Vr. 465 ♦ ZS. Jahrgang Ausgabe A Nr. 205 Bezugspreis, BiertelMrl-M�- SU monatl. 10.— SL frri ms Haus, oorau» zahlbar. Poft- brzugi Monatlich>0,— SU«inIchI.Fu- s-ollungsgebühr. Unter Kreuzband tiir Deutschland. Danzig. das Saar- und Memelciebiet. sowie die ehemals deut» schon Gebiete Polen», Oesterreich, Ungarn und Luxemburg Sl>.— SU iüt das übrig« Ausland 27,— SU Post- bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tschecho- Slowakei. Dane» wart. Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der.Vorwärts� mit der Sonntags» beilage»Polt und geiN. der llnier- haltungsb.stlage �»eimwelN und der Beilage.Siedlung und Kleingarten� «richeint wochentäglich zweimal. Sonn» tag» und Montag, einmal, Telegramm- Ad reffe: «Soziatocmofcal Serllo* Sonntags Ausgabe Devliuev Volksblatt �4g Pfennig) AnzetgenpretS, Dl« achtgespaltene Nonvarelllezetl» tostet bbv M.ttlalne Un,olg»a- da, iettgedruckte Wort lchv SU(zu» lässig zwei settgedruckt» Worte>, sede« weitere Dort l.— SU Stellengesuch« und kchlasstellenanzetgeu da» erst, Dort U— SU lebe» weiter« Wort «o Pfg. Worte über Ib Luchstaben zählen für zwei Worte. ffamilien-An- zeigen für Abonnenten geil, K— SU Sit Preise oerstehen sich«inschllehlich Teuerungszuschlag. Anzeigen für die nächste Summe» müffen dt« st Uhr nachmlnag» im Haubtgeschäsl. Berlin EW«>&. Linden« Brahe a abgegeben werden. Deöftne» oou» Uhr srüh di»» Uhr abend». �entralorgan der rozialdcmokratifchcn Partei Dcutfchlands N \ ■ Redaktion und Expedition: SW b8, Linüenstr.Z Redaktion Moriliplak 15IU5— 97 Expedition Moritzplan ll7SA-S4 Vonvärts-Verlag G.m.b.H., SV bS, Lindenstr. Z - Verlag, Expedition und Inseraten. Abteilung Moristplat, ll7SZ-ä4 Massen heraus! /tuf zur Demonstration! Gegen den politischen Mord!— Fnr die Republik! Arbeiter, Parteigenossen! Der Meuchelmord wülek in Deutschland. Feiges Gesindel schießt aus dem Hinterhalt die Führer der repu- blikanischen Parteien nieder. Nach Gareis ist jetzt Erzberger ihr Opfer geworden. Wir Kennen die Täter, mögen sie auch enlflohen sein. Wir wissen, daß es jene nationalistischen Kreise sind, die tausendfach zu solchen Schandtaten aufgereizt haben. Diese Kreise machen ebensowenig aus ihrer Mordabsicht ein Hehl wie aus ihrer Freude über die geglückten Mordtaten. Der Meuchelmord am politischen Gegner bildet die Grundlage ihrer Politik. In den Personen der Führer, gleichgültig welcher Partei sie im Einzelfall angehören, soll die R e p u b l i k als Ganzes getroffen werden. Die Kugeln der Mörder sollen der Wiederherstellung der Monarchie und des alten Systems eine Gasse bahnen. Die Rechts- Parteien, Dentschnationale und Deutsche Volkspartei, be- günstigen dieses Treiben durch ihre maßlose Hetze gegen die Republik und ihre Verfassung. Mit ihren Lügen der Fronterdolchung, des Einverständnisses der Republikaner mit den Feinden Deutschlands usw. schaffen sie den geistigen Nährboden, auf dem dann die Mordtaten er- wachsen. Durch Fahnenweihen, Regimentsappelle, Kontroll- Versammlungen, Paraden im Stadion und anderswo be- reiten sie die Wiederkehr der Militärherrschaft vor, deren ausgesprochenes Ziel es ist, den völlig aussichtslosen Revanchekrieg des wehrlosen Deutschlands gegen die waffenstarrcnde Entente zu entfesseln. Erreichen sie dieses Ziel, so werden sie Deutschland in eine noch viel schlimmere Katastrophe stürzen als die von 1918. Dabei haben die Schuldigen jenes Zusammenbruches, die Ludendorff und Konsorlen, noch die ungeheure Dreistigkeit, an die Spitze jener erneulen Bewegung zu treten, die das Unglück von 1918 vervielfältigen wurde. Es geht um Sein oder Nichtsein des Volkes; es gehl um die Republik. Wird von diesen Kreisen die Republik gestürzt, so sinkt damit das ganze deutsche Volk in den Abgrund. Wenn selbst vereinzelte gemäßigte Monarchisten wie Dr. v. Campe offen ausspred)en, die De- mokratie wird die Grundlage unseres Staatswesens sein, oder wir werden aufhören zu existieren, so wird die republika- nisch gesinnte Bevölkerung diese Warnung doppelt und dreifach zu beachten haben. Deshalb gilt es, mit allen Kräften gegen das Treiben der Gegenrevolutionäre zusammenzustehen. Dem ßasciftenregiment üer �a�enkreuzler unü StahZhelmieute muß ein Enöe gemacht weröen. Eine unwiderstehliche Welle des Zornes und der Verachtung muß sie von der polilischen Bildfläche hinweg» schwemmen. Das öffentliche Gewissen muß aufgerufen! werden gegen jene hochnäsige Sippschaft, die sich als „Blüte des Deutschtums" anpreist und in Wirklichkeit eine Bande feiger Meuchelmörder ist. Darum heraus zum Prolest! Demon- striert in Stadl und Land! Zeigt, daß das Proletariat fest entschlossen ist, mit Leib und Leben schützend vor die Republik und die demokratische Verfassung zu treten! Zeigt den militaristischen Verderbern Deutschlands, den Gönnern und Hintermännern der Meuchelmörder, den wahren Willen des Volkes. Demonstriert ln allen Orten am u Mittwoch, den 31. August, nachmittags 5 Uhr gegen öen politischen Morö— für öie Republik in gewaltigen Massen. Zeigt überall in der Oeffentlich- keit, auf den Straßen, in den.Häusern die Banner� desSozialismusundderRepublik! Stimmt ein in den Ruf: I Nieder öie Neucheimoröer! tzoch öie Republik! Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Klarheit. Don Otto Braun. Die Zwölf Revolverschüsse, mit denen nationaliiiijche lueuchelmorder aus dem Lager derer um Ludendorff und Helfferich dem Leben Erzbergers ein Ende bereitet haben, haben wie mit Blitzlicht die Situation beleuchtet, m die wir durch die Regierungsmurstelei der letzten Monate geraten sind. Jetzt muß Klarheit geschaffen werden. Wir müssen klar sehdn, wie es um uns steht. Wir müssen Gewißheit erlangen, ob die an Förderung grenzende Nachsicht der für Reichswehr. Polizei und Justiz verantwortlichen Regierungsstellen tfem provozierenden Treiben monarchistisch-putschistischer Despervdopolitiker gegenüber andauern soll, bis eines schönen Tages die amnestierten Kapp- gesellen wieder in die Wilhelmstraße einmarschieren und das aus taufend Wunden blutende Deutschland in neue blutige Wirren stürzen. Die jetzigen Zustände sind ein Skandal. Durch sie wird die deutsche Republik zur Farce herabgewürdigt und in der Welt um jeden politischen und moralischen Kredit gebracht. Jene Elemente, die durch ihre verbrecherische Kriegspolitik das deutsche Boll in das unsägliche Elend gestürzt haben, die im November 1918 beim Zusammenbruch ihres wahnsinnigen Vabanque-Spiels gepeitscht von ihrem schlechten Ge- wissen feige ins Ausland verschwanden, oder sich im Inlands vor dem Zorn des belogenen und betrogenen Volkes ver- krochen, sie besitzen bereits wieder die unglaubliche Unver- frorenheit, öffentlich aufzutreten und nach ihrer erbärmlichen Kriegslügenmethode das Volk irre zu führen. Dieses verderb- liche Treiben wird ihnen nicht nur errnöglicht durch die Millio- neu jener, die im Kriege ungeheure Kriegsgewinne eingeheimst haben und auch jetzt noch das Volk durch schamlosen Wucher ausplündern, sondern es wird auch aktiv und passiv unter- stützt durch behördliche Organe der Rcvublik. Der„Vorwärts" hat bereits darauf hingewiesen, wie em vationalistischer Meuchelmord sich an den anderen recht, wie die deutschnationale Presse durch ihre verlogene Hetze den Boden bereitet für diese Schandtaten und wie das Walten der Justiz geradezu anreizend zu neuen Mordtaten wirken muß. Ist es nicht beschämend für das deutsche Volk, das sich vor zwei Iahren in Weimar sein? republikanische Verfassung gegeben hat, daß die Flagge der Republik heute offen in den Schmutz getreten werden kann und der republikanische Staats- onwalt den Arbeiter, der sich im berechtigten Unmut an der schwarz-weiß-roten Fahne vergreist, ins Ge>ängnis wirft, wohingegen er die Schänder der schwarz-rot-goldenen Fahne der Republik frei umherlaufen läßt? Ja, wir müssen sehen, wie ein von der Republik bezahlter Pfarrer sich weigert, unter der Fahne der Republik die Ge- denkrede für die im Kriege Gefallenen zu halten und damit das Signal zum Herunterreißen der schwarz-rot-goldenen Fahne gibt. Wir müssen ferner sehen, wie die Marine weiter mit der schwarz-weiß-roten Flagge fahrt und hohnlachend sich auf ihre Berechtigung, diese Flagge bis zum 1 Januar 1922 zu führen, berufen kann, weil unsere Industrie offenbar so leistungs- unfähig ist. daß sie zwei Jahre zur Anfertigung d?r neuen republikanischen Flaggen braucht. Wir erleben jetzt, wie Etappenkämpser und Kriegs- gewinnler aller Grade sich in monarchistischen, kriegshetze- rischen Radauveranstaltungcn ergehen, die Republik, die Re- gicrung in unflätigster Weise beschimpfen und die Fahne der Republik buchstäblich in den Staub werfen. Und was das botri>b<-ndste dabei ist. die unter einem demokratischen Äurister stehende Reichswehr stellt die Musik dazu, salutiert und stimmt in Uniform oder Zivil begeistert ein in das Hoch auf den„obersten Kriegsherrn". Die gleichfalls unter einem de- mlikratifchen Mimstsr stehende Schupo aber muß dasür sorgen, daß dieses schöne Spiel nicht durch republikanische ver- sassungstreue Banden gestört wird. Und um das Bild abzurunden, fordert der ReichsKmd» bund die Landwirte offen zum Lieferstreik, also zur Aus- hungerung der Bevölkerung auf, wenn die Landwirte gerecht besteuert werden, wenn sie von ihren hohen Gewinnen einen kleinen Bruchteil herausgeben, auf dem Altar des Vaterlandes opfern sollen. Wahrlich, wir haben es weit gebracht seit dem 9. Rovem- ber 1918. Es scheinen die recht zu bekommen, die behaupten, damals wäre nur halbe Arbeit gemacht. Schon einmal nach einer Revolution, 1848, hat die Feig- heit des Bürgertums, die Angst um ihr Portemonnaie Preußen und dann Deutschland wieder unter die Knute des herrschfüchtig'sn Junkertums und der arroganten Militärkaste gebracht. Soll es wieder so gehen? Wir sind auf dem besten Wege dazu, wenn die verhängnisvolle Indolenz der verantwort- licheu Stellen gegenüber deni verbrecherischen selbstsüchtigen Treiben der Rechtsbolscbewisten anhält. Starke Worte, Beschwörungen und Proteste sind hier nutzlos. Dazu ist die chauvinistisch-putschistische Verseuchung bereits zu weit vorgeschritten. Hier kann nur die Tat helfen, nur durch brutale Rücksichtslosigkeit kann das Unheil in seinem Lauf noch aufgehalten, Deutschland vor einem blutigen Bürgerkrieg bewahrt werden. Wir müssen daher Klarheit haben, ob die bürgerlichen Mittelparteien zu dieser Tat bereit sind. Und schnell muß diese Klarheit geschaffen werden, denn die Sozialdemokratische Partei kann nicht eine Stunde länger die Mitverantwortung tragen für eine Politik, die den Toten- gräbern der Republik und der Demokratie einen Freibrief gewährt und die LerteÄigcr der Republik den deutschnatio- naleu Staatsanwälten und Meucheluwrdern als Freiwild ausliefert. Es ist unerträglich für die Partei, daß ein fozialdemo- kratischer Reichsinnenminister länger die Verantwortung für die Außerkraftsetzung wichtiger verfassungsmäßiger Rechte in Bayern und Ostpreußen trägt, die diese Gebiete zu Schiunt- winkeln der verbrecherischen nationalistischen Elemente mackt und den dortigen reaktionären Gewalthabern die Möglichkeit gibt, den Kampf gegen die Republik zu fördern und das tat- kräftige Eintreten für Republik und Demokratie zu unter- binden. � Kann der Minister dke Aufhebung des Ausnahmezufkan- des, die längst eine politische Notwendigkeit ist, beim Reichs- Präsidenten und im Kabinett nicht durchsetzen, dann muß er und die Partei die Konsequenzen daraus ziehen. Die Fortwurstelet muß ein Ende haben. Sie sührt uns unrettbar in einen Sumpf, m den die Partei nicht mitgerissen werden darf. Bis zum Parteitag sind noch drei volle Wochen. Es er- scheint mir daher dringend geboten, daß schnellstens Partei- ausschuß und Reichstagsfraktion zusammentreten, um unter Hinzuziehung von Vertretern der einzesnen Landesparlamente zu der kritischen Lage Stellung zu nehmen. Die Schulüigen lügen. Der schwerindustrielle„B e r l i n e r L o k a l a n z e i g e r" ■ nennt die Mordsucht ganz rechtsgerichteter Kreise eine Krankheit, die eine Folge des Krieges und des Zusam- menbruchs sei. Die„K r e u z z e i t u n g" sieht sich und ihre Freunde IM zu deutlich gekennzeichnet. Sie signalisiert deswegen— rote Morde und ruft nach dem Staatsanwalt. Die Parteileitung der Deutschnationalen Volks- Partei hat gegen die Schriftleitung der„Freiheit" ein Strafversahren anhängig gemacht wegen der Behauptung, daß in der Leitung der Deutschnationalen Volkspartei die An- stifter des Mordes an Erzberger säßen. Die„Deutsche Tageszeitung" nennt den Mord ein Revolutionsgewächs. Sie behauptet, daß die Ermordung Liebknechts, Eisners, der Genossin Luxemburg nicht den Rechts-, sondern den Linksparteien genützt habe. Die„Deutsche Zeitung" meint, die Ermordung sei die— Tat eines Geisteskranken! ' st_ Die„Tägliche Rundschau" behauptet, dp Entrüstung über den Mord ginge mit dem Echo des feindlichen Auslandes„Hand in Hand"! Da war gestern doch der deutschnationale Reichstags- abgeordnete Wulle in seinem Blatt ehrlicher. Er ließ schreiben: „Wenn die staatliche Rechtspflege versagt, wo doch das Volk idr Eingreifen fordert, ersteht automatisch Richter Lynch. Das ist nun einmal, so, wird immer so sein, solange die Menschen Menschen sind, und kein Gesetz der Welt wird es aus der Welt schaffen. Dieser Mann war ein aufgelegter Hochverräter, als Mit- schuldiger des Dolchstoßes von 1918 wie seither. Es war persön- lich ein unsauberer Mensch. Die staatliche Rechtspflege hat ihm gegenüber versagt. Es ist nicht zu entschuldigen, aber es ist ge- schlchtlich gesehen überaus'natürlich, dag Richter Lynch da auf dem Plan erschien. Er hat noch allemal in solchen Fällen seines Amtes gewaltet." „Gewiß: Wer Menschenblut vergießet, desi' Blut soll wieder vergossen werden! Des werden die jungen Leute, unter deren Revolver nach der Aussage des Abgeordneten Diez der Ermordete , geblieben ist— falls sie nicht einfach bolschewistische Mord- buben waren—, sich vonvornherein bewußt gewesen sein. Und sie werden, ihr Los, wenn das Schicksal es will, mi. Anstand auf sich nehmen. Aber bei all dem denkt man an das alte: Es lebt ein Gott, zu st rasen und zu rächen!" Das ist die richtige Mördersprache. Man kühlt am po- litischen Gegner mit.Revolverkugeln sein Mütchen und be- zeichnet das dann als göttliche Gerechtigkeit. Die Sesinnungs- freunde, über deren Tat man iubelt, nennt man aber zur Bor- ficht..bolschewistische M o r d b u b e n." Wir bleiben Gegner des politischen Mordes, so sehr man auck) versucht wird, zu wünschen, daß„Richter Lynch" die Schreiber des Wulle-Blattes in eine Kaltwasserheilanstalt stecken möge. Es genügt vielleicht auch schon ein Erziehungs- heim für sittlich Verwahrloste. Hilfeschrei üer Gelüschränbe. Die„Münchcner Neuesten Nachrichten" sind unvorsichtig genug, auszusprechen, welche Gefahr das Leben Erzbergers &m Zukunft für sie und ihre Anhänger bedeutet hätte. Sie Die verführten. jL.• Von Friedrich Ratteret h. Wenn es Sonntag ist und der Himmel klar über den Häusern blaut, dann steigt Konzleirat Strümmelmann hinauf aufs Dach des fünfstöckigen Mietshauses, um feine Tauben fliegen zu lassen. Der dienstfreie Sonntag, der heitere blaue Himmel und die schönen rassegezüchtcten Brieftauben, die weite Kreise durch die Luft ziehen, es genügt, ja, es genügt fürwahr als Glück für dieses Leben. Strömmelmann liegt auf seiner Wolldecke hier hoch oben ausge- streckt und badet sich allen Aerger und Verdruß von seiner Seele. Und die Glocken in der Runde heben zu läuten an... Wenn es Sonntag ist und der Himmel klar über den Häusern blaut, dann schleicht der arbeitslose Metallschlcifer Schulz hinauf ; aufs Doch des fünfstöckigen Mietshauses, um auch seine Tauben fliegen zu lassen. Eigentlich macht er es alle Tage, denn er ist arbeitslos und hat Zeit dazu, aber Sonntags macht es ihm mehr Vergnügen. Und heute oergißt er die Misere seiner Wirtschaft- lichcn Lage, er möchte mit den Tauben dort in der blauen Luft fliegen, er möchte„frei" fein wie sie und die Brust kühn in der Sonne baden. Da wird er erinnert an die keifende Stimme seiner Frau, die schilt, daß nicht einmal Sonntggs Fleisch auf den Tisch kommt, und er kann es sich doch nicht aus den Rippen schneiden... Die fliegenden Gedanken ins Große sind fort, und besorgt holt Schulz einen roten Lappen, den bindet er an eine lange Stange. Er öffnet weit den Fangschlag und winkt mit dem roten Tuch seinen Tauben, damit sie sich nicht zu weit entfernen. Aber die Tauben erfreuen sich der Freiheit aus der Hand ihres Herrn, des arbeits- losen Metollschleifers Schulz. Sie wissen sie zu nützen und schrauben sich immer höher der Sonne entgegen, bis sie die Peripherie der Kreise von den Tauben des anderen Häuserblocks berühren. Es ist- wie ein Zusammenschlagen der Flügel, ein Liebes- bachanal hoch oben in der Luft zwischen den beiden Parteien. Der schöne starke Strasser von Schulz fragt das zierliche Brief- taubenfräulein von Strömmelmann, ob sie nicht mitkommen will. Das Wetter ist so schön, und es ist die rechte Zeit zu einem Aus- flug. Die anderen Tauben warnen, aber da sind noch zwei der Unerfahrenen, die auch noch nie einen so schönen starken Täuberich gesehen haben. Und der Bursche weiß so gut zu erzählen von dem heimischen hellen Schlag, wo zwischen Dachsparren versteckt die heimlichsten Wunder blühen. Und weit ist es auch nicht, dort unten ist's, wo das rote Tuch winkt. Und Kanzleirat Strömmelmann sieht's mit Besorgnis und muß sich von seiner Decke erheben und winkt nun mit den Farben seiner Fahne. Und winkt und winkt und ahnt das Verhängnis-- Sie fallen ein in den Schlag. Schulz braucht nur das Fang- netz zuzuziehen. Die fremden Tauben unter das Jackett geknöpft. geht er nun pfeifend die Treppe hinunter zu seiner Frau in die Küche. Run ist Fleisch da zu Mittag--- Bring«! nämlich die Mitteilung, daß für den Winter eine Kern- lition Erzberger-Scheidemann-Breitscheid-Parvus ausgearbeitet und vorbereitet worden sei, daß die Möglichkeit des neuen Kabinetts mit Erzberger und Scheide- mann erörtert wurde und daß sich die Erör- terung schon zu einem festen Plan verdichtet hatte. Dabei sei zum Glück Bayern ein Hindernis gewesen.„Erzberger wußte, daß seinem Eintritt in die Reichsregierung von der bayerischen Regierung Widerstand bis zum äußersten ent- 'gegengesetzt würde. Er war wohl ganz folgerichtig in seinem Plan, wenn er gegen diese Regierung, vor allem gegen Herrn v. Kohr und den Iustizminister Roth Minen legte, die aller- dings, trotz Unterstützung durch die äußerste Linke keinen Schaden anrichteten, wohl aber das Gute hatten, daß sie die Sachen aufdeckten, die Außenstehende schon oermuteten. Mit Hilfe der Radikalen sollte eine Regierung geschaffen werden mit einer Spitze, die einem Reichskanzler Erzberger keinen Widerstand entgegensetzen würde. Dazu sollten die Radikalen in Bayern helfen, wie andererseits im Reiche Erzberger die christlichen Arbeiter für sich einzufongen dachte." Diese demagogische Geschichte ist nicht die Erfindung be- liebiger Redakteure. Man vergesse nicht, sie steht in den „Münchener Neuesten Nachrichten". Der eine Leiter der „Münchener Neuesten Nachrichten" ist Gerschel(Direktor der deutschnationalen, schwerindustriell ernährten Berliner„Post"). der andere ist Seitz(deutschnationaler Kommerzienrat), und beide sind zugleich leitende Personen des deutschnationalen „Konkurrenzblattes der„Münchener Neuesten Nachrichten", der—„München-Augsburger Abendzeitung". Diese gehört zu jenen Blättern, die von dem bekannten Geldschatz gespeist werden, der„nicht parteiischen, sondern nationalen Zwecken dienen soll". Es handelt sich hier um die Gelder, die an die fünfzigprozentig deutschnationalen und fünfzig- prozentig deutschvolksparteilichen Zeitungen bei genügendem Wohloerhalten abfließen. Auf den Unsinn der Meldung der„Münchener Neuesten Nachrichten" brauchen wir nicht besonders einzugehen. Nur ein Punkt sei etwas erörtert. Ist es nicht merkwürdig, daß die mit der Kahr-Regierung innig befreundeten„Münchener Neuesten Nachrichten" so deutlich darauf hinweisen, daß Erz- berger in Bayern mit Unterstützung der„äußersten Linken" bestrebt gewesen sei, Minen zu legen? Ist das nicht auf- fällig, wenn man weiß, daß in München die beiden großen sozialistischen Parteien und ihre Blätter dauernd drangsaliert werden, daß erst jetzt wieder die Zeitung der USPD. ver- boten worden ist, während das kommunistische Blatt unge- hindert erscheinen darf? Für den politisch seiner Fühlenden ist es unzweifelhaft, daß die„Germania" auf dem richtigen Wege ist, wenn sie von einer Mörderzentrale spricht. Man darf den Begriff nur nicht zu wörtlich nehmen. Es ist eine Geld- und Jnter- essenverfippung aller Feinde der Republik und aller Gegner von ernsthaften Besitzsteuern, die von langer Hand vorbereitet wurde. Sie ist längst vollendet. In Auswirkung der Propaganda dieser Kreise mußte Erzberger sterben. Darüber mögen sich aber die Reaktionäre aller Schattierungen klar sein: Wenn Erzberger auch gefallen ist. der Ge- danke der ernsthaften Erfassung des Besitzes durch Gold- und Sacbwertbesteuerung, die Notwendigkeit, die vermögenden Klassen Deutschlands an den Lasten des Staates teilnehmen zu lassen, ist damit nicht getötet. Versammlungsverbot für potsöam. Gestern vormittag wurde das Verbot der Tannenberg- feier bekannt: es fand am Nachmittag in der folgenden Be- kanntmachung des Polizeipräsidenten seine Bestätigung: Ber- sommlungen unter freiem Himmel sind am Sonntag, den 28. A u g u st im Polizeibezirk Potsdam untersagt. Gegen Zuwiderhandelnde wird behördlich eingeschritten werden. Ich ersuche daher dringend, den diesbezüglichen Weisungen der Derweilen flucht Kanzleirat Strömmelmann dem Sport und seiner Leidenschaft, von der er nicht frei kann. Sein Gesicht ist grau und faltig, wie er so die Treppe langsam hinabsteigt. Er schimpft auf Polizei und Justiz, deren Arm zu kurz ist, um seine Tauben in der Lust zu schützen. „Die Braut des Lurullus". Das Theater des Westen- hat airsgesorgt. Mit der neuen Oper von Jean Gilbert wird es volle Häuser haben. Schanzer und Welisch haben eine antike, im Liixus-Rom spielende Liebes- und Kriegsgeschichte aus lustigem Aermel geschüttelt. Der drohende Kamps zwischen Rom und Jl- lyrien weckt Vorahnungen aus dem Weltkrieg des 20. Jahrhunderts, ohne daß die Parallelen aufdringlich werden. Die Römerin Melissa. des Konsul- Tochter, oerliebt sich in Abron, den illyrischen Sonder- gesandten, der zudem noch ein lyrischer Tenor ist. Somit wird Ge- fahr abgewandt, und Lucullus, der feiste Lebemann, schwitzt stch durch Aengste. Entfettrmg und Dummheiten bis zur Rückkehr in den ollemseligmachenden Fraß. Die Schwankdichter haben ein gutes Gericht bereitet und werfen es blockweise dem Komponisten zu. Er ist in bester Geberlaune. Der erste Akt sprudelt von paradiesischen, aparten, glänzend geschriebenen Einzelheiten in rhythmischer Ab- wechslung und mit sehr koketten, fein verhüllten harmonischen Fi- nessen. Der zweite Akt entgleitet zur großen Oper mit allem Pomp der Instrumente und Duette, ein ägyptischer Tanz wirbelt die Laune wieder hoch, die im letzten Bild Mit einem Kußlied aufgenommen und gesteigert wird. Bei einer so ausgezeichneten Partitur hoben die Sänger Ungewöhnliches zu leisten. Auch diese Ausgabe wurde über Erwarten gut gelöst. Den Namen Louis Illing wollen wir uns ankreiden: er hat eine seltene, noble, weiche Tenorstimme und gibt der Parsifalrolle eine harmonische Gestaltung. Seine Kundry, die Hetäre Floramyi, ist Emmy Sturm: das köstlichste, tollste, ge- sündeste Operettentemperament unserer Tage. Man inuß sie sehen und nochmals sehen, wenn sie. die Nymphe, dem behäbigen, humorig glänzenden Bacchus T i e d t k e einen Tanz beibringt: oder wenn sie den sympathischen Sipo-Mann Franz Felix am Schöpfe faßt und aus oller Ordnung bringt. Köstlich und ansteckend ist dies« Laune! Margit Suchy mit den weichen Kinderaugen und den kräftigen Borerhändchen. Josefine D o r a s runde Drolligkeit soll nicht vergessen sein, desgleichen nicht die bunte, reich überladene Ueppigkeit der Dekoration. Dem glücklichen Komponisten war Ernst Hauke ein gewissenhafter, energischer und geschickter Helfer am Pult. K. S. Neues Theater am Ivo. So hätten wir denn nocki ein neues Theater. Der Saal des ehemaligen Landwehrkasinos ist in einen Kommerspielraum»mgewandtlt worden. Der Eindruck ist ruhig: die Architekten arbeiteten modern, ohne schrcierisch zu werden. Ge- dömpftheit scheint die Hausnote zu sein, die Direktor Rabe hier anstrebt. Das erste Stück, das doch wohl Richtung geben soll, hatte des Gedämpften fast zu viel. Dem Verfasser, Rudolf Eger, der diesen Schwank„Die kleine Lecossot" etwas onfpruchs- voll ein.Spiel" nennt, fei immerbin geglaubt, daß er die Theater- Maschinerie mit vornehmer Freude am Harmlosen in Bewegung setzt. Eine junge Komtesse, die durchaus beim schönen und inter- essanten Henri Jerome gemalt sein will, kommt als Modell zu ihm Vsstzeibeamten am morgigen Tage unverzüglich Folg» za leisten. Die Kreisgruppe Zauch-Belzig der Deutschnationalen Bolkspartei hatte ihre Tannenbergfeier nach Caputh einberufen: auch sie ist verboten worden. Ebenso hat die Regierung eine etwaige Verlegung der Potsdamer Tannen- bergfeier nach Bornstedt oder Bornim oder irgend einem anderen Ort der Umgebung von Potsdam unterjagt. Gerüchtweise verlautet, daß die Potsdamer Schupo um drei Hundertschaften verstärkt worden sein soll. Hofsentttch macht sie keinen Unterschied zwischen links und rechts! Die„Rote Fahne" bildet sich ein, daß sie an dem Feuer tieffter Empörung der deutschen Arbeiter ihr Schmutzsüppchen: kochen kann. Sie bringt ein« Aufforderung an die arbeitende Bevölkerung Groß-Berlins zur Demonstration gegen die heu- tige Tannenbergfeier in Potsdam und schreibt„Folgt olle unserem Rufe und verhindert gemeinsam mit den Prole- tariern der SPD. und USPD. die Demonstration der Konter- revolutionäre in Potsdam." Die USPD. hat ihre Anhänger selbst zur Demonstration in Potsdam aufgefordert, sie brauchen die Einladung nicht. Das bleibt ihre Aufgabe, sie wäre es auch geblieben, wenn nicht inzwischen die Tannenbergfeier sti Potsdam von der Regierung verboten worden wäre. Unseren Anhängern hätten wir, wäre das Verbot nicht ge- kommen, ebenfalls selbst Bescheid gesagt. Wir müssen es uns verbitten, von den Kommunisten eingeladen zu werden. Wir verzichten dankend darauf. Die sozialistische deutsche Arbeiterbewegung ist eine ernsthafte Angelegenheit und nicht das Spaßvergnügen für politische Kindsköpfe. Es besteht durchaus kein Grund dagegen, daß sich dem sozialisti- schen Kampfe für die Republik auch Arbeiter anschließen, die im Ziel andere Ideen haben, als wir oder die USPD. Abev darüber müssen sie sich klar sein: sie haben sich bei dem Streben der beiden sozialistischen Arbeiterparteien nachderenRicht- linien und Anschauungen zu benehmen. Nicht auf halbem Wege stehen bleiben! In der„B. Z. am Mittag" vom Sonnabend lesen wir: Geheimrat Dr. R i« ß e r, das hervorragende Mitglied der D c u t- scheu Volkspartei, bezeichnete unserem Mitarbeiter gegen- über den Mord als eine Tat, die nur das Entsetzen und den Abscheu der ganzen Welt hervorrufen muß. wenn, wie man sagt, der furchtbare Ion, in dem manche Zeitungen schreiben, dazu beigetragen hat. die Leidenschaften zu erregen, so ist es höchste Zeit, daß man zur Selbstbesinnung kommt und sachliche Gegnerschaft auf sachlichem Wege entscheidet. Jeder Appell an die Gewalt, von welcher Seite er auch kommen mag. ist aus das entschiedenste zu verwerfen und zu bekämpfen. Wir halten Herrn Geheimrat Dr. Rießer für einen anständigen Menschen und hegen über die Aufrichtigkeik seiner Empörung nicht den leisesten Zweifel. Auch ist seine Mah- nung an die Rechtspresse, obwohl etwas verklausuliert und vorsichtig, besonders wertvoll. Run fragen wir hiermit den Abg. Dr. Rießer und alle anständigen Menschen in der Deut« schen Vottspartei— daß es solche gibt, hat z. B. die Abstimmung über die Annahme des Londoner Ultimatums be- wiesen—, ob sie sich überhaupt noch eine Stunde länger in der politischen Gesellschaft von Menschen aufhalten können, wie die, deren Organ die„Tägliche Rundschau" ist? Dieses Blatt verdient in allererster Linie unter jenen Zeitungen genannt zu werden, die durch ihren Ton die i n t c l l e!- t u e l l e Schuld an der Ermordung Erzbergers(und an- derer) tragen. Chefredakteur der„Täglichen Rundschau" ist der Reichstagsabgeordnete der Deutschen Volkspartei Heinrich R i p p l e r, daher muß dieses Blatt, obwohl es zu 50 Proz. deutschnationale Politik betreibt, als Organ der Partei des Abg. Dr. Ricßer betrachtet werden. Die beiden Artikel, die die„T. R." feit dem Meuchelmord veröffentlicht- hat. unterscheiden sich in keiner Weise von den niederträch- tigsten Auslassungen der übrigen Rechtspresse._ und gerät in die Gefahr eines Skandals, den ihr Bruder zu ver« hindern sucht, indem er sie schicunigft und auf der Stelle mit emein zufällig anwesenden Kunslprofessor verlobt. Roch einmal siegt der Kunstpraktiker beinahe über den 5lunsttheoretiker, aber schließlich nimmt hie Kleine, ach, so naive und doch so kribbelige Komtesse einen soliden Jugendfreund. Diese sinnige und unsinnige Sage aus einem Lande, dos es nirgends gibt außer in der Phantasie von Schwankbildern, entbehrt jeder Schleimigkeit und rollt mit einer, jede Kritik entwaffnenden Harmlosigkeit ab. die um so mehr er- st.'ute, als der größte Teil des Premierenpublikums dieses paprika- lose Gericht mit sichtlichem Wohlgefallen zu sich nahm. Man spielte unter der Leitung Hanns Fischers so zurück« haltend, daß manches ein wenig allzu schwach kam. Doch auch diese Distanziertheit. die Fischer wohl vom ehemalig Königlichen in Dresden mit bringt, ist eine Angelegenheit, über die man nach dem viclen dicken Spielen diskutieren kann, wenn sie noch ein wenig leichter und eleganter rollt. Rita Burg, die die Komtesse gab. gelang die Modellszene vorerst noch besser als die der Dame: sie mar mehr ein kleiner neugieriger Backfisch als eine Komtesse, welche Art des bomc> sapiens nun auszusterben beginnt. Hans Götz und Ernst Gronau machten als Liebhaber gute Figur. Eduard Rathäuser zog mit Temverament und Heroismus seinen dicken Pelz aus und an, Ernst R o t m u nd radierte«inen echten Lustspielkunstprofessor zusammen und Albert Kupfer- yh m i d t machte aus einem alten Diener eine recht achtbare Studie. er künstlerische Gewinn de? Abends war Else Oppler-Seg- band, die einen farbig wundervoll abgetönten und in der Form- gebung reizend originellen Salon gedichtet hatte. O. E. H.. fluf üer Sirecke. Chor der Nationalen. Die Schlacht ist gewonnen, ein Schuß ward getan, Heiko und Hurra! Laßt wehen die Fahnen! Der Feind liegt verendet auf offenem Plan, Die Echten und Rechten packt fröhliches Ahnen. Das fft doch die richtige schwerdeutsche Art— So werden mit Dolch und mit scharfem Gewehre Die Ziele, die nationalen, gewahrt, So werben die Braven um Ruhm und um Ehre. Hurra imd Hello! Wie üben sie gern Parademärsche mit Ordensgefunkel, Die Blutschuld verdeckt nicht Krcuzlein noch Stern, Sie brennt auf den Stirnen unlöschbar und dunkel. Das Hakenkreuz schimmert! Hißt schwarz, weiß und rot, Ruft hurtig von neuem zu Frontkämpfertagen. Stürzt nochmals dos Land in Jammer und Rot— Wer Rechenschaft fordert, wird meuchlings erschlagen! Schlaraff. Wir fragen d atzer 5en Wg. Rietze? und seine engeren Gesinnungsgenossen, zu denen wir u. a. Herrn v. Kar- d o r s f. Dr. v. C a m p e, Dr. H e i n z e, Herrn v. R a u- m e r, Frau v. O h e i m b glauben zählen zu dürfen, ob sie es länger mit ihrer politischen Ehre für vereinbar halten, mit den Leuten in einer Partei zusammenzusitzen und zu ar- Veiten, die in der„Täglichen Rundschau" ihr Sprachrohr er- blicken. Jetzt ist der Augenblick für sie gekommen, aus ihren Er- kemttnissen die Konsequenzen zu ziehen: das Tischtuch zer- schneiden, sich vom rechten, in Wirklichkeit deutschnatio- n a l e n Flügel der Volkspartei, von den Maretzky, Mittel- mann. Rippler usw. zu trennen und am gemeinsamen Kampf für die Erhaltung der demokratischen Republik, gegen den deutschnationalen Meuchelmord mit allen übrigen republika- Nischen Parteien mitzuwirken. Tun sie das nicht, dann müßten wir zu unserem Bedauern feststellen, daß die Aeuherungen, wie die des Abg. Dr. Rießer in der„B. Z." nur Lippenbekenntnis sind. » In diesem Zusammenhange möchten mir an eine andere Stelle eine Frage richten, die natürlich ganz anderer Art ist, die aber ebenfalls eine Aufforderung ist, n i ch t cyi f halbem Wege stehen zu bleiben. Die„Freiheit" schreibt am Sonnabendabend in einem Artikel:„Die nötige Antwort", dem wir restlos zu- stimmen: Die politisch« Tat muß politisch beantwortet werben durch«ine geschlossen« Aktion der Arbeiterschaft, die ihren Einfluß auf die PoliNk steigert und die Deutichnationalen dort trifft, wo sie am empsindlichsten und am nachhaligsten getroffen werden können. Demokratisieren wir die Verwaltung, stellen wir wieder eine Justiz her. die diesen Namen verdient, verschaffen wir in allen Schulen und den Universitäten unseren Gedanken Vertretung und Achtung und die reaktionäre Gefahr wird gebannt. Bravo l Wir unterschreiben jedes Wort, aber wir fragen die Unabhängigen: Wie wollt ihr den Einfluß der Arbeiter» fchaft auf die Pditik steigern, die Verwaltung demokrati- siersn, die Justiz und die Schule erneuern? Etwa, indem ihr euch wie bisher halsstarrig weigert, positiv mitzuarbeiten? Indem ihr uns Sozial- demokraten allein die Verantwortung überläßt. In- dem ihr eure wertvollsten Kräfte dazu verurteilt, als Außen- stehende Kritik zu üben, anstatt praktisch an der Erreichung dieser ausgezeichnet formulierten Ziele mitzuwirken? Erkennt ihr endlich die f u r ch t b a r e Gefahr, in der die Republik und mit ihr die ganze Arbeiterschaft schwebt, wie sie durch die Ermordung Erzberyers blitzartig beleuchtet worden ist? Wenn ja, tretet endlich in die repu- blikanische Regierung ein. Tut ihr das nicht, aus irgendeinem unverständ- lichen Festhalten an veralteten Beschlüssen. Formeln und Redensarten, dann habt auch ihr nicht den Mut. aus euren Erkenntnissen die notwendigen Konsequenzen zu ziehen!_ Eine Nekrolog für lluüenüorff! Die„München-Augsburger-Abendzeitunq" äußert sich wie kolgt: Wir hätten gewünscht, daß sein Gewissen erwachte, daß ihm die unnatürliche Größe seiner Schuld klar geworden wäre und ihn moralisch erdrückt hätte. Wir hätten gewünscht, daß ihm in der eigenen Brust ein Richter entstanden wäre und ihn ge- zwangen hätte, sich zurückzuziehen, belastet von dem Fluche Tau- sender. Wir hätten gewünscht, daß er bei Lebzeiten angefangen hätte, zu büßen in der Qual der eigenen Gewissensbisse, fern von der Welt, fern von der Politik in öder hoffnungsloser Einsamkeit. Das wäre immerhin ein versöhnendes Moment gewesen. Wir sind bei vorstehendem Auszug einem Irrtum unter- legen. Das schwerindustrielle Blatt meint nicht Ludendorff sondern Erzberger._ tzunüerttaufenü Mark Selohnung. Reichskanzler Dr. Wirlh hak im Ramen der Reichs- regieruag folgendes Telegramm an dos badische Staats- Ministerium gerichtet: Die Reichsrcgierung hat mik Rücksicht darauf, daß bei der Ermordung des Abgeordneten Erzberger die Möglichkeil eines politischen Mordes gegeben ist, eine Belohnung von 100 000 Mark für die Ermittlung der Täter oder deren Anstifter ausgesetzt. Aür die Verteilung ist die badische Landespolizei Karlsruhe zuständig. Hilfe öer Serlinee Polizei. Dos Berliner Polizeipräsidium ist bei der Aufklärung des Mordes an dem Abg. Erzberger beteiligt. Zweckdienliche Mittcilun- gm sind zu richten an Zimmer 269, Hausanruf 313. Mitwisser ües Mentats? Karlsruhe, 87. August.(TU.) Eine aufsehenerregende Mit- tellung wird von der„Badischen Presie" gemacht, die behauptet, daß am Freitag vormittag vor 1 Uhr auf ihrer Redaktion von einer männlichen Stimme telephonisch angefragt wurde, ob was Neues von Erzberger bekannt sei. Auf die eigentümliche Frage wurde geantwortet, daß natürlich vor den Wahlen in Baden aller- Hand Mitteilungen über Erzberger kämen. Der Anfrager erwiderte daraus, darum handele es sich nicht, es sei etwas ganz anderes, was er zu erfahren wünsche. Als weiter gefragt wurde, um was es sich denn handele, wich der Anfrager unter allerhand Porwänden aus und weigerte sich auch, seinen Nomen zu nennen. Er brach dann das Gespräch mit der auffälligen Bemerkung ab. er werde vielleicht in einer halben Stunde noch einmal anfragen, ob dann etwas von einem Attentat bekannt sei. Es liegt der Gedanke nahe, daß außer den Tätern noch andere Personen um das beabsichtigte Attentat gewußt haben müssen., Sozialüemokratisches öeileiö. ' An die Zentrumsfraktion des Reichstages! In tieffter Empörung über das fluchwürdige Attentat, dem der Abgeordnete Erzberger zum Opfer gefallen ist, sprechen der Zentrums- partei ihr tiefempfundenes Beileid aus: Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Die Sozialdemokratische Reichstagsfraktion. • Namens der Sozialdemokratischen Fraktion des Preußischen Landtages spreche ich Ihnen zu dem schweren Verlust, den Sie durch die abscheuliche Ermordung des Abgeordneten Erzberger er- litten haben, da« herzlichste Beileid aus. Auch uns erfüllt Abscheu über diese ruchlose Tat. die zweifellos eine Frucht ist der verlogenen nationalistischen Hetze, die zurzeit das öffentliche Leben vergiftet. Braun. Schwarz-weih-rot für Lynchjustiz. Die reaktionäre Presse heuchelt Entrüstung über den Meuchel- vwrd an Erzberger. Glücklicherweise gibt es auch heute»och Lum- pen, die den traurigen Mut aufbringen, mit öffentlicher Provokation ihre offene Billigung des Verbrechens kundzugeben. Einige Fälle hat Genosse Loebe durch die Polizei feststellen lassen. Jetzt wird uns die Mitteilung, daß der Hauptmann a. D. W e n tz, wohnhaft in Steglitz, Friedrichsruher Str. 32, der bei jeder„patrio- tischen* Gelegenheit sein Fenster mit den alten Reichsfahnen schmückt, am gestrigen Tage schwarz-weiß-rot geflaggt Hot. Ganz abgesehen davon, daß eine solche Provokation der republikanischen Bevölkerung eine schwere Bedrohung der öffentlichen Sicherheit darstellt, bleibt an diesem Fall etwas zu be- denken, nämlich: daß diese schwarz-weiß-rote Fahne von einem Menschen, dem„keiner was kann", öffentlich zum Zeichen der Lynchjustiz gemacht worden ist. Damit ist selbst die Leistung der Kapp-Rebellen überboten. Die Schützlinge des Mörders aber, die als Quelle des Verbrechens die „wachsende Unmoral im politischen Leben" angeben, werden hoffentlich jetzt wisien, auf welcher Seite diese zu suchen ist. Auf Einschreiten unserer Steglitzer Genossen hat die Polizei die Einziehung der Mordflagge veranlaßt. Wir hätten auch gegen die Einziehung des.Hauptmanns" nichts einzuwenden. Auf Einschreiten unserer Ge.mfsen veranlagte die P vzei die Einziehung der Flagge. � Ist er üumm oüer tut er nur so? Unser verantwortlich zeichnender Redakteur erhielt gestern folgenden Brief, den wir unseren Lesern nicht vorenthalten möchten: Berlin, den 26. August 1921. Zurzeit Lietzenburger Str. 41/42. .Herrn Viktor Schiff Verantwortlicher Redakteur des„Vorwärts". Berlin. Sehr geehrter Herr! In Nr. 399 des„Vorwärts" befindet sich ein Aufsatz„Der große Rununel", in dem folgender Satz enchalten ist: „Es war so ziemlich alles an Rechtsbolfchewisten ver- sammelt, was in Deutschland herumläuft: General von Watter usw." Ich erkläre hierzu: t. Ich weise es mit Empörung ab, als Anhänger irgend eines Bolschewismus bezeichnet zu werden. Ich habe den Bolschewismus in jeder Form bekämpst und werde ihn weiter unter vollem Ein- satz meiner Person bekämpfen. 2. An der Veranstaltung habe ich teilgenommen in den Reihen der Soldaten der 34. Inf.-Div., an deren Spitze ich während dreier schwerer Kriegsjahre gestanden habe und deren Angehörig« in der s>auptlache Schleswig-Holsteiner, Mecklenburger. Hanseaten und Halberstädter mich bitten ließen, an dem Ehrentage der Frontkämpfer in ihren Reihen zu stehen. Sollte eine Auffassung möglich sein, in dem engen Zusammen- hang mit der Ehrenschar meiner alten Diviston«in Zeichen von Bolschewismus zu ersehen, so müßte mir das bei der Lag« der Ver- hältnisie als Ehrentitel willkommen sein. Bon der Loyalität der Schriflleitung darf ich erwarten, daß sie dieser Wahrheit die Ehre gibt. In ausgezeichneter Hochachtung. Frhr. von Watter, Generalleutnant a. D. Wir wollen im ureigensten Jnteresie des Herrn Generals a. D. von Watter annehmen, daß er sich in diesem Falle uns gegenüber nur dumm stellen wollte. Indes ist bei der politischen und sonstigen Borniertheit der Militaristen aller Länder dos Gegenteil nicht ausgeschlossen. Für diesen letzteren Fall sind wir gern bereit, die offenbar recht lückenhafte poli- tische Erziehung des Herrn Generals a. D. durch ein kleines Privatifsimum über den Begriff„Rechts bolschewismus" zu ergänzen. Als„Rechtsbolfchewisten" bezeichnet man heut- zutage jene Sorte von„nationalen" Herrschaften, die unter Mißachtung des Willens des Volkes diesem eine Staatsform ijnö eine Gesinnung mit Gewalt aufzwingen wollen und damit eine geistige Aehnlichkeit mit den Links bolfchewiften. auch einfach Bolfchewisten genannt, aufweisen. Der Rechtsbolschewismus kann die verschiedensten Formen annehmen. Einmal tritt er in aufhetzenden und idiotischen Reden mit darauffolgenden Straßenrüpeleien, wie auf dem Frontkämpfertag im Stadion auf, ein an- deres Mal äußert er sich in feigen Meuchelmorden, wie am Freitag in Griesbach: auch tragen gewisse Ver- schwörersitzungeu einen rechtsbolschewistischen Charakter, wie jene, die vor einigen Monaten in Karlsruhe stattfand und über die vielleicht Herr General a. D. von Watter nähere Auskunft geben könnte. Aber die t y p i f ch e Form des Rechtsbolschewismus ist der Putschversuch, wie jener Kapp-Putsch, an dem Herr General von Watter unter Eid- und Verfassungsbruch nach- gewiefenermaßen als Kommandeur der Reichswehrdivifion in Münster solange mitgewirkt hat, bis er seine Aussichts- losigkeit erkannte. Aus diesen Gründen sehen wir uns leider n i ch t in der Lage, die auf Herrn von Watter angewandte Bezeichnung „Rechtsbolschewist" zurückzunehmen, wir stellen ihm daher anheim, sie als„Ehrentitel" aufzufasien. Im übrigen können wir dem Herrn General a. D. von Watter die Versicherung geben, daß seinem Brief ein dauernder Ehrenplatz in unserer redaktionellen Schreckens- kammer(humoristische Abteilung) gesichert ist. Abkommen Loucheur-Nathenau? Paris. 27. August.(EE.) Dem„Temps" wird aus Wiesbaden gemeldet: Nach Schluß der heutigen Vormittagssitzung erklärte L o u ch e u r. daß das Abkommen über das Memorandum sowie Anhang 1 ge troffen sei, d. h., über das Projekt einer Konvention. die die Mitarbeit Deutschlands am Wiederaufbau der zerstörten Ge> biete und auch die Bildung einer deutschen Privatgesellschaft für die Materiollieferungen und die Gruppierung der französischen Ge- schädigten zur Erteilung von Aufträgen an deutsche Firmen in Aus- ficht nimmt. Das Abkommen über den Anhang enthäll den Plan einer Konvention zwischen der deutschen und der französischen Or° ganisation. Es bleiben nun noch die Anhongsprototolle zu prüfen, die auf die Rückerstattung von Industriematerial und Tieren Bezug hoben. Hinsichtlich des Eisenbahnmateriols ist das Abkommen nahezu verwirklicht, doch bleiben noch die Vereinbarungen über die Festsetzung der Kohlenpreise offen. Die Besprechungen wurden nachmittags wieder aufgenommen und aller Wahrscheinlichkeit nach am Abend ihr Ende erreichen. Nach dem„Temps" ist Beschluß gefaßt über die Modalität der Naturlallieferungen für alle großen Kathegorien. Die wichtigsten Abmachungen sind die, in welchen die Noturallieferungen durch Vermittlung einer deutschen Privatgesellschaft an die sranzö» fischen Geschädigten gelangen können. Andere Projekte bestimmen die auf die deutsche Kohle anzuwendenden Preise, ferner die Kam- pensationen für die französischen Berluste an Flugzeugen und die noch von Deutschland zu liefernden vier Kategorien. Em weiteres Projekt sieht eine Vereinbarung zwischen beiden Ländern über die Einfuhr französischer Produkte und die Kontingentie. rung dieser Einfuhr vor. Die folgenden Teile handeln von der deutschen Pauschalersiallunz. und zwar für Industriemoterial, Eisenbahnmaterial und Vieh. Eine deutsche Privatgesellschaft soll die Noturallieferungen an die sranzö- fischen Geschädigten bewirken. Wichtig ist die Bestimmung, daß die Lieferungen nicht in die Gesamtsumme der deutschen Aussuhr ein- bezogen werden sollen, sondern daß dies erst dann gefckehen soll. wenn diese Lieferungen von Deutschland bezahlt werden. Diese Prioatgesellschast verpflichtet sich, sämtliche französischen Geschädigten vom 1. Oktober 1921 an mit allen Gegenständen zu beliefern, wie es mit den wirtschaftlichen Möglichkeiten Deutschlands vereinbor ist. Die Gesamtheit der deutschen Leistungen darf ai» Wert 7 Milliarden G o ld m a r k für die Zeit vom 1. Oklobe« 1921 bis 1. Mai 1925 nicht überschreiten. Deutschland wird Frankreich für die Zahlung dieser Lieferungen Kredite gewähren. Frankreich hat während des genannten' Zeitraumes stets eine Milliarde Goldmark abzutragen, wie groß auch die Menge der deutschen Kohlenlieserungen sein möge. Ein aus drei Mitgliedern bestehender Ausschuß wird noch Unterzeichnung des Abkommens eingerichtet werden. Er wird aus einem deutschen und einem französischen Vertteter bestehen. Ein dritter Delegierter wird durch gemeinsames Einvernehmen zwifckien deuttchen und französischen Organisationen bestimmt werden. Sollte hierüber«ine Einigung nicht zu erlangen lein, so wird die Repsra- tionskommission den dritten Vertreter selbst ernennen. Diese Kam» Mission wird alle strittigen Fälle entscheiden, Streitfragen und Mei- nungsverschiedenheiten regeln. Industriemoterial: Die Preise sämtlicher Materialien werden von dieser Kam« Mission festgesetzt werden. Zunächst soll der vor dem Kriege gültige französische Preis als Grundlage genommen werden, dann wird der Gegenwert in Goldmark festgesetzt werden. Die Preise spezieller Materialien(Maschinen, industrieller Anlogen) werden durch d i r e k> tes Einvernehmen zwischen den beiden Parteien festgelegt werden. Sohlenlieferungen: Hierfür werden in Zukunft diejenigen Preise gelten, hie die deutschen Großverbraucher zahlen. Die alliierten Mäch»« oerpflichten sich, die von Deutschland gelieferte Kohle nur für ihren eigenen Bedarf sowie den ihrer Kolonien oder Protektorate zu ver- wenden. Viehlieserungen: Deutschland schuldet Frankreich noch ungefähr 35I1<10 Pferde oder Stuten. Nunmehr wird Deutschland nur noch 12 300 Pferde und 500 Stuten zu liefern haben. Außerdem würde Frankreich es annehmen, daß 1730 Tiere, die 1920 mehr geliefert worden sind. als Komvenfation für 373 noch zu liefernde große Zuchtbenaste dienen. Wichtig ist, daß die Ausgaben für die französische Mission zur Rückerstattung des Viehs nunmehr nicht von Deutschland allein aetragen werden. Frankreich wird vielmehr ein Siebentel dieser Kosten übernehmen, die Deutschland gutgeschrieben werden sollen. Einsuhr nach Deuffchland: Deutschland wird zugeben, daß Rohstoffe oder halb- fertige französische Produkte nach Verzeichnissen ein- aeführt werden können. In einem anderen Verzeichnis wird Deutschland für aewisse Produkte die Kontingente festsetzen, die ein- geführt werden können. Endlich wird Deutschland in einem dritte? Verzeichnis einen Prozentsatz für jene Produkte diktieren, die sranzö- sischer Herkunst sind und deren Einfuhr nach Deutschland bisher ver- boten waren. Vorbehaltlich der Zustimmung der Reparotionskommifston wird zweiMonatenachUnterzei chnunqdesAbkommens die Erstattung des I n d u st r i e m a t e r i a l s ihr Ende erreichen. Deuffchland würde da» Eigentumsrecht auf dos Material wahren, das sich noch auf seinem Gebiete befindet. Innerhalb der nächsten acht Monate müßte jedoch Deutschland 120 000 Tonnen'Industrie- Material liefern, da» Frankreick» unter den Vorräten der deuffckien Regierung auswählen darf. Deuffchland würde si-ß Frankreich aegenühpr als Schuldner auf eine Summe von 188 Millionen G o l d m a r k bekennen, die 5 Proz. Zinsen tragen soll. Diese Summ« würde von Deutschland für vor dem 31. Dezember 1923 zu erteilende Aufträge zu verwenden sein. Diese Aufträge müßten unter die verschiedenen deutschen Industrien verteilt werden. Das bis zum 1. Mai 1920 erstattete Material würde von den noch zu liefernden 120 000 Tonnen in Abzug gebracht werden, unter der Bedingung, daß der Austrag zur Absendung dieses Materials vor dem eben genannten Zeitpunkt gegeben wurde. Die deutsche Reoierung setzt die Suche nach französischen toko- moliveu fort, die sich auf deutschem Gebiet befinden. Deutschland soll, ferner 3000 Kippwagen. 2300 Wagen mit Platt- formen und 300 Wagen für Holztransvort« abliefern. Frankreich würde auf eine Kompensation für die nicht erstatteten Lokomotiven verzichten. Die weitere Suche nack Bich, das Deuffchland nn Kneae recmiriert hat, wird eingestellt. Deuffchland liefert insgesamt 62 000 Pferde. 25 000 Rinder. 25 000 Schafe, 20 000 Bienenschwärme, Frankreich hingegen verzichtet auf eine größere Menge Biebs. Iin ganzen bätte es Anspruch aus 320 000 Rinder, 230 000 Scho'e. 800 000 Stück Geslügei. 200 Millionen Feldhühner und Fasanen und 60 000 Bienenschwärme. Die reaktionäre Gefahr wächst zusehends. Immer dreister tritt das militaristisch- monarchistische Gesindel auf, immer unverhüllter zeigen sich die Absichten der Gegenrevolutionäre. Da gilt es für olle Genossen mit größter Energie für die Verteidigung der Republik einzutreten. Das geschieht am wirkungsvollsten durch die Kaltstellung der reaktionären Presse, durch eine umfängliche und ununterorochene Werbe- arbeit für das Vlatt der Sozialdemokratischen Partei, den vorwärts! Ich abonniere den„vorwärts" mit der illustrierten � Sonntagsbeilage„Volk und Zeit", der Unterhaltungsbeilage< .Heimwelt" und der 14 täglich erscheinenden illustrierten Bei.| läge.Siedlung und Kleingarten' in Grotz-Berlin> täglich zweimal frei ins HauS für 10 M. pxo Monat September.\ Name------- � Wohnung: Straße?kr. vor»- Hof— Quergeb.— Seitenfl.— Tr. links— rechts bei GewerMastsbsWegung Arbeiter! Angestellte! Beamte! Brutaler und offener wie je wagte sich die Reaktion bei dem Mord und der Leichenschändung Erzbergers hervor. Einmütig müssen alle Schafsenden des Volkes, soweit ihnen die Freiheit des Wortes und der Person am Herzen liegt, gegen die meuchelnde Reaktion protestieren. Wir verständigten uns mit dem ADGB., daß er gemeinsam mit dem Afa-Bund, den Christlichen, Hirsch-Dunckerschen und Be- amtenorganisationen alle menschlich und freiheillich Denkenden an allen Orten zu einer gemeinsamen Aktion aufruft. Dies geschieht! Darum bitten wir, von allen voreiligen Schritten abzusehen, um die einheitliche Kundgebung nicht zu stören. Afa-Bund, Ortskartell Groß-Berlin: Schikoro. Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend: C. Vollmsrhaus. Zur öswegung üer Holzarbeiter öerlins! Nachdem die Leitung der.Aereinigk-m Verbände der Berliner Holzindustrie" sieht, wie ihre Front gegen den Reichsmantelvertrag abbröckelt, greifen sie zu Mitteln, die, gelinde gesogt, als„unfair" zu bezeichnen sind. In den einzelnen Bczirksversammliingen der Ar- beitgebsr wird nach wie vor damit operiert, daß mit Anerkennung des Vertrages jede Selbständigke-t der einzelnen Arbeitgeberorts» gruppen ausgeschaltet ist, ja, man versteigt sich soweit zu erklären, „die Annahme des Reichsmantelvertroges ist der erste Schritt zum Kommunismus". Das Schwenken mit dem rcien Lappen soll die bis auf die Knochen deutschnationalen Tischlermeister abhalten, den Ver- trag anzuerkennen. Ter Holzarbeiterverbond hat, da diese unwahren Behauptungen täglich wiederkehren, eine Aufklärungsschrift an alle Tischlermeister oerbreiten lassen, deren Wirkung sich schon bemerkbar macht. In dieser Ausklärungsschrift,„Weshalb der Kampf", sind alle die von Paeth und Genossen angeführten Uebertreibungen richtig- gestellt, und den Arbeitgebern gesagt, daß die Treibereien ihres .Obermeisters" das Berliner Holzgewerbe auf den Hund bringen. Zu seinem großen Leidwesen muß Herr Paeth sehen, wie mehr und mehr Arbeitgeber durch Leistung der Unter- schristen Frieden mit den Arbeitern schließen, und um dies zu verhindern, erscheint diesen Leuten jedes Mittel als gerecht. In der Anwendung von Druckmitteln sind sie skrupellos und selbst vor der Bestechung anderer Arbeiter, die als Heizer die Kraft für Holz- bearbeitungsmaschinen liesern, schrecken sie nicht zurück. Auch in der Beeinflussung der Aerzte haben sich die Herren schon versucht, indem Rundschreiben an Kassenärzte versandt sein sollen, worin ersucht wird, sich krankmeldende streikende und aus- gesperrte Holzarbeiter nicht krank zu schreiben. Bei der E r w.e r b s l o s e n f ll r s o r g« wird ebenfalls eingewirkt, keine Unter st ützung an ausgesperrte Holzorbeiter zu zahlen. Entlassungsscheine werden den Ausgesperrten ausgestellt, auf denen oermerkt ist, daß die Entlassung durch Stillegung infolge von Streik erfolgt und infolgedessen nach 8 lla des Statuts der Stadt Berlin über die Gewährung von Ermerbslosenunterstützung die Erwerbslosenfürsorg« keine Unterstützung zu zahlen braucht. Damit tollen die Kassen der Organisation geschwächt und die Arbeiter zum Nachgeben gezwungen werden. Trotz dieser wahrhaft schoflen Mittel stehen die Holzarbeiter mit derselben Zuversicht, wie am ersten Tage, im Kampf, und werden sich keinen Schritt von ihren Forderungen ab- drängen lassen. Di« Holzarbeiter haben den Kampf gegen die Teue- rung als eine der ersten Gruppen aufgenommen. Die Not zwang uns in den Kampf, den wir auch siegreich beenden werden. In dem Streik befinden sich zurzeit 667 Be- triebe mit 8 3 06 Arbeitern, ausgesperrt haben 29 Betriebe mit Isig Slrbeiterm Durch Unterschrift den Reichsmantelvertrag und das Berliner Lohn- abkommenanertannthaben227Betriebemit2478 Arbeitern. In diesen Tagen finden wieder mehrere Versammlungen der Arbeitgeber in den einzelnen Stadtbezirken statt. Werden die irregc- führten Arbeitgeber erneut widerspruchslos die Unwahrheiten der Drahtzieher aus der Alexanderstr. 31 hinnehmen? Das Flugblatt des Holzarbeiterverbandcs wird so manchem ein Licht aufgesteckt haben, die falsche Berichterstattung Paethscher Sendboten wird unter die Lupe zu nehmen sein und Klarheit gefordert werden müssen. Auch mit dem Prinzip des nicht sofort erkennbaren Zwangs- mittels der öffentlichen Abstimmung in den Unternehmerversamm- lunaen müßten die Arbeitgeber aufräumen, und wie in allen demo- kratilchen Organisationen geheime Abstimmung über alles, was zur Beschlußfassung vorgelegt wird, verlangen. Zur KaufmannSgerichtStvahl. In den Kamm-rsälen fand eine Versammlung von Handlung?- gehilfen und-gehilfinnen statt, die sich rückhalllos für die Liste des Zentraloerbandes der Angestellten bei den jetzigen Kaufmanns- gerichtswahlen aussprach. Die Ausführungen der Referenten Georg U ck o und Grete Weinberg wurden von der Versammlung mit lebhaftem Briiall aufgenommen. U ck o zeichnete die E n t w i ck- lungsgeschichte der Kaufmannsgerichte in kurzen Strichen und ging dann auf die Rechtsprechung derselben ein. Hier- bei berichtete er an Hand von Beispielen, wie die Kaufmannsgerirbts- rechtsprechung häufig bei gleicher Sachlage zu verschiedenen l?r- teilen kommt, die, soweit sie die Angestellten betreffen, ungünstig aussallen. Die Erklärung dafür liegt darin, daß Beisitzer im Kauf- mannsgericht sitzen, die sich in der Urteilsfprechung wesentlich von Rücksichten ans die Prinzipalität beeinflussen lassen. Daher ist es erforderlich. Zentralverbändler zu wählen, weil diele einzig»nd allein die Interessen der Angestellten zur Richtschnur ihres Handelns nehmen. Grete Weinberg sprach insbesondere über die B e d e u- tu na des Frauen Wahlrechts und zeigte ebenfalls an Hand non Beispielen, wie die arundsökliche Gegnerschaft deutschnotionaler Beisitzer gegen die Frauenarbeit sie gewissermaßen zu Urteilen zwingt, die als objektiv nicht angesprochen werden können. Wollen die weiblichen Angestellten eine auch ihren Bedürfnisien entsprechende Rechtsprechung, dann müssen sie die L'ste des Zevtralnerbandes der Angestellten wählen, weil diese allein Beisitzer vorschlägt, die grund- tzanölunqsgehilfinnen, ffanöiunssgehilfen! Heute fällt die Enlscheidung. Es gilt, das kausmemnsgericht durch klassenbewußte Angestellte zu besehen, damit die Entscheidungen de°selben von sozialem Geiste getragen sind. Deshalb gibt ieder Sanfmannsgerichtswähler lmännlich und weiblich) seine Stimme der freigewcrkschastlichen Liste Zentralverbanü üer Angestellten fe Bell-vue. Li». Ici'berg, Hauptstraße, Versammlung, einberufen vom Bezirksbetriebsrat der städtischen Detriebe Lichtenbergs. Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Dienstag �5 Ul)t bei Boeker, Weberstr. 17, Branch'cnversammlung der Etui» und Kartonnagenoranche. Bericht von den Verhandlungen. Trausportarbeiterverüand. Branche Bau» und Arbeitskutscher: Montag 7 Uhr im Lokal Fepfara. Melchiorstr. 15, Vertrcuiensmännersttzung.--. Handels» bilfsarbeiter und»arbeiterinnen aus allen Betrieben der Engroskonfektron und Bekleidungsindustrie: Montag V& Uhr im Dresdener Kasino, Dresdener Straße 96," Branchenversammlung.— Parker, Arbeiter, Arbeiterinnen, Kutscher, �' und Kraftroagenführer aus den Weingroßhandlungen und Lltor» 7 Ahr in den Zentral-Festsälen, Alte Iakobstr.� 32(an.der sätzlich und praktisch die Gleichberechtigung der Frauen im Handels- aewerbe anerkennen und daher die geeigneten Sachwalter auch der Inieresien der weiblichen Anaestellten sind. Die Rednerin unterstrich noch besonders das Verhalten des Ver- bände? der weiblichen Handels- und Vuremianaestellten. der es unter Führung des Fräulein Israel fertig bringe, seinen Mitgliedern die Wabl deutschnationaler, antisemitischer, frauenseinblcher Handlungs- gehilfen zu empfehlen. Sonntag, den 25. August 1921, muß sich zeigen, daß die Groß- Berliner Handlungsgebilfenßsiaft in ihrer üb-''-wäsiigenden Mehrheit aus dem Boden des Zentrolverbondes der Angestellten steht. Die Handlungsgehilfen und-gehilfinnen werden daher stimmen für die Liste Zentralverbaud der Angestellten(Asa). Dos Zentralwahlbureau des Z-wtralverbaudes der Angestellten befindet sich im Ortsbureau in der Belleallianeestr. 7'10. Es ist an« Senntag, den 25. August, von morgens 8 Uhr ob asöffnet. Kol- leginnen und Kollegen, die sich an den Wahlarbeiten beteiligen wollen, wöqen sich im Wahlbureau melden, soweit sie nicht eine direkte Mitteilung erhalten haben. Verhandlungen des TarifkartcNs Berlin. Die Tarifverhandlungen de? Tarifkartells der städtischen Arbeiter und Ange st eilten mit dem Magistrat haben gestern begonnen. Ein Endresultat wurde nicht erzielt. Die Ma- gistratsvertreter machten ein Angebot von SV Pf. für Arbeiter und von 40 Pf. für Arbeiterinnen und Jugendliche für die Stunde. Die Vertreter der Arbeiter und Angestellten lehnten dieses Angebot ab. Die Verhandlungen werden am Dienstag fortgesetzt. _ Dos Lohnkartell. Eine neue Warenverleilungsstelle des ADGB. in verlin. Die 10. Warenverteilungsstelle des ADGB. ist jetzt von der Berliner Ge- werkschaftskommission(als Unterverteilsr) eingerichtet worden. Sie befindet sich in dem Eckhause Kottbuser Damm 89, Ecke Lürknerstroße. In den unteren Räumen werden Trikotagen, Wäsche und Stiefel verkauft; in der oberen Etage ist ein reichhaltiges Lager an Konfektion, Stoffen und Berufskleidung. Die freigewerkschafllich etriebe-i: Dienstag elraniensuaße), große ivenatrnrnutig.— rnoutuiitticr. Dienstag 7 Ußr bei Boeker, Weberstr. 17, Vollversammlung. Ablauf des Tarls» Vertrages. Mitgliedsbuch legitimiert, Verkehrsbund. Mittwoch 7 Uhr im Rosentbaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12, Abteilungs.. Funktionär- und Betricbsrätekonferenz sämtlicher Funktionäre der Abteilung Post und Telegraphie. Die Entlassungsvcrsllgungen. Ergebnis der Verhandlungen. Tabakarbeiterverband. Donnerstag 6 Uhr in den Sophien. Tä/en, Sophien- straße 17/18, Mitgliederversammlung. Bericht über die Lohnbewegung in der gigarettenindustrie. Zentralverbaud der Glaser. Montag 7 Uhr im Gewerkschaftshaus, Vcrsamm- lung. Bericht der Tariskommission. Erscheinen aller Äollegen ist Pflicht.— Die Drtsvcrwaltung. Drutfcher We'kmcisterverband. Fachgruppe Holzindustrie: Berfammlung am Dienstag 7 Uhr im Schultheiß, Neue Iakobstr. 24j25, Gartensaal. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen erbeten. Zentralverbaud der Angestellten. Gemcindeverwaltungsangestellte: Montag Uhr in Havellands Fcstsälen, Neue Friedrichstr. Sä, Funktionärverioinm. lung.— llonsumgenosienschaften: Montag 8 Uhr in den Sophien-Sälen, Sophienstr. 17/18, Mitgliederveisammlung der BerkSuferinnen. Zentralverbaud de? Schnbwa»e? Devtfchlunda. Montag lh? Uhr bei Hent- schel, Äöpenilker Str. 127e, Branchenversammlung der Zuschneider. Pcrantwortlich für den redakt. Teil: Viktor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Tb. stUoikc. Veritn. Verlag: Vorwäris-Vertag G.m.b.H.. Berlin. IcuJ: Vor- wartZ-Buchdrulkerci u. Verlagsanitalt VavI Singer«. Co.. Lerlitt. Lmdrnltr. 8. Hierzu t Beilagen. Für Denmatiker und Uervenleideude! „Meine Schmerzen waren wie weggeblasen." In einem Briese an das Kontor Phaimacia, München, schreibt Herr W. Dockhorn, Göttinnen, u. a. folgendes:„Bestätige den Empfang ihrer Drucksachen und habe nach Durchsicht die Probe auf das Exempel gemacht, indem ich zwei Probepakete Togal mir größtem Erfolge verbraucht habe. Mein« rheumatischen Rückenschmerzen, welche sich infolge Hustens und Erichüllernnq nach vorn, Brusiseite, zogen, waren nach Verbrauch der 24—2? Tableiien wie weggeblasen. Werde dieses Mittel in Ihrem Interesse empfehlen, wo ich kann." Gleiche Wirkungen wurden mit Togal bei Nerven- und Kopf- schmerzen, Gelenkrheumatismus, Ischias, Hexenschuß, Gicht. Schmerzen in den Gelenken und Gliedern erzielt. Ein Veriub liegt im eigensten Jiiteresie. Hervorragende Aerzte verordnen Toaal-Tabletlen. Klinisch erprobt. In allen Apotheken erbälllich. I ahne 4 u. 7 Alk. mit TriedensUautschuk 5 Jahre schriftl. Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 Mk. an. Spez.; Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise. ahn-fraxis Katuani, Danziger Strajle 1. A Werf hei srs Wasch©-Woche Außerordentlich billige Preise I6.0 kfkvlhrte QnaUili KUsenbreUe Meier bewlhrle QaalU&t � Deckbeff breite Mir.£*�7$ Waschefuch fa,e 87, Wäschestoff 9™ Hemdentuch SÄ II*» Rciiforcc&ÄeM.to llzs tlis Wäschetuch ▼orsSsBdie QvnIUU,.. Louisiana 1Z;o Louisiana Köpcrbarchcnt lä?« Pikeebarchent.. ISso StubenhandtOcher ca. 44x100 cm.............. Stück Stubenhandtücher oSTÄ gea. and geb., ca. 48x100 cm...... SWdc Stubenhandtücher g�Äeb. ca. 48x110 cm.............. Srtlck Küchenhandtücher ca. 45x100 cm••••••••••••■* StUdc Küchenhandtücher SfÄTe achwere Qualität, ca. 48x100 cm.... 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Inter- nationale angehörenden Parteien der uns im Weltkriege feindlich gegenübergestandenen Völker und allen übrigen sozialistischen Par- teien dieser Völker dafür eintreten, daß einmal der Friedensvertrag schleunigst abgeändert, die Sanktionen ausgehoben und Deutschlmid beim Wiederaufbau usw. die nötigen Freiheiten gewährt werden, um seinen"bernommenen Verpflichtungen nachzukommen, die unerhörten Drangsalierungen und Schikanen insbesondere durch die Franzosen müssen, wenn in Zukunft Friede herrschen soll, unbedingt aufhören. Hamburg. Zur Prüfung der möglichst baldigen Durchführung der Vergesellschaftung der Produktionsmittel oder Herbeiführung der Sozialisierung der dafür reifen Betriebe(Bergwerke usw.. Eni- eignung des Grund und Bodens) wird der Parteivorstand beauftragt, eine ständig« Kommission dazu geeigneter Genossen zu berufen. Die- selbe hat da» Recht, aeeiqnet erscheinende Sachverständige heranzuziehen. Das Resultat ihrer Beratungen soll in Berichten, beziehungs- j weise Anträgen an den Vorstand oder an die Reichstagsfraktion sich auswirken. Sonneberg l. Thür. Der Parteitag beauftragt den Portcwor- stand, in Gemeinschaft mk dem Allgemeinen Deutsche» Gewerkschasts. Bund sofort Schrine zu unternehmen, vm dem tnnner mehr um sich ««sende« Wucher»it allen B�orsnartlketn— hauptsechllch mit den Lebensmitteln— entschiede» entgegenzutreten. vezirksporteikag der Pfal,. Der Porteioorstond»Sge»aß. nahmen ergreifen, daß durch dt« Presse, noch«ehr aber durch seinen E'nstuß auf die Parteifraktion«« des Reichstag, und der Sandtaa« Maßnahmen getroffen wenden, damit da» Betriebsrätegesetz in einer Weif« ausgebaut wird, um den Gefahre« der fortschrestenden Per- trust'mq der hndustrie vorzubcimen.■ Unkerbcstrksparleilog des Münsterlandes. Der Parteitag wolle beschließen, den Parteivorstand zu beauftragen, endlich dem sich stets wiederholenden Rufe Folge zu leisten und die„Gleichheit" für die Frauen obligatorisch einzuführen. li. bad. tandkagswahlkrei». Der Parteitag möge beschließen: Die„Gleichheit" wird zu einem wisienschaftlichen Bildungsorgan für die Frauenbewegung ausgebaut imd erscheint monatlich. Als Ersatz für die„Gleichheit" wird den sozialistischen Tooeszeitungen empfohlen, eine Sonntagsbeilage für die Frauen zu schaffen. Hamburg. Der Parteioorftand wird beauftragt, bis zum nächsten Parteitag zu prüfen, in welcher Form und unter welchen Bs- dingungen es möglich ist, für sämtliche weiblichen Mitglieder eine politilch-aufklärende Zeitung obligatorisch zu liesern. wroß-Floilbeck. Der Parteitag wolle den Parteivorstand bcauf- tragen, mehr als bisher Aufklärungsarbeit zu leisten durch Ver- tellung von Flugschriften und Ausgaben unserer Parteipresse mit werbenden Artikeln, Herausgabe laufender Zsufklärungsfchriften und Arbeit ähnlicher Art, und nötigenfalls dafür größere Mittel be- willigen. Berlin. An den Parteworstand das Ersuchen zu richten, eine Nrofchür« bzw. ein Flugblatt in Moflenairflage herauszugeben, in welcher in gedräng'er, aber schlagender Weise da» Verhalten der ein- zelnen Parteien bei der Steuergesetzgebung gekennzeichnet wird. Dorlmund. Der Parteitag wolle beschließen, den Parteivorstand zu beauftragen, dahin zu wirken, daß den tätigen Mitgliedern im Lande mehr als bisher aufklärendes Material über die Kullurziele der Partei, befonders in der gegenwärtigen Zeit, zur Verfügung ge- stellt wird. Schwerin l. M. Der Parteivorstand wird beauftragt, zwecks schneller und zuverlässiger Informationen der Presse sowie der Partei- und Gewerkschaftsfunktionäre über wichtige politische und wirtschaflliche Vorgänge im Ausland ehestens die Errichtung eines internationalen Nachrichtenbureaus in die Wege zu leiten. Metzlar. Dem Parteioorftand ist nahezulegen, einen Partei- gen offen mit der Zusammenstellung eines all« Fragen des allge- meinen Rechtes umfaffenden Werkes, insbesondere der sozialen Fragen und des Deschwerdeganges. wie sie der Genosse Stadthagen in seinem.Arbeiterrecht" zusammenstellt«, zu beauftragen. Hamburg. Der Parteitag beaustragt den Parteivorstand, ge- meinsam mit dem Parteiausschnß der Entwicklung der Parteipresse erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden, besonders mit Rücksicht auf die weit vorgeschrittene Stinnesierung des deutschen Zeitungswesens und der daraus resultierenden Schwierigkeiten für die Parteipresse. Berlin. Der Parteitag verurteilt die von einigen Genossen an dW bürgerlichen Zeitungen eingesandten, nicht im sozialistischen Sinne geschriebenen Artikel. Er beauftragt den Parteivorstand, die betr. Genossen zu veranlassen, daß keine die Parteitaktik und-disziplin schädigend« Haltung durch diese Einsendungen zum Ausdruck kommt. Die Genossen weisen noch auf die Notwendigkeit der Mitarbeit her- vorragender Genoffen an der sozialistischen Provinzpresse hin. Schmölln. Der Parteivorstand beauftragt den Parteivorstand, in vierteljährlichen Perioden die Anwesenheitsliste der Reichstags- abgeordneten herauszugeben, damit den Parteigenossen in der Pro- vinz die Möglichkeit gegeben wird, nachzuprüfen,"welche Abgeordneten bei wichtigen Abstimmungen gefehlt haben. Oberhausen(Rhld.). Der Parteitag wolle beschliehen: Der Parteitag gibt halbjährlich eine Broschüre zum Selbstkostenpreis heraus, in welcher die wichtigsten Anträge, Interpellationen und Ab- stimmunqen der einzelnen Parteien de» Reichs- und Landtages ent- halten sind, sowie in gedrängter Form die Haltung und Stellung- nähme der Parteien dazu. kiel. Der Parteitag wolle beschließen, aus Gründen der Partei- disziplin sollten alle Parteigenossen es ablehnen, über parfeitaktische Fragen in den bürgerlichen Pressen zu schreiben. Hannover. Alle Mitglieder der Partei sind oervslichtet, ihre Stellungnahm» zu Parteifragen nur in der Parteipreße zum Aus- druck zu bringen. Groh-hamborn. Der Parteitag wolle beschließen, sofort einen Ausschuß zu bilden, bestehend au» Fachleuten, Reichs-, Landtags- abgeordneten sowie Stadtverordneten, der einen Gesetzentwurf zur neuen Städteordnung, der sich an das sozialdemokratische Kommunal- Programm anschließt, ausarbeiten soll, um im ganzen Reich eine ein- heitliche Städteordnung zn schaffen. Bremen. Der Parteitag wolle beschließen: Den sozialdemokra- tischen Vertretern in den Landes- und Gemelndsparlamenten zu empfehlen, mit den Vertretern der USP. unter gewissen Bedingungen Arbeitsgemeinschaften zu errichten. Berlin. Der Parteitag beauftragt den Porteivorstand, unaus- gesetzt auf eine Einigung des Proletariats im politischen Kampfe hin- zuwirken. Der Parteitag spricht die Erwartung aus, daß unsere Vertreter in den Gemeinden. Landtagen und im Reichstag unter Wabrung ihrer Selbständigkeit eine Arbeitsgemeinichoft mit der USP. anstreben, um in wichtioen, die Hand- und kopfarbeitenden Klaffen betreffenden Fragen einheitlich vorzugehen. In der Er- füllung dieser Voraussetzung erblicken wir die Vorbedingung für eine Vereinigung a»? zentraler Grundlage. Die Einigung kann jedoch nur auf dem Boden der alten sozialdemokratischen Grundsätze er- folgen. Sörvp. E»»st zu versuchen, mit der USP. eine Einigung zu erzielen. Schönberg. Der Parteitag wolle nichts unversucht lassen, was zur Einigung mit der USPD führen kann. Altenstadt. Der Ortsverein Altenstädt der Svzialdenwkratischen Partei Deutschland» stellt den Antrag: Der Parteitag möge be- schließen, die Zusammenführung der beiden sozialistischen Parteien SPD. und USPD. baldigst zu ermöglichen, dadurch, daß sofort be- schleunigte Schritte unternommen werden, um die Einigung herbei- zuführen. Breslem-Stadt. Der Parteitag bearübt e», daß das Verhältnis der Sozialdemokratischen Partei zur Unabhängigen Sozialdemokra- tischen Partei in den letzten Monaten so geworden Ist, daß die Wiedervereinigung der beiden Parteien in abiehbarer Zeit möglich erscheint. Der Parteitag fordert die gesamte Arbeiterschaft auf, alles zu tun, was das Proletariat im Kampfe gegen das Kopital erneut zusammenschweißen kann. Aachen. Der Parteitaa beschließt die Einsetzung einer Kam- Mission, die mit allen sozialistischen Parteien, soweit sie nicht unter dem Diktat von Moskau stehen, in Verbinduna treten soll. Der Kommission wird die Ausgab» Überträgen, den Parteien Vorschläge für«in gemeinsame» Zusammenarbeiten im Reichstag sowie in den Landtagen und in den Kommunen zu unterbreiten. Ferner soll von Part-i zu Partei eine Verei''barung aetroslen werden, daß weniostens bei Mahlen und Aktionen eine qeoenseitige Bekämpfung in der Presse unterbleibt. Sobald diese Vcrbedlnaungen gegeben sind, ist die Grundlage für eine Bereinigung gefckwsten. Unferbezlr?«öttinaen. Der Parteitag in Görlitz stellt sich grundsätzlich«nif de» Vöde« der Einigung zwischen SPD. und USP. Hannover. Die innere ZerRssenbpit und vnewigWi innerhaS! der Arbeiterschaft und stirer pcllltlsche, Oraoni'ationer! bildet eine schwere Gefahr für den Veftond der demokratischen Republik und d-nnit zugleich da» gröbte Hindernis für die A"f«ärt»«ntmickl"ng des Proket-"'iot, Das Wiedereritark-n und Austreten de? Reaktion in s-tzter Zeit ist eine notwenbia« Fota« dieser Zerrissenheit. ver Parteitag beauftragt den Parteivorstand, all««»eigneten Schritte zu tun, um baldmöglichst zu einer Einigung mit der USPD. zu kommen. Franksur« a. M. Der Parteitan hat sich für die Einigung mit der USPD. auf der Grundlage der Freiheit der Meinungsäußerung und der Einheit im Handeln zu erklären. Bei taktischen Meinung»- Verschiedenheiten über politische Aktionen innerhalb und außerhalb de? Parlaments entscheidet die Mehrheit. Treben sS.-A.). Der Parteitag wolle mit allen Mitteln dahin wirken, daß eine Einigung der sazialistischen Parteien in aller Kürze zustand« kommt. Wismar. Der Parteitag wolle beschließen: Mit der USP. iiz Verhandlung zu treten, um eine Arbeitsgemeinschaft zu bilden. Koblenz. Der Parteitag möge beschließen: Der Parteivorstand wird Kcnuftragi, in Verhandlungen über die Wiedervereinigung mit der USP. einzutreten. Insbesondere sind alle Bestrebungen zur Bildung von Arbeitsgemeinschaften zwischen SPD. und USP z» fördern. Unierbezirt O fthavelland-Roppin. Der Parteitag in Görlitz wolle beschließen, wirklich geeignete Schritte zu unternehmen, um die Wiederoereinigung der beiden sozialistischen Parteien unter alle» Umständen zu ermöglichen. Riederlehme. Der Parteitag möge mit allen zu Gebote stehen»« den Mitteln auf die Einigung de? Prolelariate hmwirken und die gegenseitige Bekämpfung der Arbeiterpresse nach Möglichkeit ver- hindern. Schwerin i. M. Der Parteitag möge beschließen: Der Partei- vorstand wird ersucht, alle» zu tun, was der Wiedervereinigung der sozialistischen Parteien dienlich sein kann. Als nächste» Ziel auf diesem Weg ist die Bildung einer Arbeits» gemeinschoft zwischen den proletarischen Parteien zu erstreben. Eventuell ist mindestens ein« Verständigung über gemeinsam« Aktionen zur Sicherung und Verteidigung der Republik und der«« Errungenschaften zu erstreben. Reutiingen-Münslngen. Der Parteitag wolle sich für Schaffung von Arbeitsgemeinschaften der sozialistischen Parteien einsetzen, um in wichtigen Kultur- und Wirtschaftsfragen, an denen das werktätige Volk gleichen Anteil hat, eine Einheitsfront zu bilden, und um diese Fragen mit größerem Nachdruck vertreten zu können. Marburg a. d. Lahn. Die am 17. Juli in Marburg a. d. Lah» zusammengekommenen Vertreter des Verwaltungsbezirk» Marburg der SPD.(Bezirksoerband Hesien-Nassau) erkennen die ungeheuren Gefahren, die in der Zersplitterung der Arbeiterbewegung liegen. Sie fordern daher den in Görlitz stattfindenden Parteitag aus, all« Kräfte aus eine Einigung hinwirken zu lassen. I Hl. Organisation unS Agitation. Hamm(Wests.). Der Parteitag wolle beschließen, daß ein ein- hestlicher Monatsbeitrag eingeführt wird, und zwar 2,50 M. für männlich« und 2 M. für weibliche Mitglieder. Ludwigshafen. Der Parteitag in Görlitz wolle beschließen, die eingeführten Extrabeiträge den„Untertxzirken bzw. den Ortsgruppen" ganz zu überlassen. Lebrade. Der Beitrag für die ländliche Bevölkerung ist um ein Drittel niedriger festzusetzen, da die wirtschaftlichen Verhältnisse der Landbevölkerung ungünstiger sind als die der Industriearbeiterschost. Reumühlen-Dietrichsdors. Der Parteitag in Görlitz ermäßigt im Interesse der Agitation unter den Frauen di« Beiträge für die weib- liehen Mitglieder unserer Partei. Schwarlbuck. Ermäßigung der Beiträge für die ttveiblichan Mit« glieder. Berlin. Um den im Bezirksverband Berlin vorhandenen 20 Kreis- organifotionen die Möglichkest einer Vertretung in der Presse- kommission des„Vorwärts" zu geben, beschließt der Parteitag, die Zahl der Mitglieder dieser Kommission von 15 auf 20 zu erhöhen. Sleitin. In Erwägung dessen, daß die allgemeinen deutschen 'Parteitage nicht mehr ziffernmäßig stark besucht werden brauchen, damit sie demonstrativ wirken sollen: in weiterer Erwägung, daß die Parteitage infolge ihre» z» großen Umsanges arbeitsunfähia zu werden drohen: und schließlich mit Rücksicht auf die enorm hohen Kosten, d!« den Parteiorganisationen aus der Delegation erwachsen, fordert der Görlitzer Parteitag den Parteivorstand auf, in Ge- meinschast mit dem Parteiausschuß Vorschläge zu machen über eine andere Zusammensetzung des allgemeinen deutschen Parteitages(8 6 des Organisationsstatuts). Die Gesamtzahl aller gewählten und sonstigen Delegierten soll 200 nicht übersteigen. Wiesbaden. Die Parteitage der Sozialdemokratischen Partei haben in bezug auf die Anzahl der Delegierten eine Ausdehnung an- genommen, so daß die Arbeitsfähigkeit in Frage gestellt ist. Der Parteitag wählt aus diesem Grunde eine Kommission, die eine neue, dem parlamentarischen System entsprechende Geschäftsordnung auszu- arbeiten hat und die für die allgemeinen Parteitage einzuführen ist. Halle a. d. S. Der Parteitag begrüßt di« Bestrebungen der iin ADGB.. in der Afa und im Beamtenbund zusammengeschlossenen Be- rufsrrganisativncn der Hand- und Kopfarbeiter zu einem engen Ver« trogsoerhä'mis zu kommen. Der Paneitag hält alle berufstätigen Parteigenossen für»er- pflichtet, nur solchen gewerkschaftlichen Verbänden als Mitglied anzu- gehören, dl« sich diesen drei genannten Spitzenorganisationen ange- schlössen haben. Hamm(Wests.) Der Parteitag wolle beschließen, daß die Wahl der Vertreter zum Parteitag nicht mehr vom Bezirksparteitag, sondern durch Urabstimmung vorgenommen wird. Dresden. Die Frauen d«s 4., 5. und(5. Unterbezirks stellen an di« Frouenkonserenz Görlitz den Antrag, beim Parteitag eine Aende- rung des Dclegotionsmodu? zur Reichssrauenkonferenz und«in« Er- höhung der Mandate zu fordern. Lubwigslnst. Der Parteitag wolle beschliehen, daß in Zukunft die Bezirksparteitags möalichst zwischen der Bekanntgab» der Tages- Ordnung de- deutschen Parteitages und diesem selbst stattzufinden haben, um so den Genossen mehr Gelegenheit zur vorherigen Auesprache zu geben und das Interesse am Parteileden zu fördern. Werries be! Hamm.§ 23 Abschnitt 2 soll folgenden Wortlaut erhallen: Zur Partei kann serner nicht gehören, welcher einer andere» politischen Partei, Krieger- oder Militäroereinen als Mitglied angehört usw. Chemnitz. Der Parteitag wolle beschließen: Die Genossinneu und Genossen, welche sich in führender Stellung bestnden und di? Partei oder die Gewerkickeiften durch ihr« Verhalten schädigen, sind au» der Partei auszuschließen. Nordhausen. Der Partestoa wolle beschließen: Aus Anlaß der Tatsache, daß Genollen, die in der Partei an führenden Sellen stehen, in zunehmendem Maße bürgerliche Zeitung«« für ihre Polemik und schriftltellerilche Tätigkeit benutzen, wird für dl« Zukunlt die Benutzung d>?r bürgerlichen Prelle von der Genehmigung des Parteivorstcmdes abhängig gemocht. Anoelegenheiten der Partei sind in der eigenen Presse auszutragen. Nichtbeachtung dieses Beschlusses gibt dem Porteivorstand dos Recht, den zuwiderbandelnden Geckollen aus der Partei auszuschließen und ihn zur Riederlegung seiner Part-iamter zu veranlassen. Bremen. Ueber die TeilnabW« fszialdemokratilch» Vertreter an der Regierung de» Reiches entscheide: außer der Reichstagsirsktivn der Vartelvorstand und der Parteiausschuß. An den Regierungen der Länder außer der in Fr«»« komw-nden straktionan die zuständigen Parteiorganisationen, Vezirksinstonzen und Parteivorstond..... Hannover. Die Gehälter der Parteiangestellten sind zentral und nach Ortsklsssen zu regeln...„„.. Blarlinroda Die wichtigste und dringendste Aufgab« der Partei muß ee lein, mit allen Kräften daraus hinzuwirken, daß für die sozio- ltstilche Idee eine Mehrheit im Volke und damit im Parlament ge- schassen wird Es ist nätia. daß sich unlere Reichstagsabgeordneten und unsere alten Führer viel mehr der Ausklärungsardeit und Aa'- taiion für die Partei widmen. Die beste Organisation und der beste Wille der Unterorgane wird nicht in der Lage sein, die Beweguno trästig vorwärts zv treiben. GNpplncicn. Um dos Interesse m den Kreisen aller Volksschichten erneut für unsere Partei su wecken und die Agitation für Gewinnung neuer Parteimitglieder den Ortsvereinen zu erleichtern, beauftragt der Parteitag den Parteivorstand von Zeit zu Zeil, mindestens aber im Jahr zweimal, führende Parteigenossen vom Parteioorstand zu einem Bortagstournee durch das ganze Reich zu veranlassen. Auch Ttäd'e bis zu 20 000 Einwohner sollten mit solchen Versammlungen berücksichtigt werden und ganz besonders solche Städte, welche unter der Verwirrung der USP. und der Kommunisten stark zu leiden hatten. Hamburg. Die Werke und Schriften unserer Vorkämpfer Marx, Engels, Lassalle, Bebel usw. sind heute eine Notwendigkeit mehr denn je. Sich in den Besitz derselben zu setzen, ist heute denjenigen, denen diese Schriften zugedacht sind, eine Unmöglichkeit. Der Parteitag be- �auftragt deshalb den Parteivorstand, in Erwägung zu ziehen, ob sich von diesen Werken und sonstiger guter sozialistischer Literatur nicht Hestausqaben veranstalten lassen, damit diese Werke allen Partei- genossen zugänglich gemacht werden können. München. Der Parteitag wolle beschließen, der Parteioorstand wolle veranlassen, daß in den einzelnen Bezirken Deutschlands eine intensive Agitation in die Wege geleitet wird, die insbesondere das stäche Land erfassen soll. Die Agitation soll in der Hauptsache die Grundsätze und Ziele des Sozialismus, sowie die Gemeinde- und Staatspolitik der Sozial- demokrari-e erläutern und über die parlamentarischen Verhandlungen im Reich und Land die nötigen Aufklärungen geben. Soweit die Möglichkeit gegeben ist, soll sich die Agitation auf mehrere aufeinanderfolgende Tage erstrecken und besonders geeignete Spezialreferenten für diese Agitation gewonnen werden. Dortmund. Der Parteitag wolle beschließe», den Parteioorstand zu beauftragen, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß der Agitation in den ländlichen Gebieten viel mehr Aufmerksamkeit zuoewandt wird, als bisher. Es muß erreicht werden, daß die leistm'gsfähigeren Teile der Organisation in anderen Gebieten herangezogen werden, finanziell und dadurch, daß sie ihre Kräfte mit zur Verfügung stellen, den schweren Kampf der Parteipioniere auf dem Land« zu unterstützen— einen Kampf, der boute noch vielfach an die Zeiten des Sozialisten- getztzes erinnert. Nur durch wahre Parteisolidarität ist ein erfolg- reiches Arbeiten an allen Orten möglich. IV. Seeicht öer Iraktion ües Reichstages. Weimar. Nur in durchgreifender Sozinlisierung sehen wir das Mittel zum Aufbau und zur Rettung vor neuen Zerstörungen. Wir fordern deshalb Ausbau der Demokratie durch Selbstverwaltung der Betriebe sowie Unterstellung der Mehrwerte unter den Gemein- schaftswillen. Von Parteigenossen erwarten wir, daß sie nur so lange in politischen Aemtcrn verbleiben, als dadurch Machtpositionen in Richtung der Sozialisierung verbürgt erscheinen und unsere Mit- Verantwortung nicht lediglich zum Fortwursteln im bürgerlich-kapi- talistischen Sinne mißbraucht wird. Hannover. Die Reichstagsfrattion und die Landtagsfraktion isoben bei Regierungsbildungen ihre Entscheidungen im Einverneh- r.ien mit Parteivorstand und Parleiausschuß zu treffen. Zeno. Eine Regierungsbildung nimmt die Sozialdemokratische Partei nur mit Parteien vor, die nach ihren programmatischen Er- tlärungen und in der Praxis folgende Bedingungen erfüllen: t. Anerkennung der Republik, der Demokratie und des Porla- vwntarismus in Reich. Ländern und Gemeinden und der Verteidi- gung dieser fortschrittlichen Errungenschaften mit allen Mitteln; Ausbau der Demokratie in Verwaltung und Justiz; Republikani- sierunq der Reichswehr und der Polizeiorganisationen. 2. Friedensfreundliche Außenpolitik; loyale Durchführung des Friedensvertrags. 3. Sicherung und Ausbau des Achtstundentags und aller so- zialpolitischen Errungenschaften. 4. Ausbringung sämtlicher steuerlicher Lasten durch weitest- gehend« Heranziehung des Besitzes, insbesondere rücksichtslose Weg- steummg der Kriegs», Revolution?- und Jnflationsgewinne. Sletlin. Der Parteitag wolle beschließen: Ein Zusammen- gehen der Sozialdemokratischen Partei in der Regierung des Reichs oder eines Landes ist nur mit solchen Parteien möglich, die 1. die Republik anerkennen und zu verteidigen bereit sind; 2. für die Sicherung des demokratischen Selbstbestimmungs- rechts des Voltes in Reich. Staat und Gemeinde eintreten; 3. für die Demokratisierung der Verwaltung und für Republi- kanisierung der Reichswehr und der Polizeiorganisationen. 4. für eine pazifistische Außenpolitik, 5. für die loyale Erfüllung des Friedensdiktats und für die Aufbringung der Lasten in erster Linie durch größtmögliche steuer- liche Heranziehung des Besitzes, 6. für Ausbau der sozialen Gesetze, Erweiterung der Rechte der Arbeiter, Angestellten und Beamten in der Rätegesetzgebunz und Einfluß derselben auf die Gestaltung der Produktion ein- treten. Berlin. Der Parteitag erwartet von der Reichstogsfraktion und den Fraktionen der Landtog« sowie von ollen in Regierungsstellen befindlichen Parteigenossen, daß diese die Demokratisierung der Ver- waltung mehr als bisher mir allen Mitteln fördern. Insbesondere muh verlangt werden, daß alle wichtigen Beamtenstellen nur mit wirtlich republikanisch gesinnten Männern besetzt werden. Verlin. Der Parteitag wolle beschließen: Ein Zusammengehen der Sozialdemokratischen Partei in der Regierung des Reichs oder eines Landes ist nur mit solchen Par- teien möglich, die 1. die Republik anerkennen und zu verteidigen bereit sind. 2. für die Sicherung des demokratischen Selbstbcstiminungsrechts des Voltes in Reich, Staat und Gemeinde, 3. für die Demokratisierung der Verwaltung und für die Repu- blitanisierung der Reichswehr und der Polizeiorganisationen, 4. für ein« pazifistische Außenpolitik, S. für die loyale Erfüllung des Friedensdiktats und für die Aufbringung der Lasten in erster Linie durch größtmöglichste steuer» liche Heranziehung des Besitzes eintreten. Aachen. Der Parteitag wolle beschließen, nicht mit einer Par- rci die Regierung zu bilden, die nicht auf dem Boden der Republik steht. Wismar. Der Parteitag wolle beschließen, mtt der Bolkspartei keine Koalitionsregierung zu bUden. Dresden. Der Parteitag wolle sich eingehend mit der Demo- kratisierung der Verwaltung in Reich und Ländern befassen und Wege zeigen, dieselbe in unserem Sinne endlich zu oerwirtlichen. Zur Festigung der politischen Macht der Arbeiterklasse muß die Bureaukratie des alten Deutschlands beseitigt werden. Zumindestens wolle sich der Parteitag die Beschlüsse der sächsischen Landeskonferenz in dieser Frage zu eigen machen. Lüneburg. Unser» Vertreter im Reichstag und in den Land- tagen der Bundesstaaten sowie die Parteigenossen in Regierung?- und Verwaltungsämtern haben mit größter Entschiedenheit für eine Vereinfckchung und Demokratisierung des Derwaltungsapparats einzutreten. Köln und Koblenz. Der Parteitag wolle beschließen: Ein Zu- sommengehen der Sozialdemokratischen Partei in der Regierung des Reichs oder eines Landes ist nur mit solchen Parteien möglich, die l die Republik anerkennen und zu verteidigen bereit sind. 2. für die Sicherung des demokratischen Selbstbestimmungsreebts des Volkes in Reich, Staat und Gemeinde, 3. für die Demokratisierung der Ver- waltung und für die Republikanisicrung der Reichswehr und der Polizeiorganisationen, 4. für eine vazisistische Außenpolitik, 3. für die Aufbringung der Lasten in erster Linie durch größtmöglichste steuerliche Heranziehung des Besitzes eintreten. fsronksart a. M. Die Reichstagsfraktion und Mitglieder der Neichsregiening werden ersucht, dafür Sorge zu tragen, daß im Aus- wärtiqen Amt ein demokratischerer Geist einzieht. vi« BeamtenzaH! ist auf ein Mindestmaß zu verringern, da der Beamtenappa.rat bedeutend über das Notwendige hinausgeht. Führende Männer des In- und Ausländes beanstanden den lang- famen Gong des Amte», der sein« Urjach« in dem scheinbar unausrott- baren Dureaukratismus hat. Kein Auswärtiges Amt einer anderen Macht beschäftigt eine solch große Beamtenzahl. Die Reichstagsiraktion wird ersucht, bei dem Auswärtigen Amt die Berufung von Sozialattaches an die Auslandsvertretungen zu rerlangen, welch: mit den Arbeiterorganisationen der betreffenden Länder Fühlung halten sollen. Auf die Vereinfachung der ausländischen Vertretungen hinzu- wirken und unter allen Umständen daraus zu dringen, daß die Bot- schifter, Gesandten usw. Deutschlands auf dem Boden der Republik stehen und deren Gedanken vertreten. Der Parteitag wolle beschließen, daß die Fraktion und die Mit- glioder in der Regierung daraus hinwirken, daß eine Verordnung erlasien wird, welche folgendem entsprich: Deutsch Vertretungen und Hasenbehörden im In- und Auslande sind anzuweisen, daß Schiffen, welch nicht die oersossungsgrmäße Flagge führen, keine Papiere und Gcleitscheine erteilt werden dürfen. Zwickau. Ein Zusammengehen der Sozialdemokratischn Partei in der Regierung des Reichs oder eines Landes ist nur mit folchn Parteien möglich, die 1. grundsätzlich und talsächlich auf dem Boden der oepublikanifchn Staatsform stehen und die Republik zu verteidigen bereit sind, 2. für die Sicherung des demokratischen Selbstbestimmungsrechts des Volkes in Reich, Staat und Gemeinde sind, 3. für die Demokratisierung der Verwaltung und für die Republi- kanisierung der Reichswehr und Polizeivrganisotionen, 4. für die Soziaiisierung der dafür reifen Wirtschastszweig«, � 5. für die Aufbringung der Lasten in erster Linie durch größt- möglichste steuerliche Heranziehung des Besitzes, 6. für«in« pazisistisch Außenpolitik«intreten. Eine solche Regierungskoalition kann aber auch nur dann in Frage kommen, wenn die Interessen des Proletariats sie zwingend erfordern und der sozialistische Einfluß in der Regierung so stark ist, daß er bestimmend auf die Geschehnisse einwirken kann. Jena, n) Der Parteitag mißbilligt angesichts der zentralen Or- ganisation der Deutschen Boikspartei die Regierungsbildung der Gs- nassen in Mecklenburg und Lippe mit der Deutschen Volkspartei. b) Der Parteitag betrachtet die für die Koalitionspolüik der Reichstagsfraktion maßgebenden Grundlagen auch für die Frakionen der Genosicn in den Einzellandtagen kür bindend. c) Der Parteivorstand wird beauftragt,«ine Zentralstelle für die Politik der Sozialdemokratischen Fraktionen in den Einzcllandtagen einzurichten und eine Konferenz der sozialdemokratischen Abgeordneten der Einzellandtage einzuberufen. Sottbuo. Da das starre Festhalten an ber ablehnenden Haltung gegenüber einer Koalition mit Einschluß der Deutschen Volkspartci sich während der Regierungskrise in Preußen als nachteilig erwiesen hat, möge der Parteitag im Interesse der sozialdemokratischen Wähler- massen den Fraktionen im Reich, in den Ländern und Oemeindem eine größere taktische Beweglichkeit einräumen, die auch die Möglich- keit einer Koalition mit der Deuttchen Volkspartei unter der Bedin- gung von Sicherungen für den Bestand der Republik nicht ausschließt. Dießen. Resolution. Die am 19. Juli in Gießen stattfindend« Konferenz des(5. Aaitationsbezirks billigt das Eintreten der Par.si für das Londoner Ultimatum und den Wiedereintritt in die Re- gieruna. Sie wünscht, daß die Fraktion darauf besteht, daß sie eine ihrer Stärke entsprechende Vertretung in der Reichs- und preußischen Regierung findet. Vor allem ist anzustreben eine Politik, welche die gewaltigen Ueberprofit« der Landwirtschaft, der Industrie, des Groß- Handels und der Banken zur Wiedergutmachung heranzieht; und die Demokratisieruna der Strakgenckt-» allen Instanzen durch die nötige Anzahl von Laienbeisitzern bewirkt. Di« Konferenz erklärte es für die wichtigste Aufgabe unserer Partei, in und außer der Regierung nach ollen Richtungen auf die Befestiaung und den Ausbau der demokratischen und soziolistllchen Republik�zu dränoen. Ein Zusammenarbeiten mit der Deutschen Volkspartei und jeder anderen, die nicht auf dem Boden der Republik sieht, ist entschieden abzulehnen. Darmstadt. Der Parteitoq erhebt aufs neue die Resolution des Kasseler Parteitages betreffs einer Koalition mit bürgerlichen Par- keien zum Beschluß. Dieser Beschluß wird auch ausgedehnt auf die einzelnen Länder, da sich bis jetzt in den politischen Verhältnissen nichts ergeben hat, was eine Koalition mit der Deutschen Volkspartci als notwendig erscheinen läßt. Rostock. Der Parteitag möge beschließen: Der Parteitag billigt die Haltung der Reichstagsfraktion anläßlich des Entente-Ultimatums und des Wiedereintritts unserer Genosien in die Reichsregierung und erklärt erneut, ein Zusammenarbeiten in einer Regierungskoalition mit bürgerlichen Parteien kann sowohl im Reich wie in den Ländern nur in Frag« kommen, wenn dies« grund- sätzlich und tatsächlich aus dem Boden der Republik und der Derfosiung stehen. Breslau-Skadt. Der Parteitag bekräftigt den Kasseler Beschluß, wonach ein Zusammenarbeiten der Sozialdemokratie mit Parteien, die nicht arundsötzlich und tatsächlich auf dem Boden der republikanisch:» Berfasiung stehen, nicht in Frage kommt. Der Parteitag stellt fest, daß dieser Beschluß nicht nur für die parlamentarische Arbeit im Reich, sondern auch für die in den Ländern bindende Norm ist. Frankfurt a. M. Der Kasseler Beschluß— Ablehnung jeder Re- gierungsgemeinschost mtt Parteien, die nicht auf dem Boden der Republik stehen— gilt auch für die Gliedstaaten. Znsierburg. Reioiution. 1. Di« Kreiskonserenz Insterburg de? SPD. verlangt einstimmig die Ablehnung des Kottbuser Antrages, in welchem sie einen Verrat an den sozialistischen Grundsätzen erblickt. Ein Zu'ammenqehen mit der Deutschen Volkspartei— sei es auch mit Rücksicht auf die schweren Lasten des Ultimatums— kann nur zum Unheil des arbeitenden Volkes ausschiagen, dem zweifellos die Haupt- bürde der Lasten auferlegt würde. Di« Koalition mit der Deutsch«» Volkspartei ist auch in den Parlamenten der Provinzen und Ge- meiuden unzulässig. Nur in der Durchdringung der Wirtschaft mit sozialistischen Grundsätzen— gegen die Deutsche Volkspartei—, nur in einer sozialistischen den Besitz treffenden Steuerpolitik kann dem deutsch'» Volke Rettung werden. Je klarer die Partei in diesem Sinne Stellung nimmt, um so mehr wird sie das deutsche Volk— auch bei einem Volksentscheid— hinter sich haben. Zur Erreichung dieses Zieles ist die Einigung der ArbeiterNaffe unbedingte Voraussetzung. Wir beantragen darum, daß der Parteitag sich klar und ent- schieden zur Einigung und Verschmelzung mit der USPD. bekennt. 2. Die Kreiskonferer.z der SPD. verlangt vom Parteitag ent- schieden die Erkämpfunq der Aufhebung des nunmehr im zweiten Jahre in Ostpreußen bestehenden Ausnahmezustandes. Wir miß- billigen, daß die Reichstagsirattion bisher nicht in zureichendem Maße ihre Kraft für die Beseitigung dieses Unrechts sich eingesetzt hat. Weder außen- noch innenpolitische Verhältnisie rechtfertigen unsere Degradation zu Staatsbürgern zweiter Klasse und die Militärdiktatur des Kopp-Generals v. Dassels. Verlin. Der Parteitag beauftragt die Reichstags- und sämtliche Landtagsfraktionen und die der freien Städte, in den Parlamenten dahin zu wirken, daß endlich die alten Wahrzeichen der Monarchie, wie Fahnen, Stempel usw., bei den Reichs« und Landesbehörden ein- gezogen und durch die in der Verfasiung vorgesehenen ersetzt werden. Durch Verordnung sind diese Mißstände zu beseitigen. Handelt ein Beamter oder Angestellter einer Behörde entgegen dieser Verordnung, dann erfolgt sofortige Entlassung ohne Pension. Siel. Der Parteitag wolle die Reichstagsfraktion beauflagen, auf strikt« Durchführung der Verordnung des Reichspräsidenten betr. Flaggentührung durch Handels- und Kriegsschiff« hwzuarbeiten. Stuttgart. Der Parteitag wolle beschließen: Die Reichstags- kraktion der SPD. bat mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln für die Aufhcblmg des Verbots des Re'chswirtichoftsoerbandes deutscher derzeitiger und ehemaliger Verusssoidoten einzutreten. Franksort a. M. Der Parteioorstand und die Reickisiagssraktion wird beauftragt, unverzüglich au die Lösung der Reichswehrsrage im Sinne der Ausmerzung der monachistilch»n Offizier« und der Schaffung einer wahrhaft republikanischen Wehrmacht heranzutreten. Limbach i. Sa. Di« Fraktion soll ersuche werden, Mittel für die Reichswehr in ihrer jetzigen antirepublikanischen Zusammensetzung nicht wieder zu bewilligen. Dasselbe still auch für die Flotte gelte». Olching. Die Reichstagsfraktion ist zu veranlassen, die Reichs- regierung aufzufordern, bis zum Zusammentritt des Reichetoges zu seiner Herbsttagung einen mnfassenden Gesetzentwurs vorzulegen, in welchem die grundsätzliche Beschränkung des landwirtschaftlichen Großgrundbesitzes zugunsten des kleines Besitzers zum Ausdruck kommt. Hamburg. Der Parteitag wolle beschließen, die Reichstagsfraktion zu beauftragen, einen Gesetzentwurf auszuarbeiten, nach welchem fernerhin all« bebauten Grundstücke der Amortisation unterliegen. Um die Amortisation so schnell wie möglich zu fördern und die De- nutzer(Mieter) nicht unnütz zu belasten, ist die Form der Kapitali- sierung zu wählen anstatt der gewöhnlichen Abschreibung. Sobald durch die Amortisierung die Hypothekenlasten und das eigene Geld des jeweiligen Besitzers des Grundstückes getilgt sind, geht das Grund- stück kostenlos in den Besitz des Staates über. 6. badischer Landtagswahlkreis. Der Parteitag möge beschließen: In Anbetracht der Bedeutung der Elektrizität für unser Wirtschafts« leben fordert der Parteiag die beschleunige Sozialisterung der Energie- wirschast. Schmölln. Der Parteitag verpflichtet alle Vertreter der SPD. in Reich, Staat und Gemeinde zur raschen Soziaiisierung des Bauwejens alle im Rahmen des Musterstatuts des Verbandes Sozialer Bau- betriebe Deutschlands gegründeten Bauhütten mtt allen zu Gebote stehenden Mitteln zu unterstützen. Jena. Der Parteitag wolle beschließen: Dos vom Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund einstimmig angenommene Programm zur Sozialisierung der Kohlenwirtschaft wird vom Parteitag ange- nommen. Zeno. Der Parteitag wolle beschließen: Der Entwurf«in-'S Kohlenwirtschaftsgesetzes, Borschlag I der Sozialisterungskommission, wird vom Parteitag angenommen. Ebingen. Angesichts der fortschreitenden Verteuerung aller wichtigen Lebens- und Bedarfsartikel, die eine empfindliche Notlage breiter Volksschichten, und In der Folge Verelendung derselben zur Folge haben muß, sieht sich die Wahlkreiskonferenz des 18. württem- bergischen Wahlkreises veranlaßt, den Partettag zu ersuchen, zu be- schließen: 1. Die Parteiinstanzen, insbesondere die Fraktionen des Reichs- tags und der Landtage, iowie der Gemeindevertretungen haben dafür zu sorgen, daß den besitzlosen Volksschichten die Existenzmöglichkett erhalten bleibt. 2. Bei der Beratuna der Steueroorlagen darf die Partei zunächst nur solchen Steuern zustimmen, die den tragfähigen Besitz belasten. Indirekte bzw. Verbrauchssteuern dürfen nur dann angenommen werden, wenn alle Möglichkeiten, den Besitz zu erfassen, erschöpft sind. Dortmund. Der Bezirksparteitag für das westliche Westfalen er- klärt, daß die von der Reichsregierung vorgeschlagenen Steuern für die Sozialdemokratische Partei unannehmbar sind. Der Bezirkspartei- tag wünscht im Falle des Festhaltens der Regierung an der Gesamtheit dieses Steuerprogramms die Neuwahl des Reichstages. Durch die Befragung des Volkes soll klargestellt werden, welche Steuer das deutsche Volk tragen ka in. Der Parteitag verkennt durchans nicht die Notwendigkeit einer Gesundung des Geld- und Finanzwesens. Wir müssen aus der Un- icherheit unseres Geldweefns herauskommen und der Vermehrung der papiernen Zahlungsmittel ein Ende bereiten. Wir müssen Ord° nung In den Reichshau-halt bringen und die der Entente gegenüber eingegangenen Verpflichtungen erfüllen. Um diesen Aufgaben zu genügen, was auch im Interesse der Arbeiterklasse liegt, ist die Sozialdemokratische Partei bereit, Opfer zu bringen. Aber sie muß fordern, daß zuvor die besitzenden Klassen in besonders einschneidender Weise zur Steuerleistung herangezogen werden, so daß die Steuerverpflichtungen des Besitzes der künstigen Steuerreform den charakteristischen Stempel aufdrücken. Des weiteren fordert der Parteitag, daß, um die Gesundung unserer Finanz- und Wirtschastsverhältnisie zu erreichen, die Reichs- regierung zu einer planmäßigen Zusammenfasiung und Beeinflussung der Wirtschaftskräfte schreitet und die Soziolisierung der dazu reifen Industrien vornimmt. Stuttgart. Angesichts der fortschreitenden Verteuerung aller wichtigen Lebens- und Bedarfsartikel, die eine empfindliche Notlage breiler Volksschichten und in der Folge Verelendung derselben mit sich bringen muß, sieht sich die Frauengruppe Kannstatt veranlaßt, den Parteitag zu ersuchen, folgendes zu beschließen: Die Parteiinstanzen, insbesondere die Fraktionen des Reichs- und Landtags sowie der Gc- meinderät« haben mit allen Mitteln dafür zu sorgen, daß den besitz- losen Volksschichten die Existenzmöglichleit erhalten bleibt. Bei der Beratung der Steuervorlagen darf die Partei zunächst nur solchen Steuern zustimmen, die den tragfähigen Besitz belasten. Indirekte bzw. Verbrauchssteuern müssen solange abgelehnt werden, bis alle Möalicbkeiten, den Besitz zu ersasien, erschöpft sind. Aachen. Der Parteitag ersucht die Fraktion, bei der Beratung der neuen Steuern alles daranzusetzen, damit die unteren Schichten des Volkes vor neuen steuerlichen Belastungen oerschont werden. In der Hauptsache soll die Fraktion ihrey ganzen Einfluß dahin geltend machen, daß die neuen Steuern restlos von den besitzenven Ständen getragen werden. Morlinroda. Die Ortsgruppe Martinroda erwartet von der Partei, daß sie bei den bevorstehenden Steuerkämpsen eine feste und klare Stellung einnimmt. Ehe irgendwelche andere indirekten Steuern bewilligt werden, muß es für unsere Partei Vorbedingung sein, für die nicht vom Lohnabzug bctrossenen Kreise eine Steuer zu schaffen, die dem Lohn- abzug in ihrer Wirkung ungefähr gleichkommt. Die Möglichkeit zu größeren Steuerhinterziehungen darf nicht mehr bestehen. Söni�stein. Die Ortsgruppe Königstein erwartet vom Partei- tag klare Stellungnahme und nachdrücklichste Maßnahmen zur Er- fassrmg der Gold- und Sachwerte und Beteiligung des Reiches an der Substanz der wirtschafrlichen Produktion. Magdeburg. 1. Daß die Rückzahlung der für das Stcuerjahr 1920 infolge Lohnabzugs zuviel einbehaltenen Steuerbeträge bal- digst erfolgt.» 2. Den vom Steuerabzug befreiten Betrag für Werbungsun- kosten, 1800 M. pro Jahr, für die Arbeitnehmer mit Familie zu erhöhen, da die Wsrbimgsutikosten(z. B. Versicherungsgebühren, Beiträge nfw.) eines Steuerzahlers mit Famfli» größer sind wie di« eines Ledigen. Wird der Betrag für Werbungsunkoften erhöht, vermindern sich die besonderen Veranlagungen dieser Arbeitnehmer und werden unberechtigte Steuerabzüge für 1921 oermieden, die erst im anderen Jahre zurückgezahlt werden. Leipzig. Die wieder stark anschwellende Teuerung, die die Ar- beiterschaft am härtesten trifft, sowie die steuerliche Belastung be- deuten für diese den schwersten Existenzkamps. Die Arbeiterschaft ist nicht in der Lage, weitere Lasten zu tragen. Es müssen deshalb von den tragfähigen Schichten des Volkes diejenigen Summen end- lich restlos erfaßt werden, die Reich und Staat auf Grund der be- stehenden Steuergesetze zu verlangen berechtigt sind. Der Parteitag beauftragt den Parteioorstand und die Reichstagsfraktion, die vom Reichsminister beabsichtigten neuen Steuern, sowett sie indirekte sind und auf die arbeitend« Bevölkerung abgewälzt werden fallen, abzulehnen. Dagegen sind der Besitz, sowie die ungeheuren Ge- winne der Industrie und der Landwirtschaft in der Form zu er- fassen, wie sie das Reichswirtschaftsministerrum(Beteiligung an der Industrie und am Grundbesitz) in Vorschlag gebraut hat. Dies ist um so mehr notwendig, als bis jetzt fast nur die Arbeiter, An- gestellten und Beamten, durch den Abzug an Lohn und Gehalt. dem Reich die Mittel lieferten zur Aufrechterhaltung der Staats- Wirtschaft. Vezirksparkeilag der Pfalz. Unsere Reichstagsfraktion ist zu beauftragen, gegen jede weitere Erhöhung der Lohnsteuer, ebenso gegen jede weitere Belastung der Arbetterschaft durch indirekte Steuern Front zu machen. Verlin. Unseren Genossen im Reichstag und in der Regierung ist es zur Pflicht zu machen, bei der Aufbringung der finanziellen Leistungen in erster Linie die Belastung des Besitzes und des Unter- nehmergewinnes bis au die äußerste Grenze durchzuführen und da- für Sorge zu tragen, daß die kapitalistische Steuersabctag« der letzten Zeit mit allen PUteln gebrochen wird. Tatkräftige Demokratisierung der Verwaltung und Reformen der Rechtspslege sind hierfür und für den inneren Wiederaufbau unbedingte Voraussetzungen. Bei der Durchführung einer solchen Politik wird die gesamte Arbeiterschaft hinter der Regierung stehen. Schwerin i. ZN. Der Parteitag möge beschließen, so lange nicht die Kapitalsteuern, Reichsnotopfer, Erbschaftssteuer, sowie eine schärfere Erfasiung des in Sachwert bestehenden Besitzes erfolgt ist. die Reichstagsfraktion zu beauftragen, gegen jede indirekte Steuer, Verbrauchssteuer, zu stimmen. Brüel i. ZN. Der Parteitag möge beschließen, daß die Reichs- tagsfraktion mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln für die Ab- fchafung der indirekten Steuern sorgen möge. Schmölln, Der Parteitag beauftragt die Reichstagsfraktion, dahin zu wirken, daß jeder Steuerselbsteinschätzer bis zur endgül- tigen Veranlagung durch die Steuereinschätzungskommission 10 Pro- zent Steuern' auf das von ihm angegebene Einkommen sofort zu zahlen hat. Der Millionenschaden, den die Reichskasse durch die unerhört lange chinauszögerung der Durchführung der Steuer aus Besitz er- leidet und die es dem Kapitalbesitz ermöglicht, mit dem dem Staate entzogenen Millionen reaktionäre Einrichtungen, wie die Orgesch, Selbstschutz, Technische Nothilfe usw. zu finanzieren, macht es der Reichstagsfraktion zur ernstesten Pflicht, sich für die rascheste Durch- führung'der Besitzsteuer mit aller Kraft einzusetzen. Wiesbaden. Der Parteitag beschließt, die sozialdemokratische Reichstagsfraktion und insbesondere die sozialistischen Mitglieder der Reichsregierung haben alles aufzubieten, daß die Kriegsabgabe vom Vermögenszuwachs endlich und rücksichtslos zur Erhebung gelangt. Wiesbaden. Der Parteitag zu Görlitz möge beschließen: Die Fraktion des Reichstages hat bei der Beratung der neuen Steuer- vorlagen dahin zu wirken, daß ein Kraftfahrzeugsteuergesetz An- nähme findet, durch das in gerechter Weise die überhandnehmenden Luxusfahrten, die zumeist auch eine schwere Belästigung des Publi- kunis darstellen, zur Steuer herangezogen werden. Die Besteuerung solcher Fahrten muß so hoch sein, daß der Anreiz gegenüber der Eisenbahn, Kraftfahrzeuge zu benutzen, verloren geht. Es empfiehlt sich, die Steuersumme nach den zurückgelegten Entfernungen zu berechnen, also Kilometersteuer einzuführen. kiel. In Anbetracht dessen, daß die neuen Steuervorlagen der Reichsregierung 10 indirekte und nur 5 indirekte Steuergesetze enthalten, erwartet der Sozialdemokratische Verein Groß-Kiel von der Reichstagsfraktion, daß sie diesen Steuerplänen ih-e Zustimmung versagt. Die Arbeiter, Angestellten und Beamten, die schon jetzt bis zum letzten Pfennig ihres Einkommens zur Steuer herangezogen werden, können keine neuen Lasten mehr ertragen. Die Regierung muß mit der Erfasiung der Koldwerte Ernst machen. Die Reichstagsfraktion hat für eine Aoldwertsteuer des ganzen agrarischen und industriellen Kapitalbesitzes einzutreten und zwar nicht an Stelle, sondern neben den bestehenden und geplanten direkten Steuern. In diesem Kampfe um eine gerechte Verteilung der Losten werden die Vertreter in den Parlamenten die Unterstützung des ar- beitenden Volkes in Stadt und Land finden. Frankfurt am Wain. Der Parteitag wolle eine internationalc Vereinbarung treffen, wonach die Steuerflucht in allen Ländern unter gegenseitiger Jnteressenwabrung verhindert wird. Frankfurt am Main. Der Parteitag ersucht die Reichstagsfrok- tion, bei der kommenden Verhandlung der Steuersragen folgende Anträge einzubringen: 1. Zur Reichsabgabenordnung. a) Die Ausführung des§ 1S4, welcher verlangt, daß jeder, der über ein Einkommen von 10 000 M. und mehr verfügt, ein Buch führen soll, soll in eine Muß-Dorschrift umgewandelt werden; b) die Finanzämter sollen angewiesen werden, die Strueraus- schüsie schnellstens zusammenzurufen; c) die eidesstattliche Vernehmung soll jedem Finanzamt selbstän- big erlaubt sein. 2. Zum Körperschafts st euergesetz. ,) Das G. m. b. ch.-Gefetz ist dahingehend zu erweitern, daß die Gesellschaften verpflichtet sind, ihre Bilanzen zu veröffentlichen; b) für alle G. m. b. H. ist ein Aufsichtsrat zu bestellen, desien Pflichten und Rechte vom Aktiengesetze zu übernehmen sind; c) Reserven und Gewinne sind verschiedenllich zu besteuern, aber die Reserven in Klassen einzuteilen. Die Umwandlung von Tausenden von offenen Handelsgesell- schaften in G.m.b.H. mit 300 000 Mk. Kapital soll auf Grund des § 5 der Reichsabgabenordnung nachgeprüft werden. Zu weiteren Umwandlungen soll die Genehmigung erst nach Prüfung der wirtschaftlichen Notwendigkeit erteilt werden. S. Zum Kapitalertrags st euergesetz. a) Den Absatz 5 im§ 3 des Gesetzes, welcher die G.m.b.H. bis zu 300 000 M. Kapital unter der Bedingung, daß nur 3 Gesellschafter beteiligt sind und nur. Gesellschafter Geschäftsführer sind, von der Kapitalertl agssteuer befreit zu streichen, da er in großem Maße mißbraucht worden ist; � b) bei§ 5 Absatz 10 die Höhe der Beteiligungsquote auf SO Prozent heraufzusetzen, da sonst durch mehrere Schachtelgesellschaften die Steuer umgangen wird; c) die Bezuosrechte nach der Höhe des Aktienkurses zum Be- zugsrecht progressiv bis SO Prozent zu besteuern und den Gesell- schaften bzw. Banken wie bei dem Kapitalertragssteuergesetz den Einzug zu übertragen. 4. Zum Einkommensteuergesetz. a) Zu§ 11 Absatz 5 in den Ausführungsbestimmungen festzu- legen, daß Gewinne aus dem Verkauf von Effekten, welche bei dem Ankauf nicht aus Vermögen, sondern aus Krediten bezahlt wurden (Spekulation) als Einkommeq anzusehen sind; b) daß bei der Steuererklärung die Spesenentnahmcn auf- gegeben werden müsien: c) Provisionszahlungen an Ausländer separat ausgegeben werden: <1) bei der Landwirtschaft die Veranlagung von einem durch einen Ausschuß des Reichstages festzusetzenden Mindesteinkommen ausgeht. 5. Zum Stempelgesetz. ») Der Gesellschastsstempel für Aktiengesellschaften und G. m. H.H. ist auf 10 Prozent zu erhöhen; b).Börfenstempel; auf Devisengeschäfte ist ein Stempel von mindestens S pro Mille zu erheben. 6. Kapitalsluchtgesetz. Die Gewinne aus Konten von Ausländern bei inländischen Banken, über welche ein Inländer volle? Verfügungsrecht hat und auf welchem Geschäfte(Esfektentransaktionen) gemacht werden, sollen versteuert werden. 7. Zum Aufwands st euergesetz. Die Reichstagsfraktion wird ersucht, ein Aufwandssteuergesctz vorzulegen, das den Aufwand über einen gewisien Verbrauch hin- aus progressiv besteuert.— Stiftungen usw. sollen angerechnet werden. Berlin. Entschließung. Die wirtschaftliche und politische Entwicklung stellt an die Einsicht und die Kampfkraft der arbeitenden Klasien Deutschlands die höchsten Ansprüche. Zur Deckung der gewalligen Fehlbeträge und zur Ausbringung der Reparokionssummen sind so enorme Steuerbeiträge aufzubrin- gen, daß alle bisherigen Mittel versagen und neue Wege der Er- fassung der Vermögen und' Einkommen beschritten werden müsien. Auch stellt sich immer deutlicher heraus, daß mit steuerlichen Maßnohmen allein das Problem des Wiederaufbaues nicht zu lösen ist, sondern daß dazu der planmäßige gemeinwirlschast- l i ch e Umbau unserer Volkswirtschaft und einschneidende Sozia- lisii-rungsmaßnahmen unerläßlich sind. Die kapitalistisch interessierten Schichten, die infolge ihrer Geld- macht und ihrer Beherrschung der Presie den größten politischen Einfluß ausüben, werden begreiflicherweise alles daransetzen, um die Sozialisierung und die planwirtschaftliche Umgestaltung der Wirtschaft zu hintertreiben und die Steuerlasten nach Möglichkeit auf die Arbeiterklasse und die Konsumenten abzuwälzen. Die Gefahr ist deshalb riesengroß, daß die Preissteigerung, die auf dem Lebensmittelmarkt bereits so empfindlich eingesetzt hat, allgemein wird und die ohnehin äußerst schwierige Lebenshaltung der Arbeiter, Angestellten, Beamten, Sozialrentner usw. abermals eine weitere Verschlechterung erfahren wird. Da uns aber nur po- sitive durchführbare Vorschläge für eine Neugestaltung unserer Wirt- schaft vorwärts bringen können, müsien die Gewerkschaften und Par- teien zusammen arbeiten, um ein orauchbares Wirtschaftspro- gramm zu schaffen. Aus diesem Grunde beauftragt der Parteitag den Parteioorstand, mit dem ADGB. und Afa-Bund umgehend in Verhandlungen zu treten, um ein diesbezügliches Wirtschaftspro-- gramm aufzustellen. Es kann nur dann gelingen, die einseitige Abwälzung der Steuer- und Reparationsleistungen auf die arbeitenden Schichten abzuwehren und eine sozial gerechte Lastenverteilung und Wirt- schaftsumgestallung durchzusetzen, wenn das deutsche Proletariat in feinem Ringen um die nackte Selbsterhaltung dem kleinlichen Parteihader entsagt und seine Front geschlosien gegen die Verfechter der kapitalistischen Interessen richtet. Nur der gemein- s a m e Kampf der sozialistischen Parteien gegen die politische und soziale Reaktion kann die deutsche Arbeiterklasse gegen die schlimmste Verschärfung seiner Ausbeutung und Verelendung schützen. Berlin. Der Parteitag wolle beschließen: in den gesetzgebenden Körperschaften mit aller Kraft dafür einzutreten. a) daß bei der Aufbringung der Mittel zur Abwälzung der dem Reiche und den sonstigen Nerwaltungskörpern obsiegenden Verpflich- tungen in erster Linie für eine wirksame Erfassung der Grundrente gesorgt wird, b) die Spekulation in Grund und Boden durch gesetzliche Maß- nahmen möglichst erschwert oder unmöglich gemacht wird.(Artikel ISS der Verfasiung), c) daß durch ein Gesetz den Gemeinden und sonstigen Verwal- tungskörpern das Vorkaufsrecht auf den in ihrem Bereich belegenen Grund und Boden zugesprochen wird mit der Verpflichtung, den angebotenen Kauf zu tätigen, wenn der Boden in absehbarer Zeit oder später im Interesse der Allgemeinheit gebraucht werden wird. Der Uebernahmepreis darf nie höher fein als der Preis, welcher den steuerlichen Leistungen des Verkäufers zugrunde gelegt wor- den ist. Stettin. Der Deutsche Parteitag wolle beschließen: Die Ab- geordneten des Reichs- und Landtages werden ersucht, mit allen Mitteln dahin zu wirken, daß die kommenden erhöhten Steuern nicht auf die Schultern der arbeitenden Klassen gebürdet, sondern, daß die besitzenden Klasien in erhöhtem Maße zur Leistung herangezogen i werden. Malcnte. Der Parteitag beauftragt die Reichstagsfraktion, bei Besteuerung der Goldwerte den Kleinbesitz zu dieser Steuer nicht heranzuziehen, dcstür aber den Großgrundbesitz und die Großindu- strie schärfer zu belasten. Schönberg. Der Parteitag in Görlitz möge für schnellste Auf- lösung der Gutsbezirke«intreten. Raisdorf. Der Parteitag wolle mit aller Energie darauf drin- gen, daß die Schaffung der neuen demokratischen Gemeindeverfas- sung im Preußischen Landtag beschleunigt wird, damit vor allen Dingen die mittelalterlichen Gutsbczirke verschwinden. Wir halten dieses für bedeutend wichtiger, als darüber zu debattieren, ob wir mit der Deutschen Vnlksvartei in die Regierung geben wollen. Lehmkuhlen, Dielrichsdorf, Mönkeberg, Schönkirchen. Reu- Heikendorf, Alt-Heikendorf, Preetz. Die bis heut« noch bestehenden kommunalen Selbstverwaltungen der Gutsbezirke sind die größten Hemmnisse einer freien Entwicklung auf dem platten Lande. Sie schließt jede Betätigung der Einwohner auf kommunalem Gebiete aus. Der Parteitag möge daher den Parteivorftond und die Land- tagsfraktion beauftragen, bei der bevorstehenden Beratung der neuen Landgememdeordnung alles aufzubieten, damit die Deseiti- gung der Gutsbezirke und deren selbstherrlichen Verwaltung durch- geführt wird. Chemnitz. Der Parteitag wolle beschließen, die sozialdemokrati- schen Fraktionen der Parlamente des Reiches und der Staaten zu beauftragen, der Frage der Bodenaufteilung der unwirtschaftlich großen Güter die größte Aufmerksamkeit zu widmen. Der Parteitag beauftragt die Fraktionen in den Parlamenten, daß durch zweck- mäßige Aufteilung eine rationelle Bodenbcwirtfchaftung und aus- reichende Sicherstellung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln ge- wahrt ist. Haselbach. Di« Reichsregierung möge ein Gesetz beschließen, das die Bergbauunternehmen zwingt, den Mutterboden ihrer Abbau- slnche abzusondern, um ihn zur Urbarmachung der abgebauten Flächen zu verwenden. llnlerbr'irksparteilag des Münslerlandes. Der Parteitag wolle beschließen, die Reichstagsfraktion bzw. Landtagsfraktion zu beauf- tragen, Anträge auf eine allgemeine Amnestie für politische Per- gehen einzubringen. Ausgenommen sollen schwere Verbrechen sein. Für alle anderen Vergehen, die auf Grund strafgesetzlicher Bestimmungen geahndet werden müssen, aber in irgendeiner Form mit politischen Ereignissen zusammenhängen, ist eine Erweiterung des Erlasses des preußischen Iustizministers vom 24. bzw. 29. Juli zu erwirken. Auch andere kleine Strafen, besonders gegen Jugendliche, solle» unter diese Bestimmung fallen. Ferner wolle der Parteitag beschließen, sich gerade jetzt nach- drücklichst für die Durchführung der im Punkt 8 des Erfurter Pro- gramms der SPD. aufgestellten Forderungen einzusetzen, insbe- sondere im Hinblick auf die Wählbarkeit der Richter durch das Volk und auf Abschaffung der Todesstrafe. Frankfurt am Main. Der Parteitag bittet die Reichstagsfrok- tion, darauf hinzuwirken, daß unter Zurückstellung der weniger wichtigen Novellen folgende gesetzlichen Normierungen in Bälde erreicht werden: 1. Die Umänderung des Gerichlsverfasiungsgesetzes in dem Sinne, daß») die Strafkammern zu Volksgerichten umgewandelt werden: d) Schöffen und Geschworene von dem Volke durch un° mittelbare, dem politischen Wahlmodu« angepaßte Wahl gewählt werden unter Ausschluß der Tätigkeit irgendwelcher Verwaltung?- behörden. 2. Die Umänderung der Strafprozeßordnung in dem Sinne, daß. a) gegen jedes Urteil der Strafgerichte das Rechtsmittel der Berufung gewahrt wird; b) die Rechtsgorantien des Angeklagten und der Verteidigung, zumal im Vorverfahren, wesentlich erweitert werden: c) die Verhängung der Untersuchungshaft auf Fluchwer- dacht eingeschränkt wird und eine Ablösungsmöglichkeit durch Hinter- legung ermöglicht wird; ck) die Wiederaufnahme von rechtskräftigen Urteilen erleichtert wird. V 3. Der Entwurf eines neuen Strafgesetzbuches muß unter mög- lichster Beschleunigung den gesetzgebenden Körperschaften vorgelegt werden. Verlangt muß werden: Aufhebung der Todesstrafe, Strafschutz der Jugendlichen, Schutz den Trinkern und Geisteskranken, neuzeit- siche Maßnahmen gegen Gewohnheitsverbrecher, Beseitigung der Möglichkeit der Vcrhängung von Zuchthausstrafen bei politischen Verbrechen, Beseitigung der kurzfristigen Freihcitss.rafen, Erweite- rung der bedingten Begnadigung, Geldstrafen nach Leistungsfähigkeit, Beseitigung der Polizeiaufsicht. 4. Unter Aufhebung der Verordnung des Reichspräsidenten a) Beseitigung jeder Art von Ausnahmegesetzen und Ausnahme- gerichten; b) Nachprüfung aller auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten ergangenen Sondergerichtsurteile durch Sonder- kommissionen, die unter Ausschaltung der Beamten des IustizminI- fteriums aus Mitgliedern des Reichstages, Richtern und Rechtsan- wälten gebildet werden. Hamburg. Der Parteitag wolle beschließen, die Reichstags- ftaktion wird beauftragt, dahin zu wirken, daß baldmöglichst ei» Reichsgesetz über die Bekämpfimg der Geschlechtskrankheiten erlassen wird. Dasselbe soll unter Zugrundelegung des dem Reichsrat feit 10. März 1920 vorliegenden Entwurfs unbedingt folgende Forde- rungen erfüllen: 1. Anwendung strenger Strafen gegen Kranke beiderlei Ee- schlechts ohne Unterschied, die den zur Bekämpfung der Geschlechts- krankheiten erlassenen Bestimmungen des Gesetzes zuwider handeln. 2. Beseitigung aller Beschränkungen im Verkehr mit antivene- rischen Schutzmiteln(§ 184, 3 R.Slr.G.). 3. Aufhebung der polizeilichen Reglementierung der Prostitution (8 3öl, K R.Str.G.) unter gleichzeitiger Abänderung des Kuppelei- Paragraphen(§ 180 R.Str.G.), nach der das Gewähren von Woh- nung an Prostituierte nur dann bestraft wird, wenn dasselbe in aus- beuterischcr Absicht geschieht. Frankfurt am Main. Die Reichstagsfraktion wird beauftragt, um der Iustizschande ein Ende zu bereiten, sofort eine Vorlage über Aenderung der Gerichtsverfassung einzubringen, eventuell durch Volksentscheid zur Durchführung zu bringen. Hannover. Die Reichstagsfraktion wolle alles tun, um bald- möglichst die gesetzliche Festlegung auf Zulassung der Frauen zum Schöffen- und Gcschworenendienst zu erreichen. Breslau(Stadl). Der Parteitag fordert die Reichstagsfraktion auf, unverzüglich, noch vor der Durchführung der Gesamtreform des Strafgesetzbuches, für die Abschaffung der Todesstrafe Sorge zu tragen. Unlerbezirk«Böttingen. Dem grenzenlosen Skandal der Klasien- justiz muß in der Republik ein Ende gemacht werden. Dazu ist nötig, daß der Parteivorstand sofort Schritte unternimmt, daß von einer Sachverständigenkommission der Entwurf eines neuen Ge- richtsverfasiungsgesetzes ausgearbeitet wird, und dieses eventuell durch einen Volksentscheid durchzusetzen ist. Lüneburg. Die Rechtsprechung in der deutschen Republik hat sich in letzter Zeit zu einem öffentlichen Skandal entwickelt. Soll nicht jedes Rechtsgefühl im Volke erdrückt werden, so muß die Par- tei, unsere Presse und Parlamentsvertretung einen dauernden Kampf gegen die Klassenjustiz führen. Brüel i. M. Der Parteitag möge beschließen: die Reichstags- ftaktion zu beauftragen, daß die Richter vom Volke gewählt werden. Ilordhausen. Der Parteitag wolle beschließen: Der Parteitag der deutschen Sozialdemokratie protestiert gegen die sortgesetzt aus- geübte Klassenjustiz. Insbesondere protestiert der Parteitag gegen die aller Menschlichkeit hohpsrechenden Schandurteile gegen die durch den Märzputsch verführten Arbeiter und verlangt eine Revision oder Herabminderung dieser Urteile. Waldenburg. Ein schärferes Zufassen bei den Kapp-Ber- blechern. Dresden. Die Reichstagsfraktion wird beauftragt, stch dafür einzusetzen, daß die Trennung von Kirche und Staat endlich Ge- setz wird. Versin. Der Parteitag wolle beschließen: Der Aufstieg der An- gehörigen des Proletariats in die leitenden Stellungen des Staats- und Wirtschaftslebens wird durch die Beibehaltung und Erhöhung des Schulgeldes in höheren Lehranstalten in bedenklicher Weise er- schwert. Die Reichstagsfraktion wird beauftragt, dahin zu wirken, daß die Uneutgeltlichkeit alles öffentlichen Unterrichts durch die Ver- fassung gewährleistet wird. Berlin. Der Parteitag wolle beschließen: Die Reichstagsfrok- tion hat sich energisch gegen jeden Versuch zu wenden, die bestehen- den Gesetze wegen Verbreitung angeblich zur Schmutz- und Schund- literatur gehöriger Preßerzeugnisse zu verschärfen. Die jetzt gelten- den Bestimmungen des Strafgesetzes und der Gewerbeordnung sind völlig ausreichend, um jede wirkliche Gefahr auf diesem Gebiete ab- zuwenden. Es ist aber zu befürchten, daß bestimmte Kreise unter dem Dorwand der Bekämpfung von Schmutz und Schund in der Literainr die Gelegenheit suchen, der Freiheit ernsten, künstlerischen Schaffens Fesseln anzulegen. Hamburg. Der Parteitag protestiert dagegen, daß die Der- Handtungen des Reichsschulausfchusies geheimgehallen und nur die Beschlüsse nach längerer Zeit bekannt werden. An Anbetracht der großen Bedeutung dieser Verhandlung für das Schulwesen des Reiches fordert der Parteitag, daß die Oeifentlichkeit über die An- träge, die im Reichsfchulausschuß verhandelt werden sollen, eine an- gemessene Zeit vorher unterrichtet wird und daß die Verhandlungen des Reichsschulausschusses soforl der Oeffentlichkeit zugänglich ge- macht werden. Der Parteitag wendet sich aufs schärfste gegen die heutige Zusammensetzung und Tätigkeit des Reichsschulausschufses, der jeder staatsrechtlichen Grundlage entbehrt, und fordert, daß ein neuer Reichsschulausschuß auf demokratischer Grundlage gebildet wird. Reutsingen-Münsingen. Der Parteitag möge entschieden dafür eintreten, daß der Reichsschulgesetzentwurf zu 8 146, 2 der Reichs- Verfassung zurückgezogen wird. Oschcrsieben(Bode). Der Parteitag wolle Stellung zum Schul- gefetzentwurf nehmekk und feine Gesetzwerdung verhindern. Hannover. Der Parteitag möge auf die in Frage kommenden Stellen einwirken, daß aus den Lehrbüchern der Schulen die Kaiser- Verherrlichung verschwindet. Hamburg. Der Parteitag protestiert entschieden gegen eine neunjährige höhere Schule, wie sie vom Reichsschulaueschuß als Regel beschlossen ist. Aus wirtschaftlichen und psychologischen Grün- den lehnt der Parteitag es ab, die Dauer der höheren Schule für das ganze Reich auf 9 Jahre auszudehnen. Er erblickt in diesem Beschluß einen Vorstoß gegen die vierjährige Grundschule und sieht darin eine große Erschwerung des Ausstiegs der Begabten aus den breiten Volksschichten. Der Parteitag fordert dagegen die achtjährige höhere Schule und ersucht die Fraktion des Reichstags und die Par- teigenossen in der Regierung, dahin zu wirken, daß dem Beschluß des Reichsschulausschufses die Genehmigung versagt wird. Hamburg. Der Parteitag fordert die Reichstagsfraktion auf. jedem Entwurf eines Reichsschulgesetzes zur Ausführung des im 8 146, 2 der Reichsocrfassung ihre Zui-immung zu versagen und mit allen taksisch möglichen Mitteln zu bekämpfen, der 1. die weltliche Schule mit der Weltanschauungsschule zusammen- koppelt und nicht ihr Recht als Gemeinschaftsschule wahrt, 2. dem Lehrer nicht, soweit es die Verfasiung nur irgend zuläßt, die Freiheit gibt, nach nur pädagogischen Grundsätzen zu wirken, 3. den Einfluß der Bekenntnisse und Weltanschauungen auf die Schule nicht aus das nach der Verfassung mögliche Mindestmaß be- schränkt, 4. die erreichte Organisattonshöhe der Schule irgendwie herab- drückt, 5. keine Sicherungen gegen neue Standesschulen unter der Form von Sonderfchillen enthüll und 6. die Lehrerschaft in neue Abhängigkeit von der Kirche bringt. Der vorliegende Entwurf eines Reichsschulgesetzes zu Artikel 146, 2 der Neichsoerfassung ist, da er die genannten Bedingungen nicht erfüllt und durch die Verfassung verbürgte Rechte verletzt. unter allen Umständen abzulehnen. Schmölln(S.-A.). Die Reichstagsfraktion wird beauftragt, d-i- für Sorge zu tragen, alle Mitel anzuwenden, um das Reichsjugend- schutzqesetz zu verabschieden. Ilnterbenrk Eötttr.gen. Der 8 9 des Strafgesetzes erhält fol- gende Fassung: Im Sinne dieses Gesetzes ist ein Kind, 1. wer noch nicht 16 Jahre alt ist(statt 14 Jahre), 2. ein Jugendlicher, wer über 16 aber nicht 29 Jahre alt ist(statt 18 Lahre). Unlerbezirk(Böttingen. 8 131 des Strafgesetzentwurfes erhält folgende Fassung: Ist der Täter zur Zeit der eventuellen Aburtei- liing noch jugendlich, so hat das Dormundfchaftsgericht in Gemein- schaft mll dem zuständigen Jugendamt dqrüder zu befinden, ob Er- ziehungsmaßnobmen erforderlich sind, um den Jugendlichen an ein gesetzmäßiges Leben zu gewöhnen, oder ob derselbe den Jugend- gerichten zur Aburteilung zu überweisen ist. Unlerbezirk(Bölsingen. Dem§ 288 des Strafgefttzentwurfs sind folgende Sätze anzufügen: Eine Schwangere, welche die Abtreibung oder Tötung der Frucht im Mutterleibe vorgenommen oder versucht hat, bleibt straffrei: 1. Wenn die Schwangerschaftsunterbrechung erfolgte, weil die Schwängerung durch gerichtsich festzustellende Notzucht erfolgte. 2. Bei schon vorhandener größere' Kinderzahl und besonders ungünstiger wirtschaftlicher Lage. Der versuch mit untauglichen Mitteln bleibt strafsret. Die Schwangerschaftsunterbrechung bleibt nur straffrei, wenn sie durch einen beamteten Arzt unentgeltlich erfolgt. llnterbezirk Göttingen.§ 317 des Strafgesetzentwurfs soll lauten: Saki 1: Wer ein Mädchen unter 18 Jahren(statt 16 Jahren) zum Beischlaf verführt, wird mit Gefängnis bestraft. Hannover. Die Reichstagsfrattion wird beauftragt, dahin zu wirken, daß die§8 129 bis 137 des Entwurfs zum Strafgesetz vom Jahre 1919, in denen das sogenannte Schutzalter, das junge Mäd- chen gegen die Bornahme unzüchtiger Handlungen durch Strafan- drohung schützt, so geändert werden, dah diese» Schutzalter von 14 (wie bisher) auf 16 Jahre erhöht rmrd. Unkerbezirkspocleitag des Münfterlandes. Der Parteitag wolle beschließen, die Reichstagssraktion zu beauftragen, baldigst einen Ge setzentwurs einzubringen, der, ähnlich wie in Braunschweig, de- stimmt, daß der Besuch von Tanzlokalen und ähnlichen Der gnügimgsstütten, der Genuß von Alkohol und Rauchwaren allen Jugendlichen unter 16 Jahren verboten wird. Ferner wolle der Parteitag beschließen, die Reichstagsfraktion zu beauftragen, mit ollen Kräften dahin zu wirken, daß für gute Kinovorstellungen für die Jugend belehrenden Inhalts seitens des Reiches Mittel zur Verfügung gestellt werden und daß auch den Schulen dieses Anlchoungsmat-rial vermittelt wird. Zstünsier i. TD. Der Parteitag ersucht die sozialdemokratische Reichstagsfraktion, baldigst folgenden Antrag im Reichstage cinzu' dringen: 1. Der Besuch von öffentlichen Tanzvergnügen und der Genuß von Alkohol und Rauchwaren ist Jugendlichen unter 16 Jahren verboten. 2. Für gute LIchtbildoorführungen belehrenden und unterhalten den Inhalts find möglichst Mittel zur Verfügung zu stellen. Dortmund. Ungeheuer sind die seelischen Folgewirkungen des Krieges. Vielen ist jedes menschliche Denken und Fühlen abhanden gekommen. Davon zeugen täglich ungezählte Pressemeldungen. Mit ollen Mitteln müssen hier die Hebel zur Wiedergesundung an- gesetzt werden, einmal durch den Ausbau der sozialen Gesetzguiun�, dann aber auch durch erzieherische Einwirkung auf die Gesaintheit im Sinne des Sozialismus, im Geiste wahrer Menschlichkeit. Der Parteitag wolle daher beschließen, Reichs- und Landtags- fraktion zu beauftragen, mit allen Mitteln dahin zu wirken, daß Auswüchse rohester Art in öffentlichen Schaustellungen, die gar nicht selten sind, unterbunden werden. Er beauftragt die Reichs- und Landtogsfraktion ferner, dahin zu wirken, daß auch aus den Kinos jene Darbietungen verschwinden, die geeignet sind, in Lhn- licher Weise jedes menschliche Denken und Fühlen zu ertöten.— Der Parteitag gibt dem Parteivorstand anHeim, Mittel und Wege zu suchen, um aus dem Weg« der Aufklärung den versöhnenden Geist des Sozialismus auch in die Kreil« derjenigen zu tragen, die sich heute noch in den Kinos an Darbietungen vielfach plattester und brutalster Art„erbauen". Hamburg. Im Anschluß an den auf dem Parteitage in Kassel angenommenen„Antrag Molkenbuhr" und unter Hinweis darauf, daß die neuen Leistungen der sozialen Gesetzgebung für die Sozial- rentner in keiner Weis« auch nur das Existenzminimum gewähr- leisten, vor allen Dingen das Los der Altrentner geradezu bejam- mernswert ist, fordert der Parteitag: 1. daß die Arbeitcrvertreter in den gesetzgebenden Körperschaften mft aller Kraft dahin streben, daß den Opfern des Schlachtfeldes der Arbeit so viel gegeben wird, daß st« bei ihren Leiden wenigstens für sich und ihre Angehörigen dem tiefsten Elend enthoben sind: 2. daß das Reich durch Fürsorqestellen für Arbeiterinvaliden diese davor schütz», daß sie unter die Armenpflege sollen. Alünchen. Die Sozialdemokratische Partei wolle mit allen Kräften dafür wirken, daß 1. schon in allernächster Zeit die Ange- stelltenversicherung mit der Arbeiterinvolidenversicherung ver- schmolzen wird: 2. daß diese Versicherung zu einer großen ollge- meinen Volkxversicherung ausgebaut wird, die den Arbeitern und Vrwotangestellten ähnliche Pensionsbezüge gewährt wie den öffent- lichen Beomren. Ferner wolle der Parteitag prüfen, auf welche Weiss auch die Reich»., Staate- und Gemeindebeamten in die allge- meine Volksverßcherung aufgenommen werden könnten. 3. Die Partei wolle sich dafür einsetzen, daß die allgemeine Loltsversiche- rung auf breitester Selbswerwaltung aufgebaut wird. München. Im Hinblick auf dos notorische Bedürfnis, für die deutsche Arbeiter- und Angestelltenschaft eine Pensionseinrichtung zu schaffen gegen die Not des Alters, wird der Parteitag ersucht, sich mit der Frage zu beschästigen, wie die Reichsversicherungsgesetzgebung zweckmäßig ausgebaut bzw. erweitert werden kann, um der berech- »igten Forderung der Arbeiter und Angestellten gerecht zu werden. lludwigshafen. Der deutsche Parteitag in Görlitz wolle be- schließen, unsere Reichstagssraktion zu beauftragen, dafür«in- zutreten, daß für die deutsche Arbeiterschaft eine allgemeine Arbeiter- pensionskasse wie im Staatsdienste eingeführt wird. Lehe. Die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags wird ersucht, folgenden Antrag im Reichstag einzubringen:„Alle Ar- veiter, welche 25 Jahr« Jnvolidenmorken geklebt haben und 69 bzw. 65 Jahre alt sind, werden auf ihren Antrag aus der Arbeit entlassen und sind dafür jüngere Kräfte aus den Reihen der Erwerbslosen einzustellen. Den Antragstellern ist zu ihrer Invaliden- bzw. Alters- rente soviel Zuschuß aus einer dieser Versicherungskassen zu gewähren, daß diese den normalen Verdienst eines Arbeiters erreichen." Elberfeld. Die Renten sind so zu bemessen, daß die Existenz der Rentenempfänger gewährleistet ist. Schmölln. Die Partei beauftragt die Genossinnen und Genosien im Reichstag, dahin zu wirken, daß für die allgemein« Wohlfahrt»- pflege mehr Mittel bereitgestellt werden, damit die Not der Aermsten� mehr gelindert werden kann und damst ermöglicht wird, daß die sozialen Einrichtungen besser ausgebaut und neue geschaffen werden können. Halle a. d. S. Der Partcivorstand muß es sich angelegen sein lasten, wie beim Einkommensteuergesetz auf schnellste Abänderung des Reichsoersorgungsgesetzes im Jntercst» der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen hinzuarbeiten und die Vorschläge der Krirgsopferorganisationen genauestens zu prüfen. Limbach i. Sa. Die Fraktion wird beauftragt, nunmehr mit aller Energie dahin zu wirken, daß das gesamte soziale Versich«- rungs- und Fürsorgewesen einschließlich der Fürsorge für Kriegs- opfer und Erwerbslose auf eine einheitlich« Grundloge gestellt werde und daß eine grundlegende Neuordnung mit dem Ziele der Ver- -infackiung und Vereinheitlichung der Verwaltung zum Zwecke der Uebersichtlichkeit und Sparsamkeit erfolge. Bad Verla. Der Parteitag wolle beschließen: Der Parteivor- stond und die Bezirksvorstände, die Reichstags- und die Landtags- ftaktionen sowie die sozialdemokratischen Mitglieder der Regierung haben volle Aufmerksamkctt der Fürsorgeerziehung zu widmen, die noch immer vollkommen unter Einfluß notionoßftischer, orthodoxer Personen steht. E» ist dringend notwendig, daß a�ch auf diese» Gebiet de» Dlldung», und Erziehunx»w«sen» sozialistrsche Geister einen bestimmten Einfluß gewinnen. Vrüel i. 2tl. Der Parteitag möge beschließen, daß die Reich»- to"?kroktion beauftragt werde, für den Abbau der Lebmimlttelprets« z.,'»„".ef,. "jrM l. M. Der Parteitag möge beschließen, daß die Reich»- tf yrcftion dabin strebe, daß einheitlich« Löhn« gezahlt werden, da emme Gewerkschaften zu schwach sind, um eine Lohnforderung durch- zuführen. Jüterbog. Der Wahlverein sieht in der stark steigenden Ver- teuerung der notwendigsten Nahrungsmittel eine Bedrohung der wirtschaftlichen Existenz der arbeitenden Volksschichten. Er fordert von der Parteileitung wirksamsten Schutz der Konsumenten und Maßnahmen gegen die rücksichtslosen Ausbeutungen der notleidenden Bevölkerung durch die kapitalistischen Produzenten. Der Forderung aus. Weltmartttzretje\[l die Forderung aus WellmarkllShae entgegen- zusetzen. Au» diesem Grunde ist aus all« Löhne und Bezüge mft dem Einsetzen der hohen Lebensmittelpreise mindestens ein 5l)pro- zentizer Zuschlag zu fordern. Dresden. 1? Milliarden Mark verausgabte das deutsche Volk im Jahre 1929 für Alkoholgetränke, Tausende von Zentnern wichtiger Lebensmittel sind dadurch der menschlichen Ernährung entzogen worden. 9 619 999 Zenwer Gerste werden vom 1. Oktober ab den Brauereien jährlich zur Biererzeugung überwiesen. 4 Millionen Pfund Auslandszucker werden zur Herstellung feiner Liköre ein- geführt, 34 Millionen Pfund Zucker erhielt die Weinfabrikotion. Zu gleicher Zeit leiden Millionen von Kindern an den furchtbaren Folgen der Unterernährung. Solange wir uns nicht genügend und preiswert aus eigenen Beständen ernähren können, muß auf das entschiedenste Protest gegen die Vergeudung wichtiger Nahrungsmittel erhoben werden. Für die Schädigungen des Alkoholismus müssen jährlich viele Milliarden aufgebracht werden zu Losten des deutschen Steuer- zahlers. Die Opfer des Alkohosismus zu pflegen in Krankenhäusern usw., die gewaltigen Ausgaben für Justiz und Gerichte erfordern unproduktive Verwendung unzähliger Millionen Mark. Den Genuß allein hat das Alkoholkopital.' Deshalb fordern wir von der Partei, von der Reichstagsfrattion, daß sie sich einsetzen für: Einfuhrverbot aller alkoholischen Getränke, absolutes Branntweinverbot, Brauver- bot stark eingebrauter Biere, Umstellung der Brauereibetriebe in volkswirtschaftliche Nutzbetriebe. Hamburg. Der Parteitag und die Reichstagssraktion werden ersucht, zur endgültigen Bekämpfung der übermäßigen Verteuerung aller Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände, die tatsächlich eine Bewuchcrung der Volksmassen seitens der kapitalistischen Jnter- essentenkreile darstellt, geeignete durchgreifende Maßnahmen anzu- streben uno für ihre erfolgreiche Durchführung die erforderlichen Garantien zu schaffen. Eine hemmungslose Fortdauer der sknipel- losen, wucherischen Ausbeutung der sowieso schon durch die Folgen des Krieges ausgehungerten und ausgeplünderten Voltsmassen wäre gleichbedeutend mit deren vollständigen Verelendung und bedeutete für hunderttausende von ihnen den sicheren Untergang. Hamburg. Der Parteitag und die Fraktion wollen mit Nach- druck dafür emtrcten, daß die Abgabe des verbilligten Brotes aus der zu erfassenden inländischen Getreidemenge von 2 Millionen Tonnen unverzüglich auf gesetzgeberischem Wege ausschließlich an die minder- bemittelte Bevölkerung zu binden ist. Rethem(Aller). Der Ortsverein Rethem(Aller) ersucht den Parteitag in Görlitz, bei der Regierung mit allem Nachdruck dahin wirken zu wollen, daß wegen der rapiden Steigerung der allernot- wendigsten Lebensmittel, sowie Brot, Kartoffeln, Fleisch, Milch, Butter und Zucker, was nur zu Weltmarktvreisen zu haben ist, die Löhne der werktätigen Bevölkerung den Weftmarttspreisen gleich- zustellen, da eine Existenzmöglichkcit unter diesen Umständen aus- geschlossen ist. Karlsruhe. Di.' Reichstogsftoktion wird ersucht, alle Mittel an- zuwenden, um zu verhindern, daß die für die bretten Massen un- entbehrlichen Lebensmittel, wie Zucker usw., durch neue Steuern im Preise weiter erhöht wcrden. Unterbesirk Göttinaen. Partei und Gewerkschaften wollen da- hin wirken, daß die gesteigerten Brotpreise durch entsprechende Lohn- und Gehaltserhöhungen ausgeglichen wsrl en. Waldenburg. In Anbetracht der Tatsache, daß einerseits durch die hohen Weltmarktpreise und andererseits durch die unersättliche Raffgier fast aller hai delskreilc an einen Preisabbau nicht zu denken ist, und in Anbetrocht der zurzeit enorm gesteigerten Brotpreise wolle der Parteitag beschließen, daß unsere Fraktionen in allen Parlamenten die Pflicht haben, sich ein» zusetzen für eine sofortige allgemeine Lohn- erhöhung'aller Lohn, und Gehaltsempfänger durch gesetzlich« Maßnahmen. Weiter sind unsere Fraktionen in ollen Parlamenten zu verpflichten, weitere Preis- crhöhungen, neue Steuern, die auch Lohn- und Gehaltsempfänger mit belosten, sowie höhere Ausgaben für diese nur zu dulden, wenn den neuen erhöhten Ausgaben entsprechend angemessene, oll- gemein auf gesetzlicher Grundlage geregelte Lohn- und Gehaltserhöhungen vorausgegangen sind. Karlsruhe. Die durch die große Dürre verursachten vielen Brände geben unserer Partei erneut Veranlassung, für die Heber- nahm« des gesamten Versicherungswesens durch den Staat elnzu- treten: die Reichstogsfrakttcn hat die nöttgen Schritte zu unter- nehmen. Ehemnlh. Der Parteitag in Görlitz möge beschließen, der Reichsregierung folgenden Antrag als Materiol sofort z» überweisen: All« Kranken-, Unfall-, Invaliden- und Pensionskassen sind zu einer einheitlichen großen Versicherungskasse unter Aufsscht des Reiches bzw. der einzelnen Bundesstaaten und unter Zuhilfenahme der Gelder, die jeitt für die Erwerbslosen aufaewondt werden müssen, zusammenzufassen, nm eine wirklich« Versicherung zu schaffen für olle die, die infolg« von Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Alter nicht mehr in der Lage sind, ausreichenden Unterhalt für sich und ihre Famllien zu schaffen: insbesondere wünscht der Parteitag, daß das Gesetz über die Arbeitslosenversicherung soviel als möglich be- fchleünigt wird. Hannover. Der Parteitag beschlieht, die Reichstagssraktion auf- zufordern, dahin zu wirken, daß sobald wie möglich eine gründliche Revision der Reichsversicherungsordnung in der Weise, vorgenommen wird, daß sämtliche Zweige der Sozialversicherung zusammengelegt werden und die Versicherungspflicht nicht durch eine Höchstgrenze des Einkommens beschränkt wird. | Kassel. Die Sozialdemokratische Partei Kassel ersucht die Reichs- tagsfraktion, für schleunigste Reform der Gewerbeordnung einzu- treten, namentlich in dem Sinne, daß die veratteten Bestimmungen der RGO. der Tarifpolitik der Gewerkschaften nicht weiter hemmend in den Weg treten. kiel. Die Vertreter der Partei in den Parlamenten mögen dafür eintreten, daß die gesetzlicken Bestimmungen dahin erwettert werden, daß die Betriebsräte der städtischen Betriebe Sitz und Stimme in den Kommissionen erhalten. verlin. Die parlamentarischen Vertreter sollen für eine baldmög- lichst« Aenderung des Betriebsrütegesetzes wirken. Der Einfluß der Betriebsräte auf die Produktion muh durch das Gefetz erheblich ver- stärkt werden. Hand in Hand hiermit muß die Neuregelung des Schlichtungswesens erfolgen. Der erwetterte Einfluß der Betriebsräte und«in« praktische Neuregelung des Schlichtungswesens werden auch ganz besonders dazu beitragen, die ungeheure Zahl der Erwerbslosen .zu verringern. Chemnitz. Der Parteitag wird ersucht, kür die Schaffung eines einheitlichen Arbeitsrechtes und Arbeitsgerichtes die notwendigen Schritte zu tun und die Reichstogsfraktton zu beaufrogen, den Cnt- wurf der Schlichtungsordnung abzulehnen. llnterbezlrk Osthav-llaud-Ruppl». Der Partettaa in Görlitz möge beschljeßen: Die Reick�tagsftaktto» wird beauftragt, sich für Schaffung eines Gesetzes über das allgemeine Arbrttsrrecht mit aßm Mteeew einzusetzen. Waldenburg. Ein« Revidieruna de» BstriebsrStcgesetze, Ist vor» zunehmen, dahinaohend, daß den Betrtobsrä«» mehr Macht als bisher eingeräumt wird. Duisburg. De? Parierten welle befchlleßen: Die Reichstags- fraktion wird beauftragt. Im Re'chstag für«in« beschleunigte Revi- dierung des Deiriebsrötegesetze» Sorge zu trogen. Im Interesse der Arbeiter und Angestellten müssen die Schutzbestimmungen ausgebaut werden, insbesondere müssen an Stell« der Kann- Dorschristen M u ß- Vorschriften emgesügt werden, damit der Arbeitgeber ge- zwungen ist, im Sinne einer gesunden Aufbauwirtschaft gemeinsam mit den Betriebsräten zu arbeiten. So ist zum Beispiel der§ 87 des BRG. dahin zu ändern, daß die Entscheidungen der Schllchtungsausschüsse aus Wiedereinstellung zwingend sind. Ein« Entschädigung soll nur auf Antrag des ern- lasseuen Arbeiters oder Angestellte» erfolgen. Frankfurt a. M. Der Parteitag«olle sich mft der Aufhebrmtz 1. des Gesetzes zur Sicherung einer einheitlichen Regelung der Beamtenbesoldung vom 1. Dezember 1929, 2. der§§ 355 Abs. 2—5, 355,, 357, 358 und 359 befassen und den Fraktionen Austrog geben, die Auf- l>zbung bzw. Streichung schnellstens und mit allen Mitteln zu be» treiben. Das sogenannte Sperrgesetz vom 21. Dezember 1929 ist ein Aus- nahmegefetz und wird von allen in Betracht kommenden Genossinnen und Genossen als ein schmähliches Mittel zur Niederhaltung berech- tigter Lohnforderungen angesehen. Es durfte keinesfalls mit Unter- stützung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands angenommen werden und muß, nachdem sich sein Charakter als„Ausnahmegesetz" zweis�ssrei erwiesen hat, mit allen Mitteln bekämpft und beseiligt werden. Die Streichung der � 355 Abs. 2—5, 356 und folgende der RDO. ist durch die Volksbeauftragten oersäumt worden und muß nunmehr im Interesse der Selbstverwaltung und des ungehinderten Ausbaues der Sozialoersicherung ganz energisch betrieben werden, um so mehr, als die fro alichen Bestimmungen gegen die Sttmmen der Sozialisten in die Reichsoersscherungsordnuna hineingebracht sind. Gießen. Der Parteitag in Görlitz wolle aus die Fraktion zw> glieder der SPD. dahin wirken, daß diese bei dem in Kürze zur Be- ratung stehenden Beamten-Rätegesetz in dem Sinne wirkt, daß vieles dem zurzeit bestehenden Betriebsrätegesetz angepaßt wird, insbesondere bezüglich der Scklichtungsstellen. Chemnitz. Der Parteitaa wolle dafür sorgen, daß die Genossen im Reichsparlament und in den Porimnenten der Länder mtt allen Mitteln verhindern, daß der Entwurf der Regierung zum Beamten- rätegefetz Gesetz wird. Nicht nur Mitwirkung, sondern klare Mit- bestimmung oerlangen wir. Vor allen Dingen in persönlichen Fragen, sowie Schiichtungsinstanzen. Stuttgart. Unsere Reichstagsfraktton und unsere Parteigenossen in der Reichsregierung werden beaustragt, mit allem Nachdruck auf die alsbaldige gesetzliche Regelung der Beamtenräte und eines neuen freiheitlichen Beamten- und Disziplinarrechtes hinzuwirken. Lreslau-Lond, Reumarkt. Die Partei wolle in den Parlamenten dalür«intreten, daß die Ortsklasseneinteilung, wie sse die Beamten- befoldungsgefetz« vorsehen, beseingt werde, also es nur«ine OrtsNasse gibt. Nur der Wohnungswert ist nach den taffächlich bestehenden V:r- hättnissen durch einen Ortszuschlag zu berücksichtigen. Das wenigste, was zu fordern ist, ist der Wegfall der Klassen V und E. Ein« Umgebung der Ortstlasseneinteilung durch besondere Zu- schlage ist unzulässig. Särup. Der 1. Mai ist als gesetzlicher Feiertag zu erklären. Vezirksverband Hessen. Der Parteitag wolle beschließen, bei der Reichsragsfraktion dahin zu wirken, damit diese im Reichstag einen Antrag einbringen möge, daß der 1. Mai als gesetzlicher Feiertag fest- gelegt wird. Waldenburg. Der 1. Mai und der 9. November sind als gesetz- liehe Feierrage einzusetzen. Unterbczirksvorteitag des Wünflerlandes. Der Parteitag wolle beschließen, den Parteioorstand zu beauftragen, zum 9. November eine klare Parole herauszugeben, insbesondere darüber, ob derselbe als Feiertag gelten soll oder nicht. Hannooer. Als Tag der deutschen Revoluttonsseier wird der 9. November bestimmt. Der Parteitag überläßt es den Ortsverelnen, zu bestimmen, in welcher Form der Tag würdig begangen wird. Verlin. Der Parteitag möge beschließen: In Anbetracht der Be- deutung, die der 1. Mai und der 9. November als Gedenktage der deutschen sozialistischen Arbeiterschaft haben, ist m ollen Parlamenten immer wieder der Antrag zu stellen, dies« Tage als gesetzliche Feier- tag« zu erklären. Steinheid. S.'M. Die Reichstogsfraktton soll bei der Regierung dahin wirken, daß alle christlichen Feiertage, die in die Woche fallen, von den Arbeitoebern bezahlt werden müssen. Berlin. Für die gesamte Arbeiterschaft ist eine gesetzllcbe säbr- lich- Mindesterholungszelt festzulegen, mit Weiterzahlung des Gehalt«? oder Lohnes. Dresden. Der Parteitaa wolle beschließen: Die Sozialdemo- kratilche Reichsiagsfraktion wird beauftragt, einen Initiativantrag im Reichstag einzubringen, welcher besagt, daß jedem Arbeitnehmer ein aesetzlicher Anspruch auf Urlaub unter Fortzahlung des Lohnes oder Gehalrs eingeräumt wird. Der Wechsel der Arbeitsstellen darf keinen Einfluß auf die Dauer des Urlaubs ausüben. Ludwiashafen. In Erwägunq. daß ein großer Teil der deutschen Arbeiterschaft von einem Genuß des Urlaubs in den Betrieben, der deren körperlich« und hygienische Gesundheit fördert, noch nichts oerspürt hat, wolle der deutlche' Parteitag in Görlitz beschließen(lvenn auch unter schmierigen Verhältnissen), die Reichstogsfraktton zu beauf- tragen, dabin zu wirken, durch ein Gesetz endlich mal die Urlaubs- frage z» lösen. Halle a. d. S. Der Parteioorstand und die Fraktimien de? Reichs- und Landtages und anderer Kommern sind verpflichtet, bei allen sozialen Gesetzen mit den Verbänden der Arbeiter, Angestellten und vor allem aucki der Kriegsbeschädiqtenortzanisationen Rücksprache zu nehmen, deren Abönderunqsvorlchläge zu den Gesetzen zu prüfen, mit den Vorständen in Fühlung mündlich sowohl als schriftlich zu bfeiben und die Gesetze danach ouszugeftalten, damit möglichst großen Teilen des Volkes Rechnung getragen wird. Sörnp. Die Sozialdemokratische Fraktion ist zu ersuchen, daraus zu dringen, daß der gesetzliche achtstündige Arbeitstag überall innc- qehalten wird und daß Ausnahmen nur in den dringendsten, in der Art des Betriebes liegenden Fällen genehmigt werden. Mit schärfsten Strafen ist gegen Auswüchse vorzugehen. Erfurt. Die Fraktion hat zu versuchen, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln eine Durchbrechung des Achtstundentages zu verhüten. Nicht Verlangt rung des Achtstundentages, sondern ein plan- mäßiger wirtschaftlicher Aufbau kann uns nur vorwärts bringen. Vrüel i. M. Der Parteitag möge beschließen, die Reichstags- fraktton zu beauftragen, für strikte Durchführung des Achtstunden- tage» einzutreten, da dieser oft angefochten wird von den Unter- nehmern, und in diesem Falle dem Unternehmer eine schwere Strafe auferlegt wird. Sörnp. Der Parteitag möge dahin wirken, daß gesetzliche Be- stimmungen gegen die Kinderarbeit erlassen werden. Zumal in den landwirffchaftlichen Betrieben' verheiratete Arbeiter auf die Straße gesetzt und Kinder beschäftigt werden. Schmölln lS.-A.). Die Reichstogsfraktton wird beauftragt, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln dahin zu wirken, daß die Der- ordnung vom 16. März 1919(Behebung des Arbeftemangels in der Landwirlfchaft) sofort aufgehoben wird, um allen in der Landwirt- schoft beschäftigten Personen die Freizügigkeit wiederzugeben. Veiirksparteitag der Vsalz. Der Deutsch« Portntag in Garlitz wolle beschließen: Unsere Fraktion im Reichstag ist zu beauftragen. dafür einzutreten, daß der Technischen Rotbilfe, da sse eine Streik- breckerorqonisation darstellt, keine Reichsmittel mehr zur Verfügung gestellt werden._„, Sönip. Die Sozialdemokratisch« Fraktton ,st zu beauftragen, tatträsttg dafür einzutreten, daß baldmöalichst die Herausgabe der neuen Candgemeindeordnung mrd die Remoahl» der kirn blichen Schuloorstände erfolgen.„, ,,.. halle a. d. 5. Bei den beute wrefirmaT» wechselnden Ministerien und Mlntttern kann es unnräalich zuaelassen werden, datz. wie e» vornekommen und setzt der Fall sein soll, den dreiviertel Jabre im Amt? als R-i�sk-o-ser tättaen Abn-orNneten F-Hrenback, eine Pension von 45 969 M o-zahst wird. Bei unlerer brnokroftschen Verfassung ist dos unz"fäffia, da der M�nn keinerlei Verloste er- litten bat und seinem früheren Beruf rrachncheji kann, di- Rot de, deutschen Volkes auch so groß Ist, daß wir uns derartige Ausgaben nicht gestatten können. 6. bad. Landkagswahlkrei». Der Parteitag möge beschließen: Der Parteitag macht es den sozialdemokratischen Neichstaas- und Landtagsfraktionen zur Pflicht, die Bewilligung von Minister- Pensionen aus prinzipiellen Gründen abzulehnen und nur für Bc- willigung von Wartegelder» einzutreten. (Fortsetzung dt der st. Beilage) Kr. 405 ♦ 3$. Jahrgang 2. Heilage öes vorwärts Sonntag, 2S. Mgust 1 021 Inträge Zum Parteitag in Görlitz. (Fortsetzung.) 23 cid Berfa. Der Parteitag wolle beschkeßen: Alle in Parka- rnenten und Regierungen tätigen Genossen sind aufzufordern, dahin zu wirken, daß das Eelbswerwaltungsrecht der Gemeinden weiterhin nicht angetastet und eingeschränkt wird. Unkerbezirksparieitag des Münfierlandes. Der Parteitag wolle beschließen, Reichs- und Landtagsfraktion zu beauftragen, darauf hinzuwirken, daß ein Gesetz alsbald auch den Provinziallandtags-, Kreistagsabgeordneten und Stadwerordneten(Gemeindevertretern) mehr Schutz in Firm einer gewisien Immunität sichert. Königsberg(Ostpreußen). Die Genosien in den Parlamenten haben darauf ihr Augenmerk zu richten, daß in den kommenden Derwalttmgsgesetzen Zahlung von Tage- und Reisegeldern für die Mitglieder der Verwaltungskörperschasten gesetzlich festgesetzt werden. Frankenberg a. d. Eder. Es sind von Parteiseite aus alle chebel in Bewegung zu setzen, daß unentgeltliche Amtsblätter für die Kreise eingeführt werde 1, die die amtlichen Bekanntmachungen der Bevölkerung übermitteln. Frankfurt a. M. Die Reichstagsfraktion wird ersucht, darauf hinzuwirken, daß die Vergebung von Aufträgen für Sachlieferungen iür die Reparationen von kaufmännischen Gesichtspunkten aus ge- leitet wird. Die Vergebung an Syndikate muß vermieden werden, da Kalkulation und Preisstellung sonst ganz in deren Macht liegen. Für alle Aufträge sind Kalkulationen einzureichen, welche von den Betriebs- und Angestelltenräten gegengezeichnet werden müssen. Es sollen bestimmte Verdienst- und Ünkostenquoten für diese Kalku- lationen bestimmt werden, welche je nach Betriebsgröße abzustufen sind. Bei dem Wiederaufbauministerium sind diese Kalkulationen zu prüfen. Alle Aufträge sollen unter persönkcher Verantwortung der Kommission vergeben werden. Frankfurt a. M. Der Parteitag wird ersucht, darauf zu dringen, daß eine Devisenzenttale errichtet wird, welche die Spekulationskäufe in Devisen verhindert und den Banken zur Pflicht macht. Devisen nur gegen Vorlage der Faktura zu verkaufen. Fütlidrau. Der Parteivorstand ist zu beauftragen, dahin zu wirken, daß bei der bevorstehenden Beratung des Reichsmieten- gesetzes die Sozialdemokratische Fraktion, als die gegebene Der- treterin der Mieter, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln für den Entwurf des Mieterbundes(Sitz Dresden) einttitt, um dem- selben zum Siege zu oerhelfen. V. Das Parteiprogramm. Veränderter Programmentwurf bereits veröffent- licht in der Morgenausgabe des.Vorwärts" vom 25. August 1921. Koblenz. Zu Punkt V der Tagesordnung: Der dem Parteitag vorliegende Programmentwurf stellt wertvolles Material für ein neues Parteiprogramm dar. Er wird der vom Parteitag zu bilden- den Programmkommission überwiesen. Die Kommission und der Par- teivorstand haben frühzeitig den hiernach ausgearbeiteten Entwurf in der Parteipresse zur.Diskussion zu stellen. Elberfeld. Der Programmentwurf sowie sämtliche dazu gestellten Anrräge sind der Programmkommission als Material zu überweisen. Ein neuer Programmentwurf nebst Kommentar ist im Einver- ständnis mit dem Parteioorftand mindestens 4 Monate vor Statt* sinden des nächsten Parteitages zu veröffentlichen und zur Diskussion zu stellen. Göppingen. Die Wahlkreiskonferenz des 12. württembergischen Landtagswählkreises Göppingen-Geislingen anerkennt die in dem vor- gelegten Entwurf zum neuen Parteiprogramm geleistete Arbeit. Sie hält den Entwurf aber in seiner gegenwärtigen Form zur Annahme nicht für geeignet. Der Parteitag möge daher beschließen: Der Ent- wurf hat als Grundlag« für die weitere Beratung bis zum nächsten Parteitag zu dienen. Der Parteitag erklärt, daß das neue Programm ein klares Bekenntnis der geschichtlichen Sendung der Arbeiterklasse, die kapitalistische Gesellschaft durch ihren wirtschaftlichen und politischen Kampf in«ine sozialistische umzuwandeln, entholten muß. Dresden. Der von der Programmkommission ousgearbeftete Entwurf zum neuen Parteiprogramm ist, trotz der vielen mühevollen Arbeit, die in ihm enchalten ist, infolge seiner mneren Widersprüche und Halbheiten vom Parteitag abzulehnen. Der Parteitag möge eine neue Programmkommission erwählen, die vor ollen Dingen in der Frage der Sozialisierung und in den Fragen der Kulturarbeft unserer Partei, genaue Richtlinien gibt. Aufgabe des Parteitages muß es zunächst fein, so bald als möglich«in Aktionsprogramm zu schaffen, welches der Partei ermöglicht, klare Marschrouten zu befolgen. Weimar. Der vorliegende Entwurf ist abzulehnen: das alte Programm m seinen wesentlichsten Teilen ist beizubehalten. Er- forderlich ist dagegen ein Aktionsprogramm, zu welchem einzelne Teile des Entwurfs benutzt werden können. Preetz. Eine bessere und klarere Fassung des Programmentwurfs. Vor allen Dingen muß der Klassenkampf schärfer hervorgehoben werden. Köln und Koblenz. Der dem Parteitag vorliegende Programm- entwurf stellt wertvolles Material für ein neues Parteiprogramm dar. Er wird der vom Parteitag zu bildenden Programmkommission überwiesen. Die Kommission und der Parteivorstand haben früh- zeitig den hiernach ausgearbeiteten Entwurf in der Parteipresse zur Diskussion zu stellen. Stuttgart. Der Parteitag wolle beschließen: 1. Das Partei Programm in Görlitz noch nicht endgülttg festzusetzen, jedoch die nötigen Vorarbeiten für ein neues Programm zu treffen. 2. Ein wirischaftspolitifches Aktionsprogramm für die kommenden Aufgaben und Kämpfe auszuarbeiten. Lüneburg. Die am 31. Juli in Lüneburg tagende Unterbezirks- tonferenz(Bezirk Hannover) kann in dem vorliegenden Entwurf eines neuen Parteiprogrmmns eine wenig geeignet« Grundlage für ein neues Parteiprogramm erblicken, da sie in dem Entwurf«ine grundsätzliche Klarheit und Herausarbeitung sozialistischer Grundge- danN oermißt. Di« ianterbezirkskonferenz erwartet vom Parteitag in wsriitz. daß er den Entwurf an die Programmkommission zurück- oerweist, und damit die Schaffung eines neuen Programms überhaupt noch zurückstellt. Salzungen. Die am 23. Juli 1921 tagende Versammlung des Bezirksvereins Salzungen befaßt sich eingehend mit dem zu Debatte stehenden Entwurf eines sozialdemokratischen Parteipro gramms. Sie fetzt in ihrer überwiegenden Mehrheit das Vertrauen in die Beratungen des Parteitages, daß«oentuelle Mängel in diesem Entwurf nach gründlicher Beratung beseitigt werden. Die anwesenden Genossen und Genossinnen bringen zum Aus- druck, daß in dem grundsätzlichen Teil des Entwurfes in markanten Worten die Gegensätze zwischen Bourgeoisie und Proletariat geschildert werden. Es wird ober der Weg. auf welchem der Sieg des Prole- tariats erreicht und die im Entwurf festgelegten Forderungen durch- geführt werden können, vermißt. Um Mißverständnissen über den Eharakter unserer Partei und allzu philanthropischen Auslegungen des Programms vorzubeugen, beantragt die Versammlung, daß noch folgendes den grundsätzlichen Forderungen hinzugefügt werden möge: Der Kampf des Proletariats gegen feine Ausbeuter führt not- wendigerweife zur schärfsten Auseinandersetzung. Die Bourgeoisie ist Verteidiger des Privateigentums und somit für Erhaltung der kapitalifttschen Gesellschaftsordnung. Aus dieser Erkenntnis heraus ist die Befreiung der proletarischen Klasse nur ihr«igen Werk ohne Hilfe anderer Klaffen. Darmstadl. Der Parteitag möge beschkeßem Der von der Pro» grammkommission vorgelegte Entwurf zu einem neuen Parteipro- gramm erscheint sowohl in seinem grundsätzlichen wie auch praktischen Test nicht geeignet, als brauchbar« Grundlage für«in zutünftige» D ! sozialdemokratisches Programm zu dienen. Aus diesem Grunde nimmt der Parteitag davon Abstand, schon in diesem Jahre ein end- gültiges Programm zu beschließen. . Um aber den veränderten Verhältnissen Rechnung zu tragen, ist es notwendig, ein Aktionsprogramm zu schaffen, welches in der nächsten Zeit der Partei als Richtschnur und Wegweiser dienen kann. � Zur Ausarbeitung eines diesbezügl.chen Entwurfs wird bei Beginn des Parteitages eine Kommission gebildet, welche nach Erledigung der ersten vier Tagesordnungspunkte ihr« Arbeit dem Parteitag zur Diskussion und Beschlußfassung zu unterbreiten hat. Die endgültige Programmrevision wird auf mindestens ein Jahr zurückgestellt. Königsberg i. Pr. Der Sozialdemokratische Verein Königsberg ist der Ansicht, daß der gegenwärtige Zeitpunkt denkbar ungeeignet zur Schaffung eines Programms ist. Di« ungeklärten politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse gestatten nicht, schon heute theoretische Richllinien für die Zukunft aufzustellen. Der Verein erwaret daher vom Parteitag, daß in Görlitz nur neu« Richtlinien für den Tages- kämpf aufgestellt werden, die Formulierung der theoretischen Forderungen aber einer ruhigeren Zukunft vorbehalten bleibt. Bezirksvorstand und Bezirksbeiral des Bezirksveibandes Groß- Thüringen. Der Bezirksvorstand und Bezirksb-ürat des Bezirks- Verbandes Groß-Thüringen ist der Ausfassung, daß der vom Partei- vorstand veröffentlichte Entwurf zu einem Parteiprogramm auf den Parteitag in Görlitz nicht angenommen werden kann. Der bekannt- gegeben« Entwurf ist vollständig unfertig, unklar und in keiner Be- ziehung übersichtlich und entspricht auch nicht voll und ganz den sozial- demokratischen Grundsätzen und der sozialistischen Auffassung, von denen die Arbeiter und Angestellten durchdrungen sind. Der Bezirksvorstand und Bezirksbeirat fordern, daß der Pro- grammentwurf nochmals an die Programmkommission zurückgegeben, dieselbe eventuell anders zusammengesetzt, damit bei neuen Beratungen den Auffassungen der Massen mehr Rechnung getragen wird. Znsierburg. Der von der Programmkommission vorgelegte Ent- wurf ist in seiner gegenwärtigen Form zur Annahme nicht geeignet. Mr fordern, daß das neue Programm insbesondere enthalten muß: 1. Bekenntnis zum Klassenkampf: 2. klares Bekenntnis zur Sozial!- sierung: 3. klares Bekenntnis zur sozialistischen Republik: 4. ein ein- gehendes klares Agrarprogramm: 5 klare Stellungnahme zum Heer banne. Aue l. Erzqeb.(Entschließung.) Die Mitgliederversammlung des Sozialdemokratischen Vereins Au« i. Erzgeb. vom 3. August 1921 kann sich mit dem Entwurf zum Parteiprogramm nicht einverstanden erklären und verlangt: 1. im Entwurf eine schärfere Betonung der Notwendigkeit des Klassenkampfes: 2. textlich« Abkürzung des' Ent- wurfs und volle Klarheit der Sätze: 3. den so abgeänderten Entwurf einer gemeinsamen Vorständekonfercnz der SPD. und USPD. vor- zulegen, um die Wiedervereinigung beider Parteien auf dieser Grund- läge vorzubereiten. Hamburg. Die Einleitung des Parteiprogramms ist unter Der zicht auf einen allgemeinen theoretischen Teil wie folgt zusammen zufassen: Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ist die Partei des arbeitenden Volkes. Sie erstrebt die Uebcrwindung des kapitalistischen Wirtschaftssystems durch eine die Wohlfahrt aller Gesellschaftsmit- glieder sichernde sozialistische Gemeinwirffchaft und damit zugleich die allgemeine höchste Steigerung der geistigen und sittlichen Kultur des Volkes. Die kapitallstische Gesellschaft hat sich zur Lösung dieser wirk schafts- und kulturpolittfchen Aufgabe als unfähig erwiesen. In der kapitalistischen Well herrscht, noch oerschärft durch die unheilvollen Auswirkungen des Weltkrieges, die Tendenz, die wirtschaftliche Un< gleichheit und damit die Klassengegensätze immer krasser zu steigern. Einer kleinen Minderheit im Ueberfluß lebender Kapitalisten stehen große mit Not und Elend kämpfende proletarische Schichten gegen- über. Diese unerträglichen Zustände können nur dadurch über- wunden werden, daß die kapitalistischen Produkttonsmittel in den Besitz der Allgemeinheit übergeführt und zugleich alle im Volke vor- handenen Kräfte in planmäßigem Aus- und Aufbau der Produktion zu höchster technischer Vollkommenheit und lebendiger Arbeits- freudigkeit erzogen werden. Daher fordert die Sozialdemokratie: Im Anschluß an diese Einleitung sind in knappster Formulierung die Forderungen der Partei aufzustellen, und zwar in folgenden Gruppen: 1. Wirtschaftspolitische Forderungen, worunter die Förderung des gemeinnützigen Genossenschaftswesens und der Schutz aller Er finderrechte durch den Staat kräftig hervorzuheben sind. 2. Agrarfragen, wo an die Spitze der folgende Satz gestellt werden müßte: ,/Das Privateigentum des Kleinbauern an Land und Arbeitsmitteln bleibt unangetc stet." 3. Finanzen, wo nicht auf den Versailler Vertrag Bezug zu nehmen, sondern nur kurz zu sagen ist:„Für die Finanzpolitik des Reiches, der Länder und der Gemeinden fordert die Sozialdemo- kratie...* und wo die Forderungen„Schonung des niedrigen Ar- beitseinkommens" an die Spitze zu stellen und eine entschiedene Afr lehnung von indirekten Steuern auf unentbehrliche Lebensmittel auf zunehmen ist. 4. Verfassung und Verwaltung, worunter kurz zusammengefaßt die kommunalpolitischen Forderungen mit aufzunehmen sind. 5. Bevölkerungs- und Sozialpolitik, worunter zuerst die Forde- rungen für eine gesui de, dem sozialistischen Aufbau sich anpassende planmäßige Bevölkerungspoütik tritt dem Ziel einer körperlichen und geistigen Ertüchtigung des einzelnen wie der Gesamtheit aufzuführen und anschließend die veröffentlichten Forderungen des Entwurfs über Sozialpolitik, zu denen noch die Forderung„Ausgleichende Fürsorge für kinderreiche Familien" aufzunehmen ist. ö. Beamtenrecht, v orunter die im Entwurf aufgeführten Forde- rungen für die Beamten mit Ergänzungen, die sich aus Anträgen ergeben werden, aufzunehmen wären. 7. Gesundheitspflege, wie Entwurf. 8. Wohnungswesen, wo die zweimalige Forderung der Der- gesellschaftung, die int grundsätzlichen Teil schon ausgesprochen ist, wegfallen müßte. 9. Rechtspflege, wo der Fassung des Entwurfs im Absatz„Zivil- prozeß" hinter„menschlichere und wirtschaftlichere Zwangsvoll- streckunq" die Worte„Belassunq des Existenzminimums bei jeder Lohnbeschlognahme" und im Absatz„Strafrecht" noch die„Straflosigkeit der Scbwangerschaftsunterbrechuna in sozial und gesundheit- lich begründeten Fällen" als Forderung eingefügt werden müßten. 10. Kulturpolitik, worunter ganz neu ein Hauptabschnitt„Schule" aufzunehmen wäre mit folgender Einleitung: Um allen im Volke keimenden und aufstrebenden Kräften und Fähigkeiten freie und gleiche Entwicklungsmöglichkeiten zu gewährleisten, fordert die Sozialdemokratie den einheitlichen Aufbau des gesamten Schulwesens nach dem Grundsatz: daß jedem Kinde der unentgeltliche gleiche Bildungsgang offen steht vom Kindergarten bis zur Universität. Im einzelnen fordert die Sozialdemokratie:... Hierunter müßten die Forderungen gebracht werden, die von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer in Hamburg auf- gestellt und dem Parteitage als Sonderantrag zum Programm ein- gereicht sind. Besonders betont werden müßte die Forderung„Um- fassende Hilfe des Staates für die Kinder armer Eltern, um jede Behinderung im Aufstieg eines Kindes aus sozialen Gründen aus- zuschließen". 11. WeltpoNtik, Völkerrecht und Jnternattonale. Unter diesem Schlußabschnitt müßte der leitende Gedanke der Außenpolitik der Sozialdemokratie wie folgt an die Spitze gestellt werden: Die Herbeiführung und Erhaltung eines dauernden, von allen Völkern freiwillig anerkannten und geachteten Weltfriedens ist das oberste Ziel der Sozialdemokratie. Sie fordert aus diesem Grunde: 1. Ersetzung des Vertrages von Versailles durch einen wirklichen Friedensvertrag, der ohne Kränkung, ohne Willlürbestinummgen und ohne Beschränkung der Arbeit der besiegten Völker ist. 2. Gleichberechtigung aller Völker auf allen Meeren der Welt und allen Wasserstraßen, die die Meere verschiedener Länder unterein- ander verbinden. Offene Märkte für den Handel aller Völker in den Ländern und Kolonien der ganzen Welt. Hier anschließend könnten die im Entwurf veröffentlichten Forderungen Gesetz werden, unter Streichung der„Jnternationali- sierung der Wasserstraßen und Durchführung des Gundsatzes der offenen Tür" in Ziffern 5 und 6 des veröffentlichten Entwurfs, da diese Forderungen in der beantragten Neufassung der Absätze 1 und 2 enthalten sind. 19. Schulforderuugen, ausgearbeitet von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer Hamburgs. Schule und Erziehung. Dos Leben der Gesellschaft bewegt und gestaltet sich mst der Formentfaltung ihrer Wirtschaft. Die materielle und geistige Pr» duktion entfesselt in mannigfaltiger Wechselwirkung die Gesamt* kräfte ihrer Glieder. Dies Gesetz gilt auch für die Schule. Sie ist für die Jugend die Form der Arbeit im Dienste der Gemeinschaft, die des instinktsicheren, schöpferischen, verantwortungsbewußten Menschet» bedarf. Die Schule wird damit zu einem aufbauenden Gkede der sozim listischen Gesellschaft: sie ist nicht mehr Fremdkörper, sondern Wesen» teil der Gesellschaft. Sie ist Lebensstätte der Jugend; sie unterbricht nicht die natürliche Entwicklung, sondern fördert sie: ihr oberstes G« setz ist die Unversehrtheit des Kindes. Sie ist nicht Werkzeug kirche licher und politischer Parteien, dient nicht Dogmen und Programmen, ist nicht abhängig von Klassen und Ständen. In einheitlichem Auf* bau vom Kindergarten bis einschließlich zur Hochschule dient sie der Gesamtheit des Volkes. Nächste Forderungen. Innere Schulgestaltung. Entwicklung der Schule aus einer Unterrichtsanstast zu eines erzieherischen Arbeitsgemeinschaft. Bildung der Persönlichkeit durch die Gemeinschaft für die Ge*. meinschaft aus dem Wege produktiver, körperlicher und geistig«! Arbeit. Ausbau der Schule zu einem Haushalt mst eigen« Wirtschaft* sicher und geistiger Bedürfnisbestiedigimg. Die Schule, einschließlich der Hochschule» als Arbeits-, Lehr- und Kulturstätte der Jugend mit ihren Lehrern und anderen zur Er* ziehung Berufenen(Handarbeitern, Künstlern) als Führern. Erziehung zur Selbstregierung, Selbstauslese der Begabunge« durch vielgestaltige Arbeit auf dem Gebiete des Ertennens, Ge* staltens und Handelns. Aufbau und Verzweigung des Schulwesens nach der Richtung daß keine Begabung eine Schranke findet. Ausbildung der besonderen Anlagen in fielen, wissenschaftsichen, künstlerischen, technischen Arbeitsgemeinschaften. Beseitigung des Prüfungs- und Berechtigungswesens. Verbindung der Kinderhilfe jeglicher Art mit der Schule. Umgestaltung der Horte, Jugendheime, Waisenhäuser, Er* ziehungsanstalten(auch Gefängnisse) in Stätten helfender, für« sorgender und rettender Gemeinschaften. Einheitsschule. Oeffentsiche Kindergärten für das vierte bis- sechste Lebensjahr, deren Besuch auf Anordnimg der Jugendamt« zur Pflicht gemacht werden kann. Mindestens sechsjährige Grundschule. Anschließend eine mindestens zweijährige Pfsichtschule ckls Heber* gang zur Berufs- und Fortbildungsschule bis zum achtzehnte«. Lebensjahre. Sechsjährige Oberschule im Anschluß an die Grundschule. Mög* lichkeit von Uebergänqen von einer Schulart zur mtderen. Hochschulen als Berufsschulen für besondere Begabungen und als wissenschaftliche Forschungsstütten, Volkshochschulen als freie Arbeitsgemeinschaften zur Weiter* bildung ohne Rücksicht auf Vorbildung zum Ausbau einer lebendigen Volkskultur. Besondere Einrichtungen für körperlich, geistig od« sittlich ab* norme Kinder. Beseitigung des Schutgeldes, Uncntgeltlichkeit der Lehrmittel, Er*. ziehungsbeihilfen, Freifahrten bei notwendigen Schulwegen und Schülerwanderungen, Verbot des Lohnabzugs für den Fortbildung» fchulbesuch. Weltliche(bekenntnisfreie) Schule. Keine Trennung nach Glaubensbekenntnissen für Kinder unlk Lehrer, kein Religionsunterricht. Scßulverwaltung. Einheitliche Schulverwaltung für alle Schulgattungen nach de« Grundsätzen der Selbstverwaltung. Verantwortlichkeit des Lehr* körpers' für die Arbeit jeder einzelnen Schule. Teilnahme der Eltern an der Arbeit der Schule. Verwaltung jeder einzelnen Schule durch Lehrkörper und Elternrat. Wohl der Eltern* räte durch die Elternschaft der Schule. Wahl des ehrenamtlichen Schulleiters durch den Lehrkörper und durch den Elternrat auf Zeit. Bei Fach- und Berufsschulen Fachbeiräte, die von den eckt* sprechenden Berufen gewählt werden� Wahl derselben durch die Be* rufsangehörigen. Mitwirkung der Schüler durch Schülerräte. Mit* Wirkung der Lehrer und Eltern auf allen Stufen der Schulver* maltung durch eine für alle Schulgattunqen gemeinsame Eltern* und Lehrerkommer sowie durch gewählte Eltern und Lehr« bis zur Reichsschulbehörde und Reichsschulkammer hin. Schulaussicht im Auftrage des Staates durch Schulsachleute. Berufung dersewea durch staatsiche Behörden unter Mitwirkung von Eltern- und Lehre» kämm er. Lehrerbildung. Ausbildung aller Lehrer auf der Hochschul«. Abschaffung ßvi sonderer Lekrcrdildunflsanstalten. Der Parteitag wolle beschließen, in das Parteiprogramm ei»* zufügen:„Wir fordern Sozinlisierung des Buchgewerbes und d» Presse, insbesondere Trennung des Jnferatenwesens von d« Presse« Herausgabc besonderer Annoncenblätter im Staatsmonopol." Der§ 5 des Erfurter Programms, der da heißt:„Abschaffung aller Gesetze, die die Frau in öffentlicher und privatrechtlicher Be* ziehung gegenüber dem Manne benachteiligen." ist in da? neue Pro* gramm mit hinüberzuKrttmeti. Um dos internatioukile Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken und internationale Konpresse wirksamer zu gestalten, sowie grdge Ersparnisse an Zeit und Kosten für Uebersetzungfti zu machen, ist im Parteiprogramm die Einführung einer internationalen Hilfssprache zu fordern. Unter Völkerbeziehungen ist nach„Nationaler Selbstbestimmung usw." aufzunehmen:„Revision aller umstrittenen und aller seit 1918 durch Machtspruch geregelten Staatsgrenzen durch Volksabstimmung nach Gemeinden, frei von jedem militärischen Druck und unter au» schließlich neutraler Leitung und Kontrolle. Wo die Verwirklichung des Abstimmungsergebnisses der einzelnen Gemeinden zur Bildung eingeschlossener fremdstaatlicher Gebiete(Enklaven) führen oder auf unverhältnismäßig große verkehrstechnische Hindernisse stoßen würde und die beteiligten Staaten sich nicht and«weiüg einigen, Ziehung der Grenze nach dem Grundsatze, daß die nationalen Opfer zu beiden Seiten im ganzen gleich groß sind. Völkerrechtlicher Schutz all« verbleibenden nationalen Minderheiten nach dem Grundsätze voll* kommen« Gegenseitigkeit und im Sinne freiest« Selbstregierung und Selbstverwaltung Parteifähigkeit all« demgemäß organi- sierten größeren nationalen Minderheiten vor dem internationalen Schiedshof." JJrfsfntt-Sfabf. Der Parteitag möge als Wtionsprogtomm de» schließen: Die Soziaidemakraiischc Partei Deutschlands ist die politische Organisationen der die deutsch« Ardeiterschaft der ganzen Welt ihr« gcsriachtliche Sendung ersüllen und die Umwandlung der topita- listischen in die sozialistische Gesellschastsform«rkämpfen will. Die SPD. bekennt sich zu der Ueberzeugung, daß bei dem in den großen Industrieländern erreichten Stand der wirtschaftlichen Produktion der weitere gesellschaftlich notwendige technische Fortschrist und die Be- teiligung jedes einzelnen am Ärbeitsertraa der ganzen menschlichen Gesellschaft nur bei fortschreitender Vergesellschaftung der Produktions- mittel und bei völliger Demokratisierung aller staatlichen Einrich- tungen erreicht werden kann. Die SPD. wird durch den Glauben geeint, daß nur in der sozialistischen Gesellschaftsordnung Freiheit sedes Einzelmenschen oon wirtschaftlich»? Ausbeutung und gesellschaftlichem Zwang und Verwirklichung der höchsten Kulstrrwcrte gesichert werden kann. Sie ist sich bewußt, daß die Mittel zur Erreichung ihres Zieles immer wieder nochgeprüft und den Zeitumständen angepaßt werden müssen. Angesichts der gegenwärtigen, durch den Weltkrieg und seine Rachwirkungen entscheidend beeinflußten wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Zeitlage erstrebt di« SPD. zunächst die Erfüllung folgender Forderungen: Wirtschaftspolitische Forderungen. l. Sozialisierung derjenigen Wirtschaftszweig«, deren Konzen- tration genügend fortgeschritten ist servatrecht der Besitzenden. Aber auch den Kindern des werkMgen Volkes muß die bestmöglichste Ausbildung gesichert sein. Die Ar- beiterschaft hat ein ganz besonderes Interesse daran, daß die guten Köpfe des Nachwuchses so geschickt werden, daß sie höhere Stellen in Reich, Staat und Gemeinde, in Wirtschasts- und Lehrsach einnehmen können. Letzten Endes steht und fällt damit die ganze zukünftige sozialistisch-demokrotische Arbeit im Staate. Das Ziel wäre ganz- licher Verzicht auf jedes Schulgeld, dos gegen alle wirtschaftlichen, bevölkerungs- und bildungspolitischen Grundsätze verstößt. Da aber diese» Ziel unter der gegenwärtigen Finanzlage kaum zu erreichen ist, hat sich die Sozialdemokratische Partei mit aller Macht dafür einzusetzen, daß durch Schulgelderlaß in mitckeren und Hock, schulen und durch Gewährung von Beihilfen für Beköstigung und Beklei- dung in ausreichender Weise die Ausbildung der Begabten aus den Kreisen des werktätigen Voltes sichergestellt wird. Hamburg. In der Erkenntnis, daß nur eine tatkräftige Hebung der Bildung und Kultur des ganzen Volkes uns aus dem Wirtschaft- lichen und polstischen Zusammenbruch wieder erheben kann, fordert der Parteitag alle Genossen und Genossinnen in Stadt und Land auf, ihren Einfluß überall dahingehend geltend zu machen, daß die zur Verfügung stehenden Mittel in Gemeinden, Ländern und im Reich nicht nur für die notwendige Verwaltung und den Schutz von Person und Eigentum, sondern in steigendem Maße für tultur- politische Zwecke verwendet werden(Schul- und Bildungswesen, Wissenschast, Kunstpflege, Jugendbewegung). Zahlreiche kulturpoli- tische Maßnahmen, auch solche, die von der Reichsverfassung gewähr- leistet sind, werden ungenügend oder gar nicht durchgeführt(Lehrer- 'bildung, Schulgeld- und Lernmittelfreiheit, Fortbildungsschule, Iugendwohlfahrt) unter Hinweis auf den Mangel an Mitteln. Da- mit versuchen besonders die Vertreter reaktionärer Parteien die ihnen verhaßte und sie gefährdende Kiilturpalittt zu oerhindern und ihre Kreise vor scharfer Besteuerung zu bewahren. Der Parteitag fordert die Genossen und Genossinnen auf, gegen solche Machen- schaften die Augen offen zu halten. Berlin. Der Parteivorstand ist aufzufordern, die Parteischule wieder einzurichten. llntcrbefirkeparlcilag des Münsterlandes. Der Parteitag wolle beschließen, den Zentralbildungsausschuß durch den Parteivorstand zu beauftragen, baldigst wieder Parteischulen zu errichten und ferner- hin für die Ausbildung und Durchschulung unserer jüngeren Partei- Mitglieder beiderlei Geschlechts mehr Sorge zu tragen. Halle a. d. Saale. Die Ortsgruppe erwartet vom Partestag, daß er den Zenttalbildungsausschuß beauftragt, baldigst Schritte zu unternehmen, Parteibildungsschulen zu errichten. Es sollen darin Funktionäre der Partei eine gründliche Ausbildung in allen Fächern der Arbesterbewegung und in der Wissenschaft vom Sozialismus erhasten. Breslau(Stadt). Der Parteitag verpflichtet die größeren Ort?' gruppen Bifdungskitrse einzurichten, die zweckmäßig zusammengcscrßt und zu Parteischulen ausgestaltet werden. Bis Lehrgebiet kommen in erster Linie Volkswirtschaftslehre(unter besonderer Berücksichti, «uug der sozialistischen Theoretiker) und neuere Geschichte(unter be. fonbetcr Berücksichtiaung der Parteigeschichte) in?rage. Für die Barteigenojlen der Kleinstädte und des flachen Landes richten die Bezirks ähnliche Kurse ein. Wenn es die sinonziell« Lage der Partei irgend erlaubt, gehen Parteivorstand und Zentralbildungsausschuf! an die Neueinrichtung der Parteischule, die als Parteihochschule aus- zubauen ijt. Holle ll.d. Saale. Der Parteitag wolle beschließen� Der Partei- vorstand woge eine Kommission zur Ausarbeitung eines chlvrischul- Programms einsetzen. Bad Berka. Der Parteitag wolle beschließen: Porteivnrstand und Bezirksvorstand, Negierung, Reickstags- und Landlagsfraktienen, Ortsgruppen und auch Gewerkschaften wollen allen Fleiß und olle Mittel anwenden zur Schaffung von Volks hoäischulheimen, die die Gefahren und Schwächen der Volkshochschulen umgehen und dem Proletarierkinde die Möglichkeit geben, ehnge Monate sich abseits der staubigen Alltagsstraße der geistiqsn Veriietung zu widmen. Die Mittel bringt der Schüler, die Gewerkschaft und der Unternehmer gemeinsam auf nach zu vereinbarenden Gesichtspunkten. Blankenese. Für eine friedliche Perständizung der Völker, insbesondere ihrer proletarischen Schichten, ist eine Welthilfssprache un- bedingte Voraussetzung. Der Portcioorstand und alle anderen In- stanzen werden deshalb aufgefordert, dem Beispiel der Parteiorgani- sationen anderer Länder solgend, die Welthilfssprache„Esperanto" überall einzuführen und mit ollen Mitteln zu fördern. VII. Ssnfikge Anträge. Homburg. Der Parteitag wolle beschließen, jedem Partei- genossen zu empfehlen, den Konsumgenossenschaften als Mitglied bei- zutreten, um dadurch den genossenschaftlichen Sozialismus zu fördern. Hamburg. Der Porteivnrstand wird beauftragt, mit den Ge- werkschaften, den Konsumvereinen und der Großeinkauss-Gesellschast in Berbindung zu treten zwecks Gründung einer Genossenschaft zur Herstellung des von den Zeitungsbetrieben der Partei, der Gewcrk- schaften, iowie des von den Bureaus der Arbeiterbewegung be- nötigten Papiers. Rcutlina?!.Mstichpgxu. Dt Parteivorstand wolle der Papier- fabrikotion' irgendeine Weise, sei es durch Schaffung oder Er- Werbung c! Papierfabrik, oder aus genossenschaftlichem Wege mit den Konsum w reinen, nöherireten. Der Antrag murde mit der unerhörten Verteuerung des Papiers begründet, worunter besonders die Arbeiterpresie schwer zu leiden Hot. Hamburg. Der Parteitag wolle beschließen-„Es wird den Gc- nnffrn zur Pflicht gemacht, mehr als bisher die Frauen zu allen Ar- betten heranzuziehen, in öffentlichen Aemtern, Körperschaften und Funktionen. Hamburg. Antrag zur Verfassung und Verwaltung: Bekämp- fung jeglichen bureoukratischen Geistes in der Verwaltung, insbeson- dere durch zweckentsprechende Besetzung der Beomtenstellen. Mit einem öfcntlichen Amt darf nur bekleidet werden, wer durch schöpse- rischc Leistungen und soziale Betätigung seine Reife dargetan hat. Die herkömmlichen Examen kommen erst in zweiter Linie in Frage. Ankerbezirk Oflhapeksand.Buppin. Der Parteitag st, Görlitz wolle beschließen: In ollen größeren Orten sind von den kommu- nalen Behörden gemeinsam mit den politischen Parteien und Vor- tretern der Verbraucher und Erzeugerorganisotion Teuerungsprü- sungskommissionen einzusetzen. Halle o. d. Saale. Der Parteitag wolle mit oller Entschieden- Heil auf die Mitglieder der Preußischen Landtagsfraktion einwirken, daß dieselben mit ollen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln bei der Anstellung der Schutzpolizeibeamten hinwirken, daß ihnen dieselben Rechte wie allen anderen Staatsbeamten eingeräumt werden. In Besonderheit ist darauf hinzuwirken: 1. daß den Polizeibeomten das Äoalitionsrecht nicht eingeschränkt wird: 2. daß die Anstellungsbedin- gungen für Beamte im Offizierrang und Beamte im Unteroffizier- rang gleichmäßig find, um dadurch ein Aufrücken der Unterbeamten leichter zu ermöglichen und der Demokratisierung der Verwaltungen nachzuhelfen. Groß-Hamborn. Der Parteitag wolle befchließen, den Kreis» Preßtommissionen größere Rechte als bisher einzuräumen. Berlin. Der Parteitag 1922 möge in Berlin stattfinden. Hannover. Der nächste Parteitag findet in Hannover statt. Frankfurt am Main. Der nächste Parteitag findet in Frank» furt am Main statt. München. Der Parteitag in Görlitz wolle beschließen, den nächsten Parteitag in München abzuhalten. Schwerin in Mecklenburg. Der Parteitag möge beschließen, den nächsten Parteitag in Schwerin in Mecklenburg abzuhalten. fertige Bziiwäfche IVlSSCHOCZU�C aus Renforce, gestreift Satin, Damas., Halbleinen oder Leinen. Stüde 31 M. bis 122 M. OiC-l�'oCitbsZll�C aus Renforce, gesir. Satin, Damast, Halbl. od. Leinen, St. 1 2 1.50 bis 40 2 M. Bettücher aus Kretonne, Halbleinen oder Leinen...... Stück 70 M. bis 3 2S M. ivissenbezüge m.Sfick.,Durcbbruch od. Bogen vemcrt58.5G bis 349 M. tiiiimiuiiuiiiiiiiniiiiimiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiuiiiiiiiiiiiiimiiiiim'iiiiiiiiiiiiiiiiniininiiiiiuiiininiiiii.'� 1 i = Fußbettbezüge m aha verziert oder aus besticktem Batist, Stück J. U i M. bis*/ X M. Ueberschlaglaken mit Fäitchen, Stickerei, Durchbruch oder Bogen verziert. 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M. 2.— Der Zweite Kongreß derKommunistischen Internationale M. 1.— Was die Kommunistische Internationale bisher war und was sie nun werden muß Vom Werdegang unserer Partei........ Zwölf Tage in Deutschland Die Sowjetmacht und der Offiziersstand..... Der Aufbau der Volkswirtschaft und die Sowjetmacht M. 2—» M 1-| M. 1.20! M. 2- j M. 1.- I Zu beziehen durch die Veflagshuchhanillüng Carl Hflym Nacht. Louis Cahnbley, Hamburg II, Julius Krause Kastanienallee 40 sx MÖBEL Gkur.""r 2 Anf Wunsch Zahlungserleicliterung i' mamm Soeben erschien Nr. 53/54 der Kleinen Bibliothek der Russ. Korrespondenz Mich. Pawlowltsch 3754b* im XX. Jahrhundert Inhalt: Die ökonomische Hegemonie RuBlands in Nordperslen. Das Handelskapital und die Geistlichkeit In der Be- ,_ treinngsbewegung/ Die Agrarfrage in Perslen....... 62 Seiten Preis M lf Zu beziehen durch Frankes Verlag G. m. b. H., Leipzig 'M Perlen fjuweleif Sehr grosseä Silberiager Margrafs Co. Kanonierstrasse 9 Tauentzienstrasu /So. 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Auf Grund der ministeriellen Verfügung über die Neuregelung der Polizeistunde hat der Berliner'Polizeipräsident für den Polizei- bezirk Berlin jetzt folgende Regelung getroffen: Für Vergnügungsparts(sogenannte Rummelplätze) wird die Polizeistunde in der Zeit vom 1. Mai bis 15. September auf tO Uhr, in der Zeit vom 10. September bis 3l>. April auf 8 Uhr abends festgesetzt. Für einzelne dieser Unternehmungen kann durch Verfügung des Polizeipräsidenten die Polizeistunde bis 10% Uhr abends verlängert werden. Für Theatervorstellungen und alle Darbietungen, welche bei gewerbsmäßiger Ausübung einer Erlaubnis aus 8 332 der Reichsgewcrbeordnung bedürfen sowie für alle Lichtspiel- Vorstellungen wird die Polizeiststunde auf 11'/- Uhr festgesetzt. Für Gast-, Speise- und Schankwirtschasten so- wie für Cafes wird die Polizeistunde aus 1 Uhr festgesetzt. Be- triebe der vorbezcichneten Art dürfen nicht vor 6 Uhr morgens für dos Publikum geöffnet werden. Ausnahmen hiervon können bei dringendem Bedürfnis durch Verfügung des Polizeipräsidenten unter Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs bewilligt werden. Erweist sich der Unternehmer eines der in den Para- graphen 1 bis 3 bezeichneten Betriebe in der Ausübung seines Gewerbes als unzuverlässig oder erocben sich aus seiner Geschäftsführung Unzuträglichkeiten für die öffentliche Ruhe, Sicher- heit und Ordnung, so kann die Polizeistunde für seinen Betrieb durch Verfügung der Polizeibehörde bis auf 10 Uhr abends herabgesetzt werden.- In einzelnen besonders gearteten Ausnahmefällen, insbesondere bei Wohltätigkeitsveranstaltungen, kann die Polizeistunde über den in 8 1�-3 bezeichneten Rahmen, jedoch nicht über 2 Uhr nachts hinaus verlängert werden. Handelt es sich um Wohltätigkeilsoeranstaltungen, so ist die Verlängerung von der auf Grund der Bundesratsverordnung betreffend die Kriegs- Wohlfahrtspflege vom 15. Februar 1S17 vorher eingeholten Ge- nehmigung abhängig. Die Verordnung tritt mit dem I. September 1S21 in Kraft. Ter Spätverkehr auf der Stadtbahn. Die Maßnahmen der Eisenbahn ans Anlaß der verlängerten Polizeistund« liegen nunmehr fest. Danach werden im ganzen zwei neue Zugpaare gefahren, und zwar das eine auf der Stadtbahn, und zwar zwischen Charlottenburg und Spandau, ab Charlottenburg 11.57 Uhr abends, an Spandau West 12.20 Uhr nachts, und die der Gegenrichtung ab Spandau West 12.40 Uhr nachts, an Charlottenburg 1.03 Uhr nachts. Das andere neue Zug- paar wird aus der elektrischen Vorort st recke Groß-Lichter- feldc- Ost— Potsdamer Bahnhos gefahren: ob Pnts- domer Ringbahnhof 1.15 Uhr nachts, an Lichterfelde Ost 1.32 Uhr, ob Lichterfelde 1.35 Uhr, an Potsdamer Bahnhof 1.52 nachts. Auf der Ringbahn, Wannfeebahn, Stadtbahn und auf der Strecke Berlin-Oranienburg treten ab 1. September insofern Aenderungen ein. als die bisher verkehrenden letzten Züge ausfallen und durch entsprechend später verkehrende Züge ersetzt werden. Aus der Strecke Potsdamer Bahnhof— Zossen, Görlitzer Bahnhof— Königswnsterhausen, Potsdam— Stadtbahn— Erkner, Stadtbahn— Strausberg, Stettiner Bahnhof— Velten, Lehrter Bahn- Hof— Spandau— Nauen bzw. Wustermark werden Aenderungen im Spätvertehr vorläufig nicht eintreten. Zur Verzweiflung getrieben. Tragödie im evangelischen Arauenseminar. Im Elisabcthkrantenhaus liegt ein totes Mädchen, Armida Langner. eine Selbstmörderin, die noch nicht beerdigt wer- den kann weil die Formalitäten zur Freigabe der Leiche noch zu erfüllen sind. Als Flüchtling war die nun Verstorbene aus der oberschlesischen Grenzgegend vor einigen Monaten nach Berlin ge- kommen und fand hier eine Dienststelle im evangelischen Frauensemlnor Potsdamer Str. 73n. Außer ihr wurden dort noch zwei Mädchen beschäftigt. Die drei eigneten sich von der ihnen zugänglischen Bettwäsche soviel an, daß sie sich je z w e i Hemden davon machen konnten. Das wurde ruchbar und die Leiterinnen des Seminars teilten den Fall dem Pfarrer Thiele mit Dieser erklärte, daß er die Sünde nicht zur Anzeige bringen wolle, aber das Mädchen müsse fort. Das Mädchen wußte nicht, wohin es sich wenden sollte, und da es auch mehr Ehrgefühl befaß als viele von den„reinen" Christen besitzen, trank es in der Ver- Zweiflung Lysol. Der herbeigerufene Arzt konnte nicht mehr helfen. «ie verstarb nach stundenlanger Oual im Krankenhaus, wohin sie durch die Polizei gebracht wurde. Von den beiden anderen Mäd- chen soll eine bereits entlass'n, die zweite aber noch dort sein. Angesichts der Tatsache, daß ein junges Msnschenleben einer Lappalie wegen vernichtet ist. müssen wir doch die Frage aufwerfen, ob es nicht viel richtiger gewesen wäre, vom christlichen Standpunkt aus die weiteste Barmherzigkeit zu üben und das Mädchen nicht eher zu entlassen, bis es eine andere Unterkunft gefunden? So und nicht anders hätte unserer Meinung nach der Herr Pastor als Prediger der Nächstenliebe handeln sollen. um ein junges Menschenleben vor völliger Verzweiflung zu schützen. kiingelfahrer. Eine ganze Familie auf der Anklagebank. Sechs zu einer Familie gehörige Personen waren gestern im Anklageraum der Ferienstrafkammer des Landgerichts 1 vereinigt. Die mehrfach erheblich vorbestraften Brüder Klempner Johannes Schreiber und Maler Ewald Schreiber» sowie ein dritter, nur einmal vorbestrafter Bruder, der Rohrleger Oswald Schrei- b e r, ferner bei mit ihnen als Baut, Ehefrau und Mutter oerwandt. schaftlich verbundene Frauen. Die drei Brüder pflegten durch die Straßen zu strolchen und die Gelegenheit zu Eiubruchsdieb stählen zu er- spähen. Wenn sie an den herabgelassenen Jalousien vermuteten, daß die Wohnungsinhaber verreist wären, wurde Oswald Schr. als„K l i n g e l s a h r e r" vorgeschickt und dann nach dessen Bescheid SMUlM Benin m m. Die RNlglieder des Bezirksvorstandes kreffeu sich Alonlag, den 29. August, nachmilkags S Ahr, im Bezirksfekrekariat, Lindensirasie Z, um 5kellung zu nehmen zu der durch die ErmordungErzbergers geschaffenen polikischen Lage. zum Einbruch mittels Dietrich und Brechstange vorgegangen. Gestern standen zunächst zwei solcher Wohnungseinbrüche zur Anklage; bei dem einen waren Wäsche und andere Wertgegenstände im Werte von 8000— 10 000 M.(Friedenspreise) gestohlen; im zweiten Falle solche im Werte von 50000 M. Die beiden ersten Angeklagten führten bei Ausübung der Verbrechen auch geladene Revolver bei sich, die sie bei ihrer Verfolgung zur Abwehr auf ihre Verfolger richteten.— Der Staatsanwalt beantragte gegen Ewald Schreiber 6 Jahre Zuchthaus, gegen Johannes Schreiber 4'4 Jahre Zuchthaus, gegen Oswald Schreiber 3 Jahre Zuchthaus und gegen die �weiblichen Angeklagten je mehrere Monate Gefängnis wegen Begünstigung.— Das Gericht verurteilte Ewald und Johannes Schreiber zu je 6 Iahren Zuchthaus und zu 10 Iahren Ehrverlust, Os- wald Schreiber zu 3 Iahren Gefängnis und 5 Iahren Ehrverlust, die drei Frauen zu je sechs Monaten Gefängnis. Tie Untersuchung gegen Grosimann. Don den Mädchen, die bei dem Mörder als Wirtschafterinnen sich einige Tage aufgehalten hatten, sind drei ermittelt worden. Sie wurden gestern verhört und dem Verhafteten gegenübergestellt. Eins dieser Mädchen gibt an, doß ihr Großmann einmal die Finger in den Hals ge st eckt hätte und sie sich nur dadurch habe retten können, daß sie den sonst ziemlich schwachen Menschen von sich gestoßen habe. Auch diese Mädchen hatte er wie die er- mordete Nitsche alle gefesselt. Bei der Gegenüberstellung kam es zu erregten Zluseinandersetzungen, da Großmann den Aus- sagen der Mädchen ständig widersprach, endlich ober, als ersah, daß seine Aussagen unglaubwürdig waren, erklärte er dann, dann müsse es schon so stimmen, wie die Mädchen aussagen. Für alle Beschul- digungen hat er aber sofort Erklärungen zur Hand, die aber stets frei erfunden sind. So will er dem Mädchen die Finger a u f deren Verlangen in den Mund gestoßen hoben, weil diese Brechreiz gehabt habe. Das Mädchen leidet heule noch an den Per- letzungen, die es dabei erlitten hotte. Obwohl eine Vorführung des Verbrechers an den Tatort zur weiteren Aufklärung seiner An- gaben von Dorteil wäre, so hat man bisher jedoch davon abgesehen. Wanzenbckämpfung in Adlershof. Im Adlershofer Barackenlager, dessen von den Be- wohnern bitter beklagter Zustand auch in der letzten Bezirtsverordne- tcnsitzung des Verwaltungsbezirks 15(Treptow) scharf gerügt wurde, hat eine sehr notwendige Besserungsaktion begonnen. Zu den sofort auszuführenden Maßregeln gehört der nachdrückliche Kampf gegen die widerwärtige Wanzenplage— und der ist seit der vorigen Woche im Gange. Damit völlige Ver- nichtung des Ungeziefers erreicht wird, müssen sämtliche Wohnungen mit ihrem ganzen Inhalt durch giftige Gase desinfiziert werden. Di« Barackenbewohner werden es wie eine Erlösung empsin- den, daß sie von der Wanzenplage, dieser Hinterlassenschaft aus der Kriegszeit, in der die damals errichteten Baracken mit Militär belegt wurden, nun endlich befreit werden sollen. Leider hat man aber nicht hinreichend Vorsorge ge» troffen, den Bewohnern der zu desinfizierenden Baracken vor« übergehende Unterkunft an anderer Stelle zu be- Ichaffen. In den Wohnungen, die zur Zusammenhaltung der Giftgase möglichst luftdicht verschlossen werden müssen, kann und darf selbst- verständlich kein Mensch ble-ben. Abgesperrt wird sogar die ganze Umgebung jeder einzelnen von den Desinfektoren in Arbeit gsnomme- nen Baracken, und an hemmenden Drähten warnen Plakate:„Eintritt verboten! Lebensgefahr! Giftiae Gaie!" Wer nun von dem söge- nannten M i e t e r b l o ck des Barackenlagers erwartet hatte, daß durch ibn die zuständige Behörde veranlaßt werden würde, irgend- welche Notauartiere zu beschaffen, der sah sich enttäuscht. Die ausquartierten Larackenbewohner waren genötigt, für ein paar Tage und Nächte in den ohnedies nur kleinen und nicht starkbevölkerten Wohnungen anderer Baracken einen Unterschlupf zu suchen. Um das zu ermöglichen, wird die Desinfektion so ausgeführt, doß in bestimmten Zeitabständen eine Baracke nach der anderen herankommt. Aber bei Familien von sechs bis acht Köpfen ist es nicht leicht, Platz und Zlufnahme in anderen Familie zu beschaffen, zumal da auch die Betten in den zu desinsi- zierenden Wohnungen zurückgelassen werden müssen. Einzelne Familien zogen es vor, im Freien zu übernachten, was bei der doch schon recht fühlbaren Kühle auch wieder nicht ganz unbe- denklich ist. Bisher sind auf dem Nordgelände von zehn Baracken erst vier in Desinfektion genommen worden, und schon haben diele Schwierigkeiten sich gezeigt. Auch das kam vor, daß ein Wohnungs- inbaber, vor den Desinfektoren flüchtend, in die Nnchbarbaracke übersiedelte und darin auch aus ihr durch d'e Desinfektoren vertrieben wurde, ehe seine desinfiziertd Wohnung wieder beziehbar ge- worden war. Für den weiteren Fortgang der Desinfektionsarbeit ist dringend zu wünschen, daß die Frage der Notquartiere besser erwogen und befriedigend gelöst wird. Die Besorgnis mancher Bewohner des Barackenlagers, daß in den Wohnungen noch Nachwirkungen der giftigen Gale entstehen könnten, ist hoffentlich un- bzgründet. Sehr gründliche Lüftung ist allerdings nötig, damit auch aus Betten, K'eiduna und Wäsche die letzten Reste der«ingedrungenen Gase sich verflüchtigen._ Der Weg der Gemeinschaftsschule. Ueber die Arbeitsgemeinschaftsschule sprach am letzten Freitag Frau Dr. W e g s ch e i d e r in einer öffentlichen Versammlung in Niederschönhausen, die von dem Aktionsausschuß zur Errichtung einer Gemeinschaftsschule im 19. Verwaltungsbezirk einberufen war. Die Referentin führte u. a. folgendes aus: Wir können nicht von der Gemeinschaftsschule sprechen, wenn wir uns nicht zuvor darüber klar geworden sind, daß sie bisherige Schule ein politisches Instrument war.(Lebhafte Zustimmung.) In den höheren Schulen wurden die Schüler auf die Berechtigung der gottgewollten Abhängigkeit hingewiejen, und in den Bolksichulen zu der Ansicht erzogen, daß es auch Knechte geben müsse, Gemein- schaftsgeist ist nicht gepflegt worden. Die ganze Einrichtung ist auf Haß und Kampf eingestellt gewesen und so ist der Grund ge- legt worden zu den politischen Morden, die wir jetzt zu beklagen haben, so ist der Boden bereitet worden zu der Der- achtung der Masse, von der diejenigen so oft erfüllt sind, die lurch eine höhere Schule gegangen sind.(Beifall.) Wir brauchen eine Ge- meinschaftsschule, weil wir die Gemeinjchaft bitter nötig haben. Wenn wir uns heute umsehen, so finden wir das Bewußtsein einer Gemeinschaft, die weit über Raum und Zeit hinausgeht, und die Sehnsucht dieser Gemeinschaft ist besonders stark in sozialistischen Kreisen. Ein Mensch ohne Gemeinschaft verdorrt. Rednerin ging dann aus die Mängel des heutigen Schulsystems ein und zeigte, wie durch ein ganzes Netz von Vorschriften die„Disziplin" der Kinder aufrechterhalten wird, wie das Kind lernt, nicht das zu ant- warten, was es denkt, sondern was der Lehrer gerne zu hören wünscht. Der Arbeitsunterricht, der von allen modernen Pädagogen gefordert wird, kann erst in einer Gemeinschaftsschule Segen wirken. Unter dem Scheinleben der heutigen Schule leiden sowohl Kinder 071 Die Rächer. Noman von Hermann Wagner. Nahezu zehn Jahre waren Lucie und Reisner mitein- ander verbunden, und nun war die Stunde gekommen, da sie miteinander abrechneten, das Ergebnis ihrer Ehe zogen. Es war eine bittere Stunde, nicht nur für Reisner, auch für Lucie, die beide erkannten, daß etwas zerbrach, das nie ganz ge- wsfen war.„. m. ,, „Ich geh«, weil ich dich liebe/ sagte � Rersner.„Um deinet- und um des Kindes willen gehe ich." „Du lügst," antwortete sie ihm haßerfüllt.„Nicht um meinet- und um des Kindes willen gehst du, fondern um deinetwillen, weil dich das Gefängnis schreckt, weil du feig bist!"_. Ihre Verachtung erbitterte ihn.„Sage mir: wurde es dadurch besser, wenn ich das Gefängnis vorzöge? Wovon solltet ihr leben?" „Vom Geld eines Menschen, an den du uns verrätst?" Er sank auf einen Stuhl und bedeckte das Gesicht mit beiden Händen.„Du hast recht." stöhnte er..chu hast recht... Aber kann ich es denn verhindern? Ich kann es nicht. Mir fehlt die Kraft. Ich fürchte mich. Ich fürchte mich vor dem Gefängms... Roch einmal—?... Nein, ich kann nicht! Mich schüttelt die Angst!" „So warst du schon immer," sagte sie kalt,„feig, grausam und undankbar. Du blähtest dich auf und warst doch nur ein �Popanz, der jetzt zerplatzt." „Da? sagst du mir?" „Ja. ich." „War ich feig, grausam, undankbar gegen dich?" „Du glühtest so lange für mich, als du mich wolltest. Als du mich hattest, wurdest du gleichgültig und kalt und gingst andere Wege... Meinst du. doß ich deine Wege nicht ge- kannt habe?" „Und du hast mir das nie,... nie— gezeigt?" flüsterte er fassungslos. „Nein," tagte sie hart,„ich habe es dir nie gezeigt das! war meine Rache." »Und du ließest mich gehen, alle Weg«, die ich wollte.. J Du!" Er trat zornfunkelnd vor sie hin und packte sie im Handgelenk.„Du!" schrie er noch einmal und haßte sie mit einem Schmerz, für den es keine Linderung gab. Sie lachte ihm ins Gesicht.„Tut dir das weh?" Er ließ sie fahren.„Ja, dos tut weh. Ich habe nicht ge- glaubt, daß du mir so weh tun könntest.. „Und daß du m i r weh tun könntest, das hast du auch nicht geglaubt,— wie?" Sie wandte sich von ihm ab.„Ich war für dich nicht mehr als eine Magd, die ihr Kind zu behüten hatte,— ich hatte einen Platz, meinen Platz, während du hundert Plätze hattest, von denen du nur nach Haufe zurückkehrtest, wenn du müde und ruhebedürftig warft." „Warum hast du nicht ein Wort gesprochen," klagte er sie mit leiser, tastender Stimme an,„ein Wort, ein einziges?... Weißt du denn, wie ichr ich darauf gewartet habe, auf dieses eine Wort?... Dieses ungesprochene Wort war es, das zwischen uns stand. Ich konnte es nicht sprechen, denn ich war zu tief in deiner Schuld. Aber du! Du mußtest es sprechen! Und du host es nie getan. Nie... Und ich bin über diesem ungesprochenen Wort alt geworden, enttäuscht und gleichmütig... Warum spricht sie es nicht zu mir? fragte ich mich immer wieder. Weil sie mich nicht sieb hat! ant- wvrtete es in mir... Das Kind war dir alles. Ich war dir nichts. Deshalb trieb es mich auch fort. Weil ich vergessen wollte... trieb es mich fort, denn es gab ja soviel, das ich vergessen wollte... Und doch: d n hättest mich retten können, mit einem Wort, mit einem einzigen guten Wort! Und du hast ez nicht getan!" „Ich habe es nicht getan, weil ich gar nicht wollte, daß du gerettest würdest. Ich sah deinen Untergang, wie ihn andere sahen, nur deutlicher und sicherer, weil ich wußte, daß er kommen mußte. Und ich habe mich gefreut." „Du hast dich gefreut.. „Ja," sagte sie aufatmend,„und nun ist er da." „Nun ist er da... Und gibst mir den letzten Fußtritt." „Den letzten Fußtritt," rief sie,„ja!" Seine Stimme brach mitten entzwei.„Hassest du mich so sehr?" fragte er. Sie kchiiltcl!.' r-—' Ich wollte, ich könnte dich ■•y-c- i'h ke.i'>!'cht. M"N Herz ist ZU Stein g- /vi;::. Du Im'! es ge./zcht." „fiuciei" rief er aus. „Ja," beharrte sie und stampfte mit dem Fuß. Er versuchte einen angstvollen Blick nach ihr hin.„Gibt es gor nichts, Lucie," flüsterte er,„gar nichts, das--- Könnte ich es— nie wieder... gutmachen?" „Nein.. „Es muß etwas geben... Bedenke doch, daß Lu— auch mein Kind istl" „Es ist m e i n Kind!" „Du hast es mir genommen..." „Du hast es nie besessen," sagte sie mit kalter Genug» tuung,„Gott sei Dank!" „Und es gibt nichts, nichts, nichts..." murmelte er. Sie sah ihn höhnisch und lauernd an, wie eine Katze, die mit ihrem Opfer spielt.„Bielleicht doch.— vielleicht doch... eins..." Er zitterte vor banger Erwartung.„Du," bat er heiß, „sage es mir,— sage es!" Sie maß ihn in einer Weife, als schätze sie ihn ab. „Geh,— geh... ins Gefängnis!" sagte sie langsam und scharf. Er taumelle.„Du,— du— willst...?!" „Ja!" Er schleppte sich in einen Winkel, siel auf einen Stuhl nieder und vergruh den Kopf in den Armen. So verharrte er lange. Alles in ihm war tot und leer. Er hatte das Wort gehört und war doch nicht von dem berührt worden, was sich damit verband: er dachte nicht an die Strafe, die ihn erwartete, an die jahrelange Haft, an das furchtbare Alleinsein, das tief zu Boden drückte und unsäglich elend machte, an alle die Stunden einer hoffnungslosen Qual, die er kannte. Cr dachte nur eines: Sie will es! Sie wünscht mir es! Es freut sie, es macht sie glücklich! Ihr Haß und ihre Ber- achtung sind so groß, daß sie sich an meinem Schmerz weidet! Ich bin ihr nichts, zu einer Stunde, wo sie weiß, daß sie mir alles ill! Ich bin allein Rettungslos allein. Und ich habe auch kein Kind, denn sie hat es mir weggenommen. Und dessen freut sie sich am meisten... Er stöhnte leis auf. Das Uebennaß an Schmerz war die Stütze, an der er sich festhielt. Sie umklammerte er. So konnte er nicht mehr fallen. Und a wollt» es auch nicht.(Forts, folgt.) «fs Lehrer. Die Kinder sollen zur verantwortikchen Anteilnahme an den Arbeiten der Schule erzogen werden. Der Ton, an dem Eltern den Entschluß fojjen, eine Gemeinschaftsschule einzurichten, ist ein hoher Fesistag, der noäi in späteren?ahrcn gefeiert wird. In der Diskussion sprachen die Herren L c f c o r e und R i c l s ch aegen die Gemeinschaftsschule, und besonders dc� letztere, der eine Rektorstelle in Niederschönhausen bekleidet, ging rn„Mißverstehen" der Referentin weit über das erträgliche Maß hinaus. Lehrer Z i e- ch e r t erläuterte die Einrichtung der neuen Schule im einzelnen, Schindler und Hentze kennzeichneten in treffender Weise die „Erfolge" des bisherigen Schulsystems, während der Studienrat D y l a in sehr sachlicher Weise zu diesem Problem Stellung....., 5m Schlußwort fertigte die Neferentin in sehr geistvoller und feiner Weise die von den Gegnern der Gemeinschaftsschule gemachten Ein- Wendungen ab. Bemerkenswert war, daß der in der Versammlung anwesende Schulrat Düring sich nicht aum Wort gemeldet hotte. Die ganze Versammlung, in der sich zahlreiche Eltern in die ber°'.t- liegenden Listen einzeichneten, kann als voller Erfolg der Einheits- lchulbewegung bezeichnet werden. beumlfqssielljen Kandidsl»» Zur Etadi» ur.d Nezlrk�vererdnttenvrrsamm- t»________________„IWWMWW... liruarc müssen unbedingt erschsinen wegen äußerst wichtiger Mitteilungen. 17. Abt. 7 Uhr bei Murrer, CaprivisU:. 8, Funktionertonfcrenz sämtlicher Funktionäre, Betriebsvcrtrauensleute, Dezirksführcr, Elternbeirats. � und Frauenagitation-mitglieder. Es wird aus den gefaßten Beschluß hinge« wiesen. 41. Abt. 7 Uhr Sitzung der Bezirksfiihrer, Bctriebsvertrauensleute und Kreis- delegierten bei Schtemann, Stendalcr Str. 13. Wichtige Tagesordnung. 38. Abt. Charlottenburg. 7*6 Uhr außerordentUche Mitgliederversammlung bei �'->!r vr mm r jJ* � t,,. �* f �„ A\......».-.«S tXVrti.rtrrtt.tr ä*. iii Erscheinen ist Pflicht. ReAtöL«. 8». Abt. 8 Uli? Funktionarsitsting bei Darutke. Nenscnstr. t.?ie Borstsndsmitgliedcr tresien sich dort schob UNI 7 Uhr.— Wi. und 98. Abt. 7 Uhr Sitzung sämtlicher Funktionäre beider Abteilungen bei Zillmer, stiozoistr. o(j, liefe Kirchhosstrahr. Tagesordnung.' Stellungnahme zu den Stadtoerordnetcnwohlen. Verschiedenes.— 97. Abt. 7 Uhr im Lokal Schulz, Emser Str. 102, Funktionärsitzung mit sämtlichen Kreisoeriretern. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen unbedingt erforderlich. 103. Abt.'Obcrichöneweide/ 7>I Uhr im Lokal oon Reumann, Sicmensflrahe, Funktionärsitzung. Alle müssen erscheinen. ....." Arbeitsausschuß-Sitzung im Saal der Juristischen Heule Elternboiralswohlsn in 73 riß. Alle wahlbercchtiqti-n Eltern! Jungs-, iattften. 7 Uhr Arbl wählen die L i st e I der sozialistischen Parteien. An der 1. Schute Sprechstunde. L.ndenstr. s. Arouenvcrjammlungen am ZNonkag, den Zg. August: beginnt die Liste mit dem Namen Martha Balzer, an der 2. Schule(Bürgerstraße) mit dem Namen Franz Tenschert, an der 3. Schule(Hannemannstraße) mit dem Namen Albert Friedrich. Alle Genossen, die noch nicht zur Wahlarbcit einge- teilt sind, werden geketen, sich im Lokal von Schröder, Ehausscc- straße S8, zu melden. BezirksbildungsatlSIchuh Groß, Berlin. Heute nachmiliag?'/, llhr im Deutschen OvernhauS die Oper.Tiefland". Beginn der Verlosung 1'/, Uhr. Wir bitten, pünltlich zu erscheinen, da Zuspätkommende ertl nach der Ouvertüre Einlag ethallen. Wir Hilten, die Karten und Norken� svr die Feslkonzerte unverzüglich cinzulülen.— Zur ErleSignng einer wichtigen Angelegenheit findet am Moniag. den SS., abend-5 6'/, llbr. eine Sitzung der Milgticdcr de» engeren Bezir.kKbildungsLUischus'cS statt. Groß-Seeliner parteinachrichten. Morgen. Montag, den 29. August: 18. Sttif Weißensce. 8 llhr im„Friedensgartcn", Roclke», Ecke Pistoriusstratze, auperordentliche Sitzung des Sreisdildunasausichusses. 19. ttrei» Paulow. 7>,d Uhr Sitzung sämtlicher Mitglieder der Bildungsaus. schlisse aller Abteilungen im Zugendheim in Pankow, Breite Str. Zü(Ei». gang hinter dem Finanzamt). 20. Kreis. 6 llhr im Rathaus Äitlenau, Krcisoorstandssttzung. Jede Abteilung muß durch zwei Genossen resp. Genrsssnnen mutreten sein. Außerdem nehmen an de: Sitzung teil: die Stadt- und Bezuksverordneten, sowie die 13. Abt. 7' o Uhr bei Burmeister. Eadiner Str. 21. Referent Dr. Zlorachi„Frau und soziale Suzicne". 20. Abt. 7>? Uhr bei Behrendt, Lirbigstr. 24. Referent Marquardt:„Wie kläre ich mein Kind sexuell auf?" 22. Abt. 7i4 llhr in der Mädchenschule Höchstestr. 34. Thema:„Bebels Frau". atz. und 28. Abt. 7'i Uhr Echulaula Schönhauser Allee 100-. Referentin Martha Hoppe:„Die Etadtverordnetenwahlcn und die Frauen". 32. Abt. 7>t Uhr bei Erahn, Milastr. ä. Referent Dr. Walter Zech Ii:r:„Das Frauen! eben in Spanien". 33. Abt. 7Uz Uhr bei Eillwald, Putbuser Str. 24, sehr wichtige Besprechung. 42. Abt. iltz Uhr bei Behrens, Tegeler Str. 22. Referent Dr. Max Schüttet „Ferdinand Lassolle". 47. Abt. T'i llhr bei Rodzan. Brüsseler Str. 43. Referentin Eertrud Hanna? „Die Stadtverordnctcnmahlen". ö7. Abt. Iharle l'enl'urg. 7* 7 Uhr hei Arndt. Kantstr. öl. Referent Arthur Häußler:„Die Stadtverordnelenwahlen und die Frauen". 79. Abt. WUmersdors. 7;. Uhr bei Pieper, Holstrinisüie. Ecke Easteincr Straße. Rcserent Leipke:„Krankenkassenweien und Wochenhilfe". 81. Abt. Steglitz. 8 llhr hei Thien. Alvrecht-. Ecke Ringstraße. Referent Hein. rich Pierbücher:„Meine Erlebnisse im Orient". 101.?lbt. Treptow. 7>/.. Uhr des Iäckel, Bouch-str. 8ö, Ecke Kiefholzstraße. Referent Dr. Fritz Kaisen:„Religion und Sozialismus". >02. Abt. Banmfchulenweg. 7>u Uhr bei Haß, Baumschulcnstr. 72. Referent "'' �.... h Rlohlufftriit". 5. Kreis Tiergarten. Elternbeiräte und Erkatzmilzlisder des Kreises 7 Dr Fraktionssstzung bei Trümper. Ffensburgcr Str. Z. Lehrer sind hierzu e:n. geladen. Leitsätze für Elternbeiräte. 3. Stcis Vedizing. 7 Uhr in der Schulaula Pank-, Ecke Aiesenstraße. o: e.-. nertretcrversammlung. Tagesordnung: Aufstellen der Kandidaten zur Stadt- und Bezirksoerordneienwahi. II. Kreis Sch-neberg.Fliedcnan. 7Ü7 Uhr Kreisverkreterversammlung in dcr Volksschule, öchoneberq. Feurigste. ö<. 14. Keei» Reukästn-Arit Buckow.Ztudow. 7 Uhr Kreisvertreterversammlung in der Aula des Reafgnmiiassums. Kaiser-Frisdrich-Etr. 910. Ausstellung der Kandidaten zur Stadl, und Bezirtsverordnctenwahl. Di- Kontrolle stellt die 02. Abt..._, 15. Kreis. 7 llhr Kreisvertreterversammlung in Zohannistdol:m Restaurant „Zum Einsiedler". Berich! der Bazirksverordnetenfraktion38 Uhr abends, im Restaurant Brückenkopf, Berlin F., Kottbufer Straße 12. Referent Bundessekretär Kamerad L e p p i n aus Reichenberg. Bettstellen V -G V gsmszz: -G Damenkleidnng Kleiderstoffe a. gestreiftem i..UU5C Flanell, Kala-<5� tZf\ frei oder geschlossen Mantcl8n;rtt:b.r!"?290.- 350.- 395.- Mantel aus reinwollenem �711'— Velour», wie obige Abbild. I i ij» III ItllllKIII III>ffll»OI0ir»*l MIHI Hills,* | Damen- Füzhüle\ 125.— 32— 44.—| .». au» vorzügl Mantel FlauacKetoff t,.., au» reinwolL rvleid Trilcot, mit T reise garniert..... Jackenkleid au» reinwollenem Cheviot mit Tresse,|£/"n Jacke halb a. Futter 0oU.— Morgenrock aus vorzüglichem< yQ warmen Trikotstoff. � Korsette T, au» weißem qq Korsett festen Stoff.. j, aus grauem Korsett Köper, mit J Q I Paar Haltern........*0-- a. grauem Drell. tf C Korsett m.lPaarHalternw j."" tj. f. 1 i. a. weißem rlurthaiter fe,t Stoff mit weschbarer Einlage< ck und I Paar Haltem... ww.— V halbhohe Form, Korsett aug T08a Drell, yj* mit 1 Paar Haltern...., w,— Büstenhalter Q 7«, a. festem weißen Stoff O.l D ReinwolL Kammgarn dunkel meliert, schwere Kostümware, 130cm, Mtr. Rcinw. 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Mguft 1421 die Kpd. auf neuen Wegen!' Auf dem Jenaer Parteitag der KPD. sagte eine Rednerin. die letzthin auf eine wahrscheinlich verleumderische Denunziation aus Preußen ausgewiesen worden ist, mit großem Nachdruck: die links- radikalen ArbeUer Hütten den schweren Denkfehler begangen, zu glauben, daß nach dem 9. November 1918 in kurzem Anlauf die kommunistische Gesellschaftsordnung zu erreichen sei, während in Wahrheit der Weg dahin in Etappen und durch opfervolle Nieder- lagen hindurchfilhren müsse. Wahr gesprochen! Und nur verschwiegen und in dieser Ver- fommlung auch nicht durch einen Zwischenruf die Frage aufgeworfen, wer diesen Irrglauben gelehrt, ihn immer wieder gefestigt und sei- ner Anhänger Fanatismus entfsielt hat. Die Antwort auf diese Frage muß sich eine Bewegung oersagen, die z. B. durch Bela Kun das chorthy-Regime, durch Eglhofer den Pöhnerkurs, durch ihre son- stigen Aeußerungen die ganze deutsche Reaktion und zuletzt durch die Märzaktion zu allem Blutvergießen noch jene schandbare Rache an wehrlosen Strafgefangenen heraufgeführt hat, von der Menzel schalle) in der Schlußsitzung des Parteitags berichtete. Nun, das heilige Moskau selbst hat stch gründlich wandeln müssen. Will man Geschäfte mit dem Westkapital machen, so darf man e» nicht durch Putsche verstimmen, deren Niederschlagung über- dies bei dem ungünstiger grwordenen Kräfteverhältnis die Kraft der kämpfenden Partelen schwächen und ihre Aussichten auf Wachs- tum und Wahlersolge verschlechtern muß. Vergebens wird dieser einfach« Zusammenhang hinter verschnörkeltem Geschreibsel zu ver- stecken gesucht. Moskau h a t die Märzaktion verurteilt, so mußte auch die KPD. sie preisgeben: aber natürlich sind andere schuld— die passive Einstellung der Partei unter der Leitung Paul Levis(wie wenn er allein sie zu leiten gehabt hätte) und.das Treiben der Leviten, die durch ihre Flucht in die Oeffentlichkeit die frühere Dis- kussion und lehrhafte Nutzbarmachung der Märzfehler gehindert hätten. Auch sonst bemühte man sich, dem Putschgeist nicht allzu stark abzuschwören. Die Bemühungen der Gewerkschafter- g r u p p e nach dieser Richtung— welcher bezeichnende Parallelismus zu den Parteitagen der Borkriegs-iZpzialdemokratie auch hier!— scheiterten: dafür beschloß man ausdvicklich, gegebenenfalls auch ohne die anderen sozialistischen Parteien loszugehen. Zwar hat man in verschiedenen Reden die A r t dieses Losgehen? schärfer eingegrenzt, aber Malzahn» Bestreben, die putschgegnerischen Vorschriften der Mostauer Thesen in die deutsche Parteitagsresolution aufzunehmen, schlug fehl. Andererseits gibt man die illegale Organisation als Spielerei auf, führt die Zehnerorgantsation angeblich nur darum ein, damit Verhaftung und Verjagung der lokalen Borstände nicht die ganze Organisatton sprengen kann. Nun soll die neue Propaganda an die Steuer-, Teue. rungs- und Kurzarbeiternot angeknüpft werden und die anderen sozialisttschen Parteien zum Mitgehen moralisch zwingen. Die KPD. kommt mit ihrer Steueragitation nur erst hinter den„Mensche- misten" her, da ihre geistigen Leuchten bisher vollauf mit der üb- lichen talmudistischen Wortathlettt beschäftigt waren und ihre sonstigen „Bonzen" mit Parteireinigung, wahlmocherischer Parteitogsvorberei- tung und mit der Massensabrikatiou von Aufrufen zu tun hatten, worüber sie manch bitteres Wort zu hören und schließlich die Ouit- tung der Herauswahl von Höllcin, Koenen und Stöcker aus der Zentrale bekamen. Um die Vertretung der Arbeiterinteressen durch die„Mensche- misten" und durch die Gewerkschaften, deren Eroberung, nicht Schwächung, man auf Moskauer Weisung jetzt großzügig in Anzrift nehmen will, brauchen sich die Kommunisten keine Sorge zu mache». Daß es ihnen Ernst und nicht nur demagogische Absicht ist, mit den sozialistischen Parteien und dem ADGB. gemeinsam zu kämpf«, wird man um so stärker bezweifeln müssen, al» nicht nur in dem Referat, sondern auch in dem Parteitag» b e s ch l u ß zur Ruß- landhilfe die Behauptung enthalten ist, daß die Gewerkschaften und sozialdemokratischen Parteien die HilfS- oktion der Deutschen in eine Intervention zur Wiederherstellung der bürgerlich-demokratischen Regierung, d. h. in Wahrheit, der Herrschaft der russischen Junker und Kapitalisten verfälschen wolle«. Wenn die KPD. ihre neue gereinigte" Existenz und da« Zu- sammenarbeiten mit den sozialdemokratischen Parteien und den Ge- werkschoften mit einer niedrigen Verleumdung ehen dieser Großorganisationen beginnt, so rückt dieses Vorgehen den Willen der KPD. zu gemeinsamem Kampf schon von vornherein in eine grelle, aber für s i e kaum sehr günstige Beleuchtung: denn zu gemeinsamem Vorgehen gehört neben der Gemeinsamkeit der Forderungen, die sich erst noch ergeben müßte, doch ein Mindestmaß von Achtung und Anständigkeit der Verbündeten gegeneinander! Dieses Vorgehen des KPD.-Parteitags müssen alle Sozialisten bedauern, die das Zu- famniengehen aller Arbeiterparteien von Tag zu Tag mehr als un- erläßlich erachten. Im übrigen dürste gerade dies« äußere Situation der Arbester- klasie auch die KPD. ttotz dem Bestehen genügender Gegensätze und Ursachen zunächst vor weiterer Verschärfung ihrer inneren Der- hältnisse bewahren. Richard Bernstein. Die Schlußsitzung. Jena, Sä. August.(Wegen Raummangel verspätet.) Friesland als Referent und seine Resolutton zur russische« Hilfsaktion stellen die Behauptung auf, daß die sozialdemokratischen Parteien und die Gewerkschaften die europäische Hilfsaktion zur Intervention in Rußland und zum Sturz der Sowjetregierung ver- fälschen wollen!! Dann wurden die Anträge zur Arbeit gegen die Amsterdamer Richtung in den Gewerkschaften angenommen samt einer Resolufian gegen Entlassung aus dem Grunde der Doppelextstenz und gegen die Hinausdrängung der verheirateten Frauen aus den BeWiek»« Klose-Jena hotte zwar unter Beifall, ober gegenüber dp« Hinweis auf mögliche Blamage vor der Internationale, vergebens die Interessen der Arbeitslosen dagegen ins Feld geführt und wurde wahrscheinlich deswegen vom Mitglied des Zentralousschusies zum Stellvertreter degradiert. Dann gab Landtagsabg. Menzel- Halle, dem bekanntlich die Besichtigung der Strafanstalten, in denen die Opfer der Märzaktton sitzen, gestattet ist, eine erschütternd« Schil- derung ihrer Behandlung. Seine Mitteilung, daß die Reform- Vorschriften fiir den Sttafvollzug von den Anstaltsleitungen nicht ausgeführt werden, müßten den Iustizmintster zum so- sortigen und schärfsten Eingreifen veranlassen. Ob freilich Menzel recht daran tat, den Gefangenen beim Abschied zu versichern, daß sie herausgeholt werden— Menzel berichtete so dem Parteitag—> das darf man wohl bezweifeln. Es sollen überall Demonstrationen gegen diesen Strafvollzug und für die Freilassung der Gefangenen stattfinden. Ein Versuch der Zenttale, den Arbeitslosenbeitrag nachträglich auf 25 Pf. herabzusetzen, scheiterte. Wendekin Thomas als Referent zur Genosienschastsfrage ver, tetdigt u. o. die Verfolgung der Genosienschaftsleitung in Rußland. Die Steuer- und Wirtschaftsresolutton enthält auck einige von den Forderungen des ADGB. für die Erwerbslosen und Forderung einer mindestens lüvpcozentigen Lohnerhöhung. Um den nichtkomwunistischen Spitzenorganisationen eine Ablehnung gemeinsamen Vorgehens und Konferierens für diese Forde- rung zu erschweren, wollte sie S t v ck e r erst dann dazu auffordern, nachdem dos entsprechende Manifest an alle Werktätigen in Stadt und Land den nötigen Druck der nichtkommunistischen Masten auf ihre Spitzenorganisattonen erzeugt haben würde. Der Parteitag beschloß jedoch ohne Rücksicht auf diese Anregung, die Aufforderung zum gemeinsamen Vorgehen an die anderen Parteien und Organ!« sationun sowohl lokal als zentral ergehen zu lasten. Auf Antrag Börners wurde die Forderung der Kontrolle der Steuerablieferung durch die Betriebsröte gestrichen, weil die Arbeiter für diesen Staat nichts tun sollen. Stöckers Meinung, daß sich diese Konttolle gegen den Staat richtet und aus a g i t o- t o r i s ch e n Gründen gefordert werden müßte, findet keine Mehrheit. Bei der Wahl der Partelzentraie erhalten Pieck und Meyer die höchste Stimmenzahl, Klara Zetkin und Rosi Wolsstein kommen weit dahinter. Könen, Stöcker und Höllein fallen glatt durch und ebenso G e s ch k e, der Zum Trost dafür neben Mahlow In den Zentralausschusi kommt. Vor- sitzender Pieck gibt den üblichen Rückblick auf die Verhandlung und sogt« u. n., die Wahl Klara Zetkins in die Zentrale beweise, daß abweichende Meinung keine geringere Achtung in der Partei nach sich ziehe, wenn nur die revolutionäre Disziplin gewahrt werde. Was krank sei, habe der Parteitag ausgeschieden. Dos dreifache Hoch auf die KPD. und auf die 3. Internationale erdröhnt und wiederum wie beim Beginn des Parteitags singen die Delegierten zur Orgel die Internationale. Die Konferenzen der kommunistischen Gcwerkschastler in den folgenden Tagen sind nicht öffentlich. • Da unsere telephonifchen Berichte zum Teil ganz entstellt waren, mögen die Leser die obenstehenden Ausführungen al» kritische« zwar, ober doch als Referat über den Parteitag betrachten. Wir stellen noch richtig, daß der blinde Delegierte Schönlonk nicht der Dichter Bruno, sondern sein Bruder Reinhold war. ?ugenöveranftaltungen. Verein«-b«It»r.Z»g-»d.«er-ntar'-t: SS.»«,«i-denstr. S, 2. Kvs limit, 3 Treppen recht». Telephon: Mpl. 131 OS— 18. heute, Sonntag, den 26. August: «in«aldfest sindet o->o> H. Seele(Renl-Mu»»m t Uhr in der llönIgiheSe l�erlenspt«lpl»t> statt.«desanit. R�itatianen. Ansprache, AusMrnugen, Reigentänze und Wetttämpfe. Teilnehmerkarten 1 M. Morgen. Montag, den 2g. August, abends y26 Uhr: S»««»dorf: Zuaendheim RoonstraßeeiDfücöst-, Luchse, Et vEitt A.'PHDiB iv« Wftlte,Zobe!(Uchse, Sporlp«lieS00M.,Peliiij8nlcl 1580 M., siiusniiiiisc cWMi n. 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Uhr: 0i3 EaligiTiia des Kölligs (Leopoldice Konstantini Donnerstag bis Montag Ein idealer Gatte (lilla Ourieux)* Oeutsciies Kiinstier-Tiieater Heute bis Mittwoch 8 Uhr: Wem gehört Mene? Valettl, Waßmann, Kemnanu Donnerstag bis Mortrig 7'/.: Cie Eallerina des Königs Leopoldine Konstantin iOtoS L IM i NEUÜ nwann 1 AM ZOO "totSTAUTUNO r,�3 « Uhr: Jugend Theater a. KöttbueerTor Tel.: MoriUpl. 16077 Täglich?('. Uhr Elite-Sänger — 10 Herren I— Witz I Komik! Urkom. Typen I Gröllier Lacheriolg I VvKLH-l1;, u.«-6Unr Ceurrnl-Tlieater 8 uhr; Jlonka Deutsch. Opernhaus 7 uhr: Troubaäosr l�rlrdr. TVlIhelmHC/rii. ulfr: Die Kleine aus der Hölie Kl. HchaiiHpielhaiiM "/.uhr: Reigen ffletropol-Theatcr JnrDie blaue Mazur Meuen Operettcutheat. '■/rühr Anierican-Girl S7cnes Tucat. a. Zoo u. Die kleine Lecassot SeUlller-TlieHt.i�harl. 3 Uhr: Wilhelm Teil "/, u.: Ält-Be!delberg Schloßpark• Tb. Steglitz TVj U.: Laune des Verliebten Die Mitschuldigen Thalia-Theater "/.uhr Mascottehsa rh.aniNoilendorf|>latK 3Va: Wenn Liebe erwacht i uhr Der Vetter ans Dingsda|| Th.l.d.Kommandantenstr. j' 7v.uhr:DieDie!2Dhexe i Theater de« Westen*> 2 U,: Der Revisor v. Gogol I jv.u.: Die BraaldlDcallos Wnllner-Theater 7«/.uhr: Nixchen Walhalla-Theater Jtlr: Die SctieidungsFtise Volksoperette Walhalla-Theater Eröffnung i. September Die schöne Helena ''3 ZOO 5TCiMPIATZ 6554, "s o*, ONVAUIOEKDAtv/� ■ kittt• � .Seldm' Steh- Sott«!" betitelt sich die neue Operetfe der„Mascottchen"-Autoren Okorikowski und Steinberg, zu welcher wieder Walter Bromme die Musik geschrieben hat.— Wo sonst lustiges Schiffsleben sich entfaltete und die Weisen„Es gibt im Leben manchmal Momente" und„Bist du glücklich; Schatz" ertönten, wird sich jetzt das pikante Milieu eines Bildhauerateners dem Zuschauer zeigen, und Modellzauber wird seine Wirkung tun. Die männliche Hauptrolle des Stückes wird von Eduard Lichtenstein(der„Vielgeliebte") gleich sieghaft als Tenor wie als Charmeur verkörpert. Else Müller, von der Komischen Oper rühmlichst bekannt, die quecksilbrige Dora Hrach, Asta Hiiler, der beliebte Komiker Fritz Beckmann, der fesche Rolf Brmincr und Max Tobien(ein Oberbayer aus Berlin) bilden ein vorzügliches Ensemble. Die musikalische Einstudierung liegt in den Händen des feinfühligen vr. Orysb; die Choreographie hat Egon Mangelsdorff besorgt: Bühnenbilder: Ernst Diederich; Ausstattung: H. Baruch& Co. „Schäm' Dich- Lotte!" am Freitag, den 2. September präcise 7 Uhr im NB. D«r Varv.rkaut Beginnt ab heute 10—'/.Z und«b 6 Uhr Tuaüa-Theater ilsimTiieäi STCTtüJER .sancEit 'Nachm. 3 uns ahends 7'/, U. Nm. halbe Pr, Variete ' Döni.cfl-Lrettl ■Tsppkh-SlFiii'ss-lHi�ys Qsnz besonders preiswertes Angebot! W»re! Vonrerk- Teppiche, Qualitäten, U armen, Prima Lo'unay Kose 1a ai* t eine V, arc! Deutsche Perser doppelseitig ea. 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Sandrock Regie: Lupu Pick Nächtlicher Besuch B. B. Lustspiel mit Arnold Ricclc 9!e Erbin von Tordis Ichanspiel in. 6 Akten mit lea v. Lenkeffy, Lucie Höulch. Paul Hartmann Jlka Grünin?, Arnold Korff Ernst Hoflraann, Paul Otto Regie; Robert Dincsen iLt ty*l Vom 26. bis 29. August j Die Perle des Orients Knoppchen i�t Hacenbrcfer. B. B. Lustspiel mit Knoppchen Vom 30. Aug. bis 1.?cpf. Stürmtet des Lebens mit Cunnar Toluaes Regie: Paul Ludwig Stein Vom 26. bis 29. August Goüath Armsirong V Teil; Den Tod Im Nacken ScrgC, JBte Fatterware, 47 cm breit Mark Duchesse Messaline, großes, modernes Farbsortiment, doppeltbreit........... Mark STRÜMPFE TramaseidenerDamenstrumpF, gute Qualität in vielen Farben............ Mark IS50 oo TafFet- Chiffon, gestreift, elegante Kleider» jg~> OO vare in modernen Farbstellungen doppeltbreit, Mark Satin=Grenadine,»dwarz, elegante Ware,.K � OO 98/100 cm breit.................. Mark W D OO �.einseidenel- fden-en-SelhLthinder, elegante Äreilen.................. 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August w 4> zum SOOe Male 9» « ä: »> üßRAKADAEMÜ Hauptrollen: Dora Erlesen/ Hans Witte/ Alex Nordhelmer/ Qt-rda Plaumann Gertrud Link/ Hans Gungowski Am Dirigentenpult der Komponist Julius Einödshofer �€66€< Äcvorzugie Soststälten Berlin« Tonndorf-Äetriebe Ob. tlrno Jonutprf Linden«Nestaurani, uni«»«■ riutw 44 KS 10 llhr morgen» geöffnel Tonndorf nSttra", Tonndorf Viele- Konditorei linier Pen tin»»n» MllWtie lerä�nHt Uüec uno tteflrr 99 NEUE WELT44 (Hascnheide) Sonnabend, den 3. September ■ abendi 7l/g Uhr- Renzert des SerSiner Lehrer Gesangvereins (Chormeister: Prot Hugo Rödel) Solist: E. Krangemann(Bariton) Am Klavier: Julius Dahlke::- Karten: 5 u. 8 Mk. bei Bote& Sock; A. Wertheim; Lehrervereinshans, Alexanderplatz; Badir.g, Neukölln, Bergstr. 43; Kriegel, Badstr. 40; Neue Welt | Wilhelm Bartsiein | sowie �der weitere 1 j Variot6-Spielpl&n I | Vorverirauf 11 bis! Uhr | Morsen jBeginn der Him-Sftlson )Ee v« Iii KU«? !o sv.f o J s ky i« HarmannEngei Landsberger Str. 85, 86, 87. 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Internationale/ Thesen über die Methoden und Formen der Arbeit unter den Frauen der Komm. Parteien/ Resolution über die Internationale Verbindung der Kommunistinnen und über das Internationale Kommunistische Frauensekretariat/ Resolution über die Formen und Methoden der Kommunistischen Arbeit unter den Frauen/ Resolution Ober die Komm. Internationale und die Komm. Jugendbewegung/ Aufruf des Exekutivkomitees der Komm. Internationale an die Proletarier aller Länder. 191 Seiten Preis drosch. M. 2,50, geb. M. 6,— Zu beziehen durch die VerjagsImeiiliiDiilQng Carl floym laebf. Louis Caliobley, fiaraburo 11. sowie durch alle Buchhandlungen und Organisationen der VKPD. Gleiser-Möbel ecfitlaffige* Slgnir Material. tSroblabrilallea •rtiegeiide Lerardeiiung atnntibrftrironf, X.25 m breit, tompiett........... AnNelbetchrant, teo a beeil, lomxleii........... Schlafzimmer, tk. 4000 tu. 6500 Speisezimmer,«.«. 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Di« Wahl erfolgt auf Grund der schteswig-hol- steini'chen Siädtrordnung durch die Gesamtheit der wahiberechtigien Bürger aus 12 Jahre. M' DSM ist von den Stadltotiegien wie folgt'" Da» Gehalt >>■>>>>, tzt: 10000 St, steigend von 2 zu L Iahten 2m ot um 200O M. bis auf 28 000 M., daneben pianmöftige Zuschläge und ein« nicht ruhegehall«berechi-g!r Dirnstauiwaudsentschädl- gung von 6000 M, jährlich. Auswärtige in gl, ich. werliger Stellung zurückgelegte Dienstzeit tonn auf na zurückgelegte Dienstzeit sdlenstaiier angerechnet werden. wertiger Stell da, Besoldung»» Die Beitrag» zur Provinzigi-Witwen- und Waisen- taste trägt die Sladl, Hinzu»losten werden nach den hier bestehenden Bestimmungen erstattet. Zur Fort- liihrung eine« Rebenamt«» oder einrr entgeltlichen Nebenbeschäftigung bedarf e» der Genehmigung der Siadlkoüegien Bewerber werden aufgefordert, ihre Meldungen unter Brisügung eine» Lebenslauf» und von Zeugni«» abschritten bi» zum 25, September 1821 an den Stadt- vervrdneienvorsteher in«iet, Raihau», einzureichen. Porstellungen nur auf besonderen Wunsch. ftlel, den 24. August 1921. On Stadt»erardnele>>vorfleh»r Spiegel Geübte NSherinnen auch Arbeitsstuben, für Herren-Ober- u.-Nachthemden, erhalten dauernde Beschäftigung. Meldungen von 9—5 Uhr. A. Werthelm C. m. b. H. OranKustraBe 82. für Parfümerien, Korsetts Kleiderstoffs leinen- und Baumwollwaren sofort gesucht Meldungen; 1 2—2 Uhr mittags 5—� Uhr abends i. Jandorf& Co. Charlottenburg WilmersdorferStraße 118/19 iMMiMMMMSMMWMMMi Geübte Pauserinnen sefof gesucht von 1081 ! van Bienen die Fischbein« Burgstr ZI unsere Maschinenlacklererei werden eingestellt. Haffei-Schwartzkopff Werke G.m.b.H. W i I<1 1» n(Krei« Tt-Uow). 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Ein weit über den Tm chichnitt b!>wu?ingeuder Film wird im NT- Kursürstendamm pezeigd Es iit der Film .Seefahrt tut not' nach dem belannten Roman non tiiarch Fo ck, tür den Film bearbeitet non Theodor Hall. Das Rollo ist keine Scnintionshandlung, schlicht-ergreifende llllcn'chenichicksche werden manchmal, allerdings elwas zu rührjetig vor Augen geführt- Tie Darstellung mit Lucie Höflich in der tragenden Rolle der FischerSsran stand auf bedeulcndcr Höhe, Hans M ar r als bedächtiger Seemann war ihr ein ebenbürtiger Partnein Aber auch dem tlcmen Werver Pfn lmann gebührt ein gut Teil an dem guten Öie* llngen deZ FilmT Rudolf Viebrach? an?geze!chne!er Regle ill e' zu der- danlen, dag er um alle Klippen, die die Handonig bot."sicher bertimi chifftc und alle Geichmacklojigkeilen vermied. Darstellung und Bilder fügten sich dem Rahmen der Handlung ein und so war von Anfang an der Boden iür eine sich von Akt zu Akt steigernde Stimmung geschaffen. Die„schwini- mcnde ZZafserleiche" und die.vielen Iahte Ipätcr" hätte man sich jedoch aus tÄründen der geichlofsenen Wirkung gut schenken können. Diesem Film voran ging eine Groteske..Tippelmarc" mit Paul ftträtz mit lustigen Einfällen. »Grausige Mächte- rollen im goporlpalan und U. T.. Friedrich skage, ab. aber es ist kein verfilmter Pol oder C. T. A. Hoff man n, wie man nach dem Titel vermuten könnte, sondern nur die(Acschichle eines anscheinend 7jährigcn Kindes, das so bis ins innerste Mark verderbt ist, dag es unter dem Einsluh eines verbrecherischen Menschen seinen Pflegevater aus die i affinierteile Weise befiehlt und hintergeht. Und es wirkt gar nicht„grausig". weit es viel zu un>vahrfchcinlich i'I. Schließlich Ichtcßt dies Kmd. wre es ertappt nvird, auch noch den Pslcgcoaler über den Haujen und sucht die Mutter zu würgen, ivird aber doch mit seinem Helstjcsdelser enldertl, nnd vor Bericht stellt es sich heraus, daß es kein Kind, sondern ein ldjähri-ger Liliputaner ist. der zu verbrecherischen Zwecken nntrrgeschoben war. Aber das richtige Kind findet sich auch noch am Schluß und alles wird wieder- gut. tlcidcr waren auch die Bilder malt und undeutlich, so daß man auch daran leine Freude haben tonnte. Die Rolle des angeblichen Knidcs spiellc Paul Waltbcr und die schwer getäuschte, schmerzensreiche Multer, die sich io hinters istcht jühren ließ. Edit Pojea. JMc Ifimi— IiMiiK lidcrnallonalc" ilMlUÜ besond. Zeiss u. Ooerz werden ständig angekauft Photohaus Steckelmann Berl i n W 9, Pofsda mer Str. 135 Metallbetten, eiahlmatrnfctn, Kinderbetten dir. an Private, Katal. 30/t frei Tifenuräbelfabrit Suhl fThiir,) Organ des Exekutivkomitees der kommunistischen Internstionsle Hr. 17 Inhalt: A. Rosraer: Der Dritte Kongreß der Komm. Internationale/ J. Frlis: Die Bedeutung des Dritten Kongresses der Komm. Internationale/ Zum Dritten Weltkongreß der Komm. Internationale(Schreiben des Exekutivkomitees der Komm. Internationale)/ 0. Sinowjew: Ein Jahr des Kampfes/ H. Drandisr: Die revolutionäre Lage in Deutschland/ Karl Radek: Der Fall Levi/ lieber den Rücktritt von fünf Mitgliedern aus der Zentrale der VKPD/ N. Lenin: Zur Naturalsteuer(Die Bedeutung der neuen Politik und ihre Bedingungen)/ E. Varga: Die wirtschaftlichen Grundlagen des Imperialismus der Vereinigten Staaten von Nordamerika/ F. Kapelnscb: Die Wohnungsnot als Weltkrise/ 0. W. Konsinen: Zwei Probleme/ Tom Barker: Der Seetransport, seine Organisation, seine Aufgaben und seine Aussichten/ L. Trotzky: Ueber die Politik der KAPD/ A. Lnnatscharski: Die Kommunistische Internationale und die Intellektuellen/ William D. Haywood: Die revolutionären Probleme in Amerika./ Jaroslaw Salat und Eduard Brenner: Der Kampf um den Kommunismus in der Tschechoslowakei/ A. Sultan Sade: Das neue Krievsgewitter/ Michael Pawlowitsch: Die kommunistische Bewegung in der Türkei/ M. Zschakaia: Die Menschewiki Georgiens und die Daschnaken Armeniens/ Sen Katajama: Der japanische Arbeiter/ Der Internationale Rat der Roten Gewerkschaften/ Dokumente der Internationalen Kommunistischen Bewegung/ Von der Tätigkeit des Exekutivkomitees der Komm. Internationale/ Die Internationale der Komm. Jugend/ Internationale Kommunistische Frauenbewegung/ Helden und Märtyrer der proletarischen Revolution/ Illustrationen: Begräbnis des Gen. 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