Nr.4N«ZS. Jahrgang Ausgabe tK Nr. 20$ Bezugspreis» BlerteMhrl. M,-» M, monatl. 1»�- N. frei ins öqus. vorall» zahlbar. Pofl» dezug: Monatlich Ich— M. einschl. Zu» stellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig. da» Saar» und Memelliebiet. sowie die ehemals beut- fchen Gebiete Polen». Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 20,— M, sllr da» übrige Ausland 27,— M. Postbestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tschecho» Slowalet. Däne» mark, Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der.Vorwärts� mit der Sonntag»- deilage.Voll und sZeit�. der Unterhaltungsbeilage«SetimDelf und der Beilage.Siedlung und Kleingarten" erscheint wachen täglich zweimal. Sonu- tag» und Montags einmal. Telegramm-Adresse! »SozIoIOctnotral BerOn" Morgen Ausgabe c OroB» Berlin 30 Pf. auswSrts 40 Pfennig D P%> Derlinev Volksblstt AnzrtgcnprrtS» Die»chlgespalten» illonvareillezetl« lostet chdü M..Ulota» sttnzelgco** da» leligedruckl» Won Ichi) M.(zu- lässig zwei s-llgebrultle Won-I. l-de» weitere Wort U- M. Stellengesu� und Echlasstellenanzelgen da» Won l.— M. sede» weitere WoN du Big. Wort» Uder td Buchstaben zahlen für zwei Won«. ffomtllen-An» zeigen sür Bboniieuten geile 3,— M. Dt« Prell» verstehen sich einschließlich Teuerung»., Uschlag. -such, erst« »nz eigen für dl» nächste Numme» müssen bi,» Uhr nachmittag» im Hauotgeschäst. Berlin SW i». Linden» siratze li. abgegeben werden. Geöffnet von l> Uhr früh bi» d Uhr abend». Zentralorgan der rozialdcmoltratf fehen Partei Deutfcblande Keüaktion und Expedition: SN) H8, Linüenftr. Z SL-�rettr�-eefH-v- Redaktion Moristplah iSIila— 97 Moritzvlah il.SZ— äi vorwärts-verlag H.m.b.h., SW HS, Linöenstr. Z SSrrnttti-i-rfz-M-- Berlag- Expedition und Inseraten- �crtt,�rt.riirr. Morihplat, 117SZ-S4 �ufmarfth öer Republikaner. Es lebe die Republik! Berlin hat keinen Platz, der ausreicht, um die Massen zu fassen, die kommen, wenn zum Schutz der Republik aufgerufen wird! Die Hunderttausende und aber Hundert- tausende, die gestern zum Lustgarten und zum Schloßplag wollten, kamen nur zum Teil dorthin. Kopf an Kopf standen von der Staatsbibliothek bis weit über die Spandauer Straße und von der Gertraudtenstraße bis zur Nationalgalerie die Schützer der Republik, die Kämpfer gegen die Reaktion. Am Anfang war das W o r t! Es wurde gestern aus- gesprochen. Hinter dem Wort soll aber der WillezurTat stehen. Er muß sich darin ausdrücken, daß jeder, der gestern dabei war, von heute an diesen Willen zur Tat zeigt. Schweigt nicht, wenn die Republik gelästert wird. duldet nicht, daß die Vcrderber Deutschlands Lügen ver- breiten. Laßt Euch keine schwarz-weiß-roten Reaktions- feiern mehr gefallen. Beobachtet jede Regung der Monarchi- Ken und Rückschrittler, laßt Euch kein Wort aus dem Munde irgendeines Beamten gefallen, der zwar von der Re- publik das Gehalt einsteckt, im übrigen aber sie offen und heimlich beschmutzt. Macht auf jeden reaktionären Richter aufmerksam. Gestern versuchte die Rechtspresse sich bei den Demo« kraten ein Einfallstor in die republikanische Front zu schaffen, heute versucht sie zwei neue Wege. Sie bemüht sich. das Zentrum zu verhetzen, es mit roter Schulpolitik grau- lich zu machen, ihm Schreck einzujagen. Wenn das so einfach wäre! Dazu zielten die Kugeln, die Erzberger trafen, zu gut. Artikelüberschriften wie„Wirth und Lump" vergessen sich nicht so leicht. Sie sind ein Programm. Die Presse der Rech- ten weiß das zu gut. Deswegen versucht man es überein- stimmend in allen schwarz-weiß-roten Zeitungen noch mit einem anderen Mittel. Vorsichtig und fragend, mit schleichen- der Höflichkeit und heimtückischer Güte wird darauf hinge- wiesen, daß das republikanische Bürgertum in Gefahr stehe, von den Kommunisten überrannt zu werden. Nun weiß jetzt jedes politische Wickelkind, daß es keine kom- inunistische Gefahr mehr gibt. Die SPD. sowohl wie die USP. haben ihre Stellung gegenüber den Kommunisten so deutlich gekennzeichnet, daß jeder blasse Schimmer des Bol- fchewistenschrecks verschwindet wie Nebel in frischer Morgen- luft. Ebenso genau weiß man, und hat es auch ausgesprochen. daß die kommunistische Organisation, wie sie sich jüngst auf ihrem Parteitag zeigte, nur noch ein Bürgerschreck ist. Außerdem hat man gesehen, wie bei der gestrigen De- monstration die wenigen Kommunisten von den breiten Massen der Arbeiter erdrückt wurden, und— wie sie Disziplin gehalten haben. Dennoch, man muß jedes Mittel be- nutzen, wenn es um Kopf und Kragen geht. Deswegen wird mst den Kommunisten bange gemacht. Stellen wir fest: Unsere Kommunisten sind zahm ge- worden. Mag auch noch manche Maultrommel schrecklich laut lärmen. Was steckt denn dahinter? Gar nichts weiter als ein etwas undisziplinierter und ungeklärter Wille, den Republi- kanern mitzuhelfen im Kampfe gegen die Reaktion. Dieser Wille ist bei den kommunistischen Arbeitern instinktiv durch- gebrochen: die Führer müssen ihm Rechnung tragen, indem sie mit Beflissenheit die Einheitsfront mit jenen suchen, die sie gestern noch aufs wildeste beschimpsten. So hat die Masse ein selten großes Beispiel hingebungsvoller Einstellung für die große Idee des Kampfes gegen alle Rückschrittler gegeben. Niemand kann angesichts des Verlaufes dieser ungeheuren Demonstration daran zweifeln. Der Schloßplatz, der Wilhelm des Letzten Iubelrede fürs Niederreiten mit anhörte, das Schloß, dem am 9. No- vember 1918 die rote Fahne aufs Dach gepflanzt wurde, jene historischen Stätten, die die blutigen Kämpfe mit erlebt haben, die aus der Uneinigkeit der Arbeiter herauswuchsen, sie konnten gestern die gemeinsame Front aller Ar- beitenden gegen die Reaktion genießen. Wir wissen, daß auf dem Wege zur gemeinsamen Arbeit noch viele Steine liegen, die weggeräumt werden müssen. Wir wissen aber auch, daß die Stunde der Gefahr Kräfte gebiert, die die stärksten Hinder- nisse beseitigen kann. Der gesunde Sinn der deutschen Sozial- demokrat'en ist uns dafür die beste Gewähr, die Haltung der Gewerkschaften und Angestelltenver- bände hat das bewiesen, als es galt, die schärfste Waffe des Proletariats nicht zerbrechen zu lassen. Am Anfang war di» T a t! Die Haltung der Ge- werkschaften war eine Tat, die gestrige Demonstration mit ihrem einhelligen Bekenntnis war eine Tat, die jüngsten Schritte der Reichsregierung waren sine Tat. Letzt wollen wir weitere sehen! Wir stehen am Anfang. Jetzt heißt es zupacken und ausräuchern, was Deutschland schaden will. Wir sind gestern nicht umsonst zur Demonstration gegangen! Der Anmarsch. Schier unübersehbare Arbeitermassen füllten die Straßen, die zum Lustgarten führten, und immer neue Züge rückten heran, rote und schwarzrotgoldene Banner wehten, Musikkapellen spielten revo- lutionäre Lieder, und mit Begeisterung wurde von den Massen hie und da die„Internationale" gesungen. Brausende Hochrufe er- füllten die Luft, und das Erhebendste war, daß in all diesen langen Zügen, in denen sich das Proletariat aus Werkstatt und Bureau ver- einigte, eine feste, durch nichts zu erschütternde Entschlossenheit be- merkbar machte: die Massen wußten, was sie wollten, und keinem Achtgroschenjungen wäre hier eine Provokation geglückt. Immer „mehr Dolk" wallt über die Brücken, die zur Schloßinsel führen. Wer vermag die Betriebe zu nennen, die auf den mitgeführten Tafeln verzeichnet waren. Eisenbahner wareix ebenso vertreten wie die Postbeamten, um mit den Arbeitern der Privatbetriebe gegen Meuchelmord und Reaktion für die Sicherung der Republik zu de- monstrieren. Einzelne Züge erreichten eine Länge von 3 bis 4 Kilometern, und ihr Vorbeimarsch währte Stunden. Bielfach wurde es nötig, den Straßenbahn- und Wagenverkehr umzuleiten. Selbst als die Demonstration ihr Ende erreicht hatte und die Massen mit ruhiger Selbstverständlichkeit abrückten, kamen noch lange Züge aus den Außenbezirken heran. Die roten Ordner waren ihrer Aufgabe voll- ständig gewachsen, und die Selbstdisziplin der Massen erschien be- wundernswürdig. Das Massenaufgebot der Schupo, das die Bann- meile sicherte, fand keinerlei Anlaß zum Einschreiten. Ueberall wur» den auf den Straßen die Nachmittagsausgaben der sozialistischen Zeitungen ausgepriesen, und es verdient registriert zu werden, daß es Unter den Linden keine schwarzweißrotcn Abzeichen, wohl aber schwarzrotgoldene Fähnchen der Republik zu kaufen gab. Lange vor Beginn der Demonstration hatten sich bereits die Kommunisten an der Schloßrampe festgesetzt. Dort wehten die Banner mit dem Sowjetstern. Als aber die Massen den Platz füllten, wurden sie kaum noch bemerkt. Im Lustgarten. Nie sah der Lustgarten eine solche Volksmenge, nie hat Wilhelms „schimmernde Wehr", die Helmspitzen über den Klischees der ge- marterten Paradegesichter, das Flittergold dieses theatralischen Mi- litarismus, so eindringlich und gewaltig gewirkt wie das Meer von Köpfen, das unablässig und rastlos sich auf diesen Platz ergoß. Es wogte und wallte von der Kaiser-Wilhelm-Straße her, von der Neuen Friedrich- und Spandauer Straße. Die Breite Straße landete Ströme auf dem Schloßplatz und die Linden ergossen unablässig neue Mengen. Es schien kein Ende zu finden und es fand während der ganzen Dauer der Demonstration kein Ende. Ucber den Häuptern wallten die Fahnen, das rote Banner und dos Schwarz-rot-goldene vermählten sich zu einem einheitlichen Bilde. Es blinkten die Schilde, die der Reaktion den Kampf kündeten, und über das Ganze ergoß eine warme Spätsommersonne ihre Strahlen. Sie meinte es gut, diese Sonne, nahm es genau mit der Zeit und verhüllte sich wieder, als das abschsießende Trompetensignal erklang. Zwischen Marstall und Altem Museum gab es kein winziges Fleckchen, das nicht seinen Mann trug. Was waren die erzenen Denkmäler nicht für prächtige Aussichtspunkte. Der dritte und erste Wilhelm trugen lebendige Helmbüsche mit flatterndem Rot und auf ihren Pferden und den teutonischen Genien im Gehege hielten die Berfechter der Republik Wache. Musterhafte Ruhe lag über der Menge, die vorsichtige Schätzer auf eine halbe Million auf 12 Armeekorps Republikaner bezifferten und die mit keiner Geste Anlaß zu irgendeinem Ein- schreiten bot, die sich selbst mustergültigste Polizei war. In den entfernteren Vororten hatten die meisten Betriebe schon um 12 Uhr mittag- geschlossen und gegen 1 Uhr setzten sich z. B. in Spandau, Köpenick, Grünau usw. Ricsenzüge in Bewegung. In Berlin schlössen die Fabriken, die großen Geschäfte und Kaufhäuser zwischen 2 und 3 Uhr, um den Arbeitern und Angestellten Gelegen- heit zu geben, rechtzeitig den Lustgarten zu erreichen. SPD., USPD. und KPD„ sammelten ihre Mitglieder in den einzelnen Be- zirken. Auf größeren Plätzen vereinigten sich dann die Abteilungen zu Zügen, die in einigen Fällen drei bis vier Kilometer lang waren und deren Dorbeizug z. B. am Halleschen Tor und an der Invalidenstraße über eine Stunde dauerte. Der Straßenbahn- und Wagenvertehr mußte in allen diesen Fällen umgeleitet werden und die Schutzpolizei erbat vielfach Verstärkungen, um den sich stauenden Verkehr abzuwickeln. Die Züge, die z. T. Musikkapellen mitführten, zeigten Schilder, auf denen man los:„Nieder mit der Reaktion",„Für Durchführung des Achtstundentages",„Fort mit dem Ausnahmezustand",„Her mit der Produktionskontrolle",„Nieder mit den Mörderzentralen"»»Wo bleibt die Durchführung der acht Punkte?" usw. Unter den Plakaten fiel eins auf, das folgenden Wortlaut hatte: Reichsschatzministerhini Abt. III. Arbeiter Angestellte IL Beamter für Verfassung und Republik. Man muß fragen, ob mit dem Beamten der Minister,. Genosse Bauer, gemeint ist oder ob vielleicht noch ein weiterer Beamter in dieser Abteilung des Ministeriums beschäftigt ist, der für die Ver- fassung der Republik eintritt, wenn er seine Gehaltsguittung unter- schreibt. Unsere Redner. Um 4!-- Uhr verkündeten Fanfarenklänge den Beginn der Kund- gebung. Von etwa-10 Stellen im Lustgarien und auf dem Schloß- platz wurde gleichzeitig gesprochen. Genosse Otto Wels(Parteivor- stand) sprach vom Denkmal Friedrich Wilhelms III. aus, auf dessen höchster Spitze«in jugendlicher Arbeiter eine rote Fahne schwenkte. „Ein Schrei des Zornes," so führte er aus,„geht durch das Land. Di« Arbeiterschaft ist fest entschlossen, die Reaktion in die Schranken zurückzuweisen, in die sie nicht nur gehört durch die geringe Zahl ihrer Anhänger, sondern auch durch die Verbrechen unerhörter Art, die sie aus dem Gewissen hat. Die Reaktion, die Erzberger dem Tod überliefert hat, zielte nicht auf den Mann allein, sondern die Tat war nur ein Glied in der Kette der Freveltaten, die dem Volk seine Freiheiten wieder nehmen soll. Die sozialistische Arbeiterdewegung hat die Arbeiter für die Freiheit innerlich reif gemacht. Jahrzehnte- lang verhöhnt und unterdrückt, von Wilhelm als vaterlandslose Ge- sellcn, vom Kronprinzen als Elende beschimpft, haben die sozialisti- schen Arbeiter alles ertragen, ohne jemals an andere Mittel als die geistigen zu appellieren. Die Reaktionäre aber verüben, seitdem ihr erster Schrecken entwichen ist, Mord aus Mord. Die Volksmeinung wird über sie Gericht halten. Wir halten heute 5)eerschau über alle, die die Republik schützen wollen. Schon einmal. als Kapv und Lüttwitz durch das Brandenburger Tor einzogen, bäumt« sich das Dolk geschlossen auf. Leider ist das deutsche Volk stets zu gutmütig gegen reaktionär« Frevler gewesen.(Stürmisches Sehr richtig!) Bei jenen genießt das, was uns das Heiligste ist, kein« Achtung: das Menschenleben. Aber die Stunde ist gekommen, in der das Volk Rache und Vergeltung üben wird und alle zur Rechenschast ziehen wird, die seine Freiheit antasten. Die Haken- kreuzler, die Arrangeure von Kontrolloersammlunqen sind gewarnt. Ludendorff, Helfferich usw. wagen es heu:«, im Namen des deutschen Voltes zu sprechen. Das schwindende Mißtrauen gegen das deutsche Volk im Auslande wird durch ihre Agitation neu belebt. Denn das Ausland bewertet ihre Hetz« richtig als das, was sie ist: als Vorbereitung des Revanchetrieges, der uns in ein neues Meer von Unglück stürzen würde. Jener Mann, der einst vom Balkon des Schlosses herab triumphierte:„Jetzt sind sie niedergeritten", ist nach Holland ent- flohen. Ludendorff war es, der stürmisch den Waffenstillstand binnen 24 Stunden forderte. Und als dann der Waffenstillstand beschlossen war, beschuldigte er die, die gemäß seinem und Hindenburgs Drängen gehandelt hatten, der Fronterdolchunq. Erzberger wurde der Sünden- bock des Waffenstillstandes, während die wirklich Verantwortlichen Hindenburg und Ludcndorff heißen. Ludendorff ist sich in jenen Togen seiner Schuld wohl bewußt gewesen, denn er floh nach Schweden. Ebenso schuldig wie er ist Herr Helsserich, der im Krieg die Besteuerung der Kriegsgewinne verhinderte unter Berufung auf die zu erwartende Kriegsentschädigung. Er ist sich konsequent ge- blieben. Er wurde nach dem Kriege der Vorkämpfer des Groß- tapitals gegen Erzberger, der den Besitz besteuern wollte. Von seiner moralischen Mitschuld an der Mordtat wäscht ihn nichts rein. Ein dritter Mann, der heute die Deutschnationalen anführt, ist jener S t a a ts m i n i st e r o. D. He r gt, der noch im Jahre 1918 ver- kündet hatte, die amerikanisch« Armee könne niemals nach Europa herüberkommen, denn sie könne nicht schwimmen und nicht fliegen. Das schlimme Uebel aber ist eine vom Großkapital ausgehaltene Presse, die systematisch die Republik verhöhnt und zum Mord anreizt. Der Arbeiter, der diese Presse noch in seinem Haus duldet, macht sich mitschuldig an d«r Hetze.(Lebhaftes Bravo!) Das Elend war bisher, daß die Arbeiterschaft ihren Feinden nicht geschlossen gegenüberstand. Zeigt durch die heutige Demon- stration, daß Ihr die Einigkeit über alles schätzt. Zeigt auch, daß Ihr die schwarz-rot-goldene Fahne der Republik schützen wollt, die Fahne, die einst über den Märzgefallenen geweht hat, die das Bürgertum hat sinken lassen, die Arbeiterschaft wie das ganze Vermächtnis jener Toten wieder ausgenommen hat. Der Kamps beginnt erst. Enden wird und darf er nur mit der völligen Niederringung dri Reaktion."(Stürmischer Beifall.) Nach Genossen Wels sprach Genosse H e i l m a n n einige Wort«. Von der Freitreppe des Alten Mussums sprach der frühere preußische Landwirtschaftsminister und Ministerpräsident, Genosse Otto Lraw- Als am g. Dvvemba 1A2 auf dem Schlosse der fluchbeladenen Hohenzoklern die rote Fahne gehißt wurde, als die Träger des alten Regimes sich angstvoll verkrochen, ahnte wohl niemand von uns, daß wir drei Jahre später gegen dieselben Tröger des abgewirtschafteten Systems, die Ludendorsss und chelfferiche, demonstrieren müßten. Wir demonstrieren heute gegen die, welche bei Ausbruch der Revolution ins Ausland flüchteten oder sich hier zitternd verbargen. Aber als jene Leute sahen, daß das deutsche Volk seine Gutmütig' keit nicht verloren hatte, da kamen sie wieder hervor. Erst Herr chelfserich, dann chergt, und schließlich Graf Westarp, der während des Krieges in seiner Johanniteruniform hier umherstolzierte und die politischen Schiebergeschäfte zwischen dem Hauptquartier und Berlin vermittelte. Sie suchten dem deutschen Volk einzureden, daß nicht ihre Tätigkeit, sondern die Politik der neuen Träger der Nepu- blik das deutsche Volk in den Abgrund gestürzt habe. Und die Mili- tärs vom Schlage eines Ludendorff, die verpflichtet gewesen wären, den Waffenstillstand zu schließen, aber zu feige waren, die letzten Konsequenzen zu ziehen, überließen diese furchtbare Aufgabe der Re- gierung. Und diese neue Regierung entsandte Erzberger zu Ver- Handlungen, den Mann, der den Mut der Unpopularität hatte, der an die Stelle der Militärs treten mußte. Man hat Erzberger das Schlimmste nachgesagt, man hat ihn in beispielloser Weise mit Schmutz beworfen, als er an die Geldschränke der Kriegsgewinnler zu rühren wagte. Die Hetze gegen ihn wurde immer mehr ge- steigert durch die reaktionären Verbände, die Stahlhelmleute, deren Presse schließlich offen und unoerhüllt zum Morde derer aufforderte, welche die Geschicke des Reiches zu lenken auf sich genommen hatten. Und die maßlose Verhetzung bewirkte es, daß verwirrte Menschen sich fanden, welche die Waffe gegen die Vertreter der neuen Richtung in die Hand nahmen. Die Schüsse in Griesbach waren grgen die Republik und gegen die Demokratie gerichtet. Deshalb erhebt sich das deutsche Volk und protestiert gegen die maßlose Hetze chauvinistischer, nationalistischer Elemente, die keine Verantwortung kennen. Das muß aufhören. Es darf nicht sein, daß Rcichswehrkapellen bei reaktionären Kundgebungen Heil Dir im Siegerkranz spielen, wir dürfen keine Wühlereien von Schupooffi- zieren mehr dulden. Die Justiz darf nicht mehr der letzte Schlupf- winkel der Reaktion bleiben. Die Mitglieder der Mordparteicn müssen setzt aus den einflußreichen Stellen verschwinden, es muß ein großes Reinemachen angehen. Die Regierung in Preußen muß endgültig unabhängig von den Mörderparteien werden. Es ist ein unhalt- barer Zustand, daß der Reichskanzler Wirth im Reiche mit den So- zialdemokraten und daß in Preußen der Ministerpräsident Steger- wald zusammen mit den Mörderparteien regiert. Wenn die Herren von rechts die freie Luft der Republik nicht vertragen können, so müssen sie die Faust der Republik verspüren.(Stürmischer Beifall.) Von der Granitschale am Museum herab sprach Genosse Graß- mann. Es waren markige Worte, die der Redner an die dicht- gedrängten Massen richtete. In allem Leid der letzten Jahre habe das arbeitende Volk den Glauben an die Zukunft nicht verloren. Dieser Glaube könne auch nicht dadurch erschüttert werden, daß die Reaktion es wieder wage, offen oder im Geheimen das Haupt zu erheben und sogar den Meuchelmord für ihre Zwecke anwende, nach- dem sie seit Monaten schon stetig frecher ihr Haupt erhoben habe. Die Republik ist ihr ein Dorn im Auge. Vor wenigen Wochen erst wurde Gareis, jetzt ist Erzberger ermordet worden. Wenn wir hier und in ganz Deui'chland heute unsere Stimme zum Protest erheben, o geschieht es nicht bloß der Vernichtung eines Menschenlebens wegen, sondern hauptsächlich deshalb, weil es sich um einen Mord handelt, der im pokkifchen Gewände ausgeführt worden ist. Nicht genug, daß die Republik schon lange i i der bösesten Weise beschimpft wird, ihre Farben öffentlich verhöhnt ijtb die Träger des republikanischen Staatsgedankens ständig mit Schmutz beworfen werden, auch der politische Mord wird von den reaktionären Elementen zur Erreichung ihrer Zwecke propagiert. .>ir verlangen, daß endlich gegen dieses gefährliche Treiben ein- geschritten und daß mindestens der Staatsanwalt sich seiner Pflicht bewußt wird, gegen die offenen Gegner unseres Staatswesens vor- zugehen, wo diese an dessen Vernichtung arbeiten, und daß ferner sowohl die offenen als auch die geheimen Gegner. die das Brot der Republik essen, aus ihren Wirkungskreisen entfernt werden. Es sind erfahrenen Männer aus dem arbeitenden Volte uüt festen politischen Grundsätzen einzustellen. Wir haben die Re- gierung ersucht, energische durchgreifende Maßregeln zur Unter- dcückung der Treibereien gegen die Republik zu ergreifen und unser Verlangen ist auch als berechtigt anerkannt worden. Wir werden darüber wachen, daß die hierauf gerichteten neuen Verordnungen auch völlig zur Anwendung gelangen. Aber auch die tatkräftigste Regierung kann nicht durchgreifen ohne die Unterstützung der Volks- massen. Wir haben dafür einzutreten, daß ihr diese zuteil wird. Dazu ist vor allem notwendig, daß der Druderstrcit begraben wird. der heute noch das Proletariat an der vollen Auswirkung seiner (traft hindert. Die Reaktion hätte nicht gewagt, das Haupt so frech zu erheben, wenn das Proletariat geschlossen so zusammengestanden hätte, wie es heute hier vereinigt ist. Der alte Streit muß aufhören, das hat uns diese Stunde der Gefahren deutlich vor Augen geführt. Diese Gefühle unseres Herzens wollen wir von hier mitnehmen und dafür eintreten, in Einigkeit geschlossen zu handeln, dann wird es uns bald gelingen, unsere Ziele zu erreichen. Der Redner schloß mit einem dreifachen Hoch auf die Einigkeit des deutschen Proletariats, das donnernden Widerhall fand. Genosse Franz Krüger führte unter großem Beifall folgendes aus: Wieder wie vor IVs Jahren gegen Kap? hat sich in diesen Tagen die Arbeiterschaft zum Schutz der Republik erhoben, die den beste Boden für die Durchsetzung der sozialistischen Ziele darstellt. Blitzartig haben die Schüsse auf Erzberger die Frechheit der er- stärkten Reaktion und die Gefahr, in der die Freiheit unseres Volkes schwebt, gezeigt. Die Kreise, die das deutsche Volk früher beherrsch- c�n, und die den Gedanken nicht ertragen können, auch angemessene Steuern zu zahlen, führen in Presse und Agitation einen wütenden Kampf gegen Republik und Demokratie. Generale, die im Kriege versagten, reisen als deutschnationale Agitatoren im Lande herum und lügen von der„erdolchten Front". Die Derwallung sabotiert jeden Fortschritt. Die Justiz ist brutal gegen Arbeiter und milde gegen reaktionäre Mörder. Diese so zu weiteren Taten ermunternd. Täglich prooo- ziert man die große Masse des Volkes mit Hakenkreuzen, schwarz- weiß-roten Fahnen, mit der unflätigsten Beschimpfung der Republik und ihrer Führer. Mit Regimentsoppellen, Frontkämpfertagen usw. will man den alten preußisch-militaristischen Geist wieder großziehen und neuen Völkerhaß säen. Jetzt ist dag Maß zum Ueberlausen. Heute steht die gesamte arbeitende Bevölkerung, stehen alle ehr- sichen Republikaner und Demokraten einig im Kampf gegen die Reaktion. Es muß mit diesen Umtrieben endgültig Schluß gemacht werden. Die Maßnahmen der Regierung sind erst ein bescheidener "infang. Geht sie diesen Weg weiter, so hat sie uns hinter sich. Bleibt sie auf halbem Wege stehen, so müsien wir uns selbst die nötigen Sicherungen für die Republik schaffen. Seid für jede Skunde bereit. An der Schloßrampe sprach Genosse Heiuig: In jenem Schlosse, so führte er aus, saß der Vertreter der Mächte, die Deutschland zum Krieg geführt haben. Durch alle Städte und Gassen läuft der Ruf: Die Republik ist in Gefahr! Unsere Demonstration, die Verordnungen des Reichspräsidenten, ''ns gewaltige Bekenntnis zur Republik, wie wir es vor uns sehen, ist--est ein Anfang! Jetzt, da zugepackt wird, steckt der ganze reaktionäre 5?iüngel jm Mauiewchl und schweigt, feige, aber hoch heimtückisch. Man wartet, daß der Sturm vorübergehe, und daß dann der Spaß von neuem losgehen kann. Aber diesmal müssen die Mauselöcher ausgeräuchert werden! Die Staatsbeamten, die Richter, die das Volk und die Republik oerhöhnen, müssen weggejagt werden. Wir müssen unseren Mann stehen, auf jeden Einzelnen kommt es an. Wir haben den 9. November erlebt, wir erlebten den Kapp- Putsch. Wir wallen die Enttäuschungen von damals nicht noch einmal erleben! Heute braucken wir die Sicherheit der Republik. Jetzt beginnt der Kampf, der mit Bekennermut und unermüdlich gc. führt werden muß. Seien wir eingedenk der Worte des Liedes: Und wenn der Mann auch fällt, das Danner steht! Don der Rampe des Museums sprach ferner Genosse Erwin Barth über die letzten Ereignisse und über die Notwendigkeit, alle Kräfte zur Sicherung der republikanischen Verfassung allzeit bereit zu halten. Er schloß, die Reichsregicrung sei nicht ganz frei von der Mitverantwortung für das gefährliche Treiben wildgewordener Nationalisten, weil sie nicht mit Nachdruck die ihr zu Gebote stehen- den gesetzlichen Handhaben gegen die Störenfriede angewandt hatte. Die heutige Kundgebung sei nicht nur eine Demonstration des Willens der republikanischen Bataillone gegen jeden Feind der republikanisch-dcmokratischen Entwicklung in den Kampf zu treten, sondern auch eine dringliche Mahnung an die Regierung, ihr vom Volke empfangenes Mandat zur Staatsführung mit rücksichtsloser Energie auszuüben. Der Schluß seiner Rede war ein begeistert aufgenommenes Hoch auf die republikanische Verfassung. Am Denkmal im Lustgarten, der Schloßfront zugewandt, sprach Genosse ficinrich Slröbel.„Der scheußliche Mord am volkstüm- lichstcn Führer des Zentrums, hat wie ein blendender Blitz den Abgrund beleuchtet, vor dem die Republik steht. Kleinmütig und verzagt war die Reaktion am 9. November 1918. Bald erhob sie aber wieder ihr Haupt und als 5)euchelel erwies sich die von den Deutschnationalen, den Kriegstreibern, nach der Revolution abgegebene Erklärung, daß man sich auf den Boden der Verhältnisse stellen wolle. Die Nationalisten haben gewaltige Mittel in ihren Dienst gestellt. Sie haben einen Teil der Presse ausgekauft, um die öffentliche Meinung zu vergiften. Will die Arbeiterschaft den Fortbestand der Republik sichern, dann gilt es vor allen Dingen Selbsterziehung zu größerer politischer Reife. Gerade heute, wo vor 57 Jahren Ferdinand L a s s a l l e starb, mag man sich das Wort des großen Vorkämpfers vor Augen halten:„Ihr, die Ar- heiter, seid der Fels, auf dem die Kirche der Zukunft gebaut werden soll!" Redner schloß unter stürmischem Beifall mit den Worten: Nur in der Ge- schlossenheit des Proletariats liegt das Heil. Ihr Proletarier aller Parteien schließt euch zusam- mcn zur Erhaltung der Republik und zur Befreiung der Mensch- heit durch den Sozialismus! Genosse Dr. Bendincr führte aus: Die heutige Demonstration ist ein kraftvoller Schlag gegen den ins Unzemessene gestiegenen Ucbermut der Reaktion, die aus dem Marsch der Arbeiterbataillone das Aussichtslose ihrer gegen den Bestand der Republik gerichteten Bestrebungen herauhören könne. Aber sie darf nur der Auftakt sein für eine weitere 2lktion, die unsere Volksfreiheiten sichern und ausbauen soll. Die wichtigsten Grunolagen dieser Freiheiten liegen in der Rechtsprechung und in der Verwaltung, die aus den Fesseln, in die st? die Gejellschaftsordnung des'alten Klassenstaates geschlagen, chefreit werden müssen. Die Arbeiterschaft kann nicht eher sich zufrieden geben, als bis dieses Ziel restlos erreicht, bis ferner eine gerechte Verteilung der finanziellen Lasten durch Heranziehung der Besitzer durchgeführt ist und bis alle mili- taristischen Auswüchse und Bestrebungen für immer beseitigt sind. Dann werden in unserem Bolksstaate die Arbeit und die Arbeiter das Zepter führen zum Heil und zum Glück der ganzen Volts- gemeinschaft. Von den Unabhängigen sprach Dlttmann u. a. von der Freitreppe des Doms und forderte der Redner die Massen auf, allen Parteihader beiseite zu lassen und geschlossen den Kampf gegen die Reaktion aufzunehmen. Es brauche nicht jeder seiner Ueberzeugung untreu werden und jede Partei könnte getrennt marschieren, aber im Kampfe gegen die Reaktion müssen sie vereint kämpfen. Mit der heutigen Demonstration solle nicht der Kampf gegen die Militaristen und Kapitalisten beendet sein, sondern sie soll Zeugnis ablegen, daß die arbeitenden Klassen gewillt sind, den Kampf für die Republik durchzufechten. Der Platz vor dem Schlosse war den Kommunisten mitzu- aestanden worden. Hier sprach u. a. Adolf Hoffmann, der den Willen zur Tat forderte, in gewohnter Manier aus der Reihe tanzte und allen„unfähigen Regierungen und allen Parteien, die nicht den Willen zur Tat haben", den Kampf ansagte. Der oPziöfe öericht. Berlin, 31. August.(WTB.) Eine Kundgebung, wie sie Verlin noch nicht gesehen haben dürfte, fand heute nachmittag auf dem Schloßplatz, am Lustgarten und vor dem Nationaldenkmal sowie in den anschließenden Straßen statt. Der Gewerkschaftsbund, der Gewerkschaftsring, die SPD., USPD., KPD. und die Deutsche Demokratische Partei hatten ihre Mitglieder und Anhänger dorthin berufen, um ein machtvolles Bekenntnis zur repu- blikanifchen Verfassung abzulegen und gleichzeitig eine Kundgebung gegen den politischen Mord zu veranstalten. Der Zustrom der Massen, die mit raten und schwarzrotgoldenen Fahnen und Bannern, Schildern mit den bekannten Aufschriften und unter den Klängen mehrerer Musikkapellen anrückten, war gewaltig und dauerte etwa zwei Stunden. Man schätzt die Beteiligung auf zirka eine halbe Million Personen. Erst in der siebenten Abendstunde zeigten die Straßen wieder ihr alltägliches Gesicht. Soweit bisher bekannt geworden, sind Ruhestörungen irgendwelcher Art nicht vorgekommen. Ordnung und Selbstzucht waren musterhaft. Mustergültige Ordnung— kein Zwischenfall. Nach dem Abmarsch der Masien, der sich ohne jede Störung voll- zog, hatte ein Mitarbeiter der PPN. eine Unterredung mit dem Polizeipräsidenten über den Verlauf der Demon- stratian. Auch der Präsident betonte die ungeheure Teilnehmerzahl, mit der er selbst ebenso wie die veranstaltenden Parteien und die Gewerkschaften gerechnet hatten, und hob den völlig ruhigen Verlauf der Veranstaltung hervor. Die ganze Demonstration vollzog sich ohne jede Ruhestörung, ja ohne den kleinsten Unfall. Die Anweisungen und die Arbeit der Ordner, die im reichen Maße ihre Tätigkeit ausübten und denen überall willig Ge- horsam geleistet wurde, hatten voll und ganz ihren Zweck erfüllt. Besonders wies der Polizeipräsident auf das ruhige und be- sonnene Verhalten der Beamten der Schutzpolizei hin, die die Bannmeile zu sichern und den Berkehr an den wichtigsten Punkten aufrechtzuerhalten hatten. « In Spandau beteiligten sich zirka 30000 Personen an der Demonstration. Die großen Betriebe marschierten geschlossen auf dem Alten Markt- platz und aus dem Platz vor dem Rathause auf. Redner der drei Parteien sprachen nach Vereinbarungen in unserem Sinne. Viele Fahnen, rote, schwarzrotgoldene und Transparente wurden mit- geführt. Das Siemenswerk war ebenfalls geschlossen in Spandau. Es war seit den Kapp-Tagen die größte Lewonstration, Nach Per- einbarungen, die in Spandau mit der Polizei getroffen worden waren, ließ sich kein Schutzmann auf der Straße sehen. Verkehrs- störungen fanden nicht statt. Nach Schluß der Demonstration wur- den die Züge nach der Peripherie auseinandergeführt. Die Haupt- referate hielten Münsinger und Ernst Tost, denen sämtliche Teilnehmer, einschließlich der Kommunisten, zustimmten. Die zwischen den Parteien getroffenen Vereinbarungen wurden restlos eingehalten. « Riesenöemonstrationen im ganzen Reich. Alle Nachrichten aus dem Reiche lassen erkennen, daß die Kundgebung für die Republik in überwältigender Größe und Geschlossenheit verlaufen ist. Die Teil- nehmerzahl übertraf alles bisher Dagewesene. Zu Ruhestöningen oder Zwischenfällen ist es nach den bisher vorliegenden Berichten nirgends gekommen. Die Demon- stration des 31. August bildet ein Ruhmesblatt in der Geschichte der deutschen Arbeiterschaft. Mögen die Gegner der Republik erkennen, daß hier Geist und Willen eine g r a- nitne Mauer gegen sie auftürmen, an der alle ihre An- griffe abprallen werden. Homburg, 31. August.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Hier hatte die Demonstration einen Ilmfang wie noch niemals vor- her irgend eine politische Kundgebung. Man schätzt die Zahl der Teilnehmer auf über 150 030. Hannover. 31. August.(PPN.) UngeheuW Menschenmassen beteiligten sich an der heutigen Demonstration der Links- Parteien und der Gewerkschafden für die Republik. Die Demonstration oerlief in völliger Ruhe ohne jeden Zwischenfall. Nach Meldung der TU. nahmen in Hannooer an der Demon- stration etwa 103 000 Menschen teil. Der Vorbeimarsch an der Villa Hindenburgs gestaltete sich zu einer Demonstration gegen den Militarismus... �„.,.. München. 31. August.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts.) Die vom Sozialdemokratischen Verein einberufenen Massenprotest- Versammlungen sind bei starkem Besuch ruhig verlaufen. Die Redner, die Landtagsabgeoroneten Auer, Sänger und G r u b e r, stimmten in den Grundzügen ihrer Ausführungen darin überem, daß ein großer Teil der Schuld an der Ermordung Erzdergers der rechtsradikalen Heße in Süddeutschland und nicht zuletzt der bayerischen Regierung selbst, die die A u f f 0 r d e r u n g zum Mord durch die nationalistische Presse Bayerns hat u n b e- a n st a n d e t hinausgehen lassen, zur Last gelegt werden muß. In einem an den Reichskanzler gerichteten Telegramm gaben die Versammelten ihrer Hoffnung Ausdruck, daß die bayerischen Sonder- bcstrebungen über Ausnahmezustand und Volksgerichte, deren Hand- habung die Sache der Republik schädigt, von Reichs wegen beseitigt werden. ha'.berstadk. 31. August.(Eigener Drahtbericht des„Vor- wörts".) Heute nachmittag um 4 Uhr sammelte sich die Arbeiter- schaft Halbcrstadts zu drei imposanten Versammlun- gen im Stadtpark. Es formierte sich daraufhin ein Demonstra- tionszug durch die Stadt, der annähernd 15 000 Menschen umfaßte, was angesichts der Tatsache, daß Halberstadt nur 45 000 Einwohner zählt, wohl zu denken gibt. Einmütig wurde der Mord an Erz- bcrger oerurteill und beschlossen, zur Republik zu stehen, komme was da wolle. Osnabrück, 31. August.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Hier halten die beiden sozialdemokratischen Parteien und das Ge- werkschastskartsll gemeinsam die Demonstration einberufen. Min- bestens 20 000 Arbeiler. Beamte und Angestellte demonstrierten in mustergültiger Weise gegen den politischen Meuchelmord und für die Republik. Der unübersehbare Zuq war geschmückt mit vielen roten Fahnen und den Farben der Republik. Die Genossen Vubert (SPD.) und Ruft(USPD.) hielten zündende Ansprachen. Zwischen- fälle sind nicht vorgekommen. Elberfeld, 31. August.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) In den beiden Schwcsterstädten Elberfeld und Barmen protestierten heute nachmittag gegen 5 Uhr 50 000 bis 00 000 Per- sonen für den Schutz und die Sicherheit der deutschen Republik. Die Demonstration war einberufen von der Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokratischen und der Unabhängigen Par. tei, jedoch beteiligten sich auch Bürgerliche an der Veran- staltung. Jm Zuge wurden schwarz-rot-goldene und rote Banner mitgeführt. Straßen- und Schwebebahnen fuhren nicht. Die Läden waren ausnahmslos geschlossen. Nach den mächtigen Ver- sammlungen formierten sich Zehntausende zum Zuge durch die Städte. An den Reichskanzler wurde ein Telegramm abgeschickt, in dem betont wurde, daß die Demonstranten hinter den Maßnahmen der Regierung zum Schutze der Republik und hinter der Regierung stehen und von der Reichsregierung erwarten, daß die Verordnun- gen nicht auf dem Papier stehen bleiben, sondern in die Tat umgesetzt werden. Die Veranstaltunoen verliefen ohne Störung und hinter- ließen den tiefsten Eindruck auf die Bevölkerung. Essen, 31. August.(MTB.) Gemäß dem Aufruf der drei sozio- Mischen Parteien und der freien Gewerkschaften hatten sich auf den Straßen T a u i e n d e ihrer Anhänger eingefunden. Redner aller drei Parteien verurteilten die Mordtat an Erzberger aufs schärfste und mahnten zur Einigkeit der arbeitenden Klasse. Nach einem Hoch aus die Einigkeit der arbeitenden Klasse setzte sich ein über eine Stunde währender Demonstrationszug in Bewegung. Zwischenfälle ereigneten sich n i ch t. Hägen, Westfalen. 31. August.(MTB.) Aus der Springe ver- sammelten sich heute nachmittag die Gewerkschaften von Hagen und Umgebung zu einer machtoollenKundgebung gegen die Re- aktion und für eine einheitliche Front der drei sozialistischen Parteien. Nach der Versammlung, die mit einem Hoch auf das inter- nationale Proletariat schloß, bewegte sich ein D e m 0 n st r a t i 0 n s- z u g durch die Hauptstraßen der Stadt. Die Kundgebung verlies völlig ruhig und ohne Zwischenfälle. Frankfurt a. M... 31. August.(WTB.) Hier fanden auf dem Opernptatz Massenkundgebungen der sozialdemokratischen Parteien statt, die ohne Zwischenfall oerliefen. Leipzig. 31. August.(TU.) Die heutige Demonstration der d r e i sozialistischen Parteien Groß-Leipzigs fand auf dem Augustusplatz statt. Die Redner forderten eine Einheitsfront der Arbeiterschaft gegen die Rechtsparteien. Di« Kundgebung ver- lief ohne Zwischenfall. Magdeburg. 31. August.(WTB.) Die hiesige Kundgebung für die Republik, die unter überaus großer Teilnahme statt- fand, hielt sich im üblichen Rahmen und oerlief in bester Ord- n un q. Breslau. 31. August.(WTB.) Auf dem Schloßplatz fand eine Demonstrationsversammlung der Sozialdemokralischen Partei unter Teilnahme des Allgemeinen Deutsch>:n Gewerkschaftsbundes statt. Nach der Versammlung bewegt« sich ein Dcmonstrationszug zu der Redaktion der„S ch l e s i s ch e n Tagespost"(deutschnatio- nal. Red.) und zur Wohnung des Prof. v. Freytag-Loring- Hoven(Führer der schlesischen Rcchtsnationalisten. Red.) Später gingen die Demonstranten ruhig auseinander.» Fürstenwalde. 31. August.(Eigener Drahtbericht des„Vor- wärts".) Taufende von Arbeitern und Angestellten hatten dem Rufe des Gewerkschaftskartells und der drei sozialistischen Parteien Folge geleistet und nahmen an dem eindrucksvollen Demonstrationszug vom Wilhelmsplatz nach dem Markte teil. Dort stauten sich die Massen vor dem Rathaus, von dem die Fahne der Republik flatterte. Ge- nasse K l ü h s- Berlin hielt vom Rathaus aus eine Ansprache, In der er aus die reaktionären Umtriebe hinwies und tue RotwendiAkeit be- ITc. 411 ❖ 38. Jahrgang 1. Heilage öes Vorwärts voaaerstsg. 1. September 1921 Zum Kampf öer Holzarbeiter! Im Kampf der Holzarbeiter um geregelte Arbeitsverhältnisse und auskömmliche Löhne haben sich, abgesehen von der stets steigen- den Zahl der Bewilligungen, größere Veränderungen nicht voll- zogen. -®�e't befinden sich nach Feststellungen vom 29. August 63 o Betriebe mit 8997 Arbeitern. Ausgesperrt haben 29 Betriebe mit 189 Arbeitern. Nach Unter- Ichrift des Reichsmantclvertrages und des Lohnabkommens ar- beiten in 244 Betrieben 2780 Arbeiter zu den neuen Bedingungen. Die von Paeth und Genossen angekündigte Aussperrung, die sich nach eigenen Angaben über IS 000 Arbeiter erstrecken sollte, rst elendiglich zunichte geworend, da die nicht bestreikten Tischlereien dem Kommando der Scharfmacher nicht nachkommen. Mit der Arbeitgebergruppe der Holzbearbeitungsfabriken und Schneidemühlen ist ebenfalls der Vertrag sowie der Lohntarif ab- geschlossen, so daß am 30. August ungefähr 130 Kollegen die Arbeit aufnahmen. In den letzten Tagen entwickelt die grüne Polizei eine emsige Tätigkeit für die Interessen der Unternehmer. Die Streik- p o st e n, die den Abtransport von fertigen und angefangenen Möbelstücken verhindern wollen und die darüber wachen, daß keine Streikarbeit hergestellt wird, werden von diesen„Kapitals- gm ächtern* stark belästigt und auch Verhaftungen sind hon vorgekommen. Ein besonders krasser Fall ereignete sich im sten. Als ein streikender Kollege einen Kutscher fragen wollte, wohin die auf dem Wagen befindlichen Möbel transportiert wer- den wurde er von übereifrigen Schupoleuten verhaftet und nach Feststellung seiner Personalien in eine Zelle gesperrt. Der Polizei- offizier erklärte, der Kollege müsse in Schutzhaft behalten werden, damit er keine weiteren Tiansporte belästigen könnte. Diesen jungen Leuten, die zum Schutze des Publikums und nicht zum Schutze der Unternehmerinteressen bestellt sind, müßten statt des bei den Grünen so beliebten Boxsports einige sozialpoli- tische Vorträge über Arbeitsrecht gehallen werden, damit derartige völlig ungesetzliche Uebergrifse vermieden werden. Als besonders rückständig und scharsmacherisch treten die Ar- veitgeber der Laden- �und Kontormöbelbranche her- vor in dem heißen Bemühen, die Anerkennung ihres Oberhäupt- lings Paeth zu«ringen. Obgleich diese Gruppe zum großen Teil Arbeiten für Staat und Gemeinde ausführt und dabei Riesenprofite erzielt, zahlt sie ihren Arbeitern Hungerlöhne. In der.Fachzeitung der Tischlermeister* wehren sich die Unter- nehmer gegen die von uns aufgestellte Behauptung, daß H u n- gerlöhne gezahlt werden. Deshalb bringen wir folgen- des Beispiel zur Kenntnis der Oeffentlichkeit: .In der Laden- und Kontormöbelfabrik R a h n, Berlin, B r u n n e n st r a ß e 19 6, dir sich von einer kleinen Kellerwerk- statt zum Großbetrieb entwickelt hat, herrschen in bezug auf Lohn ungemein traurige Verhältnisse. Wie man Arbeiter entlohnt, die jahrzehntelang ihre beste Arbeitskrast in den Dienst dieser Firma gestellt haben, zeigt folgende Lohntabelle: -») 1 Tischler, 40 Jahre beschäftigt, 63 Jahre alt, Stundenlohn 3. 50 Dc. Bei den angeführten tatsächlichen Hungerlöhnen ist es natürlich eine Kleinigkeit, mit diesen Almosen sich den Anschein besonderer väterlicher Fürsorge zu geben. Heute fährt der Herr Fröhlich (Inhaber der Firma) mit seinem Prioatauto bei den anderen Ar- beitgebern dieser Branche herum, um diese zu veranlassen, ihre Arbeiter auszusperren. Für seinen eigenen Betrieb bedient er sich der Hilfe der Schutzpolizei, um die Arbeiter in ihrem Kampf gegen den Hunger zu behindern. b)l c)l d)l e)l f)l 32 83 40 28 3 60 55 60 63 SO 8,50 4,75 5,00 5,25 4,95 Von großer sozialer Einsicht zeigt folgender Fall: Ein Tischler, 63 Jahre alt, war 38 Jahre als Tischler bei der Firma tatig. wird jetzt als Hilfsarbeiter beschäftigt unter Herabsetzung seines Lohnes von fünf auf vier Mark. Die Kutscher erhalten einen Wochenlohn von 215 M., während der Tariflohn 240 M. beträgt. Schon vor dem Kriege stand diese Firma in dem Ruf, ganz besonders niedrige Löhne zu zahlen, dafür aber auf Kosten der Arbeiter ein Protzendasein zu führen. Einige Wochen vor Beginn des Lohnkampfes ließ der Inhaber Montags an die Arbeiter warme Wurst und Schrippen verteilen und es ist ein Wunder, daß sich nicht Arbeiter gefunden häben, die diesem Kriegsgewinnler den Bettel ins Gesicht geworfen haben. Kommuniftiftisthe oöer sozialististhe Hemeinöepolitik. Die skandalösen Prügelszenen, die sich letzthin In der Berliner Stadtverordnetenversammlung abspielten, zwingen, die Tätigkeit der Kommunisten etwas näher unter die Lupe zu nehmen. Das Wert- urteil darüber soll der gerecht denkenden Wühlerschaft überlassen bleiben. Die Kommunistische Fraktion im Berliner Stadtparlament hat seit der Bildung an jedem Sitzungstag ihre scharfe Gegnerschaft zu einer organisch aufbauenden Kommunalpolitik im Sinne unserer Forderungen zum Ausdruck gebracht. Selbst in Fällen, bei denen die beiden sozialistischen Parteien scharfe Kämpfe gegen das geeinte Bürgertum führen mußten, ging das Verhalten der Kommunisten auf eine glatte Unterstützung der Rcaktionsparteien hinaus. Ein grundlegendes Kommunalprogramm, wie es unsere Partei besitzt, haben die Kommunisten trotz ihrer ohrenbetäubenden Propa- ganda nicht. Die inneren Kämpfe, die seit dem Bremer Parteitag 1902 um die Schaffung eines solchen Programms in unserer Partei geführt wurden, sind den Kommunisten erspart geblieben, ttotzdsm mancher unter ihnen sein mag, dem die grundlegenden Gedanken unseres Kommunalprogramms nicht unbekannt sind. In der Resolution des preußischen Parteitages vom Jahre 1910 heißt es grundlegend:„In Uebereinstimmung mit der von dem Parteitag der deutschen Sozialdemokratie in Bremen 1914 beschlösse- nen Resolution steht die Sozialdemokratische Partei auf dem Stand- punkt, daß nur durch die Aufhebung der Klassenherr- schaft die demokretische Organisation der Gemeinde vollendet und die Bahn für eine Verwaltungstätigkeir freigemacht werden kann, welche die Woblfahrt aller gleichmäßig fördert.* Weil wir Sozialisten nun wissen, daß die Tätigkeit unserer Ge. meindevertteter im Rahmen einer kapitalistischen Gesellschafts- ordnung nur eine begrenzte sein kann, verlangt die oben angezogene Resolution weiter, daß unter den heuttgen Gesetzen der Wirkungs- kreis der Gemeindepolitit mehr und mehr im Sinne kommunaler Sozialpolitik„in der Richtung des Sozialismus" auszu- gestalten sei. An dieses Fundament knüpften sich dann unsere Forderungen an die Gesetzgebung und an die Gemeinden. Die ersteren betrafen Verfassung, Polizei, Finanz- und Bildungswesen, Gesundheitspflege und Sozialpolitik, die letzteren Wahlrecht, Bestattungsmesen, Armen- und Waisenpflege, Wirtschafts- und Wohnungsfragen u. a. m. Von Stunde an ging unsere Partei daran, diese Forderungen durchzusetzen, um auch hier der Arbeiterschaft Einfluß und Richtung zu verschaffen. Und nun sehen wir uns einmal das Wirken und die positiven Leistungen der Kommunisten im Berliner Stadtparlament an: Ein dem der Sozialdemokratischen Partei ähnliches Parteiprogramm be- sitzen sie nicht und konnten in der, geschichtlich bettachtet, kurzen Zeit ihres Daseins auch keins schaffen, da dos A und O ihrer Agitation ja ganz wo anders zu suchen ist.. Ihre Tätigkeit erschöpft sich darin, unsere Leistungen zu überwachen und darüber hinaus die Begehr- lichkeit der„Massen" in einer Weise wachzurufen, daß bei den minder geschulten Arbeitern die Ueberzeugung aufkommt, die Kommune als Arbeitgeber können alle ihre Wünsche und Forderungen restlos be- willigen, wenn nur die„menschewistifchen Elemente" dafür zu haben sind, wobei der Begriff.Menschewist" bis weit in die Reihe« der Linksunabhängigen gezogen wird. Aber selbst wenn die durchweg demagogischen Forderungen der Kommunisten vom.sozialistischen" Magisttatskolleqium erfüllt werden, würden sie nicht zufriedengestellt sein, weil ihr Wirten im Geweindeparlament nur eine Ausdehnungs- Plattform für ihre Parteizwecke darstellt. Dennoch ist die Tätigkeit der Kommunisten im Berliner Stadt- Parlament nicht steuerlos: in ihr liegt eine gewisse Systematik, die erst erkennbar wird, wenn man nähcr mit ihnen in Berührung kommt. Ihre Taktik und die zu befolgenden Richtlinien hat der ehe- malige Neuköllner Gemeindcoertteter Sievers in der„Kommunisti- schen Rundschau" vom 31. Dezember 1920 grundlegend dargetan und in die folgende These zusammengefaßt: „... Endgültig muß der Glaube zerstört werden, daß eine sozial! st ische Mehrheit Opportunitätspolitik tteiben müsse, weil den Kompetenzen einer Gemeinde gesetzliche Schranken gesteckt sind. Wir wollen und suchen den Konflikt mit dem Staate, weil wir ihn stürzen wollen, wir können ihn nie stürzen, wenn wir seine Gesetze respek- t i e r e n.— Nur wenn wir die Gemeindeverwaltung dazu bringen« ihrem bisherigen Besitzer den Dien st zuversagen. — ist unsere Tätigkeit praktische Arbeit für die proletarische Revolution."-- So sehen die Richtlinien für Kommunisten in der Gemeindepolitik aus; dementsprechend sind auch ihre Erfolge und es ergibt sich für uns die ganz selbstoerständ- liche Schlußfolgerung daraus, im bevorstehenden Wahlkampf der Katze die Schelle umzuhängen. Zwar werden wir oft genug hören, daß wir in der Interessenvertretung der Berliner Arbeiterschaft verjagt haben, aber gerade darum werden wir die Wählermassen zu einem ehrlichen Veto Veranlassung geben. Greifen wir aus der Fülle der Aufgaben, die äm Komrmmal- vertretung einer Dreimillionenstadt wie Berlin zu bewältigen hat, rein willkürlich eins heraus und betrachten dabei den Ernst der VKPD., den diese bei der Verttewng der Interessen ihrer Wähler einnimmt. In der Sitzung am 23. Dezember 1920 stand die Arbeits- losenfrage auf der Tagesordnung. Es sollten Mittel ausfindig ge- macht werden, die der stark grassierenden Arbeitslosigkeit zu Leibe gehen und den Opfern der kapitalistischen Gesellschaftsordnung Linde- rungen bringen sollten. Den Anttag begründete Stadtrat Brühl,� der dazu etwa ausführte: Auf Grund einer Vereinbarung sämtlicher Parteien haben sich diese aus einen Anttag der Gewerrschaftskom- Mission festgelegt, der folgende Fassung ttägt: „Die Versammlung ersucht den Magistrat, nochstehenden Forde- rungen an die Staats- und Reichsregierung beizutteten: 1. Allen Arbeitslosen einmalige geldliche Zuweisungen zu gewähren: a) bei 6 Wochen Arbeitslosigkeit 150 M., b) bei einem Bierteljahr 300 M., c) bei einem halben Jahre 400 M. und steigend«ufwärts. 2. Er- höhung der Invalidenrente, kostenlos» Schulspeisung der Kinder, Ver- sorgung der Arbeitslosen mtt billiger warmer Winterkleiduna, Wäsche und Schulzeug, billiges Heizmaterial und Feststellung aller unge- nügend ausgenützten Wohnungen." Der Kommunsst Ostrowski g�t Aigen den Berichterstatter äußerst aggressiv vor und glaubt den Zettpunkt für gekommen, die Aermsten der Armen vor den kommunistischen Partelkarren zu spannen.„Jetzt"— führte der VKPD.-Redner au,—.müssen die Arbeitslosen sich dem Wohlfahrtsministerium und der Reichsregierung bemerkbar machen. Ziehe das nicht, so bleibe nichts übrig, als die bürgerliche Regierung zu beseitigen. Brühl weist zwar die demago- gische und hinterhältige Art dieser Sorte von Gemeindeverttetern zurück, muß aber erleben, daß die sich gekränkt Fühlenden mit Fäusten auf ihn �eindringen. Dem Herrn Stadwerordnetenvorsteher Dr. Weyl entschlüpft dabei die beschwichtigende Bemerkung:„Welches Schauspiel bieten Sie der Welt!" Nur dem taktisch klugen Aus- treten unserer Fraktion war es zu danken, daß die Arbeitslosen nicht um ihren Erfolg bettogen wurden. Liegt das bisher Erreichte auch noch weit von unseren sozialisti- schen Zielen entfernt, das erste Tor ist erstürmt. Weitere werden fallen. Bei diesem Sturm sind die Kommunisten eine eiserne Fessel. Entledigen wir uns ihrer am 16. Oktober, damit die Bahn frei ist für eine demokratzsch-sozialistische Gemeindepolitik im Sinne unseres Programms, im Sinne der Berliner Arbeiterschaft. ______ Gustav Fuß. 1 0. Internationaler Henojsensthastskongreß. Im großen Saal des.Stadtkasinos' in Basel begannen am Montag, den 22. August, die viertägigen Verhandlungen des I n t e r- nationalen Genossenschaftskongrefses. Die zahl- reiche Beschickung(aus 25 Ländern waren 500 Vertreter erschienen) dieser ersten internattonalen genossenschaftlichen Tagung nach Beendi- gung des Weltkriegs, und der Verlauf der Tagung befestigen die Hoffnung, daß durch das gemeinnützige Wirken der Genossenschafts- bewegung der Gedanke der MenschhSitsverständigung und Versoh- Das Schloß-tNuseum. Die Sammlungen des Berliner Kunstgewerbemuseums sind, worüber hier mehrfach berichtet worden" ist. während der letzten Monate in die Räume des Berliner Schlosses übergeführt und hier, über drei Geschosse verteilt, unter Leitung des Direktors Falke zu einer eindrucksvollen.Schausammlung* geordnet worden. Schausammlungen zu schaffen, im Unterschied gegen die gelehrsamen historischen Kunstkabinette der früheren Zeit, das ist das Ziel der neuen Museumstechnik. Um den Museumsbesuch für weiteste Kreise anregend und fruchtbar zu gestalten, um die Möglich- leiten der Aufnahme zu erleichtern und zu erweitern und vor allem um den Kunstgenuß aus unmittelbarer Anschauung zu ermöglichen, den einzigen, der Anspruch auf Echtheit und Wirkung erheben kann, sollen aus den immer mehr sich anhäufenden Schätzen der Museen die besten und wertvollsten Stücke ausgewählt und zu einer besonderen Sammlung vereinigt werden. Die übrigen Stücke, die mehr historischen oder technischen Wert haben, die das künst- lerische Streben einer geschichtlichen Epoche also nur nach einer be- stimmten Seite hin erläutern, sollen ihrer wissenschaftlichen Bedeutung entsprechend in einer Studiensammlung vereinigt werden. Diese mag aufsuchen, wer Einzelfragen nachzugehen wünscht. Die Schausammlung aber, entlastet vom Ballast des Eni- behrlichen und Nebensächlichen, wird den Besuchern desto besser zum Wesentlichen hinleiten und ihm, als Ganzes wie im Einzelnen, ge- schloffenere und darum um so tiefere Eindrücke vermitteln. Um diese Eindrücke zu verstärken, versucht die moderne Museumstechnik den einzelnen Schaustücken möglichst eine Umgebung zu schaffen, die der des ursprünglichen Entstehungs- oder Aufstellungs- ortes angepaßt ist. Man stellt den Sammlungsgegenstand in ein Milieu, das ihm in formaler und geifttger Hinsicht ensspricht. In neuerbauten Museen hat man künstlich solche milieuechten Räume geschaffen— es genügt hier an die italienische Basilika im Kaiser- Friedrich-Museum und an die gotischen Kirchenräume im Berliner Märkischen Museum zu erinnern. Ein solches geschichtliches Milieu war nun bei der Neuausstellung der kunstgewerblichen Sammlung in den Räumen des Berliner Schlosses nicht erst zu schaffen, es war hier bereits gegeben. Und dieses Milleu ttägt einen sehr entschiedenen und ausgeprägten Cha- rakter. Dieser Charakter ist, was die künstlerische Ausdrucksweise bcttifst, nicht einheitlich, kann es nicht sein, da in wechselnder Folge zu verschiedensten Zeiten am Ausbau des Schlosses gearbeitet wurde und daher wechselnde Geschmacksrichtungen sich hier ausgewirkt haben. Das Ziel aber war zu allen Zeiten bei dieser Ausbautättgkett das gleiche: es war gerichtet auf repräsentative und mo- numentale Wirkungen. In welchem Teile des Schlosses man sich immer befindet, ob in den älteren, die holländischen Archi- tekten ihre Dekoration verdanken, ob in den Räumen, die Schlüter mit dem Prunk und Pathos des Barock ausgestattet hat, ob in den späteren Teilen, die von Eosander, von Erdmannsdorf, von Gontard und Langhaus ein. neues Gewand erhielten, gleichviel, der rcpräsen- tative Eindruck ist vorherrschend. Der Milieucharakter ist also, bei aller Unterschiedlichkeit der Räume in formaler Hinsicht, durchaus einheitlich, er ist ausgesprochen repräsentativ. Mit diesem Fatwr mußte der Direktor der Sammlung, der die Neuaufstellung leitete, rechnen. Der repräsentative Rahnien aber eignet sich nicht für alle Teile einer kunstgewerblichen Sammlung und man spürt, daß ihm die ausgeprägte Einseitigkeit des Milieus bisweilen unbequem war. Mit Geschick und Takt ist mancher allzu laute Ton gedämpft worden: wo der Vergoldungen zu viele waren, wo der Schwulst der Dekorationen allzu aufdringlich den Raum be- herrscht, hat man sich durch Ueberhängen von Teppichen, von Bildern, gelegenllich auch durch Abspannungen mit Wandstoffen in deutschen Farbstoffen wirksam geholfen. Im übrigen ist ein Kom- promiß versucht worden, und zwar, wie man wird sagen müssen, mit wechselndem Glück. Es ist(soweit man nach dem erstmaligen flüchtigen Besuch urttilen kann) nicht immer geglückt, die Schau- sammlungen vor dem Erdrücken durch den Prunk des Milieus zu bewahren. Am besten sind die Räum« gelungen, wo der Inhalt im Charakter mit den Dekorationen zusammengeht, also etwa der Königinnensaal, dessen Rokokobildnisse preußischer Königinnen, ge- malt von Pesne,«inen glücklichen Rahmen abgeben für die Vitrinen, die Kostüme und Trachten des 18. Jahrhunderts. Frauenschmuck usw. enthalten: der Rittersaal, das üppigste Stück Schlüterscher Deko- rationskunst mit dem silbernen Chor und dem großen Silberbüfett, das, diesem prunkvollen Rahmen entsprechend, jetzt die prächtige Silbersammlung des Museums birgt: der Majolikasaal, nach Eni- würfen von Ihne und Haagen im Stil der italienischen Hoch- renaissance ausgebaut und jetzt mit den prächtigen Stücken der werwollen Majolikasammlung angefüllt. Ob diese stimmungsvolle Milieukunst letzten Endes nicht doch eine Sackgasse ist, ob sie nicht einem vertieften Kunstgenuß abträgig ist, weil sie für sich zuviel Aufmerksamkeit fordert und dadurch wieder von der Betrachtung des Sammlungsgegenstandes abzieht, das wird sich erst bei wieder- hotten Besuchen feststellen lassen. Eins aber kann schon jetzt gejagt werden: wo es die Eigenart der Räume erfordert, wo An- läge, Form und Ausstattung durchaus auf diese Eigenart der ehe- maligen Zweckbestimmung zugeschnitten sind, da muß man diese Räume auch von Vitrinen und Sammlungsgegenständen fteihalten und sie selbst als Schaustücke erhaltdn. Das gilt vor allem für die Bildergalerie, die durch die Flucht von Vittinen längs der Fenster- wand um ihre beste Wirkung gebracht wird. Am besten werden vermutlich auch für die Dauer jene Säle wirken, die, neutral in Form und Dekoration, einen ruhigen Hinter- grund für die aufgestellten Sammlungen abgeben. In diesem Sinne blieben aber nach dem ersten Besuch in angenehmer Erinnerung das schlichte, vortrefflich beleuchtete Kabinett, das die Delfter Samm- lung birgt, und nicht minder die neue Galerie an der Wasserseite, in deren Spiegelnischen die herrliche Sammlung deutscher Por- zellane aus dem 18. Jahrhundert Aufstellung gefunden hat. Ueber das Schloßmuseum als Ganzes wird noch zu sprechen sein, wenn erst die Studiensammlungen, die bisher noch nicht zu- gänglich sind, der Besichtigung offen stehen. Walter Curt Behrendt. Neue Tierschuhverordnungen. Die neuen Iagimutzun�jvoirschrif- ten für die preußischen Staatsforsten enthalten auch, wie im„St. Hu- bertus" mitgeteilt wird» manch wichtige Bestimmungen für die Schonung der Tierwelt. So ist der Abschuß der Adler am Horst unter allen Umständen verboten, und es wäre freudig z« begrüßen, wenn diese- Verbot auf alle Raubvögel ausgedehnt würde, denn »s gibt nuht» Grausameres, als die Vernichtung horstender Vögel, deren Jung« dann dem Hungertod« überantwortet werden. Sodann sst da» Fangen und Töten der nicht jagdbaren land- und forstwirt- schaftlich nützlichen Säugettere»nd Vögel untersagt, besonders der Fledermäuse, Eulen, Bussarde, Turm- und Rötelsalken, Stare, Spechte, Nachsschwalben, Blauracken. Ebenso dürfen Uhu, Kolkrabe, schwarzer Storch, Rohrdommel, Nacht- und Silberreiher, Kormorane, Polartaucher nicht geschossen oder gefangen werden. Die Raub- zeugvertilgung mit Gist und Pfahleisen ist oerboten, wenn die Re- gierung nicht ausdrücklich Ausnahmen gestattet. Besondere Maß- nahmen sind auch für den Schutz des Fuchses, Dachses und Baum- marders getroffen, was besonders beim Baummarder freudig zu begrüßen ist, der schon eine seltene Erscheinung im deutschen Wald geworden. Diesen Tierarten war ja gerade in letzter Zeit ein rück- sichtsloser Krieg erklärt worden, weil die hohen Preise für die Felle zu ihrer Erlegung verlockten. Wie ttübe Erfahrungen man mit der gesteigerten Raubzeugvertilgung machen kann, zeigte seinerzeit die Verwüstung der Buchenbestände in den Putbusschen Forsten auf Rügen, die von einer ungeheuren Vermehrung der wilden Kanin- chen hervorgerufen war. Bühnenchronit. Tilla Durieux beginnt ihre Täligkeit im Lessing- T h e a t e r am 1. Sept. in Wildes Komödie.Ein idealer Gatte".— Leopoldine K o n lt a n t i n spielt vom 1. Sevtember ab im D e u t s ch- n K ü n st l e r- T b e a t e r die bisher im Lejsing-Theatcr dargestellte Titel- rolle in der.Ballerina des Königs".. Theater. Im Neuen Theater am Zoo ist vom Donnerstag ab der Beginn der Vorstellungen aus 8 Uhr angesetzt. (fine Literaturkonferenz für internationale ÜZerständignng. «lus Stniatz des PorichiagcZ Kerbart Hauptmanns, aus internatio- nalem Boden eine Literalürkonserenz abzuhalten, um die zerrissenen Fäden zwischen den Ländern wiederherzustellen, schlägt daS Stockholmer Blatt .Dagen» Nyheter" vor, diese Schriftstellerkonseren» in Stockholm abzu- halten. DaS Blatt hat Anfragen an alle bekannten europäische» Schrift- steller gerichtet. e auf Woche, Mo?ttt auf Monat, Jahr aus Jahr. Mein Tod war endlos. Er war ein Leben, das keines war und das dennoch eines sein mußte... Ich hatte mm mir mich, Es war mir unbenommen, mich zu betrachten, und ich mußte es auch tun, obgleich mir vor mir graute, denn es gab sonst nichts, das ich betrachten konnte— So versenkte ich mich in mich, lind aus dem Grauen wurde langsam ein Staunen, und aus dem Staunen wurde ein Glück, denn ich erkannte allmählich, daß ich gar nicht tot war. Ich entdeckte das Leben meiner Seele, während ich früher nur das Leben meiner Triebe gekannt hatte, die, wenn auch von Gefühlen einer zarten und unbestimmten Sehnsucht um- weht, doch nur Triebe gewesen waren... Von dieser Stunde an wurde ich wieder glücklich. Und es war kein Glück süßer Melancholie, sondern hatte eine sanfte, blaue Heiterkeit, jene Heiterkeit, die die Blumen haben dürfen, well sie sich ihrer Triebe nicht bewußt sind. Es war die Heiterkeit der Unschuld, die auch der schuldige Mensch wieder erlangen kann, wenn er über seine Schuld hinauswächst. Ich warf meine Schuld hin- ter mich und war ihrer ledig. Vor mir lag neues Land... Und von neuem dachte ich jeßt an die Stunde, die kommen mußte, eines Tages gebieterisch und sicher, aber nun dachte ich auf eine andere Art an sie als zuvor. Ich wollte dich wiederfinden. Und ich wollte dich auch besitzen,— mein Herz schrie noch nach dir, wenn es auch meine Triebe nicht mehr taten... Sie hat geirrt, dachte ich, und sie hat Zeit, das zu erkennest. Eines Tages wird sie es sehen. Eines Tages wird sie sehen, daß sie mir etwas schuldig ist, und ihr Gewissen wird ihr keine Ruhe lassen, bevor sie sich nicht entschlossen hat, es mir zu- rück-ugeben. Den Glauben an sie, den sie mir genommen hat, ist sie mir schuldig. Sie wird freiwillig kommen und mir fagen: Du,— du hast dich nicht getäuscht. Eine Zeitlang war ich abwesend, war ich in der Fremde, in einer Wildnis, in der ich mich nicht zurechtfand, aber jetzt bin ich wieder daheim. Ich bin wieder die alte, die du gekannt hast, aber ich bin es nicht blind, sondern bewußt. Verzeih mir meinen Irrweg! Ich gehöre wieder dir,— mit meiner Seele wieder dir!" Er schwieg und sah sie an. Ihre Augen waren sehr groß geworden und hatten einen tiefen Glanz. Sie waren wie der Spiegel eines Wassers, das reinen Grund hat. Er sah ihre Seele in ihren Augen. Sie griff nach seiner Hand, küßte sie, preßte ihre Lippen darauf und ließ sie auf ihnen liegen. So verbarrten sie eine lange Zeit. „Lucie," sagte er weich, �„jetzt kann ich wieder an dich glauben." iinb doch wollte ich. ich wäre tot." „Rede," forderte er sie leise auf.„Ein Wort, ein gutes Wort zur rechten Stunde, zündet Helle in uns an und ver» brennt alles Dunkle und Schwere." „Ein gutes Wort..., zur rechten Zeit..." wiederholte sie tieftraurig. „Glaubst du nicht daran?" «Ich,— ich habe es... verpaßt..." Er schüttelte den Kopf.„Du überschätzest die Zeit, weil du sie nicht kennst. Ich hatte reichlich Gelegenheit, die Zeit verachten zu lernen. Was ist eine Stunde, ein Tag, was find hundert, was sind tausend Tage? Sie können ein Nichts sein, Seifenblasen, die zerplatzen. Und e i n Augenblick kann groß sein, kann sie in seiner Wirkung alle überragen. Allein auf den rechten Augenblick kommt es an. Und für den ist es nie zu spät,— glaub mir!" „Ich weiß soviel von dir," sagte sie,„aber es gibt nichts. das du von mir weißt. Auch hinter mir liegen Jahre, Jahre." Er lächelte:„Ich weih alles." „Nein, was in mir ist, kannst du nicht wisien." „Erzähle." sagte er und führte sie zur Ottomane,„es wird alles klar werden, wenn du sprichst." Während er ihre Hände in den seinen hielt, wurde es ihr � leicht, zu reden. Anfangs tasteten noch ihre Wort« in einem Dunkel, sie ging durch ein Gestrüpp, das sie ritzte und dcsien Zweige ihr ins Gesicht schlugen, aber ihre Worte schoben die Zweige auseinander, schufen sich einen Pfad, der allmäblich breiter wurde und der in einen freien Platz mündete, von dem aus ihr Auge einen klaren Blick über die Vergangenheit hatte. Sie beschrieb die Jahre, die sie gewandert war, von dem unbestimmten Wunsch getrieben, etwas zu suchen, über dessen Art sie sich keine Rechenschaft ablegen konnte und das sie auch nicht gefunden hatte. Müde war sie heimgekommen, müde und enttäuscht. Und es war vielleicht nur ein Zufall gewesen, daß sie zu dieser Zeit Reisner getroffen hatte. Dieser Mann hatte sie aufgehoben, vom Wege, an dessen Rand sie sich niedergelassen hatte, um auszuruhen. Auch für ihn war es nur ein Zufall gewesen. Aber er war ein Mensch, der Zufällen eine mystische Bedeutung gab, und so hatte auch sie an diele Bedeutung geglaubt, mit ge- schlossenen Augen, hoffend, daß er recht haben möge, und war I-A. s°.----d--._ Aus dem reaktionären Steglitz. Die erste Sitzung der einstweiligen Bezirksoersammlung des 12. Bezirkes(Steglitz) wählte gegen die Stimmen der ge- samten Linken den bisherigen Borsteher Schwarz wieder. Ein Dringlichkeitsantrag der SPD., der gegen die nationalistischen Mordbuben protestierte und von der Versammlung verlangte, den Magistrat aufzufordern, von der Regierung Maß- nahmen zum Schutze der Republik zu fordern, kam auf Ein- spruch der Deutschen Bolkspartei nicht zur Ver- Handlung, ebenso ein Dringlichkeitsantrag der 11 S P., der den beschleunigten Bau einer Doppelschule zur Behebung der Raumnot für die Volksschulen forderte. Das Bezirksamt teilte der Versammlung mit, datz eine Verlegung des Wohnungs- und Mietseinigungsamtes von Lichterfelde nach Steglitz zur Zeit nicht möglich sei. Das Gesuch der Schulvorsteherin Räubert auf Unter- stützung eines Antrages, ihre höhere Privatmädchenschule in ein Lyzeum umzuwandeln, wurde trotz heftig st er 'Bekämpfung durch die gesamte Linke von der bürger- lichen Mehrheit beschlossen. Eine Petition des Grundbesitzer-Vereins Lankwitz um bessere Fahrverbindung nach Steglitz und ein Antrag der USP. betr. Verbesserung der Straßenbahnverbindungen Berlin- Steglitz wurden dem Bezirksamt überwiesen. Weiter beschloß die Rechte gegen die ge schlössen« Linke die Einberufung der Bezirksoersammlungen in vier bürgerlichen Ortsblättern bekannt zu machen. Schließlich wurde noch die Wiedervcrpachtung des Lank- witzer Ratskellers beschlossen, nachdem ein Antrag der SPD., die Räumlichkeiten als Jugendheim zur Verfügung zu stellen, abgelehnt worden war. Die ZNillionenschiebungen in Mariendorf sind jetzt weiter auf- geklärt. Es ist jedoch noch nicht gelungen, des chaupttäters, des 23 Jahre alten aus Berlin gebürtigen Magistratshilfsarbeitcrs Erich Philipp habhaft zu werden. Philipp, der bei dem Magistrat in Mariendorf beschäftigt war und in der Friedrich-Wilhelm-Straß« 3Z zu Tempelhof wohnte,»erschaffte Mariendorfer Bäckern seit zwei Jahren fortgesetzt mehr Mehl, als sie zu beanspruchen hatten. Dafür überließen die Bäcker ihm oder seinen Helfershelfern die Brotkarten, die sie jeden Montag abliefern sollten. Diese Karten wurden von Galiziern an Bäckermeister in anderen Gemeinden verkauft, so daß auch diese mehr Mehl, als ihnen zustand, beziehen konnten. Vier Bäckermeistern wurden Gewinne von 60030 bis 125000 M. nachgewiesen. Philipp, der aus diesen Schiebungen ebenfalls große Summen bezog, hat so gut wie alles auf der Rennbahn und im Spiel wieder»erloren. Seit Juni flüchtig, hat er seine F a- milie mittellos sitzen lassen. Von den Galiziern ist bis- her einer verhaftet worden. Di« anderen werden ebenso wie Philipp noch gesucht. Angaben, die z» ihrer Ermittelung bei, »ragen können, nimmt Kriminaloberwochtmeister Die» im Zimmer 132 de» Berliner P»ligeiP?ifidium» entgegen. ttächfliche SkrotzenrSnbercien. Di« Direktrice Margarete B., die sich vom Bahnhof Wilhelmshagen auf dem Heimweg nach ihrer Wohnung in Hessenwinkel befand, wurde am Waldrande kurz vor Hessenwinkel von zwei Männern angesprochen und nach einer Straße gefragt. Ehe sie aber noch antworten konnte, fielen die beiden Straßenräuber über sie her und entrissen ihr die Handtasche, die 30 Mark bares Geld, eine goldene Uhr, ein silbernes Etuis und oerschieden« Kleinigkeiten enthielt. Dann schleppten sie die Ueber- fallene ein Stück in den Wald hinein und versuchten, ihr einen gol- denen Zahn aus dem Munde zu brechen. Zum Glück nahten in diesem Augenblick mehrere Spaziergänger, worauf die Täter im Dunkel des Waldes verschwanden.— Der LAjährige Arbeiter Erich Rautenbach aus Neukölln wurde in der Nacht gegen 12 Uhr auf der Wildenbruchbrücke von einem unbekannten Mann angefallen. Als dieser dicht vor ihm stand, holte er aus der Tasche eine F l a s ch e m i t Salzsäure hervor und goß deren Inhalt dem Bedauernswerten ins Gesicht. Auf das Geschrei des Ueberfallenen eilte eine Streife der Schutzpolizei herbei und brachte den Schwerverletzten nach dem Ru» dower Krankenhaus. Die Arbeilsgemeinschaft der SPD.-Eltcrnbeiräke Tharlotten- burgs veranstaltet zu beute abend 7Vz Uhr in der Aula der Siemens- Oberrealschule, Schloßstr. 27, in unmittelbarer Nähe des Sophie- Charlotte-Platzes, eine öffentliche Versammlung, in der Genosse Dr. Richard L o h m a n n über den vorliegenden Entwurf des Reich-- schnlgesetzeS und die künftige kommunale Schulpolitik für Groß- Berlin referieren wird. Allen Eltern und Erziehungsberechtigten CbarlotteuburgS wird dringend empfohlen, im Hinblick auf die Eni- Wicklung unserer Schtilverhällniffe sich recht zahlreich am Versamm- lungsbesuch zu beteiligen. Reue Bestimmungen über den Verbrauch von Gas und Elek- krizitäk. Die mit dem 1. September d. I. in Kraft tretende Ver- längerunq der Polizeistunde hat eine Aenderung der bisher gültigen Ortsvorschriften über den Verbrauch von Gas und elek- irischem Strom notwendig gemacht. Bei dieser Gelegenheit sind gleichzeitig wesentliche Milderungen der bisher bestehenden Einschränkungsvorschriften erfolgt. Insbesondere ist der zulässige Stromverbrauch nach Maßgabe des früheren Derbrauchs für offene Verkaufsstellen und Ladengeschäfte sowie für gastwirtschaftliche Betriebe, Theater, Kon- zertsäle und Lichtspieltheater von 50 bzw. 35 Proz. auf 80 Proz. erhöht und bei allen sonstigen Stromverbrauchern der Verbrauch bis. zu 1003 Kilowattstunden mvnotlich vo« jedweder Ein- schränkunz befreit«»rde». 250 Gramm Weizengrieß wird auf Abschnitt 13 der Groß- Berliner Lebensmittelkarte zum Preise von 35 Pf.(1.30 M. je Pfund) geliefert. Di» Ausgabe erfolgt ohne Voranmeldung in der Zeit vom 1. bis einschl. 14. September. Umleitung der 5traßenbatz«llnie 27. vom 1. September ab sind die Kurdenverbindungen von Breite Straße und von der Roß- straße noch dem Köllnrschen tzfischmorlr für die Dauer von etwa vier Wochen gewerri.»« wird»a»,r»»m genannten Tage ab die Linie 17 in»er Richtung nach»cm Karten über Breite Straße, Schloß. platz, Ktnigstratz«, in dar Richtung noch»«« Oüden über Raiser- «ilh»I«-«tr»tz». H»iligao«iststr«tze, Wnigshatz«, Schloßplatz, Breit, Straße umgelenkt. «k+SttMm. yvr fcw«nfftfhrtmg „Die Walküre" am Donnerstag, den 15. d. M., nachmittags 5)4 Uhr, in der Reuen Welt. Hasenheide, sind noch einige Karten zu haben. Preis 7,50 M. Textbücher zum Vorzugspreise von 1,50 M. Am Sonntag, den 11. dieses Monats, nachmittags 3 Uhr, findet im Neuen Voltstheater, Köpenicker Str. 68, eine Uraufführung der Satire„Die Lokalbahn" von Ludwig Thoma statt. Karten zu 4,50 M. einschließlich Garderobe und Theaterzettel sind bei den Ob- leuten der Kreisbildungsausschüsse Tegel, Lichtenberg, Schöneberg, Pankow. Niederschöneweide und im Bureau des Bezirtsbildungs- ausschuffes, Lindenstr. 3, 2. Hof, 4 Treppen, Zimmer 12, zu haben. Wir bitten dringend, die Karten und Marken für die Festkonzerte abzuholen. Zentrale der freiheitlichen Elternbeiräte an den höheren Schulen in Groß-Berlin. Alle Vertrauensleute und Mitglieder müssen an dein entschiedenen Kampf gegen die Schulreaktion an der Einheits- demonftration der vereinigten Elternbeiräte an den welllichen Schulen in Neukölln am Sonntag, den 4. September, teilnehmen. Groß-Serliner parteinachrichten. heule, Donnerstag, den l. September: lS. Abt. 8 Uhr bei Löchert, Neue Friedrichstr. 1l>8. Sitzung der Vrrstand?- niitglieder, BezirksfUhrer, Betriehsvertrauensleute sowie Kandidaten zur Stadl, und Dczirlsocrordnetenwahl. Vollzähliges Erscheinen erforderlich. 74. Abt. Rilola-see. 8 Uhr Mitgliederversammlung im Restaurant ,Lur Sldivemme", am Dahnhof in Nikolassee. Thema:„Parteiorganisation". Zief. Genosse Emil Lehmann........... 88.«dt.«ariendorf. Die Genossen de, 1., Z. und 4. Dczirks treffen sich 7 Uhr abends bei Loch, Ghausseeftr. 44: die de» Z. und d. Bezirks bei Rlendarf, Chaussee-, Ecke Strelitz:: Straße. 125. Abt. Weitzrnsec. 7>4 Uhr Mitgliederversammlung in der Borussia. Brauerei, Berliner Allee 210. Erscheinen aller Genossen erforderlich. 128.»i, 1«.«it. Pankow. 7>.4 Uhr V-ffentliche«ersammluug bei 1 g Sinknet,«reit««trohe. Eiern«:„Die Arbeit der Sozialdemotroten im St-dtp«rl»»e»t".»efereot Fron» Kriiger. BmtfojiatifttB.«r»»»e«exkll». iro«:.(Kultur uuk Kloffe". Zngendhei» Nogotstr. 58, VA Uhr Por •»ni(»ritz. 1V4 Uhr im Zugrndhei«, khousseessr. 48,«ortr»,:„«e»»kr»tie und Diktntur".— Sruppe««de». l'A Uhr im Seale drr Zurislischen Sprechstunde. Lindenstr. 8,«ortrag: „Kultur und»lasse».—»rntzpe Fried, ichshai». 7-4 Uhr in der Gemeinde. schule, Straßmannsir. 5,«ortrag:„Kärperpflegc". Ref. Genossin Ewerlin. — Gruppe Spandau. 714 Uhr Jugendheim(Alice Schiltzenhaus), Neuen» dorfer Str. 2, Unterhaltungsabend.— Gruppe Treptow. 7-4 Uhr Jugend- heim Elsenstr. 8, Diskussion endend: Gerhart Hauptmanns„Weber".— Gruppe Friekrichoingeu. 7>,4 Uhr bei Scholz, Friedrichstr. 81, Vortrag». abend.— Gruppe Tempelh-f-Morieitdorf. 7-4 Uhr im Jugendheim Lyzeum, Germaniastroße,«ortragsabend.— Gruppe«chonhnuser Vorstadt. Die B-ranstaltun» s«,»US. Sömtltche Mitglieder beteilige» stch an der öffent. lichen«ersauiiilnntz der„Urieiterj»»««*', Kroi» Prenzlonu»er» in der Aula der Gemelndoschille, Gleimstratze 49. Boginn 8-4 Uhr. Alorgcn, Areitag. den 2. Septemt«: 8. ftrefe. Oekkina.»i««lternkoirat-sttznn, fiuket»tzkt»««onTroontaa, son. kern»« T.oitog,»denk« 7 Uhr, km Kersin, Ponkstr. 50, statt. 1». K-eio.»ihlrnkors. TO Uhr«»rstnndssttiung in den«ureauräumen In Z-hlendorf.Nest. Sessingftr�Z.»e»e» ker Wichtigkeit der Besprechung bitten wir um vostziihlige» Erscheinen..„,.. 78. Abt. Schöneoerg. Die erweiterte«orstondssttzung fällt aus und findet da- für am Freitag, den S. September, statt. Männerchor Friedrichshain. Ertraitdungsabenb von 7— 10 Uhr in der Sdjulciula, Petersburger Str. 4. Sonnabend, den 3. September, in Schmitts Feitsälen. Fruchtstr. 30», Einführungsabend zur„Walküre". Anschließend Tanz. Beginn 6 Uhr._____ Fugenöveranftaltungen. Verein Arbeiter-Jugend. Sekretariat: SW. 58, Lindenstr. 8, 2. Hos link», 2 Treppen recht». Telephon: Mpl. 121 58— 19. Donnerstag, den 1. September: ,. k-iq(=�--£3533 Oeffeutlich« Zugrndveesannalung in der«nla Sleiiastr. 4». Bortrag: „wo, will die Arb«it»rj»g«ud.Intcrnatio»alr7" Ziel. Senoss« Wolter Rüdiger. Freie Aussprach«. Zngendgrnoftr» erscheint vollzählig in ber Versommlung. ..August Bebel". „Das Neukölln. Nord. Jugendheim Friedelstr. 58, ammlnng.—«wderschSaeweide. Jugendheim Berllner Strasse, »mmlung.— Rordeu. Jugendheim Putbuser Str. 8/8(Schule), ..............«mmluiig.— Osten,«tralnuer Viertel. Jugendheim Ehrenberg. strafe 28, Mitgliederversammlung.— Zkeiuiikenkorf.West. Jugendheim Scharn- weberstr. 114, Zahlabend.— Schönhauser«orstadt I. Jugendheim Sonnen- burger Str. 28(Schule), Mitgliederversammlung.— Schönbauser Borstadt II. ~-----W'"-----'----'----— Steglitz II. Jugendheim ifisen. Jugendheim ihre Bedeutung im vlanlenbnrg. — Karloh o est. Sozialistengesetz' der deutschen Arbeiterbeloeguna". Mitgliedervers--- tmr' Mitglied erver Mitgliederver ugendheim Wichertstr. Johanna-Stegen-Str. Stallschreiberstr. 54, Mittelalter" str. 53, Mitgliederoersammlung.— Steglitz . 28. Mitgliederversammlung.— Südc ,(Schule), Vortrag:„Die gunfte und ihr« Vorträge, vereine unä Versammlungen. Sonntag, den 4. September, gemeinsame der Potsdamer� Örangcrie� Führung: Bolkohochschule Gross-Berlia. Besichtigung der Kunstausstellung... WWW W W. Dr. Adolf Dehn e. Die Tellnehmer treffen flch um 11 Uhr am Eingan» und zahlen bei Vorweisung der HSrerkarte halbe» Eintrittsgeld. Die Führung selbst ist gebührenfrei.— Reichsvereinigung ehern. Kriegsgesangeuer, Bczirkogrnppe Düd-West. Versammlung am 1. September, abend» 7-4 lihr, im Dlllchcrhaus, Vlücherstr. 51. Damen herzlich willkommen.— gentralverbaad der Invaliden und Witwen Deutschland«, Ortooruppe Sross-Berlin. Oeffentliche Versamm- lungen: Spandau, Freitag, den 2. September, nachmittags s Uhr, Schulaula Moltkestr. 83: Bezirk Norden III, Freitag, den 2. September, nachmittags 5 Uhr, Echulaula Eberewalder Str. 18: Bezirk Westen, Eonnabend, den 8. September, nachmittags 5 Uhr,«chulaula Wilhelmstr. 117.—«chleowio.Holstetner Lond». leute. Donnerstag, de» 1. September,»bind» 8 Uhr, Kopenitker Str. 70», R-stauront Jaeob Esser, Vlottdeurscher«ortrog. Landoleute, Damen und Herren, wi!sl»»»e».—?»«i« stenographisch« Vereinigung„Stolze-Scheen", Grass. Meeii». Uebungoabenö, stnke» ittzt»ievet»egelmäßi» statt:»egiti Osten, Genietnkeschul« Slresswonnstr. 8: Seien Freit«,>48—-41» Uhr fltr Sertgrschrittene, jeden vienw»,>48—-41» Uhr ob 8«. August sür Anfänger. -ztrk Südosten,»-«ein», schul« KSpeniAer«str. 125: Jeden Mittwoch 8—>410 Uhr für Fortgeschrittene, jeden Mittwech vo»-47—8 Uhr für Anfänger. Be- ziri Neukölln. Gemeindeschule Boddinstr. 5�58: Jeden Donnerotag 7—» Uhr für Fortgeschritten«, jode» Mittwech ob 51. August 7— 3 Uhr für Ansänger. Bezirk Britz, Gemeindeschul« BUrgerste. 28: Jeden Freitag-,8—4410 Uhr ab 2. September für Anflinger. Bezirk Meabit, Grmeindeichul« Turmstr. 75: Jeden Freitag>48—-418 llbr»b 2. September für Ansänger. Mitglleder werden MAWWtzIlMi�i>MWWWWM>M>>WlWP�>MWWWWWWW�WWWWW> obendo 7-4 »ersaimnlunl... volksgefundheit". Eintritt frei. Gäste willkommen. Freitag-48—-,I8 Uhr»b 2. September für piNfanger. willgitever werken ommen.— Berbono Velkopesnnkheit. Donnerstag, den 1. Septe---ber, 7-4 Uhr, i» ker Oberre-Ifchule,»lederwollftross« II, Oeffentliche Jugend- mlung. Port»«« d»o Genessen Herbert stiebranot:„Zugsndhweegnng unk 7. e: tpz p.._:rTf--rttntwrt Geschäftliche Mitteilungen. Utein, Tsswon», Ulk»», KeiihiTt, neue» Benbiiste»—. mittel» kessr, den tzau�rouen der«nkaus»o» Butter und Schmal, wesentlich erleichtert wird. Die Firwe» verkoufen durch diese Neuerun« Butter und Schmelz bedeutend billger»1» die Hausfrauen zu sonst üblichen Preisen kaufe» müssten. Im übrigen verweisen wir auf da- heutige Inserat der fünf Firmen.__ Mus aller Welt. Est» Valutaschmuggler verunglückt. Znnsbruck» 81. August. fTel.- Union.) Der Valuta« f rh m u g g l e r Emanuel S e i t n e r ist auf der Fahrt nach Wien auS dem Zuge gestürzt, wobei er den Tod fand. In einer seiner Taschen fand man 80 600 Fr.. 4200 Dollar. 1810 000. österr. Kronen und zahlreiche andere auswärtige Valuten. Zusammenbruch eines westdeutschen Sportkonzerns. Auch den Westdeutschen Sportkonzern U e b b i n g u. Co. in Dortmund hat jetzt sein Schicksal erreicht. Die Staatsanwaltschaft hat das Geschäft geschlossen und die Geschäftsräume unter Siegel gelegt. Die Schulden werden auf rund sechs Millionen Mark geschätzt. Die Kasse enthielt jedoch nur 3.Z0 da Uedding sie vor seiner Abreise aus Dort- mund geleert hatte. Uebbing befchäfttgte 19 Hc-uptagenten,• von denen jeder wieder mit einer mehr oder weniger großen Zahl von Unteragenten arbeitete. Uebbing hatte auch einen Renn stall, der aus 13 Pferden bestand, von denen jedoch nur ein einziges Uebbing gehörte, während die übrigen 12 unbezahlt im Stalle standen. Eine«schechoflowakische Donauslotte ist aus bisher österreichi- schen Schiffen enlstanden. Die Tschechoslowakei liegt nämlich mit ihrem südlichsten Punkt Preßburg— Verzeihung. BratlSlava— an der Donau. Französische„Abrüstung". Di«„Humanite" teilt mit: In der Pulverfabrik d'Oissel werden Greise im Alter von 66 Jahren ange- stellt, um bei der Herstellung von Stickgas mitzuwirken. Bei dieser gefährlichen Arbeit werden zumeist Eingeborene aus Marokko oerwendet. In Trelon(Nordfrankreich) fabrizieren die Deltonne- Werke Geschosie jeden Kalibers für P o l e n. In der Fluazeugfabrik Bulcoulay, Lang et Piegay in Levallois-Perret arbeitet das Personal täglich 10 bis 12, ja 15 Stunden. Auch Sonntag wird gearbeitet. Ebenso in der Fabrik Lefran?ois. Beim Arsenal von Tarbes wur- den 1000 Maschinengewehre und 200 000 Granaten in Auftrag tzegeben._ Arbeitersport. Der«rketter.Rahsahrer.Bnnk„Sottkarität", der die größte� Radfahrer. organisation der Welt ist und jetzt nach LSiähngem Bestehen 220 000 ästitfllirtet zählt, ruft alle jugendlichen Radler und Radlerinnrn aus, an smnen Veran. staltungen teilzunehmen. Er will euch Sonntag» hinausführen:n dre marirsche Landschoft. Er will durch Zusammenschluß einer grSsseren Tnlnehmerzahl rne Auffahrten„rbtllitzen und ,»r allen Dingen da« Radwandern pflegen, um so den Körper nn»»eist seiner Mitglieder für de- Klassenkampf ,u stählen. Er will in den Wintermonaten durch delehrende Vorträge und Besuch« romen» schaftlicher Institut«»nren Sestchtokrei, erweitern. Rennen auf den Chausseen oder Bahnen sind,» tn»nserem Dank, grundsätzlich nicht statt. Dagegen ist den Mitgliedern Gelegenheit gegeben, stch tm Saaliport zu betätigen. Jeden Sonntag werden Früh- und Rachmittagotouren gefahren. Um den Touren- radiwe zu»ergröüern. werken anch mehrer« Raihttouren und Weitstreaen- sohete»»«»«ntzoltet. Alle Touren finden unter sachgemäßer Leitung kundiger Fahr» orte»ott. Besonder, ist unser Grundsatz, ledem, auch dem schwachsten reiluehmer, jede Tour so angenehm wie möglich Ml machen. Die Touren und Beronstnltungen werden jeden Freitag in der Arbeiterpresse und im..Arbeiter. Sport" bekanntgemacht. Ein eigenes Fahrradhaus,„Frisch Auf, Berlin NTZ.. Beusselstr. 13, stckert„n, bei allen Einkäufen gegen Uebervorteilung. Auf- nahmen und Anmeldungen zu unseren Beronstaltungen werden beim Iugend. leiter Otto Grabein, Berlin N. 20, Buttniannstr. 9, und in Uliseren Sitzungen. die jeden 1. und 8. Freitag im Monat in der Rungestr. 7 stattsinden, eut- Männer. Abteilung de« Turnperein»„Fichte"(M. d.«. T.«.) ver- »nstaltet am«enntag, den 4. September, ihr 20lckhrige» Stiftungsfest»i den Komwersäle»(Grosser«aal). Teltower Str. 1. unter Mitwirkung ihrer Damen-, Jugend.,»netzen, und»adchen-Abteilung sowie de, Gesangverein,.�Kreuz. berger Hormonie"(TO. d.«.®. B.) und Berliner Humor-Ouartett, anschliessend Tan,. Eintritt einschliesslich Steuer 4,50 TO. Eröffnung 4 Uhr. Anfang 5 Uhr. Da die 11. Männer-AbteNung stch auch der Partei zu allen Veranstaltungen zur Verlügung stellt, bittet der Vorstand um recht zahlreichen Besuch, besonders der Parteigenossen, die in der»reuzberggegend wohnen. Billetts sind an der RaffMie �Schwimmer«horl-ttrnbnrg. Sonntag, dm 4. September, in der Badeanstalt„Ruhleben", Hinter dem Epandauer Bock. Internes.Schwimmsest. Ein« gross« Anzahl von Schwimmschülern jeden Atter», bmderln Geschlechts. werden zeigen, wte der Berein für die gesnndhntllchen Interessen de» Prole» der Gruppe Tiide« des S.-N.»VorivZrts" Nerli» 18!) 7 im Studcntenbad zeigte es fi» erneut, in wie rühriger Weise dieser Verein für die gesundheitlichen Interessen de« Proleiariats «rbeiiet. DaS Fest wurde eingeleitet durch einen exalt geichwommenen Reigen, Schwimmweitkämpfe in allen Lagen wechselten ab mit Kunst- springen, und in einem flott, aber auch etwas scharf gespielten Wasser- balispiel, zeigten zwei Vereinsmannschaften ihre Spieltabigteit. Die Er- gebnisse der Oaupikonkmrcnzen waren: Männerstasette beliebig 4X50 Meter: 1. Gruppe Norden 2 Min. 49-/, Set. Damenbrustschwimmen. 100 Meter; 1 Fr. Massig 2 Min. 18'/. Sek. Knabcnbruststasette. 4X50 Meter: 1. Gr. Norden 3 Min. 53-/, Set. Kurze Streck«, 50 Meter: 1. Gorzelniak 35'/, Sek. 2. Weidböhner 36 Sek., 3. Jahr 39-/, Sek. WasscrbaMpiel: Gruppe Norden gegen«ine kombinierte Mannschaft der Gruppen Süden und Lichtenberg Berlin«««chwlmm-veeein„Welle", Mitglied de»«rtritet.Bosscr. sport-Verbande», veranstaltet am Sonntag, den 4. September, im Paradies- garten. Treptow, Alt-Treptow 4—5, Wasserballspiele und Reigenschwimmen. Do qute Mannschaften im Wasserballspiel sich gegenüberstehen und auch die Reigen ein gute» Können zeigen werden, empfiehlt stch der Besuch obiger Veranstattung für alle Wassersportfreluide. Im Garten findet ein grosses Bandonion-Konzert statt, ausgeführt vom Bandonion-Berein Osten. rSetter btS Freitag mittag. Etwas wärmer, zunächst grösstenteils trocken imd besonders im Westen vielfach heiter. Später wieder neue Zu- nahm« der Bewölkung und im Nordosten leichte Regenfälle. (Schluß de» rrdnlttonellea Teils.)_ MMell fit Ii; SeKMMiebeNMS 5?reit«� de» s. September Iv.tl, abends v Uhr in der Bockbrauerei(gr»ster Taa!), �fidicinstr. 2/3: Funktionär- Versammlung! Tagesordnung: 1. Verichterstaktung von den Verhandlungen zum Abschluß des 7. Lohntarifes. 2. Freie Aussprache. Ku dieser Versammlung sind eingeladen die Funttionäre der im Lohntartell vereinigten Organi- satione». Eintritt»ur gegen Vorzeigung de, Mitgliedsausweise» u. der grünen Zuakiionärkart«. Das Lohnkartell: vekbsnck cker Lemelnile- u.§tz»ttssd«itek veutfchk? ckllnspsktllkdelter-Vekdsnl! vekdznck Sek helllik uns Maschinisten veutich-k Metaliakdeitek-VekdanS veevanS Sek LSttnek u. LZklnekeiakbeite? ?entks!vekdanck Ser tingeiteliten 1 Kreitz:, Silber�, Zobelfüchse von 1 75 Harle an Pelzhaus Jägermann ÄenÄ I ■ Ziehung 3. bis 6. Sept. i Frauenvereins- Geld-Lotlerie Oenrntbetrag der Gewinne Mark: 250000 If « St = S, 60000 40000 Amilicher"160 mt Lospreis" Porto und Liste i.25 M. extra. 10 Lose 36 M,-inöchUefllicI. Porto u.Liste l Ziehung21.bis28.Sept.i Münchener Geld-Lotterie Haupt;ewinne von Mark 150000 100000 50000 usw. Amtlicher Lospreis 6 M. Porto und Liste 1.60 M. exira. IO I fvcp(it M einschliclllich UliTi. porto u.Liste. Eine feine Geldtasche mit 8 Frauenvercins-u. 6 Mflnchener Ensen rusammen nur 67 Mark einschließlich Port» und 2 Listen. fiasfas Jiaase Kelifg. MW PostschMhkoat« Batlta 27 550. Toiegrammadreosc; Olücksgou Berlin. WM M nserate»»»»»»»»»>!»!� f i I\ Vorwärts 4� I Rj vorbCrg an W I �> ErfoigB Die bedeutenden Gestalten der großen Iran- tOsischm Revolution von 1789 und die gewaltigen Ereignisse relchnet Schlkowskl In seinem Buche: Sitten- U.Charakterbilder aus derf ranzösischen Revolution in lebendigen u. packenden Bildern. Preis geb. 7.50 Mk. and 28»/» Buchhandlung Vorwärts, Rerün SW. 68. Lindenstraße 3. 0 AV3ZBJ VKT. ERB/EN*3» n REIS«. Moeses* /CHMAUttl� M F WEBZ BEIMMIEHB- «>�.5-5 ayie Hattet tb I©, 12, IS on. �ßfLUK.t m• m m m mmrmpmu mm.m �nf�fl-�1tKnrnfd w �» 4"Ottft iTheater, lichtspiel« etc. J tt JTXxxjey�aaa ut'xiocpaggc— JtgaCB—— ogBawcno— k— oqcmJEp Operahans Verslegelt Jooephslc�ende __ 7';, Uhr_ SchaospielhaDS Torquato Tasso 7 Uhr Deutsches Theater TJ/tUhr Pttasch u. Perlmutter Prt 7%: Petasch u. Pcrlipuitcr Rammersplele 8 U.; Die Büchse e«r Pandora Frt 8 Uhr: Mesadlanz Gr. Schauspielhaus (Karlstrafie) 8: Die Weber(11. Abt., 6 Ab.) Frt. 7: Florian Geyer(AuB Ab.) Theater l. d. Könipprätzer Str. Bis Sonntag täglich 7.30 Uhr Satans Sitashe Mit dem Feuer spielen Maria Orska, Riemann, Biidt Berliner Theater Allabendlich V Uhr: DOS Central-Thcatcr u" Die Postmeisterin Dentnch. Opernnaus 7va uhr: Figaros Boebzeit Friedr.Wiliiclinst.Tlia 7/,uhr American-Girl Kl. SchitunpieUian� T/.uhn Reigen Metropol-Thrntcr uhr Die blaue Naznr Bwcuen Operettentheat. Heute geschlossen Morg. 71/? U.: Erstaufführung Die Königin der Nacht JVeaeM Theat.». Zoo s uhr. Die kleine Lectssot Sieuc« Vollisthcater 7v.a: Die Lokalbahn BcUlllcr-Thr.t.Ch.rl. Hart i® Sitineiianen ScbioBpark■ Tb. Slejrlltx 7v, u.: Kiria laitisiena Tlialla-The.ter Oeschloaeen, morg. z, I.Maie 7 uhr: Ädi»' iieli, Lotte Tli.am �ollondorrplata u�.Der Vetter us Dingsda Theatrr dca W.at.na 7v.u. Die Braut ILnrntiis Th.l.d.Kammanda.taaatr. (Jüdlsoke* Künatler-Thealer) T1/, Uhr zum 1. Male: Die verlassene Schenke WaUnrr-Thenter Tv.uhn Nixchen Volksoperette Walhulla-Theater 71/, U.: Die schöne Helen« Residenz-Theater Täflich Vit Uhr Paul Wejener Irene Tricach Paul Biensleldt in Totentanz 7rianon-7heater Täglich 8 Uhr: Ida Wüst JComiscke Oper TA Uhr(ßfc THUhr eftröhmtwe Cp+ratrt von Ceo Blech Volksbühne Theater am Bülowplatrr r»/, uhr Die lange Julie Lessino-Theater Heute bis Montag 7>/,: Ein idealer Gatte (Ulla D.rlsiu) ßeiteta IltBsto-Tksiter Heute bis Montag 7'/,: Oie BilleriBi des IW LeOMldlae Ksnstantin Kleines Theater Täglich 8 Uhr: Sans! Arnstadt-° OcrDkb� (lic volenr) n 8 UhR Foiies Gaprice Linien str. 132 amOranienbg.T. Täglich 8 Uhr: D. Geliebte a.Teilung Flebertaumel Bcntschcn-MeserltB mit Ferd# Grünecker CASINO-TBEATER Lothringer Str. 37— Tägl.»/.8 Das neue Eröftnungs■ Progr. mit der Spltzbubcnpotse Sxzellenz Maxe. Vorher: Das laktige Singspiel Und wem es Just passieret Sonntag ZV,: Mlttelarrest. VSB! Heute 7» Anfang der großen Der vollständig neue September-SpelpiaD Walter und Paul Brlant in Ihrem Original-Akt ««Delirium44 Darmora in Ihren Tänzen Rafayettes Hundeareasuren Die Prau in der Kiste! Amerlkan. lllMloaa-Alrt Rodella Ruis u. Art ix moderne Radspiele Nltta u. Stew in Ihren modernenTänzen Willy Picardy FuB-Jonglcrie Dollesch n. Zillbauer StraBenmusikanten Sonnetty u. Bertram Reck-Akt Margot u. Fran�ois Neuartig. Akt auf Stelzen 2 Orantos Balance Akt = Sonntag. LSepLEE Wiedeibeglnn der NachmlttaB- Vorstellungen Anlaas ZV, Uhr Ermäßigte Preise! Kinder die Hälltc. * K & * * * * Thalia=Theater 7 Uhr Freitag, den 2. September 7 Uhr Prcmlero Eduard Lichtenstein a. G. in 108/16 SehämDieh-Me! Operette In 3 Akten von OkonkowskI A Steinberg. Musik von Walter Bronnne. llitwirkenae: Else WüllBr, Oora Hrach, Asta Hllier, Fritz Beckmann, Rolf Brunner, Max Tobion.— Dirigent: Dr Grysb. Tänze: E. Mangelsdortf. Ausstattung: H. Baruch& Co. Vom 3.— 30.Septber.(außer Sonntag) Sondervergünstigung für die Abonnenten.— Gültig für I bis 6 Personen. Orchcster.Pauteull.. 22 M 1 Parkett......... 9M. Parkeit.Pautenll I... IS M. Balkon.......... 8 81. Parkett.Pauteull II... 12 M.| einschl. Lustbarkeitssteuer. Originalkarten 8 Tage im voraus 10— VgZ und ab ö1/, Uhr. � SM � s* J&LZ fcljZLrLZ,/ c, o. s J ty rr AlWiBnillieti BOliri ! gas Internationale 1 Sepleinlier- Progr. Luftballon Im Zuschauerraum{ 6 Rarleys Schleuderbretiakr. Eine Nacht in Sevilla Große spanische Tan,- Pantomime mit 2« Damen Ricketier der Urkomische Joliei Duo Amerlk. Tänzer Tegetthoff der berühmte schwel Illusionist u. weit Sensationen 1 Theater a. KotlbuserTor Tel.: Moritzpl. 16077 Täglich 7V, Uhr Elite-SSsger �— KV Herren!—* Witz! Komik! Urkom. Typen! Qrößier Lacherflolgi � Vvkf. lMl/,u.4-6Uhr Reichsralien-Ttieai STETTINER (SKNOER Abds. 7'/, U. u. Stg nehm. 3 U. Nm halbe Pr. Variete ' ßBaholf-Breltl Schaf# und Rauch IBier-ftrletHsftare# t Großen Schauspielhaus (Am Zirkus 1. Norden 8642 Direkt.: Herbert Kais Vollständig umgebaut 1 WlHM SentaSSnelst als„Hatschlng pfui"! Normale Restauration Pilsener u. Tucher-Bler| Eintritt 5, 8, 10 M. Neu! Neu! Schall und Rauch I Kdmirals-?alasf 7'/, Uhr. Die roten Schuhe I Sitte | Tanz u. Vorführungen| Kapelle: Max Büttner Eintritt frei t Kein Welnzwang Central- Theater Alte Jakobsiraase 30-32* Telefon Moriizplaiz 4047 Donnerstag, 1. Sept., Beginn der Winterspielzeii S Vßr Der große Operetten er/o lg S UJ&r Die Poftmeifterin von August Neidhardt, Musik von Leon Jessel mit Molly Wessely.__ Amsdmefdenl SondctVCrgßn/tigiing.„„Pelden l ————— nur gültig vom 2. bis IS. Sept.-- Miiielbalkon Parkett... Rangloge. statt-12.- S.» statt 44.- IO.- statt 20.- 12.' Balkonsessel statt 22.- 14.' Parkettsessel statt 2Sv 16.' Orchesiersess. statt 30.- 2 O.' Sonnabends 1 Mark mehr, Sonntags 2 Mark mehr/ Gültig für 1 bis 6 Personen SonntaRS 330 zu halben Preisen d. volle Programm Septeralier-Spifilplan vom Petersburger Ballett Hanns GM in neuen Tänzen 6 Sun Hsiang Jung Chinesen-Truppe Walter Bährmann Couplets und Vorträge eigener Feder 3 Manley's Die lustigen Skandinavier Paul Paetzold Comp. Humorist. Fahrradszenen Viktorlno Italienisch. Straßengelger 2 Spyrn« Die myster.dse Puppe Aiuadon D. König d. Diabolospleis Orlg.S Blanks D Olplel d. Jongieurkunst DOBO-TRUPPE Un Mr. Uf einer- Ballett Varverkauf ran 18-2 Uhr sowie bei Werthelm, In- valldendank und den bekannten Billett- Bureaus Zfinn u. Mei sowie alle Altmetalle kaufen zu Tagespreisen Metallsclinielzwerke Waldemarstr. 74 Telephon: Morltznlat, MS5 Behrenstraße 54 8 Uhr: Else Krüger Pilz und Naumann Karl Grell Herbert u. Schüller 4 Daniels Bia Manen Hilde Aderhold Canova Wilkens Schulhoff Georg Tucher Eugen Transky Möbel-Angebot. Soltbc Moh-lfirma liefert SpejicT-ffiln- u. Zwelzlmmer. Einrichtungen foroie Elnzeirndbel gegen Zlnsnergatnng bei mSHIger Anzahlung und geringen naoaatttche» Ratenzahlungen. Off. Postlagerlael« 272, Postna,! O 27. Keine Ralsierer. Sröhte»nlonz. ---------- BB.BB« Schwarz.rot.goldene und liefert Fabrikpreisen P&UL KUST ' Erste Berliner Ähzeietien-, Band- und Falinenlahrlk■ Berlin C IS, Seydelstr. 19a. Pabelhatt billige Preise! Militär Ankauf JuweBen JtoririiUG� taottlirstr.9. WWW! Mäntel Röcke Schnürschuhe p«.r«.35 Schaftstiefel pa«rM.50{ be�hit HerreneUlster neae IOOm. Herren-, Damen- Futterstoffe HWK" konkurrenzlos billig"TgHä ferner große Posten verschiedener Geschirr, u. Letter» snehen, Sohlenleder zu außergewöhnlich billigen Preisen. EislebenerStr.il Franseek jstr. 28 Spandau E.RanKe8tr,am Zoo Ecke RykestraBe CharlottenstraßeJ FTaltburg 26*7 Humboldt 2294 Tel. Spandau 429 FrankfnrterAfleeSlI ßrnlckerStr.üB. M Refnickenderfer Strde 87 f�bJ�chiuß» Vandwum m f ggf«etictea durch ch,l'» Bandwurm milt«! »tc«. �iitt seit 7 Zaßren nach P, Stunden R,ich,l'G Bandwunnmiit«! »n»indwunn und bitte sch«, » Mtttii nfslgiM itktaauhL" S« SAtrbri bereits Xuuftnbt »•frtit!»Uz tlnb« *. TM n«ltei»«»Mbe). Ott»»etchil.»tfltB 48, - SO, Elsenbahnstr. 4.- Anzöge, wirNich gute Stoffe, gute gutaten, infolge ungewöhnlich gilnstiger Stoff- großkäufe, geringster Un- losten,»25,—. Exlraanferti- gen 75.— mehr. Werkstatt Eisafferstrabe zwanzig, Hochparterre. Freiis«: GänSC:SonnaDend: Keulen— Klein— Liesen— Hautlctt «tAckenflelsch.. Pfd. 11,50 Qünseleber............ Stck. Iv,— - la Brat« und Suppeahübn�r—— Max Schönwald D.nnerstag, 1. September, nachm. 24, Uhr: Rennen zu Karlshorst 7 Rennen Kraute Pianet! zur Miete Ansbacher Straße I.I EckcKurfflrstenstrake* l Von der Reise zurück. Frauenarzt S-'R-Driialk.1 Lnckanar StraB. I> Flcaaknrgw Str. I 1 � läMreimmr icrLcibeäfrudill 4v.n Univ.-Profeiiorenl \A.6rol|ahno.B.lliifiniGli� Wlcfctlg LlOr Eheleute, AerzteX und Hebtnimenl Preis M. 2,— kBuchhandleVorwärtsl VBerllnSW,Llndenltr.l\ Sri Inder, Patentburean Padfcher. Seriraudtenstrak» >6 gentrum 76l>8. 15to* Nur __ von——*—*1"*»" mr________ Citt Ju Jk von»»»»»"»»»»»»»»? Soeben erschienen: Änzülei 400. KrcmHIflisci 250 i gMMMMWW-M «liese �Voeke ausIaMaßsioiien! I ede�oSiiheriUchs.hiaska-, eieg. Sitz, piima................. fQchsc, Zobelmäntel, Seal-""" RoßhaarveraibeituKg, selbst gefertigt mäntel.- Sportpelze fabelhaft billig. Seltene Gelegenheit vor der Verteuerung! ■■ Kaufen Sie jetzt, derartige Angebote sind in Zukunft ausgeschlossen>> " Leihhaus, BnitmenstraKe 5 1 1 mm Keine Lombsrdwate.— Fahrgeidvergütung. Jeder dem öonbmett Angehörige ober Ihm Nahestehende| muß diese Drofchllre lesen. Portofreie Zusendung? t unter Voreinsendung de« Betrage« von Mark d.l Bestellungen unter Yanbreert und Vlenaeirkfchnfk,| SIrchhaln(Scjlrt Stoffel), Postfach. Kartoffeln........ p�SSp. Rhabarber...... P�45> Rotkohl.............. Ph,„d75p Kohlrabi........... Mandd 80p. Grüne Gurken � 2°: Zwiebeln.......... Plu„d95p ? af elbirnen l2r Kochbirnen..... p�ZSp, TaffelepfelcAi�Piund 1M Kochäpfel........ piund95p;. Üllllllllilll! Fleisch Querrippe Äen.,,e.,s Stocklaternen LulU|llUlla mit Stock u. Licht, v. 60 Pf. an FeDenfferk!R,eTenus«M,i"1,.rr'"S Papiermützen von IO Pf. an AH. Artikel für Feste, Verlosungen A. Maas& Co., Berlin V Markgraten»tr. 84, an der LlndenstraBe 8—6 Uhr Gegr. 1890 erzielt man schmerzlos, unmerklich für die Um- Kebunif, durch die ecbte Vater» Philipp. Schäl �feUG Jiciut|{Urj 9 vom Tutogen- Laboratorium, Drcsden-Zschachwitz 146. Schält Pickel. Mitesser, Sommersprossen, Hautunreinigkeiten usw. ab, läßt anmutiiee junge Haut zum Vorschein kommen. Erhältl. In der Eletantenapoth. Leipz.Str. mürogerien Bastianstr.2,Fehmarn- sir.3,Reinickend.Str.l 19, Charlottenstr. ,6, Pankow. Prinzstr. 6 mW ,vF«y#rhard>(v die moderne Patentkarbidlompe brennt für WWW„.. wie Gas, Preis mit Glocke 33.- Gasbeleuchtung ................................................................................... umsonst lllllllllllllllllllllllllllllllülilllllülllii können Sie nicht verlangen, aber eine ganz enorme Ersparnis können Sie erzielen, wenn«Sie unsere Patentkarbid- lampe„Feuorhand" brennen. Ihre Gasrechnung beträgt dann pro Woche nur 3.90 M., denn wir haben trotz aller Preiserhöhungen den Preis für Karbid von heute ab herabgesetzt und mit einem Kilo Karbid brennen Sie eine Woche! Legen Sie sich daher noch heute unsere Patentkarbidlampe maFouarhand" zu, Sie werden erstaunt sein, einan wie tadeliosan und formvollendeten Ersatz Sie hierbei fdr das teure Gas finden. Besichtigung und Vorführung ohne jeden Kaufzwang! Alte unmoderne Lampen werden in Zahlung genommen! stets am Lagrer � AA„- jetzt per Kilo w|�W M,- ■•»•«•.•tlelMUlimMIIMMI""""«""*••■■■« I prima Kamill Franz Borowicz Metallwaren-Indiastrle BERLIN SO 26, Waldemarstr. 27 vorn partarro GascHBftszelt von 9*7 • 1 Minute vom Morttxplatz und Oranienplatz t Minuten vom Görlitzer B«" Farnspraahar i Amt ahnhof und Hermannplats MoritzplaU 4675, 4676 HenrnDainer erhalten | in diskreter Weisel BEKLEIDUNG lauf Kredit!) INeucste Efagängefürl I Herbst u. Winter. F Paletots Ulster iModsiue Jackett- aadl Booh- |Anzüse| Eraati Mr Mafl. jDamen- Konfektion. 1 I—- In 4 Etagen—, Möbel 1 Einrichtunsen. I Anzüge aus besten Stoffen, solide Arbeit ■ehr preiswert auf bequeme leHzahlunS GREBLER Welnbersewcg 4 am Rosenthaier Platz ImjiWMlieöetloiie Lamprecht. Berlin-Treploro. voucheslratze liefert direkt an Prioale Stoff« für y«rr«a aad vamrn zu Fabritpreisen. Alfter» and paletolstoff« in großer Aus- wähl von ZS Mark an. I' PI, Tellzablg. 5 J. Garantie Kronen 18 M. Zahnzieh, mit Einspritz, höchst ". schmerzld. Umarb.schlechts.Oeb Rep. Arzt Dr.Wolf sof Pnisdamerst.SS.Hochb-St Scrz 9-7 ZälmeTonS Izahn Gartenstadt Neuseegefeld sVorortstrecke Berlin-?! auen) Baureife Parzellen, bester Boden für Obst und Semiise. billigst durch die Deutsebe Änsiedlangsbank. BerlinWbV, Rurtiirltendamml?. Fernsprecher Elrinpiatz 4778. (Bertanfsstelle am Bahnhof Seegefeld. Auch Sonntags geöffnet.) MetalhÄ"8 QrflnerWegSO zahlt Tagespreise für Kupfer, Messing, Blei, Zink etc. ToHac U/nnt 1 M vas lettgedruckte Wort 1,50 M.(zulässig IICUCS WUn 1 Hl. 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellenanzelgen das erste Wort(fettgedruckt) 1 M., 2 fettgedruckte Worte Igen das erste Wort(I jedes weliereWort 60 Plg.Worte über 15 Buchstaben zählen doppelt | Kleine Anzeigen W CD Nummer�müssen BIS 5 Ühf llgCllMlttagS aupt-Expedition des Vorwärts, Berlin SW 68, Linden- it. abgegeben werden. Geöitnetvon 9 Uhr früh bis 5 Ubr abends imi/mtivaB fireuzfüchse 375.—, Pracht- exemplare, Zobelfilchse, Blau. filchse- Silberfüchse, Alaska» fiichie, Wölfe, Stunks, Her- renpelze, Sealmäntel sowie Pelze aller Art 60 Proz. her- abgesetzt. Jedes Stllrt«in Gelegenheitskauf. Teik, Nol- lendorfplatz, Eingang Raa- ßenstraße 11.» Spottbillig P-lzwaren. Na- turmchfe. Kreuzfüchse fetzt 58,—, 98.—, IIS,— um), oilberiiichfc, Kabel. SBeljjfüchfe, Skunrfe, Opossum und alle anderen Pelzarten ganz enorm im Preise 'erabgefetzt. Damenpelzhüte, 'elzbesatze, Herrenlragen 68.— iarl Alles nur Gelegenheits- kauf. Epezial- P.lzwarrnhaus Eharloitcnburg,Wi>mers dorfer- ftrahe II3/lI4. nicht tire», mir 113/114. Ununlerbrochen ge- öffne- 8 bis 7.-(weites Haus von der Kantstraße. Bettwäsche billig! Drei billige Ultimotage: 30., 31./8., 1./S. Außerordentliche Gelegenheit. Oberbett 45.—, Kissen 14.50, Laken 24.—, Inletts, feder- dicht, 9S.—, Handtücher, Wä» schestoffe unglaublich billig. Fahrtvergiltung. Bettwäsche- sabrik Puttkamerstr. L Ecke Wilhelmstraße. 1K5K Bettwäsche billig! Günstigste Gelegenheit vor Prciser- höhung. Deckdettbezug 45,—, Kissen 14,5«, Laken 24,—, In- letts 05,-, Wäschestoffe. Handtücher Engrospreise. Wäschefobrik Sroefcstrafje neununddreißig(Hasenheide). Fahrtvergütung. Sroffuet »i»�_ 130«' Herrenanzüge, oon besten dunklen Stoffen 350.—, 45V.—, prima Stoffreste. Um zu räumen, spottbillig. Noack, Nantstraße 134. Putzgcschäft. Bettwäsche billig! Deckbett. bezug 45,—, Kissen ll�v, La. ken 24,—. Inletts b5,—. Prima Wäschestoffe billig. Siiestge Auswahl. Reellste Bedienung. Wäschefabrik Stumpe k Jäger, Land». bergcrstraße achtundachtzig. Größte» Spezialgeschäft.« Sibirischer Kreuzfuch», fei. trn schön. 350, außcrdem pradjtvoller Silberfuchs billig perkäufilch. Goldmann, Akexandrinenstr. 44, vorn II. Herrenhosen, gestreifle. bis. lig. Immanueskirchstraße 33, I recht». zs/2u Krenzfstchse, Silberfüchse, Alastasüchse. Spottbilliger Berkauf. Gelegenheitskäufe van Serrengarderobe,«eine Lombardware. Leihhaus Friedrichstraße 2, Hallefches Tor.' Stauuenerregend! Rotfüchse SO, Kreuzfüchse 75 Mark an! Alaskasüchsel Silberfüchse! Zobelsüchse! Pelzmäntel sowie olle anderen Pelzartenl Rie. senauswahl! Keine Bcrsatz. warcnl Alles zu bedeutend herabgesetzten, spottbilligen Sommerpreisenl Spezial- -'tel, verkauf im Leihhaus! Warfchauerstr. 7. Silberfüchse 300,—, Kreuz. füchse 200,-, Wölse 400,-, Weißfüchse, Zobel-, Alaska. füchse, Skunk». Marder enorm billig. Pelzmäntel 1500,—, Sportpelze 700,—. Gehpelze. Ferner: Herre». anzügi, Ulster, Eutawan», Kostüme, Mantel, Teppiche. Sardinen, Wäsche pertaust L-ihhau, Moritzplatz 58». Keine Lombardware. 13lK> Leihhaus Friedrichstraß« 2 tHallcfches Tor), perkaust spottbillig Herren-Anzllge. Cutaways, Ulster, Schlüpfer, Hofen, Kreuzfüchse, Silber» füchse, Alaslafüchse.«eine Lombardware._* Anzüge 250,—, Gummi. Mäntel 265,—, Hosen 45,—, Cutaways, Ulster Paletats. ffriedensstoff«. Kein« Lom. Hardware. Leihhaus Rosen» thalertor, Linienstraße 203/4, Ecke Rosenthalerstraße._• Tapete», Wachstuche. Lino- leum, Dauerwäsche verkauft Szillat. Koloniestraße 9. 152«' Krenzfüchs« 160.—, Zobel» füchse. Blaufüchse. Silber- füchse. Seltene Gelegenheiten. Sensationsfommerpreise. An» züge, Hosen, Uhren. Sold» waren Spottprelse.(Keine Bersatzwarc.) Fahrpergütung. Pfandleihhaus, Schönhauser Allee 115.(Ringbahnhof, Lochbahnhof.)_ 161R* Kreuzsilchse 85,—. Sämtliche Pclzarten Hälfte herabgesetzte Sommerpreife. Damenmäntel. Keine Lomhardwarc. Leih» Haus Rosenthalertor, Linien» straffe 203/4, Ecke Rosenthalerstraße._ 1S7K Anzöge 250,—, Gummimäntel 265.—, Hosen 45,—, Cutaways, Ulster, Paletots. Friedensstoffe. Keine Lom> Hardware. Leihhaus Rosen- thalertor. Linienstr. 203/4, Ecke Rosenthalerstraße._* Kreuzfüchse 85,—. Sämtliche Pelzarten Hälfte herabgesetzte Sommerpreise. Damenmäntel. keine Lombardware. Leih» Haus Rosenthalertor, Linien- Nraße 203/4, Ecke Rosenthaier- straße.__ 187 K Basdors-Wandlitz� Acker-, Bald., Wiese-, Fließgrund. ltücke, Ouadratrute 15 bis 35 Mark, Anzahlung>00 Mark. Hülsen. Steglitz, Lionville- straße 12. Fernipr. 2894. Nähmaschinen. Teilzahlung. Hahn, Prenzlauerstr. 20.' Moebel-Boebel, Moritzplatz 58, Fr-britgebäud«. Zu denkbar niedrigsten Preisen off«. rier« in reicher Auswahl überstchklich aufgestellte Ruß- baum»Sinrichtunqen, eichene Schlafzimmer. Speisezimmer. Herrenzimmer, Küchen. Pol- stermöbel. Bestchtiguna er- beten. Eventuell Zahlungs. erleichterungen. lSlK> Eh-isclongne ll».—. Chaise- languedecke 75.— Meiallde!- ikn lSO�—, Kinderdrahibeii. Meicke. Auguststr. 32». Oner- gebäude. i»ZK Sosaumb-u 850.—, Chaise- longue» 200—5.5.—, AuNag. Matratzen, Paientmatratzen 110.—. Walter, Stargardcr- straße 18.« Chaiselongue», Kinderbett- stell, eichenes Schlafzimmer mit Auflagen und großem Antleideschrank, billig ver- täuflich. Karlstr. 18, I links. Bücherschrank, Nußbaum mit Säulen, geschnitzt, 1150, Eichenbücherschrank 480, Go- belinsofa 650, Sä'llen- trumean 850, Bertikow 350, Bettstellen, Stahlmatratzen, dreiteilige Auflagen, 475, Kücheneinrichtung 575,—. Speisezimmer, Schlafzimmer, Herrenzimmer billig. Möbel» hau» Kamerling, Kastanien» Alle« 56(Ecke Weinberg». weg). 3782b 99s,»,»»m�lr»Rkn> Plan«», große» Laaer neuer und qebrauchier Instrumenle. Scherec. Cbausseestroß« 105. Ksukgesucke Kokoski, Goldschmied, kauft zu günstigen Preisen: Pia- tm». Gold-, Silberbruch, unmodernen Schmuck, gahnge- bisse. Brennstifte. Eigene Berweriung. Goldwaren» Fabrik. Brunnenstraße 188. Fadrrcdanians, Linien- straße 19.__ 149«' Oueckstlber. Höllenstein. kauft jedes Quantum. Metall- kontor John, Aue Jakob- stroße 138. Ardeitsmszlc n M m Zunger Mann sucht Stel- lung als Kutscher, auch in der Altmetallbranche vertraut. Fr. Schultz, Reichenberger- straße 116. 30/17- Erfahrener Buch- u. Papicrhändler sucht Stellung W Partei- oder Gewertschaft»-Buch- Handlung. Bei Zlengrün» t dung event. Beteiligung, ebenso Mitarbeit im Eetre- tariat oder Bureau, da mit verschiedenst. Berwailungs» gebieten vertraut. Angebole unter 51. 26 on die Exped. Zackenarbeiterinnen für Kostüme verlangt Johanna Marbach, Lennöstr. 3. 90/8 mMneD auf OomcnroflnkcL ftoftüm« und ftleibec verlangen sofort Epstein& Baruchsobn «ronenstr. 30,31[* Schreibmaschinen �-Reparateure einige tüchtige gut empfohlene stellen mit tarifmäßigem Lohn sosori ein Schäfer& Clauß verlinwO, Leipzig erSlc.10 SUberschmelze Christionar, Käpenickerstr. 20» Iqegenüber Mantenffeistraße) laust Zahn- geblsse. Plalinabkälle. Srbmuck» fachen. Diühflruinpiafche. Queck- filder. tamlliche Metalle. 142« Schallplatte», Walzen, alt« laust Metalllontor W. John Alt» Zalobstraße 138(Hallesches! Tor).__• Achtung! Höchste Preise für bessere Möb'l. ganze Wirt- schatten, Perserteppiche. Brücken. Klaviere, zahlt, da dringender Bedarf, Korn, Chansseestr. 91. Norden 126 01. 116/14' Bervielsältigungen, erst. klassig. Ernst, Beiforter. straße 3». Humboldt 6535.» Tucktixe jedoch nur solche, die längere Zeit in selbständigen Stellangen in großen kaufmännischen Betrieben tätig waren, sofort gesucht Meldungen: 12— 2 Uhr mittags 5—6 Uhr abends A. Jandorf& Co. Belle-Allianceslr. 1/2 Tüchtige Wäsche und Korsetts sowie Kassiererinnen und Kontoristinnen sofort gesucht Meldungen: 12— 2 Uhr mittags 5—6 Uhr abends A. Jandorf& Co. Belle-AIIiancestr. 1/2 Lagerarbeiter für unsere Wehl- u. CandeBptoöntten-fflcojjHanblung suchen für foioct 108 14' Neust& Witte, wnskeehnusener Skcnste 15/16 Geschäftskutscher für unsere Mehl- und Landesprodukten(droßhandlung) suchen für sofort 108/13 Neuis& Wllke, Wusterhausener Str. 15/16. ftarfe, c're'a!ynn SHuZ Jier Republik zusmnmenzustchen. Wie'n der Fahne der Republik des Rot in der Mitte stÄ>t, so wird auch die sozialistische Arbeiterschaft das Rückgrat und die Stärke der Republik sein, wenn sie einig ist. Mit dem Gesang der Internationale sand die Kundgebung ihr Ende. Prenilau, 31. August.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Die von beiden sozialistischen Parteien und den Gewerkschaften ver- anstaltete Kundgebung verlief glänzend. Die Zahl der Teil- nehmer wird auf 2SS0 geschätzt. Schwerin. Mecklenburg, 31. August.(Eigener Drahtbericht des „Vorwärts".) Hier fand ein gemeinsamer Dcmonstrationszug der drei Arbeiterparteien unter massenhafter, aufsehen- erregender Beteiligung, sodann eine Riesen ver- s a m m l u n g im Marstall statt. Die Ansprachen, die alle in dem Wunsch zur Einheitsfront gegen die Reaktion ausklangen, fanden begeisterte Aufnahme. Die Kundgebungen nahmen einen mustergültigen Verlauf. ** * lkngUjche SpmpathiekunSgebung- Während das Berliner Proletariat in noch nie dagewese- ner Stärke geschlossen für die Republik demonstrierte, lief bei uns das folgende Telegramm aus London ein: ,, Vorwärts", Verlin. Das Exekutivkomitee der Social Demokratie Federalion entsendet den Genosten beider Parteien der deutschen SozialdemokraNe an diesem Tage des großen einheitlichen Protestes gegen die milita- ristische Reaktion, die setzt die deutsche Republik schwer bedroht, seine herzlichen brüderlichen Grütze. Der Selageruugszuftanü in Ostpreußen aufgehoben. Wie die PPR. hären, hat der Reichspräsident unter dem heutigen Tage den Ausnahmezustand für O st p r e u tz e u durch eine Verordnung mit iWrkung vom 1. September ausgehoben. Da auch der Ausnahmezustand in Mitteldeutschland inzwischen ausge- hoben ist. bleibt nunmehr nur noch der Velagerungszustand über Bayern verhängt. Bayern hält hartnäckig den Belagerungszustand aufrecht. Irgendeine sachliche Begründung dieser Tatsache außer der reaktionären Regierungsmethoden der Regierung Kahr besteht nicht. Wenn die Regierung Kahr in ihrem Bestreben verharrt, Bayern zu einer Monarch irischen Enklave im republikanischen Deutschland zu machen, so muß das Reich über den Kopf dieser Regierung hinweg den Belagerungszustand in Bayern aufheben. Erst jetzt wird wieder gemeldet, daß das Landgericht München die Beschwerde der„Münchener Morgcnpost" gegen das über sie«»erhängte Dauerverbot abgelehnt hat. Wir haben nicht ge- merkt, daß sich irgendeiner der neugebackenen reaktionären Bs- schütze? demokratischer Freiheitsrechte je über die Preßknebe- lung der Regierung Kahr entrüstet hätte! Jedenfalls ist der Zustand nicht langer erträglich, daß in Bayern gegen das Reich regiert wird. Bayern gegen das Reich! München, 31. August. Wie die TU. erfährt, Hot sich der heutige bayerische Ministerrat, nachdem er sich zunächst mit den notwendigen Vorkehrungen gegen eventuelle Straßendemon- st r a t i o n e n(!!) befaßt hatte, auch mit dem letzten E rl a s s e der Reichsregierung, betreffend das Verbot von Zeitun- gen der Rechtsparteien und das Verbot des Uniform. t r a g e n s beschäftigt. Gutem Vernehmen nach beabsichtigt die baye- rische Regierung, in Berlin gegen diesen Erlaß der Reichsregierung Schritte zu unternehmen. Das fehlte noch, um das Maß der Kahr-Regierung vollzumachen. Ganz offen bekennt sich die Kahr-Regierung durch dies Vorgehen als Verbündete des Nationalismus! Die Ausführung üer neuen Verordnung. Das„Reichsgcsetzblatt" Nr. 92 veröffentlicht die Ausführungsbestimmungen des Reichsministers des Innern zur Verordnung des Reichspräsidenten vom 29. August 1921. Für das Verbot der perio- difchen Druckschriften und für die Beschlagnahme von Druckschriften, ferner für das Verbot von Versammlungen, Vereinigungen, Auf- zügen und Kundgebungen werden außer dem Reichsminister des Innern auch die Ortspolizeibehörden und die ihnen vor- gesetzten Polizeibehörden für zuständig erklärt. Das Verbot oder die Beschlagnahme ist spätestens binnen 24 Stunden zu begründen und mit der Begründung sofort dem Verleger der Druck- schrift, bei Veranstaltungen dem Veranstalter mitzuteilen. Von jedem Verbot und jeder Beschlagnahme ist sofort dem Reichsminister des Innern Anzeige zu erstatten. Ferner enthalten die Ausfüh- rungsbestimmungen weitere Richtlinien für das prozessuale Vor- gehen, den Beschwerdeweg usw. Wie die„TU." wissen will, soll die Handhabung der neuen Ver- ordnung in der Hand einer Einzelpersönlichkeit zentralisiert werden. Die Korrespondenz nennt in diesem Zusammenhang den Namen des Genossen S e o e r i n g, doch ist bis jetzt von einer Er- ncnnung Severings nichts bekannt. Der preußische Mini st er des Innern hat, wie die PPN. erfahren, die Ausführungsbeftimmungen zugleich mit ent- sprechenden Anweisungen zum Einschreiten den Landes- und Orts- Polizeibehörden zugehen lassen. Ein VerfammluugZverbot auf Grund der Verordnung. Die vom„Bund der Aufrechten", einer extrem monarchistischen Gruppe, in Breslau für Donnerstag geplante Tannenberg- f e i e r ist auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten ver- boten worden. Wilhelm zur Ruhe verwiesen. London, 31. August.(WTV.)„Svening Standard" erfährt von maßgebender Stelle, daß das britische Foreign officc die augenblickliche Krise in Deutschland mit der ernstesten Sorge ver- folgt, da es im Interesse der Alliierten liegt, daß die Regierung D i r t h. die loyal versuche, ihre Verpflichtungen aus dem Friedens- verlrag von Versailles zu ersüllen. an der Rlachl bleibe. Ans diesem Grunde stellte Downing Street lm Haag dar. daß die vor kurzem van dem ehemaligen Kaiser an seine Anhänger in Deutschland gerichteten aufreizenden Telegramme nach Ansicht der beiden Regierungen einen Bruch der Bedin- g un gen. unter denen dein ehemaligen Kaiser Asyl recht gegeben wurde, bedeuten. Die holländische Regierung hat „Evening Standard" zufolge dem vormaligen Kaiser eine energische Dornung erteilt. Er macht von sich reden. Herr Kirchner, der wegen Beleidigung des Genossen Haenisclz zu einer Woche Gefängnis verurteilte Herausgeber eines Essener nationalistischen Blattes, verkündet, daß er uns wegen unseres Prozeßberichts verklogm will. Er wünscht an- scheinend eine öffentliche Beleuchtung seiner Perjhnlichkeit. Er soll sie haben. Die Beerdigung ErZbergers. Die Leiche des ermordeten Reichsministsrs Erzberger traf vor- gestern abend, von einer Ehrenwache Bibcracher Bürger begleitet, in Bibcrach ein. Sie wurde in dem Chor der Stadtpfarrkirche aufgebahrt. Gestern früh wurde eine Messe für den Verstorbenen gelesen. Gegen 19 Uhr betrat die Witwe Erzberger mit den nächsten Verwandten die Kirche. In einem Sonderzuge waren der Reichskanzler, Minister und Abgeordnete aus Berlin und Stuttgart eingetroffen. Neben de» Vertretern der Reichsregierung befanden sich u. a, Reichspräsident Loebe und andere Herren in großer Zahl ein. Kaplan Vogt, ein persönlicher Freund Erzbergers, zelebrierte das feierliche Seclenamt. Die Kirche war überfüllt. Der Zug mit den sterblichen Ueberrestsn Erzbergers setzte sich um 1 Uhr in Bewegung. Voraus gingen zahlreiche Verein« mit Musik- kapellen und Fahnen. Hindcr dem Wagen eine nach Tausenden zählende Menge. Nach Gebeten und einem weiteren Chorgesang sprach Reichskanzler Dr. Wirth. Er führte aus: Der Reichspräsident und die Reichsregierung reichen dem großen schwäbischen Volksmann, dem hervorragenden Parlamentarier und Staatsmann, dem Reichsfinanzminister den ver- dienten Kranz der Ehre und sie versichern ihm das treueste Andenken. Heute sind auch die Arbeitermassen in der Hauptstadt des Deutschen Reiches in Bewegung. Die Welle kann auch ganz Deutjchladd durch. ziehen. Mancherlei Gefahren können daraus entstehen. Wehe denen, die noch einen Tropfen in diesen übervollen Kelch schütten. Er kann überlaufen. Aufs neue kann das Chaos über Deutschland heraufbeschworen werden. Unser großer Freund hat in den vergangenen Jahren den Zu- sammenbruch durch den Krieg lange vorausgesehen; aber seine War- nung blieb ungehört. Er wurde verlacht, verhöhnt. Das erinnert mich an die schweren Stunden, wo«ine Delegation zum Abschluß des Waffenstillstandes in den Wald von Compiegne entsandt wurde. Erzberger war der Führer. Er hat sich zu dieser Arbeit nicht ge« drängt; er hatte einen anderen vorgeschlagen. Diejenigen, die die Verantwortung zu tragen hatten, sind nicht gegangen. Der Ruf des Reichskanzlers Prinz Max von Baden erging an Erzberger. Er traf ihn in schwerer Stunde als einen Mann, der sich in christlichem Patriotismus seiner schweren Pflicht nicht entzieht. Im Walde von Eompiegne, da sah er den ganzen unermeßlichen Umfang des herein- gebrochenen Unheils. Er hatte den Mut, dem Marschall Fach, dem Sieger, unmittelbar entgegenzutreten. Seine Haltung war ritterlich und deutsch, nicht, wie man gemeint hat, hündisch und feig.(Be- wegung.) Auch ihm hak ln jener Stunde das herz geblutet. Er hat de m B e f e h l der an ihn erging, Folge geleistet, wie ein einfacher Soldat den Befehl ausführt. Er mußte die Waffen- stillstandsbedingungen annehmen, komme was auch kommen mag. Das war der erste folgenschwere Schritt unseres Freundes, und ich sage nicht zuviel, wenn ich es ausspreche, daß schon dieser Gang vielleicht sein Todesgang war. Aber das ist nicht die einzige Stunde, in der Erzberger seinen Mut zeigte. Die zweite Stunde kam in Weimar, als der Friede zu unterzeichnen war, als die Folge zu ziehen war aus Krieg und Niederlage. Da waren viele, die sich Patrioten nannten. Die Führer waren das Zentrum und die Sozial- demokratie, die den Gang nach Versailles auf sich nahmen; jene er- bärmlichen Wichte in Deutschland, die höhnen, er habe den Gang getan, um das Vaterland zu verraten, sie sollen sich in den letzten Winkel verkriechen. Um die Einheit zu retten, riet Erzberger, den Frieden zu unterzeichnen. Das waren die stürmischen Tage von Weimar. Nach dem Sturz der Dynastien war die alte Macht dahin, die einst 1871 begründe! wurde. Wir wollen sie nicht verunglimpfen. Das war die glückliche Zeit unserer Jugend. Wir brauchten nicht zu bangen um die Einheit des Volkes. denn sie war lange wohl begründet auf die Macht der Fürsten. Was aber war nach der Niederlage noch da? Früher haben die Dynastien die Länder zusammengehalten. Sie sind dahin. Es mußte ein neues Band geschaffen werden. Dieses große Wert kommt zum Ausdruck in den Eingangsworten unserer Verfassung:„Das deutsche Volk, einig in seinen Stämmen und von dem Willen beseelt, sein Reich in Freiheit und Gerechtigkeit zu erneuern, hat sich diese Ver- fassung gegeben." Das ist der neue demokratische Staatsgedanke. An seiner Wiege st and unser Freund Erzberger. Er Hot das neue einheitliche Finanzwesen für das Reich aufgerichtet. Wir müssen Abstand gewinnen, um recht zu erkennen, was Erzberger getan hat. Jetzt sehen wir bereits, daß wir zusammen- gebrochen wären unter der Last unserer finanziellen Verpflichtungen, wenn nicht im Reichstage eine Grundlage und ein Organismus ge- schaffen worden wäre als Träger zur Erfüllung dieser Verpflichtung. Manche schleichen durch die Lande, manche Schieber und Wucherer, die den Teten schmähen und sein Wert verneinen, und doch hat es Früchte getragen. Ihm ist es gelungen, was selbst einem Bismarck nicht gelungen ist, eine einheitliche Post und Eisenbahn in Deutsch- land zu schaffen. Es ist eine Lüge, wenn man ihm nachsagt, er sei ein kleiner und erbärmlicher Mensch gewesen. Im Gegenteil, er hat alle begeistert durch den weiten Blick seiner Ideen und durch die Kraft, mit der er sich durchzusetzen vermochte. Er hat manches ge- sehen, was andere zu spät sahen oder auch gar nicht sahen. Alle großen Probleme hat er erfaßt wie ein Staatsmann, der alle feine Projekte nach sachlichen Gesichtspunkten verwirklichen wollte, auch dann, wenn es das Volk zunächst nicht will. So gedenken wir nun in Dankbarkeit der ungeheuren Opfer, die er gebracht hat, in treuer Pflichterfüllung gegen uns, gegen sein Land, nicht zuletzt aber auch der schweren Opfer, die seine Familie tragen mußte. Erzberger hat in seinem Leben viel Tragisches erlebt. In den Tagen seines Glückes, auf den Höhen seines Erfolges, da hatte er viele Freunde. Als aber die Flamme der Lüge, der Verleumdung, des Hasses an ihm heraufzüngelte, da hat sich mancher aus dem Staube ge- macht. Mancher hat sich da nach neuen Herren umgesehen. Nach so großen Taten für das Vaterland bringen es Deutsche fertig, noch am offenen Grabe den Toten zu schmähen. Ich erinnere nur an eine Zeitung in Süddeutschland, die sich S t a a t s z e i t u n g nennt. Aber wir wollen zu unserem Freunde stehen. Teurer Freund, dein Name wird in Ehren genannt werden. Der erste Prozeß ist zu Ende. lieber den zweiten, über den Steuerprozeß, kann. ich nicht sprechen. Aber ein Kenner dieser Angelegenheit, mit dem ich gesprochen habe, hat mir erklärt: Erzberger hat nicht nur die Wahrheit sagen wollen, er hat sie auch gesagt! Wir wollen über den Toten den Schild halten, aber nicht in stummem Schmerze verharren, sondern wir wollen handeln, denn das Vaierland ist in Gefahr. Ich meine nicht die Republik, ich meine nicht den demokratischen Staat, nein, aus diesem Grunde heraus kann der ganze Staat in Gefahr kommen. Unser Staatwird ein Volks st aat sein, wie unser Freund ihn erstrebt hat, oder er wird nicht sein! Als Kanzler des Deutschen Reiches habe ich dem Toten diese Ab- schiedsworte ins Grab nachgerufen. Es fällt uns sehr schwer, von ihm zu scheiden, die wir mit ihm in den letzten Iahren schwere und große Arbeit gemeinsam teilen durften. Gern erinnern wir uns der Zeit, wo wir noch aktiv ihn an unserer Arbeit teilnehm«, sahen, aber es ist eine elende Lüge, daß er noch nach seinem Abgange ia die Mini- sterien sich gedrängt, daß er eine Nebenregierung aufgerichtet habe. Alle, die so sprechen, als ob er die neuen Steuern gemacht habe, sind erbärmlich und unwahr. Unwahr ist, daß er das Heft wieder in die Hand nehmen, die Führung des Zentrums nach Trim- borns Tode übernehmen wollte. Soviel Warle, soviel Lügen! Nichts als Aufpeitschung der Leidenschaft, die in dem Mords von Griesbach ihre Erfüllung fand. Wir können an diesem wrchtbaren Ereignis nur mit tiefer Trauer und Wehmut lernen, zu welchen un- heiloollen, schauderhaften Taten politische Leidenschaft führt. Wir wollen den Toten nicht rächen, wir beten für alle, auch für die, die ihn gemordet haben. In Liebe wollen wir unserem Volke dienen, nicht in Leidenschaft, das Vaterland ist in Not, und wir rufen es in alle Gaue unserer Heimat: Volk, wache auf! Schüttele die ab, die aufs neue dich in schwere Bedrängnis bringen wollen. Folge den Skerncn des neuen Skaaksgedankeus, der den Weg zur neuen Arbeit finden läßt. Wir ehren den Toten, wenn wir sein Werk ehren, das, so Gott will, als gesichert er« achtet werden kann. Während wir hier am Grabe stehen, setzen sich in Deutschland Taufende in Bewegung. Gott bewahre uns vor neuem Unglück und segne, lieber Freund, Dein Werk. Hierauf legte Präsident Löbe im Namen des Deutschen Reichstags einen Kranz auf den Sarg nieder. Für die gesamte deutsche Zcntrumspartei sprach Abgeordneter Becker- Arnsberg. Er sagte: Erzberger war guten Willens voll, gut und hilfreich für den einzelnen und das Baterland. Er war der unsere, wenn auch einzelne an ihm zu zweifeln begannen, wenn auch verschiedene nicht mit ihm einverstanden waren im Lauf« der letzten Jahre seiner politischen Wirksamkeit. Aber auch jene anderen haben es anerkannt, daß an der Lauterkeit seines Charakters nicht zu zweifeln war. Weiter sprachen auch noch Oberregierungsrat B e y e r l e im Namen der württembergischen Zentrumspartei, Iustizminlster Bolz> für die Zentrumsfraktion des württembergischen Landtages und andere, darunter auch namens der UEPD. Reichstagsabgeordneter Geck- Offcnburg. Ein Posaunenchor und der übliche Fahnengruß beendigten die Feier an dem mit zahllosen Kränzen bedeckten Grabe Erzbergers. Reichskanzler Dr. Wirth ist nachmittag 5 Uhr nach Radolfzell weitergcreist. Bus der Mordersuche. Weitere Spuren. Außer den durch die Presse bereits bekannt gegebenen Personen sind in der Mordangelegenheit Erzberger von der Abteilung I.A. des Berliner Polizei-Präsidiums noch einige andere jung« Leute wegen Verdachts der Täterschaft festgenommen, inzwischen aber wie- der entlassen worden, da sich der Tatverdacht als unhaltbar heraus- gestellt hat. Die von der Festnahme Betroffenen waren ein junger Kaufmann, der sich in angetrunkenem Zustande durch Redensarten, als wenn er an dem Mord an Erzberger beteiligt gewesen war» ver- dächtig gemacht hat, und ferner ein Oberleutnant» a. D., der vorher in Oberschlcsien war. Ob sich der gegen Oltwig von Hirschfeld bestehende Tatverdacht aufrechterhalten läßt, unterliegt eingehender Nachprüfung. Bis zu? völligen Aufklärung bleibt von Hirschseld im Berliner Polizei-PxA> sidium in Haft. Die Ermittelungen der Berliner Polizei erstrecken sich, abgesehen vom Falle von Hirschfeld, noch nach den verschieden- sten anderen Richtungen. So werden u. o. zwei Spuren verfolgt, die nach außerhalb führen; die eine nach dem Harz, die andere nach Thüringen. v. Hirschseld bleibt vorläufig in Haft. Berlin, 31. August.(WTB.) Im Anschluß an die Festnahme des ehemaligen Fähnrichs v. Hirschseld ist bei der Abteilung 1a des Berliner Polizeipräsidiums eine ausführliche Mitteilung des württembergischen Landespolizeiamtes vom 30. d. M. eingegangen, nach welcher v. Hirschfeld als Mörder Erzbergers nicht in Frage kommt. Die württembergische Kriminalpolizei hat festgestellt, daß sich v. Hirschfeld am Tage der Tat ununterbrochen in Calmbach — also 35 Kilometer vom Tatort entfernt— aufgehalten habe. Beim Berliner Polizeipräsidium ist demgegenüber ein vom 31. August dotiertes Telegramm der Staatsanwaltschaft Offenbyrg eingegangen, mit der Bitte, v. Hirschfeld weiter in Haft zu behalten, mit dem Bemerken, daß die Staatsanwaltschaft beim zuständigen bodischen Amtsgericht Haftbefehl gegen v. Hirschseld beantragen wird. Bei dieser ungeklärten Lage wird o. Hirschfeld vorläufig im Berliner Polizeipräsidium weiter festgehalten. Ausroden. Der„Dena" wird von amtlicher preußischer Seite mitgeteilt: Einige Berliner Blätter haben sich mit der Haftentlassung des ehe- moligen Fähnrichs Oltwig von Hirschfeld beschäftigt und an den preußischen Iustizminister die Frage gerichtet, ob die Haftentlassung vom Justizministerium angeordnet sei. Hierzu ist festzustellen: Hirschfeld hatte bis Ende April d. I. die gegen ihn erkannte Gefäng- nisstrafe von 1 Jahr ö Monaten bis auf einen Rest van etwa 5 Monaten verbüßt. Gnadengesuche sind wiederholt abgelehnt worden, zuletzt durch Entscheidung des Iustizministers vom 4. August dieses Jahres. Ende April wurde durch Verfügung der �ständigen Staatsanwaltschaft die weitere Strafvollstreckuyg aus 4 Monate un- terbrochen. Die Unterbrechung erfolgte auf Antrag der Direktion der Strafanstalt in Tegel, weil Hirschseld nach dem Gutachten des Anstaltsarztes damals nicht haftfähig war und unter der Strafhaft derartig gelitten hatte, daß bei Fortsetzung der Strafvoll- streckung der Ausbruch einer Geisteskrankheit zu besorgen war. Vor Ablauf des gewährten Urlaubs wurde Mitte August bei der zu- ständigen Staatsanwaltschaft durch den Verteidiger ein Anttag auf Verlängerung des Urlaubs wegen des immer noch bedenklichen Ge- sundhettszustandes des Verurteilten gestellt. Die Staatsanwaltschaft verlangte die Beibringung eines amtsärztlichen Zeugnisses und ge- währt hierfür Frist bis zum 1. September. Einigung über die Brotzulage. Für all« der im Reichsdienst stehenden Arbeiter, Ange- stellten und Beamten ist der heiße Kampf um die Brotzulage, den die Spitzenorganisationen im Reichsfinanzministerium zu führen hatten, glücklich beendet. In der Hauptsache wenigsten?. So ganz zufrieden ist wohl keine der beteiligten Gruppen, und am wenigsten werden es die auf den unteren Sprossen der Bcsoldungsleiter stehen- den Lohn- und Gehaltsgruppen fein. Jedoch mit Rücksicht auf dse Notlage der Beamten, Angestellten und Arbeiter, die eine sofortige Versorgung mit Geldmitteln notwendig macht, sahen sich die Or- ganisationen trotz schwerwiegender Bedenken und harten Ausein- andersctzungen gezwungen, das jetzt erzielte Ergebnis hinzunehmen. Vereinbart wurde aber, daß die noch offenstehenden Einzel- fragen der jetzigen Regelung durch sofortige Aufnahme von Spezial- Verhandlungen geklärt und erledigt werden sollen.— Hoffentlich nehmen nun auch im Handel, in der Industrie und im Handwerk die Verhandlungen über die Brotzulage einen glatten Verlauf. B.«*reiey'mssEiMnei Unitfn üeBCiielt GewerMastsbewegung Die Zugestanönisse angenommen. Erklärung edr Eisenbahner und Transporlarbeiler. Der Erweiterte Verstand des Deutschen Eisenbohnerverbandes hat mit 54 gegen 18 Stimmen bei 3 Enthaltungen folgenden Beschluß gefaßt: Der Erweiterte Vorstand des Deutschen Eisenbahnerverbandes erkennt an, daß die Reqierung bei den viertägigen Verhandlungen Lber unsere Lohn- und Gchaltsforderungen unter dem Druck und der geschickten Führung der Vcrhandlungskommission der beteiligten Ge- werkschaften beachtenswerte Zugeständnisse gemacht hat. Trotz aller Anerkennung des im Verhandlungsweg Erreichten hat er sich jedoch der Auffassung nicht vcrschliesten können, daß in einigen besonders wichtigen und grundsätzlichen Fragen die von der Regierung gemach. ten Zugeständnisse ungenügend sind. Dazu gehört die von der Ver- waltungskommission mit aller Entschiedenheit verfolgte Forderung der Gewährung einer gleich hohen Zulage für alle Gehaltsempfänger, ferner die mit allem Nachdruck ver- tretenen Forderungen auf Beseitigung der Differenzie- rung der Ortsklassen für Lohn- und Gehaltsempfänger sowie die während der Verhandlung wiederholt geforderte Er- höhung der Kinderzulagen für die Arbeiter und die Aus- dehnung der Lohnerhöhung von 1 M. pro Stunde auf die unter 21 Jahre alten Lohnempfänger. Unter Berücksichtigung, daß die bisherigen Zugeständnisse der Reqierung nur eine Etappe auf dem Wege zur notwendigen Ver- besserung der Einkommensverhältnisse sind,'sieht der Erweiterte Vorstand im gegenwärtigen Augenblick davon ab. auf weitergehenden Forderungen zu bestehen. Er betont aber mit aller Entschiedenheit, daß die nächste Etappe der Bewegung den von der Arbeiter- und Beamtenschaft erstrebten sozialen Ausgleich bringen muß. Für die gegenwärtige Stellung des Erweiterten Vorstandes ist nicht zuletzt die Tatsache maßgebend, daß dem Personal der Reichsbahnen auf dem raschesten Wege erhöhte Bezüge in die chand gegeben wer- den müssen. Ohne also aus die weitergebenden grundsätzlichen For- derungen zu verzichten, erklärt sich der Erweiterte Vorstand bereit, der von der Verhandlungskommission mit der Regierung getroffenen Vereinbarung beizutreten. Er erwartet, daß die Reichsreqie- rung die Auszahlung der vereinbarten neuen Be- züge so rasch als möglich vernehmen wird. Zum Schluß gibt der Erweiterte Vorstand der Erwartung Aus- druck, daß die N a ch v e r h a n d l u n g e n für die weiblichen und jugendlichen Personen unter 21 Jahren sowie für die Lehrlinge auf s ch n el l ste m Wege erfolgen und von sozialem Geist getragen werden und daß die Auszahlung auch für diese Gruppe sofort erfolgt. » Eine ähnlichlautende Entschließung faßte die am 30. August ab- gehaltene gemeinsame Konferenz des Vorstandes des Deutschen Trans- porlarbeiterverbandes und der Abteilungsleitungen der dem Deutschen Verkehrsbund angeschlossenen Gruppen des Post-, Tele- g r a p h e n- und Fernsprech personal«, der Straßen- und Kleinbahn er sowie des Binnenschiffahrt- und Wasserbaupersonals. « Auch der Deutsch« D e a m t e n b u n d hat die Zugeständnisse der Regierung bezüglich der Lohn- und Teuerungszulagen angenommen. Da die übrigen Gewerkschaften sich ebenfalls damit abgefunden haben, kann die Einigung mit der Regierung Lber die Brotzulage festgestellt werden. Achtung, Elektrodroschkcnführer! Nach Mitteilung deS Polizeipräsidiums. Hauptverkehrsstelle, tritt die achtfache Taxe für Elektrodrofchken erst mit dem Tage der Veröffentlickung durch das Amtsblatt der Regierung in Potsdam, am 3. September in Kraft. Alle anders lautenden Gerüchte sind unzutreffend. Deutscher Transportarbeiter-Verband, Sektion IV. Beendigte Lohnbewegung der Kellerarbeiter. Die in den Weingroßhandlungen und Litörbetrieben beschäf- tigten Arbeiter, Arbeiterinnen und Kraftwagenführer, welche dem Deutschen Transportarbeiterverband angehören, hatten das Lohnab- kommen zum 31. August gekündigt. Verhandlungen mit den Arbeitgebern fanden vor einigen Tagen statt. P. L i e b e n o w, als Vertreter der Organisation, berichtete über das Ergebnis derselben in einer besonders stark besuchten Ver- sammlung der beteiligten Arbeitnehmer. Die Arbeitnehmer er- klärten, daß die Lohnzulagen von 6» M. für männliche Arbeiter, 50 M. für weibliche und 40 M. für jugendliche pro Woche im Hinblick auf die bestehenden niedrigen Lohnsätze kein genügendes Entgegenkommen der Arbeitgeber feien. Unter allen Umständenwollte man die geforderten Lohnsätze haben. Die Lohnkommission dagegen vertrat die Ansicht, daß die Differenz zwischen dem verlangten und dem bewilligten Lohn kein genügendes Kampfobjekt zur Anwendung des Streiks darstellt und empfahl die Annahme der neuen Abmachungen, jedoch nur unter der Voraus- fetzung, daß die Kündigung des jetzigen Lohnabkommens erstmalig zum 15. Dezember auf den 31. Dezember d. I. unter ollen Um- ständen verschwinden muß. Die Branchenleitung erklärte sich bereit, wegen dieses strittigen Punktes dem Arbeitgcberverband der Getränkeindustrien und ver- wandte? Gewerbe von Groß-Berlin E.V. diesbezügliche Mitteilun- gen zu machen, eventuell in neue Verhandlungen darüber ein- zutreten. Die Diskussion— speziell wegen dieses Punktes— war besonders lebhaft. In geheimer Abstimmung wurden für die Annahme der neuen Lohnzuschläge 665 Stimmen abgegeben und 189 dagegen. Durch diese Abstimmung ist in den Weingroßhandlungen sowohl als auch in den Likörbetrieben der Wirtschiftsfriede zunächst wieder gesichert, jedoch auch nur dann, wenn den Arbeitnehmern freigestellt wird, neue Forderungen dann zu erheben, wenn sie es für not- wendig halten._ Gepflogenheiten bei den Berufsgeuossenschaften. Vom Zentralverband der Angestellten wird uns folgendes ge- schrieben: In letzter Zeit haben wir wiederholt feststellen müssen, daß Angestellte, welche kurz vor ihrer lebenslänglichen Anstellung stehen, gekündigt wurden. Zur Begründung der Kündigung wurden alle möglichen Gründe herbeigezogen, die sich dann vor dem Schlichtungs- ausschuß nicht als stichhaltig erwiesen. Die Kündigungen wurden daher aufgehoben und die Berufsgenossenschasten zur Wiederein- stellung oder Zahlung von Entschädigungen für den Fall der Nicht- Wiedereinstellung verurteilt. In einem Falle hatte die Stein- bruchsberufsgenossenschast einen Kollegen, der 8V2 Jahre bei der Genossenschaft tätig war, wieder einzustellen, der Vorstand der vorerwähnten Berufsgenossenschaft machte aber von seinem Recht aus g 87 BRG. Gebrauch und zahlte dem Gekündigten lieber die Summe von 8745 Mark und verzichtete damit auf seine weiteren Dienste. Ein besonders krasser Fall hat sich in letzter Zeit bei der Privatfahrzeug« und R e i tt i e r- B e r ufs g en off e n- f ch a f t in der Klein-Behrenftraße abgespielt. Einem Betriebsrats- mitgliede, das ebenfalls kurz vor seiner lebenslänglichen Anstellung stand, wurde gekündigt mit der Behauptung, daß er seinen Posten nicht ausfüllen könne. Auch in diesem Falle wäre es nicht zur Be- stätigung der Kündigung durch den Schlichtungsausschuß ge- kommen, da die vorgebrachten Gründe zur Kündigung nicht ausreichten. Auf Anraten des Schlichtungsausfchusjes wurde dann, da eine Abfindung des Betriebsratsmitgliedes nicht möglich war, ein Vergleich geschlossen, wonach der An- gestellte seine Tätigkeit bei der Berussgenossenschaft sofort auf- gibt und ihm zur Abfindung seiner Ansprüche sofort 16 975 Mark ausgezahlt werden und er ferner an allen Zulagen und Nach, Zahlungen, die bis zum 39. Juni 1922 wirksam werden, teilnimmt. Man sieht also, daß es sich die Berufsgenosienschaftsvorstönde etwas kosten lassen, um einen mißliebigen Angestellten aus dem Betrieb zu entfernen. Die paar tausend Mark kommen ja nicht aus der Tasche der leitenden Personen, sondern aus der Tasche der Arbeitgeber. Die Gelder sind aber für die Unfallschäden bestimmt, bei deren Entschädigung man weit weniger„großzügig" verfährt. Es wird höchste Zeit, daß endlich das Selbstverwaltungsrecht der Berufs- genossenschaften so ausgeübt wird, daß auch die Arbeitnehmer in den Vorständen Sitz und Stimme haben. Dann werden wohl derartige Fälle, die sicherlich nicht im Interesse der Arbeitnehmer liegen, ver- mieden werden. Hoffentlich beschäftigt sich das Reichsoersicherungs- amt einmal etwas eingehender mit diesen Vorgängen. „Noble Arbeitgeber". In dem Artikel mit dieser Stichmarke, den der.Vorwärts" in seiner Ausgabe Nr. 399 brockte, war an erster Stelle die Firma C. L. H 0 s in a n n Nachs., Jnb. Küster, Kolonialwaren-Großhand- lung, Wallstr. 67, erwähnt. Hierzu erhalten wir eine Berichti« gnng. Es werde nickt elf Stunden, sondern acht Stunden ge» arbeitet und jede Ueberstunde»ja jede halbe Stunde wurde von den Kutsckern gemeldet und anstandslos bezahlt". Anstalt der früheren Vergünstigungen ohne Zahlung des Tariflohns, werde auf Drängen des Transportarbeiterverbandes jetzt auch den Kut- schern der tarifmäßige Lohn gezahlt. Der neuangestellte Kutsckcr sollte erst angelernt werden und sei als Mitfahrer beschäftigt worden mit einem Wochenlohn von 229 M. Als Sicherheit sei eine kleine Kaution bei der Einstellung gefordert worden, aber möglichst Sparkassenbuck oder Papiere. Der Betreffende habe erklär», er könne nur bares Geld geben und habe sofort 6999 M. gebracht, die ihm verzinst worden seien. Weil er für Pferdefüttern am Sonntag 29 M. gefordert habe, sei er nickt kurzerhand entlassen, sondern ordnungsmäßig gekündigt worden. Nack Ablauf der acktlägigen Kündigungsfrist erfolgte di< Entlassung. Er sollte lediglick eine Bescheinigung unterschreiben, daß er die Kaution nebst Zinien, Papieren uiw. zurückerhalten habe. Der Arbeiter habe sein Geld genommen, sich jedoch ge- weigert, die Bestätigung zu untersckreiben, weil sie den Vermerk enthielt»nach erfolgter Kündigung". Erst dann sei versuckr worden, das Geld mit Gewalt wieder zurückzubekommen, als der Entlassene sich weigerte, den Empfdng zu bestätigen. ES seien nicht mehrere Verwandle, sondern nur die Inhaber Küster zugegen gewesen. Schließlich sei ein Polizeiwachtmcister hinzugezogen worden, der den Arbeiter gefragt habe, ob alles stimme, was in dem ihm zur Unterschrift vorgelegten Schreiben enthalten sei. Der Kutscker habe dies bejaht und dann die Bescheinigung unterschrieben, die der Wachtmeister gegenzeichnete. Diese Bescheinigung lag unS vor und ist einwandfrei abgefaßt. Traneportarbeiler-Verband. Branche 2. Verbandstoffe. Heute Ilhe Gruppcnversainmlung in Wittes Festsälen, Sebastianstr. 89. Werkuirister verband. Bczirksverrin Eharlottcnburg 1. Freitag, 9 Uhr, Hohenzollcrnsäle, Berliner Etr. 10S, Wahl der Gruppenabgeorbneten und Be» richt über die Tarifverhandlungen. Verantwortlich für den redatt. Teil: Diltar Schiff, Berlin: für Anzeigen: Tb. OStaiSt. Berlin. Verlag: Vörie ärts-Ver lag G. m.o. H., Berlin. Druck: Vor- wärtS-Vuchdruckerei n. Verlaasanilait Vau! Singer u. So.. Berlin. Lindenltr. 3. Hierzu zwei Beilagen und llutcrhaltuugibeilage„Heimwelt".