Nr. 277. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Bfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt. rro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisle für 1894 unter Nr. 6910, Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonns und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin 190 Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Mittwoch, den 28. November 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Junkerpolitik und Kriminalstatistik. Man kann die Bestrebungen unserer Agrarier durch die Ergebnisse der deutschen Kriminalstatistik beleuchten. In diesem Lichte gewinnen dieselben aber nicht, nein, die Politik der Brotvertheurer erscheint dann nur noch volts- und kulturfeindlicher. In der Zeit von 1882 bis 1892 find die Zahlen der größten| Uebersicht über Steigen und Sinken der Eigenthumsdelikte im Deliktsgruppe, der Verbrechen und Vergehen gegen das Eigen- allgemeinen, des einfachen Diebstahls und des in§ 289 des Strafthum, von 169 334 auf 196 437 gestiegen. Dies macht 16 pet. gesetzbuchs bedrohten strafbaren Eigennutes im besonderen, ferner aus und erscheint gegenüber dem Anwachsen der Bevölkerung, der Preise des Roggenmehls und der Speisekartoffeln aufgestellt. das mehr den 12 pet. beträgt, nicht so sehr erheblich. Es ist Das Delift gegen§ 289 Strafgesetzbuchs haben wir gewählt, weil es indeß zu bemerken, daß es fich um große absolute mehr als jedes andere die wirthschaftliche Moth, namentlich in den Bahlen handelt, welche sich von 1882 bis 1888( mit Städten, zum Ausdruck bringt. Die typische Form dieses Delikts 152 652 Verurtheilten) in nur absteigender Richtung be- ist die Wegschaffung der Möbel des Miethers, an welchen dem wegen und daß von da ab ein rapides Anwachsen eintritt, Vermiether ein Zurüdbehaltungsrecht zusteht. Wer seine Miethe so daß wir im Jahre 1890 den Zahlen des Ausgangsjahres bezahlen fann, wird schwerlich zu dieser gesetzwidrigen Handlung Daß das Steigen der Getreidepreise die Vermehrung fchon recht nahe stehen und den in 6 Jahren errungenen Vortheil schreiten, welche ja nie verborgen bleibt, und wenn noch nachder Verbrechen und Vergehen gegen das Eigenthum zur einbüßen. Nun folgt 1891 eine Vermehrung gegen das Vorjahr träglich der Wirth befriedigt wird, stellt er faum Strafantrag. Folge hat, ist eine Thatsache, die von niemandem bestritten um 9728 Berurtheilte und das Jahr 1892 bringt im Vergleiche mit Das Roggenmehl und die Kartoffeln sind die unentbehrlichsten werden kann, die sich aber trotzdem empfiehlt, den Schutzzoll- 1891 eine Vermehrung um 18 602 Berurtheilte. Also gegen das Vor- Nahrungsmittel des fleinen Mannes. Daß eine Mißernte politikern öfters ins Gedächtniß gerufen zu werden. jahr 10,46 pet., gegen das beste Jahr 1888 29 pCt. Verschlimmerung. an Kartoffeln die ländliche Kriminalität Und heute ist dies vielleicht wieder einmal sehr angezeigt. Wenn es noch eines Beweises dafür bedürfte, daß Faktoren, die ungemein steigert, beruht auf Erfahrung. Bei der Durchsicht der Die Nachfolger der Caprivi und Heyden scheinen theils aus unabhängig sind von Religion, Sitte, Treue folgenden Tabelle wolle man beachten, daß das Steigen und Ueberzeugung, theils zur Sicherung einer Barlaments- flussen, so wäre dieser Beweis jetzt geführt. Denn niemand Jahre einwirkt, zumal die Strafthaten zum größten Theil in Glauben, die statistischen Zahlen beein: Sinken der Preise auf die Höhe der Kriminalität erst im folgenden majorität, welche Kautschukparagraphen für die Bekämpfung wird im Grnit behaupten wollen, daß in der Volksseele sich die dem Kalenderjahre begangen werden, welches dem der Aburtheilung des Umsturzes" und drückende Steuergesetze apportirt, Achtung fremden Eigenthums von 1882 bis 1888 fo vermehrt vorausgeht. den Konservativen Zugeständnisse machen zu wollen. Diese und von 1888 bis 1892 so vermindert haben sollte, wie die Man sieht, daß, wenn in einem Jahre die Roggenmehl- und Bugeständnisse werden aber nur dann unsere Großgrund- Bahlen es ergeben.... In Wahrheit liegt die treibende oder Kartoffelpreise gleichzeitig steigen( 1888, 1891) die Kriminalität befizer voll befriedigen, wenn dieselben eine Erhöhung der hemmende Kraft hinsichtlich der Eigenthumsdelikte in den im folgenden Jahre( 1889, 1892) ganz erheblich emporgeht, Getreide und damit der Mehl- und Brotpreise bezivecken. wirthschaftlichen Verhältnissen der niederen während eine Vertheuerung des Roggens bei niedrigen KartoffelDie Agrarier haben es oft und laut genug verkündet, oltsschichten. Der Magen spielt dabei die Hauptrolle. preisen( 1889) auf das folgende Jahr minder einwirkt, sogar ein daß sie nicht früher ruhen werden, bis der Preis des Ge- Wir haben zum Erweise dieser nicht neuen Behauptung eine Herabgehen der einfachen Diebstäble nicht hindern kann. treides so hoch ist, daß sie die deutsche Landwirthschaft für lohnend halten. Daß dies jetzt nicht der Fall ist, beweist ein Blick in die agrarische Presse, derselbe beweist aber auch, daß die Agrarier nun hoffnungsvoll in die Zukunft sehen, das heißt, daß sie hoffen dem deutschen Volke das Brot bald wieder gehörig vertheuern zu können. " Bei diesen Hoffnungen dürfte kaum blos der Wunsch der Vater des Gedankens sein, die Ernennung des dem Bunde der Landwirthe so genehmen Herrn v. Hammerstein- Lorten zum preußischen Landwirthschaftsminister spricht gegen diese Vermuthung. Wir müssen deshalb mit den volksfeindlichen Plänen der Brotvertheurer ernstlicher als seit langem wieder rechnen. Verbrechen, Wergehen gegen, das. Vermögen Jahr Ver urtheilt 0/0 zum Vorjahre Einfacher Dieb stahl § 242 St.-G.-B. Ver urtheilt 76929 0/0 zum Vorjahre Strafbarer Eigen. muth § 289 St.- G.-. Vers urtheilt 1461 0/0 zum Vorjahre 0/0 zum Vorjahre Roggenmehl*) Rartoffeln*) Berlin 100 Kilogr. 1000 Kilogr. Berlin 0/0 zum Vorjahre Preis Preis 1883 164 590 20,4 55,7 1884 162 898 1885 157 275 1886 156 930 1,03 3,45 0,22 3,43 1450 0,75 19,6 3,9 39,3 69 241 6,8 1214 16,3 19,3 1,5 32,2 68 479 1,1 1239 +2,06 17,9 7,2 29,9 1887 154 745 1,39 65 297 4,65 1233 0,49 17,1 4,4 33,3 1888 152 652 1,38 1889 165 621 1890 168 107 1891 1892 177 835 196 437 +8,49 +1,5 +5,79 +10,46 65 060 71 881 70 945 75 256 82 751 0,36 1345 +9,1 18,8 +10,0 37,9 +13,8 +10,48 1410 +4,8 21,8 +16,0 33,8 10,8 0,13 1507 +6,4 23,4 +7,3 36,4 +8,3 + 6,09 2150+42,6 +9,96 3137+45,9 29,1 +24,3 63,8 +75,3 24,6 - 17,4 54,7 - 14,3 74 293 29,4 18,0 7,1 +11,0 Deshalb ist es von aktuellem Interesse zu zeigen, wie tief eine Erhöhung der Getreidepreise in das Voltsleben eingreift, daß es nicht blos die Ernährung und somit das förperliche Befinden der minder bemittelten Volksklassen tiefgehend beeinflußt, sondern sogar die Verbrechen und Vergehen gegen das Eigenthum in der schwersten Weise mit *) Preise nach amtlichen Notirungen. Stat. Jahrbuch für das Deutsche Reich, S. 120 f. beeinflußt. Wir sind hierbei in der Lage, uns auf eine Diese Zahlen zeigen, wie rücksichtslos der Egoismus Abhandlung*) eines königl. preußischen ersten Staatsanwalts, unserer Hochschutzöllner ist, wie frivol und niederträchtig die Wünsche der Agrarier fördernde Politik der Regierung Wir wissen, daß Hunderttausende in Deutschland eine somit eines selbst für den Bund der Landwirthe einwands- ihre Politik ist, wie groß die Verantwortung der Regierung zutrauen. freien Zeugen zu berufen. Derselbe schreibt( a. a. D. bei der Unterstützung der Bestrebungen der Agrarier ist. Ihre Volksfeindlichkeit erscheint damit im hellsten G. 718 ff.): Wer die Regierung aufs schärfste verurtheilen will, Lichte. *) Die Ergebnisse der deutschen Kriminalitatiftit 1882-1892 ist der, welcher ihr zumuthet, im Interesse einer Diese Regierung tämpft trotz der so laut sprechenden von G. Lindenberg, ersten Staatsanwalt in Ratibor, in Conrad Handvoll Agrarier das Brot noch mehr zu vertheuern, und Zahlen der Kriminalstatistik für Religion, Sitte und u. Elster's Jahrbüchern der Nationalökonomie und Statistit. damit die Gefängnisse noch mehr zu füllen und Tausende Ordnung. 3. Folge. Achter Band. Jena 1894. von Familien ins Elend zu bringen. Feuilleton. Am Exil. [ Nachdruck verboten.] 13 Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersetzung von Marie Kunert. Er umarmte Frau Roveran würdevoll, nahm den beiden Rindern gegenüber Protektormiene an, ehrte Herrn und Frau Meffant durch einen fühlen, kurzen Gruß von der erhabenen Höhe seines Hauptes und sagte, indem er eine Hand, verdummt! auf die Schulter Rene's, der sich leicht verneigte, legte, mit -U die Tugend und Frömmigkeit lehrt, die alle achtungswerthen Herr von Marnand wurde roth und runzelte die Ueberzeugungen ehrt, die sich nicht darauf versetzt, den guten Brauen. Als Potentat verabscheute er den Widerspruch. Leuten unseres Landes die Sitten der großen Städte und Er fürchtete aber zugleich den Spott, wie der aufgeblasene allerlei gefährliche Neuheiten zu enthüllen, von denen unsere Ballon die Nadelstiche. Sofort ergriff er wieder das Wort Väter nichts gewußt haben. Ach, mein Herr, das Unrecht, das in mit der ganzen vernichtenden Sicherheit eines Pedanten, Frankreich die überspannten Romane von Viktor Hugo und der einen Schulbuben abfanzelt: der Georges Sand angerichtet haben möge Gott uns Es thut mir leid, mein Herr, daß ich Ihr Nationalvor ähnlichen Werken bewahren! Diese Romanschreiber gefühl verlegt habe. Ich entschuldige dasselbe, ohne daß haben das unglückliche Volt jenseits des Jura, das diese ich es jedoch billige. Allein wie können Sie an dem unungesunde Kost verschlingt, nachgerade genug torrumpirt und fittlichen und direkt auf direkt auf den Umsturz abzielenden Charakter des französischen Romans auch nur zweifeln? Indem Herr von Marnand dies würdevoll näselnd Es ist unmöglich, mein Herr, daß ein ehrlicher und geber ritterlichen Herablaffung eines Königs, der zu den Menschen fagte, hob er die Arme zum Himmel empor. Der wissenhafter Mann darüber anders denkt als ich. Was hinabsteigt: Wissen Sie, junger Mann, daß ich Artikel alte Messant fonnte eine heftige Bewegung, einen dumpfen hat Ihr Viktor Hugo denn, als er die Glenden" schrieb, von Ihnen gelesen habe, die durchaus nicht schlecht waren? Ausruf nicht unterdrücken. René, der viel ruhiger war, als er seine Helden aus dem Bagno holte, als er seine Sie machen vielleicht hier und da noch zu große Sprünge. weil er von der vor ihm stehenden Bersönlichkeit nichts Leser unter Menschen führte, die nur Patois( Dialekt) Sie schreiben zu französisch! Aber das läßt sich ja korri- Befferes erwartet hatte, benutzte den Seufzer, der in diese sprechen, anders gethan, als daß er die Auflehnung der gieren. Und wenn Sie sich führen lassen wollen, fann man Tirade eine Pause brachte, um aus dem Monolog einen Zumpenproletarier gegen Gerechtigkeit und Autorität vervielleicht noch etwas aus Ihnen machen. René verzog das Dialog zu machen. herrlichte! Und Georges Sand mit ihren sozialistischen Gesicht zu einem süßsäuerlichen Lächeln. Herr Marnand Wenn ich Sie recht verstehe, mein Herr, sagte er falt Romanen! Leugnen Sie es, mein Herr, daß sie die fuhr fort. Er plauderte nicht mehr: er hielt eine feier- und ironisch, so lieben Sie Novellen, die weder die Liebe, schlimmsten Leidenschaften entfesselt, die Unzufriedenen aufliche Rede. noch die Leidenschaft, weder die Politik, noch die Religion, gereizt, die Grundvesten der sozialen Ordnung erschüttert Sie scheinen Phantasie zu befizen. Sie können uns weder die Sittenzustände, noch neue Ideen berühren. Aber hat? Gott allein vermag zu wissen, welche schreckliche VerNovellen schreiben, aber ohne romantische Abenteuer und fürchten Sie da nicht, eine faft und kraftlose Literatur, antwortung an den inneren Mirren und Unruhen Frankexaltirte Leidenschaften und soviel wie möglich ohne Liebe. Geschichten für Mädchenpensionate, verkappte Traktätchen reichs auf diese Schriftsteller fällt! Warum bringen Ihre Landsleute nur überall Liebes- ins Leben zu rufen? Sie werden mir gestatten, daß Herr von Marnand machte eine Pause, um seine Bes geschichten an? Als wenn die Liebe so etwas besonders nach meiner Ansicht die Werke von George Sand redtsamkeit wirken zu lassen. Frau Roveray bewunderte Interessantes wäre! Was ich liebe, das ist eine vernünftige und Viktor Hugo für das Volk einen weit höheren Werth seine Rede von ganzem Herzen und nickte beifällig mit dem Literatur, die niemanden aufregt, die vielmehr beruhigt, haben als solche beruhigenden Tränklein. Kopfe. Frau Messant, beunruhigt durch die Wendung, über deu Zur Diskussion Frankfurter Parteitag. Zur Entgegnung. I. = Bon dem schlagfertigen, intelligenten Menschen, der mit Voraussetzung hinfällig, als ob Bebel, der bisher stets derjenige staatsmännischem Genie die Sozialdemokratie über alle Fährlich gewesen, der die Nothwendigkeit einer straffen Unterordnung feiten der Klaffenverhehung und des einseitigen Klassenkampfes des Einzelnen unter das Ganze auf das Nachdrücklichste hinwegführen wird, wie unfere gesammten Feinde Vollmar nach- betonte, diese Nothwendigkeit für sich nicht anerkennte... Nachrühmen, und der die Sozialdemokratie zu einer Partei gestalten wird, dem dies Klargestellt, nachdem Bebel ausdrücklich anerkennt, daß in der, so hoffen jene, alle guten Menschen" mit warmen Herzen auch für ihn der Parteitag die höchste Instanz ist, verlieren die Unter der Stichmarte, Bebel's Fahnenerhebung" hat Bollmar für die Arbeiter", vom Staatssozialisten Professor Herkner bis nachfolgenden Ausfälle viel von ihrer Härte und Schärfe und in vier Artikeln auf meine Rede vom 14. November geantwortet. zum chriftlich sozialen Pfarrer Naumann Play finden werden, bewegen sich in dem Rahmen einer zwar manch mal etwas recht herben, aber immerhin be Wer erwartete, daß Vollmar sich mit mir über meine Urtheile merkt man in seinen Entgegnungen nichts. und Angriffe fachgemäß auseinandersehen würde, hat sich geBollmar hatte Recht sich auf die Erfüllung von Hoffnungen, rechtigten Kritit." Und an einer anderen Stelle fagt das Blatt, nachdem es täuscht. Die vier Artikel bilden eine ununterbrochene Kette von wie sie auch seine fich an ihn herandrängende Schußpatronin, die persönlichen Angriffen gegen mich, die in dem Sage gipfeln:" Frankfurter Zeitung" hegte, nicht einzulassen. Stellte er meine meine Rede meist absprechend kritisirt hat und nachdem es ausDaß die Beweggründe von Bebel's Auftreten in seiner Auslaffungen als von gemeinem Neid und niedrigster Eifersucht geführt, daß eine gewisse Gefahr vorhanden sei, daß die Beverlegten Eigenliebe und unzugänglichen Recht eingegeben hin, dann war er überhoben, auf das figliche Thema wegung verflache: Das soll absolut nicht geleugnet werden und haberei und Selbstherrlichkeit zu suchen sind, die der fachlichen Auseinandersetzungen, die ich in meiner Rede ihm wir fönnen Bebel nur dankbar sein, wenn er ihn den Führer einer demokratischen Partei seine Person gegenüber anregte, fich einzulaffen. Dann stand er als der Mann darüber wacht. Der Volksfreund"( Offenburg) meint: Neues hat Bebel haben über das offensichtlichste Partei Interesse da, mit der Toga der Zugend und der Selbstlosigkeit angethan, Das Auffallende bei der ganzen Sache ist, stellen lassen, zum Aergerniß und Schaden der Sozial- vor dem niedrigen, kleinlichen, giftgeschwollenen Bebel, der mit nicht gesagt. demokratie und nur den Gegnern zur Freude und zum Nutzen." feiner Rede nur den häßlichsten persönlichen Trieben Befriedigung daß Bebel diese Rede gehalten hat... Aber auch ein Bebel tann sich irren. Und er hat sich diesmal geirrt. Nicht daß wir Von diesem denkbar niedrigsten Gesichtspunkte ausgehend, zu schaffen fuchte. betrachtet Bollmar meine Rede als ein Pronunciamento", Diese Taktik Vollmar's ist würdig eines Klosterschülers, leugnen wollten, daß Bebel nicht in manchen Punkten den Nagel ,, eine Auflehnung", eine Fahnenerhebung" gegen die Partei. aber man braucht sie nur zu enthüllen, damit sie bei jedem Denk auf den Kopf getroffen, o nein, Bebel hat in vielen Puntten Recht, aber er ist mit seinen Schlußfolgerungen über's Ziel Als eine schwere Verlegung der Disziplin", die man um so fähigen platt zu Boden fällt. schärfer zurückweisen müsse, als durch meine Rede die Fackel der hinausgeschossen... Man nimmt Bebel's Rede lange nicht so Zwietracht in die Partei geschleudert worden sei, angesichts der tragisch( in der Parteipresse), als wie er selbst vielleicht geGegner, die alle Kräfte zu einem neuen Kriegszuge gegen uns meint hat." vereinigten." " Des weiteren wird mir das gleiche Vorgehen wie feiner Zeit den Unabhängigen vorgeworfen, deren Verhalten ich auf das entschiedenste bekämpft, und werden entsprechende Bitate aus meinen Reden beigebracht, die dieses beweisen sollen. Auch habe ich die Beschlüsse des Parteitags mißachtet- ohne daß für diese lächerliche Anklage auch nur der geringste Beweis beizubringen versucht wird und den allem demokratischen Gefühl ins Gesicht schlagenden Versuch gemacht, die auf den Frieden gerichtete Absicht des Parteitags zu vereiteln, um meinen Willen gegen den Parteitag zu ertrozen, kurz, die Partei zu ver: gewaltigen." " " Bum Unglück für Vollmar hat auch der weitaus größte Theil der Parteipresse denn doch ungleich höhere und anständigere Begriffe von meinem Auftreten und den Motiven, die mich dazu führten, geäußert, als er. tönnen." " " = Der Offenburger Volksfreund" kannte, als er das schrieb, noch nicht die tragischen Artikel Vollmar's. " Der Sozialdemokrat" Nr. 43 schreibt: " " Ich würde es unter meiner Würde halten, mich gegen die gemeinen Motive, die Vollmar mir unterstellt, zu verIn der Bebel'schen Kritik des Frankfurter Parteitages ist theidigen, aber die Ehrenrettung der Partei erfordert zu tonstatiren, daß die Parteipreffe bei aller Abweichung der An- diese gallig verbitterte Stimmung Bieler aur Explosion geschauungen von den von mir ausgesprochenen Urtheilen, wenigstens fommen, unnöthig verlegend vielleicht in Einzelheiten des Anmeiner Aufrichtigkeit und der Absicht damit der Partei zu nügen, griffs, aber wie wir hoffen- doch wohlthätig in Anstoße, der nunmehr der schärferen Gerechtigkeit widerfahren läßt. Und so sei zunächst hierüber dem die Aussprache der Parteiorgane mitgetheilt, soweit solche mir selbst prüfung und Kritit in der Partei ges vor Augen famen. So äußert sich die Schleswig- Holstein'sche geben sein wird." Die Rheinisch- westfälische Arbeiter- Zeitung"( Dortmund) Volfsztg."( Kiel): Bebels herbe Kritik, so gern wir ihr in gewissen Punkten äußert auf einen Angriff der Fränkischen Tagespost" auf die Im letzten Artikel wird mir vorgeworfen, daß meine Aus eine Berechtigung zuerkennen, ist nicht die absolut maßgebende. Berliner Genoffen und mich:" Diese Kritit ift diktirt durch unsere führungen gegen Vollmar von einem, förmlichen Haß", der Andererseits aber fönnen wir Bebel's Vorgehen nur Grundsätze, sie wird gefordert durch das Wesen unserer Partei ,, in abstoßender Weise" zu Tage treten soll, diktirt seien. Auch wird mit Freuden begrüßen..... Wir sind felsenfest und sie ist geübt worden von Parteigenossen, die nicht im mir ein fräftiges, von tieffter sittlicher Entrüstung ein überzeugt, daß diese Debatten die innere mindesten an Nörgelsucht franken und die den bayerischen gegebenes Pfui" zugerufen, das ich bei bei Bollmar befestigkeit und die Agitationstraft der Partei Genossen so freundlich wie irgend welchen anderen gegenübersonders hoch schätze, weil ich weiß, wie er sonst über sittliche nach außen hin auch nicht im mindesten beein- stehen." Die Unterfränkische Voltstribüne" in Würzburg wendet sich Entrüftung, zu spotten pflegt. Und dieses Piui" ent- trächtigen werden. Im Gegentheil, die da strömte seiner Feder, weil ich das Kardinalverbrechen beging, durch erzielte Auftlärung wird der Partei gegen das Urtheil der Münchener Post" über Bebel mit den auf die beleidigenden Provokationen Grillenberger's mit Auf nach innen wie nach außen nur zum größten Worten: Man braucht fein enragirter Anhänger Bebel's zu sein, führung der Thatsachen zu antworten, um ihm das Un- Vortheil gereichen! berechtigte und Ungehörige seiner Anklagen zu beweisen. Und Das Hamburger Echo" äußert, nachdem das Blatt bemerkt um dieses Urtheil nicht zu unterschreiben. Mag der Pessimismus wir sind über: awar mit Thatsachen zu beweisen, die fast sämmtlich hat, ich hätte, um frete Hand in der Kritik zu haben, meine Bebel's übertrieben oder ganz unzutreffend sein durch die Parteitagsberichte der Parteileitung Stelle als Vorstandsmitglied niederlegen wollen: Bebel würde zeugt, daß nicht verlegte Gigenliebe"," unzulängliche Rechtden Parteigenossen bekannt geworden sind dann als Parteileiter, welchem so wenig wie irgend haberei" oder„ Selbstherrlichkeit" die Triebfeder zu Bebel's Voranderen Genossen die Freiheit der gehen bildeten, sondern daß er in all seinen Thaten diktirt wurde und nur Grillenberger gegenüber einer Auffrischung bedurften. einem Ich soll dabei auch in der Rolle des" Prozen" aufgetreten sein, ritit beschränkt wird, erst recht am richtigen von dem ehrlichen Willen und Streben, der Partei, die ihm so unendlich viel verdankt, zum Nußen zu sein. Wer anders redet, was mir um so unverständlicher ist, da jenes nach Bayern ge- Blaze sein." floffene Geld nicht aus meiner Tasche, sondern aus der Partei Breß- und Redegefechte nicht allzu tragisch, im Gegen Das„ Volksblatt" für Halle schreibt:„ Wir selbst nehmen die kennt Bebel nicht oder thut ihm bewußt oder unbewußt Unrecht." Weiter äußert sich Genosse Adler in Wien am Schlusse taffe fam. Was von mir durch Anführung der Thatsachen bewiesentheil, bis zu einem gewissen Grade freuen zweier Artikel in der Arbeiter- Zeitung" über den Frankfurter werden sollte, war, daß die Grillenberger'sche Anklage, Bayern wir uns derselben, da sie nur klärend wirken Parteitag also: Darum meinen wir auch, daß Bebel in der ersten Erregung sei materiell von der Parteileitung zurückgesetzt worden, un wahr ist, und daß die Parteileitung, wie die Die Freie Presse" Elberfeld äußert:" Unsere Stellung zu zu schwarz gesehen hat, aber seine Rede in der Berliner Versammangeführten Thatsachen zeigen, niemals der Rede Bebel's haben wir schon angedeutet, wir freuen lung( der Genosse Adler ebenso wie dem Frankfurter Parteitag als Animosität gegen die bayerischen Genossen uns, daß diese gekommen ist, wenn wir auch der Gast beiwohnte) war einwohlthuendes Gewitter und bewiesen habe. Meinung sind, daß er mitunter etwas über die Schnur ge- wird viel dazu beitragen, die Luft zu reinigen, weil alle Betheiligten das Bewußtsein haben, daß er keineswegs Des weiteren wird von Vollmar, indem er in der einen hauen hat." Stelle seines legten Artikels sich wieder voll sittlicher Entrüstung Das„ Volksblatt für die Herzogthümer Sachsen- Koburg- nur in seinem eigenen Namen, sondern aus dem gegen die Anklage des Partikularismus verwahrt, in der an Gotha" bemerkt:„ Auch in unseren Reihen hat die Versammlung Empfinden weiter Kreise der Partei heraus Freilich, Streit und hizige Debatten deren um so träftiger an den Partikularismus in Berlin einen tiefen und nachhaltigen Eindruck gemacht und gesprochen. der bayrischen Genossen appellirt und der mancher wird sich banger Sorge über die etwaigen Folgen nicht wird es geben und grade Vollmar und Grillen felbe zur hellsten Flamme gegen mich an entschlagen können. Wir theilen diese Sorgen nicht. berger spielen jegt bereits die Debatte vom geblasen. Eine Demagogie schlimmster Art. Schließlich Was hat denn Bebel gethan? Er hat rückhaltlos auf prinzipiellen Boden weg auf das Gebiet des wird sogar eine Drohung gegen mich ausgesprochen, die Mißstände in der Partei hingewiesen, die, Persönlichen und der Selbständigteit der mich befürchten läßt, daß, wenn ich weiter, wie bisher, in wenn man nicht blind sein will, thatsächlich einzelnen Landesgruppen. Daß auch der Vorwärts" sich wiederholt für mein meinem fündhaften, die Partei verderbenden Lebenswandel fort- vorhanden sind." Die Leipziger Volkszeitung" sagt: Noch sind die Akten volles Recht der Kritik ausgesprochen hat, die der Partei fahre, mir ein Bataillon Strafbayern, vermuthlich als Einquarfönne, obgleich der Chefredakteur von tirung, hierher nach Berlin geschickt wird, um mir am eigenen über den Frankfurter Parteitag nicht gefchloffen, und auch die nur nüßlich sein fönne, folgenschwere Auseinanderseßung meiner Auffassung wesentlich abweicht, wissen die Leser Leibe zu beweisen, daß die bayrischen Genossen„ Männer sind, die nahende Vorwärts", ich erinnere nur mit den herrschenden des der Vollständigkeit der Sozialdemokratie an ihre Selbständigkeit nicht rühren lassen". Die Geschichte ist nicht mehr tragisch, fie fängt an tomisch Gewalten bildet fein Hinderniß für die rück- halber daran. Auch in Steglih äußerte Liebknecht: Die durch Giebt ein Mann wie Vollmar, den ich bisher als haltlose Kritik. Ein besserer Beweis für die innere Bebel hervorgerufene Diskussion kann uns nicht schaden, fie fann der Partei läßt die Einheitlichkeit der Partei nur steigern. einen sehr ernst zu nehmenden Mann angesehen habe und für Festigkeit und den lebensstarken Kern vor der Entscheidung, einige Nun vergleiche man diese zitirten Urtheile mit der niedrigen, geden ich auch bisher niemals Gefühle des Hasses zu empfinden sich kaum liefern. Kurz Ursache hatte, fich mit solchen lächerlichen Tiraden ab, dann Wochen, ehe die kartellirte Reaktion, deren Laufgräben hässigen Anklage Vollmar's, in der er mir die schmußigsten Motive schon gezogen sind, wider uns Sturm läuft, übt und er- für meine Rede unterstellt. Vollmar hatte nicht nur seine sonst muß es um die Sache, die er vertritt, sehr übel bestellt sein. Nach seinen Entgegnungen gewinnt es den Anschein, als trägt die Partei, felbstbewußt und souverän, zur Schau getragene staatsmännische Ruhe, sondern den Kopf habe meine Rede von A bis 3 aus nichts als persönlichen An- die Kritit ihrer selbst, ihres Thuns, ihrer verloren, als er sich zu einer Anklage hinreißen ließ, die er im Interesse seines Ansehens, als der vornehm sein wollende Staatsgriffen bestanden, und als seien es nur die niedrigsten Entschlüsse, ihres geistigen Gehalts". Es folgt dann eine sachliche Kritik meiner Rede, deren In- mann, der Fränk. Tagespost" und dem Hannoverschen„ Volks Motive gewesen, die mich zu jener Rede veranlaßten. Ich müßte wahrhaftig nicht nur ein erbärmlicher Kerl, sondern vor allen Dingen halt von der Redaktion nicht getheilt wird und sie fährt dann wille" überlassen fonnte. ein schlechter Taktiker sein, ließe ich mir um der Befriedigung fort: Aber Bebel hat nicht eine Weisung, sondern fleinlicher, persönlicher Nachegelüfte willen, die mir fremd sind, a 13 Genosse eine Ansicht ausgesprochen und all' die Tonnen voll moralischen Unraths über den Kopf gießen, mit es wäre eine unberechtigte Empfindlichkeit denen man mich seit acht Tagen, allerdings nur in einem kleinen ihm dies zu wehren." Die Mannheimer Volksstimme" schreibt: Theil der Parteipresse, beehrt hat und ich voraussehen mußte. Ich kenne unsere Pappenheimer viel zu gut, als daß ich nicht voraussah, was folgen würde. zu werden. welche das Gespräch genommen, versuchte ihren Gatten zurückzuhalten, der vor Ungeduld zitterte. Doch gelang es ihr nicht, ihn daran zu hindern, daß er seinem Sohn zu Hilfe kam: Aber mir scheint, mein Herr, rief er, daß ein Romanschriftsteller ein verdienstliches Werk vollbringt, wenn er die Mißstände, die er gewahrt, angreift. Es sind so viele schlechte, ungerechte, überlebte Dinge in der heutigen Gesellschaft. Diejenigen, welche da auf Reformen drängen, sind Männer von Herz und Verstand! Herr von Marnand wandte sich nach diesem neuen Angreifer um und maß ihn von oben bis unten. Er schien ihn für einen Gegner zu halten, der seiner nicht recht würdig war und entgegnete daher in überlegen nachlässigem Tone: den " Mit der Erklärung Bebel's, daß er sich selbstverständlich Beschlüssen des Parteitages unterwerfe, wird alle und jede René, der bleich geworden war, unterbrach ihn mit schneidender Stimme: Sie stammen aus einer Familie von protestantischen Refugiés, mein Herr, nicht wahr? ...? Ja... Aber welche Beziehung hat das Im sechzehnten Jahrhundert flagte man die Hugenotten derselben Greuel an; sie waren Wahnsinnige, Schwindler, Brandstifter von Klöstern und Bilderstürmer, Narren und Verbrecher, ein Abschaum, den das tatholische Frankreich ausspeien müsse. Lesen Sie nur die Pamphlete und Reden jener Zeit. Ich erinnere mich da der Weise von Rousard: Und sengen, brennen, plündern, morden Bon blutbefleckten Räuberhorden Das nennt Ihr kirchlich reformiren? Aber seine Anklage versteigt sich auch zu der Beschuldigung, daß ich meine Rede in einem Momente hielt, in dem die Gegner alle Kräfte zu einem neuen Kriegszug mit verschärften Gefeßen und äußerster Gesetzes auslegung gegen uns unternehmen." Ich habe noch nicht bemerkt, und dafür verdient die Partei volle Anerkennung, daß sie über diesen kommenden Feldzug unserer Feinde sich sonderlich beunruhigte. Sie ist in der Stimmung Sie werden gewiß die Worte, die Sie soeben gesprochen haben, bedauern, wenn Sie erfahren, daß ich selbst jetzt im Exil lebe, weil ich an der Kommune theilgenommen hatte. Als er dies sprach, schleuderte er Herrn von Marnand einen Blick zu, daß dieser es für gerathen hielt, einen Schritt zurückzutreten, und stammelte: Ah, da bitte ich um Verzeihung. Das wußte ich nicht. Das konnte ich nicht wissen. Ein Schweigen entstand. Frau Messant, die zugleich erschreckt und stolz war auf das entschloffene Vorgehen ihres Sohnes, versuchte die Unterhaltung auf ein anderes Gebiet zu lenken. Ddiese leidige Politit, seufzte sie, die Herren sind D, das war etwas ganz anderes... Sie duldeten darin unerbittlich. In alle Dinge müssen sie die Politik für die wahre Religion, stotterte Herr von Marnant, hineinziehen. Im Salon müßte man es eigentlich verden dieser plötzliche Frontwechsel in arge Verlegenheit bieten, nicht wahr, Madame? brachte. Aber Frau Roveray war nicht diejenige, welche es verstand, einer so peinlichen Lage ein Ende zu machen. Sie antwortete nur trocken: Meinen Sie? Das denkt man sich so. Man legt uns Klugerweise die Hand an die ewigen Grundsätze des Rechtes, an die geheimnißvollen Grundlagen der Staaten, und wissen Sie, worauf das hinausläuft? Auf den schlimmsten Um- Die wahre Religion ist immer die, zu der man sich besturz, mein Herr, auf die Barrikaden, auf Brand und kenut, begann René wieder. Man kann sich irren. Man ist Meine Schuld ist es nicht, wenn sie hier eingedrungen Mord, auf die Saturnalien der Kommune! Ich denke, nicht weniger achtungswerth, wenn man sein Glück und sein Sie vertheidigen doch wohl nicht jene vom Satan Besessenen, Leben seinen Ueberzeugungen opfert. Und ich sehe nicht ein, ist, Madame. Sie flingelte, daß der Kaffee gebracht werde. Das die in Paris den rothen Lappen der sozialen Revolution warum man heute den Märtyrern einer neuen Idee die Achtung versagt, ja, mein Herr, die Achtung, die doch die gab eine kleine Ablenkung. Aber aus der Unterhaltung war entfaltet haben? Der Redner rechnete darauf, daß diese Frage wie ein Reformirten genießen, welche in ihrer Art auch Revolutio- alle Gemüthlichkeit verschwunden. Herr v. Marnand schloß Keulenschlag wirken, daß sie seinen Gegner verblüffen und näre, Aufrührer, unerbittliche Feinde der zu ihrer Zeit be- sich, wie in eine Festung, in ein halb schmollendes, halb träumerisches Schweigen ein. Seine Schwester verrichtete ihr niederschmettern würde. Doch wie erschrat er, als René ruhig stehenden Verhältnisse waren. Sie wollen mich doch nicht etwa dahin bringen, Ihre Amt als Wirthin mit gereizter Höflichkeit. Die Kinder entgegnete: Kommunards als Helden zu bewundern? versuchte Herr selbst, die dem Auftritt beigewohnt hatten, ohne ihn zu beWarum nicht? Warum! Warum! wiederholte Herr von Marnand, von Marnand spöttisch einzuwerfen. Da soll es ehrliche greifen, flüsterten schüchtern unter einander wie Vögelchen, der in der Verwirrung seiner Gedanken nicht gleich die Leute geben! Gehen Sie doch! Werfen Sie nur einen die ein Gewitterfturm erschreckt hat. Man wechselte noch passenden Worte wiederfand. Weil sie Räuber, Mord- Blick in die Zeitungen. Nichts weiter als Banditen der einige leere Redensarten, die mehr dazu bestimmt waren, die Gedanken zu verbergen, als sie zum Ausdruck brenner, Mörder sind! Tollhäusler oder Verbrecher! Vom schlimmsten Sorte! René durchlief ein nervöses Beben. Seine Stimme zu bringen, und die Familie Messant verabschiedete sich Fusel oder vom Hochmuth berauschte Wilde! Abschaum der Großstadt, dessen Frankreich sich mit vollem Recht ent- zitterte. Mit zusammengepreßten Zähnen, aber äußerlich von der Wirthin, die keinerlei Anstrengung machte, sie ruhig sprach er langsam die Worte: zurückzuhalten. ledigt hat. deS leider verstorbenen Bracke, als er lS7S im Reichstag den Mackern des Sozialistengesetzes das Hohnwort ins Angesicht schleuderte:„Wir pfeifen auf Euer Gesetz." Und die Tragik dieses Vollmar'schen Vorwurfs wird wiederum zur Komik, wenn ich daran erinnere, daß die„Nordd. Allg. Ztg." und eine ganze Reih« ähnlicher Prehorgane die An- schauung kolportiren: „Der Streit zwischen Volkmar und Bebel ist ein abgekartetes Spiel, um die drohende Ver- schärfung der Gesetze gegen die Sozialdemo- kratre zu verhinder n." Wahrlich, so oft Vollmar tragisch wird, hat er Pech, und daß er auch mit seiner übrigen Beweisführung Pech hat, werde 'ch ihm weiter zeigen. A. Bebel. VolitilÄze UebevNlfct. Berlin, den 27. November. Vom Zickzackkurs. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt in ihrer bekannten Schrift: „Unsere neuliche Mittheilung, daß die Absicht bestehe, dem Reichstage bei seinem Zusammentritt nur die Umsturz- vorläge zugehen zu lassen, war, wie nähere Erkundigungen ergeben haben, eine i r r t h ü m l i ch e. Wir haben vielmehr allen Grund, anzunehmen, daß man an maßgebender Stelle nach wie vor gesonnen ist, an der bisherigen Praxis festzuhalten, wonach dem Reichstage bei Beginn der Session sämmtliche bis da- hin fertig ge st ellte Vorlagen, also auch namentlich der Etat, sogleich überwiesen werden. Der„Reicksanzeiger" bestätigt heute Abend die Mit- theilung der„Nordd. Allg. Ztg."— Für die Vermehrung der Marine macht die„Kreuz- Zeitung" heute Stimmung. Sie schreibt: Die Schwierigkeiten, die neuerdings wieder in Samoa auf- tauchen, und die Kette der Revolutionen, welche sich von Mittel- amerika durch ganz Südamerika zieht, die Nolhwendigkeit, unsere Interessen in Afrika und in Ost- Asien zu wahren, hat die Un- zulänglichkeit unserer Streitmittel zur See. namentlich unserer Kreuzer» Flottille, so deutlich zu Tage treten lassen, daß eine Remedur wohl unerläßlich erscheint. Die Konservativen, welche während der letzten Reichs- tagssession für die Zollpolitik des Reichskanzlers mit der Ablehnung militärischer Mehrerfordernisse Revanche nahmen, wollen wohl jetzt zeigen, daß die Ernennung des Herrn v. Hammerstein-Loxten zum preußischen Landwirthschafts- minister von ihnen in der Form der Zustimmung zu allen Forderungen des Kriegsministers und des Staatssekretärs der Marine quittirt wird. Das deutsche Volk soll wieder einmal die Zeche bezahlen.— Der Gesetzentwurf, betr. die Tabak-Fabrikatsteuer, soll soweit vorl ercitet sein, daß er in nächster Zeit wird an den Bundesrath gebracht werden können.— Das Strafgesetz gegen den Sklavcnraub und den Sklavenhandel, welches am Donnerstag den Bundesrath beschäftigte, ist nach einer offiziösen Mittheilung eine nur wenig veränderte Wiederholung des Gesetzentwurfs, der bereits im Jahre 1891 dem Reichstag zuging, damals aber nur in einer Kommission, die ihm in allen seinen Theilen zustimmte, nicht aber mehr im Plenum des Reichstags zur Erledigung gelangte. Ter gegenwärtig dem Bundesrath vorliegende Entwurf enthält gegenüber dem früheren eine Verschärfung der Strafbestimmungen gegen die Veranstalter und Anführer von Sklavenraubzügen für den Fall, daß bei dem Unternehmen der Tod einer der Personen, gegen die es gerichtet war, verursacht worden ist. Auch die ent- sprechenden Strasbestimmungen gegen den Sklavenraub gc- richteter Gesetze des Auslandes sind wesentlich schärfer als in dem Gesetzentwurf von 1891.— Das klägliche Wirrsal der deutschen Reichs- Politik hat in Frankreich zur Folge gehabt, daß die Zeitungen von den deutschen Angelegenheiten unter der wenig schmeichelhaften Ueberschrist„Chosvs d'Allemagne" sprechen, d. h. wörtlich:„Tinge von Deutschland"— nach Art der Cbosss d'Espagne— Cosas d'Espana der„Spanischen Dinge", welcher Ausdruck auf französisch ungefähr so viel heißt als aus deutsch: polnische Wirthschaft.— Steginüller hat die Konsequenz ans den Beschlüssen des Frankfurter Parteitages gezogen, er hat den Präsidenten der badischen Kammer benachrichtigt, daß er sein Mandat niederlege. Herr Dr. Rüdt hat es bisher unterlassen, seinem Austritte ans der Partei den aus dem badischen Landtage folgen zu lassen.— Begnadigt. In den Zeitungen lesen wir: Baron v. Zedlitz, der vor etwa LVa Jahren als Student in Leipzig die P r o st i t u i r t e Meißner in deren in der Brüder- Als Herr von Marnand mit Frau Roveray allein ge- blieben war— die Kinder waren zum Spielen in den Garten hinausaeschickt worden— entlud sich seine üble Laune in abgerissenen Sätzen. Eine nette Gesell- schast, diese Messants: Wie seine Schwester nur den unverzeihlichen Leichtsinn begehen konnte, sie bei sich zu empfangen! Ihm zuzumuthen, daß er sich mit solchen Leuten abgeben sollte! Leute. die zu allem fähig waren, die von der Polizei überwacht und eingesperrt werden sollten! Wer konnte denn wissen, ob sie nicht Raub, Mord und Brandstiftung aus dem Gewissen hatten? Und nun daran zu denken, daß der Sohn, ein unverschämter Bursche, ein Gelbschnabel ohne Grundsätze, ohne Moral Kindern der Stadt Unterricht im Französischen geben sollte! Es sei eine Schande... Frau Roveray war ganz bestürzt und jammerte. Wer hätte das gedacht? Wer hätte das sagen können? Diese Messants hätten so hochgestellte Verwandte! Wem solle man jetzt noch trauen. Die widerstrebendsten Gefühle stritten in ihr. Als Hausbesitzerin war sie froh, das zweite Stock- werk ihres Hauses aus zwei Jahre vermiethet zu haben. Als Angehörige der Bourgeoisie, als eine geborene von Marnand war sie empört, ausgebracht. Sie konnte sie doch nicht auf die Straße hinauswerfen. Sie mußte sie fortan zu ertragen versuchen, da Abhilfe nicht möglich war. Wenigstens aber wollte sie die gesammte„gute Ge- stllschaft" von Vcvey warnen, damit sie die Messant's in Quarantäne hielten. Im oberen Stockwerk schalt Frau Messant ihren Sohn, weil er es an Nachgiebigkeit und Klugheit hätte fehlen lassen. Sie sah ihn schon im ganzen Lande in Acht und Bann erklärt, seines AmteS entsetzt, ausgewiesen. Mit vieler Mühe nur konnte ihr Gatte sie beruhigen. Am Ende seiner Auseinandersetzungen rief er endlich: Zum Teufel, Dein Sohn hat recht gethan. Wolltest Du denn, daß er sich von diesem Einfaltspinsel ruhig be- jchiinpjcn lasten sollte? straße gelegenen Wohnung erschoß und hierfür wegen Tobt- s ch l a g s vom Schwurgericht zu Leipzig zu vier Jahren Ge- fängniß und Ehrverlust verurtheilt worden war, ist begnadigt und aus der Strafanstalt Zwickau entlasten worden, v. Zedlitz. der also den größeren Theil der Strafe verbüßt hat, soll sehr elend aussehen. Ein würdiges Objekt der„Gnade"— dieser„Edelste"!— In dem Bericht über den Hans Blum-Prozeß ist von einem Fall L i e bk n e ch t- Geiser die Rede. Genosse Lieb- knecht hatte mit der Sache nichts zu thun. Es muß heißen F r o h m e- Geiser. Der Prozeß war bekanntlich einer der skandalösesten Auswüchse des Sozialistengesetzes.— In der Beleidigungsklage, die Hans Blum gegen unseren Redakteur Pötzsch angestellt hat, war von dem Ver- theidiger Rechtsanwalt Heine beantragt worden, Blum sollte persönlich erscheinen, damit er ihm die Unrichtigkeiten seines berühmten Buchs vorhalten könnte. Blum erklärte, er könnte nicht kommen. Außerdem hatte der Vertheidiger gefordert, Blum sollte die„amtlichen stenographischen Protokolle", die er zu besitzen vorgiebt, und aus denen die Verschwörung deutscher Sozialdemokraten mit Boulanger hervorgehen soll, auf der Gerichtsschreiberei niederlegen. Blum erklärte auch dies für unmöglich, weil die Papiere nicht ihm gehörten. Jetzt verlangte Rechtsanwalt Heine, daß Blum die Akten, wenn er sie dem Gericht nicht an- vertrauen könnte, persönlich im Termin vorlegen sollte. Wie wird er sich nun herausziehen?— Die ungarische Ministerkrise ist verschoben. Der hochoffiziösen„Budapester Korrespondenz" zufolge kann es nunmehr als sicher gelten, daß die Sanktion der drei er- ledigtcn kirchenpolitischen Vorlagen demnächst bevorsteht. Darauf würde das Oberhaus neuerdings die übrigen zwei Gesetzentwürfe verhandeln. Der Sohn Kossuth's ist in den ungarischen Unterthanen- Verband aufgenommen worden.-~ Die Mastregelnng des italienischen Professors Ferri, des bedeutendsten Slrafrechtslehrers von Italien, ist in einer so gemeinen, hinterlistigen Weise erfolgt, daß sie doppelte Brandmarknng verdient. Es war kein offener Akt der Brutalität, sondern ein seiger Streich aus dem Hinter- halt, indem Herr Crispi die servile Rechtsfakultät der Universität Pisa bestimmle, Ferri unter dem nichtsnutzigen Vorwand, daß er nicht genug Vorlesungen gehalten habe, die Lehrberechtigung zu entziehen. Ferri hat allerdings das letzte Jahr blos 42 Mal Kolleg gelesen, während seine Unwersitätskollegen durchschnittlich 50 Mal lesen; dafür aber hat er mit seinen Hörern häufig die Irrenhäuser und Gesängniffe besucht, und ihnen dort prak- tische Lehrkurse ertheilt. In allen Kreisen Italiens, wo noch Gefühl für Ehrlichkeit und Anstand vorhanden ist, wird die Maßregelung Ferri's als einer der niederträchtigsten Streiche Crispi's verurtheilt.— Aus Italien wird uns geschrieben: Giuseppe Sergi, Prosessor der Universität in Rom, einer der bedeutendsten Philosophen Italiens, schrieb an unseren jüngst voni hiesigen Gerichte zu längerer Gefängnißstrafe ver- urtheilten Genossen Rechtsauwalt Turati folgenden Brief, den wir in der„Critica Sociale" abgedruckt finden: „Lieder Turati! Aus den Blättern erfahre ich Ihre und Prampolini's Berurlheilung; das schmerzt mich tief, sehr tief, und— verzeihen Sie— nicht so Ihretwegen, als uni der armen Jtalia willen, die gleichsam durch Strychnineinspritznngcn fort- während zu Zuckungen gereizt wird, welche sie schließlich entweder tödten oder heftig reagiren machen werden. Während der letzten Sommerferien lag ich wieder einmal Settembrini's„Denkwürdigkeiten", und als ich so nachdachte, glaubte ich, wieder in Sizilien, meinem Heimathlande, zu sein, zwischen meinem 17. und IS. Lebensjahre, als die Furcht, die in den Adern der Bourbonen zirkulirte, den Polizeischrecken schuf. Die jugendliche Seele wurde damals nur muthiger und stolzer, anstatt zu zittern und das führte uns Studenten zur nationalen Schilderhebung. Ich gehöre keinem einzigen Vereine, welcher Art er auch sein mag, a», weil mich ein vielleicht übertriebenes Gefühl persön- licher Unabhängigkeil beseelt; ich bin, wie Sie wissen, nicht Sozialist; aber meines Erachtens ist die sozialistische Bewegung nützlich für eine künftige soziale Evolution. Den Gedanken unterdrücken, das heißt: die Quellen des Lebens ver- stopsen; und jetzt sehe ich, daß keiner von uns mehr in seinem eigenen Hause sicher ist, weil keine Freiheil respeklirt wird. Die Zuckungen der mit Strychnin gefütterten Jtalia werden häufiger, und die Lebensperiode, die die ärmste durchmacht, gleicht dem Todeskampfe eines Vergifteten. Dulden Sie mit Festigkeit! Ihr Giuseppe Sergi." Aus dem Staatsgefängnisse aus Jschia(„Castello d'Jschia") ist hier folgendes Schreiben eingetrosten:„Von den Rens empfand eine wirkliche Erleichterung. Es war ihm, als hätte er eine Maske abgenommen�, die ihn be- lästigte und am freien Athmen hinderte. Komme, was da kommen mag! sagte er sich. Es ist mir lieber, daß man weiß, wer ich bin. In den nächsten Tagen konnte er an dem Tuscheln hinter seinem Rücken merken, daß Frau Roveray geplaudert hatte. Einige Personen, begabt mit der Unver- schämtheit, deren Geheimniß die gute Gesellschaft aller Länder besitzt, thaten sogar, als kannten sie ihn nicht mehr. Doch betrachtete man ihn alles im allem mehr mit Neugier als mit Uebelwollen. Keiner seiner Schüler erlaubte sich auch nur die leiseste Anspielung darauf, daß Reiiö ein Flüchtling war. Keiner seiner Kollegen richtete eine indiskrete Frage an ihn. Selbst derjenige unter ihnen, der die Gewohnheit hatte, die ungezogenen Rangen mit Namen wie„Kommunard" zu belegen, enthielt sich fortan dieses rednerischen Mittels. In der Schweiz ist man daran gewöhnt, überall Ge- ächtete zu sehen. Aus allen Ecken und Enden Europas kamen sie ja hierher, um in dem gastlichen Lande ein Asyl zu suchen. Viele unter ihnen verwandelte der wechselnde Laus der politischen Ereignisse später in Minister, in Gesandte, ja sogar in Könige und Kaiser! Mail nimmt hier die heftigen Anklagen, mit denen die siegende Partei der besiegten gegenüber niemals kargt, nur mit Vorbehalt auf. Frau Messant selbst, die allmälig ruhiger würbe, konnte befriedigt feststellen, daß eS in ihrer Umgebung viele Herzen gab, die größer und edler dachten, als der sehr ehrenwerthe, fromme Herr von Mar- nand. Frau Roveray gehörte nicht zu diesen. Sie wagte es allerdings nicht, ihren Miethern einen kurzen, steifen Gruß zu verweigern, doch hatte sie ihren Kindern streng verboten, jemals wieder einen Fuß in die Meffant'sche Behausung zu setzen. Henri ivnßte sich darüber zu trösten, weil er seinen Lchrqz.- iii der Schule sah und oft avs dem Wege dorthin ilutJIRz- auf grund des Ausnabmegesetzes vom 19. Juli 1894 eingesetzten Provinzausschüssen zu Zwangsdomizil verurtheilt, glaubten wir, daß wir in derselben Weise behandelt werden würden, wie alle anderen Sträflinge, die die Inseln des herrlichen italienische» Landes bevölkern. Aber gerade das Gegentheil geschieht, und es scheint wirklich, als ob man teuflische Mittel ausklügele, um uns unsere Lage noch trostloser erscheinen zu lassen und uns noch weit schlechter zu behandeln, als gemeine Verbrecher der schlimmsten Sorte behandelt werden. Denn während die Sträflinge an anderen Orten täglich 50 Centesimi (40 Pf.) erhalten und sich überdies noch in irgend einer anderen Weise beschäftigen und etwas hinzuverdienen können, werden wir hier wie Leute behandelt, die jeder menschlichen Rücksicht unwürdig sind, und gezwungen, fortwährend in diesem geschleiften Kastell eingeschlossen zu bleiben, als wären wir zu Gefängniß oder, noch schlimmer, zu Zuchthaus verurtheilt; wir werden wider unseren Willen zu entnervendem Müssiggange gezwungen und mit ver- schimmeltem Brot und miserabler Suppe gefüttert, die für den täglichen Lebensunterhalt ganz ungenügend ist. Und wenn unsere Familien, unter ungeheueren Opfern, uns etwas Geld schicken, damit wir uns etwas besser nähren können. verschwindet es in dem gierigen Schlund eines Schankwirths. der von der Regierung für uns als„Lieferant" engagirt wurde, und der uns in der unverschämtesten Weise ausbeulet. Beschwerden über Beschwerden sind an die„zuständigen Behörden" gerichtet worden, aber die Herren am grünen Tische haben für uns keine Zeit, und, in Ermangelung von Brot und Suppe, sind wir ge- »öthigt, uns mit süßen Versprechungen füttern zu lassen. Da uns also von denen, die dazu verpflichtet wären, kein Recht zu Theil wird, und da man ans unsere gerechten Klagen entweder mit Gleichgiltigkeit oder mit der Slraszelle antwortet. haben wir beschlossen, uns an die unparteiische Presse zu wenden. damit unsere Beschwerden zur Kenntniß der Publikums gebracht werden; wir wollen doch sehen, ob es uns mit diesem Mittel gelingt, die Behörden aus ihrer schmachvollen Apathie aufzu- rütteln. Haben sie doch bis heute noch nicht daran gedacht, uns ein menschenwürdiges Nachtlager zu verschassen; man ver- sagt uns selbst jene elende Wollendecke, die sogar den Zucht- hänslern und den zu Galeerenstrafe verurtheilten Verbrechern ge- geben wird. Wir wissen nicht einmal, ob wenigstens eine von unseren an das Ministerium gerichtete» Beschwerden an ihren Bestimmungs- ort gelangt, oder ob das Ministerium plötzlich taub geworden ist. Uns genügt es, daß das Publikum wisse, in welcher schändlichen Weise wir behandelt werden, auf daß Jeder- mann erfahre, daß unter der Diktatur des Herrn Crispi die wegen„Meinungsverschiedenheit" verurtheilten Männer schlimmer behandelt werden als die politischen„Verbrecher" und die revolutionären Patrioten unter der Regierung der Bourbonen und der Päpste behandelt wurden."— Für die Expedition nach Madagascar hat die französische Depntirtenkammer der Vorlage der Regierung, Ausrüstung eines Expeditionskorps und Bewilligung von 65 Millionen Franks zugestimmt. Die sozialdemokratische Fraktion, die aus prinzipiellen Gründen die Vorlage ab- lehnte, hat mit Recht daraus hingewiesen, daß zahlreiche andere Gcldforderungen für Madagascar dem 65 Millionen« Kredit folgen werden.— Zur Eisenbahn-Kontrolle in Frankreich. Man schreibt uns aus Paris unterm 18. November: Wie die Kontrolle beschaffen ist, der die Eisenbahnen in Frankreich unterliegen, das hat Genosse Viviani zum Aerger des Arbeitsministers Barthou in der gestrigen Sitzung der Kammer gezeigt. Auf eine die Eisenbahn-Kontrolle betreffende Jnter- pellaiion, in der auf die übermäßig lange Arbeitszeit der Eisen- vahn-Bediensteten und der damit zusammenhängenden Unfälle hingewiesen wurde, hatte Barthou als Antwort nichts Besseres gewußt, als das Lob der verschiedenen von ihm und seinen Vor- gängern erlassenen Zirkulare zu singen, die den Eisenbahn» Kompagnien dies und jenes vorschreiben. Was nützen aber alle Vorschriften, wenn für deren Durchführung nicht gehörig gesorgt, wenn seitens der mit der Kontrolle betrauten Beainlen alles Mögliche gethan wird, um nichts An- stößiges vorzufinden. So fragte Viviani etwas boshaft, ob etwa eine Tienstverordnung bestehe, die es den Kontrollbeamten erlaubt, die Eisenbahn-Kompagnien im vorhinein von ihrer An- kunst zu verständigen, und legte der Kammer gleichzeitig ein Schriftstück vor, das seine Auschuldigung vollans bestätigt. Es ist' dies ein vollständiges Verzeichniß der Reiseroute eines In- spektionsbeamten sammt Angabe der Zeit seiner Abreise wie seines Eintreffens. Daß unter solchen Umständen von einer ernsten Kontrolle keine Rede sein kann, ist selbstverständlich. Dazu kommt noch, daß die Kompagnien ihre Bediensteten dazu anhalten, den Konlrollbeamtcn ausweichende Antworten zu geben. wie dies aus einem gleichfalls von Viviani vorgebrachten Zikular der Nord- Eisenbahn— Direktor: A.Rothschild, Vizedirektor: Leon Say— erhellt, das unterm Datum des 27. März 1894 die Bahn- und Stationschefs von der Inspektionsreise der Kontroll- beamtet, verständigt und ihnen gleichzeitig in Erinnerung bringt, daß sie sich bei Ertheilung von Auskünften der größten Rück- Haltung zu befleißigen haben. Nur so seien Unfälle wie der von Appilly möglich und Viviani verlangte darum, daß die Rc- gierung diesbezüglich beauftragt werde, gegen die Direktion und zusammentras. Annette konnte sich nur stumm gegen den mütterlichen Willen empören. Aus aufgefangenen Brocken der Unterhaltung hatte sie entnommen, daß Rens aus Gründen, die sie sich nur schlecht erklären konnte, sein Vater- land nicht betreten durfte. Das war für sie ein Grund, ihn noch nicbr zu lieben. War das nicht gerecht, da er doch unglückluy war? Auch verging kaum ein Tag, ohne daß sie ihm zufällig auf der Treppe oder im Garten begegnete, und hier bot sid) stets Gelegenheit zu einem verstohlenen Gruß, einem Lächeln oder einem freund- lichen Wort. Wenn ihre Mutter ausging, dann stieg sie schnell, die tände voll Blumen, hinauf in die Wohnung ihrer Freunde. ie erschien und verschwand wieder. Einmal jedoch wurde sie von ihrer Mutter auf der Rückkehr von einem dieser heimlichm Ausflüge überrascht. Ein schreckliches Haus- gewitler folgte dann. Ungehorsam gegen ausdrückliche Be- fehle, das war der Weg zu allen Verbrechen! Dazu kam noch, daß Annette ihrer Mutter tapfer gegenübcrtrat. Sie wagte es, zu erklären, daß das Verbot ihrer Mutter un- gerecht, lächerlich, schimpflich sei, daß die Familie Messant sehr gut, sehr liebenswürdig wäre.... Da faßte Frau Roveray, die der Zorn fast erstickte, einen großen Entschluß. Dieser rebellische Charakter mußte gebeugt werden. Sie bestimmte, daß ihre Tochter auf mehrere Jahre in einem Pensionat der deutschen Schweiz untergebracht werden sollte. Die arme Kleine weinte heftig beim Abschied, vor allem deshalb, weil sie nicht, wie sie so gern wollte, denen Lebewohl sagen konnte, von denen man sie trennte. Traurig dachte sie daran, daß sie nun bald vergessen sein würde, und doch geschah es zum ersten Male, daß Rens, als er das reizende Lächeln und das kluge Gesichtchen seiner kleinen, blonden Freundin nicht mehr sah, mit einem mit Verwunderung gemischten Bedauern empfand, daß seinem Leben plötzlich etwas wie ein frischer Frühlingshauch fehle. (Fortsetzung folgt.) Verwaltung der Nordbahn eine gerichtliche Untersuchung einzu. 11868 unter Strafe fteben, wird gestattet, fich Art Ausfälle gegen bie legteren nicht zu unterbrüden gewußt Teiten. Anstatt nun die Anklagen zu entkräften, was angesichts überall im Reiche aufzuhalten unter Wiederherstellung hat, die den Riß zwischen ihm und seinen früheren Kampfgenoffen der erwähnten Tokumente allerdings etwas schwierig war, zog ihrer Geburtsrechte; Eigenthumsrechte, durch Dienst noch erweitert haben. Herr Barthou vor, den Beleidigten zu spielen, was nicht nur erworbene Rechte, Rang und Orden werden denselben nicht Die Niederlage der Liberalen bei der Nachwahl in Forviel leichter war, sondern ihm auch den Beifall der Say, Aynard zurückverliehen. farshire wird auf lokale Zwiftigkeiten im Schooße der und aller sonstigen Verwaltungsräthe und Aktionäre sicherte. Man sieht hieraus schon, wie Recht wir hatten, denen Partei und das sehr radikale Programm ihres unionistischen Daß Viviani's Antrag schließlich mit großer Majorität abgelehnt au mißtrauen, welche von einer liberalen Aera in Ruß- Gegners zurückgeführt, der, von Homerule und der Lordsfrage wurde, ist bei der Zusammensetzung diefer Rammer fast selbst- land faselten. verständlich. Das hat aber nicht gehindert, daß das Land nun von den Praktiken unterrichtet ist, die bei der Kontrolle der Eisenbahnen geübt werden und dieser Zweck, worauf es ja der sozialistischen Gruppe hauptsächlich ankam, ist durch das Auftreten Viviani's vollkommen erreicht worden. um um = = Berlin, 27. November 1894. " Paul Singer. Die Wahlen für den Londoner Schulrath, " = P 0 am 25. November Leipzig als Versammlungsort für das nächste Jahr erwählt, und alsdann nach 8 Uhr die Versammlung durch den Vorsitzen den mit dem Dank an die Anwesenden und dem Wunsche, daß das angefangene große Werk blühen und gedeihen möge, geschlossen. Besteuerung der Konsumvereine. In Sachen der Konsumvereine hat das Ober- Verwaltungsgericht in einem Spezialfall in Breslau eine bedeutsame Entscheidung getroffen, worüber die Breslauer Zeitung" berichtet: Die Breslauer abgesehen, in Versprechung schöner Dinge die Liberalen uoch um etliche Nasenlängen zurückließ. Das würde indeß wohl schwerlich Die Kreuz- Zeitung" beantwortet meine Nochmalige ausgesehen hätte. Eine Partei, die große Schäße austheilen, viel ausgemacht haben, wenn es im liberalen Lager sonst gefund Erklärung"( veröffentlicht in Nr. 275 des Vorwärts") einen Feldzug, wie den jetzt gegen die Lords unternommenen, in ihrer gestrigen Abendnummer und sagt u. A.: durchführen will, darf sich nicht alle Augenblicke noch innere Es muß genügen, wenn die Urheber der Konflikte leisten können. Wenn die es dennoch kann, so desto Wohin das Geld geht, oder Moloch 3 Appetit. Nachricht durch Zeugenaussagen vor Gericht den Beweis der schlimmer für den angekündigten Feldzug. Am vorigen Mittwoch hat der Abgeordnete Jules Roche in Wahrheit zu erbringen und die gesetzliche Verantwortlichkeit der französischen Deputirtentammer einen Bericht über das Kriegsbudget für 1895 eingebracht. uns vor Gericht zu zitiren, und beschränkt er sich darauf, zu tragen bereit sind. Verzichtet Herr Singer darauf, Soziale Ueberlicht. Der Referent vergleicht darin die Krieg 3 gegen unseren Gewährsmann unverbindliche Erklärungen zu budgets Deutschlands und Frankreichs mit erlassen, so steht eben Behauptung gegen Behauptung, Krantenkaffen hat am 23. d. M. in Frankfurt a. M. ge Die Versammlung der Verbände deutscher Ortseinander. In den Jahren von 1870/71 bis 1887 war und wir haben umso mehr Ursache, für die Mittheilungen tagt. Anwesend waren Delegirte aus allen Theilen Deutschdas französische Kriegsbudget entschieden höher, seit unseres Gewährsmannes Glauben zu beanspruchen." lands. Der Entwurf der Statutenberathungs- Kommission wurde her aber wurde in Deutschland mehr Hiermit bezeichnet die Kreuz- Zeitung" die in ihrem mit geringen Aenderungen angenommen. Zum Vorsitzenden des ausgegeben als in Frankreich, im Jahre 1887 Artikel vom 18. d. M. ausgesprochenen ehrenrührigen Be- Bentralverbandes wurde Schnegelberger. Wiesbaden 124 635 403 Franks, 1888 um 55 395 660 Frants, hauptungen als gegen mich gerichtet und giebt mir gewählt, als Vorort Wiesbaden bestimmt. Als Organ des 1889 um 71 958,276 Frants, 1890 um 25 903 067 dadurch die Möglichkeit, den verantwortlichen Redakteur Bentralverbandes wurde die in Berlin erscheinende Zeitschrift: Franks, 1891 um 148129 746 Franks, 1892 Die Arbeiter- Versorgung" bestimmt. der Kreuz Zeitung" zu zwingen, diese Behauptungen 53 980 538 Frants, 1893 um 108 397 472 Frants, 1894 gerichtlich zu beweisen. Auf Antrag Nitsche Gera wurde alsdann folgende Resolution angenommen:" Der Verbandstag der deutschen um 164 528 850 Franks und für 1895 erreichen die MehrDie Kreuz Zeitung" erklärt sich durch ihren gestrigen Orts- Krankenkassen zu Frankfurt a. M. ausgaben 181 498 697 Frants. Im Ganzen also seit Artikel bereit, vor Gericht den Beweis der Wahrheit 1894 erkennt die Nothwendigkeit der Umänderung des neun Jahren um 934 Millionen. Nach dem dafür zu erbringen, daß ich daß ich der Helfershelfer der Unfallversicherungs Gesetzes vom 6. Juli 1884 nament: Kriege wurde, wie bereits erwähnt, in Frankreich mehr für von der„ Kreuz- Zeitung" behaupteten Manipulationen mit lich in bezug auf die Bestimmungen über die Rechte und das Heer geopfert als in Deutschland, so zwar 1877 um Münchener Brauhaus- Aktien gewesen sei, daß ich ferner Pflichten der Orts- Krankenkassen an. Es empfiehlt sich deshalb 200 419 879, 1878 um 185 945 372, 1879 um 166 640 756, meine Parteigenossen als Schachfiguren in dem Spiel vorstellig zu werden, daß bei den Beratungen der Novelle 1880 um 149025 331, 1881 um 142942757,1882 um 207 265 693, einiger Kapitalisten gegen andere Kapitalisten hin und achtlich gehört werde, um sich hierüber zu äußern und eventuell möglichst der Vorstand der Deutschen Orts Krankenkassen gut. 1883 um 182 162 904, 1884 um 146 236 231, 1885 um hergeschoben habe, und daß ich der Auswucherung von Sozial- Anträge stellen zu können." Ferner wird angenommen der von 75 790 548, 1886 um 170 359 203 Frants. Das 1893 vom demokraten durch Sozialdemokraten schuldig sei. dem Borsitzenden vertretene Antrag des Ausschusses der Freien deutschen Reichstage genehmigte Heeresgeseh, das eine VerDas Alles will der Chef- Redakteur der Kreuz- Zeitung", Vereinigung von Krankenkassen im Regierungsbezirk Wiesbaden, mehrung der Effektivbestände durchführt, bringt es mit sich, der Reichstags- Abgeordnete Freiherr von Hammerstein, vor eine weitere Eingabe an die Reichsregierung zu machen, um daß die Differenz zu gunsten des deutschen Kriegsbudgets Gericht beweisen. Gut, er soll die Gelegenheit haben: ich Herabsetzung der Rücklagen in den Reservefonds der Krankenzwei Siebentel des französischen, 637 888 370 Frants, aus- habe heute meinen Rechtsbeistand beauftragt, die Ver- faffen von 10 auf 5 pCt. der Beiträge. Zum Schluß wird macht. Auch in betreff der Effektiv bestände der leumdungsklage gegen ihn einzuleiten. beiden Heere weist Jules Roche auf grund graphischer Zeichnungen nach, daß diejenigen Deutschlands seit 1892 ständig gleich hoch, diejenigen Frankreichs hingegen im Abnehmen begriffen sind. So ist in der deutschen Armee für 1894/95 ein Netto- Effektivbestand nach Abzug der Abwesenden von 540 725 Mann vorgesehen, in Frankreich hingegen nur 473 200 Mann und nach Abzug der Truppen Algeriens und Tunesiens nur noch 411 700 Mann. Dieser Umstand erklärt sich zur Genüge daraus, daß in schreibt uns unser Londoner Korrespondent, haben diesmal unter Stadtverordneten- Versammlung richtete auf grund eines im Deutschland die Effektivbestände immer gleich hoch bleiben, durchschnittlich doppelt so starker Betheiligung stattgefunden wie Sommer vorigen Jahres gefaßten Beschlusses an den Magiftrat vor drei Jahren. Die hochkirchliche Partei hat mit ihrem Zirkular das Ersuchen, bei dem Finanzminister die Heranziehung was in Frankreich nicht der Fall ist. Des Weiteren verweist über das Dreieinigkeitsdogma und ihrer oft thatsächlich verbrecheri- des hiesigen Konsumvereins, der mehr als 30 000 Mitglieder Jules Roche darauf, daß in Deutschland die ausgedienten Sol- schen Sparsamkeit sich so viel Feinde gemacht, daß sogar verschiedene zählt, zur Einkommensteuer zu beantragen. Diesem Ersuchen kam daten zwischen dem 25. u. 30. September beurlaubt, die Rekruten Tory- Blätter-" Pall Mall Gazette",„ St. James Gazette" 2c. Der Magistrat nach. Der Minister verfügte die Besteuerung des der Kavallerie und der berittenen Artillerie sofort nach Abgang gegen fie Stellung nahmen, andere sie nur sehr lahm vertheidigten. Vereins, worauf deffen Veranlagung erfolgte. Die gegen diese " Der Urlauber, die der Infanterie, Artillerie und Pioniere Wenn troßdem eine Mehrheit von„ Gemäßigten" gewähl: wurde, so Veranlagung erfolgte Reklamation wurde von der Einkommens zwischen dem 11. und 17. Oktober einberufen werden. In erstens weil das Schlagwort„ Sparsamkeit" Muſit ist in den die Einkommensteuer- Berufungs- Kommission den Verein für nicht steuer- Einschätzungskommission zurückgewiesen. Dagegen erklärte Ohren der Masse der großen und kleinen„ Shopkeeper" Frankreich hingegen werden die Mannschaften wie in denen bekanntlich auch sehr viel Staatsmänner, Gelehrte, Künstler, einkommensteuerpflichtig. Diefelbe Steuerbehörde legte jedoch, in Deutschland nach den großen Manövern, also Ende Literaten 2c. gehören- zweitens weil die Staatskirche mit ihrer Berfeg der erwähnten miniſteriellen Verfügung, gegen ihr eigenes September, beurlaubt, die Rekruten aber erst zwischen dem Bentralisation einen weitreichenden Einfluß ausübt, und drittens Urtheil Beschwerde beim Ober- Verwaltungsgericht ein. Diese 1. und 15. November, zumeist um den 12., also volle sechs weil, wie schon früher bemerkt, in den Reihen der Reaktionäre höchste Instanz für derartige Steuerangelegenheiten verwarf nun Wochen nach Abgang der Urlauber eingezogen. Auch hierin weniger Stimmenzersplitterung herrschte als in denen ihrer die Beschwerde und verfügte die Freilassung des Konsumvereins ist also Frankreich Deutschland gegenüber im Nachtheil. Gegner. Die Zahl der für" Gemäßigte" abgegebenen von der Einkommensteuer, da der die Rechte einer juristischen Wir wollen uns diese Zahlen merken. Und unsere Stimmen ist erheblich, um mindestens hunderttausend, geringer Person nicht besitzende Verein lediglich eine Personenmehrheit Abgeordneten werden im Reichstage Gelegenheit haben, sie als die ihrer Gegner, und doch stehen im neuen Rath 29 Ge- darstelle. reden zu laffen, damit das Lügenmärchen zerstört wird, das Ersteren als" unabhängig" gewählt find, darf man annehmen, Staaten von Nordamerika entbrannt. mäßigte 26 Progressisten" gegenüber. Da indeß einige der Ein Kampf um billigeres Brot ist in den Bereinigten deutsche Volt habe weniger für das Militär gethan, als daß es mit der absoluten Herrschaft der Kirchenpartei im Lon- und von Weizenmehl ist in der legten Zeit derart gefallen, daß Der Preis von Weizen Frankreich, und sei durch die Franzosen gezwungen, noch doner Schulrath vorbei ist. Das letzte Mal standen dort 33 Ge- das Ackerbau Departement in Washington fich veranlaßt sah, immer mehr zu thun. mäßigte" 22 Progressisten gegenüber. auf diese Thatsache hinzuweisen, um die Brotproduzenten des Die Kage läßt nicht vom Mausen und der zu bemessen. Ein Theil der Sozialisten und Arbeiterführer ging In einigen Städten haben denn auch die Bäcker Einsicht genug Die Stärke des sozialistischen und Arbeitervotums ist schwer Landes zu veranlassen, den Preis für ihr Produkt herabzusetzen. Sozialistentödter nicht vom Lügen und Fälschen. Bei der mit den Progressisten und in einigen Bezirken traten die gehabt, sich nicht erst durch eine Voltsbewegung zur Herabsehung Letzten Sozialistendebatte in der französischen Kammer Progressisten mehr oder minder entschieden für die unabhängig des Brotpreises zwingen zu lassen, indem sie ohne weiteres ihr erklärte der ordnungsparteiliche Abgeordnete Deschanel, von ihnen aufgestellten sozialdemokratischen Arbeiterkandidaturen Brot billiger verkauften. In New- York und Umgegend aber die deutschen Sozialisten hätten 1875 einen Emissär ein, d. h. für Kandidaten, die von der sozialdemokratischen scheinen die Bäcker, klein und groß, der Meinung zu sein, daß nach Paris geschickt, durch den das erste sozialistische Föderation aufgestellt und vom Trades Council und der Inde sie auf die Masse des Volkes keine Rücksicht zu nehmen haben. Wahlmanifest in Frankreich( bei den Wahlen des sechsten pendent Labour Party unterstügt worden sind. So in N. Sie nehmen, trotzdem der Preis des Weizens und des Mehls Arrondissements von Paris im Jahre 1876) veranlaßt Marylebone, in Chelsea und in Greenwich, und dort erhielten unter die Hälfte des früheren Preises gesunken ist, immer noch den worden sei. Herr Deschanel brachte unsern Freund De- diefe Kandidaten auch ansehnliche Minoritäten, in Marylebone alten Preis von 5 Gents für den Laib Brot, und stecken in dieser 13 845, in Chelsea 19 855 und in Greenwich 16 638 Stimmen ville mit diesem Manifest in Verbindung. Deville hat die was, da fast überall Häufungs--" Plump"- Boten abgegeben fache übertrifft. In Wirklichkeit steht die Sache so, daß die Bäckereien Weise einen Profit ein, der den früheren um das Doppelte und Dreiganze Jagdgeschichte als eine haltlose Erfindung be- wurden, einer Wählerzahl von 10-12 000 entspricht. bei dem gleichen Profit wie früher den Laib Brot, für den jetzt zeichnet, und mir bezeichnen ste als nieder: Aber keiner der unabhängig aufgestellten sozialdemokratischen 5 Cents gezahlt werden, um 21/4 bis 21/2 Cents geben tönnen. trächtige Lüge. Es ist merkwürdig, daß die Bour- Kandidaten ist gewählt worden, und wo solche im Gegensatz zu Aber die Bäder sträuben sich gegen jede Preisherabsetzung. Wenn geoisie aller Länder den Sozialismus für ein fremdes Progressisten kandidirten, war auch ihre Stimmenzahl nur eine es sich um eine Lohnreduktion ihrer Arbeiter handeln würde, Gewächs hält, was beiläufig so recht deutlich die Unfähig mäßige. In zwei Kreisen- Finsbury und Southwark- wären wären sie sicherlich eher bei der Hand. Selbst die in anbetracht keit des Bourgeoishirns zeigt, den gesellschaftlichen Ent- die mit den Progressiften allirten Sozialisten gewählt worden, der Umstände so geringfügige Preisreduktion von 5 auf 4 Gents wickelungsprozeß zu verstehen. wenn es ihnen gelungen wäre, sämmtliche sozialdemokratische pro Laib findet den größten Widerstand in den Kreisen der Stimmen auf sich zu vereinigen. In Hackney wurde der christ- Interessenten. Unser New- Yorker Partei- Organ fordert die Robin, deffen Berufung an die neue Brüsseler Uni- liche Sozialist Stewart Headlam mit 27 301 Stimmen wieder, Arbeiterschaft auf, die Bäcker zur Preisherabsehung zu zwingen versität wir gemeldet hatten, hat seinen Lehrkursus noch nicht der fabianische Sozialist Graham Wallas mit 24 417 Stimmen( wobei zweifellos ein Boytott ins Auge gefaßt ist) und bemerkt eröffnet. Das Direktorium der Universität hat ihm nicht, wie neugewählt, während die Kandidatin der sozialdemokratischen dazu:, Man wende nicht ein, daß es nicht der Mühe werth der Temps" boshafter und fälschlicher Weise mittheilte, die Föderation und des Trades Council, Miß Rose Jarvis, wäre, einen Kampf zu beginnen, der sich nur auf Reduktion des Borlesungen, wenigstens vorläufig, verboten, sondern er selbst hat 6719 Stimmen erhielt. Jezt, wo die Wahl vorüber, darf ich es Preises für ein einzelnes Lebensmittel bezieht. Die so an das Direktorium geschrieben, daß er vor Schluß der Unterwohl aussprechen, daß es mir nicht als gute Taftit argumentiren, sollten bedenken, daß es bei den jetzigen schlechten suchung, die seine Unschuld unzweifelhaft ergeben werde, sein erschienen ist, gerade bei der Schulrathswahl Headlam und Beiten tausende von Arbeiterfamilien giebt, die nur von Brot Amt nicht antreten wolle eine Handlungsweise, der wir nur Wallas sozialdemokratische Gegenkandidaten gegenüber zu stellen, und Kaffee leben, und daß der heranrückende Winter die Zahl unseren Beifall zollen können. denn Headlam hat sich im Schulrath tadellos, und selbst vom dieser Familien um Tausende vermehren wird. Da kommt es sozialdemokratischen Standpunkte aus besser benommen, als z. B. allerdings in Betracht, ob das Brot 5 oder blos 3 Cents foftet, Frau Annie Besant, und was man von der Politik der Fabianer und die Herabsehung des Preises auf 3 Cents ist möglich, wenn auch sonst halten mag, für den Schulrath war Graham Wallas die Arbeiter nur wollen." ein Mann, der seiner Zeit lieber seine sehr gute Lehrerstelle opferte, als das Abendmahl mitzunehmen, ein unanfechtbarer Kandidat. Hier wäre also eine Art Gottesfrieden" unter den Sozialisten gerechtfertigt, und, wie der Ausgang der Wahl gezeigt, auch zweckmäßiger gewesen. Hätte die sozialdemokratische Föderation ihre Mittel und ihre Energie auf solche Kreise konzentrirt, wo ihre Kandidaten beffere Chancen hatten, so hätte sie vielleicht doch in Chelsea und Greenwich ihre Kandidaten durchgesetzt. " Die norwegischen Wahlen. Die Wahlen zum Storthing sind beendet. Gewählt wurden im ganzen 59 von der Linken, 55 von der Rechten und den Moderaten gegen bisher 64 von der Linken und 50 von der Rechten und den Moderaten. Der Rücktritt des tonservativen Ministeriums wird sich somit nicht mehr lange vom König aufhalten lassen. Die öffentlichen Hinrichtungen in Spanien. Aus Madrid wird telegraphirt: Eine tgl. Verordnung schränkt die Deffentlichkeit bei Hinrichtungen ein. Die Hinrichtungen sollen fortan innerhalb der Gefängnißmauern vollzogen werden. " au " Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau. Hannover, 27. November. Wie der Hannoversche Courier" meldet, ist der Reichtags- Abgeordnete Leuß auf Ver fügung der Oberstaatsanwaltschaft in Celle wegen Verdachtes des Meineides wieder verhaftet worden. Troppan, 27. November. Der Bergarbeiterstreit in Peters Im übrigen ist die Frage, ob und inwieweit ein Kompromiß mit den Progressiften durch die Verhältnisse gerechtfertigt war, eine interne Angelegenheit der englischen Sozialdemokratie, wald ist beendet. in die wir uns nicht einmischen. Hätte es sich nur um Sofia, 27. November. Die Regierung brachte in der Der Gnadenerlaß des Zaren. Aus St. Petersburg die religiöse Frage gehandelt, so war die strikte Un- Sobranje einen Gesezentwurf ein, durch welchen alle auf die wird telegraphirt: abhängigkeit zweifelsohne die bessere Politik. Aber es stand Presse bezüglichen Sondergefeße sowie sämmtliche die Presse eins Ein anläßlich der Vermählung des Kaifers erlassenes, vom zugleich die Hebung und Demokratifirung des Unterrichts, die schränkenden Verfügungen aufgehoben werden. heutigen Tage datirtes Manifest gewährt im Gnadenwege Er- Stellung des Schulraths den Lehrern und Arbeitern gegenüber ( Depeschen- Burean Herold.) leichterungen bezüglich der Zahlung verschiedener Schulden an in Frage, und da die Progressisten in diesen Bunften ein gutes Wien, 27. November. In hiesigen informirten Kreisen wird die Krone, der Tilgung von Kronsdarlehen, der Zahlung von Programm, die meisten von ihnen auch eine gute Vergangenheit bestätigt, daß eine endgiltige Lösung der ungarischen Krise erst Zinsen; dasselbe erläßt mehrere Steuerrückstände, die Beitreibung hinter sich hatten, erklärt es sich, daß viele Sozialisten und, wie nach der Erledigung des Budgets erfolgen werde. Der Kaiser wird etlicher, der Krone verursachter Schaden, die Erhebung ver- der Ausgang der Wahl gezeigt hat, auch die Masse der Arbeiter sich dann persönlich nach Budapest begeben und mit den dortigen schiedener Geldstrafen und Nachrechnungen; ferner mildert oder ein Zusammengehen mit ihnen für zweckmäßig erachteten. Selbst leitenden parlamentarischen Persönlichkeiten in Verbindung treten, verkürzt das Manifest wegen Kriminalverbrechen erfolgte Verurthei- Ben Tillet von der Independent Labour Party erließ am Vor- damit die Lösung der Krisis, in welcher Form sie auch geschehe, lungen zu Gefängniß und Festungshaft, zu Stellung unter Polizei- abend der Wahl einen Aufruf für die Progreffiften. Mit seiner ohne Rückwirkung auf das Parlament erfolgen tann. Aufsicht, zu Deportation und Zwangsarbeit. Bezüglich der Staats- gewohnten Behemenz trat John Burns für den Kompromiß- Budapest, 27. November. Die hiesige Baumwoll- Aktienperbrecher, welche Nachsicht verdienen, soll der kandidaten ein, und der Erfolg hat ihm in seinem spinnerei brannte heute Vormittag nieder. Der Schaden beläuft Minister des Innern dem Kaiser Vortrag halten. Staatsper. Distrikt Recht gegeben: Die fich auf 400 000 Gulden. brechen, welche 15 Jahre unaufgedeckt geblieben sind, werden der Kompromiß- Kandidaten siegten mit durchschnittlich 45 000, Lissabon, 27. November. Die Kammer hat das Bureau zu Vergessenheit übergeben. Den Personen, welche wegen der die Sozialdemokraten erhielten im Durchschnitt 2700 Stimmen. einer Verschärfung der Kammerreglements anläßlich der wiederTheilnahme an dem polnischen Aufstande von Aber es ist zu bedauern, daß er in seiner vehementen holten stürmischen Kundgebungen ermächtigt. = West Lambeth Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2 Hierzu zwei Beilagen, 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 277. Mittwoch, den 28. November 1894. 11. Jahrg. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Laffet die Kindlein zu mir " kommen." sind Prozent ( rund) 29 Kinder überhaupt davon nebenbeschäftigt KI. I. 357 104 JI. 405 108 262/3 III. 600 131 22 IV. 580 122 21 V. 664 119 18 VI. 661 16 21/2 Das Alter stand in R. II. bei 76 von 108 Nebenbeschäftigten " III. u. IV. 113 " 50 253 135 V. u. VI. " " Tokales. " mit dieser Nebenbeschäftigung zusammenhänge, und daß die fortbringen, so ist der Hauswirth und zu dessen Beistand die meisten vor Erde der Schulzeit dispenfirt seien. Eine ähnlich Polizei zur Stelle, und dem Miether wird anheimgegeben, niedrige Stufe der Schulbildung ließe fich, davon sind wir über die Sachen nur ruhig da zu lassen. Man bedeutet zeugt, überall für die verwahrlofte" Jugend und auch für den ihm, er möge sein vermeintliches Recht auf die Sachen beim Ueber die gewerbliche Nebenbeschäftigung schulpflichtiger größten Theil der" Gewohnheitsverbrecher" nachweisen. Für Gericht geltend machen, der Polizei stände fein Urtheil Ueber die gewerbliche Nebenbeschäftigung schulpflichtiger die Insassen des Zuchthauses Moabit haben wir diesen Nach darüber zu, was der Ermittirte mitnehmen dürfe. Dem MiethsKinder bringt die Pädagogische Zeitung" einen sehr beachtensweis bereits vor längerer Zeit gebracht. Aber unseren Lesern schuldner ist somit im Grunde gegen früher nicht geholfen, vor werthen Aufsatz. Der Verfaffer, Konrad Agahd, bespricht darin wird überhaupt mit allen diesen Ausführungen nichts Neues Allem, da bis zur Entscheidung der eventuell beim Gericht andie Ergebnisse einer Umfrage, die er in sämmtlichen evangelischen gesagt. Alles das ist an dieser Stelle schon hundertmal gesagt hängig gemachten Klage drei bis vier Wochen vergehen. Knabenschulen eines von ihm nicht genannten, aber als„ Arbeitervorort Berling"( Rixdorf?) bezeichneten Drischaft worden; aber es wurde von der bürgerlichen Presse und Nun hat der Miether allerdings die Möglichkeit, in zwei bis drei auf eigene Faust veranstaltet hat. Er sagt, er habe diese ihren Organen entweder todtgeschwiegen oder als Ueber: Tagen eine vorläufige richterliche Verfügung zu erlangen, wenn treibung, nicht als Erfindung schwierige, aber wichtige Arbeit, die bisher nur von den Schul- erwarten auch von den Warnungsrufen der Lehrer nicht Voraussetzung ist dafür die Beibringung der nothwendigen eidesbezeichnet. Wir welche die Herausgabe der einbehaltenen Sachen anordnet; verwaltungen in Stettin, Hamburg, Gera, Altenburg, Aachen eine Besserung dieser Zustände. Möglich, daß sich noch einige stattlichen Versicherungen. Das ist jedoch meistens ein sehr fragund Leipzig ausgeführt worden sei, der Schulverwaltung andere Schulverwaltungen zur Aufnahme einer solchen Statistit würdiger oder vielmehr gar kein Vortheil für den Betreffenden, des betreffenden Vorortes, die dazu wohl keine Zeit herbeilaffen. Vielleicht thut sogar die Berliner städtische Schul- denn faft immer wird die Vollstreckbarkeit der Vollführung von habe, abnehmen wollen. Die Erhebungen seien im deputation dem Berliner Lehrerverein die Ehre an, sich durch seine der Hinterlegung eines entsprechenden Geldbetrages abhängig ges September abgeschlossen worden; für den Winter empfehle Resolution dazu bestimmen zu lassen, damit hinterher hier, wie macht. Das Geforderte hat der Arme natürlich nicht zur Verer eine Wiederholung, die ein ganz anderes Bild er: geben könnte. Ueber Art der Beschäftigung und Zahl anderswo und überall alles beim Alten bleibt. Die vollständige fügung, er hätte sich sonst wohl nicht exmittiren lassen brauchen. wer wollte die von einer Der Hauspascha, der selbstverständlich das von ihm begangene der Beschäftigten wurde ermittelt, daß unter 3267 Knaben Beseitigung der Kinderarbeit, 600 gewerblich Nebenbeschäftigte waren, d. h. solche, die durch nach kapitalistischen Grundsäßen" geordneten" Gesellschaft er Unrecht fennt, verläßt sich mit ganz bestimmter Absicht regelmäßige Arbeit Geld verdienten, und zwar 121 Semmel warten? Die Eltern, die oft trotz angeſtrengter eigener Thätigkeit auf die Hindernisse, die sich dem Hinausgeworfenen den Verdienst ihrer Kinder nicht entbehren können, wenn sie nicht bei der Erlangung seines Rechts in den Weg jungen, 63 Beitungsjungen, 104 Regeljungen, 62 Laufburschen, mit ihnen zusammen Noth leiden wollen, würden dagegen ebenso stellen: auf die Kosten und auf die Dauer des Verfahrens. Die 24 in Fabriten und Werkstätten( Schlächter, Schrauben-, Feder, heftig protestiren, wie die Arbeitgeber, die bei der Beschäftigung Vorenthaltung der nothwendigsten Gegenstände, deren der Arme Peitschen, Knopfmacher, Tabakspinner 2c.), 56 Tücherknüpfer, von Kindern Lohn sparen. Die verderbliche Ausbeutung der mit seiner Familie durchaus bedarf, soll ihn zwingen, das zur 170 sonstig Beschäftigte( Polirer auf Mefferbretter, Weber, Spuler, findlichen Arbeitskraft steht und fällt mit der kapitalistischen Ge- Tilgung seiner Schulden nöthige Geld irgendwie aufzubringen. Zinn- und Lumpensammler, Karousselschieber, Wagenaufseher, - Folgender Fall diene zur Illustration: Am 2. November Kravattennäher, Kranzbinder, Bierabzieher, Kellner, Milchträger, sellschaftsordnung. vertrieb ein mitleidsloser Hausbesizer einen Miether aus der Blumenverkäufer, Schafhüter zc.) Es befanden sich in den einzelnen innegehabten Wohnung, weil derselbe die Miethe für den voraufKlassen gegangenen Monat schuldete; sämmtliche Sachen wurden dem Hinausgeworfenen einbehalten. Obgleich dieser noch an dema Was ist der Zweck des Boykotts? O, ihr abscheulichen felben Tage eine Klage auf Herausgabe der nothwendigsten Sozialdemokraten, ihr seid jetzt erkannt!.. Der ganze mit dem Möbelstücke, Betten und Küchengeräthe anstrengte und, Bontott beabsichtigte Zweck zeigt sich darin, durch den Boykott indem er feine traurige Lage darlegte, um einen schleunigen die Entwicklung der Großbetriebe auf Termin bat, setzte die 65. Abtheilung des Amtsgerichts I erst zuhalten und diejenigen mittleren und kleineren Brauereien, einen solchen auf den 29. November an. Zum Glück half ein welche sich der Sozialdemokratie unterwerfen, fünstlich existenz- Wohlthätigkeitsverein dem bedrängten Manne und bezahlte für fähig zu machen; um mit ihnen so viel als möglich sozialdemo- ihn die rückständige Miethe, so daß er vor dem sonst unausfratische Geschäfte betreiben zu können." Von wem diese bleiblichen Ruin bewahrt wurde. Auch eine hier in Frage fundamentale Weisheit ausgeht, verräth der Artikelschreiber, dessen kommende, an sich sehr günstige Entscheidung des Reichsgerichts Schmerzensschrei zunächst ein Echo nur in der Allg. Br. und nüßt dem hilflosen Miether nichts oder verteufelt wenig, wenn H.- 3tg." und im„ Schwäb. Bierbrauer" gefunden hat, durch den er erst einmal durch das Verhalten des Hauswirthes zu Grunde über dem Durchschnittsalter der betreffenden Stufe. Im verschämten Hinweis auf die ehrliche Konkurrenz", der die ver- gerichtet ist. Jene Entscheidung, am 5. Februar 1894 vom 6. Zivil Ganzen stand also bei 239 von 496 Nebenbeschäftigten der flirten Rothen angeblich die Adern unterbunden haben sollen. fenat gefällt, bestimmt, daß der Vermiether im Gebiete des Klassen II- VI, D. h. bei 48 pCt., das Alter über dem Durch Es ist ja daran nichts mehr zu ändern: durch den Boykott Preußischen Allgemeinen Landrechts dem Miether für den schnitt, womit aber( fügt der Verfasser des Aufsatzes hinzu) nicht wird also die Entwicklung des Großbetriebes in der Brauindustrie Schaden haftet, der letzterem durch die rechtswidrige Ausübung gesagt werden soll, daß allein die Beschäftigung daran schuld aufgehalten denn sonst wird doch das Preßbureau des Ringes des Pfand- und Retentionsrechtes erwuchs. Wirkliche Abhilfe war." Allerdings braucht die Nebenbeschäftigung nicht die nicht mit solchen Nachrichten kommen. Aber nicht so ganz neben ist nur dadurch möglich, daß die Gerichte angewiesen werden, einzige Ursache dieser Erscheinung zu sein, aber man darf sie fächlich dabei ist, daß dieser Vorwurf das schnurgerade etwaige Klagen von ermittirten Miethern auf Freigabe der vom wenigstens als wichtigste Ursache annehmen. Die anderen Gegentheil von dem Geschrei bedeutet, das uns sonst in allen Vermiether gepfändeten unentbehrlichen Sachen in fürzester Zeit, Ursachen, aus denen ein Rind ein für die betreffende Stufe zu Bariationen aus dem Chor der Ringorgane entgegentönte. ft etwa binnen 24 Stunden, zur Verhandlung zu bringen. Am hobes Alter haben fann, also späte Einschulung, häufige Um nicht die boykottanzettelnde Sozialdemokratie gerade aufs Schärffte allerbesten hilft sich derjenige selbst, vor dem als drohendes schulung, Krankheit, Schwänzen, Faulheit, Beschränktheit u. f. w., angegriffen, weil es ja unzweifelhaft feststand, daß die Triebfeder Gespenst die Exekution steht; es ist sein Recht, der Einbehaltung tommen für alle Kinder, ob sie nebenbeschäftigt sind oder nicht, im ihres Handelns nur die sei, durch den Boykott die Mittel der unentbehrlichsten Sachen durch deren möglichst schnelle Ent allgemeinen in gleicher Weise in betracht, von Zufälligkeiten natürlich ich ich ten zu vernichten, das Kleingewerbe zu ruiniren? Gewiß fernung vorzubeugen. Auf ein Renkontre mit der Polizei sich abgesehen. Das Durchschnittsalter" kommt ja auch bereits ein bemerkenswerthes Zeichen, wie der Kampf gegen die Arbeiter- fernung vorzubeugen. Auf ein Renkontre mit der Polizei sich einzulassen, ist jedoch niemanden zu rathen. unter dem Einfluß aller dieser Momente zu stande. Wenn das schaft geführt wird. Die Sippe pautt blind darauf los, ohne sich einzulaffen, ist jedoch niemanden zu rathen. Alter eines beträchtlichen Theiles der Nebenbeschäftigten hierüber darüber klar zu sein, daß man bei einem solchen Gegner doch halb. Verstöße, welche sich Unternehmer zum Nachtheil der Ar noch hinausgeht, so bleibt wirklich nur übrig, eben die wegs logisch vorgehen muß. beiter gegen die sog. sozialpolitischen und Arbeiterschutzgesetze zu Nebenbeschäftigung als Hauptursache anzusehen und auch eine Unser ehrlicher Konkurrent" schließt seinen Sermon pathe schulden kommen lassen, scheinen von unsern Justizbehörden zum etwa bei den Nebenbeschäftigten wahrgenommene größere Untisch:... in der Benuzung des Boykotts( im Ronkurrenstampfe) Theil mit einer Sanftmuth beurtheilt zu werden, die gar seltsam regelmäßigkeit des Schulbesuchs oder einen höheren Grad von besonders( 1) durch die sozialdemokratische Partei mit dem blind mit der Schneidigkeit fontrastirt, welche behördlicherseits Trägheit, Unaufmerksamkeit, Stupidität u. s. 1. hauptsächlich ergebenen Anhang einer urtheilslosen Volksmaffe liegt der ver- Proletariern gegenüber oft an den Tag gelegt wird. darauf zurückzuführen. Bemerkenswerth ist übrigens die werfliche, rechtlich wie moralisch nicht au rechtfertigende 3wang, Der siebzigjährige Arbeiter A. war über ein Jahr bei Steigerung, die sich ergiebt, wenn man den Prozentsatz der der die ehrliche Konkurrenz unmöglich macht und darum aus dem Tischlermeister D. beschäftigt. Ende vorigen Jahres war für ihre Stufe ju alten Kinder unter den Neben die Entwicklung der Industrie von schädlicher Wirkung sein es mit der Arbeit zu Ende, weil über das Geschäft des Meisters beschäftigten für jede Stufe einzeln berechnet. Er muß." der Konkurs verhängt worden war. Dem Greise, der sich mit war in der Oberstufe 70/2, in der Mittelstufe 442/3, in der Mit den Leuten vom Ringe über ehrliche Konkurrenz zu den Einrichtungen unserer Altersversicherung nur wenig ver Unterstufe 37 pet. Die Zahl der Zurückbleibenden wird streiten, ist denn doch wohl ebenso überflüssig, wie die Arbeit, traut gemacht hatte, wurde einige Beit nach der erfolgten auch bei der Gesammtheit der Kinder mit jeder höheren Klaffe zum 1001. Male nachzuweisen, daß die Berliner Arbeiter ge- Entlassung die Versicherungskarte ins Haus geschickt und nun größer, aber sie wächst bei den Nebenbeschäftigten augenscheinlich zwungen in diesen für sie nur ehrenvollen Kampf ein- entdeckte er erft, daß die Einklebung von nicht weniger als in viel stärkerem Maße. Die ermittelte Dauer der Beschäftigung 61 Marken unterblieben war. Dieser fatale Umstand war für läßt das sehr begreiflich erscheinen: Es arbeiteten die Semmelden alten Arbeiter natürlich von großer Bedeutung. Er wandte jungen Wochentags von 3/ 2-612 Uhr, Morgens natürlich,( ein fich an's Polizeipräsidium und dieses richtete an Junge hatte 32 Runden und stieg in 21 Häusern 52 Treppen, Tischlermeister die Aufforderung, seinen Verpflichtungen dem einige wurden Sonntags nachher noch bis 5 Stunden in der Arbeiter gegenüber nachzukommen. O. fümmerte sich aber den Bäckerei beschäftigt), die Zeitungsjungen täglich 1-4 Stunden, Teufel um diese Verfügung und es blieb dem Arbeiter daher berufsmäßige" Regeljungen 3 Stunden täglich, bis 10 und nichts übrig, als auf dem Bureau der Alters- und Invaliditäts12 Uhr oder bis spät nach Mitternacht, ausnahmsweise bis 3 Uhr Morgens, Blumenverfäufer, Geschirrabträger u. f. w. bis Der böse Boykott. Aus dem Bericht über die am Montag Versicherungsanstalt Hilfe zu suchen. Hier wurde ihm denn auch Mitternacht. Manche trugen Morgens Semmeln aus und abgehaltene Generalversammlung der Spandauer Bergbrauerei: der weise Rath ertheilt, die fehlenden Marken aus seiner setzten Abends Regel auf. Ein Knabe drehte von 2-9 Uhr Die Direktion theilte auf Anfrage von Aktionären, ob die eigenen Tasche zu bezahlen! Inzwischen hatte der Abends die Teigwalze, mußte aber die Arbeit aufgeben, weil er's schlechten Verhältnisse und unbefriedigender Absatz im Brau- Arbeiter aber auch in der Erkenntniß, daß die Handlungsweise „ nicht mehr aushalten konnte". Als Bezahlung erhielten gewerbe fortdauere, mit, daß es nicht wegzuleugnen seines früheren Meisters die Grenzen des in einem geordneten Semmeljungen pro Monat 2-6 M. nebst Frühstück, Milchträger ei, daß die betreffenden Brauereien unter Staatswesen Erlaubten ziemlich weit überschritten habe, gegen pro Monat 2-3 M., Zeitungsträger 4-4,50 M., Regeljungen dem Bierboykott zu leiden haben. Die Ar- diefen bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet. Die Antwort des Staatsanwalts traf vor furzem ein und sie pro Stunde 20 Pfennig oder Trinkgelder, Maximalverdienst 9 M. beiter sind an das bayerische Bier gewöhnt, pro Woche, Tücherknüpfer 30 Pf. bis 1,50 M. pro Dutzend nach und so lange die Verrufserklärungen an lautete zur großen Verwunderung des betrogenen Greises Größe, d. h. ftündlich 6 Pf. Gut verdient wurde nur im balten, wird wohl schwerlich an eine Steiges wie folgt: Blumenhandel.( Angaben fehlen.) Verwendet wurde das rung des Absages zu denten sein. Geld im Haushalt, auf der Oberstufe auch zur Ein- Was schrien doch die Ringbier- Agenten monatelang in die fegnung. Die Eltern lebten noch bei bei 525 Neben Welt hinaus? Der Bontott wirtt nicht! beschäftigten( 871/2 pet.); 68 waren Halbwaisen( 111/3 pet.) und Herr Säger, der Wirth der Konkordia- Festfäle seligen Annur 7 Vollwaisen( etwa 1 pt.). Als Wirkung der gedentens, sezt die Welt davon in Kenntniß, daß er auch noch Nebenbeschäftigung wird Mattigkeit, Schlafſucht, Berfahrenheit, da ist. Im Lokal- Anzeiger" annoncirt er mit Trauerrand groß Unpünktlichkeit und Unfleiß angegeben; unregelmäßiger Schul- und breit: befuch wurde bei 81/3 pet. nachgewiesen. Der Verfasser, der für ,, Den unlauteren Gerüchten gegenüber, wonach ich mein Ge feine Arbeit Dank verdient, auch wenn man nicht in allen schäft vom 1. Januar 1895 aufgeben foll, erfläre hiermit, daß Soweit wir uns entfinnen, hat die Staatsanwaltschaft im Punkten mit ihm übereinstimmen fann, knüpft an diese Zahlen ich dasselbe nach wie vor in unveränderter Weise fortführen werde. Musterstaate Preußen noch niemals straflose Unachtsamkeit als eine Reihe von Forderungen, vor allem verlangt er Ver- Ich empfehle daher u. s. w." vorliegend angenommen, wenn politisch oder gewerkschaftlich ora anstaltung statistischer Aufnahmen durch die Schulbehörden. Er Diese Erklärung wird von dem Obermeister der Bäcker- ganisirte Arbeiter sich einmal unversehens in den Fußangeln steht damit nicht allein unter der Lehrerschaft da. Dieselbe innung Konkordia wohlwollend bestätigt. unserer bewunderungswürdigen Vereins- und Versammlungs- Ges Forderung hat gerade jetzt der Berliner Lehrerverein" Wenn sich nun das bürgerliche Publikum nicht erweichen setzgebung verirrt hatten. aufgestellt, der in seiner letzten Sigung über die Schädigung des läßt, was hilft dann noch Echulunterrichts durch gewerbliche und landwirthschaftliche KinderDie Spielplatzfrage, die in Berlin, infolge eines nur Zur Lokallifte. Trebesius, Stralsunderstr. 41, ist von der arbeit" verhandelte. Rektor Bandt theilte in seinem Bortrage Liste zu streichen; derfelbe schänkt Bier aus der Moabiter mäßigen Interesses der städtischen Verwaltung für diese Angelegen über dieses Thema die Ergebnisse einer in Berlin gleichfalls Brauerei. Hahmann, Veteranenstr. 9, schänkt nur ringfreies Bier. heit, feit einer Reihe von Jahren ziemlich ins Stocken gerathen privatim veranstalteten Umfrage mit. In der. 162. Gemeindewar und zuletzt nur noch von einigen Vereinen, mehr theoretisch schule( Danzigerstraße) wurden von 718 Knaben der Klassen I- IV Die preußische Miethsgeseh Novelle bringt dem armen als praktisch, behandelt wurde, soll jezt endlich wieder um einen 114( 16 pět.) nebenbeschäftigt, und zwar 54 als Semmel, Miethsschuldner durchaus nicht die Erleichterungen, die sie be- Schritt vorwärts kommen. Der Magistrat will dem Kuratorium Milch oder Zeitungsträger, 32 als Kegeljungen, Bierabzieher 2c., zwecken sollte. Bekanntlich hat man durch sie dem Vermiether für das städtische Turnwesen vom 1. April 1895 ab vier un28 in der Hausindustrie. Von den 54, die Morgens von 4-7 das Recht entzogen, dem Miethsschuldner unentbehrliche Sachen bebaute städtische Grundstücke unter Vorbehalt des Widerrufs zur Backwaare 2c. austragen, waren 12 noch Nachmittags beschäftigt, zu pfänden, mit Ausnahme derjenigen, deren Pfändung die Benuzung als öffentliche Spiel- und Eisbahnpläge überweisen im ganzen 7-10 Stunden, neben der Schule. Der Prozentsaz Bivil- Prozeßordnung gestattet. Eine wenig rühmenswerthe Praxis und ersucht die Stadtverordneten- Versammlung um ihre Zustim= der Beschäftigten war in der 3. Klasse am höchsten. Hierzu be: hat sich in unserem lieben Berlin herausgebildet, die dahin geht, mung. Nach den Ausführungen, die der Stadtverordnete Schwalbe merfte der Lehrer Golling von der Strafanstalt Plößensee, daß den armen Teufeln, welche exmittirt werden, die scheinbaren Wohl im Februar dieses Jahres auf dem in Berlin abgehaltenen den eingelieferten Knaben wenige über die 3. Klaffe thaten der Novelle zu nehmen. Will nämlich ein solcher, indem Ersten deutschen Kongreß für Jugend- und Volksspiele" gemacht hinausgekommen seien, daß ihr Bergehen in der Regel er sich auf das neue Gesetz stüßt, die unentbehrlichsten Sachen hatte, muß das überraschen. Seine im Auftrage der Stadt ab= Don " getreten find. Daß der Verfasser mit seinen Ausführungen den Zweck des Boykotts glaubhaft nachgewiesen hat, ist ohne weiteres zu verneinen; mit uns wird das ganze, nicht an den Attien des Berliner Ringes interessirte Publitum diesen wüthenden Ausfall nur als Beweis dafür ansehen, daß man da drüben" in sehr tagen jämmerlicher Stimmung ist. = den " Auf Ihren Strafantrag vom 10. September 1894 gegen Karl D. wegen Betruges eröffne ich den Tischlermeister Ihnen, daß ich gegen denselben nicht einschreite, da nicht zu er= weisen ist, daß die unterbliebene Einklebung der 61 Marken vierter Lohntlasse der Versicherungsanstalt Berlin auf die Abficht, sich einen rechtswidrigen Vermögensvortheil zu verschaffen, zurückzuführen, vielmehr anscheinend lediglich aus Unachtsamkeit des p. D. unterblieben ist. Der Thatbestand einer strafbaren Bandlung liegt somit nicht vor." gegebene Versicherung, bnfe die Gemeindeverwaltung die Jugend spiele fördern werde, daß aber Spielplätze Geld kosten, klang nicht sehr verheißungsvolle Wie lange eigentlich die Berliner Gemeindeverwaltung schon die Jugendspiele„fördert" und mit der Schaffung öffentlicher Spielplätze beschäftigt ist, wissen wir nicht genau. Aber es ist jedenfalls schon sehr lange, mindestens ein Bierteljahrhundert. Auch über die der Verwendung der Gemeindeschulhöse als Spielplätze wird schon mindestens ebenso lange debattirt, ohne daß man bisher von der Stelle gekommen wäre. Als der Magistrat ISSS eine Vorlage in betreff eines Spielplatzes im„Eichbusch" vor dem Schlesischen Thor machte, erklärte die Stadtverordneten- Versammlung, sie wünsche die Jugendspiele möglichst schnell noch in demselben Jahre ins Leben gerufen zu sehen, sie glaube jedoch, daß, wenn die Jugendspicle gedeihen sollen, denselben auch innerhalb der Stadl Vorschub geleistet werden muffe; sie ersuche daher, ans einen ähnlichen Beschluß vom Jahre 1867 zurückkommend, den Magistrat, von der angebotenen Thätigkeit des„Vereins für Familien- und Volkserziehung" hinsichtlich der Arrangirnng von Jugendspielen auf den Gemeinde- Schulhöfcn Gebrauch zu mache». Verwirklicht wurde diese Idee, so viel wir wissen, erst 1383, aber auch nur in aller- bescheidenstem Umfange. Versuchsweise wurden drei Höfe für Spiele unter Aussicht technischer Lehrerinnen hergegeben. Im Bericht der Schuldeputation für 1884/85 heißt es dann, man bc- absichtige zunächst nur eine Fortsetzung dieses bescheidenen Ver- suchs. von dessen weiterem Ausfall es abhängen werde, ob die Einrichtung noch an anderen Sch»len getroffen werden solle; die bisherigen Resultate seien recht günstig. Trotzdem ist es bis aus den heuligen Tag bei den drei Hosen geblieben. Einige Jahre später tauchte zwar in den Berichten der Schuldeputalion die Bemerkung auf, eine Verallgemeinerung der Einrichtung sei de- absichligl und solle allmälig durchgeführt werden. Aber über diese Ankündigung ist mau einstweilen nicht hinausgekommen. Unsere Leser iverden sich erinnern(vgl. den Artikel in Sir. L34), daß die Ankündigung in den Berichten mehrerer aufeinander folgender Jahre beinahe in genau demselben Wortlaut wieder- gekehrt ist und auch noch in dem neuesten Bericht über 1893/94 paradirt,— ein beredtes Zeugniß, für die eigenartige„Energie", mit der unsere Gcm.eindeverwaltung solche Bestrebungen„fördert". Das halbe Dutzend in Parkanlagen belegener Spielplätze, das die Stadt gegenwärtig der erholungsbedürstigen Jugend zur Ver- sügung stellt, reicht selbstverständlich nicht aus, um den, Bedürfniß zu genügen. Die Ferien der Berliner Gemeindeschuleu sind für das Jahr 1895 folgendermaßen festgesetzt; Osterferien: 6. April bis 92. April; Psingstfcrien: 31. Mai bis 7. Juni; Sommerferie»; 5. Juli bis 5, August; Herbstferien: 28. September bis 1(1. Oktober; Weihnachlsferien: 21. Dezember bis 6. Januar 1896. Der Schluß der Schule vor den Ferien wird an den vor- stehend bezeichneten Autangstagen jedesmal nach Beendigung der gewöhnlichen Unterrichtsstunden oder der Zensurvertheilung erfolgen. Die Sontmerferien der Berliner Gemeinde- schulen werden also doch nicht verlängert. Im Jahre 1895 werden sie, wie aus vorstehenden An- gaben ersichtlich, wieder nur einen Monat, von Freilag, 5. Juli bis Montag, 5. August dauern. Auf die wenigen besser Situirlen, die ihre Kinder in eine Gemeindeschule schicken und mir ihnen fünf statt vier Wochen zu verreisen wün- scheu, ist also einmal keine Rücksicht genommen worden; wohl deshalb, weil die Schuldeputalion der Ansicht ist, daß es bei dem bisherigen Usus, solche Kinder einfach erst 8 Tage später zur Schule zu schicken, verbleiben kann. Vom Hausithandel mit Lebensmitteln in den Straßen Berlins wird im neuesten Verwallungsbericht über die Markt- hallen gesagt, er sei zwar für die Großsiadi an und für stch un- entbehrlich, habe jedoch in den letzten Jahren in den die Markt- hallen umgebenden Straßen einen solchen Umfang angenommen, daß er bereits die Rentabilität der Detail-Markthallcn beein- trächtige. Viele von den Kleinhändlern aus den Hallen trieben jetzt selbst den Hausirhandel in der Nähe der Hallen und hielten das Publikum gerade vom Besuche derselben ab und machten so den Standinhabern eine erhebliche Konkurrenz. Im Interesse der Standinhader sei es sehr zu wünschen, daß der Hausirhandel wenigstens aus der unmittelbaren Nähe der Hallen sorlgewiesen würde. Das soll vermurhlich ein Wink für die Polizei sei». Dann wird diese wohl auch bald zu der Ansicht kommen, daß der Hausir- Handel in zu großer Nähe der Hallen„Unznlräglichkeiten" hervorruft. Ueber die Ursachen, die dem Auszug vieler Kleinhändler aus den Hallen zu Grunde liegen könnten, scheint sich der Verfasser des Berichtes keine Gedanken gemacht zu haben. Bessere Geschäfte als in den Markthallen können doch aus den Straßen auch nicht zu machen sein, und angenehmer ist der Straßenhandel erst recht nicht. Aber den Kleinhändlern, die sich aus den Hallen auf die Straße hinausgezogen haben, ist augenscheinlich das Standgeld zu theuer geworden. Uns will scheinen, als ob auch in diesem Herabsinken des Slandinhabers zum Straßenhändler ein Zeichen der Zeit zu erblicken sei. Auch ein Fortschritt! Ja, wir leben wirklich in der Zeil des Fortschritts, das ist keine Frage. Ein Berliner Geschäfts- mann ist auf die Idee gekommen, den Landwirthen seine Ferngläser mit dem Bemerken zu empfehlen, daß sie„unbemerkte Ueb erwachung der Feldarbeit zc. von weiter Ferne aus ermög- lichen". Jetzt fehlt blos noch, daß die Landwirthe ihren Ar- beitern ein transportables Telephon mit aufs Feld geben, damit sie sich nicht einmal zu ihnen zu bemühen brauchen, wenn sie sie au- schnauzen wollen. Da sage noch einer, daß die Erfindungen nicht dazu beitragen, den Menschen die„Arbeit" zu erleichtern!— uora dens: den Arbeitgebern natürlich; denn Arbeiter rechnet ein rechter Großgrundbesitzer überhaupt nicht zu den Menschen, die Anspruch auf Erleichterung haben. Die Inhaber der Knochenmühle in der GreifSwalder- straße haben uns gestern mit einer Zuschrift beehrt, welche wir, trotzdem sie erklärlicher Weise nicht gerade lieblich duftet, der Öeffeullichkeit nicht vorenthalten dürfen. Das Produkt aus der Knochenmühle der Herren Schöneberg u. Co. sieht folgender- maßen ans: Berlin, LS. Nov. 34. An die Redaktion des„Vorwärts". Wegen Ihres in der Rubrik: Gerichtszeitung, in Nr. 273 Ihres Blattes haben wir uns bereits telrphomsck ein wenig unterhallen.(Wovon uns nichts bekannt ist. D. R.) Weil wir es nickt der Mühe für werth halten, es auch unter unserer Würde ist, uns mit Ihnen vor Gericht zu stellen, wollen wir auf diesem Wege die wohlverdiente Zu recht- Weisung aus Ihren Redaktionslisch gelangen lassen. Es ist uns ganz unerfindlich, woher Sie den Muth her- genommen haben, ein Fabriketablissement, deren Inhaber sie gar nicht persönlich kennen, die Ihnen nichts zu leide gelhan haben. mit dem Epitheton:„berüchligl" zu belegen.— Von der volks- wirthschaftlichen Bedeutung einer solchen Knochenmühle resp. der darin produzirten und präparirten Materialien haben Sie. am allerwenigsien aber Ihr Leserkreis, nicht die blasseste Ahnung. Sie kauen einfach wieder, was Ihnen andere Pennyaliners schon seit Jahren fortgesetzt vorkauen. Presse bleibt Presse, oi sie nun Bourgeois oder zukunftsschwärmerische Volksbeglücker zu Vemetern hat. Hätten Sie eine Ahnung davon, was wir prodnziren, wozu uns« Produkte dienen, würden Sie solche Ausdrücke nicht gebrauchen. Nun, wir wollen nicht zu scharf mit Ihnen ins Gericht gehen. denn bei der Tendenz des„Vorwärts" und dem Bildungsgrade seiner Leser kann man einen besonderen, würdevollen Ernst nicht erwarten; Sie würden da- mit keinen Anllang bei Ihren Lesern finden; Ihr Element ist Raisonniren und Schimpfen, Sie können aus Ihrer Haut nicht heraus und deshalb wollen wir uns still bescheiden und nicht etwa in denselben Fehler verfallen, denn wir würden vielleicht dann das Recht sür uns in Anspruch nehmen, von dem„ b e- rüchtigten"„Vorwärts" zu sprechen. Aber ersuchen möchten wir Sie doch, uns künftig überhaupt ungeschoren zu lassen, denn nicht immer dürsten wir so milde gesinnt sein. Mit Achtung S ch ö n e b e rsg u. Co., Greifswalderstr. 154. Der am Schluß dieser mit unfreiwilligem Humor gewürzten Zuschrift kühn ausgesprochene Wunsch dürste sich kaum realisiren lassen. Wir werden uns, wie früher, so auch in Zukunft noch häufig mit der Knochenmühle der Firma Schöneberg u. Co. und ihren widerwärtigen Gerüchen zu beschäftigen haben; es sei denn, die Herrschaften zögen es vor, recht schleunigst in eine menschen- leere Gegend zu verduften. Ein Wohlthäter der Menschheit. Herr James Salo- s ch i n hat zur Ehrung des Gedächtnisses seiner verstorbenen Gattin dem Magistrat der Sladl Berlin die Summe von hundert- tausend Mark zu ivohlthätigen Zwecken überwiesen. So berichtet der„Börsen- Kourier". Ob dieser wohlthätige Herr schon dem Droschkenkulscher Obst eine Genugthnung gegeben hat, die ihn einigermaßen mit seinem tragischen Geschick versöhnen und die in weiteste» Volksschichten über den bekannten Fall geweckte Er- regung besänftigen dürfte? Aus der Kaserne. In der Nacht zum 19. d.M. um 2 Uhr hat sich der bei der 8. Kompagnie des ersten Garderegiments zu Fuß in Potsdam stehende Rekrut Lipski aus Graudenz mit einem Rasirmesser die Pulsadern, sowie den Hals durchschnitten. Der Posten fand ihn in einem offenen Schuppen, der zur Auf- bewahrung der Kompagniewagen diente, in seinem Blute liegend vor. Er ist noch lebend nach dem Garnisonlazareth gebracht worden, doch soll wenig Aussicht vorhanden sein, dem Unglück- lichen das Leben zu erhalten. In einein Zeitraum von kaum drei Jahren ist dies der dritte oder vierte Selbstmord, der bei der erwähnten Kompagnie vorgekommen ist. Ein Soldat hat sich in der Havel ertränkt, ein anderer ist mit einem Strohschober in Nedlitz verbrannt und ein dritter hat sich erschossen. Eine Tragödie auS dem Bereich des Militarismus giebt die Nr. 92 des Kreisblattes für den Lebuser KreiS in folgender amtlichen Bekanntmachung kund: Seelow, den 19. November 1694. Am Freitag, den 19. d. M. um 6 Uhr Morgens hat sich der Kanonier(Rekrut) Seiffert der 5. Kompagnie Niederschlesischen Fuß-Arlillerie-Reginmits Nr. 5 entfernt, um, wie nach einem von ihm hinterlassenen Zettel anzu- nehmen ist, sich das Leben zu nehmen. Zivilpersonen haben am genannten Tage in der Warthe einen Menschen ertrinken sehen,'konnten jedoch mit Sicher- heit eine Mililärperson in demselben nicht erkennen. p. Seiffert ist 1,70� groß, schlank, hat blondes �aar, Schnurrbart im Entstehen und ivar mit Drillichjacke, Tuch- Hose, Feldmütze und Stiefeln bekleidet. Die Ortspolizci- Behörden und die städtischen Polizeiverwaltungen werden ersucht, von dem etwaige» Aussinden der Leiche dem oben- genannten Regiment, sowie mir umgehend Anzeige z» er- statten. Der Landrath, von der Marwitz. Dieselbe Nummer des Kreisblattes enthält noch folgende amtliche Mittheilung: Seelow. den 17. November 1894. Der hinter den Kanonier Joh. Reichhammer erlassene Steckbrief Kr. Bl. S. 341 ist erledigt, da der Genannte inzwischen bei feinem Truppentheil abgeliefert worden ist. Nochmals die zerbrochene» Klosetscheiben. Wie jetzt mitgetheilt wird, ist im weiteren Verlaus der bekannten An- gelegenheit folgende Verfügung ergangen: Die unter dem 13. November erlassene Verfügung betr. die Zertrümmerung der Klosetfensterscheiben wird hiermit postamtlich w i d e r r n f e n. Postamt 35. Gez.: M a i w a 1 d. Bei dem wegen Bettel»? in Köpenick inhaftirlen angeb- lichen Pfarrer, der mehrere Tage im dortigen Amtsgerichts- Gefängniß zubringen mußte, haben sich Papiere vorgefunden, aus denen allerdings hervorgeht, daß der Betreffende in Amerika Prediger gewesen ist. Weiter wird gemeldet: Da derselbe der Sohn eines deutschen Geistlichen, hat das Gericht ihn freigelassen. Die Gerichlsbeamten veranstalteten sofort eine Geldsammlung und der Betrag derselben ermöglichte dem etwa 30 jährigen Manne, sich von Köpenick aus nach Breslau zu seiner Familie zu begeben.— Die Mittheilung. daß der Mann freigelassen wurde, weil er ein Geistlicher ist, dürfte schwer mit dem bekannten gleichen Recht sür Alle in Einklang zu bringen und daher vor der Hand zu bezweifeln sein. Auch ist zu bemerken, daß man an amtlicher Stelle mit Bettlern und armen Reisenden, die sich nicht als Geistliche ausweisen können, gewöhnlich nicht so mild- lhätig wie in diesem Falle umzugehen pflegt. Ter sibirische Flüchtling Kothor«, welcher 25 Jahre lang als Gefangener in Sibirien gelebt haben will, sich nach glücklich gelungener Flucht kürzlich in Berlin bezw. Weißensee niedergelassen hat und sich durch den Erirag von Vorträgen er« nährte, die er über„25 Jahre in Sibirien" hielt, soll am Sonn- abend unter der Beschuldigung der räuberischen Erpresiung von der hiesigen Kriminalpolizei verHaftel und in das Moabiler Uutersuchungsgefängniß eingeliefert worden sein. Er soll sich mit Dirnen eingelassen, dieselben erst bezahlt und dann wieder die Herausgabe des Geldes mit Gewalt erzwungen haben. Am Dieiistag wurden mehrere Entlastungszeugen in der Sache vor dem Untersuchungsrichter vernommen, währenddem befand sich der Beschuldigte noch in Uittersuchungshäft. Ueber eine Revolveraffäre wird berichtet: Der 21 Jahre alte Arbeiter Amelang fuhr am Montag um vier Uhr mit einem unbeladenen Möbelwagen, auf dem seine Mutter und drei Kinder außer ihm selbst Platz genommen hatten, die Johannisstraße entlang. An der Ecke der Friedrichstraße wird die schmale Straße noch durch einen Droschken-Halteplatz verengt. Hier fuhr Amelang einen Selterwasser-Wagen an, und sein Pferd kam zu Fall. Obgleich Amelang sesbst die Schuld an dem Zu- summenstoß trug, griff er den Kutscher des anderen Wagens an und veranlaßte dadurch einen großen Auflauf. Das Publikum stellte sich auf die Seite des schuldlosen Wagenführers und befreite ihn. Der Schutzmann Thiele vom 6. Polizeirevier hatte den Posten an der Ecke der Karl- und Friedrichstraße inne und wollte den Urheber des Vorganges, Amelang, feststellen. Da dies bei dem Wirrwarr auf der Straße uicht angängig war, die Entfernung des Schuldigen auch zur schnellen Beseitigung des Auflaufes nothwendig war, so sollte Amelang nach der Wache gebracht werden. Dem widersetzte sich dieser aber, eilte nach seinem Wagen, hatte mit Blitzesschnelle aus einem Ueberzieher einen Revolver hervorgeholt und setzte dem Beamten die geladene Waffe mit den Worten auf die Brust:„Hund, ich schieße Dich lodt!" Der Schutzmann hatte kaum die Zeit, den Lauf des Revolvers bei Seite zu schieben und drückte mit dem andern Arm Amelang zu Boden. Die Mutter, der das thörichte Benehmen ihres Sohnes klar wurde. riß nunmehr die Waffe an sich und überreichte sie den Kindern aus dem Wagen, die das gefährliche Beweismittel zu verstecken suchten. Das Publikum machte aber einen zweiten inzwischen eingetroffenen Schutzmann darauf aufmerksam, der den Revolver mit Beschlag belegte. Amelang sowohl, als auch seine Mutter mußten nun den Weg nach der Polizeiwache antreten; der elftere wurde in Haft genommen. Arbeiterrisiko. Der 25jährige Kutscher Georg Kallina aus der Müllerstraße 23 wurde am Freitag Nachmittag beim Abladen von Müll durch seinen Mitarbeiter leicht am kleinen Zeh des linken FußeZ verletzt. Die unbedeutende Wunde verschlimmerte sich, und Kallina mußte nach der Charitee gebracht werde». Montag Nachmittag trat ein Starrkrampf ein, und Kallina war alsbald todt. Ter Fall Kotze soll, wie mehrere Blätter zu melden wissen, durch das Urlheil eines Kriegsgerichts demnächst wieder aufgefrischt werden. Auf dem Wege zu den Gräbern ihrer jLieben ver- starben ist eine Unbekannte in der Nähe des Ringbahnhofes Prenzlauer Allee. Die Anfangs der 30er Jahre Stehende wollte vermuthlich nach dem Sl. Georgenkirchhof in Weißensee gehen und hatte bis dahin die Verbindungsbahn benutzt. Bald hinter dem Bahnhof brach die in tiefe Trauer Gekleidete, welche mehrere Kränze trug, leblos zusammen und verschied, ehe ärztliche Hilf« zur Stelle war, an den Folgen eines Herzschlages. Die Leiche der Unbekannten wurde nach dem Schauhause gebracht. Polizeibericht. Am 26. d. Mts. Nachmittags fiel in der Schönhnufer Allee ein Kutscher beim Besteigen seines in der Fahrt befindlichen Arbeitswagens herab, gerielh unter die Räder und erlitt Quetschungen an beiden Unterschenkeln.— In der Span- dauerstraße fiel Abends ein Mann beim Besteigen eines Omnibus herunter und zog sich dabei eine schwere Verletzung der Hand zu. — Im Laufe des Tages fanden vier Brände statt. Witterungsübersicht vom 27. November 1894. Wetter-Prognose für Mittwoch, den 28. November 1894. Ein wenig wärmeres, zeitweise auftlärendes, vorwiegend nebeliges Wetter mit schwachen südöstlichen Winden ohne wesenl« liche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Theertev. Im Schiller-Theater ist jetzt Jnterimszeit. Die Direktion war klug genug, das durchgefallene Scklestnger'sche„Volksstück" schnell vom Repertoire abzusetzen und sie füllt, bis am Freitag Grillparzer's„Hero und Leander" zur Aufführung kommt, die Abende mit den vier Hans Sachs-Schwänken aus, denen ein aus dem Deutschen Theater bekannter Einakter,„Die Burg- r u i n e" von Karl Cora, folgt. Dies Stück errang vorgestern Abend einen freundlichen Erfolg. Es handelt von dem Widersteil der romantischen Schwärmereien eines jungen Mädchens mit der nüchxrnen Prosa des Alltagslebens, die natürlich, wie es im harmlosen Lustspiel nicht anders denkbar, elend unterliegt und der in Schwärmerei erwachten ersten Liebe zum wohlgegönnien Triumph verHelsen muß. Der Maßstab pedantischer Kritik ist bei derartigen harmlosen Sachen natürlich ausgeschlossen. Die Herrenrollen waren im Schiller-Theater recht gilt vertheilt; die braven Künstler Georg, Walden, Grelle und Schmasow thatcn ihr Bestes. Ein wenig mehr Feuer und Leben wäre Fräulein Hebbel als Liebhaberin zu wünschen gewesen, wogegen Frau Werner die Rolle der ältlichen Jungfrau drastisch verkörperte. Radau- Antisemitismus nannte der„Vorwärts" seiner eit eine Begebenheit, die sich zwischen dem Weinreisenven löber und dem Redakteur der„Berliner Zeitung" Herrn Perls abspielte. Der Vorgang war kurz folgender: Herr Perls de- gegncte in der Nacht vom 17. zum 18. November v. I. in Bi- gleitung des Herrn Röber einen ihm bekannten Zahnarzt, den er begrüßte. Diesen Gruß beantwortete Herr Röber m recht„zuvor- kommender" Weise mit:„Halte die Sch.... verfluchter Jude" und erwiderte die Ausforderung seitens des Herrn PerlS, diese Beleidigung zurückzunehm-n. mit ein paar wuchtigen Stockhieben. An dieser Handlungsweise hatte der„Vorwärts" eine sehr scharfe Kritik geübt, und fühlte sich nun der schlagfertig« Herr beleidigt, weshalb er gegen den Redakteur Rod. Schmidt Anklage erhob. Die Beweisaufnahme ergab die Richtigkeit der geschilderten Vorgänge und erkannte der Gerichtshof nur in bezug aus die formalen Beleidigungen auf eine Geldstrafe von 30 Mark. Der Fall de? Studenten Steinke macht entschieden Schule. denn gestern gab die 131. Abtheilung des Amtsgerichts l eine verbesserte Ausgabe heraus. Angeklagt war der Rechlskandidat Ludwig Hagemann. Aus den Akten wurde festgestellt, daß der Angeklagte, welcher 2 Jahre als Avantageur gedient hat, bereits wegen Beleidigung und Sachbeschädigung mit 50 bezw. 15 M. vorbestraft ist. Am 8. Juli d. I. hatte Hagemann mit„seinem Verhältniß" zunächst die Italienische Ausstellung und dann den Friedrichsgarten besucht. Als das Paar das letztere Lokal ver- lassen hatte, wollte Hagemann noch ein Cafe besuchen, während das Mädchen der Ansicht war, daß es nun des wünen Treibens genug sei. Da aber Hagemann die Widerstrebende mit Gewalt in eine Droschke zerren wollte, und das Mädchen laut weinte, wurde das Publikum aufmerksam, und der Droschken- kutscher Grützmacher und der Kellner Wegener wollten dem de- drängten Mädchen Beistand leisten, da in jener Gegend grobe Insulte gegen einzelne Damen leider nicht zu den Sellenkeile» Sehören. Hagemann aber war nicht der Mann, der sich eine Einmischung in„seine Rechte" gefallen lassen wollt«, er schwang deshalb seinen Stock so energisch auf den unbedeckten Kopf des Kutschers, daß eine blutende Wunde entstand. Dem Kellner Wegener wollte er ebenfalls einen Hieb versetzen, da der Bedrohte seinen Schirm zur Abwehr vorhielt, blieb er selbst unverletzt. dagegen wurde der Schirm zerschlagen. Wegen der Heldenthaten ei hielt Hagemann eine Anklage wegen Körperverletzung mittels eines gefährlichen Werkzeugs. Der Staatsanwalt war der An- ficht, daß es sich hier um einen sehr groben Exzeß handle, und beantragte, zumal der Angeklagte bereits vorbestraft war, eine Gefängiiißstrafe von 14 Tagen. Der Gerichtshof wollte aber von einer Freiheitsstrafe nichts wissen. Ter Angeklagte sei an dem fraglichen Abend angetrunken gewesen, und seine Vorstrafen be- zögen sich nicht aus Rohheilsdelikte. Das Urtheil lautete auf 100 M. Geldstrafe. Ein recht häßlicher Auftritt im Konzerthause hat zu einer Privatklage Anlaß gegeben, d,e gestern vor dem hiesigen Schöffengericht gegen den Dekorationsmaler Thiele verhandelt wurde. Der Angeklagte befand sich eineS Abends mit Frau und Töchtern im Konzerthause, um das Konzerl ,u genießen. In seiner unmittelbaren Nähe saßen zwei junge Lehrer, die höchst überrascht waren, als der Angeklagte plötzlich mit ihnen einen Wortwechsel anfing. Er scheint der irrigen Ansicht gewesen zu sein, daß über seine weibliche Begleitung unpassende Bemerkungen gefallen seien und beleidigte die beiden Lehrer mit den Worten„Nette Lehrer! Unverschämtheiten" u. dergl. Er beruhigte sich dabei aber nicht, sondern veranlaßte auck noch die Sistirung der beiden Lehrer nach dem Polizcibureau. Wie in der gestrigen VerHand- lung zur Sprache kam, ist aus diesem Anlaß gegen die Lehrer auch noch ein Disziplinarverfahren anhängig gemacht worden, von welchem diese aber bis jetzt keine Kenntniß erlangt haben. Die in dieser Weise um ihren Konzerlgenuß gebrachten Lehrer strengten gegen Thiele die Privatklage an und bc- wiesen gestern durch mehrere Zeugen, daß sie im Konzerthause absolut nichts gethan hatten, was Herrn Thiele zu seinem beleidigenden Verfahren hätte Anlaß geben können. Der An- geklagte suchte zwar die Bekundungen der Zeugen zu bemängeln und erhob auf grund der angeblichen Bemerkungen der Kläger über seine Damen die Widerklage. Er erzielte nach keinen Richtungen hin Erfolg. Der Gerichtshof hatte, wie der Vor- sitzende verkündete, keinen Augenblick Zweifel darüber, daß die Vorwürfe, die der Angeklagte gegen die beiden Lehrer erhoben, ohne jede positive Unterlage waren und derselbe sich vielleicht auf grund übergroßer Nervosität in einem vollständigen Jrrthum be> sunden hat. Die Beleidigung sei um so schwerer, als die Kläger nicht nur nach der Polizeiwache sistirt wurden, sondern auch noch ein Disziplinarverfahren in Szene gesetzt worden sei. Aus diesem Grunde verurtheilte der Gerichtshof den An- geklagten zu IS0 Marl Geldstrafe eventuell 30 Tagen Ge- sängniß. Berliner Sicherheitszustände. Im äußersten Norden Berlins spielten die Vorgänge, welche einer gestern vor dem Schwurgericht deS Landgerichts I verhandelten Anklage wegen vollendeten und versuchten Straßenraubes zu Grunde lagen. Angeklagt war der Arbeiter Paul Samelke, ein übel be- leumdeter Mann, der schon wiederholt wegen Eigenthumsvergehen vorbestraft>st. Am 28. Juli er. Abends ging der Buchhalter Radlke in der Müllcrstraßc spazieren und traf dort mit dem Angeklagten zusammen. Derselbe nannte sich Mielke und stellte sich als alter Schulkollege vor. Er erzählte, daß er ihn schon oft auf der Straße gesehen und schon oft den Vorsatz gehabt habe, ihn anzuspreche», da es ihm recht schlecht gehe. Herr Radlke fühlte Mitleid mit dem Fremden und nahni ihn mit in eine Schankwirthschast, wo er ihn zu einem Glase Bier einlud. Als er das Lokal verließ und den Courbiöreplatz, die Müllerstraße und Triststraße entlang ging, folgte ihm der Angeklagte; er ging ihm nicht von der Seite und bat wiederholt um ein Jockel. Als Radtke erwiderte, daß er doch kein Jockel bei sich führe, erhielt er plötzlich einen Faustschlag ins Gesicht, der ihn zum Taumeln brachte. Er merkle aber doch, daß ihm der Angeklagte mit Gewalt Uhr und Kette von der Weste losriß und als er darüber Lärm machen wollte, erschien ein anderer Mann aus der Btldfläche und schlug ihn zu Boden. Der Ueberfallcne hat auf der Polizei«ine ganz genaue Beschreibung des Slraßenräubers, die vollständig aufden Angeklagten paßte, gegeben, letzlerer wurde ihm auch schon zwei Tage darauf in Person vorgestellt. Er hatte nämlich am Tage nach dem Raubanfall lviederum in der Müllerslraße eine Rolle bei einem Abenteuer gespielt, welches dem Arbeiter Miegel in der Nähe der Gas- unstalt begegnet war. Dieser kam, mit Kleidern und Stiefeln bepackt um die M i t t a g sz e i t aus einem Krankenhause die Müllerstraße entlang und wurde von dem Angeklagten an- gesprochen, der unter dem Schlachtruf:»Junge gieb die Stiefel her!" ihm die Stiefel zu entreißen suchte. Mielke hielt aber seine Habe krampfhaft fest, der Angeklagte schlug auf ihn ein, er kam zu Falle und als er wieder zur Besinnung kam. war einer der vielen Personen, die ihn umstanden und ihn hänselten, mit seinem Hut davongegangen. Mielke traf den Angeklagte» unmittelbar darauf auf der Straße und veranlaßte feine Verhaftung.— Im gestrigen Termine bestritt der Angeklagte, überhaupt mit dem Zeugen Radtke an dem fraglichen Abend zusammen gewesen zu sein und behauptete, daß es sich in dem Falle Mielke keineswegs um einen Raubanfall, sondern nur um einen Zwist mit dem Zeugen gehandelt habe.— Die Gc- schworenen sprachen den Angeklagten des Straßenraubes in einem Falle und der Körperverletzung schuldig und der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten unter Anrechnung einer vor kurzem gegen ihn erkannten einjährigen Gesängnißstrafe zu 6 Jahren tiMonaten Zuchthaus, Ehrverlust aus die Daner von IV Jahren und Zulässigkeit der Polizei-Aufsichl. I>arkemarfmlftrcu. Bericht über den Parteitag erstatteten noch Frau Ihrer in Bernau; Frau Wengels in Wolgast; Gen. P oller in Kiel; Gen. Stich in Gaarden; Gen. Stein in Eschersheim. In allen diesen Versammlungen wurden die Beschlüsse des Parteitags im Allgemeinen gut geheißen. Ueber die Rede Pollmar's, die er am Dienstag Abend in München hielt, geht uns folgendes Privattelegramm zu: Die Versammlung im Orpheum ist von über 2000 Personen be- sucht. V o l l m a r führt auS: B eb e l' S Berliner Rede stehe im Widerspruch mit dessen versöhnlichen Reden in Frankfurt und seinem Artikel in der„Neuen Zeil". Es bestehe keine Ver- sumpsuna in der Partei, es mache sich im Gegentheil ein steter Forlschritt in der Parleiprefse und Literatur bemerk- bar. Der Vorwurf des partikularistischen Geistes, den Bebel gegen die bayerischen Sozialdemokraten gerichtet, sei un- begründet. B e b e l' s Temperament und seine einflußreiche Thätigkeit unter dem Sozialistengesetz erkläre seine Rechthaberei und Herrschsucht. Die Sozialdemokratie könne selbst von einem hervorragenden Führer sich derartiges nicht gefallen lassen; der Parteivorstand müsse Stellung nehmen und erklären, daß er mit der Vorrechnung der Zuwendungen an die Bayern nichts zu thun habe. Unerfindlich sei ihm(vollmar), wie Bebel mit einer kleinen Sekte die politische Macht erobern zu können meine. B o l l m a r verwahrt sich dagegen, daß er die Angelegenheit persönlich zuspitze; er habe die Gesammtheit der bayerischen Parteigenossen hinler sich.— Schließlich wird eine Resolution angenommen, in der Protest eingelegt wird gegen die Rede Bevel'S. in der ferner der Parteivorstand zur Stellungnahme auf- gefordert und dem Genossen Vollmar ein Vertrauensvotum aus- gestellt wird. « Ueber die„bayerische Angelegenheit" auf dem Frank- f u r t e r Parteitage schreibt v. a.(Viktor Adler) in der W i e n e r „Arbeiter-Zeitung": Dem Frankfurter Parteitage lag eine Anzahl von Anträgen vor. welche die Mißbilligung jener Abstimmung verlangten. Die Bayern selbst brachten einen Antrag ein,«elcher besagte, die Gesammtabstimmung über die Finanzgesetze der einzelnen Staaten sei eine reine Zwcckmäßigkeitssrage, die grundsätzliche Bekämpfung der herrschenden Staats- und Gesellschaftsordnung gehe aus der Gesammtthätigkeit der Partei hervor. Dem gegenüber stand der Antrag Bebel und Genossen, welcher im Wesentlichen aussprach, daß die Sozialdemokratie den Regierungen als Leitern von Klassenstaaten ein Zeichen des Vertrauens nicht geben könne; die Bewilligung des Gesammt» budgets aber gelte als Vertrauensvotum, daher die parlamen- tarischen Vertreter der Partei in allen Fällen gegen dasselbe zu stimmen haben. Ausdrücklich wurde von allen Rednern, die siir diesen zweiten Antrag sprachen, darauf hingewiesen, daß es sich nicht um ein Tadelsvotum für die bayerischen Genossen bandle, daß man vielmehr annehme, die Frage sei bisher eine offene ge- wesen. die Landtage hätten gerade durch die hervorragende Thätigkeit der Bayern eine große Bedeutung gewonnen, und es müsse nunmehr eine Richtschnur für die Zukunft geschaffen werden. Man mußte begierig sein, was Vollmar und Grillen berger für ihre Haltung vorbringen-könnten; und so sehr wir uns bemühten, objektiv zu prüfen, es gelang uns nichts Anderes zu entdecken, als daß sie auf die„spezifisch bayerischen Verhältnisse" Rücksicht nehmen müßten, daß es von ihren Wählern nicht verstanden würde, wenn sie gegen ein Budget stimmten, welches eine Reihe von Posten enthielte, die man vernünftiger Weise nicht ablehnen könne. Im übrigen war sehr deutlich, daß sich die bayerischen Genossen nicht wohl in ihrer Haut sühlten. Niemals hat Vollmar so schlechte Argumente für eine Sache vorgebracht wie diesmal; er ging so weit, an den bayerischen Chauvinismus zu appelliren und eine Frage, die einfach die Interessen und Prinzipien der Gesammtpartei betraf, zu einem Streit zwischen Bayern und Preußen herabzudrückcu. Es war klar, daß Vollmar, sowie Grillenberger umso heftiger sich wehrten, je mehr sie das Gefühl, daß sie im Unrecht eien, übertäuben mußten. Es war weiter klar, daß die- elben Leute, welche ihre Genehmigung des Budgets so heftig vertheidigten, sich niemals wieder in Zukunft derselben schuldig machen würden. Und das mag die Erwägung gewesen sein, aus welcher heraus einzelne Delegirte versuchten, ihnen eine Brücke zu bauen. Genosse Stadthagen wählte unseres Erachtens die dazu am wenigsten geeignete. Er knüpfte an den Antrag Bebel ein Amendement, wodurch sein Wortlaut dahin geändert wurde, es sei gegen das Budget zu stimmen, insoweit darin eine Vertrauensfrage liegt. Damit war der Antrag einfach in fein Gegeniheil verkehrt, denn das war ja der ganze Streit- punkt, daß die Budgelbewilligung immer eine Verlrauenssrage bilde. Die Abstimmung ergab folgendes: Der Antrag Vollmar wurde mit Zweidrittel-Majorität abgelehnt; der Parteitag sprach also aus, daß die Budgetabstimmung nicht«ineZweckmäßigkeits- frage sei. Das Amendement Stadthagen, welches acschästs- ordnungsgemäß vor dem Hauptantrag Bebel zur Abstimmung kam. wurde angenommen mit den Stimmen aller derer, die ver- meiden wollten, den Bayern wehe zu thun und mit den Stimmen der Bayern selbst. Als aber der Antrag Bebel auf diese Weise verdorben war, mußten alle, die eine prinzipielle Lösung für nölhig hielten, dagegen stimmen, wozu ebenso bezeichnender als begreiflicher Weise auch noch die bayerischen Stimmen kamen. Die Vermittelungskünste der Diplomatie hatten bewirkt, daß formell kein Antrag angenommen war. Die Bedeutung der Abstimmung ist trotzdem klar. Der Parteitag konnte sich nicht zu einer prinzipiellen Entscheidung aufschwingen, welche die Bayern allerdings ohne Grund als sie verletzend erklärten, aber ebenso- wenig dazu entschließen, ihre opportunistische Haltung auch für die Zukunft zu billigen. Das Urtheil des Parteitages lautet: „Angeklagter, Sie sind freigesprochen, aber thun Sie es nicht wieder!" Grillenberger zitirte in München Plechanow's Wort, daß nicht die Mittel revolutionäre seien, welche so aus- sehen, sondern die, welche revolutionär wirken und er meinte,„die Gesammtthätigkeit der bayerischen Fraktion, die an- gesochtene Abstimmung mit eingeschloffen, habe revolutionär ge- wirkt, d. h. Massen von bisher Indifferenten auf ihre Seite ge- bracht". Allerdings, daS Budget zu bewilligen, ist eine Hand- lung. die von jedem Verdachte des revolutionären Scheines frei ist. Nickt jede Taktik aber, die den revolutionären Schein ver- meidet, ist darum schon revolutionär und wer aus Angst vorder revolutionären Phrase in zweideutigen Opportunismus verfällt, hat kein Recht sich auf P l e ch a n o w zu berufen. Mas aber die Gewinnung der indifferenten Maffen angeht, so ist das allerdings unser wichtigstes Ziel, aber nur dann, wenn diese Massen für die Sozialdemokratie gewonnen werden, woraus folgt, daß dieser Gewinn genau so viel werth ist, als die Mittel, die wir dazu anwenden. Schnelle Arbeit ist nicht immer gründliche Arbeil und wenn wir uns selbst aufgeben, um den Gegner zu gewinnen, wäre das ein zweiselhafter Erfolg. Vollmar und seine Meinungsgenossen sind in Gefahr, eine neue Illustration zu dem alten Nestroy'schen Spaß zu geben, der als Soldat zwischen zwei Feinden aus die Bühne kommt und meldet:„Ich habe zwei Gefangene gemacht, aber— sie lassen mich nicht loS." Man sieht, wir beschönigen nichts und dennoch wiederholen wir: Gerade der Frankfurter Parteitag, und was ihm folgte, bestärkt uns in der Ueberzeugung, daß die deutsche Sozialdemo- kratie niemals weniger als heute in Gefahr war, in Opporlnnis- mus zu verfallen, den kleinbürgerlichen und kleinbäuerlichen Strömungen zu unterliegen. Was uns diese Zuversicht giebt, ist die ungemein starke Reaktion, welche durch die angeführten Dinge hervorgerufen wurde. Ueber die Reden der Genoffen Bebel und Auer in der Berliner Versammlung, in der Genoffe Adler ebenfalls zugegen war, heißt �s in seinem Artikel: „Man muß die Wirkung der Reden von Bebel und Auer in Frankfurt und auf der Berliner Versammlung mit erlebt haben, um zu wissen, wie gründlich die Partei über diese Ueber- gangsphase, die von ihrem rapiden Wachsthum bedingt ist, hin- wegkommen wird. Und die Zustimmung zu der Verurtheilung jedes Venvischens und Berwaschens des proletarischen Charakters unserer Partei kam in Frankfurt nicht etwa blo- bei den nord- deutschen Delegirten zum Ausdruck. So mancher bayerischer Ge- nosse war herzlich froh, als die Debatte vorbei war, die ihn zwang, einen übereilten Schritt, dessen Unrichtigkeit er schmerzlich cmpfond, zu vertheidigen, weil— nun. weil er eben einmal ge- schehen war. Das Wesen unserer Partei kann sich nicht ändern nach einer augenblicklichen Situation, oder vielmehr nach der Beurthei- lung, welche einzelne Genoffen, im Momente belangen, von dieser Si- tuation haben. Die der Partei gewonnenen kleiiwürtjerlichen Elemente können wohl nicht im Handumdrehen proletarisch und revolu- tionär empfinden lernen, aber ebensowenig können sie die Füh- rung erlangen und den Charakter der Partei bestimmen." Nachdem Genosse Adler seiner Meinung dahin Ausdruck gegeben, daß Vollmar und Grillenberger die Debatte vom prinzipiellen Boden weg auf das Gebiet des Persönlichen spielen, heißt es dann weiter:„Möglich, daß eS ihnen gelingt, sich selbstund den bayerischen Genoffen aus eine Weile einzureden, es handle sich um einen Konflikt zwischen München und Berlin. nicht aber zwischen Opportunisterei und Parteiprinzip. Daß der Streit mitunter mit starken Worten geführt wird. daran mögen die Gegner sich erbauen, wir selbst jammern darüber nicht. Ja, wir gestehen offen, daß die göttliche Grobheit, in der alte Kampf- fei, offen und Freunde ihre Meinungsverschiedenheit ausfechten, ür uns geradezu etwas Herzerquickendes hat. Und was ist's nun'mit der Spaltung? Eine Partei, die so öffentlich Selbstkritik übt, die keinen Raum gewährt dem schleichenden Gifte des Mißtrauens, die nicht zusammenhalten will, was nicht zusammengehört, spaltet sich nicht. Der Streit, die niemals rastende Diskussion in der Partei garantirt geradezu ihre Einigkeit. Was die Partei zusammenschmiedet und zusammenhält, das ist der Druck der Gegner, das ist vor Allem das gemeinsame Ziel. Wenn sich die Feinde der Sozialdemokratie mit Selbst- tänschungen trösten wollen, wir gönnen ihnen daS Vergnügen. Mögen sie doch versuchen, ihren Keil in den behaupteten Spalt zu treiben i Die deutscht Sozialdemokratie wird den Machtgewinn, den ihr Anwachsen bringt, behaupten, sie wird aber auch die daraus entstehenden Schwierigkeiten überwinden. Das klassenbewußte Proletariat Deutschlands wird seinen vorgezeichneten Weg zu gehen und seine Aufgab« ohne Schwanken zu»rsüllen wissen. *■ * Lei den Stadtverordneten-Wahlen in Chemnitz sind unsere Genoffen ehrenvoll unterleaen. Die reinsozialdemokratische Liste brachte es aus über 3000 Stimmen, während die der ver- einten Ordnungsparteien mit S000 fiegte. Tie Zunahme der sozialdemokratischen Stimmen beträgt 860; hierbei kommt allerdings in Betracht, daß seit der letzten Wahl Altchemnitz der Stadt einverleibt worden ist. In Neustadt(Sachsen) siegte bei der Gemeinderaths-Er- satzwahl der sozialdemokratische Kandidat. In Neu in ü n st e r(Schleswig-Holstein) siegten ebenfalls die zwei Kandidaten der Sozialdemokratie mit großer Majorität. Partriliteratur. Mit dem Beginn des nächsten Jahres soll im Verlage von Hans Vaake, Berlin, unter der Redaktion von I. S a s s e n b a ch ein neues sozialdemokratisches Organ erscheinen:„Der sozialistische Akademiker". Das Blatt erscheint am l. und IS. jeden Monats; eine Probe- nummer wird am IS. Dezember herausgegeben. In der An- kündigung des neuen Blattes seitens der Redaktion und des Verlags heißt es u. a.: Die Zeitschrift wird herausgegeben unter der Mitwirkung hervorragender Theoretiker des Sozialismus und stellt sich als erste Aufgabe, den Studenten aller Fakultäten, welche in den Jahren stehen, in denen man für die Aufnahme neuer Ideen und eine ent- sprechende Umbildung seiner Weltanschauung am empfänglichsten ist, die Anregung zu liefern für ein vorurtheilsfreies Studium der Theorien und Lehren des Sozialismus. Die Zeitschrift ist weit davon entfernt— um Mißverständnissen vorzubeugen, sei es hier besonders betont— irgendwelche Sekrenbildung bewirken oder gar begünstigen zu wollen, durch welche der Gang der allgemeinen Arbeiterbewegung geschmälert oder gestört werden könnte. In der bestimmten Erkenntniß, daß eine völlige Befreiung von den drückenden Fesseln der heutigen Zustände nur durch eine Be- kämpfung des Systems, nur durch die sozialistische Gesellschaft herbeigeführt werden kann, wird sie nur das eine Bestreben haben, aus den Kreisen der Studenten und Akademiker neue Streiter zu werben für den allgemeinen Kamps der Arbeiterklasse. für den Sieg des internationalen Proletariats. Die Landarbeiter und die Sozialdemokratie. Im Amte Sorö auf Seeland(Dänemark) hatte» in diesen Tmzen 17 Jnstleute und Eigenkäthner eine Versammlung ihrer Standes- genossen nach Bingstedt bernfen, um die Schaffung einer Organisation der Landarbeiter, die über das ganze Land ausgedehnt werden und die ökonomischen Interessen derselben wahrnehmen könnte, zu veranlassen. Nach- dem mehrere Redner vor einer Zersplitterung der Kräfte gewarnt und den Anschluß an die sozial- demokratische Organisation empfohlen hatten, wurde einstimmig folgende Resolution angenommen:„Zu einer Zeit, da die Arbeitgeber auf ganz Seeland, sowohl die städtischen, als die ländlichen, sich zum Schutz ihrer Vorrechte organisiren, während gleichzeitig die Agrarier auf Mittel sinnen, die Arbeitskraft bis aufs äußerste auszunützen, ist es bohe Zeit, daß auch'die Landarbeiter, alle wie einer sich zu Organisationen zusammenschließen, damit sie nicht noch mehr in ökonomischer wie sozialer Beziehung unter- drückt werden. Die Arbeiter verfolgen mit dieser Organisation ein doppeltes Ziel: I. unter besonnener Verhandlung mit den Arbeitgebern bessere Arbeitsbedingungen zu erreichen; 2. Seite an Seite mit dem ganzen unter der kapita- listischen Gesellschaft leidenden Theil der Bevölkerung den Arbeitern den politischen Einflu» zu erringen, der ihnen infolge ihrer Zahl und sozialen Bedeutung zukommt. An Reformen sehen die Landarbeiter als reif für die Lösung und dringend nolhwendig an: Ein- sührung der Staatspacht, einer bedeutend verbesserten, staatlich unterstützten Volksschule, Durchführung des allgemeinen Wahl- rechts bei den Staats- wie bei den Kommunalleirungen. Nur Polilikeni, die für die schnelle Durchführung dieser Reformen eintreten wollen, können die Landarbeiter bei den bevorstehenden Reichstagswahlen ihre Slimmen geben. Die Versammlung er- klärt schließlich, daß die Landarbeiter- wie die Agrarfrage völlig nur durch den Ueber- gang zun, Gesellschastseigenthum und der gesellschaftsmäßigen Organisation der Ar- b e i t g e l ö st werden kann. Die Versammlung ersucht die Hauptleitung der Sozialdemokratie, eine kräftige Agition im Amt Sorö zu entfalten und sagt ihre persönliche und moralische Unterstützung zu."— Zum Schlüsse meldeten zahlreiche An- wesende ihren Beitritt zur sozialdemokratischen Partei an. Polizeiliches, Gerichtliches»e. — Das Vorgehen der Polizei gegen die Arbeitervereine, wie es bisher nur in Sachsen üblich war, scheint mehr und mehr allgemeine Praxis werden zu wollen. So berichtet die Magdeburger„Volksstimine" über einen fast un- glaublichen Vorfall in B a r b y a. E. Dort wollte am 17. No- vember die Zahlstelle des deutschen Maurerverbandes ihr erstes Sliftnngsfest, bestehend in Konzert und Ball, veranstalten, und zwar als geschlossenes Vereinsvergnügen, zu dem auch der Ge- sanaverein„Einigkeit" zu Buckau' eingeladen war. Der Bevoll- mächtigte der dortigen Zahlstelle meldete das Vereinsvergnügen persönlich an und erhielt eine schriftliche Beglaubigung, ob- wohl der Maurer-Verband keiner polizeilichen Erlaubniß be- durfte. Alle Vorbereitungen waren getroffen und die Fest- theilnehmer zahlreich erschienen. Plötzlich drang die Gendarmerie in den Saal ein, machte ihre Schuppenketten herunter. vei.Iangte, daß Frauen und Lehrlinge sich aus dem Saale entfernen sollten. und erklärte: der Maurerverband sei ein politischer Verein. Daraufhin erwiderte der Bevollmächtigte, daß dies ein gewerk- schafilicher Verein sei und sie den Saal vom Wirth für den Abend gemielhet hätten zur Abhaltung ihres Stistungsfestes, zeigte den Gendarmen auch die polizeiliche Anmeldung vor und forderte sie auf, den Saal sofort zu verlassen. Diese leisteten der Aufforderung aber keine Folge, sondern ein D»mter erklärte:„Im Namen des Gesetzes löse ich die Ver- sammlung auf!" Dann schritt die Gendarmerie zur so- sortigen Räumung des Saales und befahl dem Rirth, den Saal an dem Abend nicht wieder zu öffnen. Als päler der Gesangverein«intraf, fand er fast kein Unterkomme--, da viel Volk herbeigeströmt war, um sich von der Wahrheit zu über- zeugen, wie ein harmloses Arbeitervergnügen vereitelt worden war. Als dann später der Wirth und der Gesangverein eine Unterredung über die Beherbergung deS Vereins hatten, denn erst am andern Morgen konnte derselbe zurückfahren, da glaubte der Gendarm, schon wieder eine Versammlung vor sich zu haben, und rief:„Ich löse die Versammlung auf und gestatte nicht, daß ein Vortrag gehalten wird!" Das Publikum war sehr entrüstet über das Vorgehen der Beamten.— Das Vaterland war wieder einmal gerettet.— Daß ein gewerkschaftliches Vereinsvergnügen als eine politische Versammlung betrachtet wird, ist für denjenigen, der nur wenig Kenntniß von den Gesetzen hat, unbegreiflich. Hoffentlich wird Beschwerde darüber erhoben. — Die Beschwerde wegen Auflösung der letzten Versammlung des Bildungsvereins von Heiligenhafen wurde vom Landrath als unbegründet verworfen, weil, so heißt es, der Verein nach den diesseits er- hobenen Feststellungen als rein politischer anzusehen sei. Da sich nun diese„Feststellungen" auf die Aussagen des betreffenden Gendarmen beschränken dürften, der aber, um sich nicht selbst wegen Mißbrauch der Amtsgewalt zu denunziren, nothwendiger- weis« den Verein als politischen bezeichnen mußte, hat sich der Beschwerdeführer nunmehr an die höhere Instanz gewandt.— Die zwei fortgeholten Schriften wurden dem Schriftführer wieder ausgehändigt. — Die Auflösung des sozialdemokratischen Wahl- Vereins von Zwickau hat daS sächsische Ministrrim des Inner» als höchst« Instanz endgiltig bestätigt. — Versammlungsverbote und kein Ende. In G a b l o n z bei Chemnitz wurde eine Versammlung verboten, in der ein Chemnitzer Parteigenosse über die Bedeutung der Koni- mnnalwahlen referircn wollte.— Auch in Grimma wurde eine für vorigen Sonnabend anberaumte Versammlung verboten. Gewerkschaftliches. geffen! wegung und so umgekehrt auszuspielen. Es sei nöthig, auf 1 Schiffsunglück? Aus Philadelphia wird vom Mons beiden Gebieten vorwärts zu streben. Zum Schluß fand tag berichtet, daß der Dampfer der American Linie" Indiana" An die Bureau- Angestellten! Während alle anderen Ar- ein Antrag Annahme: Innerhalb der Malergewertschaft in bereits seit sechs Tagen überfällig ist. Der Dampfer„ Calvin" beiterkategorien bereits seit Jahrzehnten in unterbrochenem Kampf Bukunft keine Bersammlungen mehr mit darauffolgendem Tanz- berichtet, er habe etwas füdlich des Indiana- Kurses ein Rettungsmit dem Unternehmerthum um die Verbesserung ihrer Arbeits- fränzchen abzuhalten. floß passirt, welches einem Flosse der" Indiana" glich. und Lohnbedingungen ringen, haben die Lohnstlaven der Feder Die Tapezirer setzten am 26. November in einer öffent- Eine eigenartige Krankheit. Vor kurzem wurde in einer bisher noch stets in Ermangelung jeder wirthschaftlichen und lichen Verfammlung die Debatte über das Zirkular der Braun- hiesigen Nervenklinik ein junger Mann vorgestellt, der an einer politischen Erkenntniß rückgrat und gesinnungslos fich dem schweiger Kollegen fort, in welchem die Gründung einer losen Krankheit leidet, die man Zweifelsucht nennt. Dieses Leiden Unternehmerthum als willenloses Ausbeutungsobjekt hingegeben. Bentralisation vorgeschlagen wird, zu deren gunsten sich die bildet eine selbständige Krankheit. Der Patient berichtete, daß er, Arbeiten und Hungern, Schweigen und Dulden ist das Schicksal bestehenden Tapezirer- Organisationen auflösen sollen. Die Dis- wenn er die Lampe beim Ausgehen ausgelöscht habe und auf der Bureauarbeiter! Einzig und allein diesem Zustande kussion zog sich bis nach Mitternacht hin und drehte sich haupt- der Straße sei, jedesmal von hertigem Zweifel gepackt werde, haben wir es zu verdanken, daß man uns einen Monatslohn" sächlich um die Frage, welchen Werth die straffe Bentralisation ob er die Lampe wirklich ausgelöscht habe oder nicht. Er muß zu bieten wagt, mit dem kein anderer Arbeiter als„ Wochenlohn" babe und welchen die lose. Auch die Anhänger des Allge- dann jedesmal umkehren, um sich immer von neuem davon zu zufrieden wäre, daß wir nicht das geringste Mitbestimmungsrecht meinen deutschen Tapezirervereins gaben zu, daß derselbe überzeugen. Daffelbe begegnet ihm auch bei den verschiedensten über die Dauer der Arbeitszeit, Höhe des Lohnes, der Kündigungs- an Mitgliederzahl zurückgegangen sei und so, wie er bestehe, Verrichtungen des täglichen Lebens, unter anderem beim Brieffrist u. s. w. haben. Die Winfür unserer Ausbeuter ist allein nichts Ersprießliches zu leisten vermag. Sie bemerkten aber, daß schreiben. Einen bereits verschlossenen Brief muß er immer maßgebend. Selbst die Gesetzgebung hat unsere Existenz ver- fie infolgedeffen selbst auf der im März t. J. stattfindenden wieder öffnen, da er in Unruhe vergeht, ob er nicht etwas unWährend die gewerblichen Arbeiter der Gewerbe Generalversammlung Anträge auf Abänderung der Organisation, finniges aufs Papier geworfen habe. So Tag und Nacht von Ordnung unterstehen und für die Kaufleute das Handels- eventuell auf Zusammenschluß mit den Sattlern stellen würden. 3weifeln gepeinigt, tommt er sich vor wie ein gehegtes Wild, Gesetzbuch gilt, giebt es tein Gesez, das auf die Sie erachteten daher eine sofortige Beschlußfassung über die das nirgends Ruhe noch Raft finden kann. Dieses Leiden ist Bureau- Angestellten Anwendung finden könnte. Kollegen! Frage der Auflösung ihres Vereins und der Schaffung einer schwer zu heilen, aber wohl zu bessern. Nach längerer Zeit geht Seit furzer Zeit ist eine fleine Anzahl aufgeklärter losen Bentralisation für verfrüht. Feder fiellte den Antrag, es oft in ein anderes Stadium über. Die Kranken vergehen in Kollegen ununterbrochen thätig, eine Organisation zu schaffen, einen Kollegen als Vertrauensmann zu wählen, welcher Angst, wenn sie etwas berühren sollen, da sie glauben, daß ihnen die die Besserung dieser menschenunwürdigen Zustände zur Auf- die Aufgabe hat, die Kollegen Deutschlands aufzufordern, dadurch Unheil widerfahren könnte. Dieses Leiden dauert zugabe hat. Eines der wirksamsten Kampfmittel zur Erreichung zu der Organisation mit Vertrauensmänner System fammen mit der Zweifelsucht viele Jahre, beffert sich zu Zeiten, unferer Ziele ist das von der unterzeichneten Kon miffion heraus- Stellung zu nehmen. Die Anhänger der Zentralisation erklärten, und nimmt dann wieder zu. Vollkommene Heilung ist felten. gegebene Fachblatt Der Bureau- Angestellte". Taffelbe erscheint daß fie gegen diesen Antrag stimmen würden, nicht weil sie gegen am 1. eines jeden Monats und kostet pro Quartal 50 Pfg. die Vereinigung sämmtlicher Kollegen find, sondern weil sie die Kollegen Deutschlands! An Euch richten wir den Bestimmung über die Organisationsfrage von Deutschland, nicht Briefkaften der Redaktion. dringenden Appell, endlich Eurer Pflichten Euch be= von Berlin getroffen wissen wollen. Der Antrag Feder gelangte Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Bwei Buchfiaben oder eine Bahn wußt zu werden und mitzuarbeiten an dem gemeinsamen fodann mit dreißig gegen fünfzehn Stimmen zur Annahme und anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Werke. Laßt diesen Ruf nicht unbeachtet! Erwacht endlich! wurde Martiel als Vertrauensperson gewählt. In die Arbeits- wird von 12 bis 1 Uhr abgehalten. Die Sprechstunde für Rechtsangelegenheiten Rafft Euch auf! Unterstützt die Bureau- Angestellten durch Euer nachweis- Kommission wählte man dann noch die Kollegen Razki, Abonnen ent! Leistet Beiträge für den Agitationsfonds! Seid Lennstedt, Uessen, Homann, Christof, Klatt und Rathke. Ueber Es wird wiederholt darauf hingewiesen, die Einsendungen unablässig bemüht, Propaganda zu machen für unsere Be- die Reorganisation des Arbeitsnachweises, sowie über den Bier- Don Bereinen oder Klubs, welche in boykottirten Lokalen tagen, strebungen, damit wir bald allerorts Zweigvereine gründen boykott soll in nächster Versammlung diskutirt werden. zu unterlassen. tönnen! Buschriften und Geldsendungen sind an den Unterzeichneten zu richten. Ueber die geleisteten Beiträge wird öffentlich im„ Bureau- Angestellten" quittirt werden. Die Agitation stommission der Bureau Angestellten für Berlin u. Umgegend. J. A.: F. Schulz, Urbanftr. 35. Alle Arbeiterblätter werden freundlich st um Abdruckt gebeten. Br. Wenn Naturheilvereine mit Vorliebe in Lokalen tagen, Rigdorf. Das Gewerkschaftskartell hielt am 22. November die Ringbier verschänken, so kann dies schwerlich darauf zurückeine Versammlung ab, in der als erster Punkt der Bericht des geführt werden, daß die Naturheilanhänger boykottirtes Bier als Ausschusses auf der Tagesordnung stand. Die Einnahme betrug Naturheilmittel erachten. 97,30 M., die Ausgabe 84,60 M., so daß ein Bestand von D. Sch. Stellen Sie selbst Erkundigungen an Ort und Stelle an. 12,70 m. verbleibt. In Funktion trat das Kartell zuerst am 6. Mai und griff in die Regelung der Streitigkeiten mit den K. B. Haben Sie im Armenrecht geklagt, so ist der RechtsAn die Vergolder und Berufsgenossen Deutschlands. Böttchern und Brauerei- Arbeitern ein. Die andere Arbeit des anwalt nicht berechtigt, von Ihnen Gebühren zu verlangen, hat Behufs weiteren Ausbau der Organisation findet am 26., 27. Rartells beschränkte sich zum Theil auf Angelegenheiten unter: Ihnen vielmehr eine Ausfertigung des Scheidungsurtheils zu und 28. Dezember in Berlin im Lotale des Genossen Zubeil, geordneter Bedeutung. Zur Prüfung der Abrechnung wurden erwirken und dies( mit dem Attest der Rechtskraft) Ihnen zu Lindenstr. 106, ein Verbandstag statt, zu welchem hiermit die drei Delegirte gewählt, die in der nächsten Versammlung Bericht übergeben. Verpflichtet hierzu ist der Anwalt I und II. Instanz. Kollegen eingeladen werden. Besonders bitten wir um rege Be- zu erstatten haben. Die Kommission für Ausarbeitung eines Die Rechtskraftsbescheinigung wird in Ihrem Fall vor Ende theiligung aus dem Rheinland und Süddeutschland. Die nicht- Aushängeplatats, auf welchem das Verzeichniß der Gewerk Dezember schwerlich ertheilt werden. 2. W. 111, 500 B. G., M. 45, Stammtisch organisirten Kollegen mögen in öffentlicher Versammlung Dele- fchaften, Name des Delegirten, der Arbeitsnachweis, sowie die 1842: Ja. girte wählen, sie erhalten auf dem Verbandstag berathende regelmäßigen Versammlungen aller Gewerkschaften und das 2. Die Fabrikation ihres Artikels müssen Sie anmelden. Stimme. Nur wenn der Verbandstag von recht vielen, möglichst Lotal, in welchem sie tagen, angegeben wird, soll in nächster aus allen Orten besucht wird, kann etwas Gedeihliches geschaffen Beit angefertigt werden. Angeregt wurde, ob es nicht zwed- und stellt das eheliche Leben nicht her, so liegt ein Ehescheidungsmäßig sei, Massenversammlungen für die Gewerkschaften werden. Die Delegirten haben sich mit einem Mandat zu vereinzuberufen behuss Agitation für den Bierboykott, da in grund vor, wenn Sie einen gerichtlichen Rückkehrbefehl beim feben und auf dem Verbandstage bei dem Unterzeichneten zu den Gewerkschaften Nach viel gefündigt wird. Gericht( Amtsgericht) erwirken und Ihre Frau demselben nicht melden, sowie vorher dem Unterzeichneten davon Anzeige zu Debatte wird ein Antrag angenommen, machen. eine öffentliche Folge leistet. Bersammlung sämmtlicher Gewerkschaften C. N. 85. 1. und 4.: Ja. Die Klage mußte beim Amtsanzuberaumen. Die Anregung eines Delegirten, die Regelung des Herbergs- gericht angestrengt werden. Die Frage, ob die Klage zu Ihren wesen in die Hand zu nehmen, wurde als gegenwärtig unmöglich Bunften ausfallen wird, läßt sich unmöglich beantworten: Jede daß die Delegirten von den Tapezirern und den Möbelpolirern nahme der im Gesetz ausdrücklich aufgeführten Gegenstände( vervorläufig zurückgewiesen. Das Verlesen der Präsenzliste ergab, Klage ist in Deutschland in ihrem Ausfall zweifelhaft. F. P. Entsteht darüber Streit, ob der Wirth mit Ausohne Entschuldigung fehlten. gleiche Vorwärts" vom 29. Juni) noch andere von seinem Pfand. recht feilaffen muß, weil diese Gegenstände unentbehrliche, so entscheidet über die Frage, ob es sich um unentbehrliche Gegenstände handelt, das Amtsgericht. Der Hauptvorstand. J. A.: Paul Höpfner, Vorsitzender. Berlin N, Bernauerstraße 16. -We reger NB. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Vom Seidenweberstreik in Bielefeld ist zu berichten, daß seitens der Streikenden der Vorsitzende des dortigen Gewerbegerichts um Vermittelung angegangen worden ist; die Streifenden sind aufgefordert, den Antrag jeder einzeln mit zu Schöneberg. Die am 25. November bei Keßner in der unterzeichnen. Die Schererinnen der Firma Delius, etwa Grunewaldstraße 110 einberufene öffentliche Parteiversammlung 20 an der Zahl, welche bekanntlich weiter arbeiten, haben infolge erfreute sich eines recht zahlreichen Besuches. Der Rechenschaftsdes Streits auf leichte Art einen Sieg errungen; fie forderten bericht, den der Vertrauensmann Masow verlieft, ergiebt für W. S. 1 und 2. Der Betrieb des Hufbeschlag- Gewerbes Erhöhung ihres Lohnes. Die Firma bewilligte ca. 20 pCt. Lohn- die lokalen Einnahmen und Ausgaben ein Defizit von 38,45 M., ist in Preußen von der Beibringung eines Prüfungszeugniffes erhöhung und garantirte jeder Schererin einen Verdienst von wohingegen die Gesammtabrechnung einen Ueberschuß von 158,45 m. abhängig. Das Nähere regelt das Gesetz vom 18. Junt 2 M. Berdient also eine Schererin bei ihrer Affordarbeit täg- aufwies. Als Vertrauensmann für Schöneberg und Umgegend 1884. Der Umstand, ob der Schmiedemeister einer Inangehört oder nicht, hat auf lich nicht 2 M., so wird ihr das Fehlende gutgeschrieben. Die wurde hierauf Genosse Masow wiedergewählt und die Genossen nung auf die Ertheilung Firma ist auf die Forderung der Schererinnen nur deshalb ein- R aue, Bäumler und Meiling zu Revisoren ernannt. der Bestallung feinen Einfluß. 3. Für den Bezirk einer gegangen, weil sie befürchtete, die Schererinnen würden die Arbeit Den Bericht über die Thätigkeit der Lokalkommission gab Genosse Innung fann nach§ 100e Gewerbeordnung durch die niederlegen. Dadurch wären mit einem Male die Herren matt- Schubert. Die darauf gewählte neue Lokalkommission fezt sich höheren Verwaltungsbehörden bestimmt werden, daß Nichts gesezt gewesen. für das laufende Geschäftsjahr zusammen aus den Genossen Seit, innungsmeister Lehrlinge nicht annehmen dürfen. Karoß und Säume, der die Genossen Sa chweh und Kuhn M. W. O. 11. Gewiß hat das Dienstmädchen, dem als Ersatzmänner beitreten. Die Fortsetzung der Diskussion über 15 M. zur Aufbewahrung übergebenes Geld und der Lohn vors den Frankfurter Parteitag leitete der Genoffe Kasper- Steglit enthalten wird, ein Recht, auf Zahlung des Lohnes und des aufmit einem furzen Resümee über die auf dem Parteitag ver- bewahrten Geldes zu klagen. Sie wird indeß bei der Schwierig handelten Punkte ein. Die in der Debatte sich geltend machenden feit für Dienstboten, das färgliche ihnen zustehende Recht zu er Meinungen famen in folgender Resolution zum Ausdruck: streiten, gut thun, sich an einen Anwalt zu wenden. Der Bäckerstreik in Amsterdam ist been det; die Bäckereibefizer haben nunmehr sämmtlich die Forderungen der Arbeiter bewilligt. Die Arbeit ist überall wieder aufgenommen worden. Derlammlungen. 0 -W " Die Genossen Schönebergs erklären sich zwar nicht mit allen Beschlüssen des Parteitages einverstanden, erklären jedoch, aus demokratischen Gründen sich denselben zu fügent." storben. Dermischtes. P. T. Ein Retentionsrecht stand dem Wirth zu: wie es scheint, können Sie noch jetzt Berufung gegen das Räumungsurtheil mit Erfolg einlegen, wenn Sie nachweisen, daß die Wohnung unbrauchbar. Ersatz für den vorfäßlich zerschlagenen Spiegel können Sie vom Wirth beanspruchen. Briefkaffen der Expedition. Ph. H. Waller, Mittelbuchen. Ihr eingesandter Betrag von 12,53 M., ist wie von Ihnen gewünscht, unter Arbeiters schutz" 10,- m. und Im Arbeiterschuß zu Mitelbuchen" 2,53 M. in der Nr. 259 vom 6. November quittirt. " In einer Wander Versammlung des Frauen und Mädchen- Bildungsvereins hielt am 20. d. Mts. Genosse Zum Schluß forderte Frau Klauke zu reger Agitation Schöpflin bei Schneider, Belforterstr. 15, einen Vortrag über und guten Besuch der am nächsten Sonntag, 2 Uhr, hier stattDie fapitalistische Produktion und die Frauen." Im Gegenfaz findenden Versammlung des Frauen und Mädchen- Bildungszur Kirche, welche die redebegabte Frau nicht als Kämpferin für vereins auf. Genosse Butry ersuchte um regere Betheiligung hierarchische Zwecke ausgenugt habe, beute der Kapitalismus die an den Versammlungen der Hausdiener, Kutscher und verwandter stumme, geduldige Leistungsfähigkeit des Weibes aus. Er ge- Berufe. statte ihr das Mitthaten, nicht aber das Mitrathen, denn mit dem Instinkt des Raubthieres wittere er die Gefahr, welche die der Frau gewährte Redefreiheit ihm bringen werde. Mit Hilfe der Unfallstatistik wies Redner nach, wie die Ueberbürdung durch zu lange Arbeitszeit auf die feineren Nerven des Weibes be= Den pharisäischen Charakter der Oberförfter Ger Für die ausgesperrten Brauerei Arbeiter gingen sonders schädigend wirkt und schloß mit der Erinnerung an die lach'schen Eheleute, so schreibt ein Erfurter Blatt, beleuchtet ferner ein: Weiber von Weinsberg. Wenn diese ihre Männer, auf dem u. A. auch grell die Thatsache, daß beide aus dem Untersuchungs- Sumter Kragelpartie 2,30. Durch Grüßner, Waldemarstr. 42, Rücken tragend, aus der belagerten Stadt gerettet hätten, so gefängniß heraus an ihre 16 jährige Tochter in Sondershausen, 2,70. Graveure und Biseleure 7,85. Berliner Bär 15,-. sollten unsere Frauen furchtlos als Rednerinnen den Männern die bekanntlich ehedem ebenfalls grausame Mißhandlungen zu Skatbrüder von C. Saniz 7,60. Gefangverein Freiheitsden Rücken decken im Kampf gegen die Ausbeuter. In der erdulden gehabt, Briefe schrieben, die von salbungsvollen gruß" und Echo II", Sommerfest bei Kelle, SchönDebatte über„ Verschiedenes" regte Frau Sumann an, die Mahnungen und Bibelstellen strotten. Da war u. A. die Bitte, hauser Allee, 3. Rate 10,40. Von den Verbandsmitgliedern Bauhandwerker zu strengerer Beobachtung des das von Gott auferlegte Kreuz zu tragen, wie dies auch sie( die der Halle'schen Buchdruckerei, 2. Rate 15,-. Bierprozente, fünfte Boykotts zu ermuntern. Eheleute) in ihrer Unschuld thäten" u. f. m. Die Beiden wußten Rate, von den Arbeitern bei Voigt u. Cremer, Alte Jakobstr. 20, Der Verband der Glaser und verwandten Berufs- eben, daß sämmtliche aus dem Gefängnisse nach außen gesandte 7,80. Gürtler von O. Lundershausen 1,50. Von Rich. Gossow genossen hielt am 20. November eine Mitgliederversammlung ab. Briefe zuvor von den Richtern gelesen werden, deshalb die d. Gesangv. Völkerfrühling 1,50. Amer. Auktion eines Urwaldstammes bei J. Trzewit, Beuffelstr. 50 9,-. Vom FamilienDer in der vorigen Versammlung vertagte Kaffenbericht, der plumpe Verschleierung ihrer wahren Denkungsart. nunmehr zur Verlesung gelangte, ergab die Einnahme von Die Fürstin Bismarck ist am Dienstag früh 5 Uhr ge- abend des Statklub Treue Freundschaft" bei Behrendt 10,-. Am 17./11. im Kolberger Salon für einen Herren- Tanz durch 158,01 M. und eine Ausgabe von 93,65 M., mithin bleibt ein Von Tanzlehrer Hartmann 3, einer Amerikanischen Bestand von 64,36 M. Das letzte Vergnügen ergab einen UeberEin Kulturbild. Bonn, 27. Novbr. Der Godesberger Auktion des Agitations- Klubs Often" 10,70. Adolfschuß von 38,60 m., davon wurden 10 M. der Agitations- Raubmörder Lethen ist heute früh im hiesigen Gefängnißhose straße 2, gesammelt durch D. B. 2,20. H. v. P. 2. Uebertommission und 10 M. den ausgesperrten Brauerei- Arbeitern durch den Scharfrichter Reindel guillotinirt worden. schuß von ringfreiem Bier, Spandauerstr. 30, 2. Hof, 18 Woche überwiesen. Zu dem Ostern 1895 in Berlin stattfindenden Ver- Das Erdbeben in Italien dauert fort und zieht sich bis 4,-. Alte Versöhnung 2,-. Schwimmverein" Nord", bandstag wurde ein Komitee von 5 Personen gewählt, das zu- nach Desterreich hinein. Es liegen folgende Nachrichten vor: amerikanische Auktion 2,-. Hildesheim durch Fr. Krebs 41,95. sammen mit dem Vorstand einen Saal für die Sigungen und Wien, 27. November. Nach einer Meldung der Blätter aus Trient Gesammelt auf einer vothen Hochzeit in Adlershof 1,60. Potsaußerdem ein Vergnügen arrangiren soll. Der am 5. Januar wurde daselbst heute früh 6 Uhr 9 Minuten ein furzer ziemlich damer Tonne 1,50. Gef. bei der Feier eines wiedergefundenen geplante Maskenball kommt in Anbetracht der ungünstigen Zeit heftiger Erbstoß verspürt. Rom, 27. November. In Ueberziehers 2,10. Ueberschuß, 5. Wahlkreis 50,-. Dänische in Wegfall. Verona, Bologna und Brescia wurden heute früh um Geburtstagsfeier, Prinzenstr. 16, 3,60. Gesangverein Boray 15 Minuten wellen- 8,-. Von W. H. Osnabrück 1,-. In einer öffentlichen Versammlung der Maler, 6 Uhr 4 Minuten, bezw. 9 und einer Geburtstags 2 adirer und Anstreicher, die am 26. November im förmige Erderschütterungen verspürt. In Verona erfolgte feier von 7 rothen Handschuhmachern und Bandagisten. Amerik. Louisenstädtischen Konzerthaus stattfand, sprach Reichstags- zuerst eine starke Erschütterung von 4 Sekunden Dauer; daran Auktion Gr. Frankfurterstr. 82 b. Schläfte 6,40. Amerit. Auftion Abgeordneter M. Schippel über" Trust's, Kartelle 2c. und schloß sich fast unmittelbar ein zweiter, aber leichter Erdftoß von bei der Geburtstagsfeier des Gen. Ruhl: Andree Chorinerstr. 53 ihre Bedeutung für die Gewerkschaften." Im Wesentlichen lief zwei Sekunden Dauer. Das Erdbeben in Bologna war nur 13,45. Auf einer Hochzeit gesammelt durch Langer 2,25. der fast zweistündige, sehr interessante Vortrag auf eine Wieder- schwach, während dasjenige in Brescia ftark war und von dumpfem Tischlerei von Schulz, Prenzlauer- Allee 26 5,-. Auf Redakteurgabe des bereits auf dem Parteitag gehaltenen Referats Rollen begleitet wurde. Rom, 27. November. Neue Erd- hochzeit durch H. Noack gesammelt 9,26. Bergnügungsverein hinaus. Der Redner kam zu dem Schluß, daß die Arbeiterschaft erschütterungen sind in Reggio und Melazzo verspürt worden. Nordwacht durch Tanzlehrer Lewandowski 4,05. Ordner der Freien dem toalirten Unternehmerthum gegenüber dieselben Mittel in Unter der Bevölkerung herrscht fortdauernd unbeschreibliche Wolfsbühne beim Regeln 2,25. Unter uns 5,50. Andreas 2. Anwendung zu bringen, das beißt: volle Koalitionsfreiheit zu Panit. Wegen des schlechten Wetters kann das Volk sich nicht 8,50. Amerik. Auktion bei Herrn König, Wollinerstr. 47, 2,25. erstreben und sich in immer größeren Verbänden zusammen- auf den Feldern aufhalten, daher hat die Polizei gestattet, daß Amerit. Auktion, veranstaltet von Gießebock, Ritterstraße, zuschließen habe. Dann brauchten die Arbeiter die Monopole nicht die alten Wohnungen wieder bezogen werden können. Café Krieg, 6,16. Freie Vereinigung der Bau- und zu fürchten, im Gegentheil, durch die Riesentrusts werde der endliche Aufsehen erregt in England die Verurtheilung des Sohnes gewerbl. Hilfsarbeiter Rigdorfs und Umgegend 5,-. Mehrere Sieg des Sozialismus nur beschleunigt.( Lebhafter Beifall.) In der des ehemaligen Ministers Fergusson, welcher eine Gefängniß- Maler 2,20. Tischlerei von Stöhr, Dresdenerstr. 35, Bierfich bis lange nach Mitternacht ausdehnenden Debatte traten strafe von 12 Monaten erhalten hat, weil er eine Schule, in prozente 9,20 m. dem Referenten bezüglich seiner Ansicht über die Bedeutung der welcher er studirte, in Brand steckte. Der Materialschaden be- Summa 307,27 M. Bereits quittirt 17 772,29; in Summa Kactelle für die Zukunft mehrere Redner entgegnen, während trug 8000 Pfund. Der Vertheidiger hob in seiner Rede hervor, 18 079,56 M. andere ihm beipflichteten. In seinem Schlußwort warnte daß man den Angeklagten wegen seines zerrütteten Nerven- Für die streitenden Metallarbeiter in Schippel davor: die politische gegen die gewerkschaftliche Be- zustandes nicht verurtheilen könne. Güstrow gingen ein 2,70 M. verantwortlicher tedatteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berin, SW, Beutostraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 277. Mittwoch, den 28. November 1894. Arbeiter! Parteigenoffen! 11. Jahrg. Die Verhandlungen wegen Beendigung des Bierboykotts sind abgebrochen worden, weil die Ringbrauereien eine Bedingung stellten, deren Annahme mit der Ehre der Arbeiterschaft unvereinbar ist. Die Vertreter des Brauerrings hatten die Stirn zu fordern, daß der Friedensschluß davon abhängig gemacht werde, daß 33 Arbeiter nie mehr in den Betrieben der Niugbrauer beschäftigt werden. Arbeiter! Parteigenossen! Ohne jeden Anlaß seitens der betreffenden Arbeiter sind am 16. Mai Hunderte aufs Pflaster geworfen worden. Und nun sollen nach monatelanger Aussperrung, nach monatelangen Entbehrungen dreiunddreißig Arbeiter dauernd dem Elend, für immer der Eristenzlosigkeit, also dem langsamen Zugrundegehen überliefert werden, dreiunddreißig Mann, von denen keiner Schuld an dem Boykott trägt. Sie sollen als Opfer des Kapitalistenübermuthes auf der Strecke bleiben. An der barbarischen Doppeldezimirung des 16. Mai hatte der Brauerring nicht genug- seine Rache verlangt die Vernichtung von weiteren dreiunddreißig Existenzen. Arbeiter! Genossen! Wir wissen, daß wir in Eurem Sinne gehandelt haben, als wir diesem ungeheuerlichen Ansinnen ein empörtes kurzes Nein entgegenseiten und die Verhandlungen abbrachen. Die Arbeiter Berlins konnten und wollten einen ehrlichen Frieden schließen; niemals aber werden wir unsere Hand dazu bieten, niemals werden die klassenbewußten, in den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie organisirten Arbeiter dulden, daß ein geschlossen wird. ehrloser Friede Nun ist die Entscheidung getroffen. Der Boykott muß mit erneuter und vermehrter Energie fortgeführt werden. Die Parole Kein Tropfen Ringbier muß mit unwiderstehlicher Macht zur Durchführung gelangen. Jeder einzelne Arbeiter muß seine ganze Kraft aufwenden, um den Boykott zur vollen Wirkung zu bringen. Dazu ist nöthig, daß die gesammte Arbeiterschaft mit verdoppelter Kraft Hand aus Werk legt, die zur Organisation, Ueberwachung und Durchführung des Boykotts erforderlichen Maßregeln energisch zu unterſtüßen. Es bedarf aller Kraft, aller Energie, denn die Brauerdirektoren haben offen erklärt, die Unterwerfung der Berliner Arbeiterschaft durch neue Massenmaßregelungen erzwingen zu wollen! Arbeiter, Parteigenossen! Der Brauerring hat zwar Millionen zur Verfügung und wird in diesem Klassenkampfe auch fernerhin Hunderttausende opfern; hinter uns aber stehen die Massen, auf unserer Seite ist das Recht, ist die Begeisterung, ist der Opfermuth. Und an Euren Opfermuth appelliren wir abermals. Die unschuldigen Opfer kapitalistischen Uebermuthes dürfen nicht dem Hunger preisgegeben werden. Seit Monaten liegen diese Hunderte existenzlos auf der Straße. Wir wenden uns deshalb an die Arbeiter von ganz Deutschland um thatkräftige und schnelle Unterstügung. Der Kampf ist uns aufgezwungen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Handschuh aufgenommen und sie wird den Kampf durchführen bis zum Ende. Arbeiter! Euer Klassen Jutereffe nicht blos, Eure Klaffen Ehre ist im Spiel. Da giebt es teinen anderen Gedanken als Sieg! Vorwärts zum Sieg! Kein Tropfen Ringbier! Hoch der Boykott! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Charlottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Ring u. Ko., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Nathenower Exportbrauerei- Niederlage. Inh. May Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank furt a. D. Niederlage Greifswalderstr. 228. Phönig- Brauerei, E. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernad, Mühlenstraße 49a. Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Brauerei Königs Wusterhausen, Niederlage Reichen bergerstraße 33. Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, N., Gartenstr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Ludenwalde. Niederlage Gust. Spiekermann, Krautstr. 48, Tel. VII, 1487. Export- Brauerei Grabow a./D. bei Stettin. Niederlage Marthen, Bellermannstr. 6. Brauhaus Hohen- Schönhausen bei Berlin. Boykottirt sind die folgenden, dem Ring angehörenden Brauereien: Aftien Brauerei Friedrichshain, Berlin. = Die Boykott- Kommission. Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. 2 Jetzt ist auch der Käse in die Reihe der verfälschten Nahrungsmittel getreten. Wie Gerichtschemiter Dr. Bischoff gestern vor der 133. Abtheilung des Schöffengerichts er larte, jei der vorliegende Fall der erste der zur Kenntniß das Gerichts Nach dreitägiger unbeschränkter(?) 2ehr gelangte, es würden aber noch verschiedene andere nachfolgen. zeif lehre gründlichst, billigt Damen jeden Der auf der Anklagebank befindliche Kaufmann Johan.. Il Standes Handschnüren, Verperlen, Perlplattftich, Tüll- hatte geständlich Limburger Käse verkauft, den er von der Firma verperlen, Bortenverperlen, Seidenstickerei, Musterzeichnen und Mohr in Ottensen bezogen hatte und von dem er wußte, daß Pausen. Wochenverdienst bis 20 m. Angenehme und saubere derselbe mit Margarine versetzt war. Dr. Bischoff begutachtete, Arbeit. Sofortige dauernde Beschäftigung.- Frau Schickedanz. daß der fragliche Käse aus 60 pt. Margarine und 40 pet. Erstes Lehrinstitut für Konfektionsstickerei."- Dies war Milchfett hergestellt sei. Die Bereitung sei eme sehr einfache. der Köder, ausgebreitet im Inseratentheil des Berliner Magermilch werde mit geschmolzener Margarine verrührt und Die ofal- Anzeiger", welcher fie anlodte: Die" Damen"" aus der verkäst. Frage des Vertheidigers, ob nicht uuch Kleinbourgeoisie, die sich gern ein Nadelgeld verdienen die aus Frankreich eingeführten Käse, wie„ Camembert" mochten, und die Proletarierinnen, die glaubten, hier eine Existenz Fromage de Brie" u. s. w. mit Margarine versetzt seien, bezu fint en. Zur ersteren Gattung gehörte eine Frau Wolter, welche antwortete der Sachverständige dahin, daß ihm dies bisher nicht die sonderbare Meinung hegte, für ihr Geld müsse sie in der bekannt sei, er werde es sich aber angelegen sein sanen, jeine angegebenen Zeit thatsächlich etwas lernen, und die, weil Untersuchung auch auf diese Käsesorten auszudehnen. Der Ansie nichts lernte, auf Rückzahlung des Lehrgeldes flagte. Sie geklagte entschuldigte fich damit, daß er im Butter uno Kuses hatte 12 M. geopfert, und die wollte sie wieder haben Die geschäft vollständig Laie sei, er habe es nur einige Monate beKammer 11. unter Assessor von Schulz hatte am 23. November sessen und es dann wieder aufgegeben, weil er sich in der kurzen über den Anspruch zu befinden. Die Klägerin behauptete, Beit bereits zwei Anklagen wegen Vergebens gegen das Beklagte habe ihr in Aussicht gestellt, sie würde in der ersten Nahrungsmittelgefeß zugezogen habe. Der Gerichtshof erkannte Zeit nach Beendigung der Lehre gleich 10 m. verdienen. Sie unter Berücksichtigung dieses Umstandes nur auf 10 Mt. Geldbeitszeit auf nicht mehr wie 35 Pfennige den Tag gebracht. Die habe es jedoch nach achttägiger Uebung bei ausgedehntester Ar- strafe, während der Staatsanwalt 50 M. beantragt hatte. Aus einer Handlung der Selbsthilfe, welche von den Klägerin vertraute hierauf dem Vorsitzenden obige Annonce an, Tischlergesellen Richter, Dähnert und Bedersty be welcher nun der guten Frau Schickedanz freundliche Ergangen wurde, hat sich gegen diefelben eine Anklage wegen Ber mahnungen zu theil werden ließ, insbesondere die, doch in trickung einer gepfändeten Sache herausgebildet, welche gestern Bukunit ihre Anzeigen etwas präziser zu faffen. Hauptsächlich vor dem Schöffengericht gegen fie verhandelt wurde. Di. orei erregte die Wortstellung„ dreitägige unbeschränkte Lehrzeit" und Angeklagten standen bei dem Tischlermeister B. in Neu- Weißensee der Hinweis auf den voraussichtlichen Verdienst von 20 M. in Arbeit. Es haperte bisweilen mit der Lohnzahlung. An heftiges Kopfschütteln auf seiten der Richter. Frau Schickedanz einem Sonnabende im August d. J. warteten die Angeklagren erklärte denselben indeß das Wie und Was", indem sie be wieder vergeblich auf das Eintreffen des Arbeitgebers. Sie merkte, eine der angeführten Fertigteiten lerne man eventuell befürchteten, um ihren Lohn zu tommen und als her schon in einem Tage, die Tamen wüßten aber alle, daß die Meister selbst nach Eintritt der Dunkelheit nicht er Lehrzeit vierzehn Tage dauern würde und daß sie sich dann erst schienen war, nahmen die Angeklagten zwei Hobeleinarbeiten müßten. Sie selbst tönne nicht dafür, daß eine oder bänke und brachten sie nach der Wohnung des Bedersky. die andere eine schwere Hand" habe, wie zum Beispiel die Hier saben sie daß die beiden Hobelbänke un der Rückseite mit Klägerin. Diese hielt ihrer Lehrmeisterin entgegen, daß je einer Pfändungmarke versehen waren. Sie gingen zum Amtsgerade lettere nach ein paar Tagen bereits ihre leichte vorsteher und fragten, wie sie sich zu verhalten hätten. Sie er Hand gerühmt hätte, was natürlich Frau Echickedanz nicht mehr hielten den Auftrag, die Bänke wieder zurückzubringen, was auch Schulz gelang es, einen Vergleich zu stande zu bringen; Frau die Anklagebehörde die Verurickung. Im Termine führte der Schickedanz zahlte 9 M. an Frau Wolter zurück. Zum Schluß Vertheidiger, Rechtsanwalt Hugo Sachs, aus, daß von einem fei noch festgestellt, daß nach dem„ Konfektionär fein Mensch widerrechtlichen Bewußtsein der Angeflagten teine Rede sein in acht Tagen und die Perl Plattstiderei erlernt fönne. Dieser Ansicht trat der Gerichtshof bei, weshalb ein freiund daß der Wochenverdienst der Frauen, die die sie sprechendes Urtheil gefällt dc. betreiben, in app 8 Mart beträgt. Nur sehr geübte Stickerinnen sollen bei vierzehnstündiger Arbeitszeit auf faum zehn Mart kommen. Das erste Lehrinstitut für Konfektionsstickerei" der Frau Schickedanz befindet sich jett Antiamer- und Bionskirchstraße n- Ecke; früher war es in der Oderbergerstraße. Aftien- Brauerei- Gesellschaft Friedrichshöhe, vorm. Bazen wahr haben wollte. Dem eindringlichen Bureden des Assessors von geschah. In der Entfernung der gepfändeten Sachen erblickte hofer, Berlin. Aktien- Brauerei Gesellschaft Moabit, Berlin. Aftien Gesellschaft Echloßbrauerei Schöneberg, Schöneberg. Bergschloß- Brauerei, Aftien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Bockbrauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Kronen- Brauerei, Aftien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Unions- Brauerei, Berlin. Böhmisches Brauhaus, Kommandit- Gesellschaft auf Aktien, A. Knoblauch, Berlin. Brauerei Oswald Berliner, Berlin. Brauerei Julius Bözow, Berlin. Brauerei Borussia, Attien- Gesellschaft, Niederschönweide bei Johannisthal. Brauerei Gambrinus, Aktien- Gesellschaft, Charlottenburg. Brauerei Carl Gregory, Berlin. Brauerei F. Happoldt, Berlin. Brauerei Königstadt, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Brauerei Pfefferberg. vorm. Echneider u. Hillig, Berlin. Brauerei A. Werm, Berlin. Bürgerliche Brauerei, Berlin. Bürgerliches Brauhaus, Otto Müller, Berlin. C. Habel's Brauerei, Berlin. Gebrüder Josty, Berlin. Norddeutsche Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. = -Vom Ober- Verwaltungsgericht. Der Gastwirth Brecken felder besitzt in der Ziegelstr. 2 eines jener Kunstinstitute", in denen Speisen und Getränke von garter pand liebebedürftig.n Jünglingen und Greifen fredenzt werden, während eine Sänges rinnen- Schaar thnen leckeren Ohrenschmaus bietet. In dem Konzertsaal" befinden sich sogenannte Bogen, geschaffen durch taffe wurde gestern der Rendant Schleifer vor dem hiesigen Schönen im Wegen Unterschlagung von Geldern einer Orts- Kranken- Aufstellung von Roulissen, moo nach dem Gesang die trauten tête- à- tête mit besonders goldSchöffengericht zur Verantwortung gezogen. Der Angeklagte ist gesegneten Lebemännern ein erfolgreiches Stündchen erleben. von der Orts- Krankenkasse der Böttcher zum Rendanten gewählt Die idyllischen Dertchen gefielen aber der Polizei nicht, worden und untersteht als solcher der Oberaufsicht des Magistrats. fie schienen ihr Ordnung und Sittlichkeit zu gefährden, weshalb Im Juli d. J. wurde seine Kassenführung einer unvermutheten fie die Entfernung der Logen verlangte. Nach einer Verordnung Revision unterzogen und der damit betraute Magiinatssekretär vom 27. Juli 1892 find thatsächlich solche Schlupfwinkel in stellte bei der Kassenausschüttung fest, daß eine Summe von Kellnerinnenfneipen verboten. Breckenfelder beschwerte nich beim 200 M. fehlte. Der Angeklagte erklärte dies Fehlen ganz Oberpräsidenten, indem er geltend machte, es gave viele Gait harmlos damit, daß er das Geld zur Bezahlung eines Wechsels wirthe 2c., die solche Koulissen verwendeten. Der Oberpräsident verwendet habe, es aber schon am nächsten Tage wieder in die wies die Beschwerde zurück mit einer Klage gegen diesen hatte Kasse legen werde. Als der Magistratsbeamte am nächsten Tage Br. beim Ober- Verwaltungsgericht auch keinen Erfolg, der vierte wiederkam, war die fehlende Summe in der That vorhanden, der Senat wies ibn am 24. November ab. Dem Kläger wurde Angeklagte hatte sich diese aber nur von einem Ber durch den Rechtsanwalt Leopold Meier, der seine Vers wandten geliehen, denn nach drei Tagen fehlte das tretung übernommen hatte, recht übel mitgespielt. Der viels schon wieder. Der Angeklagte, dem inzwischen beschäftigte und in Gastwirthstreifen sehr beliebte Herr Meier die Kaffe Kaffe abgenommen worden ift, scheint, wie aus hatte nicht Zeit, den Termin in eigener Person wahrzunehmen. seinen Aeußerungen im Termin hervorging, in solcher vorüber- Anstatt nun, wie er es sonst oft thut, einen anderen Anwalt mit gehenden Verwendung von Kassengeldern zu Privatzwecken irgend seiner Vertretung zu betrauen, schickte er einen jungen Referendar, etwas Anstößiges gar nicht zu finden und war sehr überrascht, der noch gar feine Erlaubniß besaß, Anwälte zu vertreten. Der Gerichtshof ging über diesen Antrag noch hinaus. Er erwog, Sache dem Kammergerichts- Präsidenten mitzutheilen. Der es daß eine derartige mißbräuchliche Verwendung von Kassengeldern ferendar verzichtete auf die Vertretung Meier's und entfernte leider immer mehr überhand nehme und meinte, daß es noth- sich. Breckenfelder war somit im Termin gar nicht vertreten. wendig sei, durch nachdrückliche Strafen diesem Unwesen zu steuern. Aus diesem Grunde wurde der Angeklagte, der über Zu hundert Mark Geldstrafe wurde vom Schöffengericht feine Roffenführung ein belobigendes Zeugniß von Arbeitgebern Stuttgart der Redakteur Geiger von der„ Schwäbischen Tagund Arbeitnehmern beibrachte, zu zwei Monaten Gewacht" verurtheilt, wegen Beleidigung eines Reutlinger Ifängniß verurtheilt. Fabrikanten; es wurde demselber. Steuerdefraudation vors Schultheis Brauerei, Attien Gesellschaft, Berlin, Abth. I Geld Schönhauser Allee. desgl. Abth. II Tivoli. Brauerei Schweizergarten, Berlin. Spandauerberg- Brauerei, vorm. E. Bechmann, Westend bei als der Staatsanwalt 4 Wochen Gefängniß beantragte. Der Senatsvorsigende gerieth darüber in Erregung und drohte, die Charlottenburg. Vereinsbrauerei Rigoorf. Versuchs- und Lehrbrauerei, Berlin. Bittoria Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Germania- Brauerei, Tavid u. Mariin, Berlin. Brauerei Stralau. geworfen, aber in einem späteren Artikel diese Behauptung als unrichtig wieder zurückgenommen; trotzdem aber wurde Geiger zu obiger Strafe und Eragung der Koften verurtheilt. Ler Gir. fender des Artikels, der sich dem Fabrikanten gegenüber frei willig stellte, um zu vermitteln, wurde nun ebenfalls von diesem wegen Beleidigung verklagt, obwohl Redakteur Geiger erklärte, für den Artikel vollständige Verantwortlichleit zu übernehmen. Versammlungen. " " Die achtung, Metallarbeiter Schöneberge! Am Mittwoch, den 28. November, findet bei Keßner, Grunewaldstr. 110, eine Verbandsverfammlung fatt. Zaç esordi ung: Vortrag des Geroffen Froschner über„ Elektrotechnit". Die öffentliche Versammlung fällt deshalb aus. Lese- und Diskutirklub( neug gründet). Genossen, die sich demselben arzuschließer gelonnen find, wollen fich Abends zwischen 8 und 9 Uhr bet Frärtel, Joachimur. 11c, anmelden. Bentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler. Die Verwaltungen Berlins werden zu heute, Mittwoch, den 28. November, Abends 8½ Uhr, bei Ed öning. Etaufdreire. ftr. 29, zu einer tomb.nirten Sigung eingeladen. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 3. Reichstage- Wahl28. November, Abends 8% Uhr, im totale des kreis. Mittwoch, den Serin Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a: Große Bersammlung. Bortrag des Landemannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, den 28. November. Abends 8, Uhr: Busammenkunft der Schleswig- Holsteiner im Reliaurant des Landsmanns Saß. Markgrafenjir. 102. Landsleute, auch Gerossen Dr Pinn. Damen, sind willkommen. Arbeiter Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8-10% Uhr: Nords fegestunde( spez. Arbeiterr cht). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Tamen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Leir- und Tiskutir klubs. Wittwed. Johann Jacoby, bei Frig Lichte, Edmedierfaße 33. Gesundbrunnen, Abends 8% Uhr, bei Gleichheit, Abends 8 Uhr bei Stramm, eule, Müller fr. 179a und Gudof- Schule, Waldemarfir. 14: Geder Wählerschaft anderer Parteien an Intelligenz und auch I girten auf dem Parteitage nichts einzuwenden. Hierauf wurde moralisch weit überlegen. Das ist die Gewähr des Sieges. zur Wahl des Vertrauensmannes geschritten und der Genosse Mögen die Armeen noch so groß sein- je mehr Refruten, testo Zabjuhn wieder mit dem Amt betraut. Als Reviſoren wurden mehr Sozialisten in der Kaserne. Keine mechanische Gewalt ist so die Genossen Heß und Lubasch, zu Lokalkommissions- Mitgliedern groß, daß sie nicht durch eine noch stärkere überwunden werden die Genossen Lamprecht, Kanowade und Lubasch gewählt. fönnte: Unbesiegbar ist nur die Macht der Jdee, die Logik der Thatsachen und die Kraft der Ueberzeugung, die vor feiner Meißensee) hatte für seine Versammlung am 19. November das Der Frauen und Mädchen- Bildungsverein( Filiale Gefahr zurückschreckt. Und all diese Macht und Kraft verkörpert Thema„ Tie Frau in der heutigen Gesellschaftsordnung" auf die die Sozialdemokratie.( Rauschender Beifall.) Zapezirer Feder wendet sich gegen den Parlamentarismus, Tagesordnung gefeßt. Das Referat hierüber hatte Frä lein Baader übernommen, die sich zur allgemeinen Zufriedenheit dem er im Gegensatz zu dem wirthschaftlichen Kampf feine große ihrer Aufgabe entledigte. Da der Wirth des Lokals auf Bedeutung beimißt. Genosse übener mißbilligt es, daß der Wahlverein für den 5. Kreis. Tas lebhafteste Intereffe Referent geäußert, es liege für ihn kein besonderer Anlaß vor, Polizeiſtunde gesezt ist, so wurde die Versammlung um 10 Uhr ausgelöst. brachten die Genossen dem Vortrage entgegen, den W. Lieb die alle Parteifreise bewegende Frage Bebel- Vollmar hier anzuInecht am 22. d. M. hielt. Tas Thema des Abends lautete: schneiden. Die Parteigen offen erwarten im Gegentheil, daß ihre In Steglitz( Lokal, Zum Gambrinus") erfolgte am Sonntag Prinzip und Tattit. Es sei nicht seine Abficht, so hob Führer unzweit eutig Stellung nehmen. Redners Meinung geht in öffentlicher Parteiversammlung durch den Delegirten Kasper der Redner an, diese Frage anders als von der historischen auch dahin, Bebel recht zu geben, wenn er sage: das geistige die Berichterstattung vom Parteitage. Neues trat weder in den Seite zu behandeln; und heute auf den Streitfall Bebel- Vollmar Niveau der Partei finkt. Man brauche ganze Sozialdemokraten. Ausführungen des Referenten noch in denen der Diskussionsim einzelnen einzugehen, liege für ihn keine Veranlassung vor. Die Lage sei derart, daß jeden Augenblick Umfiände eintreten redner zu Lage. In einer Resolution bekundete die VersammDer Vortragende fuhr dann fort: Eine Frage der Taftik besteht tönnen, wo man seiner Ueberzeugung die schwersten Opfer zu bringen lung ihr Einverständniß mit dem Referat, wünschte, daß die Gefür die deutsche Partei nicht mehr- unsere Arbeiter hatten das Glück, habe. Faber polemifirt in längeren Ausführungen gegen Feder. balts frage der Parteibeamten auf dem nächsten Parteitage wieder daß sie durch die Verhältnisse und durch die zwei bahnbrechenden Der Referent, Genosse Liebknecht, führt in seinem Schlußwort zur Sprache fomme, ertlärte sich aber im übrigen mit den Führer Lassalle und Mary gleich zu Beginn der Arbeiter aus, daß er sich gelegentlich gern mit der Kritit des Parteitages weiteren Beschlüffen des Parteitages einverstanden und erwartet, bewegung in Deutschland auf den richtigen Weg geführt und beschäftigen wolle, heute verbot die Wahl des Themas ein daß der jeht ausgebrochene Streit ein Ende nehme und jeder belehrt wurden, sich die Machtmittel des heutigen Etaates zu näheres Eingehen auf diese Materie. Er ging dann des näheren Genosse dem Prinzip gemäß sich den Beschlüssen füge. erringen, die politische Macht mit politischen Mitteln zu er auf die Agrarfrage ein, die allerdings auf dem Parteitage nicht vom Vertrauensmann Oft verlesene Abrechnung wies eine Eintämpfen. Dank diesen Lehrern waren unsere Arbeiter sich auch erschöpfend und nur einseitig behandelt worden fei. Zie eigentnahme von 352,65 M. und eine Ausgabe von 314,10 M. auf. Don vornherein über das Ziel tlar und faßten den lichen, d. h. die wohlhabenden Bauern, das sei auch seine Anficht, Somit verblieb ein Ueberschuß von 38,55 M. Bücher und BeEmanzipationsfampf des Proletariats als Klaffentampf auf. bekommen wir nicht, wenigfiens nicht in Masse. Anders läge befinden sich nach Angabe der Revisoren in Ordnung. Berensee Dadurch wurde der Irrthum der romanischen Nationen, durch mit den Kleinbauern. Tas Hauptgewicht sei aber auf die Land: Bu Revisoren wurden Heydemann und anarchinisches Nichtsthun, gewürzt mit einigen anarchistischen arbeiter zu legen. Auf jeden Fall müsse auch auf dem Lande das( Steglitz) und zu Vertrauenspersonen Düring für Steglig und Laut Bericht der Knalleffekten, oder durch etwas anarchistischen Gewerkschaftsradau legte Biel nicht verschwiegen bleiben, das zu thun, Schüßler für Friedenau gewählt. zum Ziele zu gelangen, der deutschen Partei zum Segen wäre unehrlich, und eine große Tummheit, es fomme nur darauf Lokal- und Boykotikommission ist in Steglitz nur das Lokal ihrer Entwickelung erspart. Die Taktit des Verbrechens, wie die an, daß der ländlichen Bevölkerung das in der richtigen Form ge- Zum Gambrinus" und in Friedenau nur das„ Kurbans" zu Vorkämpfer des Bürgerthums: ein Schiller in seinen Räubern, boten werde. Man muß an die Verhältnisse anknüpien, aus und an Bersammlungen zu haben. Die boykottfreies Bier führenden ein Stirner, ein Faucher sie vertraten, fann im politischen Krieg ihnen den Sozialismus als rettende Nothwendigkeit entwickeln; Wirthe siete Liste in der Sonnabendnummer des„ Borivärts". nur das Gegentheil von dem bewirken, was man bewirten will: das ist das ganze Geheimniß des Erfolges. Echon 1869 trat ich Das Verhalten des Vorsitzenden der Töpfer- Filiale, Mittag, die Reaktion wird gestärkt; Erfahrungen liegen vor aus Frank- für die sozialistische Lösung der Grund- und Bodenfrage ein, und der in dem Lokal von Neutamp verkehrt, obgleich dieser reich, Belgien 2c. Wir führen den Klassenkampf und brauchen siehe dabei mit Bebel genou auf dem gleichen Standpunkt. Redner, Wirth Bözow- Flaschenbier führt, wurde scharf gerügt. Die ben Maffenlampf. Wer die Massen organisirt, der organisirt der fich zu einem Vortrag über die Agrarfrage erbietet, weist dann Lokal bezw. Boykottkommission bleibt bestehen. An ftelle des den Sieg; die deutsche Taktik, die ich die Taktit des allgemeinen noch das Irrthümliche in den Anschauungen Feder's nach, die in ausscheidenden Genossen Schwericke wählte die Versammlung Wahlrechts nennen möchte, hat jetzt allgemein Geltung gefunden; der Entwickelung der englischen Gen erfschaften zur politi. Wüstenhagen. jetzt ist in allen Ländern, wo der Sozialismus einen Wiachtfattor fchen Agitationspartei ihre beste Widerlegung fänden. bildet, diese Zattit zur Annahme gelangt.( Eehr gut!) Die( Buftimmung.) Frage der Taktik wird, das sei nebenbei bemerkt, auch durch die Das Wort nehmen noch Neurusch und Schulz; der bayerische Tattit- Angelegenheit gar nicht berührt. Vollmar und legtere wandte sich in lebhafter Weise gegen die von Feder geGrillenberger fält es nicht ein, die Richtigkeit der Parteitaktik zu äußerten Ansichten. bestreiten, sie behaupten blos, daß die Zweckmäßigkeit, deren Der Arbeiter Sängerbund. Am 22. November fand eine Berechtigung von der Partei allerdings anerkannt wird, die Bewilligung der Landesbudgets erheischte. Ich bestreite dies, und außerordentliche Ausschußsigung des Bundes statt, welche sich meine Stellung in dieser Angelegenheit wird dadurch schon mit Ausstellung der Kandidaten zum Bundesdirigenten. Amt be gefennzeichnet, daß ich Mitverfasser der Resolution Bebel schäftigte. Von 12 Gesanglehrern, nelche ihre Offerten mit Anbin. Es kommt für die parlamentarische Taktik wesentlich gabe ihrer bisherigen Thätigkeit eingesandt haben, wurden 6, darauf an, die Bedürfnisse des Augenblicks mit dem sogenannten durch besondere Abstimmung, zur Kandidatur zugelassen und legten Ziele zu vereinigen. Sehr schwer ist da ost, die Linie zwar die Herren Primmel, Stieh, Giehler, Friedrichs, Woehl Scharf zu ziehen, wie weit gegangen werden darf. Tas muß dem und Malu ène. Tie Uebungsunden, in welche obige KandiTaft und Klassenbewußtsein der Genossen überlassen bleiben. raten dirigiren, hinaus zu sei ieben bis ein größeres Lokal zur Redner kommt dann auf den sog. Parlamentarismus zu sprechen. Verfügung steht, wurde abgelehnt und finden dieselben nunmehr Unter parlamentarischem System ist zu verstehen: Volke: im Glysium" statt. Es ist beantragt und beschlossen, daß an vertretung. Parlamentarische Thätigkeit beißt Thätigkeit in der diesen Uebungshunden nur aftive Mitglieder theilnehmen. Boltsvertretung. Und das Eystem der Volksvertretung ist sicher: Tem Verein" Einigkeit"( Gr. Lichterfelde), welcher seitens des d, Belleimannfir. 87.lich nichts reaktionäres. Wie soll sonst demokratisch regier: Amtsvorstehers mit Strafe belegt ist, weil derselbe sich polizeilich sitterfitage 1283.- Seine, Rizdorf Abends 8% Uhr, Prinz- Sandjeryfir. 80, parterre. Sinigtett, Aberds 8 Uhr bei Beige, Triftstr. 1.- Theaterwerden? Direkte Gesetzgebung durch das Volk ist, außer als Er- nicht angemeldet hat, soll, bei eintretendem richterlichen Entgänzung und Korrektiv, in großen Staaten unmöglich. Die scheid zu Ungunsten des Vereins, Rechtschutz gewährt werden. und Leseklub Morgenroth, Abends 9 Uhr, im Restaur. Diete, LothringerNichtbetheiligung an den parlamentarischen Arbeiten würde man er Gesai gverein" Blüthe", welcher sich weigert aus seinem ftraße 67. rbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Adolf im Bolte einfach nicht verstehen. Das Beispiel Johann Jakoby's, boykottirten Uebungslokal zu ziehen, wurde ausgeschlossen. Neumann, Pasewalter fir. 3. Alle Werderungen im Vereinstalender find zu der fich blos wählen ließ, um zu protestiren, und uns dadurch Ebenfalls ist den Vereinen, welche dem Bunde angehören und richten an Fried. Kortum, Manteuffelir. 49, v. 2 Tr. Mittwoch. Uebungs auf viele Jahre einen guten Wahlkreis verdarb, muß abschreckend in dem Lokal von Roll, Adalbertstraße 21 tagen, aufzugeben, unde Aber ds 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern.- Liebesfre their 1, Andreasstr. 26, bet Wilte. Norddeutsche Schleife, Schönleinitr. 6 Unverzagt 1, Manteuffelstraße 9 bei Nowack. Frena I, wirken.( Bustimmung.) Jeder Parteigenosse hat sich jedoch an umgehend das Nebungslokal zu wechseln, da im obigen Lokale bet Kars. - Lorbeer tranz 1, die in der Partei übliche Zaktik zu balten andernfalls ist sein neben ringfreies auch Ring bier verzapft wird und die MöglicGemischter Gbor), Rofenthalerstr. 57 bei Wernau. Lichtenbergerfiraße Nr. 21 bet Heise. Männer- Gesangverein Bieberluft, Adalbertstraße 21 bet Roll. ilaritas, hochstraße 32 Deutfche Play außerhalb derselben. Recht häufig wird meine Rede über feit vorhanden ist, daß boyfotirtes Bier untergeschoben wird. Eiche 1, Gr. Frankfurterstr. 133 bei Gold. Echo 1, Pantow, Wollant den Parlamentarismus vom Jahre 1869 von anarchistischer Der Verein der Holz- und Bretterträger beschäftigte straße 118 bei 2cbmann. Gesangverein Arion III, Rigdorf, HerrmannSeite zitirt. Heute habe ich andere Ansichten. Nun, jeder Mensch kann irren. Aber hier ist's eine Aenderung der Ber: sich in seiner Versammlung am 18. November mit der Regelung und se rfurthiraßen- Ede, bei Weiß.- Freundestreue( g- misch. Ghor), wurde ber Fantfurterfir. 138 bei Gold. hältnisse, welche die Alenderung meiner Ansichten bewirti einiger Vereine angelegenheiten. hat. Taktik ist kein Prinzip. Mit den Verhältnissen muß die schlossen, den Ueberschuß vom Stiftungsfest den Brauereiarbeitern tebiichi, 14 bei Röllia.- Allegro, Wrangelfir. 141 bei W. Schmidt. Damals lagen die Dinge ganz anders als zu überweisen. heute. Gegen die Bestrebungen des Herrn von Schweizer, den Arbeitern weiß zu machen, unter Bismarck'schem Regiment fei ihnen durch das allgemeine Stimmrecht eine baldige Majorität im Reichstage gesichert, trat ich lebhaft in die Schranken. Der Norddeutsche Bund war nur ein Provisorium; und er hörte auch im folgenden Jahre auf. Das Volf hat aus dem Wahlrecht etwas anderes gemacht, als Bismarck beabsichtigte. Es hat aus dem Scheinrecht ein wirkliches Recht gemacht. Heute bildet dieses Recht die Basis des Reiches; nicht durch die Soldaten wird das Reich zusammen gehalten, sondern durch die bindende Kraft des allgemeinen und gleichen Stimmrechts. Und zerstört das Reich dieses, so zerstört es seine eigene Grundlage. In Frankreich galt eine lange Zeit bindurch die von der großen französischen Revolution übernommene Lattik der Straße", die Entscheidung durch die Flinten. Erst mit dem Jahre 1848 tritt das Proletariat dort als politische Partei selbständig in die Arena, In der Filiale Moabit des Frauen und Mädchens der Junikampf brachte die Scheidung der Geifier; von da ab datirt Bildungsvereins in Reichert's Fensälen, Wüllerür. 7, der politische Kampf der Klasse gegen die Klaffe. Aber noch lange iprach Genosse Hoffmann über das Thema„ Moderne Ehen". glaubte man an die erlösende Wirkung eines Putsches, eines Die Eucht nach Wohlleben lasse in der Bild: ngswelt" nur Straßentampfes. Der heldenmüthige Kampf der Kommunarden ielten noch Herz zu Herzen finden. Desto häufiger vermähle zeigte die letzte gewaltige Aeußerung dieser Tattit, und Jahre fich dort der Adele brief mit dem Pfandbrief. Die Söhne und vergingen, bis sich das französische Proletariat seiner anderen Töchter des Volfs schließen am eher en Neigungsheirathen, aber Kampfmittel erinnerte. Erst 1889 versuchten die französischen Ar- als Opfer der Kapitals ausbentung haben sie vor Eingang der beiter es mit dem Wahlrecht, und wie gut sie den Stimmzettel als Waffe Che foum Zeit zu prüfen, ob ihre geinige Ueberei ftimmung eine benüßen können, das zeigen die letzten Wahlen. Ein nicht zu dauernde bleiben wird. Verkehrte Begriffe über Ehre und Ge unterschäzender Vortheil liegt darin, daß in Frankreich für alle wissen, von den Machthabern des Geldes ausgebend, hindern die Wenn verünftige und rechtzeitige Löfung unüberlegt geschlossener Chen. Wahlen das uneingeschränkte gleiche Stimmrecht gilt. gesagt wird, was hat das Wahlrecht bisher geni.gt? so ist darauf Eine befiere Gesellschaftsordnung wird sittliche Bündnisse statt einfach zu erwidern: wenn nicht mehr erreicht wurde, fo liegi der heutigen leichtfertigen schaffen. Im Sinne des Referats die Schuld nicht am Wahlrecht, sondern es ist die Schuld der äußerte sich Frau Schädlich. Eine rege Debatte über" Vers Wähler, der Judifferenten. Wie Biele stimmen noch aus Un- schiedenes" folgte, an welcher sich die Genossen Kißner, Eüßbier, verstand gegen den Sozialismus, weil sie ihn fürchten! Aber es Echädlich und Mehi.ert betheiligten, die den Anwesenden haupt ist vorwärts gegangen, und geht immer vorwärts. Von sächlich die stramme Durchführung des Boykotts Lassalle's Zeiten bis jetzt ist der Fortschritt und das Wachsthum in Moabit empfahlen. der Bewegung außerordentlich. Die Geschichte hat kein ähnliches Beispiel. Nichts dummer als das Warten auf die Re- Der Fachverein der Tapezirer behandelte in seiner Ver. volution". Wir sind mitten in der Revolution. Man merkt es sammlung am 20. November die Organisationsfrage. Zur Vernur nicht, eben weil wir drin sind. Die Auflösung und Re- lesung gelangte ein Zirkular der Braunschweiger Kollegen, die volutionirung der Gesellschaft, die soziale Revolution, vollzieht sich für die Einführung des Vertrauensmänner- Eystems aus. neuen sprechen. Diese Auffassung wird in der Diskussion allgemein fich mit schwindelnder Schnelle. Eelbst in Amerika, der Welt, geht die Revolutionirung mit Riesenschritten vor- getheilt. Hierauf verliest Kollege Feder die Abrechnung vom wärts. Was will es besagen, wenn diesen elementaren Gewalten Stiftungsfest, die einen Ueberschuß von 121,35 M. ergiebt. Unter gegenüber die sogenannten Staatsmänner sich vermessen, die alte Vereinsangelegenheiten beschloß die Versammlung, am Sylvester Ordnung der Dinge durch kleinliche Polizeimittel stürzen zu abend ein Vergnügen abzuhalten. Der Besuch der Urania findet wollen. Helfen würden selbst Maffenerschießungen nicht mehr! am 30. November statt. Taktik sich ändern. Unter anderem - Ginigteit 1( Sutmacher), Neue Freiheit 1, Bülowstraße 66 bei Richter. Steinnelfe, Basewalteistraße 3 bei A. Neumann.- Süd D, Faldensteinstr. 7 bet TrittelFreier wig.ieres luft, Fürstenwalde an der Spree, Schloßtelleret. Der deutsche Holzarbeiterverband hatte in seiner Ver- Wännerchor Nord: West( früher Klempner) Moabit, Emdener: und Eimer si raßen Ede 14. Kupferschmiede, Weinfraße 11 bet Feind. fammlung vom 19. November im Lokal des Herrn Kelle, Schön to the Melfe 1, Echöneberg, Golaftr. 43 bei Klauke. Appolonia, baufer Allee 28, die Kollegen aus mehreren Werkstätten ein Lothringerfir. 41 bet J. Brüß.- Freiheitsgruß, Gremmenerftr. 1 bei Wathies Schneeglöckchen 1, Rigdorf, Hermann- und Karlsgartengeladen. In der Pianofabrit von Bechstein werden seit längerer jiraßen- Gde bei Silpert. Schneeglödchen 2, Potsdam, Brandenburger Beit Ueberstunden gemacht. Die Versammlung nahm Gelegen stemmunitation 16 bet Glafer. Watengruß 3, Friedrichshagen, Stund heit, biergegen ihr Wiisfallen auszusprechen und überwies die theil, bet Leiche. Unverdrossen, Lindomerir. 26 bet Sachs.- Feld= Matglöckchen 2, ReichenbergerSache zur Erledigung der Lobnkommission der Musikinstrumenten- blume,& übber erfir. 30 bet mener. 16 bei Hoffmann. Felsenburg, Krautfr. 6 bei Rudolph. Rütli, Arbeiter. Der Tischlermeister Neumann, Brunnenstr. 98, hat Friedenau im Kurhaus, Ring- und Rheinstraßen- Ecke. Vorwärts" 7, fein Ueberstunden Versprechen, die gänzlich zu $ off= ver- 9.1mm.Isburg, Göthe und Kaniftraße Gde bei Greinert Brandenburg a. S., kontordia", Wilhelmsdorferstraße. meiden und den von ihm gemaßregelten Arbeiter wieder nung 3, Freiheitstlänge 1, Stallschreiberir. 29, 8um eichenen Stabe" bet einzuftellen nicht gehalten. Diese Handlungen eise wurde einer schönig. Arbeitergefa gverein von Brig in Briz, Bürgerstr. 4 herben Kritit unterzogen, gleichzeitig aber auch das Benehmen bei Torn. Ceeger fcher Männerchor, Landsberger Allee 156 bet der Kollegen getadelt, die trotz der Tifferenz mit dem Unternehmer licht( cem. Ghor) eilebergeri.raße 28 bei Heimerschmidt. Matengruß 2, Kottbuser harmonie, Forfierfir 22 bei Tilgner.- Glüh bei einem Jest tüchtig Boykottbier getrunken haben. " Göbel. Charlotter burg, Ballfir, 54 bei Reid elt.- Tämmerlicht, Borndorfer inaße 17 be ofmann. Edelweiß 2, Potsdam, Brandenburger: Rommuntfation 16 bei Glafer. Heimathtlänge, Repentd, Rosenstr. 101 mafiaße 17 bei ohes. Gesangverein Freiheitstlänge II, Männer littwoch: bet Treppens. Wänner- Gefangverein Geduld, Gesundbrunnen, ButtGhorinerjir, 65 bet Hobect. Männer- Gesangverein Palme, Belten in der Wiart, bei Bemlin. Männer Gefangverein Georginia, ReichenbergerMyrthe, Alte Jakobftr. 68 bei Diefenbach. fraße 24 bei Zaufate. Weiße Rose, Reinickendorf, Residenzstr. 101 bet Malchin. Gefangverein 2te der Iun, Admiralstraße 38 bet Tupauer. Bund der geselligen Arbeitervereine Berline und Umgegend.( Bus Be schriften find zu richten an B. Gent, Adalbertitraße 95. humoristischer Rauchtlub, Görligeriraße 42 bei Picht. felliger Berein Brüderlichtett Georgentuchiraße Nr 68 bet Spät. Berein Mufitverein Bautenschweng el Annenfir. 16 bei Ehrenberg. Geselliger Verein Rhetorit, Naunyn fur. 86 bei gubeil Abends 8½ Uhr. Hoffnung, Lebuferiraße Nr. 5 bei Nemiz( alle vierzehn Tage). Rauchklub Theaterverein Proletariat, Naunynir. 88 bei Köhn. Oppelnerstr. 29 bei Salomon. Rothe Fahne, Abends 9 Uhr, Arbeiter- Buther- Berein Einigteit, Manteuffelstr. 9 bei Nowact, Abends 8% Uhr, Uebungsstunde. Schafstopftlub Spar Agnes, Krautstr. 38 bet Infinger. G.jelliger Berein Alpenrose, Brizerstiaße 22 bet Graf. Brivaitheater- Gesellschaft Romelia, Pücklerftr. 2 bet Müller.( Außerdem Theaterverein Nora, Admiralstr. 18c bet alle 14 Tage Conntags) Möhring. Verein für voltsthümliche Kunst, Andreasstraße 26 bet Wilte. Geselliger Mufit- Dilettantenverein Mün fiermann, bochfir. 32a bei Wilte.Mufitverein Osiris, Mariannenstr. 31-32 bei Dobberstein Bergnügungsverein Nordwacht, Perlebergerfir. 28 bei Hermerschmidt.. PrivatMufit- BergnügungsLotterietiub Fortuna, Görligerstr. 50 bei Siewert. verein Andante, Mittwoch Abends 9 Uhr Übungsstunde in Krüger's 9 Restaurant, Fennstr. 5. Gelang, Turn- und gefellige Vereine. Mittwoch. Arbeiter Privat Gefang: Verein offnung, Friedrichsberg. Uebungsunde Abends 9 Uhr, Restaurant D. Schulze, Friedrich Karlstraße 84. heatergesellschaft Seimatbiu, ubr Єigung im Bereinslokal bet Lange. Brivat- theater- Geselschaft Philharmonie, Sigung mit Tamen, abends Berliner uhr, Beughojir. 8 bei Beblendorf. Aufnahme neuer Witglieder. Turngenossenschaft. Die 3. Männer- Abtheilung turnt jeden Mittwoch Touristenverein und Sonnabend Abend von 9-11 Uhr, Gborineiftr. 74. Freiheit Mittwoch, Abends sub, Bersammlung bei Wuttke, Blumenjtr. 64. Geselliger Verein Unter uns, Cigung 8 Uhr bet Fischer, Beusselsir. 66. Mufifdilettanten- Beretn Preciosa Abends s½ Ube bet Das zeigt wiederum Frankreich, wo sich aus dem Blute der Ges Wie uns Genoffe Thomas berichtet, hat er in der Rix. Geisler, Jenn- und Tegelernraßen- Ecke, Uebungsfiunde, Aufnahm n. Echwimmverein Nord. Jeden Witwoch abend 7 Uhr Admualgartenbad, fallenen von 1871 der sozialistische Gedanke jugendfrisch und un- dorfer Parteiversammlung nicht gefagt: Er bedauert, daß die Friedrichst aße, Uebungsfiu te.- Gefelliger Berein Anna Marie, Abends Stattlub widerstehlich erhob.( Beifall.)- Deutschland, das deutsche Volt, soll Anträge zur Gehaltsfrage abgelehnt sind, sondern das Gegentheil uhr, im Märkischen Sof, Admiralfir. 18, Sigung und Tanz - das ist das Munt erbare jegt dafür bestraft werden, daß es tein ist von ihm behauptet. Die Lustige 8wölf, im Restaurant Ruhl- Andree, Chorinerstr. 53. Rauchfluh Grüne Quane, Wiittwoch Abends 9 Uhr, bei Gorn, Kleine Attentat gemacht hat, weil der Anarchismus dank der soMartusur. 10. Rauchtlub Granate, Forsterstr. 40 bei Zuguntte. Groß- Lichterfelde. Am 18. November tagte hier eine Parteis zialistischen Schulung der Arbeiterklasse feinen Boden finden Reichen Rauchflub Arfona, Abends 8 Uhr bei Herrn Brand, Orientalifcher Rauchtlub, abends 9 Uhr, Neichenfonnte. Man plant, das Proletariat durch Zwirnsiäden zu verfammlung mit folgender Tagesordnung: 1. Bericht des Vers bergerir. 122. Rauchklub Frisch gewagt, Abends 9 Uhr binden, in gleicher Weise wie die Liliputaner den Gulliver trauensmannes. 2. Bericht vom Parteitag. 3. Neuwahl der bergerftraße 24 bet Tauschte. Rockendorf, bei F. Posenerjurabe 6 Rauchtiub Roochloch, fesselten. Der Zwirnsfäden spotten wir. Daß der Sozialismus Lokalfommission. Der Bericht des Vertrauensmannes Labjuhn admiralfir. 83 im Restaurant Abends 9 ubr Bauchklub Wiessa= stärker ist als seine Feinde, das wird sich zum wer weiß wie wurde nach furzer Debatte gutgeheißen. Ueber den Parteitag in a, jeden Mittwoch bei H. Wutite, Graubenzerftr. 2. Stat- klub Treff. Rauchtlub Ohne 8wang, Went vielten Male durch die Eriahrung bestätigen.( Bravo.)- Ungerecht berichtet Genosse Kasper unter allgemeiner Zustimmung der Frantfurter- Allee so bei D. Babel. Rauchtlub Die Dampfenden, Lang.str. 24 bet ist es, zu sagen, wir appelliren an die blinde Leidenschaft; teine Versammlung. Es gelangte sodann folgende Resolution zur An- aße 28 bet path. Jeratsch. Rauchtlub trginia. Jeden Mittwoch Abend up bei einzige Partei fördert ja überhaupt die Voltebildung als nur die nabme: Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen Echnieber, Atmiralfraße 21. fozialdemokratische.( Sehr richtig.) Und große Fortschritte in des Referenten einverstanden und hofft, daß die bayerische Ans brüder, Mittwoch abends 9 Uhr bet Salzwebel, Klosterfir. 83. geistiger Beziehung haben wir zu verzeichnen. Unsere Lähler- gelegenheit sich nach dem Standpunkt unferer Delegirten erledigt. schaft ist, das will ich in diesem Augenblick besonders betonen, Im übrigen hat die Bersammlung zu dem Verhalten der Dele Rauchtiub Humorinische Pfeifen. Briefkaffen der Redaktion. Bir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wei Buchstaben oder eine 8a1) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Frau Goert hat, wie wir hiermit bestätigen, noch niemals eine Anfrage an den Vorwärts" gerichtet. " A. 2. Im leyten Jahrgang der Neuen Zeit" finden Sie eine Besprechung über Lombroso. 群 R. M. Gefundene Sachen können Eigenthum des Finders erst werden, wenn auf Antrag des Finders ein gerichtliches Aufgebotsverfahren stattgefunden hat. Thnsuelda 24. Sie müssen sich an den Kirchenvorstand wenden. R. 2. 14. Bor Eingehung einer zweiten Ehe müssen Sie fich mit Ihrem Kinde aus erster Ehe auseinandersetzen. Den Antrag ftellen Sie beim Vormundschaftsgericht. O. A. J. 1. Ja, falls der Vater über 50 Jahre. 2. Bei dem Amtsgericht ist der Antrag auf Adoption zu stellen. 10 218. Eine dahingehende gesegliche Bestimmung be steht nicht. F. R. 32. Sie können Bestrafung des Denunzianten wegen wissentlich falscher Anzeige bei der Staatsanwaltschaft beantragen aber thun Sie nicht besser, die Sache ruhen zu lassen? Wer Bech anfaßt, befuldelt sich. " Seib, G. W. Konditor. Ja. Schoenfeldt. 1. Im Vorwärts" vom 29. Juni finden Sie sprochen. 2. Die nachträgliche Genehmigung genügt. Umfang und Tragweite der Mietbegefeßnovelle ausführlich beA. 2. 2. 100. Sprechen Sie gelegentlich in der Sprechstunde vor. M. G. Legitimation oder Adoption: wenden Sie sich an das Amtsgericht. berzlichste Gratulation zu ſeinem Adolph Ernst- Theater Dem Gangesbruder A. Selge. Die nimmt die Redaktion dem Bublikum Charley's Tante.iegenfefte. Für den Inhalt der Jujerate übergegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 28. November. Opernhaus. Hänsel und Gretel. Carneval. Schauspielhaus. Wie die Alten fungen. Deutsches Theater. Die Weber. Berliner Theater. Die Karlsschüler. Leffing- Theater. Zwei Wappen. Schiller Theater Hans Sachs. Burgruine. Friedrich- Wilhe'mstädt. Theater. Die Fledermaus. Rehdenz- Theater. Der Unter Schwant in 3 Aften v. Brandon Thomas. Vorher: Die ewige Braut. Liederspiel mit Tanz in 1 Att von W. Mannstädt und J. Kren. In Scene gesetzt von Ad. Ernst. Anjang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater Alte Jakobßraße Nr. 30. Direktion: Nichard Schultz. Emil Thomas a. 6. Anna Bäckers. Josefine Dora. Bum 89. Male: O, diese Berliner! präfekt. Vorher: Villa Vielliebchen. Urnes Theater. Das neue Stück. Theater Unter den Linden. Jabuka. Bellealliance- Theater. König Krause Große Posse mit Gesang und Tanz. Central- Theater. O! diese Berliner. Adolph Eruft- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die ewige Braut, Alexanderplay Theater. DieGrille. National Theater. Der Tod als Pathe Reichshallentheater. Spezialitäten Vorstellung. American- Theater. SpezialitätenBorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten Borstellung. Baufmann's Variété. Spezialitäten Borstellung Parodie Theater. Boritellung SpezialitätenSchiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Mittwoch, den 28. November, Abends 8 br: Hans Sachs. Burgruine. Donnerstag, 29. November, Abends Anfang 72 Uhr. Morgen: 0! diese Berliner. Fassage- Panopticum. 51 1299b St. i. B. 1. und 2. Solch Erkenntniß existirt nicht. 3. Als Vertheidiger tönnen außer Rechtsanwälten auf Antrag auch andere Personen durch Gerichtsbeschluß zugelassen werden. 4. Die Stra prozeßordnung können Sie ebenso wie jedes andere Buch durch eine Parteibuchhandlung beziehen. Die Bestimmungen fiber Ablehnung finden Sie§§ 20 fg. 5. Briefverkehr mit einem steckbrieflich Verfolgten ist nicht strafbar. Nr. 1. 1. Das an der Invalidenstraße und Lehrterstraße belegene Gebäude ist ein Zuchthaus. Der offizielle Name lantet: Strafanstalt Moabit. 2. Die Einrichtung der Reichsbank ist durch das Reichsbank Gefeß geregelt. M. S. 9. 1. Die Nichtstempelung des Vertrages ist allerdings mit Geldstrafe strafbar, ändert aber an der Giltigkeit des Vertrages nichts. 2. Stellen Sie die Klage durch einen Auvalt an. Muskan 100. Legen Sie nochmals Beschwerde ein. Event. müßte dann Klage erhoben werden. Sozialdemokratischer Wahlverein Der Gefangverein der Kupferschmiede, für den 3. Berl. Reichstags- Wahlkreis. M. d. A.-S.-B.( 1. Tenor). Statt jeder besonderen Meldung die in Geburt einer Tochter zeigen hocherireut an Rechtsanwalt Dr. Martin Reiche 1802b und Frau. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern des Unterstützunge vereins deutscher Hutmacher( Filiale Berlin) zur Nachricht, daß der Kollege Wilhelm Benicke gestorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch Nachmittag 21/2 Uhr von der Leichenhalle des Neuen Zwölf- Apostel- Kirch148/7 hois aus statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. Mittwoch, den 28. November, Abends 8 Uhr, Deigmüller's Salon, Alte Jakobstraße Nr. 48a: Grosse Versammlung. Tages- Ordnung: Vortrag des Genossen Dr. Pinn. Freie Volksbühne. Spielplan für den Monat Dezember. II. Serie( National- Theater). 151. Vorstellung: Sonntag, den 2. Dezember, 7. Abtheilung. Zur Aufführung gelangt: Der Biberpily. III. Serie( Lessing- Theater). 152. Borstellung: Sonntag, den 2. Dezember, 3. Borstellung. 158. 155. 157. " " " " 9. " " 16. 23. 4. 5. " 6. Allen Freunden und Genoffen zur 159. Vorstellung:" Dienstag, 25. Desbr.( 1. Weihnachtsfeiertag)" 7. Abtheilung. Nachricht, daß unser langjähriger 19 10x Kollege der Gürtler Franz Dierke Zur Aufführung gelangt: am Montag, den 26. d. M., Mittag Die Stützen der Gesellschaft. 1 Uhr, nach furzer Krankheit verstorben ist. Sein biederer und aufrichtiger wilde Weiber Charakter sichert ihm bei uns ein gutes Andenken. 1295b aus Dahomey. Die Kollegen der Bronce waaren- Fabrik von Nielbock& Hees. Die Screnshantel, Sargmagazin u. Beer: digungstomtoir neueste Illusion. Schuhmacher, Swinemünderstr. 140. Circus Renz Carlstrasse. 8 Uhr: Hans Sachs. Burgruine. Mittwoch, 28. November 1894, Frei ag, den 30. November, Abends Trauer8 Uhr: Zum 1. Male: Des Meeres und der Liche Wellen spiel in 5 Aufzügen von Grillparzer. Sonnabend, den 1. Dezember, Abends 8 Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. National- Theater. Große Frankfurterйraße 182. Sensationelle Novität! Abends 72 Uhr: Tjo Ni En. Neue Musikeinlagen in den sensat. Tänzen les grelots vivants und jeu des barbichons. Orts- Krankenkasse des Gewerbes der Lackirer zu Berlin. Bekanntmagung. Ober- Prasicim der Proving Brandenburg. O. P. Nr. 15 461. IV. Serie( National- Theater). OH W 154. Vorstellung: Sonntag, den 9. Dezember, 1. Abtheilung. 156. 158. " 160. " " 16. 23. 2. 3. " Vorstellung:" Dienstag, 25. Dezbr.( 1. Weihnachtsfeiertag)" 4. Abtheilung. 161. Borstellung: Sonntag, den 30. Dezember, 5. Abtheilung. Zur Aufführung gelangt: Hildegard Scholl. Schauspiel in 8 Aften von Westenberger und Groissant. Mitwirkende: Klara Drucker, Anna Rochow, Mathilde Arco, Max Samst, Leo Steinreuth, Julius Wessels. Da im Monat Dezember einige Abtheilungen zwei Aufführungen bea tommen, so werden die Mitglieder dringend gebeten, diesen Spielplan auszus schneiden oder sich die Daten genau zu merken, an denen Vorstellungen ihrer Abtheilungen stattfinden. Mitglieder für die VII. Abtheilung werden in allen Botsdam, den 17. Nov. 1894. Bahlstellen aufgenommen. Zur Aufrechterhaltung bezw. Wieder berstellung der Leistungsfähigkeit der Orts- Krankenkasse des Gewerbes der Lackirer ist eine schleunige Vermehrung Außerdem: Der ostpreußische Hengit der Einnahmen und Verminderung Blondel und Monstre- Tableau von der Ausgaben erforderlich. Gemäß 60 Pferden, vorgef. vom Dir. Fr. Renz.§ 33 Abjay 4 des Kranken- Versiche Colmar, ger. von Herrn Ernst Renz. runge Gesezes bestimme ich daher auf Beautiful und das Springpferd Blitz, Antrag der Aufsichtsbehörde, daß vom geritten von Frau Renz- Stark. Mr. Clark als Jockey. Der sensa- beiträge gen. America's human enigma. Die beliebten Klowns Gebr. Villand 2c. Donnerstag: Tjo Ni En. Der Tod als Pathe. tionelle Sandequilibrifi Mr. Jules Keller, Ausstattungs- Komödie in 5 Atten von Ernst Bluhme mit theilweiser Benuzung einer Idee von August Blanche. Dekorationen von Müller und Schäfer. Fr. Renz, Rommissionsrath. Friedrich Karl- Ufer. Täglich Abends 72 Uhr: Texas Jack's American Beleuchtungseffekte vom Ober- Beleuchter Circus G. Schumann. Collander. Maschinerien vom Theater meifter Weisse. Lichtbilder von Ludwig Richter. Tanz und Flugevolutionen vom Balletmeister G. Zinner arrangirt. Die lebenden Land- und Wasserthiere aus dem Aquarien Institut von Otto Preusse, Alexanderstr. 28. Garderoben und Requifiten vom Ober Garderobier Paul Hildebrandt. Mufit von Adolph Wiedecke. Regie: Max Samst. Prairie Life- Show. Illustrationen aus dem Amerikan. Plantagen- und Prairieleben. ( Näberes die Tageszettel.) Kaffenöffnung 61, Ubr. Anf. 71/2 Uhr. Orts- Krankenkaffe Morgen: Dieselbe Vorstellung. Castan's Panopticum. für Handlungsgehilfen und Lehrlinge. Am Donnerstag, den 6. De zember d. J. findet in Schmiedel's Festiälen, Alte Jakobstr. 32, eine ordentliche Generalversammlung Hassan Ali ber Delegirten ſtatt mit der Tages Ordnung: der grösste Mensch der Welt. 1. Neuwahl dreier Vorstandsmitglieder Prinzess Topase das kleinste Menschenkind. Merikanische Riesen- Cacteen in noch nie gesehener Größe. Alcazar Variété- und Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53( City- Bassage). Bornehmster Familienaufenthalt! Neu! Sensationell! Neu! Unsere Garde. Große Bosse mit Gesang u. Tanz und militärischen Aufführungen in 1 Akt von Beckers. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Anfang: Uhr. und zwar eines Arbeitgebers, eines männlichen und eines weiblichen Kassenmitgliedes gemäß§§ 87, 38 und 39 des Statuts. 2. Wahl eines Ausschusses für die Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres. 154/10 Die Wahlen zum Vorstand finden in getrennter Wahlversammlung für die Arbeitgeber- Delegirten um 8 Uh: Abends, für die Kaffenmitglieder- Telegirten um 9 Uhr Abends statt. Nach Erledigung der Wahlen wird in gemeinschaftlicher Sigung Bunft 2 der Engesordnung berathen. Berlin, 26. November 1894. Orts- Krankenkasse für Handlungs. gehilfen und Lehrlinge. Der Vorstand. M. Jastrow. E. Mohr. Monatl. 10 M. liefert Tomporowski, Sahneidermeister, Berlin C, Jüden str. 87 I. Wochent. 7/ Uhr, Sonntags 6 uhr heilzahlung. Anzüge nach Maass Entree: Bochent. 20 Bf., Sonntags 40 Pf. R. Winkler. Im Theater wird von nun an nur die Zeitschrift„ Die Boltsbühne" verkauft; Tegtbücher sind in den Zahlitellen zu haben. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, O., Blumenstraße 21. 294/5 Achtung! Schmiede. Achtung! 26. d. M. ab die wöchentlichen Kassen Freitag, 30. Nov., Ab. 81/2 Uhr, bei Herrn Fiebig, Gr. Frankfurterstr. 28: 1. für erwachsene männliche Kaffenmitglieder über 16 Jahre ausschließlich der Lehrlinge 0,60 M., 2. für erwachsene weibliche Rassenmitglieder über 16 Jahre 0,30 M., 3. für männliche Kassenmitglieder unter 16( zwischen 14 und 16) Jahren und für Lehrlinge 0,30 m, 4. für weibliche Rassenmitglieder unter 16( zwischen 14 und 16) Jahren 0,21 M. zu betragen haben und die Kassenleistungen auf das gesetzliche Mindest maß herabgesetzt werden. Der Overpräsident, Staatsminister. gez. Achenbach. Obige Verfügung bringt der Vor stand zur Kenntniß Reinis der Mitglieder. Anm. Vorstandes: Ein Druckeremplar dieser Verfügung wird den Mitgliedern zugestellt. 162/8 Der Vorstand. J. V.: E. Müller, Vorsitzender. Orts- Krankenkale der Drechsler etc. Sonntag, den 2. Dezember, Vormittags 91/2 Uhr, Kommandantenstr. 20: Generalversammlung d. Vertreter. Neuwahl für 3 Vorstandsmitglieder. Um 1012 Uhr: Generalversammlung fämmtlicher Vertreter. Tages- Ordnung: 12936 Große öffentliche Bersammlung mit Frauen der Schmiede Berlins und Umgegend. Tages Ordnung: Vortrag des Reichstags- Abgeordneten August Bebel über: Arbeiter230/4 organisation und soziale Gesetzgebung. Um zahlreichen Besuch bittet Der Einbernfer. Große öffentliche Versammlung der allgem. Arbeiter, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen aller Branchen für Berlin und Umgegend am Donnerstag, 29. November, Abends 9 Uhr, im Lotal Kolbergersr. 23. Tages Ordnung: 1. Vortrag über: Kapital und Arbeit und die Zustände in der Chokoladenfabrik von Theodor Hildebrandt und Söhne, Pankstrasse 18. Referent 69/18 . Jahn. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Zur Teckung der Untoften findet Tellersammlung statt. Pflicht aller Arbeiter und Arbeiterinnen ist es zu erscheinen; ganz bes fonders sind die Arbeiter und Arbeiterinnen von Hildebrandt Söhne bierzu eingeladen. Der Vertrauenemann: 0. Schüler, Tresdowstr. 80. MACHT STARK GESCH Arbeiter Berlins! Die Fabrikate der ausgesperrten Schuhmacher in Erfurt werden jezt, außer in den bekannten Verkaufsstellen, in den eigenen Niederla gen Bellealliancestr. 98/99 und Rosenthalerstr. 6364 EINIGKEIT GESETZL SCHUHFABRIK ERF 1. Wahl eines Rechnungsausschusses pro 1894. 2. Kassenbericht und Beichlußfassung über die Erneuerung des Kontrafts mit den freig. Rassenärzten pro 1895. 3. Beschluß zum Beitritt eines Verrandes nach§ 46 des Gesetzes. 4. DEUTSCHE Die Vertreterwahl pro 1895. 119120 5. Verschiedenes. Der Vorstand. H. Deininger, Vorsitzender. Unfallsachen, putzger, Stegligetir.65 Jede Nähmaschine prima Qualität, liefere unter den günstigsten Bedingungen. Eigene Ne paraturwerkstatt fämmtlicher Systeme. 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