziehen: NordflugaWerke m. b. H«, Teltow, ©Nordflug a Kanuhaus Wannsee m, b. H., Wannsee, Nordiluga Verkaufszentrale, Berlin, Wilhelmstr, 42 a ............«Uli in ii................ wi ii■m—m mm............................................> Bettstelfen mit Seegras-Auflage, kompl. v. Mk. 650.— an Höbe! jeder Art, trotz Lohnerhöhung niedrige Pieise, auch auf ToHzabiung bei Klemer An- und Abzahlung Grebler Wolnbopsrnwoc 4 am Roaenihaler Fiat; »le AMreihsm*r derLslbcsfraäilt von Univ.-Profelforenl ll.6totlahna.6.Ra>ii)iaelif Wichtig tör Eheleute. AerzteX und Hebammen! Preis M. 2,— Buchhandlg Vorwärts� Berlin SW. LindenUr.Zl w vV VWh>i. Marder'\2i rtziaU). Kaiaiog für 2 Mk. sranko. 5e» loZzkren! °r.5'.?aw''!IS!!M!dL! v. Ilaulausschlae, vlcch-! ten. Nein- u. Xcampi-I ailerxeschvllcen, prost- 1 schallen, Hämorrhoiden I ein hesibewälirles und I schncllheilendes Miltel. I Orel-Dose625u.l2.00Ai.l Elefanten-Apotheke, Berlin SW 213 • I eipiiger Str. 74 Uünhoffpl.S m. b. H. Kleider-Vertrieb G. Hauptgeschäft: Kommandantenstrasse 80-81 2. Verkaufsstelle: Osten, Warschauer Str. 33 3.„ LichtenbergIFrankfurterAllee82 4.„ Neukölln, Bergstrasse 29 Achtung? Achtung! Diese und nächste Woche besonders preiswerte Angebote in folgenden Artikeln: Herren-Turnschuhe 15M25M330 Kinder-Turnschuhe...12M 15° do. Ä1!S5 27/30 23-26 mit Spang«(j.jj Z ill 7,50 Leder-Sandalen 35M33Sfl27M2250 H h'osen 48ra520085038F11875187M Knaben-Hosen ä 900 1075 1250 Herren-Hemden........ 24°° 28°° Herren-Unlerhosen 20°° Außergewöhnlich büligl Damen-Kostüme auf Halbseide gefüttert, blau u, schwarz M. 210®° Herren-Anzüge Nr. 10 gute Verarbeitung......... M. 140°° VerkaufssUlla der Erzeugnisse der stadtischen Blindenanstalt. t t x.x.n.i.KJO*.*.*.'»J"-''>-'>-* HAjf« Theaterztichtspieleetc. J Deutsches Theater 71/, Uhr; Potascb». Hertmutler Stg.7'/i: Potasch a. Perlmutter KaiBDierspiele 7Vz Utir: Der Herr, der die Maulschellen kriegt Stg. 7Vt Uhr: Der Herr, der die Maulsctiellea kriegt Gr. Schauspielhaus (KarlstraSe) 8: Die Weber(Auß. Abonn.) Stg.�; DieWeber( Aufl.Abon} Theater i. d. Kdnigpratzer Str. J.lSa- Notruf Dramavon Herrn. Sudermann Berliner Theater AUabendiich 7- Uhr; Volksbühne Thealer am Bülowplatz iv. utm Der Opernball Tessing-Theater Allabendlich I'/jUhr: Die Ballerina des Königs (Leopoldlnc Konstantin) Oentsehes RiinsüEF-ThEatEr 8 Uhr, zum 1. Male: Valetti, Waßmann, Herrmann GASINO-THEATER Lothringer Sir. 37— Tägl.'/«8 Das neue Erbftnungs- Progr. mit der Spltzbubcnposse Sxzellenz Sßaxe. Vorher: Das laktige Singspiel Und wem es just passieret Sonntag 3V, Mlttelnrres«. Koraodieuhaus 7.30 Uhr: Der blonde Engel Oeiitrai-Thea&er 8 Uhr; Jlonka Dcntwch.Opei'nhaus 6 uhr; Loheugriu ■<'rip/, Uhr Albert Bassermann vi„Traumulus" Montag, 22. 8., zum I. Male: Totentanz Paul Wegner, Irene Triesch, Paul Biensleldt Admirals-Palaat 7V2Uhr: Abrakadabra Morgen 71/«: Abrakadabra Haas» Neye- Ballett sowie der große — VarletC'Spiclplun— Rauchen gestatio! Theater, a. KottbuserTor Tel.: MorltzpL 16077 Täglich 7V. Uhr Elite- Sänger — 10 Herren!— Witz! Komik! Urkom. Typen I Größter Lacherfolg f Vvkf.tMVau.4-6Uhr I sowie der weitere Variete-Spielplan Vorvcrknai 11—1 Uhr Reietisballen-Tlieat. STETTINER üSXNGER Anf 7V,Uhr Varletä.DBah.- Brettl; Saal u. Garten Internationales Aiiguat- Pragramai I Opium! Träume Ein eHÄromsgwcWch te mit 24 Damen sowie 10 SeBsatienen I Behrendt raße 54 7»/s Uhr: Das sensationelle Saison-Eroffnangs- Programm Berliner Prater Kastanien-Allee 7—9 International» Ringkampfe Konkurrenz :: Variete:: iS THi -iMZOO, � AieiBkL � 5- am � Genossenschost für oolla- tvlrlschufll. ftnlfnracbeilen E.®. m. b. ö- Berlin-Friebcnou. Ringstr, 30. Bilanz per 31. Dezember 1920 Aktiva Äatffl-Ronto... 14289,60 Bank-Kcnto.... 49 071,25 Postscheck-Konto.. 1 424,— ScflcibunQe-Roitto. 3 595,70 (bcrätepart-Stoiito. 13 6G6,;tO Rontotorrcnt-Ronto. 366 105,09 Sa. 448151,94 Passiva Rontofutcent-Ronto: 1. Reg.-Houptkassr 400 000,— 2. Lfbe. Rre bitoren 47 651,94 Genossmsch.-Rnnw. 500— Sa. 448 1514)4 Dir Tesamthastsumme der Genosse» betrug am Schluß de» Grschäftsiahrrs 800 ML. Zahl brr eingetretenen Mitglieder 8, Zahl der ausgetretenen Mit- glieder keine.' 3738b Der Vorstand. SchtnbeiHauer. Wurm. k\\$m. OrtskrankenKasse der Stadt BUhöDeberg Bekanntmachung. 3t 1 dem am 9. 8. 1921 Oer Öffentlichten VII. Nachtrag zur Rassensaßung wirb hiermit de kannt gegeben, baß die Aende- rnng des K 82(Erböbung der 3abl der Barftandsmitglieber oon 9 onk 12) erst bann in Rrost trete» wirb, wenn die Bereini- gung unserer Rosse mit der All- gemeinen Oriskrankenkasse für Berlin-Äriedenau bzw. derLonb- kronkenlasse Berlin-Friedenau erfolgt.(Enisprrchenbe Bekannt- machung wirb f. Z». ergeben.) Berlin-Schönebrrg, 9.17.8.1921 Oer Oorffaa* Schaidt, Fritz SenB, «orfttzenber. Echriftslibrer. Die in Dresden.N., Königsbrücker StraBe(Artillerie- Werkstatt, Eingang gegenüber dem Festungsgelängnis) vorhandenen Bestände von neuen Lastkraftwagen gebrauchten Personen- und Lastkraftwagen sollen durch Ausschreibung verkauft werden. Verkaufsbedingungen und Bestandsliste können gegen Einsendung von 3 M. durch die Reichstreuhandgesellschtft A.-Q., Zweigstelle Dresdcn-A., Bismarckplatz I, bezogen, am Standort der Fahrzeuge oder während der Technischen Messe In Leipzig auf unserem Stand vor Halle 6 entnommen werden. Dort befinden sich auch Musterfahrzeuge und wird jede Auskunft Uber die Ausschreibung erteil«. Angebote müssen versiegelt bis spätestens 7. September 1921 bei untengenanmer Gesellschaft mit Aufschrift „Automobilausschreibung� eingegangen sein. 122/1 Dresden, den 20. August 1921. ReichstreuhandgesellschaftArG. Zweigstelle Dresden. Bismarckplatz 1. |EIDiLa NAUHANH eSISIDSM Vertreter: Emil Halbarth BERLIN WS, Frledrlchstraßo 55a TELEPHON: Zontrum 10440 Metall ankaolsstelle Osten, Grüner Weg 8fi zahlt Tagespreise für Kupfer, Messing, Blei. Zink etc. Meine Flechte für deren Beseitigung mir von Aerztrn alle möglichen Mittel verschrieben wurden, die aber balfen, ist(rtt durch Flechtenbolsai logmine StttiionlMeSpoBOati Am Sonnfag, den 2. Oktober 1021. oon S— 1 Ahr notmlffags. finden im ftaffcnlokaf, Spandau, Aatans erring 170. die Wahlen zum Ausschnst der Allgemeinen Ortskranfrnfasi« Spandau|üt Arbeitgeber und Ardeitnebmer getrennt statt. Gewählt wird gemäß§ 15 der 31550. noch den Grundsäßen der BerhältniswabL Zu wählen find 60 Ausschuß- Mitglieder, und zwar 20 Arbeitgeber und 40 Arbeitnehmer, so- wie 40 Ardeitgeber-Stellverfreter und 80 Arbeitnehmer- Stell- Vertreter. Fllr die Wahlen find dem Borstand der unterzeichneten Rasse Vorschlagslisten, getrennt für Arbeitgeber und Arbeil- nehmer. bis spätesten» 3. September 1921 einzureichen. Di- etnzrlnen Bewerber sind unter sortlausender Nummer aus- zufuhren, welche die Reihenfolge ihrer Benennung aitsbrsttfi und nach Familien- und Vornamen, Berns und Wohnort zu bezeichnen. Bei Berficherten ist auch der Arbeitgeber, bei dem sie beschäftigt sind, anzugeben. Mit den Wahlvorschlägen für Bersschert» ist von jedem Bewerber eine Srtiärung darüber vorzulegen, daß er zur Annahme der Wahl bereit ist. In jedem Wahlvorschlag ist ferner ein Vertreter des 5LahivorschIag» und ein Stellvertreter für Ihn, au» der Milte der Unterzeichner, zu bezeichnen. Die Dahlvorschläge müssen von minbesten» 10 Wahlberechilgien der berechneten Gruppe mit zulammen Stimmen unterzeichnet sein. Sie Stimmen- minbesten» 30 abgäbe ist an diese Wahtvor|a>iage geounoen. Die eingereichten Dahlvorschläge liegen vom 12. bi« 30. September 192 L während der Dienststunben von 8 bi« 1 Uhr im Rassenlofal. Spanbau. Askanierring 176, zur Sinsscht aus. Wahlberechtigt und wählbar sind die volljährigen deutschen Arbeitgeber und Versicherte der Allgemeinen Ortsfranfenfasse Spandau 1921 zur Einsicht ans. Einsprüche gegen die Richtigkeit der ssch ans den Ardelt- geber- und Mitgiieberverzeichnissen ergebende» Wahl sind bei Veemeibung des Ausschiusse» mindesten, bis zum 24. September 1921 unter Beifügung von Beweismitteln bei dem Vorstand der ttnierzeichneten Rasse einzulegen. Ferner Hai fich jeder Wahlberechtigte bei der Wahlhandlung mit einer Legitimation zu versehen. E» ist die» sstr bie Arbeitgeber die letzte fällige Beitrag, guitluitg bzw. Posticheckabschnitt, tiic Versicherte die Mitgliebsfarte ober eine vom Arbeilgeber ausgeftellle Bescheinigung, baß der Betreffende am Tage der Wahl noch in Beschäftigung steht. Die Stimmzettel müssen von weißer Farbe und 10X3 cm roß sein. Im übrigen machen wir ans die Wahlordnung, die er Saßung angefügt ist, mis der alle» Nähere zu ersehen ist. aufmerksam. 8,3 Spandau, den 19. August 1921. Oer Aorftnn» der Allgemeinen Orlnkrankenkesse Spanbau. ®. Richter, Borstßenber. Ab Oberbaumbrücke nach Ken-Kerittgsilorf L« tätlich außer Sonnabends Wollersdorf. Sehlense Abf. Sonn». 8.15 v.u. 2 n.Wochertnurb v. AuSerdem jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag durch die herrlichen Havelseen über Potsdam nach Ferch«m Schwlelowsee. Abf: 8 3OMarschallbr0cke, Friedrichstr, 9.1S Chat �Tegeler Weg. Reederei Kleck, Falckensteinst 48.MpI 8197 Kleide Dich billig, elegant! im Leihhaus Moritzplatz 58 a Wmeiie gltsiWleMe Bctün-MinetsDi Bekanntmachung! Auf Grund des ss 79 der Satzung find Mr die Wahlpe bis 31. Dezember 1925 in getrennter ZLahthanbluug zu wä 20 Brrlretrr und 40 Ersaßmänner tmt bei Mitte Ärbeitgeber und 4« Vertreter und 80 Ersatzmänner aus der ZWttc Versicherten. Die Arbeitgeber wählen am Dienstag, den 4. Oktober'' nachmittags von 4—8 Uhr im Kassenlotal, Kaiser-Allee l. (I Treppe) und die Arbeitnehmer am Mittwoch, den o. tober 1921, von 11 bis 7 Uhr ebenfalls im Kassenlokal, Kc. Allee 173 a(1 Treppe). Die Wahl wird durch den Vorstand geleitet. Bezüglich der Wahlberechtigung sowie Wählbarkeit der sicherten und der Arbeitgeber verweisen wir auf die Bestimmu. im tz 79 der Satzung. Die wahlberechtigten Arbeitgeber und Versicherten wr hiermit aufgefordert, Wahlvorschläge gesondert für die l ligten Arbeitgeber und Versicherten dem unterzeichneten stand bis spätestens zum 5. September 1921 unter der Adrc»., Wahlbureau der Allgemeinen Ortskrarrkenkasse Berlin-WUmersdorf, Kaiser-Allee 173 a, einzureichen. Die Stimmabgabe ist an diese Dahlvorschläge gebundei' Verbundene Wahlvorschläge werden nicht zugelassen. Ueber die Aufstellung, Unterzeichnung, Prüfung und, lassung der Wahlvorschläge, über den Gang der Wahl, Stü abgäbe. Stimmzettel und Schlutz der Wahlhandlung gelten. Bestimmungen der Wahlordnung, welche im Kassenlokal erl Uch sind. Stimmzettel müssen 10 XL Zentimeter groß i von weißer Farbe sein. Die aus den eingereichten Wahlvorschlägen fich ergebe.? Anstände müssen bis zum 18. September 1921 beseitigt, Bis zu diesem Zeitpunkte können Wahlvorschiäge auch zu genommen werden. Die zugelassenen Wahlvorschläge m während der Zeit vom 19. September bis 4. Ottober 1921 Kassenlokal während der Zeit von 8'/, Uhr vormittags bis 1. nach nittags zur Einsichtnahme für die Wähler aus. Daselbst können auch die Arbeitgeber» und Mitgliederr zeichnisse eingesehen werden und etwaige Einsprüche gegen Richtigkeit der sich aus dem Mitgliederverzeichnis ergeben Wahl- und Slimmberecktigung bei Vermeidung des Ausschlu spätestens vier Wochen vor dem Wahltage unter Beifügung f. Beweismitteln geltend gemacht werden.* Der Wahlausschuß ist befugt, die Wahl- und Stimmber tigung jedes Wählers bei der Wahlhandlung zu prüfen. Wo ausweise werden auf Antrag der Wahlberechtigten in der � vom 2H. September bis 4. Oktober 1921 von vormittags bis 1 Uhr im Kassenlokal ausgestellt und sind zur Wahlha-,. lung mitzubringen. Desgleichen können sich während drc Zeit die Arbeitgeber descheirngen lassen, wieviel Stimmen i« führen.' � � Das Wahlrecht kann nur in Person durch Abgabe d. Stimmzettels ausgeübt werden. Zum Wahlraum haben nur die Wahlberechtigten Arber ?rber und Kcrssenmitg lieber Zutritt. Im übrigen gelten fi ie Wahl die ent,prechenden Bestimmungen der Satzung un der Wahlordnung. Berlin-Wi'mersdorf, den 19. August 1921. 8 Der Vorstand. A. Engelherdt, Borsitzender. O. Toltmitt, Schriftführer ZäckEtt-Aniiige. elllsw�z, lllzles teils aut Zeiäe. jetzt 580— SvO M. tiummlmäntel 399 dt. sserner Damen- Kostüme.-Mllntel, enorm dilNx! pelzwaren SO% billiger: kreuz- füchse, Zobel-, Blau-, Weiß-, Silber- föchse, WÖIfe,Luchse. KeineLornbard«. Verkäufe Pracht»! »"J. billi trn. iget Sifberfüchs«, ilafüchs« usw. ück Srafmäntel, pfar«, 50 bis 75 Pzvz. als im Laden. Reine Com borbwate. Leihhaus Brunnenstraße 5._______ Stbizischee Rreuzsuch,. selten schön, 350,—; außerdem prachtvoller ffiübetfudis, billig verkäuflich. Golbmonn, -Aletanbrinenftr. 44, vorn II. ReeuzsAchse. nobelfüthfe, Alasfasllchse abelhaft billig! Reine kam. Hardware. Leihhaus Brun- nenstroße 5._____ Reenzfüchse 2N, Silber- ckife, gobelfüchfe. Srou- _____ e. Prachlexemploze. Nie» euauswahl zu bebeuienb herobgeseßten. spottbilligen Sommerpreisen. Weinstein, Libouerfteoße 5, Fohrwerbin- dnng Hoch-, Siobibohn War- schauerbrück»_ 124R* Reeuzfüchse I0Ö.—, Röbel- füchse, Blaufüchse. Silber. iüchse. Seltene Gelegenheiten. Senfotionsfornmetpretfe. Anzüge, Hofen, Uheen, Golb- waren Spottpreise.(Reine Versaßware.) Fahrvergütung. Vfanbleihhau», Schänbauser Allee 115.(Ningdohnhof, Hochbahnhof.)______ 161 R» Rreu, füchse 275.—, Pracht- ejcmplote, gobelfüchs», Stau- "ife, Silberfüchse, Alaska- jfe, Wälfe, Skunks. Her- renpelze, Sealmäntel sowie Pelze aller Art 60 Pro,, her. abgesetzt. Jedes Stück ein Gelegenheitstous. Teit, Nol- letibacfplaß. Eingang Raa- enstraße N Silberfüchse SM,—,. Streut- füchse 200,—, Wölfe 400,—. Weißfüchse, gobel-, Alaska- suchse. Skunks, Marder enorm billig. Pelzmäntel 1500,—. Sportpelze 760,—, Gehpelze. Ferner: Herren. onzüge, Ulster, Euiawan», Rostllme, Mäntel, Teppiche, Gardinen. Wäsche oerkaust Leihhaus Moritzplotz 58t. Reine Lombardware._ ISIR* Reenzfüchse, Silbersllchse. Alaska'üchse. Epsttbilliger Verkauf.«elrgenheitskäuf» von Berrengorderode. Reine Lombardware. Leihbaus riedrichstraß, 2. Hallefches !ar._* nichts hl Reicher, verschwunden. Sa schreibe» viele. M. 12,50. Rrenzfüchse 85,—. Sämtliche Beizarten Hälfte herabgesetzt« Sommerprets». Rein» La«. boebwore. Leihhau, Aasen. ihalerior, Ltnienstraße 2<>S/«. Ecke Rosenthalerftraße. I87R» Anzüge, 256,—, Eavereoat 375.—. Gummimäntel 275,—. tosen 45,— Friebenastasse. eine Lambarbwore. Leihhaus Raseniholerior, Linienstroße 203/4. Ecke Nosenihalerfieatze. MonatssnzÜge, Gummi- Mäntel van 250.—. Neue Serrengarderabe vertäu'» zu Engrospreisen an Privat» künden Alexonderftraß« 28«, ha�»"»err»• Röcke, Fuchakeaqen, Gardinen, Wäsche. Goldtdaren. Riesen- auswahl. Reine Bersetzwore. Leihhaus, Boxhagenerstr. 47, Hvlteiecke.____ ISSR* Leihhaus Friebrichstraß: 2 t Hallesche» Tot) verlauft spottbillig, Herrenanzüge, Eutawags, Ulster, Schlüpfer, Hosen. Reine Lombardware. Herrenanzüge, Schlüpfet, Ulster usw. au« modernen, hallboren Stoffen und gu- taten, erstklassig verarbeitet, äußerst billig. 350.—. Frank» snrier Allee 341< Schiefischer Bahnhof.)• «eekanse---- g erstklassigen «ehrockanzug, Iackettanzna, Eutawoyonzug, Hose. Dein- gorken, Prinzenstr. 83._(63/15 Anzüge, wirklich gute Stoffe, feine Verarbeitung, 325,—. Erfraonfeeiigen 75,— mehr. Billigste Bezugsquelle für Wieberverkäufer, Privat- Personen. Werkstatt Elsasser Straße�zmanzig.hochporterre. •tiWau Schoneberg. Se- donstroße 1, aegenübrr Bahn- hvs. beleiht hächfizahlenb alle». 6tlt« Berkauf van Wertsachen. Stephan 2033. Richard Eichelmann. 101R* Ehaiselongnea 206,— bis 575.—. Umbouplüschsotas, Auflagmateatzen, Pafenfma- teatzen 100,— Wolfer, Star- gorberfiraße achtzehn. Rleinste Anzahlung und kleine Abzahlung genügt, um sich eine komplette Woh. nungseinrichfung zu beschaf. fen. Große Auswahl auch einzelner Möbel. Möbel. Groß, Große Feantsueter- straße 141, Invaftbenstraße 5, Lautoweek(Lausitz). Siedlung Süd. Hau» L 169»» .Musikinstrumente Pianaa, großes Lager»euer und gebrauchter Instrumente. Scheret Ehausseestrafie 105. »ilige Piana». llavierted). nlsche ffierfflott, Möckern. straße 85, nur Gelegenheit»- kaufe.• Kaufgesuche Faheradankaus, straße 15. Linien« 149R* Spiealbsheee, Holzschrauben kaust Morgenstern, Sich- tenderg. Weichtelftraße 18. RsksaN. Goldschmied, kauft zu günstigen Breiten: Pia- tin-, Golb-, Silberbtad), un- mobeenen Schmuck. Fahnge- bisse. Brennstifte. Eigene Verwertung. Gotbwaren- Fabrik. Brunnenfiraße 168. Schallplatten. Walzen, alte kauft Metallkontor W. John. Alte Iakobftraße 138(Halles(che» Tor). «haiselsnaue 100�-, Chaise. longuedeck« 75,— ästetallbe!. ten 180,—, flinberbrahlbett. Meicke, Augnststr. tz2a. Quer- gebätide.......... ls3* «rgünzangamtbe! An. kleidescheänke, Nußbaum, Eiche; Waschkommoden, Bett. stellen bito. Büfett», Nuß. bäum, modern und mit Säu- len, Trumeaus, Safaumbnu- ten, PalsterniSbel. Reichhat. tigste Auswahl, außervedentlich preiswert. Berliner Möbel- hous. nue Sübaftrn, Skalitzer- straße 25, Hochbahn Rott- busertar.___• »äbelangebst. Große Aus. »Ohl zu bebeuienb berabae- setzten Preisen bei kleinster An- und Abzahlung sowie auch gegen bar. Rath, El- sasserstraße 44 I(Oronien. bürget Tor).____ 127R* Teilzahlung. Einzeln,«5- bei, ganze Einrichtungen. farbige Rüchen in fellenec Auswahl, bequemste Zahl- weise bei kleinster An- und Abzahlung, verkaust Möbel. Eohn, Große Frankfurter Straße 58(5 Minuten vom Aleianberplatz), im Norden: i Audstruße 47-48. 184 R* i«etalbeiie» 155,-, Polster- j auflagen, Rotbmöbel. billigste ,(belegeiib'iten. Zinglet. Neu. 1 lUn.»e/erstt. 212 1, 184R i Mauseepistalea, 7,63, kaust. tauscht Wcssenhanblung Beunnenstr. 83. 3728b Unterricht Sesunbbeunnea. Rautmän- nische Peivattchute Bolesiaus Rossatz, Babstraße 67, Lum- bolbt 223. Anmeldungen ieberzeif. Drucksachen foften- frei._ Avril neue gebtaänge. Stenographie, Schreibma: fchine 40,—, lonbroirtsckiaftl. «achsührung 50,—. Solle« Lehr- anstatt. Potsbamerfir. 116a. Na»»«'« Ztudolf Maurer'» Privat- zuschnribetchuIesEarrd-Ehtlrm), Inhaber Altreb Maurrr, Fried- richstraße 6l. gegeünbel 1871. Herren- imbDamen-Echneiberei. Wäsche. Moden tunstveela,* Aeisetch PTOI Maurers Privat- fiulchneidetchuie. Alrtonber- platz tEingang Ränigsgraben). Tages-, Abenbturse. Herren-. Damentchnetberei. Wäsche, ns, mufier habt I Fernsprecher; Rönig- Mietgesuche Möblierte» Zimmer, Nähe Stadtbahn Warschauerstr;, Alc;anberplatz, sucht Air Ott. Echreinerstr. zö. 94,6 Verschiedenes Wöchnerinuenheim, Reinickendorfer Straße 55, nimmt Frauen und Mädchen zu mäßigen Preisen auf. Einzelzimmer.' Vertrauensvolle Auslunst Arzt zur Stelle. Hebamme Qvttz. Reue Ränigstr. 57 ( AlctanbetplaßK_ 102R Ersinde», Patentbureau Packscher. Gertraubtenstraße 15. Zentrum 7600. 7SR« Arbeitsmarkt Stellenangebote Kolporteur« für Film-De- tektiv-Romane gesucht. Er« fragen Portier Hohenzollern- sseaße 18._____ 89/20 guschuWtzeri» auf Sporthemden verlangt S. Kant, Neue friedrichstr. 22. 94/5 perfekter Lohnbuchhalter mit Rranlrnfosse, Invaliden» und Steuerwesen vertraut, per sofort gesucht. Reflektiert wirb nur aut zuvrrlässige und tüchtige Rralt Schriftliche Angebote unter D. 26 Hauptexpebition de».Vorwärts'. 37Z7b- Portier tagsüber für Bureauhaus per soloti gesucht. Nur schristiiche Meldungen bestempfohlenet Bewerber mit Zeugnisabschriften und Lebenslauf an 89/19 Eminuel Frledlfindcr& Co, ___ Unter den linden 8. GeSbke SewenWM Näherinnen für Lampenschirme gesucht, audi Heimarbeiterinnen, (üt dauernd gute Beschäftigung Nitterftr. 39. ,00/16 Jüngerer Kaufmann lür Registralur und Berussgenossenschasls-Arbeiten non belen unter C. 16 a b. Hauplexpebilion b..Barwärt»- chumsnes de Leon Serichterftatter. Paris, IS. August,(havas.) ZW. der derzeitige Präsident des Völkerbundrakes. hat Ouinones de Leon, den Vertreter Spaniens beim völkerbundrat. ersucht, das Amt des Berichkerstal- kers in der außerordentlichen Sitzung des Völkerbundrates am 29. August in Genf anzunehmen. Jeder Besprechung des Bölkerbundrotes geht eine möglichst voll- ständige und möglichst unparteiische Prüfung der Angelegenheit vor- auf. Zu diesem Zwecke beauftragt der Präsident für jede Angelegen- heit, mit der sich der Bölkerbundrat besaßt, ein Mitglied, einen Bs- richt vorzubereiten, der dazu bestimmt ist, den Mitgliedern des Rates alle Auskünfte und Aufklärungen zu liefern, die sie im Laufe der Besprechungen nötig haben könnten. Bei der Eröffnung der Sitzung verliest der unterrichtete Berichterstatter seinen Bericht, der sogleich an alle Mitglieder des Dölkerbundrats verteilt wird. Nach Beendigung des Berichts findet dem Falle entsprechend entweder sofort eine Besprechung statt, oder sie wird auf ein spteres Datum sofort eine Besprechung statt, oder sie wird auf ein späteres Datum rates die Möglichkeit zu geben, den Bericht einer gründlichen Prü- fung zu unterziehen und vom Berichterstatter gegebenensalls vervoll- ständigtc Auskünfte zu erbitten. Nach dieser eingehenden Prüfung der Angelegenheit sprechen sich dann die Mitglieder des Völkerbund- rates aus. Botschafter Ouinones de Leon Hot seine Karriere in Paris ge- macht und gilt nach„Esteuropa" als außerordentlich franzosenfrcund- lich. Seit 11. August 1318 war cr Botschafter in Paris, im Juli 1320 Präsident des Bölkerbundes. Frankreich bearbeitet ihn schon. Paris, 13. August.(EE) Der„Temps" beglückwünscht Spa- nien dazu, daß es Gelegenheit habe, eine so wichtige Roll« in einer bedeutenden historischen Frage zu spielen, die gegenwärtig Europa beschäftige. Spanien könne endgültig dazu beitragen, die englisch- französischen Meinungsverschiedenheiten zu beseitigen, und den Friedensvertrag zu festigen: es sei ein glücklicher Umstand, daß diese Frage Spanien übertragen wurde zu einer Zeit, wo die spa- nische Regierung und das spanische Volk selbst einen Beweis ihres Patriotismus ablegen. Tics- und jenseits des Kanals. Paris, 13. August.(EE.) Dem„Temps" erscheint es wünschens- wert, daß der Bölkerbundrat die Angelegenheit anders studiere. als es der O b e r st e Rat getan Hobe, indem er sie mit neuen Augen betrachte.(Was, der Oberste Rat nicht mehr die Krone der Schöpfung? Red.)— Der„Jntransigeant" schreibt: Wenn in der oberschlesischen Frage eine unbefriedigende Lösung gefunden würde. was wahrscheinlich sei, so werde Oberschlesien doch nicht Frankreichs(?) Elsah-Lothringen werden, weder vom politischen noch vom Gcfühlsstandpunkt aus, dürfe die oberschlesische Frage die Haltung Franbrcichs bestimmen. Oberschlcflcn sei nur«in Zwischen- fall in der französischen Geschichte. Warum sollt« man sich den Kopf an einer Mauer einrennen, die man nicht umstürzen könne? Wenn die Lösung der oberschlesischen Frage nicht den Wünschen Frankreichs entsprechen würde, so mühte man, um eine Drohung im Osten un- schädlich zu machen, die von Clemenceau verteidigte Auffassung wieder aufnehmen und an den Rhein zurückkehren(man ist doch da! Red.), der die wirtsamste Garantie für die Sicherheit Frankreichs bleibe. London, 13. August.(EE.) Der„Daily Telegraph" schreibt, es errege in englischen Kreisen große Ueberraschung, daß man in Frank- reich den von Lloyd George ausgesprochenen Gedanken nicht geneigt sei, daß das ganze oberschlesische Problem von Anfang an von einem unparteuschen Schiedsgericht oder von einer Gruppe von Schieds- richtcrn beroten werde: es verursach« in England Unruhe, daß Frankreich die Abmachungen der Flnatizmlnlslsr nicht anerkennen will(wonach Frankreichs Befatzungskosten durch die Saargruben bezahlt sind! Red.). Es berühre in London seltsam, daß man die Vollmachten Doumers in letzter Stunde als ungültig erklärte. Wollte Frankreich die Abmachungen der Konferenz der Finanz- minister tatsächlich nicht anerkennen, so könnten gefährliche Konflikte entstehen. Tie getrossenen Vereinbarungen würden erschüttert werden, ja, das ganze Abkommen könnte hinfällig werden. Die warschauer Verschwörungsaffäre. Warschau, 19. August-(OE.) Das angebliche Komplott der„De- fensivo", der politisch-militärischen Geheimpolizei, zieht weitere Krdse: die Rechte nimmt für die Zivilpolizei Partei, während die linke Presse die militärische„Defensive" verteidigt, da sie den Kreisen um Pilsudski nahesteht. Der Kernpunkt der Angelegenheit ist solgen- der: die militärische Defensiv« widerstrebt ihrer vom Ministerrat bc- schlossenen EntMilitarisierung und Unterstellung unt-er den Innen- minister, und versuchte daher durch Aufdeckung von Uebergrissen, Korruption und einer„Verschwörung" g:gen den Kriegsminister und den Staatsches, deren die Zivil„des«nsive" schuldig sein soll, diese zu lompromittieren. Daraushin«folgten die Verbastungen und die De- Mission von 70 Beamten der, Zivil„defensioe". Die Zwei verhafteten„Defensiver" sind wieder auf freien Fuß gefetzt worden. Herrn Korso nty soll von den britischen und italienischen B:- Hörden die Durchreise durch Obcrschlesi.en bei sofortiger Verhaftung und Ausweisung verboten worden sein. Zlovd George an Sinnfein. London, 19. August.(WTB.) Im llnterhause erklärte Lloyd George bei Einbringung des Vertagungsantrages, da es wichtig sei, daß in Großbritannien, Irland und der Welt sich eine den Regie- rungsoorschlägen zur irischen Frag« günstige Meinung bilde, so seien diese ausführlich in dem an Devalera gerichteten Briefe, der am 14. August veröffentlicht wurde, dargelegt worden. Fall» die Bedingungen angenommen würden, so würden Verhandlungen folgen: die Ergebnisse würden dann in einem dem Parlament zu unterbreitenden Gesetze niedergelegt werden. Sollten die Bedin- gungen wider Erwarten abgelehnt werden, so werde die Regierung genötigt sein, nach Beftagung des Parlaments Schritte zu ergreifen. Lloyd George schloß mit der Ausforderung an die Sinnfeiner, lieber die Bedingungen anzunehmen, als neuen Streit zu entfachen. Im Oberhau je erklärt« Lord E u r z o n, die Regierung habe Irland alles angeboten, was gegeben werden konnte, ohne die Sicherheit des Reiches, die Souveränität der Krone und die Einheit des britischen Reiches zu gefährden. Das Land stehe felsenfest gegen «ine vollständige Abtrennung Irlands. Kein« Regierung könne dies gewähren, sie würde Bürgerkrieg in Irland und den wirtschaftlichen Ruin Irlands bedeuten. Der Lordkanzler erklärte: Wenn die D«'- Handlungen zusammenbrechen sollten, so würde man zu Feindselig- leiten gezwungen werden, in einem Maße, wie dies bisher niemals Irland gegenüber geschehen sei. Die Regierung werde vor keinnlei Maßnahmen zurückschreaen, die etwa notwendig werden könnten, um zu verhindern, daß ein wesentlicher Teil der britischen Inseln sich von der britischen Derfasiung lossage. Die Regierung st ehe oder falle mit dem. was sie angeboten habe. Die Enl- fcheidung, ob es angenommen oder verworfen werden solle, liege jetzt aus der anderen Seit«. Nächtlicher Kronrat ia London. London, 19. August.(WTB.) Wie die Blätter melden, hielt der König vergangene Nacht um 2 Uhr einen Kronrat ab. Für heute nachmittag ist das Kabinett zu einer Sitzung«inberufen. London. 19. August.(WTB.) In Dublin ist gestern abend be- konntgegeben worden, daß das Cinnfeiner-Parlament die Antwort auf die Vorschläge der britischen Regierung am Montag in ge- heimer Sitzung erörtern wird. l�elgolanö im Unterhaus. Laut„Morning Post" vom 10. August 1921 fragt« Abg. Sie« wart nach Angaben über die wirkliche heutige Lag« der Insel Hel- goland und ihrer Bevölkerung: ob die Bedingungen des Vertrags, durch den die Insel Helgoland an Deutschland ausgehändigt worden sei, nicht ausgeführt worden wären und ob Deutschland jetzt die In- sulaner mit Härte behandle und nicht den bei der Besitzübergabe ge- machten Versprechungen gemäß. Unterstaatssetretär Harmsworth erwiderte, die Insel Hcl- golnad sei ein Teil des Deutschen Reichs. Obgleich der Vertrag vom 1. Juli 1830, durch den die Insel an Deutschland abgetreten wurde, nicht ausdrücklich erneuert worden sei, habe er keine Mitteilung, welche zeigte, daß die besonderen B o r r e ch t e der Insulaner z u- rückgezogen seien. Es scheine kein Grund vorzuliegen, die Aufmerksamkeit des Obersten Rats auf die Angelegenheit zu lenken. Nlorgengabe für Saranpa. Eine ungarische Regicrungsoerordnung bestimmt, daß das standrechtliche Verfahren auch bei jenen Verbrechen angewendet werden müsse, die auf dem Gebiet, das im Sinne de» Trianoner Vertrages von der serbischen Wehrmacht geräumt werden muß. seit dem 31. Oktober 1918 behufs Usurpicrung des behördlichen Wirkungskreises, der Errichtung. Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung einer gesehwidrigen Herrschaft begangen wurden. Diese Budapester Meldung des Ungarischen Telegraphen-Korr.- Bureaus vom 17. August ist erst am 19. August nach Berlin ge- langt, und zwar nicht durch das WTB», das sonst die täppischen Bersuche der Horthy-Band« zur Beeinflusiung des Auslande» weiterverbreitet! Man hatte wohl Bedenken, die beabsichtigt« Auf- hängung aller Republikaner durch das K ö n i g l i ch ungarische Militär hinauszuposaunen. Die südslawische Regierung hat die Räumung Baranya, be- schlössen. Italiener in Westungarn. Budapest, 19. August.(TU.) Gleichzeitig mit der Generalüber- nahmekommission wurde nach Oedenburg«ine Abteilung italienischer Truppen in der Stärke von 100 Mann entsandt, die in Westungarn bis nach der Uebergabe verbleiben wird. Amerika fordert Schuldbekenntnis? Paris, 19. August.(DA.) T« Berliner Korrespondent der„Chi- cago Tribüne" erklärt, aus autoritativer Quelle unterrichtet zu sein. daß die deutsch-amerikanlschen Friedensverhandlungen in ein tri- tifches Stadium eingetreten seien, weil die amerikanisch« Regierung die Aufnahme der Erklärung in den Friedensvertrag fordere, daß Deutschland allein am Kriegsausbruch schuld sei. Würde das Kabinett Wirth diese Bedingung annehmen, so würde es sofort gestürzt werden, weil all« deutschen politischen Por- teien fordern, daß ein internationaler neutraler Gerichtshof die Archive aller kriegführenden Staaten durchforsche, um diese Frage zu klären. Die deutsche Regierung hoste, daß ein« Formel gefunden werde, die üb«r die im Versailler Frieden«nthallenen Bestimmungen üb« die Schuldsrage hinausgeht. Wenn dieses Hindernis zur Wieder- Herstellung normaler Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika beseitigt ist, dann müssen noch die unerledigten wirtschaftlichen Fragen erörtert werden. Washington, 19. August.(DA.) Vier New Porker Banken, die im Austrag der Reichsbani handelten, zahlten im Bankhause Morgan u. Cie. S Millionen Dollars auf da, Reporationskonto ein. Es ist die zweite Zahlung innerhalb zweier Wochen und dient da- zu, um einen der 20 Dreimonatswechsel, die Denstchlond der Re- parationskommisston übergab, einzulösen. Amerikas Abrüstung. Washingkon, 19. August.(EE.) Senator L o d g e, der bekannt- lich zum Delegierten auf der Abrüstungskonferenz ernannt wurde, hat am Donnerstag im Senat eine Rede gehalten, worin er erklärt, daß die Abstriche, die der Senat am Armee- und Marinebudget vor- genommen hatte, viel zu groß feien. Eine stark« Marin« sei für die Sicherheit Amerikas unbedingt notwendig. Man müßte 100 Mil- lionen Dollars ausgeben, um dos Schistsbauprogramm in angemefle- ner Zeit durchzuführen. Gegenwärtig sei jedoch«in« Sparsam- k e i t im Marinebudget gefährlich. Senator Lodge versicherte dem Senat, daß er auf de�s Abrüstungskonferenz rege Tätigkeit«nt- falten werde. Er werde für die gleichzeitige Abrüstung aller Staaten eintreten. London. 19. August.(WTB.) Aus Tokio wird gemeldet, der frühere Außenminister O k u w a erklärt«, die japanische Delegation auf der Washingtoner Konferenz müsse sich jedem Versuch wider- setzen, sich den in Versailles gefaßten Beschlüssen üb« die Insel Z)op und der Halbinsel Schantung anzupassen. Jedenfalls werde die „besondere Stellung" Japans in Sibirien, wo es 440 Millionen Pen angelegt habe, anerkannt werden müflen. vonöerlips Eindrücke. Berlin. 18. August.(WTB.) Frank. E. Banderlip. der Donnerstag von Berlin nach Prag abgereist ist, hat dem hiesigen Vertreter der„Asiociated Preß" u. o. erklärt: Deutschland arbeitet schwer. Von der Oberfläche aus gesehen, läßt vieles daraus schlie- hen, daß Deutschland sich«holt; unter der Oberfläche aber sind die nationalen Finanzen in einem heiklen Zustand. Es scheint keine Hoffnung zu bestehen, dos Budget ins Gleichgewicht zu bringen und neues Papiergeld muß andauernd hergestellt wer- den. Das wird dazu führen, die Preise weiter in die Höhe zu treiben, die Mark zu entwerten und die Stellung de? Regierung schwierig zu gestalten. Ich habe mit dem Reichskanzler Dr. Wirth und den führenden Ministern gesprochen und habe den Eindruck gewonnen, daß sie sich auf das ernstiichste bemühen, doch glaube ich, daß sie an einer Aufgab« arbeiten, die zu groß ist, vm erfolgreich gelöst werden zu können, und früh« oder später wird man ein« Aenderung oder einen Aufschub in den Reparationsforderungen eintreten lasten müssen. Wilson kommt wieder? Nach«in« Meldung des Pariser „Eclair" dringt Senator King in Harding. Wilson zum Delegierten für die Abrüstungskonferenz zu ernennen. Der Gesund- heitszustond des früheren Präsidenten habe sich bedeutend gebessert. Schlacht in Kleinasien. Nach einer Radio-Meldung hat bei Bordium, 70 Kilometer südwestlich von Angara, eine Schlacht zwischen Türken und Griechen besonnen. Dänemark Hilst Rußland. Kopenhagen, 19. August.(WTB.) Die Regierung hat be- schlössen, aus den Mitteln zur Abhilf« der Not in den vom Kriege verwüsteten Ländern für die Hilfsaktion in Rußland eine Summe zur Verfügung zu stellen. Zweck der Hilfsaktion ist, in Pek«sburg eine kw.derspeisung einzurichten, die, soweit möglich, unier der Leitung der Personen stehen soll, die seinerzeit an den gleichen dänischen Arbeiten beteiligt waren. Es wird beabsichtigt, damit in den ersten Septcmbertagen zu beginnen. Die Hilfe der Tschschoflowakei. Prag, 19. August.(EE.) Nach einer offiziellen Meldung hat der interministeriell« Ausschuß zur Hilfeleistung für Ruhland der Re- gierung vorgeschlagen, den tschechcslowakischcn Industriellen. die sich am Wiedcrausöau Rußlands beteiligen wollen, einen große- ren Betrag als G a r a n t i e vor bedeutenden Verlusten zu newähren. Es würde sich insbesondere um Interessenten an der Herstellung landwirtschaftlicher Maschinen und Eisenbahnmaterial handeln. Da- durch würde die ganze Hilfsaktion den unangenehmen Charakter einer mildtätigen Aktion verlieren, und die Tschechoslowakei würde industriell nach Rußland durchdringen. Konkrete Vorschläge werden der Regierung nach Anhören der industriellen und sinan- zielten Sachverständigen gemacht werden. » Der Vorstand der SPD. hat sich dem Vorgehen des All- gemeinen Deutschen Gcwerlsche.ftsbundes zur 5)ilfelciftung für Rußland und Georgien angeschlostcn. Rumänische Behauptun-zeu. Pari», 19. August.(MTV.) Wie der„Temps" aus Bukarest mitteilt, gehen zahlreiche Banden halbverhungerter„Bolsche- misten" durch den Dniester, dessen Wasserstand jetzt sehr niedrig ist. Die Bande« greisen die-mmänuchen Grenzwachen an.(!) Wieder- holt ist es zu blutigen Zusammenstößen gekommen. Auf deutsch: Man schießt auf die Hungernden! Die Stockholmer Konferenz. Stockholm, 19. August.(WTB.) In der Donncrstag-Vollver- sammlung der Interparlamentarischen Konferenz referierte über die Frage der Einschränkung der Rüstungen zunächst B r a n t i n g- Schweden(Soz.), der feststellte, daß zwischen der Interparlomen- tarischen Union und dem Völkerbunde keine Konkurrenz bestehe. Den Regierungen werde es leichter, die Zaghaftigkeit und Langsamkeit, die den Völkerbund seht kennzeichnen. zu überwinden,-wenn sie die Parlamente hinter sich hätten. Er be- antrage daher, daß die Union an der Lösung der so wichtigen Frage der Rüstungseinschränkung aktiv teilnehme. Schweden, Dänemark und China hätten sich schon verpflichtet, während der kam- Menden zwei Jahre die Rüstungsausgaben des laufenden Jahres nicht zu überschreiten. Branting lobte die Initiative der Vereinigte» Staaten in der Frage der Beschränkung der Rüstungen zur See.— T a n a k a- Japan erklärte, das japanische Volk wünsche lebhaft eine Abrüstung und hoffe, daß die Washingtoner Konferenz Erfolg haben werde. Gros Raoul Hamilton- Schweden äußerte sich zugunsten der Abschaffung der Militärdienstpflicht. Die Konferenz nahm schließlich den Antrag Branting an. Der frühere holländische Finanzminister Dr. T r e u b erstattete hierauf Bericht über die inter- nationalen Wirtschafts- und Finanzprobleme und den Völkerbund. Noch kurzen Ausführungen von Hermann Müller- Deutschland (Soz.) üb« die allgemeine Wirtschaftslage Deutschlands wurde ein« von dem Interparlamentarischen Rat vorgeschlagen« und von Dr. Treub unterstützte Resolution angenommen, detzufolge eine interparlamentarische Wirtschafts- und Finanzkommistion geschaffen werden soll, die die im Berichte Tr. Treubs erwähnten sowie ander« gleichartige Probleme studieren und bei künftigen Interparlomen- tarischen Konserenzen berichten soll. In der Frcitag-Vollversommlung wurde die Stellungnahme der Interparlamentarischen Union zu den internationalen Arbeits- konferenzen � weiter erörtert. Eine Resolution E n g b e r z- Schweden(Soz.) wurde angenommen. Im Wandel der Zeiten. Der Tob des Königs Peter von Serbien ruft die Erinnerung an das Verbrechen wach, dem« seinen Thron verdankte. Damals haben eie Reihe von Großmächten der neuen serbischen Regierung die An- «kennung versagt, nämlich England, Frankreich. Deutschland und Italien. Rußland sprach zwar die Anerkennung aus, oerla igte aber die unbedingt« Bestrafung der Mörder. Ganz anders die t. u. k. ö st e r r.- u n g a r. Regierung. Das„Frcmdenblatt", dos osfiztöse Organ des Ministcrimns des Aeuß-rn, schrieb am Tage nach der Mordtot: Prinz Peter Kcrageorgiewitsch soll den Thron besteigen, und bis er«intristt, ist die Macht in den Händen des Ministers Awaku- mowitsch, der schon mehrmals in Kabinetten, die au» der liberalen Partei hervorgegangen waren, gewirkt und den man als einen Mann von festem Auftreten kennen gelernt hat. Es scheint, baß er die richtige Persönlichkeit ist, um in io stürmischer Zeit die Ordnung aufrechtzuerhalten und Serbien über das fo blutig eröffnete kurze Interregnum hinüberzuführen. Daß es rasch beendet werden kann und daß sich in Peter Karageorgizmitlch ein Nachfolger findet, der dem tief erregten Volte eine Grundlage zu einem neuen politischen Dasein bietet, ist unter den gegenwärtigen Ver- bältnissen noch als einigermaßen beruhigend zu betrachten. Man hat doch wenigstens die Hoffnung vor sich, daß eine neue Aera. auf der nicht Erinnerung vleliähriqcr erbitterter Kämpf« lastet. endlich Ordnung und Ruhe brülge. blachdein durch das Bcl- grader Verbrechen dos Haus Obrenowitlch so schrecklich geendet bar, haben wir keinen Grund, gegen die nalürlich« Lösung der Frage, vor die nunmehr dos Land gestellt'st, etwa? einzuwenden. Und Ministerpräsident K ö r b c r versichene, daß der Meuchelmord eine innere Angelegenheit Serbiens sei und daß jede ser- bische Regierung der allseitigen Sympathie gewiß sein könne. Wirklich erhielt Peter-chon zwei Tage nach seiner Dayl zum König die Anerkennung der österreichisch-ungarischen Regie- rung, die voll zärtlicher Worte für seine„edle Mission" war. Als freilich elf Jahre später die österreichisch-ung irische Regie- rung einen Vorwand ,'iir den Krieg gegen Serai.'» b-.aucbte cr- wachte die so lange zurückgel,'.li-n- Entrüstung über dos Morde». geschlecht der Karageorgiewitich und die„patriotische" Presse floß von Schmähungen gegen Peter und seine Mordgesellen über. Letzte Nackrickten. Unglück in der Filmstadt. Auf dem Vorsührungsplatz der Lubitsch-Film-Gesellichoft in der Parkstraße in Steglitz ist gestern nachmittag gegen 2 Uhr eine dort aufgerichtete 15 Meter hohe indische Tempelanlage abgetragen worden. Plötzlich stürzt« die Pa- gode zusammen und begrub einen der dabei beschäftigten Arbeiter unter den Trümmern. A's man den Verunglückten hervorzog, war er bereit» t o t. Seine Persönlichkeit tonnte noch nicht festgestellt werden. Die Film-Gesellschaft hat die Kriminalpolizei um Unter- suchung des Falles gebeten, da sie annimmt, daß verbrecherische Hand« dabei mitgeMelt ßavea. Veweckschofisbewegung Gewerkschaften und Wiederaufbau. In einer in den letzten Tagen stattgefundenen Besprechung mit dem Herrn Minister für ZZtederaufbau wurde der hatannte Brief der Spitzenorganijationen eingehend erörtert. Dabei zeigte sich, daß bis zu einem gewissen Grade die Erörterungen den Ereignissen vor- auseilten. Ueber den eigentlichen Wiederaufbau der für die Durch- sührung der Wiederaufbaulieferungen notwendigen Organisationen sind die Lorbereitungen in Regierung und Reichsrat usw. noch nicht abgeschlossen. Immerhin dars gesagt werden, daß in der Borb«' sprechung die Wünsche der Gewerkschaften beim Ministerium im all. gemeinen auf Verständnis stießen. Gewerkschaften und Beamtenbund. Au dem geplanten Abkommen zwischen dem Allgemeinen Deutschen G e w e r ks ch a f ts b un d und dem Deutschen Beamtenbund hat nunmehr auch der Bundesausschuß des ADGB. Stellung genommen und solgendr' Entschließung gefaßt: .Der Bundesausschuß des ADGB. hat von der Entschließung des Deutschen Beamtenundes Kenntnis genommen. Er hält unter Auf- rechterhaltung seiner früheren Beschlüsse an der Ausfoffung fest, daß das vorgelegte Abkommen der beiderseitigen Vorstände eine g e- eignete Grundlage für«in Zusammengehen der drei Spitzenorganisationen bildet. Er erwartet baldige Wiederaufnahme der vom Deutschen Beamtenbund in Aussicht ge- stellten Behandlungen. Sollte in angemessener Frist«ine Vereinbarung nicht zustand« kommen, so wird der Vorstand des ADGB. beauftragt, mit den bt- teiligten Verbänden und dem Afa-Bund in Verhandtungen zu treten, um die Grundlage für eine gewerkschaftliche Beamtenbewegung im Anschluß an den ADGB. und Afa-Bund zu schaffen. Schultheiß-Patzenhofer. Franz Conrad, Giogauer Straße. Nitrit- fabrit Köpenick.— Aufgehoben ist die Sperre gegen Siemens u. Halsk«, Hochbauabteilung, Nonnendamm. Der Vorstand. » Soweit die Sperre die Schultheiß. Patzenhofer-Bel riebe betrifft, teilen uns der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der Firma und der Vorsitzende des Betriebsrats der Abteilung II mit, daß dies« Be- triebe es nicht ablehnen, Zimmerer, die wegen des abgelaufenen Streik» dort ausgetreten waren, wieder einzustellen. Di« Zimmerer in allen Berliner Brauereien ständen unter dem„Tarif der gewerb- lichen Arbeitnehmer im Berliner Braugewerbe* und erhielten die darin für Handwerker im Brauereibetrieb überhaupt festgelegten Löhne. Eine Sperre der genannten Betriebe sei somit nicht gerechtfertigt. Gewerbegerichtswahl Weihensee! Wohllokalefür Weißense«: Gemeindeschule Langhansstr. 120 und Wörthstr. 23.— Hohenschönhausen: Rathaus, Haupt. Afa-�orderungcu für die Bchörden-Angestellteu. Die dem Afa-Bund angeschlosienen Organisationen haben der Reichs- und preußischen Staalsccgierung folgende Forderungen unterbreitet: 1. Für alle Angestellte einschließlich der jugendlichen und der- jenigen in den ersten S Vcrgütungsstufen, Gewährung eines gleichen laufenden Teuerungszuschlages von SV00 M. jährlich. 2. Gleichmäßige Festsetzung des ollgemeinen Teuerungszufchlogcs auf 70 Pro.z. und des Teucrungszuschlages zu den Kinderzuschlägen auf 200 Proz. in allen Ortsklassen. 3. Sofortige Auszalsiung der zum Teil noch immer rückständigen Bezüge, welche sich aus der vorläufigen Höherstufung einer Anzahl von Orten sowie derjenigen Bezüge, welche sich au» den bisher er- gangenen Schiedssprüchen des für die Revision des Teiltarifvertrages eingesetzten Schlichtungsousschusses ergeben. 4. Di« neuen Gehaltssätze treten mit dem 1. Juli 1921 in Kraft. S. Sofortige Zlufnahm« von Verhandlungen mit den vertrag schließenden Organisationen zwecks Umwandlung des Teuerungszu schlage s von 5000 M. in Grundgehalt. Vergeht nicht die Lehrlinge! Eine Genossin schreibt unS: .Mit Interesse las ich in der Mittwoch-AbendauSgabe deö .vorwärts* den Bericht über die Lohnbewegung der Chirurgie« Mechaniker, wonach auch für alle Jugendliche» eine Zula� von 20 Pf. pro Stunde gezahlt werden soll. Mein Sohn ist bald fivei Jahre in der Lehre mit einem.Kostgeld* von wöchent- i ch 12 Mark und freut« sich riesig über dies« Aufbesserung. Leider mutzte er heute in der Fabxik Kören, daß nur die jugendlichen Arbeiter, nicht aber d ie Le h r lin g e diese Zulage erhalten. Da muß man sich denn doch fragen, ob die Lehrlinge ganz und gar vergessen werden bei solchen Belegenheiten. ES ist wirklich nicht leicht, einen 17jährigen Jungen mit 12 W. wöchentlich, die gerade für Fahrgeld reichen, zu beköstigen, zu be« kleiden— einschließlich der Berufskleidung—, da» Lehrmaterial zu beschaffen, Verbandsbeiträge zu zahlen und andere» mehr. Dabei muß mein Sobn schon lange Zeit präzis« Gesellenarbeit liefern, und auch die Arbeit der viel jüngeren Lehrlinge kommt in den Berkauf. Alles das dürfte den erwachsenen Arbeitern bekannt sein. Umso bedauerlicher ist es, daß bei den Verhandlungen die Lehrlinge übergangen wurden.*— Den Lehrlingen gegenüber berufen sich die Arbeitgeber als Lehrherren siel« auf den Lehrvertrog. In die Lehrlingsverhältnisie wollen sie sich von den Arbeitern nicht hineinreden lasse». Dafür schützen sie erzicberiiche Gründe vor. Auch ihre Autorität als Lehr- Herren könnte gefährdet werden. Wenn die Herren diese Autorität durch eine loyale Handlungsweise stützten, wenn sie au« freien Stücken die Entschädigungen für die Lehrlinge den Verhältnissen einigermaßen anpaßten, ließe sich darüber reden. Wird aber die Ausbeutung der Lehrlinge und ihrer Eltern mit derart schamlos betrieben, dann müssen die Gewerkschaften aus Abhilfe be- dacht sein._ An die Arbeiterschaft der Graphische» Industrie! Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß der Streik t» den Geschäftsbuchsabriten noch nicht beendet ist und daher jedwede Streikarbeit direkt oder indirekt zu oerwei- gern ist. Besonders ist hervorzuheben, daß die Firma L. I ü r g e n s. Neu« stönigstr. 4, Arbeiten in der Firma A. Menzel, Buchdruckerei, Neukölln, Münchener Str, 45, herstellen läßt und ist auch diese Firma für Berbandsmitglieder gesperrt. _ Das Graphisch« Kartell. Achtung! Zimmerer! Roch immer stnd folgende Firmen als gesperrt zu bxjrachten: Sämtliche Werke der AEG. Der Siemensionzern. Riebe, Weißensee. Lschinger. Schwartzkopss, Scheringstraße. Kabelwerk Oberspree. Porzellanfabrik Teltow. Borsig. Tegel. Gossen, Reinickendorf. Roes«- mann u. Kühnemann. Auer Osramwerke. Aga, Lichtenberg. Achtung! Achtung! Selegiktle jut Sei»almlMiiilm Ott MieisiSie (Dt Den miMsteiitl M-BetliDl Dienstag, den 23. August, abends 6 Uhr, in den Sophien- Sälen. Sophienstr. 17/18: Generalversammlung der Betriebsräte Tagesordnung: 1. Da» Geld und die Abrechnungen der llnkerstühvngskommissioo und de».Roten Vollzugsraie»*. 2. Freie Aussprache. Nur die mit der Delegiertenkarte der Betriebsräte der Gewerkt schaften und deS OrtS« Afa- Bundes Versehenen haben Zutritt. Grnppenvollversammlungen! Die Vollversammlungen,der einzelnen Jndustriegruppen finden statt: Gruppe I, Dank und Handel; Gruppe V, Freie Berufe: Gruppe XII, Glaailiche und kommunale Behörden; Gruppe XV, Sozial Versicherung; Montag, den 22. August, abeud» PI, Uhr. in den Sophien-Sälen, Sophienstr. 17, IS. Gruppe VIU, Landwirtschast und Gärtnerei; Gruppe IX, LebenS und Genußmiltelindnstrie: Montag, den 22. August, abends 6 Uhr, in den Residcnz-Feflsälen, Landsberger Sir. 31. Gruppe U. Baugewerbe; Gruppe VII, Holzindustrie: Mittwoch, den 24. August abend» 6 Uhr, im Gewerkschaftshau», Engelufer IS, Saal 4. Gruppe III, Bekleidungsindustrie; Giuppe X, Lederindustrie: vouner»tag, den 25. Augost abends 6 Uhr. in den Berliner Verein«- und Konzertsälen sArminhallen), Sommandanlenstr.SS 59. Gruppe XIII. verkehr: Montag, den 29. August abend» 6 Uhr. im Gewerkschaftshau». Engelufer 15, Saal 4. Gruppe XI, Metallindustrie: Milkwoch, den 31. August abend» 6 Uhr, in den Germania-Prachtsälen. Ehausseestr. 110. Gruppe IV, Chemische Industrie; Gruppe VI, Graphisches Gewerbe: vouuer»tog. den 2. September, abeud» 6 Uhr. in den Berliner Verein»- und Konzertsälen sArminhallen). Kommandantenstr.SS.59. In sämtlichen Jndustriegruppen-.Versaimiilungen werden folgende Themata« behandelt: 1. Die prakttscheu Aufgaben au» dem vetriebirätegeseh. 2. Vetrieb»räte-Schulnng. Wir erwarten einen vollzähligen Besuch dieser Veranstaltungen. Arelgewerkschaflliche Vetriebsrätezentrale für den Wirtschaftsbezirk Groß- Berlin. straß« 50.— Malchow, Falkenberg und Wartenberg: of zum goldenen Stern, Wartenberg. ohlbescheinigungen find zu haben bei: Pohlmonn, Langhansstr. 102, H. Hepe, Berliner Allee 34, Alexander, Rennbahn- straße 1, und Wustrow, Hohenschönhausen, Hauptstraße. Unterkommisfion Weißensee. » Zur Gewer begerichkswahl in Steglitz wüsten sich all« Pariei- und Gewerkschastsgenosien dem Wahlbureau des 12. Bezirks im Restaurant Behnke. Steglitz. Heesestr. 2, von 9— 5 Uhr zur Verfügung stellen. Der Obmann der Unterkommission: P. Mocckel. „Berliner Lokalanzeiger" und Trinkgeld der Kellner. Nachdem bekannt war, daß die Berliner GasthauSangestellten den Tarifvertrag kündigen wollen, brachte der„Berliner Lokal« anzeiger* am 5. August einen Artikel über.Da« Trinkgeld* von Dr. M. P. Die Art und Weise, wie„Dr. M. P.* die Berliner Kellner darin anpöbelt, läßt vermuten, daß e« besondere Gründe find, die ihn dazu veranlaßten. Die in dem Artikel enthaltenen Unwahrheiten. Verdächtigungen und Entstellungen haben unter der gesamten Berliner Kellnerschafl einen wahren Sturm der Entrüstung hervorgerufen. AuS der ganzen Tendenz de« Artikels gebt hervor, daß bei seiner Abfasiung böswillige Absicht die Feder führte; e« wäre sonst unerklärii». wie ein Mensch, der noch etwas auf Wabrbaftigkeit gibt, derartige Behauptungen aufstellen kann. Die Einiichlnabme in unseren Lohntarif oder eine einfache ielephonische Anfrage bei unS boten ohne weiteres die Möglichkeit, die falschen Behaupiungen über das Einkommen der Berliner Kellner zu berichtigen. Der Absicht einer SliinmungSmache gegen die Kellner stand die Wabrbeit allerding« im Wege. Die Berliner Kellner erhalten keine 10 Proz.. wie in dem Artikel- behauptet wird, noch weniger fällt es uns ein, 20 Proz. zu fordern. Die gegenieiligen Behauptungen, die der„Lokalanzeiger* brachte» sind einfach au« der Luit gegriffen und geeignet, das Publikum gegen die Kellner aufzuhetzen. Viele Kollegen kamen nach allem zu der Auffassung, daß der ganze Artikel nur zu dem Zweck geschrieben wurde, im Hinblick auf die bevorstehende Lohnbewegung Stimmung zu machen, daß es sich um eine bestellte Arbeit der Berliner Unternehmer handelt. Die Revolution habe alS eine Riesenlohnbewegung firmiert und die Kellner hätten das Trinkgeld alS eine« freien Mannes unwürdig bezeichnet. Der Meinung sind die Kellner auch jetzt nocki. daß da« Trinkgeldwesen eine unwürdige EnllohnuugSform ist. Wenn sie dennoch in Berlin, durch die Vcrhäilnisie gezwungen, immer noch Trinkgeld annehmen, so beweist daS nur, daß die Kellner in Berlin eine völlig unzureichende Entlohnung bekommen, und daß der Verfasier deS Trinkgeldartikels allen Anlaß hätte, seine unrichtigen Behauvtiingen zu revidieren, dies nnisomehr, als Dutzende von Berliner Kellnern sich brieflich an den«Lokalanzeiger* mit Richtigstellungen gewandt haben. Den klarsten Beweis aber dafür, daß mit diesem Trinkgeld« ortikel Stimmungsmache und bewußte Irreführung der öffentlichen Meinung zugunsten der Unternehmer beabsichtigt war, dürfen wir aber wohl darin erblicken, daß der„Lokalanzeiger* der Aufforderung unserer OrlSverivaltung Groß- Berlin, die Unrichtigkeiten auf Grund des§11 de« Preßgeietzes richtig zu stellen, bis heute noch nicht nachgekommen ist. Karl Schneider. „Streit in der Nähmaschinenbranche". Zu dem Bericht mit dieser Ueberschrifr in der DonnerSiag« Abendausgabe des„Vorwärts* ging uns folgende Berichtigung zu: „Die über die Entlohnung i» meinem Betriebe und dem bis- berigen Verlauf de« Streik« gemachten Angaben entsprechen nicht den Tatsachen. Meine Fabrik hat bereits vor Niederlegung der Arbeit die höchsten Löhne in der ganzen Berliner Metallindustrie gezahlt. Ich habe trotzdem, um meinen Arbeitern entgegenzukommen und in Anbetracht der augenblicklichen Teuerung, weitere Erböhungen angeboten. Der von mir vorgeschlagene Lohn für gelernte Arbeiter soll 0,30 M. pro Stunde betragen, wozu eitte WirtschaftSbeihilfe kommt, die 41,50 M. pro Woche beträgt. Meine neue PreiSregulierung habe ich nur im Rabmen der von mir bewilliglen Lohnerhöhung vorgenominen, und eS sind daher auch die in dieler Hinsicht gegen mich gerichteten Angriffe unberechtigt. Kurt Manheimer, Inhaber der Firma James Gutmann.* Die Mekollindustriellcn in Kreuznach, die ihr« Betriebe wegen des bei der Firma Ost und Schcrcr ousgebrochenen Streiks geschloffen hatten, veröffentlichen eine Erklärung, wonach sie ihr« Betriebe von heut« ab wieder öffnen und den Grundstundenlohn von 25 aus 40 Pf. erhöhen. Ferner sollen in der ersten Hälfte des September Dcrhand» lungen über ein neues Kollekiioabkommen statisinden. Die Verlin-Burger Eisenwerke in Burg bei Magdeburg haben ihren Betrieb geschlossen: angeblich wegen zu hoher Lohnforderun» gen der Metallarbeiter. Die Metallarbeiker in Halle o. d. S. gaben 5367 Stimmen gegen 468 Stimmen für den S t r e i k ab und beschlossen, sofort in den Aus» stand zu treten._ Drohender Staatsarbciterstreik in Wien. Mitten hinein in die Verhandlungen über den Euteniekredit platzt eine mit Streikdrohung verknüpfte Forderung sämtlicher StaatSbeamtenvereinigungen. deren Befriedigung auf da» Jahr berechnet mehr als neun Milliarden Kronen beanspruchen würde. Die lange Verzögerung der parlamentarischen Erledigung der neuen Besoldungsordnung hatte ein verhängnisvolle» System von Vorfchüfien gezeitigt, die in monatlichen Abschnitten flüssig gemacht wurden. Run ist die BeiöldungSordnung durchgeführt. Die rapide Steigerung der Kosten für alle LebenSbedürsnisie in den letzten Wochen durch die Verschlechterung der Valuta veranlaßt« aber da» Eisenbahn- und Postpersonal trotzdem auf der Auszahlung der schon zu einer ständigen Einrichtung gewordenen monatlichen Zuschüsse zu bestehen. Und nun fordern auch alle anderen Angestellten die Gleichstellung mit den VerkchrSbeamten. Man hat der Regierung ein 4? stündiges Ultimatum gestellt, nach deffen Ablauf man zu den chärsslen Formen de« gewerlschastlichen Kampfe» greisen will. « Un» scheint denn doch, als iei es just die rechte Zeit, daß die Angestellten ihre Ansprüche gellend machen, bevor die Verhandlungen über den Euientekredit beendet sind, damit diese Erfordernisse dabei einigermaßen berücksichtigt werden können. Ganz abgesehen davon, daß die weitere Verteuerung der Lebensmittel die Augestellte» ein« fach dazu zwingt, einen Ausgleich zu suchen. Die Verfasier solcher Berichte, die gegen die Fordernden gewine vorwürfe einflecbten, müßte» sich denn doch sagen, daß eS zu den Siaaisnotwcndigkeilen mit gehört, die Angestellten so zu stellen, daß sie sich halbwegs iait essen und ordenllich kleiden können. Den Angestellten wie den Arbeitern liegt weit mehr an einer wesentlichen Herabsetzung der Lebensmittelpreise alS an der Vermehrung der Papierblättchen, die sie als Gehalt oder Lohn bekormnen. Kann aber der Staat die Enlwertung seine« Papiergeldes und die unaufhörliche Preis- fteigerung aller LebenSmiitel ni-bt aufhalten, dann mutz er zunächst den Mangel der Qualität der Gehälter und Löhn« durch vermehrte Ouantilär ersetzen, im übrigen aber auf Mittel und Wege bedacht sein, um au« dem Dilemma berauSzi, kommen. Der Schmachtriemen. den die Arbeiter und«ngestegie» seit Jahren trogen, kann wirklich nicht mehr enger geschnallt werden. Achwua Tieft«»! Montag tz>4 Uhr bei Boetrr, Beterstr. 17, Bersamm- lung aller in den Tieftaubetrieden Detchiftigtcn. Bericht von den letzten Lohil» verhandllingcn. Mitgliedsbuch einer freien Sewertschaft legitimiert. Da» Tiefbaukartell. Beramw, für den redakt. Teil: Dr, Werner vetlre, Sharlottenburg: wr Nnzeigen: Tb. Glocke. Berlin. Verlag i VorwSrlS-Leriag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Bor- «llriS-Buchoruckerei u. BerlagSnnsialt Banl Singer v. Co., Berlin, Luidenttr. 8. Hier»» 1 Bellagr. as/ T&eLSsepfeöt «t -der Bereiten von Speisen»Nee Art verwendet die Hauefrau vorteilhast statt Zucker den alt- dewShrten Sähst»ff. Er ist rein ohne Beigeschmack, süßt avgendlicklich, ist billig und bekömmlich. Da stark tonxentriert, sparsam venvenderi. Jach Geschmack zusehen. Erhälllich in Kolonialwaren-, Drogen- Handlungen un» Lvotheten. psii Haus . LiipiigerSfr 68 1 Zahlungserieiditerung fföbei zu bedeutend herapResetzteo Preisen auf Teilzahluno Kleinste Jin-Dilizatiliiiig Möbel-Cohn Gr. Franklurter Str. SS 5 Min.Tom Alexanderptatz. Filiale: Badstr. 47-48. Billige, gute Rhein u. Mosel Weine 2i)er Piaizer(direkt vom Fass) roii.Steuer p. Liter 14.40 20er l/lesberjer Mosel mit Fl u. Steuer 14.40 19er Enkircher Riesling mit FL u Steuer 19.80 Franzllslscher Hcnnessy-, Prunier-, Pelissor- u. Derby» Cognac Derby-Weinbrand Fl. 49' XÄ!!' Fl. 42» Versand a-ch litei weise in Ballons. Fässern u Waggons. IC Gontnrdstr. 4, Alcxanderplata » U« BbSSUvisK Potsdamer Str. 54, Not w?___ i o-o<< ar,\, TrfVsallrlr-na#*- I A4 C~ ,•(. L.-.•