Nr. 400 ♦ ZS. Jahrgang Ausgabe V Nr. 19S VezugSvretS» BlrrteslZhrl. Z0.— M. monaN. �— 9t frei ins Saus voraus Zahlbar. Post- beziig i Monatlich 10,— M. einschl. flu- slellungssiebllhr Unier Kreuzband iiir Deutschland, Tanzig, das Saar- und Memelaedikt. sowie die edeinal» beul- schen Debieie Polen». Oesterreich, Ungarn und fiuiemburg 20,— AU für da» übrige Ausland 27,— M, Poft- beitellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tscheibo- Slowatei, Däne- mart Holland Luxemburg, Schwede» und die Schweiz Der.Vorwärts" mit der Sonntags- beilage.Voll und fyif. der Unter- ballungsb ilage �etmmelf und der Beilage.Siedlung und Kleingarten' erscheint wochentäglich zweimal, Eon»» tag» und Montags einmal. Telegramm- Adresse! �Zozialoemotral verN»- Abend-Ausgabe c ) Oerlinev Dolksblatt RnzeiqetprciS, St« achiges palten» ZliaworeMezet!» loftet 6l30 M �Ateins*tii jetgea" da«»ettgednicft« Wort tSO M.(zu- lässig zwei settgedruitte Worte), sede» weaere Wort l,— M. Stellengesuch» und Echlasstellenonzetgen da» erst, Wort l/— M. sede» wettere Wort SO Vfg, Worte über Id Buchsrade» zählen stir zwei Worte. jsainilien-An- zeigen silr Abonnenten steile Sr~ W Vi» Preise oerslehen sich eiiijchlteßlich Teuerungszuschlag. ilnz eigen für dl, ndchste Rummel müssen dt»» Ahr nachmtttag» tw Hauptgeschäft. Berlw 6® 68, Linden- ftrahe 8, abgegeben werde», Deäffnet VN» 9 Übt frilb bis 5 Uhr abend«. Zentralorgan der rozialdemohratCfcben partei Deutfcblands Neüaktion und Expedition: SV) öS, Lindenftr. Z Rebaktion Miorihplatz lSltfä-»? ,Vcrn,pl-B«irr. Morihplah ll7S3—«4 Donnerstag, den ÄS. Angnst 19Ä1 Vonvärts-Verlag H.m.d.tz., SV) öS, Kindenstr. Z KBrnkttBe-eitchB- Verlag. ExvebiHo« und Inserate». ,,r»e,fz,rru,rr. Morihplats 11753-64 Krieüm mit /lmcrita. Unterzeichnung heute! Berlin. 25. August.(TU.) Die Verhandlungen über den deulsch-amerikanischen Ariedensver- trag, die zwischen dem deutschen Bevollmächtigten, dem Sluhenminister Dr. R o s e n. und dem Ges6)äftslräger der vereinigten Staaten. Dresel, geführt werden, sind zum Abschluß gelangt. Die Unterzeichnung des Vertrages ist voraussichtlich am heutigen Dounerslag zu erwarten. Washington, 24. August, lveuler.) Präsident h a r d l n g hostt, dah die R a t l f i k a t i o n des deutsch-amerikanischen Vertrages baldigst erfolgen wird. Er hält es für wünschenswert, dag der Deutsche Reichstag und der amerikanische Senat den Verlrag gleichzeitig beraten. Deshalb wird der Senat nicht aus- gefordert werden, auf seine Ferien zu oerzichten; er wird am 2 0. September wieder zusammentreten. In einer amtlichen Erklärung de» Weihen Hanse» wird betont, dah der Vertrag nur ein vorläufiger Frledeu»- v e r I r a g sei. aus dessen Ratisitalion ein Freuadschasts- und Handelsvertrag solgcu werde. Ferner wird mitgeteilt, dah mit Deutschland vereinbart worden sei. den Text nicht zu veräffentlichen. bevor der amerikanische Geschäftsträger in Verlin und Minister des Aenheren Dr. Rosen den vertrag unter- zeichnet haben. Der Text wird gleichzeitig in Berlin und Washington verästcnMcht werden. Wie verlautet, ist der Vertrag ein verhäktnismähig kurz es Dokument. Keine Opposition der Demokraten. eondon, 25. August.(WTV.) Einer Reutermeldung aus Washington zufolge erläuterte Staatssekretär Hughes gestern vor einer Dollversammlung des Senatsausschustes für aus» wärtige Angelegenheiten die Bedingungen des Friedensvertrage» mit Deutschland. Die demokratischen Mitglieder des Aus» fchuffes stellten eingehende Fragen. Später wurde jedoch mitge» teilt, es beständen Anzeichen, dah der Friedensvertrag im Senat nicht auf eine organisierte Opposition stohen werde. �enöerson über Sie irische§rage. London. 25, August.(TU.) Die Ansicht der britischen Arbeiter» partei über die irische Frage wurde gestern von neucm van Arthur henderson entwickelt. Er führte aus, daß das irische Parlament vielleicht nicht die Antorltät haben mag. weniger anzu» nehmen, als die Forderung der Sinnfeiner nach einer Republik. „Es wäre ein schwerer Fehler, wenn Irland die Verantwortung � auf sich nähme, da, Regierungsangebot abzulehnen.! Ein Krieg für die Grundprinzipien ist eine andere Sache als ein> Kampf für irgendeine gewisie Form der Freiheit." Späte Einsicht. Pari», 24. August.(EE.) Der„Temps" erklärt, dah der Auf» fchub des Zusammentritts des Reichstages die finanzielle Lage de» Reiches nicht erleichter«. Man dürfe d»e Voraussagen K« y n e s nicht unbeachtet losten und auch die Schwierigkeiten, denen sich der deutsche Staatsschatz gegenübersieht, nicht übersehen. Der .Tempg" glaubt nicht, daß alle Einnahmequellen de« Deutschen Reichs ausgenutzt würden, aber wenn sich die Prophezeiungen Keynes bewahr- Helten sollten und der sinanzielleZusammenbruch Deutsch- land« im nächsten Jahre zu erwarten wäre, müßte die G o l d- Milliarde, die Deutschland jetzt bezahle, zur Schaffung eines Reservefonds zur Deckung der Zinsen dienen, die aus den deut- schen Schuldverschreibungen resultieren, außerdem, um den Kurs der Mark zu stabilisieren, wa» unbedingt notwendig sei, damit die öffentlichen und die privaten Finanzen Deutschland» nicht Opfer der tollsten Spekulation werden. Es wäre unklug, wenn man die fragliche Eoldmilliarde heut« nur in die Hände von zwei Gläubigern Deutschlands legte, wenn dies wirklich die vortetzt« Zahlung Deutschlands vor der Krise im Jahr« 1922 wäre. Der.Temps' fordert serner, daß man aus da» Guthaben Deutsch- lands denWertderdeutschenKolonlen setze, denn Kolonial. besitz käme Bergwertsbesitz gleich. Wenn man Frankreich den Wert der Saargruben anrechne, müsie man auch die K o l o n i e n aus das Guthaben Deutschlands buchen. Das Wichtigste sei jedoch. daß man die deutsch« Goldmilliarde dem Reservefonds zuweise und Abmachungen der Finanzminister in diesem Sinne revidiere. Griechische Nieüerlaoe? Parts, 25. August.(WTD.) Nach einer Havas-Mcldung aus Konstantinopel bestätigt eine Nachricht aus kemalistischer Quelle die griechische Schlappe. Nach einer f ü n f t ä g i- gen Schlacht waren die Griechen gezwungen, vor dem temalisti- schen Widerstand zurückzuweichen. Die Schlacht hat am Ufer des Sakaria stattgefunden. Die Griechen sollen sich in der Richtung Esklschehir zurückgezogen und b e t r S ch t- liche Verluste erlitten haben. vlamenschwinüel. Die Rechtspresie jubelt über eine Meldung des„Pellt Parisien", die Mitteilungen enthält über«ine neulich vor sich gegangene v l ä- misch« Demonstration in Antwerpen. Es sollen dabei Rufe erschallt sein wie„Es leben die Deutschenl",„Es lebe o. Vissing!. Darob ist die„Deutsche Zeitung" glatt närrisch geworden, Sie jubelt quer über ihre ganz« erste Seite:„Vlamenkundgebung für deutsche Truppeir." Sie meint, es gäbe kein« glänzendere Rechtfertigung für die deutsche Verwaltung in Belgien und die alt« deutsche Armee, als diese Rufe der Vlamen in Antwerpen, gerufen von denen, die vier Jahre hindurch die deutsch« Besetzung erleben mußten. Gemach, oerehrte„Deutsche Zeitung"! Nehmen wir vorerst ein- mal zu deinem Gunsten an, du bist auf einen französischen Trick hin- eingesallen. Es ist nicht erst feit der Kriegszeil her bekannt, daß in Belgien, im besonderen m den wallonischen Gebieten, einflußreiche Kreis« aus eine völlige Französierung Belgiens und eine systematische Unterdrückung der olämischen Volksteile hinarbeiten. Das A und O dieser Tätigkeit war immer, die vlämische Bewegung als deutsch- freundlich zu verdächtigen. Wir fürchten deswegen sehr, daß dl« Mitteilung des„Petit Parisien" daraus hinausläuft, ernsthaste olä- mische Kundgebungen als vlämisch-a kt i v i st i s ch. als sinnlos deutschfreundlich hinzustellen. Wenn wir aber als wahr unterstellen, daß die Rufe in Ant- werpen wirklich aus vlämifchem Munde erklungen sind, dann bleibt die„Deutsche Zeitung" dennoch hercingesallen. Die vlämische Be- wegung zerfiel mit Beginn der deutschen Besetzung in eine kleine aktiv ist! sch« und eine große passivistische. Jener gehörten eigentlich überhaupt kein« Hervorragenten olämischen Führer an, diese zählten sich sämtlich zu den Passioisten. Sie wollten die Gleichbe- rechtigung in Belgien, sie mochten aber nicht Mittel zum Zweck für deutsche Abtrennungsbestrebungen werden. Es began deswegen unter o. Bissing ein« künstliche Stimmungs- mache und Unterstützung der Atllvisten. Man holte sie durch taufen- derlei Vergünstigungen heran, man gründete sogar vlämische Ge» nosienschaften, denen die deutsche Regierung aus belgischen Etatsmitieln Millionenbcträg« zufliehen ließ. Es wurde die vlämische Universität Gent gegründet. Da sich nicht genug Prosesioren fanden, die die deutsche Mache ernst nehmen wollten, wurden Leute ohne wisienschast- liehen Ruf, ohne besonder« Examen.einfach durch Verordnung des Seneralgouverneurs, zu Professoren ernannt. Di« Herren waren dabei nicht kleinlich. Sie ließen sich nicht nur anständige Ge» Hölter bewilligen, sie verlangten sogar die Sicherstellung«ine» so großen Kapitalbetrages auf einer neutralen Bant, daß sie daraus lebenslänglich ihr Gehalt beziehen könnten! Will die„Deutsche Zeitung" wisien, ob diesen Wünschen auch Rechnung getragen worden ist? Sie möge sich auch erkundigen, welche Roll« die damalige Re- gierung im Winter 1917/18 in der Vlamensrage spielte, obwohl vorher der Reichstag sich gerade In dieser Angelegenheit ziemlich deull'ch aus- gesprochen hatte. Sollen wir heute ausdrücklich erzählen, wie damals plötzlich der sogenannte„Rat von Flandern" sich als Mmisch« Regierung einrichtete, oder möchte die„Deutsche Zeitung" wisien, in welchem Umfang Geldmittel für die vlämische Bewegung durch die Hände des Zivilkommisiars für Löwen, der zugleich von Brüsiel aus die aktivistische Bewegung leitete, geflosien sind? Ein« der übelsten Sünden des alten Regimes Im besetzten Belgien war die mit allen Mitteln der Korruption erzeugt« sogenannte„olä- mische Bewegung". Damit wurde die deutsche Arbett für die Blamen in ihrer Gesamtheit, auch dort wo sie berechtigt war, in ein u n a n- ständige« Eroberungsmittel für die deutschen Sieges- schreler umgewandelt. Man wollte einen Keil in das Land treiben. Luden darf!, der heute behauptet, niemals auf Eroberungen ausge- gangen zu sein, spielt gerade bei der Unterstützung jener unsauberen aktivistischen Bewegung eine große Rolle, denn die kaiserliche Zivil- Verwaltung in Brüsiel handelt« gerade bei diesen Sachen stets im Ein- vernehmen mit der Obersten Heeresleitung. Wenn der ehrlichen und berechtigten vlämischsten Bewegung Sympathie entgegengebracht wird, und dah verdient sie durchaus, dann ltarf sie unter keinen Umständen mit der Bisingschen und Falkenhausen- schen Aktivistenpolittk in Zusammenhang gebracht werden, die nichts welter war als«in« Methode, nach der heut« die Franzosen im Saarreoier und am Rhein handeln. LegaNousrat Limmer abgesägt. Der deutsche Legaii onSrat Limmer, der am Grabe de« rcichSdeuischen Staatsangehörigen Heinrich Hoff, der bei den Unruhen in Anhig ums Leben gekommen war, eine Gedenkrede hielt, die in Prag stark verstimmte, hat einen Urlaub angetreten, von dem er nicht mehr auf seinen Posten zurückkehren wird. Die deiitübe Gesandtschast hat wegen deS Tode? des Reichsdeutschen Hoff an dnS Ministerium der auswärtigen Lngelegenheiten in Prag eine Verbalnote gerichtet, worauf der tschechische Außenminister sein lebhaftes Bedauern ausgesprochen und mifgeteilt hat, bah die Erledigung deS Falle» nach den Regeln de» Völkerrechte» stattfinden werde. .UnbegreiflicherWassenftillstand' Auf dem Rummelplatz der Alldeutschen, Stadion genannt, ist gestern wieder einmal Geschichtsfälschung im großen be- trieben worden. Dolchstoß-ähnliche Legenden wurden von den Rednern w Masse kolportiert. Von republikanischer Seite ist viel zu lange der Fehler begangen worden, die groben und gröbsten Gcschichtslügen der Alldeutschen mit Achselzucken durchzulassen, weil man sich auf das Gedächtnis der Bevölke- rung verließ, die doch alles selber miterlebt hatte. Es zeigt sich aber, daß nichts schneller verblaßt als die eschichtliche Erinnerung, besonders wenn eine bewußt auf älschung ausgehende Propaganda die Dinge absichtlich durch- einander wirst. Der Durchschnittsbürger verwechselt sehr bald, was früher und was später geschah. Er läßt sich heute überreden, daß die Revolution der Niederlage vorange- gangen sei, oder daß im November 1918 der„Sieg zum Greifen nahe" war, wobei es vollkommen seinem GedächteEn entschwunden ist, daß die Oberste Heeresleitung am 1. Ok« t o b e r den Krieg für endgültig verloren erklärte, die Revo- lution aber am 9. November ausbrach, oder daß Ende Oktober die„greifbare Nähe" des Sieges dadurch illustriert wurde, daß unsere sämtlichen Bundesgenossen ab- gefallen waren und kapituliert hatten, und die deutsche Westarmee in den letzten Wochen 360 009 Gefangene nebst der Hälfte ihres Artilleriematerials verloren hatte. Deshalb werden wir, wie das in letzter Zeit schon mehr- fach geschehen ist, den geflissentlich verbreiteten Geschichtslügen systematisch mit authentischem Material entgegen- treten. Aus der gestrigen Lügenflut greifen wir heraus, daß der Generalmajor a. D.vonderGoltz von einem„u n b e- greiflichen Waffenstillstand" sprach. Das war zum mindesten sehr unvorsichtig. Denn Ludendorff war bei diesen Worten anwesend, und Hindenburg prangte als Ehrenprotektor über der Veranstaltung. Beide hätten Herrn v. d. Goltz den„unbegreiflichen Waffenstillstand" durch ihre eigenen Telegr a.m me und Dokumente sehr be- g r e i f l i ch machen können. Aber Herr Ludendorff geruhte nur sich zu erinnern, daß die Oberste Heeresleitung sich am 24. Oktober in einem Armeebefehl gegen„einen faulen Frie- den" ausgesprochen hatte. Das hat feine besondere Bewandtnis. Er und Graf v. d. Goltz hätte den Waffenstillstand weniger unbegreiflich gefunden, wenn er folgendes Telegramm des alldeutschen Herrn v. Lersner vom Auswärtigen Amt an den Reichskanzler statte: Großes Hauptquartier, den 1. Oktober 1918. General Ludendorff erklärte mir, daß unser Slngebot von Bern aus sofort nach Washington weitergehen müsie. 4S Stunden könne die Armee nicht warten. Er bäte Eure Exzellenz drin- gendst, alles zu tun, damit das Angebot auf allerschnellsle Weise durchkäme. Ich wies deutlich darauf hin, daß der Feind trotz aller Be- schleunigung kaum vor Ablauf einer Woche antworten werde. Der General betonte, daß alles dm auf ankäme, daß das Angebot späte- stens Mttwoch nacht oder Donnerstag früh in den Händen der Entente sein müsie und bittet Eure Exzellenz, alle Hebel dafür in Bewegung zu setzen. Er glaube, daß zur Beschleunigung vielleicht die Rote von der schweizerischen Regierung durch Funkspruch von Nauen an den Adressaten mit Schweizer Chisfr« gegeben werden könne. gez. Lersner. Keineswegs unbegreiflich erscheint der Waffenstillstand auch demjenigen, der die Schilderung kennt, die Rittmeister Gras Hertling, der Sohn des Reichskanzlers auf Seite 183 seiner„Erinerungen" gibt: Am anderen Tage(1. Oktober) besprach mein Vater vormittags mit dem Kaiser wiederum die Frage der Nachfolgerschaft im Kanzler- amt: dieser tonnte sich nicht für den Prinzen Max von Baden ent- schließen. Während der Unterredung betrat auf einmal Ludendorsf unangemeldet das Zimmer und fragte sofort im Tone höchster Erregung:„Ist die neue Regierung noch nicht gebildet?" worauf der Kaiser ziemlich barsch erwiderte:„Ich kann doch nicht zaubern!" Daraufhin Ludendorff:„Die Regierung muß aber sofort ge- bildet werden, denn das Friedensangebot muß noch heute heraus." Der Kaiser:„Das hätten Sie mir vor vierzehn Tagen sagen sollen." Keineswegs unbegreiflich kann auch den Waffenstillstand finden, wer das folgende weitere Telegramm Hin- denburgs an den neuen Reichskanzler Max von Baden kennt. Der neue Reichskanzler hatte dringend gewarnt, in so überstürzter und eindeutiger Form zu kapitulieren. Darauf telegraphierte Hindenburg am 3. Oktober: Die Oberste Heeresleitung bleibt auf ihrer am Sonntag, den 28. September d. I, gestellten Forderung der sofortigen heraus- gäbe des Friedensangebots an unsere Feinde bestehen. Infolge des Zusammenbruchs der mazedonischen Front, der da- durch notwendig gewordenen Schwächung unserer Westreserven und infolge der Unmöglichkeit, die in den Schlachten der letzten Tage ein. getretenen sehr erheblichen Verluste zu ergänzen, besteht nach mensch. lichem Ermessen keine Aussicht mehr, dem Feinde den Frieden aufzuzwingen. Der Gegner seinerseits führt ständig neue, frische Reserve« K die Schlacht. r Noch steht das deutsche cheer festgefilgt und wehrt stegreich alle Angriffe ab. Die Lage verschärft sich aber täglich und kann die Oberste checresleitung zu schwerwiegenden Entschlüssen zwingen. Unter diesen Umständen ist es geboten, den Kampf ab z u- brechen, um dem deutschen Volke und seinen Verbündeten nutz- lose Opfer zu ersparen Jeder versäumte Tag koste! Tausenden von Soldaten das Leben. Dieses Telegramm ist übrigens auch von Interesse, weil von deutschnationaler Seite jetzt die Version verbreitet wird, Hindenburg habe' zur Kapitulation gedrängt, weil die Armee durch die Revolution(am 1. Oktober!) innerlich z e r- wühlt gewesen sei. Unter den zahlreichen Gründen, die chindenburg für die Kapitulation anführt, findet sich gerade dieser nicht. Wenn er vorhanden gewesen wäre, würde Hindcnburg doch sicherlich nicht versäumt haben, ihn geltend zu machen. Der Reichskanzler Max von Baden selber hat im Dezemberhaft der„Preußischen Jahrbücher" IS18 ganz übereinstimmend mit dem Telegramm Hindenburgs den Verlauf der DiNge folgendermaßen dargestellt: Meine Friedenspolitik wurde entscheidend g e st ö r t durch das Waffenstillstandsangebot, das mir fertig vorgelegt wurde, als ich in Berlin eintraf. Ich habe es bekämpft aus Gründen der praktischen Politik. Es schien mir ein schwerer Fehler, den ersten Friedensschritt der neuen Regierung durch ein so überraschen- des Eingeständnis deutscher Schwäche zu begleiten. Weder das eigene Volk noch das feindliche Ausland schätzte unsere militärische Lage damals so ein, daß ein derartiger Verzweiflungs- schritt notwendig wäre. Ich machte den Gegenvorschlag, die Regierung sollte als ibrc erste Handlung ein detailliertes Kriegszielpro- g r a m m aufstellen, das vor aller Welt unsere Uebereinstimmung mit den Grundsätzen des Präsidenten Wilson deutlich machte und unsere Bereitwilligkeit, diesen Grundsätzen auch schwere natio- n a l e Opfer zu bringen. Die militärischen Autoritäten erwiderten mir darauf, aus die Wirkung einer solchen Kundgebung könne nicht mehr gewartet werden; die Lage der Front erfordere binnen 24 Stunden ein Waffenstillstandsangebot. Wenn ich es nicht abgäbe, so mühte es die alte Regierung herausbringen. Darauf entschloß ich mich, die neue Regierung zu bilden und das nunmehr unvermeidlich ge- wordene Wasfenstillstandsangebot mit dem Namen der neuen, un- b e l a st e t e n Regierung zu unterstützen. Nach einer Woche er- öffneten mir die militärischen Autoritäten, dag sie sich in der Ein- schätzung der Lage an der Front am 1. Oktober getäuscht hätten. Der letzte Satz gibt die Brücke des Verständnisses für das weitere. 2tts Hindenburg und Ludendorff die katastrohalen Folgen ihrer kopflosen Kapitulation sahen, die sich zu einer moralischen Katastrophe an der Front und in der Heimat, zu einer wirklichen Fronterdolch ung aus- wuchs, da wollten sie am 24. Oktober plötzlich wieder zurück. Sie erklärten, sich„geirrt" zu haben. Angesichts des voll- kommenen moralischen Zusammenbruchs, den sie selbst herbeigeführt hotten, war es dazu natürlich zu spät. Selbst die Alldeutschen hoben— zu Ansang wenigstens — diese Roßtäuscherpolitik der Obersten Heeresleitung, die jetzt plötzlich wieder gegen den„faulen Frieden" in Heeresbcfehlen losging, nicht geilen lassen. Am 18. November 1918 schrieb die d em t s ch n a t i o n a l e„Po st": Danach hat General Ludendorff am 1. Oktober d. I. unsere militärische Lage für verzweifelt gehalten und sofortiges Daffer.still- standsangebot gefordert Acht Tage darauf gestand er ein, sich in der Bewertung der Kriegslage geirrt zu haben. Einen folgen- schwereren Irrtum hat es nie gegeben. Er hat ein ganzes Volk dem Unglück und der Schande überliefert. Schließlich noch ein letztes Dokument zum„unbegreif- liehen Waffenstillstand". Als die deutschen Unterhändler an die Oberste Heeresleitung telegraphierten, ob sie zu den schweren Bedingungen der Feinde den Waffenstillstand abschließen sollten, da telegraphierte die Oberste Heeres- l e i t u n g unter dem 19. November 1918 zurück, die deutschen Unterhändler sollten den Versuch machen, in einigen Punkten Kafimir Eösthmiös Deutsches Theater. Dumas, der außerhalb von Paris wohnte, hatte sich eines Abends verspätet. Er nahm die Gastfreundschaft des Schauspielers Mölingue in Anspruch. Alles lag im tiefen Schlafe, da hörte man plötzlich aus dem Zimmer des Dichters ein wahnsinniges Getös6. Man eilte zu ihm und fand, daß er sein Schlafzimmer von Grund ous umräumte. Er mußte den Regisseur an jedem Orte und zu jeder Zeit machen. So spielte er mit massiven Möbelstücken ebenso leicht wie mit Verwickelungen aus dem Menschenleben. Balzac, der sich schwerfälliger und gründlicher und genialer in die Menschen- schicksale vergrub, beneidete Vater und Sohn Dumas und den Diel- fchrciber Eugen Sue um diese Geschmeidigkeit und tändelnde Phan- tostik. Balzac war eifersüchtig auf das ungeheure Kolportagetalent dieser Herren. Sie schüttelten alles aus dem Aermel und durch- einander. Die Gewissensbisse blieben ihnen erspart. Die Weltgc- schichte der Großen und Kleinen haben sie durchrodet und durchein- andergewürfelt. Es war natürlich, daß die aufregenden und legendären Lebensdinge des Komödianten Ksan der Feder Dumas' nicht entgingen. Es war genug für eine Paraderolle vorhanden. Hof, Hafenschenksn, Betrüger, Schauspieler— und Akrobatenpack, dazu noch Liebschaften mit Tänzerinnen und Gräfinnen. Ein tolles, rüh- rendes Stück Theater wurde jahrzehntelang über die europäische Bühne geschleppt. Barnay besitzt eine ganze Sammlung von Pfei- fcn, die er als Keanspieler zwischen den Zähnen gehalten hat. Pro- vinznummern erwarben in der Bombenrolle den ersten Lorbeer. Daß Kasimir Edfchmid vorsuchte, einen vertieften und seelisch geheimnisvoll vernieteten Kenn nach dem alten Kolportagestück zu dichten, ist nicht verwunderlich. Da er die Menschen beim Zwielicht nehmen möchte, gerät er eben auf die Kolportage, in seinen Novellen wimmelt es eben von solchen eigentlich abgebrauchten, durch lästige Sprache nur belasteten Kolportagcunbildcn. Er springt gern mit den Ereignissen, er dekoriert gern mit Ueppigkeit, was bei näherem Zusehen kindisches Märchen ist. Seine ganze Dichtung ist ein Stück Theater, das sich bald entlädt. Er entleiht an tausend Stellen. Bei Dumas gibt es unendliche Masten der Spannung zu entleihen. Run zergrübelt er ein wenig diesen alten, allzu abgeschabten Komödian- tenhalbgott Kean. Er macht aus ihm den genialen Bajazzo, dessen Liebschaften stets ein moralisches Exempel erscheinen. Er läßt Clowns, Konstablcr, Boxer, Prinzen und Souffleure in einem philo- sophischen Expreßstil reden. Er plustert auf, was Gedanke scheint, ohne daß eine Dämpfung der Intrigen versucht wird. Dumas will nur Theater. Cdschmid sucht noch den Sinn, der hinter der Thea- terei steckt. Dos alte Tbeater ist gewiß hohl. Das hastig zu uns herangezerrte Theater mit dem Unter- und Uebersinn stopft nicht viel echten Ballast in die leeren Räume. Milderungen herbeizuführen. Das Telegramm schließt aber mit dem Satz: Gelingt die Durchführung dieser Punkte nicht, so wäre trotzdem abzuschließen. Unterzeichnet ist das Telegramm von Htndenburg. Nach diesen S-christstückcn dürste der„unbegreifliche Waffen- stillstand" nur allzu begreiflich sein. Der Kuriosität halber wollen wir erwähnen, daß angesichts unserer fortge- setzten Veröffentlichungen der alldeutsche Hinterfrontbarde MaxBewer Hindenburg anfleht, er möchte der„Legende", daß er und Ludendorff stürmisch den Waffenstillstand gefordert hätten„mit einem scharfen Wort ein Ende mache n". Htindenburg wird Herrn Max Bewer diesen Gefallen nicht tun können, wenn er sich nicht gleich Ludendorff auf das Ge- biet der unverfrorenen G e s ch i ch ts f ä l s ch u n g begeben will. "• , Fortgesetzt gehen uns Berichte über die Anstuireitungen ratio- nalistischer Rowdys bei dem sogenannten Frontkämpfertag zu. So hat im Stadion ein Rüpel, der von der Polizei als ein Ober- landmesser festgestellt wurde, seinem Nachbar ins Gesicht geschlagen und zu Dodau geworfen, weil er beim Gesang monarchi- stischer Lieder den Kopf nicht entblößt hatte. Der am"Boden Li?- gende wurde dann von einer Schar Heldenjünglinae umringt, die mit„Tctlrawpcln" und ähnlichem drohte. Rur durch das Ein- schreiten der Polizei konnte er befreit werden. Auch am Zoologischen Garten kam es zu Exzessen, an denen die Polizei nicht unschuldig ist. Eine Gruppe wild gewor- dencr Frontkämpfer sang in provoziercndster Weis? natio.miiststche Lieder,„Heil dir im Siegerkranz" usw. Hierauf stimmte eine An- zahl von Arbeitern die Arbeitermarseillaise an. Die Polizei hatte nichts eiligeres zu tun, als in die Arbeiter hineinzureiten, während die nationalen Rowdys unbehelligt gelösten wurden. Zu unierem gestrigen Bericht ist übrigens nachzutragen, daß auch Wilhelm aus Doorn telegraphiert hatte. Die„Front- kämpfer" fühtten sich durch die Sympathiekundgebung des köntg- uchen Deserteurs lehr geehrt. Das Volk gegen öen Kapp-Nebellen. Zeitz, 25. August.(WTD.) General v. Lektow-Dorbeck, der zu einem Vortrag über die kämpfe in Afrika hierher ge- kommen war, wurde beim Erschciuen kn der Stadt von einer mehrere hundert Personen zählenden Volksmenge unter den Rufen: „hinaus aus Zeitzt Massenmörder!" und ähnlichen Rufen gezwun- gen, die Stadt mit dem Abendznge wieder zu verlassen. Lettow-Borbeck war bekanntlich der Leiter des Kapp-Puffches in Mecklenburg. Wenn die Art von Krieqshelden ein wenig Takt besäßen, würden sie sich von selbst zurückhalten und nicht erst warten, bis das Volk ihnen spontan seine ganze— Achtung ins Gesicht schreit! Der Examenszopf. Demokratische Zlbgeordneke Sachsens haben wegen der Ernennung des Eenoffens Lotze zum Iustizcrmtmann durch den sächsischen Justizminister folgende Anfrage an die Reichs- regierung eingebracht: Roch besteht im Beamtentum die Erregung über die Ernennung des Reichstagsabgeordneten R y s f e l zum Amtshauptmann von Leipzig, und schon wird ein weiterer Fall besprochen, der ebenso wie jener die Beamten beunruhigt. Dem Vernehmen nach ist ein Kanzlist einer Leipziger Justizbehörde zum Iustizamtmann er- nannt und ins Justizministerium versetzt worden, der die für dieses Amt erforderlichen Prüfungen nicht abgelegt hat. Durch diese Berufung werden viele Beamte, die allen Anforderungen dieses Amtes entsprechen, zurückgesetzt und in ihrer Berufsehre schwer gekränkt. Ist der R e i ch s r e g i e r u n g dieser Vorgang bekannt und ist sie gewillt, ihn gutzuheißen? Die sächsischen Demokraten lasten durch die Formulierung ihrer„Anklage" nur zu deutlich die Verlegenheit erkennen, ihrem Vorstoß gegen die sozialistische Regierung Sachsens ein einigermaßen stichhaltiges Fundament zu geben. Die Bs- haupwng, im Beamtentum bestehe über die Ernennung Rystels Albert Bassermann springt mächtig glitzernd mit seiner Rolle um. Der Kean, den er uns ausheckt, übertüncht Edschmids geistreiche Maskierung mit wirklichem Geist. Bastermann schilleri als Liebcsgenie, Revolutionär, Adclshasser, siegender Prolet und Sittenrichter. Er zeigt Akrobatenkunststücke. Er adelt, wo der kalte Literat, der ihm die Worte zuwirft, zwischen den Stilen der Kol- portage und höheren Dichtung herumtorkelt. Wcls diesen Schauspieler so modern macht, ist das beinah Mikroskopische seiner Mittel. Bassermann und Paul Graes entgehen dem Regisseur Gustav Härtung, der seine Darmstädtcr Keankünste nach Berlin gebracht hatte. Härtung fühlte sich mit Eifer im Rechte, als er dieses Ku- lisscnstück, das Edschmids Sprache absichtlich verstcinte, in eine bunte Farbenwelt, aber in eine steife Gestaltenwelt hineinzwang. Und trotzdem irrte er. Dem Registeur wurde vielfach zum Verhängnis, daß er an eine ungewöhnliche Dichtung glaubte, während er die Buntheit der Kulissen nur aufzustellen hatte. Dabei versteht sich der Darmstädter Intendant, der als Gast Regie führte, viel bester auf die knallige Derbheit als auf die expressionistischen Regeln, zu deren Erfüllung er den Theatermaler und seine Schauspieler zwang. Max H o ch d o r f. „Es rauscht in den Schachtelhalmen.. Diese berühmte Ballade Scheffels vom I ch t h n o s a u r u s hat diesem Tier der Vorzeit eine Popularität verschafft, wie keinem anderen vorsintflut- lichen Wesen. Dazu kommt noch, daß diese Meeresreptilien sich wohlcrhalten in fast allen geologischen Sammlungen finden. Auf Grund dieses reichen Materials war es auch möglich, die Körper- form des Ungeheuers bis in alle Einzelheitenm Jagen 304, nahe der R a v e n st e i n n, ü h l e. aus. Nachdem er eiwa 600 Ouadiaimeler Wald ergrffcn halte, lö'chle ihn die Friodnchsbageiier Feuerwehr. Scheunenbrände werden aus Wartenberg und vom Gnl Teltow gemeldet. An beiden Stellen wurden reiche Ge- ireidevorläte vernichtet, so daß bedeuiender Schaden entstand. Tie Brände sollen in Wartenberg durch Brandstiftung, aus Gut Teltow durch Spiel der Kinder entstanden.sein. Eine Art Arbellsloseudemonstralion gab es heute vormittag vor dem Berliner Rathaus. Auf dem Bülowplatz sammelten sich einige hundert Arbeitslose, die dann nach dem Rathaus zogen. Eine Abteilung Schutzpolizei, die herbeieilte, zerstreute die Demon- stranten. Auch in Lichtenberg wurde gestern abend von Arbeits- losen demonstriert. Sie drangen während der Bezirksver- ordnetensitzung in den Sitzungssaal ein und erreichten, daß eine Deputation ihrer Vertreter das Wort erhielt. Die Sprecher der Arbeitslosen richteten heftigste Angriffe gegen. den Dezernen- ten der Lichtenberger Erwerbslosenfürsorge, den unabhängigen Stadtrat K l ü w e n e r. Man ivcldet, daß beschlossen wurde, die Forderung der Anerkennung der Erwcrbslosenräte an eine Kommission zur Prüfung zu überweisen und die Forderung der Entfernung der Polizei aus der Erwerbslosenfürsorge zu unter- stützen.— Heute vormittag soll es auch vor dem Bureau der Lich- tenberger Erwerbslosensürsorge zu erregten Auftritten gekommen sein. «Gott mit der Schupo." Zu unserer Notiz in Nr. 398 teilt ein Schutzpolizeiunterwachtmcister uns mit, daß bei den Schutzpolizisten nicht nur das alte Koppelschloß mit der Königskrone und der Inschrift„Gott mit uns", sondern auch schon ein neues Koppelschloß mit dem ungekrönten Reichsadler und keiner Inichrift im Gebrauch ist. Ja, das stimmt, aber dadurch wird an der von uns gemeldeten Tatsache, daß Berliner Schutzpolizisten am Koppel noch jenes alte Abzeichen aus monarchischer Zeit tragen, nicht das Ge- ringste geändert. Der Einsender sagt, weil die Haltbarkeit der neuen Schlösser zu wünschen übrig läßt, komme es vor, daß die alten als„vorübergehende Aushilfe" getragen werden. Wir fin- den, daß das ein bißchen oft„vorkommt", wahrichemlick öfter, als die Reparaturbcdürftigkeit der neuen Schlösser es nötig macht. Tiergarkenränber treiben wieder ihr Unwesen. In der ver- gangenen Nacht sind kurz hintereinander zwei Personen von einem Räuber üb er sollen und ausgeplündert worden. Am Großen Weg wurde zuerst einer Dame aus der Lutherstraße die lgand» t a s ch e entrissen, die einen Scheck über 1500 M., 50 M. bares Geld und Papiere enthielt. Derselbe Räuber überfiel kurz darauf an der gleichen Stelle einen Kaufmann aus der Klosterstraße und raubte ihm die Brieftasche mit 200 M.— In der Nacht vorher ist ein Arbeiter aus der Kesselstraße, als er sich um 12 Uhr auf dem Heimwege befand, kurz vor seiner Wohnung von einer dreiköpfigen Räubcrgescllschaft, die aus zwei Männern und einer Frauensperson bestand, niedergeschlagen, seiner Brieftasche und seiner Uhr und Kette beraubt worden. Das Kohlencmt Berlin teilt mit: Vom 25. August 1921 ab werden zur Entnahme und Abgabe von Kohle» die Abicbnttle 6 und? der 10- bis 70- Zeuiner- Kohlenkarten srei- gegeben. Bevorzugt zn belieiern sind die bereits früher frei- gegebenen Abjckmiite der Kohlen«, Koks- und Sonderkarte. A b 1. Oktober d. I. verfallen die Abschnittel und 3 der ö-Zentner-KohIe ii karte und die Abschnitte 1 und 2 der 10« b> s 70- Zentner-Kohlen karten. Gleich- zeitig werden vom 25. Anoust d. Js. ab zur Belieferung„Aus Koblenbezugsschcine für Oieubraud" 1. für die im ß 58 der Ver« ordnung des Magistra'S Berlin vom 30. März 1921 genannten Verbraucher weitere 10 Proz., 2. iiie Kirchen, Kapellen und Synagogen weitere 10 Proz. der im Bezugsschein festgesetzten Kohlenmcnge sreigegeLen. Sein Brot zu S.SS Mark? Aber zu 9 Markt A»S Rudow komnit der Notschrei eines Famitirnvalers, eines Aibcitcis, der mit seinem Lohn eine iechslöpfige Famttie ernäbren muß. Er schreibt uns, daß dort Aniang dieser Woche bei mcbreren Bäckern o»t die geltende Karle kein Brot zu habe» gewesen sei. Tic Bäcker hätten erllärt, daß der Magistrat rbnen das erforderliche Mebl nicht ge- liefert habe.(?) Brot für 9 M. habe man aber erhalten können. Wie soll ich ha, fragt der Arbetter, mit meinem Loh» auskommen? sthm lind allen, denen es ebenso ergangen ist, empfehlen wir schleunigste An-eige beim Magistrat. Gegen etwaige Schiebungen w'rd der Magisiral, wenn ibm durch Nennung der Adresse des Bäckers und des Beichwerdesübrers die Möglichkeit von Feststellungen gegeben wird, rücksichtslos einschreiten. Der diesjährige MInkersahrplan wird auf den deutschen Eisen» bahnen nicht, wie sonst üblich, am 1. Oktober, sondern erst am Montag, den 24. Oktober, eingeführt werden. Die Gründe für die spätere Einführung des Winterfahrplans sind darin zu 'uchen, daß der Fahrplanwcchfcl auf den französischen Eisenbahnen auch erst an diesem Tage einttitt und die Fahrplanändcrungcn auf den beide" Bahnen gleichzeitig eingeführt werden müssen. Eine Einführung zum 1. Oktober kann nicht stattfinden, weil Franbreich zum 1. Okttber den Ueberqang aus der Sommer- in die Winterzeit durchsübrt: das Zusammenfallen beider Termine auf den 1. Ok- tcber würde zu Irrtümern führen können, die gerade im Eisenbahn- verkehr d'e belenklichsten Folgen haben könnten. Ter oborschlcsische Film„Der Kampf um die Heimai', ber gestellt von der Luclscr-Filnigelcllschast unter Mitwirkuna»nmhasterKünstler, unter Beteiligung von mebr als 9009 oberschlesifchen Flüchtlingen, wird am Sonn- abend, den 27. d. MIs., abends'/z8 Übe in der Pbllbarmonie zum ersten Male der Oeffentlichkeit vorgesübrt werden, unmittelbar nach dem Konzert tchwediscker Künstler zum Besten deS Oberschlesier.HilsSwerks Eintritts- karten(5 und tkl Mk.) zu dem Konzert bei Wertheim, in der Philbannonie und in der Geschäftsstelle des Oberschlesier-HilsswerlS, Unter den Linden 78, Gartenhaus. Zeugeiigesuch. Zeugen, die den Zusammenstoß zwischen L a st. und P e r j o n e n w a a e n in der Bcriiaucr Straße am tö d. M. abends ge- tchcn haben, möchten sich melden, speziell die beiden Frauen, von denen die eine sagte:.der Ebauffenr blutet ja so' und daraus sortgingen. Adressen bitte an Z. Z., Wartenbcrgstraße, Lichtenberg. \ Iilngsozialistcn. Die für Montag, den 29. August, anberaumte ll�ippeiikonierenz wiid aus Montag, den 5. September, abends 7 Uhr, in die�Lnristische Sprechstunde, Lindcnilraße 3, verlegt. Die Abrechnung der Bielefelder FB'schnsl ist bis spätestens zu diesem Tage in unserer Geschäfts- stelle vi�junehmen._ TnS Wetter für morgen. Berlin und Ningegend. Heiler, trocken und warm bei meist schwachen, östlichen Winden; zuncbmende Bewölkung und Abkühlung, aber noch leine wesentlichen Niederschläge. Grofl-Serliner Parteinachrichten. l». jlrei». Kre edelegterienveciairmlung heute abend pünUlich 7 Uhr UN Restaurant „Sttrltsches Zelt", Breite Straße 14. GewarEhostsbowegung f lionenrmib auf dem Postamt 54, Scheckfchwlndet des Postbeamten I Ulm und Postbeamten Ulbrecht, Bahnpostamt 3, C. 2, W. 35, Raub- [ Überfall auf den Postwagen Karlshorst usw. Wir weisen es weit von uns, daß wir für diese von Postbeamten mugen Oes popatOeltSC.! begangenen Verfehlungen oder für die enormen Defizite der Lebens- Die in die Tagespresse gebrachten Mitteilungen über die Ab- j Mittclausschüsse— die von Beamten geleitet wurden— die gesamte nahm» der dienstliche» Veruntreuungen bei der Äeichspostoerwaltung! Beamtenschaft verantwortlich machen, aber ebensowenig kann die haben unter den Postarbeitern große Erregung hervorgerufen. Sie Postverwaltung dies gegenüber ihren sämtlichen Arbeitern tun. haben die Auffassung bewirkt, daß die aus der Rcichspostverwal- � Auch für Verfehlungen der Arbeiter und Beamten der nie- tung herrührenden Artikel geeignet und, Stimmung gegen die!drigsten Besoldungsklassen gibt es keine Entschuldigung. Es muß P o st a r b e i t e r zu machen, die Arbeiterschaft gegen die Beaniten-! aber gesagt werden, daß, wenn die Entlohnung besser schast auszuspielen und der Verwaltung die öfscntliche Meinung für wäre(erhalten doch zurzeit verheiratete Postboten mit ihre Maßnahme gegen die Pastarbeiter günstig zu stimmen. Es K i n d e r n monatlich 600 M. bis 700 M.), so wäre manches müsse diesen daher gestattet sein, einige Richtigstellungen zu den Aus- Motiv, das zu diesen Verfehlungen führt, nicht gegeben. Diese un- lassungen der Rcichspostocrwaltung zu machen. j liebsamen Erscheinungen sind zum größten Teil aus der Wirtschaft- „Wenn die Reichspostoerwaltung die?ahrcssumme, mit der sie � liehen und sozialen Not heraus geboren, und es steht fest, daß es nicht vor dem Kriege sämtliche Entschädigungen für Ersatz.� nur unter den Arbeitern räudige Schafe gibt, sondern auch unter l e i st u n g e n bestritt, denen der letzten Jahre rein zahlenmäßig � den Poslfachbeamten gegenüberstellt, muß ein vollständig schiefes Bild entstehen. Denn' Die Zeiten, wo zweierlei Maß und Recht bestand, sollten vorbei durch die Kriegsverhältnisse, durch Mangel an Verpackunasstosf, � sein. Bei der Reichsposwerwaltung ist es noch nicht so weit. Die Klebstoff und Bindfaden usw. entstand natürlich eine große Anzahl> geringfügigsten Vergehen der Arbeiter werden mit sofortiger adressenloscr, unanbringlicher Sendungen. Diese sind aber doch � f r i st l o s e r Entlassung, gegebenenfalls Uebergabe an den nicht ohne weiteres als veruntreut zu betrachten, sondern es wird. Staatsanwalt bestraft. Die Postfachbeamten �werden jedoch bis zur versucht, sie soweit als möglich den Empfängern bzw. Absendern zuzustellen. Dies war auf Grund der Verhältnisse vielfach nicht möglich, wenn man bedenkt, daß in einem Oberpostdircktionsbezirk die Zahl der adrefsenlosen, unanbringlichen, irregeleiteten Sendun- gen in einem Jahre annähernd zirka 1 Million erreichte. Solche Sendungen werden, soweit sie verdorben sind, verbrannt: verdero- licher Inhalt wird sofort, unverderblicher nach mehreren Monaten verkauft. Alle diese Sendungen muß die Postvcrwaltung ersetzen, soweit Ersatzansprüche gestellt werden. Deshalb werden auch diese Art„veruntreute Sendungen" mit unter die Ersatzansprüche ein- gestellt, obgleich die Pcstocrwaltung für den Inhalt dieser„ver- untreutcn" Sendungen einen Versteigerungserlös erzielt hat. Die Versteigcrungserlöse werden aber nicht mit in den /z aus halt eingestellt, vielmehr einem besonderen Unter- stützungsfonds für Beamte überwiesen. Womit nun nichr gesagt sein soll, daß wir den Beamtentöchtern diese Unter- stützung nicht gönnen. Dabei sei immerhin bemerkt: Wenn erfahrene Kaufleute mit Sach- und Warenkenntnissen diese Postabterlungen und Versteigerungen führen würden, müßte sich hier noch eine gute Einnahmequelle für das Reich ergeben, wenn der„Verkauf" richtig organisiert wird. Wir erinnern bei dieser Gelegenheit die Oberpostdirektion Berlin an den„Verkauf" der unan- bringlichcn Sendungen aus Postamt 0. 17 im Jahre 1910; wo wir heute noch auf Antwort warten was mit den„Verkäufern", die, nebenbei bemerkt, aus Beamten bestanden, geworden ist! Um ein klares Lild zu bieten, mußte die Reichsvostverwaltung angeben, wieviel Schadenersatz in Mark in wieviel Fällen und wie hoch die Zahl der unanbringlichen Sendungen war und auf wieviel Mark sich die Versteige- rungserlöse pro Jahr belaufen. Dann müßten noch di« Cum- men ausgenommen werden, wo die Verwaltung Schadenersatz leisten muß infolge von Beschädigung usw. Diese Summen sind gleichfalls in den von der Reichspcstverwaltung genannten Zahlen enthalten und betreffen keine Veruntreuungen. Die- Reichspostverwaltung muß sich schon den Vorwurf gefallen lassen, � daß sie wenig objektiv ist, denn man nennt bei einem Kasscnabschluß- (Haushalt) nicht nur die Ausgabe» � sondern muß auch die Einnahmr» in Rechnung stellen! Ein kaum alaublichcs Kesseltreiben hat mit dieser Art Bericht- erstattung der Reichspostverwaltung»egen die Gruppe Postarbeiter in einer Anzahl rechts gerichteter Tageszeitungen ingcfctzt, mit �0r dem auszech/ochenen Zweck, diese brotlos zu machen. Mit � der Motivierung, das Defizit der Reichspostverwaltung würde mit itl.' l™.',. der Entlassung der Hilfskräfte herabgemindert. Eine kaum glaubliche Roheit liegt in dieser systemaiischen Hetze gegen Arbeiter, die in den mngen Kriegs- und Nachkriegsjahren treu ihre Pflicht der Allgemeinheit und dem Staate gegenüber getan haben: was auch stets von den Amtsoertrctcrn im Schlich- tungsausschuß und bei sonstigen Verhandlungen bestätigt wird. Allem setzt aber die Krone auf, wenn in der Berichterstattung der Postoerwaltung folgender Satz enthalten ist:„Es i st zu erwarten, daß die Sicherheit im Po st betrieb« fortgesetzt weiter zunimmt, zumal die unzu- verlässigen Aüshelfer immer mehr ausgemerzt und durch Postfochbeamte ersetzt werden." Weshalb dieses Manöver inszeniert wird, das wird erst klar, wenn wir mitteilen, daß in letzter Zeit Verfügungen ergangen sind, wonach umfangreiche Entlassungen geplant sind. Die Hilfskräfte wissen nun wenigstens, warum sie eigentlich entlassen werden: weil sie allesamt„unzuverlässig" sind. Die Ursache dieses Vorgehens liegt darin, daß der Reichspostverwaltung die Arbeiter un. bequem geworden sind, weil sie nicht so gefügig sind, einen Anspruch auf eine menschliche Behandlung und Entlohnung erheben und auch schon in manchen Augiasstall hineingeleuchtet haben. Es wäre uns interessant zu erfahren, in welchem Prozcntver- hältnis zu den Beamten Arbeiter beschäftigt werden und in welchem Prozentverhältnis die Verfehlungen der Arbeiter zu denen der Be- amten stehen. Doch müssen wir bitten, recht genau und alle Fülle anzugeben: nicht nur solche, die rein zufällig ans Tageslicht kommen, wie Z. B. P. I. Gräber, Ffo., der 45 000 M. unterschlug, der Mil-" Durchführung eines Verfahrens auf mehrere Monate gegen Zahlung des Gehalts beurlaubt und dann nach Abschluß des sogenannten Verfahrens gegebenenfalls mit einer geringfügigen Geldstrafe be- dacht, um dann den Dienst wieder anzutreten. Die Herren Geheimräte haben bei gutem Einkommen ein warmes, molliges Nest und können sich in die Lage eines Arbeiters, der seit Jahren auf dem Vesuv der Entlastung sitzt, nicht hinein- versetzen. Nur einem altüberlieferten System zuliebe, weil angeb- lich„junges Blut" in den Organismus gehört, werden entgegen jeder gerechten Austastung blutjunge Menschen in ein festes JBeomtenver- hältnis übernommen während Kriegsteilnehmer und Familienväter auf die Straße fliegen. Und das zu einer Zeit, wo ein« nicht abseh- bare Teuerung einsetzt, der Winter bald wieder naht und die Ar- beitslosigkeit in höchster Blüte steht. Der Geheimratsclique wäre zu wünschen, daß auch sie einmal das Schicksal der Arbeiter am eigenen Leibe verspüren möge, damit sie sich«in gerechteres Urteil zu bilden vermag. Den der freigewerkschaftlichen Organisation noch fernstehenden Arbeitern und Beamten sollten diese Machinationen als ernste Mah- nunq dienen, sich zusammenzuschließen zu einem festen Damm gegen alle regktionären Gelüste der Reichspostverwaltung." Tagung deS Vereins Deutscher Getvcrbcauffichtsbeamten. In den Tagen vom 25 bis 27. August findet in Dresden die Hauptversammlung des Vereins Deutscher Gewerbeaufsichts- beamten statt. Die Tagung lxanchrucht weit über die näher b«- teiligten Kreise hinaus insofern ein großes ollgemeines Interesse, als auf dieser Tagung neben besonderen Fragen der Standes- und Berufsinteressen vor allem wichtige Zeitfragen sozial» politischer und sozialhygienischer Art behandelt werden, die für die Industrie wie für den Schutz und die Gesund- heitspfleze der Arbeiter und Angestellten in Handel und Industrie von Bedeutung sind."_ Lolsuzulagen der Tapezierer. Eine gut besuchte Ver'ammlung der im Tapezierergewerbe Be- schäftigten und im Verband' der Sattler, Tapezierer und Porte- feuiller Organisierten tagt« am Montag in den Arminsälen. Ger- vom Verband berichtete über die neuen Lohnzulagen. Die ?öhne erfahren ab. 15. August für alle Gehilfen einen von 70 Pf., für Näherinnen 50 Pf. Der Mindestlahn erhöht sich um die genannten Zulagen. A b 1. Oktober werden weiter- 20 Pf. für Näherinnen gezahlt. Der Mindestlohn beträgt sodann für Gehilfen bis zwei Jahre nach beendeter Lehrzeit 5,80 M., für weitere Gehilfen 7 M., für Tapeziercrnäherinnen 5 M., für ungeübte Näherinnen 4,25 M. Die Zuschläge erfolgen auf alle bestehenden Löhne, auch für Akkord- arbeitcr. Diese Lohne gelten bis zum 31. Ottober d. I. Eine Resolution, die sich energisch g-gen die allgemeine Teueruno und besonders gegen die Ausbeuter richtet und zum gemeinsamen Kamps aller Arbeiter auffordert, fand Annahme. Unter anderem wurde auf die Sammellisten für die notleidenden Rüsten und Georgier hingewiesen und zur Zeichnung aufgefordert. Lohnbewegung der Elektro-Troschkenführer. In zwei Versammlungen der Elektrodroschkenführer referierte Branchenleiter L a ch m u n d über die neuen Lohnforderungen. Nach dem am 1. Juli abgelaufenen Tarif wurden den Chauffeuren als Lohn 20 Proz. von der Aesamteinnahme gewährt. Für das Wagenwaschen hatten die Unternehmer auf ihre Kosten zu sorgen. Bisher bestand eine Sl4fache Taxe. Inzwischen hat der Magistrat eine achtfache Taxe genehmigt, die— wie Redner ausführte— eine erhebliche Kürzung des Einkommens der Fahrer zur Folge haben werde. Mit Rücksicht hierauf und auf die große Teue- rüng müsse eine Erhöhung des Lohnes gefordert werden. Redner hob ferner hervor, daß sie viel weniger verdienten, als vielfach an- genommen werde, und daß sie nicht auch noch auf Trinkgelder der Fahrgäste als Nebeneinnahmen angewiesen sein möchten. In der sich anschließenden regen Aussprach« wurde man sich das hin einig, 30 Proz. von der Gesamtetnnahme und 10 M. L o h n für die einfache Schicht zu fordern: für die doppelte Schicht sollen 20 M. gefordert werden. Für die Wagenwaschung sollen die Unternehmer auch fernerhin aufkommen. Andere von den Chauffeuren zu leistende Arbeiten sollen mit einem Stundenlohn von 6,50 M. bezahlt werden. Auch bei Wagendefekten, di« über zwei Stunden dauern, soll für die weitere Zeit dieser Stundenlohn in Berechnung kommen. Branchenlcitung und Verhandlungskom- Mission wurden beauftragt, den Unternehmern diese Forderungen unverzüglich zu unterbreiten. Hieraus folgte die Erledigung anderer beruflicher Angelegen- heilen. Zentrawcrband der Glaser. Zahlstelle Berlin. Vom 15. August ab wird auf die bestehenden Löhne ein Zuschlag von 1 M. pro Stunde gezahlt. Der Lohn beträgt demnach winde st ens 8 M. pro Stunde Montazegelder ünd von 25 auf 35 M. pro Tag erhöht. Montagabend 7 Uhr Versammlung im Gewerkschafts- haus. Die Ort-verwaltung. LOvo Ausgesperrte in Breslau. Der Transportarbeiterstreik bei der Linke-Hoffmannwerke A-G. hatte die Aussperrung der gesamten Arbeiterschaft zur Folge. Ohne die Transportarbeiter konnte der Betrieb nicht weitergeführt werden. Der Schlichtungsausschuß wird sich heute mit der Sache beschäftigen. Afa-Bund. Angestellle der Nun ct. und vauschlofferete«: Freitag 7 tli>r in den Sov!)icn»Sü!«n, Eorhienstr. 17/18 tHochzeiielaal), Berfanmuiing sämtlicher Angestellten der odigen Branche, die in A'a-VerdLnden organtstert find. Die Kündigung de» Tarifvertrage»._ fius der Hetriebsräte-praxis. § 12 der Verordnung vom 12. Febrnar 1920. Bei Wieder- einstellung beginnt die EntschädigungSpslicht mit Erlaß deS Schiedsspruches. Das Gewerbegericht Stuitgart bat am 2. März 1921 ein Urteil gefällt, daß, im Fall« es sich um Wiedereinstellungen ans Grund des§ 87 BRG. handele, der Lohn vom Tage der Entlastung bis zum Tage der Wieder- einstellung nach A 88 BRG. nachbezahlt werden müsse. Wenn jedoch die Wiedereinstellung auf Grund deS§ IL der Verordnung vom 12. 2. 20 zu erfolgen habe, dann besteh« die Ver« pflichlung zur Lohnzahlung, falls nicht im Schiedsspruch erwas andere« bestimmt ist, erst vom Erlaß deS SchiedS- iprucheö ab, und zwar auch wenn die betreffenden Arbeiinehmer sich nicht zur ArbeilSaufnahme stellen, da die beklagte Firma die Annahme deS Schiedsspruches nach Z 28 Abs. 1 der Verordnung vom 23. 12. 1918 zu erktären habe. bzw. wenn sie dies nicht tue, die Unter- lastung der Abgabe �etner Erklärung Ablehnung des ScbiedS- l'prucheS bedeute. ES ist nach dieser Sachlage nach Möglichkeit dahinzusirebcn, überall, wo BetriebSrätegesetz und Verordnung vom 12. 2. 20 gemeinsam herangezogen werden können, sich aui beide bei Erhebung der Klage zu stützen, bzw wo nur die Verordnung vom 12. 2. 20 in Frage kommt, ausdrücklich den Antrag zu stellen, den Unternehmer auw zur Zahlung des Lohnes für die Zeit vom Tage der Entlastung bis zur Wiedereinstellung zu verurteilen. Mus aller Welt. Die Luftschiffkatastrophe von Hull. Paris, 25. August.(WTB.) Wie„Matin" zu dem Luftschiff- Unglück in Hull mitteilt, befanden sich unter der Besatzung 18 Der- ! trcter der amerikanischen Marine. Unter den Toten be- ! findet sich der englische General Maitland. Man hörte ■ zuerst eine starke Explosion, vorauf das Luftschiff langsam her- unterzukommen begann. Bald daraus hörte man«in« zweite schwächere Explosion, und in Flammen gehüllt stürzte „Z. R. 2" In zwei Teilen in den Humber. Di« Rettungs- arbeit der sofort herbeieilenden kleinen Schiffe wurde dadurch un» möglich gemacht, daß dl« Trümmer ein« ungeheure Hitze ausströmten, die jede Annäherung oerbot. Dondon, 24. August.(WTB.) Zu dem Luftschiffunglück bei Hull meldet Reuter ergänzend: Der Führer des Lustschissc», der schwerverletzt ist, bewies Wunder von Geiftesgegen- wart, indem er das Niedergehen des Luftschiffes auf den Fluß lenkte und nicht in die Stadt, wo«s schrecklichen Schaden verursacht hätte. Da? Luftschiff war aus einer Probefahrt für den Flug nach Amerika begriffen. Das Luftschiff war das größte der Welt; es war 695 Fuß lang, und faßte 300 000 Kubikfuß Gas. Es führt« genügend Brennstoff für ein« Reise o«> 10 000 Kilometern mit sich. Großer Mühlenbrand bei Stendal. Di«„Magdeburger Volks- stimme" berichtet aus Stendal:„Ein Riesenbrand entstand Diens- tag fiüh in der Wnlzmühl« von Weidling. Der Brand vernichtete den großen, vollgefüllten Kornspeicher, ungeheure Mengen Getreide wurden vernichtet, vor allem amerikanischer Weizen. Auch der G e- bäudeschaden beträgt mehr als eine Million Mark. Die Feuer- wehr mußte sich auf den Schutz der anderen Gebäudeteile vor dem rasenden Clement beschränken. Verantwortlich für den redakt. Teil: Vitt», Schiff, Berlin; für Anzeigen: Tl. Glocke. Berlin. B erlag: BortoärtS-Berlaa®. m. b. H., Berlin. Druck: Bor- wärtS-Buchdruckerel u. BerlaaSanttalt Daul Singer u To.. Berlin itindrMr. S. ßardltiett Spezial- Verkauf in Stores, Künstler-, Madras- u. 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Eröffnet von 9—5 Uhr.— Petersburger Platz 4. Geöffnet von 9—5 Uhr. Südosten: Louiitzer Plag 14/15. Geöffnet von 9—5 Uhr. Rorbosten: Imnianuelklrchstr. 24. Geöffnet von 9—5 Uhr. Sloablt: Wilhelmshavener Str. 45. Lübecker Str. 11. Ge» öffttel vo.i 9—6 Uhr. Bebbitig: Müüerstr. S4a, Gcke Utrechter Strafte. tzrau S ch n e t b e r Reinickendorfer Str. 11, Pap:erg«fckiiti. Eingang Schönwalbcr Straße. Geöffnet von 9—5 Uhr. Rofenthater UNO Oranienburger«orftadt: Wattstr. 9. Geöffnet von 9—5 Uhr. Sefundbrunuen: Bastianstr. 7. Geöffnet von 9—5 Uhr. Schönhanfcr Vorstadt: Greisenhagener Str. 22. Geöffnet von 9—5 Uhr. Sblnshof,«lt-Gllenlcke: grl. Walter. Ablershof. Gr» nosienschafisftr. 5, parterre. Baumfchnlenweg: grau Röpke. Ricfholzstr. 150. Laben. Bernau, Röntaenial. ifepernick. Schonöriick. Ratow und Buch: Seivrfch Beate Bernau Milblenstr. 8. Viesdori: W. Dannebrra. Bikioriastr. 11. Sohnsborf: Harlemann. Genostenschaflsbau«.Paradies". Bnchholz, Btanlenbnrg: H a i N k e, Buchholz, Pahnhofstr. 24. Shariottcnbarg I: Eefenheimer Str. 1. Geöffnet von 9 bis 5 Uhr. Eharlottenburg II: Tauroggener Str. II. öharlottrnbnrg III: Raiferdamm 161. Gröffnet von 9— 5 Uhr. Eharlottenbnrg IV: Nürnberger Str. 23. Eaaeravorl' Söiönberr Lanbsberaer Str. 13. Sichwalde. Schmöckwitz! R s t h n e r. Bahnhofstr. 59. Ertneri Aiöer' st-rnicke itzriedrichstr. 21. Sichtcnan. R r e ft k e. Waibstr. 25. aNenöerg: S n i z m a n n, Dattenberg, Garienstabtstr. 13. ffeiebeaan: Rheinfir. 27. Ecke Rönnebergstrahe. nreber»d»rf-Peter»kaqen: Uttenwaiier. Peiershagen. ?elebrich,hagen: Koffmann, griebrlchshagen, Rurze Siratze 1. s Grünau! St an« Rlein gricbrichstr 10. Halrnfe«. Grnneirald: Halenfer. Deorg-Wilhelm-Str. 2. S«, leibe: Ä.attin Smolibowskt. Senniasösee: E m m u l a,. Rathenaustr. 7. Hohennenenboef: S t e g r r t s. Bismarckstratze. Aobanniatöal. Alwin Sammttdl Bismarckür 5. Rarlshorft: Frau Stanke. Hentigstr. 32. vorn parterre. Raulsbarl: L t e d l g, ffinsterberger Str. 4. Raitias.Wnsterhausen. Aieoerlebme: triebe. Banmann. Rönigs-Wnsierhanfen, Berliner Sir. 5. Röpenick, Kirfchgarten: Schlag. Rietzer Str. t(Laben). Geöffnet von 9—6 Uhr. Llchtenbera i; Lichtenberg. Wartenberg ftr. l. Geöffnet von S— 6 Uhr. Lichtenberg tl, Rnmmelsbnrg. Ttrale,: Lichtenberg, Box. Hagener Str. 52. Geöffnet van 9—5 Uhr. Lichtenberg III. Friedrich, felbe: Frankfurter Allee 133, Laben. Lichtenrade: Franz Wich uro. Raiser-griebrich.Slr. 9, Restaurant. Ltchterlelde-Ost. Lankwitz! F. W e n,« I. Lankwitz Raiser- Wilbelm-Sir. 3. Lichterfelbe-West: S ch a e b e 1, Kinbenburgbamm 84. Mahlsborf: Emtl Rausch. Lemkestr. 25. Marienbors: Auaust Lriv Cbausteestr. LS. Rarienfelde: Fritz Greulich. Rirchstr. 27; Sllbrlng 752. Reaenbagen W e n, k e. Rienelstr. 71. Reutölln: Neckarstr. 2. Geöf,net von 9— 6 Uhr. Reutölln. Britz: Eiegfriebstr. 25/29. Geöffnet von 9—6 Uhr. Riederschöneweibe: H a r t r a m p s, Brllckenflr. 13 N. Rieberlchönbaulen. Rorbenb: G. Schlieöener. Trrs» kowstr. 14. Nvwawe«: Rar! Rrahnberg Eilenbahnür. 13. Oranienburg: Helnr. Loenharbt. Sirolfunder Str. 8. Obertchöneweide! Robert Paul Mathitbenstr. 5. Bantowi R i ft m a a» Mühlenstr. 73. Potsdam: Frau Lack, Rurillrstenstratze It. «adnsdor«! T e ch e r t Forststr. 7. Reinickeadort-Ost Schöubol,! Albert Wahle, Provinz. Nrafte 65 tLadeni Reinickendorf-Rolenthal: W. Büro. Prinz-Heinrich-Str. 34. Schmaeaeuborf: Rehad. Brette Sir. 4. Schöneberg: Beiziger Str. 27. Geöffnet von»—6 Uhr. Senztai Frtedewnlb Cbausteestr. 54. Sieiaenöftab«: Stein. tztonnenbamm-Alle« 92-. Spandau: B u t 1 a ck, Moritzstr. 14, Garih. 8 Tr. Ttaateu: Frau R u f e r a u. Staaken, Echeibtstr. 12. Sübenbe: Ludwin. Salstestr. 36. Steglitz: Scküdhornftr. 2a._„ Tegel, Borstgwalbe. Reinickendorf-West, Walbmaanatast, Freie Scholle, Hermsborf, Btrkenwerber, Bergseibe, Stolpe und Borgsbors: Borstgwalbe, Röuschstr. 10. Geöffnet von 9—6 Uhr._. Teltow: R r ll g e r, Schönow, Dorfstr. 9. Tempelhof: Raiser-Wilhelm-Str. lZ. Temp.-ihof: R a n b l e r. Hohenzollernkorso ö. Trebbin: Döring. Bahnhofstr. 62. Treptow: Gramen» Rieshotzstr. 412, dorn 1 Xt. «eitzensre: Berliner Allee 54. Wilban-Kshenlehme: R u b. L e t t o w. Wilbelm-Hagen, Hestenwinkel: Schul,,. Wilhelm-hazen. Wilhelm str. 81. WUmersbprs: Haisteinische Str. 13, Ralferplatz 15. Wittenau: Wilh. gimmermann. Rofen, Haler Str. 46. Wolter, bort! Schurbaum. Eichrnbamm 22. Rebteoburi. Siblaififentee Rikolasseei Wegner. Reble». 31 n t c r f 1 1 b, Reuthen. dorf. Teltower Etr.>. Rentben. Miersborl: Ernst Rurtürllenstr. 46. Soffen: Aldert Stein. Mtttenwatder Str. 17. Sämtliche Literatur sowie alle wissenfchafliichen Werks werden geliefert. Sonntag» lind dl« Getchälisstellea aetchloffe».