Nr. 106. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mart, monat lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags= Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106, Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Das Reich als„ Arbeitgeber". Sonnabend, den 9. Mai 1891. " Expedition: Beuth- Straße 3. selbst angegeben hatten, auf die Anklagebant. Nun ergab wußten Sie Subalternbeamten und der in der Wohnung die Beweisaufnahme zwar, daß die Hilfsarbeiter des kaiser- des Kranken mehrmals erschienene Bote sich nur noch lich statistischen Amts, deren Thätigkeit eine nicht unerheb- zu erinnern, es könne etwa und es sei auch wohl um ein ärztliche Vorbildung erheischt und deren sorgfältige Arbeits- liches Krankenattest, gerade im Interesse des Kranken und In unserer Nummer vom 2. d. M. haben wir über leistung im letzten Grunde die entscheidende Vorbedingung in freundschaftlicher Absicht, geschickt worden sein. Aber die einen Beleidigungsprozeß berichtet, in welchem die soziale für die richtige Erfüllung der dem Amte obliegenden Auf- Wittwe und der Sohn des erkrankten Hilfsarbeiters beLage der Hilfsarbeiter im kaiserlich statistischen Reichsamt gaben ist, ohne Urlaub bei täglicher Kündigung zeugten, derselbe habe sich trotz ihrer flehentlichen Bitten verhandelt wurde. Auf mehrfache Beschwerden unserer und 4( Neuestens 4,20) Mark Tagegeldern angestellt sind. und auf die wirklich eingetretene Verschlimmerung Abgeordneten im Reichstage hatte der Staatssekretär v. Bötticher diese Lage stets als eine vollkommen be- Beispielsweise braucht ein Hilfsarbeiter nach zehnjähriger, seines Gesundheitszustandes hin sofort auf das Amt friedigende bezeichnet, und ein Gleiches schien auch aus zu voller Zufriedenheit vollbrachter Dienstzeit nur einen geschleppt, als ihm ausgerichtet worden sei, er solle friedigende bezeichnet, und ein Gleiches schien auch aus Tag zu erkranken, um sofort seines Einkommens und seiner bort erscheinen, und er habe ausdrücklich erklärt, er jener Gerichtsverhandlung hervorzugehen. Indessen kam uns der Bericht etwas summarisch vor, und wir richteten Stellung verlustig zu gehen, eine soziale Lage, welche dem Vor- müsse hin, da er sonst um seine Stelle komme. Welche sitzenden des Gerichtshofes als ungünstig" erschien, während Thatsache denn auch wieder sozialpolitisch einen deshalb eine entsprechende Anfrage an den Mitangeklagten, der bisherige Direktor des kaiserl. statistischen Amts, Herr vollkommen sichern Rückschluß auf die Zustände im kaiserl. Dr. Mehring, von dem wir folgende Auskunft er- Geheimrath Becker, als Zeuge sie nur nicht zu den statistischen Amt gestattet. halten: günstigsten" rechnete, aber doch im Allgemeinen als be- Der Staatsanwalt faßte natürlich die Sachlage rein ,, Sie haben Recht; der Zeitungsbericht ist, was sich friedigend erachtete. Dagegen mißglückte der Wahrheits- vom strafrechtlichen Standpunkte auf; der Wahrübrigens aus fachlichen Hindernissen erklärt, feineswegs er- beweis in weitem Umfange, so weit es auf die einzelnen heitsbeweis sei völlig mißglückt; also seien die Angeklagten schöpfend. In Nachfolgendem erhalten Sie einige Er- Beschwerden des angeklagten Artikels ankam, und dies zu verurtheilen. Hense, als der intellektuelle Urheber, zu gänzungen, deren Veröffentlichung ich Ihnen anheimstelle, war gewiß um so bemerkenswerther, als die neunstündige drei Monaten Gefängniß, die andern Beiden zu hohen soweit Sie dieselbe im Interesse von 180 unter einem Verhandlung von Herrn Landgerichtsdirektor Schmidt mit Geldstrafen. Der Vertheidiger von Hense und Jacob, " harten Loose" seufzenden Hilfsarbeitern für heilsam musterhafter Gründlichkeit, Klarheit und Unparteilichkeit Herr Rechtsanwalt Günther, bekämpfte den Staatserachten. nach allen Seiten hin geleitet wurde. Die einzelnen anwalt auf dem von diesem gewählten Gebiete; er suchte " Der allgemeine Thatbestand wird den Lesern des Klagepunkte erwiesen sich zwar nicht als unwahr", aber an den einzelnen Fällen nachzuweisen, daß der Wahrheits,, Borwärts" noch erinnerlich sein. Seit Jahren waren in vielleicht zu fünf Sechsteln als„ nicht erweislich wahr", beweis eigentlich doch nicht mißlungen sei und beantragte der Presse akademische Klagen über die Lage der Hilfs- indem die vernommenen Subalternbeamten und Hilfs die Freisprechung seiner Klienten auch aus§ 193 des arbeiter im kaiserlich statistischen Amte laut geworden, arbeiter sich der behaupteten Thatsachen gar nicht oder Strafgesetzbuchs( Wahrnehmung berechtigter Interessen). aber ohne jede Wirkung. Als mir deshalb von zwei nicht mehr" oder„ nur dunkel" und nicht genau" ent- Mein Vertheidiger dagegen, Herr R.-A. Freudenthal, stellte Hilfsarbeitern im Juni v. J. ein Artikel mit spezialisirten finnen konnten. sich auf den sozialpolitischen Standpunkt. Er gab zu, daß Beschwerden über die Subalternbeamten jener Behörde" Freilich war dies Mißglücken des Wahrheitsbe- der Artikel strafbar sei, da in demselben unzweifelhaft ehrbehufs Veröffentlichung in der Volks- Beitung" übergeben weises mehr ein strafrechtliches, als ein sozial kränkende, aber nicht erweislich wahre" Thatsachen über wurde, entschloß ich mich, der Kate einmal die Schelle politisches, ein Unterschied, den ich nur an zwei die Subalternbeamten des kaiserl. statistischen Amts beanzuhängen. Das Dilemma, in welchem ich mich Beispielen erläutern will. In dem Artikel war gesagt, hauptet würden. Auch könne er für seine Klienten nicht dabei befand, wird Niemandem bekannter sein, als den gemeine Schimpfworte seien an der Tagesordnung", wäh- die Wahrnehmung berechtigter Interessen geltend machen, Redakteuren des Vorwärts". Man gewinnt nach sorg- rend nur drei Fälle festgestellt werden konnten, in denen da das Reichsgericht bekanntlich der Presse für die Rüge fältiger Erwägung die feste Ueberzeugung von einem Subalternbeamte zu Hilfsarbeitern Schlingel", Ochse", öffentlicher Uebelstände den Schutz des§ 193 versage sozialen Nothstande, aber man hat nicht die Mittel, die Lümmel" gesagt hatten. Nun sind drei Fälle ganz ge- Aber er bitte, nur eine kleine Geldstrafe zu verhängen, da einzelnen Thatsachen auf ihre buchstäbliche Richtigkeit zu wiß keine Tagesordnung", aber mit derselben Sicherheit, sein Klient in Wahrnehmung moralischer Interessen prüfen. Man weiß, daß die scharfe, öffentliche Beleuch mit welcher Cuvier aus den bei Paris aufgefundenen gehandelt habe. Die sonst vielfach mißglückte Beweisauftung der Sache immer eine bessernde Wirkung auf die Marsupialknochen eines Thierskeletts folgerte, daß einst nahme habe unzweifelhaft einen schweren, sozialen NothSchuldigen übt, aber man weiß auch, daß gerichtliche Beutelthiere in der dortigen Gegend gehaust haben müßten, stand unter den Hilfsarbeitern des faiserl. statistischen Amts Wahrheitsbeweise, die durch Aussagen von Untergebenen mit derselben Sicherheit kann man aus der Thatsache, daß enthüllt; wenn diese hohe Reichsbehörde ihren„ Arbeitgegen ihre Vorgesetzten geführt werden sollen, so gut wie gebildete Männer jene Ehrentitel ohne Beschwerde oder nehmern" nicht einmal die vierzehntägige Kündigungsfrist immer mißlingen. Man muß also, wenn man dem sonstigen Widerstand entgegengenommen haben, auf die gewähre, welche die Gewerbe- Ordnung für jeden gewerbschönsten Berufe der Presse gerecht werden will, die Ge-" Tagesordnung" im kaiserlichen statistischen Amte schließen. lichen Lohnarbeiter gesetzlich feststelle, so sei damit allein fahr einer gerichtlichen Verurtheilung auf sich nehmen. Ferner war in dem Artikel behauptet, ein schwer erkrankter Hilfs- schon ein Verhältniß sozialer Abhängigkeit zwischen SubIn der That stellte der Staatssekretär v. Bötticher arbeiter sei zum Dienste zitirt worden; auf dem Amte habe man alternbeamten und Hilfsarbeitern geschaffen, welches den Strafantrag wegen Beleidigung der erwähnten Sub- ihm die Alternative gestellt: entweder ausscheiden oder unausbleiblich und auch ohne jede böse Absicht der alternbeamten und mit mir mußten die Verfasser des Ar- gesund werden"; er sei mit einem lauten Aufschrei zu- ersteren-zu Zuständen führen müsse, wie sie in dem tikels, die Herren Dr. jur. Hense und Jacob, welche sich fammengebrochen and bald darauf gestorben. Hiervon Artikel geschildert seien. Feuilleton. Nachdruck verboten.] ( 55 Die Falkner von St. Vigil. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol von Robert Sa, weichel. Ambros trat, ohne seinen Stutzen von der Schulter zu nehmen, ein paar Schritte vor und sagte: " Lasset unseren Herrn Pfarrer aus und nachher könnt Ihr ruhig weiter marschiren." Plagt Euch der Teufel?" rief der Offizier zurück. Gleich macht Raum, oder es ergeht Euch übel." " aus." " " Gleichviel, wir müssen vorwärts", schäumte er. Fällt nicht auf, den blutigen Zusammenstoß abzuwenden und er das Gewehr!" trat näher an den mittleren Haufen heran, um ihn einUm des Himmelswillen, halten Sie ein", beschwor ihn dringlicher zu ermahnen. Kaum hatte er mit bittend erder Pfarrer, und zu seinen Pfarrkindern sich wendend, erhobenen Händen zu sprechen begonnen, als Ambros mit den mahnte er sie, von ihrem gewaltthätigen Vorhaben abzu- Worten ihn unterbrach: lassen. Mit beweglichen Worten stellte er ihnen das Un-" Jetzt hat das Reden ein End'!" und ehe der Geistglück vor, das sie über sich und die Ihrigen zu bringen liche dessen auch nur sich vermuthen konnte, umklammerte im Begriff wären. Er wüßte wohl, daß sie aus Liebe zu er ihn mit seinen kräftigen Armen, hob ihn trotz alles ihm handelten; aber sie würden ihm ihre Liebe viel besser Sträubens auf und warf ihn fast den Seinigen zu, die beweisen, wenn sie heimgingen. Seine Freiheit könnte rasch unter Jubelgeschrei und Lachen zugriffen und ihren er nicht aus blutbefleckten Händen annehmen, und das Seelsorger festhielten. Die anderen Haufen stimmten schwerste Gefängniß würde ihm nicht so bitter zu ertragen in das Gelächter hell ein. Gleichzeitig frachte aus sein, als die vorwurfsvollen Blicke, mit denen ihre Mütter, den Reihen der Soldaten ein Schuß. Der UnterWeiber, Kinder diejenigen, die um seinetwillen etwa das offizier, hiziger und slinker als sein Vorgesetzter, hatte Leben verlören, von ihm zurückfordern würden. ihn gethan, um Ambros an der Ausführung seines Ambros: Mit dem Herrn Pfarrer giebt's feinen Durchgang Diese Vorstellungen machten Eindruck und die Leute Stückleins zu hindern. Die Kugel that feinen Schaden; hier," versetzte Ambros." Sei gescheidt, Herr Offizier, mit sahen einander unschlüssig an und wie oft im Leben dem Knalle aber folgte ein jähes Verstummen des GeDeinen paar Buffern richtest Du gegen unsere Stuben nichts balancirte die Entscheidung auf einer Nadelspitze. Da rief lächters. Ambros wandte sich, die Büchse von der Schulter reißend, rasch herum. Herr von Neikenstein wurde dunkelroth vor Born. " Ich verlange Gehorsam im Namen des Königs!" rief er." Ich werde ven Tambour drei Wirbel schlagen lassen; haft Du dich nach dem dritten Wirbel mit den Leuten nicht entfernt, lass' ich Feuer geben." Was würde Dir denn das helfen?" fragte Ambros spöttisch.„ Schau Dich erst ein Bisst um, Du sigest wie der Fuchs im Eisen!" Er wies auf den Wegrand zur Linken und Rechten. auf dem inzwischen die beiden anderen Haufen erschienen waren und die Soldaten in den Flanken und im Rücken zugleich bedrohten. Der Oberlieutenant fluch te gräulich. Mit nichten, Herr Pfarrer. Wir werden den Blaurücken" Halt! Halt!" schrie der Lieutenant, der während fein Haar krümmen, wenn sie nicht anfangen. Kann Einer der Vorstellungen des Pfarrers Muße genug gehabt, seinen daran denken, wie sie die armen Menschen drüben eben Zorn der Erkenntniß unterzuordnen, daß er mit seinen traftivt haben, ohne daß ihn die Faust juckt? Wie ich am Leuten verloren wäre, wenn es zum Kampfe kam; aber Schulhaus vorüber gekommen bin, hab' ich sie schreien es war zu spät. Ambros unterließ es zwar auf den Zus hören. Aber wir wollen's nicht heimzahlen nach Verdienst. ruf, das Zeichen zum allgemeinen Angriff zu geben, jedoch Die Bayern sollen durchschlüpfen, wenn sie den Herrn Pfarrer in demselben Momente stürzten sich die durch den Schuß hier lassen wollen!" auf das Aeußerste erbitterten Monthaner und Vigiler, Der Pfarrer war geschlagen. Der Hinweis auf die die auf den Flanken standen, auf die Soldaten herab, Mißhandlung der Gefangenen hatte dem Schwanken der die ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich auf Ambros Leute ein Ende gemacht; sie nahmen wieder eine ent- und seinen Haufen gerichtet hatten. So unerwartet und so schlossene Haltung an, und ihre Mienen wurden drohender gewaltig war die Wucht des Doppelstoßes, daß die Solals zuvor. Herr Moltenbecher gab aber die Hoffnung noch daten die Kolben und kaum minder harten Fäuste der hätte Folgender ,, Begehrlichkeits"- Nothschrei geht durch förderlicheres Gesetz hätte zu Stande bringen können. Außer den Sozialdemokraten stimmte nur noch der Fortschrittler uns in der Agitation ebenso gute Dienste leisten wird, wie Jordan gegen dieses Arbeitgeber Schuhgeseh, das das famose Alters- und Invaliditätsgesetz mit seiner berühmten Reichspension von 33/3 Pfennig. " Den Der Gerichtshof fällte folgendes Urtheil, das ange- Jüber, da die Sozialdemokraten, als einzige Fraktion, Drganisation die unerläßliche Vorbedingung eines fichts der in politischen Preßprozessen vielfach eingerissenen die prinzipiell gegen das Gesetz ift, feine Ver- fünftigen Sieges zu schaffen. formalen Rechtsprechung an und für sich schon von hohem anlassung hatte, einen dahin zielenden Antrag zu stellen. Interesse ist. Er stellte nach erschöpfender Zusammen. Die Abstimmung war so unfeierlich wie möglich fassung der Ergebnisse, welche die Beweisaufnahme gees sich um einen Handelsvertrag mit dem ersten besten die kapitalistische Presse: habt hatte, als erwiesen fest, daß die Hilfsarbeiter des afrikanischen König“ gehandelt, so hätte sie nicht unfeierlicher sein können: das ganze Haus, mit Ausnahme der faiserl. statistischen Amts ein hartes Loos" hätten, da Sozialdemokraten, stimmte für das Gesetz auch die ihnen nicht einmal das Maß sozialen Schutzes gewährt sei, Herren Stumm und Kardorff, welche gestern bei welches die Gesetzgebung den gewerblichen Lohnarbeitern ge- dem Er- Reichskanzler in Friedrichsruhe Audienz" hatten währleistet. Deshalb sei anzuerkennen, daß die Angeklagten und von ihm wohl belehrt worden sind, daß auch ER Hense und Jacob für ihre und ihrer Kameraden berechtigte ihnen kein besseres, d. h. den Interessen des Großkapitals Interessen gefochten hätten; der Schutz von§ 193 gebühre ihnen in vollem Umfange. Auch enthielten alle ihre Behauptungen einen Kern von Wahrheit", aber sie seien auch durchweg in hohem Maße aufgebauscht, und hierfür seien Hense und Jacob nach§ 186, sowie für mehrere mit untergelaufene formale Beleidigungen auch nach§ 185 Kein Jubel der Majorität begrüßte die welthistorische des Strafgesetzbuchs strafbar. Für Henseals den Schuldigeren That"; die Herren wissen es recht wohl, daß dieses Gesez sei die Strafe auf 300, für Jacob auf 100 M. Geldbuße fest- nach allen Richtungen hin nur Unzufriedenheit zu erzeugen gesetzt. Der dritte Angeklagte sei gleichfalls aus den beiden ge- geeignet ist, und seinen Zweck: der Sozialdemokratie einen nannten Paragraphen schuldig; als strafmildernd sei ihm Riegel vorzuschieben, in glänzendster Weise verfehlen der Umstand angerechnet worden, daß ihm sein Eintreten für seine Mitangeklagten zur Ehre" gereiche, als straf 8udersteuer zur, britten Lesung gelangte. Der Schacher Lebhafter gestalteten sich die Dinge, als nun die erschwerend aber falle ins Gewicht, daß er bei seinem ist inzwischen fertig geworden, wie wir vermuthet hatten, ,, allgemein anerkannten, außerordentlichen Scharfsinn" die und zwar, wie wir desgleichen vermuthet, auf Grund des Uebertreibungen des Artikels sofort hätte erkennen müssen Orterer'schen Vorschlags, den die Regierung an und daß er denselben somit nicht ohne genauere Prüfung genommen hat, was Hr. v. Caprivi dem Reichstage auch veröffentlichen durfte. Demnach rechtfertige sich für ihn mittheilte. Der Kompromiß bringt keine prinzipielle Lösung, hält eine Geldstrafe von 200 M.. die Frage für die Zukunft offen und will den Staats- Almosenwird. Der Streit in den westfälischen Kohlenrevieren ist allerdings als so ziemlich erloschen gemeldet, allein die Lage scheint dadurch nicht besser geworden zu sein. Aus allen Revieren des Ober- Bergamtsbezirks, so schreibt die Rheinisch- Westfälische Zeitung", werden Klagen darüber laut, daß seit Beginn der neuen Streitbewegung die Arbeitsleistung in Gruben in einer Weise nachgelassen hat, die allen Anforderungen, die man an eine halbwegs normale Leistung zu stellen billigerweise berechtigt ist, geradezu Hohn spricht. Wir fönnen nicht nur von einer, sondern von vielen Gruben, selbst wo der offenbare Arbeitsausstand nicht ausgebrochen ist, berichten, daß trot vollzähliger Belegschaft die Förderung in den letzten Tagen um 30-50 pét. nachgelassen hat. Wohin soll das führen? Ist der Monat ins Land gegangen und die Lohnabrechnung findet statt, so geht das wüste Geschrei von den„ Hungerlöhnen" wieder los und die armen bethörten Opfer liefern ihren braven Führern" selbst das Wasser auf die Mühle, um den alten abgestandenen Verhehungsbrei weiter mahlen zu fönnen. Die Herren Sozialdemokraten haben es wirklich herrlich weit gebracht mit ihrer Beglückung des Bergarbeiterstandes. Wenn in dieser Weise der passive Widerstand gegen die Zechen- Verwaltungen weiter um sich greift, so wird das Wort des Fürsten Bismarck in Erfüllung gehen, daß die Verhältnisse erst recht trübe werden, wenn einmal die Arbeitgeber der willkürlichen und ungeregelten Wirthschaft in ihren Betrieben überdrüssig sind und ihrerseits aufhören lassen zu arbeiten. Es hilft alles nichts, die wirklichen Zustände, wie sie in unserem Kohlenbezirk eingerissen find, noch weiter bemänteln zu wollen." Diese armen Kohlen- Barone! Wenn nur die fetten Ob die Angeklagten einer, der Staatssekretär Empfängern die fettesten Bissen ihrer fetten Beute sichern. Dividenden nicht wären, die ihre Heulmeierei so v. Bötticher, der Geheime Rath Becker und die Subaltern- Indeß: viel ist nicht Alles und die Herren Staats- Almofen beredt Lügen straften. Indeß mögen die Herren nur beamten des kaiserlichen statistischen Amts andererseits mit Empfänger wollen Alles. Sie find fuchswild und Graf ihre Drohungen wahr machen und aufhören lassen, zu arbeamten des kaiserlichen statistischen Amts andererseits mit mir bach z. B. griff den Reichskanzler mit einer Ge- beiten." Unſeretwegen mögen fie mit ihrem Millionärgrößerer moralischer Genugthuung auf diese Verhandlung hässigkeit an, welche so recht deutlich zeigte, daß man in züchter nach Afrika auswandern. Wir halten sie nicht zurückblicken können, mag dem Üctheile der Leser über- jenen hochadligen edelsten" und" ritterlichen" Kreisen, den und Deutschland erwächst daraus kein Verlust, laffen bleiben. Dagegen darf wohl die Hoffnung ausgewucherwüthigsten semitischen un- und antisemitischen Pickens nur die Arbeiter dableiben. Die Gruben laffen sich zum sprochen werden, daß ein so ausgezeichneter Sozialpolitiker, bachen zum Trotz für das„ gemeine"," niedrige" Gold schwärmt. Glück nicht in die Tasche stecken wie die Arbeitergroschen", wie Herr v. Scheel, der gerade an dem Tage dieser Ver- Prinzipiell ablehnend verhielten sich nur die Sozial- und wenn die Kohlenbarone weg sind, wird die Bewirthhandlung die Leitung des kaiserlich statistischen Amtes demokraten, deren Standpunkt von Schippe I in längerer, schaftung vielleicht eine rationellere und die Ausbeute eine übernommen hat, das richterliche Urtheil nicht mit straf- ben Kern der Frage scharf hervorhebender Rede vertreten größere werden ohne Arbeiterschinderei und beständige rechtlichen, sondern mit sozialpolitischen ward. Besonders treffend waren die Ausführungen Schippel's" Schürung des Klaffenhasses." Augen lesen und für die Hilfsarbeiter der ihm unter- agrarischen Großbetrieb, die Expropriation der Kleinbauern hat" der Leipziger Professor und Rektor Magnificus über die Revolutionirung der Landwirthschaft durch den„ Eine Hochschule im eminentesten Sinne" geordneten Behörde ein solches Maß sozialen Schuhes her- durch die Herren Zuckerbarone, und die volksfeindliche Nolle, Binding bei einer Studentenkneiperei das stehende stellen wird, wie es von dem Reiche als Arbeitgeber" welche das Zentrum in dieser Angelegenheit spielt. Heer genannt. Nun das Wort ist nicht neu, nur daß schon um das böse Beispiel für andere Arbeitgeber" zu Die Debatte dauerte bis nach 4 Uhr. Ueber den An- die früheren Verehrer des Militarismus blos von einer einDermeiden- billiger Weise erwartet werden muß." trag Drterer wurde namentlich abgestimmt. fachen Schule sprachen. Bei dem Geist, der auf unseren. Wir haben dem nichts hinzuzufügen. Da die Extreme sich berührten und die Herren Agrarier Universitäten herrscht, ist die Bezeichnung Hochschule mit der Linken stimmten, so hielten die Nein! und Ja! sich indeß vielleicht passender. Und auch aus dem Munde des ziemlich die Waage und dem Resultat wurde mit einer bis Herrn Binding kann dieses Wachtstuben- Wort uns nicht zum Ende sich steigernden Spannung entgegengesehen, die wundern, denn dieser Herr ist der nämliche Mann, der mit der die Abstimmung über das sogenannte Arbeiterschutzliche Freiherr von Aufseß, Gründer des Germanischen Gesetz vorgenommen ward. Für die Bevölkerungsklassen, Museums in Nürnberg, nach einer patriotischen Kneiperei Die Furcht vor einer namentlichen Abstimmung über das welche im Reichstage herrschen, ist ein fettes Staatsalmosen todtgeschlagenbuchstäblich, nicht figürlich sogenannte Arbeiterschuh- Gesez, und die Begehrlich- in Gestalt vieler Millionen aus der Tasche des steuer- geschlagen wurde, weil derselbe, mißverständlicher Weise, feit" nach dem zu der Staatsalmosen hatte den zahlenden Volkes ein hundert Mal wichtigeres Ding, als in den Verdacht der Reichsfeindlichkeit gekommen war. Reichstag heute ziemlich gefüllt. Seit die zweite Lesung das Wohl und Wehe der Millionen des arbeitenden Bolts des Arbeiterschutz- Gesetzes begann, d. h. seit drei Monaten, vorausgesetzt, daß es nur fähig ist, die Steuern zu Die Antisemiten hielten am Dienstag in Berlin( ist das Haus" nicht so voll gewesen, und da die Herren zahlen, aus denen die Staatsalmosen- Empfänger die Liebes- Feenpalaft) eine" Festversammlung" zu Ehren ihres Schuh der staatserhaltenden Parteien" den Reichstagsarbeiten nicht gaben" empfangen. heiligen, des Er- Reichskanzlers, ab. Seitdem derselbe " wenn Politische Ueberscht. einen bezeichnenden Kontraſt zu der Gleichgiltigkeit bildete, Anfangs der 70er Jahre mit dabei war, als der unglück würde. Berlin, 8. Mai. Die Sigung verlief nicht ganz so glatt und schnell, wie bei der von 3 Stimmen! Stolz kann die Regierung auf diesen samen. todta sehr zugethan sind und dieselben nach Möglichkeit abkürzen Es dauerte lange, ehe das Ergebniß der Abstimmung nicht mehr hausmeiere, gehe alles schlecht im Deutschen wenn nur die Interessen" ihre Rechnung dabei finden, verkündigt ward auf dem Bureau war man perplex Reich, und namentlich im Antisemitismus sei kein Segen so tauchte der Plan auf, erforderlichenfalls mit man zählte und zählte. Stimmengleichheit", zischelte man mehr. Ja, das glauben wir; seit der Reptilienvater des Hilfe einer Abendsizung-die Reichstagsarbeiten für sich zu. Und: Abgelehnt mit Stimmengleichheit!" Antisemitismus nicht mehr in der Wilhelmsstraße und am diese Sessionsabtheilung schon morgen zu beschließen, Ganz so war es" nicht. Von 289 Abstimmenden haben Millionentopf des Welfenfonds sigt, habens die Böckel, wo dann die Bertagung bis zum November erfolgen 146 für und 143 gegen den Antrag gestimmt"-verkündete Stöcker, Pickenbach und Liebermänner nicht mehr so gut, der Präsident unter athemloser Stille. Also eine Majorität wie vorher, wo sie lebten, wie der Distelfink im HanfFerienstimmung hätte erivartet werden können. Ja, das Sieg ihrer neuen Majorität nicht sein. Das Zentrum Appropos, wir erwähnten dieser hanswurstigen Fest füße Staatsalmosen! Muß nicht dem lammherzigsten An hat aber die Feuertaufe als Regierungspartei erhalten. versammlung" nur deshalb, weil hier zum ersten Mal von sammler von Arbeitergroschen" die Milch der frommen Denkungsart in gährend Drachenblut sich verwandeln, wenn Nächste Sigung heute Abend 8 Uhr. Kleinere Vor-" Führern" im vollen Lichte der Deffentlichkeit gebeichtet ihm von seinem" fetten und süßen Staatsalmosen auch lagen. Morgen soll eine namentliche Abstimmung über worden ist, daß Bismarck den Antisemitismus groß gezogen hat was bisher sowohl von Bismard als von nur das fleinste Brosamchen entzogen werden soll? Er be das gesammte Buckergesetz sein. Stöcker, diesen beiden urwahrhaftigen Männern, hartnäckig trachtet das als den reinsten Raub" und wehrt sich mit Der Bergarbeiterstreik im Bochumer Bezirk soll zu bestritten worden war. der verzweifelten Energie einer Mutter, der man ihr Kind Ende sein. Bei der absoluten Aussichtslosigkeit des Kampfes nehmen will. Die Nachrichten aus Belgien sind sehr alarmistisch fönnen wir im Interesse der Arbeiter nur wünschen, daß die Mit den fleineren Vorlagen, die an der Spitze der Nachricht sich bestätigen möge, und daß die deutschen zurechtgestußt. Wahr daran ist nur, daß der Aus st and Tagesordnung standen, war man bald fertig; und die Ge- Bergarbeiter die Lehre der lezten Wochen auch beherzigen. unter den Kohlenarbeitern im Zunehmen be fahr einer namentlichen Abstimmung über das sogenannte ezt sind ihre Kräfte nicht gebrochen und sie haben es griffen ist und daß genau so wie in Deutschland- die Arbeiterschuß= Gesetz" ging an dem Reichstag vor- in der Hand, sich durch Begründung einer tüchtigen berren Grubenbesitzer den Ausstand gewünscht Bauern fühlten und sich entwaffnet sahen, ehe sie auch nur Lieber hier todt auf dem Plate bleiben, als ehrlos nach durfte den treuherzig gereichten Versöhnungstrunk nicht an Widerstand denken fonnten. Mit Mühe hielt Ambros Bruned abziehen. Gebt uns die Gewehre wieder! Die zurückweisen. Er fügte sich mit guter Miene, konnte sich seinen eigenen Haufen ab, fich gleichfalls auf die Bayern Gewehre!" aber nicht enthalten, Ambros zuzurufen: zu werfen. Er selbst aber sprang zu und riß den Ober- Den Pfarrer jammerte der Mann und er warf Ambros Treffen wir uns wieder, dann gnade Dir Gott!" lieutenant zurück, der sich mit geschwungenem Degen in einen bittenden Blick zu. Ambros drehte seinen schwarzen Ambros lachte. Er erklärte sich bereit, die Sache soDas Gewühl stürzen wollte. Wuthschnaubend befreite sich Schnurrbart in die Höhe und nach kurzem Besinnen rief er, fort mit ihm auszumachen, und dehnte seine kräftige Gestalt. der Offizier und wandte sich gegen Ambros, der mit seinem so daß ihn Alle hören konnten: Aber ein Ringkampf lag nicht in dem Sinne des Ober Stutzen den auf ihn gezückten Degen bei Seite schlug, so" Jezt, Leute, ich mein', wann der Offizier verspricht, lieutenants, und Ambros sagte mit blizenden Augen: daß die Klinge zersprang. Unterdessen schrie der Pfarrer daß er sich ruhig trollen will, dann können wir ihm wohl Mir wird's eine Freud' sein, wann wir einmal ordent fortwährend: die Gewehre zurückgeben. Was kann Euch an den schlechten lich aufeinander treffen." Frieden! Haltet Frieden!" und strebte nach dem Schießprügeln liegen? Sie treffen ja nicht einmal auf Herr von Reizenſtein 30g mit seiner Mannschaft ab. Kampsplate. Seine Beichtkinder aber, denen Ambros ihn fünfundzwanzig Schritt. Aber das will ich Euch doch ge- Die Zurückbleibenden schaarten sich um ihren Pfarrer und anvertraut, schienen den gewohnten Respekt vor dem hoch- rathen haben, sie vorher in die Luft abzufeuern. Es schickten sich an, den Befreiten auf dem kürzesten Wege nach würdigen Herrn völlig verloren zu haben: sie ließen ihn könnte sich sonst Einer von den Bayern ein Leid damit St. Vigil zurückzubegleiten. Die Berge hallten von dem nicht fort. immer frisch ausbrechenden Jubel wider. Knaben und anthun." In wenigen Minuten war alles vorüber. Die sieg- Dieser Zusatz gab den Ausschlag. Die Bauern zeigten Mädchen umschwärmten den Zug, den der Pfarrer und reichen Haufen kehrten lachend mit den erbeuteten Gewehren sich keineswegs gewillt, ihre Trophäen herauszugeben. Sie Ambros anführten, und als man den Spitzhörndlbach, über in ihre vorigen Stellungen zurück und Herr von Reigenstein protestirten laut dagegen. Nun aber erhob sich ein schallen- den Eis und Schnee eine feste Brücke gebaut, überschritten überschüttete seine Leute, die übel zugerichtet waren, mit des Gelächter und nach kurzem Durcheinanderreden richteten hatte, lief das kleine Bolt voraus nach St. Bigil, wo man seinem ohnmächtigen Zorn. sich die Läufe der erbeuteten Gewehre gen Himmel und das Schießen gehört und bang des Ausganges harrte. " Von den Bauernlümmeln entwaffnet, geprügelt," rief entluden sich unter einem allgemeinen Hurrah. Der Ober- Nun tamen dem über die Triften am Bache aufwärts er außer sich. Entehrt! Entehrt!" lieutenant gab das verlangte Versprechen und seine Mann- sich bewegenden Zuge die Vigiler jubelnd entgegen. Frauen „ Meinst wohl, es ist eine Ehre für uns, von Euch geschaft erhielt ihre Waffen wieder. und Männer drängten sich heran, um dem Pfarrer die prügelt zu werden?" rief ihm Ambros zu. Jezt kannſt Mittlerweile war nach dem kurzen Kampfgetöse Alles, Hände oder den Mantel zu küssen und dem alten Herrn Du mit Deinen Leuten ruhig weiter ziehen, Herr Offizier; was sich in den Häusern gehalten hatte, herbeigeströmt, und rollten die Freudenthränen über die Wangen. Viele wir thun Euch nichts mehr." ein Alter Mann sagte: schüttelten auch Ambros die Hand, unter ihnen der alte „ Ehrlich gerauft und ehrlich vertragen, das ist halt der Müller, Hartwanger, der Oberförster, während Herr Zengerl Brauch bei uns!" ihm von weitem zunickte. Auch Afra tam mit strahlendem Er zog eine Flasche aus seiner Joppe, trant und Gesicht auf ihn zu und drückte ihm die Hand und ging reichte sie dem ihm zunächststehenden Soldaten. Da tam aufgeregt neben ihm her. Ringsum Lachen und Jubeln, manche Flasche mit Kirsch- und Pflaumenwasser und Enzian und jetzt begann die große Kirchenglocke feierlich zu läuten zum Vorschein und die Bayern mußten Bescheid thun. Sie und die jungen Bursche ließen in ihrem frohen Uebermuth thaten es mit herzhaften Schlucken und man schüttelte ein die scharf geladenen Stuten in die Luft knallen. ander die Hand. Pfarrer aber lenkte nach der Kirche und Alle folgten ihm ( Fortsehung folgt.) Der Oberlieutenant tuirschte mit den Zähnen und das Gefäß seines zerbrochenen Degens dem ersten besten seiner Untergebenen an den Kopf schleudernd, schrie er diese an: „ Glende Keris! Soldaten wollt Ihr sein? Feige Hunde seid Ihr! Schmachvoll! Schmachvoll!" Herr Moltenbecher näherte sich ihm und wollte ihn trösten. Er aber schrie, indem er seinen Mantel aufriß und den Czako auf die Erde warf: Was stehen die Bauernlümmel mit ihren geladenen Der Oberlieutenant, der den Stumpf seines Degens, dahin nach. Büchsen da! Lasse sie Feuer geben! Schießt! Schießt! den der Tambour aufgelesen, in die Scheide gestoßen hatte. Der Speier. Genosse Binder aus Ludwigshafen sprach über und hervorgerufen haben. Dort wie hier walten werk luftig fort bis ins Unendliche. Schließlich wird man dieselben Gründe ob: der Ausstand treibt die Kohlenpreise so lange züchtigen", bis man den letzten Schwarzen weg- die Bedeutung der Maifeier( 300 Theilnehmer). empor, erhöht die Dividenden und verspricht, die Arbeiter gezüchtigt haben wird. unter die Fuchtel der Herren Grubenbesitzer zu bringen. Was von Dynamitexplosionen in den belgischen Kohlenbezirken geschrieben wird, muß äußerstes Mißtrauen erweden; bie Praktiken des Herrn Pourbaix, den die Regierung vor einigen Jahren zu derartigen Thaten stellte, sind bekannt; Herr Pourbaix ist wieder auf freiem Fuß, und er hat Schule gemacht. Die Maifeier. Zur Maifeier liegen uns noch folgende Berichte vor: In Pankow fand am Freitag, den 1. Mai, Abends, eine große öffentliche Boltsversammlung im Lokale Kaiser Jedenfalls steht so viel fest, daß die gegenwärtigen Friedrichstr. 50/51 ftatt mit der Tagesordnung: Der Acht Arbeiterausstände in Belgien, die übrigens arg übertrieben it unbentag und seine Bedeutung für die Arbeiter", Referent scheinen, weder mit der Maifeier, noch mit der Aktion Genosse Lint aus Berlin. # " " " Burg. Der Ausflug, an dem 150 Personen theilnahmen, wurde von 5 Gendarmen überwacht. Rellinghusen. In der von 150 Personen besuchten Versammlung sprach Garstensen- Elmshorn. in in In Weißenfels a. d. Saale demonstrirten 700 Finsterwalde 800 in Schwedt a. d. Oder 500 Lüdenscheidt 500 in Höchst a. Main 800- und in Augsburg 3500 Genossen. Straßburg i. Elf. Auch hier wurde die Maifeier, wenn man hier Abstand, weil man aus auch die Eleinste, untersagt hätte. Auf Verabredung auch in bescheidener Weise, begangen. Von größeren Veranstaltungen nahm Erfahrung wußte, daß die Behörde jede Rundgebung, ber belgischen Arbeiterpartei zu Gunsten Nach dem Vortrag wurde eine Resolution ein bes allgemeinen Wahlrechts das Geringste timmig angenommen, mit allen gefeßlichen Mitteln für bin trafen fich im Vororte Schiltigheim im Saale der Brasserie zu schaffen haben. Wer das Zentralorgan ber bel- die Herbeiführung der achtstündigen Arbeitszeit einzutreten und" Bavaria- Keller" ca. 400 Personen. Trotzdem der Deffentlichkeit belie bavon nichts bekannt gegeben war, hatte man doch das Bergischen Sozialisten, den„ Peuple"(„ Das Boll"), liest, wird den 1. Mai als Manifestationstag in Zukunft festzuhalten." Unter Verschiedenem machte Genosse Link auf den Vor- gnügen, bei Beginn der Zusammenkunft einen Polizei- Kommissar sich in dieser Beziehung keinem Zweifel hingeben können. wärts" und die„ Berliner Wollstribüne" aufmerksam und Genoſſe zu sehen, der das Reden über Politik verbot. Kurz darauf kam dann die Ueberwachung in Gestalt von mehreren Gendarmen. Ueber den Krawall in Rom werden die ver- als bisher zu beachten. Köppen forderte auf, die Berichte der Lokalkommission mehr Man verlebte aber trotzdem einige gemüthliche Stunden. Eine andere Gruppe von ca. 100 Genossen hatte sich vor Togensten Berichte in Umlauf gesetzt wobei theils böse In Nieder- Schönhausen, in Grosjean's Elysium", Lindendem Thore zusammengefunden, um in geschlossenem Zuge mit Absicht, theils hasenherzige Angst( die bekanntlich Gespenster straße 25, wurde am Sonntag, den 3. Mai, Nachmittags, die Musik nach dem benachbarten Eckbolsheim zu marschiren. Raum fieht) die Feder führt. Ohne die albernen Anordnungen Maifeier festlich begangen. Genossen und Genoffinnen mit aber hatten sie eine Strecke Weges hinter sich, als auch hier die der Behörden wäre voraussichtlich alles aufs Ruhigste ver- ihren Kindern hatten sich eingefunden, und gaben fich der unge heilige Hermandad erschien und den Zug auflöſte. Hierauf ging Laufen, und Thatsache ist, daß die„ Anarchisten", welche trübten Festesfreude hin. Es war aber auch ein Gest so recht den Krawall veranstalteten, höchstens ein paar Dutzend Mann nach dem Herzen des Arbeiters. Die gediegenen Gesangsvorträge man in fleinen Trüppchen nach dem Bestimmungsorte, wo das des Arbeitergesangvereins Echo" zu Pankow( Mitglied des Fest in ähnlicher Weise gefeiert wurde, wie in Schiltigheim. zählen, mit denen die Polizei der winzigsten Stadt in Deutsch- Arbeiter- Sängerbundes) wechselten mit humorvollen Vorträgen Ein eigenthümliches Licht auf die rechtlichen Verhältnisse in Land spielend fertig geworden wäre. Abgesehen von dieser Hand- des Gesangshumoristen Herrn Schorff, mit Aufführungen der Elsaß- Cothrigen wirft das Vorgehen der Behörde betr. die Gevoll„ Anarchisten", unter denen nach Meinung der sozialistischen Instrumentalfapelle und mit der Ausführung einer einaftigen nehmigung. von Versammlungen. Während in Mühlhausen faſt Theilnehmer und auch der bürgerlich radikalen Presse, Bosse( Monsieur Herkules) ab. Für die ungefähr 200 S in ber wöchentlich sozialdemokratische Versammlungen stattfinden, verStin bas Lodspielthum" start vertreten war, beobachtete wurde eine allgemeine Berloosung und bei eingetretener Dunkel bietet man in Straßburg und in Meh, ohne daß man sich Mühe die Menge eine musterhafte Ruhe. Gelogen ist, daß beit ein allgemeiner Zug mit Gtodlaternen und ein Rindertang giebt, Gründe anzugeben, ohne Ausnahme jede Bersammlung. So daß Cipriani„ aufgereizt" habe er mahnte im Gegen veranstaltet. An den Ernst des Tages gemahnte eine längere Go find wir in Straßburg genöthigt, wenn wir etwas zu be theil nachdrücklichst zu friedlichem und gesetzlichem Ver- Feftrede des Genossen en app, worauf die aus der Festzeitung rathen haben, immer ins badische Nachbarland hinüberzugehen. bekannte Resolution einstimmige Annahme fand Ueber die Maifeier in Oesterreich entnehmen wir einem halten. und ein vom Genossen Prüfer Bantow verfaßter und ge- Bericht unseres Rorrespondenten folgende Bemerkungen: Gelogen ist auch, daß ein deutscher Anarchist" sprochener Prolog zur Maifeier begeistert aufgenommen wurde. Wien, 4. Mai. Die Maifeier ist vorüber und wir ausgewiesen worden sei, bei dem man kompromittirende Das Feft verlief, der Würde des Tages angemessen, in un- tönnen zufrieden und stolz auf sie zurückblicken. Die UnterBriefe von deutschen Genossen entdeckt gestörtester Harmonie. nehmerschaft hat sich an den meisten Orten Desterreichs, inshabe. Der Ausgewiesene, ein Studiosus Körner, Gr. Lichterfelde. Der erst seit einem Vierteljahr bestehende besondere in Wien, in die Arbeitsruhe gefügt als in ein Unabift, mie uns mitgetheilt mitgetheilt wird, ein Sozial- Wolfsbildungs- Verein hier feierte am Sonntag mit einer Be- wendbares und nur in wenigen Industriebezirken ist es zu demokrat, und entschiedener Gegner des Anarchismus; theiligung von 700 Personen das erste Maifeft, welches für alle ernsteren Ronflikten gekommen. Das will umsomehr bedeuten, und das einzige Kompromittirende" bei der Sache ist die Betheiligten ein echtes Boltsfest, zugleich aber auch als Grund- als die Regierung sich diesmal als der Kommis der Besitzenden stein der sozialistischen Bewegung angesehen werden darf. Genosse aufspielte, der ihre Interessen energischer zu wahren suchte, als Schwäche und Kurzfichtigkeit einer Regierung, die, um sich Gilberberg aus Berlin legte den Anwesenden in überzeugender diese selbst es wünschten. Was die Staatsanwaltschaften in diesen in der Gewalt zu behaupten, zu solch jämmerliche Mittel- Art die Bedeutung des Tages flar. Hierauf gelangte die Reso- letzten Wochen an Konfiskationen von Druckschriften leisteten, überchen der Staats- und Gesellschaftsrettung" zu greifen für lution mit 600 Stimmen zur Annahme. Vor der Rede fang steigt selbst die Begriffe eines gewiß an den Knebel gewöhnten nöthig hält. der Gesangverein Ein Sohn des Boltes", während nach der Desterreichers. Das Festblatt ,, Der 1. Mai", an welchem mehrere selben alle Besucher in die Arbeiter- Marseillaise einstimmten. deutsche Genossen mitarbeiteten, wurde an zwölf Stellen beAbends fand noch für die Kinder Fackel- Polonaise statt. Bis anstandet und, fiebartig durchlöchert von der Zensur wie es ist, 11 Uhr amüsirten sich noch die Theilnehmer bei Tanz mit ab- mag es unsern deutschen Freunden ein Bild von den Zuständen geben, unter welchen wir in Desterreich. leiden. Das ist nicht wechselndem Gefang und Vortrag in gemüthlichster Weise. Bernau. Zu einer Demonstration, wie sie schöner nicht ge- Alles. Die Pariser Resolution, die vor einem Jahre anstandsdacht werden konnte, gestaltete sich auch am hiesigen Orte die los alle Polizisten vom Staatsanwalt bis zum Kommissär passtrte, Maifeier des Proletariats. Am 1. Mai Abends 8 Uhr fand im wurde diesmal tonfiszirt. Die alte Audorf'sche Marseillaise, die Elysium eine Volksversammlung statt, welche von etwa 750 Per vor drei Monaten im Proletarier- Liederbuch" durchging, wurde sonen, fast zur Hälfte Männer und Frauen, besucht war. Mehrere jetzt als Sonderabdruck tonfiszirt 2c. Hundert mußten, da wir hier Saalbeschränkung haben, zurück- Aber die Regierung begnügte sich nicht mit Verboten und gewiesen werden. In der Versammlung sprach der Reichstags- Ronfistationen. In einem Erlasse der Statthaltereien reizte sie Abgeordnete Arthur Stadthagen über die Bedeutung des Tages geradezu die Unternehmerschaft gegen die Arbeiter auf, erklärte und fand begeisterten Beifall. Nachdem eine Diskussion, welche in den Staatsbetrieben den 1. Mai nicht freizugeben und forderte sehr lebhaft geführt wurde, stattgefunden hatte, tam die bekannte die Privatbetriebe auf, diesem Beispiele zu folgen. Den Arbeitern Resolution zur Abstimmung, welche einstimmig angenommen wurde hingegen gedroht, daß die Arbeitsruhe am 1. Mai als wurde. Mit einem Hoch auf die Achtstunden- Bewegung und Kontrattbruch würde angesehen werden, und überdies das Einunter Abfingen der Arbeiter- Marseillaise wurde die Versammlung treten mit allen zu Gebote stehenden Machtmitteln" in verlockende um 11/2 Uhr geschlossen. Aussicht geftellt. Man schreibt uns hierüber noch: " In Italien scheint man die Welt vor anarchistischen Umfturzbestrebungen schützen zu müssen. Es wird gemeldet, daß man daselbst einen Studenten Namens Körner verhaftet habe, der im Besize einer großen Anzahl von anarchistischen Druckschriften aus London gewesen ist. Die anarchistischen Druckschriften sind ihrer ganzen Qualität nach zu bekannt, als daß sich ein Einsichtiger durch dieselben täuschen ließe. Die Erfahrungen, die man mit diesen Machwerken überall gemacht hat, laffen nur allzudeutlich auf ihren Ursprung schließen. Andererseits aber ist uns der Studiosus Körner als ein absolut harmloser junger Mann bekannt." Das Depeschenbureau Herold", das bisher hauptsäch lich die Bergarbeiterbewegung alarmistisch verwerthete, setzt jetzt folgende Brand- Depesche in die Welt: Rom, 7. Mai. Die Verhaftungen von Anarchisten haben hier ihr Ende erreicht. Reiner von den Rädelsführern konnte entfliehen. Bei den meisten wurden in London gedruckte anarchistische Brandschriften vorgefunden, darunter eine von dem in London lebenden Anarchisten Malatesta verfaßte vollständige Anweisung zur Herstellung von Sprengmitteln nebst Angabe des Preises der einzelnen Bestandtheile, sowie der Art, fie verdachtlos zu kaufen und zu werfen." V Am 3. Mai früh 9 Uhr fand eine Landpartie nach dem Walde statt. Da ein Durchzug durch die Straßen der Stadt verboten war, fammelten sich die Meisten auf dem Mühlenberg, während eine Anzahl Genossen im Restaurant Bohre zusammen tamen, wo auch die Berliner Genossen und Genossinnen des Fachvereins der Weber und Weberinnen empfangen wurden. Auch vom Gastwirthsgehilfen- Verein waren einige Mitglieder erschienen. " Aber das Alles half so gut wie gar nichts. In Wien feierten nach den Angaben der Bourgeoispresse sogar, welche die Bedeutung der Sache abschwächen wollen, 90 pCt. der gesammten Arbeiterschaft. Vormittags fanden 52 Versammlungen statt, die so glänzend besucht waren, daß die Gesammtzahl der Theilnehmer mit 60 000 gewiß zu niedrig gegriffen ist. Der Nachmittag im Prater sah eine wirkliche Armee beisammen, deren Aufmarsch, troßdem alles zugmäßige Auftreten natürlich verboten war, trotzdem den imponirendsten Eindruck machte. Wir haben den 1. Mai zum Voltsfeiertag gemacht, und er wird es bleiben. Wir haben die Forderung des Acht stundentages" der gefammten Arbeiterschaft," weit über die Parteitreise hinaus, zum Bewußtsein gebracht, und das wirkt und wird noch immer weiter wirken. Soweit bisher bekannt, ist es nur an drei Orten zu Stö" Um 914 Uhr feßte fich der Zug vom Mühlenberg aus unter Aus diesem kreißenden Berge wird nicht einmal ein Führung einer Musikkapelle und 2 rothen Fahnen in Bewegung. fleines Mäuschen geboren werden. Die Anarchisten sind in Troh des starken Windes, welcher riesige Staubwolfen entwickelte, Italien genau so gefährlich, wie in Frankreich und in annahmen etwa 900 Männer und Frauen mit ihren Kindern daran deren Ländern, wo man sie noch als Popanze braucht. Theil. Sie sind überhaupt kein Faktor des politischen Lebens. Im Walde angekommen, fanden allerhand Beluftigungen statt. Hier herrschte unter allen Theilnehmern die beste Stimmung. Die jüngsten Thaten des Richters Lynch" zu Auf der Heimreise ging es mit Mufit und flatternden Fahnen rungen gekommen. In Jägerndorf( Schlesien) follen die New Orleans( Vereinigte Staaten) sind den Lesern durch das Dorf Schönow, nachdem uns vom dortigen Orts. Feiernden ausgesperrt werden. Da aber der Beschluß der Fa im Gedächtniß. Da die" Justiz" sich gegen Italiener schulzen bereitwilligst die Genehmigung dazu ertheilt war, was britanten dahin lautet, daß gerade der zehnte Theil der richtete, so warf die italienische Regierung sich gewiß nach den hier gemachten Erfahrungen lobenswerth war. Arbeiter entlassen werden soll, ist ja ganz klar, daß, da der in die Brust, polterte und rief ihren Gesandten aus Ver Andrang zu demselben war so start, daß es zuweilen nicht des schlechten Geschäftsganges gemacht wird. In Nord42 Uhr begann im hiesigen Schüßengarten das Konzert; 1. Mai zum Deckmantel einer Arbeitsreduzirung infolge Washington ab. Die Amerikaner lachten darob und ließen möglich war, allen, welche das Konzert besuchten, Ginlaßkarten böhmen hatte die Unternehmerorganisation drakonische Maßdie große Jury" in Funktion treten. Diese richterliche zu geben, und somit viele ohne dieselben hineingelassen werden regeln beschlossen, aber nur in Warnsdorf kam es zu einer Untersuchungs Behörde hat nun nach sechswöchentlichem mußten. Aussperrung, deren Ausdehnung noch nicht zu übersehen ist. nichts zu " gewissenhafteftem" Forschen ermittelt, daß Abends 8 Uhr begann in beiden Sälen des Schützenhauses Bedentlicher ist das Vorgehen der Behörde, welche auf die ermitteln ist. Die italienische Regierung wird noch etwas der Ball. Es herrschte die größte Drdnung: überall sah man friedlichen Arbeitergruppen einen Bajonettangriff machen poltern und dann wird Alles ruhig sein. Die Bourgeois- freudige Gefichter. Vor allem aber ersuchen wir die Genossen ließ, der einige Verwundungen zur Folge hatte. Die Brutalität Welt nimmt es mit Recht und Menschenleben wenig genau, Berlins und Umgegend, ferner noch zahlreicher zu erscheinen; da gerade der nordböhmischen Ausbeuter und ihrer Hilfsorgane, der es gewiß einen guten Eindruck hinterläßt, wenn auch von außer- Behörden, ist bekannt. Das Blut, das dort geflossen, giebt eine wenn nur ihr Beutel nicht bedroht ist. halb recht viele Genossen theilnehmen. Saat, deren Früchte ihnen nicht erfreulich sein werden. felbft in Sachen der Aus Straußberg wird uns geschrieben: In allen praktischen Dingen Merkwürdig ist, daß in Bieliz- Biala( galizische Grenze) Zu einem Boltsfest im wahrsten Sinne des Wortes ge- alle 15 000 Arbeiter insgesammt trotz strengsten Verbotes am Kriegführung sind uns die amerikanischen Geschäftsleute ganz entschieden über. Bei uns führt man Striege, um ſtaltete sich das von ben Friedrichsberger und Rummelsburger 1. Mai feierten. Daß die Fabrikanten über Alle die Sperre die Ehre des Vaterlandes zu retten" oder„ um den Erb- Genossen im Waldschlößchen bei Bahnhof Straußberg arrangirte verhängen wollen, ist lächerliche Prahlerei. feind zu züchtigen" oder was man sonst noch für Gründe Hunderte tamen mit dem Frühzuge von Berlin, Friedrichshat, die man den Massen mittheilt. In Nord- Amerika ist berg u. s. w. und im Laufe des Vormittags fanden sich die Geman führt zwar selbst keine Kriege, aber nossen Neuenhagens, Alt- Landsbergs, aus Rüdersdorf und Herzman benutzt den Dollar, um durch denselben bei ausfelde zum Theil mit Banner und Musit auf dem Festplatz ein. wärtigen Kriegen andere Dollars zu verdienen. Aus Chile Seinen Höhepunkt erreichte das Fest, als Nachmittag die wird über London gemeldet: Glasarbeiter Stralaus mit ihrer eigenen Musik- Kapelle und gleich Biel Aufsehen erregen hier eingetroffene Depeschen, denen darauf der Reichstags- Abgeordnete des Kreises, Stadthagen, einzufolge der chilenische Bürgerkrieg vornehmlich durch zwei trafen und von den Anwesenden mit Jubel empfangen und vom nordamerikanische Handelshäuser weitergeführt werde. Die Bahnhofe, wo Aufstellung genommen war, in einem wahrhaft Firma Flint soll Sem Präsidenten Balmaceda Waffen und imposanten Zuge zum Festplatze geleitet wurden, wo, als der Munition zugesandt haben, während die Firma Grace den eigentliche Festakt stattfand, über 1000 Personen zugegen waren. Bersuch gemacht haben soll, die Kongreßpartei via San In ungestörter Harmonie verlief dieses herrliche Wald- und Francisco mit Kriegsmaterial zu versorgen." Maienfest, dem sich löblicherweise die Polizei gänzlich fern hielt, Auch bei uns soll für manche Handelshäuser" das und das allen Theilnehmern ohne Ausnahme wohl als das erKriegführenlassen fein schlechtes Geschäft sein; aber man schien, was es fein sollte, nämlich ein Fest des Bolkes. gesteht das nicht so gern ein. das anders Maifest. Ueber die Maifeier in Deutschland sind uns nachträglich noch zahlreiche Mittheilungen zugegangen, die wir in kurzem Aus. sug wenigstens wiedergeben wollen: besucht. Auszug in geordneten Reihen verboten, In Spremberg war die Bersammlung von 400 Genossen In Rottbus fanden am 1. Mai zwei Boltsversammlungen statt. Am 3. Mai Waldfest, an dem sich 4000 Menschen So betheiligten. In unserem" Afrika scheint man wieder einmal am Zivilisiren zu sein. Das Interesse an unseren exotischen Besizungen würde auch gar zu bald einschlafen, wenn man unseren Mordspatrioten nicht hin und wieder mit einer Sensationsnachricht unter die Augen treten könnte. wird aus Kamerun gemeldet, daß der deutsche Gouverneur mit einer starken Expedition den Fluß hinauf gefahren sei, um die Stämme im Innern, welche eine deutsche Karawane angegriffen und mehrere Kaufleute getödtet hätten, zu züchtigen. der Sonst kommen aus allen Provinzen und allen Orten nur gute Nachrichten, und alle athmen gehobenes Selbstgefühl und Entschlossenheit zum weiteren Kampf. Gerichts- Beitung. Magdeburg, 6. Mai. Die gegen das Mühlhauser Urtheil, welches Dr. Böldfel wegen Bergehens gegen§ 166 zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt, eingereichte Revision ist vom Reichsgericht verworfen worden. Das Urtheil ist somit rechtskräftig. Soziale Uebersicht. Achtung! Kartonarbeiter. Unterzeichneter ersucht alle Diejenigen, welche noch Sammelbons oder Forderungen zu be gleichen haben, so schnell wie möglich abzurechnen, widrigenfalls sie veröffentlicht werden. A. Schwarzburger, Vertrauensmann der Sartonarbeiter Berlins, Hussitenstr. 7 a. zum" Maisonds der Gewerkschaften Deutschlands sind heut Abend Achtung! Drechsler und Berufsgenossen. Marken noch in allen bekannten Bahlstellen zu haben. Die Zahlstellen Rasurer ersuche ich, morgen Vormittag um 10 Uhr abzurechnen im Restaurant Gründel, Dresdenerstr. 116. . Plagens, Bärwaldstr. 9, H. I. I. nahmen 1200 Arbeiter Theil. Schmölle in Sachsen- Altenburg. An der Versammlung Stadtilm in Thüringen. Ueber 500 Personen stimmten Resolution zu. In Brieg in Schlesien sprach Genosse Schütz- Breslau vor Chirurgische Instrumentenmacher und Berufsgenossen. Beiträge zum Maifonds werden entgegen genommen am Sonntag, Es ist eine vorzügliche Art und Weise, wie man den 200 Genoffen. Mittweida in Sachsen. Die Resolution wurde von der den 10. Mai, von 11-1 Uhr Mittags, bei Seefeldt, GrenadierSchwarzen die Segnungen moderner europäischer Kultur 800 Mann starten Versammlung mit Begeisterung angenommen. straße 33. Diejenigen Kollegen, welche in ihren Werkſtellen bebeizubringen versucht. Die Neger plündern die Karawanen, Am Sonntag Ausflug nach Ringethal, an dem sich 1000 Wenfchen reits auf Listen gesammelt haben, können dortfelbst dieselben in dafür werden sie gezüchtigt, und so geht das Kolonisations betheiligten. Marten umtauschen. Otto Wille, Vertrauensmann. Theater. Sonnabend, den 9. Mai. Opernhaus. Der Freischütz. Schauspielhaus. Die Prüfung. Sierauf: Post festum. Schluß: Eine vollkommene Frau. Leffing- Theater. Ultimo. Berliner Theater. Rosenkranz und Güldenstern. Neue Walhalla. Sommer- Theater im Ausstellungs- Park Hasenhaide. Grosse Bum Extra- Vorstellung. Dentsches Theater. Die Kinder der Exzellenz. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Nanon. Wallner Theater. Des Teufels Weib. Residenz- Theater. Dr. Jojo. Bellealliance Theater. Der Gift mischer. Thomas- Theater. Der Millionenbauer. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Oftend- Theater. Die Ahnfrau. Kaufmann's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Concordia. Große SpezialitätenVorstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Borstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Bratweil'ſhe Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Grosses Concert ausgeführt von der Kapelle des MusikDirektor H. Sanftleben Call unter Mitwirkung des Opernsängers u. Konzertmalers Signor Travieki aus Rom. Empfehle zugleich meinen Frühstücksund reichhaltigen Mittagstisch, sowie 6 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Vergnügungen und Versammlungen. 659 L F. Sodtke. Unserm Kollegen Fr. Neubauer ein donnern des Hoch zu seinem 32. Wiegenfeste vom Vorstande des Vereins der Former. 754b Unserm Regel König und FlötenW Reftaurateur A. Linneken z. GeburtsArdel u. West, genannt die Zulu- tag am 8. Mai ein dreimaliges Hocht! Könige", mit der neuen hochkomischen von seinen Regelbrüdern Kalte Neune. Pantomime Meyer in Afrifa". Mons. Loisset mit feinen dressirten Klapperstörchen, Gänsen und Affen. Madm. de Clairmont, fchneidigste Chansonette der Welt. Geschw. Bertini, Gefange weibl. Romifer. Edi Rennert, Universal und Tanz- Duettisten. Frl. Waldowski, Humorist. Gustav Rose, Gesangs Humorist. Kapelle: Mufifdir. Bachhofer mit dem Hausorchester. Entree 30 Pf., Parquet 50 Pf., Sperrfiz 75 Pf., Loge 1 Mart. Rassen Eröffnung 4 Uhr. Anfang des Konzerts 5 Uhr, der Vorst. 61/2 Uhr. 4 Avis: Die Kaffeefüche ist ununterbrochen geöffnet. Avis. Sonntag, den 10. Mai: Avis. Grosse Gala- Vorstellung. Auftreten der 3 Brothers Franklin, Champion- Akrobaten und Kopf Equilibristen. = BERLINER HIPPODROM Am Kurfürstendamm, Station Zoologischer Garten, Heute Sonnabend: Grosse Vorstellung. Kolossaler Erfolg d. 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Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Oscar Keil 740b am 5. b. M. gestorben ist. Die Be d. erdigung findet am Sonntag, den 10. d. M., Vormittags 10 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. Die Kollegen der C. Bechstein'schen Hof- Piano- Fabrik. Fachverein sämmtl. in der Musikinstrumenten- Industrie beschäftigten Arbeiter. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Karl Schülke am 6. Mai an der Proletarierfrankheit gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 10. Mai, Nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus tirchhofes aus statt. Um zahl reiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. 186/39 Ganverein Berl. Bildhauer. Am 6. Mai verstarb nach langem Leiden unser Mitglied, der Holzbildhauer Gustav Wallor. Die Beerdigung findet am Sonn tag, den 10. Mai, Nachm. 4 Uhr, vom Krankenhaus am Urban aus nach dem Emmauskirchhof statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet 116/20 Der Vorstand. der Freie Vereinigung Vergolderinnen. Versammlung 829/5 am 11. Mai, Abends 82 Uhr, in Scheffer's Salon, Inselstr. 10. ..: 1. Bortrag der Frau Ihrer. 2. Diskussion. 3. Wahl einer Schriftführerin. 4. Verschiedenes. Es ist Bicht aller Bergolderinnen, in dieſer Achtung! Verein der Klempner. Am Donnerstag, den 14. Mai, Abends 8 Uhr: Ordentl. General- Versammlung in Orschel's Salon, Sebastianstr. 39. Zages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Rassenbericht dea Rendanten. 3. Bericht der Kommissionen. 4. Auflösung des Vereina event. Wahl einer Liquidations- Kommission. Nur Mitgliedsbuch legitimirt. Mitglieder, welche über 12 Wochen schulden, haben keinen Zutritt. 187/12 Der Vorstand. Fachverein der Marmor- u. Granitarbeiter. Sonntag, den 10. Mai, Vormittags 10% Uhr, in Deigmüller's Lokal, Alte Jakobstrasse 48a Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 2. Beschlußfassung der 1. Neuwahl des gesammten Vorstandes. Stiftungsfest oder Kränzchen. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 741b Der Vorstand. Allgem. Deutscher Sattler- Verein( Filiale Berlin). Sonnabend, den 9. d. M., Abends 8 Uhr: Versammlung mit Frauen bei Reyer, Alte Jakobstr. 83. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Peus. 2. Diskussion. 3. Erfahwahl der Bevollmächtigten. 4. Verschiedenes. NB. Die neugegründete Vereins- Bibliothek ist daselbst geöffnet. Der Vorstand. 264/7 Central- Kranken- und Sterbekasse der Tischler( Dertl. Verwaltungsstelle Berlin B). Sonntag, den 10. Mai, Vormittags 10 Uhr, im Saale Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Abrechnung vom I. Quartal 1891. 2. Statuten- Berathung. 3. Event, Wahl eines Abgeordneten zu der in Halle stattfindenden Generalversammlung. 4. Verschiedene Rassenangelegenheiten. 301/4 Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches und pünktl. Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Große öffentliche Versammlung der Glasergesellen Berlins und Umg. am Sonnabend, den 9. Mai, Abends 8/2 Uhr, Tages- Ordnung: in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße No. 77-79. 161/8 1. Vortrag( Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht). 2. Diskussion. 3. Ist es möglich, eine Abrechnung über Einnahme und Aus gabe der vor einigen Jahren angeschafften Fahne für die Berliner Glaser halten? 4. Wie stellen sich die Berliner Glasergesellen zur Gründung eines er gefellen zu erhalten, refp. welche Schritte find zu thun, um eine solche zu en Agitations- und Unterſtüßungsfonds? 5. Verſchiedenes. Wir erwarten, daß alle Kollegen in dieser Versammlung erscheinen. Der Vorstand der hiesigen Glaser- Innung und die direkt an der Anschaffung Der Fahne betheiligten Kollegen sind schriftlich eingeladen worden. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Der Einberufer. hochwicht. Bersammlung zu erscheinen. Allgemeiner Arbeiterinnenverein Berlins und Umgegend. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. 3entral- Kranken- u. Sterbekasse Der Tischler und anderer gewerbl. Arbeiter ( Hamburg). Dertl. Verw. Berlin E. Montag, den 11. Mai, Abends 81/2 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Gaale Wedding- Park, Wüllerstr. 178. Tagesordnung: 1. Wahl eines De legirten zur 12.( ordentlichen) Generalversammlung am 14. Juni 1891 zu Filiale Friedrichsberg. Grosse Versammlung MU ru 28 10 in Q B ri re de zu er i al 9 19R9 bi bi tr B th b 28 er 1 101/19 5 am Sonnabend, den 9. Mai, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herr Westphal, Frankfurter Chauffee Nr. 37. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Theodor Metzner über: Die Frauen in der Industrie und ihre Stellung in der heutigen Gesellschafts ordnung." 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Herren, als Gäfte, haben Zutritt. Zur Deckung der Unkosten Teller sammlung. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein mit Tanz. Üm zahlreichen Besuch bittet Die Bevollmächtigte. Sozialdemokratischer Wahlverein für Teltow- Charlottenburg. Wilmersdorferstrasse 39: Halle a. S. 2. Berathung der Sta- Dienstag, den 12. d. M., Abends 8 Uhr, in Bismarckshöhe, futen. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Jedes Mitglied ist verpflichtet, in dieser Versammlung zu er scheinen. Die Ortsverwaltung. 739 b Vereinigung Mitglieder- Derlammlung. Zages Ordnung: 1. Innere Vereinsangelegenheiten. 2. Borstandswahl und Raffenbericht. Der Vorstand. 136/17 3. Verschiedenes.- Um recht zahlreichen Besuch bittet der Drechsler Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Zahlstelle I. Versammlung Montag, den 11. Mai, Abends 8 Uhr, bei Rehner, Annenstraße Nr. 16. Vortrag des Herrn Günther. Zahlstelle III. Versammlung Montag, den 11. Mai, Abends 812 Uhr, bei Bolzmann, Andreasstraße. 26. Vortrag des Kollegen Rautenberg. Fachverein der Metallschleifer und verwandten Berufsgenossen Montag, 11. Mai, Abends 8 Uhr: Berlins und Umgegend. General- Versammlung Andreasstr. 62, Chaufferstr. 78, im Lokale von Reyer, Alte Jakobsir 83. 3. Geschäft: Chaufferstr. 34. Tagesordnung: Allen Westfalen u. Freunden d. rothen Erde empfehle täglich frisch eintreffend: Wahl einer Liquidations- Kommission. 1. Auflösung des Fachvereins event. Pökelfleisch u. Rippchen à fo. 45 Pf. 2. Bericht des Vorstandes sowie AbRindfleisch, ohne Knochen, a Pfd. 55 Pf., Mitgliedsbuch legitimirt. Die MitBarteigenossen und Genoffinnen Beute frisch eingetroffen: Oldenburgor rechnung. 3. Verschiedenes. empfehle ich meinen in voller Blüthe stehenden Garten mit 2 Regelbahnen, Otto Thierbach, 698L] Schwedterstraße 44. 342/6 GESCHAFTSHAUSS * Die Firma besteht seit seit 1873, HEINE Leinen- und Elsasser- Baumwollwaaren. Hemdentuch, Dowlas, Croisé, Damast, Piqué etc. Fertige Bettwäsche, Handtücher, Tischzeuge, Bettzeuge etc. etc. Gardinen Neue stylvolle Muster in grosser Musterauswahl! Zweiseitig gebogt und sauber gelitzt, Meter von 45 Pfg. an. Abgepasst das Fenster( zwei Shawls) von 3,50 Mk. an. Gardinen- Reste für 1, 2 oder mehr Fenster passend, äusserst wohlfeil. 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Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 106. Die Branntweinstener- Liebesgabe. Sonnabend, den 9. Mai 1891. zu 8. Jahrg. der offiziellen Statistit zu ersehen, daß es die Großgrundbesitzer Schon frücher frücher versuchten einige fluge Agrarier einen und einige Großgewerbetreibende sind, welche die Liebesgabe ein- Ring bilden, um die Spiritus Produktion Der von der Regierung vorgelegte Gesetzentwurf, demzufolge den kleinen Brennern überlassen. heimsen und einen ganz verschwindend kleinen Theil der Summe einzuschränken. Es gelang ihnen nicht, weil die Interessen der den mittleren landwirthschaftlichen Brennereien einige fleine Ver der Brennereibesizer nicht solidarisch sind. Der günstigungen gewährt werden sollen, hat abermals die Art und spricht auch recht viel davon; in Wirklichkeit handelt es sich aber noch vortheilhaft produziren, wo der mittlere Brenner schon nicht Die Gesezesvorlage soll nun Abhilfe schaffen, und man Großbrenner mit theurer maschineller Einrichtung kann zwar meise der bestehenden deutschen Branntweinsteuer- Geſeßgebung nur um eine Zuweisung von ein Fünftel mehr Liebesgabe, wie mehr auf die Kosten kommt, aber der mittlere und kleine Brenner in ben ordergrund des allgemeinen Interesses gedrängt, und bisher und zwar on viejenigen Landwirthschaftlichen Brennereien, find durch die Eintheiung der Feldwirthschaft, das Vieh, welches fand dieselbe auch bei der ersten Lesung des Geseßentwurfs im welche jährlich nicht mehr als 267 750 Liter Bottichraum be auf Schlempefutter angewiesen ist, die Brennerei- Einrichtung, Meichstage durch unseren Genossen Abg. Wurm die gebührende maischen, also etwa 200 Hektoliter reinen Alkohol erzeugen. weiche verzinst werden muß, meist gezwungen, auch mit Würdigung. Er wies mit Recht darauf hin, daß nach Ausweis Golche landwirthschaftlichen Brennereien giebt es nach der Verlust weiter zu arbeiten, dadurch noch mehr Waare auf den ca. 401/ it die Branntwein- Brennereibesitzer ein Geschenk von offiziellen Statistik 19 338; diese erzielten bisher 5/8 Millionen Markt zu werfen, den Preis also noch mehr zu drücken und so ca. 40 Millionen Mark aus der Tasche der ärmsten der Armen, Mark Liebesgabe; dieselbe wird um 1/5 erhöht, so daß auf sich zu ruiniren. der branntweintrinkenden Arbeiter, erhielten und dadurch auf den 19 338 Brenner eine Million Mark kommt und jeder also Liebesgabe werden kann. Daher kommt das ängstliche Rufen der Agrarier Dazu kommt der durch Spekulation für Deutschland in babes Branntweintrinfers im Deutſchen Reiche eine indirekte burch schnittlich 50 M. erhielte! 14 321 Brenner von manchen Gegenden so hoch gesteigerte Bodenpreis, so daß auch Migabe von 15-17 Mark jährlich falle. Dieses Geschenk die diesen werden aber nur 15 M. erhalten! Mögen sie glücklich unter normalen Verhältnissen an eine Rentabilität nicht gedacht tomme aber hauptsächtlich nur den Groß- werden bei dieser liebevollen Fürsorge des Staates! brennern und Großgrundbesitzern zu Gute, während die kleinen Ganz sonderbar nimmt es sich aber aus, wenn von den nach Schutzöllen für ihr Getreide, nach Liebesgabe für ihren Landwirthe fast gar nichts erhalten, und auch durchaus nicht Agrariern behauptet wird, ein Brenner, der jährlich nur 1000 Branntwein, und nach billigen Arbeitslöhnen, nach Freizügigetwa irgendwelcher Vortheil der gesammten Landwirthschaft Sektoliter reinen Alkohol produzire, also eine Liebesgabe von keit, Einfuhr von Ruſſen, Polen und wie jetzt aus Mecklen zu Gute komme, denn die landwirthschaftlichen Brennereien find 20 000 m. erhalte, sei auch ein nothleidender kleiner Brenner! burg gemeldet wird, auch von chinesischen Kulis als Landarbeitern! nur 0,16 Prozent der landwirthschaftlichen Betriebe; von Nun, laut Ausweis der Genossenschafts- Brennerei in Duneyken, Die Folgen der heutigen anarchischen Wirthschaftsweise, die einer Unterſtüßung der nothleidenden Landwirth- welche in vier Monaten ihr Kontingent von 102 366 Liter ab auf der einen Seite zu viel produzirt, auf der andern die Beschaft dürfe man also doch nicht reden! brennt, kostet die Einrichtung dieser kleinen(!) Brennerei völkerung verarmen läßt und konsumtionsunfähig macht, wälzen Diesen Angaben Wurm's wurde von Seiten der Agrarier 49 838 M. an Maschinen und Apparaten, 7979 M. an Inventar, die herrschenden Klassen auf die arbeitende Bevölkerung ab und lebhaft widersprochen, und wenn man auch die mitgetheilten 62 966 m. Gebäudewerth, 4000 Mt. Grundstückswerth; insgesammt tragen dadurch nur erst recht dazu bei, daß die Produktion ins dieselben nicht für richtig halte. In der Branntweinkommission Wem will man das einreden? Man wird freilich sagen können, steigerten Preise zu zahlen. Ziffern nicht direkt angriff, so ließ man doch merken, daß man 122 493 Mart! Und das soll eine kleine Brennerei sein?! Stocken geräth, weil die Abnehmer nicht im Stande sind, die ge= gelang es nun und zwar nicht ohne Widerspruch des daß die Brennerei nicht so groß und kostspielig eingerichtet zu also H Und so ist es auch! Die Zwergwirthschaft lohnt sich gar Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. will Und der Krug wird so lange zum Wasser gehen, bis er bricht Staatssekretärs von Malzahn- die Regierung zu veranlassen, sein brauchte, um nur 10 000 Heftoliter reinen Alkohol zu und die arbeitende Bevölkerung selbst die Klinke der Gesetzgebung daß sie eine genaue, nach Provinzen, Größe und Art der Bren- produziren, daß sie vielmehr mit ihrer Einrichtung bei in die Hand bekommen hat, so daß es möglich wird, an Stelle Daß sie eine genaue, nach Provinzen, Größe und Art der Brennereien geordnete Uebersicht herausgebe, die nachweist, wie sich die achtmonatlichem Betriebe gegen 20 000 Sektoliter brennen der die Mehrheit schädigenden und nur sehr wenige begünſtigenLiebesgabe" im Lande vertheilt. tönnte! Aber die Brennerei Genossenschaft, der Duneyken den Protektions- und Manchesterwirthschaft unserer Tage die Wie dieselbe entsteht, wollen wir hier kurz ins Gedächtniß gehört, erklärt ausdrücklich, sie ziehe es vor, diesen planmäßige, sozialistische Produktionsweise zu sehen. rufen. stärkeren Betrieb kürzere Beit durchzuführen, statt einen Das Branntweinsteuer- Gesetz vom Juni 1887 belegte die schwächeren Betrieb länger auszudehnen, weil durch ersteres Branntweinerzeugung mit einer neuen Steuer. Zu der schon vorgehen erfahrungsmäßig die Gesammtkosten verringert vorhandenen Material- und Maischraumsteuer tam noch eine werden." Verbrauchsabgabe und zwar in Höhe von 70 M. für 1 Hektoliter 100gradigen Alkohol. Sobald der Spiritus aus der Brennerei in den Verkehr übergeht, muß diese Verbrauchsabgabe entrichtet nicht; rasch und mit Hilfe aller Fortschritte der Technik arbeiten in den Verkehr übergeht, muß diese Verbrauchsabgabe entrichtet ist auch für Brennereien das Beste und infolge dessen wird werden; jede Brennerei erhält jedoch, je nach der Größe ihres und muß die Konzentration des Kapitals fiegreich alle kleinen 117. Sigung vom 8. Mai. 12 Uhr. Betriebes, für eine bestimmte Anzahl Hektoliter Spiritus die Am Bundesrathstische: Reichskanzler von Caprivi, Berechtigung, nur 30 M. Steuer, anstatt 70 M., zu ent- 3wergbetriebe vernichten, besonders wenn mit großen Worten richten, und empfängt von der Steuerverwaltung für diese Be- nur solch lächerlich kleine Vortheile dem Minderbegüterten als von Bötticher, von Malzahn, von MarWohlthat gewährt werden! schall, von Berlepsch, Aschenborn, von rechtigung Zertifikate, Berechtigungsscheine, in der Höhe Das Branntweinsteuergesetz wird auch nach Annahme der Heyden. des Kontingents, d. i. derjenigen Spiritusmenge, welche sie verbesserungsvorlage erst recht darauf hinwirken, daß die Groß- An Vorlagen sind eingegangen: 1. der Antrag des Reichszum niedrigreen Steuersatz in den Verkehr bringen darf. Die Gesammtmenge des Kontingents beträgt 4,5 Liter reinen produktion die kleineren Betriebe verdrängt. Von einer Unter- tanglers wegen Vertagung des Reichstages bis zum 10. NoAlkohols( 100 p& t.) auf den Kopf der bei der letzten Volkszählung sein! Wenn aber Graf Kleist- Schmenzin bei der zweiten der Familien der eingezogenen Reservisten und Landwehrleute. stübung der kleinen Landwirthe kann demnach nicht die Rede vember d. J. und 2. Gefeßentwurf, betreffend die Unterstützung ermittelten Bevölkerung; im Jahre 1887/90 wurden insgesammt Lesung des Gesetzes sogar das Kunststück fertig brachte Die Generalakte der Brüsseler Antiftlaverei- Konferenz passirt jährlich 2025 046 hektoliter reiner Alkohol kontingentirt, die Lesung des Gesetzes 2025 046 Berechtigungsscheine à 20 Mart, mithin zu behaupten, daß durch die Liebesgabe der Kartoffel- ohne Diskussion die erste und zweite Lesung. bau erhalten und gleichzeitig dadurch der ärmeren 40 500 920 Mark jährlich Steuerermäßigung erhielten. Bevölkerung ein wohlfeiles Nahrungsmittel geboten werde, ledigt und schließt sich hieran die Gesammt- Abstimmung über die Einige Rechnungsfachen werden in zweiter Berathung erDiese 40,5 Millionen Mart nennt man die Liebesgabe, so ist dies schon deswegen hinfällig, weil doch die Gewerbe- Ordnungs- Novelle( Arbeiterschuß)). benn sie wird als Geschenk den Brennereibefizern gegeben. Kartoffelbauer, welche Liebesgabe erhalten, Branntweinbrenner Die Novelle wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten Zunächst handelt es sich nun um die Frage: Wer erhält sind und ihre Kartoffeln zu Schnaps verarbeiten! Unmöglich und einiger Konservativen angenommen. die Liebesgabe? Nachdem auf Andrängen der sozialdemo- tann aber dieselbe ärmere Bevölkerung, die den durch die Liebes- Es folgt die dritte Lesung des Zuckersteuer- Gesetzes. Zu fratischen Kommissionsmitglieder die Kontingentirungsliste ver- gabe vertheuerten Schnaps trintt, dieselben zu dieser Vorlage ist wiederum der Antrag Dr. Orterer Spahn öffentlicht worden ist, läßt sich ein deutliches Bild über die Ver- Schnaps verarbeiteten Kartoffeln auch noch essen! Wenn man( Zentrum) eingegangen, welcher die Konsumsteuer auf 18 Mart theilung dieses Millionensegens gewinnen. aber selbst annimmt, der Brenner käme durch die Liebesgabe und eine fünfjährige Uebergangsperiode festsetzen Vor allem hat Preußen den Haupt vortheil, abgesehen in die Lage, die Kartoffeln höher zu verwerthen, so darf man mit einer offenen Exportprämie für die ersten drei Jahre von davon, daß bei ihm sich auch eine kleinere Anzahl Brennereien doch nicht vergessen, daß die zur Branntweinproduktion ver- 1,25 M. und für die weiteren zwei Jahre von 1 M. die Beute theilen als im Süden Deutschlands. 5927 preußische brauchten Kartoffeln 1888/89 nur 1640 000 Tonnen betrugen und, In der Generaldiskussion befürwortet Abg. Spahn( Bentr.) Brennereien erhalten insgesammt 31 644 640 M., 17 206 nicht da die Gesammternte damals sich auf 21 910 996 Tonnen diesen Antrag im Interesse des Zustandekommens des Gesetzes. preußische Brennereien erhalten 8 856 280 M. Wie wenig aber belief, nur 71/2 pt. der Ernte zu Brennereizwecken verarbeitet die kleineren und mittleren Landwirthe von diesen Summen und also vielleicht höher verwerthet wurde! Wir sagen überzeugt, daß der bestehende Zustand der Besteuerung des Zuckers Reichskanzler v. Caprivi: Die verbündeten Regierungen sind erhalten, geht jetzt ebenfalls in recht deutlicher Weise vielleicht, denn es liegen glaubwürdige Abrechnungen von ein unhaltbarer sei. Sie glauben jedoch, daß die Vorlage, welche aus der offiziellen Statistit hervor. Zunächst erhalten Brennereien vor, welche nachweisen, daß sie den Zentner sie eingebracht haben, eine Annahme nicht finden wird, und ich 1052 gewerbliche Brennereien eine Liebesgabe von jährlich Kartoffeln nur mit 125 Pf. verwertheten! Das ist fein bin deshalb berechtigt, zu erklären, daß die verbündeten Regie5 539 480.! Diese gewerblichen Brennereien haben mit der Preis, bei dem sich heute der landwirthschaftliche Berungen, obwohl sie ihre Vorlage nach wie vor für besser halten Landwirthschaft nur die Verbindung, daß sie ihr die Kartoffeln frieb noch lohnt und würde die ganze Ernte feinen als den Antrag Orterer, diesem Antrage zustimmen werden, wenn abtaufen! Von diesen Kaufleuten und Brennereibefizern er- höheren Ertrag erzielen, so wäre unsere Landwirthschaft voll- derselbe angenommen wird. Darüber hinaus zu gehen, find die hält ein Badenfer jährlich 180 860 m.! ihm folgt ein Württem- ständig banterott. Von fachmännischer Seite wird aber in der verbündeten Regierungen nicht in der Lage. Wird der Antrag berger mit 160 000 m., ein Schlesier mit 153 040 M., ein Beitschrift für Spiritusindustrie" erklärt, daß zu jeder Zeit Drterer nicht angenommen, so werden die verbündeten RegieHannoveraner mit 140 260 M., ein Sachse mit 137 420 M., ein 180 Pf. für diese Kartoffeln auf dem Markte zu erhalten gewesen rungen im nächsten Jahre eine andere Vorlage bringen. Ob fie Bayer mit 133 680 M., ein Hannoveraner mit 126 020 m., ein wären. dann diefelben Uebergangs- Bestimmungen vorschlagen werden, die Badenser mit 125 760 m. u. f. w., zusammen erhalten. Diese Wie schade also, daß die" armen" Brenner sich durch die sie jetzt vorgeschlagen haben, mag dahingestellt bleiben; ich halte es acht Besitzer gewerblicher Brennereien 1 157 040.! Liebesgabe verleiten lassen, ihre Kartoffeln zu brennen, anstatt für unwahrscheinlich.( hört! hört!) Ich bitte deshalb das Dann tommt ein Dutzend solcher Besizer mit 1133 200 M., fie als Nahrungsmittel zu verkaufen! Da wäre es doch besser, Haus, den Antrag Dr. Orterer anzunehmen.( Beifall.) hieran schließen sich 50 gewerbliche Brennereien mit 1835 800 M. Diese Liebesgabe würde schon im Interesse der Agrarier abge- Abg. Graf Mirbach( tons.) erklärt, daß er sich ausnahms-und 982 gewerbliche Brenner erhalten 1413 440 M.! Also schafft! weise nicht in Uebereinstimmung mit dem Reichstanzler befinde. auch hier haben selbstverständlich die großen Unternehmer den Die Ursache der gegenwärtigen Noth unserer Grundbesitzer Die Drohung desselben pralle von ihm ab. Er werde weder Hauptvortheil! Noch auffälliger ist dies aber bei den land wird durch das Branntweinsteuer- Gesetz nicht beseitigt. Der für die Vorlage, noch für den Antrag Orterer stimmen. Die wirthschaftlichen Brennereien der Fall, welche 22 081 be- Konsum an Branntwein ist um ein Drittel gegen früher ge- Borlage segele allerdings in einem alten Kurse, aber in einem tragen und 34 961 440 m. jährlich insgesammt erhalten. fallen, nicht etwa, als ob der Trinkverbrauch abgenommen sehr alten, er möchte ihn Kurs Delbrück nennen. Das Festhalten Unter diesen nothleidenden Landwirthen empfängt nun ein Bayer hätte es wird leider immer noch dieselbe große Menge ge- an der Prämie sichere und den Platz auf dem Weltmarkte, sichere 107 100 M., ein anderer Bayer 76 000 M., ein dritter 71 000, trunken, nur daß der einzelne Proletarier mehr ausgeben muß; uns einen günstigen Export, also gerade das, was der öfterein vierter 69 000, ein fünfter 64 000, ein sechster 58 000, ein andererseits vermehrt sich aber durch die agrarische Gesezgebung reichische Handelsvertrag erreichen wolle. Er halte die versteckte fiebenter 54 000 m.! Die sieben größten landwirthschaftlichen die Zahl der Proletarier und dadurch die der Schnapstrinter. Prämie für das einzig Richtige und richte an den Schaßsekretär Brennereien liegen also in Bayern und erhalten 430 100 m.! Der Konsum ging zurück, weil Deutschland an 800 000 Hetto- die Frage, ob derselbe wirklich glaube, daß sich irgend ein ReichsHieran schließen sich noch fünf Bayern mit 221 700 M., so daß liter jährlich jetzt weniger exportirt! Rußland hat uns den tag finden werde, der die einmal aufgehobene Exportprämie wie12 Bayern, das sind von den 17 055 nicht- preußischen land: Rang auf dem Weltmarkt abgelaufen; es fann billiger produ- der einführen würde. Ja, wenn wir Franzosen wären, die ohne wirthschaftlichen Brennereien 0,08 pCt., gegen 10 p& t. des auf ziren und gewährt dem Spirituserporte solch hohe Prämien, daß Parteiunterschied für die Hebung der landwirthschaftlichen VerNicht- Preußen entfallenden Kontingentes erhalten! In Preußen wir nicht konkurrenzfähig sind. Gleichzeitig aber, und noch hältnisse eintreten. Das Reich habe finanzielle Bedürfnisse empfängt ein Hannoveraner 50 160 M., ein Sachse 48 060., bevor der Konsum durch den Verlust des Weltmarktes fiel, und wiederum solle die Landwirthschaft den Schaden tragen. zwei Poſener 90 660 M., 15 Brandenburger 462 140 M., 15 Bofener war in Deutschland eine Ueberproduktion von Spiritus Er meine, erst nach Erledigung des Handelsverträge, 446 860 m., fechs Schlesier 178560 m., sechs Sachsen 186480 M., eingetreten, die den Preis von Jahr zu Jahr herunterdrückte. fönne man daran denken, die höheren Finanzbedürfnisse der ver10 Pommern 245 760 M. Ihnen folgen noch eine Anzahl großer Ende der siebziger Jahre entwickelte sich eine Prosperität der bündeten Regierungen zu befriedigen. Wenn die LandwirthHerren, die jährlich 26 000-20 000. Liebesgabe erhalten, im Brennerei, da damals die maschinellen Verbesserungen bedeutend schaft noch mehr belastet werde, so werde die Verödung des Ganzen erhalten 164 preußische landwirthschaftliche Brennereien, besser das Rohprodukt verwerthen ließen. Der Gewinn, den dies Oftens noch weiter gehen. Er bitte um Ablehnung der Vorlage. das sind 34 pt. der vorhandenen, 4/2 Millionen Mart abwarf, lockte eine übergroße Anzahl Landwirthe, a u ch Brenne- Reichstanzler v. Caprivi: Der Herr Vorredner hat mir Liebesgabe, also 151/2 pt. der gesammten auf Preußen entfallenden reien anzulegen, resp. die vorhandenen mit der vervollkommneten den Vorwurf gemacht, ich hätte eine Drohung ausgesprochen. Menge. Bei je 20 000-10 000 m. jährlicher Liebesgabe find 957 Technik zu versehen, also zu vergrößern, denn nur bei Das trifft nicht zu. Ich habe das Vertrauen zu dem verständigen Brenner, also 181/2 pCt., mit etwa 13 mid. M., also 46 pct., betheiligt. Großbetrieb läßt sich Dampfbetrieb anbringen. Die Produktion Ermessen des Reichstages, daß er sich durch Drohungen nicht beJe 10 000 bis 6000 M. erhalten 826 Brenner in Preußen, das sind war bald größer als der Bedarf; die Folge davon war, daß der stimmen läßt.( Beifall.) Meine Worte haben nur den Zweck ge16 pt. mit 62/3 Millionen Mark, also 24 pet. des Gesammtbe- Preis des Spiritus beständig sinken mußte und schließlich nicht habt, bei den Zuckerinteressenten Klarheit zu verschaffen über die trages, so daß wir also bis hierhin sehen, daß 852 pt. der mehr die Produktionskosten deckte, zumal die Land- Lage, wie sie augenblicklich vorhanden ist, und über die Folgen, preußischen Liebesgabe, 244 Millionen Mart, an 1947 preußische wirthe bei Errichtung und Vergrößerung der Brennereien welche eine Ablehnung der Vorlage nach sich ziehen würde. Was Brennereibesitzer, das sind 38 pet. der vorhandenen, vertheilt große Kapitalien, welche Verzinsung forderten, hineingesteckt der Vorredner alsdann über den österreichischen Handelswerden, während den Rest von 44 Millionen Mart sich 3980 batten! vertrag gesagt hat, werde ich beantworten, wenn der Handelspreußische landwirthschaftliche Brenner theilen müssen, von denen Der Nothstand des Brennereigewerbes und der damit ver- vertrag zur Berathung steht.( Beifall.) Ich muß ihm aber darin 1332 insgesammt nur 350 000 M., also durchschnittlich nur 270 m. bundenen Landwirthschaft ist also eine selbstverständliche Folge widersprechen, daß die Regierung mit dieser Vorlage des herrschenden Wirthschaftssystems im Allgemeinen, das eben die Landwirthschaft zu schädigen beabsichtige. Eine solche Die weitaus überwiegende Mehrzahl der preußischen land- nichts anderes fennt, als ewiges Schwanken zwischen Prosperität Schädigung wird nach meiner Ueberzeugung durch die wirthschaftlichen Brennereien hat also einen ganz verschwindend und Nothstand. Jegt sind wir seit Jahren schon beim letzteren: Borlage nicht herbeigeführt. Wenn der Herr Vorredner geringen Vortheil von dieser Liebesgabe; nennenswerthe Beträge der Agrarier sucht ihn abzuwälzen von sich auf den, dessen alsdann eine Sehnsucht nach französischen Zuständen ausgesprochen erhält nur der Großgrundbesizer. Rücken bisher am geduldigsten war, auf den Proletarier. hat, so muß ich ihm erwidern, daß das, was die verbündeten In Nicht- Preußen sieht es noch schlimmer aus! Dort giebt Die Kontingentirung des Brennereibetriebes soll nicht nur Regierungen hier vorschlagen, im deutschen Interesse liegt. es 17 206 landwirthschaftliche Brennereien, die insgesammt indirekt dem Brenner einen höheren Verkaufspreis durch Ge-( Beifall.) 8,9 Millionen Mark erhalten; davon erhalten 9326 je je chwährung der 20 Mark Steuerdifferenz- Liebesgabe schaffen, Staatssekretär v. Malhahn erwidert dem Grafen Mirbach, Mart durchschnittlich, 4657 je 30 Mart, 784 je 110 Mart. jondern auch direkt, indem die Kontingentirung die Produktion daß die Regierung es nicht für zulässig halte, noch ferner aus Diese 14 767 Brenner, also 85 pt. der überhaupt vor einschränken, dadurch das Angebot verringern und den öffentlichen Mitteln Summen für die Unterstützung der Zuckerhandenen, erhalten das sind Preis steigern soll. industrie auf unbestimmte Zeit zu gewähren. erhalten! ganze 300 260 Mark, 34 pct. der auf Nicht. Preußen entfallenden Liebesgabe! Das ist bisher nicht gelungen; erst die schlechte Kartoffel- Abg. Richter( fr.): Wenn Graf Mirbach auf Frankreich Und nun will man immer noch von einer Unterstüßung der ernte und die dadurch erzwungene Minder- Produktion exemplifizire, so verweise er darauf, daß man dort gegenwärtig nothleidenden Landwirthschaft reden? Klar und deutlich ist aus an Spiritus hat jetzt eine Preissteigerung hervorgerufen. damit umgeht, die Getreidezölle auf 3 Frts. zu ermäßigen. Er Es Nächste Sigung heute Abend 8 Uhr.( Berathung des Antrags auf Vertagung des Reichstags. Nachtragsetat, fleinere Vorlagen, Wahlprüfung.) Parlamentarisches. man Petitions Rommission. betrachte die Worte des Reichskanzlers nicht als eine Drohung, stattfindet, wie in dieser; die Arbeitszeit ist in den über- Gegen den Antrag stimmen geschlossen die Sozialdemo sondern als ein Versprechen, im nächsten Jahre mit einer Vor- hizten Arbeitsräumen außerordentlich groß, die Bezahlung fraten, die Volkspartei, die Elsässer und die Polen, ferner die lage wiederzukommen, welche den Zuckerinteressenten noch weniger ist gering, Weiber und Männer werden ohne Rücksicht auf freisinnige Partei mit der genannten Ausnahme, die Hälfte der günstige Zugeständnisse machen wird, und dies erleichtere ihm die Sittlichkeit halbnackt in dieselben Räume gepfercht. Deutschkonservativen und der Reichspartei, der antisemitische und seinen Freunden die Ablehnung der Vorlage und des An- Derselbe Verband deutscher Zuckerfabriken, der für sich eine be- Abg. Bickenbach, der Däne Johannsen und die Wilden Wisser trages Dr. Orterer. Er fönne nicht auf fünf Jahre vorzugte Behandlung bei der Zuckerbesteuerung verlangt, machte und v. Münch. hinaus wiederum der Regierung neue Einnahmen be- in Bezug auf die Gewerbe- Ordnungs- Novelle eine Eingabe, in Nach diesem Ergebniß der Abstimmung gelangt auch der willigen. Zur Durchführung der Handelsverträge brauche die der Beibehaltung der Nachtarbeit, der Sonntagsarbeit, der Sah von 18 M. für die Verbrauchsabgabe zur Annahme. Der Regierung feineswegs, wie Graf Mirbach meine, mehr Geld. Frauen- und Kinderarbeit, Beschränkung der Ruhezeit der Bousatz für Zucker wird entsprechend der ursprünglichen Vorlage Herabminderung der Bölle bedeute nicht eine Verminderung der Wöchnerinnen auf drei Wochen u. dgl. gefordert wurde. Wir auf 36 M. festgesetzt. Die eingegangenen Petitionen werden für Zolleinnahmen, sondern vielfach gerade eine Vermehrung der haben also wohl ein Interesse an dem Bestehen der Zucker- erledigt erklärt. felben. Eine Erhöhung der Konsumsteuer bedürfe es nicht. Sollte industrie, aber feines an dem Nutzen der Zuckerindustriellen, und Die Gesammtabstimmung muß wegen der angenommenen der Antrag Orterer angenommen werden, so betrachte er die darum sind wir gegen den Antrag Orterer. Wenn das Zentrum Aenderungen einstweilen ausgesetzt werden. Buckersteuer- Reform damit bis 1897 noch nicht für abgeschlossen, die Annahme dieses Antrages durchsetzt, so ist dieser parla- Schluß gegen 5 Uhr. Denn innerhalb der 5 Jahre könne man eine weitere Herab- mentarische Sieg eine Niederlage vor dem Lande. Ueberhaupt ist segung der Prämie herbeiführen. Der Antrag Orterer bedeute das früher aus idealistischen Tendenzen gegründete Zentrum in nichts weiter, als eine neue Liebesgabe für die Zucker- jüngster Zeit nichts als eine Interessenvertretung geworden. industrie. Tritt das Zentrum so für die Interessen der Reichen ein, die Abg. Fürst Hatfeld( Reichsp.) erklärt, daß die überwiegende aus den Taschen der Armen bedacht werden sollen, so wird uns Mehrzahl seiner politischen Freunde es dringend wünsche, daß dadurch die Agitation in den katholischen Gegenden sehr erdem Prämiensystem ein Ende gemacht werde, und daß sie, da leichtert, wo wir jetzt noch einigermaßen in Verruf sind. Wir auch sie den gegenwärtigen Zustand als unhaltbar betrachten, unfererseits haben feinen Anlaß, für irgend eine Exportprämie für den Antrag Orterer stimmen werden. oder für die Konsumsteuer zu stimmen, wir bewilligen überhaupt Abg. v. Koscielski( Pole) stimmt namens seiner Partei teine Mehreinnahmen, nachdem wir gehört haben, daß die den Ausführungen des Grafen Mirbach bei, obgleich es Flinten der Armee, für die ein großer Theil des Geldes gebraucht Sigung vom 8. Mai. Vormittags 91/2 Uhr. ihm peinlich sei, der Regierung Opposition zu machen. wird, unter Umständen gegen uns gerichtet werden sollen, weil Der Handelsgärtner Günther in Raguhn( Kr. Dessau Die bisherige Zuckerbesteuerung sei durchaus nicht un- wir versuchen, den modernen Stlaven eine menschenwürdige Anhalt) reichte eine Petition ein, die darum bittet, daß Wahlhaltbar. G3 müffe im Interesse einer jeden Regierung Existenz zu schaffen. Wir stimmen gegen das Gesetz in jeder befähigung festgestellt werde, wenn das 25. Lebensjahr liegen, einer Industrie von solcher Bedeutung, wie die Zucker- Form, gegen jedes Gesetz, das Forderungen stellt, die wir im bis mit dem Wahltage erreicht ist. Bei Feststellung der Wählerlisten wurde in Raguhn ein Wähler zurückgewiesen, det Industrie unter die Arme zu greifen, deren vitalste Interessen zu Namen des arbeitenden Volkes zurückweisen müssen. wahren. Der Antrag Orterer bleibe dabei auf halbem Wege Braunschweigischer Bevollmächtigter, Gesandter Freiherr v. feine Eintragung in die Liſten verlangte, weil er bis zum stehen und deshalb sei er unannehmbar, namentlich tönnten auch Gramm- Burgdorf bestreitet dem Vorredner, daß in Braun Schluß der Listen das 25. Lebensjahr noch nicht erfüllt habe. hat dem Wünsche des Betenten stattdie agrarischen Interessen des Ostens diesen Antrag nicht verschweig durch die Zuckerindustrie Bauern von Haus und Hof Die Kommission tragen. Die Agrarier flagten viel weniger, als sie zu flagen be- vertrieben seien. In Braunschweig seien die Aktionäre der gegeben und den Abg. Schwarz- Lübeck als Referenten berechtigt seien, von einem Geschenk an die Zuckerfabriken sei absolut Buckerfabriken die um die Fabriken herumwohnenden Kleinbauern auftragt, dem Plenum diesen Beschluß durch schriftliche Berichte teine Rede. Im Dften existirten teine Zuckerbarone, jeder Bauer und gerade in Braunschweig sei ein blühender Bauernstand vor zu unterbreiten, der in heutiger Sihung ohne Einspruch vom betreffenden Abgeordneten verlesen und acceptirt wird. Eine sei dort an der Zuckersteuer interessirt und diesen dürfe man den handen. erforderlichen Schuh nicht nehmen. Er werde gegen den Antrag Staatssekretär v. Malzahn- Gülz: Der Abg. Schippel Petition will eine Aenderung des Zollgesetzes bezüglich des GrenzDrterer und gegen die Vorlage stimmen. hat die von ihm erwähnte, in den Motiven zur Vorlage ent- verkehrs in Mühlenfabrikaten. Die Kommission beschließt, die Abg. v. Bennigsen( natl.): Ich habe mich schon bei der haltene Uebersicht über die Bertheilung des Besitzes an Rüben- Petition in Rücksicht auf die schwebenden Verhandlungen der deutschen und österreichischen Regierung zweiten Lesung für den Antrag Orterer ausgesprochen und ein land insofern falsch verstanden, als die dort enthaltenen Bahlen zwischen von vorläufig der Tagesordnung abzusehen. Ebenso großer Theil meiner Freunde ist entschlossen, für den dadurch nicht blos den direkten Besitz der Aktiengesellschaften enthalten, vorgefchlagenen Ausgleich zu stimmen, weil sonst kein positives sondern auch der Landbesitz der einzelnen Aktionäre darin ent- beschließt bezüglich der Petition des ehemaligen Derselbe stand bei der Ergebniß zu Stande kommen würde. Wir sind der Ueberzeugung, halten ist. Bahnarbeiters Westphal in 2übed. daß eine solche Uebergangsperiode weit mehr im Interesse der Abg. Graf Kanik( dk.) bekämpft den Antrag Spahn im Lübeck- Buchner Bahn in Arbeit, erlitt einen Unfall, den die Industrie liegt, als wenn sie im Ungewissen gelassen Wesentlichen aus den vom Grafen Mirbach vorgetragenen Direktion nicht zur Anzeige brachte und dessen Folgen sich würde. Die verbündeten Regierungen werden innerhalb Gründen. Der Reichskanzler wolle auf den österreichischen erst, wie durch ärztliche Atteste glaubhaft nachgewiesen der Uebergangszeit bis zum Jahre 1897 die Buckersteuer Handelsvertrag nicht eingehen, weil derselbe nicht zur Verhand- wurde, na ch 2 Jahren bemerkbar machten. Der Petent wurde nicht anrühren, die Nachbarstaaten würden lung stehe; es sei aber doch gerade in dem wichtigsten Puntte von der Berufsgenossenschaft abgewiesen, das Schiedsgericht entinnerhalb dieser Zeit die Zuckerprämie ganz beseitigen. In der das Geheimniß nicht gewahrt worden, es sei bekannt, daß eine schied demgegenüber zu seinen Gunsten, das Reichs: Veraber diese Entscheidung auf. In Veraussetzung also, daß dies richtig ist und in der Ueberzeugung, Herabsetzung der Getreidezölle auf 3/2 M. in Aussicht genommen ficherungsamt hob daß die Uebergangszeit für die Zuckerindustrie völlig ausreichend sei. Warum hier die Reichsregierung nicht Werth auf die Be- der Kommission ist man der Ansicht, daß dem Westist, sich auf die Aufhebung der Prämien einzurichten, werden wir wahrung des Geheimnisses gelegt habe, sei ihm unbekannt. Phal das Recht zustehe, auf dem Wege der für den Antrag Orterer stimmen. gegen die Direktion seine Ansprüche geltend Die Ermäßigung würde einem Ausfall von 30 Millionen Biviltlage Reichstanzler v. Caprivi: Ich kann Namens der ver- gleichkommen. Daraus erklärt sich auch der Nachdruck, mit zu machen, entschied sich aber in Rücksicht darauf, daß diefer Fall bündeten Regierungen erklären, daß die Voraussetzung des Abg. welchem man die Bedürfnisse der Reichstasse ins Feld führe. weitere gesetzgeberische Maßnahmen nach sich zu ziehen vermöchte, v. Bennigsen über das Verhalten der verbündeten Regierungen Beruhigt sein würden die Landwirthe nur, wenn der Reichs- einen Regierungstommiffar zur weiteren Berathung während der Uebergangsperiode vollkommen zutreffend ist. tangler erklären wollte, die Behauptung der Herabsetzung des hinzuzuziehen. Eine Anzahl Petitionen, die eine reichs ( Beifall.) Getreidezolles auf 3/2. sei unbegründet.( Präsident v. Le- gefehliche, bessere Regelung des Strafvollzugs wünschen, werden Abg. Schippel( Soz.): Durch die Entwickelung der Industrie vet om ersucht den Redner, endlich zur Zuckersteuer zu kommen. zurückgesetzt und beschlossen, einen Regierungs- Kommissar zur und die Prämien wurde der Rübenzucker start genug, nicht nur Seiterfeit.) Die Regierung möge auch an Amerita denten, wo ferneren Berathung zuzuziehen. Eine Reihe anderer Petitionen mit dem Rohrzucker auf dem Weltmarkt zu tonfurriren, sondern eine hohe Fabrikationsprämie gewährt war. persönlichen Inhalts werden erledigt. ihn bald sogar in seiner eigenen Heimath zu bedrohen. Er hat Abg. Meyer( Berlin): Die Freifinnigen werden mit verauch eine Revolution in unseren ländlichen Zuständen hervor schwindenden Ausnahmen gegen den Antrag Orterer stimmen. gerufen. In der Provinz Sachsen und Braunschweig baut Alles Der Reichskanzler und die Herren v. Bennigsen und Fürst HatzRüben statt Getreide und treibt im Anschluß an die Fabriken feldt bezeichnen den gegenwärtigen Zustand übereinstimmend als Viehmast. Dort besteht infolge dessen nur der großkapitalistische unhaltbar. Unhaltbar ist ein Zustand, der erst vor drei Jahren Betrieb dem ausgebeuteten Arbeiter gegenüber. Das ist uns sehr geschaffen war! Glauben Sie, daß auf einem Boden, der so angenehm, denn dadurch werden die Zentren der Zuckerindustrie häufig sich als unhaltbar bewiesen hat, ein Zustand geschaffen die Zentren der sozialdemokratischen Agitation auf dem Lande. werden kann, der für sechs Jahre vorhält? Wir glauben das Mit unserem Interesse für die Buckerindustrie verwechseln wir nicht, wir müssen uns die Möglichkeit vor Augen halten, daß aber nicht das Interesse weniger reicher Industrieller. Die Export auch schon vor Ablauf von sechs Jahren neue Aenderungen prämien erhalten uns nicht auf dem Weltmarkt, so wenig Vieh- nothwendig werden. Wir haben von jeher die Einführung und Getreidezölle unsere Landwirthschaft lebensfähig machen. der reinen Konsumsteuer befürwortet, man hat uns gering- Der Streit im Ruhrkohlengebiet ist von der Sohnkommission Den Zuckerindustriellen stehen allerdings bei ihrer Forderung schäßend zurückgewiesen. Jest bekehrt sich die Regierung zu für beendet erklärt worden. Die Resolution, in welcher dieser mildernde Umstände insofern zur Seite, als nicht ihnen allein unserem Standpunkte. Aber der Uebergang zur reinen Konsum- Beschluß ausgedrückt wird, hat nach der Rh. W. 8tg." folgenden eine Reichssubvention gewährt worden ist, die man ihnen nun steuer hätte auch im Interesse der Landwirthschaft gelegen; es Wortlaut: nehmen will, sondern auch Rheder, Fischer, Schnapsbrenner Sub- wäre dann der Zuckerindustrie der Charakter als landwirthschaft- Die Lohnkommission sieht den Ausstand für beendet an. ventionen bekommen; fogar ein großer Theil der Industriezölle liches Nebengewerbe bewahrt, ist der Charakter der Großindustrie Die Mitglieder erkennen an, daß der Ausstand ein zu früh aus ist als Exportprämie anzusehen. Die Abschaffung der Buder niemals aufgedrängt worden! Die Millionen für die Zucker- gebrochener war, daß die Beschlüsse des Pariser Kongresses prämien ist nur der erste Schritt, dem auch die Beseitigung der industrie kommen aus unseren Taschen, aus den Taschen der respektirt werden mußten, wenn ein einheitliches Vorgehen erzielt anderen Subventionen folgen muß. Es ist nur zum Theil richtig, Steuerzahler; ich möchte gern über mein Geld selbst verfügen, werden sollte; ferner erklärt die Lohnkommission, daß der Streit daß die französische Zuckerindustrie Alles von uns lernte; bis zur anstatt es einem Großindustriellen zu Wohlfahrtszwecken für die lediglich durch die verwerflichen Machinationen Mitte der siebziger Jahre lernten wir von den Franzosen, von ganze Nation zu überlassen.( Heiterkeit.) Dem Reichskanzler der Ultramontanen heraufbeschworen und diesen den Franzosen kommen die besten Rüben, so die noch heut wird unheimlich bei unseren neuen Ideen.( Heiterkeit.) Wir auch das Mißglücken des Ausstandes zur Last gelegt werden muß. als Dorzüglich anerkannte Villmorin'sche Rübe. Wenn sehen ja, daß unsere Forderungen, wenn sie, wie die Konsum- Die Kommission ist ferner der Ansicht, daß die Organisation aber unsere Zuckerindustriellen dem deutschen Zucker seitdem die steuer, etwas abgelagert sind( Seiterkeit), ihr allmälig sympathisch der deutschen Bergleute weiter ausgebaut werden muß, um die erste Stelle auf dem Weltmark verschafft haben, so sind sie dafür werden. Die jetzt verlangten Prämien sind uns zuviel und nun Schädigungen, welche der Streit für alle Bergleute gebracht, reich belohnt durch die hohen Dividenden. Die Opfer, die das verlangen wir gar keine.( Beifall links.) wieder wett zu machen. Ferner erklärt die Rommission, Alles Volt bei dem Erstarken der Zuckerindustrie brachte, werden am Abg. v. Wendt( 3.) stimmt dem Antrage nur zu, weil sich thun zu wollen, damit die Opfer des Streites vor der brückendsten Besten dadurch belohnt, daß man seine Taschen nicht weiter die Unmöglichkeit ergebe, etwas Besseres zu erreichen. Die Beun- Noth bewahrt bleiben." leert. Die Befürchtung vor der Konkurrenz des französischen ruhigung der Zuckerindustrie ist einmal da; sie wird bleiben, Die Ausstandsbewegung in den belgischen Kohlendistrikten Buckers ift unbegründet, denn die Zunahme der franzöfifchen möge beschlossen werden, was da will. hat zu dem Beschluß des Generalraths der Arbeiterpartei, den Buckerproduktion nach Einführung der dortigen Zuckerprämien ist Abg. v. Kardorff: Die vom Reichskanzler erwähnte Ausstand unterstützen zu wollen, geführt. Gegenwärtig ist er, nicht so verblüffend, wie sie es zuerst zu sein scheint; im Anfang Broschüre von Graß knüpft ihr Urtheil über den geringen prin- nachdem auch sämmtliche Zechen des Zentralbeckens den Ausstand der siebziger Jahre war die französische Zuckerproduktion sehr bezipiellen Werth der Getreidezölle an bestimmte Voraussetzungen, beschlossen haben, zu einem allgemeinen Streit fast auf aller deutend, fie nahm dann ab, und nur im Vergleich zu dieser ver- erklärt es aber für höchst bedenklich, vor der Erfüllung jener Vor- belgischen Kohlenbergwerken geworden. Die Wahlprüfungs- Kommission verhandelte gestern über die Wahl des Prinzen Handjery( 10. Potsdam Teltow- Beeskow). Trotz der angeblichen Majorität von über 6000 Stimmen fette die Kommission angesichts der vorge fommenen groben Wahlbeeinflussungen die Entscheidung über die Giltigkeit aus und beschloß eine ganze Reihe von Erhebungen. Die Bergarbeiter- Bewegung. Die neuesten Meldungen lauten: ringerten Produktion ist die jetzige Produktion sehr gestiegen. aussetzungen an dem bestehenden Zustand etwas zu ändern. Die Frankreich produzirte 1890 nur 51 000 Tons Zucker mehr, als Bevölkerung unserer ländlichen Bezirke hat in den letzten fünfzehn La Louvière, 8. Mai. Jm größten Theil der Gruben des 1874, während bei uns die Steigerung im selben Zeitraum Jahren um 10 v. H. abgenommen; dieses Ergebniß muß auch Zentrums ist der Ausstand ein vollständiger, in einigen Werken 700 000 Tons beträgt. Als wir 1887 unsere Exportbonifitation dem Reichskanzler als ein bedenkliches vorkommen, denn ein solcher find die Belegschaften heute zwar angefahren, haben indeß erklärt, verringerten, war die französische Prämie um 7 M. höher, als Rückgang bedeutet auch eine Berminderung der Wehrkraft. Abends bei der Ausfahrt ihre Werkzeuge mitzubringen und die die unserige, wenn wir jetzt die ganze Prämie abschaffen, Kommt nun ein solches Gesetz, so wird das Resultat eine, wenn Arbeit niederlegen zu wollen. In mehreren Stahlwerken feiert geben wir Frankreich, welches feit 1887 feine Prämie auch nicht beabsichtigte Schädigung unserer Landwirthschaft sein. ein Theil der Arbeiter. Die Industriellen und die Direktoren ebenfalls erniedrigte, nur noch 6 M. vor, und ich sehe Wenn die Regierung ihre Meinung so schnell geändert hat, fo mehrerer Hüttenwerte haben beschlossen, eine Petition zu Gunsten nicht ein, warum man sich davor fürchtet, nachdem der frühere ist nicht ausgeschlossen, daß sie sie nach einem Jahre der Verfassungsrevision an den König zu richten. Eine AbVorsprung Frankreichs um 7 M. unsere Stellung auf dem Welt- nochmals nach der anderen Seite gewechselt hat; auch aus ordnung soll an das Ministerium das Unsuchen stellen, eine Gr martt nicht schädigen konnte. Was die Konsumsteuer anlangt, so diesem Grunde bin ich gegen die Vorlage und gegen den flärung zu Gunsten des allgemeinen Stimmrechts abzugeben, um bin ich gegen diefelbe; unser Buckerkonsum ist außerordentlich Antrag Orterer. die Krise zu beendigen. Der Zustand in den anderen Becken ist gering, und es ist nöthig, diesen Ronfum zu vermehren, was Abg. Graf Mirbach: Wenn der Reichskanzler ablehnt, auf unverändert. Durch die Konsumsteuer verhindert wird. Der deutsche Arbeiter meine Bitte wegen des Handelsvertrags einzugehen, so ist Antwerpen, 8. Mai. Eine Versammlung des Arbeiter soll von dem Zucker, den er mit seinem Blut erzeugt, auch sein er ja formell dazu im Rechte; ich muß aber dabei bleiben, daß verbandes beschloß gestern, die Dockarbeiter aufzufordern, ause Theil genießen! Von dem Stande der Zuckerindustrie soll die das Bekanntgewordene die Landwirthschaft im höchsten Grade wärtige Kohlen nicht zu entladen. Lage vieler Kleinbauern unmittelbar abhängen, in der That aber beunruhigt. find die Zuckerfabriken Besizer oder Pächter des weitaus größten Theils des mit Zucker bestandenen Landes. Der Vorlage ist eine Uebersicht beigegeben, wonach in der Proving Sachsen von 84 bis 94000 Hektaren Rübenlandes 64 bis 69 000 im Besitz von Zucker fabriken waren, in Hannover von 31 000 Hektaren 21 bis 23 000, in Braunschweig von 19 bis 20 000 Hektaren 16 bis 18 000 Hettaren, in Anhalt von 17 bis 20 000 Hektaren 11 bis 12 000. Das ist eine Nachdem noch der Abg. Wiffer( wildlib.) einen Antrag befürwortet hat, die Prämien für im Ganzen vier Jahre statt für sechs, und zwar vom 1. August 1891-1893 den Satz von 1,25, von 1893-95 den Satz von I M. zu bewilligen, wird die Generaldiskussion geschlossen. In der Spezialdiskussion werden§ 1,§§ 8-63,§§ 65 und 66 ohne Debatte unverändert angenommen. Lüttich, 8. Mai. Die Arbeiter sämmtlicher Phosphatwerte der Umgegend sind ausständig geworden. Lokales. folgendes " Der Zeitgeist", das Kompot zum„ Berliner Tageblatt", Expropriation von Bauern durch die Industrie, wie sie fast ohne Bu§ 67, der die offenen Exportprämien für die Ueber bringt am Montag, den 4. d. M. in Nr. 18 unter„ Et cetera" Gleichen ist. Wo aber noch Bauern Rüben liefern, bezahlt man gangszeit von drei Jahren enthielt, und in der zweiten gewiß als Rampf mit geistigen Waffen" ihnen außerordentlich geringe Preise. Abg. v. Bennigsen gab Lesung in jeder Form abgelehnt worden ist, liegt der Abführmittel: neulich selbst zu, daß während die Zuckerfabriken hohe Dividenden Antrag Orterer vor, offene Exportprämien für fünf Jahre Was ist Kommunismus? Mehrere Arbeiter zu Paris sprachen vertheilten, der für die Rüben gezahlte Preis die Produktions- in der oben mitgetheilten Weise zu bewilligen; dazu der Unter- über" die große Aufgabe der Republit; einer von ihnen eiferte Toften eben deckte. Jede Erhöhung der Produktionssteuer wurde antrag Wisser. besonders heftig gegen den Kommunis. Plöglich fragte ihn ein in doppeltem und mehrfachem Betrage auf die Rübenbauern abDer Antrag Wisser wird gegen die Stimmen der Frei- Kamerad:„ Was ist Kommunismus?" Statt aller Antwort nahm gewälzt. Im Jahre 1886 wurde die Steuer um 10 Pfg. pro finnigen, Volkspartei und Sozialdemokraten abgelehnt. Ueber der Angerebete seine alte Blouſe, ris biefelbe in vier, acht und Doppelzentner erhöht; da zwei Drittel der Produktion exportirt den Antrag Orterer wird namentlich abgestimmt. Das mehrere Stücke, reichte jedem Umstehenden einen Feßen und sagte: werden und hierfür die Steuer rückvergütet wird, beschränkt sich Resultat ist die Annahme mit 146 gegen 143 Stimmen, Für den Antrag Orterer stimmen: das Zentrum mit Aus- ulle gleich vertheilt, nützt sie weder mir noch Guch. Das i " Seht, als die Blouse ganz war, nützte die Blouse mir, jetzt unter die auf den Doppelzentner durchschnittlich entfallene Erhöhung auf 3 Pfg., und der Preis der Rüben wurde, wie der den Kon- nahme der Abgg. Kersting, Graf Matuschka, Rudolphi, Szmula Kommunismus." Eine beffere Definition ist seit langer Zeit servativen doch gewiß unverdächtige Herr Knauer zugiebt, um und der welfifchen Hofpitanten v. Hate und Göz v. Olenhusen, nicht gegeben worden." 15 Pfg. pro einfachen Zentner erhöht. Auf die Verhältnisse der die Nationalliberalen mit Ausnahme der Abgg. v. Benda und Gut gebrüllt, Löwe! Also merkt Euch, Ihr verführten Arbeiter, Arbeiter in der Zuckerindustrie ist Abg. Heine schon in der ersten Dechelhäuser, ferner etwa die Hälfte der Deutschkonservativen und wenn die Arbeitsmittel, z. B. eine Maschine, Gemeingut werden Lesung eingegangen, ich betone deshalb hier nur kurz, daß kaum der Reichspartei; außerdem der deutschfreisinnige Abg. Schröder so erhält der Eine ein Rad, der Andere einen Riemen, der Dritt in einer anderen Industrie eine solche Ausbeutung der Arbeiter und die Wilden Prinz Carolath, Rösicke und Thomsen. den Kessel oder jeder einen Bruchtheil von diesen Bestandtheilen, Deutscher fozialdemokratischer eserlub. Allee 10. Ecke Rue MontEine Rohlengrube wird auseinandergeschlagen und jeder wickelt| Schnittwunde am Halse, auf einer Bank fizend, todt aufgefunden.| Charlottenburgerstraßen Ede bet stebs. Gäfte haben Zutritt.- Paris sich sein Stück in ein Taschentuch, so auch der Grund und Neben ihm lag ein blutiges Taschenmesser, mit welchem er sich augen- martre und Rue Etienne- Marcel. Jeden Sonnabend öffentliche VersammBoder. scheinlich die Verlegung beigebracht hat. Nachmittags wurde im lungen. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonnabend. Abends Als diese Arbeitsmittel und Güter noch ganz waren, nutzten Thiergarten am Neuen See ein unbekannter, den besseren Ständen Gesangverein Sanges Echo," fie„ wenigstens" dem Besizer( zu eurer Ausbeutung), jeht wo ihr angehörender, etwa 48 Jahre alter Mann mit einer Schuß- Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Geſangverein, Freund= fich aft", Friedenstr. 48 bei Zollkühn. eure Ration weg habt, fällt das fort und ihr wißt auch nicht, wunde in der rechten Schläfe todt aufgefunden. Beide Leichen Stalizerstraße 142 bei Greifer. Gesangverein" yranta", LandsbergerGrüne Eiche" Rigdorf, Knesebeck- und was ihr mit den Feßen anfangen follt. wurden nach dem Schauhause geschafft. Zu derselben Zeit straße 81 bet Musehold. Gesangverein„ Treuer Bund" bet Ullrich, Arndt- und Friesen63 ist nur gut, daß dieser Esel, der die Blouse zerfetzt hat, wurde in dem Reifetorbe eines in der Mohrenstraße im Gesinde- Hermannstr.- Gde bet Better. Gefangverein Glückzu" bet Bergmann, Brinzenfein Kohlenbaron war, sonst hätte er das einleuchtende Experiment dienste stehenden Mädchens, welches am 2. d. M. auf Veran- straßen- Ecke. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Männer- Gesang gleich mit einem Bergwerk gemacht anstatt mit einer Blouse, die lassung seiner Herrschaft wegen Erfrankung in die Charitee aufwahrscheinlich selbst nur ein Plunder war. genommen worden war, die bereits start in Verwesung über- verein" bonir", Steinmeßfir. 76, bet Lemm. Aufnahme neuer MitgliederMusikverein, Borwärts", Ab. 8%-10% Uhr, Annenstr. 14, part. Bitherklub Bitherklub ar= gegangene Leiche eines neugeborenen Kindes aufgefunden. Das Waldrose"," Abends 9 Uhr bei Kleemann, Laufiberstr. 41.Tambour Aus dem Berliner Verbrecherleben. Durch eine neue Mädchen scheint das Kind gleich nach der Geburt in dem Korbe inonie", 9 Uhr nebungsstunde, Kaiser Franz- Grenadierplay 7. Am 7. d. M. Verein, Deutsche Eiche", Sigung 9 Uhr im Restaurant Techow, Waterloo- Ufer 14. Blutthat hat sich, wie hiesige Blätter berichten, der gefährlichste verborgen zu haben, worin es dann erstickt ist. Aufnahme neuer Mitglieder. Messerheld Berlins wieder der Polizei in die Hände geliefert Vormittags wurde auf dem Geleife der Stettiner Eisenbahn an Berliner Turngenossenschaft. 5. Männer- Abtheilung Abends von Abends - 8. Männer Abtheilung. und damit voraussichtlich auf lange Zeit unschädlich gemacht. der Ecke der Hoch- und Wiesenstraße ein unbekannter, etwa 8-10 Uhr, Zurnlotal Mariannenplay 1a. Bor einigen Tagen provozirte in einem Schantlokale der Frant- 30 Jahre alter, dem Arbeiterstande angehörender Mann todt 0-11 hr.- 2 übec'icher Zurnverein. Die 1. Lehrlingsabtheilung turnt Abends 8-10 Uhr. Der Turnsaal befindet sich Königstädtisches Gymfurter Allee ein junger Mann einen Streit und stach im Ver- aufgefunden. Er war durch einen Zug überfahren und getödtet nasium, Elisabethstraße 57-58, Am Stattlub Rams ch", gegründet 1. Oftober 1890. Abends 9 Uhr, Sigung laufe desselben einen seiner Gegner mit dem Messer nieder. Der worden. Die Leiche wurde nach dem Schauhause geschafft, Messerheld wurde festgehalten und der Kriminalpolizei zugeführt, Görliger User, nahe der Görligerſtraße, sprang am 7. d. M. in Wily Schmidt's Reſtaurant, Wrangelſtr. 141. Genoſſen find freundlichst die in ihm einen alten Bekannten wiedererkannte, der erst fürz- Morgens eine Frauensperson in den Landwehrkanal, wurde klub u donis" bet Heid, koppenstr. 75. Gäste willtommen. Lotal Veteranenlich aus Plößensee" entlassen worden ist. Es war der Löpfer- jedoch, anscheinend ohne Schaden genommen zu haben, wieder aus Theater- Gesellschaft Schneeglödchen" im bei Bettin. gefelle Paul Siebenhaar, ein gefährlicher Beichenfledderer" und bem Wasser gezogen. Nachmittags versuchte ein Schankwirth, Gigung " Jolegänger", d. h. Kollidieb, der schon eine Geschichte hinter sich hat. Er in seiner Wohnung in der Koppenstraße sich in einem Anfall von Brüderstr. 26. ist der Held einer Blutthat, die vor 5-6 Jahren viel von sich reden Gäuferwahnsinn zu erhängen. Er wurde jedoch noch rechtzeitig stebzeit, Wrangelfir. 30. Gäſte willtom. machte. Schon in seiner Jugend vielfach wegen Diebstahls und abgeschnitten und nach der Charitee gebracht. Vor dem Hause brecher Wendelssohnſtr. 4, Sigung mit Damen. Gäfte willkommen. Messerstechens vorbestraft, war er gerade 19 Jahre, als er von Liebenwalderstr. 4 wurde Abends ein Arbeiter, als er mit einem 8% uhr, im Restaurant„ Bürger- Garten"," Lindenstr. 105, Unterricht und Der Polizei verfolgt wurde, weil er in zwei Fällen in den Mädchen sprach, von einem Unbekannten durch zwei Messerstiche ebung. Rauchklub, Dornröschen", Abends 9 Uhr, bei Restaurateur Pietsch, städtischen Anlagen schlafende Personen mit Gewalt beraubt in den Kopf so schwer verletzt, daß er nach Anlegung eines haben sollte. Eine Zeit lang war er nicht zu finden, denn be- Nothverbandes nach dem Krankenhause Moabit gebracht werden. Steuer. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. fanntlich wird es Berbrechern nirgends leichter, sich zu verbergen, mußte. Zu derselben Zeit stürzte sich eine Frau, anscheinend Der Kriminal- Schuhmann Eckert war speziell infolge von Geistesstörung, aus dem Fenster ihrer im zweiten abend: Bergnügungsverein Zuftige 13" 10 Uhr bei Siebzeit, Wrangel damit betraut, den p. Siebenhaar festzunehmen. Unter der Stock des Hauses Schlegelstr. 9 belegenen Wohnung auf den Hofufer 13.- Tambourverein, Deutsche Eiche" 9 Uhr bei Techow, WaterlooLeitung dieses Beamten waren diverse Vigilanten dem Gesuchten hinab und verstarb auf der Stelle. In der Nacht zum 8. d. M. ufer 14. ununterbrochen auf der Fährte, bis es endlich gelang, wurde ein Buchhalter auf dem Boden des Hauses Sebastianstr. 76 denselben im Schantlokal von Liersch in der Andreas- und der Andreas und am darauffolgenden Morgen ein Händler im Hause straße zu stellen. Als Schuhmann Eckert das Reller Melchiorstr. 16 erhängt aufgefunden. Am 6. und 7. d. M., lofal betrat, hatte sich Siebenhaar gerade eine Portion sowie am darauffolgenden Morgen fanden 14 kleine Brände statt. Essen geben laffen. Der Beamte erklärte ihn für verhaftet als in Berlin. und forderte ihn auf, mitzugehen. Ich komme schon miter widerte S. Lassen Sie mich nur erst essen!" Es war des Beamten Unglück, daß er dies erlaubte und sich zu genauester Beobachtung an denselben Tisch sezte; er glaubte dies bei seiner Größe und herkulischen Kraft ungefährdet thun zu können. Der Arrestant aß sehr langsam und als ihn endlich der Beamte zu größerer Gile aufforderte und dabei drohend mit seinem Stocke winkte, da stieß ihm plößlich der Verbrecher das spitze Meffer tief in die Brust; da er aber letteres seitwärts herum riß, zerfleischte er dem Beamten noch die ganze Brust. Der Schutzmann lief mit den Worten: Ich habe genug!" auf die Straße, brach aber vor der Thür bewußtlos zusammen. Ein Vigilant folgte sofort, um den Ausgang zu sperren, während man im Lokale den Thäter festzuhalten suchte. Die Wirthin wollte ihm das Messer entreißen, erhielt aber einen Stich in den Arm, der sie kampfunfähig machte. Bu Derselben Zeit ging ein Polizei- Lieutenant vorüber, der, durch den draußen befindlichen Vigilanten schnell orientirt, mit blanker Waffe in das Lokal stürmte und den Thäter nach furzem Kampfe festnahm. Wegen dieser That und den beiden Diebstählen wurde er zu vier Jahren acht Monaten Gefängniß bestraft. Während er die Strafe verbüßte, mußte sich der nur nothdurftig geheilte Schuhmann Eckert pensioniren lassen. Er hat die Folgen der Verlegung nie ganz verwinden können und ist unlängst daran verstorben. Siebenhaar hat seine Strafe verbüßt; lange hat er fich der Freiheit nicht erfreut, das Messer und seine Leidenschaft lichkeit haben ihn wieder ins Untersuchungsgefängniß gebracht und ihm eine energische Strafe zugesichert. Zwei größere Dachstuhl- Brände nahmen vorgestern Abend und gestern früh die Thätigkeit der Feuerwehr in Anspruch. Am Mittwoch gegen Abend ging der Dachstuhl des Hauses Katzbachstraße 6 in Flammen auf. Das gewaltig entfachte Feuer theilte sich dem ganzen Borderhause und dem rechten Seitenflügel mit und beschädigte auch das angrenzende Nachbarhaus. Als das Feuer in voller Gluth war, schlugen die Flammen über 12 Fenster Front empor. Gestern früh in der dritten Stunde war das Grundstück Falckensteinstr. 18 der Schauplah eines größeren Dachstuhl- Brandes. Der größte Theil des Dachstuhls vom Vorderhause, mit vielen Verschlägen, ist ein Raub der Flammen geworden; drei Spritzen gaben Wasser. Außerdem waren in der Zwischenzeit bis heute neun fleinere Brände zu löschen. Eine unsinnige Wette, die den Tod eines Menschen herbeigeführt hat, wird aus Beeskow gemeldet. In eine Gastwirthschaft in dem bei Beeskow belegenen Dorfe Görzig kehrten vier Herren ein, unter welchen fich auch der Gutsvorsteher Grasse zu Krachtshaide befand. Im Gespräch wettete G., daß er zwei Flaschen Wein in 10 Minuten austrinken könne, und dieser Behauptung folgte alsbald die That. Der völlig berauschte Mann setzte bald darauf seinen Weg fort, brach aber schon im Dorfe zusammen und wurde bewußtlos in das oben erwähnte Lotal zurückgeschafft, wo er noch in derselben Nacht, wohl an den Folgen des übermäßigen Weingenusses, verschied. Gerichts- Beitung. Eine Anklage wegen Majestätsbeleidigung wurde gestern gegen den Schneider Karl Bröse vor der 2. Straffammer des Landgerichts II verhandelt. Der Anklage lag eine unvorsichtige Aeußerung zu Grunde, die Bröse bezüglich des Kostenaufwandes, welcher durch die Reisen des Kaisers verursacht werde in der Werkstätte seines Meisters hatte fallen lassen. Der Gerichtshof verurtheilte ihn zu sechs Monaten Gefängniß. Arbeiterbewegung. Wien, 8. Mai. Die Forderungen der Buchdrucker und Schriftgießer auf Herabsetzung der Arbeitszeit auf 9 Stunden, Aufhebung der 14 tägigen Kündigungsfrist und Einschränkung der Ueberstundenarbeit sind heute von sämmtlichen BuchdruckereiEs ist infolgedessen ein fast allbesitzern abgelehnt worden. gemeiner Streit der Buchdrucker ausgebrochen. Mittags treten die Arbeitgeber behufs Berathung der zu ergreifenden Maßnahmen zusammen. Fourmies, 5. Mai. Die angekündigte Abnahme des Streits scheint nicht anzuhalten. Die Arbeiter verließen, als ihnen eine geforderte zehnprozentige Rohnerhöhung nicht zugestanden wurde, die Arbeit. Um Mittag wurde überall gefeiert. Die Situation ist eine gespannte. Die Unternehmer wollen sich am Abend versammeln, drei von ihnen sind zu Konzessionen geneigt. Versammlungen. 1. Kassenbericht. 2. Berschiedenes. eingeladen. Stattlub, Ramsch", Fürstenbergerstr. 10. 9 Berein 21 Humoristischer Privat Abends Giaconda", Theater- Verein" Abends 9 Uhr, Lustige Brüder", Bergnügungs- Verein" Lustige 13", Abends 9% Uhr, bei Vergnügungsverein Sorgen= Roller'scher Stenographen Verein Süd- West Berlin", Abends Rauchtlub„ Goldene Quaste", 9 Uhr, Lothringerstr. 67 bei Brückner. Rauchtlub Hennigsdorferstraße 24.Rothe MeIte", Weinstr. 22, bet Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Sonn straße 30. Theaterklub Helmerding" 9½ Uhr bet Hanf, Tempelhofer " " Literarisches. Die Berliner Volks- Tribüne"( Abonnementspreis für Berlin monatlich 50 Pf. pränumerando[ frei ins Haus]. Einzelne Nummer 15 Pf. Redaktion und Expedition SO.( 26), Elisabeth- Ufer 55.) bringt in ihrer Nr. 19 vom Sonnabend, den 9. Mai: Aus der Woche. Soziales aus Amerika. Buttfamer. Revolution. Die Börse als Heimstätte des moderen Raubritterthums. IV.- Haushaltugsbudget eines Handlungsgehilfen. Die Löhne in der englischen Textilindustrie.- Die Zukunft der Eisenproduktion.- Verschiedenes. Gedicht.- Novelle. Warum geht Rußland auf Eroberungen aus? II.- Die Lage der Landbevölkerung in Ungarn. Zum Thema: Darwinismus und Sozialismus. Die Löhne im Kohlenbergbau in Frankreich. Die Wirkung der Kornzölle. Schwerthiebe aus dem geistigen Kampfe gegen die Sozialdemokratie.- Vom Reichstag. Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Bochum, 8. Mai. Die Zahl der strafweise entlassenen Bergarbeiter dürfte 1000 überschreiten. Der angedrohte Verlust der Knappschaftsrechte verursacht große Aufregung unter den Arbeitern. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Freystadt i. Westpr., 8. Mai. Bei der heute stattgehabten Erfahwahl eines Landtags- Abgeordneten für den zweiten Wahlbezirk des Regierungsbezirks Marienwerder wurden 362 Stimmen abgegeben. Davon erhielt Landrath Conrad- Graudenz( freitons.) 227, Mühlenbesitzer Schmadenburg( bfr.) 126 und von RybinskiDebenz( Bole) 9 Stimmen. Mithin ist Landrath Conrad gewählt. Wien, 8. Mai. Der Streit der Buchdrucker und Schriftgießer nahm im Laufe des heutigen Tages zu. Nur in vier Buchdruckereien, in welchen die Prinzipale sich mit den Arbeitern auf Grund deren Forderungen geeinigt haben, Eine Konferenz der Besitzer der wird voll gearbeitet. 35 hervorragendsten Wiener Buchdruckereien und Schriftgießereien beschloß, an dem Ende Dezember dieses Jahres ablaufenden Tarifvertrag festzuhalten und nöthigenfalls den Betrieb ganz einzustellen oder doch möglichst einzuschränken. Die Prinzipale erklärten sich für solidarisch und forderten die übrigen Arbeitgeber zu dem gleichen Vorgehen auf. New- York, 8. Mai. Die lehten Nachrichten aus Costarica besagen, in der Hauptstadt herrsche wieder Ruhe. Allgem. Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter( G.§. 29) und Bultan"( E. 5. 89). Filiale Berlin 1. Bersammlung am Sonnabend, ben 9. d. W., Abends 9 Uhr, bet Winter, Dichterfelberftr. 6. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Verschiedenes. Filiale 4 der Allgem. und Zentral- Kranken- und Sterbekaffe der metallarbeiter( G. S. 29 und 89, Hamburg). Sonnabend, 9. Mai, Abends uhr: Bersammlung bei Bolzmann, Andreasstraße 20. Tagesordnung: Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 10. Mat cr., Abends 7 uhr, bet Lüttich, 9. Mai. In zwei kleineren Rohlengruben der Um Schmiedel, Alte Jatobftr. 82: Bersammlung. Vortrag des Hrn. Dr. Bruno wille über: Das Antlig der Natur. Nachdem gesellige Unterhaltung und gegend hat eine unerhebliche Wiederaufnahme der Arbeit stattgeZanz. Damen und Herren als Gäste willkommen. Verband der Porzellanmaler und Berufsgenossen. Sonnabend, ben funden, dagegen wird an den übrigen Stellen heute weiter ge9. Mai, Abends 8 Uhr: Bersammlung bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75. feiert. Gestern und heute wurden zahlreiche Verhaftungen von Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Abrechnung vom 1. Quartal 1891. 3. Gr- Plünderern und Urhebern von Ausschreitungen vorgenommen. gänzungswahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen Auf die Schildwachen wurden Nachts wieder verschiedene Anwird gebeten. Zentral- Kranken- und Sterbekaffe der Tischler und anderer ge- griffe mit Revolvern gemacht. werblicher Arbeiter( Hamburg). Dertliche Berwaltung Berlin A und S. Sonntag, den 10. Mat, Bormittags 10% Uhr: Mitglieder Versammlung im Botale, Süd- Ost", Waldemarstraße 75. Tagesordnung: 1. Statutenberathung. New- York, 8. Mai. Wie aus San Diego gemeldet wird, 2. Wahl von zibet Delegirten zu der am 14. Junt cr. ftattfindenden Generalversammlung in Halle. 3. Verschiedenes. Fachverein der Metallschrauben- und Facondreher Berlins und kehrte der Marschall der Vereinigten Staaten, welcher die BeUmgegend. Außerordentliche General- Versammlung am Sonntag, 10. Mat, schlagnahme des Dampfers Jtala" verfügt hatte, dorthin zurück, Bormittags 11 Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakobstraße 48 a. Tagesordnung nachdem er von dem Dampfer acht Meilen von San Diego ge= Das Kentern zahlreicher Boote auf der Oberspree und 1. skaffenbericht. 2. Auflösung des Fachvereins. 8. Eventuelle Wahl einer landet worden war. Der Marschall berichtet, er sei von dem Mitgliedsbuch legitimirt. der Havel wird vom gestrigen Himmelfahrtstage gemeldet. Auf 2tquidations- Kommission. Maler! Filtale 6, Moabit, des Vereins der Maler und verw. Berufs- Kapitän des Schiffes zu einer Unterredung in deffen Kabine eindem Müggelsee fuhren Vormittags zwei Insassen eines Ruder- genollen. Regelmäßige Mitglieder- Bersammlung am Montag, den 11. Mai, geladen worden. Derselbe habe ihm erklärt, er führe Kontrebootes ganz nahe an einen ihnen entgegenkommenden Privat- abends 8% Uhr, im Restaurant Sermerschmidt, Perlebergerstraße 28. Tages: bande an Bord und das Leben des Marschalls sei in feiner 1. Vortrag des Kollegen Schweiger. 2. Distussion. 3. Ver dampfer heran, um sich von den Wellen schaukeln zu lassen. Da ordnung: der See bei dem starten Nordostwinde ohnehin sehr hoch ging, fchiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht der Vorstand. Gäste will Hand. Sobald er die Kabine in Abwesenheit des Kapitans verlaffen würde, habe er sich die Folgen selbst zuzuschreiben. Die füllte sich das fleine Boot alsbald mit Wasser und fenterte inVerband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzpläßen be folge dessen. Der eine der beiden Unvorsichtigen, ein in der schäftigten Arbeiter Deutschlands, Ortsverwaltung Berlin. Witglieder- Ver- Thüre der Kabine war von bewaffneter Mannschaft besetzt, vier Der Marschall theilte mit, er habe einige Mariannenstraße wohnender Bautechniker F., suchte sich durch sammlung am Montag, den 11. Mat, Abends 8½ Ubr, bet Säger, Grüner geladene Kanonen waren so aufgestellt, daß Niemand das Schiff 2. Grjazzwahl. 3. Verschiedenes und Schwimmen zu retten, wurde jedoch von seinem Begleiter daran eg 28. Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Betzel über: Die gutünftige verlassen konnte. Hundert bewaffnete chilenische Soldaten an Bord gesehen. gehindert, der sich an seine Füße flammerte und denselben in die Fragetasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht der Borstand. Tiefe zog. Glüdlicherweise wurde die gefährliche Lage der Beiden zur Dampferparthie am 1. Junt gelangen daselbst zur Ausgabe. Bis zum Depeschen aus San Francisco melden, das Kriegsschiff Char8. Junt werden nur an Mitglieder Billets verkauft, von da ab werden die lefton" werde den Itala" heute verfolgen. vom Dampfer bemerkt und die bewußtlos aus den Fluthen felben auch an Gäste vertauft. Die Billets zum Preise von 1,30 Wt. sind bei wieber Emportauchenden durch die Mannschaft des Dampfers allen Vorstandsmitgliedern zu haben. gerettet. Oberhalb Stralau schlug ein Segelboot bei dem heftigen Winde um, und fast zu derselben Beit tenterte hinter Treptow ein Ruderboot. Nachmittags fenterte ein mit fünf Personen besetztes Ruderboot auf der Havel bei Potsdam. Es gelang in allen Fällen, die Insassen der Fahrzeuge zu retten. tommen. Organisation der Gewertschaften". Die Billets Arbeiter Gefangverein Vorwärts"( Norden). Sonntag Abend Harmonie mit Familie. Montag Abend 9 Uhr Zusammenkunft im Vereins: tofal, Schönhauser Allee 23.- Wir machen die Mitglieder, welche in der legten uebungsstunde nicht anwesend waren, auf den Beschluß aufmerksam, baß etwaige Bortommniffe innerhalb des Vereins nicht mehr durch Karten, Oranienburg. Allen Genossen, insbesondere den Vereinen, welche Ausflüge nach Oranienburg zu unternehmen gedenken, zur Nachricht, daß der Wirth des hiesigen Schüßenhauses feine Lofalitäten laut Plakat an den Berliner Anschlagsäulen empfiehlt. Bu Arbeiterversammlungen ist das Lokal nicht zu haben, überhaupt befindet sich in Oranienburg fein Wirth, der sozialdemofratische Versammlungen in seinen Räumlichkeiten stattfinden 8% Uhr, bet Förtsch, Stallschreiberfir. 60. nahen Sandhausen abzuhalten, woselbst Herr Da II y feinen Saal zu jeder Versammlung hergiebt. Wir empfehlen den Genossen, bei Ausflügen hierher, dieſes Lokal zu besuchen. Arbeiter, Genossen! haltet Euer Prinzip hoch, indem Ihr die jenigen Wirthe berücksichtigt, welche Euch ihre Lokale zu Versammlungen hergeben! # 1 Briefkaffen der Expedition. Für den Maifonds gingen ferner folgende Beiträge ein: R. Klose, Zapezirer 1,-. Gesammelt bei Kußner, Reichenbergerstraße 57 7,50. R. G. 1,-. Gesammelt von den verschwägerten Bimmerleuten 12,05. Sechs Löwen in Schildhorn 3, Sonderling 5,-. Vom Maifest in Nieder- Schönhausen( Großjean) beim Springen 1,70. Gesammelt im Gesangverein Union von Seidel 4, Gesammelt am 1. Mai von 28 Maschinenbauern und Tischlern der Gebr. Arndt, Fennstraße 21 18,55. Summa 53,80, Bereits quittirt 319,75. Summa 373,55. Weitere Beiträge nimmt die Expedition des Vorwärts", Beuthstr. 3, gern entgegen. gingen ein: läßt. Wir sind deshalb angewiesen, unsere Versammlungen im 10. Mai, Vormittags 10 Uhr, im Feen- Palast, Burgstraße( Eingang St. Wolf- Für die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands In Polizeibericht. Am 6. b. M., Vormittags, wurde ein Kaufmann beim Ueberschreiten des Fahrdammes vor Stechbahn Str. 1. 2. von einer Equipage überfahren und anscheinend an beiden Unterschenkeln so bedeutend verlegt, daß er mittelst der Spree, an der Moabiter Brücke, wurde zu derselben Zeit die Leiche eines Soldaten angeschwemint und nach dem GarnisonLazareth in der Scharnhorststraße geschafft. Im Thiergarten, in der Nähe des Restaurants Charlottenhof, wurde zu derselben Zeit ein unbekannter, etwa 30 Jahre alter Mann mit einer tiefen sondern allein nur durch den Vorwärts" befannt gegeben werden. Oeffentliche Versammlung aller in Buchbindereien und verw. Betrieben beschäftigten Arbeiterinnen und Arbeiter am Montag, den 11. Mat, abends 8 Uhr, bet Feuerstein, Alte Jakobstraße 75( großer Saal). Tages ordnung: 1. Die Nothwendigkeit der Arbeiterinnen- Organisation, Referenten: Kollege Schlegel und Fräulein Wabnitz. 2. Diskussion und event. Gründung eines Arbeiterinnen- Vereins. 3. Verschiedenes. Weißensee. Lese- Abend des Arbeiter- Bildungsvereins heute Abend Uhr, bei Dufedann( Bereinshaus), Charlottenburgerstr. 150. geselligen und Borstands- und Kommissionsfuns heute, connabend, den 2. Wat, abends Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag, den gangstraße), llebungsstunde sämmtlicher zum Bunde gehörender Vereine. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Ginlaßtarte legitimirt. Große öffentliche Versammlung aller Bau-, Fabrit und gewerblichen Ges. in der Vers. der in der Schuhwaaren- Branche beschäft. Silfsarbeiter von Rigdorf und Umgegend, am Sonntag, ben 10. Mat, Arbeiter u. Arbeiterinnen 30,60. Gingez. d. Schulz vom Stat mittags 10% Uhr, in der Vereinsbraueret, Herrmann- und Jägerstraßen- Ece. Tagesordnung: 1. Die gegenwärtige Sage Der Arbeiter, und wodurch ist es vom 3. Mai 1,-. Amerikanische Auktion der Berl. Kupferarb. möglich, biefelbe zu verbessern Referent wird in der Bersammlung befannt 13,60. Ges. in Friedrichshagen v. d. Schäftebranche 15,-. gemacht. 2. Distusfion. 3. Verschiedenes. Der Einberufer. Berichtigung. Ju Nr. 103 muß es heißen statt Gaßmann Branchen! Es ist Pflicht, in dieser Versammlung zu erscheinen. Auch finden eben Sonntag nach bent 15. im Monat die Mitglteber- Bersammlungen des an Bischke, Gaßmann und Zoschke( Bau Klaudiusstraße). Genosse Heitmann wird um Angabe seiner Adresse ge= Bereins der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter für Rigdorf und Umgegend im Zotale des Herrn Mette, Jägerstr. 8, statt. Freireligiose Gemeinde. Sonntag, den 10. Mat, Bormittags 10 Uhr, Rosenthalerstraße 38. Dr. Böitel: Die Judenfrage vom religiösen Standpuntt. Achtung! Arbeiter- Gefangverein Freiheit". General- Versammlung am Gymabend, den 9. Mat, Abends 8 Uhr, bet Sämmerle, Bülowftr. 59. Tagesordnung: 1. Raffenbericht. 2. Bericht über Thätigkeit der Verwaltung. 3. " Arbeiter aller Wahl des Borstandes. 4. Berschiedenes. Der Vorstand. Lese- und Biskutirklube. Sonnabend. Lese- und Diskutirklub eta gotale des Herrn Schröder, Reichenbergerstr. 24. efe- und Diskutirtlub des Arbeiterbildungs- Vereins in Meißensee, Route- u. eine", Abends 9 Uhr, im Lotale des Herrn Bechlin, Hornfir. 11. beten. Allen Juferaten von Vereinen und Versammlungen( Lese flubs, Gesangvereinen 2c.), welche bei uns tein Konto haben, ist ftets bei Aufgabe der Betrag beizufügen, da sonst eine Veröffentlichung derselben nicht stattfinden kann. Diejenigen Raffirer der politischen Vereine, Gewerkschaften, sowie die Vertrauensleute, welche ihre Adresse verändert haben, werden um baldige Angabe derfelben gebeten. Central- Kranken- und Sterbekasse der Tischler 1. f. w. Sonntag, den 10. Mai, Vormittags 11 Uhr: Mitglieder- Versammlung ber 17. Wahlabtheilung für die Ortsverwaltung Berlin C( Hallefdes Thor) in Habel's Brauerei, Bergmannnstr. 5-7, und Berlin D ( Moabit) im Victoria- Salon, Perlebergerstr. 13. Tagesordnung: 1. Statutenberathung. 2. Wahl zweier Delegirten zu der am 14. Juni und folgende Tage in Halle a./S. stattfindenden GeneralVersammlung. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, der wichtigen Tagesordnung wegen in der Versammlung zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimirt. Zu zahlreichem und pünktlichem Besuch laden ein Die Ortsverwaltungen. Versammlung FACHVERBA DER des Fachvereins der Stellmacher 25 Berlins und Umgegend am Sonntag, den 10. Mai, Vormittags 10/2 Uhr, bei Zemter, Münzstraße 11( großer Saal). Tagesordnung: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Wahl eines ständigen Vergnügungskomitees. 3. Gewerkschaftliches, Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet 285/10 Der Vorstand. Verein der Sattler und Fachgenossen. Sonnabend, den 9. Mai, Ab. 81/2 Uhr, Versammlung im neuen Vereinslokal Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45( Ecke der Prinzenstraße). Tagesordnung: 1. Vortrag über Rußland und die Nihilisten". Ref.: Baginsti. 2. Diskussion. 3. Verschie benes. NB. Die Bibliothek steht jedem organisirten Kollegen zur Benuzung frei. Um zahlreiche Betheiligung ersucht 261/9 Der Vorstand. Allgem. Kranken- u. Sterbekasse der Metallarbeiter. Filiale II. ( E. H. 29 n. 89 in Hamburg.) Sonntag, 10. Mai, Vorm. 10 Uhr: Versammlung bei Kröschel, Fichtestr. 29( unt. Saal). Tagesordnung: Rassenbericht. Befanntmachung des Wahlresultats. Verschiedenes. Stenographen- Schule. 228/5 Der letzte unentgeltliche Lehrgang bee Stenographen- Schule beginnt definitiv Sonnabend Abend 9 Uhr Dranienstraße 126. Lehrmittel nur 1,25 M. Geeignetste Gelegenheit, in wenigen Wochen die Arends'sche Voltsturzschrift zu erlernen und fich in derselben gweck: entsprechend auszubilden. 738 b Allgem. Kranken- u. Sterbekasse der Metallarbeiter( E. s. 29) und Vulfan( S. 5. 89). Filiale Berlin I. H. 743b Versammlung am Sonnabend, den 9. Mai, Abends 9 Uhr, bei Winter, Sonntags geschlossen. PP Marken z. quittiren von Partei- 580L Beiträgen empfiehlt allen Genossen die Quittungsmarken und Kautschuk- Stempelfabrik . von Conrad Müller, Schkendih- Leipzig. Preisliste gratis und franto. Wirklich seine Tisch- Butter Gegründet Massen- Ausverkauf von 168M Steingutwaaren ( Porcellan, Fayence) aus eigener Fabrik zu außergewöhnl. billigen Preisen. Brückenstr. 8. Chausseestr. 12. Gr. Frankfurterstr. 40. Oranienstr. 179. 1873. !!! Billig und gut!!! tauft man in der Herren- u. 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Diejenigen Kollegen, welche auf Listen gesammelt haben, können dieselben daselbst in Marken umtauschen. 130/8 Otto Wilke, Vertrauensmann. Kliems Volksgarten Hafenhaide 14. Filialen: Potsdamerstraße Nr. 57-59, sülowAr. Reinidendorferstraße Nr. 68, wedding. Oranienstraße Nr. 2a, manteuffelstraße. Direkte Bezugsquelle zu Fabrikpreisen. Gut sortirtes Lager in allen Artikeln. an der Große Auswahl in Stoffen zu Bestellungen nach Maass. Am Lager sind ca. 4000 Sommer- Paletots v. 10-20 m., ff. 30. Reelle Bedienung. " " n 8000 Jacket- Anzüge " " " D. 11-15 ff.30. 1000 Einsegn.- Anzüge v. 12-18 " " ff.22. " " " " 5000 Stoff- u.Kammg.Hos. v.3-7 " ff.12. " " " " 6500 Knaben- Anzüge v. 3 M. an.[ 308L Uhrenfabrik 1877. Zwischenhandel. Kein Engros Bear Georg Wagner Export Oranienstraße 63, 1 Treppe, nahe Morigplatz. Billiger wie in jed. Laden. Empfehle den Genoffen nnd Freunden mein 307L' Weiß- und Bairisch Bier- Lokal. W. Zippke, Grüner Weg 14. Maitrank, Ft. 75 Pf. Med. 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Nun sei aber noch die Frage zu erörtern, wie sich die kratischen Standpunkte entspreche. Eine Abstellung der herrschenübrigen Arbeiter den Bergarbeitern zu verhalten hätten. Den Mißstände sei unter den gegebenen Verhältnissen gar nicht Eine öffentliche Versammlung sämmtlicher Bauhandwerker Man werde sich, werde sich, nachdem der Ausstand eigentlich im denkbar. Es könne zur Zeit nur auf Mittel und Wege gesonnen Berlins fand Mittwoch Abend unter dem Vorsitz des Kollegen Sande verlaufen fei, jegt wo die Kapitaliſten Orgien der werden, daß auf den zahlreichen Kommunalbauten ausreichende Blaurock statt. Es sprach daselbst der Stadtv. Genosse Rieke Rache feiern, zahlreicher Maßregelungen zu gewärtigen Löhne gezahlt werden, was nach der Meinung der„ liberalen" aus Braunschweig über die Ursachen des Bergarbeiter- Streifs. haben. Da werden die deutschen Arbeiter entschieden einspringen Stadtväter jetzt schon zur Genüge geschehe. Die Arbeitervertreter Redner besprach zunächst die Lage und die Stellung, welche die müssen. Doch müsse hierbei sorgfältig beobachtet werden, daß die im rothen Hause hätten diesen gegenüber eine ungemein schwierige Bergarbeiter in den früheren Produktionsepochen einnahmen und Gelder nicht an die unrichtigen Stellen gelangten und unnüß Stellung. In Anbetracht dessen sei die letzte Kommunalwahl dann die in der gegenwärtigen Produktionsform, wo der Berg vergendet würden. Die geeignetste Körperschaft bürste da wohl bezw. das Resultat derselben um so bedauerlicher. Die Forde arbeiter zu den am schlechtest gestellten Proletariern zu zählen unsere Parteileitung sein. Wolle man gleich sammeln, so möge rung des Regiebaues hielt Redner im Gegensage zum Herrn sei Durch ihre traurige Lage feien die Bergarbeiter in eine man es immerhin thun, man möge aber mit der Ablieferung der Stadtverordneten Wohlgemuth für durchaus durchführbar. In völlige Lethargie herabgedrückt worden, aus der sie sich erst im Gelder so lange warten, bis eine leitende Körperschaft erwählt diesem Jahre allein sind für städtische Bauten 6 827 880 M., also Jahre 1889 aufzurütteln begannen, doch war es auch hier weniger sei, damit nichts planlos geschehe oder in ungeeignete Sände zur beinahe 7 Millionen Mart im Etat festgesetzt. Bei einem anderen ein Zeichen des erwachten Selbstbewußtseins als mehr ein utt Bertheilung gelange, die unreise Zeitung der letzten Streit Systeme würden die Berliner Bauarbeiter ausreichenden Verdienst der Verzweiflung. Damals sei der Streit zwar erfolglos ge- bewegung dürfte hierfür wohl eine Warnung sein.( Beifall.) finden können. Ebenso feien für Hafenarbeiten ca. 5 Millionen blieben, aber die Bergarbeiter begannen sich immer mehr der all- Nach einer längeren Diskussion, in der jedoch nur zwei Redner ausgeworfen. Leider aber hätten die Arbeiter auf irgend ein gemeinen Arbeiterbewegung anzuschließen. Trotzdem konnte nicht sprachen, gelangte folgende Resolution zur Annahme: Entgegenkommen seitens der Vertreter der Bourgeoiste nicht verhindert werden, daß ein Theil von ihnen immer noch ihren Die heute tagende öffentliche Bauhandwerker- Bersammlung zu rechnen. Ein schlagendes Beispiel hierfür sei der„ Erlaß" erbittertſten Feinden Heeresfolge leisteten, was besonders bei der erklärt sich mit den Ausführungen der Referenten einverstanden, sie der Miethssteuer für Wohnungen bis zu 200 M., die es über Wahl des Herrn Müllensiefen zu Tage trat. Redner geht spricht den westfälischen Bergarbeitern ihre Sympathie aus und haupt kaum noch giebt. Wie hier und überall sei es auch in weiter auf die Betheiligung unserer Bergarbeiter an dem erklärt sich mit ihren Bestrebungen in Bezug auf Berbefferung ihrer den baulichen Verhältnissen. Nur nach Erringung der politischen Pariser Kongreß ein und bespricht den lehthin troß aller wohl Lage solidarisch. Die heutige Versammlung erwartet aber auch, Macht sei eine Besserung der ökonomischen Verhältnisse des ar gemeinten Rathschläge unternommenen Streit, der naturgemäß daß die Bergarbeiter sich ihrer Klassenlage bewußt werden beitenden Wolfes zu erhoffen. Darum sei jede fich hierzu bietende resultatlos verlaufen mußte.( Beifall.) und sich voll und ganz der sozialistischen Arbeiter Gelegenheit, jede Wahl auszunuzen. Regierungs- Baumeister bewegung anschließen." Reßler erörterte feinerseits als praktischer Fachmann die VerAls zweiter Referent nimmt sich Baumeister Keßler dasselbe Thema zum Gegenstand einer sehr eingehenden Grörterung. Auch Bei dem Punkt„ Gewerkschaftliches" brachte Kollege Günther hältnisse im Bauwesen, insbesondere der Siegiebauten, gegen er streift zuerst die Entwickelung des Bergwefens bis in die die Mißstände im Abbruch 3 wesen, welche aahlwelche lettere lediglich das Kapitalintereffe spreche. Auch machte neuere fapitalistische Produktion, schilderte die Arbeitsverhältnisse reiche Unglüdsfälle im Gefolge hätten, wo eben die er darauf aufmerksam, daß zwischen einem Aussperren und einem und die Arbeitsmisstände und kritisirt in scharfen Worten die Herren Unternehmer die Unfallverhütungsfünftlichen Heranziehen fremder, billiger Arbeitskräfte ein großer und die Arbeitsmißstände und kritisirt in scharfen Worten die mannigfachen Chikanen, welchen die Bergarbeiter seitens der Borschriften ignorirten, zur Sprache, und wünschte, Unterschied sei. Diesem künstlichen Zuzuge könne nur ein Damm Kapitalisten ausgefeht feien. Als Beispiele hierfür führt Redner daß eitens der Behörden auf strittere Inne entgegengesetzt werden durch behördlich festgesetzte Bau- Bedas bekannte Nullen der Wagen an und den Umstand, daß sich haltung der von ihnen erlassenen Bestim dingungen, wie es in Paris der Fall set. Nach dieser Richtung mit der Zeit die Förderwagen allmälig bedeutend vergrößert mungen im Interesse von Leben und Gesund- hin sei zu agitiren, nicht aber in zwecklose Streits einzutreten, hätten, ohne daß eine Aenderung in der Bezahlung eingetreten heit der Arbeiter gesehen werde.( Zustimmung.) wovor auch Genosse Zubeil gewarnt hatte. Zimmerer Gefrois fei. Dies alles habe allgemein eine gereizte Stimmung hervorgerufen. gab gleichfalls seiner Unzufriedenheit mit den bestehenden Ver Ferner käme hinzu, daß die Bergarbeiter von altersher ein sehr großes Staats- und Kommunnalbauten mit besonderer hältnissen im Bauwesen beredten Ausdruck, worauf die Referenten Selbstbewußsein befäßen und demzufolge auch ohne sonderliche Berücksichtigung der Berliner Maurer als das Schlußwort nahmen. Genosse 8ubeil hob befonders her Organisationen einen großen Rorpsgeift. Im Grunde genommen Steuerzahler lautete das Thema, über welches am 7. b. M. vor, daß, wenn vorerörterte Bestrebungen Aussicht auf Erfolg sei die Lage der Bergarbeiter feine schlechtere als die der anderen in der Freien Vereinigung der Maurer Berlins haben sollen, es vor allen Dingen nothwendig set, den fachgewerb Arbeiter im Allgemeinen, ja es gehe ihnen immer noch besser als und Umgegend Rollege Jezorte referirte. Redner be lichen Organisationen eine achtunggebietende Stärke und Hal so manchen anderen Gewerkschaften, so den Webern, den Schuh- leuchtete in eingehender Weise die Verhältnisse auf Kommunal tung zu verschaffen. Dem in Gotha tagenden 8. deutschen machern in Berlin. Aber sie fühlten sich eben durch die fort- bauten, welche in feiner Weise den heutigen Berhältnissen ent- Maurerfongresse wurde ein Antrag überwiesen, welcher die Gr gefeßten Chikanen unzufrieden, gereizt. sprechen. Während die Maurer in die 5., 6., ja 7. Steuerstufe wartung ausspricht, daß der Kongreß endlich ein einheitliches Und wie in jeder, jungen Gewerkschaftsbewegung, so auch eingeschäßt feien, betrage der Lohn 40 bis 55 Pf. pro Stunde. Band für die deutsche Maurerfchaft schaffen werde und zwar in hier habe man erst die Kinderkrankheiten durchmachen müssen. Die Petition, welche die freie Vereinigung seiner Beit an die Form einer starten aber losen Zentralisation durch VertrauensHier komme vornehmlich in Betracht, daß die Masse noch unauf- städtischen Behörden gerichtet habe und die eine Besserung der männer. geklärt sei und es falle auch mit ins Gewicht eine falsche Berhältnisse bezweckte, sei in der Stadtverordneten- Bersammlung Agitationsweise. Die Bergarbeiter- Bewegung habe an einer mit Lachen aufgenommen worden. Auf staatlichen Bauten sei es Ueberschätzung der eigenen Kräfte gelitten, welche noch genährt nicht besser. Dieselben würden in Submission vergeben und mit wurde durch den Hinweis auf England, wobei man die dort so Arbeitern aus unfultivirten Gegenden besetzt, während die Bergrundverschieden gestalteten Verhältnisse ganz außer Acht ließ. liner Maurer, die für ihre Gristenz kämpfen, auf der Straße Weiter sei die Verbindung mit den belgischen Arbeitern hinzu liegen. Ein trauriges Beispiel sei der Bau des Reichstagsgekommen, jenen. Arbeitern, welche durch. langjährige Ausgebäudes. Namentlich auf den Kommunalbauten sei die Lohnbeutung und durch die Wirthschaft der Kirche fast ihres Mensch stala eine überaus verschiedene und schwanke zwischen 40, 421/2, thums beraubt und zu Thieren herabgedrückt feien, welche 45, 50 bis 55 Pf. pro Stunde. 60 Pf. erhalten nur wenige in Zuständen, lebten, die bei uns höchstens in den Maurer und zwar solche, die sich als Anhängsel der Innungstraurigsten Gegenden zu finden seien. Bei diesen sei die meister gebrauchen lassen, trotzdem heiße es allgemein, die Ber- G. M., Staligerstraße. 1. Ein Möbelhändler ist als Rauftonfuse Jdee eines Weltstreits, fehr beliebt und diese sei durch den liner Maurer verdienen 60 Pf. pro Stunde. Trch alledem seien mann anzusehen und daher berechtigt, für jede Abzahlungsrate Pariser Kongreß auch nach Deutschland verpflanzt worden. Wie die Arbeiter, die Maurer verpflichtet, immer wieder an die vom Tage der Fälligkeit ab 6 pet. Binfen zu beanspruchen. Ist unreif die Bewegung noch sei, habe sich auch fürzlich erst bei der Staats- und Gemeindebehörden heranzutreten mit der Forderung, der Zeitpunkt, zu welchem die einzelnen Naten fällig werden, legten Wahl gezeigt, wo man nach englischem Muster mit Herrn eine Besserung der elenden Verhältnisse zu veranlassen. Redner nicht genau bestimmt, so fann er Zinsen nur vom Tage der Müllensiefen zu unterhandeln begann. Redner erörterte nun gab die Hoffnung nicht auf, daß die Berliner Maurer aus ihrer erfolgten Mahnung an verlangen. 2. Gin Kind muß im ersten noch die Vorgänge auf dem Bochumer Delegirtentag und die des Bethargie wieder erwachen und zur Erkenntniß kommen werden, daß Lebensjahre geimpft werden. Auch durch Zahlung von 3 M. legten Streits. edits) nur durch sie selbst ihnen Heil erwachsen fönne. Hierzu sei vor Strafe werden die Eltern der Verpflichtung, das Kind impfen zu An uns, werde es liegen, nach diesen, eindringlichen Lehren, Allem Aufklärung erforderlich, eine Agitation von Mund zu lassen, nicht enthoben. in den Bergarbeitern ein flares Bewußtsein ihrer Klaffenlage zu Mund, da die überaus traurigen Zeitverhältnisse eine offene D. in H. Wenn Sie die noch laufenden Atzepte nicht einerwecken und sie anzuspornen, sich die Lehren der Sozialdemokratie Agitation nicht gestatten, um Rekruten für die Sozialdemokratie lösen, so können Sie auf Zahlung verklagt, ausgepfändet und mehr als bisher anzueignen. zu werben. So wie jetzt fönne es unmöglich weiter gehen. zur Leistung des Offenbarungseides gezwungen werden. Straf Die Ursache des Bergarbeiterstreits sei hauptsächlich in der Stadtverordneter Genosse 3 u beil machte als Korreferent darauf rechtlich kann Ihnen jedoch nichts passiren. C Sonntag, den 10. Mai 1891 Vormittags 11 Uhr: Zu Eingang der Versammlung wurde die Abrech nung der freiwilligen Beitragssammler für die Zeit vom 1. Ottober 1890 bis 1. April 1891 vorgelegt. Dieselbe ergab eine Einnahme von 2088. 6 Pf., eine Ausgabe von 2017 M. 65 Pf., einen Bestand von 20 m. 41 Pf. Auch wurde ein Unterſtügungsgesuch bewilligt. Briefkasten der Redaktion. Große öffentliche Versammlung Zentral- Kranken- u. Sterbekasse aller in der Filzschuhbrauche beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen Allgem. Buchdrucker- Versammlung der Tischler 1. ſ. w. in der Brauerei Friedrichshain am Königsthor. Tages- Ordnung: 1. Mittheilungen über die Berliner BuchdruckerVerhältnisse. 2. Besprechung und Beschlussfassung über den Antrag auf Tarifrevision. 3. Verschiedenes. Zu dieser hochwichtigen Bersammlung ladet sämmtliche Kollegen Berlins und der Provinz Brandenburg ergebenst ein 3. Beftedt, Gehilfenvertreter für den I. Kreis. 744b Oertliche Verwaltung Berlin Au. H. Sonntag, 10. Mai, Vornt. 102 Uhr: Mitglieder- Versammlung in ,, Süd- O", Waldemarstr. 75. Tages Ordnung: 1. Statutenberathung. 2. Wahl von zwei Delegirten zu der am 14. Juni stattfindenden General- Versammlung in Halle. 3. Verschiedenes. am Sonnabend, den 9. Mai, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Seefeldt, Grenadierstrasse No. 33. Tages Ordnung: 1. Wie stellen wir uns in diesem Jahr zu einer Sohnbewegung? Referent Gustav Hawelling. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Frage tasten. Wegen der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Kollegen, zu erscheinen. Zur Deckung der Untosten findet Tellersammlung statt. Die Agitations- kommission. 3. A.: H. Krause, Barnimstraße 12. Achtung! Mitgliedsbuch legitimirt. Jedes mit Außerordentliche General- Versammlung glieb ist verpflichtet, in dieser Versamm des Fachvereins der Metallschrauben-, Façondreher lung zu erscheinen. 301/8 Die Ortsverwaltung. Gauverein Berliner Bildhauer. Central- Kranken- u. Sterbekasse Versammlung am Dienstag, 12. Mai, Abends 8 Uhr, bei Gaillard, Prinzenftr. 87. Tages: Ordnung: Vortrag. Geschäftliches. Stellenvermittlungs- Deglement. Verschiedenes. Gleichzeitig machen wir auf das am 3. Pfingstfeiertag, Nachmittags 5 Uhr, in ,, Sanssouci" stattfindende 10 jährige Stiftungsfest des Unterstützungsvereins der Bildhauer Deutschlands aufmertfam. Daffelbe wird in fommersähnlicher Form gefeiert und find Billets à 50 Pf. heute, sowie am nächsten Dienstag und Sonnabend im Vereinslokal, außerdem beim Kollegen Kühling, Oranienſtr. 204, v. III, zu haben. [ 116/19] Der Vorstand. Fachverein sämmtlicher in der MusikinstrumentenIndustrie beschäftigten Arbeiter. Montag, den 11. Mai, Abends 8 Uhr: Vereins- Versammlung in Deigmüller's Salon, Alte Jakob- Straße Nr. 48a. Tagesordnung: der Tischler 1. s. w. Oertlidje Verwaltung Serlin G. Sonntag, 10. Mai, Vorm. 10% Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Bolzmann, Andreasstraße 26. Lages Ordnung: und Berufsgenossen Berlins und Umgegend am Sonntag, den 10. Mai, Borm. 11 Uhr, Alte Jakobstraße 48a bei Deigmüller. Tagesordnung: 1. Raffenbericht. 2. Auflösung des Fachvereins. 3. Eventuelle Wahl einer Liquidationskommission. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. 225/8 Fachverein der Lederarbeiter. Sonnabend, den 9. Alai, Abends 812 Uhr, im Louisenstädt. Klubhaus, Annenstrasse 16: Versammlung. uisensta 201/12 1. Statutenberathung. 2. Wahl eines Tagesordnung: 1. Vortrag über:" Die Maschine". Referent Herr Delegirten zu der am 14. Juni und Dr. Lütgenau. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Bahlreiches folgende Tage in Halle a./S. stattfinden und pünktliches Erscheinen erwartet den Generalversammlung. 3. Verschie Der Vorstand. denes. Der wichtigen Tagesordnung wegen darf tein Mitglied verfäumen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimirt. Die Ortsverwaltung. 306/4 M. W. Walter Zeughofstr. 3. Zenghofstr. 3. Gegr. 1818. Fernsprechamt 9 Nr. 9886, 186/40 Butter bedeutend billiger 1. Die Sozialdemokratie und die Religion." Referent: Herr Päus. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung für Männer und Frauen am Sonntag den 10. Mat, abenda 6 hr, b. Knebel, Badstr. 58. Vortrag des Genosses Peus: Rede- und Breßfreiheit. Nach der Versammlung: Gentüthliches Beifammensein und Tanz. Der Einberufer: Paul Heitmann. 355/7 155/7 Zuzug ist fernzuhalten ff Tisch- Butter Eier à Mdl. 100-110 Pf. 150-65 93f. von der Pianofabrik von Thüringer, Braunschweiger und West518 Matz& Co., Muskauerstr. 34. fälische ff Fleischwaaren. Cervelatwurst von 1,- an das Pfd. 186/33 186/33 Die Kommission. 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