Hc. 42t ♦ ZS. Jahrgang fiuszabe A Nr. 213 BezugSvretS» Diert»lIiihrl.U>.— VU. monail. 10,— St. frei ins öaus, voraus zahldan Poii» dezng: Monatlich lO.— Sit. rinichUZu- /trUunzsztbühr, Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, da» Saar- und Mcmelaedict. sowie die ebemals deui- lchen Gebiete Polens Oesterreich. Ungarn und Luxemburg 20,- M. für das übrige Ausland 27.— M, Poft» bestellungen nehmen an Oesterreich. Ungarn. Tlchecho- Slowatel, Dane- Marl. Holland, Luxemburg. Echwedeu und die Schweiz. Der.Porwftrts* mit der Sonntagsbeilage.Voll und Zeit�. der Unier- Hallungsbeilage.Seimwelt* und der Beilage.Siedlung und Kleingarten» erichcint wocheniiiglich zweimal. Sona- tags und Montags einmal. Telegramm- Adrelse. »Sozialdemokrot vrrNo« Morgen-Ansgare c GroQ» Berlin 30 Pf. auswärts 40 Pfennig D L!n,r«gcnpretSl Dt«' achtgetpalten««»aosretllezell, tollet b.bu M..klrt»» gt»;etgso-- da« lettgedruckt,«,n liti Hl(zu» lofstg>w«> tengednickr» W»rte>. lebe» weitere Wort t,— dck. kiellengeluch» und Sch>ailttlle»»n»e>l>en-Bn- zeigen lür Llbsunente» x-ilt».— 9L vi« Vrets»»erstehe» sich»tnschlietzlich Teuerung, juichl»«. X. berliner Volksblatt «lnzergen w>»t«»»«st,«rimmer müssen dt» 0 Uhr nachmittag» im dauvigelchilsl. Verlin SW Ob. Linden» Kratze 0. abgegeben werden. Geöffnet oan 8 Uhr srüh kU i Uhr abend». Zentralorgan der rozialdernokratircben parte? Deutfcblande Neöattion und Expedition:€10 68, Lindenftr. Z Redaktion Morihplatz 151«5— 97 �crnsprrnirr. ��p�hition M-rihplav lI7SZ-»4 Mittwoch, den 7. September 1921 äroEä mm Sapern sucht öm Konflikt. Offiziell stumm, offiziös gemeingefährlich, das ist zurzeit das Kennzeichen der bayerischen Politik. Der Ständige Aus- schuh des bayerischen Landtages, der gefleru zu einer Tagung zusammengetreten war, verhandelle die Teuerungsvorlagen für die Beamten. Die Streitfragen zwischen dem Reich und Bayern st an- den überhaupt nicht aus der Tagesordnung. Das lieh sich die Linke aber nicht gefallen; sie vcrlangle Auskunft. Es kam dabei aber nicht» anderes heraus als die Mitkeilung, dah der Vertreter Bayerns. Schmeyer, auf dem Wege nach Berlin sei, um mit der Reichsregierung weiter zu verhandeln. Angesichts dieser geradezu unglaublichen Bockigkeit der baye- rifchen Regierung bleibt ganz Deutschland nichts anderes übrig, als die Stellungnahme der bayerischen Rechtspresse als offiziöse Meinung der Kahr-Regierung anzusehen. Das wird schon dadurch begründet, daß die„München-Augsburger Zeitung", die der Schwerindustrie und dem preußischen„Bayern" Ludendorff nahesteht, auch als Organ eines bayerischen Ministers bezeichnet wird. Wären diese Zusammenhänge nicht allgemein bekannt, dann würde man das hysterische Geschrei der bayerischen Rechtspresse nur als Rückzugsmanöver ansehen, das durchgeführt wird, weil das Recht zu sichtbarlich und ausschließlich auf der Seite des Reichs ist. Es sind ganz bestimmte, an sich nicht einmal große Kreise, die b e- wüßt auf einen Konflikt zwischen Bayern und dem Reich« hinarbeiten. Sie stützen und bestürmen die Kahr- Regierung und die Parteien der bayerischen Regierungskoalition, „fest", das heißt jeder Vernunft und der Wahrheit unzugänglich zu bleiben. Nach außen maskiert man die ganze Sache als den Versuch der Vernichtung der bayerischen Volksseele. Angesichts der zunehmenden Spannung kann nur wiederholt werden, daß die Reichsregisrung fest entschlossen ist, im Interesse Deutschlands zu handeln. Sie wird ihr? berechtigten, durch die Verfassung anerkannten Rechte unter allen Umständen durchzu- setzen haben. Sie darf sich dabei nicht auf die Wenn-imd-Aber- Politik der verschiedenen berufenen und unberufenen Vermittler einlassen. Für die Arbeiter ist leider wieder einmal die Notwendigkeit der erhöhten Kampfbereitschaft gegeben. Wir hoffen immer noch, daß es den einsichtigen bürgerlichen Elementen in Bayern gelingen wird, dos ärgste zu verhüten. Wir wünschen aufrichtig, daß es gelingen möge. Leider geben die Tatsachen kaum einen Schimmer von Berechtigung, zu hoffen, daß dieser Wunsch in Er- füllung gehen wird. So werden in den nächsten Tagen die Masten wieder einmal m der höchsten Not des Reiches zu seinem Schutze und zur Unterstützung einspringen mästen. Wir sind uns darüber klar, daß dies so zu geschehen hat, daß außer den Schuldigen mög- lichst niemand dabei leiden soll. Aber dem Reich muß unter allen Umständen das Recht bleiben, die Rechtsbolschewisten mit allen gesetzlichen Mitteln zu bekämpfen, auch dann, wenn sie in Bayern sitzen. Offiziell stumm. München, 6. September.(WTB.) Unter der Ueberschrift „Bayern und das Reich" teilt die„Bayerische Staatszeitung" mit: Heute vormittag traten fast alle Fraktionen des bayerischen Landtags zu Beratungen zusammen. Um 11 Uhr versammelten sich die Führer der Koalitionsparteien, um zur Lage und den gestrigen Beschlüssen des Ministerrats Stellung zu nehmen. Den Beratungen wohnten auch Ministerpräsident v. Kahr und Staatssekretär Dr. Schweyer bei. Das Ergebnis der Beratungen war, wie wir erfahren, daß U e b e r- einstimmung dahin erzielt wurde, dah mit Berlin wegen der Frag« der Verordnung des Reichsvräsidenten und des bayerischen Ausnahmezustandes weiter verhandelt werden soll. Zu diesem Zwecke werden sich Staatssekretär Dr. Schweyer mit zwei Referenten und die Abgeordneten Held(Vorsitzender der Landtags- fratztion der Bayerischen Bolkspartei) und Dr. Dirr(der Führer der demokratischen Landtagsfraktion) nach Verlin begeben. Offiziös gemeingefährlich. München. S. September.(Eigener Drahtbericht des„Bonn.".) Die Münchener Presse setzt ihren chetzfeldztid gegen die Rcichsregie- rung mit der Aufbietung aller Kräfte fort. Selbst die offiziöse „Tagzeitung" beeilt sich eine Blütenlese aus der reaktionären„Mün- chener Zeitung" abzudrucken und sieht sich veranlaßt, den übrigen Blättern eine schwülstige Erklärung des Bürgerrates mitzuteilen, in welcher die Regierung aufgefordert wird, in keinem Punkte nach- auffordert, an Stelle einer Stimmungmache für die Reichsregierung sich mit der Aufklärung seines Ministcrkollegen Dr. Grodnauer über Bayern zu befassen. Berlin,«. September.(VTB.) Räch einer Meldung des„Ber- liner Lokal-Anzeigers" veröffentlichen Münchener Zeitungen einen v»m Derfastungsausschuß des Reichswirtschastsrates ausgearbeiteten Plan zur wirtschaftlichen Gliederung de» Reiches, um an ihn die Bemerkung zu knüpfen, daß er eine Teilung Bayerns in Nord- und Südbayern vorsehe, somit Bayern mit der Lostrennung Frankens bedrohe. Damit ist einer der Oeffentlichkeit feit langem bekannten Angelegenheit eme durchaus unzutressende Bedeutung beigelegt. Es ' l Rl" handelt sich wn ein« Arbeit de, Verfastungsausschuste« des Reich». wirtschaftsrates, an der nicht nur der frühere sozialistische Reichs- wirtschaftsrats- und Reichstagsabgeordncte Cohen(Reuß), sondern auch das Mitglied des Reichswirtschastsrates, Oberbürgermeister Mitzlaff, der der Deutschen Volksportei angehört,> als Referent bc- tciligt war. Der Plan betrifft die Einteilung des Reiches in Bezirks- wirtschaftsräte und gehört mit zu den vorbereitenden Arbeiten für die endgültige Organisation des Reichswirtschastsrates. Er hat ledig- lich wirtschaftliche und nicht die geringste politische Bedeutung. Es ist eine ungeheure Verdrehung der Tatsachen, wenn man diesen Plan als Deweis für einen beabsichtigten Eingriff in die politische Gliede- rung des Reiches hinstellen will. Ein« derartige Verdächtigung muß als bewußte Irreführung der bayerischen öffentlichen Meinung bezeichnet werden. Berlin, 6. Sept.(MTB.) Wie wir hören, werden morgen drei Vertreter der bayerischen Regierung und drei Vertreter der bayeri- schen Koalitionsparteien in Berlin eintreffen. Die Verhandlungen mit der Rcichsregierung werden morgen nachmittag um 4 Uhr im Reichs- kanzlerhaus, wie in der letzten Woche verabredet wurde, weiter- geführt. Saperns Arbeiter kampfbereit!, Am Dienstag, den tz. September, war der Ausschuß der frei- gewerkschaftlichen Landeszentrale Bayerns in München versammelt, um zur gegenwärtigen Lage Stellung zu nehmen. Die Konferenzver- treter der 8 baycrisck-en Regierungsbezirke suchten tm Laufe des Bor- mittags beim bayerischen Ministerpräsidenten eine Besprechung nach. In dieser Besprechung sollte die nachfolgende Erklärung mündlich begründet werden: „Die versammelten INikglleder des Gewerkschafls-Landesaus- schnsfes Bayerns erklären nach sorgfölliger Prüfung der gegenwärtig bestehenden vcrhclllniste der bayerischen Landesregierung folgendes: In llcbereinstimmung mit der Arbeiterschaft Deulschlands, die ihren Willen in der verstossenen Woche in unzweideutiger Weise zu erkennen gegeben hak. hallen wir im Zulcresse der Aufrechierhaltung der Rcichscinhelk und der demokratischen Republik die s o f o r t i g e A u f- Hebung des Ausnahmeznslandes in Bayern für unbedingt not- wendig. Der in Bayern gellende Ausnahmezustand ist bisher ein- fettig gegenüber Bestrebungen der Arbciierschaft in Wirksamkeit ge- treten," hak dagegen alle auf Gefährdung der demokratischen Repu- blik gerichteten Bestrebungen von rechts unangetastet gelassen. Die bayerische Arbeilcrschost muß feststellen, daß die Regierung diesen Zu- stand nicht nur kennt, sondern duldet. Sie verlangt von der bayerischen Regierung, daß sie bei Gelegenheit der von der Reichs- regierung an sie ergangenen Aufforderung nicht nur den Ausnahme- zustand für Bayern mit unverzüglicher Wirkung aushebt, sondern daß sie darüber hinaus Maßnahmen trifft, die die Sicherung der Demo- kratie und der Republik auf das Bestimmteste getvährleislen." Der Ministerpräsident hatte zur Besprechung keine Zeit, trotz der Dringlichkeit der Sache. Im Laufe des Nachmittags erfolgte eine Vertröstung auf Mittwoch. Tie Konferenz sah sich deshalb gezwungen, diejenigen Maßnahmen zu beraten, die sich unter Umständen als not- wendig erweisen werden, wenn die bayerische Regierung es vor- ziehen sollte, auf ihrem bisherigen Standpunkte gegenüber der Reichs- regierung zu beharren. Die württembergische iflegierung für die Verfassung. Skuttgorl. S. September(WTB.) Bon zuständiger Seite wird mitgeteilt: Die württembergische Staatsregierung hat sich m einer Kabinettssitzung mit dem Erlaß der Reichsregierung, betretend den Schutz der Berfosiung, befaßt. Sie ist der Ansicht, daß das Dor� gehen der Reichsregierung durchaus verfassungsmäßig ist, in der allgemeinen politischen Entwicklung der letzten Zeit seine -■--.-• � gleich- Recktfertigunq sindet und im übrigen nach allen Seiten hin gleich mäßig gilt. Eine vorherig« Fühlungnahme mit den einzelstaatttchen Regierungen hätte allerdings auch die württembergische Regierung als notwendig erachtet. Die Reichsregierung sei von dieser Aufsossung verständigt worden.__ verbotene �Negiments�feiern. Ca« badisSe Ministerium hat dier in Rastatt geplante Re- gimentSseste verboten, weil nach Ersahrungen bei ähnlichen Veran- staltlingen die Besorgnis begründet ist, daß diese Versammlungen zu Erörterungen der in Z 4 der ReichSverordnung vom 29. August bezeichneten Art mißbraucht werden könnten. Verschärfte Ueberwachung ües Exkaisers. Wie Reuter meldet, unterliegt der ehemalige deutsch« Kaiser von jetzt ab einer sehr scharf gehandhabten Ueberwachung van seilen der niederländischen Bebörde». Sämlliche nach dem Hau? Doorn gebende und von dort auslaufende Brief- und Telegrammpost de» EykaiierS ist unler die Zenkur der holländischen Behörde gestellt worden. Sendungen mit politischem Charakter, die an den Exkaiser gehen, werden diesem nicht mehr ausgehändigt. Di« holländische Regierung teilte der englischen offiziell mit, daß die Ueberwachung de« Kaisers verichärft worden sei. vorwärts-verlag G.m.b.H., SV) 68, Lindenstr. 3 Arrnkuri-if,«-?- Verlag. Exveditiun und Inseraten- ncrriiVitozcy.„Rettung Morivpla« 117 53-51 Reichskanzler und Großkapital. In seiner Rede vor einer Zentrumsversammlung am Sonntag hatte der Reichskanzler Dr. Wirth A n a r i f f e gegen das Großkapital gerichtet, das die Zahlung der Goldmilliarde sehr erschwert hat. So hieß es in dem Pressebericht, den auch wir zum Abdruck brachten. Der Reichskanzler soll auch gesagt haben, das Großkapital habe nicht patriotisch gehandelt, weil es die Ablieferung der Devisen immer verzögerte in der Hoffnung, daß der Dollar weiter steigen werde. Durch diese Aeußerung fühlte sich der Zentralverbaud des deutschen Bank- und Bankiergewerbes— Borsitzender ist der vielseitige Geheimrat Dr. R i e ß e r, Deutsche Volkspartei und Hansabund— in seiner Ehre schwer gekränkt. Er richtete an den Reichskanzler ein Schreiben, in dem er ihn bat, zu bestätigen, dah er nicht an deutsche Banken und Bankhäuser gedacht habe. Noch am selben Tage antwortete der Reichskanzler, er habe gar nicht Angriffe gegen das Großkapital gerichtet und von diesem gar nicht gesprochen. harde» reist privatim. Die Reilk>«reg!er,lng läßt erklären, d«ß sie der Smerilareis« SKajimilion Haiden» völlig fernsteh». Es ist somit der Gedanke hinfällig, als ob führende Banken und Bankhäuser Deutschlands durch meine Ausführungen hätten be- rührt werden können. Ich sprach vielmehr von einer Epoche des Hochkapitalismus, der sich im wilden Dörfentaumel der letzten Wochen und Monate geäußert hat, und zeigte an der Spekulationswut, wie weit die Spekulation»cn dem Es- danken der Gemeinschaft und des Vaterlandes sich fernhält. Dabei habe ich, soweit ich mich erinnere, einen Satz angedeutet, der wärt- lich vor einigen Tagen im„Berliner Tageblatt" bei Besprechung der Börse sich vorgefunden hat, wobei auf den ungeheuren Egoismus der Devisenbesitzer hingewiesen war. Meine Ausführungen find in völlig freier Rede erfolgt. Ein Stenogramm wie im Parlament lag mir nicht vor. Damit glaube ich Ihre Anfrage genügend beantwortet zu haben und verbleibe mit vorzüglicher Hochachtung Ihr gez. Wirth. Begeistert stellt der Zentralverband des deutschen Bank- und Bankiergewerbes seine Genugtuung.darüber fest, daß die Banken und Bankhäuser an dem Devisentoumel keine S ch u l d tragen. Und in demselben Schreiben, das die Handelspresse wörtlich abdruckt, folgt ein ganzer Erguß von Selbstlob, der für den Patriotismus der Danken Reklame machen soll. Die Banken sind also nicht verantwortlich. Wir fragen darauf: Wer hat die D e v i s e n o r d n u n g, die dem Reiche die zur Beschaffung von Lebensmitteln und Rohstoffen notwen- digen Devifen besorgen sollte, unterwühlt, bis sie schließlich aufgehoben werden mußte? Wer hat den Gedanken einer Gemeinwirtfchafts- b a n k, die u. a. zur Kreditbeschaffung im Auslande dienen sollte, mit letzter Kraft aus eigensüchtigen Jnteresien heraus bekämpft? Wer hat die A u s k u n f t s p f l i ch t der Banken, die die Verschiebung von Kapital ins Ausland und damit den Ver- kauf deutscher Mark in fremden Geldsorten verhindern sollte, dauernd befehdet? An all diesen Machenschaften hatte der Zentraloerband des. deutschen Bank- und Bankiergewcrbes unter Leitung des extremen Manchestermannes Dr. Rießer hervorragen» d e n A n t e i l. Wir begreifen, daß der Reichskanzler als Bor- sitzender des Kabinetts in der Wahl seiner Worte Borsicht üben muß und nicht immer so frei von der Leber reden kann, wie er es gern möchte. Sonst hätte er vielleicht nur diese Fragen zu stellen brauchen, um eine Förderung der Devisenhamsterei durch die deutschen Großbanken genügend zu kennzeichnen. Verantwortlich sind die Banken für die Valuta- fledderet, die am deutschen Bolke geübt wird, schon deshalb, weil sie niemals eine gemeinwirtschaftliche Maßnahme verlangt oder gefördert haben, die dem Uebel auf den Grund geht. Es ist nichts mehr als eine leere Phrase, wenn sich die Banken darauf berufen, daß sie das Unwesen der Winkelbanken bekämpfen. Es ist das Be- rufsinteresse eines jeden Verbandes, sich unlautere Kon- kurrenz vom Halse zu halten. Der Zentraloerband spekuliert ferner auf die Kritiklosigkeit weiter Kreise, wenn er so tut, als wenn er aus lauter Liebe zum Baterlande gegen die Erledt- gung kleiner Börsenaufträge auftritt. In der Zeit der Hochkonjunktur bringen die kleinen Aufträge nur viel zu wenig ein, als daß es sich für Großbanken lohnte, sich damit zu befassen. Daher, daß da? Geschäft so schlecht ist, rührt diese Art des Patriotismus der Banken. Sie machen nur große Transaktionen, und mit welchem Erfolge, das zeigt der gestrig« Devisenkurszettel, der den Dollarkurs mit 92,15, dem höchsten Preis in diesem Jahre, angibt. Die Kritik des Devisenkurszettels ist vernichtender als alles, was ein deutscher Staatsbeamter darüber sagen könnte. Im übrigen ist es aus ausländischen Mitteilungen hin- länglich bekannt, daß es deutsche Banken waren, die emde Devisen im Auslände weiter verliehen haben, anstatt ie dem Reiche zur Verfügung zu stellen. Der Reichskanzler & Hat sa überhaupt seine Aeußerungen nicht zurückgenommen, daß der ungeheure Egoismus der' Devisenbesitzer die Beschaffung der Devisen erschwert habe. Es wird sich kaum eine Großbant in ganz Deutschland finden, die mit ruhigem Gewissen erklären könnte, daß ihre Leiter nicht dazu geraten haben, Devisen zu behalten oder zu kaufen, als die Kurse stiegen. Wenn dem aber so ist, und wenn ferner heute das Ausland mit dem Finger auf uns zeigt und darauf hinweist, daß es die deutschen Spekulanten und Exporteure sind, die die Kaufkraft der Mark niederhalten, so ist das die schärffte Kritik an der Tätigkeit der Banken, die anstatt nur die Kleinspekulation einzudämmen, auch die Devisenbeschaffung im großen hätten organisieren müssen. Es ist nicht geschehen. Und darum wird das Volk das Großkapital nicht davon freisprechen können, daß es seine Kaufkraft im Ausland vernichten hilft. Interfraktionelle Sitzung. Donnerstag vormittag wird eine interfraktionelle Sitzung der Koalitionsparteien stattfinden, die sich niit der inner- politischen Lage und mit den Steuersragcn beschäftigt. O Am Freitag, den 9. September, naKmittagS i Uhr, tritt der auf Grund de?§ 6 der Verordnung des Reichspräsidenten von, 29. August gebildete ReichSratauischub zusammen, um über die vorliegenden Beschwerden der verbotenen Zeitungen zu beschließen. Die auswart» erscheinenden Zeitungen sind zu dem Termin geladen. » Die Deutschnationalen beim Reichskanzler. Verlin. ö. September. Heut« abend fand auf Ansuchen der deutschnationalen Reichstag»- und preußischen Landtagsfraktion und Parteien im Reichskanzlerhausr eine Aussprache über die politische Lage und über die Verordnung des Rcichspräsiden- ten vom Lö. August statt. Von deutschnationaler Seite waren betet- ligt die Reichstagsabgeordneten Hergt, Schielt und Dr. Düringer. Neben dem Reichskanzler waren bei der Besprechung anwesend der Reichsminister des Jnnem Dr. Gradnauer und der Reichsjustiz- minister Dr. Schiffer. Die deutschnationalen Abgeordneten legten ihre Auffassung über die Verordnung des Reichspräsidenten dar, die sie auf das lebhaf- teste bekämpften. Sie oerlangten Anwendung der Verordnung gegen alle extremen Richtungen, die den politischen Kampf mit Gewalts tätigkeiten führen. Insbesondere verlangten sie Schutz gegen gemalt- same Sprengung und Störung rechtsgerichteter Kundgebungen und Versammlungen. Der Reichskanzler besprach die Entwicklung der politischen At- »nosphäre seit Annahme des Ultimatum» und verwies auf die außen- politischen Schädigungen, die durch chauvinistische Kundgebungen her- vorgerufen wurden. Er betonte die absolute Notwendig- k e i t, auf das s ch ä r s st e alle Versuche, die Weimarer Derfaflung mit Gewalt beseitigen zu wollen, abzuwehren, wenn Deutschland nicht durch inneren Bürgerkrieg elendiglich zugrunde gehen sollen. Ebenso sei der Schutz der Republik gegen alle verwerflichen und ge- waltsamen Angriffe eine selbstverständliche Staatsnotwendigkeit. Du- bei werde die Verordnung streng und gerecht gegen alle gewalttäii- gen Elemente, wo immer sie sich zeigen mögen, angewendet werden. Ebenso erklärte der Reichskanzler, es werde mit allen Mitteln ge- waltsamen Störungen friedlicher Versammlungen entgegengetreten werden. Er richtete die e r n st l i ch e Mahnung an die deutsch- nationalen Abgeordneten, alles aufzubieten, um Aufreizungen zu Gewalt mit allen nur erdenklichen Mitteln der Aufklärung und der parteipolitischen Beeinflussung alsbald aus dem politischen Kampfe auszuschalten. Im einzelnen erhoben die deutschnationalen Vertreter eine Reihe von Forderungen, deren Erörterung dem Reichstag vorbehalten sein wird., Wie wir hören, finden im Laufe dieser Woche weitere Aus« sprachen mit den übrigen Parteien und Fraktionen statt. 5ogik. Aus der Veröffentlichung der Schriftproben der mutmaß- lichen Mörder Crzvergers glaubt die„Kreuzzeitung" schließen zu dürfen, daß es sich nicht um Studenten, sondern wahrschein- lich um u n g e b i! o ei e Burschen handelt. Sie fügt hinzu: Vielleicht wird sich doch noch die von manchen Seiten aus- gesprochene Vermutung, daß die Mörder Erzbergerg auf ganz anderer Seite zu suchen sind, als in nationalen Kreisen, recht bald bewahrheiten. Diese Beweisführung scheint uns recht mangelhaft. Es ist uns nie eingefallen, auch nur anzudeuten, daß die„n a t i o- n a l e n" Kreise aus lauter.gebildeten" Burschen be- stünden. Erzberger in polnischem Lichte. Danzig, 6. September.(Dena.) Der Berliner Berichterstatter der Danziger„Gazeta Gdanska" widmet der Bedeutung Erzbergers als Politiker und Staatsmann einen langen Artikel. Nachdem er zunächst dl« Polenpolitik des Ermordeten einer Be- trachtung unterzieht, fährt er dann fort:„Wäre nicht Erzberger ge- wesen, dann wäre Polen mutmaßlich voll und ganz Gerechtigkeit widerfahren, d. h. es hätte sein Eigentum voll und ganz erlangt. Die entschieden pazifistische Politik dieses Politikers und das schnelle Unterzeichnen des Waffen still stände», der von Fach im Walde von Compiegne vorgelegt wurde, rettete Armee. Land und Volk Deutschland« vor der vollständigen Zertrümmerung. Seamtenausschuß ües preußischen Lanütags Am Dienstag wurde bei der Beratung einiger Anträge, die ihm der Deutsche Beamtenbund unterbreitet hatte, die Frage er- wogen, ivelibe Organisationen au den Verhandlungen teilnehmen sollten. Nach längerer Debatte beschloß der Ausschuß, den Deutschen Beamtenbund einzuladen. Die Hinzuziehung der vier offiziellen Spitzenorganisationen wurde dem Bunde anheimgestellt� Ein sozial- demokratischer AtiUag, keine Organisationen außer diesen Spitzen- verbänden zttztilassen, wurde dagegen abgelehnt. Der AuSscvuß be- halt sich süc jeden einzelnen Fall die Enticheidung über die Zu- lastung anderer Verbände vor, falls diese einen dahingehenden An- trag stellen._ Die völkerbunöstagung. Karnebecks Wahl— eine Schlappe für Frankreich. Genf. 6. September.(Sondcrbericht.) Die Wahl des Prä- s i d e n t« n der Völkerbundversammlung ist immer noch der Gegenstand zahlreicher Kommentare, Wie man erfährt, sind die Vorbereitungen ziemlich stürmisch gewesen. So soll die Kandidatur Venesch, des tschechoslowakischen Außenministers, sehr aussichtsreich gewesen sein. Bcnesch habe aber abgelehnt, weil er nicht für die ganze Dauer der Verhandlungen in Genf bleiben könne. Von einem Teil der Versammlung wurde der frühere schweizerische Bundespräsident A d o r vorgeschlagen, während ein anderer Tell der Versammlung für den Schweizer Motto war, was sich auch aus dem Abstimmungsergebnis zeigt, in dem Motta 4 Stimmen erhielt. Ador erhielt keine Stimme. Nach hiesigen In- formationen hat die Kandidatur Ador innerhalb der Schwei- z e r D e l e g a-t i o n sogar zu Auseinandersetzungen geführt. Der Bundesrat habe Herrn Ador gezwungen, seine Kandidatur zurückzuziehen und mitgeteilt, daß für den Fall einer schweizerischen Kandidatur nur Herr Motta zugelasten werden solle. Nach Mitteilungen der hiesigen Preste schritt man alsdann zur Wahl, ohne daß«Ine Einheit erzielt worden war. Die Engländer mit oan Karnebeet als Kendidaten, die Franzosen mit Da E u n h a, den sie im letzten Augenblick aufgestellt hatten. Dieses Eintreten der Franzosen für das brafllianische Mitglied des Völker- bundrats, der auch dem Viererrat angehört, dem die o b e r s ch l e- fische Frage überwiesen wurde, ridf nattirlich nicht geringes Aufsehen hervor und matt behauptet, daß Da Cunha die ver- schieden«» Gerüchte zu beschwichtigen oersuchte, indem er der Preste die Erklärung abgab, er habe niemals«ine Kandtda» tur aufgestellt und sei vollständig überrascht g.c- wesen, als sein Name genannt wurde. Genf, 6. September.(Havas.) Die Völkerbundoersammlung hielt heute unt-r dem Vorsitz von van Karnebeek eine Sitzung ab. Sie beschloß, heute nachmittag ihre s e ch s A u s s ch ü s s e zu wählen, die sich mit folgenden Fragen beschätfigen werden: 1. Juristische Fragen. 2. Technische Organisation. 3. Entwaffnung s- und Blockadeangelegenheiten. 4. Finan» zielte Fragen. 6. Politische Angelegenheiten. Sie wird morgen in die allgemeine Besprechung des Berichts des Rates und des Sekretariats an die Versammlung eintreten. Genf, 6. September.(WTB.) In der Nachmiltanssitzung wurden die Namen der Präsidenten und der Vizepräsidenten der vom Völkerbund gebildeten Ausschüsse bekanntgegeben: 1. S r i a l o j a- Italien(Präsident), Urrutka-Kolumbien(Dizepräsi- dent), 2. Ionescu- Rumänien, Andrades-Portugal, 3. B r a n- ting- Schweden, P o u! l e t- Belgien, 4. Edwards- Ehile, Zahle- Dänemark, 5. D o h e r t y- Kanada, Tang-Tsat-Foa- China, 6. dornte G i m i n o- Spanien, E s c a l o n te- Venezuela. Hierauf schritt die Versammlung zur Dahl von 0 Vizepräsidenten. Gewählt wurden: Bourgeow-Frankrcich, Da Cunha-Brasilien, Balfour-England, Zshii-Japan, Hymans-Belgien, Venesch-Tschechv- slowaket. Die Versammlung wird morgen in die Tagesordnung ein» treten. Um die Znlassnnsi Ungarns. Genf. 6. September.i« Folg« war Betchiagnabme. Anklage. TaZ Gedicht ist)9l2 in ttcrrs.Pan'-Zeitschrift unbeanstandet gedruckt worden. Der Verlag Paul Steegemann, dem schon viele Bücher beschlagnahmt sind, scheint als erschwerender Umstand angesehen zu werden. Tie Technik der Lufipliotagraphie ist soweit vorgcschrilten. daß man vom Flugzeug au« obtie weitere« fertigt Landkai ten von ausgezeichneter TchStse ausnehmen kann. Eine Ausnahme mit einem Apparat »an Meter Dreituweil« in 5009 Meter Höhe ergibt z. B. eine Zkarle>m Mag stab 1:19 009. ZllS uener Olome für„KonversatlonSlex-kon», da« ja in der Tat längst nicht paßt, wird ans Grund eine« VreiSausichreiben» Pom Verlag Drockhan«»Handbuch de» Dissen»' eingelührt. Wett-Wlsfen tdau auch nicht übel. Nr. 42?�Z8.Iahrgaag sasaBÄsaifasaciuassB Heilage öes VorWärLs Mittwoch, 7. September 1921 GroMerMl Bekenntnisse eines Sibliothekars. Berlin kann einen ins Ungeheure gehenden Bücher- konsum wie kaum eine andere Stadt der Welt aufweisen. Aber wieviel Schundliteratur befindet sich darunter. In einer Volksbibliothek aber ist Gelegenheit, die Wünsche der Leser und diese selbst kennenzulernen und ein erfahrener Biblio- thekar hat sich folgende Gruppierung zurecht gemacht: Da sind die Vertrauensvollen, die Hilfesuchenden, die Allzuvielen, die Ungeduldigen, die Schmierfinken, die Hyänen und endlich die Vergeßlichen. Die Vertrauensvollen find diejenigen, die es willig dem Bibliothekar überlassen, Bücher für sie auszusuchen. Bon rührender Naivität war der Ausspruch eines kleinen Fräuleins:„W isfen Sie, was Sie mir geben ist immer viel schöner, als was ich mir aus» s u ch e�. Ein anderer weiß nicht recht, was er wählen soll. Der Bibliothekar muß Helsen. Nachdem er erfahren hat, daß der Suchende aus Mecklenburg stammt, empfiehlt er ihm Fritz Reuters „Stromtib" und zufriedengestellt geht der Leser heim. Die Frage der Landsmannschaft hilft überhaupt oft über die ersten Schwierig- leiten hinweg. Bei all diesen Leuten äst der Bibliothekar Führer und Vertrauter der Leser. Mancher von ihnen liest sich langsam empor. Mit der Zell wird sein Urteil selbständig, allmählich über- trägt er das Vertrauen, das er zum Bibliothekar hatte, auch auf sich. Mögen recht viele solches Selbstvertrauen erwerben, das auf wirk- licher Bildung beruht. Die Hilfesuchenden sind messt Schüler oder Schülerinnen der obersten Klassen der höheren Lehranstalten, die Material für ihre Aufsätze brauchen. Die Nach- frage nach ein und demselben Buch ist oft groß und wer das Glück hat, führt das Buch heim. Die Schnelleser, die nur des Stoffes, der spannenden Handlung wegen lesen, die sich zuweilen rühmen, nach einem Blick auf den Anfang, das Ende und die Mitte, den Lnhall der Bücher zu kennen, das sind die Allzuvielen. Das„Was", nicht das„Wie" ist für sie die Hauptsache. Diese Kilo- meterlcser werden stets oberflächlich bleiben und sie stellen den größten Teil derjenigen, auf die das anfangs erwähnte Urteil zu- trifft. Sie sind das Publikum einer Eourths-Maler, einer Eschstruth, Heimburg und sind empört, wenn ihr Geschmack nicht befriedigt werden kann oder wenn sie etwas warten müssen, bevor sie in der Bücherei abgcferttgt werden. Sie stellen daher auch einen großen Teil der Ungeduldigen, denen nichts schnell genug geht.„Mir dauert das Warten zu lange, ich höre mit dem Lesen auf," läßt sich ein solcher Ungeduld?- mensch vernehmen. Er kann weder warten noch lesen. Wenn auch das erstere nicht angenehm ist, so ist das letztere eine Kunst, die leider nur zu wenige können und daher die Derwandschaft zwischen Unge- duldigen und Allzuvielen. Der Schrecken jeder Bücherei sind die Schmiersinken. Wo kleine Kinder lm Hause sind, muß man Bücher und besonders geliehene sehr sorgfältig verwahren, denn die kleinen Geister haben einen ungeheuren Betätigungsdrang. Mit ihrem Bleistift„ver- zieren" sie das schönste Buch— wenn sie's nur kriegen können. Hier waltet Tatendrang und Unvernunft. Und es war kein böser Wille, der den Büchern so übel misspielte. Anders sind schon die Neunmalklugen einzuschätzen. Höhere Schüler glauben ihre Sprach. kenntnisse dadurch beweisen zu müssen, daß sie irgendein fremdsprach- liches Zitat in der Ueberfetzung daneben kritzeln, andere fühlen sich berechttgt, vermeintliche Irrtümer des Schriftstellers zu berichttgen oder läppische Bemerkungen in die Bücher hineinzuschmieren. So ist einmal Fontane, der große Kenner der Mark, von solch einem Ueberklugen einer Ausgabe in seinen„IrrungenundWirrun- gen" dahin berichtigt worden, daß der Betreffende jedesmal auf zwei Seiten Spree durch Dahme ersetzte. Er braucht natürlich nicht zu wissen, daß Fontane die Wendische Spree gemeint hat, und es entgeht ihm natürlich auch, daß der Dichter an anderer Stelle von „dem reizenden an der Wendischen Spree gelegenen Niederlehme" spricht. Ein anderer hat in Frommels Wert„Aus der Haus- apotheke", in dem allerlei Spracheigentümlichkeiten der Schweizer enthalten sind, und so häufig die Endung„lein" gebraucht wird, dadurch geglaubt kritisieren zu müssen, daß er diese Silbe jedesmal durchstrich und voller Empörung an den Rand„albern" schrieb, bis ihm die Sache endlich zu bunt wurde und die Alberei aufhörte. Leser, die sich in dieser Weise betätigen, verraten lediglich einen bedauerlichen Tiefstand ihrer geistigen Bildung und einen erheb- lichen Mangel an Berantwortlichkeitsgesühl. Die Allerschlimmsten unter den ungern gesehenen Gästen einer Bücherei vergreifen sich an dem Eigentum der Allgemeinheit, sie machen Bücher unbrauchbar, stehlen sie, verschwinden mit ihnen auf Nimmerwiedersehen, und die Bezeichnung Hyänen dürfte für diese widerwärtige Gesellschaft sehr zutreffend gewählt sein. So ist aus Goethes„Dichtung und Wahrheit" in einer Volks- bibliothek ein ganzer Abschnitt von mehr als 100 Seiten heraus- gerissen worden, ein anderer lleß die„Eiszeit" aus dem Werke „Wunder der Urwelt" verschwinden, wieder andere haben besondere Vorliebe für das manchen Werken beigefügte Kartenmaterial. Es ist selbstverständlich, daß solche Hyänen rücksichtslos von der Bücherei ausgeschlossen und zur Verantwortung gezogen werden, wenn man ihrer habhaft wird, und es ist wünschenswert, daß alle Leser bei der Entgegennahme eines Buches den Zustand desselben prüfen ui$ den Bibliothekar auf jede Beschädigung aufmerksam machen. Unglaublich ist es, was in den Büchern alles gefunden werden kann. Geldscheine werden genau so als Lesezeichen verwendet wie ungeplättete Herrenkragen, Stricknadeln. Lebensmittelkarten der verschiedensten Art. Eine Galerie schöner Frauen ließe sich aus den aufgefundenen Photographien zusammenstellen, auch zarte Liebesbriefe haben ihr Grab in irgendeinem Buch der Dolksbibliothek gefunden. Aber nicht nur darin zeigen sich die vergeßlichen, sondern auch, daß sie ohne besondere böse Absicht niemals daran denken, die Bücher, die der Allgemeinheit gehören, zur rechten Zeit wieder abzuliefern, so daß sie dauernd gemahnt werden müssen und sich letzten Endes noch darüber beklagen, wenn sie die fest- gesetzten Strafen entrichten müssen. Alle diese Klagen sind so alt wie das Volksbüchereiwesen selbst. Sie werden nie ganz verschwinden, aber sie können durch Selbst- zucht der Leser herabgemindert werden. Weitere verbrechen üer MörSerbanöe. voch ein Gutskäufer verschwunden. Zu den Opfern, die den mörderischen Gutsvcrkäufern in die Hände gefallen sind, gehört aller Wahrscheinlichkeit nach auch ein Landwirt Paul W u st l i ch, der seit fünf Wochen vermißt wird. Wusilich, ein Mann von 30 Iahren, der aus Hammer bei Drss- den stammt, besaß ein Bauerngut in Ludwigslust im Kreise Grün- berg in Schlesien. Am 1. Juni d. I. verkaufte er es und zog vor- läufig nach Berlin, mit der Absicht, sich bei Gelegenheit auf dem Lande wieder ansässig zu machen. Er wohnte hier in der Grau- d e n z e r Str. 0 als Untermieter. Auf der Suche nach einem neuen Gut kam er, wie festgestellt wurde, mit einem Agenten in Ver- bindung. Ob dieser aus Berlin oder aus Breslau ist, weiß man nicht. Wustlich wurde veranlaßt, zu einer mündlichen Besprechung am 31. Juli eine Reise anzutretm und gleich Geld zum Ankauf mit- zubringen. Er steckte 70000Markein und fuhr mit einer Fahr- karte 4. Klasse, die bis Breslau lautete, von hier ab. Seitdem hat er nichts mehr von sich hören lassen. Für die Er- mittlung seines Verbleibs ist eine Belohnuni�von 1000 M. ausgesetzt. Ob der Vermißte nach Breslau gekommen"der irgend- wo veranlaßt worden ist, vorher auszusteigen, ließ sich nicht fest- stellen. Wahrscheinlich ist auch er von Verbrechern in eine Falle gelockt, ermordet und seines Geldes beraubt worden. Der Vermißte ist 1,75 bis 1,80 Meter groß und untersetzt, hat ein volles, gesundes Gesicht, blaue Augen, dunkelblondes Haar und blonden Schnurr. bart, hellblonde Augenbrauen und vollständige Zähne. Ein bcson- deres Kennzeichen ist eine große Narbe auf der Oberfläche des linken Fußes. Wustlich, der sächsische Mundart spricht, trug bei der Ab- reise von Berlin einen dunkelblauen Iackettanzug, einen hellgrauen Vclourhut, ein weißblau gestreiftes Oberhemd, grüne Strümpfe und braune Schnürschuhe. Mit 24 fahren Konzerngrünöer. Ein Schulbeispiel für die gar nicht mehr zu überbietend« Leichtfertigkeit, mit der heute Wettkonzerne begründet und von ver- trauensseligen Kunden Einlagen gemacht werden, war die Gläu- bigerversammlung des nun auch verkrachten Henkel-Konzerns, der unter dem vielversprechenden Namen„Deutsche Wettberatungs- stelle". Kurfürstenstraße 28. ein kurzes Dasein geführt hat. Wie aus einer gestern im Lehreroereinshaus abgehaltenen Gl au bigerversammlung hervorging, ist die„Deutsche Wettberatungsstelle" vor vier Monaten von einem 24jährigen Kaufmann namens Henkel begründet worden, der in einer Pen- sion in der Kurfürstenstraße einige Zimmer mietete, eine Wohnungs- einrichtunz für 35 000 M. auf Kredit nahm und dann schleunigst !�v„®,oror'.cn sowie in Hamburg und Dresden Filialen einrichtete. Mitbegründerin der sogenannten„Wettberatungsstelle", die nach dem Muster der anderen Gründungen von den Einlagen und ge- legentlichen Eoups auf dem grünen Rasen lebte, war eine Frau R ö s i e r, die jedoch vor 14 Tagen plötzlich ins besetzte Ge- biet� verschwand. Der bisherige Berater der„Wettberatungsstelle" erklärte kurz und bündig, daß er keinen Geschäftsbericht zu geben oermöge, daß er nur mitteilen könne, den Passiven m Hohe von Iii Million Mark ständen etwa 15 000 M. Aktiven gegenüber. Diese Mitteilung rief eine ungeheure Erregung der anwesenden Gläubiger hervor. Einige besonders erregte Per- lDn,Cn" tD0"*erl �cn jugendlichen Konzerngründer und feinen beiden Geschäftsführern persönlich zu Leibe gehen und konnten nur mit Mühe zurückgehalten werden/ Henkel vermochte trotz aller Auf- forderungen nicht anzugeben, wohin die eingezahlten Gelder ge- kommen sind, obwohl ihm nachgewiesen wurde, daß kaum eine Biertclmillion bisher zur Auszahlung gelangt sei. Seitens der Glau- bigcr wurde der Vorwurf erhoben, daß der Geschäftsführer des Unternehmens Schmitz, der sich vor drei Tagen nach Bonn begeben hatte, das Geld ins besetzte Gebiet gebracht habe. Roch der Wahl einer Gläubigerschutzkommission erklärte sich Henkel dann bereit, bmnen einiger Stunden 100 000 M. der Konkursmasse zur Ver- ftigung zu stellen. Virginia Moll vor Bericht. Das Verhallen der wirkschaftlichen DeHörden. � Die weitere Vernehmung des Zeugen Rechtsanwalt Dr. F u n ck über die Cinzelvorgänge bei der Inszenierung des Kentucky- Tabak-Geschäfts, bei dem der Zeuge vom Kaufmann Brinkmann den Auftrag erhalten hatte, die erforderliche Einfuhrbewilli- gung zu besorgen, führt in ein weitverzweigtes Gebiet. Die Dis- kussion über dieses Thema wurde teilweise sehr erregt, da Staats- anwaltschaftsrat Dr. Ziegel durch viele Vorhaltungen und Fragen an den Zeugen den Standpunkt vertrat, daß das" Verhalten des Zeugen ein inkorrektes gewesen sei, indem er, anstatt direkt die Ein- fuhrbewillmung zu besorgen, den Umweg über die Wirtschaftshilfe der Frau Moll nahm. Der Zeuge selbst und die Verteidiger traten dieser Ansicht entgegen und suchten immer aufs neue darzulegen, daß gegen die Abwicklung des Geschäfts und die Mitwirkung des Zeugen absolut nichts einzuwenden fei. Der Zeuge Dr. F u n ck verwahrt sich bei dieser Gelegenheit mit Entschiedenheit gegen eine Bekundung des gestern vernommenen Zeugen Zimmermann,"der behauptet hatte, daß Funck von Brinkmann 15 0 0 0 0 M. als Gratifikation erhalten habe. Diese Behauptung sei vollständig unwahr. Auch über diesen Punkt kam es zu sehr lebhaften Auseinandersetzungen. Rechtsanwalt Dr. Jaffa stellt« dann an den Zeugen eine Reihe von Fragen, die sich auf dessen Demühunaen bezogen, die der Zeuge bei den verschiedenen wirtschaftlichen Instanzen angestellt hat. um Aufklarung zu erhalten, warum Frau Moll verhaftet worden ist und warum der Tabak beschlagnahmt wurde. Der Zeuge behauvteie, daß er von den Beamten des Reichswirtschaftsministeriums, wo er bei dem Staatssekretär Hirsch und dem Ministerialdirektor L e Suire Aufklärung über alle diese Punkte zu erhalten bzw. Auf- klärung zu geben suchte, außerordentlich zurückweisend behandelt worden sei. Er habe sechs bis zehn Verhandlungen bei den verschiedenen Stellen gehabt, aber immer nur Ausflüchte oder ironische Bemerkungen empfangen. Er habe den Eindruck ge- habt, daß da» R e i ch s w i r ts ch a f t s m i n i st e r i u in den Reichsbeauftragte» zu decken suchte und daß man sich überall bemühe, die ganze Geschichte von dem Gebiete der begangenen Fahrlässigkeiten von Beamten auf Frau Moll und Genossen abzu» 76s Die Rächer. Roman von Hermann Wagner. 28. Am nächsten Morgen ging Behrens zu Lucie. Er fand sie im Garten, blaß und um Jahre gealtert. Die Zeit, dachte er, hat sie nun auch sie in ihren Krallen? Sie war noch völlig apathisch, sie fragte nicht, weshalb er komme. Da bat er sie, sie möge ihm ihr Töchterchen zeigen. Lu war scheu und fürchtete sich vor Behrens. Als er sie streicheln wollte, widerstrebte sie mit allen Zeichen einer in- pinktiven Angst, so daß er sie wieder freigeben mußte. „Warum fürchtest du dich vor mir?" fragte er. Sie antwortete nicht, sondern flüchtete sich nur zu ihrer Mutter.„Mama, komm," sagte sie beklommen und drängend, .komm fort!" Lucie drückte sie an sich.„Der Herr tut dir nichts, er ist dir gut." Doch Lu hörte sie nicht, sondern versuchte, sie fortzuzerren. .Wo ist Papa?" fragte sie angstvoll. Da rief Lucie das Mädchen herbei und forderte es auf, Lu in das Haus zu schaffen. Lu sah sich noch mehrere Male nach der Mutter um und weinte. Man hörte ihr zorniges Schluchzen noch aus dem Innern des Haufes. „Sie hat noch niemals nach ihm gefragt," sagte Lucie, .jetzt zum erstenmal... Wo ist er?" „Das errätst du nicht." sagte Behrens,„er hat uns alle überrascht." Lucie wurde noch um eine Schattierung blässer.„Was heißt das?" fragte sie.. „Du host erreicht, was du wolltest, dem Mann ist im Ge- fängnis." Lucie griff nach einem Baumstamm, um sich festzuhalten. .Was,— was... sagst du da?" flüsterte sie. Behren» nickte trübe.„Ja, im Gefänani»," wiederholte er.„Er hat sich bei der Staatsanwaltschaft selbst bezichtigt. Noch gestern war er bei mir, um es mir zu sagen. Dann ging er fort, und ich bin ihm gefolgt. Ich habe über zwei Stunden vor dem Gerichtsgebäude auf ihn gewartet. Er ist nicht zurückgekommen.". Sie sah ihn entsetzt an, haßerfüllt und entsetzt. Und sie klammerte sich noch fester an den Baum.„Und— du— hast ihn... nicht zurückgehalten?" „Nein," sagte er ruhig,„da ich doch wußte, daß es dein geheimer Wunsch war..." Er wich unwillkürlich einen Schritt zurück, denn sie war mit einem einzigen Satz auf ihn zugesprungen, die beiden Fäuste zu einem Schlag erhoben. Aber dann stand er plötzlich still und unbeweglich und sah sie kalt an. Da ließ sie die erhobenen Hände sinken; sie hingen schlaff an ihr herab.„Gut, sagte sie mit abgestorbener Stimme, „nun bast du deine Rache..•" „Ja, die habe ich," sagte er ernst. Sie schlug die Hände vor das Gesicht, und er sah es an dem Zucken des Körpers, daß sie weinte: leise, schmerzvolle Tränen um ihren Mann. Er wendete sich zur Seite, schwieg und schien verstimmt. „So seid ihr Frauen," sagte er nach einer langen Pause. „Was ihr gestern noch hofstet, das verwünscht ihr am nächsten Tag, wenn es sich euch erfüllt hat." Und er zeigte ein hoch- mütiges Gesicht. Sie hörte ihn gar nicht. Plötzlich aber hob sie den Kopf und sah Behrens mit einem Ausdruck an, in dem ein dünner Funken von Hoffnung glomm:„Herbert." Ja." „Herbert, gibt es keine Rettung?" Er erschauerte vor der Liebe, die aus ihrer Stimme sprach.„Eine Rettung?" Sie drang auf ihn ein, legte die Arme auf seine Schul- tern, rüttelte ihn verzweifelt. �„Herbert," rief sie heiser,„du mußt ihn rettenl Du mußt!" Ihre Worte überstürzten sich, schwollen zu einer Flut an, die alle Dämme zerrissen hatte und die sich nun hemmungs- los über das Land hinwälzte, jeden Widerstand brechend. Ihr Atem flog, chre Augen hatten einen Zug von Bösem und De- mütigem zugleich: sie war ein Weib, das kämpfte und das eben nur kämpfen konnte, wie ein Weib kämpft: mit den Waffen einer blinden Liebe. Lehrens war sehr bleich. Es wurde ihm nicht leicht. eine bittere Empfindung niederzukämpfen. Aber als es ihm gelungen war, schoß die Liebe zu der Frau, deren Herz einem anderen gehörte, um so heller in ihm auf. Er nahm sie in seine Arme und sagte rauh:„Komm, wir haben Eile!" „Wohin?" fragte Lucie schwach, die jäh fühlte, daß sie sich ihm ganz überliefern mußte, mit ihrem ganzen Glauben, ihrem ganzen Vertrauen. „Du wirst es sehen. Komm." Ein Auto brachte sie beide nach Moabit, vor das Gerichts- gebäude. Ein Beamter, dem Bebrens den Fall vortrug, ver- wies sie in das Zimmer eines staatsanwaltlichen Beamten. Dieser bot beiden sehr böflich Stühle an. Behrens stellte sich und sein« Begleiterin vor.„Wir haben Aussagen zu machen," erklärte er,„Aussagen in der Angelegenheit des Hermann Reisner, der sich gestern selbst einer schweren Urkundenfälschung bezichtigt hat." Der Untersuchungsrichter griff nach dem Akt. Nachdem er ihn mehrere Minuten lang studiert hatte, fragte er:„Welche Aussagen haben Sie zu machen?" Lucie klammerte sich mit einem angstvollen Blick an Behrens. Doch Behrens sagte völlig ruhig:„Die, daß Reisner sich im Zustand einer nervösen Ueberreizung eines Verbrechens bezichtigt hat, das er sich nur einbildet." Lucie war käseweiß geworden. Das Taschentuch,«elche» sie gegen den Mund preßte, zitterte. Der Untersuchungsrichter hob überrascht den Kopf. „Wie?" fragte er gedehnt. Vehrens griff in die Rocktasche. Er zerriß einen Brief- Umschlag und entnahm ihm ein Papier, das er dem Beamten überreichte.„Haben Sie die Güte, dieses Dokument zu prüfen. Es erweist die Schuldlosigkeit Neisners." Der Untersuchungsrichter entfaltete das Papier und sah es durch. Das dauerte ziemlich lange. Endlich sah er auf. Er betrachtete Lucie. die leise vor sich hin weinte.»Die Sache ist mir rätselhast," sagte er dann. Behrens zuckte mit den Schultern.„Sie ist jedenfalls so, daß Reisner die Schuld, deren er sich bezichtigt, nicht beweisen 'kann. Er besitzt das Dokument gar nicht, das er gefälscht haben will.",,,, (Forts, folgt.) schieben.— Die Angelegenheit Hot schließlich zu dem Urteil des Reichswirtschaftsgerichts geführt, daß der beschlagnahmte Tabak dem Neichsfiskus verfallen sei. Weiteren Fragen des Rechtsanwalts Dr. Söffe nach dem Verhalten der wirtschaftlichen Ve- Hörden trat der Vorsitzende entgegen, Dr. Joffe aber erklärte: eine volle Aufklärung über alle diese Dinge sei durchaus geboten. Tie Unregelmäßigkeiten, die bei dem Neichsbeauftragtcn festzustellen seien, ebenso wie bei den anderen in Frage kommenden Behörden, seien so groß gewesen, daß die dortigen Leute überhaupt nicht mehr aus noch � ein wußten. Deshalb habe man einen Sündenbock gesucht und nun die Frau Moll und die Mitangeklagten auf die Anklagebank gebracht. Das Reichswirtschaftsministerium habe dem Reichsbeauf- tragten, dieser wieder den verschiedenen Beamten bezüglich der Ein- fubrbewilliqungen, für die schließlich nur der Reichskommissar zuständig sei, mehr als zulässig freie chand gelassen. Die Sache soll nun gegen die Angeklagten gedrebt werden, während ganz andere Stellen verantwortlich seien. Der Vorsitzende legte Verwahrung dagegen ein, daß hier ohne die geringsten Unterlogen solche Vor- würfe erhoben werden. Nach kurzer Vernehmung des Zeugen Brinkmann, der dem Dr. F u n ck bezeugt, daß er nie erklärt habe, daß er diesem für das Tabakoefchäft IStXXItz M. habe zahlen wollen oder sollen und daß Zeuge Zimmermann irgendeine Aeuße- rung falsch aufgefaßt haben müsse, kam �>ie Frage der V e r e i d i» gungdesDr. Funck zur Erörterung und gab Anlaß zu lebhaften Ausführungen seitens des Staatsanwalts und der Verteidiger. Das Gericht behielt sich schließlich den Beschluß über die Vereidigung vor. lichen Verkaufsstellen ausgestellt, sondern auch Photo» graphien der Familie des ehemaligen Kaisers. Daß das Finanzministerium ein Eintrittsgeld von 2 M. am Sonntag fordert, kann man ja zur Not mit den Nöten der Finanzverwaltung entschuldigen, daß aber das republikanische Finanzministerium auch noch den Bertrieb der Kaiser- und Prinzenbilder durch die von der Republik angestellten Diener im Saal offiziell betreibt, wollte mir nicht in meinen republikanischen Schädel. Eine Versammlung der Auslandsdeutschen(Abteilung Ruß. land), die am Montag im Lehrervereinshaus tagte und vom Bund der Auslandsdeutschen«inberufen war, beschäftigte sich mit der Frage, welche Entschädigung den Auslandsdeutschen für die erlittenen Kriegsschäden gewährt werden soll. Nachdem Dr. Bach einige einleitende Ausführungen gemacht hatte, wies Herr Schal- Irauenveranskaltungen am Donnerstag, den 8. September: 10.e Meldungen werden an da» Iugendselretariat. S3S. 29, Lindenstr. 3, 2. Hof, 3 Trp., erbeten. Offizier und Hochstapler. Ein adliger fiechstabler, dessen Treiben seinerzeit viel Aufsehen erregt hatte, steht im Mittelpunkt eines umfangreichen Betrugs- Prozesses, der unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors S ch i m m a ck begann. Es ist dies der angebliche Hauptmann, in Wirklichkeit Ober- leutnant, Gerhard Karl Wilhelm von K e t t e l e r, der sich wegen zahlreicher, gemeinschaftlich mit einer Frau Betty Blödes be- gangener Betrügereien vor der 11. Ferienstrafkammer des Land- gerichts I zu verantworten hat.— Der Angeklagte von Kettcler hat eine sehr bewegte Vergangenheit hinter sich, er ist der Typ eines modernen Abenteurers. Als Cohn eines Generalleutnants geboren, kam er auf die Kadettenanstalt, wurde Offizier und heiratete dann die Tochter eines vermögenden Holländers, der Mitglied des hollän- bischen Kricgsministeriums ist. In kurzer Zeit hatte er 50 voll M. Schulden gemacht und eines Tages war er auf und davon nach Amerika, Frau und Kind im Stiche lassend. Bei Kriegsbeginn wurde v. K. infolge eines Immediatgesuchs als Offizier reaktiviert, erlitt eine leichte Verwundung und wurde als Oberleutnant ver- abschiedet. Dald darauf tauchte er in der Uniform eines Fliegerhouptmann» mit dem Eisernen Kreuz auf, obwohl, wie der Vorsitzende feststellt«, er nach Ausweis der Militärakten n i e zum Hauptmann befördert worden war und auch nie das Eiserne Kreuz erhalten hatte. Don nun an ging die Lebensbahn des Angeklagten immer mehr abwärts. Zahlungsbefehle, Klagen und Verurteilungen wegen Forderungen von Kellnern, Hotelwirten bis zu vielen Tausenden häuften sich und v. Ketteler mußte in einem Jahre viermal den Offenbarungseid leisten. Im Jahre 1917 lernte er die Mitangeklagte Blödes kennen� die ebenfalls schon eme ziemlich beweate Vcraangenhcit hinter sich hat. Das Pärchen führte nun ganz nach H o ch st a p l e r a r t ein recht wildbewegtes Leben. Es wurde einfach jeder angepumpt, der mit„Herrn Baron und Frau Varonin v. Ketteler" irgendwie in Berührung kam. Die Forderungen der geprellten Geschäftsleute und der übrigen Gläubiger gehen i n die Hunderttausende.— Vor Gericht behauvtete o. K. kreditfähig zu sein, da ihm eine Erbschaft von(580 000 M. aus Amerika in Aussicht stehe. Die Verhandlung dauert mehrere Tage; wir werden das Urteil mitteilen. Erhöhung der Krankenverpflegungssätze. Der Ernst der allgemeinen Finanzloge der Sladt zwingt den Ma.iistl«t, aucb bei den Krankenhäusern die große Differenz zwischen Einnabmen und Ausgaben durch eine Sieigerung der Einnahmen zu verringern. Der Magistrat hat sich zu einer Erhöhung nur schwer entschließen können. Auswärtige große Gemeinden haben aber be« reit» heute bedeutend höhere Pflegesätze als Berlin. Die geplante Erhöhung wird jährlich zirka 10 0 00 000 M. Mehreinnahme einbringen. Die Kur« und VerpfleaungSkosten für die Mitglieder von Krankenkassen und für die Selbstzahler vom 1. September 1v2l ab— Härten sollen vermieden weiden— sollen wie folgt festge» setzt werden:») für Erwachsene Klasse III 2ö M., b) rür Kinder unter 14 Jahren Klasse III 10 M. Für Kinder, welche wegen akuten JnfeklioiiSkranIheilen alligenommen werden, soll jedoch der bisherige Satz von 6 M. pro Kopf und Tag bestehen bleiben. Auswärtige zahlen die doppelten Sätze. Aus» l ander zahlen 80 M. pro Kopf und Tag. Der Verbans der Krankenkaflen Groß-Berltn hat sich mit der Erstattung von 25 M. pro Kops und Tag für Kasieumitgtieder vom 1. September ab ein« verstanden erklärt. Der Magistrat hat der Stadtverordnetenver« sammlung eine entsprechende Vorlag« unterbreitet. Tie Verteilung der Oberschlesien-Tammlung. Zur Ausklärung, wie die gesammelten Gelder in Oberschlesien verteitt werden, teilt der OrlSauSschiiß Groß-Berlin des Ober« schlesischen HilsSwerkeS folgende» mit: Sämtliche vom Oberschlefler« Hilfswerk gesammelten Gelder werden einer Kommissron nach Oppeln überwiesen, unier denen sich Gewerkschafisverlreier unter Vorsitz de» Noten Kreuzes befinden. Die in Oppeln ansässige Kommission bearbeitet mit den Vertrauensleuten sämtlicher Organr- salionen, die dem Allgemeinen Deutschen GewerkichaflSbuitd an» geschlossen sind, die eingelaufenen Gesuche, und beaufsichtigt eine gerechte Verteilung der vorhandenen Summen. Das Uebcrfallkommaudo der Polizei. Da über die vom Polizeipräsidium Berlin geschaffene Einrich» tung der„Ueberfallkommandos" noch vielfach falsch« Vorstellungen bestehen, so daß häufig eine unzulässige Inanspruchnahme dieser Eloge öWW WlmersliWlWeii Heute, Mittwoch, üen 7. September, abenüs 7 Uhr: 2. Kreis(Tiergarten): t. Rationalhof, vülowflr. 37. 2. Aula der Sirschner-Oberrealfchule, Zwlngiiflr. 2. 16. Kreis(Cöpenick): Gr. Saal d.5ladktheaters, a. Marktplatz. Morgen, Donnerstag, öen S. September: 11. kreis(Schöneberg): llhland-Schule. koionnenstr. 22—24. (Friedenau): Liirgerfaal des Friedenauer Rathauses. Laulerplah. 16. kreis(Friedrlchshag.): GeseUschaftshaus.Friedrlchstr.137. Referenten: Otto Brinkmann, Franz Czeminski, Otto Frank, Johannes hah. Kart Hehfchold, Kasper. Pnlle. lert darauf hin, daß der ermordete Reichsminister a. D. Erzberger stets ein warmes Verständnis für die Forderungen der Auslands- deutschen bewiesen habe. Sein Tod werde in ihren Reihen sehr be- dauert. Einer Aufforderung des Redners nachkommend, erhoben sich die Versammelten zu Ehren des Ermordeten einmütig von ihren Plätzen. Hierauf sprach der Redner über die gesetzlichen Bestim- mungen, die zur Lösung der Entschädigungsfrage gegeben sind. Er hob hervor, daß durch die Ausführungsvorschriften zu der Ent- schädiqungsgesctzgebung sowie auch durch eine Abänderung der ge- setzlichen Bestimmungen noch die Möglichkeit geschaffen werden könnte, den Gelchädipien zu ihrem Recht« zu oerhelfen. Ihr« Rück- kehr nach Rußland würde dazu führen, die deutsche Ausfuhr nach dorthin wieder zu stärken, den Wiederaufbau Rußlands zu fördern und so wesentlich zur Verbesserung der industriellen Lag« Deutsch- lands beizutragen. Den größten Teil des Abends nahmen die Aus- führungen Dr. Vachs in Anspruch, der sich eingehend über die gesetzlichen Deßimmungen zur Regelung der Entschädigungsfrage verbreitete. Ferner sprachen noch die Herren Dr. Brendel, Treskow, Klingelhöfer, Töngsen und H a l s k e. Letzterer forderte, daß den Entschädigungsberechtigten vorläufig ein Darlehen bewilligt werden möge. Einkausch von Brennholz gegen Sartoffclschalen. Das vor einiger Zeit eingeführte System der Einsammlung von Kar- toffelschalen gegen Brennholz hat beim Publikum großen Anklang gefunden. Die Hausfrauen sind dadurch in die Lage oersetzt, auch aus diesen Abfallstoffen Nutzen zu ziehen und gleich zeitig zur Milderung der Futtermitteltnappheit beizutragen. Wir weisen daher nochmals darauf hin. daß die bt auftragten Händler an geeigneten Straßen, Plätzen, Märkten usw. Kartoffelschalen gegen Abgabe von Brennholz in Empfang nehmen Im Interesse der Ernährung der in der Stadt gehaltenen Milchkühe muß auch die klein st e Menge dieser wertvollen Futterstoffe den Sammelstellen zugeführt werden, um die Milcherzeugung nach Kräften zu fördern. An dle Kinobesucher wendet sich die Deutsche Filmgewerkschast mit folgender Notiz: Der Inhaber des Schillcr-KinoS. Müller ftraße SS. eniließ vor einigen Tagen den Betiirbsobmann, weil er die Interessen seiner Kollegen auf Grund des Betriebs« räiegesetze» wahrnehmen wollte.'Ferner mach« der Inhaber an der Kasie seines Theater» durch Aushang bekannt, daß infolge der LohnerhHhung die Einheitspreise erhöht wurden. TrotzdenBweigert er sich, die berechtigten Forderungen anzuerkennen und zahlt nach wie vor unter dem abgelaufenen Tarif. Das Theater ist hierauf von der Organisation gesperrt worden. Arbeiler, Parteigenoflen, übt Solidarität l Ginkochkurse, in denen HauSfrrnien und schulentlassenen jungen Mädchen Gelegenbeit geboten wird, das Lterilisteren der Früchte, da» Trocknen von Obst und Kemüse. die Ssslbereitung. Herstellung von Gelee, Marinelade und MuS. da« Einfäuren der Eeniüle. die Obstverweitung ohne Zucker, Herstellung von Kiäuterefstg und die Verwendung der Wildfrüchie zu er« lernen, werden städtilcherseilS vom 13. Sepleinbei 1921 ab in der l. Ha uS- baltungSichul«. Lichtenberg. Viarrstraße 7/S, eingerichtet. Di« Kurse finden bis auf weilereS jeden Dienstag von 7—9 Ubr statt und zwar unter Leitung einer ftädli'chen HauShallungSIcbrerin. Jeder Kursus dauert 2 Wochen. Jede Teilnebmerin bat einen Ilnkostenbeitrag von 3 M. zu entrichten, der bei der Aameidunn zu bezahlen ist. Tetlnebmerinnen werden gebeten, sich in der Zeit von 10—2 Ubr bei der HauShaltungSIehierin Fräutein Hirt, Schule, Pjarrslr. 7/S, sonst bei dem Hausmeister anzumelden., den Im Kommandos erfolgt, wird zur Information nachstehend folgendes mitgeteilt: Die Ueberfallkommandoe sind dazu be timmt, unmittel- bare Bedrohung von Leben und Eigentum abzuwehren. Sie stehen dem Publikum nur in der Zeit von 10 Uhr abends bis 7 Uhr morgen» zur Verfügung. Jede» Ueberfallkommando be» steht au» einem Führer und mehreren Beamten, die auf Personen» kraftwagen, also auf schnellstem Wege, befördert werden. Es sind bisher Ueberfallkommando» für folgende Fernsprechämter eingerichtet: Alexander� Hansa, Humboldt, Königstadt, Kurfürst, Lichterfelde, Lützow, Moabit, Moritzpla bürg, Rheingau, Steglitz, Neukölln, Nollendorf, Norden, Pfalz. ......... teinplatz, Stephan, Südrina, Uhland, Wilhelm, Zehlendorf, Zentrum. Die Ausführung de» Anrufs ge- schieht auf folgende Weise: Hörer abnehmen: Sobald das Amt sich meldet, Stichwort„Urb er fall" nennen(Amt verbindet hierauf sofort ohne Nunimernennung mit Ueberfallkommando)! Sobald die Polizei sich meldet, Straße und Hausnummer, Vprder- oder Garten- haus, Stockwerk, Namen und Teilnehmernummer nennenl An unsere Abonnenten. Die Botenfrauen sind ange« wiesen, die Abonnementsbeträge in den ersten Tagen des Monats zu kassieren. Wir bitten unsere Leser, die fällige Summe bereit zu balten, damit den Frauen unnötiges Treppensteigen erspart bleibt. Die Arbeiterfrage in der Berliner Gemeinde. Die in der DieuSiag-MorgenauSgabe uncer dieier Ucberschlift veröffentlichten Ausführungen kommen au« der Feder unsere» Genoffen Stadtrat Peetzsch. kaiserbNder I» einer«mMchen Berkaufifiefle.«ie«ine freche Provokation empfand ich es, so schreibt un» eine Leserin, al» ich am Sonntag in Potsdam die Gemäldegalerie im Sanssouci besichtigte. Neben den Photographien der Gemälde waren nicht nur Photographien der Königin Luise an den amt» flus üen Kreisen. In der am Z0. August staltgefundenen Srelsvertrekerversamm- long de» Kreises Xl(Schönrberg-Friedenau) wurden die Kandidaten für die Stadt- und Bezirtsverorductenveriammlung aufgestellt. Ge- noffe Czeminski berichtete zuerst eingebend über die Tätigkeit unserer Genoffen im Groß-Berliner Stadtparlament. E» wurde alsdann beschlossen, daß die ersten 15 Genoffen der Kandidatenliste für die Bezirksverordnetenversammlung auch auf die Liste für die Stadtverordnetenversammlung komme» sollten, so daß dt» besondere Aufstellung einer solchen Liste sich erübrigte. Spitzenkandi» baten sind die Genossen Czeminski. Kasper, Käme« rowski und Genossin Nudbeck. Der KreiSvorsitzendc aab dann noch die Termine der für die nächste Zeit vorgesehenen öffentlichen Versammlungen belannt. Hroff-Serttner Parteinackrichten. Heute. Mittwoch, den 7. September: 2. Frei» Her, arten. Die FunliionSre werden ersucht, silr regen Besuch der beiden vfsentlichen Bersammlungen zu sargen. 20. Abt. 7z, Uhr Sitzung der FunltianSre, Betrieb-vertrauex-leute und Eltern. Beiräte bei Bambe, Strajuionnftr. 7. 82. Abt. Steglitz. 7>tz llhe Barstandalitzung bei«lernen«,«llppelstr. 7. 80. Abt. Maeiendors. 7V4 Uhr Borstandssitzung mit den Bezirl-ssihrern bei Rien. darf, Chaussee.,«cke Strelitzstrasse. Znngsozialisten. Gruppe Paniaw: 7H Uhr Werbeabend int Iuaendheim Breite Strasse 32(hinter dem SinaitjaniO. Sieserent Hugo Paetsch. Frauenveransialkungen am Mittwoch, den 7. September: 110. Abt.»illenau. TV, Uhr bei Schulz, Hauptstrass».«eseeent Dr. Mar Schütte:„Bismarck und Bebel". Morgen, Donnerstag, den S. September: 0. Jtni« ♦«Befche» tat. 7>4 llhe pünktlich Sitzung der Arbeit»,e«e>nsch»k> dal «einze,«iesfenbachste. 17. ftsfie»illkommem. »t.»bt. TV, Uhr Sitzung sämtlichee ffunktianäre hei Beetz, Thaerste.». 11».«»t,«rünene. 8 Uhe Mitgliedeenerscmmlung de» hi�igen«ehlaeraina»ei Weedee,«Openicker vteasse. Gifte willkommen. 117.«bt. tichtender#. Die fällige Betfianba- und ssunktianäefitznn, findet nicht statt. Uhe im fiugendheim tztagatstr. 13, ' bei««rl, Wichertsir. 09, Vortrag Mus öer Partei. vom Parteitag der SPD. In Görtitz. Am Sonnabend tagte der Görlitzer Hauptausschuß für Parteitag und legte da» Programm in seinen Grundriffen fest. Tagungslokal wird eine besondere Post eingerichtet, desgleichen eine Fernsprechanlage mit 9 Apparaten, um allen Anforderungen der Delegierten und den Bertretern der Presse gerecht zu werden. Bis jetzt sind rund 500 Delegierte angemeldet und außerdem au» dem engeren Agitationsbezirk Görlitz rund 500 Gäste. Bon letzteren wird auch ein erheblicher Teil die ganze Woche hindurch den Berhand- lungen, die zweifellos sehr intereffant sein werden, beiwohnen. Die Frage der Unterbringung aller Teilnehmer ist bisher zur Zufrieden- heit gelöst. Trotz der vielen Anmeldungen stehen noch eine Anzahl Prioatlogis zur Verfügung. Die Eröffnung des Partei« tag» erfolgt Sonntag, den IS. September, nachmittags 5 Uhr. Sie wird unter Mitwirkung der 180 Mann starken � Arbeiter-Sänger» Vereinigung und des Gesangvereins„Gutenberg* vor sich(sehen, desgleichen mit Orgclvorträgen und Rezitationen. Den Hauptteil des Abends werden Begrüßungsansprachen und die Festsetzung der Tagesordnung bilden. Sonntag früh werden die schon anwesenden Teilnehmer mit der Stadt bekanntgemacht. Es finden eine Anzahl Fübrungen durch ort»- und geschichtstundig« Personen statt. Die Berhandlungen Montag früh dürften um 9 oder 10 Uhr beginnen. Am Dienstag abend ist künstlerisches Konzert und Unterhaltungs« abend vorgesehen. Mittwoch abend wird Genoffe Scheidemann in der Stodthalle in öffentlicher Versammlung sprechen. Für die Dele« gierten ist auch eine Kahnfahrt mit Fackelbeleuchtung auf der Neiße vorgeslhen. Der Donnerstagnachmittag ist verhandlungsfrei. Es findet ein gemeinsamer Ausflug nach der Landeskrone statt. Am Abend, nach eingetretener Dunkelheit, wird auf dem Dergkegel eine ganz besondere Deranstaltung stattfinden. Freitag abend wird eino Opernoarsiellung im Stadttheater gegeben. Am Sonnabend, nach Schluß der Tagung, soll bei genügender Beteiligung«ine Fahrt nach Obyn und den Zittauer Bergen stattfinden. Während der Dauer der Tagung werden der Bahnhofsvorplatz und der Stadthalleneingang geschmückt sein. Vom Hauptausschuß wird ein Führer durch Görlitz herausgegeben. In ihm wird u. a.«in Stück Geschichte von Görlitz zu finden sein, desgleichen eine geschichtliche Abhandlung aus der Görlitzer Partei- und Arbeiterbewegung. Briefmarkensammler und Sozlaldemokraflscher parketkag in Görlitz. Der Sozialdemokratische Parteitag wird diesmal auch den Briefmarkensammlern etwas bringen. Die Freimarken aller im Tagungslokal, der Stadthalle, in der Wach- vom 18. bis 24. Ssp- tember aufgegebenen Postsachen(Briefe und Karten) werden mit einem besonderen Poststempel versehen werden bzw. entwertet. Die mit diesem Stempel— dem ersten dieser Art— abgestempelten Postwertz-ichen dürften einmal einen größeren Sammelwert be« kommen. Der Stempel trägt die Inschrift:„Görlitz, Datum. Sozial« demokratischer Parteitag*. Der H.iuptausfchuß des GörlitzerPartei- tages bat sich entschloffen, auch Nicktteilnehmern an der Tagung, die Interesse an solchen gcl enpeltcn Marken haben, diese Marken zu vermitteln. Wer an solchen Marke.: Gefallen hat, sendet den Betrag für im HSck/ falle 15 der gewünschten und dem Wert« nach genau bezeichneten Marken per Postanweisung oder die Marken selbst per Brief(eingeschrieben)«in, zuzüglich 3 Mark für entstehend« Unkosten. Die gestempelten Marken werden dem Sammler durch Einschreibe» brief übermittelt. Es können auch bereit, mit Marken und Adressen versehene Postkarten oder Briefumschläge eingesandt werden, die dann mit dem Stempel und durch die Parteitagspost dem Adreffaten zugestellt werden. Der späteste Termin für die Einsendung ist der 21. September.— Me Brief« und Geldsendungen in dieser An» gelegenheit richten Jntereffenten unter dem Stichwort„Stempel*: An den Hauptausschuß des Parteitage», Redakteur Wilhelm Vni->n- gart, Görlitz, Luisenstraße 8. Sport. Renne« zu Grunewald, Dienstag. 0. September. Do» Havel- Rennen, durch den mebr al» miserablen Slait sivon um do» Er- gebni» einer richtigen Prüfung gebracht, war auck unlerweg» an Zwischenfällen noch überreich. Sa fielen Ouälgeist, Undine und Ens, während Ahnfrau, Malente und Heldenlohn gleich am Start- pfosten stehen blieben. Das Spam-Rennen, das Hauptereignis de» Tage», brachte Preisfrage an sieb. 1. ErmunnterungSrenne« der Hengste.(1. Sommer» flvr(Zimmermann), j-2. Lvbredner(ZarraS), 8. tzlbenteurer(®. Janek). Tot.:(Sammerflor) 15:10. PI. 12:10. Tot.: 84:10. Pl. 14:10, 13:10. Ferner liefen: BieScur i4.). Heinrich(geh.), Mazeppa II, Mobil, Marko» manne, Blücher, SiaudiuS. Inda», Wickinsier.— 2. Hanel-Rennen. 1. Don Billion(Kardefl, 2. Offensiv:(Zachmeier), villogo(Zills). Tot.: 88: 10. Pi. 36: 55, 150: 10. Feiner liefen: Saloppe(4). Abn,rau(steh. g.). Löffelenle, Basilius. Malente(steh. ,.). Ouälgeist(gel.). Undine(,es.). Sri» t,ef.>. Heldensobn(steh, g.), Lusa.— 8. Dark Ronald« Nennen. 1. Finnländer(Jentzlch), 2.«xensteln(«. Janek). 8. LlebeSgolt(O. Schmidt). Tot: 57: 10. Pl. 20. 15. Kerner Uesen: Lustibu»(4), Mäuseturm.— 4. Sporn-Rennen. 1. Preissrage(®. Janel), 8. Traulich(TarraS). 3. Damian»(B. Wenzel). Tot.! 21:10. PI. 15, 19:10. Femer liefen: Maghare(4). Lehndarf, Lindenblüte.— 5. tzlndrS-AnSglelch. 1. Minestra iE. Siolz), 2. Aurora(Zimmermann), 3. Aeulüß(Otto Müller). Tot.: 65: 10. Pl. 23, 27, 30: 10. Feiner liefen: Puschkin(«), Combattant, Glückskind, Pfälzer. Drachme, Barbelee.— 6.«asedom-Rennen. 1. König Mida»(Olejnik), 2. Palenberg(Otto Müller). Tot.: 13: 10.— 7. CzardaS-AuSglelch. 1. Hauptmann(TarrnSl 2. Landstreicher (Jentzsch), 3. Mai, in(Zimmermann). Tot.: 111:10. Pl. 30, 18, 31: 10. Ferner Uesen: AngeluO(1), Feldgrau, RoSmarte, Cfleta, Katzenjammer, Prophetin, Augur, Prlmadoyna, Siarnit, Abentzsturm, Scala, Tuberrase. »inen neuen«eltrekor» i««adsohren hat der Deutsche Sawal am 4. September lm Haag ausgelievt,«« der Berliner im Stundenrennen hinter 60 oa Nolle 77,280 km bedeckte. Arbeitersport. «n den«tratzen-Stafettenläuse» und sonsilßen»etffihnpfen»er ffteien Surners-luist Schilneberg-BerUn am Sonntag nahmen 235 Sportler ottl» teil. 5m geschlossenen Zuge ging eo mit Desang von den drei Turnhallen deo Set- ein« in dee Sraunstrasse, SchSnsliessee und Sonnenburgcr Strasse, in den neun Abteilungen turnen, nach dem Stadionplatz an der Schdiihauler Allee. Bio Strassenstafetientäuse der Männer, Jugendlichen und Kinder senden eeae» Interesse bei dem zahlreichen Publikum auo dem Norden B-rlino, ebenso die Wettläufe aus dem Sportplatz, an denen sich auch Turnerinnen zahlreich de- teiliaten. Einige Fausiballwettsviele deendeten die«eranstaltung. die hosfent- I>ch dem Arbeitersport im Norden Beelino neue Freunde zugksührt hat.— Resultate: Männer: Etrassenstafette: 1. Norden 8 Min. 3% Sek., 2. Ssiien 8 Min. 8% Sek.. 8. Freiheit-Lichtenberg-Osten 8 Min. 18 Sek.— 4X100 Meter: 1. Freiheit-Lichtenberg-Osten 5014 Sek., 2. Norden, Handbreite zurück, 8. Süden 5114 Sek.— 10« Meter: 1. Höckendorf-Freiheit-Lichtenberg 11)4 Sek., 2. Schröder- Norden, Drustwelte zurück, 8. Beiiisch-Süden 12>4 Sek.— Faustball: Norden I— Süden I 10«: 10« Punkte, Norden U— Süden ll»0:«1 Punkte.— Turne- rinnen:«XI«! M-ter: 1. Norden I 2 Min. 28*» Sek., 2. Osten, Brustmeite zurück, 3. Süden 2 Min. 3114 Sek.— Tt Meier: 1. Frau Polinoki-Rorden 1014 Sek., 2. Frl. Schaaf-Osten 11 Sek.. 8. Frl. Petersdorf-Osten UH Sek— Zugendliche: S:rassen!auf: 1.«rbeiter-Iugend 8 Min. 9*4 Sek.. 2 Süden 8 Min. 25 Sek., 3. Norden I 8 Min. 37*4 Sek.— 1X100 Meter: 1 Arbeiter» Jugend 4114 Sek.,». Osten 453» Sek.— Fauslball: Norden I— Neukölln I 102; 72 Punkte.— Ä 1 n d e e: Strassenstafette: 1. Norden Knaben 2 Min. 48% Sek., 1 Norden A und Osten Unafiei. I»In. 134 Sek.. 3 Osten ttäbchm 4 Min. 8% Sek.— Knaben 800 Meter: L Lindemann-Süden 41 Sek, 2. Schmal. lach.Osten 41% Sek..»»lum-Süden 41 Sek.' �*7� «rtter dt»-DonnerSkag mittag. Morgen« und abend» et»«» neblig, sonst trocken und überwiegend heiter. In den»itiaaSftunbM wieder jiemUch warm. Qn der«acht tzuai Donnerstag sehr tüchl. MLrtsiHast preierevolution. Eine Reihe von Sturmzeichen kündigt an, daß die Preis- revolution weiter schnell fortschreitet. Für den Monat August berechnete das Statistisch« R e i ch s a m t denjenigen Teil der Lebenshaltungskosten, den es bei seinen Ermittelun- gen in Betracht zieht, auf 1045, also 82 Punkte mehr als im Monat Juli, wo bereits mit 963 ein Rekord erreicht war. Auch bei dieser Gelegenheit ist darauf hinzuweisen, daß diese Reichsindex- Ziffer keinen sicheren Maßstab für die Beurteilung der tatsächlichen Lebenshaltungskosten bietet. Cs umfaßt nur eine Reihe notwendiger Ausgaben für Ernährung, sowie diejenigen für Heizung, Beleuch- tung und Wohnung: als.) gerade diejenigen Dinge des täglichen Be- darfes, deren Preise wie die für Heizung, Beleuchtung und Woh- nung durch Bewirtschaftungsmoßnahmen zwangsweise niedrig gehalten sind und die bei dem niedrigen Ansatz der Gesamtrationen die Indexziffer tiefer halten, als das der Fall wäre, wenn man die Ausgaben für Bekleidung, Wäsche und dergleichen mit in die Berechnung einbeziehen würde. Wie wenig die neu ermittelte Ziffer den Stand der Teuerung von heute wiedergibt, kann man schon daraus entnehmen, daß der erhöhte Brotpreis nur für den halben Monat August angerechnet wurde. Im Monat September wird er sich dagegen bereits voll auswirken. Welche Waren am meisten zu der Steigerung der Lebenshallung beige- tragen haben, sagt die amtliche Mitteilung. Es sind dies: eine große Reihe von Lebensmitteln, neben Brot besonders Fette, Schweine- fleisch, Hülsenfrüchte, Nährmittel, Eier und Fische. Lediglich Kar- toffeln und Gemüse haben etwas im Preise nachgelassen. Es besteht also ohnehin kein Zweifel, daß die Teuerungswelle noch längst nicht zu Ende ist. Die Großhandelmeßziffern wichtiger Waren, wie sie von der„Frankfurter Zeitung" berechnet werden, zeigen am Anfang September gegen Anfang August eine weitere Steigerung um 7 Punkte, nämlich von 169 auf 166. Da die Großhandelspreis« in der Regel den Kleinhandelspreisen voran zu eilen pflegen, muß auch aus diesem Grunde mit einem Fort- schreiten der Teuerung gerechnet werden. Es vergeht kein Tag, an dem nicht in der Industrie neue Preiserhöhungen bekanntgemacht werden. Roch ehe die neue Kohlensteuer in Kraft tritt, fordert der Kohlenbergbau bereits neu« Erhöhungen und zwar z. B. für das Rheinisch-Westfälische Gebiet Rettopreiserhöhungen von 21 M. je Tonne, zu denen dann noch die Kohlen- und Umsatzsteuer ge- schlagen wird. Begründet werden die neuen Preissteigerungen da- mit, daß die Brotzukage an die Arbeiterschaft gezahlt wird. Wir erwarten, daß die Regierung einer solchen Preiserhöhung nicht eher zustimmt, als bis einwandfrei ermittelt ist, daß die Brot- zutage nicht zu einer Quelle neuer Privatgewinne der Industrie wird. Auch die Weltmarktpreise schnellen für den deutschen Käufer weiter in die Höhe. Die Valuta nähert sich immer mehr dem Tiefstand, den sie im Februar 1920 erreicht hat. Der Dollar wurde an der gestrigen Börse amtlich mit 93,16 M. notiert; dieser Preis ist der höchste, der in diesem Jahre erreicht worden ist, er bleibt nur noch um rund 10 M. hinter dem Höchstkurs vom 9. Februar 1920 zurück, der seinerzeit nur noch bei dem Kurssturz der Mark in den Kapp-Tagen überholt wurde. Es scheint immer mehr, daß in der Kurstrciberei bei ausländischer Devise die deutsche Spekulation die entscheidende Rolle spielt. Es kann daher auch nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob dieser neuen Markoerschlechte- rung nicht bald wieder eine Wendung zum Besseren folgen wird, wenn das Ausland patriotischer wird als die deutschen Devisen- Hamsterer. Fest steht aber, daß alle die wirtschaftlichen Momente, die den Sturz der Mark veranlaßt haben, unvermindert weiter wirken und daß mit einer dauernden Erholung nicht eher ge. rechnet werden kann, ehe die Notenpresse eingestellt ist. Hierzu ist aber eine Erfassung der Goldwerte auf dem Wege der Besteuerung die erste Boraussetzung. Bis dahin hat die Geldentwertung mit ihren vernichtenden Folgen für die Kaufkraft des deutschen Voltes freien Lauf, die Preisrevolution geht weiter, noch ehe die neuen Steuern auf den Berbrauch in Geltung sind. Politik in der Generalversammlung. In der Generalversamm- lung der Deutschen Eisenhandel A.-G. führte General- direktor Lustig u. a. aus.«Z sei kein Aufall. daß mit der gegen- wärtigen Preissteigeruntz der EisenwirlschaflSbund wieder M>ene mache,.störend in unser Wirtschaftsleben«inzugreifen. DaS Wiedererwachen de» Eisenwirtschaftsbundes würde zweifellos auch das Wiedererwachen de» SchiebertumS am Eisen- markte, das gerade zurzeit der Tätigkeit des EisenwirtschaftsbimdeS in höchster Blüte stand und erst verschwand, als der Eisen- wirtschaftSbund seine Tätigkeit einstellte und dem legitimen Handel das Feld räumte, fördern." Wenige Sätze vorher halte Herr Lustig festgestellt, daß augenblicklich, wo der EisenwinschaftSbund noch nicht eingegriffen habe, sich „illegiiime Elemente", auf deutsch: Schieber, im Eisenhandel breit machen. Ein schönere» Beispiel, wie mit bewußter Lüge und Ber- leumdung gegen die gemeinwirtschastlichen Maßnahmen der Re- gierung von Ünternehmerseit« vorgegangen wird, läßt sich nicht ausmalen. Wenn der Generaldirektor der Eisenbandelsfirma mit seinem fachmännischen Jnteresieneifer auch ein wenig politische» Gewissen— von privatem gar nicht zu reden— verknüpfe» würde, würde er sich erinnern, daß das Schiebertum im Eisenhandel be- sonders im Februar vorigen Jahres— also vor der Gründung des EWB., die Ende März desselben JckhreS erfolgte— in höchster Blüte war und daß damals sich namhafte Werte daran beteiligten. Au seiner Bekämpfung wurde der EWB. gegründet, und er hat Erfolg dabei gehabt. Wir sind gespannt, wenn man diesen famosen „Sachverständigen" als Gutachter im ReichSwirtschaftSrat wird be« grüßen dürfen._ ?ugenüveranftaltungen. S-kr-t-rlot- S«.«S, Lindenstr. 8,!. Hof linto, Berel» Brielter-Zugend. � 8 Treppen recht». Telephon! Mpl. 121 08—19. ZNitgllederversammlungen am Mittwoch, den 7. September: Jugendheim Schule Dahmestraß«.— Buchholz: Jugendheim . M 9P l I_. tr. 19,— Frieprtchoselde: Jugendheim Schule Rummelsburger Jugendheim Sothenburger charnweberstr. 105».— Sesnnd- Straße.— Lichtenberg: Iugend- ---—- SRo Bohnodorfl Schule Berliner. Straße.— Friedrichoha» brnnne»! Jugendheim Ecl beim Parkaue 10.- dorfi Jugendheim 1.... Senefelderstr. 8.— Spnnd»»: Jugendheim... gentraljugendheim Lindenstr. 8, 2. Hof.— Zempelhof: Jugendheim Dermania- straße 617.— Wedding: Jugendheim Müller-, ticke Triftstraße.—«rstene Jugendheim Baugewerklchule Nurfllrstenstr. 141.— Südost(Alpcnicker Biertel)! Zugendheim Wrangelstr. 128, Vortrag:„Wir und die Freideutschen". iO.— Mohlsdorf: Jugendheim Schule Walderseeftraßi.— Marien- im Schulbaracke Kduigstraße.— Brenzloner«orstodr! Jugendheim 8.— Spund»»: Jugendheim Zieuenoarfer Str. 2.— Südwest: Vorträge, vereine und Versammlungen. «elchobnnd der«riegsbeschödigten, Bezirk Berlin V, SW. Donnerstag, den 8. September, 8 Uhr, in der Hadclsbrauerei, Bergmannftraßr, ordentliche Mit- gliederversammlung. Wahl der Delegierten zum Tautag.— Zteichoaerrinigung ehemaliger»riegsgefangener, Truppe Norden 2. Donnerstag, den 8. September, 7st. Uhr, im Restaurant„Berolina-Festsäle", Schönhauser Allee 28, Sitzung mir für die weltlich« Schote, Berlin-Humbaldistadt. ,, Uhr, im Lehrerzimmer der 4. Gemeindeschule, Söste willkommen.— Dentfcher Schutzoerband der Schwer- .atsverlommlung Donnerstag, den 8. September, 7 Uhr, Markuo- Damen.— Arbeitegemeinfchaft Jreitag, den 9. September� 4 fausatter-Plan. öligen. Monat: traße 4». ». 2. Sriefkaften der Redaktion. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. Ts war un« nicht möglich, die Adreste zu ermitteln.~ ■■■„..-ff« »an. Ueber die Höh« des Schulgeldes in Berlin kommen) ist noch nicht entschieden worden. («chlnh de» redokttonelen Teil«.) ß-e � (Staffelung nach dem Sin- Uelebe- ne auc Ii lakp/cli eine r Achtung! Rotaftioner! Achtung! Abt.-Versammlnng »bendS 6 Uhr. im Restaurant„Zum Alexandriner«, Alexaudrtueustralfe, Ecke Ornuieuftraste. 41/13 I. A-: Der Borftaud. SeWklMUMlvllM Venvaltunestttllt Berlin X U. 51, Cinienltr. 83— 85 Seichiiflszeil oon norm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr Telephon: Amt Norden 185. 1289. 1987, 9714 Sensecslaa, den 8. September, abend» 8'/, Ahe Versammlung aller in der Metall- u. chemischen Industrie beschäftigten Blcilöter und Helfer Berlins im Semerkschaflehan». Engelufer 25, Saal 2. T-mesordnung: Ausnahme einer StatlstU über Lahn, Arbeltchtzdingungen»nd gesundheltltch» gnstSod« der BraocheNangehörigen. Es ist dringende Pflicht fede» Kollegen, pünktlich zu erscheinen. v»na«r»ta», de» 8. Septembar 1021, nachm. 4'/, Ahr Versammlung aller Kolleginnen und Kollege« der Gold- schmiedebranche im Vr«»d«ncr Garten, Dresdener Str. 45. T-geeordnung: l. Bericht oon den Verhandlungen mrferer Lohnforderungen.— 2. DiStuiston. So ist notwendig, daß alle erscheine». voaaeratag, de« 8. September 1021, abend» 7 Ahr Konferenz derAuto-Reparaturschlosterd.Kleinbetriebe Zostvftr. 7. Bericht son der Verhandlung mit der Ioterefleagemein» schast der Anto-Reparaturwerkflattea Sroß-Derltn». Zeder Betrieb muß einen Vertreter entienden. Freitag, den». September 1S21. nachm. 8 Ahr Versammlung aller Banklempner und Klempner für Gas» und Wasteranlagen w den Zestsöten„Jörn Schnlthetst«, Neue Ialobstr. 24/28. Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegebrn. In der Versammlung werden die Tarisvertrüge ausgegeben. Mitgliedsbuch legitimiert. 87/8 vi» Ortsoermaltnug. bißt LEBENSFRAGMENT A. M TjONG GEORG GÄRTNER Dkms Ducfc«eümen p>«mer padurafc» •irfwOhlcndcn Raalufili an die Kunst Zolu. Es swingt nun Lesen in einem Zuge und hwteriib! sUdute Etadritfce Prd* U Mark schön gebunden ßaöihantilunß TorwSrfS. Berlin LlndensiraHe 2 Prozesse, R«t, Beistand. mlBtge Preise, Teil- nhlung, Ehe-, Alimenten-, Strafsachen. Steuern, Gnadengesuche. Ltndgerichtsrat Dr. v. Kirch ha ch, Oesellschad m. b. H., Alexanders traB» 48(am Alexanderplats, gegenüber TieUj(9—7) Glsnr. Erfolge! Beobachtg. TeL; Königst 3595 Sekanntmachung. Ans unser Wahlausschretben am 5. August 1921 ist von be» vom versicheren und Arbeitgebern nur je ein Wahlvorschlag ein- gereicht worden, weiche gemäß z 8 der Wahlordnung vom Vorstand al« gültig anertannt worden sind. Die vorgeschla- nun Bewerber auf der Liste er Arbeitgeber, beginnend mit dem Ramm Albert Polzin und Karl Schmidt, endigend mit und der Bersicherim, anfangend MitRodert Krüger und endigend mit ArturMaiduIck:, geilm da» her gemäß Z 9 der Wahmrdnung als gewählt. Die für Sonntag. dm 25 EepttMder. und Montag, den 28. Sepiember 1921 ange- ietzienWihüermine werden hiermit ausgehoben. 8/12 veriin. 7. September 1981. vre Vorstand der Ortakrankentass« der verwandten n Berti». orsitzender. 8Ub.' Schloff et»nd( (Oemerbt in «. Polzin, Vorsitze '.er, Schritliührer. klsgsilts t iiseiirl Kriegsanleihe wird zu 84% in Zahlung genommen. i ganz rund gearbeitet,! a Büfett ca. 2 m. schwere+ u. V...«aacwuNaa» cht srM„ a a Krcd-nz, ♦ wr runder Aus- � sechs hohe- 2 Lliihie komplett nur —-00 Mark. «nsterordentlich ♦ gAaslige» Angebot l< � Mm MotiElhsiis% Alorltz«trschowlh. ♦ nur SQdoaten ♦ |25 Skaützer Str. 25; Hochbahn KotlbuterTor, N N ünzen Sora uif Basen kauft Ball, Berti Wilheimstraßc 46/ unzen Bandlnnt. Sil ständig angekauft Ulster Kostüme 189«. 287« 425« 350« 575« 786« Jetzt sehr, sehr billig Gammimäntel für Damen 298 m, für Herren 350, 475 Sportjacken wau 38 m, Sportjacken reine woiie 148, 212 m. Mantelkleider 275», Gesellschaftskleider 312, 450 M. Stoffröcke...... 55 m. Imprägnierte Mäntel 146, 255». Westmann Amin. •d�-Ziehung�'d8«0� Wohll&tlokeite-{|M U«b«rlln|«r Münster » WohlIRtlokeits- p U«li«rlln|er Münster- LotterleU-M 48880»«. kl Frftals WJl. 100000 MO 000 '-50000 Iii 0000 WokMtlgkettaloao MJ.OO Liete». Fort» M. l oa«» 12878 Gew, IU« IL 300000 | 75000 (40000 i 25000 D«b.rliDC«r Los» 91. 8.80 LteM a. Fort« 94. Lkiaetra 1 WotütftügkaiU- a. I Uebirlingor i.o» it ZN alt Porto and Lietoo II, UtCU 5 10S8 lÄ UXtTiZL]- M. 37.50 Lud. Müller Co. Loa, anch ta alles IxitMri.roMharMa I nfccote 'mvorwörts fttlngcn befolg! Spexlal-Arzt Dr. med. Grfitering haut, harn, Geschlechtsleid. h.Minn. u.Frauen.Blutunters. InvalldenatraBe 35, Ecke Chausseestr, Stett. Bht. Scr. wochentiglick ll-l,>/,Z�/z7. 1. Geschäft: Berlin W, 2. Geschäft: Berlin NO, Mohrenstraße 37a Gr. Frankfnrter Str. 115 IMöbell jeder Art bei kleiner Anzahlane und | bequemer Abzahlang| MObchiliaua | Andreasstr. 26'■ Strengste Diskretion. m. Sdilewimhy & Co. Berlin, Dircksenstr.31 Ecke KSnljpagrabcn am Bahnhof Alexanderplatx Markthallen-Ausgang Speisezimmer"BieheM Kredent Aus- ziehtlsch und 6 Lederstühle Bülett... ISO cm br. IM) cm br. 180 cm br. 4250«. 5250«k. 6250«k. Heirenzlmmer ä8 Tis����deÄ 1 Schreibsessel Bibliothek 120 cm br. isocmbr. i w cm br. 3500 mk. 4500 Mk. 5500 Mk. 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Xom « uhr Die kleine Lecassot Xcno» VolUsthoater t1/« u.: Die Lokalbahn 9ehllirr-The>«t.€>iarl u7f?: RaBbdsrSahineriaiiEn Schloßpark- Tb. Steglitz r/. u.; Maria MajiialEna Th*ll»-Tkp«cer 71/. u.: Schäia' Dich, LottE Pli.ant XalleBAorfplatff uS, Der fetter aosDinssda Theuter de. Weucrn. vh u. Die Braat d-Locoilos Th.l.d.Kommnndantenstr. (Jüdifchcs Künstler-Theater) 8U.: D. verlassene Schenke Wallnor-Theatep vi, uhr: Nixchen Velksoporelte Walhalla-Th. i]'; Die schöne Helena Circns faraselli am Balmh.Friedrlcbstraße rlllS*h Vorstellung U�nfS Reines Variete- PruBraiam Rauchen gestattet Theater a. KetlhuterTor Tel.: Moritzpl. 16077 Täglich 7',, Uhr und Sonnt, nachm 3 Uhr Elite- Sanger — 10 Herren f— Witz! Komik I Gröftter Lachcnoig! Vvkf. 11 I1/, u.4-6Uhr iK KEICil 4% M fieiciiskaliEB-Ttwai STCTTiNER SXNQER Abds. 71/, U. u Stg nehm. 3 U. Vm halbe Pr Varleti Döeh.ft-Brettl Phliharmonla I. Wagner-Abend des Phliharm. Orchesters Dirig,: Prof. Richard Hegel Anl.«Uhr Eintritt ♦ M. a■ 9■■ fi ife«4 tt Ifi ü i» Si* II Ht Li S U-t-KAlL$$€? m m Q < Uhn V (TL* ▼•lern») komische Oper 7'AUhr � VVtUhr eftröhrnttve Pptrtfft ro«£to Ziacft CASINO-THEATER Lothringer Str. 37— TJgl.'Ifi Um ucne Eröffnung»• Pr.gr. mit der Spllzbubenpoisc Exzellenz HAaxe. Vorher; Das laktigeSIngspiel Und wem es Jus« passieret Sonntag 3V,: JUttelarrest. Folies Kaprice Llnienstr.l32.amOranienbg.T. TIglich 8 Uhr: D. Geliebte s. Teilung Fiebertaumel BeatBehen.KeaerttE mit Perd. Orünecker Admirals-?alasl TV, Uhr: DI. r.t.a Schah. Regelmäaige Abfahrten BREMEN NEOTORK VorzOgllche Reisegelegenheit mit den gpöBCon zwiechee Deutschland und Amerika verkehreodan eratklaselger und eohnelien OopoefaoRrauben- Selondampfern „Qeorqe Washington",„Amsrlcs** u. a. -ab deutscfiem Hafen ♦ Auskunft und Fahrscheine durch GENERALVERIRtlUNQ NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN und seine Vertretungen In Berlin: N. rdtfeuf scher LI. rd Kajüten. bareau, Unter de. Linden I(notel Adlon), P. M.ntanan, InTnlldenstrnSe 93. Läuse HI Wanze« bcftlllflrn«u In TC« rP„( S IWOOO flnb jnfrübtnBf. 1/ d tilHbC nur Vi; ITO l W U(teat Urb« ben Cctolg /S�'lUÖUC mit(». Fachm. tzergrst.)»ctbrn Sie stnunrn. Verlangen Sie nnr Eekolda«Kol»-. Werte, ffffen. gu kakrn In ben Drogerien: Berlin Jt: Qurabelbf'Cren.. Biunnrnhr 99; Q. Anopae, Sltinidcn* e»r.B cunoen-, hals», ßerz-.fllagen-, Darm-, Heber- leiden; ifcmnlchwacbe, nerröfen Kopfschmerzen, allgemeiner ilemlitäf, all«emeincr, nervöser Bd- spannun«.llch!at. Sicht, Bheumaflzmus; sämtlichen ffväschlZgen, flechten, Aunden; Lähmungen ioivle Kinderlähmung: Stoklieechleikrankheiten, Zucker» krasthhelluiw.— frelwilllge.brletlicheund mündliche Hnerkcnnanien früher behandelter und gc- hclllerPatienfen.öieanqoben.öotDer öcfianblunp tu unterer«nftalt anderweitig ohne Erfolg be. bändelt worden Fit sein: 1. Frau tz.tzagkl, Sachsen- Hausen b. Otaiiienbutg i. M. Unter!.-Blutungen und IZervenlelden geheilt.— 2. Frau Ww. frltlchler, Berlin, Marieuburger Str. 48. IZarmzekchwulst «ehellt—8. Frau ded Herrn Jnipektor- �.Heinrich, Berl!n-?rledrlchtlelde. lllagervlehhot. Von Leb.- Knickung gehellt.— 4. Herr Crid) Bock, Berit». fir teu fu. 48. von Bieren- und Blasenleiden, Salserfudit, allgem. großer Schwäche geheilt.— 5. Frau Blrkner, Ceael, Schlieperslr. 17 Von Basifiow'kcher Krankheii gehellt.— 6. B. Brote. Berlin• BJariendorf, S:relitzsiratze 8. Schweres Bückenmarkleiden mit Cältmuhg der Beine vollständig geheilt— T. Frau£. Pcpp, Berlin- Lichtenberg, Gärmerslr. 10. Von chronischem Leiden, Herzschwäche und Verstopfung geheilt.— 8. Herr R. Schiabi tz. Beilin, Caprivulr. 24 Von Lelichtilllpus gehellt; vorher mit Radium rifolgloS bcbaiideli.— 9. Herr fl. hellwlg, B.-Rorn|W3!de.5tn(iftr 25. Coufilagcngelchwullf, .erttoptung u Bcrvcnlchwäche gehellt.— io. Herr Milchbänbl.Lckert, Berlin. SfreifeubaffenerSlr.LIZ. Von gichtlsch-rheumatilch Schmerzen i» Bein und Fnk:flenf geheilt.— 11. 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Ver/lustakt Zur Staötverorönetenwahl Unsere Versammlungen. Der Wahlkampf zum Stadtparlament ist gestern durch eine Reih« von Versammlungen, die der Bezirksverbattd der SPD. ver- anstaltet hatte, eingeleitet worden. Mit größter Schärfe kcnnzeich- neten unsere Redner die Machenschaften der Reaktion, die von dem Wunsche beseelt ist, das einheitliche Berlin zu Fall zu bringen. Sie vergaßen auch nicht, das Treiben der Kommunisten zu schildern, die sich bis jetzt i�r Roten Hause als getreue Helfer der nationalistischen Fronde„bewährt" haben, und deren Arbeit für die Allgemeinheit larin bestand, die Stadtverordneten mit einer Flut von Anträgen zu überschütten, von deren Undurchführbarkeit sie ebenso überzeugt waren, wie von der agitatorischen Wirkung auf die Mass'en. Unsere Versammlungen nahmen einen glänzenden Verlauf und berechtigen zu der Hoffnung, daß der Einfluß der Sozialdemokratie in der neuen Stadtverordnetenversammlung eine ganz wesentliche Steigerung erfahren wird. Am Montag eröffnete Berlin VT(Verwaltungsbezirk �hallesches Tor") die Kommunalwahlbewegung mit einer gut bs- suchten Wähleroersammlung in K l i e m s F e st s ä l e n. Der Referent Stadtverordneter Genosse Dr. L o h m a n n wies einleitend auf den Ernst der Zeit hin, der da» deutsche Volk mit Sorge erfüllt. Es sei aber ein verhängnisvoller Irrtum, gegenüber den großen Fragen der Staats- und Reichspolitik die kommunalpolitischen An- gelegenheiten für unbedeutend zu halten. Hier wie dort habe man es ja mit denselben Widerständen zu tun, hier wie dort gelte es, den Drachen Reaktion zu bekämpfen. Hätten die Masten das rechtzeitig erkannt, hätten sie es schon bei den vorjährigen Wahlen für die neue Stadtgemeinde Verlin beherzigt, so wären diese Neuwahlen nicht nötig geworden. Das vorjährige Wahlergebnis, das der Reaktion einen Zuwachs brachte, habe ihr Mut gemacht.(Zustimmung.) Sie habe dann die Ungültigkeitserklärung betrieben und beim Oberoerwaltungzgericht Erfolg gehabt in dem bekannten Urteil, das als ein hochpolitisches anzusehen sei.(Zustimmung.) Leider seien im Stadtparlament durch die Kommunisten den Reaktionären noch Ströme von Wasser auf ihre Mühlen geführt worden.(Lebhafte Zustimmung.) Der Referent schilderte eingehend das Verhalten der Parteien im Rathaus, die stet» auf das Er- reichbar« gerichtete praktische Arbeit der sozial- demokratischen Fraktion, die Unzuverlässigkeit der nach agitatorischer Wirkung haschenden Unabhängigen, das jede Tätig- keit in der Gemeindeverwaltung erschwerende Treiben der Kom- munistcn, auf der anderen Seite die gleiche Störung der Vermal- tungsarbeit durch die Deutschnationalen, durch die ihnen verwandte Deutsche Volkspartei und durch die meist mit ihnen zu einem tat- sächlichen Bürgerblock sich zusammenschließenden Demokraten. In den Fragen der Erschließung von Einnahmequellen durch neue Steuern, der Erhöhung von Löhnen und Gehältern, der Steigerung von Tarisen— überall müsse entschieden werden nach dem Grund- sitz, daß die Interessen der Allgemeinheit den Einzelinteresten vorangehen.(Beifall.) Lohmann kam zu dem Ergebnis, daß trotz allen Erschwerungen, die der Krieg mit der durch ibn verursachten Finanznot uns gebracht hat, dt« sozial- demokratische Fraktion die bestmögliche Kommu- nalpolitik für die A r b e i t e r b e v ö l k e r u n g ge- trieben hat.(Lebhafter Beifall.) Bei den bevorstehenden Wahlen hoffe die durch ihre kommunistischen Schrittmacher geförderte Reaktion aus. weitere Erfolge. Aber die Masse habe jetzt die Gefahr erkannt und werde sich zusammenschließen zum Kampf für eine sozialdemokratische Mehrheit und sozialdemokratische Gemeindepolitik in Groß- Berlin.(Stürmischer Beifall.)— An den Vortrag knüpfte sich eine zweistündige Debatte In ihr gedachten die Kommunisten das große Wort zu führen, aber unsere Genossen blieben ihnen die Antwort nicht schuldig. Dem kommunistischen Bezirksoerordneten. S e ll- heim erwiderte unser Gcnoste Bezirksverordneter Theodor Glocke mit einer Entlarvung kommunistischer Bosheitspolitik, wie sie z. B. bei der Bürgermeisterwahl getrieben worden ist. Glocke riet den Kommunisten, e» in der Gemeindeverwaltung einmal mit ernst erArbeit zu versuchen, statt immer nur Agitationsanträge zu bringen. Der kommunistische Stadtverordnete R in torf sagte alz Diskussionsredner:„Glauben Sie, wir Kommunisten schicken unsere Leute in den Magistrat, weil wir meinen, daß sie oort wirklich praktische Arbeit leisten können�" Diese Aeuße- runz wurde von unserem Genossen Lohmann im Schlußwort den Wählern zur Beachtung empfohlen. Ueber die Versammlungen vom Dienstag gehen uns folgende Berichte zu: In Berlin IV(Verwaltungsbezirk Prenzlauer Berg) refe- rierte vor einer sehr stark besuchten Versammlung in der Bötzow- Brauerei der Stadtverordnete und Stadtrat Genosse Otto Frank. Er betonte, daß es sich bei dieser Wahl für die bürgerliche Klasse darum handelt, die sozialistische Mehrheit im Stadtparlament zu beseitigen. Die bürgerlichen Parteien möchten am liebsten den Zu- stand der vorrevolutionären Zeit wieder haben, in der die Arbeiter- klasse nur schwach in der Stadtverordnetenversammlung vertreten sein konnte. Seit Monaten wird von ihnen, um Wähler zu fangen, ein Lügenfeldzug gegen die sozialistische Ralhausmehrheik geführt. Die Rot dieser Zeit wird verlogenerweise den Sozialisten aufs Konto gesetzt, obwohl jeder weiß, daß der Krieg sie verursacht hat. Trotz allen Angriffen von rechts und auch von links kann die Sozialdemokratie vor die Wählerschaft hintreten mit dem Bewußt- sein, für die Arbeiter, Ange st eilten und Beamten alles bei den jetzigen Verhältnissen Mögliche g e t a n zu haben.(Zustimmung.) Der Referent erörterte die kom- munale Tätigkeit und die Bemühungen der Sozialdemokratie in der Stadtverordnetenversammlung und im Magistrat, ihre Grundsätze zu verwirklichen. Leider werde aber durch die finanziellen Röte der Stadt der beste Wille gehemmt. Wenn man nicht Katastrophen- pclitik treiben will, müsse man Einnahmen und Ausgaben in» Gleichgewicht bringen. Nötig sei, den Ertrag der Werke zu steigern und andere Einnahmequellen zu erschließen. Durch die von den Sozialdemokraten durchgesetzten indirekten Steuern werde die besitzende Klasse und ihr Luxus be- lastet. Trotz der schlechten Finanzlage seien im Etat 1921 für ver- schiedene soziale Aufgaben erheblich höhere Beträge eingesetzt war- den. Bezüglich der Erwerbslcsensürscrze sei mehr Hilfe vom Reich zu fordern, das die produktive Erworbslosenfürforge durch Hergabe größerer Mittel fördern könnte. Referent zeigte die Sinnlosigkeit und verlogenbeit des Geschreis unserer bürg er- lichen Gegner über angeblich«„Mißwirtschaft� des roten Magistrats. Ueber die Haltung der noch den Kommunisten schielen- den Unabhängigen führte Genoste Frank aus, es gehe nicht an, daß wir Ausgaben mit Unabhängigen und Kommunisten be- willigen und dann für die Deckung mit den Bürgerlichen sorgen sollen. Soll es zu einer Arbeitsgemeinschaft mit den Unabhängigen kommen, so müstcn sie ihre Haltung ändern. Scharf lehnte Frank das Radautreiben der Kommunisten ab. das der Arbeiterklasse nur Schaden bringt. Auch die kommunistische Katastrovhenpolitik könne die Sozialdemokratie nicht mitmachen.(Zustimmung.) Genoste Frank schloß: Am Wahltage keine Stimm« den Bürger- lichen, keine den Kommunisten, kein« einer anderen Partei. Zed« Stimme der Sozialdemokrakiet Haben wir Begeisterung für unsere Ideale und tut am IS. Oktober jeder seine Schuldigkeit, so werden wir die Reaktion zu- Ichanden machen.(Stürmischer Beifall.)—- Die Diskussion brachte auch kommunistische Werbeversuche. Von Reformen er- warten die Kommunisten, sagte ein Redner, keinen Gewinn für die Arbeiter Aber ins Rathaus wollen sie hinein! Unsere Genosten gaben die verdiente Antwort. In einer sehr gut besuchten Versammlung sprach der Abgeordnete Bohlte vor den Einwohnern und Genossen des 1«. Bezirkes in Zehlendorf im Großen Saale des Kaiserhofes. Er führte u. a. aus: Diese Wahl ist ein Ereignis von ungeheurer innerpolitischer Wirkung und Bedeutung. Der deutschvolksparteiliche Stadtverordnete von Eqnern hat in der„Tgl. Rundschau" klar und dürr ausgc- sprachen, daß die Wahl den Zweck hat, die sozialistische Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung zu entfernen. Wenn nun auch ein bürgerlicher Block heute nicht zustande gekommen ist, so ist er innerlich doch vorhanden. Wenn das Bürgertum heute propagiert: Los von Berlin, so muß die größte Schuld an der Aus- breitung dieser Propaganda der KPD. zugeschoben werden und ihrer vollkommenen Unfähigkeit, sich parlamentarisch und real- politisch zu betätigen. Glücklicherweise gehen wir jetzt mit der USP. zusammen, so daß auf diese Weise eine sozialistische Mehrheit im Stadtparlament herausgeholt werden kann. Allerdings wird man von der USP. verlangen müssen, daß sie künftig konsequenter ist, d. h. wenn sie Ausgaben bewilligt, muß sie auch für die Ein- nahmen sorgen. Eine fürchterliche Abrechnung hielt der Redner, be- sonders in Hinsicht auf den reaktionären Charakter der Cinwchnerschafl de» Außenwestens mit diesem Bürgertum und mit schärfsten Worten geißelte er das Scheinchristentum dieser Leute. Besonders eindringlich wandte stch Genoste Böhlke an die zahlreich im Westen wohnende Beamtenschaft und legte ihr dar, daß ihre Existenz tatsächlich nur eine Proletarier- exiltenz sei, und daß sie demzufolge Arm in Arm mit den großen Arbeiter- und Angestelltenorganisationen arbeiten müßte. Der Redner sprach zum Schluß die sichere Erwartung aus, daß die Kopf- und Handarbeiter, d. h. Arbeiterschaft, Angestellte und Beamten zu- sammengehen werden, und wenn außerdem die beiden sozialistischen Parteien zusammengehen, so wird das am 16. Oktober eine so- z i al i st i fch e Mehrheit im Stadtparlament bringen. Eine Aussprache fand nicht statt. Die anwesenden Bürgerlichen ver- hielten stch durchaus ruhig, dagegen konnten es sich einige Krakeeler der Kommunisten und auch einige Undisziplinierte der USP. nicht verkneifen, die klaren, eindrucksvollen und mit aroßem Beifall auf- genommenen Worte unsere» Redners durch läppische Zwischenrufe zu stören. In der Versammlung de, 6. Kreises(H a l l e s ch e s Tor) in der Patzenhoier Brauerei sprach vor einer zahlreichen Zuhörer- schaft Genosse E. Mermuth. Nachdem der Redner in großen Umrissen die gegenwärtigen Verhältnisse der neuen Einheitsgemeinde geschildert, betonte er: Der Ausfall der Wahlen am 16. Oktober ist von politischer Bedeutung weit über den Rahmen Groß-Berlins hinaus. Gelänge es den rechtsgerichteten Parteien, die sozialistische Mehrheit zu beseitigen, so würde die Reaktion ganz Deutsch- l a n d s jubeln. In der systematischen 5?etze gegen den in seiner Mehrheit aus Sozialisten bestehenden Magistrat liegt politische Methode. So undankbar und schwer es auch für unsere Partei sein mag, unter den obwaltenden Verhältnissen die Verantwortung zu tragen, so darf von einem Sieg des geeinten Bürgertums keine Rede sein. Daß die Sozialdemokratie unter den gegenwärtigen Verhältnissen der herrschenden Not auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet nicht sofort steuern kann, hat sie gewußt, nocb ehe sie sich entschloß, die Zügel mit zu erqrcifen. Daß die bürgerlichen Par- teicn unter der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftsmisere den dringenden Problemen des Tages aber noch viel ratloser g e g e n ü b e r st e h e n als die Bertrcter der Arbeiterklasse, haben diese Herrschaften im Reich und im Staat bereits hinlänglich be- wiesen. Für die gesamte werktätige Bevölkerung müsse es daher am 16. Oktober heißen: das Errungene krampfhaft festzuhalten. f>indern uns auch die ungünstigen Finanzverhältnisse am raschen Aufbau des kommunalen Sozialismus, so sollen die Feinde des Proletariats doch inne werden, daß eine sozialistische Ver- w a l t u n g mehr denn sie die Sorgen und Nöte der Zeit zu lindern vermag.— In der lebhaften Debatte suchten einige kommunistische Redner die Politik der sbzialdemokratischen Fraktion zu bekämpfen. Daß die große Zahl der Versammelten völlig anderer Meinung war, mag als ein erfreuliches Zeichen der klaren Einsicht in die realen Verhältnisse gewertet werden. Mit einem begeisternden Hoch auf einen guten Wahlkampf für die Sozialdemokratie schloß Genosse Sperling die von bestem Geist beseelte Versammlung. In der K ö n i g s b a n k, Große Franksurter Str. 117, sprach Genosse Eugen Brückner. Er geißelte das Vorgehen der Rechts- Parteien, die glaubten, durch die Neuwahlen ihr« reaktionären Ziel« erreichen zu können. Trotz großer Sckwierigkeiten hat das Stadt- Parlament Großes geleistet. In großen Zügen zeigte er die Aufgaben, die der neuen Stadtverordnetenversammlung harren. Zum Schlüsse fordert« er die Anwefenden und insbesondere die Frauen auf, am 16. Oktober nur sozialdemokratisch zu wählen, damit nach wie vor das rote Banner auf dem Berliner Rathau? wehe. Die gut besuchte Berfommlung wurde vom Genossen Buch- mann mit der Aufforderung, alles einzusetzen, um den Sieg der Sozialdemokratie am 16. Oktober zu sichern, geschlosien. � Der große Saal der Pharussäle war überfüllt, wohl 1500 Männer und Frauen nahmen an der Versammlung teil. Der Re- ferent Gen. Kuttner unterstrich in seinem Referat namentlich die allgemeinpolitische Bedeutung der Stadtverordnetenwahlen. Hier ist dl« erste Gelegenheit, um in dem großen Ringen zwischen Republik und Reaktion, das durch die Ermordung Erzber- gers mit voller Wucht entbrannt ist, der Monarchistenclique eine Wohlniederlage beizubringen und die Kraft des republikanischen Gedankens zu erweisen. Es gilt jetzt mehr, als ein« bürgerliche Mehrheit in Groß-Berlin zu verhindern, wie die Demonstration am vergangenen Mittwoch, so muß die kommende Stadtverordneten- wähl zu einem überwältigenden Massenaufgebot gegen die Reaktion werden. Unter stürmischem Beifall kennzeichnete der Redner die widerliche Heuchelei der Kreise, die jetzt für die christliche Schule kämpfen, aber ihr„Christentum" beweisen, indem sie über die feige Mordtat in Griesbach jubeln und tagtäglich den Haß predigen.— Mehrere kommunistische Diskussioniredner konnten den Eindruck de» mit großem Beifall aufgenommenen Referats nicht verwischen. Ihre gewohnten Phrasen wurden vön den Genossen Schönrock, Pfeiffer, Kummer und Kolbe gründlich widerlegt. Mit einem brausenden Hoch auf die Sozialdemokratie schloß der Vorsitzende die Derfamm- lung, die ein vrller Erfolg unserer Sache war. � In der Bcrsammlunq des dritten Kreises(Wedding) im Schiller-Lyzeum sprach vor einer großen Zuhörerschaft Ge- nasse Stadtrat Bauer und zeigte die schwierigen Aufgaben-, die der sozialistische Magistrat bei Uebernahme seiner schweren und ver» antwortungevollen Tätigkeit zu bewältigen hatte. Der Geist der Stödteordnung von 18S3 spult noch heute in vielen Gesetzen und Derwaltungsmaßnahmcn, so daß es der Ausbietung aller Kräfte befcarl, um einen neuen modernen sozialistischen Geist in di« Stadtverwaliung hineinzubringen. Dies wird. nur gelingen, wenn unter den fozialistlschen Parteien der Gedanke herrscht, daß ein einiges und geschlosicnes vorgehen in allen kommunalpolitiichen Fragen notwendig ist. Mit einem warmen Appell an die Anwesenden, am 16. Oktober geschlossen sür die SPD. einzutreten und zu stimmen, schloß der Reder sein ein- drucksoolles Referat. In der Dietussion ivroch der Kommunist Meyer, Obmann des Mieterrats vom Ledigenheim, über einige Zustände, die dort im Ledigenheim herrschen sollen und denen gegen- über di« Bezirksoerordneten des I. Verwaltungsbezirk» nicht energisch genug vorgegangen sind. Ihm antwortete an Hand von Akten aus der Bezirksverordnetenversammlung Genosse Fuß und zeigte, mit welchem Ernst gerode die beiden sozialistischen Parteien im 3. Ver- wailungsbezirk bestrebt waren, di« von Meyer behaptetcn Anklage- punkte aus der Welt zu schaffen. Im überfüllten großen Saale der Schultheißbrauerei in der Hasenheide sprach unter großem Beifall der Landtagsabge. ordnet« Genosse O st e r r a t h. Er hielt gründliche Abrechnung mit der gesamten Reaktion im Reich, im Staat und in der Stadtgemeinde Berlin. Er schloß mit dem Wunsche, die Groß-Berliner Bevölke- rung möge auch am 16. Oktover den alten guten Ruf des sozio- listisch cn Berlins wahren Stadtsekretär Genosse Reich rief zur Einigkeit zwischen A-beitern, Angestellten und Beamten aus. In die Stadtverordnetenversammlung dürfen nur Leute gewählt werden, die das Interesse der Allgemeinheit vertreten. Stadtrat Heitmann entwickelte das sozialdemokratische Programm, wobei er sich insbesondere mit den Schulverhältnissen beschäftigte. Die Bürgerlichen haben es bis heute hintertrieben, daß unser Genosse Nydahl und Fräulein Siemsen in die Berliner Schulverwal- tung eintreten können, Genosse Gerstenberger rief di« Be- amten und Angestellten auf, mit den Handarbeitern zusammen am 16. Oktober der SPD die Stimme zu geben.— Der Bcr- lauf der Versammlung berechtigt bezüglich des Wahlausfalles zu den besteck Hoffnungen. In der lehr gut besuchten Versammlung in der Aula Markt- straße, Lichtenberg, sprach an Stelle des leider verhinderten Genossen Sierinq Genosse Ernst Arndt. Die diesmalige Wahl, so führte er aus, ist nicht Nur für Bectin von größter Bedeutung. Wir müssen in den Wahlkampf ziehen mit dem Motto:„Hie Kapitalismus, hie Sozialismus" Unter keinen Umständen darf das Bürgertum über uns triumpbiercn. Bei jeder Gelegenheit haben die Bürger- lichen alles versucht, uns Schwierigkeiten zu bereiten. Die Unab- hängigen und Kommunisten haben, trotzdem ihre Maaistratsmitglieder an der Aufstellung des Etats mitgearbeitet hatten,.diesen abgelehnt. Wer will, daß Berlin wieder langsam gesundet, der kann seine Stimme nur der SPD. grjDY. Als zweiter Redner ging Bürger- mcister Genosse I o lni auf die Arbeiten im Rathaus ein und erntete mit seinen Ausführungen stürmischen Beifall. Außerdem sprachen noch einige Kcmniunisten, die von den Genossin Arndt und John unter dem jubelnden Beifall der Dersammlung glänzend abgefertigt wurden._, die österreichiscb-ungariscbe Kriegsgefahr. Wien, 6. September.(Eigener Drahtberichk des„vorwäris".) Der sozialdemokratische Parleivor stand und der Vorstand de» Sozialdemokratischen Verbandes in Deukschösterrelch haben heule nachmittag einen Aufruf an die Ar- bclierschask«lasten, in dem es heißt: Die organisierte Arbeiterschaft hat heute eine doppelte Ausgabe. Sie muß zunächst alles tun, um den von tzorthy-Ungarn bedrohten ssrledenzurettcn und die Gefahr eines neuen Krieges zu ver- hindern. Wenn aber horlhy-Ungarn trotzdem zu einem Kampfs zwingen sollte, d« nicht nur ein Kampf um das vurgenland, sondern ein Kampf um die selbständige Republik und gegen die horthysierung Deukfchösterreichs wäre, dann müßte die Arbcilnschafk die bedrohte Republik mit allen Mitteln ver- t e l d i g e n. Solange noch eine Hoffnung besteht, durch diplomatische Verhandlungen den Konflikt zu beseitigen, muh jede gewaltsame Er- Hebung der Arbeilerschnst unterbleiben, da jede solche Aktion di? Kriegsgefahr steigern und einen vorwand für horthy-Ungarn geben würde. Sollte Ungarn trotz d« friedlichen Haltung der R-publik einen Krieg gegen Deutschösterreich unternehmen, dann wird es Pfsicht der Arbcitnschaft fein, sich mit der Wafse in der Hand an die Seite der Wehrmacht zu stellen, um die Republik und die Areiheil der Arbeikrrklasse zu««leidigen. Fernerhin müste die Arbeilerschaft in den Tagen der Gefahr die Wehrmacht imlersiühcn, indem sie den Verkehr und alle wichtigen Betriebe, welche sür die Verpflegung und Ausrüstung tällg sind, in ungestörtem Gange«halten und sich zu keinen Unbesonnenheiten verteilen läßt, Es wurde ferner ein Fonds zur Unterstützung der Hinterbliebenen der im vurgenland Gefallenen ge- gründet. Wien, 6. September.(Korr.-Bureau.) Der von den Ungarn gestern angegriffene Ort K i r ch s ch l a g befindet sich im Besitz der österreichischen Wehrmacht. Die dort verwendeten österreichisch m Truppen haben stch in joder Bejahung ausgezeichnet und glänzend bewahrt. Ungarische Truppen u Insurgenten haben teils entlang der Grenz«, teils auf österreichischem Boden Schützen» grüben ausgehoben. Bemcrkerewcrtcrweise befinden sich unter den verwundeten Oesterreichern hauptsächlich Sanitäts- s o l d a t e n. Die Leiche eines derselben wurde von den Ungarn entkleidet und aufgehängt. Budapest, 6. September.(WTB.)' Ministerpräsident Gras B e t h l e n, der die zweite Zone in W e st u n g a r n bereist hat, er- klärte nach seiner Heimkehr der Presse, er habe sich überzeugt, daß die ungarischen Behörden in der z w e i t e n Zone mu st ergültige Ordnung aufrechterhalten.(!) Auf Deranlassung der Ententckommission werden demnächst ungarische und Ententeofsizier« zur Herstellung der Ordnung in die erste Zone entsandt werden.(Die sogenannte„zweite" Zone Westungariis ist eine eigenmächtige und vertragswidrige Konstruktion der Horthy-Regierung. Nach dem Vertrag von Trianon hat Ungarn ganz Westungarn ohne weiteres zu räumen und Deutschösterreich abzutreten. Die Red.) Was Rußlanü braucht. Genf. 6. September.(WTB.) Raufen gab Vertretern der Presse einige interessante Ausklärungen über das Hilfswerk für das hungernde Rußland. Räch seiner Ansicht wären 4 Millionen Tonnen Nahrungsmittel nötig, Rußland glaube, 2 Millionen Tonnen liefern zu können. Das international« Hilfswerk müsse also seinerseits 2 Millionen Tonnen liefern. Die Hungersnot breite sich von der Wolga bis zum Kaukasus au». 20 bis 25 Mit- lionen Menschen litten ungeheuer. Das Dringendste sei, Saat- körn zu beschaffen. Wenn das nicht möglich sei, dann würden Menschen und Dieh sterben müssen. Ueber die jüngste Verhaf- tung des allrussischen Komitees befragt, wies Nansen darauf hin, daß dadurch große Schwierigkeiten her- vorgerufen worden seien. Es wäre eine undankbare Aufgabe, die er übernommen habe, aber nur mit Optimismus könne man sich an sie heranmachen. Auf die Bemerkung eines Pressevertreters, daß die Pariser Kommission eine Untersuchung anstelle, erklärte Nansen, daß das sehr schön sei, aber da» würde die unmittelbare Hilfe nicht einschränken. Man dürfe keinen Augenblick mehr v«- l!«en. Der warme und aufrichtige Ton seiner Ausführungen macht« einen tiefen Eindruck auf die Zuhörer. Genf, 6. September.(WTB.) Nansen hat ein Schreiben an den Eencralsekrctät des Völkerbundes gerichtet, in dem er sich b e- reit erklärt, das Amt eines Oberkommissars für die russischen Emigranten zu übernehmen. �ngora von öen Griechen befetzt? Genf, 6. Septemb«.(Lena.) Die griechische Völkerbund- delegotlon«hielt gestern abend eine telegraphische Mitteilung au» Athen, d«zosolge die Griechen Angara nunmehr beseht habe». OsVerMastsbsVegung «.de? Hoizmarkt� auf öem Holzwege. Das„amtliche Organ zur Bekanntmachung der cholzoerkäufe der Preußischen Staatsforstverwaltung und der meisten anderen bundesstaatlichen Forstbehörden", als das sich„Der ch o l z m a r k t" bezeichnet, brachte in seiner Ausgabe vom 2. September die „Gegen den Achtstundentag" gerichtete Zuschrift eines ton- angebenden schlesischen Unternehmers der Holzindustrie. Der Tonangebende räsoniert über die Erhöhung der Eisen- bahntarife um 25 Proz. und führt diese gleich allen Berteue- rungen der Erzeugnisse und Waren wie des gesamten Lebensbedarfs auf die„als endlose Kette wirkenden fortgesetzten Lohn- erhöhungen" zurück. Verwechselt der Mann hier Ursache und Wirkung in solchem Grade, so vergibt er sich damit den Anspruch eines sachlichen Beurteilers der Dingo. Solchen Unternehmern wäre allen Ernstes zu raten— ja, man müßte sie dazu zwingen können auf Grund solcher Aeußcrungen—, auch nur einmal vier Wochen lang mit dem Lohne eines ihrer bestbczahlten Arbeiter sich und ihre Familie zu ernähren. Gewiß keine lange Lehre, zumal in der Gc- wißheit, daß es sich nur um einen kurzfristigen Zustand handelt: doch sie würde vielfach genügen, manchen Unternehmer zu einer ge- wissenhaftcren Beurteilung der Lage der Arbeiter zu veranlassen. � Um nun zu seinem eigentlichen Thema zu kommen, erklärt der Tonangebende unvermittelt:„Die Ursache dcrVerteuerun- gen und mittelbar der Entwertung unserer Papierwertzeichen liegt zum größten Teil in der geringen Arbeitstätigkeit." Er fügt zwar hinzu,„daß in dieser Beziehung ein Wandel zum Besseren" eingetreten ist, „nur wird eine weitere Entwicklung zum Besseren durch die über- mäßige Verkürzung der Arbeitszeit verhindert". „Für Schwerarbeiter und Bergleute mag die achtstündige Ar- beitszsit angemessen sein, für die große Masse der anderen Betriebe! ist sie ein Widersinn." Nach einem verlorenen Weltkriege hätte nicht eine Verkürzung, sondern eine Verlängerung der Ar- beitszeit eintreten müssen. Geistige Kopfarbeiter(!) müßten 10 und 12 Stunden und darüber arbeiten, um ihre kümmerliche Existenz fristen zu können. Ein Glück für unseren Tonangebenden, daß er nicht zu diesen geistigen Kopsarbeitern zählt. Die Verkürzung der. Arbeitszeit habe. dahin geführt, daß die Erhöhung des Schneide-' lohns für Rundhölzer von 3 M. und 4,50 M. für den Festmeter Rundholz in der Vorkriegszeit bis auf 100 M. und darüber ge- stiegen sei. Leider erfahren wir bei dieser Gelegenheit nicht, woher es kommt, daß die Holz preise so unverschämt in die Höhe ge- trieben wurden. Der Mann aus Schlesien kommt zu dem Schluß: „Solange die gewerkschaftlichen, gesetzlichen und behördlichen Auswüchse nicht beseitigt werden, kann von einer Besserung in der Allgemeinwirtschaft der Verhält- ntsse keine Rede sein. Deshalb muß danach gestrebt wer- den, zu der normalen Arbeitszeit von 10 bis 11 Stund cn täglich zurückzukehren..." Die Schrift- leitung des„Holzmarkis" bezeichnet diese Ausführungen als durch- aus richtig. Sie habe bereits im November 1S18 erklärt, daß mit dem Achtstundentag„der allerschlimmste Fehler und sogar wider besseres Wissen" begangen wurde. „Der Achtstundentag ist die direkte Quelle all des Elends, das in der Nachkriegszeit über die arbeitende Bevölkerung hereingebrochen ist....� Der Achtstundentag hat die ganze Misere herbeigeführt, die Der- teuerung der Produktion und damit selbstverständlich die Berteue-, rung der Lebenshaltung." Daß der„Holzmarkt" vom Standpunkt der„persönlichen Freiheit" ans sich gegen den Achtstundentag wendet und die Er-. werbslosenunterstützunq als Prämie für Müßiggang bezeichnet, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Ein Blatt, das bei zwei Textseiten in der 2. und 3. Beilage! 13 Seiten Anzeigen enthält,.zählt in solchen Fragen zwar nicht mit, obwohl es„a m t l i ch" ist, doch ist es nicht ohne Interesse, einmal zu zeigen, wie aus allen Winkeln der Unternehmerpresse gegen den Achtstundentag gewütet wird. Eine Mahnung für die Ar- beitnehmerschaft, durch innere Festigung ihrer Organi- sationen dafür zu sorgen, daß alle die Unternehmer auf dem Holz- wege sind, die da glauben, den Achtstundentag wieder beseitigen zu können und sich die„Freiheit" ungehemmter Ausbeutung wieder anzueignen._ Zum Kampf öer Holzarbeiter. Der Streik der Holzarbeiter.zeigte am Schluß der Berichtswoche folgenden Stand: Im Streik befinden sich 027 Betriebe mit 8785 Arbeitern. Ausgesperrt haben 34 Betriebe mit 179 Arbeitern. Den Reichs- manteloertrag und das Lohnabkommen haben 3 28 Betriebe mit »434 Arbeitern restlos anerkannt. Aus diesen Zahlen ergibt sich, daß die Zahl der streikenden De- triebe langsam zurückgeht. Die Aussperrung ist, da'in der letzten Berichtswoche neue ausgesperrte Betriebe nicht gemeldet wurden, nicht mehr steigerungsfähig und hat sich als eine Fehl- a'ktion der Unternehmer gezeigt. Dagegen nimmt die Zahl der bewilligtten Betriebe stündlich zu und beträgt für die verflossene Woche 72. Diese Tatsache ist den Scharsmachern der Holzindustrie höchst unbequem und so stellt Herr Pa e t h in seiner Fachzeitung die Be- haupiung auf, die Organisationsleitung operiert mit Unwahrheiten. Von der Richtigkeit der von uns veröffentlichten Zahlen in bezug auf geleistete Unterschriften kann sich der Herr überzeugen, wenn er bei den täglich in unserem Bureau erscheinenden und die Unterschrist leistenden Unternehmern Umfrage hält, denen bereilwilliast die Liste der bewilligten Betriebs gezeiat wird. Mit nicht zu überbietender Unverfrorenheit stellt dieser„Obermeister" die Behauptung auß die Zahl der bewilligten Betriebe ließe sich an den Fingern einer Hand abzählen. Das läßt sich machen! Doch muß er dann seine Finger mindestens(55mal hintereinander zählen. Die L e h r l i n g s f r a o? hat es dem Herrn ganz besonders angetan und bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit jammert er, daß der Holzarbeiterverband den jahrhundertealten Aus- beutungsoorrechten über junge in der Entwicklung befindlich« Menschen ein Ziel set-en will. Das wird Herr Paeth nicht verhindern. Groß und breit schreibt Obermeister Paeth:„Wir wollen die Rechte der Arbeiter nicht schmälern." Nun, wir kennen d-n mit beispielloser Infamie von den Holzindvstriellen geführten Kampf gegen die Dekriebsobleute und Betriebsräte und dabei wird mit allem zu Gebot« stehenden Znmsmus von der wirtschaktlichei. Er- schütterung der großen Betriebe durch die Betriebsräte geschrieben. „Wenn die Holzarbeiter aus ibren Forderungen besteben bleiben, können sie bis Neujahr streiken", wird mit derselben Offen- beit zu Papier gebracht wie der den Holzarbeitern am 3. März mündlich übermittelte Holm: ,Na, dann streiken sie doch!" Diese Anschauungen in führenden Arbeitgeberkreisen sind alles ander« als der Wille zur Vrrständigima und die Erbitterung in den Kreisen der Holzarbeiter ist bis zur Siedehitze gest-üaert. Mit jedem Tage nimmt der Charaktl-r des Kampfes an Schärfe zu und die Unzuträglichkeiten bei der Verhinderung der Transvorte von Streik- möbeln haben die Arbeitgeber auf das Konto Paeth und Genossen zu buchen. Die Holzarbeiter müsien hungern, während die Tilchle'mzeister Feste seiern, die abwlnt nicht mehr zeitgemöb, aber dasür die Mords- natrioten-Gesinnung dieser Stützen von Thron und Altar zeigen. Beweis: die gevlante Sedanfeier im Paradiesgarten, arrangiert von dem Orgeschsührer Tischlermeister H i g l e r. Wenn in früheren Zeiten de? Kampf lediglich gesübrt wurde, indem Streikbrecher von den Betrieben kerngebaltcn wurden, zeigte sich in diesem Kamvf ein« erheblich: gröbere Erbitterung. Dadurch werden naturgemäß auch Mittel rnoewendct, die bisher in den Kämvfen der Holzindustrie weniger üblich waren. Wir nennen bier- bei das von den Streikenden imvulsin anacwand'e Verhindern der Abtransport« fertiger oder unfertiger Produkte. Hierbei machen sich allerdings vielfach Unzutränlichkeiten lür weitere Benöltcrunask'eise bemerkbar, die das«ine für sich bnben, daß das Augenmerk des Publikums auf diesen Kampf gerichtet wird. Das bat auch behördlich? Instanten auf dielen Kampf hinge- wiesen und von den verschiedensten Seiten werden Anbahnungen versucht, die von feiten der Holzarbeiter in entgegenkommendster Weise beachtet werden. Die Holzarbeiter werden keine Berhand- lunqsmöglichkeit ausschlagen, doch wird die Frage leb- bost in ihren Kreisen erört-'-t, dast die Mindest- und Durchschnitts- löhne auf 8 M. und 8,50 M. crböht werden müssen. Den streikenden K o l l e o« n zur Kenntnis, daß für den Transvort von MöMn aus den Tisch'ereibetrieb-m oder nach dielen nur die gelbe B e r« ch t i gu n a s k a r t e Gübiakeit hat. Die noch im Umlauf befindlichen Berechtigungsscheine sind im Bureau gegen Karten umzutauschen._ Drohender Streik in der Filmindustrie. Eine öfseniliche Dersammluna aller Arbeitnehmer der Film- industrie tagte am Dienstag im„Alten Askanier", um den Bericht, über das Ergebnis der letzten Lohnverhandlungen mit den Arbeit-; gebern entgegenzunehmen. Der Bericht wurde von Bardeleben und Silbermann erstattet. Als Ergebnis wurde von den Red- nern mitgeteilt, daß es der Vsrbcmdlungskommilsion nicht möglich gewesen sei, zu einer friedlichen Verständigung mit den Arbeitgebern' zu gelangen. Es wurde von diesen«ine Lohnzulage vom 2 0 Prozent, bei Verlängerung der bisherigen Arbeitszeit von 25 Prozent geboten. Eine Verlängerung' der Arbeitszeit mußte � selbstverständlich abgelehnt werden. Auch' der angebotenen Lohn-> «rhöhung habe man nicht zustimmen können. Für einzelne Positionen wäre dabei kam soviel oder doch wenig mehr heraus- � gekommen, als die Arbeitslosenunterstützung beträgt. Demnach sind die Verhandlungen resultatlos verlaufen. Die Aussprache ließ erkennen, daß die Versammlung für die Ablehnung des Angebots der Arbeitgeber war. Bei der Ab- stimmung waren nur vier Stimmen für die Annahme. Dagegen wurde ein Antrag angenommen, nach dem am Mittwoch(also heute) in den Betrieben eine Urabstimmung statlfindet. Von dieser wird es abhängen, ob nunmehr das letzte Mittel, der Streit, zur Anwendung kommen soll._ Streik in Magdeburg. Magdeburg, 6.'September.(Eigener Drahtbericht des „P o r w ä r t s".) Nachdem am Montag die Transport- a r b e i t e r wegen Lohndisferenzen die Arbeit niedergelegt hatten, haben die Betriebsvertrauensleute der übrigen am Lohnkampfe be- teiligten Gewerkschaften in einer sehr stark besuchten Versammlung ebenfalls den Streit beschlossen. In Betracht kommen Metall», Textil- und Bekleidungsarbeiter. Mit fast achtfacher Mehrheit wurde in den Betrieben ein Schiedssprucy des Schlichtungsausschusies Magdeburg, der nur eine sehr geringe Aufbesserung der Löhne zusagte, abgelehnt. Vom Mittwoch 9 Uhr ab ruht die Arbeit. Die Holzarbeiter, die Gemeinde- und Staatsarbciter und die Brauerei- und Mühlenarbeiter haben sich geeinigt. Ebenfalls werden die Gehälter der Angestellten um 33 H Proz. erhöht, so daß auch dort eine Beilegung des Kon- flitts zu erwarten ist. Schiedssprüche für Metastarbeiter und Elektromonkeure« Ein außerordentlicher Schlichtungsausschuß unter dem Borsitz des Referenten K l o st e r m a n n als Vertreter der Reichs- und Staatskommissare für geewrbtiche Frage» fällte am Sonnabend ein- stimmig für die Metallarbeiter-n Bochum einen Schieds- sprnch, der die tariflichen Stundenlöhne ab 1. September 1921 um eine Zeitzulage erhöht, die für alle Arbeiter im Alter von 14 bis 16 Iahren 30 Pf., von 16 bis 13 Jahren 50 Pf., von 13 bis 19 Iahren 70 Pf und von 19 bis 21 Jahren 90 Vf., über 21 Jahre 1,25 M., für Lehrlinge im zweiten Jahre 20 Pf. und im dritten und vierten Jahre 40 Pf. beträgt.— Am Montag entschied ein außerordentlicher Schlichtungsausschuß unter demselben Borsitzenden über die Lohnforderungen der Elektromonteur« und erhöhte einstimmig die Stundenlöhne der Facharbeiter um eine Z e i t z u l a g e von 65 Pf. bis 1,30 M., der angelernten Spezial- arbeiter vm 65 Pf. bis 1,20 M. und der Hilfsarbeiter von 50 Pf. bis 1.20 M. Die Auslösungssätze wurden auf 18 bzw. 17 M. und die Uebernachtungszulage von 8 auf 10 M. heraufgesetzt. Zimmerer! Wir fordern hierdurck nochmals olle Zimmerer in allen Veirieben auk. nur zu dem neuen Lohn, das ist pro Stunde 7,8 0 M. und 15 Pf. Entschädigung für Werkzeug, zu arbeiten. Des weiteren werden die bei Borsig lTegel) bescbäitigt gewesenen Zimmerer aufgefordert, heute im Volksbaus Reinicken- dorf zu erscheinen. Der Vorstand. Pcrdand de« N-SSiude«. Donnersw? Mi tldr bei Trinimann, Zimmtm- straße 27, Branchenversammlung der Beschäftigten in Briefumschlag» und Papier- ausitattungedetriebcn. Tagcsardnung: Bericht über die Leipziger Tarifver- Handlungen.— Freitag 5\i Uhr in den Kammcrsälen, Teltoiver Str. 1—4, große Milgliedervcrsammlnng. Tagesordnung: Steuer und Teuerung. Referent Smil Barth. Nachdem freie Ausforache. Die gesamte KoUegenschaft wird auf- gefordert, diese Bcrsammlung zu besuchen und dieselbe zu einer wuchtigen Demonstration zu gestalten.— Die Ortsvcrwallung. Bildcrrahmen- und Saldleistenbranche. Donnerstag 5 Uhr Versammlung aller in obiger Branche beschäftigten Äallegen und ltolleginnen in den Pracht. sälen„Alt-Berlin", Blumenstrahe. Tagesordnung: Beschlußfassung Uder da» Berhandlungieraebnis beim Echlichtungsausschuh Groß. Verlin. Perbandsbuch legitimiert.— Deutscher Holzarbeiterverband.— Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter Deutschlands.— Deutscher Transportarbeiterverband.— Zeniralverband der Glaser. Deutscher Wcr?meistrr»e�aud. Fachgruppe 50, Automobil- und ltarosserie» bau: Tonnerstag 7 Uhr Bcrsammlung im Schultheiß, Reue Ialobstraße. Fabrilarbeitcraerband. Freitag 6 Uhr im„Dresdener Kasino", Dresdener Straße SS, Funktionärkonfercnz der chemischen Industrie.— biä Uhr im Ei- werkschasishau», Saal 3, Funktionärkonsercnz der technischen Gummiarbeiter. Deutscher Kutaibeiterverband. Donnerstag S Uhr Bcrsammlung der in der Damen» und Umpreßbctrieben Beschäftigten bei Wille, Eebastianstr. 3g. Deutscher Transpartardcltcrrcrdand. Gruppe Dungkntscher: Heute 8 Uhr bei Fepfara, Melchiorstr. 15, allgemeine Versammlung. Bericht von den Ber» Handlungen.— Branche Einkassicrer, Kaisenboten, Bnreaudiener: Donnerstag 7 Uhr äußerst wichtige Bertraucnsmännerrersammlung bei Müller, Stralauer Straße 53.— Die Branchenlcitung. Arbcitnehmerverband de» Friseur, und Aaargewerbe». Donnerstag TV, Uhr Engelufer 25, BersamMIung. Mitgliedsbuch legitimiert. Deutscher Berlchrsbuad. Freitag 8 Uhr im Gewerkschaftsbaus, Engel» ufer 24/25, großer Saal, öffentliche Masten-Proteswersammlung. Tagesordnung: Massenentlassungen im OPD.-Bezirk Berlin. Referent Martin Ienß.— Be- zirksbetriebsrat bei der OPD. Berlin. Heute 8 Uhr in Schulz' Festsälen, Berlin G., Am ÄLnigsgraben 2, Betriehsrätevolloersammlung.— Wallner- Theatcr:„Rizchen". Billetts zu Borzugspreisen für den»., 13. und 18. Septem. ber im Zimmer 43 zu haben. Bund der technischen Angestellten und Beamten, Ortsverwaltung Berlin Norden III. Mitgliederversammlung am Freitag lid Uhr im Restaurant„Zum Hagenbcck", Gcke Müller, und Seestraße. Verantwortlich für den rcdakt. Teil: Viktor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Td. Glocke, Beriin. Verlag: Vorwäriö-Leriag G. m. t. H.. Berlin. Druck: Bor» wiriZ-Buchdruckerei ll. Berlagganstali Po»! Tinaer«t. To.. Berlin. Lliidonstr. S. Hier»» 1 Beilage. «ir»>lMiiii>ii!ii>»>"nuo»>m>u>imii»»m,«>mnm>>!»ii»r,u::i ,;,ii:;:r.minniu»mimim«iimi;,-aiiiiiwnajniunii;:i,i,.. S? Strumpfwaren Damenstrümpfe 0751-150 Baumwolle, gewebl.sdiwarz und|arblg 0 IS Damenstrümpfe-s-isoiffso Baumwoile.gewebi, schwarz, la Qualiiä! 0 2L 63 Damenstrümpfe->-,50-1073 Hör, gewebt, schwz. u. Jarb., jeine Ovial. �■ J-.*? 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