Nr. 451 ♦ 3$> Jahrgang Musgabe B Nr. 224 BezsgSprei»» MertrIWrI. M. oumatl. 10�- flt frei ins Ami«, voraus zahlbar. Post» brzug: Monatlich 1V,— M. einschl. Zu- stMuniis ühr. Unter Kreuzband sttr Deutschlano. Danzig, das Saar- und Meinelgeb«!. sonne die ehemal» beut- ßhen Gebiet« Polen», Oesterreich, ngarn UN» Luzembura 20,— 3JL, für das übrige Ausland 27,— M. Post- bestellungcn nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho» Elowalet, Mine» mark, Holland, Luxemburg, Schwcdea und die Schweiz. Der»Vorwärts� mit der Sonntag» beilag«.Volt und Zeit', der Unter» .....----- und der Abendl-Ansgabe eilage»Siedlung und Kleingarten� erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tag» und Montag» einmal. Tel egrannn- Adresse> »Sozialdemotrat SerNu� Verlinev Volksblatt Zcntratorgan der foztaldcmokratl feben Partei Deutfchlanda ( 20 Pfennig� Anzeigenpreis: Die achtgespaltene RonpareMezelle kostet«,— at„{Heine Anzeigen" das settgedruöte Wort Z,— AI.(zu- lässig zwei settgedrucktc Worte), jede» weitere Wort l,— M. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen da» erste Wort 1,— M» jedes weitere Wort so Pfg. Worte iiber 1b Buchstabe» zählen für zwei Worte. ffamilien-An- zeigen für Abonnenten Zeile 3,50 M. Die Preise verstehen sich einschließlich Teuerungszuschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis S Ahr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Deöffnet von S Uhr srüh bis 5 Uhr abends. Neöaktion unü Cxpeüitioa: SM HS, LinSenstr.Z Rcdaktio« MprttzPlatz IkilUS— 97 ,yerniyrca)cr. Moritzplatz 11753—54 Sonnabend, den 24. September 1921 Der Möröergcheimbunö in München. Es ist überaus charakteristisch, daß die d e u n a l e Presse sich des Verschwörerbundes Wärme annimmt. Teils sucht sie die E Wie wir zuverlässig erfahren, befand sich das Bureau des Verschwörerbundes, dessen Stawten wir in der Morgen- ausgäbe veröffentlichten, in der Franz-Iosef-Straße in München. Das Bureau wurde bei der Suche nach den Mördern Erzbergers entdttkt und dabei das schwer belastende Material beschlagnahmt. Es handelt sich um die nämliche Organisation, auf die der preußische Staatskommissar für die öffentliche Ordnung den Reichskanzler und den Reichspräsidenten warnend aufmerksam gemacht hat. Es unterliegt keinem Zweifel, daß es sich hier um einen v e r- zweigten Geheimbund staatsgefährlichster Slrt gehandelt hat, aus dem unter Umständen ein neuer Kapp-Putsch hätte hervorwachsen können. Tcutschnationale Verschwörerschusiverteidignng. ristisch, daß die deutschnatio- mit aller Entdeckung ins Lächerliche zu ziehen, indem sie die wichtigsten Teile der Stawten ihren Lesern verheimlicht, teils schweigt sie die ganze Sache tot, teils verteidigt sie direkt die Täter. So schreibt der„L o k a l an z e i g e r": Jedes andere Volt würde solchen„Verschwörern"' unbegrenztes Verständnis eukgegenbringen: in Deutschland laufen sie Gefahr, nicht nur— wozu ja schließlich die Behörden verpflichtet sein mögen — den Gesetzen und den Äusnahmeoerordnungen gemäß verfolgt, sondern von eigenen Voltsgenosten beschimpft zu werden. Ganz ähnlich drückt sich die„Deutsche Zeitung" aus, die schreibt, ke i n Mensch würde die Bestrebungen des Geheimbundes verurteilen können,„wenn andern nicht Vaterlandsliebe ein Verbrechen sein sollte". So sind. die Herrschaften. Sie„verurteilen" angeblich Mord und Putsch und begünstigendieMörder-und Putschistenorganisation. Scharfer Vorstoß gegen poehner. München. 24. September.(Eigener Drahtbericht des.Vor» wärts'.) Di« Sozialdemokratische Fraksion des bayerischen Land- tages kündigt soeben«inen parlamentarischen Vorstoß gegen das System Poehner an. Di« Interpellation an die Re- gicrung lautet: „S«it dem April 1S20 haben sich m der Justiz« und Polizei- valtuna Bayerns, insbesondere bei der Behandlung poli- tischer Fälle Mißstände und Mißbrauche herausgeblldet, die da? öffeniliche Leben im ganzen Land« und besonders in München heftig erschütterten und dringend sofortige gründliche Ab» Hilfe erheischen. Welche Maßnahmen gedenkt die Staatsregie» rung zur Behebung der Mißstände zu treffen?" Zur Begründung wird folgendes angeführt: Die Polizei» praxis der Landeshaupfftadt München, die eine zunehmend« Ber» hetzung der BeoAkerungsschichten zur Folge habe, die Gestattung des Drucks von Flugblättern des schamlosesten In- Halts, die nachweisbare Indiskretion der Polizeidirektion gegenüber rechtsradikalen Blättern, der Verkehr von Hoch- Verrätern vor und nach dem Mai 1920 mit dem Polizeipräsi- denten der Landeshauptstadt, der Amtsmißbrauch und die Paßfälschungen des Polizeipräsidenten, die ungleiche Hand- habung der Justiz, welche in dem einen Fall, wie bei dem Abge- ordneten Fischer, unbedacht« Aeußerungen mit ungeheuerlichen Strafen belegt, andererseits Leute wie den ehemaligen Landeshaupt- mann der Einwohnerwehr Kanzler, auf dem immer noch der Vorwurf der Aufforderung zum Mord und der Verleitung zum Meineid lastet. Di« Begründung schließt mit den Worten:„Zu der hanichabung der Geschäfte durch Strafverfolgung der Vermal- tungsbehörden find Zustände eingerissen, die nicht länger fortbestehen dürfen, sollen nicht die Grundlagen des ganzen Staatswesens in«> wanken geraten." Eine weitere Interpellation ersucht die Staatsregierung, ange- stcht» des ohne Unterschied der Parteien zu mißbilligenden Berhaltens bewaffneter Polizei gegenüber den in München, Nürnberg und Koburg auf dem Boden des Gesetzes für verfastungsmäßige Ziele und für die Republik demonstrierenden Volksmassen eine strenge Untersuchung umgehend vorzunehmen, die nach Rechts- grundsätzen, insbesondere unter Einvernahme der Berletzten und Beschädigten vor sich zu gehen hat. Die„Münchener Past" bringt, ihrer Ankündigung gemäß, heute mittag die Episode aus der Tätigkeit des Grafen Lerchenfeldm Polen. Der Gewährsmann unseres Blattes traf kürzlich einen alten Bekannten, der ihm gelegentlich einer politischen Aussprache versichert«, daß er einen dunklen Punkt m der deutschen Kriegführung kennen gelernt habe, das wäre die Korruption der deutschen Be- amtenschaft in Polen. Der eigentliche, der hier mit fester Hand eingegriffen habe, sei der Graf Lerchenfeld. Zu diesem wäre während seiner Tätigkeit in Warschau ein dem polnischen Hochadel angehörender Großindustrieller gekommen und habe ihm folgende Eröffnung gemacht:„Die Zustäyde unter der früheren russischen Verwaltung dürften Ihnen bekannt sein. Ich kann Ihnen aber sagen, daß Ihre Beamten rasch umgelernt und das russische System angenommen haben, nur mit einem Unterschied: sie nehmen das Doppelte oder Dreifache, tun aber nichts als Gegenleistung. Wenn ich Ihnen das sage, so geschieht es als Anerkennung für den Geist der Gerechttgkeit, den Sie unserem polnischen Bolke gegenüber jederzeit bewiesen haben. Ihre tadellose Berwalwngsehrlichkeit und Ihr Gerechtigkeitssinn zwingen mich, Ihnen die Augen zu öffnen. Ihr Name steht un« doch zu hoch und wir danken Ihnen zuviel, um nicht zu fühlen, daß wir diese Offen- hell Ihnen schuldig find." Soweit der Pole. Lerchenfeld aber hat in den Augiasstall hineingeleuchtet und leider ergab sich, daß die wohlgemeinte Warnung nicht grundlos war und manchen der Schul- digen habe das verdiente Schicksal erreicht. Unser Parteiblatt sagt dazu:„Wir befinden uns nicht in Polen. Aber auch in Bayern gilt es heute, Vertrauen zu erwerben." Sur fozialüemokratisthe Jorsthungen. Im Anschluß an die Programmarbeiten des Görlitzer Partei- tages beabsichtigt, wie die PPR. hören, die Sozialdemokratie ein Institut für sozialdemokratische Forschungen, etwa nach Art der englischen Fabier-Gesellschaft oder der deutschen Goerres-Gesellschast ine Leben zu rufen. Die vor- bereitenden Arbeiten liegen in den Händen von Eduard Bern- stein, Dr. Adolf Köster, Professor Radbruch und Heinrich Schulz._ Die Durgenianötrise. Bekanntlich hat die Regierung Deuffchösterreichs die Gen- darmen, die das Burgenland übernehmen sollten, zurückziehen müssen, um sie nicht völlig ausrotten zu laffen. Die Entente, die bisher nichts zur Entwaffnung Ungarns getan hat, lveil ihr Horthys Mörderbanden für einen neuen Krieg gegen Sowjetrußland werwoll waren, verbot den Einmarsch deutsch- österreichischer Wehrmacht. Seitdem haben die magyarischen Banden eine neue Schreckensherrschaft im Burgenland aufge- richtet. Die ungarische Regierung, ohnmächtig gegen die Kleine Entente, die neben slawischen, rumänischen und deutschen Gebieten auch magyarische gewonnen und Ungarn seine Kohlen- und Er-lager fast ganz entzogen haben, wagt es, gegen das arme Deutschösterreich Bedingungen für die diktatgemäße Abtretung des Burgenlandes zu stellen und weitgehende Aen- derunaen zu verlangen., Die Entente kann natürlich doch aber Sympathie für die Mordungarn, diese Verhöhnung ihrer Allmacht, nicht dulden, sie muß die Anfänge fürchten, und darum hat sie setzt Ungarn ein Ultimatum von 8— 14 Tagen gestellt. Der Antrieb dazu und selbst das Beispiel ist von der Kleinen Entente aus e< vorwärtseverlag G.m.b.H., SN) 68,£fnden#r* 3 Srectifareditv• Verlag,(pxpedltiou niid Inseraten- � Iprrnirr'«btetlum, Moritzplatz U753-54 gen, die vor einem erstarkenden Ungarn zittert; ihr «r Kopf Dr. B e n e s ch hat' Bundeskanzler Dr. Schober in beraten. Immer- hin erwägt der Wiener Parlamentsbeschluß das neueste Pro- jekt eines Gebietstausches in Westungarn, um dessen Unter- stützung Budapest den Dr. Benesch ersucht hat. Es handelt sich um die Stadt Oedenburg, und die Wiener Sozialdemo- kraten werden ihr die Entscheidung über ihre Staatszugehörig» lest selbst überlassen. Der Ersatz für öen Nheivzoll. Londou. 24. September.(WTB.) Der diplomatische Bericht- erstatter des„Daily Telegraph" schreibt: London, Paris und Rom scheinen endlich ein vorläufiges Uebereinkommen in der Frage der Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen am Rhein erzielt zu haben. Dieses Uebereinkommen werde die Gestalt einer Mitteilung an die deutsche Regierung tragen, daß sie die von den Alliierten eingesetzte Sonderkommission zur Ueberwachung der deut- schen Ein- und Ausfuhr annehmen müsse. Alle etwaigen Met- nungsverschiedenheiten zwischen den Alliierten bezüglich der genauen Aufgabe dieser Kommission sollen demnach zwischen den Alliierten selbst geregelt werden. Die Ansicht der italienischen Regierung in dieser Frage sei der in amtlichen Londoner Kreisen vorherrschenden sehr verwandt. Rom lege den vor kurzem gefaßten Beschluß, eine besondere Ueberwachnngstommission einzusetzen, in genau demsel- ben Sinne aus wje London, nämlich als Maßnahme zur Durchfüh- rung der Bersailler Artikel 264— 267. Die italienischen Staatsmänner seien ebenso wie die britischen für eine baldige Aufhebung der wirtschaftlichen Sankttonen und gegen die künstlichen wirtschaftlichen Schranken, zwischen einzelnen Teilen Deutschlands. Die italienisch« Regierunxnjabe auch vorgeschlagen, daß die Kommission nicht der , Rheinlandkommission unterstellt werden soll, und daß das Personal der Kommission gering an Zahl sein soll, damit die Kosten auf ein Mindestmaß beschränkt würden. Diese Ansicht der italienischen Re- i gierung entspreche der bereits auf der letzten Pariser Konserenz an! den großen Ausgaben für die verschiedenen interalliierten Kom- misstonen in Deutschland geübten scharfen Kritik. Reichshilfswerk für Gppau! Im Reichsarbeitsministerium fand heute vormittag unter sitz des Arbeitsministers Dr. Brauns eine Besprechung mit Vertretern der Reichsregierung, der bayerischen, badischen und hessischen Landesregierung, des Reichstages, der Arbeit» nehmer- und Arbeitgeberorganifatipnen, des Roten Kreuzes sowie der Presse statt, in der über das Hilfswerk für Oppau beraten werden sollte. Zu längeren Ausführungen über die Lage in dem Katastrophengebiet ergriff zunächst der Arbeits- minister, der dem Reichspräsidenten E b e r t für die von ihm sofort ergriffene Initiative dankte, das Wort: Das Bild, das die bettoffenen Städte böten, spottet, so führte der Minister aus, jeder Beschreibung. Die Berwüstungen, die die nur wenige Sekunden währende Explosion angerichtet habe, seien weit schlimmer, als die durch'angdauernde Beschießungen im Kriege hervorgerufenen. Der Schaden belaufe sich auf viele hunderte von Millionen, eine genauere Uebersicht werde man erst in etwa acht Tagen haben. Das betroffene Werk selbst nehme keine öffentlich« Hilfe w Anspruch, sondern habe uiv zweidentig erklärt, daß es fich aus eigenen Mitteln wies der aufbauen werde; auch habe es schon jetzt für die brotlos gewordenen Arbeiier gesorgt, indem es sie sofort zu den Aufräumungsarbeiten heran» gezogen habe. Auch bei oem künftigen Wiederaufbau der zerstörten Gebiete werde die Ä r b e i t e r s ch a f t in weitestem Umfange her« .angezogen werden, so daß das Problem der Erwerbslofigs t e i t im Augenblick nicht das schwerste sei. Auch in Ludwigshasen bis Mannheim und Frans teutal habe die Explosion große Zerstörungen hervorgerufen; für diese� Schäden müsse das Hilfswerk herangezogen werden. Der Reichspräsident habe die Bildung eines Reichshilfskomitees zwecks Gewinnung eines Ueberblicks über die eingehenden Gelder und ihre gerechte Verteilung vorgeschlagen. Dies sei notwendig, h /y n« A(Xl rt l\ it»»>)'■ A«»4»» A««AM t» f« AM... r. i,„„mV v_ V!- Ofi-_f____...._ Hilfswerts nicht eine unzulässige Einmischung von Reichs wegen bedeute, so daß die Länder etwa den Eindruck verständnisloser „Berliner Herrschaftsgelüste"«mpfängen: vielmehr sollen Länder, Gemeinden, Wirtschaftsverbände, Arbeitervertretungen usw. ver- tteten sein. Auch werde sich das Reich nicht in die Art des Wie» deraufbaus einmischen. Die Reichsregierung habe beim Reichstag 10 Millionen Mark zwecks Ueberweisung cm die bayerische Regierung beantragt und es bestehe kein Zweifel, daß die Bolksverttetung diesem Antrag ihre Zustimmung erteilen werde. Die bayerische Regierung nehme schon jetzt Vorschüsse ent» gegen. Die Bertteter Bayerns, Badens und Hessens dankten der Reichs» regierung für die von ihr ergriffene Initiative, desgleichen erklärten die übrigen bei der Besprechung gegenwärtigen Organisattonsver» tteter die Bereitwilligkeit zur Mitarbeit. In welchem Umfang das Hilfswerk einsetzen muß, zeigten die Ausführungen des b a d i- schen Arbeitsministers, denen zufolge in Oppau allein 6000 Personen obdachlos find. Bon Arbeitnehmerseite wurde unter Hinweis auf die gewaltigen Einnahmen des Stickftoffsyndikats die Heranziehung dieses Syndikats zum Hilfswerk gefordert. In einer Erwiderung auf mehrere Anregungen teilt« Minister Braun» mit, daß bis jetzt 24 Millionen Mark zusammen- gekommen seien. Der bayerische Handelsminister Hamm berichtete, daß Bayern einen mit besonderen Vollmachten ausgestatteten Staatskommissar in das Notstandsgebiet entsandt habe. Um alle Mißverständnisse zu vermeiden, betonte der Minister ausdrücklich, daß die Bertteter der Arbeiter und Angestellten auch an Ort und Stelle zu dem Hilfswerk hinzugezogen werden sollten. Zur Verlesung gelangte der vorläufige Entwurf eines Aufrufs des Reichshilfsausschusses für Oppau, der noch einer Redaktton unterzogen werden und so» dann ber_ Oeffentlichkeit mitgeteilt werden soll. Erwähnt zu werden verdient die Erklärung des Reichsoer» kehrsministeriums, nach der die Beförderungen von Liebes- gaben in das Unglücksgebiet frachtfrei erfolgen sollen. Des- gleichen haben sich sämtliche Po st an st alten zur Entgegennahme von Spenden bereit erklärt. Am Schluß der Besprechung, die eine wesentliche Klärung über die künftighin einzuschlagenden Richtlinien brachte, kon- stituierte sich der Arbeitsausschuß, dem Vertreter der Reichsregierung, des preußischen Wohlfahrtsministeriums, d r e i Vertreter der Arbeiter und A n g e st e l l t e n, des Reichsverbandes der Industrie, des deuffchen Städtetages, des „Roten Kreuzes" sowie der Regierungen der drei erwähnten Länder angehören sollen. Es ist zu hoffen, daß es gelingen wird, die unerfreulichen Begleiterscheinungen, die sich in der letzten Zeit wiederholt bei ähnlichen Hilfswerken einstellten, auszuschalten und gewiss« Wohlfahrtsinstiwtionen, die sich mit- unter als ungerufene Gäste einzuschmuggeln belieben, fenizu- halten. Spenöen für Oppau. Me», St. September.(TU.) Die Gemenge Wien hat als Zeichen ihrer Anteilnahme für die Opfer in Oppau 300 000 Kronen gespendet. New Park, 23. September.(WTB.) Die„Staatszeitung" und die Herold-Korporation haben eine Sammlung für die Opfer des Unglücks von Oppau eröffnet. ytem Port, 34. September.(MTB.) Das deutsche Zentratkvmitee in New Port stiftete für Oppau eine halbe MM cm in bar, cuchsrdem Liebesgaben im Werte von 1 Million Mark. Wiesbaden, 24. September.(Frlf. Ztg.) Für die fltnterbli ebenen von Oppau bewilligten die Stadtverordneten 50 000 Mt. Ein Kur- gast aus Kopenhagen, namens Lovick, übergab dem Bürgermeister ebenfalls SO 000 Mk. zu dem gleichen Zwecke. Barmen, 24. September.(Frkf. Ztg.) Der städtische Fmamaus- fchuß bewilligte für Oppau SV 000 Mk. Im Bergischen Lande wurde eine Unterstützungsaktion eingeleitet. Ludwigshafen, 24. September.(Frkf. Ztg.) Zehn französische Krankcnsch nx-s lern sind aus Paris in Oppau eingetroffen. München, 24. September.(WTB.) Für Oppau sind bis fetzt bei den„M. 91. Nachr." über 86 000 M. eingelaufen. Ein fchneiöiger Staatsanwalt. Wie aus Dresden gemeldet wird, hat die dortige Staats- anwaltfchaft gegen den sächsischen Kultusminister F l e i h n e r auf Grund des 8 HO des Strafgesetzbuchs ein Verfahren eingeleitet, in dem bereits Zeugenvernehmungen stattgefunden haben. Fleihner wird beschuldigt, in einer am 26. August in Dresden abgehaltenen Versammlung feine Zuhörer öffentlich zur Anwendung von Gewalt aufgefordert zu haben, um den bürgerlichen Staat zu zertrümmern. - Der Dresdener Staatsanwalt, der es fertig gebracht hat, eins derartig lächerlich fundierte Anklage zu erheben, fühlt sich offenbar verpflichtet, auf den heuchlerischen Entrüstungssturm in der deutschen Rechtspresse gehorsam zu reagieren. Wir haben nicht gehört, daß ein Staatsanwalt sich auch nur ein einziges Mal in den taufenden von Fällen zum Einschreiten berufen fühlte, wenn die Angehörigen der deutschnationalen Fronde zur gewaltsamen Beseitigung der Rcichsverfassung, zum Sturz der Republik und zur Ermordung ihrer Repräsentanten aufforderten. Während diese Aufforderungen zur Gewalt das praktische Ziel verfolgten, die unbequeme Re- publik durch illegale Gewaltanwendung zu stürzen und hierdurch der Tatbestand des§ 110 des RStrAB. voll erfüllt wurde, handelte es sich in der Fleißnerfchen Rede um eine theoretische Auseinandersetzung über den Begriff der Klassengegensätze in der bürgerlichen Gesellschaft. Solange die Staatsanwaltschaft sich nicht als Vertreterin der Interessen der Republik betrachtet, fondern ihre Aufgabe darin erblickt, Vollstreckerin desnationalbolsche» w i st i s ch e n Willens zu fein, ist an eine Gesundung unserer Rechtsverhältnisse nicht zu denken. * In krassem Gegensatz zu diesem Vorgehen des Dresdener Staats- onwalts steht eine WTB.-Meldung aus München, wonach der Vorsitzende der nationalsozialistischen„Arbeiterpartei" Adolf Hitler, der unter dem Verdacht, die Verteilung der antisemitischen Flug- blätter während der letzten Tage organisiert zu haben, verhaftet wor- den war, im Laufe des gestrigen Tages wkeder auf freien Fuß gesetzt worden ist. Auch die verhafteten Zettelverteiler wurden wieder freigelassen. Wir erinnern uns aus der Zeit der Tätig- keit der mitteldeutschen Sondergerichte nicht, daß man Ar- beiter, die, durch den kommunistischen Wirrwarr irregeführt, Hand- zettel verteilten, schonungsooll wieder freilieh, vielmehr sind zahl- reiche Fälle bekannt, in denen unschuldige Arbeiter wegen Zetteloer- teilen- auf Jahre ins Gefängnis gesteckt wurden. Wagen die Justizbehörden diesem einwandfreien Vergleich gegenüber auch heute die Behauptung, daß die deutsche Rechtsprechung mft gleichem Maße ihre Urtelle fällt? was ist vorgefallen? Die Lösung der Oberschlefienfrage wieder aufgeschoben: Paris, 23. September. sWTV.) Der Emser Sonderberichterstatter der„Information" berichtet in seinem Blatt, daß die Konferenz zur Regelung der oberschleslfcheo Frage bi» in die jüng- sten�Tage einen gewissen Optimismus zur Schau gelragen habe und von einer gut unterrichteten Persönlichkeit eine baldige Lösung der oberschlesischen Frage in Anssicht gestellt worden sei. G e st e r n habe ein neues Ereignis den fast gelungenen Plan zerstört. Der Berichterstatter fragt, ob e» sich um einen S a ch- verständigenbericht oder um eine Rote der englischen Regierung handele, die den Beschluß, den man zu fassen im Begriff gewesen sei, wiederhinfälllg gemacht habe. Er hoffe. daß man das bald erfahren werde, jedenfalls fei die Lösung der Frage anfgeschoben. „Die Schauspieler" von Schmiötbonn. (Erstaufführung im Lustspielhau».) Schmidtbonn, der Verfasser auch im„Vorwärts" abgedruckter, wundervoll anschaulicher Skizzen vom Niederrhein, den Mitgliedern der Volksbühne durch sein eigenartiges aus naturalistischen Ansätzen ins Symbolifch-Legendenhafte strebendes Schauspiel bekannt, hat in diesem seinem neuen Werke eine rein symbolische Dichtung schaffen wollen. Ein nach dieser Richtung weisender Trieb ist tief in seiner Wesensart begründet, trat in feinem Schaffen immer deut- licher hervor. Nebenbei mag auch der moderne Expressionismus von Einfluß auf die Abfassung des Werkes gewesen sein. Das»«in poetisches Gebilde, wenn es uns bewegen, miffchwin- gende Resonnanz in dem Gefühl der Phantasie, dem Denken des Beschauers auslösen soll, nie eine bloße Aufzeichnung unmittel- barer Wirklichkeiten sein kann, ist selbstverständlich. Der Naturalis- mus hat das nur bestätigt. Die freie schöpferische Umbildung spielt in ihm die gleiche, für die Wirkung letzthin entscheidende Rolle wie in jeder anderen Stilart. Das neue Große im Naturalismus war, - daß er zeigt, wie unsere eigene Umwell, aus der die Dichter sonst so gern in andere Zeiten flüchten, unbegrenzte Möglichkeiten der poetischen Gestaltung bietet, zeigte, wie gerade hier inmitten de« Bekannten künstlerische Wiederspiegelung das Gewebe menschlicher Seelenregungen bis in die feinsten Auszweigungen zu verfolgen vermag. Auch diese Kunst hat Raum für das symbolisch« Sinn- bildliche. Nur daß sie die Symbolik aus der Natur des Dargestellten organisch ohne Bruch und Sprung empor wachsen lassen will. Wie Ibsen in dem Meisterdrama„Gespenster", Zola in seinem.„Germi- nal". Der Expressionismus aber will abgetrennt von jedem solchen festen Boden und den konkreten Verhältnissen, in die das wirkliche Leben eingespannt Ist, schwebende Gedanken und Empfindungen symbolisch aussprechen. Die Menschen, die uns in erster Reihe interessieren sollten, oerwandeln sich in seiner Hand nur allzu oft in Marionetten, die, selber wesenlos, nach dem Diktate irgendwelcher allgemeinen Intentionen reden und agieren. So auch in diesem Drama Schmidtbonns. Der Vorwurf ist sicher bedeutsem. Eine junge Schauspielerin, die mit ganzer Seele an ihrem Liebsten, der Mitglied einer armen Wandertruppe ist, hängt, gibt sich aus dem Gefühle tiefen Mitleids einem fremden, von Qualen furchtbarer Einsamkeit verzehrten Manne hin. Das soll, so will der Dichter, den mit solcher Gunst Beschenkten aus sei- nem finster-egoistischen Starrsinn reißen, ihn läutern und erheben. Ein reicher Schloßherr, bittet er am nächsten Tage um ihre Hand. Sit aber, obschon ihr Liebster, der von dem Treubruche erfahren, sie verstoßen will, weist den Werber zurück. Das Opfer jener Nacht hat sie wohl für ihn bringen können, nicht das ihres ganzen Lebens. Der Fremd« aber, umgewandett, wird zum Vermittler. der beide wieder zueinander führt. Kein« der Figuren hat Blut in ihren Ader». Sie sprechen wie Bewohner anderer Welton. Das MskSemg Sechster Verhandlungstag. Vormittagssitzung. (Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Görlitz, 24. September. ZuBeginn der Schlußsitzung teilteVors. Wels mit, daß dieKonttoll- kommifsion wiederum Friedrich Brühne zu ihrem Vorsitzenden ge- wählt hat. Genosse Allbokoff-Laku(mit Beifall degrüßt) überbringt dem Parteitage die herzlichsten Grüße und die besten Wünsche der Sozialdemokraten und Sozialrevolutionäre in Asserbeidschan. Er schildert sodann die poli- tischen und wirtschaftlichen Zustände in Asserbeidschan und das grau- same Lorgehen der Bolschewisten, die es auf die Naphthaquellen von Baku abgesehen hätten. Sie arbetten, führte Redner aus, ganz nach zaristischem Vorbilde, und wie gegen den Zarismus so muß sich ganz Europa vereinigen zu einem Protest gegen solche Schändlich- keiten, die eine Schändung des sozialistischen Namens bedeuten.(Leb- hafter Beifall.) Eduard Bernstein, der die Rede übersetzt, fügt hinzu, daß die Unterstützung dieses Protestes eine selbstverständliche Pslicht der Jnternattonale sei. Es gab eine Zeit, wo ein ftanzösischer Dichter sagen konnte, daß die Hoffnungen oller unterdrückten Völker sich auf Frankreich richten, heute richten sich diese Hoffnungen auf die sozialistische Internationale. Der Parteitag schließt sich einmiittg dem Protest gegen die Unter- drückung Asserbeidschans an. Annahme finden Anträge Hamburg, die jedem Parteigenossen zur Pflicht machen, den Konsumgenossenschaften als Mitglied beizu- treten und daß mehr als bisher die Frauen zu allen privaten und öffentlichen Aemtern, Körperschaften und Funkttonen herangezogen werden sollen. Nun soll der Ort für den nächsten Parteitag bestimmt werden. Broßwih- Frankfurt a. M. überbringt etne Einlas..,, nach Frankfurt, das alle Voraussetzungen für einen Parteitag in glänzender Weise erfüllt und auf Berücksichtigung hofft, obwohl Frankfurt auf diesem Parteitage nicht gerade unter einem beson- ders günstigen Stern gestanden habe.(Sehr richtig!) Schnlidi- München ladt den Parteitag nach München ein. Für München sprächen polittsche Gründe, die auch das Zentrum veranlaßt hätten, den nächsten Katholikentag in München stattfinden zu lassen. Etwaige Etörungsversuche würden die Münchener Ge- nassen mit aller Energie und Gründlichkeit zurückweisen. Rkolkenbuhr(Parteivorstand): Ueber diese Einladungen sind wir gewiß sehr erfreut, aber es empfiehlt sich doch, die Wahl des Ortes dem Parteivorstand und Parteiausschuß zu überlassen. Es können im Laufe des Jahres Ereignisse eintreten, die die Abhaltung des Parteitages an einem bestimmten Orte zur Notwendigkeit machen. Dem sollte man nicht durch einen Beschluß vorgreifen. Es ist selbstverständlich, daß die Entscheidung rechtzeitig erfolgen wird. Der Parteitag schließt sich diesem Vorschlag cm. Lewerenz-Krefeld: Die in einem Vierteljahr in Krefeld von uns an Strafen und Gerichtskosten für nicht rechtzeitig angemeldete Zu- fammenkünfte gezahlte Summe beträgt 8000 Mk.(nicht, wie irr- tümlich berichtet 800 000 Mk.). Daß ohne die Zustimmung der Be- satzungsbehörde kein Beamter ernannt oder entlassen werden dürfe, wird von dem Redner dahin richtig gestellt, daß Beamte nicht er- nannt werden, wenn sie nicht im besetzten Gebiete wohnen. Damtt sind die Arbetten des Partettag, erledigt und zur Schlußreöe nimmt das Wort Bors. Wels: Wir danken zunächst den Görlitzer Genossen und dem ganzen Bezirk Niederschlesien für die umsichtige und vorbildliche Vorarbeit für den Parteitag(Beifall). Wir werden den Parteitag von Görlitz nicht vergessen. Wir danken auch den Mitgliedern der Kommissionen, insbesondere der Programmtommission für ihre fleißige Arbeit.(Beifall.) Der Görlitzer Partelorganisatton wird der Dank für alle ihre Mühen auch dadurch zum Ausdruck gebracht, daß das künftige Programm der Partei da» Görlitz« Programm heißt, so daß der Name der.Stadt Görlitz stets mit diesem Programm verbunden sein wird.(Beifall.) Den guten Eindruck vou diesem Parteitag konnte nichts Uerwifchen, auch nicht die Anschläge auf die Abzeichen der Partei am Eingang dieser Halle. seltsam komplizierte Thema, das die intimste Ausgestaltung seelischer Nüancen und Ueb ergänze verlangt hätte, bleibt im Abstrakten stecken. Man hört die Worte, übersetzt sie sich zurück in die Gedanken, die zu versinnbildlichen sie besttmmt sind, indes es sehtt der Glaube. Abels rätselvoller,«st kalt reservierter, dann in wildem Taumel seinen Schmerz htnausschreiend« Fremd« war eine große schauspiel«ische Leistung: ab« selbst seine Kunst vermochte nur in Momenten die Kluft, die die Gestall vom Leben trennt, zu überbrücken. Auch sonst war die Darstellung unter« Heinz Salten- burgs Regie des Dichters Intenttonen feinsinnig angepaßt. Da» Publikum spendete starken Beifall. D« Dicht« konnte mehrmals erscheinen. Conrad Schmidt. Rhapsoden und Fulurlstentempel in Rußland. Dem russischen Schriftsteller R e m i z o w ist es gelungen, sich aus d« Hölle der Hungerbezirke nach Reval zu retten. Er hat hier dem Korrespon- deuten eines englischen Blattes berichtet, daß er während der bollche- wistischen Revolution mehrere Erzählungen geschrieben habe, daß« aber so wenig wie die and«en D«tr«ter d« jüngeren russischen Lit«atur imstande sei, sie drucken zu lassen. Die Schrifffteller des jungen Ruhland sind darauf angewiesen, ihre Novellen und Romane ausschließlich durch öffentliche Vorlesungen bekannt zu machen. Man ist also auf diesem Gebiet zu den Zuständen des Mittelallers zurückgekehrt, wo die Dichter ihre Werke mündlich zur Kenntnis ihres Publikums bringen mußten. Remizow rühmte in dieser Unt«halwng auch die Tüchttgkeit des führenden jungrussifchen Architekten Taklin; er hat den Plan eines bolschewistischen Futuristentempels entworfen, der, wie der London« Kristallpalast, ganz aus Eisen und Glas bestehen soll. Seine Eigenart«hält das Gebäude ab« dadurch, daß es einer be- sonderen maschinellen Anlage gehorcht, die den Eindruck einer e n d- los fortlaufenden Bewegung hervorruft. Den berühmten Galerien und Bibliotheken in Moskau und Pet«sbbrg wird, wie Remizow ausführte, heute viel mehr Sorgfalt zugewandt, als es unt« der zaristischen Regierung d« Fall war. Die Bolschewisten sparen nach dieser Richtung kein Geld und haben sich der Unterstützung der ersten Künstler und Schrisfftell« bei der Beaufsichtigung und Pflege dieser Anstalten oersichert. An der Spitze der hi«für verantwortlichen Verwaltung steht Frau Trotzti. Englisches Radiummonopol. Di« englisch« Reginung hat sich ein Monopol gesichert, durch das sie den Radiumertrag von den tschechoslowakischen Staatsbergwerken«hält. Die Pechblende, die in den ffchechoslowakischen Werken von Ioachimsthal gewonnen wird, bietet bekanntlich den größten europäischen Vorrat für die Radiumgewinnung. Unt« Benutzung d« Ioachimsthal« Pechblende haben die Curies das Mdium ent- deckt. Man hofft durch dieses Monopol, wie London« Blätt« aus- führen, hen britischen Gelehrten eine einzigartige Möglichkeit zum Studium der Radiumerscheinungen in die Hand zu geben. Es sollen jährlich 4 bis ö Gramm Radium aus den B«gwerken gewonnen werden und obwohl diese Menge bequem auf einer Briefmarke Platz hat, so stellt sie doch«in Fünszebittel bis«« Sechzehntel des gesamte» Woltvorrate» dar,«od jede» Eranun ist Zü stÜV Pftmd wert» in Görlitz. Görlitzer Genossenl Hebt die besudelle Fahne auf und schließt sie in den Schrein, der das goldene Luch von diesem Parteitag enthalten wirdl(Sehr gut!) Diese Fahne wird stets ein Wahrzeichen für den geistigen Tiefstand unserer Gegner sein. In unsere V«handlungen hinein zstterte die Erregung üb« die Nachricht von dem furchtbaren Unglück in Ludwigshafen. Hunderte von Arbeitern haben den Tod gefunden, Taufende sind»«wundet, in zahlreiche Familien ist Kumm« und Trau« eingezogen. Auf dem Schlachtfelde der Arbett, auf dem schon so viele unser« Käme- raden gefallen sind, haben Wied« brave Männer im Dienste des Kapitalismus den Tod gefunden. In ein« freieren nach sozialistischen Gesichtspunkten geleiteten Gesellschaft werden auch Unfälle vorkam- men, aber das eine wissen wir dann, daß diese Mann« fallen würden im Dienste der Allgemeinheit, im Dienste einer größeren Idee, und daß es dann eine Pflicht des Volksganzen sein wird, für die Hinterbliebenen und die Opf« solch« Katastrophen au«st« Stelle zu sorgen!(Lebhafte Zustimmung.) Der Görlitz« Parteitag war ein Parteitag ernster und hart« Arbett. Wir haben uns nicht an revolutionären Phrasen berauscht, sondern unsere Verhandlungen standen vom ersten bis zwn letzte« Tage im Zeichen der realen Notwendigketten de» Tages.(Sehr richtig!) Auf uns blickt die ganze politische Welt, auch des Austandes, und unsere Beschlüsse haben überall die größte Beachtung gesunden. Wie richtig wir gebcmdett haben, zeigt ew Bück m die deutsch- nationale Presse, die über unfern Willen zur Macht in ein ohmnächtiges Geschimps ausbricht.(Erneutes Sehr richtig!) Wir müssen aber schon jetzt aus Erscheinungen hinweisen, die unsere Be- schlüsse in einem Sinn« deuten wollen, den wir zurückweisen müssen. ja Sreffen der Deutschen Döttspattd glaubt mau, daß setzt die Zett ist, Erklärungen üb« Regierungs- bitduagen abzugeben, die den Eindruck«wecken, als wäre die Deutsche Bollspartei die Formerin d« künftigen Regierung im Reich und In den Ländern. Die Hetze gegen den Reichs ka..zler Wirch aus Kreisen d« Deutschen Volkspartei ist hierfür ein deutlich sprechendes Besspiell Wir machen kein Hehl daraus» daß der Reichskanzler Wlrth für 14? sozialdemokratische Arbetterschast und üb« unsere Kresse hinaus bis zu den links von uns stehenden Partsien der einzige volkstümliche bürgerliche Politiker Ist, den es in Deutschland gibt. lDebhaster Beifall.) Die sozialdemokratische Partei wird es dem Reichskanzler Wirth nicht vergessen, Oaß«r es war, der als bürg«- licher Kanzler den Kampf gegen die Reaktion aufnahm, und daß er das Wort sprach:„Wenn die Reaktion es zum Bürq«kri«g treibt, dann wird mich der Kampf auf feiten der Arbeiter finden."(Stürmischer Beifall.) W« glaubt, daß die Sozialdemokratische Partei denen Handlangerdienste leisten wird, die diesen Kanzl« um ihrer parteiegoistsschen Ziele willen beseitigen wollen, hat die Rechnung ohne die Sozialdemokratische Partei gemachtl(Lebhafte Zu- stimmung.) Uns« Beschluß üb« die Regierungsbildung war keine Wendung in uns«« Polttik. Er war nur die konsequente Fortführung der Politik, zu d« wir seit der Revolution durch die Parteien von rechts und links gezwungen waren. Wer daran zweifelt, braucht nur die vielen, auch von B«lin gestellten Anträge zur Regierungsbildung durchzulesen und daran zu denken, daß die Unabhängigen in Thüringen für ihren Eintritt in die Regierung Bedingungen formuliert haben, die genau den von dem Görlitzer Parteitag be- schlossenen Bedingungen für ihre Regierungskonstellation ent- sprechen.(Hört, hört!) Es zeigt sich eben, daß auch die Unabhän- gigen da, wo sie an der Miw«nntwortung teilnehmen wollen, durch reifliche Ueberlegung die Mauern«kennen, an denen hochf ic�ende Pläne sich brechen müssen. Die Sehnsucht nach Einigung d« Arbetterklasse hat auch auf diesem Parteitage deutlichen Ausdruck gefunden. Diese Sehnsucht sollte Gemeingut aller deutschen Arbeiter w«den.(Sehr wahr!) Sie kann und wird es werden, wenn von allen wiederum die Grundlagen erkannt werden, auf denen unsere Politik sich vor der Kriegszeit aufgebaut hat, die Demokratte und d« Weg durch die Demokratte zum Sozialismus.(Sehr richtig!) Der Oxford« Professor S o d d y hat sich nach d« Tschechoslowa- kei begeben, um dort 2 g Radium zu holen, die gegenwärttg«hälttich sind. Unt« sein« Leitung wird in Oxford ein Radiumin st itut ins Leben gerufen werden, das zum Mittelpunkt der ganzen For- schung werden soll. Ein Laboratorium wird auch in der Tschechoslowakei errichtet, doch soll die tschechoslowakische Regierung nur soviel Radium behalten dürfen, als sie zu Heilzwecken unbedingt braucht. Das Alt« der Erde stand auf d« jüngsten Jahresversammlung der British Association in Edinburg zur Erörterung. Lord Rayleigh hielt den Einleitungsvortrag, in dem« ausführte, daß die neuesten Forschungen wesentliche Fortschritte gebracht hätten. Vor 30 Iah- ren meinte Lord Kelvin, daß die Erde sich in einem Maße abkühle, daß es sich« wäre, daß vor 20 Millionen Iahren das Vorhemden- fein von Leben auf ihr unmöglich gewesen sei. Dieselbe Beweisfüh- rung, die ihn zu diesem Schlüsse brachte, führte auch dazu, daß man annahm, in weiteren 20 Millionen Jahren würde die Sonne keine Quelle des Lichtes und der Hitze für ihre Planeten mehr sein. Die Geologen und Zoologen«hoben zwar Einwände, weil die Zelt zu kurz wäre, ab« sie tonnten doch keine entscheidenden Gegengründe anführen. In den letzten Iahren Hot nun aber die Entdeckung des Freiwerdens von Energie innerhalb der Atome durch radioaktiv« Substanzen ein ganz neues Licht auf die Lösung der Frage geworfen. Uran wurde durch Radium tu ein« langen Reihe von Umbildungen in Blei verwandell, wobei Abfälle von Helium mit groß« Geschwindigkeit abgestoßen wurden und Wärme erzeugten. Es erwies sich jetzt als eine Schmie- rigkeit zu erklären, warum die Erde nicht wärm« wird anstatt daß sie sich abkühlt, wenn man die Menge von Uran, die in d« Erd- kruste vorhanden sst, bedenkt. Wie tonnte ab« die Umbildung von Urani um einen Zeitmesser für die»«gangenen Zeitalt« bilden? Die Schnelligkeit dies« Umbildung im Jahre wurde genau festge- stellt. Sie war außerordentlich gering: die Berechnungen«gaben für das älteste Gestein ein Alter von S2S Millionen Iahren. Zu ähnlichen Schlußfolgerungen kam man auch bei dem gegenwärtigen Heliumvorrat. Man b«cchnete mtt denselben Methoden das Atter der jüng«en geologischen Formationen und stellte fest, daß die Erd- k r u st e in der einen oder anderen Gestalt ält« als die ältesten Ge- birge ist. Sie hat nach den gegenwärtigen Mengen van Uran wahr- scheinlich ein Alt« von etwa 6000 Millionen Iahren. Eritavfführungen der Woche. Munt. Große« Schaulpielbou»: „Di e Räuber'.— Dienst. R»!e-The»ter:„Die Bürqerlnetster« wähl".— D»nn. Freie Voltsbühne:„Malle Mensch'.— Trianon- Tdeater:„Der 5?avl«ersän»er'.„Tob und Teufel'.— SchausvielknuS Potsdam:.Bettina« Verlobung'.— Frett. Kleine« Schauspiclhiu«:.Kiki'.— Neue« Theater«n Zoo:„Die ersten Sporen'. Itrania(Taubenstraße). Sonnt., Mon., Mittw.. Dom».?„Unser schöne« Riesengebirge.' Mittw.:„Spanien, Land und Leute.' Freit.:„Bon San Remo nach Floren».' Sonnab.:„Die deutsche Donau' lzum ersten Male). Im Hörsaal Mittw. abend« 8 Uhr: Vortrag Dr. Potonic über„Weltlatastrophen'. Blüthuer-Orchefter. Das letzte städt. Vollskorzett findet am Dienstag, den 27., abends 8 Uhr, in der Brauerei König st adt unter Leitung von Camilla Hildebrand statt. Karten k SB. 1,50 im Zigarrengeschäsl chorsch, fcNMfaser 25(SoworlschoftKaus),.Vorwärts'. Lindenttr. 2,.Frtfttii", «cSifrSfe, OrchchtRbnooauMtzÄchr. 76(ll-l Uhr) und an der Äbentckasse. Wir haben auf dem Parteitage Stellung genommen zu den Vor- gängen tu Bayern und die Stellungnahme des Parteitages war mehr als dieses Wort besagt: es war eine Kampfansage gegen diejenigen, die es wagen sollten, den Kurs Kahr-Pöhner fortzusetzen, und vielleicht war die sichtbare Folge unserer Haltung, daß Gras Lerchenfeld gestern in der Regierungserklärung gesagt hat, das Urteil über die Regierung Kahr überlasse er der G e sch i ch t e.(Heiterkeit.) Das war vorsichtig und diplomatisch gesprochen. Wir alle wollen Kämpfer sein für die Freiheit der Arbeirerklasse. Das Echo, das die Verhandlungen des Parteitages ausgelöst hatte, klingt aus Briefen und Mitteilungen der Arbeiter im Lande, mit denen wir überschüttet worden sind, und in denen sie uns ihre Kampfbereitschaft versichern, wieder. So haben die Binnenschiffer auf dem Rhein und den westdeutschen Kanälen uns mitgeteilt, daß sie gegebenenfalls die Sohleazufuhr nach Bayern sofort gesperrt hätten, und andere wichtige Arbeitergruppen haben ähnliche Kampf- maßnahmen angekündigt.(Lebhafter Beifall.) Die Arbeiterschaft fühlt sich so stark, daß sie sich auch offen zu ihrem Kampfwillen be- kennt und ihre Mittel für diesen Kampf offen verkündet.(Bravo!) Ich sagte in meiner Antwort auf die Ausführungen des Genossen Treu, die Sozialdemokratie bluffe nicht. Ich wiederhole am Schluß des Parteitags noch einmal: Wir sind gerüstet zum Schlag, wenn es fein muß: die Reaktion ist gewarnt.(Stürm. Beifall.) Einen tiefen Eindruck hoben auf dem Parteitag die Ausführun- gen des Genossen H e u g e l aus dem Saarrevler gemacht,(ms jenem Gebiet, das von deutschen Landen abgeschnitten 15 Jahre unter fremder Verwaltung stärkster wirtschaftlicher Be- drückung und politischer Bedrohung ausgesetzt ist. Aus politischen Gründen hat man dort die Doppclwährung eingeführt, den Kampf zwischen Mark und Frank entfesselt, den Interessengegensatz in der Bevölkerung geschürt. Man wollte damit die saarländische Bevöl- kerung dem Deutschtum entfremden, aber wir hoffen und wünschen — nein, wir sind felsenfest überzeugt, die saarländische Bevölkerung, insbesondere die saarländische Arbeiterschaft hält dem Deutschtum die Treue, auch wenn wirklich IS Jahre darüber vergehen sollten, ehe sie sich in der Abstimmung für Deutschland entscheiden kann. (Lebhafter Beifall.) Di« Klagen Oberschlestens und der besetzten Gebtete haben bei uns offen« Ohren gefunden. Unser Wahlspruch lautet: Treue um Treu«!(Bravol) Treue den kämpfenden Brüdern in Bayern, Treue den bedrängten Saarländern, Treue den bedrückten Genossen in Oberschlesien und in den besetzten Gebieten.(Lebhaste allgemeine Zustimmung.) Was in Oberfchleflei» bei der Entscheidung des Völkerbundes auf dem SpiÄe steht, darüber sind wir uns all« klar. Es geht nicht nur um Oberjchlesien, sondern um das wirtschaftliche Schicksal Deutschlands, ja ganz Europas. Wir haben die Ueberzeugung, daß die Entwicklung dahin drängt, die Grenzlinien zwischen den einzelnen Völkern zu verwischen m,d den Wirtschaftsverkehr ungehemmter von Land zu Land fließen zu lassen. Bei einer gerechten Lösung der oberschlesischen Frage kann nach unserer scsten Ueberzeugung auch ein billiger Ausgleich zwischen Polen und Deulschland gefunden werden, ohne Oberschlesien zu einem neuen Elsaß-Loth- ringen, zu einem Gefahrenherd für den europäischen Frieden zu machen.(Vielfaches Sehr wahr!) Des öfteren ist auf den Parteitag ausgesprochen worden, daß wir keinen Richlungsstreit mehr in der Partei wollen. Der alte, unsere innere Entwicklung störende Streit, ob radikal, ob revisionistisch, versank während der Kriegs- jähre'und während der Reoolutionsjahre. Unsere Kräfte waren dein Ausbau gewidmet, und was die Einheitlichkeit der Auf- fassungen vennochte. zeigt das Wachstum unserer Organisation. Wir dürfen diese Entwicklung nicht stören. Der Meinungsstrelt darf die Organisationsentwicklung nicht wieder schädigen, soll nicht die ganze deutsche Arbeiterklafse Schaden leiden.(Lebhafte Zu- stimmung.) Das Wichtigste, was der Parteitag geleistet hat, ist die Schaffung des neuen Programms. Wir haben um das Programm schwer und ernst gerungen. Der Kampf hat nicht erst auf diesem Parteitag oder in der Programm- kommission begonnen. Er liegt Jahre zurück, und schon seit Jahren haben wir ständig durch Resolutionen und Beschlüsse das Erfurter Programm ergänzen müssen. Der Kasseler Parteitag hatte dem Görlitzer Parteitag die Aufgabe zugewiesen, die Mängel des alten Programms von Grund aus abzustellen, es anzupassen der neuen Zeit und den gegenwärtigen Verhältnissen. An Mcinungsverschieden- Helten und Auseinandersetzungen über dieses Problem hat es vor dem Parteitag und in der Programmkommissson nicht gefehlt, aber je mehr wir uns mit der Materie beschäftigten, je tiefer wir in die Arbeit hineinkamen, um so lebhafter wurde der Wunsch, daß hier in Görlitz das Programm gezimmert werden müsse. Die Hindernisse waren nicht unüberwindlich, die Schwierigkeiten nicht unübersteiglich, und zu unserer größten Genugtuung ist es gelungen, die Programm- arbeit hier in Görlitz zu Ende zu führen. Anhänger und Gegner des neuen Programms haben sich mit gleichem' Eifer bemüht, seine Fassung hieb- und stichfest gegen alle Anfechtungen von außen zu machen. Auch die Genossen Ströbel und Äarkwald haben offen an- erkannt, daß die Arbeit der Programmkommission fruchtbar war und daß die endgültige Fassung große Vorzüge gegenüber den früheren Entwürfen aufweist. Das Görlitzer Programm wird als ein festes geistiges Band die Arbeitermassen umschließen und an Zugkraft im gesamten Volk hinter dem alten Programm nicht zurück- bleiben.(Vielfaches Sehr wahr!) Daß wir imstande waren, trotz der Unsicherheit der Verhältnisse uns hier ein solches Programm zu geben, ist ein Beweis der geistigen Kraft, die in der Partei lebt. Aus unserem neuen Parteiprogramm spricht der Wille zur geistigen Kraft wie aus den anderen Beschlüssen des Parteitages der Wille zur poli- tischen Macht.(Lebhafter Beifall.) Parteigenossen! Wir haben auf diesem Parteitag abgelegt ein Bekenntnis zur Staatspolitik, ein Bekenntnis zur Republik. Wir haben neben der roten Fahne der Internationale das schwarz- rotgoldcne Banner der Republik, des deutschen Fmstcwtcs, erhoben, in dem wir führend voranschreiten wollen. Jedes Jahr hat die Sozialdemokratische Partei mif dem Friedhof der Märzgefallenen in Berlin Kränze mit roten Schleifen niedergelegt und damit das Andenken der Kämpfer der bürgerlichen Revolution geehrt, die ge- fallen waren für den Gedanken der Reichseinheit und deutschen Freiheit, die sich symbolisch in den Farben schwarzrotgold ausdrückt. Das Bürgertum hat jene Kämpfe v i r g e s f e n. Jetzt hebt die Ar- beiterklasse neben dem roten Banner des Sozialismus die schwarz- rotgoldene Fahne der deutschen Freiheft hoch und trägt sie der Ar- beiterklasse voran im Kampfe für ihre ewigen Rechte. Wir sind das Volk, wir hämmern jung Das alte morsche Ding, den Staat, Die wir von Gottes Zorne sind Bis jetzt das Proletariat. Diese Worte Freisigraths durchwogten diesen Parteitag und werden die Arbeiterschaft draußen erfüllen mit Kämpfer mut und Kämpferzora. (Stürmischer Beifall.) Hart« Kämpfe stehen uns bevor— täuschen wir uns darüber nicht!(Sehr wahr!) So mancher Tapfere sank im Befreiungskampf der Arbesterklasse dahin. Air sehen viele nicht mehr, die in früheren Jahren Schulter an Schulter mit uns schritten. Carl L-gien, Paul Reißhaus und alle die anderen tapferen Streiter. Aber wir wissen, daß wir In ihrem Geiste handeln, wenn wir an das alle Kampswort erinnern: Denn das ist das Herrliche auf der Welt, Daß das Banner steht, wenn der Mann auch fällt. (Stürm, langanhaltender Beifall.) Die Banner hoch! Es lebe die internationale, völkerbefteiende Sozialdemokratie! Der Parteilag stimmt begeistert dreimal in das Hoch ein. Kraft- voll tönen dann die Klänge der deutschen Arbeitcrmarscillaise durch den Saal. Vorsitzender Wels: Der Parteitag ist geschlossen. Großitolw Rmgs um öas Autorennen. Schon in der Gegend Witzlebenbahnhof spürt man den Rhythmus, schon hier pulst es wie im Fieber. Die kleinen bootartigen Benzin- wagen sausen durch die Straßen und tuten und rufen:.Platz da!" Und die Hupen der großen, schweren Tourenwagen heulen wie Ozean- dampfer in Seenot. Die Laubenkolonisten von JWD. stehen an den Staketen und schlucken den Staub. Hier fährt kein Auto, hier jagt alles in toller Flucht dahin. Ueber die Steinbrücke an der Neuen Kantstraße fluten die Spaziergänger. Jeder spricht vom Auto- mobilrennen: Firmennamen, Rennpreise, Wetten, das saust durch die Luft, dos wirbelt, zuckt auf und schafft eine Atmosphäre von Un- geduld und Unruhe. Grelle Plakate schreien von den Zäunen des Laubenlandes: riesenhaft vergrößerte Radreifen, Maschinenteiie rufen den Wanderer an. Das Auge kann den tollen Farben, den flackernden Ornamenten nicht ausweichen. Abkürzungen von Auto- firmen, die wie Laute einer wilden Urwaldsprache klingen, sind den Passanten geläufig. Wer sich orientieren will, sehe rechts und links. Der sandige Fahrweg über den einstigen Exerzierplatz war von illustrierten Inseraten begleitet. Am Start ist großer Budenbetrieb, lustig bunte Zigarettenstände stellen sich dem sparsam gewordenen Tabakfteunde in dep Weg, Bierzelle suggerieren ihm Durst, Händler aus den verschiedensten Branchen treten in lebhaften Wettbewerb: Kioske, wohin man sieht. Das Gelände ist nicht wiederzuerkennen. Holzzäune engen den Platz ein. Der kleine See an der Brücke ist nicht mehr vorhanden, große Straßen durchschneiden den grauen Sandboden, und nur die statt- liche Allee am einstigen Reitweg erinnert an die Zeit, als der Grunewald hier begann und noch ein grüner Wald war. Die roman- tischen alten Eichen bilden die Kulisse für ein unromantisches neues Monument. Blitzartig zucken ungezügelte Ornamente in die Lujt, eine Geste der Raserei, des ungehemmten Wollens, das Monument strahlt nach rechts, nach links, nach allen Seiten aus, es spricht eine deutliche Sprache. Die Hupe schreit, ruft, warnt, jauchzt... Hol- zerne Tribünen sind aufgerichtet, alles bunt angestrichen. Die Rc- klame folgt dem Publikum. Auf der kahlen, unbebauten, abge- zirkelten Asphaltstraße, in der Richtlinie des Starts steht grau und massig die Automobilhalle, die im Kriege als Flugzeuglazarett diente. Die Autos drängen sich eng um diesen Bau, sie füllen die engen Nebenstraßen, große und kleine Wagen, blitzend vor Sauberkell die einen, staubbedeckt die anderen, und selbst, wenn sie still wie im Hafen ruhende Schiffe vor Anker liegen, glaubt man ihren Motor leise rattern zu hören, ihren wilden Herzschlag, der sie ihrem großen Tag entgegenjagt.... ', Mit dem Tag des seit Monaten vorbereiteten Autorennens schien das strahlende Sonnenwetter ein Ende zu haben. Der Him- mel ist seit dem frühen Morgen bedeckt, aber die Luft ist milde und weich wie im Frühling. Die Berliner, die es sich leisten konnten, waren schon früh aus den Beinen, um hinauszustreben. Gewaltige Menden brachten auch die Fernfrühzüge heran. Die Hotels sind fast alle überfüllt. Der Zustrom der Reiseichen aus dem Reich und der Provinz dauert ununterbrochen an. Die Anfahrt und der Anmarsch der Zuschauer hat sich, soweit man zur Stunde übersehen kann, ohne sonderliche Stockungen und Hindernisse vollzogen. An der Süd- schleife am Bahnhos Nikolassee waren bereits vor 9 Uhr die Stehplätze besetzt, um 10 Uhr war die ganze Bahn gefüllt. Das Imposanteste war wohl der Autokorso auf den Anfahrt- straßen. Endlose Reihen, zogen die knatternden und fauchenven Wagen aller Stärke und Ausführungen nach Eichkamp, wo ein gewaltiger Wagenplatz eingerichtet worden war. Das erste Rennen und fein Sieger. Um II Uhr entließ der Starter die 16 Teilnehmer an dem ersten über 146 Kilometer führenden Rennen, das für Motoren bis 3 I'L. mit unten gesteuerten Bentilen offen war. In glänzendem Stil gewann Fritz v. Opel, der vorher für einige Minuten durch einen kleinen Maschinendefekt aus dem Rennen geworfen wurde, das Rennen. Opel gebrauchte für die 146 Kilometer der Strecke 1 Stunde 4 Minuten 23 Sekunden. An zweiter Stelle lag, obwohl das offizielle Resultat bei Schluß der Redaktion noch nicht festge- stellt ist, der zweite von Breckheimer gesteuerte Opelwagen. Die anderen Wagen blieben zum Teil sehr erheblich zurück. Die Sonntagsnummer des„Borwärts" wird einen ausführlichen Bericht des ersten Renntages enthalten. Moderne hotelü!ebe. Bon dem gemeingefährlichen Treiben der Hoteldiebe, die zurzeit wieder recht einträgliche Raubzüge mit Erfolg ausführen, entwarf gestern Kriminalkommissar Gennat vor Gericht ein recht anschau- liches Bild. Unter diesen Verbrecher-Spezialisten nehmen neuerdings die ostgalizischen Verbrecher mit die erste Stelle ein. Zwei Hotel- diebe dieser Art, die aus Warschau stammenden Kaufleute Abraham Kaplan und Moschct Chaim C y w i a k standen gestern wegen des am 31. August v. I. im Savoy-Hotel verübten Riesendiebstahls vor der Strafkammer des Landgerichts I an einem Hotelgast unter der Anklage des Diebstahls. Am 36. August war im Saooy-Hotel der Kaufmann Chaim Hofstaedter abgestiegen und hatte im vierten Stock ein Zimmer be- zogen. Ii) einer Handtasche hatte er 139 666 polnische Mark, ferner eine größere Summe in Frankenwährung, 126 606 M. in deutscher Währung, 1 Dutzend silberner Kaffeelöffel und andere Wertgegenstände bei sich. Gegen acht Uhr entfernte er sich aus seinem Zimmer und legte die Tasche mit den Wertsachen verschlossen in den Schrank, oersteckte aber eine Summe von 126 066 M. hinter einer Leiste des Schranks, ebenso eine goldene Krawattennadel und Brillanten. Seine Zimmertür hatte er ordnungsmäßig verschlossen und fand sie ebenso vor, als er nach etwa einer halben Stunde zurückkehrte, hin- gegen war der Koffer und das gesamte hinter der Leiste versteckte Geld verschwunden. Bei den vom Kriminalkommissar Gennat ge- leiteten Ermittlungen wurde dann einige Tage später in einem aus derselben Etage liegenden Zimmer die erbrochene Reisetasche, die noch einen Teil der Werffachen enthielt, unter dem Dctt versteckt, vorgefunden. Einige Zeit später wurde in einem Hotel in der Mittelstraße Cywiak zusammen mit einem gewissen Schmerloff Pincus dabei abgefaßt, wie sie aus einem Zimmer eines Gastes herauskamen. Sie behaupteten, daß sie sich in der Zimmernummer geirrt hätten. Es wurde aber in dem Zimmer des Gastes ein Nachschlüssel vor- gefunden, ebenso in ihrem eigenen Zimmer. In dem Schrank des Hotelgastes hatte dieser eine größere Summe Geldes bewahrt, auf die es Cywiak wahrscheinlich abgesehen hatte. Dadurch lenkte sich der Bardacht d« Täterschaft in dem Falle Hofstaedter aus Cywiak und Pincus. Letzwr er wurde gleichfalls verhaftet, mußte ober wieder entlassen werde«. Später gelang es dann«n Olwa bei Danzig, den Angeklagten Kaplan als den Mann festzustellen, der unter dem Namen Braun das Beobochtungszimmer gemietet hatte und dort auch den Besuch zweier anderer Leute erhielt. Kaplan ist auch geständig, die Hand mit im Spiele gehabt zu kmben, doch sei der Diebstahl selbst von Cywiak und einem anderen ausgeführt worden. Der Staatsanwalt beantragte, da es sich um abgefeimte Hoteldiebe handele, die als Ausländer das ihnen hier gewährte Gast- recht arg mißbraucht haben, gegen Cywiak als Täter in den 3 Fällen 4 Jahre 6 Monate Zuchthaus, gegen den Angeklagten Kaplan wegen seiner Mittäterschaft in dem Falle Savoy-Hotel 3 Jahre Zuchthaus. Das Gericht verurteilte Kaplan zu 6 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 6 Mongten der Untersuchungshaft. Cywiak zu 3 Jahren 16 Monaten Gefänanic. Außerdem wurde jeder zu 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Verwaltungsbezirks-Taufe. Der Magistrat hat den Vorschlägen der Verwaltungsbezirke betreffend die Venennung der 26 Verwaltungsbezirke, abgesehen von zsei Fällen, zugestimmt. Es erhält nunmehr Verwaltungsbezirk 1 den Namen Mitte, � 2.-.icrgarten, 3: Wsdding, 4: Prenzlauer Berg, 5; Friedrichshain, 0: Krcuzberg, 7: Charlottenburg, 8; Spandau, 9: Wilmersdorf, 12; Zshlendorf, 11: Schöneberg, 12; Steglitz, 13: Tempelhof, 11: Neukölln, 15: Treptow, 16: Cöpenick, 17; Lichtenberg, lo" Weihenfee, 19: Pankow, 26: Reinickendorf. Sehr bedauerlich ist es, daß der Magistrat sich nicht nach den Wünschen eines großen Teiles der Bevölkerung des 26. Bezirks ge- richtet hat und diesen Bezirk Humboldfftadt genannt hat. Tarifpolitik gegen Siedlungspolitik. Den neuen Fahrpreiserhöhungen für den Stadi-, Ring- und Borortverkehr, die am 1. Dezember kommen sollen, sieht man besonders in den V o r o r t« n mit Sorg« entgegen. Daß Einnahmen und Ausgaben der Verkehrseinrichtungen ewigermaßen ins Gleich- gewicht gebracht werden müssen, begreifen auch die Vorortbewohner. Auch die Einsicht in dies« Notwendigkeit hilft ihnen nicht darüber hinweg, daß für sie die Fahrtausgaben ins Uner- fchwingliche gewachsen sind. Wie schön hatten sie es sich gedacht, als sie der Steinwüst« Verlin den Rücken kehrten und draußen im Grünen sich ansiedelten. Und jetzt—? Ein Beispiel für viele ist der uns zugegangene Klagebrief eines Berliners, der in Zühlsdorf an der„Heidetrautbahn" ReinickeN- darf— Liebenwalde— ebenso, wie mancher andere Berliner Ar- beiter— vor längerer Zeit ein kleines Grundstück gekauft bat, um sich dort niederzulassen. Für einen Krösus braucht man ihn des- halb nicht zu Hellten, dem: in Zühlsdorf konnte man sich noch mit wenig Geld ankaufen. Aber zur Aufbringung der Fahr- gelder wird bald nur noch ein Krösus imstande s«in. Schon jetzt kostet die Hin- und Rückfahrt zwischen Zühlsdorf und Reinickendorf 6 M., dazu die Hin- und Rückfahrt zwischen Reinickendorf und Berlin noch 1,46 M., das sind zusammen 7,46 W. Auch bei Benutzung von Monats- oder Wochenkarten ergibt sich noch ein sehr erheblicher Fahrgeldbetrag— und dann stell« man sich vor, daß in einer Familie drei oder vier Personm täglich dies« Fahrten zu machen haben. Der noch in Berlin wohnende Eigentümer des Grundstücks'in Zühlsdorf erklärt uns, daß es ihm jetzt unmöglich ist, sich da draußen anzusiedeln. Wenn die Tarispolttik aus diesem Wege fortschreitet, kann vrn Durchführung der Siedl ungspolitik keine Rede sein. Wiedereröffnung von Schwimmhallen. Nachdem bereit« am 1. d. M. die Wannen« und Brause- abteilungen in der stäbtischen BolkSbadeanstalt in der Gericht- st raße der Berliner Bevölkerung zugänglich gemacht worden sind, werden nunmehr auch, infolge verbesserter Kohlenversorgung, die beiden Schwimmhallen der Anstalt zum I.Oktober d. I. in Betrieb gesetzt werden. Die Sckuvimmhallen stehen alsdann beiden Geichleckrtern wöchentlich von 12 bis 7 Uhr abends zur Verfügung. DaS Ein- trittSgeld beträgt für Erwachsene 1.66 M.. für Kinder 1 M. ES wird hier auch Schwimmunterickit erteilt. Der Unterricht kostet für Erwachsene 26 M.> für Kinder 15 M. Anmeldung cm der Anstaltskasse. Neuordnung des Straffcnhandels. Um Mißständen vorzubeugen, wird eine neue Polizeiverord- i-.ung für den Straßenhandel vorbereitet. Nach ihr sind Massen. ansammlungen der Händler verboten, wie sie jetzt so oft beobachtet werden. Die Erlaubnis zum Straßenhandel soll von bestimmten Voraussetzungen abhängig gemacht werden, für die Waren ist ein Ursprungszeugnis vorzuweisen. Gegen Steuerhinterziehungen sind neue Maßnahmen geplant. Verschiedene belebte Straßen sollen für den Sttaßenhandel ganz verboten werden. Von städttscher Seite ist eine Steuer für die Straßenhändler angeregt worden, die jetzt keine Mieten und Standgelder zu zahlen haben. Auch der Straßen- Handel im Umkreise von Märkten soll neu geregelt werden, um kein« unlautere Konturrenz für die Inhaber der Marttstände zu gestatten. Wir werden auf die Angelegenheit noch zurückkommen, denn es ist selbstoerstöndlich, daß eine Regelung des Straßenhandeis nur in vollster Ucbcreinstimmung mit den maßgebenden Organisationen der Straßenhändler stattfinden kann. Ein unheimlicher Besuch. Gestern abend in der neunten Stunde sprach in der Junkerstraße ein junger Mann ein Mädchen an und be- gleitete es in dessen Wohnung. Hier zog er plötzlich eine Flasche Lysol aus der Tasche, trank sie aus und brach tot zusammen. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Der Selbstmörder wurde als ein 21 Jahre alter Kaufmann Her- mann W. aus der Schwartzkopffstrahe festgestellt. Einquartierung in den westlichen Vororten. Nachdem die von der 3. Division— aus Brandenburg und Schlesien— in Döberitz ausgeführten größeren Truppenübungen beendet sind, werden die Truppen nunmehr in ihre Standorte zurücktransportiert. Während des Rückmarsches finden innerhalb der einzelnen Truppm'eile sogenannte Marschmanöver.mit gemischten Waffen statt, in deren Ver- laus die westlichen Vororte Verlins, wie Lichterfeld«, Zchlendorf, Wannsee bereits am heutigen Tag« Einquartierung schlesi.schcr Truppenteil« aus Hirschberg, Görlitz, Schweidnitz und Glotz erhalten. Eine Jugendweihe findet am Sonntag, den 25. September, in Oberschöneweide in der Aula des Realgymnasiums statt. Einttitts- karten zum Preise von 1,56 M. sind zu haben bei Bader, Zigarren- geschäft, Wilhelminenhofstt. 17, bei Gierth, Zigarrengeschäft, Wil- helminenhofstr. 45 und bei den Funktionären der sozialistischen Par- teien. Wetter für morgen. Berlta und Umgegend. Etwas kühler, Zeitweise heiter, jadoch über- wiegend bewölkt mit leichten Regensällen und ziemlich ftffchen westlichen Winden. Groß-Serliner parteinachrichten Morgen. Sonnlag. den 25. September: 1. Adt. Die Beziristllhrer und Funktionäre treffen fich zu: Vorwtirtsagitatto« früh !0 Uhr bei Spiegel. Acker sir 1. l». Abt. Die Genossen treffen flch zur Borwärtoagitation früh 8 Uhr bei Wolff, Forster Str. 4t. 44. Akt. Die Dezioltführer und Genossen treffen flch SV, Uhr bei Goßmann Stettiuer Str., zur»or»Srt,agItation, « Zimafaziakkftm, Arb«it»ausschoh: M-mag, den 28. September, abend»? Uhr. tat Saal der Zurististhen Sprechstunde, Lindenstr. 8, Sigung. GeVKSsihostsbswegung weshalb Angestellte Seamte weröen sollen. Der Erlaß des Wohlfahrtsministers vom 13. Januar 1S21 war der Auftakt, nicht beamtete Angestellte unter das Sperrgefetz für öffentliche Beamte zu bringen. Hier sind es die Krankenkassen- angestellten, die man in ein Dienstverhältnis pressen will, das ihnen die sich aus dem Koalitionsrecht ergebende Bewegungs- freihelt nimmt. Auch Gemeinden und kommunale Verbände gehen mehr und mehr dazu über, die DDUcrangcstellten der Besoldungsordnung zu unterstellen, sie in das Beamtenverhältnis zu bringen, unter Spekulation auf eine gewisse Sucht, lieber Beamter zu werden als Angestellter zu fein. Die gewerkschaftlich geschulten Angestellten wissen, daß für sie damit das Koalitionsrecht verküm» mert wird, weshalb sie sich dagegen wehren und in Berlin sogar in einen Abwehrstreit eingetreten sind?' Jetzt sollen nach dem Gesetzentwurf zum Reichsknapp- fchaftsgefetz auch die Angestellten der Knappschaften zu Staatsbeamten gemacht werden. Die Betriebsräte aller beut- schen Knappschaftsvcreine haben sich auf ihrer Tagung in Hall« a. S. am 17. und 18. Juni einmütig gegen diese Absicht ge- wandt und gefordert, sie nach wie vor als Privatangestellte zu lassen und ihre Anstellungs. und Gehaltsverhältnisse durch Tarif- »ertrag zu regeln. Die Arbeitnehmervertreter in der Vierzehner. tommission zur Borberatung des Gesetzentwurfs sollen sich samt den Untcrnehmervcrtretern auf ihrer Tagung in Goslar am g. Juli damit einverstanden erklärt haben, daß die Knappschaftsangestellten zu Beamten gemacht werden. Offenbar waren sich die Arbeit- nehmervertreter in dieser Kommission über die grundsätzliche Be- deutung dieser Frage nicht klar. Die von den Angestelltengewerk- schaften geforderte tarifvertragliche Regelung des Arbeitsverhält- nisses wurde abgelehnt und Verhandlungen hierüber für völlig zwecklos erklärt. Für die Angestellten der Knappschastsvereine steht hier viel auf dem Spiel. Sie sollen in ihrer Lebenshaltung heruntergedrückt und ihrer Bewegungsfreiheit beraubt werden. Für die gesamte Arbeiter- und Angestelltenschast ergibt sich aus dieser Situation die Pflicht, die im Kampfe um den Tarifver- trag stehenden Angestellten zu unterstützen und alle Maßnahmen mit zu bekämpfen, die darauf hinauslaufen, die Angestellten in ihren Rechten und in ihren Bezügen zu schmälern, indem man sie zu Beamten macht. Tarifvertrag oöer Sesolöungsorönung! Zu diesem Thema geht uns als Erwiderung auf den Artikel des Genosien Poetzsch am 21. d. M. folgende Aeußerung aus den Kreisen der Angestellten zu: Der Streik der Angestellten der städtischen Werke chatte denn d»ch einen etwas tieferen Sinn, als bisher in der Oeffentllchkeit bekannt ist. Es ist nicht die Halsstarrigkeit der Angestellten, die keine Wohltaten entgegennehmen wollten. Bereits während des Krieges sind für die Angestellten bei den städtischen Betrieben durch die Organisation Abmachungen mit dem' Magistrat getroffen worden, die nach der Revolution zu einem Tarifvertrag führten. Die Beamtenverbände sehen den Wert solcher Abmachungen nicht ein, auch nicht, daß sie auf Grund der von den Angestellten erreichten süsseren Verhältnisse diese Borteile für sich in Anspruch nehmen können. Sie beeinflußten die Gesetzgebung, daß die bei Gemeinde- behörden beschäftigten Personen in Zukunft nur auf Grund der B e- söldungsordnung entlohnt werden sollten. So veranlahten sie die Nationaloersammlung, noch bei Abschluß der Reichsbeamten- befoldungsordnüng vom 30. April 1920 eine Entschließung anzu- nehmen, in der ausgesprochen war, daß die Reichsregierung auf die Länder einwirken solle, daß die Bezüge der hauptamtlich angestellten Kommunalbeamten und der ihnen gleich zu achtenden ständig Ange- stellten durch Ortssatzung zu regeln seien. Dabei sollten die Bezüge den Grundsätzen des Reichsbesoldungsgesetzes entsprechen. Eine Folge dieser Entschließung war das preußische Gesetz be- treffend die Regelung einiger Punkte des Gemeindebeamtenrechts vom 8. Juli 1S20. Dieses sprach im Z 1 aus, daß Gemeinden und Ge- meindeverbände verpflichtet sind, die Besoldung ihrer hauptamtlich angestellten Beamten so zu regeln, daß die Bezüge den Grund- s ä tz e n des Beamtendiensteinkommensgesetzes entsprechen. Diese Bestimmung findet auch auf die nach Gemeindebeschluh den Be- «unten gleich zu achtenden ständig Angestellten und Anwärtern An- wendung. Nur in Preußen sind auch die ständig Angestellten in dieses Gesetz einbezogen worden. In Sachsen und Bayern hat man dies nicht g'etan. Es sollten Arbeitsverträge, die sich nicht dazu eignen, nicht in die Besoldungsordnungen, die eine schematische Form haben, gepreßt werden. Besonders sollte man dies aber nicht bei Instituten, wie bei den städtischen Werken tun, die k a u f m ä n n i- schen Charakter tragen. Dies hat man sogar im alten reaktiv- nären Preußen anerkannt. Bereits das Preußische Kommunal- beamtengesetz vom 31. Juli 1899 bestimmt in Z 8, daß die Anstellung der städtischen Beamten auf Lebenszeit zu erfolgen habe. Für die Beamten der städtischen Betrrebsverwal- tung en findet dies aber nur insoweit Anwendung. als die Stadtgemeinden dies beschließen. Was da- mals als Grundsatz aufgestellt wurde, muß heute um so mehr be- achtet werden, als bei Verstaatlichung und Verstadtlichungen eine Bureaukratisierung oermieden werden soll. Auch aus den Ausfüh- rungsbestimmungen zu dem preußischen Gesetz vom 8. Juli 1920 ergibt sich, daß man nur die Angestellten der.Gemeinde behörden untere dieses Gesetz stellen wollte. Es ist ausgesprochen worden, daß zu den ständig Angestellten alle diejenigen zu rechnen sind, die sich in einer amtsartigen Stellung befinden, d. h. bei einer Behörde beschäftigt find. Gemeindebetriebe könnten aber als Behörden nicht angesprochen werden. Diese Gründe haben sowohl der Schlichtungsausschuß als auch der Demobilmachungskommisiar als berechtigt anerkannt und den Magistrat zum Abschluß eines Tarifvertrags verpflichtet. Von diesen allgemeinen Gesichtspunkten ausgehend lehnen die Angestellten ab, sich unter die Beamtenbesoldungsordnung stellen zu lassen. Sie wissen, daß damit begonnen wird, ihnen ihre Rechte zu nehmen. Die weitere Folge könnte sehr wohl sein, daß sie nach Z 13 Abs. 4 BRG. den Betriebsvertretungen entzogen und den Beamtenvertre- tungen zugetellt würden. Damit würden ihnen wichtige Rechte aus dem Betriebsrätegesetz verlorengehen. Eine gewerkschaftliche Fusion. Eine große RahrungSmittelarbeiter- Gewerkschaft ist im Werden. Die Verbände der B ä ck e r und Konditoren, derBrauerei- und Müblenarbeiter und der Fleischer und verwandten Bernfsgcnosien sind dabei, sich qu einer einheitlichen Gewerk- ichaft zusammenzuschließen. Mit der praktischen Borbereitung haben diese Verbände eine sechSgliedrige Kommiision betraut. Nun ist noch eine Urabstimmung erforderlich, um den Willen der Mitglieder zu diesem Akt zu erkunden. Die Sechserkommiision hat die Urabstimmung über die Verschmelzung der drei Verbände auf den 9. Oktober angesetzt. Zum Tarifvertrag der Stciirsetzer. Zu Z 5 Hes Tarifvertrages wird in Abänderung des ersten Nach- trage s vom 23. Mai 1921 fügende« festgesetzt: Ziffer la. Der Stun- denlohn beträgt vom 17. September 1921 an: für Steinsetzer 7,85 Mark, für Steinhauer 7,75 M., für Rammer 7,55 M., für Hilfs- arbeiter 7 M., für solche bei noch nicht dreimonatiger Beschäftigung im Steinsetz-, Hoch- oder Tiefbaugewerbe 6,70 M. Der Akbordtaris für Steinhauer wird einschließlich der am 2. April 1921 eingetretenen Erhöhung von 3,6 Proz. auf 12 Proz. erhöht. Tie Arbeitslosigkeit im Bekleidungsgewerbe. Der Deutsche BekleidungSarbeiter-Verband berichtet über den Stand der Arbeitslosigkeit am t. September 19l l folgendes: Am Schlusi« deS 1. Quartals waren in 333 Filialen 127 8iz Mitglieder vorhanden. Ueber den Stand der Arbeitslolig« k e i t.im Monat August haben 217 Filialen mit 103 538 Mitgliedern (80,9 Proz.) berichtet. In 98 Filialen mit 16892 Mitgliedern waren keine Arbeitslose oder verkürzt Arbeitende. Dagegen waren in 1l9 Filialen mit 86 494 Mitgliedern 2823 Mitglieder (3,3 Proz.) arbeitslos. Verkürzt arbeiteten 4773 Mit- glieder(6.5 Proz.). Gegenüber dem Bormonat ist keine wesentliche Veränderung in der Arbeitslosigkeit eingetreten. Kleinlichkeit bei Siemens. Zwei Mitglieder des Angestevtenrates nahmen an einer Der- Handlung de» Schlichtungsausschusses am 28 Mai teil. Sie forderten dafür eine Entschädigung von je 15 M. als Zehrgeld. Die Direktion des Elektromotorenwerts der Ciemens-Schuckert-Werke wollte nur für ein Mitglied des Angestelltenrats eine Entschädigung zahlen, und zwar in Höh« von 6 M. iür Zehrkosten, außer dem Fahrgeld von 3 M. Das Gewerbeaufsichtsamt Spandau entschied unterm 15. Juni, daß für die Teilnahme an der Verhandlung nur e i n Mit- olied des Angestellt-enrates, und zwar dessen Vorsitzender oder sein Stellvertreter gemäß§ 28 BRG. Ansprüche nach 35, 38 BRG. geltend machen könne. Di« von der Direktion zugebilligten Beträge von 3 M. für Fahrgeld und 6 M. für Zehrgeld seien als ausreichend anzusehen. Der Polizeipräsident(Abt. II 813/21 Tgb. Nr. ll i. 21) hat diese Entscheidung unterm 6. September auf- gehoben und dahin entschieden, daß für die Teilnahme an der Ver- Handlung des Schlichtungsausschusies den vom Angestelltcnrat hierzu bestimmten beiden Mitgliedern desselben von dem Betriebsinhaber je 3 M. Fahrkosten und für den Verlust von Arbeitszeit und für Zehrgeld zusammen s« 15 M. zu erstatten sind. Di« Auslegung der Vorschrift in 8 28 BRG.,„der Vorsitzende oder sein Stellvertreter" dahin, daß zu dieser Vertretung stets nur einer der beiden Genann- ten berechtigt sei zur Vertretung, entspreche nicht dem Sinne und dem Zwecke des 8 28, was eingehend begründet wird. Bezüglich der strittigen Höhe des Zehrgeldes entschied der Polizeipräsident auf Grund eines Erlasses des Handelsministers vom 29. Juli d. I.(III 8634,„Handelsministarialblatt" S. 175), der die den Mitgliedern der Fachausschüsse für die Heimarbeit an den Sitzungen dieser Ausschüsie zu gewährenden Vergütungen festsetzt und unter Ziffer 3 bestimmt, daß den am Sitzungsorte wohnenden Mitgliedern an Zehrgeld und für Zeitversäumnis täg- sich ein Betrag von 15 M. zu gewähren sei. Davon ausgehend, feien michm beiden Vertretern je 15 M. als Gefamwergütung für den Verlust von Arbeitszeit und für Zehrkosten zu gewähren. Die Firma weigert sich trotz dieser Entscheidung, die 30 M. für beide Vertreter zusammen zu zahlen, weshalb diüe noch weitere Schritte unternehmen müsien, um zu ihrem Gelde zu kommen. Für die Firma dreht es sich sicherlich nicht um die paar Mark, sondern um di« Rechtsauffassung aus dem Betriebsrätegesetz. Die ganze Richtung paßt ibr nicht, weshalb sie bestrebt ist, die Rechte des An- gestelltenrats möglichst einzuengen. Allein das Mittel, das sie m diesem Falle zu ihrem Zweck anwendet, ist kleinlich. Die Kommunisten bei den Maler». Im Verband der Maler ist die Hauskasiierung eingeführt. Die Kommunisten wollen sie abschaffen. Nachdem diese Angelegenheit bereits in mehreren Versammlungen von ihnen erörtert wurde, hatte sich die Mitgliederversammlung am Donnerstag speziell mit der Hauskassierung zu beschäftigen. Vor Eintritt in die Tages- ordnung ehrte man die Opfer der Explosionskatastrophe in Oppau. S e l l h e i m vertrat die Forderung der Kommunisten, die Haus- kassterung abzuschaffen. Klotz entgegnete ihm, daß er ausschlag- gebende Gründe dafür nicht vorgebracht habe. Die Angaben in der „Roten Fahne", daß die vier Hauskasiierer nicht soviel Beiträge ein- holten, als ihr Gehall beträgt, sei unwahr. Blüthgen wieder- Holle die Argumente der Kommunisten. S ch i e m a n n führt« aus, daß die vorgebrachten Einwände nichts gegen das System der Haus- kassierung besagen. Gerade zur Erhaltung der Schlagfertig ßeit der Organisation sei sie notwendig. Durch solche Auslassung�: wie in der„Koten Fahne" würde der Schlogfertigkeit allerdings nicht ge- dient, sondern das Vertrauen der Mtglieder zu ihrem Verband un- tergraben. Gegen einen Hauskassierer wurde der Vorwurf erhoben, daß er seiner Pflicht nicht genüge. Nachdem Bötzer im Schlußwort nochmals betont, daß gegen das System der Hauskasiierung sttchhal- tige Gründe nicht vorgebracht werden konnten, wollte Kaiser die gegen ihn als Hauskassierer erhobenen Vorwürfe in einer persön- lichen Bemerkung zurückweisen. Darüber entstand ein solcher Lärm, oaß der Vorsitzende die Versammlung ergebnislos schließen mußte. Der Streik im Tiergarten-Hotel dauert fort. Am zweiten Tage des Ausstandes suchte Herr Lindemann den Verband»um Vermittlung nach. Die Streikenden forderten Wieder- einstellung des Betriebsrates und der Streikenden, Entlassung der vier Streikbrecher und Zahlung der Teuerungszulage von 10 Proz. Der Hotelbesitzer erklärte sämtliche Forderungen für unannehmbar. Da der Mann unter den gastwirtschaftlichen Angestellten bekannt ist, wird er auf eine genügende Anzahl von Streikbrechern wohl lange warten müssen._ Die Solidaritätsstreiks in Tlordfrankreich zugunsten der streiten- den Textilarbeiter, die am 12. September aufgenommen wurden, sind in Raubaix, Tourcoing und Umgebung beendet. Gompers tritt für Eniwassnung ein; er ersuchte die Arbeiter- organisationen Englands, Frankreichs, Italiens und Japans, sich der Kundgebung zugunsten der Entwaffnung anzuschließen. «aftwirtz-Argestellte. Betriebsräte und Dertrouensleut». Kartellbeirat und erweiterte Borstandsniitgtieber: Eonntaa vormittag S Uhr außerordentliche Ver- sainmlung im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12. Stand der Lohnbewegung. Mus aller Welt. Todesstrafe wegen Gattenmorde». Ein Zechenmeister in Bochum hatte seine Frau, mit der er in nur einjähriger Ehe in tiefem Un- frieden gelebt hatte, unter dem Vorwand, gemeinsam das„schöne Köln" einmal bei Nacht anzusehen, nach Köln gelockt. Nachdem er die Fron durch Alkohol berauscht hatte, schoß er sie plötzlich mit einer Ptstole n-tdi-r und schnitt ihr den Hals durch. Nach ju-eitägiq.r Ver- Handlung verurteilte das Schwurgericht den Mörder zum a.ode. Telephon Wien— Berlin über Passau. Be! einer Konferenz erklärte der Vertreter der Wiener Postdirektion, daß man an dem Ausbau einer telephonischen Verbindung mit Berlin arbeite. Die Verbindung soll über P a s s a u gelegt werden, um Deutschöster- reich von der Ueberleitung über die Tschechoslowakei unabhängig zu machen. Schiffsunglück im Aermelkanal. Im Kanal ist infolge dichten Nebels der Postdampfer Ostende— Dover mit einem norwegischen Frachtdampfer zusammengestoßen. Der Frachtdampfer ist inner- halb vier Minuten gesunken: von seiner aus 24 Mann bestehenden Besatzung sind 10 ums Leben gekommen. Die erste Frau im Unterhaus. Bei der Ersatzwahl in Louth ist die liberale Kandidatin Miß Wingringham mit 8386 Stimmen ge- wählt worden. Damit ist die erste Frau in das Unterhaus einge- zogen. Der konservative Kandidat erhiell 7595 und der sozialistische 3873 Stimmen. Theater der Woche. Vom 25. September bis 2. Oktober. volksbLhue: 25. und 1. 10. Der Bauer al» Millionär. 26. und 27. Die lange Iule. 26. Das Postamt. Die Komödie der Irrungen. 29., 60. und 2. 10. ■Diane Mensch.— O»crnhan»: 26. und 3. Fliegende Holländer. 26. Hossmanns Erzählungen. 27. Monna Lisa. 28. Ritter Blaubart. 28. Barbier von Sevilla. 30. Fidclio. 1. 10. Vohöme. 2. Meislersinger.—«chanspielhan»! 25. und 30. Richard III. 2«. und 3. 10. Peer wynt. 27. Torquato Tasso. 28. Ratban der Weise. 29. Kronprinz. 1. 10. Räuber. 2. Fiesto.—«roßc, Echauspielhau»:- 25. Die Weber. 26. bis 2. 10. Die Räuber.— Deutsche, Theater: 25., 29. Hero. des und Mariamne. 28. bis 28., 30., 1. und 2. 10. Kean.—«-»merspielc: 23., 27., 29. bis 2. 10. Die Jungfrau von Bischossderg. 28. und 28. Polasch u. Perlmutter.— Leffing-Theater. Die Spieicrelen einer Kaiserin.— Theater in der Köuiggrätzer Straße. 28. und 29. Satan» Waste. Mit dem Feuer spielen. 25., 27., 28., Z0., 1. und 2. Die Fahrt ins Blaue.— De-tsch-a Opernhaus. 25. Die Fledermaus. 26. Die Schwätzerin von Saragossa. Cavalle- ria rusiicana. 27. Sannhäuser. 2«. Der Troubadour. 29. Tiesland. 30. Zar und Zintmermann. 1. Carmen. 2. Der tziqennerbaron.— Echi Oer-Theater: 23./ 28., 28., 1. Der Richter von galamea. 27. Alt-Heidelberg. 28. Nora. 80. und 2. Der Raub der Sabinerinnen.— Reue» B»li»-Theatee. 25., 26., 28. l», 1. Der Schrei nach Ruhe. 27. und 2. Jugendfreunde.— Reue« Theater am ?.oo. 25. bi» 29. Die kleine Lecassot. Ab SO. Die ersten Sporen.— Die Tribüne: Der Wettlauf mit dem Schatten.— Deutsche, Künstler-Theater: Di« Ballerina des Königs.—«omödienhan». Ionny« Busenfreund.— Berliner Theater: Prinzessin Olala.— Kieme, Cchauspielha»,: 25. bi, 29. Reigen. Ao 30. Kit:.— Trianon-Theater: 25. bis 28, Die große Leidenschaft. 29. bi» 2. Der Kommersänger. Tod und Teufel.— Rcssbenz-Theater. Der König.— gentral-Thcatrr: Die Postmeisterin.— Theater in der Kommandantenstraße: 26., 28. bis 30. und 2. Rewejle. 27. und 1. Die verlassene Schenke.— K-ied. rich-Wilh-lmstä!' tische, Theater: American-Eirl.— Komische Oper: Die� Stroh. witwe.— Lustlpielhan«: Die Schauspieler.— Mctropol-Zhcatcr: Die Etmgcn- sängcrin.— Neues Opmttcn-Thraier: Die Königin der Nacht.— Thalia» Theater: Schäm dich, Lotte!— Theater am Rollendorfplatz: Der Better aus Dingsda.— Theater de« Westen«: Die Braut de« Lueullus.— Kleine« Theater: Fräulein Iofette— meine Frau.— Wallncr-Theater: Nlxchen.— Walhalla» Theater: Die schöne Helena..— Rose-Theater: 25. und 26. Der Pfarrer von jlirchfeld. 27. und 2b. Die Bllrgermeifterwahl.— Kafiuo-Theatei Exzellenz Maxe.— Juli nie» Theater: Der blaue Pantossel. Die Spelunke. Laus doch nicht immer nackt herum.— Schloßpark-Theater Steglitz. 26. bi« 80. Alles um Geld.. 1. und 2. Der Ranglerdahnhof.— Folie» Eaprice. Die Geliebte auf Teilung. Fiebertaumel. Bcntfchen-Meseritz.— At»iral»palaft. 26., 28., 30. Di- roten Schuhe. 27., 29., 1. und 2. Abrakadabra.— echanspielhan, Potsdam. 25., 28. und 30. Der Betler au» Dingsda. ZS„ 27. und 1- Ge- fchlossene Vorstellung. 29. und 2. Bettina» Verlobung. N»chmitt«g»»»rftell»ng«»: BolUbühne: 25. Da» Postamt. Die Komödie der Irrungen. 2. Die lange Iule.— Dcha«spielh«n»: 25. Die Journalisten.— Großes Schanfpielhan«: Ä. Danton. 2. Die Weber.— Deutsche, Theater: 25. Frllhlings Erwachen. 2. Kabale und Liebe.— Kammer. ivielc: 25. Die Buchse der Pandora. 2. Frithling» Erwachen.— Leffing. Theater: 25. und 2. Die Marquis- von Arcis.— Theater in der Königgrötzer Strai-e: 23. und 2. Salome.— Deutsche, Opernhan»: 25. 11 Uhr: Soltstüml. Sinkoniekonzert. 25. und 2. Tiefland.—«chiller-Theater: 25. und 2. Helden.— Pienes Volks-Theatee: 25. und 2. Die Lokalbahn.— Die Tribüne: 25. und 2. Totentanz.— Deutsche» Kiiustler-Theater: 25. und 2. Flamme.— Komödien- hau«: 25. und 2. Die Sache mit Lola.— Berliner Theater: 25. und 2. Der letzte Walzer.— Klein«, Schaospiclhau«: 25. Kindertragödie.— Trianou- Theater: 23. Die Freundin.— Residenz-Theater: 25. Lad» Windcrmere« Fächer.— Zentral-Theater: 25. und 2. Großmama.— Friedrich-Wilhelmstädti. sche» Theater; 25. Der Barbier pon Sevilla. 2. Der Waffenschmied.— Thalia- Theater: 23. und 2. Rumpelstilzchen.— Theater de» Westen,: 25. Die Psarr- hauekomödie. 28. Nathan der Weis«. 1. Iohannisfcucr. 2. Russische» Gastspiel. — Kleine» Theater: 25. Casanova» Sohn.— Walhalla-Theater: 25. Pension Schüller.—»ose-The»ter: 25. Die zärtlichen Berwandten.—«leine, Theater: 25. und 2. Mittelarrest. Verantw. für den redakt. Teil: Dr. Werner Priser, Charlottenburg: für Anzeigen: Th. Stocke, Berlin. Verlag: Dorwärls-Berlag S. m. b. H., Verlin. Druck:. Bor- wärts-Buchdruckerei u. VerlagZanstalt Paul Einger u. Co.. Berlin. Lindenstr. 3. sdiic