Nr.ZYS ♦ 38. Jahrgang Ausgabe V Nr.lHH BezngSvretS: VierteljährUZl).— M.. monail. 10.- R» frei ins Haus, voraus zahlbar. Polt» dezug: Alotfhtlich 10,— 9JL einschl. Zu- steUungsc�ebühr Umer Kreuzband für Deutschland. Dan�ig. das Saar- und Memelqebiet, sowie Die ehemals deut» fchen Gebiete Polens Oesterreich. Ungarn und Luxemburg 20.- DU füe das übrige Ausland 27.— M. Postbestellungen nehmen an Oesterreich. Ungarn. Tichecho- Slowaket. Däne» mart. Holland� Luremdurg. Schwede» und die Schweiz. Der„Borwärts" mit der Sonntagsbeilage„Polt und Zeit" der Unter- haltungsdeilage„Hsim.welt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten� erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: »Sozialdemokrat QecQii* Abend Ausgabe c ) Oerliner Volksblstt Anzetgeuprets» Dt» achlgiipatrrn» Nvnvaretllez»»» iottei üLv'I".„fileine Unj.tgca* da» I-Ngedruckl» Won l�o M...u» laisig jw-, tiltgedruckr« Worle», j-d-» weit«» Wo« t.— M. Stellengesuch» ,n!> Schtafslellenan-ictgen da»-etl« Wo« ls~ DU /edr» wenere Wo« »0 Dsg. Wone über i'.:'Buchstaben iatsten tüt zwei Worte. Samtlien-Stf seigen stlt Abonnenten Rrilt 3� M. Di« Presse oersseben sich einschlteßlich Teucrungstuschlag. «Njttgeo sllr die nächste Stumme» atstslen bis b liste nachmittag» im dauvlgeschäsl. Berlm SW«st. Linden» ltiaße ch abgegeben werben. Deoffn« oon S Ildr sriih bw S Ubr abend». �entralorgan der rozlaldemokratifcbcn partei Dcutfcblands Neüaktion und Expedition: EW öS, Lindenstr. Z Redaktion Moristplast lälit»—»7 �ern'�r?a,er.«�„ition Moritzvla« 11753—54 Dienstag, den Ä3. August 19Ä1 Vonvärts-Verlag G.m.b.H., Cw SS, Lindenstr. Z »kernstir�ktt�D» Verlag, Expedition und Inseraten» ". Abteilung Morittpla« 11753-54 Die Drotzulage. Verhandlungen mit der Regierung. Am Montag haben im Reichzfinanzministerium die Derhandlun- gen zwischen der Regierung und den Organisationen der Beamten und Arbeiter begonnen. Die Beratungen konnten zwar, wie eine Lokakkorrespondenz meldet, noch nicht zu Ende gebracht werden, doch ist in den meisten Punkten ein II übereinkommen erreicht worden. Di« Verhandlungen, an denen der Deutsche Beamtenbund, der Deutsche Gewerkschaftsring, der Allgemeine Deutsche Gewerkschafts- bund und die Eisenbahner-Großorganisationen teilnahmen, wurde durch eine groß angelegte Rede des Reichskanzlers erösfnet, in der er auf die außerordentlich schwierige Loge des Reiches hinwies und erklärt«, daß die Befriedigung der Ansprüche, die von den Eisen- bohnern und einem Teil des ADEB. erhoben worden sind, eine Mehrbelastung von 14 Milliarden betragen würde, daß für die Ge- Haltswünsche, die der Deutsche Beamtenbund ausgestellt hat, sogar IS bis 18 Milliarden erforderlich seien. Weder für die eine noch für die ander« Forderung sei Deckung vorhanden. Sie würden den Etat sehr wesentlich belasten. Hieraus sprach Reichsverkehrsminister Gröner über die Ver- Hältnisse bei den Reichseisenbahnen. Im großen und ganzen habe die letzte Tariferhöhung nicht die üblen Folgeerscheinungen gezeitigt, die tnon vielfach befürchtet habe. Der Personenverkehr sei befriedigend, dagegen seien die Einnahmen an dem Güterverkehr ganz wesentlich zurückgegangen. Infolge der politischen Wirren würden in Ober- schlesien jetzt täglich 7000 bis 8000 Waggons weniger beansprucht als in den Zeiten ungestörter Arbeit. Man hat im Reichsverkehrs- Ministerium bereits an«ine neue Tariferhöhung gedacht, die sich wohl infolge der gesteigerten Ausgaben kaum werde umgehen lasten. Im gleichen Rahmen bewegten sich die Ausführungendes Reichs- postministers Giesberts, der erklärte, daß die Post einen»nge- deckten Fe hl betrüg von über 2 Milliarden aufweise,_ der unbedingt beseitigt werden müsse. Er halt« deshalb«ine Erhöhung aller Post-, Fernsprech- und Te l e p h o n g e b ü h r e n im Ver- hältnis 1: 10 für notwendig, so daß ein Brief künftig. hin 1 M. k o st e n würde. Weiterhin müsse«in« erhebliche Er- böhung der Telegrammgebühren durchgeführt werden, da dieser Be- trieb, der noch niemals rentabel gewesen sei, setzt besondere Auf- Wendungen für Neu» und Umbauten verlange. Dann gab Geheimrat Kühnemann vom Reichsfinanzministe- rium die Besoldungsoorschläge der Regierung bekannt. Einleitend teilt« er mit. daß die Regierung Maßnahmen ti essen werde, um alle noch ausstehenden Forderungen aus der Be- fr dungsordnung den Beamten sofort zu erstatten. Ferner sei die Regierung bereit, einen Ausgleich der Teuerungszuschläge in den fünf Ortsklassen vorzunehmen, und zwar derart, daß die Differenz zwischen Ortsklasse A und E anstatt 15 Proz. wie bisher, in Zukunft nur noch 10 Proz. betragen solle. Dagegen könne die Regierung der Forderung der Organisationen auf gl-nchmäßige Erhöhung der Zuschläge für all« Beamten nicht zustimmen. Sie sei dagegen be- reit, die einzelnen Teurrungszuschläge in den verschiedenen Orts- k lasten um je 15 Proz. zu erhöhen, daß also in Ortsklasse A zum Beispiel eine Erhöhung von 70 auf 85 Proz. ersolgen würde. Man sei weiterhin bereit, die Stundenlöhne der Arbeiter um 55 Pf. gleich- maßig zu erhöhen. Di« Kinderzuschläge sollten von 150 Proz. auf 175 Proz. in Ortsklasse A. in Ortsklasse B und C auf 150 Proz. und in den Klassen v und E um 125 Proz. erhöht werden. Das würde in Ortsklasse E eine Erhöhung gegenüber den jetzigen Zuschlägen um etwa 50 Proz. betragen. Diese Lorschläge der Regierung wurden von sämtlichen Der- tvetern der Beamten und Arbeiter als unzureichend bezeichnet. Roch sehr langen Debatten, in denen die Gegensätze zum Teil scharf zutage traten, oerstanden sich die Regierungsvcrtveter dann dazu, die Teuerungszuschläge für sämtliche Ortsklasten anstatt um 15 Proz. nunmehr um 20 Proz. zu erhöhen. Auch hier oertraten die Gewerk. schalten vor allem wieder die Forderung, daß an Stelle einer pro- zeniualen Erhöhung eine gleichmäßige Teuerungszulage an alle Beamte, ohne Rücksicht auf das Grundeinkommen zu zah'en sei. Man einigte sich auf«inen Komoromihvorichlaa, der vor- steht, daß die Zulagen um 20 Proz. erhöht werden, daß jedoch den in Ort klassa E eingestuften Beamten, die naturgemäß am schlechtesten fortkommen, ein annehmbarer Ausgleich zugesichert werde. Diese Frage wurde einem Unterausschuß zur weiteren Bearbeitung über- wiesen. Man konnte jedoch in diesem Unterausschuß nicht zu einer restlosen Verständigung gelangen, so daß die Regierungsvertreter dann den Vorschlag machten, eine weitere Erhöhung der Kinder- zulaoen um 23 Proz. zu genehmigen, daß also in Ortsklasse A 200 Proz., in B und L 175 Proz. und in D und E 150 Proz. gezahlt werden. Für die Diätare wurde zugesagt, daß st? jetzt in den beiden ersten Jahren 90 Proz. des planmäßigen Veomtenein- kommens, im dritten und vierten Jahre 95 Proz. und vom vierten Jahr-- ab das zuständige Beamtengehalt erhalten sollen. Den Ar» beiter t wurde nach dem Vorschlag der Regierung eine Aufbesterung des Stundenlohnes um 85 Pf. zugesichert. Die Auszahlungen der neuen Gehälter und Löhne soll am 1. September bereits erfolgen, da die Regierung dem Reichsrat unverzüglich eine entsprechende Vorlage übereichen wird. Man will sich ferner die Zustimmung der einzelnen Parteien sichern, um später die nachträgliche Genehmigung des Reichstags einzuholen. Nach zwölfstündiger Verhandlung wurde die Konferenz abge- brachen. Die Vertreter der Gewerkschaften werden noch einmal den Ressortministern gegenüber die Notwendigkeit dieser von ihnen aufgestellten Forderung begründen. Alsdann tritt der große Ausschuß noch einmal zusammen, so daß, wenn nicht neue unerwartete Schwierigkeiten auftreten, mit einer endgültigen Regelung der schwebenden Fragen zu rechnen ist. dieSinberufung öss Reichstages verschoben. Auf den 37. September. Der Reichstag hatte in seiner letzten Sitzung vom 7. 3uli beschlossen, die erste Sitzung nach den Sommerserien auf den 6. September anzuberaumen, für den Fall, daß die Beratung der Skeuergesetze bis dahin in allen Znstanzen erledigt sei. Da jedoch die Skeuergesetze zurzeit erst den vorbereitenden Körperschaften(Reichsrai und Reichswirkschafisrat) vorliegen, und da die oberfchlestsche Frage, aus deren Lösung man im Lause des August rechnete, vom Obersten Rat vertagt wurde, so hat den.PpR." zufolge, der Reichstagspräsident nach Fühlungnahme mit den Frakkionen und der Regierung die Einberufung des Reichstages aufgeschoben und als neuen Termin für den Zu- sammentritt des Reichsparlaments den 2 7. September vor- gesehen, d. h. den Dienstag nach der sozialdemokratischen Parteitags- wache in Görlitz. Eine Einberufung des Auswärtigen Ausschusses des Reichstages ist vorläufig auch alchk beabsichtigt. Sitzungen dcS Neichswirtfchaftsrats. Weiter berichten die PPN., daß der A r b e i t s a u s s ch u ß zur Beratung des Arbeitsnachweisgesetzes am Montag, den 29. August, nachmittags 2 Vi Uhr, im Zimmer 586 des ehemaligen Kriegsministeriums zu einer Sitzung zusammentreten wird. Am Mitt- woch, den 31. August, nachmitags 3 Uhr. wird der Arbeitsausschuß für die Umsatzsteuer und für die Verbrauchssteuern zu einer Sitzung zusammentreten. die üeutsch-amerikanifthen verhanülungen. London, 23. August.(EE.) Der»Daily Telegraph" meldet: Aus Washington einlaufende Nachrichten erklären, daß der Abschluß eines Friedensvertrages mit Deutschland bald von der amerikanischen Regierung beschlossen werde. „New Port World" berichtet, daß dieser Vertrag, der in Aus- arbeitung begriffen sei, die Frage der Verantwortlichkeit am Kriege nicht erwähne. Die meisten Bestimmungen dieses in Vorbereitung befindlichen Dokuments laufen auf den Abschluß eines Handelsvertrages hinaus. Dies- bezügliche Bestimmungen find bereits getroffen. tzorthp-Unga?» unö Rußlanü. Der Präsident der u n g a r i s ch e n K a m m e r, St. v. Ra- kowsky, hat sich an den Deutschen Reichstag und alle anderen Parlamente Europas gewandt, damit sie für die Freigabe der jetzt noch in Rußland zurückgehalte- n e n M 000 ungarischen Kriegsgefangenen eintreten. Die Freilassung sei um so notwendiger, als die Inhaftierten unter der augenblicklichen Hungersnot gleichfalls schwer zu leiden haben. Die ungarischen Kriegsgefangenen werden bekanntlich von der russischen Regierung als Geiseln für das brutale Re- giment der Horthy-Regierung gegen die ungarische Arbeiter- schaff zurückgehalten. Die Horthy-Regierung könnte selbst am meisten zu einer Befreiung beitragen, wenn sie i m e i g e n e n Lande Zustände s6)affte, die die Person des einzelnen schützen und die Freiheit für alle politischen Rechte garantieren. Vorstellungen der Reichsregierung zum Vorfall am Bahnhof Friedrichstraßc. Wie die PPN. hären, ist die deutsche Regierung im Anschluß an den Vorfall am Bahnhof Friedrich st raße, wo französische Soldaten auf ihrer Durchreise von Oberschlesien noch dem Rheinland sich den Anordnungen der Schutzpolizei widersetzten und sich zu Tätlichkeiten hinreißen ließen, beim f r a n z ö s i- schen Gelchäftsträger mit der Bitte vorstellig geworden, künftighin die französischen Heeresannehörigen dahin zu unter- weisen, die in Deutschland geltenden Polizeivorschriften zu beach- ten und auf die Anordnungen deutscher Beamten Rücksicht zu nehmen. Zum Bezirkstag für die Provinz Brandenburg. Der Bezirks- vorstand für die Provinz Brandenburg sendet uns folgende Mit- teilung zur Ergänzung des Berichts über den Verlauf des Branden- burger Parteitages:„Einige zur Programmfrage gestellte Anträge, die eine Absetzung der Programmdiskulsion von der Tages- ordnung des Görlitzer Parteitages forderten, fanden dadurch ihre Epledigung, daß der Antrag des Genossen Wels:„Der Provinz- Parteitag billigt die Tagesordnung des Görlitzer Parteitages' gegen wenige Stimmen angenommen wurde. Da- mit waren alle weiteren Anträge abgelehnt." 1 Neue Mieterhöhung? Von Dr. jur. L. Holz. Nach einer Notiz im Organ des Bundes der Berliner Haus- und Grundbesitzervereine hat kürzlich bei Bürgermeister Ritter eine Sitzung betreffend die Neufestsetzung der Höch st mieten zuschlüge stattgefunden, an der Ver- treter des Magistrats und eine Abordnung der Berliner Haus- besitzervereine teilgenommen haben. Das Resultat dieser Sitzung soll gewesen sein, daß vom Bund der Berliner Haus- und Grundbesitzervereine eine nochmalige begründete Eingabe eingereicht werden soll, und Bürgermeister Ritter soll in Aus- ficht gestellt haben, daß der Wohnungsausschuß zur Beratung der Frage möglichst bald einberufen werden solle. Wer die außerordentlich zähe Wühlarbeit der Hausbesitzer kennt, hat dasjchon kommen sehen, nachdem die eben erst eingeführte Erhöhung der bisherigen Höchstsätze um die Hälfte von ihnen mit lebhaftestem Protestgeschrei empfangen und nur als ganz kleine Abschlagszahlung auf ihre sehr viel weiter gehenden Forderungen angesehen worden war. Angesichts eben dieser zähen Arbeit kann nicht früh genug die Frage öffentlich er» örtert werden, ob schon wieder eine Steigerung der Mieten notwendig ist. Bei Erörterung dieser Frage darf man nicht lediglich von rechnerischen Gesichtspunkten ausgehen. Wenn die Roh- Materialien für Herstellung von Schokolade teurer werden und deshalb der Preis der Pralinees steigt, so mag man das vom rechnerischen Standpunkt aus betrachten und für richtig halten: wer den höheren Preis nicht bezahlen kann, muß eben den Konsum von Pralinees einschränken, ohne daß seine Lebensnütwendigkeiten darunter leiden. Ueberall da aber, wo es sich um solche Lebensnotwendigkeiten handelt, die eine Ein- fchränkung nicht mehr vertragen, muß man jede Preiserhöhung erst einmal in ihren Wirkungen auf die Bolksgesamtheit be- trachten. Wir haben ja gerade bei der jetzigen B r o t p r e i s- erhöhung gesehen, welche Wirkungen die Verteuerung von Lebensnotwendigkeiten hat. Ueberall ertönt das Verlangen nach Erhöhung der Lohne, und diesem Verlangen wird not- wendigerweise Rechnung getragen werden müssen. Damit verteuert sich aber die gesamte Lebenshaltung: und hierin liegt schon wieder der Kern neuer Brotpreiserhöhungen. Und was machen diejenigen, deren wirtschaftliche Macht nicht so stark ist, eine entsprechende Erhöhung ährer Einkünfte durchzusetzen. die Arbeitsinvaliden, die Kriegsopfer, die Kleinrentner, ein großer Teil der Festbesoldeten und viele andere Bevölkerungs- gntppen? Sie müssen den Schmachtriemen noch enger ziehen auf Kosten ihrer eigenen und der Gesundheit des ganzen Volkes. Im übrigen ober wird unsere Papierdruckmaschine wieder ein paar Umdrehungen mehr machen, und unser söge- nanntes Geld wird wieder etwas weniger wert werden. Das alles hat man den Agrariern vorher gesagt: aber sie konnten ihren Willen durchsetzen, weil sie in der glücklichen Lage sind, daß die Allgemeinheit auf ihre Arbeit und vor allem auf ihren guten Willen angewiesen ist. Damit ist nicht gesagt, daß der neue Brotpreis vom Standpunkt der allgemeinen Wirtschaft aus begründet und notwendig ist, sondern daß eben die Macht auf feiten der Produzenten ist. Scheinbar haben diese Erfolge der ländlichen Agra- rier ihre st ä d t i s ch e n Vettern nicht ruhen lassen. Hier ist nur ein kleiner Unterschied: Die Hausagrarier produzieren nicht jedes Jahr neu, ihr Produkt ist da, und die Allgemeinheit ist deshalb nicht auf ihren guten Willen angewiesen. Sie haben also nicht die Macht, alles durchzusetzen, was sie wollen. Ver- fehlt wäre es allerdings, nun in das andere Extrem zu ver- fallen und ihnen gar nichts zu bewilligen: aber was bewilligt werden kann, das kann ohne Rücksicht auf die Verteilung der Mochtverhältnisse rein nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geprüft werden. Und hierbei müssen in die erste Linie eben jene Bedenken geschoben werden, die gegen jede Verteuerung von Lebensnotwendigkeiten sprechen. Jede Erhöhung der Miete hat neue Lohnerhöhungen im Gefolge, erböht die ge- samte Lebenshaltung und drückt die Existenzmöglichteit weiter Kreise noch mehr herab. Diese Bedenken sind so ernster Na- tur, daß nur ganz schwerwiegende Gründe sie aus dem Feld schlagen können. Liegen nun solcke Gründe vor? Eben erst hat eine Erhöhung der Mietzuschläge stattgefunden: bei einer großen Reihe von Verträgen, die zur Zeit des Eintritts diäser Erhöhung noch liefen, ist sie noch nicht einmal wirksam ge- worden. Diese Erhöhung ist erfolgt auf Grund eingehender Prüfung aller Verhältnisse, insbesondere der vom Bund der Berliner Haus- und Grundbesitzervereinc eingereichten Lasten- tabellen: sie ist sogar noch um ZM- Proz. über die ziffernmäßig nachgewiesene Erhöhung der Lasten vom 1. Juli 1920 bis 1. April 1921 hinausgegangen. Warum a'io dies? neue Erhöhung? Für eine weitere Erhöhung der öffentlich-rechtlichen Lasten ist ja schon ein Spielraum aeiasien: und wo es durch- aus notwendig ist, da mag der Hausbesitzer beim Mieteini- gungsamt einen Antrag aus Z 10 der Höchstmietenverordnung auf Gewährung eines Sonderzufchiages stellen. Dos aber wollen die Hausbesitzer nicht, denn da müssen sie den Mietern ihre ZZerkMmsse klarlege-. Sie woSen gern alles Risiko auf die Mieter abwälzen, wollen sich gern ihr sogenanntes eigenes Kapital verzinsen lassen; aber den Mietern Einblick in die Ber- waltung des Hauses geben, das würde doch gegen den Herrn- im-Hause-Standpunkt verstoßen. Deshalb erstreben sie eine allgemeine Heraufsetzung der Zuschläge; denn sie wissen, daß bei der eigenartigen Auffassung unserer Mieteinigungsämter die Höchstzuschläge Mindestzuschläge sind, die in fast allen Fällen schematisch ohne jede Nachprüfung bewilligt werden. Und diese Zuschläge kommen nicht auf die wirkliche Friedens- miete von 1S14, sondern, nachdem die Mieteinigungsämter in Tausenden von Fällen die angeblich zu niedrige Friedensmiete recht erheblich erhöht und auf diese Weise ganzen Stadtteilen nachträgliche Konjunkturgewinne zugeführt haben, auf diese so erhöhten Friedensmieten. Und die Mieter müssen nach wie vor zahlen, ohne ihre Nase in die Verwaltung des Hauses stecken zu dürfen. Wie aber ist es mit der Erhöhung der Unterhaltung?- kosten? Für große Hausreparaturen werden Sonderzuschläge gefordert und von den Einigungsämtern auch bewilligt, leider in Formen, die den Zweck des§ 10 der Höchstmistverordnung. dem Baumarkt Beschäftigungsmöglichkeit unter Heranziehung und Beteiligung von Vermietern und Mieterschast zu geben, bisher nicht in nennenswertem Maß erreichen. Für die all- gemeinen Zuschläge kommen diese also gar nicht in Betracht. Die laufenden Neparawren aber sind nach wie vor in der durch einzelne Ausnahmen höchstens bestätigten Regel ent- weder überhauvt nicht gemacht, oder von den Mietern auf eigene Kosten. Die eigenartige Praris der Mieteinigungsämter hat es fertig gebracht, die Bestimmung des§ 8 der Höchst- wietenverordnung, der an Stelle des durch die gedruckten Formularmietverträge der Hausbesitzervereine verbrieften Un- rechts den im Bürgerlichen Gesetzbuch vorgesehenen Zustand der Reparaturpflicht des Vermieters wiederherstellen wollte. in der Praxis wirkungslos zu machen. Also wozu die Miet- erhöhung? Ja, sagen die Hausbesitzer, wir haben bisher nichts machen lassen, weil eben die Zuschläge zu niedrig waren; gebt uns ausreichende Zuschläge, und wir lassen die Reparaturen eben machen! Mit Verlaub, ihr Herren, wer garantiert uns aber dafür? Schon im Dezember 1919 hat der preußische Wohlfahrtsminister in seinen Erläuterungen zur Höchstmieten- Verordnung darauf hingewiesen, daß ausgiebig berechnete Hochüzufchläge nicht ohne weiteres die Erfüllung der Repara- turpflicht der Hausbesitzer garantierten, und die Erfahrungen seither haben die Zweifel des Wohlfahrtsmiyisters als nur zu begründet erscheinen lassen. Die Friedensmiete ist erhöht, das Ru-ko leerstehender Räume ist fort, die Kosten von Neuver- mietrmgen sind beseitigt, eine Erhöhung der erhöbten Mieten um 4S Proz. ist eingetreten, und nur ein winziger Bruchteil der Reparaturen wird gemacht, die im Frieden bei angeblich unzureichenden Mieten, stark flnktuicrender Bevölkerung und einem Ueberschuß an leeren Wohnungen gemacht worden sind. Wer also garantiert, daß das anders wird? Etwa der Bund der Berliner Haus- und Grundbesitzervereine, der den Repara- turftreik propagiert hat. der den Steuerstreik angekündigt hat, oer die städtischen Behörden mit formularmäßig vorgedruckten Stnndungsgesuchen für alle städtischen Gebühren überschüttet hat. der selbst bisher immer nur geschrieen, aber nichts Post- tives zur Erleichterung der Wohnungsnot getan hat? Solange nicht bei einer Erbohung der Mieten Boriorge dafür getrosten wird, daß die erhöhten Beträge nicht bloß in die Taschen der Hausbesitzer fließen, im übrigen aber alles beim alten bleibt und die Mieter„nix to feggen" haben, solange ist jede weitere Mieterhöhung ungerechtfertigt. Und noch eins mag hier er- wähnt werden: Wenn täglich neu produzierte Güter im Preise steigen, so kann doch, wenn die Berhältnisse sich ändern, der Preis ohne besondere Schwierigkeiten wieder herobaesetzt wer- den; wird aber die Miete durch allgemeine Znschläge erhöht, dann erhöht sich die Grundrente, und diese Erhöhung kann durch enrsnrechende Erhöhung der Beleih, ing, für die ja der Bund der Berliner Haus- und Grundbesitzervereine eine eigene Hypothekenbank besitzt, verdinglicht und damit verewigt wer- fow-�lle�dasjjl� Neuerwerbungen öer Nationalgalerie. Trstz der geringen zur Verfügung stehenden Mittel hat Direktor Iusti für die ihm unterstellte Galerie einige interessante Neuerwer- bungen beschaffen tonnen, die jetzt in der Nationnlgaleri«(im ehe- malizen Marees-Zimmer im linken Flügel) ausgestellt sind. Diese Bilder bilden wertvolle Ergänzungen zum bisherigen Bestände der Galerie. Bo- allem gilt das von Alfred R o t h e l s Gemälde"Der Ein- tritt Karls V. in das K! o st e r". Der große Geschichtsmaler, d-r in der Zeit des historischen Kartonstils wirklich Monumentalität aufbrachte, ist bisher nur durch ein Jugendbild aus der Düsseldorfer Lehrzeit und durch fünf Kartons für feine größte Schöpfung, die Fresken aus dem Leben Karls des Großen im Aachener Rat- baussaale, in Berlin vertreten. Die Neuerwerbung zeigt Karl V. müde und erdrückt von der Sorgenlast, Frieden im Kloster zu St. Just suchend. Der Kontrast der beiden Welten ist kraftvoll herausgearbeitet, besonders in der Gestalt und den Zügen des Kaisers. Di« Hauptszene(im Ktosterhof) sagt farbig nicht allzuviel, der Zlusblick durchs Tor auf eine heitere südländische Landschaft dringt dafür starke farbenfreudig« Akzente. Die Wucht und die Tiefe des Werkes, das in die Mitte der vierziger Jahre anzusetzen ist. erschließt sich nicht auf den ersten Blick, es bedarf für den mo- dornen Beschauer der Einarbeitung, um seine Qualitäten zu offen. baren. Gewinnender präsentiert sich eine große Oelskizze zu M a- k" r t s Riesenschinten„Venedig huldigt der Katharina Cornaro", der als Dokument hohl«, in der Gründerzeit ungeheuerlich überschätzter Atelierkunst in unserer Galerie prunkt. Der Entwurf zeigt die leichte Grazie eine, dekornnven Jmproviicitors, in der Kompositton ist Rhnthmus und Schwung, und auch die Farbe hat im Gegensatz . zu den �schweren, nachgedunkelten Aspaitmossen der Ausführung . heitere Sinnlichkeil. Ein paar Proben reizvoller Lkleiinnaterei aus der Biedermeier- züt stammen von Kersting, dem romantifch-gefühloollen Ge- fährten Caspar David Friedrichs. Die Bildchen anstanden im Jahre. 1813: es sind Erinnerungen an die Lützow-Zeit.(Kersting war auch Lützow-Jüger.) Das'eine zeigt Körner und sein« Freunde aus Vorposten im Walde, da, andere Körners Braut, den Gefallenen Eichentränze windend. Entzückende Naivität, köstliche Naturandacht i't in diesen höchst sauber georbcii-ten Bildchen, die auch malerische Frische, ja sogar etwas Keckheit zeigen. Im K r o n p r i n z e n- P a! a i s sind als Leihgaben zum ersten- uml Plastiken von Kolbe und Archipenko zu sthcn. Sie sind in Ihrer Veaensätzl-chkzg b"'st anschaulich« Verkörperungen per- jchisdener bildhauerischec Tendenzen, beide in ihrer Arl vollendet und so geeignet, zu tjefergchenden Betrachtungen zu führen. K. H. D. Mietzuschläste zu wenig, bei der Erhöhung der Friedensmieten durch die Mieteinigungsämter überhaupt nicht berücksichtigt worden. Die bisherigen Erhöhungen haben sich in einem immerhin erträglichen Rahmen gehalten; diesen Rahmen fängt man an. jetzt zu überschreiten. Um so notwendiger ist es, daß der Magistrat, der allein über die neuen Anträge auf Er- höhung zu beschließen hat— der Wohnungsausschuß ist nur beratendes Organ—, alle diese Gesichtspunkte aus das ein- gehendste prüft, ehe er eine Entscheidung fällt, deren Folgen vielleicht sehr schwerwiegend werden können. Die Partei öes Anauswurfs. Der Kommunistische Parteitag, der gegenwärtig in Jena tagt, zeichnet sich wie seine Vorgänger durch die„Einstimmigkeit" seiner Beschlüsse aus. Das konnte um so wehr überraschen, als bekannt ist, daß in der„vereinigten" KPD. tatsächlich ein« sehr erhebliche U n- e i n i g k e i t in den Grundsätzen und Anschauungen besteht. Indessen ist des Rätsels Lösung bald zu finden. In der„Düffel- dorier Dolkszeitung" werden einige Geheimnisse über die Wahl der D e l e g i e rt e n in den rheinischen Ortsgruppen der Kommu- nisten mitgeteilt. Nach den Angaben dieses unabhängigen Blattes hat man von der Zentrale unter Leitung von Walter Stöcke? an die Bezirke und Ortsgruppen brieflich die geheim« An- Weisung ergehen laffen, keinerlei Versammlungen über den Par- teizwist mehr einzuberufen, dagegen di« Delegierten aus illegalem Wege durch die Vorstände der Ortsaruppen zu bestimmen. Als hinter- her diese Anweisung der Mitgliedschaft in verschiedenen Orten doch zu Ohren kam, hat die Zentrale nachträglich bestimmt, die Wahlen der Form halber doch noch durch die Mitgliedschaft vornehmen zu lassen, jedoch dürften nur die vom Vorstand vorge- schlagenen Personen gewählt werden. Die Ortsvorstände wurden verpflichtet, dafür zu sorgen, daß nur. Befürworter und Anhänger der Märzaktion auf die Vorschlagsliste kämen. Es entspricht ganz dem Bild«, das die Zentrale der KPD. bis- her von'stch gegeben, wenn sie durch eine solche Anweisung sich einen gefügigen Parteitag zusammensetzen läßt. Di« Opponenten gegen diese zentrale Unterdrückungspolitik werden nach Moskauer Muster bekanntlich mit kühnem Schwünge vor di« Tür befördert. Der kleine Geyer und der ebenso kleine Düwell haben das ja erst jetzt in Jena wieder erfahren müffen. Vielleicht ist es den Malzahn, Neu- mann und Klara Ze t k I n, die auf dem Moskauer Kommunisti- scheu Kongreß die deutsche Opposition vertraten, ähnlich so ergangen. Denn man hat aus der kommunistischen Presse nur erfahren können, daß auf diesem Kongreß m der Frage der deutschen Kommunisten der bekannte„einstimmige" Beschluß gefaßt worden ist, der die Aechtung Paul Levis und eines jeden enthält, der mit Levi weitere Gemeinschaft halte. Da die genannten drei Oppositions- delegierten zum Kreise der Leviten gehörten, so können sie doch un- möglich dem„einmütigen" Beschluß zugestimmt haben. Die Frage ist also, ob sie sich löblich unterworfen hoben oder unlöblich hinaus- geworfen wurden. Es wäre intersfant, darüber aus der kommu- nistifchen Presse einiges Nähere zu erfahren. Aber man wird wohl aus begreiflichen Gründen darauf warten können. §urcht vor Neumahken. Die Entschließung, in der sich der Bezirksparteitag der Sozialdemokratischen Partei für die Provinz Brandenburg für die Neuwahl des Reichstags ausspricht, im Falle, daß die Regierung an der Gesamtheit ihres Steuerpro- gr a m M s festhalten sollte, hat in de? Preffe bereits einen Widerhall gefunden, der, je nach der Parteistellung der Blätter, verschiedenartig ausklingt. Die„Deutsche Tageszeitung" zum Beispiel, das Organ des Bundes der Landwirte, findet, daß die„Stcuerfrage den Hebel abgeben solle, an dem die vereinigten(?) Sozialisten ansehen, um in einem Augenblick, der ihnen infolge der ein- fetzenden Teuerungswelle besonders tzünftig erscheine, den Versuch zu machen, die künftige Regierung unter den be- stimmenden Einslutz ihres gemeinsamen Schwergewichts zu Die Frage der Euthanasie, d. h. des schmerzlasen Todes hoff- nungslofsr Kranker durch Eingreifen de» Arztes, ist schon vielfach erörtert und in Fachblättern, in wissenschaftlichen Büchern, in Ro- manen und selbst in Dramen behandelt worden. Das Problem der Sterbehilse hat ja nicht nur nudizinisches, sondern auch juristisches und vor allem allgemein niensthlichez Interesse. Neuerding« hat diese Frage nun Medizinairat Dr. 5)eyn in der„Jeitsch-ift für Medizinal- beamte' zur Besprechung gestellt. Nach ihm ist die Sterb-'HIls« seitens eines Arztes nur dann gestattet, wenn der Kranke selbst es fordert, aber nicht, wenn der Kranke dazu nicht in der Lage ist. Mit Recht lehnt Heyn daher bei willenlasen Geisteskranken ein« Wer- kürzung des Leben, ab, und auch nicht«in Arzt allein darf die Ent- scheidung treffen, sondern höchstens ein Kollegium oder eine Kom- Mission,'um iede Fehldiagnose möglichst auszuschließen. Als Krank- heilen, bei denen die Sterbehilse vorzugsweise in Frage kommen kann, bezeichnet Heyn Krebs und Tuberkulose, unter Umständen auch schwere Herz- und Nierenleiden, Rückenmarksdarre, Altersbrand usw. Llber stets ist die Voraussetzung, daß der Kranke, der unter körper- lichen Qualen leidet, nach menschlichem Urteil unrettbar dem Tode verfallen und selber die Sterbehilse verlangt. Schnapsmüfionäre. Die Untersuchung, hie von Mr. Bart- l e t t, einem Führer der amerikanischen Antialkohol- bewegung, über die Segnungen des- amerikanischen Alkohol- Verbots anaestellt worden ist, hat zu geradezu trostlosen Ergebnisien geführt. Man trinkt, nach dem in der„World" veröffentlichten Be- richt Bartlett». heute in den Bereinigten Staaten noch mehr Alkohol als früher; der Unterschied besteht nur darin, daß man heute schlcch- teres Zeug trinkt, das die Dcrgiftungsgefahr noch erhöht. Die kleinen DeNiLattonen, die sich mit der Erzeugung von Fusel beschäf- ttgen. schießen wie Pilze aus der Erde, auch fehlt es nicht an Leuten, die im cig-nen Hause Ihren Alkohokbcdarf herstellen. Dabei liegt es in der Natur der Dinge, daß alle diese heimlich bereiteten Ge- tränk« von minderwertiger Güte sind und obendrein enormes Geld kosten. Der Veranschlag der Reoieruna, der die Ersparung von SV Dollars für das Jahr und die Familie herousrechnete, wird da- durch energisch Lügen gestraft. Di« in der Stille ihres Amies wal- tenden Destillateure erzielen Gewinn« von 40v bis 200v Prozent, so daß man ihr« Einnahmen auf 215 Millionen Dollars im Jahre schätzt. Sie sind so ans dem besten Wege, im Reiche der Finanz den Milliardärkönigen des Ellens, des Büchsenfleisches und des Pe- troleums den Rang abzulaufen. Trotz den schlechten Erfahrungen, die mit dem Sllkoholoerbot gemacht hat, sind aber die amerikanischen Entholismnkeitsstrnaiiker drauf und dran, nach dem Sllkobol nun auch dem Tabak den Gami» zu machen. Auf Schritt und Tritt werden in den groben amerikanischen Städten die Raucher auf der Straße von Provagandarednern beläH-tf, die ibnen die Gefahren de? Rau- chens schildern und sie zur Abkehr von ihrem unheilvollen Wege zu überreden st chen. mörderische Maschinen. Nicht nur der Seemann beiraäztet sein Schiff gls eine Periönlichkr der er allerlei Handlung:., und Gk- fühle zutraut, saudern auch sonst tritt de: Arbeiter zu der'.Naschine nicht selten in ein engeres Verhältnis, indem er ihr seelenloses Wesen vermenschlicht und ihr allerlei Rücken und Tücken zuschreibt. Zola bringen". In der„Vossischen Zeitung" hingegen wird den Sozialdemokraten begreiflich zu machen versucht, daß die Steuervorlagen das Neichskabinett passiert hätten und in- folgedessen auch die sozialistischen Mitglieder des Kabinetts an diese Vorlagen gebunden seien, solange sie nicht selber die Konsequenz zögen, aus dem KabinStt auszu- treten. Vor Neuwahlen auf Grund dieser Steuerparole hat jedoch die demokratische.Vossische Zeitung" eine bemerkenswerte Abneigung,«i« ist der Meinung, daß die Deutschnationalen und die Lolkspartei mit einer demagogischen Ausschlachhmg >er Denkschrift des Reichswirtschastsministers über die E r- assung der Goldwerte alle kleinen Landwirte und onstige Kreise des Kleinbürgertums auf ihre Seite ziehen und >amit die Mittelparteien lahmlegen würden. Eine charfe Opposition gegen rechts, d. h. ein rücksichtsloses Eintreten für die Erfassung der Goldwerte, würde ihnen breite Wählermasien abtreiben und ihre Wahlaussichten beträchtlich verschlechtern. Deshalb würde die Entscheidung des Volkes die Lösung des Problems nicht erleichtern, sondern erschweren. Das ist allerdings eine recht merkwürdige Auffassung von der Demokratie. Die sozialistischen Minister sind bekannt- lich in das Koalitionskabinett von der sozialdemokratischen Fraktion delegiert worden. Wenn die Mehrheit des Kabinetts gegen ihre Meinung Gesetzesvorlagen durchdrückt, so hat selbstverständlich die sozialdemokratische Fraktion und Partei das Recht und die Pflicht, diese Vorlagen kritisch zu würdigen und ihren Ministern die Wege zu weifen, die sie zu beschreiten haben. Durch die Annahme des Ultimatums haben die Koolitions- Parteien die Verpflichtung übernommen, die von' der Entente geforderten Entfchlidigungssitmmen aufzubringen und dementsprechend die Einnahmen des Reiches zu gestalten. Daß diese Einnahmen aber fast nur in Form von solchen Steuern erhoben werden sollen, die die breiten Massen des Volkes be- lasten, während die Besitzer der Sachwerte sich von der Steuerlast drücken können, lann die Sozialdemokratie nie und nimmer zugeben. Wenn die Demotraten allerdings nicht den Mut haben, die Heranziehung dieser Goldwerte für die Opfer des Reiches ernsthaft zu fordern und vor den Wählern zu vertreten, so dürfte ihre Furcht vor der Abstimmung in Neu- wählen durchaus berechtigt sein. Deutschnationale Verleumdungen. Zu dem Berilbt über die Strafkammerverhandlunq gegen den Redakteur Ackermann von der„Deutschen TageSztg." wegen Beleidi- gung des Genossen Otto Braun(Nr. 893 des„Vorwärts") tragen wir- auS der Urteilsbegründung noch nach, daß nach der Feststellung des GcrichiS bei dem Bezüge der AufwondSenischädigung durch den Ministerpräsidenten und Landwirtschaftsminister absolut einwavdfrci versvhren sei und daß daher der Vorwurf der Rechts« widrigieit oder Nnansländigkeit jeder Berechtigung ent« behre. Wollte der Angellagie diesen Vorwurf nicht erheben, wie er zu seiner Verteidigung anführt, dann durste er die Wendung von dem„Minister mit den tiefen Taschen" nicht gebrauchen, den» er mußte«iffen, daß das von den Lesern nur in dem erwähnten beleidigenden Sinne gedeutet werden konnte. Auch der gegen den Minister erhobene Borwurf der Lüge sei völlig unbegründet, denn irgendein Beweis, daß der Minister gelogen oder auch nur objektiv von der Wahrheit abgewichen, sei nicht erbracht. Auch sei nicht erwiesen, daß in den Leußerungen des Pressedienste? des Ministerium?, die nicht einmal von dem Minister herrühre», aus die sich aber der Angeklagte, stütze, Unwahrheiten enthgltcn wären. Das Gericht kam sonach zu dem Schluß, daß der Angeklagte sich schwerer Beleidigungen des derzeit höchsten Beamten Preußens schuldig gemacht habe. Wenn es gletch- wohl von Gefängnisstrafe abgesehen habe, so nur des« halb, weil ei als strafmildernd in Betracht gezogen hob«, daß der Angeklagte noch unbestraft sei, obwohl er bereits 10 Jahre denpoli- tische» Teil seine« vlatlci leite und zudem der inkriminierte Artikel in der Hitze deS LandtagZwohlkampfeS geschrieben sei. hat. in dem Helden seines Roman»„Die Bestie Im Menschen" einen Lokomotivführer geschildert, der mit seiner Maschine eine Art Ehe eingegangen hat. Diese Auffassung führt zu mancherlei Slberglauben. So wurde kürzlich von eiyem„T o d e s a u t o" berichtet, einem großen Benzwagcn, der ursprünglich dem Prinzen Heinrich von Preußen gehörte. Gleich nachdem der Prinz den Wagen gekaust hatte, soll dieser einen Passanten getötet haben und deswegen oer- kauft worden sein. Daraufhin ging das Auto durch drei weitere Hände, und jeder Desitzer gab es wieder fort, weil er mit ihm einen Menschen überfuhr. Der vierte Fell dieser Art, der wieder ein Todes- opser forderte, passierte erst vor kurzem aus der Kölner Rheinbriicke. Au» diesem Anlaß erzühit ein amerikanisches Dlctt von einer Loko- molioe der Pennsylvania Reilway, die den Namen«Der Mör- der" erholten hatte, weil mit ihr beständig Unglücksfälle passierten. Die meisten Lokomotivführer erzählen von den Launen ihrer Ma- schinen; die eine gilt für gutartig, bei einer anderen wieder muß man vorsichtig sein, und bei einer dritten ist„alles verhext". Eine solche Maschine war der„Mörder", di« im ersten Jahr bereits drei Menschen tötete, während«ine größere Anzahl anderer nur mi. knapper Rot ihren Rödern entging. Schließlich wollte niemand mit der Maschine mehr fahren, und sie wurde daher ausrangiert. Doch begnügte ma» sich nicht damit, sie für andere Zwecke weiter zu verkaufen, sonder» auf das Verlangen der Arbestor wurden alle ihre Teile einzeln vernichtet. Es besteht nämlich der Glauben, daß jeder Teil einer solchen Nnglücksmaschin«, der noch weiter verwendet wird, seine gefährlichen Eigenschaften auf die andere Maschine überträgt und auch diese wieder zu einem Mörder macht. Lieber Vo-mSris! Auf meiner diesjährigen Erholungsreif« mußte ich in einer kleinen thüringischen Stadt übernachten. Da es noch nicht Schlafenszeit war, vertrieb ich mir im Gastzimmer di« Zeit mit Leien und geriet nach der Lettür« des Ortsblättchens an das Telephonverzeichnis für Thüringen. Da fand ich unter„M e i n i n- gen" als ersten Teilnehmer„Seine Hoheit der Herzog, Große» Palais 77" und dann begann erst das eigentliche Teil- nehmeroerzeichnis mit„Fritz Ackermann" usw. „Donnerwetter!" sag!-» ich zu mir, in solch kleiner Stadt haben sie noch«in Verzeichnis,' das schon einige Jahre alt ist. M'.sichtiger- weise sehe ich mir da» Tiielbiatt des Verzeichnisses cm und lese: „Amtliches Fernsprechbuch für den Oberpostdiret- tionsbezirk Erfurt vom 20. November 1920." Als» zwei Jahre nach Aonstituierunq der Republik und Aus- Hebung aller Adelsoorrecht« hat der für Zusammenstellung und Her- ausgab« des amtlichen Fsrnsprechoerzeickwisses für den Okerpost- Augenmerk zuzuwenden und bei festgestellten Verstößen gegen die Republik, die ihm zu essen gibt, derartig zu verhöhnen. Was sagt der Postcberste dazu? Theater. Direkt-n Winicneld erosinet ckin i. Sept. die Svielzeit der .V»!ka»perctte" im epalhaS«-Tbc«ier mit iusienbachs„Schöner Oclena". Ter Rackilah Jacob Bnrrkdardrs. der Ichon io viele kolibare Vrr- öffenll'-b maen ergeben da!, wird demnilchl eine neue Sriei iuZaade itz d';"i•«" Hisiorlter» an Gottfried und-Zobam.a wirkt! yie l-ii/lT eniiumzeiicn Ottilie sind Dokumente tiefer edler.�«Iinr.snede. 18*-'jui dann itrntcls beru»>nl« flucht ftinrn Lrauml m alier �iuns gebracht. �ntsrncktwnale? NetaUarbeiterkongreß. (Siehe auch„Vorwärts" Nr. 373 und 378.) Konrad I l y gab den B e r i ch t d e s S e k r e t ä r s. Er schtf. derte die internationalen Beziehungen seit dem leHten Kongreß. Mit Amerika besteht wieder Verbindung, indem die große Organisa- tion der Maschinenbauer dem Bunde wieder beigetreten ist. Auch mit Rumänien und S ü d s l a w i e n sowie mit Spanien sind wieder Verbindungen angeknüpft. Da die gleichzeitige Zugehörig- keit zu Amsterdam und Moskau unzulässig ist, können die Ruf- s e n nicht beitreten.— Die gewerkschastliche Aktion allein genüge nicht, sie müsse durch die politische ergänzt werden. Eine Befreiung der Arbeiterschaft kann es nicht geben, solange der Kapitalismus nicht beleitizt ist. D i ß m a n n» Stuttgart eröffnet die Debatte mit dem Hinweis auf die Weltkrise. Der internationale Information s- dienst müsse besser werden, sowohl durch den Amster- damer Bund wie durch den Metallarbeiterbund. M e r r h e t m- Frankreich meint, Jlg habe die Notw-ndigkeit politischer Aktionen zu sehr betont. Der Wiederaufbau könne nur eine Leistung der wirtschaftlichen Bewegung sein. K u m m e r- Deutschland führt aus, der Widerstand und die Widerstandskraft gegen den Krieg seien noch immer zu gering. Rußland kenne man nur aus den Schil- derungen der Diktatoren, nicht aus solchen der Arbeiter. Man brauche auch die russischen Arbeiter. Der Schwerpunkt der Jnter- nationale sei nicht im Osten, sondern im Westen, In Amerika. Er wünscht stärkere Propaganda. Stein- Oesterreich führt auf Grund der Verhältnisse seines Landes aus, daß man sich nicht auf gewerk» schaftlich« Bewegung beschränken dürfe, sondern auch mit der politischen Bewegung rechnen müsse. Für letztere müsse man auch eintreten, um gegen den Krieg stark zu sein. Z i s k a- Berlin berichtet, daß 54 Delegierte aus LS Landesorganisalioneu anwesend sind. David- England berichtet über die Kassenrevision. Der Be» richt des Sekretärs wird durch Abstimmung einstimmig genehmigt. Bezüglich der Abänderung der Satzungen wird über die B e i t r a g s l e i st u n g e n der Vermtttlungsantrag pon V r o w n l i e-Cngland angenommen, wonach ein Stunden» lohn, höchstens aber 1 Schilling 9 Pence für 1000 M i t g l i e» der gezahlt werden soll. Die Frag« der C�xtrab eiträge bei großen Kämpfen wird durch Annahme eines Kommissionsan- trage erledigt, wonach von den einzelnen Verbänden Extrabeiträge bis zur Höhe eines Stundenlohns für die Arbeiter durch das Zentralkomitee eingezogen werden können. Brandes- Stuttgart begründet namens der sozialpolitischen Kommission folgciide Resolution für die Wahrung des Achlslundentages: „Der Kongreß bestätigt den Beschluß des Zentralkomitees vom 17. März betreffend Krisis, Lohnabbau und Arbeitszeit. Er stellt f�st, daß sich die Krisis mit ihrer Verelendung der Arbeiterschaft seit- dem erheblich verschärft hat. Der Kongreß fordert deshalb von den angeschlossenen Landesorganisationen die Befolgung des vorstehend genannten Beschlusses, insbesondere der Einhaltung des Acht- ftundentazes als Maximalgrenze der täglichen Arbeitszeit. Der Kongreß sieht in der Leistung von U e b« r st u n d e n, so- weit sie nicht in der Folgezelt durch entsprechend« Freizeit abgelöst werden, eine große Gefahr für den Achtstundentag, die ener- j isch zu bekämpfen ist. Der Kongreß fordert schließlich von den angefchlosienen Or- xanisationen eine systematische Ausklärungsarbeit für die Notwendig- keit der Ablösung der kapitalistischen Wirtschaft durch die sozia- listische, da erst mit Ein'ührung der letzteren dem Elend der Ar- beiterklosie aus wirtschaftlichem Gebiet das Ende bereitet wird." Die Resolution wird angenommen. Domes beantragt namens der österreichischen Delegation ein« Entschließung zugunsten der ungarischen Jnter» » i e r t e n. Der Kongreß fordert, daß von der Bedingung, die Be- s radlgisn müßten unbedingt und dauernd in Rußland Aufenthalt i ehmen. Abstand genommen wird. Wegen der materiellen Unter- ftützung der betroffenen ungarischen Kollegen soa dos Bundessekre- l-.riat bei den angeschlossenen Verbänden die notwendigen Schritte unternehmen. Die Resolution wird einstimmig angenommen. In der Schlußsitzung standen die Resolutionen der politi- schen Kommission über die Rüstungsindustrie und über den Frieden zur Verhandlung. Mcrrheim-Frankveich empfiehlt beide Entschli'-ßungen zur Annahme. Nixon-England erklärt, das Friedcnsproblcm könne nur in jahrelanger Arbeit gelöst werden, nicht nur durch eine Resolution, die bald vergessen ist. D i ß M a n n- Stuttgart sagte: Für uns gibt es kelne Sieger und kein« Desiezlen. londcrn nur Geschlagene. Was uns die Engländer auf dem Lon- daner Gewerkschaftskongreß sagten:„Die Millionen Toten, die kla- genden Witwen und die Blutopfer alle sind der Kitt, der un» zu- jammc.ihült," das gilt. Zoe., Friedensresolutionen wurden unter großem Beifall einstimmig angenommen, deren erste in den Satz aus- kluigt. daß nur der revolutionäre, vom Klassenbewußtsein getragene Klassenkampf die Befreiung der Völker ii�dcr Verwirklichung des Sozialismus zeitiaen kann. Die zweite Entichließung bestätig die i". bezug auf die Friede, nsverträge und kriegerischen Handlungen am 17. Zftärz i?21 vom Zentralkomitee des Internationalen Metall- ' rbcsi.rbnndes gefaßten Beschlüsft und fordert die angeschlossenen Organisationen auf, mit allen Kräften und in engster Gemeinschaft mit dem Jnter naiionalen Gewerkschaftsbund in Amsterdam Im Sinne des vorstehenden Beschlusses zu wirken. Die Resolution gegen die Rüstungsindustrie erinnert an den Beschluß des 8. Kongresses vom 23. August 1929 und bestätigt denselben, der dahin geht, die Fabrikation von Waffen, Munition und Kriegsinateria! irgend welcher Art zu oerweigern. Der g. Kongreß, am 10. August 1921 fordert außerdem die Metall- arbciter aller Länder auf. den Kampf gegen den Milt- t a r i s m u s und K«p i t a l i s m u s fortzusetzen. Er be- m r trogt sein Sekretariat, eine Statist'ik einzuleiten, um die wirk- t'che Arbeitcrzahl jeder Nation festzustellen, die mit der Herstellung von Waffen, Munition und jeglichem Kriegsgeröt beschäftigt ist und uerpslichtet jede Nation, die dierzu erforderliche Auskunft zu stellt aus 2 i ß M a>. n sür dos deutsche, Merrheim für das romanische, B r o w n l i e für das angelsächsische und H a n n s e n- Dänemark für t»as skandinavische Sprachgebiet. Der Vorsitzende Reichel- Stuttgart würdigte zum Schluß die Bedeutung des Kongresses. Der umfasse bei vorsichtiger Zäh- lung 3m Millionen M' t g l i e d e r. Möge auch in Rußland eine geistige Klärung kommen, die die dortigen Kollegen in unsere Reihen führt. Unter dem Gesang der Internationale endete der Kongreß._ Abermals verboten. Unser Duisburger Parteiorgan, die „Dolksstimme", ist cm Montag von der Besatzungsbehörde zum 'weiten Male auf acht To>e verboten worden. Als Grund wird ein .Artikel, der für die Aufhebung der Sanktionen eintritt. und in dem u. c. auch die Bftatzungstruppen angegriffen worden sein sollen, bezeichnet. Merlei Papier. Eine Ausstellung in der Philharmonie, genannt Berliner Papier- messe, zeigt deutlich, daß Kitsch und Ungeschmack in vielem zusammen. getragen, genau so widerwärtig wirkt, wie am Einzelstück. Nicht immer sind hierfür die Industrie oder wie hier in diesem Falle die Papierwarenhändler als Veranstalter der Messe, verantwortlich zu machen: selbstverständlich sind immer die billigsten und häßlichsten Sachen beim großen Publikum die begehrtesten. Nur wäre zu unter- suchen, ob der Händler statt der süßen erotischen Sachen des Pariser Salons mit Aufnahmen, die gerade vie Grenzen der Schicklichkeit streifen, nicht mit künstlerischen Steindruckzeichnungen u. a. dasselbe Geschäft machen könnte, wenn er den ersteren Artikel eben nicht führt. Es wäre zu fragen, ob statt der tausenderlei billiger Geschenk- artikel, die so ein Papiergeschäft als Haupteinnahmequelle führt, die roten Liebesherzen mit Bauernmalerei, Briefbeschwerer und Alben, die Bücher für Kinder und Erwachsene, die eine bestimmte für das Papiergeschäft zugeschnitten literarische Note besitzen, ob eben diese Ding« nicht durch vollwertige Erzeugnisse zu ersetzen sind. Denn, wer weiß, wie schwer der Plunder aus der Wohnung vieler Kreise wieder zu entfernen ist, nachdem sich von ihm ein kleines Vermögen da an Wänden und auf Möbeln angesammelt hat, der wird diese kritische Einstellung verstehen. Wenn diese Ausstellung nach den Worten des Vorsitzenden des Landesverbandes der Papierwaren- Händler als ein Organisationsinstrument des Verbandes und nicht aus Erwerbsrücksichten zu betrachten ist, so muß der Verband noch viel lernen, was einer Messe den kulturellen Hintergrund zu geben vermag. Daß daneben aus dieser Ausstellung auch sehr hübsche Sachen zu sehen sind, sehr feine Briefpapiere, dustende Billett-doux, die für den neuen Reichtum bestimmt sind, gute brauchbare Papier- wüsche, Stempeltisien mit Mechanik, die die Finger nicht mehr be- schmutzen, neue eigenartige Maschinen für den Bureaubedarf und viele» Praktische, über das sich nicht olles reden läßt, das sei als selbstverständlich hingestellt. Aber eben die teueren und besseren Dinge, die nur in wenigen Geschäften anzutreffen sind, lehren, daß der Hauptwert des Papierwarengeschäfts heute noch in dem Begriff des alten billigen„Basars" liegt. Als Beispiel dafür diene, daß sogar ein Stand oertreten ist, der die Abfallprodukte des Buchmarktes, die Ramschsachen und Rest- auflagen der aus dem Buchhandel gezogenen literarischen Ware, hier anpreist. Auch ein Stand mit erzgcbirgischen Spielwaren, mit den von Kindern geschnitzten und bemalten Bouernhäuschen und Tieren ist vertreten. Und e» ist lustig, all« diese kleinen Dinge zu betrachten, und es ist traurig, zu wissen, daß dof�im die kleinen Finger, die sie herstellten, nicht satt werden. Der MLrüer aus öer 5ange Straße. Itoch keine weiteren Aufklärungen. Das Mädchen, das in der Nacht zum Montag von dem alten Händler Karl Großmann in der Lange Str. 83 ermordet wurde, hatte sich in der Pappelallee, wo es wohnte, Schneiderin Emma Boretzki genannt. Es ist jetzt festgestellt, daß diese Angab« falsch war. Die Ermordete Ist in Wirklichkeit eine 33 Jahr» alte, au» Dresden gebürtige frühere Köchin Marie Nitfche. Di« Vorgänge bei der Ermordung stellt der Verhaftete immer noch so dar, wie bei seinen ersten Vernehmungen. Ein angeblicher Diebstahl des Mädchens soll ihn in Wut versetzt haben. Das ganze Treiben Großmanns in seiner Behcusung wird im Laufe des heutigen Tages näher aufgeklärt werden. Viele Mädchen, die mit ihm zu tun hatten, haben sich entweder selbst gemeldet oder sind von der Kriminalpolizei ermittelt worden und werden heute im Polizeipräsidium vernommen werden, soweit sie noch nicht vernommen sind.� Eine Zeugin die von Großmann betäubt worden war, hat nachträglich noch einen verdächtigen Umstand mitgeteilt. Kurz bevor sie sich durch ihre List mit dem Mülleimer d«n Ausgang au» der Wohnung verschaffte, wollte sie sich an der Wasserleitung die Hände säubern. Hierbei nahm sie aus dem Becken heraus einen sehr starken häßlichen Geruch wahr. Er kam von einem Gegen- stand, der in dem Becken lag und von Großmann zugedeckt word«n war. Dieser holte sie mit Gewalt von der Leitung wieder zurück und verhinderte sie am Waschen. Dem Verdacht, der au» solchen Bekundungen erwächst, begegnet der Berhaftete selbst mit der Be- Häuptling, daß ein etwaiger Gestank in seiner Wohnung von oer- endeten Kaninchen hergerührt haben müsie. Von den wideren Mädchenmorden will Großmann nach wie vor nicht» wissen. Er bleibt dabei, daß er mit ihnen nicht dos Geringste zu tun habe. Die Kleidungsstücke, die bei ihm gefunden wurden, sollen von Mädchen herrühren dle�-stch mehrer« Tage, bis zu 14 Tagen, bei ihm aufgehalten und ihn dann oerlassen hätten. Er habe die Sachen ins Wasser geworfen, um fle zu reinigen und den Mädchen gejäub-rt zurückzugeben, wenn sie wieder zu ihm kommen sollten. Allgemeine Schließung der Wettkonzerne. Eine ollgemeine Schließung der Sportbanken, Sportkonzerne usw. soll durch die Schutzpolizei in Preußen vorbereitet werden. Die Aktion soll sich ohne Ausnahme auf alle derartigen Neugrün- düngen erstrecken. Eine entsprechende Verordnung soll in Vorberei- tung sein. Die Haftentlassung Kahns ist am gestrigen Tage noch nicht erfolgt, da der Rechtsbeistand des Festgenommenen einen offiziellen Antrag noch nicht gestellt hat. '»» Die Handelskammer zu Verlin' teilt mit, daß sie schon vor mehreren Monaten an zuständiger Stelle auf die Unzu- lässtgkeit der Firmenzusätze.Sportbank".„Weit- konzern" und ähnliches hingewiesen und in wiederhol- ten Fällen Löschnngsanlrag sowie Antrag auf Einschreiten wegen Filmenmißbrauche gestellt hat. Propaganda-Woche für die weltliche Schule in?!enkölln. Die vereinigten Elternbeiräte der weltlichen Schulen Neuköllns fordern olle Organisationen, sowie Ju- gend, Freidenker, Wanderer, Musik- und Gesangvereine ohne An- sehen der Parteirichtung, die Interesse an ver weltlichen Schule haben, zur Mitwirkung an der Einheitedemonstration am Sonn- tag, den 4. September, auf. Vereine der Laubentolonisten werden um Blumenspenden für die zirka 690» Kinder gebeten. An. gaben erbeten an Oscar Hüttel, Neukölln, Jlscftr. 24. Vom Schulstreik in Bohnsdorf. Der beschlossene Schulstreik hat gestern mit gutem Erfolge«in- gesetzt. Von 323 Kindern waren weit über 200 dem Schulumerricht ferngeblieben. 60 Proz. der Kinder stehen somit im Streit. Es ist zu «rwarten, daß sich diese Zahl unter Hinzurechnung der erkrankten Kinder auf 73 Proz. erhöhen wird. Die Kinder werden während d«r Schulstunden mit Spielen beschäftigt. Als neuzeitlich« Erscheinung in diesem Kampfe muß noch das Einschreiten der grünen Schutzpolizei erwähnt werden, die von dem jeden Fortschritt hassenden Leiter der Bohnsdorser Schul« ohne jede Veranlassung herbeigerufen wurde. Der Wachthabende mußte sich aber sehr bald überzeugen, daß er vom Schulleiter falsche Nachrichten empfangen hatte. Etwaigen Anfragen betreffs Schulstrafen gegenüber muß betont werden, daß auf Grund einer Verfügung des Ministers für Volksbildung Geldstrafen für Schulversäumnis nicht oerhängt werden können. Gegen die Kriegshetzer. Di« Koulsdorfer„Deutsch nationalen" laden zum 28. August alle ihre Anhänger, insbesondere Veteranen, Kriegsteil. nehmer� Krieger- und Schützenvereine zu einer„Tannenbcrg-Sedai- Gedenkseier" ein, verbunden mit„Großem Militärkonzert des Gard«- Hufaren-Regimcnts Potsdam", ein. Die Festrede hält General- major von Wriesberg. Außerdem: Lebende Bilder aus großer Zeit. Abends: Fackelzug und Alarmfeuer. Beginn nachmittag- 3,30 Uhr im Berggarten, Frankfurter Allee.— Diese Veranstaltung muß alle Friedensfreunde zu gleichei Zeit zu einer Massen- Friedensdemonstration in Kaulsdors signalisieren. einschließlich Biesdorf und Mahlsdorf. Also Friedensfreunde, aui zur Friedensdemonstraiion am SoNntag, den 28. August i' Kaulsdorf. Wieder geheizte Eifenbahnzüge. Schon jetzt trifft die Reichseisenbahnoerwaltung ihre Maßnahmen für die kommenden Wintermonate. Die' Vorbereitungen erstrecken sich auf die Instandsetzung der Heizungsaniaaen in den Zügen. Do im allgemeinen in der Kohlenfrage eine gewisse Entspannung einge- treten ist, so wird es in diesem Jahre möglich sein, die' H e i z u n g der Züge in größerem Umfange vorzunehmen, als es in dem letzten Jahre der Fall war. Es wird beabsichtigt, die bisherigen Beschränkungen in der Heizung der Züge wieder aufzuheben. Mord und Selbstmord im hokel. In efnem Hotel in der M i t t e l st r a ß e wurde heute früh ein Paar, das dort aestcrn eingekehrt war, tot aufgefunden. Nach dem Befunde hat der Mann, der als ein Untcrwachtyieister K l ä h n festgestellt wurde, seine unbekannte Begleiterin erschossen und dann sich selbst. Die Leichen wurden beschlagnahmt und nach vem Schauhause gebracht. Die Tote ist etwa 23 bis 30 Jahre alt, hat blondes Haar und trug F. M. gezeichnete Wäsche. Großfeuer auf einem holzlagerplah. Wegen eines Groß- feuers wurde in der vergangenen Ngcht um 12 Uhr die Berliner Feuerwehr nach der B o e ck d st r a ß e 23 alarmiert, wo auf einem ausgedehnten Holzlagerplatz Feuer ausgekommen war. Die Feuer- wehr, von vielen Seiten gerufen, war mit ihren Löschzügen schnell zur Stelle. Die Züge 8 und 11 griffen mit drei L- und drei C- Rohren wirksam an. Die Flammen hatten an den trockenen und großen Holzoorräten schnell reiche Nahrung gesunden. Der Brand- Herd lag. in einem Schuppen der Firma E. Jouanetz. Angeblich soll in diesem Schuppen Munition für Handfeuerwaffen gelagert haben. Der Lagerplatz liegt zwischen Wohnhäusern, die ge- fährdct waren. Brandinspektor Mädcr ließ deshalb sämtliche gefähr- beten Micthäuscr schützen. Von der Dieffenbachstraße ging der fünfte Löschzug vor, während von der Boeckhstraße die übrigen Züge an- griffen. Nach mehrstündiger Tätigkeit mit aufregenden Augenblicken für die geängstiqten Anwohner war man des Großfeuers Herr. Der Schaden soll erheblich sein. Die Entstehungsursache war nicht zu er- Mitteln. Hittere Jugendweihen. Prenzlauer Berg: Der Lebenskiindeunter- rickit findet Mittwoch und Donnerstag An der Zeit von 4—6 Uhr in der Schule Seneselder Straße 6/7, statt. Das Wetter für morgen. Berlin und Ilmgegend. Trocken und überwiegend heiter, am Tage warm, bei mäßigen östlichen Winden. Groß-öerliner Parteinackrichten. Morgen, Miklwoch, den 24. August:' S. Kreil. Kallesche» Tor.?>/, Uhr öffentliche Etternversamminna der 2IS. Gemeinde» schule, Glogauer Str. IS/17. Thema: Die Pauljenschen Schülreformplane. Re- teilt: Senofse Dr. ftarsen. 18. Kret». Wetffense«. 7'/, Uhr Im Lokal Gambe, Lichtcnbergcr Str. S, außer- »rdenilich« KreiefunltionSroecsammIuug. öS. NbteUuna. Charlottenburg. 7>/, Uhr Grurrmoereammlung. 1. Gruvve im �Jranzistaneir, Kaiser-Friedrich-Elraße 69, Ecke Schillerslraße 2 Gruppe bei Schneider. Kolßendorssir. U. Der wichtigen Tagesordnung wegen Erscheinen dringend erforderlich. * 2. Kre!», Tiergarten. DI« für Miitwoch, 24. Dugult. fesig eseßte Arei«verireter. veriamniiung findet erst am 31. August, abend» 7 Uhr, in der Darotheenjchule. Wilsnacker Str. 2, statt. Feitungokommtsston Grofi-Berltn. Slßung Donnerstag, 23 August, abends 7 Uhr. im Konfeeenztaai der Redoktion, Lmdenslrafce 3, L Hof 1 i Tr. Die Spediteure «erden gleichfalls um Erscheinen gebeten. Arbeitersport. Arbetter-Tporlfest im Stadion. IT« Sonntag gab es zwei große Attraktionen im Krnnewald: das Pferderennen und da» A r b e i t e i- S P o r t f e st. Den erzieherischen ainffuß des ersteren konnte man schon am Bohnhos Stadion sehen! Elllcksipieler allcifi Art suchten die Dummen, denen sie daS lücld aus der Taiche ziehen tonnten. Und abends nach den Veranstaltungen sab man die gleichen Nepper dicht bei der Rcunbabn im Walde, wie sie den Leuten das Geld abnahmen, soiern bei den Wetten noch etwas übrig ge- blieben war.— Welch andeieS Bild bot dagegen da» A r b e i t e r. S V ort- i« st l Unter den Klängen der Neuköllner Turnerkapelle eröffneten die Kinder den Reigen der Borüihrnngen mit Freiübungen, lind dann mar« ichierten auf der anderen Srtle die braunen Gestalten der Sch oimmer im Badekostüm in langem Zuge mit Gesang aus zu den Vorsüdrunaen im Schwimmbassin. An buntes Bild gesunder L-ibeSfuIlur entwickelte sich vor unseren Augen. Weltiäus« oller Art bis zu Strecken von 3600 Meter iür(Jugendliche und dtZvv Meter(flr Männer bringen spannende Momente, zwischendurch finden die ieichtatblctischen Kämpse im Sprung, Wurf und Stoß statt. Der L. Bezirl, mit entblößtein Oberkörper und nackte» Beinen, wartet mit einer mustergültigen Vorführung des Slillnu!» aus, der ge- sundcsten TrainingSübung für den ganzen Körper, und zeigt uns in Frei- Übungsform die Ausführung des DisfuSwurieS und SpeerwersenS. Slclt« bnier ,0 na den, pleichiallS mit entblößtem Oberkörper und Beinen, zeigen muskelbildende Freiübungen mit leichten' BcwcgungSforme» in guter AuS- führung, ES war ein Tag guten iportlichen Genusses. Mefriltaf« vom Stadionfrst der Slrbeitersportler. Männer, Weitwnmg: 1. Pfarr, Schöneberg-Bcrlin, 6.68 Meter, S, Zaein, Fichte, S,82 ästet«.— DiskuS: 1. Kalweit, Fichte, 82,38 Meter, 2, Khnan, Obcispree. 29.27 Meter.— Hochsprung: 1. Zaein. Fichte. 1,70 Meter, 2, Kynast. Ober- spree und Teller, WilmerSdors, je 1,59 Meter, Speerwersen: t, Gnaß, Fichte.«1 Meter, 2. Kluth. Oberspree. 39,10 Meter.— loo-Mcter-Laui: 1. Krüger. Weißen!», und Heidepriem, Fichte, je l2.l Sek,, 2, Ziggel, Fichie, Haedbreite zurück.— 60-Meter-Hürdenlauf: 1 Zaein. Fichte, 10,7 Sek., 2. Frick, Lichtenberg 10,9 Set.— IXlOO-Meter-Siasettc: 1. Fichte. Moabit, 46,7 Sek.. L. Lichtenberg 46,8 Sek,— SXlOOO-Meter-Stafette: 1. AS?, 8 Min,. 88,4 Sek,. 2, Wilmersdorf 8 Min. 83,4 Sei.— öGg-Meter-Lauf: Wiese, Möwe. Schönlanke 17 Min. 9.2 Sek.. 2, Lebmann, Landsberg, Hand- breite zurück,— Alte Herren, 4XI00-Melcr-Ttasctle: I, Fichte 51,1 Sek.. 2. Schönederg-Birlin 61,6 Sek.— Tu r ir» r i n n e n. Kugelstoßen: 1. Zaein, Fichte, 8,96 Meter, 2. Gide. Schöncbcrg- verlrn 8,90 Meter.— Hochipringen: 1. Grund, WilmerSdorl, und Richter, Fichte, 1,82 Meter, 2, Setnv, Ebarloltenburg 1,2t Meter,— Weitspringen: 1. Klemmt, Neinickendorf 4 Meter, 2. Wnllais, Schöneberg- Berliu, 8,93 Meter,— 100 Meter-Lauf: 1, Grund, Wilmersdorf, 15 Sek. 2, Lebmann. Fichte, 15,2 Set,— IXIOO-Meter-Stasette: 1, Wilmersdorf, 56,3 Sek., 2. Neukölln, 57,8 Sek.— Jugendliche, Kugelstoßen: 1, Schmidt. Schöncberg-Berlin, 9.65 Meter, 2, Böhm, Schöneberg-Berlm, 9,51 Meter.— Speerwerfen: 1. Eckert, Adlersdoi. 40 Meter, 2. Röcklsr, Neulölln, 86,50 Meter,—, Hochspringen: 1. Kotlmski, AST,. Medwatd, Ratbenow, Zimmer, Rathenow und Schwabe, Fichie, je t.bO Meter, Dreiiprung: Thiel, Lichterfclde, 11,45 Meter.— 100-Meter>Laus: 1. Heidi, ACE,, 12 8 Sek., L. Plenner, ASC„ 13 Sek.— 8000-ästctcr-Laui: 1. Linaner. Luckenwalde. 10 Min, 2 Sek., 2. Starfc, Cöpenick, 10 Min, 3,5 Sek,— IX 10c t � Berlin vom Der- band der Zirbeiterjuaciidvercine, Breuer- Erfurt von der sozial- demokratischen Proletarierjugcnd,.li c r r m a n n- Hamburg von der Iugendabteilunq des fiamburger Llrbcitsomtes anwesend. Fünf instr"ktive Referate umschrieben den Kreis des Arbeits- selbes und der Aufgaben. P i c t f ch- Berlin(vom Eifenbahnerver- band) sprach über die Entwicklung und den gegenwärt i- gen Stand der gewerkschaftlichen Jugendbe- w e g u n g— 1918, auf dem Gewerksebaftskonareß in.Hambura, Ein- fetzung einer Zentralkammission aus je vier Vertretern des Partei- Vorstandes und der Keneralkommis'ian, Herausgabe des Jugend- blattes„Arbeiterjugend", baldiges Steigen auf eine Auflage von �9 nag. 1914 eins Auslage von ICtrülOO, dann Unterbrecbung die'es Aufftieoes und der einheitlichen Zusammenarbeit von Partei und Eewerkfchosten infolge de? aus dem Weltkrieg aufkommenden voli- tischen Richtunasstrcits. Als weitere Folge, die durch den Rürn- ber�m(ssewerksck>aftskongresi ausgesproch-me Neutralität der Gewerk- schalten gegenüber den politischen Parteien, dann Schaffung von Jugendobteilunaen, Jugendkartellen, Juaendz-ütlingen und Anstellung von Jugendsekretären durch die verschiedensten einzelnen Gewerk- schoften, 1921 Schaffung des Reichsausschulses der Arbeiter- jugendorgantsationen durch den AGDB. Zurzeit sind etwa 309 999 lluaendssche argan'ssert. da« ist der zwanzigste Teil aller gemerbstätiaen Jugendlichen Deutschlands, in freien Merverkschgsten. Sie bemühen sich in allen ihren Tarifverträgen, bestimmte Fragen zum Wohl der jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen zu regeln. Die neue Zeit stellt wieder ganz neue, weiteraehende Zlufgaben. An der kommenden Lehr- lingsgesebgebuna sei mitzuarbeiten, die Bcrufsbcratnna. sich erstreckend g"ch auf die Eignung zu den einzelnen Bersten, die Lehr- stellenvermittlung. vor allem aber auch die stärkere Aufklärungs- und Agitationsarbeit sei zu pflegen, zu der sich insbesondere die qe- werkschastrichen Jugendzeitschriften al? geeignet erwiesen haben. Alle der Arbeiterjugend aewibmeten Aukwendunaen seien zugleich Aufwendungen«m Interesse der Gesamtarbeiterschaft. M a s ch k e- Berlin sJugendsekretär des Angestelltenverbandcs) zeigte die Fülle der Aufgaben und Wege der gewerk- schaftlichen Juaendarberit, zu denen auch die Beein- fl'stsung der Gesebaebung gebäre, soweit sie sich mit Fragen des Schutzes und der Wohlfahrt der Jugenb(z. B. in Wohlfahrtspflege, Fach- und Fortbildunasschulwelen, Juaend- und Bgrufsämtern, Jugendgerichten usw.). befasse Reben die'em und der selbständigen Färd-'-ung des wirtschafllichen Wabls der Juaend durch gcwerkschaft- sich» Mit�s obsieae den Gewerkschaften die geistige, die politische und volkswirtschaftliche Vorbereitung und Heranbildung der Jugend im Sinne der Erkenntnis, das; die s o z i a l i st i s ch e Produktion, und Gesellschaft die höhere gegenüber der heutigen kapitalistischen sei. Maschke zeigte die der wirtschaftlichen Besserstellung, der Hebung der Berufstüchtiakeit und der sozialistischen geistigen Einstellung der Jugend dienlichen Mittel und Wege und die Möglichkeiten der eige- nen Mitwirkung der Jugendlichen auf. Meißner- Berlin besprach die notwendigen Maßnahmen zur Wahrnehmung der wirtschaftlichen Inter- essen der Jugendlichen, wobei er sich insbesondere der unter der heutigen Geldentwertung vor allem in den kleineren und handwerksmäßigen Betriebe aufgekommenen, ganz un- zulänglichen Lehrlingsentlohnung zuwandte. Die ein- feitigen, durch die Gewerbeordnung festgelegten Vorrechte der Innungsmeister-- gegenüber Eltern und Lehrlingen müßten abgeschafft werden, ein Mitbestimmimasrecht der Gewerkschaften müsse durchae'etzt w-rrden, durch gewerkschaftliche Tarife müsse Entlohnung und Ferienanspruch der Jugendlichen geregelt werden. Dr. Löwenberg- Berlin sprach über die B! l d u n g s- arbeit in den Gewerkschaften und Sassen b ach über das zentrale und lokale Zusammenarbeiten der gewerkschaftlichen Jugendzentralen und das BerhältniszurpolitischenIugendbewegung.— Zur Bildunpsarbeit wurden einstimmig die vom Referenten vorgelegten Richtlinien angenommen, die besagen, daß die gewerkschaftlich« Bil- dungsarbeit für die Jugendlichen alle Gebiete der Kultur, und zwar vom lozialistijchen— nicht parteipolitischen— Gesichlsrünkte aus, in ihren Bereich ziehen und daß zur Pflege der Berufsbildung die Ge- werkschakten dem beruflichen Unterricht besonders nähertreten sollen. — Zu Sessenbachs Referat wurde beschlossen, zur Erledigung gemein- samer, über den Rahmen der einzelnen Gewerkschail hinausgehender Aufgaben Jugendkommissionen durch die Ortsausschüsse zu bilden, ferner zentrale Einrichtungen zur Forderung der gewerkschaftlichen Jugendarbeit in allen Gewerkschaften zu erstreben, und weiter den ADGB. zu ersuchen, ein besonderes Zuqendsekretariat einzurichten. Den Funktionären soll«in Mitteilungsblatt zugehen. Soweit Aufgaben erstehen, die die gewerkschaften und politischen Jugendorganisationen gemeinsam angehey, soll der Reichsausschuß der Arbeiterjugend vermittelnd und anregend wirken. Weiter wurde eine Grundsatzerklärung angenommen, die ausspricht, daß die in der politischen Arbeiterbewegung bestehende Zersplitterung mit ihren Auseinandersetzungen, die auch auf die Jugendbewegung übergegriffen hat, aus dem Wirken der gewerk- schaftlichen Iugendkartelle ferngehalten werden soll, daß die Der- tretung. wirtschaftlicher Interessen Jugendlicher den politischen Jugend- organisationen nicht obliegt und daß da, wo die Tätigkeit der ge- wertschafllichen und politischen Jugendorganisationen zur Wahr- nehmung der geistigen Interessen der Jugendlichen sich berührt, ein Zusammenarbeiten zu empfehlen sei. Einstimmige Beschlüsse erwarten vom Reichsausschuß der Ar- beiterjugendorganisation schleunige Vorschläge zur Fürsorge für arbeit st oft Jugendliche und zur Einführung der Schulentlassenen in das Wirtschaftsleben, ferner Unterstützung der gewerkschaftlichen Forderungen und Schritte, die zum Wohle der Hauswirtschaft- l i ch tötigen Jugendlichen dienen sowie auf gesetzliches Verbot der Lehrlingsausbildung durch Heimarbeiter hinausgehen. Sodann wählte die Konferenz eins Kommission, die dem ADGB. in Vorschlag gebracht wird zu dem Zweck aus den Entschließungen zu den Tagesordnungspunkten«in einhenlich-s Programm der gewerkschaftlichen Jugendarbeit und ferner Musterjatzungen für die örtlichen Jugendkommsssionen abzufassen. Oewer�sthlZfisbeWSgung Obermeister paeth sperrt aus! Unter der pompösen Ueberschrist„Stillegung sämtlicher Groß-Berliner Tischlereibetriebe" wurde am 17. Au- gust ein von Paeth unterzeichnetes Flugblatt an alle Tischlermeister und Fabrikanten versandt, in dem streng und energisch befohlen wird,„die Betriebe sind unter allen Umständen zu �schließen, auch dann, wenn die Arbeiter arbeiten �wollen". In diesem Pamphlet kehren alle bisher nur in der„Fachzsitung" oerbreitet-n Unwahrheiten über den Reichsmantclvertrag wieder, ! um auch Stimmung für die Absperrung zu machen. Daß Herr Paeth bei seiner sprichwörtlichen Wahrheitsliebe sonst noch alle Dinge auf den Kopf stellt, braucht nicht besonders oermerkt werden. Die Aussperrung setzte nun auch mit der von Paeth gewünschten Pünktlichkeit ein. Am 17. August erging die Aufforderung:„Jeder Arbeitgeber hat seinen Betrieb zu schließen." Am Sonnabend, den 29. Auaust. am dritten Tage der Aussperruna. waren 4 Betriebe mit 13 Arbeitern ausgesperrt. Bis Montag, den 22. August, ab-nds, sind 27 Be triebe mit 141 Arbeitern dem Kommando Paeths nachgekommen. Die äußer st ge- ringe Zahl der aussperrenden Arbeitgeber beweist nus zur Genüge, daß es in den Köpfen der Tischlermeister zu dämmern anfängt und die geplante Zlussperrung lediglich der Ruhmessucht Paeths zuzuschreiben ist. Die täalich einla"senden Be- willioungen und Unterschriften bisher noch zögernder Arbeitgeber i beweisen aber auch, daß der bisher von Paeth betriebene Schwindel mit den Wirkungen des Reichsmanteloertrages erkannt ist. Zur Aufklärung und Richtigstellung der immer erneut von Paeth vorge- brachten Unwahrheiten und Unrichtigkeiten ist vom Holzarbeiterver- band an alle Tischlermeister eine Aufklärungsschrift verbreitet worden, worin den Herren die Sachlage dargestellt wird, wie sie den Tatsachen entspricht. In diesem Flugblatt wird auch mit der ständig wiederkehrenden Unrichtigkeit aufgeräumt, daß nur ein kleiner Teil Arbeitgeberorganisaticnen den Reichsmantclvertrag unterschrieben hätte und der größere Teil der Arbeitgeber abgelehnt hätte. Rament- sich sind die Untcrnehmerverbände aufgeführt, die den Reichsmantel- vertrag anerkannt haben, was Paeth bisher aus wohlberechnetem Interesse verschwiegen hat. und auch die sonstigen Paethschen Ueber- treibungen sind auf das richtige Maß zurückgeschraubt. Ein ein- gehendes Studium dieser Aufklärungsschrift ist allen Unternehmern , dringend zu empfehlen, um mit ungetrübtem Blick die Sachlage überschauen zu können. Im Jahre 1997 wurde die Aussperrung unter der Parole „Ohne Vertrag keine Arbeit" von Rahardt erzwungen, in diesem Jahre 1921 lautet das Feldgeschrei der Arbeitgeber, geführr von Paeth:„Unter dem Reichsmantelvertrag keine Arbeit". Soeben wird uns aus Arbeitgeberkreifen gemeldet, daß der Ar- beitgebersdjutzverband auf seiner Tagung am 29. August in Braun- schweig den Reichsmantelvertrag mit großer Mehrheit angenommen und den Protest der Berliner Unternehmer zurückgewiesen hat. Paeth mit seiner Korona steht somit isoliert da. Damit ist offiziell von ganz einwandfreier Seite festgestellt, daß die Leitung der Ber- liner vereinigten Verbände ihre Mitglieder nicht einwandfrei unter- richtet hat._ Die Tiefbauarbeiter zum Schiedsspruch. In einer sehr stark besuchten Versammlung der im Tiefbauge- werbebeschäftigten Arbeiter erstattete Tornow Bericht über die bisher zur Erlangung einer Lohnerhöhung geführten Verhandlungen. Vor dem Schlichtungsausschuß haben wir— so führte der Redner aus— angesichts der großen Teuerung eine Lohnzulage von 1 M. st ü n d l i ch gefordert. Von den Vertreten; wurde diese For- derung abgelehnt und angeführt, daß die Preise für Lebens- bedürfniss: eine derartige Lohnzulags nicht rechtfertigten. Eventuell würde man zu einer Zulage bereit sein, aber nicht in einer solchen Höhe, sondern etwa IS bis 49 Pf. Von den Unparteiischen wurde eine Einigung auf SS Ps. angeregt und uns anheimgegeben, nochmals eins Einigung- in Verhandlung mit den Arbeitgebern zu versuchen. Das lehnten wir ab. So kam es zum Spruch, nach dem uns durch- schnittlich 69 Pf. ab 19. Uugust zugesprochen werden. Ueber An- nahm« oder Ablehnung sollen wir uns bis zum 23. August erklären. Die Zuschläge sollen danach betragen: für Platzarbeiter S9, Schlosser, Schmiede und Monteure 7S, Hilfsschlosser und-Monteure 69, Maschinenmeister II 75, Maschinisten III 69, Vorarbeiter 69. Ein- steifer und Rohrleger 69, Tiefbauarbeiter unter 18 Jahr« 59 und Frauen 59 Pf. Für Wächter ist ein Zuschlag von 27,59 M. wöchentlich vorgesehen. Die folgende Aussprache gestaltete sich sehr lebhaft: es wurde für und gegen die Annahme gesprochen und hervorgehoben, daß Tief- baukarlell und Sektionsvorstand sich für die Annahme erklärt hätten. Schließlich wurde der Schiedsspruch mit übergroßer Mehr- heit angenommen._ Wo bleibt die Sonntagsruhe? Die Angestellten der Butterhandlungen schreiben uns: „Auf den Sonntag freu ich mich" od»r„sechs Tage in der Woche sollst du arbesten und den siebenten sollst du ruhen." Beides läßt bei einem großen Teil der Angestellten des Lebensmittelhandels bzw. Butterkleinhandels nur eine geteilte Freud« aufkommen. Seit allen Angestellten der Segen des Ächtstundentages zuteil geworden ist, und sie sich vom frühen Sonnabend nachmittag bis Montag morgen den Freuden eines aus der Fron des Alltags befreiten Menschen hingeben können, sind die Angestellten im Kleinhandel noch immer halbe Menschen geblieben. Durch das Oeffnen der Geschäfte am Sonntage von 8� bis 10 Uhr. außer Hin- und Fortgeher, umziehen usw., ist der Sonntag vor» mittag nicht mehr für diese Angestellten das, was er eigentlich fern sollte. Nach � 195c der Gewerbeordnung finden die Bestimmungen des§ 105b betreffs völlige Sonntagsruhe keine Zlnwendung auf Arbeiten, welche zur Verhütung des Verderbens von Waren geleistet werden müssen. Sollten diese Bestimmungen als maßgebend heran- gezogen werden, so stellen wir doch die Frage, ob tassächlich jemand von"den Angestellten eine Arbeit leistet, welche das Verderben der Butter verhüten soll. Die Arbeit, die während der Zeit der Sonntagsoerkaufszeit geschieht, bestöht hauptsächlich darin, daß noch wenige Nachzügler ihre Einkäufe erledigen. Das beweisen rne ganz minimalen Kassen, die kaum 5 Proz. der sonstigen Tageskasse aus- machen. �.. Daß es auch ohne Oeffnunq der Geschäfte am Sonntage geht. ohne Ruin des Inhabers, dafür sind die Konsumgenossenschaften, der Beamtenwirtschaftsverein und der Hollander-Konzern mit seinen 146 Dctailgeschöfte der beste Beweis. Deren Angestellte erfreuen sich schon längst der Sonntagsruhe, ohne daß die Moral, wie ge- fürchtet wird, nämlich, daß die Angestellten vom Sonnabend bis Montag zu lange sich selbst überlassen sind, darunter gelitten hat. Wenn auch bekannt ist, dafc einzelne der Arbeitgeber gern ihre Geschäfte des Sonntags geschlossen haben würden, so sind sie doch durch Mehrheitsbeschluß gebunden, sich diesen unsozialen Verhältnissen zu fügen. Die Stettiner Kolonialwarenhändler wandten sich kürzlich mit oller Entschiedenheit gegen eine Wiedereinführung des Sonntag- öffnens und forderten ein rücksichtsloses Eingreifen der Polizei gegen VcrstÖhe. Wenn wir uns auch bewußt sinÄ, daß für Milchgeschäfte eme Ausnahme stattfinden muß, so fordern wir doch mit aller Ent- schiedenhcit, daß stch die maßgebenden Stellen endlich mit dieser Durchbrechung der Gewerbeordnung beschäftigen. Wir können es ! uns keineswegs gefallen lassen, daß gerade mit uns eine Ausnahme ! gemacht wird. Also nochmals, wo bleibt die Sonntagsruhe? Lohnverhgndlungen der Rollkutscher. Die Rollkutscher Groh-Bersins haben mit ihren Arbeitgebern wegen einer Erhöhung des bis- herigen Lohnes verhandelt, eine Einigung ist aber bisher noch nicht erreicht worden. In einer am Montagabend stattgehabten Ver- sammlung wurde von P ü f ch e l und N ö t l i n g e r berichtet, daß die Fvrderuna von 450 M. abgelehnt worden sei. Geboten habe ' man 369 M.' Mit diesem Angebot könnten stch aber die Rollkutscher bei der schweren Arbeit, die von ihnen verlangt werde, nicht zu- friedengeben.— Auch die Diskussionsredner sprachen ssch in diesem Sinne aus. Beschlossen wurde, nochmals den Versuch einer Verständigung mit den Arbeitgebern zu machen. Für jugendliche Arbeitskräfte im Alter von 19 bis 29 Jahren sollen, wenn sie als Mitfahrer tätig sind, 290 M. und für ält-re im Alter von 29 bis 21 Jahren bei gleicher Tätigkeit 259 M. i gefordert werden. Sobald sie aber volle Arbeit als Rollkutscher ver- ! richten, sotten sie auch den vollen Lohn wie diese erhalten. In der i nächsten Versammlung wird über das Ergebnis der nochmaligen ! Verhandlung berichtet und über die eventuell notwendig werdenden i Schritte Beschluß gefaßt werden. Der Streik in der TexMindustrie Rordfrankreichs breitet sich immer weiter aus. Die Anzahl der Streikenden soll 69 999 betragen. Der polnische Eisenbahnerstreik hat den Verkehr zwischen dem Freistaat Danzig und Pomerellen nahezu lahmgelegt. Die Zug« von Danzig nach Dirschau verkehren nur� noch bis Hohenstein und werden von dort wieder nach Danzig zurückgelassen. Di« Züge von Danzig nach Posen und Warschau fielen ganz aus. Nach den Rich- tungen Stettin und Königsberg wurde der Verkehr notdürftig auf- rechterhalten. Auch der Verkehr durch den polnischen Korridor soll nach Möglichkeit aufrechterhalten werden. In Dirschau streiken allein 4990 Eisenbahner, die gestern eine Versammlung abhielten, um dl« der Warschauer Megicrung unterbreiteten Forderungen nochmals zg besprechen. Heute findet in der Dirschauer Stadthalle eine Ber- sammiung aller polnischen Postbeamten statt, die über einen evn. Anschluß an den Streik der Eisenbahner beschließen wird. Deutscher Svlz-rbctteroerli-ud, D-rweltunq-ltell- Berlin. Die Vertrauen». leute und Betriebsrate der Modell- und Tlabrittlschler au, den Metallbelrieben und Modellladriten versammeln sich am Mittwoch, den 2t. d. M., abend» 7 Uhr, im Sesanaslaal de» Sophien-Gymnasium», Weinmeistersiraßc Id. Tagesordnung: Bericht von den Verhandlungen mit den Metallindustriellen. Jeder Betrieb muB vertreten sein. Zentralverband der Maschinisten und Heizer, Geschäftsstelle a�oß-Berli». Mittwoch, den 24. August Ist)», abends 6 Uhr bei Schulz, Am Körugsgraben Z Versammlung der Vertrauensleute der Metallindustrte. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Unbedingtes Erschemen eines jeden Perlrauensmannes ist Pflicht, da wichtige Beschlllffe gesaßt werden sollen. Die Ortsvcrwaltung. Zcntraiocrband der«ageftellten. BeNeldungtindusirie. O-ffentliche Vev. sammiung am 28. August 1921,« Uhr abend». Arminhallen. siommandauten d«/Sg. — Damenwäsche, S-dürzeu-, Unterrock-Konieklion. Mitgliederversammmna am 22. August IS2I, 5'/, Uhr, Haverland» FeltsSIe. Neue ffriedrichllr. 35.— Metall. Mitgliederoersammlung am 24. August 1921, 7 Uhr, Haveriand» S-stsal-, N-u- Friedrichftr. SS. Deutscher Wertmeister.Verband. Obleute. D-rtrau-nsmänn-r und FunktionSre der Metaii-Industrie. Asa-Dena�mlung am Donnerstag, den 25. August 1921, abends 7 Uhr, im Deutschen Hof, Luckauer Straß« IS. Mus aller Welt. Straßenraub. Plauen, 22. August. Auf der Straß« Plauen— Reichenbach wurde ein Automobil, in dem zwei Schweden, darunter ein Mitglied des schwedischen Ausschusses für die deutsche Kinderhilfe, saßen, von drei maskierten Räubern durch mehrere Reooloerschüsse zum Halten ge» bracht. Die Räuber nahmen den Insassen 1599 Mark ab. Der Führer des Automobils wurde durch Schüsse in den Fuß schwer ver- letzt. Die Räuber sind entkommen. Verheerende» Großseuer. Am Montagnachmittag wurden in Wasungen sMeiiiingen) durch Großfeuer über 29 Häuser und zahlreiche Scheunen mit der geiamten Ernte eingeäschert. Verantwortlich sstr den redait. Teil! Bittor Schifs. Berlin; für Anzelaen: Tb Glocke, verim. Verlag:«orloürls-Berlag G. m. o. H.. Berlin. Druck; Bor- wäit-.Vuibdruckerei u. Veriaasanltalt Baul Lina«-«. Co.. Berlin. Sinden'tr. S. K �.»/»'. einmal gevrobt— innner gelobt. Fewster Geschmack: stet» frisch. Zu ** v» kaufen i. den Zigarrengeschllste» usw >*4 Neue Verkaufsstellen richtet ein' 11 1 f KeneralvertriebT BScker.verlln. *• m»»« vm• cidjtcnbetB« Stt.22(RBft3801) Korsette aus la Stoffen und in allen Preislagen oinpfielüt Korsett-Fabrik Richard Necke 1. Geschäft: Berlin-Karlshorst. Xreskow-Allee 83 2. Geschäft: B.-Lichtenberg, Neue Bahnhofstr. 36 3. 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