Nr. 278. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 0010. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: ozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 29. November 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Wähler, Teid auf der Huk! " nahmegesetz gegen die Sozialdemokraten." Ob er, ähnlich wie 15 Jahre später der französische Bourgeois ausrief: Gesegnet sei das Terzerol! wissen wir nicht, wahr scheinlich ist's " M wollen eine servile Majorität ergattern, welche die stärkste Oppositionspartei tnebelt, und dann an dem widerstandslos gemachten deutschen Volk die Weißblutung vornimmt. Vom Umsturz spricht man, hundert Millionen neuer Steuern meint man. Und hinter den neuen Steuern erhebt sich eine neue Militärvorlage und erheben sich die nie zu befriedigenden Ansprüche der heißhungrigen Junker. Das deutsche Reichsschiff schwankt bedenklich, am Steuer Was weiter fam, ist bekannt. Dem Hödel folgte der ist keine feste Hand, und der Zickzackkurs verräth die Rath- Nobiling: der Reichstag wurde aufgelöst, der Sozialistenlofigkeit, welche mit Volldampf voraus!" ins Dunkle und schreck unter die Wähler geschleudert, und Bismarck erhielt Ungewisse hineinstürmt. In dem Chaos der Regierungs- seine Majorität, die erst, als Anstands Duvertüre, den Aller menschlichen Berechnung nach sind in Bälde Neupolitif begegnen wir blos zwei festen Punkten: der firen Idee Sozialistengesetz- Sput aufführte, und dann zur famosen wahlen zu erwarten. Die Absicht bestand, schon vor Weihvon Gesetzen gegen den ,, Umsturz", und dem, allerdings weniger Wirthschaftspolitit", dem eigentlichen Zweck der Auf- nachten den Reichstag zu einer Entscheidung über das noch in den Vordergrund tretenden, darum jedoch um so ernst- lösung, Ja und Amen sagte, das heißt, zu dem gigantischen nicht ausgebrütete Umsturzgesetz zu zwingen. Einen andern hafteren Plane,- das deutsche Volk wieder zum Vivi Beute zuge der Junker und Großkapitalisten, der ihnen Sinn konnte der Plan, vor Weihnachten blos das fettionsthier für einen gewaltigen Aderlaß zu machen. Millionen eingebracht, dem deutschen Volk Milliarden ge- Umsturzgesetz vorzulegen, nicht haben. Der Plan mußte, Die letzte Seffion des Reichstags hat die Steuer- foftet hat. Das Rothe Gespenst hatte die Rolle des Zuweil allen parlamentarischen Sitten zu schroff widerentwürfe des Herrn Miquel zur Deckung der Kosten für die treibers gehabt, der die Fische ins Net jagte. sprechend, aufgegeben werden. Allein das Ziel ist nicht neue Militärvorlage bekanntlich zum Scheitern gebracht. Jetzt eine ganz ähnliche Lage. Die Regierung steckt aufgegeben. Wir dürfen uns nicht überraschen lassen. Die Finanzlage des Reiches ist eine vergleichsweise günstige, in der Sackgasse; sie braucht Geld und der Reichstag will Darum, deutsche Wähler, seid auf der Wacht! Und so daß die Regierung sehr gut auskommen könnte, wenn es nicht bewilligen. Sie braucht einen anderen Reichstag, bereitet Euch vor für die Kämpfe, die uns es fich nur noch um die neue Militärvorlage handelte. der kuscht, apportirt und über den Stock springt. Und um sich er bevorstehen! Allein das ist nicht der Fall. Der Appetit kommt beim einen solchen zu erlangen, braucht sie einen Wahlruf, der, Effen, und was die sozialistischen Abgeordneten im vorigen wie 1878, das Volk verwirrt und ihr eine Majorität giebt. Jahre bei Diskussion der neuen Militärvorlage prophezeiten, Mit dem Ruf: Mehr Steuern! wäre der Regierung Zur Diskussion ist eingetroffen: fie genügt dem Nimmersatt Moloch nicht; die Niederlage gewiß. So hat man nach einem anderen über den Frankfurter Parteitag. 11 in In eigener Sache. Unser Münchener Parteiorgan bringt in seiner legten Nummer( 270) unter" Parteinachrichten" folgendes: " 1 " " die Halbbataillone sollen zu Ganzbataillonen erweitert Ruf sich umthun müssen, und da ist man denn schließlich werden, und weitere Reformen" find im Wert. Es unterliegt in Ermangelung neuer Ideen auf den alten Ruf verfallen: teinem Zweifel, daß der Sturz des Grafen Caprivi deshalb Rettung der Gesellschaft! erfolgte, weil er sich weigerte, den maßlosen Forderungen Daß der Lärm gegen den Umsturz" ein künstlicher ist, Der Vorwärts" brachte in seiner letzten Freitags- Nummer der ebenfalls nimmersatten Junker, und denen des Mili- das liegt doch gar zu offen auf der Hand. Deutschland ist eine" Erklärung, die wir in der letterschienenen Nummer der tarismus zu entsprechen. das einzige Land, dem keine anarchistischen M. Post" unter dem Titel der Vorwärts", der Man hat die gegenwärtige Lage mit der des Jahres 1878 Verbrechen" verübt worden sind; und zwar ist dies, nach Parteitag und die Münch. Post" zum Abdruck vor den rettenden" Attentaten verglichen. Wie Bismarck dem Urtheil aller einsichtigen Menschen, einzig der Schulung brachten. In der am folgenden Tage erschienenen Nummer elf Jahre später einem russischen Besucher erzählte, war er unseres Proletariats durch die Sozialdemokratie zu verdanken. bringt das Zentralorgan eine neuerliche Erklärung, durch damals am Ende seines Lateins. Die nationale" Reichs- Man tann das deutsche Volk doch nicht dafür strafen, daß welche angeblich nur einer irrthümlichen Auffassung der ersten bezüglichen Aeußerung vorgebeugt werden soll, die aber wesent tags- Mehrheit war den Weg alles Fleisches gegangen, der ein Italiener in Frankreich einen Mord begangen hat! lich anderes sagt und die Stellungnahme des„ Vorwärts" in dem Reichstag setzte sich auf die Hinterbeine, und sogar inner- Oder will man es strafen, weil kein Deutscher in Deutsch- Streitfalle bedeutend verändert erscheinen läßt. Die Erklärung halb der Regierung fand der allgewaltige Kanzler Wider- land einen Caserio Dolch geschwungen hat? Da hört ja lautet: stand. Er mußte abtreten oder einen gefügigen alle Vernunft auf. Jedenfalls ist in Deutschland die Be-" In unserem gestrigen Artikel heißt es, daß das Urtheil, Reichstag zusammenbekommen. An ersteres dachte der wegung gegen den Umsturz so sinnlos, so absolut un- welches wir in den Leitartikeln des Vorwärts" über den FrankHausmeier nicht. Aber wie die Majorität bekommen? motivirt, daß es nicht möglich ist, an die Echtheit zu furter Parteitag gefällt haben, in diametralem Gegen Dazu jay zu dem von Bebel in der Versammlung des bedurfte es eines guten Wahlrufs": näm- glauben. lich eines Wahlrufs, der die Wähler verwirrte, Die Urheber dieser demagogischen Radau Farce 14. November Gesagten" stehe. = " Damit war lediglich erklärt, daß wir das pessimistische sie zwang, bei der Regierung Hilfe zu suchen und sich ihr wissen, daß der Reichstag in seiner jetzigen Zusammensetzung Urtheil Bebel's über den ganzen Verlauf der Verhandlungen in die Arme zu werfen. für kein ihnen genügendes Umsturzgesetz zu haben ist; sie und das geistige Niveau des Parteitages, sowie eines Theils der Und Heureka! wollen eine Reichstagsauflösung; sie wollen im Partei in feiner Weise billigen, und unser in jenen Artikeln rief Junker Bismarck, ich habe gefunden: Aus- Wahlkampf das Rothe Gespenst umgehen lassen; sie formulirtes günstiges Urtheil nicht zurückziehen können. Da knallte das Hödel'sche Terzerol. Feuilleton. " [ Nachdruck verboten.] Im Exil. von Marie Kunert. 14 " Wurzel zu fassen in dem Boden, über den sie doch bald ihres Miethskontraktes fortgezogen waren, begegneten wieder hinweggehen würden? So schwebten sie stets halb sie ihr nur noch selten. Sie waren faft Fremde für sie in der Luft und führten ein unbeständiges Leben. geworden. Sie schreckten auch vor den Bemühungen Herr und Frau Wiessant. hatten in Paris alles, was zurück, die es sie gekostet hätte, um sich den Eintritt in ihnen theuer war, zurückgelassen. Sie dachten nur an irgend eine andere Waadtländische Familie zu erzwingen, und Paris, sie sprachen nur von Paris. Paris wurde zur so blieben sie einsam. Sie alterten rasch in der beständigen Roman von George 3 Renard. Autorisirte Uebersehung firen Idee für sie. Der See, die Berge, das alles war Erwartung eines Tages, der nicht kam, lebende Beweise gewiß sehr schön, aber Paris mit seinem Frohsinn, den für die traurige Wahrheit, daß die Freundschaft eine Blume Man sagt, daß eine der raffinirtesteu Qualen, welche man dort mit der Luft einathmet, mit seinem Auf- und ist, die im Frühling und Sommer leicht, im Herbst des menschliche Grausamkeit ersonnen, darin besteht, daß man Abwogen von Menschen, Wagen, Lichtern, mit seiner fort: Lebens dagegen schwer aufblüht. einem Berurtheilten die Haare einzeln ausrauft. Im An- währenden Bewegung und seinem Gebrause, das dem des Um so lebhafter stürzten sie sich auf alles, was aus fang fühlt man nichts, nichts als einen kaum merklichen wildbewegten Ozeans gleicht, mit seinen mit Erinnerungen Frankreich fam. Sie verschlangen die Zeitungen; sie verStich, zu dem man, nur das Gesicht verzieht. Allmälig gepflasterten Straßen, seinen von historischen Phantomen befolgten die politische Bewegung leidenschaftlich; jede Wahl, aber werden die Nerven gereizt, die Haut entzündet sich, lebten Monumenten, seinen Parts voll Lachen und Gesang, jeder Ministerwechsel führte sie wieder direkt in die Sache der Schmerz wird heftiger, rasend. Es ist daun, als ob tausend voll zärtlicher Bärchen und Kinderscharen, Paris mit seinem hinein. Man mußte es sehen, wie sie in höchster Erregung Nadelspigen zugleich das brennende Hirn durchbohren. Der reichen Gürtel von Hügeln, Wäldern und koketten Billen, förmlich an den Lippen des Redners hingen, wenn ein AmnestieUnglückliche zittert, wälzt sich in Krämpfen, schreit, und die unter Flieder und Rosen fast verschwinden, ja, Paris, antrag in der Kammer berathen wurde. Hoffnungsfunken feine Schmerzen steigern sich so, daß er dem Wahnsinn, das war etwas ganz anderes, das war für sie die einzige fielen ihnen dann wieder in die Herzen. Sie beriethen schon zuweilen dem Tode nahe ist. Stadt der Welt. darüber, was sie dann beginnen würden, wenn sie wieder in Das Eril ist eine langsame Folterqual derselben Art. Wenu man ihnen von reichgewordenen Gebirgsbewohnern ihr geliebtes Paris zurückgekehrt wären. Aber als der Was ist ein Tag, was ist ein Wionat, den man in der erzählte, die in ihr Heimathdorf zurückkehrten, um dort zu Appell an die Gnade mehr als einmal an dem zähen Fremde zubringt! Wo ist der Reisende, der sich nicht einmal sterben, so seufzten sie wohl und dachten, daß die Liebe der Widerstande der maßgebenden Personen gescheitert war, als zu seinem Vergnügen längere Zeit fern von seinem Vater Pariser für ihr Paris ebenso stark sei. Welch ein Fest war ein Mann, der den Moment besonders geschickt auszunügen laube aufhält? Und doch, wenn sich Monat an Monat, Jahr es, wenn sie jemand die Hand schütteln konnten, der diese verstand, ganz ernsthaft die Theorie aufgestellt hatte, die an Jahr reiht, wenn die Hoffnung auf Rückkehr unaufhörlich Wunder gesehen hatte und ihren Enthusiasmus begriff, wenn fünftigen Generationen wie ein unmögliches Paradoxon gehegt und unaufhörlich getäuscht wird und das Herz immer nicht gar theilte. Doch war diese Freude selten. Die wenigen flingen wird:„ Wir müssen eine Republit ohne Republiwieder erregt und verwundet, dann bildet sich dort eine Personen, welche sie kannten, stellten sich nach ihren Romanen taner schaffen", da brach der alte Messant in zornige schmerzende, blutende Wunde, die immer größer und und verschiedenen Geschichten, die sie gehört hatten, die Verwünschungen aus, während seine Frau, die Augen schlimmer wird. Dann erschüttern und brechen Ungeduld, große Hauptstadt als das unlautere Stelldichein für ver- auf den See geheftet, den sie dennoch nicht fah, Muthlosigkeit und Fieber selbst die Stärksten, und das botene Vergnügungen und alle möglichen und unmöglichen wie durch einen Thränenschleier jenseits des Jura, Heimweh, jenes geheimnißvolle Leid, das Leib und Seele Verbrechen vor. Sie versuchten auch nicht, neue Bekannt- jenseits des fernen Horizontes, den zugleich ergreift, wird so unerträglich, daß mehr als einer schaften anzuknüpfen. Wozu auch, da sie vielleicht am düstere Mauer versperrte, wie in einer Vision die sich durch einen freiwilligen Tod von seinen Qualen befreite. nächsten Tage schon den begonnenen Verkehr wieder ab- nebligen Umrisse des Pantheon und das ewige Lichtmeer Die Familie Messant litt gar bald unter den ersten brechen mußten? Es war auch gar nicht so leicht. Sie der Boulevards sah. Anfällen dieser Krankheit. Doch sagte sie sich mit naivem hatten gesehen, wie sich bei Frau Roveray das Eis wieder So rannen die Jahre dahin, grau, einförmig, troftlos. Bertrauen: Morgen werden wir nach Frankreich zurück neu bildete in dem Augenblicke, wo sie es gebrochen Traurigkeit und Langeweile lasteten wie ein schwerer Nebel fehren. War es da der Mühe werth, sich einzuleben und glaubten. Nachdem sie aus ihrem Hause nach Ablauf auf den beiden alten Leuten und beugten sie zu Boden. er wie eine " Unsere Aeußerung ist aber auch dahin mißverstanden] Den Streitfall" betrachte ich nicht als einen prinzipiellen, I gabe der Partei; und es wäre im Interesse der Diskussion, wenn worden, als hätten wir uns gegen die Stellungnahme Vebel's zu sondern als einen taktischen. Das„ lediglich" laffe ich weg, denn diese Trennung allgemein beobachtet würde. den auf dem Parteitag verhandelten Fragen erklärt. Das ist ein bei diesen Fragen hat auch das Prinzip mitzureden, und in dem Das Münchener Bruderorgan hat nun die Antwort, die es Irrthum. vorliegenden Fall bin ich der Meinung, daß unsere prinzipielle forderte. Und sogar Antwort auf mehr als es gefragt hat. Ten Die Bebel'sche Resolution über die Taktik in den Landtagen Stellung gegenüber dem in den Einzelstaaten wie im Reich Widerspruch, den es zwischen meinem ersten Artikel:" In eigener war von Liebknecht nicht nur mitunterzeichnet, sondern auch mit herrschenden System in den Einzellandtagen ebensogut wie in Sache" und der zweiten Notiz mit der nämlichen redigirt; und in der Agrarfrage steht Liebknecht, wie er auch dem Reichstag die Verwerfung des Gesammtetats erheischt. Ueberschrift gefunden hat, ist gefunden hat, ist nur ein scheinbarer: die gestern in einer Volksversammlung ausführte, seit einem Viertel- Mein Standpunkt ist in der bekannten von Bebel und mir zweite Notiz war veranlaßt durch das Mißverständniß jahrhundert auf demselben Standpunkte wie Bebel." redigirten Resolution ausgedrückt. Ich bin überzeugt, daß dieser oder richtiger die Mißdeutung der gegnerischen Presse, ich habe, Wir müssen dann doch bitten, daß sich das„ amtliche" Organ Standpunkt, wenn ruhige Erwägung die Oberhand gewinnt, indem ich Bebel's Urtheil über den Parteitag und die Partei unserer Partei deutlicher ausdrückt. Mit Redensarten ist in der auch von den bayerischen Genossen getheilt werden wird, denen zurückwies, auch Bebel's Standpunkt in der Agrarfrage und nun einmal angeschnittenen Frage nichts gethan. Nur bei uns einen Prinzipien verrath vorzuwerfen mir nicht in den Sinn Landtagstaktik zurückgewiesen. Diesen- absichtlichen oder unum wundenem flaren Meinungsausdrucke wird die Differenz bei- tommt. absichtlichen Irrthum konnte ich nicht unberichtigt lassen. gelegt und die nöthige Klärung im Interesse der Partei herbei- Aber die Münchener Post" irrt, wenn sie den Streitfall" Nicht geschwankt" habe ich sobald ich von Bebel's Rede geführt werden können. Das erwarten wir vom Vorwärts" in mit dieser Frage der Taktik für eins erklärt. Die Frage der erfuhr, beurtheilte ich sie so, wie ich sie jezt beurtheile, und allererster Linie. Die streitige Frage lautet: Ist es nothwendig, Abstimmung in den Landtagen, die gerade weil sie„ offen", die ich habe mich von Anfang nach Kräften bemüht, den Streit eindaß den Genossen in den einzelnen Landtagen vom de ut Gemüther nicht zu erhitzen braucht, hat ebenso wenig wie zudämmen, eine Ausartung zu verhindern und den Frieden wie schen Parteitag vorgeschrieben wird, wie sie zu stimmen die Grund- und Bodenfrage( die Landagitation mit eingeschlossen) der vorzubereiten. Und dies wird, so lange es noch nöthig, und welche Haltung fie den verschiedenen Fragen gegenüber ein- die gegenwärtige Erregung in Parteifreisen hervorgerufen. auch fernerhin mein Bestreben sein. zunehmen haben, ob ihr Thun vom prinzipiellen Standpunkte Ueber beide Fragen wird noch viel geredet und geschrieben Dabei habe ich die beruhigende Gewißheit, daß unsere aus beurtheilt werden muß, oder soll es denselben überlassen werden, und es wird unzweifelhaft mit der Zeit wohl schon Partei von niemand geschädigt oder gar gefährdet werden kann bleiben, taktisch so zu handeln, wie sie es als für die Entwicklung auf dem nächsten Parteitage eine Uebereinstimmung erzielt weder von Feind noch von Freund. und Stärkung der Sozialdemokratie, den jeweiligen örtlichen werden. Berlin, den 27. November 1894. Verhältnissen entsprechend für gut befinden. Wir Bayern haben Was die gegenwärtige Erregung hervorgerufen hat, ist uns auf dem in München stattgefundenen Parteitag der bayerischen wir wollen nicht Blindekuh spielen die durch Bebel's Sozialdemokratie für legteres entschieden. Auf dem deutschen Rede im zweiten Berliner Wahlkreis da und dort veranlaßte Parteitag in Frankfurt sollte die Thätigkeit der Parteigenossen Annahme, Bebel, und vielleicht Andere, die hinter ihm stehen, in den verschiedenen und in erster Linie im bayerischen Landes- hätten ein Pronunciamento, oder, wie Vollmar es In meinem ersten Artikel habe ich für jeden gerecht denkenparlament schablonifirt, prinzipiell festgelegt werden. Ein bezüg- genannt hat, eine Fahnen- Erhebung gegen den den anständigen Menschen bewiesen, daß es eine unwürdige Inlicher Antrag fand die Mehrheit nicht und blieb die Frage Parteitag und für Errichtung einer mehr oder weniger ver- finuation ist, wenn Vollmar mir die niedrigsten Motive für meine offen, was unzweifelhaft dem Willen des Parteitages entsprach. fappten- persönlichen Diktatur bezweckt. Rede unterstellt. Heute gehe ich dazu über, die von ihm erNach dem Frankfurter Parteitag schrieb der„ Borwärts" in Und hier will ich mich, so weit ich es mir selbst und hobene Anklage zu untersuchen: mein Verhalten gegenüber der einem dem in obiger Erklärung erwähnten Leitartikel in der Partei schuldig bin, mit völliger Offenheit aussprechen. Partei und dem Parteitag sei gleichzustellen mit der HandlungsNr. 254 vom 31. Oktober über die von den Gegnern uns an den Der Ton, der Bebel'schen Rede hat mir nicht gefallen, auch weise, die seiner Zeit die Unabhängigen sich hätten zu Schulden Kopf geworfene Behauptung, die Partei habe sich„ ge mausert" zum Theil der Inhalt nicht. Unrecht hat Bebel zweifellos mit kommen lassen und wegen der sie aus der Partei ausgeschlossen und fei daran, eine radikale Reformpartei" zu feinen Aeußerungen über die angebliche Verflachung und Ver- wurden. werden, sowie über die sogenannte bayerische Angelegenheit wässerung der Partei. Die Partei war in Wirklichkeit niemals folgendes: auf einem so hohen geistigen Niveau, wie gegenwärtig, und sie entwickelt sich fortwährend, in die Tiefe so gut wie in die Breite. Ich denke, das ist klipp und klar". " Bur Entgegnung. II. . Liebknecht. Die gestern zitirten Urtheile der Parteipresse beweisen zwar schon hinlänglich, daß Vollmar hier zwei Borgänge miteinander Wir haben schon vor dem Parteilag gesagt, daß unsere in Vergleich stellt, die mit einander nicht verglichen werden Partei allezeit eine prattische" gewesen ist, daß in den fönnen, und insofern tönnte ich auf jede weitere Entgegnurg übrigen Landtagen und im Reichstage von unseren Genossen Aber die Annahme der Abficht eines Pronunziamentos ist und Widerlegung verzichten, und um so mehr, da diese zweite mir ebenso wenig utopisterei getrieben wird, wie eine unsinnige. Ob Bebel über das Recht der freien Kritik unterstellte Infinuation eben so unwürdig ist wie die erſte, die im bayerischen Landtag, und daß die angeblich hinausgegangen ist oder nicht, das ist eine müßige und für die er mir unterstellt hat. Aber da in einem kleinen Theil der neue Tattit Vollmar's von der Partei bereits Sozialdemokratie lächerliche Frage. Die Freiheit der Kritif ist Parteipreffe ähnliche Vergleiche gemacht wurden und allgemein adoptirt war, ehe Vollmar in die für uns eine unbeschränkte und in ihrer Unbeschränktheit bildet namentlich auch die gegnerische Presse sich beeilt hat, Partei trat. Wer sich hiervon überzeugen will, braucht sie das festeste Bollwerk der Partei. Also teine sentimentale aus sehr durchsichtigen Gründen, sich dieses Argument blos die Verhandlungen des Leipziger Hochverraths- Prozesses Klagen über Rücksichtslosigkeiten! Die, welche Bebel angegriffen anzueignen, so muß ich doch darauf eingeben. Außer zu lesen. hat, haben ihm geantwortet und werden ihm noch antworten. dem legt Vollmar in femer Entgegnung so großes Gewicht Wenn es bei dieser und jener Gelegenheit zu Differenzen Nur rede man nicht von Fahnenerhebung! Wäre das diesem mehr als zweifelhaften Argument bei, daß er immer betreffs der Tattit gekommen ist, fo galt dies nur einzelnen wahr, daß Bebel eine solche beabsichtigt und sich der Partei als wieder darauf zurüdfommt, so neuerdings auch wieder in seiner tonkreten praktischen Fragen. Wäre eine prin- Retter habe aufdrängen wollen, so wäre das einfacher Partei- legten Münchener Rede, so daß auch schon aus diesem Grunde aipielle Differenz vorhanden gewesen, so würde es auf verrath gewesen, der die sofortige Entfernung des Möchtegern- sich eine Untersuchung gebietet. Wenn Vollmar dat ei äußert, dem Erfurter, spätestens auf dem Berliner Parteitag zum Bruch Parteiretters aus der Partei zur Folge gehabt hätte und hätte er wolle nicht sagen, daß ich mit meiner Anklage der drohenden und zu einer reinlichen Scheidung gekommen sein. Unsere haben müssen! Und was unser hannover'sches Parteiorgan, Verbürgerlichung der Partei bei Hans Müller Anleihen gemacht Gegner sind zwar auf das Eifrigite bemüht, einen prin- das an die Möglichkeit eines Pronunziamento's, einer Rebellion babe, der in seinen Schriften ähnliches gesagt, aber ich tame auf zipiellen Gegenfab tünstlich zu schaffen, und gegen die Parteitagsbeschlüsse glaubte, in dieser Beziehung gesagt daffelbe hinaus, so will ich ihm zur Beruhigung mittheilen, daß Die Bayern zu Sonderbündlern zu stempeln, hat, würde von der ganzen Partei gesagt worden sein, wenn ich jene Müller'sche Schrift vor Jahren nur einmal flüchtig allein mit diesen Bemühungen, deren Zweck die Annahme begründet gewesen wäre. durchblätterte und heute kaum noch weiß, was in ihr steht. doch gar zu durchsichtig ist, haben die biederen Aber, so frage ich, wie fonnte man Bebel auch nur einen Klugmeier tein Glück, und ihr einziger Erfolg Augenblick eine derartige Nichtswürdigkeit und ift: sie werden von uns ausgelacht. Wir brauchen Dummheit zutrauen? feine Belehrung darüber, wer unser Freund und wer unser Feind ist." Am 14. November beliebte es nun dem Genossen Bebel, entgegen der Neußerung des Frankfurter Parteitages, in der Berliner Versammlung zu fordern, daß die parlamentarische Thätig teit unserer Genossen in den Einzellandtagen prinzipiell festgelegt werden müsse, und daß sich die Partei eine Taftit, wie sie von Vollmar und Genossen speziell im bayerischen Landtage verfolgt werde, auf die Dauer nicht gefallen laffen kann. Es ist wahr, der Schein war ja im Anfang bis zu einem gewissen Grad irreleitend. Die Deutung, die der Rede sofort durch Sie gegnerische Preise gegeben wurde, die ausführliche und zum Theil sensationelle Berichterstattung auch für einen Theil der Parteipresse,) und verschiedene, Bebel fälschlich in den Mund gelegte Aeußerungen, konnten das Urtheil verwirren. Aber nochmals, wie kann man im Ernst an den Gedanken und an die Möglichkeit eines Bebel'schen Staatsstreichs glauben Was ich persönlich denke, weiß nun ein Jeder. Daß die ReEs ist daher ein toller Widerspruch vom„ Vorwärts", wenn daktion des Vorwärts" als solche nicht in den Streit sich einmischte. in der zitirten Erklärung gesagt wird, daß das früher gefällte war sicherlich im Jnteresse der Partei. Und wenn ein Blatt von günstige Urtheil über den Parteitag nicht zurückgezogen werden dem Kaliber des Fränkischen Courier" mir„ Schwanken könne, da es den Thatsachen entspreche, anderseits aber behauptet in diesem Streit" unterschiebt und dieses Schwanken wird, daß er mit Bebel's Stellungnahme zu den auf dem Partei- auf Angst um mein Redakteurgehalt zurückführt, so spiegelt dieses tag verhandelten Fragen vollkommen einverstanden sei. faubere Blatt damit nur das Schmutzbild seiner eigenen schönen Der Vorwärts" möge doch klipp und klar darthun, ob Seele ab. er den Streitfall als einen prinzipiellen oder als einen Lediglich tattischen betrachtet und aus welchen Gründen." " " Die Münchener Post" will, daß der Vorwärts"" flipp und flar darthue, ob er den Streitfall als einen prinzipiellen oder als einen lediglich taktischen betrachtet". Ich kann zwar nicht fagen: der Vorwärts" bin ich; aber in diesem Falle bin ich aberdings der Vorwärts" und werfe deshalb das redaktionelle mir" bei Eeite, und spreche einfach als Parteigenosse. Alle Artikel und Notizen, auf welche die Münchener Post" sich bezieht, find von mir geschrieben und für alles darin Gesagte trete ich selbstverständlich ein. " Zunächst flipp und Klar" die Antwort auf die mir gestellte Frage: " In den zwei Fragen der Landtagstaftit und der Agrartattit stehe ich genau auf demfelben Standpuntte wie Bebel. Was insbesondere die Agrarfrage und Takiit betrifft, so habe ich schon 1869 meinen Standpunkt präzisirt, worüber das Nähere in meiner Grund- und Boden frage" nachzulesen ist. Die Diskussion über diese zwei Fragen trenne ich von dem durch Bebel's Rede veranlaßten Streit sie war und ist AufIch wollte der Rede im Vorwärts" nicht mehr Platz einräumen, als Versammlungsreden gewöhnlich eingeräumt wird, aber die ausführlichen Berichte der anderen Blätter zwangen uns, unfererseits einen ausführlichen Bericht zu geben, der wenigstens frei war von Entstellungen. W. L. " Der alte Messant erschrat jetzt fast über den Klang seiner René litt unter den Leiden seiner Eltern. War das Stimme, wenn er in der lauen Wärme eines schönen Tages denn das ganze Glück, daß er ihnen zu bereiten verstanden oder nach einer guten Nachricht sich dabei überraschte, wie hatte? Mußten sie nun ihm und mehr noch als er zu er eines seiner alten heimathlichen Lieder trällerte. Frau Opfern einer unversöhnlichen Rache werden? Und ihre Meffant zeigte in ihrem Gange eine ihr sonst fremde Melancholie lastete um so mehr wie ein Vorwurf auf ihm, Mattigkeit. Die Briefe, welche in immer längeren als er niemals ausgesprochen wurde. Er hatte nur zu Zwischenräumen aus Frankreich kamen, waren waren jetzt viele Gründe, traurig zu sein. 11 Aber was wäre auch dabei, wenn ich ausnahmsweise einmal mit Herrn Hans Müller in einem Punkte übereinstimmte, genau so wie ich den Inhalt des Artikels des„ Sozialist" eines Blattes, das häufig voller Komplimente für Vollmar, aber stets oll giftigster Feindseligkeit gegen mich ist viel fach zutreffend fand, der überschrieben war Die internationale bayerische Sozialdemokratie". Herr Hans Müller ist, weil er zum Theil gegen die Partei ähnliche Anklagen erhob wie ich, nicht aus der Partei ausgeschlossen worden, er hat, wie männiglich bekannt, freiwillig das Deutsche Reich sich von außen angesehen. Nun fühlen aber heute weit beschränktere Leute als Herr Hans Müller gewisse ber feineswegs beschränkt ist Erscheinungen in der Partei sogar mit dem Stocke, und sehen, wo der weitblickende Vollmar nichts sieht, wahrscheinlich aber auch nichts sehen will. " Vollmar hätte deshalb sich und der Partei einen weit größeren Dienst erwiesen, wenn er statt mit seichtem Spott über meine Auflagen wegen Verwässerung der Parteigrundsätze und ähnlichem hinwegzugehen, bewiesen hätte, daß ich im Unrecht sei. Er bätte dann aber auch allerdings beweisen müssen, daß die Debatte auf dem Parteitag in Erfurt über die von ihm in seinen Münchener Reden im Sommer 1891 befürwortete neue Taktik und die Debatte über seine in der Revue bleue" vorgetragenen Anschauungen über Staatssozialismus auf dem Parteitage zu Berlin, aus reinem Uebermuth und Luft an Standal provozirt von uns worden seien. Wer schon so oft wie Vollmar den Parteitagen die aus reichendste Veranlassung gegeben hat, sich mit seiner in der Partei vertretenen Politik aufs Gründlichste auseinanderzusetzen, er, infolge deffen, wie und Hoffnungsfäule aller Halben in der Partei und aller bürgerlichen Reformschwärmer außerhalb der Partei, von der Frankfurter Zeitung" bis zu den Berliner Geheimräthen geworden ist, hat alle wer zur Was für ein Zufall, daß Du mein Nachbar und Ges fährte im Exil bist! Wir müssen öfter zusammenkommen. Dann können wir über alles plaudern! Verdier unterbrach sich zuerst, um René einen andern jungen Mann vorzustellen, der ihrer Begrüßung lächelnd zugehört hatte. bedeutende Ereignisse. Bebend vor Erregung wurden Er wurde von einem Traume verfolgt, der in seinen Mein Freund Cayrolaz, sagte er. Auch ein Erilirter! fie aufgebrochen, um entmuthigt aus der Hand gelegt zu unruhigen Nächten hartnäckig wiederkehrte. Er sab sich in Lauter schreckliche Kommunards! Es lebe die Republik! werden so oft waren sie trocken, kurz, herzbrechend. Ach, Paris, die große Treppe des Justizpalastes hinaufschreitend, Die drei jungen Leute, erfreut über den Zufall, der fie das Kraut des Vergessens wucherte schnell in den Herzen eines Justizpalastes, den er nicht wieder erkannte, ein zusammenführte, erzählten einander in abgerissenen Säßen der früheren Freunde! Wunder der Architektur mit den weiten Hallen einer furz ihre Geschichte. Verdier, der seines Beichens Lehrer Eines Tages hatte Frau Messant einen schrecklichen Kathedrale. war, hatte während der Erhebung die Funktionen Bon alten Freunden umringt, die sich freuten, ihn des Maires Weinkrampf. Sie blätterte mit zerstreuter Hand in der von Batignolles versehen. Später Liste der Fremden, welche den lauen Winter und den wiederzusehen, stieg er die große Treppe empor. Das Barrett war er unter falschem Namen bei einem Oberst der Armee blauen See unter den blendenden schneeigen Bergen von auf dem Kopfe, die Toga umgehängt, irrte er in dem Hauslehrer in Besançon geworden; eines schönen Tages, Montreux aufgesucht hatten, als ihr Blick plöglich Saale, der sich stets ins Unendliche verlängerte, umher. Da als er mit seinem Bögling einen Ausflug in den Jura auf einem ihr wohlbekannten Namen haften blieb. War sind Sie ja endlich! sagte einer seiner früheren Lehrer zu machte, hatte er die Grenze überschritten und dem Obersten es denn möglich? Ihr Better Dubourg ihr so nahe, ihm. Er ging von Gruppe zu Gruppe und empfing herz- seinen Sohn nebst einem Briefe und Danksagungen zurücktaum zwei Meilen von hier entfernt? Und er liche Begrüßungen und träftige Händedrücke. Dann plädirte geschickt. Cayrolaz war Redakteur des Journal offiziel der fam nicht mit seiner Familie, um sie zu besuchen? er mit einer Leichtigkeit und Wucht, die ihn selbst in Er- Kommune gewesen. Am Tage nach der Niederlage erinnerte Frau Dubourg hier, die ihre Kousine, ihre Jugend- staunen setzte. Beifallsrufe, die der Präsident des Gerichts- er sich des Seminars, in dem er seine Studien gemacht freundin war, die sie so oft bei sich empfangen und hofes nicht verhindern konnte, wurden laut...... und hatte. Da er etwas kahltöpfig und bartlos war, wurde es beherbergt hatte, die in Paris nicht sechs Wochen vergehen er erwachte, traurig in dem schmerzlichen Gedanken an ihm nicht schwer, sich als Priester zu verkleiden, und so ließ, ohne mit ihr wenigstens einmal im Familienkreise zu das, was hätte sein können und an seine verfehlte Zukunft. 30g er in der Soutane mit würdiger, gottergebener Miene sprechen? Zweifellos, sie hatten ihren legten, bereits vor als Pilger, der eine Wallfahrt macht, durch die Champagne mehreren Monaten abgesandten Brief nicht beantwortet. und den Elsaß, bis er die Echweiz glücklich erreichte. Aber nein, nur wenige Schritte weit von hier zu wohnen und nicht zu ihnen kommen das war unmöglich! Sie las die Notis von neuem. Da war kein Irrthum mehr möglich; Bension des Alpes. Herr und Frau Dubourg nebst Tochter, Paris." Vielleicht hatte es ihnen bisher an Zeit gefehlt, sie zu besuchen? Doch nein! Das sorgfältig aufgezeichnete Datum ihrer Ankunft ließ erkennen, daß sie bereits seit fünf Wochen dort waren. Da Da tonnte die arme Frau die Thränen nicht mehr zurückhalten, und obgleich sie die Zeitung schnell verbarg, um ihrem Gatten und ihrem Sohne einen unnöthigen Kummer zu ersparen, den verriethen ihre gerötheten Augen sie doch und zwangen sie, diese neue Lostrennung zu offenbaren. " Da begegnete er eines Tages auf dem Wege, der von Vevey am See entlang nach Clarens führt, einem bekannten Gesicht. Er stieß einen Ruf freudiger Ueberraschung aus. Verdier, bist Du es, mein alter Berdier? Und der andere, ein hochgewachsener junger Mann mit langem schwarzem Bart umarmte ihr stürmisch. Es war ein Schulkamerad, den er lange aus den Augen verloren hatte. Beide fragten zugleich: Durch welchen Zufall bist Du hier? Erilirt. Und Du? Auch erilirt. Dort war nun jeder von ihnen für sich von Stadt zu Stadt gezogen. Sie waren auf der Jagd nach einem Broterwerb durch Bern, Genf und Lausanne gekommen, und man brauchte nur ihre schäbige Kleidung, ihre hohlwangigen Gesichter anzusehen, um den Schluß zu ziehen, daß sie vom Glück nicht gerade begünstigt worden waren. Schließlich waren sie an den Gestaden des Haut- lac gestrandet, weil man dort französisch sprach. Hier waren sie, ohne sich zu tennen, an derselben Table d'hote zusammengekommen. Im Nun folgte ein wirres durcheinander von sich kreuzen- Laufe der Unterhaltung hatten sie bemerkt, daß sie demselben Fragen und Antworten. Ist das sonderbar, dies Zusammentreffen! Wo wohnst Du? Was machst Du? Lande und derselben Bartei angehörten. Von da an hatten sie sich zusammengethan und so gut oder schlecht es gehen wollte, versucht, sich gemeinsam durch das Leben zu Ursache, in sich zu geben und ernsthaft zu prüfen, ob denn Baetge und Schulze, die in bezug auf die Kritik der Partei und steht die sogenannte Umsturzvorlage, welche in den Ausm der That alles so schön bestellt ist, als es ihm und den ihm die Haltung der Fraktion und der Parteileitung wahrlich sich schüssen mehrfache Abänderungen erfahren haben soll. Gleichgesinnten scheint. fein Blatt vor den Mund genommen hätten, nicht einmal Genaueres, so meldet ein Berichterstatter, ist nicht zu er Ich weiß, daß man sehr leicht in den Ruf des Schulmeisters, mit einer Verwarnung bedacht. " Kolonialpolitisches. Dem Reichstage werden wiederum, wie in den beiden vorigen Jahren mit den Etats Dentschriften über die Entwickelung unserer Kolonien zugehen. Jedoch wird sich diesmal eine Denkschrift über das NeuGuinea- Echuhgebiet nicht darunter befinden; 1893 war auch dieses Schußgebiet eingeschlossen, da die Errichtung einer Dampferlinie nach Neu- Guinea geplant war. Die Zukunft unserer Industrie. Gegen den Leitartikel in unserer vorletzten Nummer polemifirt das Organ des Herrn Stumm, die" Post". Wir begreifen, daß er dem Blatte der Großunternehmer sehr unangenehm war, weiß es doch auch nichts dagegen einzuwenden. Ungeschickt ist vor allem der Einwurf, daß Nürnberg eine kunstbefliffene Arbeiterschaft hatte, bevor es eine Sozialdemokratie gab. Weiß denn das Blatt nichts von den großen sozialen Kämpfen, die Nürnberg in den früheren Jahrhunderten erschüttert hatten. Frech ist es, wenn das Blatt schreibt: Jezt sehen wir nur, wie die einigermaßen begabten Arbeiter, so bald sie in den sozialdemokratischen Nebelkreis hineingerathen find, nicht selten ihr Gewerk verlassen, um Parteibeamte oder Budiker zu werden. Die Etumm und Konsorten, die Helden der schwarzen Listen sind es, welche die Arbeiter von der Hobelbank und dem Schraubstock verdrängen und sie Berufen zuführen, die unabhängig sind von dem Despotismus unserer Schlotbarone. Die Schwäche der Polemik der" Post" beweist die Richtigkeit unserer Ausführungen. des Allesbesserwissers, des Eigensinnigen und Selbstüberhebers 2c. Beiläufig sei bier folgendes bemerkt: Ich habe zu jener Zeit fahren, da die Vorlage streng sekret behandelt wird. Die tommen kann, wenn man es für feine verdammte Pflicht und in bezug auf das Treiben der Werner und Konsorten manchmal bezüglichen durch die Bresse gehenden Mittheilungen beruhen Schuldigkeit erachtet, neben dem, daß man seine Kräfte geäußert: die Werner zc. sind Esel, wüßten sie in ihrer Oppo- lediglich auf Vermuthungen, der Gesezentwurf soll erst am bis zum Aeußersten für die Ausbreitung der Partei und die fition Maß zu halten, die Partei müßte ihnen dank 5. Dezember, zugleich mit der Uebergabe an den Reichstag, Propagandirung der Parteiprinzipien dran seßt, auch den bar sein. In einer so rasch sich vergrößernden durch den Reichs- Anzeiger" bekannt gegeben werden. Echwechen und Halben ein wenig auf die Finger zu sehen, und Partei wie die unsere, in der ein großer Haufe fich darauf achtet, daß nicht durch falsche Schritte das eben erst Ge- Sozialdemokraten nennt, ohne irgend nähere Renntniß wonnene wieder in Frage gestellt wird. von den eigentlichen Zielen der Partei zu haben, ist noth Ich habe mich oftmals in diefer lettere Rolle, in der man wendig, daß eine zielbewußte Kritik vorhanden ist, die antreibt auch zuweilen guten Freunden auf die Hühneraugen treten muß und nicht durch Rücksichten persönlicher oder sonstiger Art beund leicht in persönliche Gegnerschaft geräth, feineswegs sehr hindert ist, wie das den Besten unter uns passirt. Das ist nothmollig gefühlt und häufig gewünscht, das andere, die wendig, damit die Partei Organe beständig auf dem Poften sind, dasselbe wie ich dachten, sich in das sehr undankbare wissend, daß ihnen auf die Finger gesehen und so die Versumpfung Amt des Warners mit mir theilten oder es allein übernehmen der Partei, das Laywerden der Partei und ihrer Organe in möchten. Meine Wünsche find felten genug erfüllt Vertretung der Parteiprinzipien verhindert wird. Gine worden. Das wird mich aber nicht abhalten, auch Gefahr, die progressiv zunimmt, wie die Partei fernerhin, wenn ich es für gerechtfertigt halte, die Kassandra zu sich vergrößert und der Haufe der Unklaren spielen", in der Hoffnung, daß diese Rolle in der deutschen immer mehr wächst. Sozialdemokratie, troß der Vollmar und Grillenberger, immer noch So dachte ich und äußerte ich mich damals privatim. eine dankbarere iſt als die bei den Trojanern, welche die Warn Wollmar, der auf einem ganz entgegengesezten Standpunkt von ruie der Seherin nicht achteten und ins Verderben rannten. Und den Unabhängigen stand, er ging weiter, er nahm das Recht der ich werde diese verhöhnte und verspottete Kassandrarolle" auch Unabhängigen zu der von ihnen geübten Kritik öffentlich in weiter spielen auf die Nothwendigkeit hin wie ich Schuß, und setzte sich damals dem Verdacht aus, aus Geschmack das schon neulich hier in Berlin erklärte Ehren und an der Demagogie mit ihnen zu foquettiren und eine Art NährWürden dran geben zu müssen, um als Gemutter von ihnen zu sein. Um so sonderbarer ist seine Haltung meiner" in Reih und Glied um so rückhaltsloser heute mir gegenüber. dieses freiwillig gewählten Dienstes warten zu Heute macht er mir gegenüber sogar den Versuch, tönnen. das Recht der Kritik von dem Boden aus zu entziehen, Wende ich mich bei diesen Warnungen besonders von dem aus er selbst im Jahre 1891 seine bekannten Münchener schart gegen Vollmar, fo, weil ich aus langjähriger Reden hielt. Diesem Versuch gegenüber, die Vorgänge in Erfurt Kampfgenossenschaft mit ihm weiß, daß er klarer sieht, und meine Stellung dort absichtlich falsch darzustellen, um die wie viele andere, vorausgefeßt, daß er fehen will, und weil lächerliche Ueberschrift seiner Artifel Bebel's Fahnenerhebung" er, der einst Schulter an Schulter neben mir fämpfte, heute zu rechtfertigen, war diese kurze Darstellung der Erfurter VorWege wandelt, von denen er sich sagen muß, daß sie nach abgänge ebenfalls nothwendig. wärts führen. Aber auch noch aus einem anderen Grunde ist sie nothwendig. Freilich, wie ich Vollmar kenne, würde er es eines Tages Es muß daran erinnert werden, daß in Erfurt nicht nur die Unfertig bringen, ebenso wie einst, wieder in die Trompete abhängigen, sondern auch er, Vollmar, Angeklagter war, des Hyperradikalismus zu blasen, wie er jetzt nach der Melodie daß also damals der Parteitag nach zwei Seiten des Leise, leise, tein Geräusch gemacht", Rrethi und Plethi als bin Stellung zu nehmen hatte, und daß er dies Bagage für die Partei einzufangen trachtet, wenn?... Ja schließlich in einem Sage, der von mir vorgeschlagenen und Wenn" Das ist das große Fragezeichen, dessen Beantwortung ein st im mig angenommenen Resolution that, in der es mit ich vorläufig unterlasse. bezug auf die Freiheit der Kritik in der Partei also Vollmar beschuldigt mich also in meiner Kritik dieselben heißt: Wege zu wandeln wie die Unabhängigen. Was thaten die-" Der Parteitag erklärt ausdrücklich, daß die Kritik an selben Judem sie Anklagen erhoben wie: die Partei werde de n Handlungen oder Unterlassungen der immer fleinbürgerlicher, sie gerathe in den parlamentarischen Partei- Organe und der parlamentarischen Also es giebt einen Nothstand in Berlin. Ein Sumpf, trage dem schlimmsten Opportunismus Rechnung, gingen Vertreter der Partei ein einem jeden Berliner Waschzettel für die nationalliberale Breffe befagt: fie über zu gemeinen Beschimpfungen und Anklagen gegen die Partei: Parteigenossen zustehendes selbstverständ= Berlin, 27. November. Der Nothstand droht in diesem leitung, die Fraktion und die Partei. In der Partei, so hieß es liches Recht ist, verlangt aber, daß diese Winter in Berlin ganz außergewöhnlich drückend zu werden. bei ihnen, herrsche Korruption und Kliquenweien und die Parteis Kritit in Formen geübt werde, die eine fach- Schon jetzt ist die Zahl der Arbeitslosen beträchtlich, und sie leitung begünstige diese, indem sie die Parteigelder an Günstliche Auseinandersehung dem angegriffenen wächst mit jedem Tage. Eine Bekanntmachung des Magiftrats, linge und Schmaroßer verschleudere. Es herrsche die Dittatur, Theil ermöglichen. Er fordert insbesondere, daß in welcher die Arbeitslosen in den Provinzen dringend gewarnt Beschwerden lägen waschkörbeweise vor, aber man bringe fie fein Parteigenosse persönliche Auflagen oder Aufchuldigungen werden, Berlin aufzusuchen, da hier fast gar feine nicht vor die Partei- Organe, weil man teine unparteiische Ent öffentlich erhebt, bevor er sich nicht von der Richtigkeit der er Arbeitsgelegenheit vorhanden sei, kommt zu spät, da scheidung erwarten könne. den ProEs wurde weiter von Betrug hobenen Anschuldigungen oder Antlagen überzeugte und alle schon ganze Schaaren von Arbeitslosen aus gesprochen. Indem man Diese und ähnliche Anklagen, ihm nach der Organisation zustehenden Mittel erschöpft hat, um vinzen sich hier angesammelt haben. Es wird behauptet, die, wenn sie hätten bewiesen werden können, die be Abhilfe zu schaffen." daß bereits 60 000 Personen ohne Beschäftigung feien. Auftreffenden Personen als ebrlos der öffentlichen Berachtung preisgegeben hätten und ihren Ausschluß aus der Partei nothwendig machten, in Versammlungen und Flugblättern systematisch folpor tirte und trog aller Aufforderung, zu beweisen, nichts beweisen fonnte, entwickelte man eine Thätigkeit, die sich die Partei auf die Dauer allerdings nicht gefallen lassen fonnte. Ja man ging von Seiten der Unabhängigen noch weiter. Man predigte im Widerspruch mit der ganzen bisherigen Taktik die Nothwendigkeit, die parlamentarische Thätig feit aufzugeben, man begehe im Parlament Verrath an der Partei und dem Proletariat und befchloß schließlich, einen Kampffonds aus den Ueberschüssen des Parteischriftenvertriebs zu gründen um die bisherigen Grundlagen der Partei wie ihre Organe zu bekämpfen. Ein nationalliberal Rickert'sches und Richter'sches Kartell empfiehlt das„ Berliner Tageblatt", das noch tiefer gesunken ist, als die übrige freifinnige Preffe. Damit würde der ganze sozialdemokratische Nebel mit einem Male aufgesogen werden. Großmäuligkeit und Unkenntniß der Berhältnisse scheinen sich in der Redaktion des Berliner Tageblatts" die Wage zu halten. Nun frage ich Vollmar, woher er angesichts dieser Resolution, fälliger Weise hört man nichts von jenen Arbeitslosen- Versammdie sein eigenes Vorgehen im Jahre 1891 als formell lungen, welche die Sozialdemokratie sonst zu veranstalten pflegt. berechtigt anerkannte, die Stirne hernimmt, mir auf Mag auch der Mangel an geeigneten Sälen hierbei mitsprechen, grund meiner Rede„ Fahnenerhebung"," Mißachtung der Partei- so ist es doch jedenfalls nicht die Hauptursache der Zurück beschlüsse" und ähnliches vorzuwerfen? haltung der sozialdemokratischen Führer, die " " " Aber Vollmar geht noch weiter. Was er in der Ueberschrift mit Recht fürchten, man werde ihnen in den Arbeitslosen Verseiner Artikel nicht offen auszusprechen wagt, sucht er im Inhalt sammlungen übel mitspielen. G3 wäre auch unbegreiflich, derselben einzuschmuggeln. Er sagt, ich hätte in Erfurt geäußert: wenn in solchen Versammlungen die ft attlichen ParteiVollmar hat sich, wie jeder Andere, dem Beschluß des Partei- gebälter, über die in Frankfurt a. M. so viel gesprochen tages zu unterwerfen; sollte aber das Unerhörte ge: wurde, nicht abermals zur Sprache gebracht würden; wenn man schehen, daß dieser Beschluß zu Gunsten Vollmar's ausfiele, nicht erzählte von den prachtvollen Wohnungen so dann würden die heimkehrenden Delegirten die Rebellion im manches Proletariers", die für die Dienstboten Sanse finden, und ich rief Bebel wäre der erste, der sich einen besonderen Aufgang haben. Bielleicht würde sich an die Spige einer solchen Rebellion stellte!" auch ein hungriger und frierender Genoffe erheben Dieses Treiben wurde auch dann noch systematisch fortgesetzt, Vollmar will offenbar mit Zitirung dieses Sages sagen, ich und vorschlagen, sich in dem rothen Salon des Genossen nachdem bereits der Parteitag zu Halle dem Hauptführer in hätte mich jetzt an die Spize der dantals angedrohten Rebellion Dr. Leo Arons einmal gründlich durchzuwärmen, dem Rosen. diesem Kampfe, Werner, ein einstimmiges Mißbilligungsvotum gestellt. D, dieser Kniff! Wollmar hat schon in Frankfurt ver- thal'schen Kompagnon in feiner prachtvollen Junggesellenertheilte, und trotzdem Werner erklärt hatte, er werde sich dem icht, mir die gleiche Unterstellung zu machen, ich habe ihn da wohnung einen Besuch abzustatten oder bei dem sozialdemoUrtheil des Parteitages fügen. Als es dann in Erfurt zur Ent- mals sofort gebührend zurückgewiesen. Da dies nichts genügt, fratischen Besitzer eines hochherrschaftlichen Hauses in der scheidung tam, fiel es feinem Menschen ein, die anwesenden muß ich heute deutlicher werden. Und so fordere ich ihn auf, Regentenstraße einmal gründlich über den Nothstand nachzu Vertreter jener Richtung wegen der Kritik zu ver aus meiner Rede zu beweisen, daß ich irgendwo gefagt habe, denten. Solchen Vorschlägen und Vorwürfen seht man sich doch urtheilen, die fie an der Partei geübt, sondern daß ich mich den vom Parteitag gefaßten Beschlüssen oder einem nicht gern aus. es wurde ausdrücklich verlangt, die ehrenrührigen derselben nicht füge. So lange Bollmar mir das nicht bewiesen Man sieht, selbst beim Anblick des erschütterndsten Anklagen und Beschuldigungen zu beweifen bat, erkläre ich, daß seine Behauptungen: ich habe ein Pro- sozialen Glends können diese erbärmlichen Soldschreiber des oder zu widerrufen, widrigenfalls der Parteitag die Ber- nunciamento", eine Fahnenerhebung" vorgenommen und gehe Kapitalismus ihre feigen Verdächtigungen und ihr dnmmurtheilung aussprechen werde. In diesem Sinne sprachen sich von der Absicht aus, was ich auf ordnungsmäßigem Wege boshaftes Geflatsche nicht lassen. eine Anzahl Redner nachdrücklich aus, darunter auch ich, und nicht zu erreichen vermocht, außer und gegen den Parteitag Die gefürchteten Arbeitslosen- Versammlungen werden da weder Beweis versucht noch der Widerruf der ebrenrührigen zu ertrogen, turz ich suchte die Partei zu vergewaltigen, wie die Anklagen beliebt wurde, wurden Werner und Wildberger als weitere Behauptung, daß ich dieselbe Taktik und Handlungsweise ihnen und ihren Brotherren aber nicht erspart bleiben! Hauptaugeschuldigte aus der Partei ausgeschlossen; Baginsky wie die Unabhängigen befolgte, von ihm wissentlich Zum Bierboykott. Gegen unseren neulichen den und Lambrecht wurden aufgefordert, gewisse Beschuldigungen verbreitete unwahrheiten sind und das Ganze widerrufen und falls fie dies nicht thäten, aus ein Manöver ist, das bezweckt, bei dem befangenen Leser ein Bierboykott behandelnden Artikel schreiben die Reptilien der Partei auszutreten. Dagegen wurden Auerbach, ungünstiges Vorurtheil gegen mich zu erwecken und die Dis. des Herrn Rösicke, wir schienen zu Kreuz kriechen zu wollen, fussion von den Kernpunkten abzulenten. weil wir bisher keine unserer Forderungen durchgesetzt Endlich sei noch darauf hingewiesen, daß noch nach feinem hätten. Bu Kreuz friechen" nennt das Völkchen unsere schlagen. Verdier gab an Ausländer, von denen es Parteitag so viel Mißbilligungsvoten gegen Parteitagdelegirte Bereitschaft zu einem ehrlichen Frieden. Wir haben noch in Montreux wimmelte, französischen Unterricht. Caprolaz, und tadelnde oder ablehnende Resolutio.ien gegen die nicht das Bedürfniß empfunden, Verhandlungen anzu der aus der südlichen Gascogne stammte, besaß eine be- Parteitagbeschlüsse gefaßt wurden, als diesmal. Namentlich knüpfen. Und was unsere Forderungen betrifft, so haben wunderungswürdige Leichtigkeit im Improviſiren. Als leisten sich hierin unsere badischen Genossen, die über den wir sie allerdings noch nicht durchgesetzt, aber wir laffen Ausgang des Streits Rüdt- Stegmüller vor dem Parteitag höchst Seiltänzer auf dem Gebiete der Poefte fabrizirte er vor unzufrieden sind, ganz Grkleckliches, ohne daß irgendwo Jemand die Herren Brauringler Tag für Tag Tausende von Mark Gesellschaften Verse über Themata oder Reime, die ihm bisher ein„ Bronunciamento", eine„ Fahnenerhebung" und der Strafe bezahlen, und, wenn sie hieran noch längere Zeit aufgegeben wurden. In den Hotels, wo die Abende lang gleichen darin erblickte und daraus eine auf Dumme berechnete Vergnügen finden, so wird ihnen ihr halber Berliner waren, hatte er es so manches Mal verstanden, aus dieser Anklage erhoben hätte. Markt dauernd genommen. Uns kann's recht sein. literarise en Gymnastik Beifall und Geld herauszuschlagen. Hiermit habe ich die zweite Hauptbeschuldigung Bollmar's Wir haben bei dem Boykott nichts zu verlieren, und nur Dann hatten die beiden Freunde in Erfahrung ge- gegen mich ebenfalls in ihr Nichts aufgelöst, mit der dritten zu gewinnen: nämlich besseres Bier. bracht, daß sich in der Gegend eine kleine Kolonie von werde ich mich im nächsten Artikel beschäftigen. Geächteten aufhielt. Es waren sogar berühmte Männer unter ihnen, deren Name allein eine Gewähr gegen das Elend sein sollte. zu A. Bebel. Politische Leberlicht. Die Ituehrlichkeit unserer Gegner wird durch das Geständniß einer Leipziger nationalliberalen Größe trefflich beleuchtet. Dieser Herr, ein Kaufmann Namens Habenicht, sagte gestern als Korreferent in einer Bürgerversammlung, die sich mit dem neuen Wahlgesetz für die Stadtverordneten- Wahlen beschäftigte, nach dem Leipziger Tageblatt" wörtlich: Da war Elisée Reclus, der, weil er fein Vaterland hatte, Weltbürger geworden war und die ganze Erde be Berlin, den 28. November. schrieb. Da war Courbet, der, obwohl ruinirt und all seines Besitzes, selbst seiner Gemälde, die tonfiszirt worden vertreter des Reichskanzlers, Staatssekretär Dr. v. Bötticher, Der Zusammentritt des Reichstages. Der Stellwaren, beraubt, dennoch reich war an Talent und gutem erläßt eine Bekanntmachung, der wir das Folgende ent- de motraten in das Kollegium binein, so ist Kommen, wie zu erwarten steht, einige Sozial. Humor. Sie waren von Freunden umgeben, die sich vor übergehend hier aufhielten und bei ihnen stets offene Tafel das auch kein Unglück. Es ist viel besser, wenn nehmen: Mit Bezugnahme auf die in Nr. 41 des Reichs Gesetz- fie veranlaßt werden, ihre Meinungen zu und offene Börse fanden. blattes verkündete taiserliche Verordnung vom 2. d. Mts., durch entwickeln. Bei der praktischen Mitarbeit werden sie finden, Wie! Du kennst sie nicht? sagte Verdier zu René. Sie welche der Reichstag berufen ist, am 5. Dezember d. J. in Berlin daß auch in anderen Kreisen ein warmes Herz für die Intereffen wohnen doch gerade wie Du in la Tour de Peilz. Wir zusammenzutreten, wird hierdurch bekannt gemacht, daß die Er unserer Stadt vorhanden ist. In Plagwik bat man werden zu ihnen gehen und Dich vorstellen. öffnung des Reichstags an diesem Tage um 111/2 Uhr Mittags übrigens mit der Theilnahme der SozialThatsache war es, daß René, der von Arbeit überhäuft im Rittersaale des hiesigen Residenzschlosses stattfinden wird. demokraten im Gemeindeleben feine ungünstigen war, feine Gelegenheit gehabt hatte, mit diesen Männern Die weiteren Mittheilungen über die Eröffnungssigung er Erfahrungen gemacht. Sie haben ganz gut Bekanntschaft anzufnüpfen. Auch hatten ihn Bedenken folgen in dem Bureau des Reichstages, Leipzigerstraße 4, am mitgearbeitet und manche schäbenswerthe An= stolzer Zurückhaltung und scheuer Bescheidenheit bisher 4. Dezember in den Stunden von 9 Uhr Morgens bis 8 Uhr regung gegeben. Hoffentlich wird man auch im Leip davon abgehalten, sie aufzusuchen. Allein er wünschte sich abends und am 5. Dezember von 8 Uhr Vormittags ab. In siger Stadtverordneten- Kollegium dieselben guten Erfahrungen Allein er wünschte sich diesem Bureau werden auch die Legitimationskarten für die Er- machen. nichts besseres, als dort eingeführt zu werden, wo er nicht öffnungsfizung ausgegeben und alle sonst erforderlichen Mit- Und so spricht ein Mann, der vereint mit seiner als ungebetener Gaft eindringen wollte, und bald wurde er theilungen gemacht werden. Reaktionssippe das Gemeindewahl- Gesez in Leipzig auf's wie ein Freund in dem großen fahlen Zimmer auf- Wegen des beschränkten Raumes im Rittersaale und des Schmählichste verstümmelt hat, um die Sozialdemo genommen, daß Courbet in sein Atelier umgewandelt hatte. Mangels an Tribünen fönnen Zuschauer zu dem Eröffnungsatte traten als Umstürzler und Störenfriede nicht zugelassen werden." aus der Gemeindevertretung fern zu ( Fortsetzung folgt.) Die Vorlagen gegen den Umfturz". Auf der halten. Wahrhaftig, man wird mit Ekel erfüllt von Tagesordnung der morgigen Plenarsizung des Bundesraths folcher Heuchelei. fei einer im " Auslande ge= Zur Wahlreform in Oesterreich. Die österreichische begrüßt erschien Andrea Costa, den die Versammlung einstimmig| lich die Thatsachen hervorgehoben, aus welchen eine Ge Regierung hat mit dem ersten Theile ihrer Aktion in der zuni Präsidenten wählte. Von Cavalotti aus Rom wurde eine fahr der Verwischung des proletarischen und revolutionären Wahlreform, den geheimen Verhandlungen mit den Ver- anfeuernde Depesche verlesen. Charakters der Partei zu befürchten ist. So oft wir die drei trauenspersonen der Majoritätsparteien Schiffbruch erlitten. Die Liga, der Bund zur Vertheidigung der Freiheit, zählt Auffäße Vollmar's in der Münchener Post" und die zwei ArSie hat durch die öffentliche Meinung und die steigende gegenwärtig 320 Sektionen in ganz Italien mit ungefähr tikel von Grillenberger in der Fränkischen Tagespoſt" auch 200 000 erklärten Anhängern. wieder gelesen haben, wir finden nirgends auch nur den Versuch, Macht der sozialdemokratischen Agitation gezwungen, die Die größte Wirkung erregte in der Versammlung die Rede in eine Diskussion einzugehen über die drei von Bebel hervor. Frage aus der Geheimnißkrämerei in die Deffentlichkeit des Sozialisten Lazzari, der die anwesenden Abgeordneten direkt gehobenen Punkte: Die Genehmigung des Budgets, die Taktik bringen und gestern vor dem Wahlreform- Ausschusse ihr aufforderte, in der in wenigen Tagen zu eröffnenden Kammer in der Landagitation und die glimpfliche Behandlung der VerProgramm entwickeln müssen. Hierüber meldet eine De die Verbrecher in der Regierung für ihre Schandthaten zur föße von badensischen Landtags Abgeordneten gegen das pesche aus Wien das folgende: Rechenschaft zu ziehen. Mussi, Mitglied der radikalen Linken, Programm. Die Kritik Bebel's richtete sich ausdrücklich nicht etwa In der Abendigung des Wahlreform- Ausschusses gab der antwortete dem Redner und gab das Versprechen in seinem und Ministerpräsident Fürst Windischgräß, anknüpfend an die vor aller nicht crispinischen Mitglieder Namen, er werde seine Pflicht ausschließlich gegen die bayerischen Genossen, sondern viel jährige Erklärung der Regierung, die Erklärung ab, daß er es thun, und die eindrucksvolle Stimme der heutigen Ver- mehr gegen Strömungen, die auch im Norden Deutschlands, als erste wichtige Aufgabe betrachte, im Einvernehmen sammlung werde ihre Wirkung nicht verfehlen. Es wenn auch in geringerem Grade als im Süden vorhanden mit den Koalitionsparteien eine umfassende Wahlreform sprachen sodann der Arbeiter Zavattari( Präsident der ersten sind, und gegen den Parteitag selbst. Eine solche Kritik mag ริน schaffen mit Aufrechterhaltung der bisherigen Ver- Versammlung) und Prampolini, der Präsident Andrea Cofta er- unangenehm sein, sie mag vielleicht im Einzelnen oder in der tretung der Interessengruppen, mit genauer Berücksichtigung innerte daran, daß die Versammlung zeige, daß der Gedanke Form übers Ziel hinausschießen, aber Niemandem ist es gestattet, der Verhältnisse der Königreiche und Länder, mit einer wesent doch in so vielen Tausenden lebendig sei, wie die Befreier irgend einem Genossen, am allerwenigsten Bebel, das Recht zu lichen Ausdehnung des Wahlrechts insbesondere auf die Arbeiter Italiens vor dreißig Jahren nicht deshalb ihr Blut vergoffen einer solchen Kritik einzuschränken, und schon gar nicht dann, zugleich mit der Sicherung des bisherigen Schwergewichts der baben, um das heutige Possenspiel eines wahnsinnig gewordenen wenn man mit nichts Anderem zu antworten weiß, als mit Bezeichnend ist weiter, daß das politischen Rechte des Bürgerstandes und Bauernstandes. Zur Willkür- und Korruptions- Regiments zu ertragen. Die Ver- persönlichen Grobheiten. Erreichung dieses Zweckes fei zunächst der Weg vertraulicher Be- sammlung nahm einstimmig folgende Tagesordnung an: Münchener und das Nürnberger Partei Organ sich ohne Besprechungen eingeschlagen worden, jedoch hätten die seitens Die dem Bunde angehörenden Abgeordneten haben sofort denken zum ausschließlichen Sprachrohr der Anschauungen der Regierung als Grundlage der Besprechungen mit bei Gröffnung der Kammer zwei Gesezvorschläge einzubringen: Vollmar's und Grillenberger's machen, unbekümmert darum, getheilten Grundzüge nicht aufeitige Zustimmung gefunden. Erstens auf Abschaffung der durch öffentliche Lüge erschlichenen ob, woran wir zu zweifeln allen Grund haben, die GesammtBei Wiederaufnahme der Berathungen, vorerst mit den und mit Wortbruch gegen alle Gerechtigkeit angewendeten Aus- heit der Genossen des Organisationsfreises in dieser Frage mit Obmännern der foalirten Klubs, Zweitens Forderung aus der Mitte nahmsgesetze. Amnestie auf ihnen einverstanden sind, während der Berliner Vorwärts" Der Theilnehmer auf den Antrag zur Errichtung von Arbeiter- weitester Grundlage für die durch die Ausnahmsgefeße die ihm als Zentralorgan der Partei gebührende redaktionelle tammern, mit Ertheilung des Wahlrechts an diese, hin- und Kriegsgerichte Verurtheilten. Die Abgeordneten haben Neutralität" soweit treibt, daß zwar der Nichtübereinstimmung gewiesen worden und es habe nicht ausgeschlossen geschienen, alle Abstimmungen über politische und Finanzmaßregeln der Redaktion mit der pessimistischen Färbung der Ausführungen daß das Projekt in den Hauptprinzipien bei den foalirten Par- jeder Art zu verweigern, bis über diese beiden For Bebel's Ausdruck gegeben, aber nicht ein Wort des Zadels geteien Antlang finde. Da zugleich hervorgetreten sei, daß die derungen entschieden ist. Drittens, die dem Bunde an- funden wird über die persönliche Form, in welche Vollmar und Sicherung der nothwendigen qualifizirten Majorität für die um- gehörenden Abgeordneten haben vor allen anderen die Pflicht, Grillenberger ihre Replit fleiden. Daß in der Sache der Cheffaffende Borlage mancherlei bedeutenden Schwierigkeiten begegnen neue Sektionen des Bundes zu errichten und die bedrohten redakteur des Vorwärts", Liebknecht, auf demselben Standpunkt würde, sei die Regierung bereit gewesen, jenen Vorschlag zur Er- elementaren Freiheiten mit aller Energie zu schützen, um Italien steht wie Bebel, hat er in einer Versammlung am Freitag ausrichtung von Arbeiterkammern bezw. von Abtheilungen bei den vor der Schmach zu bewahren, in seiner Entwickelung hinter geführt. Wenn die erste Erregung, die eine jede Diskussion, welche Handelsgewerbe- Rammern für Arbeiter- Angelegenheiten aufzu allen ändern Europa's zurückzustehen. nehmen, um so mehr als die Vertreter sämmtlicher Parteien über- Zum Schluß ermahnte Costa, daß die Vertreter des Landes an Persönliches anknüpfen kann, mit fich bringt, vorüber sein einstimmend mit der Regierung die Gewährung einer nichts seien und nichts können, wenn nicht die Massen wird, dann wird sich erst recht zeigen, wie wohlthätig die parlamentarischen Vertretung an die Arbeiter unter allen hinter ihnen stünden, die aus ihrer Erstarrung auf Wirkungen des Vorstoßes Bebel's waren, und wie er nur, wir Umständen angezeigt erachtet hätten. Bei der jüngsten zurütteln das Ziel und die Hauptaufgabe des Bundes sei. wiederholen es, Empfindungen Ausdruck gegeben, die in Erweiterung des Kreises der zu den Besprechungen bei: Welcher Haß und wilde Verzweiflung über die immer drückender weitesten Kreisen der Partei, nicht nur in Nord- und Süd40 Millionen neuer Steuern will der deutschland, sondern auch gezogenen Vertrauensmänner habe es sich jedoch herausgestellt, werdenden Steuern in der gepeinigten Betheilt werden. Die absolute Sicherheit des Bewußt daß auch gegen diesen Vorschlag gewichtige Bedenken er Finanzminister der Kammer vorlegen hoben wurden, so daß die Einbringung einer derartigen völkerung herrscht, davon giebt eine Nachricht Kunde, die soeben seins, daß die Sozialdemokratie weder von ihrem prinzipiellen Borlage feinen unmittelbaren Erfolg gehabt hätte. Die der Telegraph meldet. In Ligurien, in der Ortsgemeinde Standpunkte, noch von ihrem einzig zielführenden Wege ab Regierung laffe nunmehr eine Ausschußberathung über die Camogli an der Riviera 30 Kilometer von Genua entfernt, gedrängt werden kann, beruht darauf, daß ein jeder Schritt, der Wahlreform eintreten. Nach den Erfahrungen bei den bis hat soeben ein Voltsaufstand stattgefunden, der an die Ver- bewußt oder unbewußt abseits vom Wege gemacht wird, sofort Die Gemeinde einen energischen Widerstand aus der Partei heraus findet, heiße herigen Besprechungen scheine die Einräumung einer parla- zweiflungs- Ausbrüche in Sizilien erinnert. mentarischen Vertretung an die Arbeiter nur allseitige Billigung Camogli, die 10 000 Seelen zählt, war von dem neuen Präfekten der Wortführer dieses Widerstandes nun Bebel oder anders. gefunden zu haben und werde eine solche zunächst in Aussicht zu gezwungen worden, ein Dorf Ruta von 1000 armen Landarbeitern Daß es mit der Einigkeit und Geschlossenheit einer Partei sehr nehmen sein. Sollte eine Berücksichtigung auch anderer, bisher und Kleinbauern, die bisher von der Konsumsteuer der gut bestellt sein muß, die sich solche Diskussionen erlauben darf, nicht wahlberechtigter Volksschichten die Zustimmung der Gemeinde befreit gewesen waren, in die Steuerzone hinein- daß gerade die Heitigkeit des Streites der Beweis dafür ist, wie genannten Parteien finden, so werde die Regierung, zuziehen. Ein neues Steuergebäude wurde trotz des wüthenden unzerreißbar die Solidarität der Partei ist und empfunden wird, insofern solche Anträge in dem Rahmen der oben- Protestes der Bewohner am Eingange des Dorfes gebaut und das merken nach und nach sogar die Gegner, und ihr erstes erwähnten maßgebend bleibenden Erklärungen sich bewegen, bereit heute sollte die neue Steuer in Kraft treten. Da rotteten sich in gedankenloses Frohlocken über die endliche Spaltung" macht sein, an dem Zustandekommen von Gesezentwürfen auf dieser der Nacht Schaaren der Einwohner zusammen, erstiegen den nunmehr viel ernſteren Erwägungen Play. Basis mitzuwirken. Kirchthurm und läuteten die Sturmglocke. Andere warfen sich Seitens der Konservativen erklärt sich Graf Hohenwart, mit Fadeln auf das verhaßte Steuergebäude und zündeten es an. Parteikonferenz. Am Sonntag, den 18. November, tagte seitens der Polen Stadnicki, seitens der vereinigten deutschen Mit Mühe konnte am Morgen der Brand gelöscht werden. Eine Linten Graf Ruenburg mit dem von der Regierung einge- Abtheilung Karabinieri, telegraphisch aus Genua berufen, rückte in Ahrensböt, eine öffentliche Parteikonferenz für das Wird Fürstenthum Lübeck mit folgender Tagesordnung: 1. Bericht des schlagenen Wege einverstanden und sprachen die Hoffnung aus, in das Dorf und nahm zahlreiche Verhaftungen vor. daß es in den Berathungen des Ausschusses gelingen Crispi nicht über Ligurien den Belagerungszustand verhängen? Vororts 2. Bericht der einzelnen Delegirten. 3. Abrechnung. 4. Wahl des Vororts. 5. Anträge und Verschiedenes. Erschienen werde, die Differenzen der Parteien zu überbrücken und die An- Presfreiheit in Bulgarien. Aus Sofia wird waren 12 Delegirte. Genoffe Evers theilte mit, daß dem Vorgelegenheit einer gedeihlichen Lösung zuzuführen. Namens der depeschirt: ort genügend Material betreffend Agitation zur Verfügung ges Jungczechen tritt Brzorad für das allgemeine, gleiche, direkte Die Regierung brachte in der Sobranje einen Gefeßentwurf standen hätte, um den Wünschen der einzelnen Bezirke gerecht zu Wahlrecht ein. Der Ministerpräsident Fürst Windischgräb theilt ein, durch welchen alle auf die Bresse bezüglichen Sondergeseze werden. Versammlungen seien in allen zur Verfügung stehenden mit, daß der Miniſter des Innern mittels Zuſchrift an das sowie sämmtliche die Presse einschränkenden Verfügungen auf- Lokalen abgehalten. Ueberall bis in die entlegensten Winkel des Präsidium des Abgeordnetenhauses die Wahlreformivorlage des Fürstenthums seien mehrere Mal Broschüren verbreitet und hätte letzten Minifteriums zurückgezogen habe. Er, der Ministerpräsident, gehoben werden. namentlich der Volkskalender seine Wirkung nicht verfehlt. Im hoffe, auf dem eingeschlagenen Wege durch das Einvernehmen Gemeinderath seien Genossen vertreten. Lotale zu Bersamme der foalirten Parteien das Ziel zu erreichen. Die Regierung Iungen ständen genügend zur Verfügung, was nur der festen habe die am 23 November 1893 abgegebene Erklärung nicht mit Organisation zu danken sei. Der sozialdemokratische Verein Stillschweigen übergangen, vielmehr alle damals maßgebend ge wesenen Umstände in die heutige Erklärung aufgenommen, ins Bericht über den Parteitag erstattete am letzten Sonntag zähle 190 Mitglieder. Die Presse sei ziemlich gut vertreten: besondere den, daß sie nur einer von sämmtlichen toalirten Genoffe Greiner in einer Bezirks Parteiversammlung in Lübecker Volksbote" mit 170," Nordwacht" mit 7, Wahrer Barteien angenommenen Wahlreform zustimmen fönne. Gegen- Quedlinburg. Nach eingehender Diskussion fand folgende Jacob" mit 70 und einige Exemplare der Gleichheit". Im über der jungczechischen Forderung des allgemeinen Stimm Refolution einstimmig Annahme:" Die heute tagende Partei- 2. Punkt: Bericht der einzelnen Delegirten, fonnten dieselben rechts erklärt der Ministerpräsident, daß die Regierung versammlung zu Quedlinburg erklärt sich mit tem Verhalten des sich nur den Ausführungen des Vorredners anschließen. Bum an den in ihrer ersten Erklärung ausgedrückten Prinzipien Benoffen Greiner auf dem Parteitag zu Frankfurt einverstanden. Vorort wurde Stockelsdorf wiedergewählt. Zum 5. Punkt lag festhalte und den auf allgemeines, gleiches In dem Verhalten des Genossen Bebel nach dem Parteitag in ein Antrag der Stockelsdorfer Genossen vor, zu den Landtage und direktes Wahlrecht abzielenden Anträgen einer Versammlung des zweiten Berliner Wahlkreises erblickt die und Gemeinderathswahlen geeignete Flugblätter auf Kosten der nicht zustimmen fönnte. Im weiteren Verlaufe der Versammlung teine Schädigung der Partei, sondern erblickt Agitationsfommission in Neumünster drucken zu lassen und dieDebatte äußern sich Prinz Karl Schwarzenberg, die Vertreter hierin eine nothwendige Klärung. Ueber die Art und Weise der selben bei passender Gelegenheit zu verbreiten. Beschlossen wurde, des böhmischen Großgrundbesitzes, Dipauly aus Tirol, der Ruthene Bolemit der Münchener Post", der Fränkischen Tagespost", dem nächsten Provinzial Parteitage einen diesbezüglichen Antrag Volfswillen" gegen Genossen zu unterbreiten, und hierauf die Konferenz mit einem Hoch auf Romanczuk und der Pole Rulowski zustimmend zu der Erklärung sowie des Hannoverschen der Regierung, der deutschnationale Prade und der mährische Bebel spricht die Versammlung ihr tiefes Bedauern aus. Die Sozialdemokratie geschlossen. Zeche Fanderlik gegen dieselbe. Pattai wünscht die Anreihung Bur Parteileitung des Bezirks wurde Genosse Trautewein als aweier Wahltörper. Der Minister des Innern Marquis Bacquehem Vertrauensperson und Genoffe Birkenfeld als Raffirer wiederfagt die Vorlegung des statistischen Materials zu. Fortjehung der Debatte Freitag. urtheilt. Parteinachrichten. gewählt. " = " * " Der sozialdemokratische Verein von Wandsbek und Umgegend beschloß, regelmäßige Diskutirabende stattfinden zu lassen. Des weiteren wurde einstimmig der Antrag angenommen, dem Vertrauensmann 300 M. zu überweisen. Die Zahl der Mitglieder beträgt jetzt annähernd 1200. Die Breslauer Parteigen offen erklärten sich in einer start besuchten Versammlung mit den Beschlüssen des Parteitages einverstanden und sprachen die Erwartung aus, daß dieser Parteitag dazu beitragen werde, die Grundsätze der Partei im Bolte zu verbreiten. Im übrigen verlangte die Versammlung, daß mit allen erdenklichen Mitteln dahin gewirkt werde, die als Erfahmann gewählt. Bersplitterung der Partei zu verhüten. In den Stadtrath zu Speyer wurde ein Sozialdemokrat Depeschen. Italien. Aus Sizilien wird telegraphirt: Palermo, 27. Novbr. Das Schwurgericht begann heute den Prozeß gegen 10 Angeklagte, welche der berüchtigten ,,, Marina" genannten Brigantenbande angehörten. Unter den Be fchuldigten befinden sich Leonardo und Botendari, die wegen Mordes, Diebstahls, Plünderung und Gefangenhaltung verschie Todtenliste der Partei. Am 22. d. M. fand in Lemgo dener Personen, darunter des Barons Spitaleri in Catania an Die Kölner Parteigenoffen nahmen, nachdem Genosse geklagt find. Zweihundert Zeugen sind vorgeladen; eine große Hofrichter Bericht vom Parteitag erstattet hatte, wobei er unter großer Betheiligung die Beerdigung des Genossen SchnittCandino, der Anführer der Bande, wurde in contumaciam verfolgende Resolution an:" 1. Die heutige Parteiversammlung gewidmet. Die Bielefelder Parteigen offen hatten ebenfalls einen Der Brigant namentlich seine Stellung zur bayerischen Frage präzisirte, ger statt. Kränze waren von den Genossen aus Detmold, Sem Wahlverein von Lemgo und zahlreichen Gewerkschaften erklärt sich mit der Stellung des Parteitages in der Gehaltsfrage Mit italienischen, und namentlich mit fizilianischen vollkommen einverstanden. 2. Sie bedauert, daß der Parteitag Kranz mit prachtvoller rother Schleife und der Widmung: Dem Briganten" ist es ein eigenes Ding. In sehr vielen in der die Budgetabstimmung der Landtage betreffenden Frage treuen Genossen die Sozialdemokratische Partei Bielefeld", gestifter Fällen sind es ehrliche Leute, die durch gesetzliche" eine so unentschiedene Haltung einnahm und vor allem die und den Genossen Slomte damit beauftragt, denselben auf dem Briganten zum Krieg gegen die Gesellschaft getrieben partitularistischen Gründe der Bayern gelten ließ. Sie kann sich Grabe Schnittger's niederzulegen. In Schnittger haben die worden sind. Auch politische Verbrecher", d. h. Gegner infolge deffen mit der Haltung des Genossen Hofrichter, der für Parteigenossen von Lemgo einen thätigen und eifrigen Kämpfer der Regierung werden in Italien gern mit dem Namen die Resolution Bebel eintrat, nur voll und ganz einverstanden verloren, welcher troß seines leidenden Zustandes und schon etwas erklären und spricht demselben ihr Vertrauen aus. Im übrigen vorgerückten Alters, er war 54 Jahre alt, immer mit zu den Briganten" belegt; und speziell in Sizilien sind zu Anfang erklärt die Parteiversammlung, voll und ganz auf dem Boden der thätigsten Genoffen gehörte. Er ruhe in Frieden! des Jahres viele Opfer der Hungerrevolution unter die in Berlin II angenommenen Resolution zu stehen." An der Briganten" gegangen. Diskussion betheiligte sich eine große Anzahl Genossen, die alle Die großen Spizbuben brauchen nicht in die im Sinne des Referenten sprachen, zum Theil sogar von dem und wenn sie auch Kölner Partei- Organ ein noch schärferes Auftreten in der Wälder und Berge zu gehen gelegentlich das Buchthaus mit dem Aermel streifen, so bayerischen Angelegenheit fordernd. ( Wolff's Telegraphen- Bureau. fommen sie doch in der Regel wieder glücklich davon, wie die Millionen- Spitzbuben des italienischen Panamino. Diese w. Adler in der neuesten Nummer der Wiener Arbeiter- wahlen für die Stadtverordneten- Versammlung wurden nach der Zur bayerischen Angelegenheit" nimmt Genosse Dr. Frankfurt a. M., 28. November. Bei den heutigen Stichwenigstens bisher. Jetzt scheint eine den Herren Beitung" vom Dienstag, den 27. November nochmals das Wort. Franks. 3tg." drei Demokraten gewählt. Morgen finden weitere günstige Wendung eingetreten zu sein. Giolitti, den Er schreibt dort: Die Diskussion über die Taktik der deutschen Stichwahlen statt. Crispi ans Messer zu liefern gedachte, hat öffentlich erklärt, Sozialdemokratie, welche durch die bekannte, von uns bereits erer werde sich nicht als Sündenbock für die Schuftereien örterte Rede Bebel's eingeleitet wurde, nimmt täglich an UmAnderer abschlachten lassen, und er werde keine Rücksicht fang zu und wird nunmehr bedauerlicher Weise in einer Form geführt, die man im Interesse der Sache nicht wünschen kann. mehr nehmen. Vollmar und fast im selben Maße Grillenberger verzichten auf eine fachliche Erörterung vollständig und begnügen Wenn er nur nicht stirbt, ehe er gesprochen hat. sich damit, die Kritit, welche Bebel über den verlaufenen Brüffel, 28. November. Der Genter Sozialist Anselm stellte Aus Mailand schreibt uns( am 24. November 1894 unser Parteitag und über die auf demselben zu Tage getretenen Strö in der heutigen Nachmittagssigung der Kammer Antrag auf eine mungen geübt hat, zurückzuführen auf persönliche Eigenschaften Kreditbewilligung von einer Million Franks zur Unterstützung Korrespondent: Gestern Sonntag fand die zweite große öffentliche Versamm des Kritikers. Wir von unserem Standpunkte können diese der bei den Ueberschwemmungen Beschädigten. London, 28. November. Wie die Times" aus Kairo lung des Bundes zur Vertheidigung der Freiheit in dem großen Kampfmethode war feineswegs billigen oder auch nur ent Saale des berühmten Stalatheaters in Mailand statt. Sie war schuldigen, aber wir begreifen sie vollständig; sie ist ein Pro- melden, berichtete Pater Rossignoli, der Mahdi ſammele eine noch zahlreicher besucht als die erste. Die Abgeordneten Mussi bukt der Verlegenheit, Sachliches vorzubringen. Denn wenn 15 000 Mann starfe Streitmacht, um die Italiener in Kassala ( Mailand), Merlani, Rampoldi und Prampolini, alle bekannten auch Bebel unseres Erachtens die fatale Bedeutung der von ihm anzugreifen, dessen Fall sein Ansehen im Sudan sehr herabgesetzt Sozialistenführer Mailands und der Lombardei, darunter Turati, festgestellten Symptome überschäßt, so hat er, und das ist das habe. Eine Abtheilung von Truppen hatte Omdurman schon vor Zanzi, Zavattari, waren anwesend. Von stürmischem Beifall Verdienst seiner Rede, scharf umriffen und unmißverständ- der Flucht des Paters verlassen. Das kann ja gut werden. F ( Depeschen- Bureau Herold.) Brüssel, 28. November. Etoile belge" ist heute wegen Ver leumdung des Ministerpräsidenten de Burlet verurtheilt worden. Das Urtheil wird im„ Etoile" selbst, sowie in mehreren anderen Blättern publizirt werden. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 278. Donnerstag, den 29. November 1894. Arbeiter! Parteigenossen! 11. Jahrg. Die Verhandlungen wegen Beendigung des Bierboykotts sind abgebrochen worden, weil die Ringbrauereien eine Bedingung stellten, deren Annahme mit der Ehre der Arbeiterschaft unvereinbar ist. Die Vertreter des Brauerrings hatten die Stirn zu fordern, daß der Friedensschluß davon abhängig gemacht werde, daß 33 Arbeiter nie mehr in den Betrieben der Ringbrauer beschäftigt werden. Arbeiter! Parteigenossen! Ohne jeden Anlaß seitens der betreffenden Arbeiter sind am 16. Mai Hunderte aufs Pflaster geworfen worden. Und nun sollen nach monatelanger Aussperrung, nach monatelangen Entbehrungen dreiunddreißig Arbeiter dauernd dem Elend, für immer der Eristenslosigkeit, also dem langsamen Zugrundegehen überliefert werden, dreiunddreißig Mann, von denen keiner Schuld an dem Boykott trägt. Sie sollen als Opfer des Kapitalistenübermuthes auf der Strecke. bleiben. An der barbarischen Doppeldezimirung des 16. Mai hatte der Brauerring nicht genug- seine Rache verlangt die Vernichtung von weiteren dreiunddreißig Existenzen. Arbeiter! Genossen! Wir wissen, daß wir in Eurem Sinne gehandelt haben, als wir diesem ungeheuerlichen Ansinnen ein empörtes turzes Nein entgegenseiten und die Verhandlungen abbrachen. Die Arbeiter Berlins konnten und wollten einen ehrlichen Frieden schließen; niemals aber werden wir unsere Hand dazu bieten, niemals werden die klassenbewußten, in den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie organisirten Arbeiter dulden, daß ein geschlossen wird. ehrloser Friede Nun ist die Entscheidung getroffen. Der Boykott muß mit crnenter und vermehrter Energie fortgeführt werden. Die Parole Kein Tropfen muß mit unwiderstehlicher Macht zur Durchführung gelangen. Ringbier Jeder einzelne Arbeiter muß seine ganze Kraft aufwenden, um den Boykott zur vollen Wirkung zu bringen. Dazu ist nöthig, daß die gesaminte Arbeiterschaft mit verdoppelter Kraft Hand aus Werk legt, die zur Organisation, Ueberwachung und Durchführung des Boykotts erforderlichen Maßregeln energisch zu unterstützen. Es bedarf aller Kraft, aller Energie, denn die Brauerdirektoren haben offen erklärt, die Unterwerfung der Berliner Arbeiterschaft durch neue Massenmaßregelungen erzwingen zu wollen! Arbeiter, Parteigenossen! Der Brauerring hat zwar Millionen zur Verfügung und wird in diesem Klassenkampfe auch fernerhin Hunderttausende opfern; hinter uns aber stehen die Massen, auf unserer Seite ist das Recht, ist die Begeisterung, ist der Opfermuth. Und an Enren Opfermuth appelliren wir abermals. Die unschuldigen Opfer kapitalistischen Nebermuthes dürfen nicht dem Hunger preisgegeben werden. Seit Monaten liegen diese Hunderte existenzlos auf der Straße. Wir wenden uns deshalb an die Arbeiter von ganz Deutschland um thatkräftige und schnelle Unterstügung. Der Kampf ist uns aufgezwungen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Handschuh aufgenommen und sie wird den Kampf durchführen bis zum Ende. Arbeiter! Euer Klassen Jutereffe nicht blos, Eure Klassen Ehre ist im Spiel. Da giebt es feinen anderen Gedanken als Sieg! Vorwärts zum Sieg! Kein Tropfen Ringbier! Hoch der Boykott! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Charlottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Kinz u. Ko., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Rathenower Exportbrauerei Niederlage. Juh. May Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frankfurt a. D. Niederlage Greifswalderstr. 228. Phönir- Brauerei, E. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernad, Mühlenstraße 49a. Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Brauerei Königs Wusterhausen, Niederlage Reichenbergerstraße 33. Tokales. Die Boykott- Kommission. Die Liste der boykottfreien Gastwirthe und Restaurateure wird der am Sonnabend erscheinenden Nummer des ,, Vorwärts" wieder beigelegt werden. Veränderungen in der Liste müssen von den hierzu beauftragten Kontrolleuren bis spätestens Freitag Vormittag 10 Uhr in der Druckerei von Max Bading Beuthstraße 2, Hof 3 Treppen, abgeliefert werden. Die juristische Sprechstunde kann heute, Donnerstag, nicht brandt'schen Fabrik hierzu haben, so wenig haben es die zahl abgehalten werden. Fabriken arbeiten. Wohl die wenigsten der Näscher, die sich an den Süßigkeiten delektiren, haben eine Ahnung, wie viel ſauren Schweiß und wie viel bittere Thränen armer Arbeiterinnen sie mit verschlucken. Als in einer Versammlung von Arbeitern und Arbeiterinnen der Chokoladenfabrik von Hilde brandt u. Sohn sehr richtig darauf hingewiesen wurde, daß infolge der elenden Bezahlung der Arbeiterinnen viele blutige Thränen derselben mit in die Süßigkeiten hineingearbeitet würden, erwiderte der anwesende Herr Inspektor der Fabrik voller Fronie: ,, Unsere Arbeiterinnen weinen nicht! die lachen und tanzen bei der Arbeit! So wenig Ursache die Arbeiterinnen der Hilde= reichen Arbeiterinnen, die in der Chokoladenfabrik von Werkmeister u. Reßdorff, Markusstr. 35, beschäftigt find. Dort herrscht Der Boykott wirkt nicht! Auch bei der Vereins eine gewöhnliche Arbeitszeit von 10 Stunden( 7 Uhr Morgens brauerei Rixdorf tritt in der nun vom Aussichtsrath vor bis 7 1hr Abends mit den üblichen Pausen.) Jezt in der Saison gestern festgesezten Dividende die Wirkung des Boykotts während wird bis 10 Uhr Abends gearbeitet und dürfte die also verlängerte der Zeit vom Mai bis zum 30. September, dem Schluß des Arbeitszeit noch eine Verlängerung erfahren. Die dort beschäfer Geschäftsjahres 1893/94, in ein grelles Licht. Die Dividende Arbeiterinnen erhalten den fürstlichen Lohn von 10 Pfennige weist mit 51/2 pet. für die Stammprioritäten und mit 3/2 pet. pro Stunde. Das macht also bei zehnstündiger Arbeitszeit pro Tag für die Stammaktien einen Ausfall von je 2 pet. auf. Es 1 M. und pro Woche vorausgesetzt, daß keine Arbeitsstörung müssen demnach, da das Grundkapital der Gesellschaft 3 Millionen eintritt pro Woche 6 M.! Davon soll eine Arbeiterin leben! Mart beträgt, die armen Aktionäre und Stammprioritäten- Die Ueberstunden, welche die Arbeiterinnen im Interesse des Besitzer infolge des frivolen Uebermuths der Arbeiter" den über Geschäftes" machen müssen, werden ihnen ja bezahlt, aber auch die Brauerei verhängten Boykott mit 120 000 m. büßen. nur zu dem gewöhnlichen Sage von 10 Pf. pro Stunde. Und ,, Wohlzuthun und mitzutheilen vergesset nicht!" tönt die Arbeiterinnen müssen froh sein, Ueberstunden machen zu bürgerlichen Blätter entgegen. Da findet er Bitten" mancherlei, feiten welches bittere Glend! Wieviel Thränen haften an diesen es dem Bourgeois jetzt wieder aus den Inseratenspalten aller dürfen; steigert sich doch dadurch ihr täglicher Verdienst um 40 Pf., ihre Wocheneinnahme um 2,40 M. Inmitten der Süßig " dringende Bitten", herzliche Bitten"," Weihnachtsbitten"," herzfiche Weihnachtsbitten" it. f. w. Sie gehen aus von Vereinen, Produkten, beſtimmt, den Menschen zu erfreuen, zum fröhlichen Somitees oder Einzelpersonen, die mit Rücksicht auf den Winter, Genusse! Müffen sie sich nicht verwandeln zu Bitterniß bei dem insbesondere mit Rücksicht auf Weihnachten zu wohlthätigen" Gedanken an das„ süße Elend"? Zwecken Geld sammeln wollen; zum Theil aber auch direkt Die Konkurrenz der Frauenarbeit macht sich jetzt auf von Armen, die, nachdem sie sich lange vergeblich um Arbeit bemüht und auch bei der Armen Verwaltung und bei einem Gebiete immer mehr geltend, auf dem man sie vor einigen den Vereinen teine ausreichende Unterstützung gefunden Jahren kaum gekannt hat, nämlich dem des Nachhilfe- Unterrichts haben, gum Inserat als dem letzten Rettungsmittel für Gymnasiaften und Realschüler. Daß junge Lehrerinnen, die greifen. Die Begründungen aller dieser" Bitten" scheinen das das Lehrerinnenexamen bestanden haben, sich auch noch die Wort„ Es giebt keinen Nothstand!", daß der bürgerlichen Ge- Glemente des Griechischen, Lateinischen und der Mathematik bis sellschaft bei anderen Gelegenheiten immer noch zeitgemäß und zum Sekundanerpenfum hinauf aneignen, um durch Unterbieten modern genug scheint, um es zu wiederholen, zuschanden machen der beim Unterricht ohnedies schon so gedrückten Preise den zu wollen. Da wird geklagt über vergebliches Suchen nach männlichen Mitbewerbern fiegreiche Konkurrenz zu machen, gehört Pazen- Arbeit, über Krankheit, über monatelange Erwerbsunfähigkeit, durchaus nicht mehr zu den Seltenheiten. So trug bei einem da heißt es, daß der eine vor der Obdachlosigkeit, der andere derartigen Preisausschreiben", worin Nachhilfe für einen vor dem Hungern steht, u. s. w. Ja, wo sollen denn alle die Tertianer verlangt wurde, und das eine förmliche Wölfer Wohlthäter, herkommen, um alle diese dringenden und herz- wanderung des geistigen Proletariats nach dem in der Annonce fichen lichen Bitten zu erfüllen? Die Besiglosen sind doch dazu nicht angegebenen Hause in der Lindenstraße veranlaßte, daß zarte imstande, obwohl die von den Komitees in Umlauf gesetzten Geschlecht den Sieg davon, was auch in diesem Falle weniger Liften auch in ärmeren Häusern keineswegs leer bleiben, nun, dem Reiz der äußeren Erscheinung, als dem billigen Preise zu zuschreiben war. Uebrigens liefen auf die Möglichkeit, eine und die Besitzenden, auf die man hierbei in erster Linie rechnen müßte, öffnen ihr Herz und ihren Beutel niemals weiter, als Brivatstunde zu erlangen, die im günstigsten Falle 20 M. monat ihnen ihre Eitelkeit und die Nothwendigkeit, den Kredit zu stärken, lich bringen konnte, außer 188 persönlichen Bewerbungen gegen oder auch die Furcht vor dem Umsturz gebietet. Aber das hindert 200 Briefe ein. Auch ein Zeichen der Beit! sie nicht, stolz zu sein auf ihre Spenden und bei den öffentlichen Bescheerungen strahlend vor Befriedigung und Vergnügen über Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, N., Gartenstr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage Gust. Spiekermann, Krautstr. 48, Tel. VII, 1487. Export- Brauerei Grabow a./D. bei Stettin. Niederlage Marthen, Bellermannstr. 6. Brauhaus Hohen- Schönhausen bei Berlin. Boykottirt sind die folgenden, dem Ring angehörenden Brauereien: Aftien Brauerei Friedrichshain, Berlin. Aktien- Brauerei- Gesellschaft Friedrichshöhe, vorm. hofer, Berlin. Aktien- Brauerei- Gesellschaft Moabit, Berlin. Attien- Gesellschaft Schloßbrauerei Schöneberg, Schöneberg. Bergschloß- Brauerei, Attien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Bockbrauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Kronen- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Unions- Brauerei, Berlin. Böhmisches Brauhaus, Kommandit- Gesellschaft auf Aktien, A. Knoblauch, Berlin. Brauerei Oswald Berliner, Berlin. Brauerei Julius Bözow, Berlin. Brauerei Boruffia, Aktien- Gesellschaft, Niederschönweide bei Johannisthal. Brauerei Gambrinus, Aktien- Gesellschaft, Charlottenburg. Brauerei Carl Gregory, Berlin. Brauerei F. Happoldt, Berlin. Brauerei Königstadt, Attien- Gesellschaft, Berlin. Brauerei Pfefferberg, vorm. Schneider u. Hillig, Berlin. Brauerei A. Werm, Berlin. Bürgerliche Brauerei, Berlin. Bürgerliches Brauhaus, Otto Müller, Berlin. C. Habel's Brauerei, Berlin. Gebrüder Jofty, Berlin. Schönhauser Allee. Norddeutsche Brauerei, Attien- Gesellschaft, Berlin. Schultheiß' Brauerei, Aktien Gesellschaft, Berlin, Abth. besgl. Abth. II Tivoli. V Brauerei Schweizergarten, Berlin. " " Das städtische Fleischschau- Amt geht jekt eifrig gegen die die Reihen der Armen zu blicken, die in demüthiger Haltung an hiesigen Importgeschäfte von frischem, gefalzenem Fleisch vor. die spärlich bedeckten Tische treten. Aus was für Leuten setzt In den legten vier Wochen sind zwölf Fälle zur Anzeige ge sich denn die wohlthätige" Bourgeoisie eigentlich zusammen? In fommen, daß minderwerthiges und ekelerregendes Fleisch auf den der Hauptsache doch aus solchen, die erst durch die Arbeiterklasse, Bahnhöfen polizeilich beschlagnahmt worden ist. So wurde durch durch die Besitzlosen reich geworden. Die haben es freilich leicht, den Fleischbeschauer Rottle wieder eine Sendung von 789 Kilo den Großmüthigen zu spielen. Auf sie paßt das englische gramm verdorbenen Fleisches gerade in dem Augenblicke Wort:„ Die Gans stehlen und das Gekröse als Almosen geben." angehalten, als das Gefährt aus der Güter= Expedition Wohlzuthun und mitzutheilen vergeffet nicht," ist gewiß eine des Nordbahnhofes herausfuhr. Die Sendung war adressirt schöne und beherzigenswerthe Mahnung. Aber die Brosamen, an die Firma P. C. Thoms, Inhaber Roder und Liebmann, die der besiklofen Klasse vom reichbeladenen Tische der Besitzenden am Kottbuser Damm 72, welche schon längst im Verdachte steht, zugeworfen werden, verdankt der Arme nicht einmal einer Befolgung dieses Wortes. Neben anderen, wenig edlen Motiven spielt die Aussöhnung der sozialen Gegenfäße", die„ Beförderung des sozialen Friedens" dabei die Hauptrolle. Nicht Nächsten liebe, sondern Selbstfucht ist meint die eigentliche Triebfeder. I Die Bourgeoisie giebt das Gefröse, weil sie die Gans in Ruhe und Frieden verspeisen möchte. " " von Rigdorf aus den Berliner Wurstfabriken mit„ RaltschlächterWaare" zu versehen. Bei der amtlichen Untersuchung durch den Thierarzt Waßmann ergab sich, daß die beschlagnahmte Sendung aus 467/2 Kilo total tuberkulösem Rindfleisch und aus 3211/2 Rilo total ,, unreifem" Kalbfleisch bestand, so daß die sofortige Verwerfung angeordnet wurde. Die Ursache, daß sich die Fälle in legter Beit so häufen, liegt hauptsächlich darin, daß das Weidevieh jetzt in Ställen untergebracht ist und durch den plöglichen Wechsel des Süßes Elend. Die Weihnachtszeit rückt näher heran und Futters allerlei frankhafte Erscheinungen zu Tage treten und die Geschäftsleute sind eifrig bedacht, ihre entsprechenden Vor- das Bich trepirt. Herumziehende Schlächter kaufen das Vieh für zubereiten. Auch die Chokoladen und Zuckerwaaren- Fabriten es und befreien das Fleisch von den Knochen, welches dann eins arbeiten jetzt mit" Bolldampf voraus". Befinden sie sich doch gefalzen in den verschiedensten Gebinden, wie Körben und Fässern, iegt inmitten der Weihnachtssaison" und erfahrungsgemäß ist unter falscher Deklaration an hiesige Importgeschäfte gesandt der Bedarf an Süßigkeiten zu Weihnachten der größte im Jahre. wird. Letztere verschieben es wieder mit großem Verdienst von Kein Wunder, daß in den Fabriken jetzt von Morgens 7 Uhr bis 20 bis 30 Pf. pro Pfund an die Wurstfabrikanten. Die erften Abends 11 Uhr und darüber gearbeitet wird. Rücksichten giebt derartigen Fälle werden Anfangs Dezember unter dem es da nicht, am allerwenigsten werden solche auf die zahlreichen Rubrum ,, Lehmann u. Gen." im Kriminalgericht zur Verhandligig Arbeiterinnen genommen, welche in Chokolade- und Zuckerwaaren- fommen. Spandauerberg- Brauerei, vorm. C. Bechmann, Westend bei fehrungen zu treffen, sich auf das Weihnachtsgeschäft vor- einen Spottpreis, das Pfund für noch nicht 10 Pf. auf, schlachten Charlottenburg. Vereinsbrauerei Rirdorf. Versuchs- und Lehrbrauerei, Berlin. Viktoria- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Germania- Brauerei, David u. Martin, Berlin. Brauerei Stralgu. Von der Armenspeisungs- Anstalt schreibt die„ Voss. 3tg.", Pension nicht stattfinden kann. Wenn dieselben nicht dienst- ein im Schalterraum anwesender Stationsaffifient erklärte dem sie sei ein von der Kommunalverwaltung völlig getrenntes und unfähig, würde denselben sogar ein Anspruch auf Zahlung ihres K., er könne eine Arbeiterkarte nicht erhalten, denn er sei ja für sich bestehendes unabhängiges Institut". Hinterher giebt sie bisherigen Gehalts zustehen. Dagegen können die Bestimmungen nicht Arbeiter, sondern Malergehilfe. Und dabei blieb es, aber zu, es bestehe indessen doch ein gewiffer Zusammenhang des Reichsgefeßes vom 15. März 1886 auf die Wächter keine An- troy aller Gegenerklärungen des K. Zum Glück für ihn liegt zwischen der Anstalt und den städtischen Behörden, infofern die wendung finden; dies sich auf Reichsbeamte beziehende Gesetz ist Friedenau auch noch an der Ringbahn. Und bei dieser erhielt Armendirektion alljährlich eine erhebliche Zahl von Suppen- allerdings in seinen wesentlichen Bestimmungen auf die preußischen er auf Station Wilmersdorf anstandslos die Arbeiter- Wochen. marken abnimmt und durch die Armenkommissionen vertheilen unmittelbaren Staatsbeamten, indessen nur auf solche übertragen tarte ausgefolgt. läßt". Der Zusammenhang ist ein so inniger, daß weder der worden, die in reichsgefeßlicher Unfallversicherung unterliegenden von Kommunal " Armenspeisungs- Anstalt noch der Kommunalverwaltung ein Betrieben beschäftigt find, was bei den Hilfswächtern nicht der Zentralausschuß hiesiger faufmännischer, gewerblicher und Der Polizeipräsident Herr von Richthofen hat an den allzu großes Unrecht geschieht, wenn man die Anstalt, in Fall ist. Indeffen muß die Frage zu 3 doch dahin beantwortet industrieller Vereine, der wegen Freigabe des Ladengeschäftsformeller Hinsicht allerdings irrthümlich, als eine städtische werden, daß den Hilfswächtern ein Anspruch auf Rückzahlung Betriebes an den letzten Sonntagen vor Weihnachten und vor behandelt. Auf alle Fälle aber bleibt der Vorwurf auf der Invaliditätsbeiträge zusteht, da nach§ 4 des Gesetzes vom der Stadtverwaltung baften, daß fie fich alljährlich, formell 22. Mai 1889 der Reichs- und der Bundesstaaten, die mit Sylvester dieses Jahres bis 10 Uhr Abends vorstellig geworden zu gunsten dieser Anstalt, faktisch aber zu gunsten der Pensionsberechtigung angestellten Beamten war, unter dem 24. c. nachfolgendes Schreiben gerichtet: Berlin, kommunalen Armenpflege, die durch die Anstalt entlastet verbänden der Versicherungspflicht nicht unterliegen. Dadurch, das Gesuch vom 13. Oftober dieses Jahres ergebenst mit, daß den 24. November 1894. Dem Zentralausschuß theile ich auf wird mit einem Aufruf an den stets bewährten Wohlthätig- daß der Staat die Wächter und Hilfswächter übernommen hat, demnächst eine Bekanntmachung, betreffend die erweiterte Beteit sinn unserer Mitbürger" wendet und um milde Gaben bittet. kann in den Rechtsverhältnissen nichts geändert sein." Der Kommunalzuschuß, der für die von der Armendirektion ent- Inzwischen hat Rechtsanwalt M. an das Polizei- Präsidium 23. und 30. Dezember dieses Jahres, erlassen wird, in welcher schäftigungszeit im Handelsgewerbe an den Sonntagen den 16., nommenen Marken gezahlt wird, richtet sich nicht nach der Zahl das Ersuchen um Weiterzahlung des Gehalies für die entlassenen den berechtigten Interessen der Arbeitgeber, Arbeitnehmer und dieser Marken oder nach den der Anstalt daraus erwachsenden Wächter gerichtet, das abschlägig beschieden wurde. Auch der des Publikums nach Möglichkeit Rechnung getragen wird. Eine Kosten( pro Portion etwas über 10 Pfennig), sondern nach dem Oberpräsident hat ablehnend geantwortet mit dem Bemerken, daß Ausdehnung der Beschäftigungszeit an diesen Tagen über Abends Ausfall der Haustollette. Da die Kollekte in den legten Jahren es den Wächtern überlassen sei, den Rechtsweg zu beschreiten. Ausdehnung der Beschäftigungszeit an diesen Tagen über Abends 7 Uhr ist unzulässig. Der Polizeipräsident. v. Richthofen." immer weniger gebracht hat, so hat der Bufchuß immer mehr er- Gine größere Anzahl der Wächter( alte Soldaten) beabsichtigt, 7 Uhr ist unzulässig. Der Polizeipräsident. v. Nichthofen." höht werden müssen. Im Winter 1888/89 3. B. wurde für jede inzwischen bei dem Kaiser vorstellig zu werden. Eine egyptische Finsterniß lagerte den ganzen gestrigen Portion 41/2 Pfennig zugezahlt, welcher Betrag bis 1892/93 rasch auf 8 Pf. stieg. Die Kommunalverwaltung hat also thatsächlich Der Ausschuß des Gewerbegerichts setzt sich nach den Tag über Berlin und veranlaßte, daß die meisten Geschäftslotale am 26. und 27. November im Bürgerſaal des Rathhauses volländig beleuchtet werden mußten. Vom meteorologischen Institut wird die seltsame Erscheinung dahin erklärt, daß durch einen zogenen Wahlen wie folgt zusammen: Arbeitgeber: Tiefbau- Unternehmer E. Bernhardt, Baulftr. 10. während gleichzeitig eine Erfaltung und Nebelbildung in den hohen gleichmäßigen Luftdruck eine Windstille bedingt wird, Techniker E. Ebert, Grenadierstr. 26. Wäschefabrikant& reyer, unteren Lutschichten eintritt. Die außergewöhnliche Dunkelheit Georgenkirchstr. 24. Fabrikant Hugo Gerschel, Marien- unteren Lutschichten eintritt. Die außergewöhnliche Dunkelheit ftraße 19/21. Steppanstalt- Besizer Lenz, Weberstr. 17. Gast- dieses Nebels führt man auf die zahlreichen Rauchpartikel zurück, welche bei der herrschenden Windstille nicht fortgeführt werden wirth Theodor Müller, Hegelplaz 1. Tischlermeister und über Berlin schweben bleiben. Schilowsky, Weidenweg 13. Fabrikant D. Weigert, Anflamerfir. 38. Verlags- Buchhändler H. Worms, Wilhelm straße 129. Obermeister Wollschläger, Niederwallstr. 24. Arbeitnehmer: Schneider Pfeiffer, Hutmacher Lund, Töpfer Thieme, Tischler Koblenzer, Former Körsten, Kellner Wegner, Hausdiener Arndt, Buchdrucker Stößel, Einseker Millarg und Buzer Dietrich. ein Interesse an dem Ausfall der Kollekte und wird schon wissen, warum sie sie so warm empfiehlt. Die ersten Zehn vom Schultheiß- Regiment. Ein Freund des Ringes hat sich der Mühe unterzogen, die Blessuren festzustellen, welche die einzelnen Glieder( soweit die Bilancen vorliegen) erlitten haben. Wir wollen sie auch noch einmal an unseren Lesern vorbeidefiliren lassen: Dividenden in Prozenten gewährten: 1892/93 1893/94 • 15 Schultheiß 12 Friedrichshain. 2/2 Spandauerberg. 7 Bazenhofer. 16 13 0 Ahrens( Moabit) 2stiedo Unionsbrauerei. Königstadt SfPfefferberg. Norddeutsche Viktoria 5 5 . 8 3 6 Verlust 21/2 3228210031 0 0 0 0 0 0 0 0|||| 503045805 Die Ringgenossen find fast sämmtlich empfindlich getroffen; packen wir noch etwas fester zu, bis sie Vernunft annehmen! Die erste Aufführung von Hildegard Scholl", des neuen Schauspiels von Westenberger und Croissant, wird der Verein Freie Boltsbühne" am Sonntag den 9. Dezember im National- Theater veranstalten. " 1600 Mark hat nach der„ Staatsbürger Zeitung" der Wohlthäter Saloschin dem unglücklichen Droschkentutscher Obst zur Begründung eines Geschäfts gegeben. Durch einen erdichteten Neberfall hat ein junger Mann cinen Selbsimordversuch zu verdecken versucht. Am Dienstag Mittag erschien in einem hiesigen Krankenhause der zwanzig jährige Krantenwärter Karl Rösecke, der blutüberströmt war und eine Schußwunde oberhalb der rechten Schläfe zeigte. Das rechte Auge war infolge des eindringenden Geschosses aus der Höhle herausgetreten. Er gab an, daß er furz vorher im Thiergarten Immer unliebenswürdiger wird das Verhalten der von einem ihm unbekannten Manne plöglich angeschossen und Großen Berliner Pferdebahn gegenüber ihren Fahrgästen. Auf bewußtlos geworden sei. Später fei der Fremde verschwunden gewissen Linien find an jedem Morgen die Wagen überfüllt; die gewesen. Da man der märchenhaften Darstellung in dem KrankenFahrgäste sind zu einem recht erheblichen Theil Abonnenten, die hause wenig Glauben schenkte und weiter in Rösecke drang, ge" Nothleidende" Hausbesitzer von Groß Lichterfelde zu einer bestimmten Zeit an dem Orte ihrer Berufsthätigkeit sein stand dieser endlich, daß er sich die Verlegung in felbstmörderischer Die näheren haben, wie es heißt, gegen die Umtaufe der dortigen Wilhelm- müffen; in strömendem Regen müssen die Leute auf dem Verdeck Absicht im Thiergarten selbst beigebracht habe. Wie festgestellt ist, war der Straße und des Wilhelmplates in Carstennstraße und Carstenn- Blaz nehmen, um überhaupt nur mitzukommen. Die Verkehrs- Gründe dazu verweigert Röjecke. play protestirt, weil sie ihre Gegend dadurch beeinträchtigt Inspektoren, von deren Thätigteit man sich seiner Zeit so viel Wärter bis zum 24. d. M. in der Nervenheilanstalt des Proglauben". Sie fürchten, daß, da das geplante Kaiser Wilhelm versprach, haben hier noch nichts von sich hören lassen. Recht feffors Mendel zu Pankow angestellt, wurde an diefem Tage Denkmal naturgemäß" auf einem Wilhelmplatz errichtet werden streng verfährt dagegen die Bahn gegenüber ihren Abonnenten; beurlaubt und ist auf seinen Posten nicht wieder zurückgekehrt. müffe, die Umtaufe den Zweck habe, ihnen das Denkmal, nach wiederholt find in letterer Zeit solche Beitkarten den Inhabern Auch in der Arstalt fann das räthselhafte Verhalten Röfecte's dem man einen anderen Platz zum Wilhelmplatz„ erhoben" habe, von den Schaffnern abgenommen worden, weil jene an einer nicht aufgeklärt werden. vegzuesfamotiren. Der Protest hat Erfolg gehabt: die Umtaufe Stelle aufstiegen, wo die Karte noch keine Giltigkeit hatte. So Ju große Aufregung wurden gestern in der achten ift rückgängig gemacht worden, wurde kürzlich einem jungen Manne die noch einen halben Monat Morgenstunde Wirth und Gäste des G.'ichen Raffeelofals in der Sausbesiger haben ihren Wilhelmplay sammt dem au- giltige Beufarte ohne jede Entschädigung entzogen, weil er an Invalidenftr. 182 versetzt. Eine etwa 24 jährige anständig ge fünftigen Denkmal und der Wilhelmstraße wiederbekommen. Der Friedrichstraße auf einen noch der Lindenstraße zu fahrenden fleidete Dame trat in den Laden, ließ sich eike Taffe Staffee Die Sache ist von einer Bedeutung, die weit über den Wilhelm- Wagen stieg, während feine Karte erst von der Charlottenstraße ab ihn geben und erbat sich von dem Tinte und Papier, Platz von Groß- Lichterfelde hinausreicht. Die Lichterfelder Haus zur Fahrt berechtigte. Die betr. Bestimmungen kennen nur wenige um einen Brief zu schreiben. Als sie damit fertig war, besitzer haben den„ mitnothleidenden" Hausbesitzern von Berlin Fahrkarten- Juhaber; früher waren diese Bestimmungen den Zeit- nahm sie ihren Hut ab, serris denselben und begann sich vor und überall, wo sonst noch Byzantiner wohnen, den Weg gezeigt, farten aufgedruckt; jest nicht mehr. Aendert die Verwaltung die den erstaunten Gästen blizschnell völlig zu entkleiden. Darauf auf dem sie ihre Gegend verschönern, ihre Häufer füllen und Tour einer Linie, so kann der Abonnent nicht etwa die neue sank sie zu Boden und verfiel in eine Art Weinkrampf, aus dem ihre Miethen steigern können. Man braucht nur noch einen Strecke mitfahren, sondern er muß an der Stelle, wo der Wagen sie erst erwachte, als man ihr Milch eingeflößt hatte. Aus dem Schritt weiter zu gehen und um Aenderung häßlicher Straßen- von der bisherigen Tour abweicht, aussteigen und kann nun zu auf dem Tische vorgefundenen Brief ging hervor, daß der Mann namen in solche mit patriotischem Klang zu petitioniren. Für sehen, wie er auf anderen Linien zu feinem Ziele kommt. In dieser Frau sich auf der Festung Spandau befindet, welche Petitionsluftige sei hiermit zunächst als Allerneuestes und neuerer Zeit ist auch mehrfach für Kinder unter sechs Jahren, Strafe er sich als Reservist bei der letzten Uebung zugezogen hat. Feudalstes eine" Megirstraße" in Vorschlag gebracht. Man be- die bisher in Begleitung Erwachsener frei befördert wurden, das Nachdem ein hinzugerufener Arzt den Ausbruch von Verwas auf diese Weise z. B. aus der Mulachstraße gemacht volle Fahrgeld gefordert worden, wenn die Kinder auf dem folgungswahnsinn bei der Unglücklichen, die am Morgen aus Border oder Hinterperron getroffen wurden, weil sie dort ihrer Heimath in Pommern nach Berlin gekommen war, um einen besonderen Platz einnehmen! ihren in Spandau internirten Ehemann zu besuchen, tonstatirt batte, ist die Aermite nach der Jrrenstation der Charitee gebracht GUI 3 1922 werden könnte! und die geängstigten Behördliche Sozialpolitik. Dreihundert Nachtwächter prozeffiren gegen die Stadt Berlin wegen Anspruch auf ihr bis heriges Gehalt und Rückzahlung der bisher geleisteten Invaliditätsbeiträge. Den Riesenprozeß für die Wächter, von denen jetzt wiederum eine große Zahl, namentlich in der 3. und 7. Polizeihauptmannschaft, zum 1. Januar gekündigt sind, führt der Rechtsanwalt Mundel. Bei den letzten Kündigungen von Nachtwächtern hat man bis auf die vor 14 Jahren eingetretenen Beamten zurück gegriffen. Ueber den Fortgang des Prozesses wird uns berichtet, daß bereits zu Anfang Zezember der erste gerichtliche Termin angefeht ift. Rechtsanwalt M. hat vor kurzem an die an dem Prozeß betheiligten Wächter ein Rundschreiben gerichtet, in dem es heißt: Meines Erachtens tönnen allerdings Gemeindebeamte in der Weise, wie es bei den Hilfswächtern Berlins geschehen ist, mit Rückficht auf§ 56 der Städte- Ordnung nicht angestellt werden, viel mehr muß die Anstellung auf Lebenszeit erfolgen. Wenn, wie es meines Grachtens geschehen muß, zu 1 gestellte Frage bejaht wird. so ergiebt sich daraus, daß eine Entlassung der Hilfswächter ohne Eine Weltbibel. worden. 2 Arbeiter Wochenkarten auf der Wannseebahn. Die erst kürzlich von uns gekennzeichnete Art, Arbeitern, welche die Wannseebahn benutzen wollen, die Verabreichung von Wochen- Wegen Vergehen8 gegen ein einjähriges Mädchen wurde tarten unter den furiofesten Vorwänden zu verweigern, wird am Montag der verheirathete 32 jährige Buchhalter Röder verdurch den folgenden Fall aufs neue drastisch beleuchtet: Gin in haftet, welcher bei dem Baumeister E. auf dem Gesundbrunnen Friedenau, Handjeryfir. 29, wohnender Malergehile Karl Kähue, fich in Stellung befindet. Die Wüstling wurde in tlagranti welcher in Berlin bei dem Malermeister Klausenberg, Bethanien- durch einen Schuhmann erwischt und verhaftet. Ufer 2, beschäftigt ist, wollte für die Wannseebahnstrecke Friedenau- Berlin auf der Station Friedenau genannter Bahn Polizeibericht. Am 27. d. M. Morgens wurde ein Mann eine Arbeiter- Wod, entarte lösen. Am Billetschalter wurde nun in seiner Wohnung, in der Usedomstraße, erhängt vorgefunden. verlangt, R. solle erst eine Bescheinigung darüber beibringen, daß Auf dem Felde, gegenüber der Werkstatt der Onbahn, wurde er auch Arbeiter fei, worauf er sich von seinem Meister be- Nachmittags eine obdachlose Frau mit einer schweren Verlegung ftätigen ließ, daß er bei demselben als Malergehilfe in Arbeit am Kopfe fait erstarrt aufgefunden und nach dem Krankenftehe. Tiefe Bescheinigung wurde vom 25. Polizeirevier Berlin hause gebracht. In der Königstraße gerieth eine Frau beglaubigt. Und dann begab sich R. mit derselben wieder zur unter die Räder eines Brauerwagens und wurde so Wannseebahn- Station Friedenau und bat unter Vorzeigung des schwer verlegt, daß sie bald darauf im Krankenhause starb. Scheines um eine Arbeiterkarte. Jezt aber geschah das Un- In einem Hause in der Lüßowstraße stürzte eine Frau von der glauliche: nicht nur die Fahrkarten- Verkäuferin, sondern auch Treppe eines Geschäftstellers und zerschlug die Scheibe der Ein folgende Jahr verehelichte er sich mit Elisabeth Burg, die ihm sieben Kinder gebar. 1489 erwarb Brant den Doktorgrad und entfaltete von nun ab eine reiche literarische Thätigkeit als Verfasser und Herausgeber fanonischer Rechtsbücher, firchlicher Schriftsteller und lateinischer Gedichte, viele davon zum Preise der Himmelstönigin und Gottgebärerin Maria.*) Der politischen Dichtung wandte sich Brant seit der Wahl Maximilians zum römischen König zu. Von diesem, dem legten Ritter und ersten Landsknecht, erwarteten Brant und sein Freundeskreis gar Großes, nichts Geringeres, als daß er in seiner Hand beide weltliche der Gewalt, das und das geistliche wester Regiment vereinigen und Deutsch land groß, mächtig und einig zur Weltvormacht gemeiner Christenheit machen werde. Ein schöner patriotischer Traum das! Mag ihn Maximilian auch selbst geträumt haben, mag er eine und angebahnt haben: derselbe Herr war eines schönen Tages drauf und dran, für ein gut Stück Geld, die Verweserschaft des heiligen römischen Reiches deutscher Nation an den König von England zu verschachern. Und seine Reiormversuche führten zum Gegentheil dessen, was; der Brant'sche Kreis von Reichsfreunden erwarteten und wozu fie unablässig mahnten: die Maximilianschen Reformen erhöhten gerade die Machtfülle der einzelnen Landesfürsten nur noch mehr. Schwarzert, Löffler u. f. w. sich hochtrabend nannten und schrieben Agricola, Neander, Melanchthon, Cochläus u. f. w. Zu den verbreitetsten Büchern der Welt, wie Bibel, Struwel- Derselbe Trieb, welcher den Wilden" dazu führt, fich zu tätopeter, Robinson Crusoe und Gellert's Fabeln, gehört auch wiren, waltete da auch bei den zivilisirten Europäern der Sebastian Brant's Narrenschiff. Es ist immer interessant, den Reformationszeit: der Trieb sich zu schmücken, etwas Besonderes Gründen für die großartige Verbreitung solcher Erzeugnisse des aus sich zu machen. Gewiß haben sich die altgläubigen Gelehrten menschlichen Dichtens und Dentens nachzuspüren. Die Literatur jener age auch etwas darauf eingebildet, daß sie für den Gottder Reformationszeit verdient solche Beachtung ganz besonders vater des gemeinen Volfes schöne gelehrte Namen aus der wegen der Aehnlichkeit jener Epoche voll Dampf und Gährung heidnischen Theologie der Griechen und Römer wußten und sich mit den gegenwärtigen Zeitläuften. Wie damals, so stehen auch so abhoben vom gewöhnlichen" Bolte. heute wieder zwei Welten gegen einander unter Waffen, eine Andererseits thun wir der ganzen alten Partei der Katholischen untergehende alte und eine sich emporringende neue Welt. jener Tage Unrecht, wenn wir meinen, sie hätten von einer UmEs giebt nun in Zeiten gewaltiger Umgestaltung der wirthschaft: gestaltung der Dinge zum Besseren in Kirche und Staat garnichts lichen und politischen Verhältnisse oft ehrenwerthe alte Herren, wissen wollen. Viele von ihnen, Brant unter ihnen, waren gegen welche ihre Zeit zuletzt nicht mehr verstehen und ihren neuen die Schäden der Zeit durchaus nicht blind, nur wünschten sie, Anforderungen nicht gewachsen find. So geftand uns einmal ein daß reformirt würde durch den heiligen Vater in Rom, durch Heeresreorganisation und eine allgemeine Reichssteuer geplant alter ehrenwerther Achtundvierziger mit Thränen im Auge:„ Ja, den Papft. Hat doch nachmals der Nachfolger Leo X.( † 1521) ich ahne wohl, Ihr Sozialdemokraten mögt Recht haben, aber Papst Adrian, ein eifriger Reformer nach seiner eigenen Ansicht, ich bin zu alt geworden! Ich verstehe Euch und all das Neue nicht mehr! Solch ein Mann der alten Schule", dem es nicht am Blick für deren Mängel, wohl aber an Thatkraft umzulernen und Kampfmuth, für Neugestaltungen mit seiner ganzen Person einzutreten, fehlte, Am nächsten berührt sich Brant's ganzes Temperament mit scheint uns Sebaftian Brant gewesen zu sein, obwohl wir den dem von vielen protestantischen Historifern arg verunglimpften aftenmäßigen Beweis dafür nicht in der Hand haben. Brant vorsichtigen Erasmus von Rotterdam, der mit seiner feinen Nase hat ja mit einer ganzen Reihe von Anhängern der neuen hinter der Reformation recht wohl das revolutionäre Element Richtung, den Befürwortern einer Reformation des heiligen heraußwitterte und allerdings nicht von dem Vorwurf freizuhalten römischen Reiches an Haupt und Gliedern, nicht nur der Kirche, ift, ein großer Vorsichtskommissarius gewesen zu sein. Beide eng Fühlung, Bekanntschaft oder sogar Freundschaft gehabt, wie zum Beispiel mit Reuchlin( der seinen tapferen Strauß mit dem israelitischen Antisemiten jener Tage, dem Juden Pfefferkorn ausfocht) der doch in seinen Meinungen sehr stark von Brant's ganzem Wesen und Tenten abwich. " gegen den revolutionären, ihm zu ungestümen Luther erflärt, auch er wolle reformiren, aber Schritt vor Schritt, worüber freilich Luther wieder spöttisch sich äußerte: Ja, Füßlein vor Füßlein, alle hundert Jahr einen Schritt! Männer, Brant wie Grasmus, hatten große Scheu vor der Theilnahme an Streitigkeiten, bei denen die Persönlichkeiten in den Vordergrund treten mußten."( Gödeke.) Durch die Schlacht bei Dornach oder Dornek( 22. Juli 1499) ging die Schweiz endgiltig dem Reich verloren und Basel, Stadt und Landschaft, fielen den Eidgenoffen zu. Der hochangesehene Straßburger Domprediger Geiler von Raisersberg, der über Brant's Narrenschiff 1498( lateinisch!) gepredigt hatte, vermittelte diefem 1501 die Stelle eines Advokaten und Syndikus, 1508 die eines Stadtschreibers( hohen juristischen Beamten) der Stadt Straßburg, in welcher Beamtung er seiner Baterstadt mancherlei erfprießliche Dienste leistete. Er starb in ihren Mauern am 10. Mai 1521, erlebte also die Höhezeit des Reformationssturmes nicht, hätte wohl auch sich von seinen fonservativen Bahnen durch denselben nicht ablenten lassen. ( Schluß folgt.) Brant war eben durchaus keine Kämpfernatur, mehr ein anschaulicher Gelehrter, dem es an politischen Regungen freilich Die humanistischen Etudien, die wissenschaftliche Erforschung auch nicht fehlte, aber dieselben gingen in alttonfervativer, des griechischen und römischen Alterthums hatten auch auf faiserlich- katholisch- patriotischer Richtung. ganz fonservative Naturen Einfluß ausgeübt; tros aller streng- Wir stizziren furz seinen Lebensgang. Dem Besizer des religiösen Auffaffung scheut sich ein Sebastian Brant nicht, den Gasthofs zum goldenen Löwen zu Straßburg, Diebold Brant, chriftlichen Gottvater als den Herrscher des Olymps und die wurde 1457 unser Sebastian geboren, um deffen Erziehung die Jungfrau Maria als Mutter Jupiters zu bezeichnen. Es gehört Mutter, Barbara geborene Picker, besonders sorgsam sich bemühte. eben so zu sagen zum guten Zon unter den Gelehrten, überall Wo Sebastian seine ersten Jugendnudien machte, ist nicht zu zu zeigen, daß man in den alten Autoribus wohl beschlagen sei. ermitteln, 1475 bezog er die Universität Basel und ward 1477 Ueber den Marienkult und seine politische Bedeutung Dieser Zug zeigt sich auch in der Luft der Gelehrten, ihre guten Baccalaureus der schönen Künste, von welchem Studium er sich vergleiche man die überaus geistreichen und anregenden Dardeutschen Namen oft auf die gewaltthätigfte Weise lateinisch oder dann der Jurisprudenz zuwendete und 1484 die Lehrberechtigung stellungen Johannes Wedde's in dem Buche: Das alte Lübeck, griechisch umzumodeln, so daß die Bauer, Neumänner, für kanonisches und bürgerliches Recht erwarb. Das darauf Seite 118 ff. Witterungsübersicht vom 28. November 1894. Stationen. Swinemünde Hamburg Barometers auf stand in mm, reduzirt d. Meeressp. Windrichtung 771 Windstärke ( 1-1) 21121242113 etter Temperatur VALPOVALbb( nach Gelfins -2 50 G. 4° R.) " gangsthür. Sie erlitt dabei eine schwere Verlegung am Vorder- in der Versammlung des zweiten Berliner Wahlkreises vom[ als auswärtiger Genosse nicht das Recht habe, sich in die arm und mußte nach dem Krankenhause gebracht werden. 14. November auf das entschiedenste Stellung zu nehmen. internen Angelegenheiten der Braunschweiger Genossen zu mischen, Abends wurde ein Knabe in der Invalidenstraße von einem Nach ihrer Ueberzeugung besteht für die Annahme, daß die entschieden zurück. Daraufhin war am 26. November eine Arbeiter angeblich wegen fortgesetzter Belästigung durch Fuß- Partei in einer wachsenden Verflachung und in einem prinzipiellen Parteiversammlung anberaumt, in der endgiltig über die herrschenden tritte mißhandelt und am Ohr bedeutend verlegt. Im Laufe Niedergange begriffen sei, auch nicht der geringste thatsächliche Parteizwistigkeiten entschieden werden sollte. Genosse C alwer des Tages fanden drei Brände statt. Anhaltspunkt. Infoweit aber der Genosse Bebel wirklich an Redakteur des Volksfreund", referirte über Innere Parteieine solche Gefahr glaubte, war die für die Geltendmachung organisation". Er führte aus, daß die Parteitaktik durch den feiner Ansicht allein gegebene Stelle der Parteitag. Dort rück Erfurter Parteitag festgestellt sei und daß das Verhalten einer haltslos zu sprechen, war fein Recht und seine Pflicht. Nicht aber Minorität in der hiesigen Partei nicht so sehr gegen ihn, als tann es das Recht eines Parteigenossen sein und wäre er der höchst- gegen die Partei selbst sich richtete. Fortgesetzt würden Anverdiente, auf dem Parteitag felöst seine Meinung zu verschweigen, griffe gegen den Boltsfreund" erhoben und die haltlosesten um unmittelbar hinterher, nachdem der Parteitag die Frage nicht Beschuldigungen gegen denselben ausgesprochen. Genosse Legien, nach seinem Willen erledigt, die Debatte aus eigener Macht der das Bestreben habe, mit Hilfe der gewerkschaftlichen Bewegung vollkommenheit aufs Neue zu eröffnen und dadurch die Partei die politische zu sprengen, mische sich in die hiesigen Parteizu erregen und in einem Augenblick ihre Einigkeit zu gefährden, verhältnisse und schlage auf grund ihm zugetragener Nachrichten wo angesichts eines drohenden Angriffes die einheitliche Zusammen- vor, allerdings hinter ein Wenn versteckt, eine Spaltung in der faffung aller Kräite mehr als je nöthig ist. Partei eintreten zu lassen. Es tönne nicht so weiter gehen und Ganz insbesonders kann die Parteiversammlung die uner empfehle deshalb den Antrag:" Für die Parteigenossen bin4 erhörte Art, in welcher den bayerischen Genossen die ihnen zu dende Beschlüsse tönnen nur in Parteiversammlungen gefaßt gemeinsamen Parteizwecken aus der Parteikaffe zur Verfügung werden, die von dem gewählten Vertrauensmann der Partei eingestellten Geldmittel öffentlich vorgeworfen werden, gleich als zuberufen sind." Der jeßige Zustand führe zur Anarchie in der Partei. 2 ob dieselben ein zu Dank und Unterwürfigkeit verpflichtendes Wenn eine Parteiverfammlung etwas beschlossen habe, tomme die Geschenk wären, nicht nachdrücklich genug verurtheilen. Mit Minorität und beschließe in einer kleinen Versammlung das Gegentheil. Rücksicht darauf, daß Genosse Bebel Mitglied des Partei- Es müßte ein Machtspruch gesprochen werden, damit die Genossen vorstandes ist, muß die Parteiversammlung eine Aeußerung wüßten, was sie zu thun hätten. Genoffe Legien, welcher des letteren für nothwendig balten, durch welche jeder anwesend war, tam ebenfalls zum Wort und wendet sich speziell Des Genossen Bebel in irgend welchem Zusammenhange stehen der Partei, welche den Nutzen und die Nothwendigkeit der ges Zweifel darüber, als ob der Parteivorstand mit den Ausführungen gegen Calwer und allgemein gegen die politische Richtung in tönnte, beseitigt wird.- Indem die Parteiversammlung es auf wertschaftlichen Bewegung verkenne. Während der ganzen Dauer das Tiefste bedauert, daß ein Genosse von dem berechtigten An der Versammlung ist es für den Vertrauensmann und später für sehen Bebel's fich zu einem Vorgehen verleiten lassen konnte, den Vorsitzenden schwer gewesen, die Ordnung aufrecht zu er welches so sehr den Interessen der Partei zuwiderläuft, spricht halten. Bei der Rede des Genossen Legien steigert sich die Unfie die Ueberzeugung aus, daß die Genoffen überall ebenso sehr ruhe so, daß der überwachende Beamte die Versammlung auflöſt. wie der sozialistischen Durchbildung, so auch der Förderung demokratischer Gesinnung und einer selbständigen Denkart ihr Augenmerk zuwenden müssen, damit die Partei vor jedem Mißbrauch der persönlichen Autorität gesichert werde. Schließlich giebt die Parteiversammlung ihrer völligen Uebereinstimmung mit ihren Abgeordneten, sowie der Solidarität der bayerischen Genossen mit der Gesammtpartei Ausdruck. WSW Nebel -2 770 NM Nebel 2 • Berlin 770 MSW bedeckt -1 • Wiesbaden. 770 NO bedeckt München 768 GO bedeckt Wien 770 SO bedeckt Haparanda 753 SSW bedeckt Petersburg 763 WNW bedeckt Cork. 775 NNW wollig 769 770 . . SM NNO wolkig bedeckt 4 Aberdeen Paris Wetter- Prognose für Donnerstag, den 29. November 1894. Wärmeres, vorherrschend wolkiges Wetter mit etwas Regen und mäßigen bis frischen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beifung. " = 2 Resolution: öffentliche Parteiversammlung erklärt: Die heute den 26. November 1894 im Orpheum" tagende * Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Ein Pfennigprozeß ist gestern zu Ungunsten des Verklagten der Schuhmacher Uslar in einer Volksversammlung, die im Den Erbürgermeister Engel von Preet soll entschieden worden. Vor einiger Zeit hatte ein Gastwirth in Januar daselbst stattgefunden hat und in der Uslar gelegentlich der Georgenkirchstraße einen früheren Gast eines Pfennigs wegen äußerte, daß der Bürgermeister Engel seine vorgesetzten Be gemahnt. Der lettere fandte dem Wirth den Betrag per Post anweisung zu, Adressat aber verweigerte die Annahme, weil das hörden belogen habe, öffentlich beleidigt haben. Zum Uebers Bestellgeld in der Höhe von fünf Pfennigen nicht beigefügt war, wachenden gewendet, hat Uslar alsdann noch hinzugesetzt, bitte, und verklagte den fäumigen Schuldner. Dieſem gelang es, vor notiren Sie sich das, ich werde eventuell vor Gericht den Beweis Gericht durch Stellung von Beweißanträgen zwei Termine herbeider Wahrheit antreten. Der Staatsanwalt hatte sich des Bürgerzuführen. Der Schuldner wurde im gestrigen Entscheidungs: 14. november im 2. Berliner Wahlkreis gegen die süddeutschen Verhandlung vor der dortigen Stra fammer statt. Der WahrEin Austreten, wie es Bebel in einer Versammlung am meisters angenommen und so fand am 23. Stovember in Kiel termin zur Zahlung der Schuld und in die Kosten verurtheilt, Parteigenossen, und namentlich gegen den Genossen Volmar be: heitsbeweis für die von Uslar behaupteten Thatsachen wurde mit der Motivirung, daß Beklagter durch lebersendung der Post- liebte, betrachten wir, besonders in der gegenwärtigen Zeit, in im Wesentlichen erbracht, einige Polizisten aber bezeugten das anweisung über einen Pfennig an den Gastwirth seine Echuld welcher die Reaktion so hochgehende Wogen schlägt und in der Gegentheil und so wurde Uslar zu einem Monat Gefängniß anerkannt habe. Die Kosten dieses alternen Pfennig- Prozesses die Partei nothwendig eine gefchloffene Phalang bilden muß, als verurtheilt. werden dem Beklagten auf etwa 150 M. zu stehen kommen. die Interessen der Partei schädigend, und daher tief bedauerlich. In Ringethal bei Mittweida wurde eine Versammlung Ein Strafgefangener ist gestern aus dem Kriminalgericht Die Parteiversammlung verwahrt sich auf das Entschiedenste gegen verboten, weil der Einberufer den Referenten nicht nennen entsprungen. Stotter Wilhelm", dies ist der Spitzname des die Anmaßung der Parteigenossen des zweiten Berliner Reichs wollte. Arbeiters Otto Oskar Wilhelm Jung, hatte sich gemeinschaftlich tagswahlkreises, und verbittet sich jede Bevocmundung von Aufgelöst wurde vom Stadtrath zu Erimmitschau mit dem Schlächter Friedrich Bartsch und dem Taubenhändler jener Seite über die Part eithätigkeit. Die Mittel, mit der dortige Verein Jugendvereinigung. Max Liphardt vor der 132. Abtheilung am Amtsgericht 1 zu welchen in jener Versammlung gefämpft wurde, betrachten Wegen Beleidigung des Grafen Fabrice wurde verantworten, und zwar war er aus der Strafanstalt Plößensee wir als der Partei unwürdig und verwerflich. Auf das Genosie Reichard, Dresden, Redakteur der Sächf. Urb. 3tg", vorgeführt. Der ganze Anhang" des Mannes befand sich im Energischeste protestirt aber die heutige Parteiverfammlung gegen vom Dresdener Schöffengericht zu 100 M. Geldstrafe, eventuell Gerichtsgebäude. Nach dem Termin follte Stotter Wilhelm die Ausstellung Bebel's über eine angeblich bestehende Opportuni 10 Tagen Gefängniß verurtheilt. Es handelte sich um ein Referat in feine Belle zurückgeführt werden. Da jest zwei Schwurgerichte täts- und Verwässerungspolitit, und weist den indirekten Vorwurf einer Gerichtsverhandlung und soll die Beleidigung in der wörttagen, deshalb fehr zahlreiches Publikum im Gerichtsgebäude an des Prinzipienverraths mit Entrüstung zurück. lichen Wiedergabe der Zeugenaussagen liegen. Es wurde dem wesend ist, außerdem die baulichen Umarbeitungen ziemliche Die Parteiversammlung erklärt ferner: Jedwelche Sonder Grafen Fabrice vorgeworfen, er fei ein roher Dienstherr, der che Sonder Unordnungen verursachen und bei dem trüben Wetter auf den bestrebung liegt uns fern. Wir sind uns bewußt, ein Glied der seine Dienstboten mißhandele u. f. w. Gegen das schöffengerichtKorridoren egyptische Finsterniß herrscht, gelang es dem An- großen internationalen Sozialdemokratie zu sein, halten aber liche Urtheil hatte Genosse Reichard Berufung eingelegt, und behang" sich zwischen den Gerichtsdiener Zielke und den" Ge- daran fest, daß in verschiedenen Landestheilen die Agitation den faßte sich am Sonnabend die zweite Straftammer mit derfelben. fangenen zu drängen, und im Augenblick war Stotter- Wilhelm, jeweiligen Verhältnissen anzupassen ist und infolge dessen die Das Gericht pflichtete dem Beschwerdeführer insofern bei, als es einer der berüchtigsten Zuhälter verschwunden. Jung ist am Taktik der Partei in agitatorischer Beziehung nicht schablonisirt fenstellte, daß der§ 186( Behauptung nicht erweislich wahrer 26. Oftober 1857 zu Berlin geboren und schon vielfach vor- werden kann. Thatsachen u. f w.) bier nicht anwendbar sei, aber es wurde erbestraft. Von der Flucht wurde sofort die Polizei benachrichtigt, Tem Genossen Vollmar bringt die heutige Parteiverfamm flärt, daß der ganze Artikel darauf gerichtet wäre, den Grafen die eiligst den„ Draht" in Thätigkeit setzte. lung ihr vollstes Vertrauen entgegen, und wünscht, daß derselbe zu beleidigen. Aus diesem Grunde wurde das schöffengerichtliche wie bisher, so auch fernerhin ein ebenso energischer, als eifriger Urtheil bestätigt und die Berufung verworfen. Verfechter der Forderungen des Proletariats und der Prinzipien des internationalen Sozialismus sein möge." " = " Parteinachrichten. Parteipreffe. Die leitende Stelle in der Redaktion der Breslauer Bolkswacht" übernimmt am 1. Januar der Genosse Bruhns, derzeitiger Redakteur der Bremer BürgerBeitung". Die Nede des Genossen v. Vollmar, die wir gestern im Auszuge, so wie sie uns durch den Draht übermittelt wurde, wiedergegeben, ist in ihren wesentlichen Punkten lediglich eine Wiederholung seiner in der Münchener Post" und auch im Vorwärts" zum Abdruck gebrachten Artikelserie, weshalb wir von einer ausführlichen Wiedergabe des Referats Abstand nehmen und uns beschränken auf den Abdruck der beiden Resolutionen, die in jener Bersammlung gegen 6-8 Stimmen angenommen 1. Resolution. wurden: Die Parteiversammlung der beiden Münchener Wahlkreise hält es für ihre Pflicht, gegen das Auftreten des Genossen Bebel Theater. * " " - Aus dem Gefängniß entlassen wurde der Genoffe Karl Haupt aus Apolda, nachdem er 2 Monate 8 Tage hinter den Mauern zugebracht hatte. In Apolda wurde der Genosse Baudert zu 5 M. Geldstrafe verurtheilt, weil er an öffentlichem Orte Schriften verkauft hatte. Der Gewerbeschein, den Baudert besigt, ist nach Ansicht des Gerichts nicht genügend für den Berkauf an öffentlichen Orten". Parteistreitigkeiten in Braunschweig. Seit einiger Zeit bestehen unter den Parteigenossen in Braunschweig zwei Richtungen, die sich gegenseitig bekämpfen, ohne daß es aber bisher zu einem offenen Bruch gekommen wäre. Kürzlich hielt nun Genosse Legien einen Vortrag in Braunschweig und soll dem Bericht im dortigen Partei- Organ zufolge im Laufe seines Vor der Düsseldorfer Strafkammer stand der Genosse Vortrages den Braunschweiger Genossen den Rath ge- Gewehr- Elberfeld. Rath ge Gewehr Elberfeld. Er sollte durch Beröffentlichung eines geben haben, sich, falls die Redaktion des Voltsfreund" Soldatenbriefes in der Niederrhein. Boltstribüne" die Vorsich ihnen nicht fügt, ein neues Partei Organ zu gefeßten des 7. Armeekorps beleidigt haben. Der Brief war gründen. Wir gestatten uns die Zwischenbemerkung, während des Aufenthalts des 57. Regiments in der Senne bei daß, wenn die Aeußerung von Legien wirklich so gemacht Paderborn geschrieben worden. Es war darin gesagt, daß das worden ist, das zum mindestens eine große Ungeschicklichkeit und Essen dort schlecht sei und die Soldaten sich wiederbolt beschwert Taktlosigkeit bedeutete, die man am allerwenigsten von einem hätten, einmal sei fast die ganze Kompagnie zur Beschwerde vorGenossen in der Stellung Legien's erwarten sollte. Es wäre das getreten, aber genugt habe es nicht. Drei ehemalige Soldaten, soll. Der Braunschweiger, Boltsireund" gab denn auch bem Briefe gemachten Wehauptungen. Das Gericht unten die in in der That genau das Gegentheil von dem, wie man agitiren welche auf Antrag Gewehr's geladen waren, bestätigten die in Unwillen hierüber unverblümt Ausdruck und wies die Ueber- fei gleichgiltig, ob die behaupteten Thatsachen wahr seien oder griffe Legien's, der die Verhältnisse nicht kennen könne und nicht, in den in Frage kommenden Aeußerungen fönne eine Beseinerzeit im Residenz- Theater schauspielerisch mitwirkten, Aufführung im Deutschen Theater blos noch einige Worte über stand heute noch Herr Reicher auf dem Posten. die Darstellung im Leffing- Theater sagen. Mit dem Pastor Mlanders begründete Herr Reicher Im Vordergrunde stand die tiefdurchdachte, allen wechselnden Deutsches Theater. Als vor einem Jahrzehnt etwa zu vornehmlich seinen Ruf als Darsteller im modernen Charakter Situationen durchaus gewachsene und dabei vollkommen abAugsburg ein Theaterdirektor sich fand, der Jbsen's Ge- drama. Wie er eins mit dem anderen zu verschmelzen weiß, die gerundete Darnellung der Helene Alving durch Frl. Nuscha Buze. ſpenſter" zum ersten Male aufzuführen wagte, da nahm das ge- grundgütige Kindernatur mit der engbürgerlichen, pastoralen Be Dann ist Herr Sommerstorff als Oswald Alving lobend zu bildete Philifterium die Sache nicht allzu tragisch. Lag doch Augeschränkung, die ihr Auge über den traditionellen Sitten und nennen. Besonders in den erschütternden letzten Szenen leistete burg fern und der Versuch galt nur als Kuriofum. Ungefähr Pflichtenkoder nicht emporzuheben vermag, wie daraus ein Ge- er Hervorragendes. Herr Nollet als Pastor Manders war daein Jahr darauf ging im Residenz Theater Ibsen's Drama als fammtbild des liebenswürdigen und dennoch so sehr rückständigen gegen seiner Rolle nicht ganz gewachsen. Beifer, wenn auch nicht Mittage vorstellung in Szene. Da erst erhitzten sich die Gemüther, Menschen entsteht, das weiß Reicher heute so eindringlich, wie frei von plumpen Uebertreibungen war Herr Horn als Tischler Engein ungewöhnlich heftiges Für und Wider begann; neben vor einem Jahrzehnt, zu gestalten. Von den Schauspielern, die strand. Bei Fri. Reisenhofer ist anzuerkennen, daß sie als eine erste Straft dem ausschweifendsten Enthusiasmus regte sich die wüfteste, auf der Freien Bühne mitthaten, war es Frl. Sorma, sich mit der kleinen Rolle der Regine Engstrand befaßte. Sie galligite Engberzigkeit; und der Schreiber dieser Zeilen war die aestern, wie in der Gröffnungsvorstellung der Freien Bühne, war aber nicht in den Geist Jbsen's eingedrungen, ihre Weltfelber Beuge, wie einer der erfolgreichsten Dichter der deutschen die Regina Engürand spielte. Damals, wenn mich meine Er- freudigkeit war zu groß, nicht das Streben nach derselben brachte Lieutenantskomödie in heller Entrüftung gegen den anwesenden innerung nicht täuscht, noch herber und troßiger, während sie sie zur Darstellung, sondern die vollkommen zum Durchbruche nordischen Dichter tobte: Werft ihm faule Aep el an den jeßt die tastende Koketterie und das Gebildetthun des Mädchens gelangte Begierde, fie faßte die Rolle überhaupt zu soubrettenKopf Mancher Mann selbst, der unbefangen sich zu reicher und schärfer betonte. Frau Alving wurde von Fräulein haft auf. begreifen mühte, was in der Dichtung stecke, wurde Bertens gespielt. Es war ihr erster Versuch. Sie, die sonst Das Publikum war erschüttert, es zollte zahlreichen Beifall, damals im Tageslärmen irregeführt und verkannte des temperamentvolle und nervöse junge Damen zu spielen hatte, die Opposition war schwach. Dichters Absichten. Nicht blos das fleinlichste Spießbürgerthum, follte eine leidgereifte in Lebensnoth zur Denterin erwachsene dem jede Anflägernatur ein Greuel ist, rief damals: Wie Frau darstellen. Terlei gelingt nicht auf den ersten peinlich. Auch gerechtere Köpfe warnten, wie erst dieser Tage Wurf. Der große Bug der Ueberlegenheit wollte sich der glatte, wißige, aber nicht allzutiefe Tailleron in Paris, vor nicht einstellen. Wo aber mütterlicher Schmerz schrill Unter dieser Rubrit zeigen wir fämmtliche ber Redaktion zugehende dem nordischen Nebel, der sich beklemmend auf Athem und wehklagt über das erbarmungslose Geschick des Sohnes, wo die Gemüth lege. Daß aus dem düsteren Familiengemälde die Angst der zärtlichen Frau aufgescheucht wird durch die Foltern, Sehnsucht hervorbricht, über verrottete Borurtheile hinweg zu die der Sohn erduldet, da gab es mit Herrn Rittner neuеr Erkenntniß zu gelangen, daß es durch alles( Oswald) Momente von erschütternder Kraft. Auch Herr Schmerzliche im Stücke, am tiefsten bei Frau Alving, Rittner gab den Oswald, das schuldlose Opfer der Schuld der der allzu spät Wissenden, hervorklingt: Schafft Freude, schafft Bäter, zum ersten Male. Die Ausbrüche nervöser Zerrüttung, glückliche Dafeinsbedingungen, wenn ihr frobe arbeitsfreudige der jähe Stimmungswechsel in überheftiger Energie und apathischer Menschen großziehen wollt, das mürrische Klagelied vom Ent- Erschlaffung, wie sie Oswald's Krankheitsbild fennzeichnen, dafür behren taugt zu nichts!" übersah man bäufig. Inzwischen war fand Herr Rittner seine besondere Form, wenngleich Manches die Freie Bühne entstanden und Ibsen's Gespenster ward ihre an die Auffassung Antoine's vom Théâtre Libre erinnerte. EndProgrammvorstellung. Gestern nahm einer von den Gründern lich sei noch des Herrn Müller als Tischler Engstrand gedacht. der Freien Bühne, Direktor Dito Brahm vom Teutschen In der Reihe fesselnder Studien, die diesmal in einer der sorgTheater, Ibsen's Familiendrama in sein Repertoire auf. famften Aufführungen des Deutschen Theaters geboten waren, dem stand Herrn Müller's ganz besonderer Engstrand nicht zurück. Das Stüd war nach jahrelangem Bemühen von Berliner Polizeipräsidium freigegeben worden. In der Geschichte Während sonst mancher Schauspieler aus dem Engstrand eine der deutschen Zensur wird dieser Kampf um ein Kunstwert, das spaßige Kanaille zu machen liebt, faßte ihn Herr Müller als auf der ganzen zivilisirten Erde von den ernsthaftesten Leuten durchaus ernsthafte Kanaille, als ruchlosen Tartuffe. ernsthaft erörtert wurde und in die Weltliteratur übergegangen ist, ein höchft charakteristisches Denkmal bedeuten. Heute tobte Leffing Theater. Gleichzeitig mit der Aufführung der im Deutschen Theater nicht mehr die alte Febde. Aus tampf- Gespenster im Deutschen Theater wurde die erschütterndfte bereiten Zuschauern waren wenigstens im Deutschen Theater Familientragödie der modernen Literatur im Leifing- Theater -theilnehmende Beobachter geworden. Von allen denen, die aufgeführt. Wir wollen nach der vorstehenden Besprechung der Eingelaufene Druckschriften. Echriften nicht als Empfehlung ber Rebattion, sondern lediglich literarische Neuigkeiten an. Wir bitten unsere Leser die Nennung der als Empfangsbestätigung aufzufaffen. oder aus politischen Gründen besprochen werden müffen, veröffentlichen wir, Blos über diejenigen Erscheinungen, welche im Intereffe unserer Lefer soweit dies der Raum unseres Blattes zuläßt, Kritiken. Genügt einer Verlagsbuchhandlung die Anführung der überfandten Rezensionseremplare in dieser Rubrit nicht, fo bitten wir von der Zusendung der Neuerscheinungen des BerLages abfeben zu wollen. von. Reform unserer Sozialversicherung von W. Kulemann, Leipzig, Verlag von Dunter und Humblot. 131 Seiten, Preis 1 M. 100 Millionen( Entwurf eines Spiritus Monopol- Gefeßes) F. Biumbolz. Dresden, Verlag von Glöß. 44 Geiten, Preis 1 m. Detaliukunftsstaat oder die Verstaatlichung der Produktionsmittel von Dr. Ernst Fr. Wynefen. Stuttgart, Berlag ber Belfer'ichen Verlagsbandlung. 50 Geiten, Preis 1 M. Dis wahre Ursache der schlechten Zeiten von Karl Marfelt. Berlin, Der Sozialismus in direkter Entwickelung aus den bestehenden Verhältnißen von E. 2. J. Dr. Biel, Kommiffionsverlag von E. Kuhn. Berlag von W. H. Kühl. 46 Geiten, Breis 70 Pf. 15 Seiten. Mehe Licht, Beitrag zur Börsenreform. Berlin, Berlag von Caza.us. Maschinen, Roman von Konrad Alberti. Leipzig, Berlag von W. Friedrich. 429 Seiten, Preis 6 M. Der Mentor, Jubiläums: Ausgabe, Nottz- Kalender für Schüler für Geboren von der Jungfrau" von P. H. Berlin, Berlag von S. Walther, das Jahr 1895. Altenburg, Verlag von Bierer. 28 Geiten. Did Sub Boziale Leberlicht. M Das Eisen- und Stahlwerk Hösch Dortmund, daffelbe, das fürzlich 500 Arbeitern fündigte, erzielte im Jahre 1893/94 660 948 M. Entbehrungslohn. Geringeren Lohn oder Entlassung, das sind die beiden Eventualitäten, zwischen denen der Arbeiter vielfach zu wählen hat, damit der Unternehmergewinn feinesfalls geschmälert werde. So macht der Hoerder Bergwerks- und Hüttenverein, wie die Rhein. Westf. Zeitung" meldet, bekannt, daß er sich, um Arbeiter entlaffungen wegen der Nähe des Winters zu vermeiden, ge nöthigt sehe, mit Rücksicht der immer mehr sich verschlechternden Preise die Löhne herabzusetzen. Derlammlungen. Vermischtes: leidigung überhaupt nicht gefunden werden, weshalb auf Frei-| Sozialreform, die das Poftulat der Arbeiterpartei war, nicht sprechung zu erkennen sei. früher oder später wieder an das Schweizervolt zur Entscheidung Vor den Schranken des Gerichts stand am herantrete, wird faum eine Frage sein. Die Existenzbedingungen Der deutsche Holzarbeiter- Verband( Bezirk O.) hatte am Montag der Redaktenr der Schwäb. Tagwacht" Genosse Geiger, der Menschen sind eben infolge der großen Fortschritte der in Stuttgart; es fam aber diesmal vor dem Landgericht als Technit wesentlich andere geworden, und es ist nicht schwer, ein- 25. November eine Versammlung einberufen, in der Genosse Berufungsinstanz zwischen dem Privatkläger( einem Fabrikanten zusehen, daß diese Aenderung eine Umgestaltung des sozialen Hoffmann einen recht beifällig aufgenommenen Vortrag hielt. Unter Verbands- Angelegenheiten werden die Mitglieder ausin Göppingen) und dem Genossen Geiger zu einem Vergleich. Rechtes zur Folge haben wird." gefordert, alle Anträge zum Verbandstag dem Vorsitzenden Arbeiterschutz in der Schweiz. Die nun redaktionell fest- Kollegen Hinz, Gräfestr. 32, schriftlich einzureichen. Die Tagesgestellten Anträge der Kommission des Nationalrathes betreffend ordnung der nächsten Versammlung lautet: Wie stellen sich die Arbeiterfragen( Motionen Comtesse und Vogelsanger und Mai Kollegen zur Gründung einer Innungs- Krankenkasse? feierpetitionen 1890-98) lauten folgendermaßen: Die Kommission Für den Bezirk N. derselben Vereinigung tagte am erklärt, daß sie die Auffassung hat, es feien die Kantone be 26. Novbr. eine gut besuchte Versammlung bei Kelle, Schönhauser rechtigt, in ihren Gesetzgebungen solche Bestimmungen für alle Allee. Das Referat hatte Gen. Ahrens übernommen, der über übrigen Gewerbe zu treffen, wo sie das schweizerische Fabrifgefeh die Gründung der Innungs- Krantentasse referirte. Sowohl der für die ihm unterstellten Gewerbe enthält; fie nimmt mit Genug Referent als auch die Redner in der Diskussion nahmen eine enthuung Notiz davon, daß der Bundesrath sich in seiner Botschaft schieden ablehnende Stellung zu dieser Gründung ein. Des vom 16. Juni 1894 für die Anstellung eines weitern Adjunkten näheren wurde dieser Standpunkt in einer Resolution begründet, zu dem Fabrikinspektorat des 111. Kreises ausspricht, und sie die einstimmige Annahme fand. Mehrere Werkstattangelegenbeantragt: 1. Es sei der Bundesrath eingeladen, zu untersuchen, heiten wurden der Kontrollkommission zur weiteren Recherche ob nicht mit bezug auf die Lohnauszahlung in Waaren, sofern übergeben. Sodann sprach die Versammlung ihr Bedauern dabei eine gewinnsüchtige Absicht waltet, sowie mit bezug auf aus, daß die Kollegen aus der Tischlerei von Herrgesell, die Zohnabzüge und vierzehntägige Lohnzahlung für solche Be Wilhelmshavenerstr. 28, bei einem Wirth verkehren, der boykottirtes triebe, welche mehr als zehn Arbeiter beschäftigen, Bestimmungen, Bier ausschänkt. Ein recht vernünftiges Wort über das Armenwesen wie die im Fabrikgesetze enthaltenen, zu treffen seien; 2. es ſei hat in St. Gallen der katholisch- konservative Gemeinde- Am- der Bundesrath eingeladen, zu untersuchen, ob nicht in den mann Sutter, Mitglied der staatswirthschaftlichen Kommission, Bundeswerkstätten die Arbeitszeit auf zehn Stunden beschränkt Wegen Gatteumordes ist nach der Breslauer Zeitung" ausgesprochen; er sagt in seinem Bericht u. a.:„ Es geht nicht werden solle; 3. es sei der Bundesrath eingeladen, zu unteran, daß der Armenpfleger Unterstützungsbedürftige einfach auf fuchen, auf welche Weise es sich bewirken lasse, daß die Frauen- der Bauerngutsbesitzer von Stwolinsky in Lenkau verhaftet feine leere Kaffe hinweise, wie dies wiederholt am Fuße des arbeit in den Fabrifen an Sonnabenden auf den Vormittag be- worden. Frau von Stwolinsky wurde am Donnerstag Abend Calanda geschehen, oder daß bei eintretender Hilfsbedürftigkeit schränkt werde, und 4. es sei der Bundesrath eingeladen, die durch einen Schuß in ihrem Zimmer getödtet. Der Schuß wurde auswärts wohnender Bürger ohne weiteres das Armenhaus als Verhandlungen bezüglich einer internationalen Regelung der von außen abgegeben, drang durch das Fenster und traf die Offerte ausgespielt werde, in der stillen Hoffnung, daß die be- Arbeiterschußfragen beförderlich wieder aufzunehmen. Frau, die beim Nähen gerade den Arm erhoben hatte, in die treffenden Armen lieber auf Unterstüßung verzichten, wie Seite und ging bis ins Herz. Frau von Stwolinsky muß soder Amtsbericht treffend sagt. Die Amtsbehörden mögen gleich todt gewesen sein. Der Ehemann der Ermordeten war beherzigen, was ein Sozialpolitiker mit Recht sagt:„ Die Armuth einige Stunden vorher mit seinem Gespann nach Zabrze geist der Herd vieler Verbrechen und sozialer Krankheiten. Unfahren, um dort Kohlen zu holen. Als er Sonnabend früh gegen zählbar ist die Menge derjenigen, welche der Hunger zu Ver Achtung, Vergolder! Laut Mittheilung der Kollegen von 5 Uhr nach Lentau zurüdfehrte, wurde er als der That dringend brechern gemacht hat. Die Moralstatistik hat nachgewiesen, daß Altona sucht der Wertführer Masfelder für die Ottenfener verdächtig verhaftet. Mehrere Dorfbewohner wollen ihn mehrere mit jeden Groschen, um den der Brotpreis steigt, die Verbrechen Aktienfabrik in Berlin Arbeiter anzuwerben. Wir ersuchen nun Stunden nach der Wegfahrt noch in der Nähe des Dorfes gesehen gegen das Eigenthum zunehmen. Der übel rathende Hunger die Kollegen, sich von dem genannten Herrn nicht zur Annahme haben. führt gar leicht zu Verbrechen; auch ist die Kunst, zu betteln, be- einer Stellung verlocken zu lassen, da die Arbeitsbedingungen Erderschütterungen fanden in der Nacht zum Dienstag an fanntlich der nächste Verwandte der Kunst, zu stehlen. Ebenso dort bekanntlich schlecht sind und außerdem feine Verbands mehreren Drten Serbiens statt. Schaden wurde nicht angerichtet. Trauriges Ende einer Nordpolegpedition. Nach einer groß ist die Einwirkung der Armuth auf die Entfittlichung der Mitglieder in der genannten Fabrik beschäftigt werden. Bevölkerung, besonders des weiblichen Theiles. Ein zweiter wichtiger Der Verbands Vorstand. der Vossischen 3tg." übermittelten Drahimeldung aus Halifar Punkt sind die aus Hunger, ungenügender Nahrung und elenden Ueber die Eifeugießerei und Maschinenfabrik von Scheiterte der Dampfer Falcon" mit Pearys Nordpol- ErWohnungsverhältnissen entstehenden Krankheiten, deren Ver- Earl Bachmann in Ansbach wurde die Sperre verhängt, forschungsexpedition auf der Höhe der Südküste von Grönland breitung durch Ansteckung die ganze Geſellſchaft bedroht." Hätte weil die dortigen Arbeiter, speziell die Former, mit dem Unter- im Oftober. Alle an Bord kamen un. das Schweizervolt am 3. Juni d. J. das Initiativbegehren be Aus Rio de Janeiro wird berichtet: In Rezende und treffend die Gewährleistung des Nechts auf Arbeit angenommen, nehmer in Differenzen gerathen sind. Zuzug ist daher fernzu- Cocchoeira traten verdächtige Krankheitsfälle in größerer Zahl die staatliche Armenunterſtüßung würde in nächster Beit eine balten. auf. Zum Studium der Krankheit sind Aerzte dorthin abgewaltige Umwälzung erfahren haben. Ob nun diese angestrebte gegangen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 29. November. Opernhaus. Oberon. " Gewerkschaftliches. National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Sensationelle Novität! Der Tod als Pathe. Ausstattungs- Komödie in 5 Akten von Ernst Bluhme mit theilweiser Benutzung einer Idee von August Blanche. Dekorationen von Müller und Schäfer. Central- Theater Alte JakobBraße Nr. 30. Direktion: Richard Schulz. Emil Thomas a. G. Anna Bäckers. Josefine Dora. Zum 90. Male: O, diese Berliner! Danksagung. Den werthen Bekannten und Genossen Teutscher Holzarbeiter- Verband sage ich für die zahlreiche Theilnahme ( Bahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser Vereins ollege Wilhelm Müller nach längerem Leiden an der Proletarierfrankheit gestorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, Schauspielhaus. Die Jungfrau von Beleuchtungseffekte vom Ober- Beleuchter Große Poffe mit Gefang und Tanz. den 30. November, Nachmittags 3 Uhr, Orleans. Deutsches Theater. Gespenster. Berliner Theater. Madame SansGêne, Leffing Theater. Gespenster. Schiller- Theater. Hans Sachs. Burg ruine. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Die Fledermaus. Rehden Theater. Der Unterpräfekt. Borher: Villa Vielliebchen. Neues Theater. Komödianten. Theater Unter den Linden. Jabuka. Meißner Porzellan. Bellealliance- Theater. Kyriz- Pyriz. Central- Theater. O! diese Berliner. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die ewige Braut. Alexanderplak Theater. Die Räuber. National Theater. Der Tod als Bathe. Reichshallentheater. SpezialitätenVorstellung. Collander. Maschinerien vom Theatermeister Weisse. Lichtbilder von Ludwig Richter. Tanz- und Flugevolutionen vom Balletmeister G. Zinner arrangirt. aus dem Aquarien Institut von Otto Preusse, Alexanderstr. 28. Garderoben und Requifiten vom Ober- Garderobier Paul Hildebrandt. Mufit von Adolph Wiedecke. Regie: Max Samst. Raffenöffnung 61, Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Bons find giltig. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Alcazar Variété- und Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage) Vornehmster Familienaufenthalt! Neu! Sensationell! Neu! American- Theater. Spezialitäten Unsere Garde. Borstellung. Apollo Theater. Spezialitäten 4 Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Vorstellung. Parodie Theater. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Donnerstag, 29. November, Abends 8 Uhr: Hans Sachs. Surgruine. Freitag, den 30. November, Abends 8 Uhr: Zum 1. Male: Des Meeres und der Liebe Wellen. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Grillparzer. Sonnabend, den 1. Dezember, Abends 8 Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. Adolph Ernst- Theater Charley's Tante. Schwant in 3 Atten v. Brandon Thomas. Vorher: Die ewige Braut. Liederspiel mit Tanz in 1 Akt von W. Mannstädt und J. Kren. In Scene gefezt von Ad. Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Circus G. Schumann. Friedrich Karl- Ufer. Täglich Abends 7½ Uhr: Texas Jack's American Prairie Life- Show. Illustrationen aus dem Amerikan. Plantagen- und Prairieleben. ( Näheres die Tageszettel.) Große Posse mit Gesang u. Tanz und militärischen Aufführungen in 1 Aft von Beckers. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Anfang: Wochent. 71/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Entree: Wochent. 20 Pf., Sonntags 40 P R. Winkler. ,, Sanssouci" Rottbusernraße 4a. Jeden Sonntag und Donnerstag: Stettiner Sänger ( Meysel, Häckel, Pitro, Britton, Eberius, Steidl, Röhl und Blank). Zum Schluß( Neu): Tenoristen- Rache. Urkomisches Ensemble. Anfang Sonntags 7 Uhr, Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pfg. Billets à 40 Pfg.( nur für die Wochentage giltig) sind im Vorver fauf in der Bigarrenhandlung von Reßler, Rottbuserplak, zu haben. Stets wechselndes, amüsantes Programm. Kunstmann, Uhrmacher, 27886 Charlottenburg, Wallstr. 103. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: 0! diese Berliner. Pa Passage- Panopticum. 51 wilde Weiber von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus, statt. Um rege Betheiligung bittet [ 143/7] Die Ortsverwaltung. aus Dahomey. Die Herenschankel, Suter Bruder, der Gürtler Am 26. d. M., Mittags 1 Uhr, ver neueste Illusion. Castan's Panopticum. Hassan Ali bei der Beerdigung meines Vaters, des Schankwirthes Reinhold Bernice, sowie für die Kranzspenden meinen herzlichsten Dant. [ 1322b Paul Bernice. Danksagung. und Bekannten sowie dem Verein der Hiermit sagen wir allen Freunden Einsetzer( Tischler) Berlins und Umgegend für die liebevolle Theilnahme beim Begräbniß unseres lieben Baters, des Tischlers Heinrich Knabe, unferen tiefgefühlten Dant. [ 1813 Die trauernden Hinterbliebenen. Neuheit! ſtarb plößlich mein lieber Mann, unser Sozialist. Gratulations- Karten Franz Dierke [ 1309b] am Herzschlag. Die Beerdigung findet am 30. d. M. von der Leichenhalle des neuen Rixdorfer Kirchhofes aus, statt. Wwe. Anna Dierfe nebst Verwandten. Neuheit! in großer Auswahl. Lassalle- Abreiß- Kalender. Patent Elfenbein Bilder Lassalle. Marx etc. Muster werden an Wiederverkäufer franto zugesandt. 1088L* Kompl. Kücheneinrichtung u. einzelne E. Seidel, Luruspapierfabrik, Küchenspinden bill. zu verk. Lausitzer straße 50, H., Keller. 1104b Berlin, N., Brunnenstr. 40. Achtung! Schmiede. Achtung! der grösste Mensch der Welt. Freitag, 30. Nov., Ab. 81/2 Uhr, bei Herrn Fiebig, Gr. Frankfurterstr. 28: Prinzess Topase das fleinste Menschenkind. Mexikanische Riesen- Cacteen in noch nie geschener Größe. Circus Renz Carlstrasse. Donnerstag, 29. November 1894, Abends Große öffentliche Versammlung mit Frauen der Schmiede Berlins und Umgegend. Zages Ordnung: Vortrag des Reichstags- Abgeordneten August Bebel über: Arbeiter230/4 organisation und soziale Gesetzgebung. Um zahlreichen Besuch bittet Der Einbernfer. Grosse öffentliche To Ni En. Bersammlung der Droschkenkutscher Neue Musikeinlagen in den sensat. Tänzen les grelots vivants und jeu des barbichons. Des heute Abend 9 Uhr Außerdem: 6 trak. Rapphengste, in den Arminhallen", Kommandanten- Straße Nr. 20. vorgef. vom Dir. Fr. Renz. Parthenia und Paria, Springpferde, geritten von Zages Ordnung: 1. Individuelle Freiheit und Kadavergehorsam. Referent: A. Hoffmann Frau Renz- Stark und Frl. Wally Renz.( früber Pankow). 2. Beschlußfassung über eine Petition an das königliche Königsquadrille, ger. v. 8 Damen und Polizeipräsidium wegen Aufhebung der Bekanntmachung vom 10. November 8 Herren. Mr. Clark als Jongleur. 1893, betreffend die Einführung des weißladirten Hutes, sowie Aufbebung Der fenfationelle Handequilibrift der Sonderhaltepläge für Droschten mit Fahrpreisanzeiger. Referent: Mr. Jules Keller. Die beliebten W. Schütte. 3 Diskussion. Klowns Gebr. Villand 2c. Freitag: Tjo Ni En. Sonntag: Nachm. 4 Uhr( ermäßigte Breise): Komiker Vorstellung. Abends 71/2 Uhr: Tjo Ni En. Fr. Renz, Rommissionsrath. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. 966L Näheres die Anschlagzettel. Die geehrten Herren Kollegen werden hierdurch dringend ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 107/3 Das Agitations- Comité. J. A.: H. Schreiber. Tabakarbeiter und Tabakarbeiterinnen! Sonntag, den 2. Dezember, Vorm. 10 Uhr, bei Nieft, Weberstraße 17: Große öffentliche Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags Abgeordneten August Bebel:„ Die in Aussicht stehende Mehrbelasiung des deutschen Boltes, insbesondere die drohende Tabat- Fabrikatsteuer." 2. Bericht der Fünfzehner- Kommiffion. Die Kommission der Tabakarbeiter. 289/12 Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 278. Donnerstag, den 29. November 1894. 11. Jahrg. Arbeiter Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. er proletarier aufzuklären, der Uebervortheilung der Kleinen durch Die Freie Vereinigung der Militärmügen- Arbeiter die Großen zwar entgegenzutreten, im Uebrigen aber unsere beschäftigte sich in ihrer Versammlung am 24. November mit der Endziele nicht zu verschleiern. Hierdurch allein tönne eine ziel Regelung gewerkschaftlicher Angelegenheiten. Zunächst wird bewußte Menge herangebildet werden, die bereit ist, thatfräftig mitgetheilt, daß die Arbeitgeber chic und Keyser die For mitzuarbeiten an der Ueberführung der heutigen tapitalistischen derungen der Arbeiter bewilligt haben. Sodann wird ein AnProduktionsweise in die sozialistische.( Beifall.) In der trag angenommen, daß diejenigen, die aus dem Verein ausfolgenden Diskussion pflichten alle Redner dem Vortragenden geschlossen sind, erst in sechs Monaten eine neue Aufnahme er langen tönnen. Zur Regelung der Werkstatt- Angelegenheiten durchaus bei. bestimmt die Versammlung eine Kommission von drei Mitgliedern. Die nächste Versammlung findet am 15. Dezember statt. Der M rufsgenossen hielt am 15. November in den Arminhallen eine ordentliche Mitgliederversammlung ab. Leider war der Besuch derartig schwach, daß auf einmüthigen Beschluß der Hauptpunkt der Tagesordnung, der Vortrag des Kollegen Schöpfe über: „ Die Bedeutung der Verkürzung der Arbeitszeit", vertagt werden mußte. Darauf fam zunächst die Maßregelung des Kollegen F. Scherer bei der Firma Littauer und Boysen zur Sprache. Es ward mitgetheilt, daß die aus ganz geringfügiger Ursache erfolgte Maßregelung des genannten Kollegen nach eingehender Untersuchung vom Filialvorstande als solche anerkannt und demselben die ortsübliche Unterstützung ausgezahlt worden sei. Nachdem noch die Frage einer eventuellen Selbitorganisation der Präger und Prägerinnen über dem früheren hervorgehoben, befaßte man sich in lebhafter gestreift, die Vorzüge des jetzigen Arbeitsnachweis- Bureaus gegen Debatte auf Anregung des Kollegen Mescha mit der Frage der Nothwendigkeit einer Arbeitslosenunterstützung zum Weihnachtsfest seitens der hiesigen Filiale. Es wurde hierzu mitgetheilt, übernommen und sich verpflichtet habe, den gesammten Ueberschuß daß bereits der Gesangverein„ Senefelder" diese Angelegenheit des Festes zum alleinigen Beiten der arbeitslosen Mitglieder der hiesigen Filiale zu überweisen. In dankbarer Anerkennung dieser opferwilligen Handlungsweise wolle nun ein jeder Kollege im Hin Sene blick auf den humanen Zweck dieses vom Gesangverein felder" projektirten Wohlthätigkeitsfestes dafür sorgen, daß es recht zahlreich besucht werde. Zum Schluß theilte Kollege Brall noch den Beitritt von 24 neuen Mitgliedern mit. i Die Versammlung gab durch reichen Beifall ihre Zustimmung zu den Ausführungen des Referenten zu erkennen. fammlung am Donnerstag, den 29. November, Abends 10 Uhr, bet Bust, Dasein". Der Akkordarbeiter und seine genügende oder nichtgenügende Beschäftigung während der Kündigungsfrist. Ein Hutarbeiter war von dem Fabrikanten Rappaport gegen Schluß der Saison gekündigt worden. Arbeiten, die er stets zu machen pflegte, waren jedoch nur noch in so geringer Menge zu leisten, daß er in vier Tagen Für die im Köpenicker Viertel wohnenden Parteigenossen blos 4,53 m. verdiente. Am Morgen des vierten Tages forderte hatte der Wahlverein für den 4. Kreis am Dienstag er Herrn Rappaport auf, genügende Beschäftigung für ihn zu Abend eine Versammlung bei Jul. Henfe, Naunynstr. 27, arrangirt. In den Oranienhallen hielt am 25. November vor einer besorgen, da Abends solche nicht herangeschafft war, legte er Der Vortragende, Stadtverordneter Metzner, sprach über das sehr zahlreich besuchten Versammlung der Arbeiter- Bildungsdie Arbeit nieder, um dann beim Gewerbegericht Thema:" Die Verkürzung der Arbeitszeit und die Berliner Stadt Schule der Schriftsteller Heinrich Schulz( Steglitz) seinen eine Klage auf Zahlung von 43,47 M. einzureichen. Der Kläger vertretung." Besonders beifällig begrüßt wurden die satirischen dritten Zyklus- Vortrag und zwar über das Thema:„ Die deutsche glaubte mit Recht, die Differenz zwischen dem Arbeitsertrag der Kommentare zu dem verneinenden Votum der Stadtverordneten: Dichtkunst vor und während der 48er Revolution"." Der Redner vier Tage und dem Durchschnittsverdienst für 14 Tage, den er mehrheit hinsichtlich des kürzlich verhandelten Achtstunden- schilderte zunächst an der Hand der materialistischen Geschichtsauf 48 M. berechnete, fordern zu dürfen. Er begründete im antrages Singer und Genossen im rothen Hause. Termin am 26. November seinen Anspruch mit den Worten, der Redner legte überzeugend klar, wie der der blöde Partei auffassung die Weiterentwickelung der Dichtkunst, nachdem die Meister hätte für ausreichende Beschäftigung sorgen müssen. Be fanatismus fich den Gründen der Humanität sowohl als große, mächtige französische Revolution durch die rachfüchtige Reaktion und diese wieder durch die Säbelherrschaft eines fragt, weshalb er nicht erst die 14 Tage ausgehalten und zu auch den Entschließungen einer weitsichtigen Steuerpolitik Napoleon Bonaparte abgelöst worden sei. Von einem frisch nächst gesehen hätte, was verdienen würde, ant die darin besteht, daß man möglichst alle Angehörigen der pulfirenden geistigen Leben habe man in jener Beit wüthendsten wortete der Kläger mit Recht, das wäre möglicherweise als Kommune befähigt, zu den Lasten beizutragen widersett Die sozialdemokratische Fraktion des Stadtverordneten- die Dichtkunst erst wieder dadurch erhalten, daß in dem Bolke Kriegslärmens nicht reden tönnen. Einen mächtigen Anioß habe Einverständniß mit dem geringen Verdienst angesehen worden. hat. Der Kläger wurde mit folgender Begründung abgewiesen: follegiums, damit schloß der Referent seine Ausführungen, werde Dem Kläger stand laut Paragraph 124 Nummer 4 der Gewerbe- der Mehrheit, die eine sozialpolitische Maßregel von größter durch schlaue Machinationen der herrschenden Klassen eine Art Ordnung das Recht zu, ohne Innehaltung der Kündigungsfrin Tragweite mit Schlagworten bekämpft, noch oft Gelegenheit patriotischen Rausches erzeugt worden sei, durch den diefelben Die Arbeit zu verlassen, wenn der Arbeitgeber bei Stücklohn geben, ihre Ausbeutermoral zu offenbaren, indem die Arbeiter sich von dem forsischen Eroberer zu befreien hofften. Aber obwohl das gutmüthige Volt in den Befreiungskriegen sein Leben aufArbeit nicht für ausreichende Beschäftigung sorgte. Neben diesem vertreter ihr mit diesem Antrag immer wieder zu Leibe rücken hatte er jedoch nicht das fernere Hecht, die Lohndifferenz ein- Die Diskussion fiel aus. Auf Vorschlag des Genossen Ga de opferungsvoll in die Schanze geschlagen habe, so sei es dennoch später zuflagen, insbesondere nicht, da er nicht die vierzehn Tage 9 a st erklärte sich die Versammlung damit einverstanden, daß den schmählich um die Früchte feines Kampfes betrogen worden, denn statt aushielt. In diesem Falle tritt wieder einmal so recht der neu eintretenden Mitgliedern ebenfalls Parteitags- es bisherigen fremden Bedrückers hätten nun die herrschenden Widerspruch zu tage, der darin liegt, einem Afford- protokolle ausgebändigt werden. Zu Ehren der Genossen Bremer Klassen, nachdem sie nach außen hin unbehelligt waren, eine weit schlimmere und nichtswürdigere Knechtung des Volkes aus arbeiter wohl das Recht der vierzehntägigen Kündigungs- Magdeburg und Barth Berlin IV erhob sich die Versammlung geübt. In dieser Zeit finsterer Reaktion seien alle freiheitlichen friſt zuzusprechen, ihm aber aber für die Dauer derselben von den Plägen. Regungen, vorzüglich auf dem Gebiete der Dichtkunst, brutal seinen Durchschnittsverdienst nicht zu garantiren. Aller Der Verein der Lithographen, Steindrucker und Be- unterdrückt, so daß nur die allerseichtesten und fadesten poetischen dings liegt dieser Widerspruch im Gesez und das Gericht Werke gelesen wurden. Bezeichnender Weise sei ein Kotzebue, der konstatirt ihn nur durch sein Urtheil. Affordarbeiter sind da später als russischer Spion entlarpt sei, der am meisten gelesene durch schon vielfach von Rechtswegen" im Gegensatz zu Lohn Dichter gewefen. Allmälig aber, je näher man der 48er Revolu arbeitern geschädigt worden. Dem Lohnarbeiter wird einfach, tion tam, nahm auch die Dichtkunst wieder einen selbständigeren vorausgesetzt, er hatte Anspruch auf die Kündigungsfrist, sein Charakter und trotzigeren Zon an und zwar sei die politische Lohn für die betreffende Zeit zuerkannt. Weil der Akkord: Satire, der beißende Hohn auf die traurigen Zeitzustände die arbeiter bei nicht ausreichender Beschäftigung die Arbeit niederEinleitung zu der späteren stürmischen Revolutionslyrik gewesen. Tegen darf, ohne daß das Gesetz ihm zugleich einen bezüglichen Börne, Heine, der darum noch heute von den Spießbürgern auf Entschädigungsanspruch zubilligt, ist für ihn unter Umständen, das tödtlichste gehaßt werde, Gaudy, Glaßbrenner und viele wie im obigen Falle, die Kündigungsfrist ein schönes Trugbild. andere hätten auf dem Gebiete der politischen Satire Treffliches Regierung und Prügelpädagogen. Das Ober- Verwaltungsgeleistet, wie der Vortragende durch einige Bitate nachwies. Bu gericht hatte am 27. November zu entfci eiden, ob ein gegen den den kühnsten, stürmischsten Kämpfern zur Zeit der eigentlichen Lehrer Schubert aus Hintersee wegen qualifizirter Rörperverlegung Freiligrath. Auch von diesen Dichtern trug der Redner einige Revolution hätten Männer gehört wie Pruz, Herwegh und eingeleitetes Strafverfahren statthaft sei oder nicht. Die tönigliche Regierung in Stettin hatte nämlich den Konflikt erder charakterischsten Gedichte vor. hoben, indem sie ausführte, die in Frage stehende kräftige Durch prügelung eines widerspenstigen Schülers hätte nicht derartige Folgen gehabt, welche ein gerichtliches Einschreiten rechtfertigten. Ein event. Ueberschreiten des Züchtigungsrechts sei dagegen nur auf dem Disziplinarwege zu ahnden. Daß die Züchtigung schärfer wie gewöhnlich ausgefallen, suchte die Regierung mit dem Verhalten des betreffenden achtjährigen Knaben zu entschuldigen, der sich äußerst renitent betragen haben soll. Ein Attest des Dr. Grünthaler, welches verlesen wurde, konstatirt als Merkmale der Zucht" des Herrn Schubert u. a. eine dunkelblaue Geschwulst auf dem einen Schulterblatt des Gestraften, eine Reihe fleiner Flecke, sechs einfingerbreite Striemen, die erhaben und bläulich- grün gefärbt waren. Die Orts Krankenkasse für das Gewerbe der Tischler eine dreifingerbreite Geschwulst und in einem Handteller eine große und Pianoforte- Arbeiter hielt am 15. November eine Generalan Friedrich Kortum, Manteuffelitr. 49, v. 2 Tr. Donnerstag. Abends 9 bis dunkelblaue Geschwulst. Nach der am Tage der Untersuchung in versammlung ab. Aus dem Bericht ies Vorstandes ist besonders 11 Uhr: Uebungsfiunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Männerchor dem Attest niedergelegten Meinung des Arztes, waren die meisten erwähnenswerth, daß die Zahl der Erefutionsanträge von 599 Gefangverein Freunds jener Folgen der von Schubert praktizirten Prügelpädogogik mit einem Betrag von 14 839,06 M. im Jahre 1893 auf 816 fchaft I, Swinemünderfir. 35 Gesellschaftshaus. Kornblume, Gr. Frante nur geeignet, den Knaben ein paar Tage zu stören", und die mit einer Forderung von 18 843,03 M. im Jahre 1894 gestiegen funterstr. 133 bei Gold. Vorwärts II, Schönhauser Allee 28 bet Kelle. anderen, ihn wohl etwas länger zu„ belästigen", ohne jedoch sind. Zur Erledigung stand sodann die Wahl eines Rendanten feine Gesundheit in der Folge zu beeinträchtigen. Was die und eines Kassirers. Der bisherige Rendant Herr Hubert hatte fraße 16, Louisen städtisches Klubhaus( Ehrenberg). Teutsch- Wilmersdorf, Uhlandt- u. Pariserfir.- Ecke bei Wendt. Baget Büchtigung selbst betreffe, so sei dieselbe etwas übermäßig eine Wiederwahl abgelehnt, und wurde an dessen Stelle Herr nicht, Stegliz, Schloßstr. 66a, Bur Börse. Borar, Manteuffelstr. 9 bet reichlich ausgefallen. Der erste Senat unter dem Vorsiz J. Schulz gewählt. Ebenso batte Herr Stäbs, da ihm das Umt Nowack.-Harmonie I, Tempelhof, Dorfir. 18 b. Gerth.- Steinfeger Kreuzberger des Präsidenten Persius erklärte den Konflikt der Regierung in zu schwer wird, gleichfalls seinen Posten als Kassirer nieder- Sängerdor, Ruftanten Allee Nr. 28 bei Fiebiger. Harmonie, Schönleinstr 6 bei Kraag. Flöter'scher Gesang= Stettin für begründet. Der Vorsitzende führte zur Begründung gelegi; es standen dadurch 3 Kassirer zur Wahl. Von diesen berein, koppenfir. 47 bei Wilhelm Lorenz. Sängerchor Berliner Arbeiter- Gefangverein Drantender Entscheidung aus: Angenommen, Schubert sei wirklich bei der wurde Herr Kröhn wiedergewählt und die Herren Post und kürschner, Weinst. 11 bei Feindt. Ausübung seines Zuchtrechtes bis an die äußerste Grenze gegangen, Scholz für die beiden anderen erledigten Stellen bestimmt. Anburger Vorstadt, Hochstr. 32a bei R. Wilte- Gefangverein Gleich heit, Echönhauser Allee 138 bei Rocita. Abendroth, Deutsch- Wilmers so ist die Züchtigung doch nicht eine solche gewesen, daß die Stelle der 4 ausscheidenden Verbandsmitglieder wurden Stadebusch, dorf, Güzelstraße, bei Liebelt.- Oft- und Westpreußischer MännerA beiter: Gefango. Morgens Gesundheit des Gezüchtigten durch sie in Gefahr gerieth. Merf- Clemens, Buchholz und Sauerbaum gewählt. Zur Zentralisation Beiangverein, Strautstr. 6 bei Rudolf Gefangveretn male, wie die im Attest aufgeführten, lasse immer eine Züchtigung der Dits- Krankenkassen nimmt die Versammlung eine abwartende roth IV, Stöpenid, bet Wöllstein, Adlershof, Bismarckstraße. Eintracht II, Wölterfrühling, Schüßenstraße Nr 33 bei Otto. zurück, in einem Falle mehr, im anderen weniger. Nach der Stellung ein. Glienecke bei Adlershof, Köpnickerstraße bei Witte.. Arion II, Prenzlauer 8utunft III, Belten t. d. Mart, Wilhelmstr. 19 tm Rabinetsordre vom 14. Mai 1825, welche die Echulzucht betrifft Eine Mitgliederversammlung der Filiale Nord und Allee 26 bei siedel. Hotel W. Grunow. Brüderfchaft, Stallschreiberfir. 29 8um eichenen und deren Nummer 4 sich im Einklang befindet mit dem§ 50 Moabit des deutschen Metallarbeiter Verbandes Stab". Stedes Echo, Reichenbergerstr. 24 bet Tauschte. Treu und des 12. Titels aus dem 2. Theil des Allgemeinen preußischen tagte am 19 November in Reichert's Festsälen. Zur Verband- eft, Rebuferir. o bei Nemiz. Bruderbund, Lübbener- u. Görliger Landrechts, dürje die Schulzucht niemals bis zur Miß- lung gelangte zunächst die Lohnreduktion bei der Firma Löwe robiinn I, Friedrichsberg, Warthenbergstr 67 bei Lange. straßen- Ecke. Gerstenähre( Brauer), Blumenstr. 38 bei Wiedemann. handlung, welche der Gesundheit der Kinder schädlich werden u. Co., worüber Kollege Hofmann einen eingehenden Bericht er- Gefangverein ineta, Kaftanien- Allee 11 bei Auguftin. Gefangverein könnte, ausgedehnt werden. Da nun im vorliegenden Falle die stattete. Alsdann behandelte Frau Ibrer in ca. 11/ 2stündigem unge Giche, Reinickendorf, Geſellſchaftsstraße 11 bet 2. Sartmann. Alpenröslein, Bergstr. 60 bei Hilgenfeld. Arbetter- Gefangv. Gin= Gesundheit nicht gefährdet worden sei, der Lehrer also in den Vortrage das Thema: Schicksals glaube in alter und neuer Zeit. Tracht III, Eberswalde, Gisenbahnstr. 77 bet Düball. Gefangv. Oberon, der Schulzucht gesezten Schranken verblieb, dürfe gegen ihn Die darauffolgende Diskussion bewegte sich im Sinne des Re- Kommandantenir. 20, Arminhallen. Alpenrose, Forsterstr. 22 bei nicht strafrechtlich vorgegangen werden. Jufolge dieses Ur- ferats und gelangte sodann folgende Resolution einstimmig zur Tilgner Edelweiß III, Wollinerftr. 62. Sängerrunde, Naunyn= theils ist das Verfahren gegen Schubert wegen Mißbandlung Annahme: Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen firabe 37 bei Jablonsti. straße 33 bei Schröder. Gesangverein Widerhall, Naunynitr. 86 bet bezw. Körperverletzung definitiv einzustellen. Das Bemerkens der Referentin Frau Ihrer voll und ganz einverstanden und Bubeil Gefangverein Morgengrauen, Neue Friedrichur 44 bei Röllig. werthefte an dem Entscheid ist die Auslegung des Begriffs Ge- verpflichtet sich, mit aller Kraft dafür einzutreten, daß vor allem Gefangverein 2 yra II, Charlottenburg, Wallstraße 102 bet Maschestt. Gefangverein Vorwärts IX, Charlottenburg, Wilmersdorferste. 39, Bisfährdung der Gesundheit" im Sinne einer dauernden Ge- die Frauen zur Organisation herangezogen werden. marcshöhe". Süd- Ost II, Falckensteinstr. 7 bet Trittelwig. fährdung der Gesundheit. Hierdurch wird die Möglichkeit eines Im Fachverein der Lederarbeiter referirte am 19. NoLeft- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Diepgen, abends 8% Uhr, ftrafgerichtlichen Vorgehens gegen einen preußischen Lehrer ausNeue Zeit, Abends 8% Uhr, Bovenstr. 40, bet Süd Oft, bei Toltsdorf, Gorauer- und Görligeriraßen Ede. geschlossen, wenn derselbe mit der Züchtigung eines Schülers" bis vember der Borsigende Schulz über das Thema:" Die Musterzeit und eine abermalige Lohnreduktion". In der Diskussion Lefe= an die äußerste Grenze geht" und ihn so nur in einen vor= und Diskutirklub Reimer bet R. Bahr, Gerichtsstraße 19. nahm das Mitglied Fretter Gelegenheit, an der Hand einiger Safenclever, Abends 8 Uhr, Restaurant Lange, Baumschulenweg 32 übergehenden Zustand versetzt, der sich mit dem Worte Beispiele zu beweisen, daß die Preise für mehrere Artikel inner- Treptow. So'z talift ifcher Lefe- und Disttitlub Abenb „ Gesundheit" nicht bezeichnen läßt. halb einer verhältnißmäßig furzen Zeit um 50 pt. reduzirt sind. 8½ Uhr, Reichenbergerfir. 157, Sigung. Redner fordert deshalb seine Berufsgenossen auf, durch die Or- Tonnerstag nach dem 1. und 15. des Monats bei Tempel, Langestr. 65, Abends 8½ Uhr. August Getb Abends 9 Uhr im Restaurant Bubeil. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. ganisation für eine Besserung der Lohnverhältnisse zu sorgen. Gent, Allgemein wurde auch eine rege Agitation unter den Haus- Alle Buschriften den Bund betreffend sind zu richten an: Verein Grüne Gice( vor In der Versammlung des sozialdemokratischen arbeitern empfohlen, von denen leider sehr viele der Vereinigung Adalbertfir. 95. Donnerstag: Rauchklub Graue Wolfe, Krautstr. 48, dem halle'schen Thor), Abends Wahl vereins für den vierten Berliner fern stehen. Am 11. Dezember findet im Lokale des Herrn 9 Uhr, bei Gaugr, Mittenwalder- Straße 2. Sumuristischer lub un t Geselliger Klub der alten Reichstags Wahlkreis( Frankfurter Viertel) hielt am ente, Naunynstr. 27, eine öffentliche Versammlung statt, auf verfum, Veteranenstr. 18, bei Schulz Moabiter, Emdener u. Wadenserstr.- Ecke bei Schirmer, Abends 9-10.27. d. M. Genosse Theodor Glocke einen Vortrag über welche die Berufsgenossen ganz besonders aufmerksam gemacht stattlub Tournée, bei Redanz, Wrangelfir. 84. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Turnverein " Bandproletariat 1 , Landproletariat und Sozialdemokratie". In seinem Vortrage werden. Versammlungen. " schilderte der Redner die Entwickelung der ländlichen Eigenthums. Der Verband der Vergolder hielt am 19. November verhältnisse und die Zuspigung der Klassenunterschiede aus dem feine Monatsversammlung ab, in der A. Hoffmann in einem ursprünglichen Gemeinwesen heraus bis auf die heutige Zeit, die mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über die Frau und Schaffung des modernen Landproletariats, die überaus bedrängte die Gewerkschaftsorganisation" sprach. Nach einer regen Dis und bedrückte Lage desselben, die Abhängigkeit des Kleinbefißes fussion schritt die Versammlung zur Wahl der Delegirten zur vom Großbesize und die naturgemäße Unhaltbarkeit des ersteren Generalversammlung. Gewählt wurden: Nary, Schnorre, Stahund trat der Auffassung entgegen, daß in der sozialistischen Ge- mann, Voges und Richard Mehring. Um die nöthigen Vorsellschaft die Selbständigkeit des Kleinbauernthums erhalten bereitungen zu treffen, wurde ein Komitee von 5 Mitgliedern bleiben könne. Wenn die Landagitation auch mit den jeweiligen gewählt, das sich aus den Kollegen Krüger, Donath, Gericke, örtlichen Verhältnissen zu rechnen habe, so müsse doch auch den Borchardt und Lange zusammensetzt. Beschlossen wurde, nach Kleinbauern flar gemacht werden, daß ihr Besigthum unhaltbar Schluß der Generalversammlung eine Versammlung zu ver sei. Unser Agrarprogramm müsse darin wurzeln, die Land- lanstalten. Barbiere, Friseure etc. Berlins und Umgegend. Deffentliche BerGrenadierstr. 83. Bortrag des Herrn Waldeck Manasse über„ Der Kampf ums Verein deutscher Schuhmacher. Montag, den 3. Dezember bei Buste, früher Seefeld, Grenadierftr. 33: Kombinirte Bersammlung. arbeiter Bildungsldjule. Tonnerñag, Abends 3%-10% Uhr: Norde Süd Schule, Waldemars schule, Müuerstr. 179a; Geschichte( neue). straße 14: Geschichte( alte). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theil. nehmer, Tamen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Vei allen Unterrichtsfächern tönnen Schüler und Schülerinnen auch jezt im Laufe des Semesters, eintreten. Arbeiter- Songerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neus mann, Bafcwalkerfir. 3. Alle Aenderungen im Bereinskalender find zu richten St. Urban, Annenftr. 9, bei Albert Brog. Früblira slut Bülowstr. 59, bei Werner.- Bregelschluß, Annenbei Schröder, Wiesenstr. 39. Dorfglödlein, ArbeiterMorgenroth I, Rummelsburg, Türrschmidts Gieshoit Klub ber Freunde bei Gnadt, Buttbufernraße 82. Distútirklub, 8eitgein" jeden ite IV. Männerabtheilung turnt jeden Donnerstag, Abends von 8 bis 10 Uhr, Gemeindeschul- Turnhalle Stephansir. 3( Moabit). Gefangverein yra, Abends 9 Uhr im Restaurant Bergstr. 17.- Suchsdorf scher Männerchor von 8-9 Uhr Notenstunde; von 9-11 Uhr Uebungshunde be i Brüning, Rosenthalerfir. 11-12.- Gefangverein Jugendfreuden, Männerchor. Abends von 9-11 Uhr bet Wernau, Rosenthalerstr. 57. Arbeiter- Zitherverein Einigteit, Abends 49 Uhr Uebungsstunde bet Geselliger Arbeiterverein Hoff= Nowack Manteuffelstraße Nr. 9. nung bet Gittler, Mariannenstraße 48. Alle 14 Tage Abends 8% Uhr. Vergnügungs- und Touristentlub Freie Brüder, Abends 9 Uhr bet Roll, Adalberiftr. 21. ballen, Kommandantenstr. 20.- Stattlub Sanfter Heinrich b. H. Brandt, Reichenbergerstr. 122. Ruderverein Vorwärts, Abends% 9 Uhr in den Armin Orts- Krankenkasse der Strumpfwirker. Einladung der Arbeitnehmer- Vertreter zur Generalversammlung am Sonnabend, 8. Dez., Ab. 81/2 Uhr, in Feind's Salon, Weinstraße 11. Tagesordnung: 1. Wahl des Vorstandes für 1895. 2. Wahl des Rechnungs- PrüfungsAusschusses für 1894. 1324b 3. Wahl des Rechnungs- und Kaffenführers. 4. Verschiedenes. Kassenmitglieder haben als Gäste Der Vorstand. Butritt. Eine leistungsfähige Brauerei in der nächsten Nähe Berlins fucht wegen Abgangs ihres Vertreters in Berlin einen tüchtigen Vertreter mit Niederlage. Offerten unter G. H. an die Expe1145L dition dieser Zeitung. Die Brauerei C. A. Müller, Potsdam, empfiehlt ihr vorzügliches Lager-, Pilsener- und Münchener- Bier und bittet Bestellungen direkt oder an den Verleger Herrn G. 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