Nr. Jahrgang Ausgabe B Nr. 20$ Bezugspreis» SlerixQilfcrL'Sl— M, monotl 10— 9t frei in« Sau», voran« Kahlbar. Poft- bezog! Monatlich 10,— aU einschl. gn- ftollungftacbüljc. Unter»renzband für Abend-Ausgabe Deutfchland, Danzig. da» Saar» ond Memela-diet.(orou die ehemal» Beut» fchen Erbiete Polens. Oesterreich. Ungarn und Lnremdnra Zll.- M. für da» übrige Ausland 27,— M. Post» bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tfchecho» Sloroakei, Däne» wart Kolland. Luxemburg. Schweden und die Schweiz. Der.Vorwatts- mit der Sonntag». beilage.Boll und Feit-, der Unier- halinngsbeilage«Kcinimtlf and der »eiiage.Siedlung und Kleingarten- «rjchcini wocheniLgllch zweimal. Sonn» tag» und Montag» einmal. Telegramm» Adreff e: .SczlalOemotcal Badta" WV Devliner Volksblatt (20 Pfennig) EluzeigeupreiS, M»chtgefpalten««onpareMezeiie lostet llv M..«Irin»«»,«ig«,»» da» lettgedrnelt» Wort IM M.(zu- lllsstg zwei lrttgedrnckt. Motte), fede» weiter« Wo« U— m. Stellengesuch» and Schläfst« llenanz eigen da» erst, Wott h— M. fede» weitere Wott «0 vfg. Wort» über Ii vuchstaben illhleu für zwei Motte. FamiNen-An- i eigen für Abonnenten geile ch— M. Di» Breis, verstehen sich«inschliefilich Leucrnngsznschlag. Anzeigen für die»Schste Nummer -iüsseu bi» S Uhr nachmittag» im Kauvtgeschiift, Berlin SM 68, Linden. itraße 8. abgegeben werden. Deöfsnet mm 9 Ubr tcklh bi» t Uhr abend«. Zentralofgan der rozialdemokratifcheti parte» Deutfchlanda Redaktion und Expedition: ER) HS, Lindenstr. Z S-rrrkirreefieif Redaktion Morthplatz ISlitS— S7 �ern,precner. QtpMti0n MoriHplat?»»7Sa-.-;4 L Dienstag, den 6» September 1931 vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW dS, lindenstr. S > Verlag, Ejfveditio« und Inseraten« ♦ Abteilung Moritzplatz 11753-54 Hapern sabotiert öas Reich. die empfindliche Kahr-Negierung. Die Münchener bürgerliche Presse bemüht sich, durch Töne höchster Entrüstung den Anscheinung zu erwecken, als wehre sich die bayerische Regierung dagegen, daß Bayern zu einer Provinz und die Landesregierung zu einer Untergebenen des Reichsministeriums herabgewürdigt werde. Das Ersuchen des Reichsministeriums des Innern, die„München-Augsburger Abendzeitung" zu verbieten, wird als ein„unerhörter Eingriff in die bayerische Staatshoheit" dargestellt, ebenso das Verlangen, in Coburg nach dem Rechten zu sehen, wo die bayerische Landespolizei, aus Bayreuth beordert, eine Anzahl schwerer Verletzungen von Demonstranten hervorgerufen hat. Die ganze künstliche Aufregung ist nichts weiter als Theater, dazu bestimmt, die Aufmerksamkeit vom Kern der Sache abzulenken. Die„München-Augsburger Abendzeitung", die schwere persönliche Angrisse gegen Ebert richtete, auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zu verbieten. war der Reichs mini st er des Innern von sich aus befugt. Er hat von dieser Befugnis jedoch keinen Gebrauch gemacht, fondern in einem überaus höflichen Telegramm die bayerische Regierung ersucht, das Blatt auf eine Zeit zu verbieten, die in München für angemessen er- achtet würde. Die bayerischen Frondeure hatten indessen nichts eiligeres zu tun, als dieses höfliche Telegramm, ebenso wie das über Coburg, der bayerischen Oeffentlichkeit zu übergeben und so den Konflikt zu verschär» f e n. Man darf sich keinem Z Wessel darüber hingeben, daß die treibenden Kräfte, die hinter der Regierung Kahr stehen, nicht eine Aussöhnung mit der Reichsregierung erstreben, sondern gewillt sind, den Konflikt auf die Svitze zu treiben. Das sollte die Reichsregierung ihrerseits nicht aus dem Auge lassen und auch bei den Verhandlungen, die wegen Aufhebung des Ausnahmezustandes schweben, die- jenige Festigkeit zeigen, die allein geeignet ist, solchen Fron- deuren Respekt einzuflößen. Dr. W i r t h hat erst in seiner Berliner Rede erklärt, daß er dereit sei, gegen die Reaktion die ganze Staatsmacht ein- zusetzen. Er wird vielleicht dazu Gelegenheit haben, in Bayern die Festigkeit seines Willens zu erproben. Je energi- scher die Regierung dabei auftritt, um den Reichsgesetzen Re- spekt auch bei den bayerischen Reaktionären zu erzwingen. desto geschlossener werden alle Republikaner, insbesondere die Arbeiterschaft hinter ihr stehen. München ist Rhodus, dort gilt e» zu springen I Offener tzohn l At Suche«, 8. September.(Eigener Drahkbericht des„vor- wärt»".) El«« Gewerkschaftskommifslo««m, acht kreise« Bayerns wird heute nachmittag 2 Uhr beim Ministerpräsidenten kahr vorsprechen. Sie wird ihm erklären, daß die bayerischen Ge- werkschasicn mit allen verfassungsmäßigen Mtieln sich hinter die Reichsregierung stellen und die Durchführung der Reichs- erlasse erzwingen werden. Die Einzelheilen der von den Gewerkschaften aufgestellten Forderungen werden heute abend verSffenkllcht werden. Die gegenwärtig« Lage in Bayern wird am besten von einem bürgerlichen Blatt charaklerlsterl: „Die Tatsache, daß die„München-Augsburger Abendzeitung" nicht verboten«nd daß die Sipo aus Coburg nicht zurückgezogen worden ist, gibt wohl die bayerische Aut« wort auf die Ofsenstve der Reichsregierung gegen Bayern." Dazu kommt noch, daß der„Miesbacher Anzeiger" heute morgen unter dem Decknamen„Mlesbacher Tagblatt" mit demselben Druck und derselben Ans« machong wieder erscheint, die Reichsregierung sofort wieder anpSbelt und seinem Lesertreis versichert, er wisse bestimmt, daß die bayerische Regierung in der Frage des Ausnahmezustandes fest« bleiben werde. Die Schrifileiiung erklärt, daß sie es als ihre besondere Aufgabe betrachte,„in freimütiger Meise an allen Ereig- nisten Kritik zu üben, gleichgültig, ob sich die Vorgänge in Bayern oder jenseits der blauweißen Grenzpfähle zutragen". Den Beweis erbringt das Blatt mit der Besprechung der Eoborger Vorfälle unter dem Titel„Müste Ausschreitungen in Eoburg", in weicher der dorfigen Arbeiterschaft die gesamte Schuld ln die Schuhe geschoben wird. Ein weilerer Deweis der llnbelehrbackrlt der Regierung Kahr ist die Tatsache, daß München seit heule morgen wieder im Schmuck eine» nationalsozialistischen Riesenplakat» prangt mit der Aeberschrift:„Zndenfreihelt in der Republik" und zum Protest gegen die Unterdrückung der freien Meinung durch die„sogeuanule demokratische Reichsregieruug" auffordert. Darum stellt die»Münchener Post" in ihrem Leitartikel die Forderung auf: Der Müucheuer Polizeipräsident ist eine Gefahr für die verfassungsmäßige Regierung, ihm da» Handweit zu legen, ist eine Forderung jede, Demokraten. Im übrigen bringt die„Münchener Post" neue, Material ln Sachen des Kahrfchen Einwohnerwehr-Geheimiele- gram ms, das sich mit der Organisation des sogenannten»Rot- bann" au Stelle der verbotenen Einwohnerwehr beschäftigt. Der Inhalt der Entschließung ist kurz folgender:„Ilm den an mich herangetretenen Wünschen Rechnung zu tragen, und um die seit län- gerem ausgetreteneu Schwierigkeiten zu beseitigen, bin ich damit ein- verstanden, daß innerhalb des Staatskommissarials München Stadt und Land eine oou der Reichsorganisakion unabhängige O r g a n t- sation nach folgenden Grundsätzen errichtet wird.(Folgen diese.) E» wird ersucht, der Oeffentlichkeit gegenüber Zurück» Haltung zu beobachten." » Die Verordnung des Reichspräsidenten verbietet ausdrücklich das Erscheinen aller E r s a tz b l ä t t e r, die eine Fortsetzung de» verbotenen Blattes bedeuten, und bedroht die Herausgeber mn schweren Strafen. Was wird nun die Münchener Staats- anwaltschaft gegen die offene Verhöhnung dieser Vorschrift im Falle des„Miesbacher Anzeigers" unternehmen? Was Sie Reichsregierung sagt. Berlin, 8. September.(MTV.) Die bayerische Regierung hat die Telegramme, die der Reichsminister des Innern in der Ange- legenheit des Verbots der„München-Augsburger Abendzeitung" und der Unruhen in Coburg an die Münchener Regierung sandte, b a y e- rischen Zeitungen zur Veröffentlichung über- geben, deren Kommentare dahin lauten, daß die Telegramme einen Eingriff in bayerische Rechte und eine Brüskierung Bayerns be- deuteten. Eine solche Auffassung ist durchaus unhaltbar und in keiner Weife beabsichttgt. Der Reichsminister des Innern hat es im Gegenteil vermieden, sich unmittelbar an untergeordnete Organe des bayerischen Staates zu wenden oder direkt auf Grund der Ver- ordnung des Reichspräsidenten ein Verbot der Zeitung auszusprechen, um der bayerischen Zenttalregierung Gelegenheit zu geben, von sich aus das Erforderliche zu tun. Die bayerische Regierung hätte also, wenn sie eine abweichende Meinung hatte, diese in Der- Handlungen geltend machen können. Eine„Zuspitzung der Lage", von der die bayerischen Zeltungen reden, wäre da- nach lediglich auf die zu bedauernden Veröffentlichungen der Tele- gramme zurückzuführen._ Noröbapern in Sereitschast. Rürnberg, 6. September.(Eigener vrahtberichl de«„vor- wärt»".) Am Montag abend fand hier eine Versammlung der Vertrauensleute der SPD. statt, lleber 500 Genossen, zum Teil aus Dürnberg, Mittel-, Ober- und Unlerftanken. sowie der Pfalz waren anwesend. Genosse Hermann Müller hielt ein längeres Referat, ln dem er sich über die politische Lage äußerte und die Wege besprach, die eingeschlagen werden sollen, um dem System Sahr-Poehner ein End« zu machen. Räch seinen Ausfüh. rungen wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die Funktionärversammlung der SPD.-Führer verpflichtet fich, alle Maßnahmen mit Opferbereitschafl zu unterstützen, die die Auf. Hebung des Ausnahmezustandes zum Ziele haben. Die Funktionär- Versammlung erwartet von den Vertretern der Partei in Bayern, daß sie alle Wege auf da» ernsthafteste ln Erwägung ziehen werden, die, sei es selbst dl- Trennung von Bayern oder einen unbefristeten Generalstreik, dem Ausnahmezustand ein Ende bereiten."_ Partei Drehscheibe. In einer gemeinsamen Sitzung haben Reichstags f r a k t i o n und preußische Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartei zur politischen Lage Stellung genommen. Ueber das Ergebnis wird berichtet: Die Anwesenden billigten einmütig die von den Frakttons- Vorsitzenden gegenüber dem Reichspräsidenten und dem Reichskanzler abgegebenen Erklärungen über die Notwendigkeit des Schutzes der Verfassung gegen jeden gewaltsamen Angriff, über die Notwendigkeit einer gleichmäßigen Anwendung der neuen Ausnahmebestimmungen auch gegen die radikale Linke und gegen jede Nebenregierung nicht verfassungsmäßiger Organe. Di« Partei oerwahrte sich insbesondere auf das schärfste gegen die syste» matische Unterdrückung würdiger Feiern, natio- naler Gedenktage und den Terror der Straße, dem- gegenüber die Polizeigewall häufig vollkommen versagte, und for» derte sofort Abhilfe. Die Deutsche Volkspartei ist also theoretisch für den Schutz der Republik, aber praktisch dagegen, daß etwas zum Schutz der Republik getan wird! Echt nationalliberall Professor Kahl soll übrigens erklärt haben, er sei bereit, die Verfassung zu schützen— auch mit seinem Leben. Dazu wäre am 13. März 1920 Gelegenheit gewesen, nur waren Herr Kahl und seine Freunde, soweit sie nicht oss-u bei Kapp standen, damals nirgend» zu sehen. Zwangswirtschaft öer Kartelle. Don Hermann Krätzig. Fürchterlich haben die Nutznießer einer ungezügelten Profitwirtschaft gezetert gegen die gebundene Wirtschaft, die aus Anlaß des Krieges bestand. Diese sogenannte Zwangs- Wirtschaft ist nun nahezu restlos beseitigt. Und wenn d i e recht gehabt hätten, die gegen jene Zwangswirtschaft Sturm liefen, so müßte unser Bolk jetzt geradezu in billigen Waren schwimmen. Gebt die Wirtschaft, gebt den Handel frei, laßt die freie Konkurrenz zur Wirksamkeit kommen, dann werden die Preise bald heruntergehen! So und ähnlich lauteten die Sprüchlein, die bei jeder passenden und unpassenden Gelegen- heit hergesagt wurden. Nun ist die Wirtschaft von den ein- schränkenden Bestimmungen in der Kriegszeit befreit; aber frei ist die Wirtschaft nicht. An die Stelle der Zwangswirtschaft der Kriegszeit ist die Z w a n g s w i r t- schaft der Preiskonventionen und»kartelle getreten. Die meisten dieser wirtschaftlichen Korporationen üben einen Zwang auf ihre Mitglieder aus, der aus allge- meinen volkswirtschaftlichen Gründen immer unerträg- l i ch e r wird. Dieser Zwang hat zum Ziele, den Preisabbau zu hindern. Die vielgerühmte„freie Konkurrenz" läßt man gar nicht mehr zur Wirksamkeit kommen. Die„freie Konturrenz" ist in die F e s s e l n der neuen Zwangswirtschaft gelegt worden. Gegen Außenseiter wird mit dem Kampfmittel der Wirtschaft- lichen Vernichtung vorgegangen. Man sperrt ihnen das Ma- terial und liefert ihre Arbeiter dem Erwerbslosenelend aus. Oder man läßt sich von den Außenseitern auf dem Wege über die Materiallieferung die Kassen füllen, die im Dienste gegen die Arbeiter stehen. So verlangen die Kleiderfabrikantenver- bände, daß der Z a n e l l a- B e r b a n d an die Außen- seiter in der Kleid erfabritation nur dann Zanella liefere, wenn sie 33� Proz. des Wertes als Aufschlag in die Kasse des Arbeitgeberverbandes der beut» fchen Bekleidungsindustrie zahlen. Sind denn tollere Aus- wüchse dieser modernen Zwangswirtschaft überhaupt denkbar? Was sagen die Bekleidungsarbeiter dazu, daß sich ihre wirtschaftlichen Gegner auf Kosten der Allge- meinheit die Kasse zum Kampfe gegen die Arbeiter füllen. Neuerdings sollen auch die Web- st o f f v e r b ä n d e zur Lieferung an Außenseiter zugelassen worden sein, wenn diese Außenseiter 33� des Wertes der gekauften Ware in die Kasse des obengenannten Arbeitgeber- Verbandes zahlen. Statt Preisabbau also zunehmende Teuerung. Den Arbeitern aber wirft eine gewisse Presse vor, ihre Lohn- forderungen seien unberechtigt. Gerade auf dem Gebiete der Textil- und Beklei- dungsindustrie tritt diese Zwangswirtschaft mit am schlimmsten auf. Und es findet sich auch kein Gericht, welches einmal hineingreifen möchte in diese Wespennester. Ge- schieht es einmal, so werden Gestehungskostenrechnung a la Milchmädchenrechnung, vorgelegt, und die nötigen„Sachver- ständigen" dazu geladen, worauf die Gerichte in 99 von 109 Fällen zu dem Ergebnis kommen, daß alles in Ordnung ist. Natürlich ist es meist nicht der Fall, aber die Anklage- behörde steht eben zum Teil interesselos, zum Teil hilflos den Dingen gegenüber. Ich habe kürzlich in der Nr. 172 der„D o l k s st i m m e" in C h e m n i tz gezeigt, wie in solchen Gestehungs- kostenrechnungen die Uebergewinne verbor- gen werden. Mir war mit anderem Material gegen die Kartelle auch eine Gestehungskostenrechnung über Näh- faden zugegangen Diese Rechnung Hobe ich dort abgedruckt und auf ihre Unrichtigkeit zerlegt. Das hat natürlich die Unternehmer sehr schwer getroffen, denn nun sehen die Nähgarnverbraucher, wie enorm sie zum Füllen der Taschen anderer herangezogen werden. Natürlich besteht auch ein Kartell, die„Bertriebsgesell- schaft Deutscher Baumwoll-Nähfaden-Fabrikanten, G. m. b. H. in München". Anstatt nun fein stille zu sein und daranzugehen, eine richtige Gestehungskostenrechnung aufzustellen und danach erheblich niedrigere Verkaufspreise festzusetzen, läuft dieses Syndikat gegen mich Sturm. Es hat bei der Reichsstelle für Textilwirtschaft, deren stellver- tretender Vorsitzender ich bin, ein Ermittelungsoer- fahren gegen mich beantragt, und verlangt, festzu- stellen, ob sich jene Veröffentlichung der Ge- stehungskostenrechnung mit meinen Pflich- ten der Verschwiegenheit als Mitglied der Reichs stelle verträgt. Man will mich also aus mei- ner Stellung werfen, weil ich das Material, das mir in meiner Eigenschaft als R e i ch s t a g s a b g e o rd- n e t e r zuging, da ich es im Reichstage nicht mehr bs- kanntgeben konnte, der Presse übergab. Man steht, die neue Zwangswirtschaft scheut kein Mittel. um ihre Herrschast zum Schade« der Allgemeinheit ausrecht- zuerb alten. V �»I«•■»»U•___ Um so mehr hat die Partei die Pflicht, diesen Auswüchsen der kapitalistischen Wirtschaft entgegenzuwirken. Man wird die Kartelle und Konventionen nicht verbieten können, aber man muß sie kontrollieren. Man muh ein Gesetz schaffen, welches dem Reiche das Recht gibt, diese Kontrolle auszuüben. Sie kann ausgeübt werden durch Teilnahme von Regierungskommissaren an allen Sitzungen und durch den Zwang, die gefaßten Beschlüsse zu veröffentlichen, oder zum mindesten zur Ge- nehmigung vorzulegen. Rur auf diese Weise kann dem Unheil der neuen Zwangs- Wirtschaft gesteuert werden. Denn die Regierung muh natür- lich das Recht haben, Beschlüsse, welche die Allge- meinheit schädigen, zu annullieren. Paii! Reißhaus gestorben. Wie uns aus Erfurt gemeldet wird, ist der langjährige Reichs- tagsabgeordnete Genosse Paul Reißhaus am Montag in Schwarzburg(Thüringen), wo er zur Erholung weilte, einem G e- Hirnschlage erlegen. Reißhaus, der ein Alter von KS Jahren erreicht hat, gehörte zu den bekanntesten Parteigenossen des Thürin- gcr Landes. Schon feit 1874 gehörte er der Sozialdemokratischen Partei an, wurde im Jahre 1880 auf Grund des Sozialistengesetzes aus Berlin ausgewiesen und machte sich dann in Erfurt ansässig. Er war Mitbegründer des Deutschen Schneider- und Schneidcrinnenverbandes und in der Gewerkschaft lang Zeit als Aertrauensmann und Geschäftsführer tätig. In der Sozialdemo. kratifchen Parteiorganisation des Bezirks Erfurt nahm er eine küh- rende Stellung ein Dem Reichstag gehörte er von 1893 bis 1906 und dann wieder von 1912 ob für den Wahlkreis Sonneberg-Saal- feld an. Nach der Revolution war er Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates für Erfurt und wurde für den Thüringischen Bezirk sowohl in die Nationalversammlung als in den neuen Reichstag gewählt. Innerhalb der Partei stand Reißhaus zumeist auf dem linkesten Flügel. Als jedoch die große Spaltung im Jahre 1916 vor sich ging, blieb er unbeirrt auf dem Boden der Sozialdemokrati- schen Partei und alle Lockungen konnten ihn nicht veranlassen, der Partei den Rücken zu kehren. Nach dem Wahlvorschlag vom Juni 1920 würde die Genossin Wilbelmine E i ch l e r, Etuisarbeiterin aus Eisenberg(Altcnburg) als Nachfolgerin von Reißhaus in den Reichstag eintreten. Zufammenstö'ste in �erforü. Aus Herford in Westfalen wird uns geschrieben: Zu Zusammenstößen kam es hier am letzten Sonntag aus Anlaß der Demonstration der Kriegsbeschädigten und der Ge- werkschaften und der Fahnenweihe der soldatischen Vereine. Der Zusammenstoß hätte vermieden werden können, wenn die Krieger- vereine die Verordnung des Reichspräsidenten, die das Tragen von Uniformen sowie Waffen bei öffentlichen Umzügen ver- bietet, befolgt hätten. Die Reichs wehrkapelle von Minden hat ober mittags in voller Uniform auf dem Marktplatz sog. oater- ländische Weisen gespielt, also offen provoziert, und Zug- teilnehmer trugen gezogene Säbel! Auf dem Lübberbruch hatten sich ungefähr 12 000 Demonstranten versammelt. Nachdem diesen bekanntgeworden war, daß die solda- tischen Vereine die uniformierte Kapelle, Waffen und schwarz- meißrote Fahnen mitführten, wurde eine Abordnung zum Polizeiinspektor Hoppe geschickt, die verlangte, daß die Provokationen unterbleiben sollten. Hoppe lehnte es aber ab, der Verordnung des Reichspräsidenten Gel- tung zu verschaffen: er könne die Uniformen nicht entfernen! Darauf beschlossen die auf dem Lübberbruch oersammelten Masten, jetzt nicht mehr den vorgeschriebenen Weg um die innere Stadt herum, sondern auf dem kürzesten Wege zum Rathause zu mar- schieren. Die am Lübber Tor stehenden Polizisten versuchten ver- geblich, die Masten in die Werrastraße abzudrängen. Die Spitze des Zuges war dann, abgesehen von Anrempelcien und Zurufen durch Kriegeroereinler, bis zum Neuen Markt gekommen. Da versuchten die Wagen mit den Ehrendamen und das Dürkoppfche Auto� Ssginn öer Saison. Von Michael Charol. Die Wintersaison hat offiziell eingesetzt. Was sie im einzelnen auf den verschiedenen Gebieten des Kulturlebens uns bringen wird, kann kein Mensch voraussagen, jedenfalls tut man gut, auf keinem Gebiete allzuviel zu erwarten. Die Theater zeigen eine Reihe von Erst- und Uraufführungen an, aber sowohl aus ihren Programmen wie aus der Kenntnis der Werke kann man mit Bestimmtheit sagen, daß der Messias des Dramas nicht in Sicht ist. Uebrigens wird er auch gar nicht mehr erwartet. Was die neuen Theater und auch die Mehrzahl der alten wünschen, sind leichte Stücke, Plauderton, Gescllschaftsdramen mit Effektszenen. Dementsprechend sehen wir auch nirgends Stamm- enfembles. Unsere Bühnen richten sich durchweg nach dem Star- system ein. Der Schauspieler wird für die Rolle engagiert, das Stück ist für den engagierten Schauspieler ausgesucht. Die En- sembles, wie das Brahms', wie das Reinhardts zu Anfang seiner Karriere, die die Dichter spielten und die die deuffche Theaterkunst zu einem plötzlichen Auffchwung brachten, sind jetzt von der Bild- fläche verschwunden. Wir werden bald die Folgen spüren, wir spürten sie schon im letzten Winter. Der letzte Winter brachte noch ziemlich kraß die Gegensätze zwischen der alten und der neuen Richtung. In dem kommenden Winter werden wir ein Abflauen des Kampfes erwarten können. Die Neuen find anerkannt worden, noch bevor sie ein Genie her- vorgebracht haben, und werden nun zahmer werden, well die All- gemeinheit sich an den stürmischen Gebärden des Expressionismus fattgefehen hat. Die Alten werden sich den Jungen etwas nähern, weil auch sie gelernt haben, daß in diesem Lager neue Ausdrucks- Möglichkeiten zu finden sind. Wie in der Dichtung, so in der bilden- den Kunst. Schon die große Sommerausstellung hatte gezeigt, daß es Brücken von einem zum anderen gibt. Nun wird vorausfichttich der Kampf nicht mehr ausgefochten: hie Ex-, hie Impressionismus!, sondern: hie Qualität, dort Nachahmung! Wie der Schlachtruf jedoch auch klingen wird, ein« Verschiebung ist bestimmt vollzogen worden: Berlin ist nicht mehr da- ausschließ- liche Kulturzentrum. In der bildenden Kunst haben sich die Rhein- lande als einen mächtig aufstrebenden Faktor in dem Kunstleben Deutschlands erwiesen. Im Theaterleben haben sich eine ganze Reihe neuer Zentren gebildet, die den Ehrgeiz haben, neben und vor Berlin Kunst zu bringen. Ja, vor Berlin, das sich zu leichter Be- lustigung hingezogen fühlt. Aber auch ohne diesen Drang stände die Provinz insofern günstiger ol» die Hauptstadt, weil sie mit billigeren Mitteln arbeiten kann. Hier sind die Theaterpreise, die Vortrags- und Konzertbillett» so teuer geworden, daß nur wenige ihren Kulturdrang befriedigen können. Die Provinz bietet alles billiger, die Fahrkosten fallen weg durch die Masse hindurchzufahren. Die Fahrzeuge wurden festgehalten. Ein Autoinsaste sprang auf und schlug mit einer Reitpeitsche um sich. Jetzt fuhren Stöcke durch die Luft, Kriegeroereinsmützen und Abzeichen wurden in die Werra geworfen. Die Chrendamen wurden gezwungen, auszusteigen, und mußten zu Fuß gehen, und die Wagen wurden in die Werrastraße gelenkt. Der Kutscher eines Wagens, dem es gelungen war, nach dem Schlltzenberge durchzufahren, schlug mit einer Peitsche auf die Menge ein. Der Polizeiinspektor ließ nun, statt beruhigend auf die Menge nach beiden Seiten einzuwirken, d i e Polizisten blankziehe n! Einem Arbeiter, der einen „Krieger" daran hindern wollte, mit einem Knüppel auf seine Kol- legen einzuschlagen, wurde von einem Polizisten eine zum Glück leichte Kopfverletzung mit einem Säbel beigebracht. Der deutsch- nationale Fabrikant Menkhoff fuchtelle mtt seinem Revolver herum: er wurde ihm von der Menge abgenommen und der„Held" erhielt eine Tracht Prügel.„Ehrendamen" riefen den Arbeitern zu, sie verdienten zuviel Geld, 2,60 M. die Stunde wäre genug. Hier hätte die Polizei eingreifen sollen, stattdessen stand sie nachher stundenlang mit blanker Waffe hinter dem Zaun des Schützenhofes und provozierte dadurch die Massen immer aufs neue. Hätten nicht Bürgermeister Genoste O s m e r und die Gewerkschaftsführer immer wieder zur Ruhe und Besonnenheit gemahnt, es wäre zu noch schwereren Znsammenstößen gekommen. Daß es überhaupt so weit kommen konnte, daran ist schuld die Hetze der Rechten. Fast jeden Sonntag fand im Bezirk eine natio- nalistische Provokation statt. Hinzu kam, daß unverantwort- liche Elemente am Sonnabend mittag durch ein Flugblatt die Masten aufzupeitschen suchten und so erst den Zündstoff ins Pulver- faß warfen. Schwarz-Weist-Not i« Lübeck. Lübeck, 6. September.(DA.) Aus Anlaß der Nordischen Woche hatten in Lübeck Prioathäuscr s ch w a r z w e i ß r o t ge- flaggt. Die Betriebsräte stellten deshalb an den Senat ein Ulti- matum, die Fahnen aus den Straßen zu entfernen, widrigenfalls trotz der Nordischen Woche der General st reik proklamiert werden würde. Das Polizeiamt forderte nun die Einziehung aller Fahnen. Trotzdem blieben fchwarzweißrote Fahnen draußen. Das veranlaßte die Arbeiter» und Ange- stelltcnschaft zu einer Demonstration. Eine Flagge, die von einer Reederei gehißt war, wurde heruntergeholt. Nach Mitteilungen Berliner Morgenblätter sind noch eine Reihe weiterer schwarzweiß roter Fahnen, soweit sie nicht freiwillig entfernt worden waren, von der Arbeiterschaft heruntergeholt worden, so daß schruarzwer'-�e Fahnen in Lübeck nicht mehr zu sehen sind. 8ür öie Republik! Am letzten Sonntag tagte eine von zirka 4000 Vertrauens- männern des Afa-Bundes beschickte Konferenz der Bergbau- angestellten in Esten. Der Vorsitzende des Zcntraloerbandes der Angestellten, Genosse Giebel, sprach über die Stellung der Bergbau- angestellten zu den letzten politischen Ereignissen. Er trat ganz eindeutig für die unbedingte Verteidigung der repu- blikanischen Rechte gegen jeden Angriff ein. Der tosende Beifall zeugte von der Entschlossenheit dieser wichtigen Angestellten- gruppe, sich hinter die Regierung und die Republik zu stellen. Einstimmig wurde folgende Entschließung angenommen: „Die� Konferenz der Bergbauangestellten für das Ruhrrevier ist durchdrungen von der hohen Bedeutung einer ungeschmälerten Er- Haltung aller Arbeitnehmer- und Volksrechte für den freigewerk- schaftlichen Kampf und für seine Ziele. Sie erblickt in dem bis zum politischen Mord entarteten Kampf der verfafsungsfeind- lichen Elemente gegen die Republik die höchste Gefahr für die Arbeitnehmerschaft und ist überzeugt, daß jene Grundrechte mit der Republik stehen und fallen. Daher begrüßt die Konferenz das ent- fchiedene Vorgehen der Reichsregierung gegen die untirepublikani- fchen Verleumder und Hetzer und stellt sich mit allen übrigen frei- gewerkschaftlichen Arbeitnehmern der Reichsregierung zum Schutze der Republik fest und enffchlosten zur Verfügung." — das Ergebnis wird Berlin bald zu spüren kriegen. Und die Volksbühnen allein werden es wohl kaum ändern können. Auch die letzte Hoffnung der nach geistiger Nahrung Strebenden— das Buch— versiegt immer mehr. Die Kosten eines Buches sind derartig ge- stiegen, daß deh Verleger nur noch Bücher herausgibt, die einen Mastenabsatz versprechen oder die durch ihre Luxusausstattung bei einer Berechnung für wenige doch die Kosten einbringen. Der Sturm auf die Bibliotheken wird einsetzen, die Hoffnung des einzelnen, das gewünschte Buch zu bekommen, wird nur zu oft zuschanden werden. Joseph Mann fft so gestorben, wie es Sehnsucht und Gnade eines jeden Künstlers sein sollte: aus dem Podium. Vor einer bc- aeisterten Menge, siegesbewußt, auf den Bretiern, die ihm die Welt bedeuteten, sang er mit letzter hingebender Kraft und hauchte mit letzter Kraft seinen letzten Seufzer aus. Für die Lebenden, die ihn kannten und liebten, ein erschütterndes romantisches Erlebnis, doppell schmerzhaft, weil der Verstorben« ein immer noch wachsender, sich unerschöpflich opfernder, ohne Schonung lernender und schaffen- der Künstler gewesen ist. Sein Radames, sein Lohengrin, Tristan, lein Betbruder in der„Mona Lisa" und sein Florestan— das waren schon Partien, in denen der große Menschbeitswert sich in jedem Ton seiner ausdrucksstarken, giavzvoll-wehmüttgen Tenorstimm« offenbarte. Aber gerade im modernen Mustkdrama wuchs er zur Eigenort feines stillen, vom matadarhaften Vordrängen so weit entfernten Wesens, zurerft schüchtern, dann durchgeistet, zuletzt«in ganzer Mensch aus der Bühne. Sein Paiästrina überzeugte von der Lauterkeit eines innerlich großen Charakters und sein Aiviano in den„Gezeichneten" war im Hin und Her zwischen unterdrückter Sinnlichkeit und aufflammender Geistigkeit ein tragisches Erlebnis nach Dichters Sinn. Das sind unvergestene Eindrücke, und unver- gesian fall auch bleiben, daß er, der einstige Lemberger Amtsrichter, auch an unserer Oper einer der pslichteisrigften Beamten blieb, stets zur Stelle, immer in Form und dabei bescheiden. Gerade hatte er sich in den Stil des Liedes langsam eingelebt, gerade winkte ihm ausländischer Ruhm und letzte, höchst« Weltanerkennung. Ein großer Besitz, eine größere Hoffnung gingen verloren. Bon der„Toten Stadt" Korngolds, deren Hauptrolle er als erster in Amerika dar- stellen sollte, ist er in das Reich der Toten abberufen worden. K. S. Eine Thealer-Köpenickiade. Seit langem schon war in Bonn keine Oper mehr zur Ausführung gekommen, und es hatte sich dort eine förmliche Sehnsucht festgesetzt, wieder einmal eine gute Opern- Vorstellung zu sehen. Als daher vor einigen Tagen große Plakate verkündigten, daß im Stadttheater die„Charlottenburger Oper" ein dreitägiges Gastspiel mll den Werken„Tannhäufer", ..Fidelis" und.Lohengrin" geben werde, war die Freude groß. Jeder war bestrebt, sich eine Eintrittskarte zu erstehen, um so mehr. als die Preise nicht eben hoch waren. Am ersten Vormittag bereits waren sämtliche drei Vorstellungen ausverkauft. Mittlerweile kam der Tag der ersten Vorstellung heran. Der Sjtn Direktor hatte für seine MUglieder vierzig Zimmer gemietet. Al» ober die Zuschauer am Abend in hellen Scharen zum Theater wallfahrten, gab ein mysteriöser Anschlag an der Theatertür kund, daß die Borstellung Republikamsthe Truppen— NöröerbanAenl Daß Reichswehr und Schutzpolizei von der kommunistischen Presse als Mörderbanden bezeichnet werden, ist nichts Neues. Don Jnteresis dürfte es immerhin fein, daß auch ein führendes k o n- fervatives Organ der staatlichen Truppenmacht diesen Namen anhängt, sobald republikanische Gesinnung bei ihrjwr» ausgesetzt wird. In einem Münchener Telegramm des.Vorwärts" war auf die Aeußerung eines Dortmunder Blattes Bezug genommen worden, daß es vielleicht nötig fein werde, die republikani- schenBataillonemarfchierenzulassen, um den Wider- stand gegen die Anordnungen der Reichsregierung in gewisien Teilen Deutschlands zu brechen. Dazu bemerkt die„Kreuzzeitung": Also, ein Dortmunder Sozialistenblatt erklärt, man werde rote(!) Bataillone marschieren lassen müssen. Nach dem»Bor- wärts" ist das weder eine kriegerische Maßnahme noch eine aus- reizende Ankündigung. Aber die Festnagelung dieser gemeinge- fährtichen roten Hetze, die Warnung der friedlichen Bürger vor den rokcn ZNordbauden, das ist dem„Vorwärts":.Aufpeitschung einer künstlichen kriegerischen Stimmung". Es ist sehr bezeichnend, daß die monarchistische Presie den kam- munistischen Jargon, über den sie sich sonst nicht genug beschweren kann, sofort selber anwendet, sobald sie eine Verwendung der staatlichen Truppenmacht gegen ihre umstürzlerischen Bestrebungen fürchtet._ Em �erö öer Gegenrevolution. Frankfurt a.d.0„ ö. Sept.(Eig. Drahlber. des..Vorwärts") Die Gegensätze zwischen militaristischer Reaktion und Arbeiterschaft verfchärsen sich im Regierungsbeziik Frankfurt a. d. O. immer mehr. Das tritt besonders in der tmlilaristischen Hochburg küftrin, wie im großagrarifchen Königsberger kreise in die Erscheinung. Die reaktionäre Ve:s!lzung ist soweit vorgeschritten, daß selbst die Maßnahmen der Reichsregierung und die gewaltigen Kundgebungen der Arbeiterschaft keine Kursänderung tu dem Treiben der uationa- 'ist, schen Dunkelmänner hervorzuruscu vermochteu. Nachdem wir erst vor kurzem von der Verschleppung einiger(0 es ch ü tz e Mitteilung machen konnten, können wir heute melden, daß dieselben Kräfte weiter am Merke sind, die gegenrcvolutioären Elemente aus dem Lande mit Massen bzw. Munition zu versorgen. Gestern wurde von Arbeitern beobachtet, daß ein mit Granaten belodenes Anto von Küstrin nach der Domäne Neudamm (Uhr. Vewirtschafter dieser Domäne ift der als reaktionärer Schorf. wacher im Kömgsberger kreise hinlänglich bekannte Herr v. Inland. Die Arbeiterschaft war auf dem Posten und verlangle von Jffland fcfortiae Aufklärung über die Herkunfk der Grana'.en und über den Zweck des Transports. Die benachrichtigte Gendarmerie beschlagnahmte die Granaten, mehrere Hunderl an der Zahl. die in Kiften oerpackt waren. Die Erregung gegen den Rechtsbolsche- wisten Issland und seine Vaterlands- und arbeiterfeindtick�n Absichle« wucks so stark an. daß die Gefahr bestand, daß der Zorn der Arbeiter- schalt sich in einer sofort an Ort und Stelle qeiiblen Vokkssuskiz Lust machte. Iffland wurde deshalb in Schutzhaft ge- nommen. Ecichmerend für die Peurteilunq der ganzen Angelegen- hcit kommt noch hinzu, daß die Küstriner Kommandantur, bei der eine ganze Reihe republikanisch höchst unzuverlässiger Personen sich herum- drücken, in dem dringenden und durch die bisherigen Erfahrungen wohl begründeten Perdacht ficht, diejenige Stelle zu fein, die die Granakeu an Ifflaad abgegeben hat. Englistber Gewerkstbaftsksnareß. London, ö. September. Der Gewerkschaftskongreß wurde in Cardiff eröffnet.?59 Delegierte, die über 6 900 009 Mitglieder vertreten, nahmen an der Sitzung teil. Der diesjährige Vorsitzende Poulton erklärte in seiner Eröffnungsrede bezüglich des Vorschlags, einen Geueratral der Gewerkschaften zu errichten, die bisherige Methode sei vollkommen unzulänglich. Neue Methoden müßten eingeführt werden, damit die Sewerkschafts- bewcgung sich ernstlich mit den industriellen Lebensfragen befassen könne. Poullon erklärte sich gegen die Revolution durch Gewalt und sagte, die große Mehrheit der Arbeiter sei für eine friedliche Entwicklung. Zur Arbeltslosenfrage erklärte der Vorsitzende, die bestehende Arbeitslosigkeit verurteile schon allein die gegenwärtigen Zuftände. Die Skaalsmänner, Politiker. Dantiers und Unternehmer dürften versichert fein, daß die äugen- bllcklichen Zustände des Handels, der Wirtschast uud der Gesellschaft beseitigt werden. nicht stattfinden könne und daß man„Näheres" au» den Zeitungen erfahren werde. Das„Nähere" aber sah so aus: ein schlauer Kopf hatte sich den Opernhunger der Donner zunutze gemacht, sich von der Stadtver- waltung das Stadttheatergebäude verpachten lasten und sich dann unter Mitnahme des vereinnahmten Geldes in Höhe von 21 000 M. aus dem" Staube gemacht. Unter den„Geleimten" griff eine große Bestürzung um sich, die Theoterangcstevten und-beamten sind außer sich: einzig den Kopf oben und die größte Ruhe behält— die Stadtverwaltung. Warum auch nicht? Ein 22jähriger junger Mann mit Namen Horst Düring meldet sich bei der Stadwerwattung und fordert in Ab- Wesenheit des Intendanten das Theater für ein dreitägiges Gast. spiel. Eine Frage nach der Konzession für sein Unternehmen, eine telephonische Anfrage bei einem Theaterfachmann hätte die ganze Geschichte als Schwindel offenbart, aber man geht seelenruhig auf den Leim, gestattet das Gastspiel und erklärt hinterher— für nichts aufzukommen. Die Stadt als solche ist vor finanziellem Schaden bewahrt worden. Dafür aber hat sie den Spott, und den gründlich: Zum Hauptmann von Köpenick gesellt sich jetzt der„Theater- direktor von Bonn"! Dr. C. Namenswitze. Bon allerlei lustigen Wortspielen mit Namen plaudert Dr. W. Ahrens im„Börsenblatt für den deutschen Buch- Handel". Bon der bekannten Buchhandlungsfirma Perthes, Bester u. Mauke, die vor kurzem ihr 126jähriges Gefchäftsjubiläum feierte, pflegt« der Voltswitz zu sagen:„Perthes ist bester als Mauke. Der Dichter Wilhelm Höring, der sich bekannllich Williball» Alexis nannte, besuchte häufig seinen Verleger Schlesinger, der einäugig war und in seinem Geschäft vier Angestellte hatte, so daß das Wohl und Wehe der Firma auf neun Augen ruhte. Da der Dichter dem Buch- Händler in seinem Laden Unter den Linden immer mit viel Auszeich- nung begrüßte, meldete eines Tages der boshafte Glaßbrenner: „Unter den Linden geschieht täglich ein Naturwunder: ein Höring kommt zu einem Neunauge und macht Bücklinge." Dem bekannten Altphilologen Philipp Buttmann wurde eines Tages erzählt, der Verleger Vieweg wolle fein Geschäft aufgeben und Viehlieferungen für die Armee übernehmen.„So," rief Buttmann schlagfertig, „dann sagen Sie doch dem Buchhändler Vieweg, er solle sich hinfort Viehhändler Buchweg nennen" Ein Zeitungeredakteur schlug seinem Verleger zur Hebung des Blattes vor, einen Roman von Annunzio zu bringen„Ach," sagte der Verleger witzig,„bringen Sie mir lieber mehr Annoncios." Märckienabend. Ernlt Friedrich ttzricht„Märchen-' ffflr erwachsene Kinder am 8. Septbr., abcndS 7'/, Uhr, in der„Arbeiter-Kunst-AuSstellung-, Petersburger Strohe 33. In der UnlerrichtSanstalt deS KunpgcwerbemufenmS. Prinz- Wbrccht-Slr. 8, beginnt daS Wiiiterjeinefler am 10. Ott. Aiuneldunzen daselbst(Zimmer 55) vom 12. bis 24. Sept. von 19 bi» 2 Uhr. Ein Lehrgang für Obtt- vnd Gsmüfederwertnng findet au d« Höheren Gärtnerlehranstatt Berto-Dahte» vom 3. bis 3. Ott. statt. An» Meldungen beim Drrettor. LZnsrqlückk'ches aus dem Memelgebl'et. Die Litauer durften sich vor dem Kriege einer weitgehen- den Gastfreundschaft in Deutschland erfreuen. Sie genossen inso- fern eine gewisse Vorzugsstellung und konnten z. B. unter deutschem Schutz in Memel eine Art Kulturzentrale einrichten, deren Druckwerke bis zu den litauischen Auswanderern in Amerika und Äleinasien drangen. Auch heute noch— und das ist an und für sich nur zu begrüßen— hat man in Deutsch- land füi�Litauen eine gewisse Vorliebe. Unter anderem er- scheinen auf deutschem Gebiet drei litauische Zei- t u n g e n, die eine Prxßfreiheit genießen, wie sie unter gleichen Verhältnissen in einem anderen Staate kaum denkbar wäre. Leider hat Litauen diese deutsche Gastfreundschaft nicht immer so vergolten, wie man Gastfreundschaften im allgemeinen zu vergelten pflegt. Man geht wohl nicht fehl, wenn man die Loslösung des Memelgebietes von Deutschland zum Teil auch auf den Einfluß der russisch-litauischen Emi- granten in Amerika zurückführt. Der Erfolg der Abtrennung entsprach allerdings keines- wegs den Erwartungen seiner Befürworter. Sie zeigte ledig- lich vor aller Welt, daß das Msmelland deutsch ist. In einer Adresse an die Friedenskommission vom April 1919 protestierten in den Kreisen cheydekrug und Memel, den chauptkreisen des Gebietes, 93 resp. 78 Proz. gegen eine Ver- einigung mit Litauen(an die Möglichkeit einer Vereinigung mit Polen dachte damals noch kein Mensch), und der Gedanke an ein Aufgehen in Litauen hat bis auf den heutigen Tag noch nicht festen Fuß im Memelland gefaßt. Das mag verwunderlich er- scheinen, da nach einer Volkszählung vom Jahre 1919 von den Einwohnern des Kreises Heyderrug 54 Proz. und des Kreises Memel 44 Proz. das Litauische als ihre Muttersprache angaben, ein Umstand, der die maßgebenden Persönlichkeiten in der Friedenskommission wohl auch zu der Absonderung von Deutschland veranlaßte. Man übersah allerdings hierbei, daß von den 159 vgl) Einwohnern des Memelgebietes 149 990 Protestanten find, während sich der geringe Rest aus Katholiken und Juden zusammensetzt. Wer weiß, wie schroff konfessionelle Gegensätze gerade innerhalb kleiner Nationali- täten sind— Irland ist zurzeit ein überaus lehrreiches Bei- spiel dafür—, den wird die entschiedene Ablehnung eines wie aus immer gearteten Zusammengehens mit dem katholi- schen Litauen(bei dem katholischen Polen verhält es sich nicht anders) von feiten auch der litauischen Memelbewohner nicht mehr wunder nehmen. Das mag ein Grund mit dafür gewesen sein, daß die groß- sitauische Agitation in Memel zunächst nicht die Ausmaße an- nahm, die man erwarten mußte. Erst in letzter Zeit, seit Polen als Rivale austrat und mit der ihm eigenen chem- mungslosigkeit seine agitatorischen Taschenspielerkünste auf das Memelgebiet losließ, setzte auch eine zielbewußte Agitation von litauischer Seite ein. Die Taryba, das litauische Parlament in Kowno, meldete seine Ansprüche an, in der Presse wurde es lebhafter und litauische Agenten versuchten durch Land- und städtische Terrainkäufe großlitauische Keile in das Memel- gebiet zu treiben. Eine litauische Zeitung in Tilsit geht gar so weit, auf weitere Absplitterung deutschen Landes hinzuarbeiten, ein Unterfangen, das die Gastfreund- schaft aus deutschem Boden denn doch ein wenig zu sehr aus- nützen' heißt. Angesichts dieses verstärkten Ansturmes wird viel davon abhängen, daß die Memelbewohner an ihrem bisherigen Stand- punkt: Ablehnung einer Vereinigung mit Litauen oder Polen, Errichtung eines autonomen Freistaates Memelland ein- seitlich feschalten. Der deutsch-litauische Heimatbund in Memel, der nickt mit ähnlichen Vereinigungen in Deutschland verwechselt weroen darf, geht in dieser Hinsicht mit gutem Bei- spiel voran und von der arbeitenden Bevölkerung in der Stadt und auf dem Lande kann man sagen, daß sie alles andere wünscht als das, für was sie litauische und polnische Agitation gewinnen möchte. Leider legen nicht alle Kreise des G r o ß- Kapitals, das zum Teil in angesehenen politisch-verwal- tungstechnischen Stellen sitzt und nicht immer den besten Ge- brauch von dieser ihrer Gewalt macht,, dieselbe Entschlossenheit an den Tag. Trotz aller Ablsugnungsversuche steht fest, daß von dieser Seite unter der Hand Vorbesprechungen eingeleitet worden sinL, deren letztes Ergebnis ein Untertauchen des Memelgebietes unter die litauische oder polnische Oberhoheit bedeuten würde. Diese Quertreibereien sind nicht ohne Folgen geblieben. In memelländischen Kreisen Deutschlands, die sich mit einer Autonomie des Memellandes ohne Murren abgefunden hätten, spricht man seit Bekanntwerden der angedeuteten Tatsachen davon, daß die rechte Antwort hierauf nur der offen ausgesprochene Wunsch nach einer Wiedcrver- cinigung des Memelgebietes mit dem Deutschen Reich sein könne und führt als Grund hierfür u. a. an, daß der überaus größte Teil gerade der memellitauischen Landbe- v ö l k e r u n g ebenso denke. Wir wollen uns in das Für und Wider dieser Argumentation nicht einmischen. Die memel- ländische Frage ist nun einmal leider keine deutsche Reichs- frage mehr. Ebensowenig wollen wir aber aus unserem Herzen eine Mördergrube machen. Es hieße mit einer brennen- den Laterne am hellichten Tage herumgehen, wollte man be- � zweifeln, daß die Bevölkerung Memels deutsch, zum mindesten ebensogut deutsch wie Elsaß-Lothringen französisch ist. Was wir der Bevölkerung des Memelgebietes wünschen, das ist jenes Selbstbestimmungsrecht der kleinen Völker, das der Völkerbund als eine seiner vornehmsten Thesen proklamiert und nach dem das Memelland selbst zu sagen hat, wohin ei gehören will. Das Schkckfal des allruMchen Komitees. Paris, 8. September.(WTB.) Nach einer Havasmelbung aus Warschau verlautet dort aus Moskau, daß 53 Mitglieder des all- russischen Hilfskomitees, die verhaftet worden waren, wieder freigelassen worden sind. Drei seien im Gefängnis zurückbehalten worden. Condon, 8. September.(WTL.)„Daily Telegraph" meldet, daß die Lage in Rußland von der außerordentlichen Kom- Mission(Tscheka) beherrscht werde. Lenin werde wie früher der Zar täglich mit Gerüchten über neue und weit verzweigte Verschwö- rungen terrorisiert. Als es sich zeigte, daß Lenin ein Zusammen- gehen mit dem unpolitischen allrussischen Hilfskomitee begrüßte, wurde sofort von der außerordenllichen Kommisiion eine„weite Verschwörung" und auch die Beweise dafür fabriziert. Den rusii- schen Blättern zufolge habe in den Provinzen ein wahres Gemetzel unter den Vertretern dieses unpolltifchen Komitees stattgefunden. Besondere Abordnungen von Polizeispioncn verhafteten die Agen- ten des Komitees und erfchosien sie kurzer Hand. Die Sowjetregie- rung beginne eine neue Herrschaft de» Terror» gegenüber den gebildeten Klasien(?) in Rußland. (Eine Bestätigung dieser Nachricht au« russischen Quellen liegt nicht vor. Wir geben sie mit Vorbehalt wieder. D. Red.) GroMerlm vom Mante-Konzern. Wie die„Dena" erfährt, sind auf Veranlassung der Staats- anwaltschaft die Bücher einiger Annahmestellen des Klante-Konzerns beschlagnahmt worden, da der Verdacht vorliegt, daß einige Inhaber solcher Annahmestellen größere Beträge beiseite gebracht haben. Da- nach besteht scheinbar für die Gläubiger die Hoffnung, daß die noch fehlenden großen Beträge wieder beigebracht werden können. Für die Stimmung, die in den Kreisen der Einzahler des Klants- Konzerns herrscht, ist ein Schreiben bezeichnend, das der„Dena" aus diesen Kreisen zugeht und das als Kulturdokument für die heutige Zeit gewertet werden darf. Es heißt darin:„Max Klante arbeitet mit seinen Einzahlern schon länger als ein Lahr und hat bereits ver- schiedene Male Ivo Proz. Gewinn ausgezahlt. Klante hat von vorn- herein die Absicht gehabt, ein auf reeller Basis unter Leitung erster Fachleute aufgebautes Bankgeschäft ins Leben zu rufen, das dem kleinen Mann und den Mittelstand die Möglichkeit geben sollte, an den Riesengewinnen der Börse und der wenigen Großbanken teil- nehmen zu lassen. Seine Absicht war, das Gebiet der Spekulation mit Lndustriepapicren und Devisen auch dem kleinen Mann zu- gänglich zu machen. Da das dazu nötige Ricsenkavital auf gewöhn- lichem Wege nicht zu erhalten gewesen wäre, arbeitete Klante mit dem Anreiz der Rennwette. Das war ein Reklamctrick, weiter nichts(!). Als er das Kapital zusammen hatte, wollte Klante als Großbank auf den Plan treten, als ihm der Zusammenbruch anderer Wettkonzerne einen Strich durch die Rechnung machte. Klante ist nicht zusammengebrochen, er steht auch heute noch unangetastet da, und außer dem baten Geld stehen auch hohe Realwerte zur Ber- fügung seiner Einzahler. Bei der Staatsanwaltschaft liegt nicht das Geringste gegen Klante vor, dagegen hat sich Klante an ein Detektio- bureau wenden müssen, eigens zu dem Zweck, sich die zahllosen Er- prrsser vom Leibe zu halten, die im Trüben zu fischen hoffen. Das ist die Wahrheit über den Fall Klante." �agö auf LiebespÄrcheu. Falsche Kriminalbeamte treiben in der letzten Zeit in der Um- gebung des Schlachtensees ihr Unwesen. Besonders sind sie in den Wäldern zwischen Sacrow und Moorlake aufgetreten. Sie lauern dort Liebespärchen auf, schleichen sich an sie heran, dichten den harmlosen Leutchen Vergehen an, die sie gar nicht begangen haben. schreiben ihren Namen auf und erklären nach der Feststellung, daß das Weitere sich finden werde. Um allen Unannehmlichkeiten vor- zubeugen, finden sich die Bedrohte» bereit, sich mit dem vermeint- lichcn Beamten abzufinden, obwohl sie sich sagen müßten, daß wirk- liche Beamte sich darauf nicht einlassen. Auch alleingehende Man- ner suchen die falschen Beamten heim. So stellten sie einen Mann aus Potsdam und verlangten von ihm, daß er sich ausweise. Weil der Mann keine Papiere bei sich hatte, so nahmen sie ihm sein Fern- glas mit der Begründung ab, es solle als Sicherheit für die Richtig- keit der von ihm gemachten Angaben über feine Person dienen. Fünf Ferngläser trüge» sie schon bei sich. Ohne Zweifel hatten sie diese an demselben Tage schon anderen Opfern abgenommen. An- gaben, die zur Ermittlung und Festnahme dieser falschen Kriminal- beamten dienen können, nimmt die Dienststelle A 4 der Berliner Kriminalpolizei, Hausanruf 551, entgegen. Ein neues Krankenkassen-ErholungSheim. Die Allgemeine Ortskrankenkasse Berlln-Pankow hatte, nm einem immer dringender werdenden Notstand abzuhelfen, in der Ausschußsitzung am 19. Mai 1920 einstimmig den Ankauf eines Er- holungsheims beschlossen und am 8. Luli 1920 ein 38 Morgen großes Grundstück in Bad Flinsberg i. Lsergebirge gekauft. Das Grundstück liegt auf dem Wege von Bad Flinsberg nach Bod Schwarzbach in zirka 8M Meter Seehöhe und Hot außer 28 Morgen Acker und Wiese einen Ist Morgen großen Waldbestand. Nachdem der Borbesitzer das Grundstück am 1. April 1921 ge. räumt, wurde mit den Erneuerungsarbeiten begonnen. Im Hause selbst mußten verschiedene bauliche Veränderungen und ein Erwei- terungsbau vorgenommen werden. Durch diesen Erweiterungsbau wurden 2 Zimmer, 2 Baderäums und 4 Toiletten geschaffen, so daß das ganze Erholungsheim jetzt Wirtschaftsküche, Spülküche, Speise- kammer, Speisezimmer, 12 Zimmer, 1 Krankenstube und 2 Personal- kammern sowie große Kellerräume enthält. Durch geeignete Aus- nützung der vorhandenen Räume können im Sommer 33 und im Winter 3st Patienten untergebracht werden, die keiner ärztlich?» Be- Handlung mehr bedürfen. Zur Unterbringung des Biehbestondes mußte an der vorhandenen Scheune ein Stall angebaut werden, der anschließend eine Waschküche und eine Kutscherstube enthält. Die nicht geringen Anbauten sind nunmehr soweit fertig, daß mit der Belegung jetzt begonnen worden ist. Am 1. September 1921 sind die ersten 12 Patienten dort eingetroffen. Bon einer offiziellen Eröffnungsfeier ist abgesehen worden. Mögen alle dort zur Erholung und Kräftigung befindlichen Mitglieder sich recht wohl fühlen, um dann neugestärkt zur Wieder- aufnähme ihrer Beschäftigung zurückzukehren. Totenfeier mit Tanzvergnügen. Wir erhalten folgende Zuschrift: Als ich am vorigen Sonntag das Ranqsdorfer Seebad besuchtc, sah ich, wie auf der Dorfaue unter Beteiligung schwarzweißrot be- bünderter Kriegervereinlcr mit Fahnen ein Denkmal für die im Weltkrieg Gefallenen enthüllt wurde, wobei der Bauherr, der deutsch- nationale Rittergutsbesitzer Spieckermann, in seiner Ansprache an den Kriegerverein den übrigens recht geschmacklosen Steinbau als „Wahrzeichen deutscher Art und Sitte" bezeichnete. Aus dem Rück- weg zum Bahnhof traute ich am Abend meinen Augen kaum, ois ich die schwarzweißrote Trauerversammlung vom Nachmittag noch bei Konzert und Tanzmusik im Dorfkrug versammelt fand, in einer Stimmung, die nichts mehr von Trauer für die Gefallenen verriet. Sogar der deutschnationale Trauerredner, der, wie die Inschrift am Stein zeigt, selbst einen Bruder unter den Gefallenen hat, schwang mit anderen Kriegervereinlern munter das Tanzbein. An der Kasse wurde ich belehrt, daß ein Tanzvergnügen des Krieger- vereine stattfinde. Nun weiß ich, was die Deutschnationalen unter „deutsche Art und Sitte" verstehen. Schützt die Spielplätze! In einer ganzen Reihe von Straßen, Plätzen und Parks bat die Stadt Berlin für die Kleinkinder Spiel- und Buddelkästen aufstellen lassen, die, mit Sand gefüllt, von den Kindern gern aufgesucht werden und ihnen Gelegenheit zum Spiel bieten. Es ist nun von mehreren Seiten wiederholt beobachtet worden, daß der frisch an- gefahrene Sand von Leuten aus der näheren Umgegend eimer- und sackweise weggeholt wurde, wohl in der Annahme, daß er Allgemeineigentum und nur von geringem Wert sei. Die Auf- füllung dieser Kästen verursacht aber unter den heutigen Verhält- nissen nicht unbettächlliche Kosten, und diese fallen für den Hausholt der Stadl ganz besonders ins Gewicht. An die Bevölkerung mird die Bitte gerichtet, darüber zu wachen, daß diese für die Kleinkinder geschaffenen Anlagen nicht von eigennützigen, rücksichtslosen Leuten UM geringen Vorteils willen zerstört werden. Billiges Schweinefleisch. In den Fleischverkaufsstellen der Gemeinde Derlin-Reinicken- darf, Residenzstr. 131 und Kögelstr. 3 sowie in Berlin-Tegel, Bahn- hcfstrnße und Schöneberzer Straße, gelangt am Mittwoch, den 7. und Donnerstag, der 3. d. M. billiges Schweinefleisch zu nach- stehenden Preiser, zum Verkauf: Schinken und Schuft 18 M., Bauch 16,50 M.. Kotelettes 17,50 M., Rückenfett und Liesen 17 M-, Kopf und Bein« 8 M. Die versammlungslÄker und Referenten der heutigen verfamm- lungen werden gebeten, der RedaMon nnseres Blattes(ZNoritzplatz. 15195) noch heule abend einen kurzen telephonischen Bericht zukommen zu lassen. Pierpon! Alorgan In Berlin. Der Berliner Korrespondent des „New Park Herald" meldet, daß der bekannte Multimilliardär Pierpont Morgan in einem Flugzeug in Berlin eingetroffen und im Hotel Bristol unter dem Namen Parker Miller abgestiegen war. Im Hotel hatte man allerdings feine Anwesenheit geleugnet. Er hat sich fünf Tage in Berlin aufgehalten und es trefflich verstanden, sein Inkognito zu wahren. Ueber den Zweck seines hiesigen Auf- enthalt«? konnte Bestimmtes nicht erfahren werden. Zu dem Explosionsunglück In Spandau wird von den Zeppelin- Wasserstoff- und Sauerstoffwerken in Staaken folgendes mitgetellt: Am Donnersiag. den 1. d. M., vormittags, wurde von den Zeppelin- Wasser- und Sauerstoffwerken auf Anfordern der Reichswerke Spandau ein Meister nach den Reichswerkcn geschickt, um die von den Arbeltern beanstandeten Wasserstoffflaschen zu probieren. Der Der Meister nahm im Beisein von vier Herren der Reichswerke die im Gasbetriebe übliche Knallgasprobe an neun Flaschen vor. Ein Knollgasgemisch wurde nicht fe st gestellt. Der Unfall selbst passierte, als die noch im Betriebe befindlichen Flaschen zusammengeholt wurden, kurz nach der Mittagspause an einer Ar- beitsstelle und nicht beim Verladen der Flaschen. Die Ursache der Explosion ist noch nicht aufgeklärt. Die letzte Dezirksvertrelersihung des 10. Bezirks(Zehlendorf) beschäftigte sich zunächst mit den Mitteilungen des Bürgermeisters über„die Ausgestaltung der Amtsstellen". Die rechte wie die linke Seite des Hauses übte eine herbe Kritik an den vom Bezirksamt ein- gerichteten Amtsstellen in Wannsee. Nikolassee und Dahlem. Es wurde ein Ausschuß eingesetzt, der möglichst die Schäden reparieren soll.— Nochbewilligt wurden ohne Debatte die Mehrausgaben der Müllabladcstelle mit 415,83 M. und für die Unterhaltung der Ge- meindegrundstücke im Jahre 1920 mit 300 982 M. Beschlossen wurde die Anschaffung eines Wagens zur Beförderung von Kinderleichen. Die Borlage des Bezirksamts,„Diensträume in dem Rathaus Nikolassee an das Polizeiamt in Zehlendorf zu vermieten," wurde nach lebhafter Debatte der Deputation für Finanz- und Grundeigen- tum überwiesen. Das gleiche Schicksal hatte die nächste Vorlage. Diese verlangte die Zustimmung der Vertreter zur Vermietung der Billo Candid« in Wannfee an das Polizeipräsidium in Berlin. In der Villa sollten Schutzpolizeisoldaten einquartiert werden. Dos Jugendamt Berlin möchte die schöne große Villa, zu der ein großer Park und Garten gehört und die an den Wannsee grenzt, mit erholungsbedürftigen Kindern belegen. Hoffentlich verzichtet die Polizei und sieht ein, daß die Villa für die Kinder nötiger ist als zur Kasernierung der Schupo, und zwar um so eher, als bereits zwei Heilstätten in Zehlendorf mit erheblichen Kosten für die Schutzpolizei umgebaut, eingerichtet und von ihr belegt worden sind. Die welMche Schule In Adlershof, die im Jahrs 1920 errich'et morden ist, umfaßt zurzeit 29 Proz. aller die Gemeinde- ichulen A d l e r s h o s besuchenden Kinder. Die zum 1. Oktober d. I. schulpflichtig werdenden Kinder sind am Donners- tag, den 8. September, vormittags 10 Uhr, beim Schulleiter der 3. Gemeindeschule anzumelden. Von unseren Parteigenossen, deren Kinder jetzt schulpflichtig werden, erwarten wir, daß sie ihre Kinder der weltlichen Schule, der Schule unseres Programms, zuführen. Die Lehrgänge in der Wohlfohrlspflege, die für die Fortbildung von Beamten in der Wohlfahrtspflege in enger Verbindung mit der Stadtgemeinde Berlin eingerichtet wurden, beginnen im Herbst d. I. ihr zweites Lehrjahr. Für die Vorlesungen aus den Gebieten der Ingendwohlfahrt, Sozialhygiene und der wirtschaftlichen Fürsorge sind wieder hervorragende Dozenten aus den Fachgebieten gewonnen worden, u. o. Oberregierungsrat Dr. Behrend, Reichsarbeitsmivi- stcrium, Stadtmedizinalrat Dr. Rabnow, Direttor Knaut,.Regie- rungsrat Margarete Ehlert, Stadttat Muthesius, Dr. Alice Salo- man. Eine Neuerung bedeuten die Seminare, die für fortgefchrit-- tene Sozialbeamte eingerichtet sind und in denen Uebungcn über das Rcichsjugendwohlfahrtsgesetz, Wohlfahrtspflege und Sozialpali-.' tik, Sozialpädagogik, Arbeiterfragen u. ä. abgeholten werden. Für die Gebiete der Arbeiterfürsorge und der konfessionellen Fürsorgch- sind Sonderkurfe eingerichtet. Nähere Auskünfte und Programme erteilt die Geschäftsstelle: W. 35, Flottwellstr. 4 I, Zimmer 5; Sprech- zeit von.2 bis 3 Uhr. Die Schulenklassungsfeiern an den weltlichen Schulen in Berlin. Reinickendorf finden am Sonntag, den 25. September, vor-. mittags 10 Uhr, und zwar für die Kinder des östlichen Ortsteiles in dem Schulsaal des Realgymnasiums und für diejenigen des weit- lichen Ortstsi'es in dem Schulsaal der 5. Gemeindeschule statt. Bs- sondere Vorbereitungsstunden werden im Osten in oer Oberk asse der 0» Gemeindeschule, Holländer Str., jeden Donnerstag von 4 vis 0 Uhr nachmittags erteilt. Anmeldungen sind an die Leiter der weltlichen Schulen zu richten. Auch ein notleidender aller BerNneri Auf dem kleinen Platz, der sich zwischen der Neuen Promenade und dem Bahnhof Börse befindet, steht ein über hundert Jahre alter Kastanienbaum, der, wenn ihm nicht noch schleunigst die nötige Nahrung zugeführt wird, im nächsten oder übernächsten Jahr verhungert ist. Da gerade die alten Stadtteile keinen Ueberfluß an Bäumen haben, sollte man die vorhandenen zu erhalten suchen oder aber durch Neuanpslanzungen ersetzen. Heber da» Ouäkertum spricht am Mittwoch, den 7. September, abends 714 Uhr, im Bunde religiöser Sozialisten in Neu- kölln, Hertastr. 9(Gemeindesaol) Miß G i l e s vom Dorstond der englisch-amerikanischen Ouäkerkommission in Berlin. Eine Elternratsversammlung findet am Mittwoch, den 7. d. M., abends TV: Uhr, im Stadttheater, Alt-Moabit 47/48. großer Saal, statt. Da sich in der letzten Zeit von feiten reaktionärer Lehrkräfte verschiedene Uebergriffe ereignet haben, so ist der Besuch der Der- sammlung seitens der Eltern dringend erforderlich. «ine Sloeftellvng von kleingörtnerifchen Grzengnisten und .Kteimieren veravslaltct der gemeinnützige Verein.Vereinigte "ankwttzer Kleingärtner E.V.* in Lankwitz, K a i t c r< Dil beim-Str. 23/31. in Lehmanns ffe/tsälen vom 10. bitz 12. September d. I. Eintritt eintchl. Steuer 1,50 M., Kinder 50 Pf. Wetter für morgen. lvrrlin und Umgegend. Trocken und überwiegend beiter. NachtZ knbl, nm Inge ziemlich warm, bei größtenteils schwachen, vorherrschend nordöii- lichcn Winden. Groß-öerlmer parteinachrichten. 20.«bt. Morgen. Mittwoch, abendo TV, Uhr Sitzung der Fnnktwnllre, Betriebsrau und Elternbeiräte bei Bombe. Stratzmannstr. T. 83. Bbb Lichterseide. Die sitr morgen«ällige Mitgtlederversammlung wird CW Mittwoch, den 14. d. M., vertagt.— Berichtigung. Die heutige öffentliche Ber- Kimmlunn findet im Schiller-Gymnakimn und nient im Schiller-Lyzeum statt. 13?. chbt, Friedrichshage». Die für Dienstag, den 6 Seat, angesetzte öffentliche Wählerveriammlung findet erst am Donnerstag, dm 8. d. M. statt IX. Bezirk(Wilmn-darft. Eine dringlich- Sitzung der Bereinigung soztaltstischer Ellernbeiräte findet am Mittwoch, den 7. Sept.. al end« vllntttich 8 Uhr in der 1. Demeindelchule. Sieselerstrafie. statt. Bolljähligrs Erschcmeu aller soz. Eltrrn- belrätc wird desttmmt erwartet. Sport. Weltmeister Ellegaard kommt nach Berlin. E? ist ber Direltior der Radrennbahn Treptow gelungen, den Weltmeister für den kommenden Sonntag nach Treptow zu verpflichtev. Tborwald Ellegaard ist in Deutsch- land einer der beliebtesten und gerngefehendsten Daucriahrer vor dem .Kriege gewesen. Den Namen, den Giuliasd als ausländischer Dauerfahrer in Deutschland hatte, besitzt Ellegaard als ausländischer glieger. selbst unier Altmeister Willy Ärend muhte sich in diesem Jahre in Mainz vor Ellegaard beugen. Ein Zusammentreffen EllegaardS mit unleren erst» Massigen Fliegern dürste zurzeit das größte radsporUtche SreigniS sei». Oewer�schastsbowegung Srot-Teuerungszulagen überflWg l Da schlagen sich nun wieder seit Wochen Arbeiter, Angestellte _ W igen Un usti sie es nach Meinung der„T o n i n d u st r i e- Zeitung" herum, beunruhigen'Unter Zndustrie und das ehrbare Handwerk, und Beamte um eine Teuerun nehmer, den ganzen Handel, die oi>n« da'~„■ nötig hätten. Es ist das Verdienst der �Deutschen Arbeitgeber Zeitung", daß sie die Weisheit der„Tonindustrie-Zeitung" vom 25. August der Vergesienheit entriß und sie am 4. September in ihren Spalten wiedergab. So lesen wir denn: »Die Brotverteuerung gibt einen neuen Vorwand zur Forde- rung erhöhter Lohnsätze. Es werden sogar Zuschläge von 40 bis SO Proz. auf die bisherigen Löhne gefordert. Das gibt Anlaß zu der Frage, welche Mehrausgaben werden durch die erhöhten Brot- preise dem Arbeiter tatsächlich erwachsen. Die auf Marken dem ein- »einen zustehende Brotmeng« von 270 Gramm wird je noch der Sorte de» Brotes eine Mehrausgabe von 30 bis 34 Pf. tag- l i ch erfordern. Wird mehr Brot gekauft, so wird dieser Mehrbedarf, der bisher im Schleichhandel bezogen werden mutzte, kaum eine weitere Verteuerung verursachen. Ein unverheirateter Arbeiter braucht also täglich nur eine Zigarette weniger zu rauchen, um seine Mehrausgabe durch Ersparnisse zu decken. Aber auch für einen Familienvater ist ein erheblicher Aufschlag auf die bisherigen Lohnsätze kaum erforderlich. Dabei ist aber zu er- wägen, ob überhaupt durch eine Lohnerhöhung sich ein Ausgleich 'choffen läßt.... Eine Derbilligung ist nur auf dem Wege er- öhier Arbeitsleistung zu erreichen. Jeder einzelne muß seinen )edarf einschränken und seine Leistungen er- höhen... Eine Lohnerhöhung ohne erböhte Arbeitsleistung nützt auf die Dauer dem Arbeiter nichts, befördert aber andererseits die Entwertung des deutschen Geldes, die Erhöhung der Steuer und den Zufammeubruch unseres Handels." Es ist schade, daß diese Weisheit erst jetzt unter die Arbeitnehmer kommt, wo der Stein schon im Rollen ist. Die„Tonindustrie-Zeitung" konnte natürlich zu der Zeit, als sie das schrieb, den weiteren Gang der Dinge nicht voraussehen. Sie würde mit weit durchschlagenderen Argumenten ihren Stand- punkt verfochten haben. Denn jetzt, wo ein großer Teil der Arbeit- nehmer die Brotzulage bereits In der Tasche hat, kaufen sie weniger Brot als vordem. Ganz abgesehen davon, daß sie mit dem Brot nicht einmal zufrieden sind, sondern noch die teuere Margarine dazu haben müssen— ja, es soll sogar Arbeiter- und Angestellten- familien geben, die sich nicht scheuen, hier und da auch Butter zu kaufen— kaufen st« jetzt wieder Schrippen, Kuchen— fast sei eine Konferenz der Handschuhfabrikonten w München, auf der eine endgültige Regelung erfolgen werde. Auf Anfrag« unserer Kom- Mission, wie es mit der Bergüwng des Verdienftenlganges stehe, wurde sie von den Fabrikanten ausgelacht. In der Versammlung der Streikenden am Abend wurde das Angebot der Fabrikanten ab- ' gelehnt. Während die Stuttgarter Fabrikanten sich mit den Arbeitern geeinigt und zu weiterem Entgegenkommen bereitgezeigt haben, wollen «ie Berliner Unternehmer mit Abschlagszahlung kommen. Wie gering die Aussichten sind, daß nachdem noch etwas herausspringt, haben wir vor etwa zwei Jahren in Berlin erlebt. wie vor dem Kriege. Mit der Ausrede, dabei die Margarine, das Schmalz oder die Butter zu sparen. Damit nicht genug, wird die teuere Wurst gekauft. Käse, Obst, kurzum auf Kosten der bedrängten Unternehmer in Saus und Braus gewirtschaftet. Und die achtstün- Mg« Arbeitszeit gefällt ihnen so gut, daß sie nicht einmal mehr ein paar Ueberstunden in der Woche umsonst machen wollen. Nur«ine Zigarette täglich weniger und ein paar Stunden Arbeit mehr, dann werden auch die notleidenden Unternehmer ihres Ledens wieder froh werden. Lohnbewegung der städtischen Arbeiter. Da der für heut« vorgesehene Termin nicht wahrgenommen werden konnte, ist beim Schlichtungsausschuß zu Donnerstag vormittag ein neuer Termw anberaumt. Bor Ablauf des Ulti- matmns der Arbeiterschaft wird also ein Schiedsspruch gefällt werden. Lohnbewegung derHandelshilfsarbeiter im Einzelhandel. Einen von seilen des Deutschen Transportarbeiterverbandes im Austrage seiner Mitglieder gestellten Antrag auf Gewährung einer Teuerungszulage auf die bis zum 30. September 1621 bestehenden Löhn« haben die Arbengeber grundsätzlich ab- gelehnt. Sie sind bereit, einen neuen Lohntarif ab 1. September abzuschließen, der aber mindestens bis zum 31. De« zember Gültigkeit haben soll. Während der Dauer des Vertrages soll eine parirälische Kommission monatlich die veränderten Verhält- nifse aus Grund der Indexziffern prüfen. Die Lohnsätze sollen der Preissteigerung angepaßt werden. Für die Zeit vom 15. bis zum 81. August haben die Unternehmer für die eingetretene Brotpreis- steigerung pro Woche 2 M. angeboten. Mit diesem Verhandlungsergebnis beschäftigte sich eine im großen Saal deS Gewerlschaftshaufes tagende Mitgliederveriamm- lung. Die von der Branchenleitung vorgelegten neuen Lohnsätze, welche eine Durchschnitts steigerung der Löhn« von 40 P r o z. vorsahen, fanden die Z u st i m m u n g der Versammlung. Ferner wurde der Verhandlungskommission mit auf den Weg ge- geben, einer gleitenden Lohnskala, wie sie die Arbeitgeber vor- geschlagen haben, nicht zuzustimmen und an den gestellten Forde- rungen festzuhalten._ Zum Streit in der Handschuhindustrie. In den Verhandlungen am Sonnabend wurden für Handschuh- «ach er und Dresseure 500 M., und für Näherinnen 400 M. als Wirt- schaftsbeihils« gefordert. Die Fabritanten wollten«rsteren 250 M. bewilligen, den Fabriknäherinnen 100 M., den Hausnäherinnen 75 M. und den Lehrlingen 50 M. als Abschlagszahlung. In 14 Tagen Bernfsgenostenschaften gegen Bereinigungsfreiheit. In unserer Morgenausgabe vom 1. September brachten wir einige Blütenlesen von dem Mißbrauch mancher Berufsgenosien- schaften mit ihrem jetzigen Selbstoerwaltungsrecht. In welcher un- erhörten Weise die in den Berufsgenossenschaften herrschenden Unternehmer und die ihnen gleichgesinnten Verwaltungsdirektoren die Angestellten ihr« leider noch immer unbeschränkte Macht suhlen lassen und wie sie vor dem schwersten Angrifs auf die Vereinigungs- freihcit nicht zurückschrecken, um ihre rückstandigen Pläne durchzu- setzen, zeigt folgender Fall. Der Schriftführer des Verbandes der Beamten und Angestellten der Reichsunfallversicherung, em Angestellter der Nordöstlichen Bau- gewcrks-Berufsgenossenschaf! in Berlin-Wilmersdorf, hatte in einem vertraulichen Rundschreiben die Ortsgruppen seines Verbandes aufgefordert, die Mitglieder zu verpflichten, ihre Beob- achtungen auf dem Gebiet der augenblicklichen und etwa künftig beabsichtigten Regelung ihrer Rechts-, Anstellungs- und Bcsoldupgs- Verhältnisse, darunter die allgemein zugänglichen Schriftstücke von Bcrufsgenossenschaftsvorständen, Zeitunashinweise usw. mitzuteilen. In der Ausübung dieses selbstverständlichen Rechts der Fachgewerk- sthaft, die dem Deutschen Beamtenbund zugehört, steht der Vor- sitzende der genannte« Verwaltung ein« Aufforderung zur schweren Verletzung des Dienstgeheimnisses und der Dienstpflichten. Er hat den betreffenden Angestellten, der über 13 Jahre im Dienst und mit Pensionsberechtigung lebenslänglich angestellt ist fristlos seines Dienstes enthoben, die voll« Gehaltszahlung einstellen lassen und das Verfahren zur Entlassung«inge- leitet. Der Genossenschaftsvorsttzend«, Baumeister Heuer. Hof selbst erklärt, daß die ausgesprochene Maßregelung auf Betreiben der Verbände der Berufsgenossenschaften und des Arbeitgeberver- bandes erfolgen müsse. Auch aus anderen Zusammenhängen geht unzweideutig hervor, daß die Zwangsmaßnahme« sich ausschließlich gegen die gewerkschaftliche Betätigung des ge- maßregelten Angestellten richten. Es handelt sich also um«inen beispiellosen Angriff auf die Bereinigungsfreiheit der Berufsge- nossenfchaftsangestellten und um einen schweren Verstoß gegen Artikel 150 der Reichsoerfassung. Der Angestellten im ganzen Reiche hat sich wegen der Maß- regelung eines ihrer Führer eine ungeheure Erregung bemächtigt. Aus den zahlreichen Protestversanunlungen sind dem Reichs- versicherungsamt Entschließungen zugegangen, die s o f o r- tiges Einschreiten fordern. Es muß unbedingt er- wartet werden, daß das Reichsarbeitsminlsterium und das Reichs- versicherungsamt die Zurücknahme der Maßregelung erwirken und dem rückständigen Unternehmertum klar machen, daß in der demo- kratischen Republik derartige Verstöße gegen Koalitionsfreiheit und Verfassung nicht geduldet werden, besonders nicht in unseren sozialen Versicherungseinrichtungen für die Arbeiter und Ange» stellten. Nebenbei: Welcher.Ehrenmann" hat das vertrauliche Rundschreiben der Verwaltung der betreffende» Berufsgenosien. schast zur Kenntnis gebracht?_ Nochmals! Eive gelbe Wächterveremigung. Der Deutsch« Portierverband teilt uns zu der Berichtigung der .Freien Vereinigung" mit, daß er diese sogenannte Hausorganisa- tion als Interesienvertrewng der Arbeitnehmer nicht gelten lassen frn s,» in h-pfpr?�»>TiekN!Nn nhfnTnl nnnrnnffitin ist Üttos hic Der xransportaroeucnjcroano es aogeicgiu yai. einen-Lanperirus für Unorganisierte, also Gegner der Arbeiterbewegung ab zuschließen. Der Betriebsrat, Herr Seefeldt, gibt sich als Mitglied der Sozialdemokratischen Partei aus. Er müßte dann wissen, daß er sich zu einer derartigen Gründung nicht hergeben darf. Eine Vereinigung, die nur die Angestellten des Betriebes umfaßt und olle Differenzen aus friedlichem Wege unter Ausschaltung des Streiks als Kampfmittel regeln will, gilt nun einmal als.wirt- schaftsfriedliche", als gelb. Di« Beiträge, die für diese Hausorgantsatton gezahlt werden, werden auf der Sparkasse angelegt, und das Sparkassenbuch wird von dem Diretttonsmitglied Herrn Lohmann, Hauptmann a. D» oerwahrt. Die Direktion hat sich bereiterklärt, falls die.Haus- Organisation" Gelder zur Bestreitung ihrer Auslagen gebrauch«, Ihr das nötige Geld vorzuschießen. Damit dürft« die Angelegenheit genLgend geklärt sein. Der Deutsche Portierverband(Sektion 7 des Transportarbeiterverban- des) ist zu Auskünften in Wächterangelegenheiten stets bereit und wird den in Frag« kommenden Betriebsräten weiteres Material zugehen lassen.__ 3« der badischen TexMindusiri« kam es gestern zum Abschluß eines Tarifvertrags, womit die Gefahr eines Streiks behoben Ist. Deutscher Holzarbeiter-Verband! Di« Branchenleiter und Bezirksoblntt« müssen in ihren Der. trauensmännerversammlungen den Stand der Lkurzarbett feststellen und die Berichtskart« bis Freitag, de« v. September 1021, dem Bureau einreichen._ Die Ortsverwaltung. Die Notlage der Oderschiffsmannschasten. Durch die oberschlestschen Wirren wurde der Betrieb �r Oder» schiffahrt stark behindert. Die Mannschaften mußten entlassen wer- den. Nach Aufnahme der Verladung in Kofel verhinderte das ein- getretene Kleinwasser den Schiffahrtsbetrieb und die eingestellten Mannschaften wurden nach zwei- bis vierwöchiger Tätigkeit wieder entlassen. Infolge der Verhältnisse in Oberschlessen und der Zu» Weisung der Transporte an die Eisenbahn war nur eine geringe Beschäftigungsmöglichkeit in der Binnenschiffahrt vorhanden, sodaß ein Teil der Mannschaften in diesem Jahre noch keine Stellung erhalten tonnte, der übrige Teil nur wenige Monate Arbeit hatte. Auf Antrag der Organisation wurde durch die in Betracht kommenden Ministerien ein Neiner Teil der 4000— 5000 erwerbs, losen Schiffsmannschaften bei der Oderstrombauverwalwng de- schäftigt. An verschiedenen Baustellen erfolgen jetzt Entlassungen mit der Begründung, die bewilligten Geldmittel sind aufgebraucht. Um die zur Behebung der Notlage erforderlichen Schritte untere nehmen zu können, hatte der Deutsche Dertehrsbund das Reichsverkehrsministerium um Einberufung einer Sitzung gebeten, unter Hinzuziehung der zuständigen Ministerien. Leider ist nichts ge- schehen. Durch die Kündigungen und Entlastungen ist eine Notlage entstanden, die große Erregung hervorruft. Es müssen deshalb schnellstens Mittel bewilligt werden, die zur Fortführung der Bau- arbeiten notwendig sind._ «trfcmb der«nchbwde»-»d P-pierorrarbeitrr. Mittwoch lldt btt (Btarnnann, Nmmenftr. 27: Wi-dtig- Sitzung aller Betri,d»ratr und«ertran-n-leut» der reinen Buchbindereien und D-schSfwdiichfabrikante». Bericht über dl« Leipziger Tarttverdandlungcn._._,.,...._;1 Bund der technischen«-gritrlltr»»»d Bemutru. Mittwoch 7V, Udr. Mit- gllcdrrv-rs-mmlung: Wellen. Nationalhoi. BLIowftr. 57. Nordosten, Sreiiswalder &of, Sreikowalder Straße 43. O-aniendura, Reichodof. Bernauer Straße 38. Spandau, Neuer Ratoieller, Ratbaus. Lichtenberg. Zur Hlltt». Frantfurier Allee WS. -----—--------—~—Donnerstag?»/, Uhr. ib. Savignppiatz 5. Schar» ------------- Sharlotlenburg III. Deutsche» Sau», Windicheidllr. 39. Norden I. Rest. Oswald Berliner. Brunnenftr. 140. Osten I. S-chbadnrest-urant. Eiralaurr Allee 48. Sildweften.®5bcl» Restaurant, Tempelboier Uker S. Nordwest I. Rest. Maltt». Turmftr. 78.- F r e I«- g 7'/, Uhr. Mitgliedcrarrsammlnug: Raeden III. Rest. z. Hagenbeck. Mllller», Scke Seestraße. Retnickendott, Restaurant Schulz, Wittenau(Nordd.). Sinnensstadt, Schoß clause. Nornendanunalle«. Tegel, Rell Hoiienzollern, Straßenbahnendhallestelle. Zsntralurrbaud der Hstel», Restaurant» und ckaft-Augestelltr». Die Ber- sanonwng der Branche IV(CafStellner) findet am Donnerstag vorm. lv Uhr, im»Rvsenthaler Haft, Rosenthaier Sir. 11/12, statt; nicht um 12 Uhr nacht».— ~»che Vi! und VIII(rnSnnL Hilfspettonal und wridliche An- Ehäusseestr. 110. Bericht Portterverband. Donnerstag vorm. ß Uhr: Versammlung her VSchter, Oder» wllchter, Wachttnnller und Kontrolleure Im Sewrttschastshau», Sugeiuser 14/15, großer Saal. Bettcht Uber die Berhandlungen. Zentrolverband der Augestrllten. Mittwoch: Hstte. Mützen engro«: Mitglieder- Versammlung K Übe. Arminhallen. Kommandantenllr. 58/59. Patentanwaltdurraus: Ocffentliche Bersammluna 7V, Uhr, Bliicherstile. Biiicherllr. SU Papirr: Ritglirder» Versammlung?»/, Uhr, Englischer Haß, Alexanderstr. 27c. Wirtschaft Spartaff«astaftstit. Die Sparkassenstatistik gibt gewisse«nhaftspnnfte dafür, in welchem Maße die breiten Massen der Bevöllerung jederzeit ver- sügbare Rücklagen für die Zeit der Anschaffungen und der Rot machen. Verfolgt man nun die Ab- und Zugänge nach den Fest- stellungen, die allmonatlich von der Zeitschrist.Die Sparkasse" ge« macht werden, so fällt es auf, wie nach dem Anschwellen der Ein- lagen im Jahre 1010 die Bewegung zum Stillstand gekommen und die Zuflüsse der ersten sieben Monat« des jeweiligen Jahres sich annähernd gleichgeblieben find, obwohl die Teuerung inzwischen stark fortgeschritten ist. Es betrug die Zunahme(-ff) oder Abnahme(—) der Epareinlagen bei den gesamten deutschen Sparkassen: Januar. Februar März. April. Mai.. Juni. Juli.. 1921 Mill. M. 4- 1600 .. 400 .. 800 4» 60 — 200 1400 400 1920 1019 Mill. M. Mill. M. 1 — 110 — 800 4- 50 -- 1000 -- 1100 -- 1000 -- 1200 4- 1260 800 400 700 100 160 ÖOO Znsammen-ff 4460+ 4640+ 48iXt An der Statistik beteiligten sich diesmal 247 Sparkasse» mit einem Einlagenbestande von zusammen 17 806 Mill. M. Im Juli hat sowohl im Verhältnis zum Juni diese« Jahre« wie zum Juli der beiden Vorjahre der Zustrom der Einlage« stark abgenommen, eine Tatsache, die nur teilweise dadurch erklärt wird, daß selbst M« Spargelder andere, höher verzinsliche Anlag« suchen, die im übrigen aber ein Beweis für die fortschreitende Verarmung weiter Volkskreise ist. des ctdoR. Teil: Bikt««chtsi.»erll»: sstr Vsravtwottllch für de» redakl. Teil! Bikt««chtsf. vsttl»! siw tzttwtttz«», T».«t»ck«. Betiin. Stria«: Borw/kiS-Btrlaa».«.». Btrn«. Drvck:««- würtS.Blla>druck,rtt».«trlaaSanst-It Paul etno»«. Co» Btrlta. Biabcistr. S. Manlrn Sie Keinen Pamcnniil bevor Sie nicht meine Auswahl und Preise gesehen haben. Alte Httte«erden auf neueste Formen u. a. Otcro, Qleckc, Zwelsplta nmeeprosat. EcKsfein'sHulfabriH Kein Laden, nnr Ecke Chausseestraüe L Blase, Prozesse, Rat, Beistand, miBIge Preise, Teilzahlung, Ehe-, Alimenten-, Strafsachen. Steuern, Gnadengesuche. Landgerichtsrat Dr. v. K i r c h b a c h, Oesellschaft m. b. 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Bafenthaler und vrameabarg» Borstadt: Waiistr. 9. Geöffnet von 9—6 Uhr. •efiabbranatat Bastianstr. 7. Geöffnet von 9—8 Uhr. PchSahnafee«orstsdf: Sreffenhagener Str. 22. Geöffnet van t—t Uhr. «Mrubsf, Alt-Gliealck«! Frl. Walter. Adlershof. Se- nvssenfckiaflsftr. 8. parterre. PaUWschaleameg: Frau Röpke, Riefholzstr. 180, Laden. Peeaan, Aöataeatal, stepern ick. Schöadeöd, Rarvm und Pacht Heiaeich Prof« Bernau Mlldlenstr. 5. «iesdOtti W. Daaaedero. Pikiottastr. 11. "ist Horlemann, Genoffenfchaftshau»»Pa> Puchholz,»laalendurg: H a i a k e, Puchhol», Pahnhasstr. 24. «harlottendurg I: Eefenheimer Str. l. Geöffnet aoa 8 die ° Uhr. Charlottendaeg II: Panroggeuer Str. II. «harlottendurg III! Raiserdamm 101. Geöffnet aoa 8—8 Uhr. Charfsttradarp IV: Nürnberger Str. 23. Soacredott! Sihönherr Landsdeeaer Str. 18. Sichwalde-Schmöckwitz! R» t h u« r. Bahnhofstr. 88. «rtneri Alder« st-rnicke Fttedrichstr. 2L Zichtenaa. Rreßk». W-Idstr. 28...... .Attenberg: S a l, m- n n, Folkenderg. S-rieuftabtstr. 10. Frlebeaaa: Rheinstr. 27, Ecke Rönnedergftraße. Frederedott-Priershagea: Uftenwafler. Petershagen. Frlebrlchshageut H o k k m a n u, Frledrfchshageu. Rur,« Straße 1. Grnnaa: Fron, Rleia Fttedrichstr>0. Halenfee,»raaewald: Halenfee, Georg-Wilhelm-Sfr. 2. Serzfelde: Martin SmolidowstL gienniasdvrf: Smmuiai. Rathenauftr. 7. Hehenaeaeabstf: Stegeri». Bismarckftraße. Sodaaaiethal. Alwin»ammttch«temarckstr. 3. Rarledorst: Frau Stanke, Hentigftr. 82. vorn parterre. Raulsdorf: Li« d t g. Finsterderger Sir. 4. RSalgö-Wusterdauirn, Nledrtt-hme: striedr.«aauiaan. Rönigs.Wusterhaufen, Berliner Str. 8. Rlpenick, Hirfchgarten: Schlag- Rießer Str. s(Laden). Geöffnet von 8—8 Uhr. Achtendern l: Lichtenberg,«ottendergstr. L Geöffnet van 8-8 Uhr. sowie Gcsdiafisstcllcn der Zeitung«- Zentrale(Z. Z.) Aktiengesellschaft ♦ Inseraten-Annatime Lichtenberg n,«nwmeiednrg, Straleui Lichtenberg, Box. Hagener Str. 82. Deöffnet von 9—8 Uhr. Lichtenberg III, Friedefchsfeld«: Frankfutter Alle« 188, Laden. Lichtenrade: Fron,----'—- Raifer-Fttedrich-Str. 8, Lankwitz Raffer- t ch n r a> Restaurant. LIchtettelde-Ost,«ankwftzi 6. Wenzel Wildelm-Etr. 3. Lichterselde-wrstt S ch a« d r l, Hlndenbnrgdanwt 84, «»hlsdoftt S m t I Rausch. Lemkestr. 2b. Maeiendseft Auaust Letv Tdaulleestr. 28. Marienfelde: Fritz Greulich. Kirchstr. 27; Svdttng 782. «eaenhage»«enzke stieaelstr. 71. Renlölln: Reckarstr. 2. Dcössnel von 8—8 Uhr. Reakölln-BriSt Sicgsriedstr. 23/28. Geöffnet von 8—8 Uhr. Rieberschiaeweide: Hat tramp f. Brückenstr. 10 n. Rieberichiahaaiea Nordeodt ffi. Schltedener ätes- kvwstr. 14._ Rowowe,: ftorl Rrvhnderg Elsendahnstr. 10. Oraaiendurg: Heine. Loenharbt. Stralsunder Sir. ö. vderlchöaeweid«! Roberl Poul Mathllbenstr. 5. Paatow, R i st m a n n Mllhlenstr. 70. «stsbon: Frau Lack. ttur/UrNenstraße U. Rahnedorf: T e! ch e r t Forstftr. 7. Relaickendoef-Vst SchöahoUi Albert Wahl», Provinz- strotze 53 /Loden». Relnickendori-Rasenthal! B.«n r». Pttnz.Httnttch�tr. 34. Schmargendorf: N e h a d. Breit« Str. 4. «chönederg: Beizfger Str. 27. Deöffnet von 8-8 Uhr. Senzig: Frtedeweld Gdaulleeftr. 54. elcmruSftadti Stet». SionueiUxuiuwilil« 82 a. Spandau: Bullack. Rotttzstr. 14. Gar». 8 Staalea: Frau R u s« r a u, Staaken, Scheidtstr. Södend«! Ludwig. Halskeftr. 38. Steglitz: Scbildhornftr. 2». Tegel,«vrstgwald«.«efaickendott-West. Tr. O. iel.' Bvrst�«»«- Sleiaickeabflri.Bri»,«swmaanswst. iss. öffnet von 9—8 Uhr. »eltem:«rüg, r. Schönow. Dorfstr.». Tempelhof: R-ifer.WiIhelm.Str. 18. Leaepelhafi. Randler r. Hohenzvllernkarfa 8. Bahnhofstr.«2. � Riefholzstr. 418. dorn 1 Tr. öffnet ___ ioaii l Tempelhof- T-mpelhof:-.------ Trebbin:»Situs. Treptow:« r a m e n« Weißenfee: Bettlner All «ildau.Hohrnlehmei R u d. L e f f o w. WUH-imshage», H-fl'nw.akel: Schul,»,«ilhelmnhaaeu. Wilhelm Nr. 31.— «Umersdorf: Holsteinisch» Str. 18, Raiserplatz 15. Witteaaai Wild, stimmermann, Rofenthaler Skr. 4d. 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