Nr.ZHH ♦ ZS. �ahraang Ausgabe S& He. 202 Bezugspreis! Bier!cIiahrI.Z0,— 10.— M, i?s> li-.z Sa»», voraus zahlbar. Posi- irexuzr Monatlich ll>,� M. einschl. Zu- itsllnnzsgobülir Unler Krculidund lue Deutschland. Tan.tig. das Saar- und Memilaebiel, sowie die»deinai« dem- Ichen Gebirl« Polens Oesterreich, Ungarn und Luremdura 20,- M. siir da» iidrige Ausland 27,— M Poit- Mtellungcn nehmen an O eilet re.ch. Ungarn. Tichecho- Slowalet. Dune- viarl, Holland, ilurelndurg, Schweden »!ld dt, Schweiz. Der„Lorwiirls' mit der Sonntag» dcilage„Bol! und Zeif. der Ullier- dalinngshriloqc„HelmwelN und de« 2ieilaae„Sieolung nnd illeingorten� «rjcheint«oochentiiglich zweimal. Sonn» rag» und Meniags eliimal. Telegramm-Adresse; .SezlaiOctnatcoi Berlin* lorgen Ausgabe c Qroß» Berlin 30) P? auswärts 40 D r � w T#■#> f. Berliner Volksblntt Aiizrdflcnsrrtsi Dl» achrgeipaUrr» Ponaorelllezell« ialtel i�it! M„pletn» Anzeig, p." da, ietlgedrucil« Wort Ichd j>!>»»- liiistg zwei tettgedrurste Vnrie> l-!?- weitere Vr>rt i.— M Sieiterlaeilelt»» und Schiasslellenauzeigen da»»rie, Wort»e- M. lede, weiiee, Von iii Pig Worte tidn IS tvuchN>ll-e» zahlen illi zwei Borte Folrnllen-An- zetgen siir Adonuenlen Zeile Mi Dt» prelje»erstehen>',<» e>nichii,il>l» Teverungszuichlaa. «nzetgen Ml vi' n a lt> I!, tHiimntee muilen dt» d Ahr nachnlltrag»>?» HenivlgeschSit. Berlin SV fld kinohv- Kratze 3. adgcgeben werdeir R-bssnw von» Udl lrud bl»» Uhr»dend». ü« K\\ Zentralorgan der fozialdemofcratircben parte! Deutfchlands Reöaetion und Expedition: 68)68, Lindenstr. Z Ctrrniöfprfirf»krdaktioi, Morihplap 1515)5-07 Acnispicaier. tf,mbUion Moripplatz II7SA-51 Donnerstag, den J55, August 1931 vorwärts-verlag G.m.b.H., 68? 68, Äindenftr. 3 St-pritflit-prfipt-• Verlag. Vxvedjlian und Inseraten. ztztriii�rt«zctr. z,bteiluii!, Morii.plat, 11753—5« Die Srotzulage vor öem Msthluß! Tendenziöse Berichterstattung. Dor Deutsche Clsenbahnerverband gab gestern abend namens des ADGA.. der Afa, des Deutschen Beamtcnbundes, des Deutschen Gswerkschastsbundes und des Gcwerkschaftsringes frlgendc E r k l ö r u n g ab: Entgegen der am Dienstag unter den Beteiligten getroffenen Asrcinbarung über die schwebenden Verhandlungen im Reichssinanz» Ministerium wegen der..Vrotzulage' nicht» in die Presse zu bringen. um den Gang der Verhandlungen nicht zu stören und die Oeffent- sichkcit über einen Verlauf nicht Unnützerweiser zu beunruhigen, brachte eine Berliner Karrefpondenz(Sacharewski) einen ebenso- langen als tendenziösen Bericht. Dieser Bericht gab nicht nur ein sehr einseitiges Bild über den Gang der Verhandlungen, sondern ist auch deshalb zu beanstanden, weil er zum teil au« Kombinati o» nen aufgebaut ist. So wird u. a. die fehr widerspruchsoolle Met- düng gebracht, daß in den Kreisen der Gewerkschaften eine Verständigung erwartet werde, während es gleich im nächsten Satz beißt, dah bereits wieder der Plan oufgetaucht fei, die Beamten und Arlteiter über die Dorschläge der Negierung abstimmen zu lassen, um von dem Abstimmungsergebnis dann die weiteren Ent- schcidungen abhängig zu machen. Abgesehen davon, daß, wie schon resagt, in der Meldung ein innerer Widerspruch liegt, erscheint es uns doch ganz unglaublich, daß eine Gemerkschaft im gegenwärtigen Stadium der Bemezimg sich mit dieser Frage beschäftigen soll. Alle Mitglieder der Vcrhondlungskommission standen unter dem Ein- druck, daß die Verhandlungen nicht abgebrochen, sondern nur sür kurze Zeit unterbrochen sind und deshalb erst unter ollen Umstän- den das Enderegebnis abgewartet werden muß. Diese Feststellung genügt schon, um zu zeigen, wie tendenziös die Lokalkorrefpondenz die Presse bedient. Soweit es sich nun um die Darstellung der bisher geführten Verhandlungen dreht, muß ausgesprochen werden, daß es sich weder icm eine amtliche Mitteilung, noch um eine solche der von den Gewerkschasten eingesetzten Pressekommission handelt: Leider hat, wie so oft, irgendein Berhandlungsteilnehmcr. ohne dazu befugt zu fein, der Lokaikorrcspondenz entsprechende Informationen gegeben. Wie wenig objektiv der unberufene Berichterstatter dabei vorqeqan- gen ist, beweist auch folgender Satz:„Der Reichskanzler erklärte in einer kurzen Ansprache, daß die Regierung sich die Forderungen der Gewerkschaften»icht in allen Punkten zu eigen machen könne. Dr. Wirth gab sür den Entschluß der Regierung ausführliche Erklärun- nen ab, über deren Inholt die Berichte schweigen." Auch in diesem Satz liegt eine großer Widerspruch: denn einmal wird gesagt, der Reichskanzler habe die Angelegenheit in einer kurze» Aussprache WM 1 gSS«= ?jhii wkrö selbst Hericbt erstatten. Paris. 24. August,(havos.) Infolge der Weigerung des spanischen Loischästers Ouinones de Leon wird vicomte 3 s h i i s e l l> st vor dem Dölkerbundsrat in der obersäzlejischen 5 rage Lerichi er,'lallen. Warum Spanien abgelehnt hat. Pari«. 2t. August.(EC.) Der Madrider Korrespondent des „Temps" hatte mit dem spanischen Außenminister Gon. zales M o n t o r y a eine Unterredung, wobei dieser erklärte, daß man Spanien, indem man ihm das Amt als Berichterstatter anbot. eine Ehre erwiesen habe, ihm zugleich aber auch eine Last auf- erlegte.„Wir sind davon erfreut, daß die Wahl auf uns gefallen ist, glauben aber, daß Spanien zu sehr an Frankreich und England gebunden ist, um tn dieser heiklen Frage gegenüber dem einen oder dem andern irgendwie Stellung zu nehmen. Indem dieser Ablehmmgsbcschluß gefaßt wurde, liehen wir uns nur von dem Gefühl der Freundschaft gegenüber Frankreich und England leiten, da wir überzeugt sind, daß unser Botschafter um soviel freier im Laufe der Besprechungen die Rolle eines Der mit!» l e r s spielen kann, die ihm zukomme. Die.�nsormaiion" berichtet, daß Quinoncs de Leon das Berichterstatteramt für die vberschlesische Frage ablehnte, weil Spanten in diesem Augenblick» wegen der Lag« in Marokko eine kritische Periode durchleb». Spanien wünsche nicht, daß eine Entscheidung in einer so heiklen Frage wie der ober- schlesischen unter den gegenwärtigen Umständen zweideutig ouezelegt werden könnte. Spanien sei gegenwärtig nicht in der Lage, sich internationalen Polemiken auszusetzen, die feinen inneren Frieden stören könnten, den e» jetzt so sehr benötige. um über die Gefahr triumphieren zu können, die der Ausstand der Kabylen heraufbeschworen Hot. Zu der Ablehnung Quinones bemerkt „Bonsoir", daß der ganze Hof mit Ausnahm» des Königs und der klerikalen Kreise in Spanien deutschfreundlich sei, alle Klassen seien Frank. reich feindlich gesinnt. Der einzige Politiker, der Frank- reich wohlwolle, sei Romanones. was auch feine Wiederkehr zur Macht verhindere. Man hätte leicht voraussehen können, daß Spa. nie» die Rolle eines Berichterstatters ablehnen mußte. Spanien müsse Frankreich schonen. Es brauche Frankrei ch für seine militärischen Rüstungen, ferner auch aus dem Grunde, damit Frank- reich in seiner marokkanischen Zone die spanischen Flüchtlinge auf. nehme. Spanien wolle auch Deutschland zufriedenstellen und nichts tun, was den deutschen Wünschen wi-berspräche. Man habe in Frank- reich zu rasch auf die Annahme de» Berichterstatters durch Spanien gerechnet und sei daher durch die erfolgte Ablehnung, die zugleich«ine heilsame Lehre für Frankreich sei, enttäuscht worden. behandelt. Gleichzeitig wird hinzugefügt, er habe für den Entschluß der Regierung ausführliche Erklärungen abgegeben. Um nun die ganze Angelegenheit sensationell zu gestalten, wird dann als beson- ders wichtig hingestellt, daß über den Inhalt dieser ausführlichen Erklärungen die Berichte schweigen. In Wirklichkeit war die Er- klärung des Reichskanzlers sehr kurz und beschichnkte sich lediglich auf die Feststellung, daß wichtige Besprechungen statt- gefunden haben, und daß eine weitere Verständigung mit der Neichsregierim.g und den Parteiführern nötig sei. Dieser kurzen Feststellung folgte dam« noch die Bemerkung, daß die Regierung mit den Führern der Organisationen in Verbindung bleibe und die Ber- Handlungen in den nächsten Tagen in der Reichskanzlei fortsetzen will. Von irgend welchen geheimnisvollen Erklärungen war also gar nicht die Rede, und die für die Diätore in dem Bericht wieder. gegebene Regelung hat inzwischen zur Folge gehabt, daß sich der Liätare«ine stark« Erregung bemächtigt hat, die in Zuschriften an die Verbände zum Ausdruck gekommen ist. Es fehlt nämlich in dem Bericht der Lokalkorrespondenz der Hinweis über die Nichtanrxchnunc, der Ausqleichezulagen. Es zeigt sich also, daß diese veramwortungslose Berichtcrstatiung geeignet ist, das allergrößte Unheil unter den aus das Verhandlungsergebnis ! wartenden Arbeitern und der Beamtenschast anzurichten. Die ganze � Aufmachimg de« Aerhondlungsberichts läßt igst den Schluß zu. als ! ob die Lokolkorrefpondenz eine be iwmte Organisation gegen die ' andere aussvielen will. Gegen tiefe Methode legt die Perhand- ■ lungskommisjion, die au» sämtlichen beteiligten Gawerischastsn ge- dlldet ist, entschieden Verwahrung ein und sie bedauert lebhaft, daß � ein Bcrhandlungsteilnehmer unter Hintansiellunq seines Verant- , wortungsgcsühles sich dazu hergegeben hat, die Presse in der von un» gekennzeichneten tendenziösen Weise zu informieren. Ueber die gestrigen Verhandlungen ist zu berichten: Unter dem Vorsitz des Neichstanziers haben heute über die Frage der Aufbesierung der Bezüge der Beamten, Arbeiter und ?Ingesielltsn der Reichsbchörden Verhandlungen mit den Führern der politischen Parteien des Reichstages und den Del tretern der ' Spitzenorcaniiationen der Beamten, Angestellten und Arbeiter der Reichsbehörden stattgefunden. Die Beratungen na h m e n einen günstigen Berlauf. Es wurde«ine Llnnähe- rnng der beiderseitigen Standpunkte erzielt. Dennoch machen Einzelheiten der zu ttesfenden Reureoelung in«inigen Punkten be- sondere Beratungen notwendig. Mit der Feststellung eines für beide Teile annehmbaren Endergebnisses der Berhandlungen ist heute zu rechnen, f Der„Intronsigeant" bemerkt zu der Nachricht, wonach Lshii selbst Bericht erstatten werde, daß der belgische Vertreter S) y maus und der Brasilianer Da Cunla nicht den Mut hatten, die Bericht- erstattung zu Übernehmen. Das Blatt wirft jedoch die Frage auf, ob sich dos Amt des Berichterstatters mit der Würde des Prä- sidenten des Völkcrbundsratcs vereinigen laste.(?) die öeruhigung Gberschlesiens. vor der Aufhebung des Belagerungszustandes. Breslau. 24. August. Die„Oberschlesische Volkostimme" in Gleiwih meldet mll Genehmigung der Z e u s u r. daß ihr von einer der ünlecallii ecken Kommission nahestehenden Seile mikgeteitt worden ist. daß die Aushebung de« Belagerungsznslandes über Oberschiesten in den nächsten Tagen bevorsteht. Dts letzten Wochen hallen die Interalliierte Kommission in Oppeln davon überzeugt, daß die Beruhigung Oberschlejiens so weil wieder eingetreten ist. daß die Aufrechlcrhaltung der Maßnahme de» Ausnahmezustandes zwecklos erscheint. Visher 10 Milliarden Besatznnqskofte«. OppAn, 24. August. Nach eine? Mitteilung der Interalliierten Kommission betragen die Kotten für die Besotzungsarmee In Oberschlesien bis zum 1. August S.S Milliarden Mark. Der Aeutstb-amerikanistbe Vertrat? gesichert Washington. 24. August.(WTB.) Die Mehrheit der Se- votskommission für auswärtige Angelegenheiten hat die B e d i n- gungcn de» Friedens zwischen den Vereinigten Staaken und Deutschland im verlauf ciaer Unterredung mit dem Präsidenten harding gebilligt. Friede zwischen Wien und Washington. Wien. 24. August.(WTB.) heute mittag wurde der Friedensvertrag zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika nnd Deutsch-Oesterreich unterzeichnet. Die Schu'e a!s Woff�narfena!. Frankfurt a.Aa. S4. August.(TU.) In der Angelegenheit der i Waffenfunde im Wähler- Realgymnasium ist da» Tr- j gebnis der vom Magistrat eingeleiteten Untersuchung jetzt dem Re- 1 gierungspräsidcnten übermittelt worden zur Entscheidung über ein« , etwaige Einleitung eines Disziplin arversnhrens gegen i den Schulhausverwalter Bringmann bzw. besten Suspension vom | Amte. Wegen des Studienrate« Dr. Jung ist das gleich« beim ! Provinzialschulkollegimns m Kassel geschehen. veränderter Programmentwurf. Nach der ausgiebigen Diskussion des ersten Entwurf» eines neuen Parteiprogramms in der Presse und den Orgoni» sationen hat die Programmkommission noch einmal den ganzen Fragenkomplex durchberaten. Sie legt jetzt dem Par- teitag in Görlitz den folgenden, in wesentlichen Punkten abgeänderten Entwurf vor: Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands lst die Partei des orbei- tenden Voltes. Sie hat zur Grundlage ihres Wirkens den Klassen- kämpf der Slrbeiterklasle und der sich mit ihr soiidorisch fühlenden GesellschastZschichten siir ihre wirtschaftliche Befreiung und kulturell« Hebung. Sie erstrebt die Neberwindung des kapitalistischen Wirt- fchoftssystcms durch eine die Wohlfahrt oller Gesellschaftsmitglieder sichernde sozialistische Gtmeinwirtjchaft und damit zugleich die höchste Steigerung der geistigen und sittlichen Kultur des Volkes. Die Sozialdemokratische Partei sieht als ihre ernste Verpflichtung an, das Proletariat reif zu machen für seine Aufgaben in der sozio- listischen Gesellschsst. Die kapital!� ische Gesellschaft hat sich als unfähig erwiesen, den Kopf- und Handarbeitern die Befriedigung ihrer materiellen »nd geistigen Lebensanfprüche zu sichern. Sie hat die wirischaftliche Ungleichheit gesieigerl. Einer kleinen Minderheit im Ueborfluß lebender Kapitalisten steh' die groß« Mehrheit der mit Not und Elend Kämpfenden gegenüber. Der Weltkrieg und die Friedensdiktote haben die kapitalistische Entwicklung noch verschärft. Die in den Wegen der kapitalistischen Wirtschaft begründet» sorttchreitende Konzentration der Unter- nehmungen, der Monopolisierung wichtiger Industriezweige durch kapitalistische Gruppen ist noch beschleunigt worden. In Industrie und Bankwesen, in Handel und Verkehr hat«me neue Epoche der Jlngiiederungen und Verschmelzungen, der Kartellier ungen und Vertrustungen eingesetzt. Hieraus find erwachsen: Weitere mono- polistische Wirtschaftegebilde und Kapitalverbände und gleichzeitig zunehmende Trennung der Produktionsleitung und der arbeitend?» Masten vom Eigentum an den Produktionsmitteln und dir Der- nicht'.mg bisher selbständiger Existenzen. So weitet llch die Klust zwischen Kapital und Arbeit, zwischen Besitz und Nichtbesitz. Enorm« volkswirtschaftliche Wert« wurden durch den Krieg und leine Nachwirkungen zerstört. Zugleich wuchs eine neue Bour- geoisie aus Kriegslieferanten, Lebensmittelspekulanten und Geld- Wucherern empor. Diesem Ausstieg sozial wertloser, so g-sellschafts- schädigender Elemente sieht gegenüber die Hinunterdrückung zahl- reicher geiziger Arbeiter, weiter Schichten der Beamten, Gelehrten und Künstler, der Ingenieure und Kaufleute, der Kleinrentner und anderer früher selbständiger wirtschaftlicher Existenzen in proleta- rische Lebensbedingungen. In der kapitalistischen Welt, vor ollem in den Siegerstaaten. drängt diese Entwicklung des Wirtschaftslebens durch den Einfluß des Finanzkapitals auf die Politik der Regierungen zu imperia- listischer Äusdelmung, zu Eroberung neuer Anlage- und Absatz- markte. Sie verstärkt die Gefahr neuer internatisnaier Konflikte und beschwört wetterschütternde Kriege herauf Diese unerträglichen Zustände können nur twduech überwunden werden, daß die großen konzentrierten Wtrtschsftsbetriebe durch Sozialisierung der kapitalistischen Produktion !n die sozialistische Gemeinwirtschaft überführt und zugleich alle im Volk vorhandenen Kräfte in planmäßigem Auf- und Ausbau der Produktion zur höchsten technischen Bollkmnmenheit entwickelt nnd zu lebendiger Arbeitzfrendigkeit erzogen werden. hierzu wirken geistig befruchtend,«irtlchastlich erziehend, die Kampfkraft gegen den Kapitalismus stärkend die«irtkchaslkiche* und politischen Organisationen der Arbeitertlasie. Ferner ist un- arläßlich die Festigung der Deutschen Republik, die Demokratisierung aller staatlichen Einrichtungen, entschlossener Kampf gegen jeden Versuch der Wtederaufrichtung des alten Osrig- keltsstaateo oder einer neuen Mindirhoitsb.errschaft. Die Lebensrecht« unseres Volkes wie die aller anderen VÄter sind zu schützen durch«in« international» Rechtsordrmno. die ge- tragen ist von emem alle Völker als gleichberechtigte Mitglieder umspannenden wirklichen Völkerbund. Die auf die Verwirklichung des Sozialismus gerichtete Arbeit bleibt ober unvollständtg. wenn ihr nicht zur Seite geht die inter- nationale Verbindung und die internationale Aktien der werktätigen Bevölkerung aller Länder, die au« der Erkenntnis der Gemeinsamkeit ihrer Interessen erwächst. Van diesen grundsätzlichen Anschauungen ausgehend, stellt die Sozialdemokratische Partei als Aktionsprogramm und als Ziel ihres Dirken» Forderungen auf. sind: Die wirisckiastlschen Forderungen Die Bodenschätze und Naturbräft« sind der privaten Ausbeutung ! zu entziehen und in den Dienst der Wgemeinbeil zu stellen. Aller Privatbesitz an kapitalistischen Produknonsmitiein. nor ! allem die kapitalistischen Interessengemeinschaflen, Kartelle und Trusts, salanae sie noch nicht in öffentliche Betriebe überführt find, sind vom Reiche zu kontrollieren, in der Leistungsfähigkeit zu ftei- gern und in ihrer Preisregekunq zu beaufsichtigen. Fortschreitender Ausbau de? Betriebe de? Reiches und aller Lande» und der öffenchchen Körperschaften unter demokratischer � Verwaltung und unter Vermeidung der Bureaukratiiierung. Förderung der nicht auf Erzielung eines Profits,«richteten Pcrbrauchergenosienschaften. Für die landwirtschaftliche Produktion und für die in ihr Beschäftigt on fordert die Sozialdemokratische Partei: Erleichterung des schweren Dosciuskampses des Kleuibesitze», vor ollem Förderung des genossenschostlichen Betriebe» zur Aus- . Nutzung landwirtschaftllcher Maschinen, zum Ankauf von Saatgut, l Düngemitteln und landwirtschaftlichen Bedarfsartikeln. Bis jur Sozialisier»»? des k�etreidehandels die Organisierung d�s?'erkaufcs landwirtschaftlicher Erzeugnisse durch Genossenschaften der Landwirte, eventuell durch ZujcmgsgenosseNschaftew Förderung der Siedlungen unter Wahrung der höheren Rechte der All- gcrneinhcit Intensivierung der Landwirtschaft und Vennehrung des fand- wirtschaftlich nutzbaren Doden? wit finanzieller Unterstützung des Reiches, der Länder und Gemeinden. Kontrolls der landwirtschast- lichen Bewirtschaftung, Vorkaufsrecht von Reich, Ländern und Ge- incinden bei jeder Bcsitzänderung. Maßnahmen gegen Veräußerung von Grund und Boden, der dem Reich oder anderen öffentlichen Körperschaften gehört. Sozialisierung des Großgrundbesitzes und Anbahnung des Hypothekenwefsn?. Zur Ordnung der Reichssinan-en fordert die Sozialdemokratische Parteie Progressive Gewinnbeteiligung der öffentlichen Gemalten an den für die Sozialisierung noch nicht reifen Erwerbsunter- nehmungen. Sonderbestcueruug der von der allgemeinen Geldentwertung wenig oder gar nicht betroffenen Verniögensbestrmdteile. Lnsretchcnde Besteuerung der landwirtschaftlichen Ueberschuß- Wirtschaft. Sicherung und Weiterbestcuerung der Einkommen, Vermögen und Erbschaften sowie ihre Anpassung an die Wertveränderung und Leistungsfähigkeit des werbenden Kapitals. Erhöhte Besteuerung jedes verschwenderischen Ueberverbrauchs. Fortschreitende Erfassung der Steuer an der Quelle. Für den Ausbau der lPerstisjimg inid Demokratisierung der Verwaltung fordert die Sozialdemokratische Partei Deutschlands: !. Sicherung und Ausbau der demokratischen Republik, �eran- jüehung aller Volksangehörigen zur verantwortlichen Mitarbeit am Gemeinwohl. 2. Äusbau der deutschen Republik zum Einheitsstaat, einheit- lich« Gesetzgebung und Verwaltung für die der Gesamtheit gemein- samen Interessen und Aufgaben." Selbstverwaltung der Gemeinden und der zu höheren Selbsiverwaltungskörpern gesetzlich organisierten Eemeindeverbänden(Kreise, Bezirke, Provinzen). Uebertragung der Ausführung der Staatsgesetze auf die Organe der Selbstverwaltung unter Aufsicht des Staates. Beschränkung der Staatsaufsicht gegenüber den Sclbstoerwaltungskörpcrn auf die Bc- «chtong der Gesetze und die Erfüllung der übertragenen Aufgaben. Z. Vollständige verfassungsmiißlge und tatsächliche Gleich- stellung aller mündigen Staatsbürger ohne Unterschied des Ee- schlecht?, der Herkunft, der Religion. 4. Direkte Wahlen der Gemeinde-, Bezirks-, Prooinzial- und Nolksoertretunqen als oberster Behörden. Durchführung des parla- mentorifchen Regierungssystems, Ausbau des Rechts der unmittel- baren Volksabstimmunst. 5. Auswahl der höheren Beamten auf Grund des Nachweises ihrer fozialwlstenschaftlichen Kenntnisse und ihrer beruflichen Er- fahrungen. Ersetzung aller Beamten, die ihre Stellung zur Schädi- (umn der Republik mißbrauchen, durch zuverlässige Republikaner. Unterstellung aller Verwaltungsorgane unter die gewählte Volks- vrrtretuna. K. Ablehnung jeder Diktatur einer Minderheit und der Der- drängung der demokratischen Volksvertretung durch berufsständige L ronnisation. Ausgestaltung des wirtschaftlichen Rätesystems, durch das die Arbeiter und Angestellten die Mitbestimmung im Wirt- schaftsleben erhalten. Für die Kommunalpoliilk fordert die Sozialdemokratische Partei Deutschlands: I. Als Grundlätze der Gemeindeverfassung und Gemeindeverwaltung: -f Schaffung einer einbcitlichcn Gcmeindeordming für Stadt und Land fewie.eines einzigen einheitlichen Gemcindebertreter- körpers für Leitung und Beratung aller Gemeindeangelegcnheiten. Wahl dieser zugleich beschließenden wie leitenden und ausführenden Gemeindevertretiing nach Artikel 17 der Reichsoorfassting und Mög- lichkeit der jederzeitigen Erneuerung durch kommunale Initiative, sowie Möglichkeit der Aufhebung und Abänderung ihrer Beschlüsse durch Volksabstimmung. Unterstellung oller Gemeindcbeamten unter die Gemeindevertretung. Wahl der Bürgermeister auf Zeit durch die Gemeindevertretimg. Gewährung von Diäten an die Ge- meindevertreter. Strastofigkeit für Aeuberungen in Ausübung ihres Amtes. b) Bildung und Förderung großer und leistungsfähiger Kam- munaleinheiten und Vereinigung von leiftungsunfähigen Zwerg- Zur Rsfsrm öes ftemösprachlichen Unterrichts. Von Franz Hilter. Iu Rr. 373 des»Berliner TogeblottS* hat Studienrat Dr. Oeckel «»? Strilin das Problem des fremdlprochlichcn Unterrichts an- gefchnirreu und die während des Krieges bereits ausführlich erörterte Frag« wieder aufgeworfen, ob Frnnzönick oder Englisch die An- fang«- und Hauptlremdsprache an den Realgymnasien und Ober- realickuEn lein uiüne. Die Frag« ist für Oeckel v'on doruherern «ntichirden', er tritt mit allem Nachdruck für das Englische als die leichler erlernbare und prakiijch und kulinrell wertvollere Fremd- sprach« ein. Aber seine Gründe vermögen mich nichr zu über- zeugeu. Mit mir wird die Mehrzahl der Fachgeuossen der Ansicht sein, daß die sprachlichen Schwierigkeiten im Französischen und Englischen gleich groß, wenn auch verschiedener Art, find. Die in beiden Sprachen vermittelten kulturellen Werte dürften sich ebenfalls die Waa« hal'.eu. und nur auS praktischen Gründen löiinle die Eni- fcheidung nach der Seile des Englischen ausschlagen— wenn die ganze Frage eine wirtschaftliche und politisch« und nichr eine pädagogische wäre. Nicht tie Weltgeltung eines Volkes oder irgendeine andere äußere Gelegenheit ist maßgebend kür die Rolle, die eine Fremd- spiacke i» der Schule spielt, sondern die pädagogische Ueberlegung: emspricht die Erlernung dieser Sprache einem rnnerlichen Bedürfnis und den nalürliche» Kräflen des KindeS oder nicht? Mit dieser Fragestellung aber wenden wir uns von dem Teil- Problem„Englisch oder Französisch?' zu dem großen Problem des fremdsprachlichen Unterrichts überhaupt. Und wenn augenblicklich im Kultiieministerium Verhandlungen schweben über die Nmgestal- tung der höheren Schulen, so sollt« man sich einmal überlegen, ob nichr die übliche Hochichägung der fremdsprachlichen Bildung grnud- sätzlich falsch sei. Der Hobe normale VildungSwert, der immer noch als Haupt« grund für die Notwendigkeit abstrakter frcnidiprachlicher Bildung in? Feld geführt wird, bat sich längst als Fiktion berausgesiellt. Formale Werte können in jedem Uiiteinchrssach erarbeiiel werden, in der Muttersprache, in Geschichte, Malbematik und Naturwissenschaft aber sicherlich in üärlereni Maße als in dem mühseligen Betrieb der Fremdsprachen. Hiervon abge'ebrn, ist es doch eigentlich selbst- verständlich, daß eine deutsche Gegenwartsichule von deutschem und ueuzeillichem Geiste erfülll sein muß und nickt von der wettfremden Atmosphäre eines aiuiguierlen Humanismus oder polyglotter Sprach- stiimperei. Die eisten« Schuljahre muffen frei von allem frenidsprachlichen Nntcrrichi bleiben, wie das schon heute in den Landerziehungsbeimen er Fall zu sein pflegt. Dafür kann auf Deutsch, Rechnen, Schreiben, gemeinden. Uebertragung aller Orts-, Kreis- und Provinzial- geschäfte zur selbständigen Besorgung an die entsprechenden Ber- waltungobehörden, namentlich der Berwaltungs- und Ordnung?» polizei zur Verwaltung in eigener Zuständigkeit, Beschränkung des staatlichen Aussichtsrechts auf das Recht der Beanstandung ungefetz- sicher Vsrwaltungsakte der Gemeinde Beseitigung des Vestäii- gungsrechtes der Aufsichtsbehörden für Organe, die von der Ge- ineinde gewählt oder von ihrer Vertretung gestellt werden. II. Für die Gemeindcfinanzen: Der Genieindebedarf wird gedeckt durch die Zuweisung von An- teilen an den Erträgen der Rcichssteuern. Hierbei isi den wirtschaftlichen und sozialen Berhältniffen der einzelnen Gemeinden Rech- nung zu tragen. Besondere Zuschüsse für alle Anstragsangelegen- Helten, insbesondere für Schul- und Gesundheitswesen, Wohlfahrts- pflege und Wegebau. Recht zur Erhebung von kommunalen Steuern jeder Art, soweit ihre Einführung nicht ausdrücklich durch Gesetz verboten ist. � III. Für das Schulwesen: Selbstverwaltung der Schulangelegenheiten durch die Ge- meinden ihm Rahmen der Gesetze. IV. Für die Wirtschastsbetriebe: Schaffung gesetzlicher Bestimmungen, die den Gemeinden in der Frage der Kommunalisierung freie Hand geben. Zum welkeren Ausbau der Sozialpolltlk fordert die Sozialdemokratische Partei Deutschlands: Ein einheitliches Arbeitsrecht auf den Grundlagen wirksamer Arbeiterschutzbestimmungen. Einheitliche durch die Einführung der Arbeitslosen-Familicnfürsorge, der Mutterschafts-, Säuglings- und Kleinkinderfürsorge ausgebaute soziale Versicherung. Einschneidende Sonderbestimmungen, vor allem Verkürzung der achtstündigen Arbeitszeit, Verbot der Nachtarbeit, der Arbeit von Frauen und Jugendlichen in Betrieben von besonderer Ge- sundheitsschädlichkeit und hoher Unfallgefahr. Aeußerste Beschrän- kung der Nachtarbeit für erwachsene Männer, Verbot der Nacht- arbeit für alle übrigen Beschäftigten. Verbot jeder Erwerbsarbeit schulpfsichtiger Kinder. Eine wöchentliche ununterbrochene Ruhepause von mindestens 42 Stunden. Ueberfllhruna der Heimarbeit in geschlossene Betriebe. Besondere Fürsorge für kinderreiche Familien. Im besonderen fordert die Sozialdemokratische Partei Deutsch- lands für die Beamten des Reiches und aller anderen öfsentlich-rechlllchen Einrichtungen: Anerkennung und Ausbau der staatsbürgerlichen und wirt- schaftlichen Rechte der Beamten. Regelung der Dieiistocrhältnisse unter Mitwirkung der Beamtenräte. Anerkennung der Beamten- gswerkschaften als wirtschaftliche Interessenvertretung. Revision des Disziplinarverfahrens. Freier Aufstieg der Beamten lediglich auf Grund ihrer Befähigung. Für den Ausbau und für die Verbesserung der Gesundheitspflege fordert die Sozialdemokratische Partei Deutschlands: Uebernahme des gesamten Heil- und Gesundheitswesens in den Gemeindebetrieb unter Beseitigung jeglicher privatkapitalistischer Wirtschaftsform. Ausdehnung des vereinheitlichten Bersicherungs- wefens auf alle Volksangehörigen. Ilebernahm« und Ausbau der Krankenanstalten, Ambulatorien, Posikliniken und gesundheitlichen Fürsorgeeinrichtiingen sowie aller sonstigen der öffentlichen Äe- sundheitspflcge dienenden Einrichtungen in Stadt und Land, Ein- richtung von Entbindungsanstalten bis zur völligen Deckung der Bedürfnisse. Einaliederung der Aerzte, Hebammen und des übrigen Heil- und Krankenpflegcpersonals in die Gesamtorganisation des Heil- und Gesundheitswesens unter planmäßiger Verteilung auf Stadt und Land bei sorgfältigster Berücksichtigung der Arbeits- teilung und Zlrbeitserfparnis unter Zuhilfenahrp.e aller technischen Hilfsmittel. Sozialisierung der Apotheken und aller Stauen der Herstellung, des Handels und des Vertriebs von Heilmitteln und Sanitätswaren. Unentgeltliche, würdige und gleichartige Toten- bestotwng in der Form der Beerdigung oder Einäscherung nach er- folgter Totenschau. Zum Wohnungswesen stellt die Sozialdemokratische Partei Deutschlands die Forderun- gen auf: Vergesellschaftung des Wohnungswesens, Beseitigung und Er- sctzung ungesunder Wohnungen. Hebung der Wohnungskultur durch Wohnungsaiifsicht, Wohnungspflege und Siedlungswesen. Reichsgesetzliche Regelung der Obdachspflicht. Sozialisierung des Baugewerbes und der Baustoffindustrien. Naturwissenschaft und vor allem auf werktätige und darstellerische (künstlerische) Ausbildung um so größeres Gewicht gelegt werden. So erziehen wir schöpferische, aus dem Erlebnis heraus gestaltende Menschen statt der rein rezeptiven altklugen Aller- weltswisser, die unfähig sind, eine a«S dem Schema hetausfallende Situation zu meistern. Beim Einsetzen des fremdsprachlichen Unterrichts ist dem päda- gogischen Grundiätze.Vom Leichteren zum Schwereren' Rechnung zu tragen und das dreifache Lehrziel der allgemeinen(formalen) Geistesbildung, der Ausrüstung fürs Leben und der Einführung in das tiefere Verständnis fremder Kulturen stets ini Auge zu behalten. Für den ersten Unterricht muß eine leicht erlernbare, einfache, die sprachlichen und begrifflichen Kategorien knapp zur Daistellung bringende, schnell zuni praklischen Gebrauch fühlende Fremdsprache gewählt werden. Es wäre zn prüfen, ob nicht eine künstliche Sprache, etwa das Esperanto, dafür am geeignelsten wäre- Jedenfalls würde eS die drei Forderungen der leichten Erlernbar- kett, der formalen Klarheit und der praktischen Verwendungsfähig» keit ausgezeichnet erfüllen. Auch wüide es den Schülern, die mil dem lt. oder 15. Lebensjahre die Schule verlassen, die Möglichkeit internalionoler Verständigung geben, während der henlige.Ein- jährige' zwar in zwei oder drei Fremdsprachen grammalische Regeln und Vokabeln gelernt hat. in keiner aber sich auszudrücken verstebt. Die historisch gewordenen Fremdsprachen Latein, Griechisch, Englisch, Französisch usw. würden in ihrer Bedeutung als formelbildende. dem praktischen Bedürfnis dienende und Kulturwcrie er- schließende Unlerrichtsfächer nichl herabgesetzt, sondern eher gestärkt werden, wenn sie erst aus vorgerückter Stufe nach freier Wahl und in beschränkter Zahl im Lehrplan erscheinen. Ter Elementar lursus ist auf einer raich foilschreilenden induktiven Methode zu begründen, wie das schon heute in den Resormaiisialten mit Latein und Griechisch versucht wird. Ter OberkursuS müßte vor ollem die kultuicllen Werte Pflegen, in den modernen Sprachen auch den praklischen Zwecken der geläufigen Bersländigung dienen. Eine solche Reform des sprachlichen Unterrichts würde eine Be- ireiung der Höberen Schule von hartem Geistes- und Gedächtnis' zwang niid einen großen Forischrin auf dem Wege zur EinheitS- schule, d. b. der elasiischen, jede Begabung entwickelnde» und gleich- mäßig schützenden LcbenS« und Arbeitsschule, bederucn. Für den Nebergang ist als Mindestsorderuiig auszustellen, daß die AnsancS- frcmdiprache in den cinzelneir Schulaiten nicht dogmatiich feilgelegi wird, sondern den praklischen Veisuchen und der lokalen Elgenarr der verschiedenen Anstallen(Landesgrenze, Handelsbeziehungen) überlassen bleibt. Der Vorstand des.Bundes entschiedener Schulreformer' bat eine von mir ausgearbeitete im Sinne der vorstehenden A»S- fiihrrrngen gehaltene Eingabe an das Kulrusministerium einstimmig gutgeheißen. Zur llmgestalkung der Rechtspflege fordert die Sozialdemokratische Partei Deutschlands: Die Umwandlung der kapitalistischen in die sozialistische Ge- sellschaft bedingt eine neue Rechtsordnung: Ueberwindung der Herr- schenden privotrechtlichen durch eine soziale Rechisauffassung, Unter- ordnnng des Vermöaensrechts unter das Recht der Perjon und das Recht der sozialen Gemeinschaft. Aus diesem Ziele eraibt sich als Aufgabe der Kampf gegen Klassenjustiz und kapitalistisches Recht. Für die Organisation der Rechtsvflege fordern wir: die Mit- Wirkung gewählter Volksrichter in allen Zweiaen der Justiz, Erziehung zu allgemeiner Rechtskenntnis, volkstümliche Gesetzes- spräche, Zusammensetzung des Richtcrstandes aus allen Volksklassen, Zulassung der Frauen zu allen Jui'izämtern, Neuordnung des juristischen Bildungsganges in sozialistischem Geiste, schließlich Ueber- tragunq der gesamten Justiz auf das Reich. Für das Strafverfahren fordern wir: volle» Parteirecht des Angeklagten, Beschränkung der Untersuchungshaft, Ausdehnung der notwendigen Verteidigung, Berufung in allen Strafsachen, erleich- terte Wiederaufnahme, Entschädigung aller unschuldig Anqeklagleu und Verurteilten, Festgenommenen und Verhafteten, erweiterte Zu- lässiakeit der Privatklage. Für den Zivilprozeß fordern wir: gleiche Rechtssicherheiten für große und Keine Streitwerte, unentgeltliches Güteverfabren für alle Streitigkeiten, Regelung der Rechtsvertretnnq ohne Beschränkung auf Anwälte und unter besonderer Berücksichsiaung der Arbeiter- sekretare, Verstärkung des richterlichen Einflusies im Verfahren. menschlichere und wirtschaftlichere Zwangsvollstreckung, bessere Sicher�ellung des Klaaerechts der Armen. Für das Ctrafrecht fordern wir: Schutz- und Erziehirngs-, nicht Berqeltungssirafrecht: für Jugendliche Erziehung statt Strafe; Abschaffung der Todessirnfe und der lebenslänglichen Freiheit?- strafe: Geldstrafe nach Steuereinheiten: bei Unvermögen Recht der Zlbarbeituna statt Freiheitsstrafe: Ausgestaltung der bedingten V--- »rteilung: Wiedergutmachung neben oder statt der Strafe: Berück- sichtiaung des Rechtsirrtums: Strafn'ildi.r»ng oder Strafaus- fchliesiung bei wirtschaftlicher Notlage: Beseitigung der Zwingenden Strosinaße: scharfe Umgrenzung aller Tatbestände: erhöhter Schutz der Person, insbesondere auch ihrer Arbeitskraft und ihrer poli- tischen und gewerkschaftlichen Rechte: einheitlicher Ausbau des Wucherstrafrechts: Ausdehnung der Antragsdelikte, reichsgesetzliche Regelung des Strafvollzugs: Befeitiauna rohe- Disziplinarstrafen: Heilung oder Rerwahrunq gemeingefährlicher Trinker. Für das Privatreckit fordern wir: ein besonderes Arbeitsqefetz- buch: ein besonderes Miel- und Wohnunasaefetzbuch: Neuordnung des Rechts der Hausangestellten: Einschränkung des freien Per- träges nach sozialem Bedürfnis: Neureaelunq des Bodenrechts im Sinne des Overeigensiims der Allgemeinkeit: Gleichstellung non Mann und Frau im Familienrecht: erleichterte Ebefcheiduna: Be- seitignng der Minderberechtigung der unehelichen Kinder: verstärkte öffentliche Aufsicht über die elterliche Erziehun»: Uebernahine der Fiirsoraeerziehnng alu Staat und Gemeinde; Verbot der körper- lichen Züchtigunq in Schule» und Erzsehunnsanstalten: Begrenzung des Erbrechts: Erbrecht des Staates; Beteiligung der Allgemeinheit am Ertrage des Urheberrechts; Schutz auch des abhängigen Erfinders: Neuordnung des Irrenrechts. Zur kultnrpositik fixiert die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ihren Standpunkt in nachstehenden grundsätzlichen Festlegungen und Forde- rungen: 1. Alle Erziehung ist Aufgabe der Gemeinschaft, Familien- erziehunq anvertraute Eemeinschaftsaufgabe. 2. Iugendhilfe ist zu einem selbständigen öffentlichen Arbeits- gebiet mit eigenen beamteten Organen auszugestalten. Sie be- ginnt mit dem werdenden Kinde und endet mit dem Eintritt der Volljährigkeit. 3. Die öffentliche Schule ist zur weltlichen Einheitsschule aus- znqestalten, Umwandlung der Schulen in Lebens- und Arbeitsstätten der Jugend mit weitgehender Selbstverwaltung. Gemein- lame Erziehung beider Geschlechte):. Zuziehung des Laienelements, Elternräte. 4. Körperliche Erziehung der Jugend unter Ausschaltung aller militärischen Zwecke. 8. Gcstnnungs- und erkenntnismäßige Erziehung zum Frieden. 6. Obligatorischer Besuch der öffentlichen Volksschulen, Unent- geltlichkeit des Unterrichts, der Lernmittel und der Verpslegung in den öffentlichen Volksschulen sowie in den höheren Bildungs- anstalten für diejenigen Schüler und Schülerinnen, die Kraft ihrer Fähigkeit zur weiteren Ausbildung geeignet erachtet werden. 7. Ennöglichung des Aufstiegs zur Führerschaft in der Wirt- Ivalter Scott und der Ruhm. Waller Scott, dessen hundert- tülifzigsten Geburtstag neulich Edinburg und ganz England feierte, »cheiirt auf seinen Dichten nbm. den er ja auch bei Lebzeiten in hohem Maße genoß, nicht sehr viel Wert gelegt zu haben. Die ihm angebotene Würde des Poeta Laurcaiüs lehnte er ab und bc- trachtete seine Schriflstellerei hauptsächlich als Mittel, iei'ne Stellung als Gentleman nlifrechterhalten zu tonnen. Er wurde lieber als .Scott von Abbotssord' empfangen denn als Verfasser des .Waverleh'. Lange Zeit verheimlichte er seine Autorschaft an diesem Roman, der so schnell berühmt wurde, und war verlegen, als man ihn bei Hofe.entlarvte'. Er war ein nicht gerade sehr glücklicher Geichäitsmann, mitbeteiligt an Bilchdruckereien und Verlagsinstiluten, und schrieb viele seiner Werke eilig und um des Geldverdienste' willen; er, der in seiner Jugend in der Familien« chronik der Scotts und Nniherfords, seiner Ahne», in romantischer Wellvergesseiihcit geträumt halte, der alS Jüngling eine Nacht in dauernder Erregung über Bürgers Leonorenballade nachschaffend und neiidlchlend verbrachte. Ein Reiter und Jäger war er glück- licher mil seiner Meute als am Schreiblisch. Seine Tochter wurde gefragt, wie»hr die.Dame am See' gefiele; sie sagte, sie habe sie nicht gelesen:.Vater sagt, es ist nichts so schlecht für junge Menschen, als schlechte Gedichte zu lesen.' Die Oldenburgische Gemäldegalerle. Die Revolution bat Überall in der Auseinaiiderietzung mit dem Kunstbrsitz der Fürsten, der längst öffentlichen Charaltcr angenommen hatte, balbe Arbeil gemacht. Infolgedessen konnte der ehemalige Großherzog von Oldenburg einen lehr wertvollen Teil seiner Galerie nach Ämster- dam verbringen, obwohl wir eine Inventarisierung national wich« tigcr Kunstwerke haben, deren Ausfuhr verboten ist. Ein jetzt z»- stände gekommener Ausgleich sichert ihm dieie Kunstichätze. Die im Lande verbliebenen Kunstwerke will der Staat zum Taxpreis des Prot. Pauli-Hamburg laufen. Sonst kann der.rechtmäßige Eigen- tümer' damit machen, was er will. Das nennt sich deutsche Kunst-' pqlilik in der Republik I Da? Nene Tbeater am Zoo eröffnet am Sonnabend die erste Spielzeit mit Nudois Egcrs Spiel.Die kleine Lccassot". Im Tcutlchen OverntzauS wird am Sonnlag Robert Hütt von der Berliner Staatsoper ein limnaligcS cAastiPiel aiS Maniico im.Troubadour' geben. Die neue Altistin, Frau Carla Raslag-Sarleu, fingt zum ersten Male die Acucena. g-ine neue Optikerschule wird In Berlin Milte Oktober unter Aiikficht dcs SlaaieS und unler Milbilfe der Stadt Berlin unter dem Namen »Dcutiche Schule im Oplit und Photolechnit* eröffnet. Ln Jahres lurjen wird doit gründliche Ibcolclilchc und prakliiche Berufsausbildung gcwädrt. Näheres bei Tr.(öleichen. Beilin S\V, Grobbeereristr. 13, Aus in die Sllpen! Kcmach. gemach! wird der Leler antworten, bei d e n Reisekosten, der Ueberfülluna, die sogar tzandeslundige keinen Platz mehr in den bayrischen Bergen finden lägt(Tirol ist auj dem bcüen Wege, eine Fiemdeinalle zu werden). Aber wir meinen es auch nur bildlich.»Der Alpen srcund« � München, Videiimaherur. 40) vermag einen Crfatz für eine Alpenreise zu blelen. Die monallich erscheinende ZcUichritt ist textlich und vor allem illustrativ eine Meislerleistung. Schilderung von Alpentouren, frische Naluraedichte, Crzäbiungen, poputärwiffenschaltliche.'lrtitcl geben einen reichen Inhalt, der von einem Kranze herrllcher Bergbilder gekiönt wird. Neben den gute» Trrldildern gibt es'.eqcl-nätzig weichlonige Kuni'.blätler in Tiefdruck. Der Preis ist billig: das Heft 5 M., Quartal 12,00 lü. Hr. ZHH ❖ ZS. Jahrgang Beilage öes Vorwärts .............. Donnerstag, 25. fwguftion Eine vorläufige Abrechnung. Generalversammlung der Betriebsräte. „Das Geld und die Abrechnungen der Unterstützungskommission und des Roten Vollzugsrats" lautete das Thema, mit dem sich die vom Vollzugsrat der freigewerkschaftlichen Betriebsrätezentrale ein- berufene Generalversammlung am Dienstag abend beschäftigte. Nachdem die Kommunisten den vergeblichen Versuch unter- uommcn hatten, durch Abänderung der Tagesordnung die Ausein- underfetzungen über den Verbleib der nicht verbrauchten Unter- s'ützungsgelder aufzuhalten, berichtete Emil Barth über die be- rsits m der Presse erörterten Dinge und rechtfertigte diese Ver- öffentlichlingen damit, dag er von den etwa 390000 M., die seiner Schätzung nach noch vorhanden sein mußten, nur etwa 250 M. vorgefunden habe. Schon im Dezember 1919 habe ihm ein Ge- nosse gesagt, daß er mit Baer zusammen ein Geschäft eröffnet und Baer ihm erklärt habe, er habe ein. Bankbuch mit über 60 000 M., wovon 45 000 M. dem Vollzugsrat gehörten. Er könne frei darüber verfügen. Darüber fehlten Belege, weiter aber fehlten in der Abrechnung der Unterstützungskommission 144 000 M. Außerdem sei man in den Betrieben der Meinung, daß die Samm- lung für die streikenden Angestellten der Metallindustrie weit wehr Gelder eingebracht hätten als 50 000 M., wie angegeben wurde. Ln den Bcrgmannswerken seien allein 20 000 M. gesammelt worden. Ferner wird bestritten, daß die Einnahmen für die Wahl- und Propagandafonds stimmen. Die Einnahmensumme von 540 000 M. müsse weit höher sein. Nach der Veröffentlichung in der Presie habe das Polizeipräsidium bei ihm angefragt, was echentlich vorgefallen fei. Er habe daraufhin eine durchaus objek- dve Mitteilung gemacht. Es seien dann die Verhaftungen erfolgt. jedenfalls müsse nunmehr über alle diese Dinge absolute Klarheit geschaffen werden, damit die Oeffentlichkeit sehe, daß von einer persönlichen Bereicherung an den von der Berliner Arbeiterschaft aufgebrachten Untcrstützungsgeldcrn keine Rede fein kann. Nur durch völlige Klarstellung könne das Vertrauen der Arbeiterschaft gesichert werden, das für weiter notwendige Sammlungen, ins- besondere aber für die gegenwärtige Ruhlandhilfe unbedingt not- wendig sei. Im Interesse der Aufklärung sei die gesamte Unter- stützungskommission zu dieser Versammlung eingeladen worden, sowie ein Vertreter des ehemaligen Vollzugsrats. Juristisch sei in der ganzen Angelegenheit nichts zu beginnen. Sollen die Gelder im jnteresse der Allgemeinheit zweckentsprechend verwendet werden, dann sei dies nur möglich auf Grund einer Verständigung mit der anderen Seite. Es sei daher notwendig, daß die Unterstützungs- kommifsion so zusammengesetzt wird, wie es die Generaloersamm- lung im Mai beschlossen hat, nämlich aus je sieben Vertre- t e r n der SPD., der USPD. und der VKPD. sowie der Berliner Gewerkschaftskommission. Diese Kommis- sion�soll ihre Leitung und ihre Treuhänder bestimmen, und ihr feien die von chagen und Eckert anderweitig belegten Gelder der alten Unterstützungskommission zur Verfügung zu stellen. Die neue .Kommission habe dann natürlich auch weiterhin für die Unter» d siützung der Familien der Inhaftierten zu sorgen. Zur Revisions- lommiffion des alten Bollzugsrats sollen fünf weitere Revi- j o r e n hinzugewählt werden, die dann gemeinsam die genauen Dinge, namentlich auch die Sammlungen nachzuprüfen hätten. Schließlich müsse eine Verständigung darüber erfolgen, daß das Geld, das noch bei der früheren Rätezentrale vorhanden war, der Ziußlandhilfe überwiesen wird. Auf diese Weise könne die leidige Angelegenheit aus oer Welt geschafft werden. Richard Müller, Vorsitzender des alten Vollzugsrats, be- stritt zunächst die Behauptung Barths, daß der Vollzugsrat der freigewerkschaftlichen Betriebsrätezentrale der Rechtsnach- folger der früheren Betriebsrätezentrale fei. Für diese Behauptung vermisse er den Nachweis. An die Anhänger der SPD. stelle er die Frage, wie sie dazu kämen, jetzt ein Kon- irollrecht zu fordern, nachdem sie 1919 beschlossen und L f f e n t- sich aufgefordert hätten, an den unabhängig-kom- m u n i st i s ch e n V o l l zu g s r a t keine Beiträge mehr zu zahlen.(Zurufe:„Wir wollen nur feststellen, was mit den Arbeitergeldern geworden ist."—„Wir wollen die Schweinereien aufgedeckt haben.) Als Müller dagegen einwandte, das sei gegen die politische Moral, erntete er großes Gelächter. Er ergeht sich dann in akademische Schilderungen der Geschichte des alten Vollzugsrats, wobei er durch Zurufe nach„Abrechnung" zur Sache gerufen wird. Wie könne man behaupten— entrüstete sich Müller—, daß in der Abrechnung des Roten Vcllzugsratcs 144 000 TL fehlen, solange die Schlußabrechnung noch nicht vorliegt!_ Die endgültige Abrechnung für April bis Oktober 1920 werde noch erfolgen, und sie werde Auskunft geben über verschiedenes, was Barth vermißt habe. Die für revolutionäre Zwecke gesammelten Gelder habe man nicht auf den Namen des Vollzugsrats anlegen können. Man mußte eine juristische Person haben. Auf die Zwischenfrage, wer diese juristische Person sei, sagte Müller:„Das geht Sie nichts an!" Was die Sammlung für die streikenden Angestellten der Metoll- Industrie aus dem Jahre 1919 betreffe, so sei die Abrechnung von den Revisoren geprüft und einwandfrei befunden worden. Es feien noch 27 000 M vorhanden, die laut Beschluß einer maßgebenden Versammlung gesondert verwaltet werden und zur Unterstützung von Angestellten dienen sollen, die im revolutionären Kampfe Schaden erlitten, und zwar ohne Rückficht auf ihre Parteizugehörig- keit. Unterstützungsgesuche seien nur wenig eingegangen. Ins- gesamt werde noch eine Summe von 230 000 M. vorhanden sein. Der jetzigen Versammlung aber, die keinen revo- lutionären Charakter habe, spreche er jedes Verfügungsrecht über die für revolutionäre Zwecke gesammelten Gelder ab. Eckert, der dritte Treuhänder neben fingen und Barth, vertritt unter den heftigsten persönlichen Ausfällen gegen Barth den Standpunkt der alten Unterstiitzungskommifsion. Er macht Barth den Vorwurf, die Veröffentlichungen in der Presie veranlaßt zu haben, ohne die Kommissionsmitglicder zu hören. Barth habe auch Eckerts Verhaftung auf dem Gewissen. Das Geld der Unter- stützungskommission, das er mit chagen im November 1920 abge- hoben habe, fei our anderweitig sichergestellt worden. Aus den Geldern seien Unterstützungen gezahlt an die Opfer aus der Januarbcwegung 191S, vom Dezember 1918, vom Januar und März 1919 und aus den Januartagen 1920, sowie an die Opfer des Kapp-Putfches. Sonst fei niemand aus dielen Mitteln ! unterstützt worden. Die Rote chilfe noch sonst eine Organisation ' habe etwas davon bekommen. Eckert erhebt dann gegen Barth Borwürfe, daß er einen Blankoscheck mißbrauchen wollte, um der „Freiheit" 140 000 M. zuzuschanzen. Auch nachher sei noch versucht worden, von den Geldern der..Freihell" ein Darlehen von 200 000 M. �U verschaffen. In einer Sitzung der Parteileitung der Unabhängigen im Sommer 1919, der fioose, Crispien und chilferding beiwohnten, sollte Barth aus der USPD. ausgeschlossen werden. Durch Ver- mittlunq des Vollzugsrats habe man sich damit begnügt, Barth die Annahme von Aemtern und das öffentliche Auftreten zu verbieten. Im September 1920 sei Barth die Treuhänderschast entzogen worden. Er fürchte sich nicht vor Barth, auch wenn dieser gedroht habe,„den Hund schieße ich über den Haufen". In der Diskusison führte H i l d e s h e i in aus, daß niemand sonst als die freigewerkschaftliche Betriebsräte» zentrale die R e ch t s n a ch f o l g e r i n der Dereinigten Betriebsrätezentrale fei und damit auch der Zentrale in der Münzstraße. Deshalb sei man der heutigien Betriebsrätezentrale und ihrer Generalversammlung Rechenschaft schuldig. Bernhard Krüger bedauert namens der sozialdemo» k r a t i s ch e n Fraktion, daß man die Arbeiterschaft in eine solche Siutation hineingebracht Hobe. Es zeige sich jetzt, wie berechtigt die Warnung an die Arbeiterschaft war, ihr Geld ftir Zwecke herzu- geben, die sie nicht kenne und worüber sie keine Kontrolle hat. Immer- bin habe es das Interesse der Berliner Arbeiterschaft erfordert, die Angelegenheit in anderer Weise zu reacln. Niemand werfe den Kommunisten vor, daß sie zu ihren persönlichen Zwecken Gelder ver- wendet hätten. Doch müsse jetzt schleunigst Klarheit geschaffen werden, wie die Dinge stehen, damit nicht die Sammlungen für das russische und georgische Volk darunter leiden. Die Ar» beitskollegen in den Betrieben verlangen Aufklärung. Und diese Generalversammlung sei zweifellos der rechte Ort, um Auf- klärung zu schaffen. Nach einem Schlußwort Emil Barths erklärte Eckert: „Wir halten daran fest, daß es die alte Untcrstützungskom- misston ist, die sich mit der Angelegenheit zu beschäftigen und den aus Grund eines Beschlusies erfolgten Dorschlag der Oeffentlichkeit zu unterbreiten hat. Folgende Resolution wurde mit überwiegender Mehrheit a n- genommen:„Die Delegierten der Generalversammlung sind unumstrittene Vertreter der Groß-Berliner Arbeiterschaft. Sie er- warten in einer nächsten Generaloersammlung die Rechnungslegung des alten Dollzugsrats und gleichzeitig die Rechnungslegung der Unterstützungskommission." Damit endete die recht stürmisch verlaufene Versammsung. 540 Die Aacher. Roman von Hermann Wagner. Die Unterredung hatte in dem Bureau des Ingenieurs stattgefunden. Reisner trat auf die Straße, und die Häuser. die Wagen, die Menschen tanzten vor seinen Augen. Er mußte sich während der ersten Schritte die Häuser entlang tasten, um nicht umzufallen. Immerhin, dachte er erschöpft. ich kann einmal zu ihm hinfahren. Und er stieg in eine Droschke und fuhr bei Mannheimer vor. Mannheimer war gar nicht erstaunt. Er gab sich so liebenswürdig wie immer, den kaum merklichen Spott um seine Lippen gestattete er sich eigentlich nur als einen höchst überflüssigen Luxus.„ i Reisner sprach tonlos und matt, nichts von Wut war in ihm, nicht einmal etwas von Erbitterung und Enttäuschung. Er berichtete mit wenigen Worten, was sich herausgestellt hatte. Mannheimer hörte ihist stumm zu und zuckte nur unge- duldig mit den Schultern.„Das war dumm. Dumm von Ihnen." Sonst sagte er nichts. m i„- „Sic haben mich betrogen. Mannheimer, sagte Reisner ohne jede Schärfe. Mannheimer lächelte mitleidig.„Berzeihen mein Lieber, so etwas höre ich nicht gern... Betrogen! Unsinn! Man betrügt nur. wenn man faßbar ist... Haben Sie früher vielleicht betrogen, wenn Sie eine Sache abstießen, die ober- faul war?",«>.. „Sie sind faßbar. Mannheimer," entgegnete Reisner fast � �Mannheimer schüttelte energisch den Kopf.„Dann hätte ich die Sache nickt gemacht. Und außerdem--" Er er- wetterte den Luxus, den er sich gestattete, und wurde höh- nisch. ,.-- und außerdem, dächte ich, mußten Sie selbst aufpassen, daß man Sir nicht faßt... Nicht?!" „Was meinen Sie—?" Mannheimer sah ihn durchdringend an und harte doch nnter einem seine perfid-liebenswürdige Miene.„Ich meine. — die Unterschrist.., Das heißt: ich will nichts gesagt haben!" � ■&' Retsner wurde Übel. Er schluckte und schluckte und suchte nach einem Wort, das ihn retten könnte, nur für einige Minuten retten... Er fand keins, nicht ein einziges. Er sah erbärmlich aus. Und schwieg. Es gab eine Pause, die Reisner endlos schien. Mannheimer glitt sachlich über siie hinweg, mit einer Diskretion, die kälteste Grausamkeit war. Er hob dozierend den Zeigefinger.„Also, man darf nicht faßbar sein,— dann betrügt man auch nicht,— selbst dann nicht, wenn man... fälschte!... Hm. Haben wir uns noch etwas zu sagen?" Da umschwärmte Reisner ein Gedanke: warum war dieser Schurke so ruhig, wenn er doch wußte, daß jene Unterschrift gefälscht war? Er hüstelte und würgte und stotterte dann:„Die Bürg- schaftserklärung— ist doch— noch— bei... Ihnen?" „Nein," sagte Mannheimer kurz. „Nicht—?� „Nein," wiederholte Mannheimer. „Wo— ist sie?" fragte Reisner angstvoll, denn es , schien ihm plötzlich, als wäre die Staatsanwaltschaft schon hinter ihm her und als müsse er, wenn er jetzt auf die Straße hinausträte, sofort verhaftet werden. Mannheimer strich vorsichtig die Asche von seiner Zigarre. „Ein Mann interessierte sich für die Bürgschaftserklärung," 1 sagte er,„noch ehe sie geschrieben war, ja... Er hat sie mir abgekauft, für den vollen Betrag... Ein sehr nobler Mann, — alle Achtung!" Und Mannheimer blies behaglich den Rauch seiner Zigarre von sich. „Ein Mann? Wer?" „Ein Mann namens— Behrens." Reisner wollte einen Freudenschrei ausstoßen Er zog indessen nur sein Taschentuch und betupfte damit seine Stirn. Sein Mund war schief verzogen.„Es ist gut," sagte er leise, „ich danke Ihnen..."...„ „Es war mir ein Vergnügen," sagte Mannheimer jovial, „beebren Sie mich wieder!" Reisner schlich die Straße entlang und empfand es als eine Wohltat, daß er nicht imstande war, zu denken. Sein Kopf war völlig leer, ein schwarzes Loch war darin, und das Blut in seinen Adern wollte nicht k»eisen. Er sah die Leute an. an denen er vorüberging, und wußte nicht, daß er es. tat. Er starrte vor der Auslage eines Konfektionsgeschäftes lange auf billig« Anzüge, las die Preise. SroßSerlw Nimmer rasten... Auf der Funktionärkonferenz des„Vereins Arbeiterjugend Groß- Berlin" sprach eingangs der Genosse Walter Rüdiger über die kam- munistische Broschüre„Der Weg des Verbandes der Arbeiterjugend- oereine Deutschlands". Dieses Pamphlet eines Auchgenosien bringt einen schon verschwunden geglaubten Agitationsstoff zu neuen Ehren: Die Kriegspolitik der SPD. und der mit ihr in der Vorkriegszeit und In den Kriegsjahren eng verknüpften sozialdemokratischen Iugendbewe- gung. Abgesehen davon, daß diese Broschüre offensichtliche Unwahrheiten enthält, ist die in ihr beobachtete Kampfesweise einer proletarisch-sozialistischen Jugendbewegung nicht würdig. Ein« andere Konferenz wird Gelegenheit haben, zu den Schmähungen und Agitationsphrasen Günther H o p f f e s Stellung zu nehmen. Den eigentlichen Zweck der Funktionärkonferenz bildete die Ent- gegennahme des Berichtes der Delegation zur Reichskonferenz in Blelefeld, den der Gen. Herbert Heiland erstattete. Anknüpfend an den Ausspruch unseres belgischen Genoffen de Brouckere„5 ch war tief ergriffen bei dem Anblick dieser tapferen undfrohenJugendundhattedenEindruck.daßdie- jenigen, die Ihre Arbeiterjugend organisiere haben, eine große Idee verwirklichten, voll von Hoffnungen für die Zukunft" gab er einen kurzen Ueber- blick über die Geschehniffe der Bielefelder Tage, die durch die Presse- berichte bereits voll gewürdigt wurden. Bor allen Dingen sei es notwendig, unseren Dielefelder Parteigenoffen und ihrem Führer. dem Gen. Schreck, auch an dieser Stelle den Dank auszusprechen für die gastliche Aufnahme der Berliner Arbeiter- j u g e n d— sie wurde restlos durch die dortige Arbeiterschaft in Privatquartieren untergebracht. Es war ein erhebender An- blick, die Stätten kapitalistischer Ausbeutung mit dem Schwarz- Rot-Gold derRepublik und dem Rot der Revolution geschmückt zu sehen. Der Bielefelder Relchsjugendtaz war ein eminent politisches Ereignis, ein wuchsiges Bekenntnis der kommenden Generation zur Republik, die die Mög- lichkeit der Entwicklung zum Sozialismus In sich birgt. Weimar hat in Bielefeld seine naturnotwendige Ergänzung gefunden. In der Debatte wurde von einigen Rednern ein fest umrissenes Programm unserer Organisation gefordert. Im Schlußwort erklärt der Gen. Heiland das im gegenwärtigen Zeitpunkt für schwer durch- führbar. Das Referat des Gen. W e st p h a l auf der Reichskonfe- renz wird auf unsere Anregung hin zu einer Programmschrift aus« gestaltet werden. Er weist auf die Sitzung des Komitees der neuen Iugendinternationale hin, die eine Resolution zur Einigung mit der Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Jugendorganisationen(Wien) an- genommen hat. „Eine Resolution, die oll« Funktionär« verpflichtet, mit allen Kräften für die weitere Ausgestaltung der Bewegung im Sinne der Bielefelder Kundgebung zu wirken, wird einstimmig angenommen. Ebenso eine andere, die unsere ablehnende lWtung bei einem neuen 4. August in scharfer Form hervorhebt. Mit einem gemeinsamen Kampfsiede wurde die Konferenz geschlossen. Paragraph 193! Eine Anklage wegen Richterbeleidlgnng. Der Kaufmann Pauk Kimmel au- Jüterbog hatte sich vor der Potsdamer Ferienstrafkammer wegen Beleidigung des Amts- gerichtsrats Meyer zu verantworten. Das Verfahren war schon dadurch ungewöhnlich, daß der Reichsjustizmini st er selbst die Erhebung der Offizialklage angeordnet hatte, um einer schweren Richterbeleidlgung zur Sühne zu verhelfen. Der Angeklagte hat am 14. April 1920 ein Telegramm an den Reichsjustizminister gerichtet, in dem ausgeführt wurde, der Amts- gerichtsrat Meyer lasse aus Furcht vor persönlichen Angriffen Verbrecher laufen. Er habe es fertig bekommen, berüchtigte Verbrecher mit den Zeugen in einem Zimmer zu vernehmen. Der Amtsgerichts, at entlaste die Verbrecher, u m das Gesindel los zu werden, trotzdem man sie ihm auf sprach die Zahlen laut aus und nickte billigend dazu.„Acht- unddreißig Mark. Zweiundvierzig Mark. Moderne Ulster. Eleganter Sitz. Feste Preise." Er ging weiter, und mehrere Mädchen kamen ihm ent- gegen, einander eingehängt, so daß er beinahe in ihre Arme gelaufen wäre. Die Mädchen lachten laut. Wie freundlich. sagte er zu sich. Ja, es gab noch freundliche Mädchen, die lachen konnten, überhaupt Mädchen,— wie lange hatte er sich dessen nicht mehr erinnert! Und plötzlich fiel ihm ein. daß er einmal in Kärnten ge- wesen war. So ein stilles Dorf dort unten,— wie hübsch mußte es sich dort leben! Man hörte Kühe blöken, ein sanfter Rauch stieg aus den Essen, die kleinen Fenster lachten freund- lich, und alles war so still und friedlich. Dort mußte man allein«sein, dort mußte man sein Leben beschließen, niemand würde einen stören, niemand würde einen fragen: was willst du hier? Man war einfach dort. Basta. Mit einemmal war er in einer Anlage drin. Er setzte sich auf eine Bank. Kinder spielten vor ihm. Ach ja. Kinder...—, hatte er nicht auch ein kleines Mädchen, Lu mit Namen,— die kleine Lu? Er schüttelte verdrießlich den Kopf. Nein, auch daran wollte er nicht denken. Er hatte kein Kind. Er hatte keine Frau. Er stand allein in der Welt,— ach, es tat so wohl, zu wissen, daß man allein stand! Nur keinerlei Beziehungen mehr zu Menschen, sie waren einem hinderlich, sie zogen einen da- von ob, in sich zu gehen, eine hohe Mauer um sich zu errichten und hwter dieser unsichtbaren Mauer zufrieden zu verharren ... In Kärnten. In einem Dorf, wo Kühe blökten, abends sanfter Rauch aus den Esten stieg und die kleinen Fenster der Abendsonne entgegenlächelten... Ach, wie schön war die Zeit gewesen, da er allein gewesen war,— erinnerte er sich besten nicht mehr? Da er sich von aller Welt abgeschlossen und gearbeitet hatte, nur gearbeitet. gearbeitet... Nein, arbeiten würde er heute nicht mehr. Er begriff es nicht, daß er das so hartnäckig hatte tun können und wie sein Ehrgeiz darauf hatte gerichtet sein können, eine Villa im Grunewald zu haben und einen Diener und Auws und Geld. (Forts, folgt.) ftrai Präsentierteller bringe. Die Beschwervebepesche schloß mtt der Bitte um Abhilfe. Der Angeklagte bekannte sich vollinhaltlich zu seiner Anschuldigung und erbot sich zum Wahrheitsbeweis. Die Justizwachtmeister Thomm und Schmidt bekundeten als Zeugen, daß Schwerverbrecher und als Zeugen geladene Frauen in einem Zimmer vernommen wurden und die Zeugen nicht nach ihrer Ueber- zeugung aussagen konnten. Eine Frau R. habe zu ihm geäußert: „N a, denken Sie, ich werde mich unglücklich machen und mich von dem Verbrecher totschlagen lassen, da sage ich lieber gar nichts." Ferner wurde unter Beweis gestellt, daß der Amtsgerichtsrat zwei Einbrecher, Ge- briider Riebitsch, entlassen Hobe, so daß einer bis heute spurlos ver- schwunden sei. Bau sechs Einsprüchen in den Mehlspeicher des An- geklagten, die einen Schaden von 45l100 Mark verursachten, sei bis heute kein einziger gesühnt worden. Der Staatsanwalt beantragte wegen des schweren Angriffes auf einen Justizbeamten 10t)v Mark Geldstrafe, da heute das Ansehen der Justiz doppelt gewahrt werden müsse. Berechtigte Interessen habe er nicht zu vertreten gehabt. Der Verteidiger bezeich- nete die telegraphische Beschwerde an den Justizminister als den internsten Weg, den der Angeklagte beschreiten konnte. Dem Publi- tum dürfe heute kein Maulkorb umgehängt werden. Auch die Justiz müsse Kritik vertragen können wie jeder andere Stand und sei in dieser Hinsicht nicht unantastbar. Der Angeklagte habe bewußt den Vorwurf der Feigheit und Schlappheit erheben wollen, ober dafür keinen anderen Ausdruck gefunden. Ihm gebühre daher der Schuß des lj 193. Die Strafkammer sprach den Angeklagten frei, da er in Wahr nehmung berechtigter Jnter- essen gehandelt habe.___ Oer SUberöiebstahl In öer �Ressource". Ein falsches Geständnis. Die schon viel erörterte Frage der Glaubwürdigkeit Polizei- licher Geständnisse bjldete den Gegenstand längerer Ausführungen der Verteidigung in einer umfangreichen Strafsache vor der elften Ferienstrafkammer des Landgerichts I. Wegen des im November v. I. in der sogenannten alten „Ressource von 1794" in der Schadowstraße verübten Einbruch- diebstahls, bei welchem den Tätern altes Tafelsilber im Werte von ca. 299009 Mark in die Hände gefallen war, hatten sich jeßt der Kellner Franz Born, der Kaufmann und In- Haber einer Silberschmelze Wilhelm T i m m e r und der Einkäufer Richard Wehrhahn vor dem Strafrichter zu oerantworten.— In der Nacht zum 11. November o. I. wurde in der„Ressource" dos gesamte Tafelsilber gestohlen. Als den Dieb er- mittclte die Kriminalpolizei den jetzigen Angeklagten Born, der früher in der„Ressource" als Kellner tätig gewesen war. Vor der Polizei legte B. das Geständnis ab, daß er den Diebstahl auf An- stiften der Mitangeklagten T i m m e r und Wehrhahn verübt habe Dos Silber fei sofort zu Timmer in die Silbcrschmelze ge- schafft und dort zerschlagen und eingeschmolzen worden. Die Folge mar, daß beide unter dem Verdacht der Anstiftung und der Hehlerei ebenfalls verhaftet wurden. Schon in dem Porverfahren wiesen die Verteidiger nach, daß der Zlngeklagte Born vor der Polizei ein falsches Geständnis abgelegt habe, da ihm gesagt worden war, wenn er seine Mittäter nicht nenne, so würde er nicht aus der Haft entlassen werden. In der gestrigen Verhandlung räumte Born auch ein, daß er tatsächlich die beiden Mitangeklagten zu Unrecht beschuldigt habe, um dadurch auf freien Fuß zu gelangen. Die Focge war. daß Timmer und Wehrhahn auf Antrag der Derteidi- gung auf Kosten der Staatskasse freigesprochen wurden. Da Born im Felde schwer verwundet worden war und sich in Not be- funden hatte, erkannte das Gericht gegen ihn nur auf ein Jahr und 3 Monate Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Salvarsan. Eine Anklage wegen Saloarsanverschiebung führte gestern 6 Personen vor das Wuchsrgericht des Landgerichts II, und zwar die Apotheker Artur v. Jagemann, Wilhelm und Ludwig Ger- f o n, den praktischen Arzt Dr. med. Gottfried B e n n, den Grafen Ludwig Fink v. F i n k e n st e i n und den Schauspieler Franz Weber. Der Angeklagte Gerson ist der Besitzer des Hauses Belle- alliancestr. 12, ein Veter Gersons, in dem Dr. Venn seine Praxis ausübt. Der Angeklagte von Iagemann lebte 7 Jahre in Hankon in Ehina und hatte dort eine Apotheke betrieben, die er infolge des Krieges aufgeben mußre. Er beabsichtigte, nach dort zurückzukehren, um sich als Pionier des Deutschtums von neuem eine Stellung zu erobern. Zu diesem Zwecke hotte er 19 Kilo Salvarsan zusammen- gekauft, dos er nach China mitnehmen wollte. Da er aber in pekuniäre Bedrängnis geriet, entschloß er sich, es hier wieder zu verkaufen. Dr. Benn erzählte dies gesprächsweise dem Grafen v. Finkenftein, der als Vorstandsmitglied einer in Bildung begrif- fenen, den Warenaustausch zwischen Industrie und Landwirtschaft bezweckenden Genossenschaft„Ausstieg" viel in Handelskreisen ver- kehrte. Von ihm erfuhren es die Schauspieler Weber und Schmie- der, die sich im Nebenberuf mit Vermittlungen befaßten. Von Schmieder crfuhr wieder der mit der Polizei in Verbindung stehende Privatdetektiv G r ü n b e r g van dem Vorhandensein einer größeren Menge Eakvarsan, das verkaust werden sollt« und«r witterte eine ungesetzgliche Saloarsanverschiebung. Er trat nun mit Schmieder zusammen als angeblicher Käufer des Salvarsans auf und verhau- delte sowohl mit v. Iagemann als auch mit Dr. Benn über den Verkauf, der aber trotz wiederholter Bemühungen der beiden an- geblichen Käufer immer wieder abgelehnt wurde. Nunmehr machte Grünberg dem zuständigen Kriminalkommissar Mitteilung von der angeblich beabsichtigten Saloarsanverschiebung, dieser nahm eine Durchsuchung in oer Gersonschen Apotheke vor und fand dort und in der Privatwohnung des Ludwig Gerson das dem v. Iagemann gehörige 1 Kilogramm bzw. noch"s>4 Kilogramm Salvarsan vor. Der Angeklagte Ludwig Gerson behauptete, daß er diese Menge er- warben habe, um sie in seiner Apotheke in den vorgeschriebenen Dosen abzugeben.— Die Beweisausi ahme förderte so wenig be- lastendes Material gegen die Angeklagten zutage, daß sowohl der Staatsanwalt als auch die Verteidiger die Freisprechung bean- fragten, auf die das Gericht auch erkannte. Immer noch Wassenfunde. Gestern vormiltag wurde bei dem Pförtner des HaufeS Moltkestraße 40 in Lichterfelde namens Grönland eine Haussuchung vorgenommen, an der sich Kriminalbeamte und Schutzpolizisten beteiligten. Man fand lö Gewehre M o d. 98, einen Kasten mit Munition und einen Maschinen- gewehrlauf. Grönland hatte sich seiner Festnahme durch die Flucht entzogen.— Der Verwalter des Hauses Müller st r. 29 entdeckte gestern beim Reinigen de? Grundstückes eine 7,5-Zentimeter-Granate, die er der nächsten Wache der Schutz- Polizei ablieferte. Polizeilicher Plakatkrieg. Gegen da? Ankleben von Plakaten und Zeneln an anderen als den erlaubten Stellen will sich das Polizeipräsidium in Zukunft energisch wenden, wobei es sich auf den Z 120 der Berliner Straßen- Polizeiverordnung vom 25. Januar 1917 stützt, in welchem es heißt: „Zettelanschläge, die von der Straße aus sichtbar sind, dürfen außer an den hierzu behördlich bestimmten Vorrichlungen(Anschlagsäulen u. dergl.) nur auf denjenigen Grundstücken angebracht werde», auf die sich ihr Inhalt bcziehr. Auch sind Zettel, die lediglich Geschäfts- oder Wohnungsverlegungen anzeige», auf dem zu be- ziehenden wie auf dem verlassenen Grundstück während dreier Monate vor und nach der Verlegung zugelassen. Die Vorschriften deS Absatzes I gelten auch, wenn die Zettel in Schaufenstein oder Schaukästen untergebracht werden. Das Anbringen von Reklame- zetteln in den Schaufenstern leerstehender Läden bedarf der vor- herigen polizeilichen Erlaubnis." „Skrandguk" am Landeberger?lah. Als vorgestern abend gegen 19f4 Uhr ein Wagen der Buttergroßhandlung A. Strunk, Barnim» straße 44, den Landsberger Platz passierte, brach plötzlich eine Wagenfeder. Schnell sammelte sich eine Menschenmenge, und als sie bemerkte, daß der Kutscher stark betrunken war, machte sie sich sofort an die aus Butterpaketen bestehende Ladung heran und versuchte, die„g ü n st ig e Konjunktur" auszunützen. Zum Glück war aber eine Streife der Schutzpolizei zur Stelle, die dem Vergnügen ein Ende bereitete und den Wagen dem benachrichtigten Besitzer übergab. Nach den Feststellungen der Firma fehlen für 2699 M. Butter. Ein falscher Kriminalbeawker. In der vorvergangenen Rächt gegen l2 Uhr erschien in dem Lokal von Müller. Simon-Dach-Str. 1, ein Mann, der sich als Kriminalbeamter ausgab und Feierabend gebot. Da er sich nicht legitimieren konnte, hielt man ihn fest und benachrichtigte das Ueberfallkommando. Dieses nahm den Mann fest und brachte ihn zur Wache, wo er al« der 3S Jahre alte Arbeiter Paul Fink festgestellt wurde. Ver Tod auf dem Grabhügel. Gestern nachmittag besuchte der Arbeiter Orto Henke aus Charlottenburg da« Grab seiner An- gehörigen auf dem Friedhof am Fürstenbrunner Weg. AtZ der Kirchhof geschlossen worden war. unternahm der Inspektor noch einen Komrollgang durch die Gläberreihen und fand, auf einem der Giäbcr liegend. Henke tot auf. Allem Anschein nach hatte ein Herzichlag seinem Leben ein Ende gemacht. Die Leiche wurde zur einwandfreien Feststellung der Todesursache dem Schau» hause zugeführt. BezirkSbildungsiinsschiist wrost-Verlln. Mr machen nochmals daraus aufmerksam, daß ain Semnlag, den L8. d. Mls., nachmittags 2'/, Uhr, im Deutschen Opernhaus infolge der Eitranlung des Haupldarsiellers Herrn Böle! an Stelle der Oper„Die Schwätzerin von Saragossa".Tiefland" gegeben wird. Die Karten sür diese Vorstellung sind bereits ver- griffen.'Für die Aufführung„Die Walküre" am Donnerstag, den lä, Sep. tcmbcr, nachmittags 5'/, Uhr, in der Neuen Welt, Hafenbeide, sind noch einige Karten zn haben. Preis 7,50 M. Wir bitten dringend, die Karten und starken für die Festkonzerte abzuholen. Quittung. Für Mutter und Tochter. Allensicincr Straß«, quittteren wir noch folgende bei uns eingegangenen Postbeträge: Sarre(Berlin) 10 M.— Fr. Riedel. BreSlauer Str. 19 10 M.— Adolf Möller SM.— Frauengruppe d. 5. u. S. Abt. 31.50 M.— Dr. Scholz, Lottumstr. 24 10 M.— Ungenannt 10 M.— Else M e h« r Ai M.— Schemel 100 M.— Mündt, Kens 6 FrkS. Hroß-Serlkner Varteknachrlchten. heute, Donnerskag, den 25. August: 4. Ztrei» Prenzlauer Tor. 7 Uhr Krelsvertreteroersammlung in drr Echulanla Seilefelderstr. Uhr im Pikioria-Garten, Wilhelmsan« U4/11Z< er- weitcrte Vorstandssißung mi: den zur Kreisionserenz gewählten Kreisdcle- gierten. Um zahlreiches Ericheinen wird dringend ersucht. St. Abt. Renlälln. 7 Uhr ffunktionarsitzung bei üilddcckc, Karlsgatten-,(Me Sfontoncftxafjc. Jnngsozialisten. Gruppe Friedrtchsbain! 7H tlhr in der Demeindeschule Straß. mannstr. 6,„Heinrich-Hcine-Abend.— Gruppe Friedrichshagen: IVj Uhr her Scholz. Friedrichstr. 81, Porttag:„Meine Eindrülle in Bielefeld". 91.:- feteni GenoiTir.-ieil.— Gruppen Treptow und Süden: 1lä Uhr I» der Juristischen Sprechstunde, Lindensir. 3, Diskussionsabcnd.— Gruppe Ren. fcEn: 7i2 llht im Jugendheim Rogalftt. 53, Vortrag Uber„Pazifismus".— Gruppe Britz: 7za Uhr Um Jugendheim Chausseesir. 4«, Mitgliederversamm- lung.— Gruppe Spandan: 7(4 Uhr im Jugendheim Neuendorfer Str. 2 kaltes Schlltzenhans), Portrag Uder„Pazifismus".— Gruppe Tempelhof: 1% Uhr im Jugendheim Germaniastraße(Lnzeum), Dortragsabeud.— Gruppe Schönhauser Borstabt: 7 ich Uhr bei Carl, Wichcrtstr. KS, Mitglieder. Versammlung. Morgen, Freitag, den 26. August: 2. Kreis Tiergarten. Achtung! Zur Einäscherung de» Genossen Heller per- sammeln sich die Mitglieder de» Kreises vollzählig Uhr am Krematorium. Gerichtstraße.— Der Kreisvorstand. 3. Kreis Wedding. 7 Uhr bei Kerfin, Pankstr.«st, Sitzung de, Kreisvor. stände» und Abteilungsleitungen. Sämtlich« Bezirks- und Stadwerordnere des Kreises sind eingeladen. 12. Kreis Steglitz. Ausschuß sllr Brbeiterwohlfahrt: tz Uhr bei Stowasser, Stefanstr. 1, Sitzung. I«. Kreis Köpenick. 7 Uhr Kreisvertreterversammluna tN KSpemck tm Stadt- thrater. Alle Stadt- und Bezirksverordncten müssen erscheinen. IZl. Abt. Riederschönhansen. 7 Uhr gemeinschaftliche Cliernv-rs-mmlung aller drei sozialistischen Parteien im Schloß Schänhausen, Lindenstr. II. Referent Genosse Dr. Kaisen:„Die Gemeinschaftsschule und ihre Bedeu- tung für die Zutuns! unserer Kinder".— Freie Aussprache. Rännerchor Friedrichshain. Bon 7— 10 Uhr Ezirallbungs stunde in der Schill- aula Petersburger Etr. t.— Am Sonnabend, den 3, September, Cin- fiihrungzahend zur„Walküre", ankchließend Tanz, in Schmidts Festsälrn, Fruchtsw. 3K. Der fitr Sonntag, den 4. September, geplante Sommeraus- flug findet deshalb nicht statt. Frauen Veranstaltungen am Freitag, den 26. August: 2. Kreis Tiergarten, m Uhr Frouenoerfammlung in der Patzenhofer Brauerei (Weißer Saal), Turm-, Eck« Etromstraße. Referent Genasse Dr. Kallmann: „Was kann die Frau fitr den Sozialismus tun?" Um zahlreiches Cr- scheinen wird ersucht. « »st. Abt. Schöneberg-Friedenau. Sonnabend, den 27. August, Familienausflug nach gehlendorf-West, Günthers Waldschlößchen, Krumme Sänke. Trefl- Punkt 4 Uhr nachmittags am Wannseebahnhof Friedenau. Berlosussg, Kinderbelustigungen, Kasfeekochen. Gäste willkommen. �ugenüveranftaltungea. Verein«eSelter-Ingend. Sekretariat:«W. 68, Lindenstr. J, 2. H-f Nnk», 2 Treppen rechts. Telephon: Mpl. 121 08— 10. heute. Donnerstag, den 25. August, abends 71/2 Ahn Blankenbneg: Zugendheim Triftstraß«, Diskussion:..Die Reichsoerfassung". — Zohannisthali Jugendheim Zohanncs-Werner-Straße, Bortrag:„Jugend und Militarismus".— Riederschvnen-ride: Zugendheim Berliner Straße, Bor- trag:„Elaßbreuner"(Mt-Berliner Humor).— Norden: Zugenbheim Putbuser Straße 3/8, Bortrag:„Gthik und Weltanschauung".— Nordost: Jugendheim Pastcurstraße(Realschule), Literaturgruppe.— Osten(Stralaner«iertel): Zugendheim Naglerstr. 3, Bortrag:„Was bietet die Bersassuna den Jugend. lichen?"— Schönhauser Vorstabt I: Jugendheim Schule Sonnenburger Str. 2g. Lrseabend:„Der Aufstieg".— Süden- Zugendheim Schule Etallschreiberstr. S4a, Mitglteberversammlung.____ Vorträge, vereine und Verfammkunaen. Arbeiter-Samariter-Kolonne verlin, E. B. Den Materialverwaltern /s>er Abteilungen zur Kenntnis, daß Material am Freitag, den 2S. d. M., abends 7 Uhr, in der Schule Anneustr. 1B ausgegeben wird. Pünktliches erscheinen notwendig._ /Zus aller Welt. furchtbare Lufifthiffstatastrophe in England: 41 Tote. London. 24. August.(MTV.) Da» große lenkbare Lufischlff ZR2 ist oberhalb von hall explodiert, die Trümmer stnd in den Slmderfluß gefallen. Da» Luftschisf kehrte von einer versuchsweisen Kreuzer fahrt vor der lleberquerung des Aklanlischen Ozeans zurück. Das Personal des lenkbaren Lnftschiffes umsaßtc 47 Mann, sechs davon blieben am Lebe». Nach einer weiteren Meldung au» Hull überflog da« Luft- schiff 7 2, das demnächst den Atlantischen Ozean durchqueren soll:c, heute nachmittag um ÄL Uhr die Stadt, als es explodierte, in zwei Teile zerriß und in den Humber stürzte. Das Luftsckiff war an die amerikanische Regierung verkauft. Als das Luft- schiff abstürzte, sahen Taufende von Menschen dem Fluge zu. Sie ergriffen panikartig die Flucht, um sich vor den abstürzenden und in den Fluß fallenden Trümmern zu retten. Ein Teil der Trümmer fiel auf den Biktoriastrand. Ein Augenzeuge erzählt, daß er mindestens vier Mann mit Hilfe eines Fallschirmes aus dem Luftschiff herabkommen sah. Drei Menschen hingen an einem einzigen Fallschirm. Durch die heftigen Explosionen sind alle Fensterscheiben und Schaufenster der Häuser und Geschäftshäuser, die am Flusse liegen, zerstört._ Wetterbericht btS Freitag mittag t Fm Rorden ststerwlegenb heiter und fortdauernd trocken, in den Tagesstunden Überall warm. Im Süden»orüdergebend stärker bewölkt, strichweise leichte GewUter, später dann elwaS Abkühlung. ßefonders gUnßige/hiQelyoie! iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiniiiiiiiimiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiumiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiilliiiiiiiiiiiiiiiiiinfiii.'iiiiiHiiiiiiiiiiiiüiiiüiiiiiii iiimiiiiiiiii JackeK-AnzOge äs Farben&lellungea. moll Tsrarbeiteb M. 750,600, 500, 300 Jatkett-Anzöge D«hme Macbart.................. 900 Jsckett-Anzüge Er"u ,flr arbeitet Spo/t-Anzüge brauner Farbe..... Sport-Anzüge Cutaway u. Westen Silx und Verarbeitung...... aas, aus besten Stoffen rer- M. 1200, 1000 mit B reecheehosen. ans gutem Lodenetoff, in grauer, grüner und ............. M. 600 aus Eomeapnn und Mancbeeter» In des neuesten Fassone.. M. 750 maren go und echwar*, guter Stoff tadelloser ..... 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Beziri Schäneberg: Freitag Borturnerstunde und Sitzung.— Bezirk Norden: Sonntag Badepartle aller Abteilungen nach dem Sumtcr See.— Bezirk Osten: Montag Vorturner» stunde der Franenabtcilung.— Bezirk Süden: Mittwoch Vierteliahresver- sammlung des Bezirks, 7dtz Uhr. Der Arbeiter-Tren»»nd Sportverein„Freiheit�, Lichtenberg, degeht am Sonnabend, den 37. d. M., in Kerns Festsälen, Tllrrichmidtstr. 45, Ecke Goethe- siratze, sein l3. Gründungsfest. Ansang 8 Uhr. Saaläffnung 7 Uhr. Gintritt inkl Tanz und Steuer 3,00 M. Turnerische Ausführungen und weiteres reich» haltige» Programm werde» geboten. Ginlaßkarten sind zu haben: Turnhall« Parka,, c, Donnerstag abend von st— 10 Uhr: bei W. Lstbcke, 0. 34, Boxhngener Straße 18 III: bei Erich Strauß, SO. 112, Simplonstr. 24: bei Max üeinzel, Lichtenberg, Wilhelmstr. 58 III und am Festabend an der siafl«. Straßenbahn- Verbindung 78, 78 und 92: Stadtbahn: Stralau-Rummclsbura und Kiest- Gummelsburg. Freunde und Gönner des Arbeiterturnens und»sports werden hierdurch eingeladen. Sriefkaften öer Neöaktwn. Briefliche Zluskunft wird nicht erteilt. Vergleich der beiden Herbert 17. Jugend- - R. 932. 1. Ncckat- Aktiengcscllschasi in Stuttgart. 2. Zur Regulierung des Reckars und Bau elek» irischer Krastwerke. Eiche auch unter Wirtschaft in Nr. 321 des„Vorwärts". Ist 5 Proz.— O. E. 23. �Die�Ausgabc von Entlassungsanzügen erfolgt unseres Wissens nicht mehr.— 9t. 99. Wenn Sie ohne Grund vom Verlöbnis HERMANN zurückgeireten sind, so hat Ihre Braut Anspruch auf eine billige Entschädigung, sosern sie unbescholten war.— Löwestr. 87. Wenden Sie sich an die Gemötiide. in der sich das Grundstück befindet. Die Summe können wir Ihnen mch! angeben.— A. H. Wir können zu einer Klage nicht raten.— R. S. 1. Pc> sondere Bestimmungen bestehen nicht. Wenn Sie glauben, daß der Steuer- abzug nicht vorschriftsmätzig vorgenommen wird, empfehle» wir Ihnen,[üb an das Finanzamt zu wende». 2. Fragen Sic bei Kostorde, Lausitzcr Str. 30, an.—- B. Z. 2. Außer dem Ehemann erben zunächst die Eltern s>c- Frau Leben diese nicht mehr, so treten an ihre Stelle ihre Äbkömmiiuge.— O. I. Ab Nur mit Zustimmung des Mictscinigungsamts. Geschäftliche Mitteilungen. In der Reihe der besonders günstigen Angebote veröffentlichen in, heutigen Ankündigung die Kleiderwcrke Barr Sof n, alleinige Berlaussstell: � Berlin, Ehansseeftr. 29,30, Herrenanzüge für die Lnraße und Gesellschaft, Ue gangspaletots, Ulster, Raglans sowie Ve'.nkleider vinsacher And bester OÄc ijzsaL-fa«atif:'jis.K» jeaxfi, aife 135] zirka 100 Gramm........................... ilück■ Lebensmitte fielst HMlßeiscb ohne Knochen, gefroren.Pjund OteeSioara �WNleiZlb glgäerkiBB gesalzen, P[und roö i'i",sthes> o. Knochen, Pfund 12°° UNkl(TOj Querrippe, fr:isch, Pfund � oo ÄsljeiWk!! i A kM 50 Pfund KaMaffiB IS und RUckeni fi,is(on# 1« Utk. Grosser Reste-Verkeuf zu enorm billigen Preisen Kvllllnder.... 10 St. Schwawen Krause» 22 M. 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Partei Rußlands/ Leitsätze über den organisatorischen Aufbau der Komm. Parteien, über die Methoden und den Inhalt ihrer Arbeit/ Resolution zur Organisation der Komm. Internationale, Thesen über die Methoden und Formen der Arbeit unter den Frauen der Komm. Parteien/ Resolution über die internationale Verbindung der Kommunistinnen und über das Internationale Kommunistische Frauensekretariat/ Resolution über die Formen und Methoden der Kommunistischen Arbeit unter den Frauen/ Resolution über die Komm. Internationale und die Komm. Jugendbewegung/ Aufruf des Exekutivkomitees der Komm. Internationale an die Proletarier aller Länder. 191 Selten Preis brosch. M. 2,50, geb. M. 6,— Zu beziehen durch die VerlagsbucbiisnillDng Carl Htp Nactif. Louis Catitililey, Hamburg 11, sowie durch alte Buchhandlungen und Organisat oren der VKPD. Lcbensmiftcl Fs'issSaes KammeB-Vordarffleisch...Pfund S50 Ha3nS?t!®i",!C,SUi©?!>N! oder geteilt.. 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Schließung aller internationalen Streitigkeiten auf schiedsgerichtlichem Wege. Errichtung eines intsr- nationalen Cchiedsgerichtshofes. Jnternationalisicrung aller Wasier- straßen, welche Meere und von verschiedenen Staaten umschlossene Seen untereinander und mit dem Meere verbinden. 4. Unterstellung aller Kolonien und Schutzgebiete unter die Oberhoheit des Völkerbundes und Durchführung des Grundsotzes der offenen Tür für diese Gebiete. 5. Demokratisierung und Vereinfachung der diplomatischen Per- tretungen der Staaten. 6. Entscheidung der Volksvertretungen über den Abschluß aller Lertrüge mit fremden Staaten unter Ausschluß aller Geheim- vertrüge. 7. Eine von den Grundsätzen des freien internationalen Aus- taufches geleitete Handels- und Vertehrspolitik 8. Internationale Abrüstung unter Garantie des Völkerbundes mit dem Ziele der Herabsetzung der Wehrmacht auf dos Maß, das die innere Sicherheit der Staaten erfordert. Körperliche Aus- bildung der Jugend unter Ausschaltung aller militärischen Zwecke. 9. Jntcrnotianaler Zusammenschluß der Arbeiterklasie auf demokratischer Grundlage als beste Bürgschaft des Friedens und der Verwirklichung eines internationalen Völkerrechts. Der stroße Rummel. Ohne Hiudenburg, aber mit Ludendorff. Der mit großem Tamtam angekündigte„Frontkämpfertag* hat gestern in Berlin stattgefunden. Ossiziersbünde, Hakenkreuzler, Wichsstudenten und— trotz offiziellen Verbots— Kriegervereinler hatten in voller Stärke mobil gemacht. Und dennoch war es eine Enttäuschung, der Clou der Veranstaltung fehlte— H i n d e n- bürg war ausgeblieben. Offenbar hatte er es doch im letzten Augenblick für ratsamer gehalten, sich nicht in diese Zweifel- hafte Gesellschaft zu begeben, nachdem der Reichswehrminister der Reichswehr die Teilnahme verboten und sogar der Vorfitzende der Kriegervereine, General von Heeringen, jede Beteiligung abgelehnt hatte. Der Verlauf der Veranstaltung zeigte, daß der Feldmarschall recht getan hatte, stch hier nicht zu kompromittieren. Es war so ziemlich alles an Rechlsbolschewisten versammelt, was in Deutschland herumläuft: General von Watt er, der russisch? Weißgardistenführer Awaloff Bermondt, Graf von der Goltz usw. Als„monarchische Spitze* fungierte der er- folgreiche Kapitalverfchieber Eitel Friedrich, dem offenbar seine Verurteilung wegen zweifelhafter Geldgeschäfte die Mürtyrerkrone verschafft hat. Die erste Ansprache hielt Generalmajor a. D. von der Goltz. Er ließ eine Schimpfkanonade gegen die„Hochverräter" und„Erz- Halunken" los, die zur Abwechslung wieder mal die Front erdolcht haben. Sprach auch von einem„u nbegreiflichen Wafsenstill- stand", der bekanntlich aus das inständige Flehen Hindenburgs und Ludendorffs Hals über Kovf abgeschlossen werden mußte, schimpfte über die„Leipziger Schmach", womit er das Reichsgericht nieinte usw. usw. Aber über diese gewohnten deutschnationa'cn Schaumschlägereien könnte man hinweggehen. Staatsgefährlich uno an das Landes- verräterische grenzend waren die fortwährenden Wiederholun- gen in seiner Rede wie der des andern Redners, des Grafen W a l d e r f e e, die dahin zielten, daß das d e u t s ch e H e e r in irgend einer Form wieder aufgebaut werden müsse. Waldcrsee sagte:„Unsee Söhne und Enkel sollen wieder lernen, den Ger und die B ü.ch s e z u s p a n n e n". Ucber die Kundgebung selber sagte Gras Waldersee: „Der Haß steht in Deutschland auf Wache. Deshalb haben wir Euch alle heule zur konlrollverfammlung gerufen*. Roch deutlicher wurde Graf von der Goltz, der erklärte: Wir feldgrauen alten Soldaten müssen dafür sorgen, daß in irgendeiner Form ein Ersatz für die abgeschaffte allgemeine Wehr- Pflicht geschaffen wird. Solche Zleußerungen sind für die Nationalisten der Gegen- s e i t e allerdings ein gefundenes Fressen. Sie sind ein Signal für die Scharfmacher drüben, Deutschland noch niehr zu knebeln und zu mißhandeln. Bon einem„Freiheitskrieg" wollte zwar Graf von der Goltz noch nichts wissen, weil man dazu Flieger, Tanks und Artillerie brauche, aber er will jederzeit gegen„Polen und B o l s ch e w i st e n" zu Felde ziehen! Schließlich goß er noch einen Jauchekübel über den Reichswehrminister Geßler aus, weil dieser der Reichswehr die Teilnahme verboten hatte. Und dann sprach Ludendorss! Denn er war natürlich erschienen, er sonnte sich in jener Gesellschaft, zu der er vortrefflich paßte. Herr Ludendorff, der jüngst in Frankfurt a. d. O. das Gedächtnis verloren hatte,„erinnerte" sich jetzt. Er erinnerte sich eines Armeebefehls Hindenburgs vom 24. Oktober 1918, keinen„faulen Frieden" zu schließen. Aber seiner Dring- u wd B i t t- T e l e g r a m m c aus der Periode seines moralischen Zusammenbruchs erinnerte er sich nicht.„Das internationale pazifistische Denken, die oerfluchte Minierarbeit, haben den Befehl Hindenburgs nicht zur Ausführung kommen lassen". So versicherte Ludcndorff. Wann wird sich endlich die Fakultät finden, die Ludcndorff zum Ehrendoktor der Geschichte ernennt wegen seiner unoer- gleichlichcn Kunst, die geschichtlichen Wahrheiten zu verdunkeln?! * Nach Schluß der Veranstaltung zogen die Teilnehmer in ge- schlossciien Zügen mit Fahnen und Uniformen durch die Stadt, wobei es zu allerhand nationalistischen Exzessen kam. Juden oder Personen, die man dafür hielt, wurden belästigt, Schimpf- lieber auf die Republik gesungen, Kaiscrhochs ausgebracht usw. Die Polizei verhielt sich passiv. ßoröerunpen üe? Krieysbefebäüiqten. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegstellnehmer und K riegerhinterbliebenen, der 300 000 Mitglieder zählt, hat dem Reichs- arbeitsministerium neue Forderungen zum Ausgleich der Teuerung überreicht. Es werden verlangt: 1. Hcraussctzung des Prozentsatzes der Teuerungszulagen, die zu den nach dem Reichsversorgunasgesetz zustehenden Gebührnissen gewährt werden, von 35 auf 80 Proz. 2. Erhöhung der Einkommensgrenze. von der ab Elternrente bezogen werden kann, von 3000 a»f 6000 M. pro Jahr. 3. Beseitigung der in den 8§ 63 und 64 des Relchsversorgungs- gesetzes bei einem Einkommen von mehr als 7000 M. vorgesehenen Rcntenkürzugcn. 4. Beseitigung der sogenannten Ausglcichszulagen. Für den Wegfall der Ausgleichszulagen sollen die Grundrente und Schwerbeschädigtenzulage um je ein Viertel ihres Betrages er- höht werden. Dadurch soll die bis jetzt verschieden bemessene Ver- sorgung der vollständig erwerbsunfähigen Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebencn einheitlich gestaltet werden. Der Reichsbund legt besonderes Gewicht darauf, daß auch zu den Renten, die noch nicht nach dem Reichsversorgungsgesetz anerkannt sind, sofort eine der Teuerung entsprechende Zulage gewährt wird. Mit der Forderung der Heraufsetzung der Teuerungszulage auf 80 Proz. hat sich der Reichsbund an die den Beamten in der Orts- klaffe A jetzt schon gewährten Teuerungszulagen gehalten. Demokratze oöer Unteraanal Herr Dr. v. Campe, der Vorsitzende der Preußischen Land- tagsfraktion der Deutschen Volkspartci, fetzt seine Bemühungen, die Deutsche Volkspartei mit der gegenwärtigen Staatsform auszusöhnen, fort. Er veröffentlicht einen Artikel in der„Kölnischen Zeitung", der in vielem mit dem Artikel der„Tagt. Rimdscbou" übereinstimmt, der seinerzeit hier ausführlich gewürdigt wurde. Wieder betont Herr v. Camoe: Demokratie ist die Grundlage unfererOrdnung und wird es fein, oder mir werden nicht mehr fein. Und an anderer Stelle betont er foaar: Der Politiker, der diele demokratische Grundlage heute u m- stürzen wollte, wäre ein Ttcnx oder ein Verbreiher. Irre ich nicht, so hat selbst H e r g t oder ein anderer deutschnationaler Fübrer sich immer ähnlicb ausgesprochen. Mit diesem letzten Zusatz deckt Herr Dr. v. Campe aber auch die schwache Seite seiner Beteuerung auf. Denn in der Tat ist es Herr H e r a t gewesen, der so gesprochen hat— ganz wenige Wochen vor dem K a p p- P u t s ch. Und als dann der Kapp-Pntsch kam, da hat fierr Hergt sich schmunzelnd die Hände gerieben. Und wo war der Protest des Herrn Dr. v. Campe in jenen Tagen? Aber wir wollen Vergangenes vergangen sein loffen, wie Herr Dr. v. Campe das wünscht, wenn er sich ehrlich zu seinen neuen An- sichten bekennt. Aber auf eins muß hingewiesen werden: Seit dem Artikel der„Täglichen Rundschau" sind schon Monate vergangen. Eine mäßigende oder zügelnde Wirkung auf die Agitation der Deut- schen Volksportei hat niemand bemerkt. Genau wie bisher werden Demokratie und Republik von der volksparteilichen Presse In den Kot gezogen. Aber noch mehr! Herr v. Campe schreibt in der „Kölnischen Zeitung" auch folgenden Satz: „Und der ist e i n schlechter oder g ar kein Politiker, der, wo die Dinge für absehbare Zeit überhaupt nicht zu ändern sind, wo sie hingenommen sein wollen, gleichrniltig, ob man mit ihnen einverstanden ist..., verfaffunasmäßig vorgehen, der Anträge aus Aenderung der Verfassung stellen und unser Volk täglich von neuem beunruhigen wollte. Ruhe tut uns not, wir muffen uns einleben." Und welche Partei ist es, Herr Dr. v. Camve, die Volks- abstimmung über die Aenderung der Reichsfarben verlangt, nachdem sie im. Reichstag unterlegen ist, welche Partei ist es, die diese Verfassungsänderung sogar durch ein Mittel erstrebt, das notwendigerweise alle Leidenschaften für und gegen Republik und Demokratie aufpeitscht? Ist das nicht am Ende die Deutsche Volksportei?— Daß Herr v. Campe feine eigenen Parteikollegen als„schlechte oder gar keine Poll- t i k e r" brandmarkt, ist zwar hart für diese, aber— es t r i f f t z u! Dke Gffenjivtheorie. In einem Artikel zum kommunistischen Parteitag, den er in seiner Zeitschrift„Unser Weg" erscheinen läßt, gießt Paul L e v i bitteren Spott über die jetzige Zentralleitung der VKPD. ous, die erst die Märzaktion als den Triumph der Offcnsivtowk gefeiert, hinterher aber beteuert bat, daß die Märzaktion rein defensiv gewesen sei. Er meint dazu: „Die Offensiotheorie ist— wir haben das schon früher gesagt— in keinem deutschen Schädel entstanden. Sie wurde nach Deutschland mitgebracht als ein Reiscprüscnt aus Kreisen— wie man offiziös sich ausdrückt—, die dem kleinen B u r e a u der Exekutive nicht allzu fernstehen. Die deutschen Zentralmitglieder waren nur die Trottel, sie unbesehen anzunehmen. Aber mit derselben Inbrunst, mit der sie im März in Deutschland d ie Köpfe Hinbielten für diese mitgebrachte Theorie, hielten sie im Juli in Moskau— mit Respekt zu sagen— den Hintern hin, um sich für die Theorie versohlen zu lassen, zum Teil auch noch von denen, die die Theorie mit hierher geschickt hatten. O grausige Komödie! Aber sie mucksten nicht, sie hielten „in guter Ruh wies Lämmlein unterm Messer" und meinten, wie jenes verliebte Mädchen,„je weher, desto besser". Den jetzigen Zustand der VKPD. stellt Levi folgender- maßen dar: Vor dem Hallenser Parteitag habe sie die Homogenität(innere Einheitlichkeit) gehabt, aber nicht die Zahl, nach dem Hallenser Parteitag die Zahl,, aber nicht die Homo- genität, jetzt nach dem Märzputsch habe sie weder die Zahl, noch die Homogenität._ Die Aufammenfehung öer Moskauer Kurie. Aloskau, 20. August.(OE.) Die Exekutive der Dritten Jnter- nationale hat aus ihrer Mitte einen geschöftsführenden Ausschuß gebildet, dem Sinowjew, Bucharin und R a- dek lRnßland), Heckert(Deutschland), Sau varine(Frank- reich), G e n n a r i(Italien) und B e l a K h u n(Ungarn) ange- hören. Bucharin, Heckert und Souvarinc sind gleichzeitig Dcle- gierte der Exekutive beim Exekutivkomitee der Roten Gewerk- schaftsinternationale. Im Exekutivkomitee der Kommu- nistischen Jugend-Internationale hat Deutschland vier Vertreter(Unger, Schönhardt, Leo und Miinzenberg), während Rußland durch zwei Delegierte und fünf andere Länder durch je einen Delegierten vertreten sind. Kommuntstiscber Varteitaa- Z. Vcrhandlungsillg. Der Kampf um das Referat Trotzkis wurde fortgesetzt. Hinter diesem Kampf verbirgt sich der Gegensatz zwischen der Linken und der Rechten der VKPD. Dabei scheint die Zentrale sich aus Besorgnis um die Haltung der Gewerkschastler ans die Seite der Rechten gefchl agen zu haben. Unter den Rednern des Mittwochs war auch Maßlow-Berlin, der zunächst unter dem Namen Börner austrat und dem Malzohn im Laufe einer Polemik unter großer Heiterkeit zurief:„Iwan, der Schreckliche, auch Deine Herrschaft geht zu Ende! Maßlow scheint gewissermaßen der Gesandte Radeks zu fein, der wiederum in Opposition gegen Lenin und gegen das Erckutivkomitee steht. Klara Zetkin machte aus ihrer Sympathie für Paul Levi auch heute kein Hehl. Die Berlin-Vrandenburaer Delegation hatte ihre Haltung gegenüber dem Vertreter der Moskauer Exekutive Kalaroff gerecht- fertigt, von ihm aber nur eine unbefriedigende Erklärung erholten. Sie wird dem Moskauer Exekutivkomitee eine ausführliche Dar- lcgting zugehen loffen. Sie protestiert gegen die falsche Unterrichtung des EK. durch unverantwortlich? mit der Organisation nicht in Verbindung stehende Genossen Diesem Protest baben üch eine ganze Anzahl Bezirke angeschloffen, die sich durch die Moskauer Anrempelung von„Linken Dummtöpfen und Schreihälsen" b e- � l e i d i q t fühlen. Sie wollen aber trotzdem ihre Pflicht tun. bis dos EK. einsieht, daß sie recht gehandelt im Interesse der Welt- reoolucion. Diesem Protest hat sich auch die Delegation der rufst- scheu Kommunisten in Deutschland angeschlossen. In seinem Geschäftsbericht mahnte der Parteivvrsitzende P i e ck die Parteimitglieder eindringlich, ihre Beitragspflicht jo zu erfüllen, daß die Partei auf Zuschüsse von anderer Seite verzichten könne. Zu einem Zlntrage auf Herausgabe der hinterlassenen Schriften Rosa Luxemburgs erklärte Pieck, daß die Manuskripte im Besitz einer Dame sind, die durch Bruch der Parteidisziplin aus der Partei ausgeschieden und gewiffermaßen Privatsekretärin Paul Levis geworden sei. Danach ist es also fraglich, ob die VKPD. diese Manuskripte erhalten wird. Auch die B e s ch w e r d e k o m m i s s i o» verlangt von der Partei, daß sie sich von Zuschüssen ausländischer Bruderparteien unabhängig wache. Ein Redner aus Rheinland-Weftfalen erklärte, daß von einer Stärkung der Partei nach der Mürzaktion nicht ge- sprachen werden könne. Dazu habe auch die Tätigkeit der unkon- trollierten und von außen eingesetzten Oberbezirksleitungen bei- getragen.# E b e r l e i n meint, der Kampf gcaen die Oberbezirksleitungen werde nur dort geführt, wo vor der Mürzaktion Abneigung oder Haß gegen die Zentrale herrschte. Ueber die Steuerfragen und die wirtschaftlichen Kämpfe hält Stöcker die übliche Agitationsrede mit demagoqischen Forderungen, deren agitatorische Bedeutung er auch rückhaltlos zugibt. Die verschiedenen Resolutionen zum Weltkongreß sollten von der Redaktionskommission vereinheitlicht werden. Sie Hot aber die von der Linken beantragte schärfste Zurückweisung der Kritik Trotzkis wesentlich abgeschwächt und auch sonst Aendcrun- gen vorgenommen, die von Thaelmann-Hamburg meist als ein Entgegenkommen an die zenkristisch-opporlunislische Richtung und einen kleinen Kreis von Personen bezeichnet werden. Thael- mann beanträgt, diese schärferen Stellen wieder in die Resolution aufzunehmen, so daß die Diskussion wieder eröffnet werden mußte. Die Weitcrberatung wird auf heute 9 Uhr vertagt. Heweiserbebung über öie Märzunruben. Der Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtags zur Untersuchung der Märzunruhen aelcmgte in seiner Mittwoch- sitzuug zur Formulierung des Beweisthemas, die von einem Unterausschuß vorbereitet worden war. Die Fragen, über die der Ausschuß Beweis erheben will, sind nach zwei Hauptgesichts- punkten gegliedert. Die erste Gruvpe umfaßt die Fragen, die auf der Seite der Aufrührer zu klären sind, die zweite Gruvpe die Fragen, die auf der Seite der Sraatsgewalt einer Untersuchung bedürfen. Die erste Gruppe ist wiederum in drei Teile gegliedert. Der erste Teil der zu untersuchenden Fragen umfaßt di-> a l l g e- meine Lage, und zwar 1. wirtschaftliche Berhältniffe im Aufruhrgebiet. 2. Kriminalität im Aufruhrpebiet, Terror in den Betrieben. 3. Anwesenheit von Ausländern in über- mäßiger Zabl, 4. Bewaffnuna bzw. Entwaffnung der Bc- völkerung, Vorhandensein oder Richtvorbandenlein einer Roten Armee. Der zweite Teil umfaßt die Einwirkung politischer Gesichtspunkte, und zwar 1. die Frage der Gefahr eines R e ch t s p u t l cb e s. 2. die Frage der Einwirkung der kam- in u n n i ft i f ch e ii Parteien lVKPD. und KPD.) durch zentrale Befchlüffc, durch Presse und Versammlungen, durch lokale Organi- fationen. Der dritte Teil betrifft besondere Erschein un- gen beim Aufstand, die Dynamit- und E!! e n b a h n- attentate, Plünderungen und Geiselnahme, Erschießungen und Grausamkeiten. Der Fraaenkamylex auf feiten der Staatsgewalt ist oleich- falls nach drei Geüchtspunkten gegliedert. Der erste Teil betrifft die Behörden, und zwar 1. die Behördenorganifationen, 2. die Bewährung der Landräte, Amtsvorsteher usw., 3. die getroffenen vorbeugenden Maßnahmen, wie den Nachricßtendienst der Behörden und den militärischen und Polizei- lichen Schutz. Der zweite Teil betrifft die Polizeiaktion im mitteldeutschen Gebiet, und zwar 1. den Z", eck der Aktion, 2. die Durchführung der Aktion, so die Bewäd-ima der Schubpollrei. die Heranziehima von Reichswehr, die taktischen Maßnahmen oller Art. Der dritte Teil betrifft die besonderen Eescheinungen auf feiten der Truppe, die Erschießungen, Uebergriffe, Grau- famkeiten usm. Mit der Formulierung dieser Punkte ist natürlich nach keinerlei Urteil des Ausschuffes verbunden. Die Aufstellung eines Punktes besagt nur. daß die von irgendeiner Seite avnestellten Bebauvtnuaen nachgevrüst werden sollen. Wie der Vorsitzende des Ausschnffes, Abg. Kuttner(Soz.). heroorbob, soll die Beweisaufnahme lediallch Tatsachen erforschen. Die S cb l ü s s e aus den Tatsachen wird der Ausschuß erst in einem späteren Stadium der Ver- Handlungen zu ziehen haben. Der Ausschuß beschloß ferner, eine Anzahl Eeneralzcuaen zu dem gesamten Beweisthema zu nehmen, und zwar Staats- minister a. D. S e v e r t n g. Oberpräsident H ö r f i n g, Staats- öammiffar W e i ß m a n n, Regierungspräsident v. Eersdori, Oberpräsidiolrat Breuer, Reaierunqsrat Freufing, Re- aierungsrot K i l h o r n, Reichsentwaffnungskommiffar Dr. P e t e r s, Ministerialdirigent A b e g g. Zinn Berichterstatter an das Plenum wurde Aba. Dietrich (Ztr.) bestimmt. Die bisherigen Berichterstatter Dr. v. Drnander (Dnail.) und Dr. Liebknecht(USoz.) sollen ihre untersuchende und ermittelnde Tätigkeit fortsetzen. Der Ausschuß vertagte sich auf den 7. September. An diesem Tag fall mit der Vernehmung der obengenannten Zeugen begonnen werden. Die gestörte„Fahnenweihe". Aus Magdeburg meldet WTB.: Der unabhängige sozialistische Stadtrat K n st e n in Groß-Salze wurde heute unter dem Verdacht der Nädelsführerfchaft bei dem Ueberfall anläßlich der Stahlhclmfeier verhafte" Wirtschaft Skoaismiikel für den Wohnungsbau. Von zuständiger Stelle wird den PPN. geschrieben: Der Preußische Landtag hat in einer seiner letzten Sitzungen vor den Ferien beschlossen, die Staatsregierung zu ermächtigen, den Gesamtbetrag der nach dem Rcichsgesetz vom 12. Februar 1921 für die Rechnungs- jähre 1921 und 1922 aufzuwendenden Beträge zur Förderung des Wohnungsbaues noch in diesem Jahre zur Verfügung zu stellen. Danach steht jetzt in Preußen wieder ein Betrag von 1550 Millionen Mark bereit, der zur Gewährung von Landes- darlehen für den Bau von Kleinwohnungen nach den bisher gültigen Grundsätzen verwendet wcrocn soll. Mit der Verteilung der Mittel ist inzwischen begonnen worden. Dabei wird den besonderen Be- dllrfnissen und den Verhältnissen der einzelnen Regierungsbezirke und größeren Städte Rechnung zu tragen gesucht. Vor allem haben diejenigen Gämeindcn Berücksichtigung gesunden, die unter der Besatzung oder durch den Zustrom von Flüchtlingen zu leiden haben. Ein weiterer Teil der zur Verfügung stehenden Mittel ist für die landwirtschaftliche Besiedlung zurückgestellt, ein anderer Teil soll einem Eisenbahner- Siedlungsfonds zu- aeführt werden, um die Durchführima des Bauprogramms der Eisenbahnvcrwo.ltung nach Möglichkeit sicherzustellen. Der preußische Minister für Volkswohlfahrt hat einen Ausführungserlaß an die Regierupgspräfldenten ergehen lassen, der die Verteilung der Mittel im einzelnen regelt._ Gegen die Auswüchse der Börsenspekulation. Im Handels- Ministerium bat unter dem Vorsitz des Herrn Handelsministers eine Besprechung mit Vertretern der Börsenvorstände von Berlin und Frankfurt a. M. sowie der rheinsichen ißankiervereinigung über die* Verhältnifle an den Wertpapierbörsen stattgesunden. Es wurde u. a. erörtert, welche Maßnahme,, gegen die Auswüchse der Spekulation und zur geordneten Abwicklung des Wert- papiervcrkehrs getrosien werden können. Sewerkschostsbewegung £ic Angestellten der Bekleidungsindustrie hatten eine öffentliche Versammlung, die sich mit der Bedeiüimg der K n u f Mannsgerichtswahlen befaßte. An sehr eingehenden Ausführungen brachte G o t t f u r ch t den Nachweis dafür, daß diese Wahlen non weittragender Bedeutung für alle in kaufmännischen Be- trieben Angestellten sind. Insbesondere kritisierte er die Bestrebungen des DHV. und des VmA. als mit den Bestrebungen der freien Gewerkschaften unvereinbar. Im eigensten Interesse aller Angestellten liege es. für die L i st e des Jentralverbandes der Angestellten <«-«.,. 3Ok»k. �wiehelschneider 00 Neuheit, praktisch....... ��50 Wirtschaftsmaschinen für H-nuhalt und Hotelbetrieb erstklassige Fabrikate Isolierflaschen 1 350 Teesiebe 80 Pf. und 95?k. Suppenschöpflöffel Ä 450 Obstkorb Pa�ÄeSU 1850 Stielkasseroll. 9?5 20so Schaumlöffel AlnmlnluiB.. 075 Durchschlage AÄ' 9 w» 1 2m Tischmesser Aluminium 475 Gebellt Aluminium.... 95pf. Eisschränke i. 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