Nr. 463 ❖ ZS. Jahrgang Ausgabe � Nr. 2Z4 Bezugspreis: Vierteljährl-ZS,— M, monotl. 12,— M. trci MS Sau«, voraus zahlbar. Post- Morgen Ausgabe c GroB- Berlin 30 Pf. •uswSrts 40 Pfennls . oonzlg. SSlemElflcbict, sowie die ehemals beut- scheu Gebiete Polens, Leslerreich, Angarn und Luremburq 2?,— M., für das stdrige Ausland ZS,— M. Post- bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschelbo- Slowakei, Däne- mark, Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der»Vorwärts" mit der Sonntags- deilage„Volk und Zeil", der Unlcr- hallnngsdeilage„Heimweil" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochenläglich zweimal, Sonn» tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: „Sozialdemokrat Berlin» � f- Nerlinev VolKsblstt Anzeigcupi'eis: Die neungespaltene Nanpareillezeile kostet K,— M.»kleine Anzeigen" das tetlgedruckte Morl 2,— M. ehrt den deutschen Namen vor der Welt. Nichts liegt dem deutschen Wesen ferner als Geheimbündelei, Verlchwörertreiben und seiger Mord aus dem Hinterhall.(Sehr richtig! bei den Soz.) Ein Volk, daß zu irgendeinem wesentlichen Teile offen oder versteckt mit solchen Methoden sympatisiert, müßte jedoch den Vorwurf der Minder- Wertigkeit auf sich sitzen lassen. Man begreift daher, was in einer Zeit, in der das deutsch« Boll in der Welt um den Medergewinn seine» guten Ramens kämpft, di« Serien der politischen Mord«, von denen Deutschland heimgesucht ist, dedeuten. Für alle unversöhnlichen Feinde unseres? Landes, die uns als Barbarenvolt verleumden, ist sie ein« unverhofft in den Schoß gefallener Gewinn.(Sehr richtig! bei deck Soz.) Gibt es hier jemand im Hause, der dieser Feststellung wider- sprechen wollte? Ich gtaude, das wird nicht der Fall sein. So kann Ich hoffen, noch in einem weiteren Punkte die Zustimmung des ganzen Hanfes zu finden. E» ist aus die Dauer undenkbaar, daß die Führer bestimmter politischer Riilstungcn einer nach dem andern i abgeschossen werden, ohne daß die Anhänger dieser Richiungen. die sich durch diese Schüsse selbst gctrosseu fühlen, in irgendeiner Form zur Abwehr schreiten. In dem Augenblick, in dem der Mord aii Erzberger geschehen war, stand die Reichsregierung vor der En!» scheidung, ob sie Abwehrmaßnahmen gegen die politischen Mörder, die politischen Mordhetzer und- ihre feigen Hintennänner in die Hand nehmen oder ob sie dem instinktiven Abwehr- willen breitester Volksmossen freien Lauf lassen wollte.(Zu- ssimmung bei den Soz.) Solange sie sich noch als Regierung siihlle, konnte sie nur den ersten Weg gehen. Der zweite war« ihre Abdankung und der Sturz in den Bürgerkrieg gewesen. Kann das irgend jemand bestreiten? Nein! Es ist so klar und selbstver- stänllich, daß sogar der Herr Reichskanzler in einem Anfall von einem mir unverständlichen Optimismus den Versuch gemacht hat, es auch Ihnen, den Deutschnationalen, klarzumachen.(Heiterkeit links.) Die Antwort darauf hat er«in paar Tage später aus dem deutschnationalen Berliner Parteitag von Herrn Hergt erhalten, als dieler sagte:„Mit der zweiten Revolution wären wir schon fertig geworden." � � Aus diesen Worten des Vorsitzenden des Vorstandes des Deussch- nationalen Partei spricht eine Lürgerkricqsfrcudlgkeik, die wie eine Offenbarung klingt. Also den deutschnasionalen Partei- führern wäre ein« zweite Revolution lieber gewesen als eine gesetzliche Maßnahme der Reichsregierung. Es wurde geradezu gewünscht, daß sich die ausgebrachten Massen in ihrer berechtigten Empörung hinreißen ließen, damit man diej« Be- wegung im Blute ersticken und den deutschnationalen Ord- nungsstaat wenigstens für«ine gewisse Zeit hätte aufrichten können. So war es auch vor zwei Jahren in Bayern. Die Errichtung der sogenannten Räteherrschaft war nichts anderes als dl« Folgt der Ermordung des Ministerpräsidenten Kurt Eisner durch den deutsch-völkilchen Grafen Arco. In dem Augenblick, in dem Bayern im Begriff« war. nach einer blutig verlausenen Umwälzung die Rcchüform einer demokratisch-parlamentarischen Regierung anzu- nehmen, da war es eine reaktionäre Zssörderpissole, die dies« friedliche Entwicklung unterbrach und das Land in blusigen Aufruhr stürzte.(Sehr richtig! bei den Soz.) Auf dem Weg« über diesen Ausruhr wurde dann Bayern zu einem zeitweiligen Ordnung:- staat der K a h r, Roth und P o e h n e r. Die Deutschnationalen wurden regierungsfähig und unter ihrem Schutz wurde Südbayern zum Zusluchtsort für die Organisation von immer neuen pol» tischen Meuchelmorden. In diesem Kreislauf hatte Herr Hergt nach feiner von mir zitierten Aeußerung wohrscheintich ganz gern Deutschland insgesamt hineintreiben sehen. Der Mann mit einer solchen Gesinnung nennt sich Führer einer deutschen Partei.(Pfui-Rufe bei den Soz.) Wenn die Reichsregierung diestn Weg nicht geht, sondern gesetzliche Maßnahmen ergriff, um die Pest der politischen Meuchelmorde einzudämmen, so billigen wir das als einen unvermeidlich notwendig gewordenen Akt der staatlichen Notwehr, so schwer es auch uns als Sozialdemo- kraten wird, uns mit Mahnahmen einverstanden zu erklären, die eine gewisse Einschränkung der staatsbürgerlichen Freiheit für vorüber. gehende Zeit mit sich bringen. Es bleibt der Regierung gar nichts anderes übrig, solange sie andere Maßnahmen nicht ergreifen toniue. als diese Verordnung zu erlassen. E, ist eine doppelte Heuchele,. wenn die Herren, die selbst st eis diesen Weg gegangen sind(Sehr richtig bei den Soz.) und nun auch uns gezwungen haben, ihn zu betreten, Vorwürfe gegen uns erheben, wir wären damit unseren Grundsätzen untreu geworden. Wo waren denn diese Her» ren, wenn wir gezwungen waren, gegen die linke Seite Ausnahme« zuständen zuzustimmen? Immer schrien sie: Nicht geung! Immer beschuldigten sie uns, gegen jene Seite zu milde und im Einverständnis mit ihr zu handeln. Nachdem aber die Mörder und Mord- Hetzer an der äußersten Rechten uns zur Annahme von Aus- nahmemaßnahmen gezwungen haben, die wir niemals anwenden, es sei denn, daß man uns direkt dazu zwingt, erheben sie ein großes Weh- und Wutgeschrei über die verletzten Frei- Helten der Republik. Das wagen diese Herrschaften in demselben Moment, in dem sie gegen uns für die Austechlerhaltung der bayerischen AusnahmezussÄnde kämpfen, die in die staatsbürgerlichen Freiheiten doch wahrhaftig in ganz anderer Weife und viel tiefer eingreifen als die Der- Ordnung des Reichspräsidenten vom 29. August oder vom 28. Sep- tcmbcr. Der bayerische Ausnahmezustand gibt der Regierung nicht nur alle die Rechte, die die Verordnung des Reichspräsidenten fest- gelegt hat, sondern er bevollmächtigt sie auch, S ch u tz h a f t zu ver- hängen und Landesverweisung zu verfügen. Aber diesen Ausnahmezustand verteidigen die Gegner der Verordnung des Reichspräsidenten. Warum? Etwa, weil er den Mördern voi» Gareis und Erzberger di« Freiheit gelassen Hot. ihre Taten vorzubereiten? Versuchen Sie(nach rechts gewandt) es doch nicht mit Eni» ftellungen! Ihre Einkehr kann nur beginnen mit dem GessSndnis. daß Sie die Schuld tragen an Erzbergers Tod. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.— Zuruf bei den Deutsch» Das Rohr. Auf dem hellgebeizten, sorgsam gekehlten und gehobelten Tische, nben der schweren kupfernen Urne, liegt ein Stück Rohr. Ein schmutziges, angerostetes und beschmiertes Stück armdicken Rohrs. Liegt inmitten all der Wohlgepflegtheit, Vornehmheit und Ordnung, läßt sich beschauen von den farbenprotzenden Bildern der Decke, von dem schweren Eichgetäfel der Wände, von dem wohlabge- zirkelten Halbrund der Pult«: von stolzer Esstade schauen hochmütig die reichgeschnitzten Magistratssitze zu ihm herab. Unbekümmert um seine grelle Disharmonie zeigt das schmutzige Rohr struppige Honffasern, Mennige und Schmutz verkittete an dem Ende, an dem es losgeschraubt: böse glotzt es am andern End« mit scharfgezahnten, wild gespreizten Zacken. Der Sitzungssaal füllt sich. Die Stadtverordneten. Reden und Widerreden, Pultdeckelklappern, setzen gedämpfter als sonst. Be- klemmung im Saal. Das Rohr mit seinem runden Ende droht, mahnt, sieht an. Ein Kreis bald um das tote, dumme Stück. Ein Fachmann erklärt: „Hier drin, das ist Kesselstein. Sie sehen, wie dos ganze Innere zugewachsen. So mußte die Explosion kommen.. Seine Finger deuten auf das zerrissene Ende. „Sieben Mann verbrüht, vier von Splittern tödlich ge—" Die Zacken, wild gespreizten, ein wildes, grinsendes Schielen. Der weiße, geborstene Stein an den Innenwänden leckt weiß— „Ich eröffne die Sitzung. Als dringender Punkt steht auf der Tagesordnung die Entschädigung für 11 im Elektrizitätswerk verun- glückte Arbeiter im Betrage von——_* Wie eine bösartige, armdicke gedrungene Kralle sieht das Rohr von den Stadtoerordnetenfitzen aus— Eine Kralle, die zuschlug, hinterhältig, tobsüchtig. _ P. Haupt. , D�kar panlzza ist in der Bayreuther Irrenanstalt, deren Insasse er I-rl.Z?"®ar' gestorben. Kein Großer, aber ein Eigener und Ehrlicher und ein tapferer Streiter ist er gewesen, in jenen Zeiten„Jungstdeutschlands", da ein Kreis jugendlich aufgeregter Lite» raten und Künstler sich gegen die muffige Moral des Bürgertums verschwor und in der München-Leipziger Zeitschrift„Die Gesell- ich oft seine Schlachten schlug. Lauter gute Menschen, aber ver- dämmt schlechte Musikanten. Sie bezeichneten sich �ern als Kunst- revolutionäre, aber sie haben die Kunst nicht revolutioniert, denn sie war ihnen nicht Ziel, sondern nur Mittel zum Zweck. Zweck und Ziel ihrer Aktionen war die Austüttelung und Befreiung der Geister und die Schöpfung einer neuen materialistisch-atheistisch-natura- listischen Welt- und Lebensanschauung. An die Arbeiter kamen sie nicht heran, und so rüttelten sie am deutschen Spießer- und Philister- tum, mit löblichem Eifer, aber natürlich ohne Erfolg. Ein paar literarische Götzen wurden zertrümmert und einigen kritischen Bonzen wurde der Unfehlbarkeitsnimbus geraubt— im übrigen aber blieb alles, wie es war. Die Kräfte, die die Welt und die Menschheit um- gestalten sollten, gingen ihren eigenen Gang. In jenen Kämpfen ist neben anderen auch Panizza zum Märtyrer geworden. Seine Himmelstragödie„Das Llebcskonzil" trug ihm eine einjährige Ge- fängnlsstrafe wegen Gotteslästerung«in. Wegen Majestätsbeleidi- gung war er angeklagt, als die Geisteskrankheit bei ihm zum Aus- bruch kam. Man brachte ihn in die Irrenanstalt Herzoghöh« bei Bayreuth, in der er jetzt, 08 Jahre alt, gestorben ist. Von seinen zahlreichen poetischen und satirischen Schriften ist nichts lebendiq ge- blieben. Aber die deutsche Kultur- und Sittengeschichte des Jahr- Hundertendes wird mit den übrigen Kämpen Jungstdeutschlands, den Michael Georg Conrad, Karl Bleibtreu, Eonrad A l b e r t i usw. auch den Namen Oskar Panizzas an bescheidener Stelle nennen. I. S. Friedensgeist in die Schulen! Der pazifistische Taumel, die Reaktion auf die Kriegsraserei, ist vorbei. Es ist nicht mehr modern, Pazifist zu sein. Die Dummheit der Entente und die wirtschaftlichen Röte haben alle diejenigen, die immer wieder von irgendeinem Er- eignis oder einem Menschen die endgültige Erlösung, da» Herein- brechen des Paradieses, erwarten, wieder auf die Seite der mili» taristischen Kämpfer ums Dasein getrieben, in den Schulen lehren soviel« Lehrer wieder ihren alten Abguß von Monarchismus und Heroentum: es ist so anstrengend, dauernd nachzudenken! So ist es und doch verzagt nicht, wer wahrhast glaubt und will. Und unter allem Pendeln der Zeit steigt doch auch die Empfänglichkeit, im Wackeln zerbricht manch Gefäß und manch Ohr lernt hören. Man muß es den Schwankenden nur leicht machen, sich in die pazifistischen Gedankengänge hineinzufinden, in die Praxis einzuleben. Das ver- sucht E r i ch W i t t e in einem Buch, das gerade noch zur Tagung pazifistischer Lehrer und Erzieher zurechtkommt:„Der Unter- richt im Geiste der Völkeroersöhnung", Vorschläge zur Ausführung von Artikel 118, Absatz 1, der Reichsverfassung"(Ver- lag Neues Vaterland, Berlin W. 62). Witte hat fleißig gesammelt und geordnet, er durchforscht den Geschichts- und den Deutsch- Unterricht auf ihre Umwandelbarkcit und nennt LMratur für bildungswillige Lehrer.„Kulturgeschichte statt KrieazgcschWte, die Be- Handlung der Kriege und der großen Persönlichkeiten, der Bölker- bund im Unterricht, völkerrechtliche Fragen in der Schul«, Fern- hallung des Chauvinismus, Reform der fremdsprachlichen Lektüre". das sind Kapitelüberschriften, die über den Inhalt orientieren. Allen Lehrern, Eltern, Jugendlichen sei di« fleißige und inhaltreiche Arbeit zur Einführung in pazifistische Notwendigkeiten bestens empfohlen. p. ö. Ein Krebsmerkblatk. Zur Doltsaufklärung über die Krebs- j krankheit gibt jetzt das deutsche Zentralkomitee zur Erforschung und Bekämpfung der Krebskrankheit ein Merkblatt heraus, das weiteste Verbreitung verdient. Es weist darauf hin, daß der Krebs in seinem Beginn keine bedrohlichen Erscheinungen zeigt, meist ohne Schmerzen ist und daß auch seine Krankheitserscheinungen oft unbestimmter, mehr- deutiger Natur sind. Um so notwendiger ist die frühzeitige Erken- nung, da nur sie erfolgreiche Aussicht auf Bekämpfung des Leidens bietet. Selbst der Arzt kann oft genug nur schwer und erst nach genauester, mit allen wissenschaftlichen Hilfsmitteln vorgenommener Untersuchung die bösartige Natur einer Neubildung erkennen. Deshalb ist möglichst frühzeitige' Befragung de» Arztes ge- boten. Eine planmäßige Verhütung des Krebse» ist, wie das Merkblatt betont, unmöglich, um so notwendiger aber mög- lichste Vermeidung aller Schädlichkeiten, die chronisch e n d Z ü n d» liche Veränderungen hervorrufen können.(Ersricren oder Verbrennen, mechanische oder chemische Reize.) Das gilt be- sonders für die, die beruflich fortdauernd solchen Reizen ausgesetzt sind, z. B. Schmiede und Tcerarbeiter. Das„Irland des Mittelmeere«". Eine Insel, die wie Irland unter englischer Herrschaft steht und von einem leidenschaftlichen nationalen Gefühl erfüllt wird, ist Malta. Deshalb nennt M. T. Hainsselin dieses Land nicht mit Unrecht das„Irland des Mittel- meeres" und führt diesen Vergleich in interessanter Weise durch. Wie die Iren sind auch die Malteser strcngqgläubige Katholiken und wachen eifersüchtig über ihre Rechte und Privilegien. Die nationalistische Partei spielt im politischen Leben der Insel die Hauptrolle. Reine» Malteser Blut findet man nur unter der arbeitenden Klasse. Die oberen Klassen sind stolz darauf, daß sie von den alten Malteser Rittern herstammen, die ja aus allen Weltgegenden zusammenkamen. Sie sprechen italienisch und englisch, während bei den Bauern die heimische Sprache vorherrscht. Diese Sprache soll noch die der alten Phönizier sein, und überhaupt wird das maltesische Volk von den Pnniern hergeleitet. Auf der Insel befinden sich großartige Trümmer- stätten eines phönizischen Tempels, und andere Funde des Altertum» kann man überall bei zusälligen Grabungen machen. Die ganze Insel ist so eine noch ungehobene Schatzkammer für den Archäologen. Ob- wohl die Insel kaum mehr als 159 Quadratkilometer groß ist, wird sie doch von einer bedeutenden Anzahl Menschen bewohnt. Es gibt hier zahllose Städtchen und Dörfer, jedes mit einer stattlichen schönen Kirche. Die beiden Hauptorte sind Valetta und Citta Vecchia. Die Malteser sind ein fleißiges und zöhes Volk. Wer nicht schon um 4 Uhr morgens mit der Arbeit beginnt, gilt für einen Faulpelz. Sie liefern besonders tüchtige Seeleute. Die Frauen der ärmeren Kreise gehen immer in Schwarz gekleidet und hellen diese Düsterheit der Tracht nur durch merkwürdig geformte Schmuckgegenstände auf. Di« Aehnlichkeit, die sie in ihrer Erscheinung mit Nonnen haben, wird durch die seltsame nationale Kopftracht, die sog. Onella, verstärkt, eine Art weißer gestärkter Kapuze oder Haube. Tercse Vagi, dl« berühmte Waancrsängerin, ist geNeru im Alter von 75 Iahren gestorben. Sie gehört« viel« Jahrzehnte zu den Zierden der Münchener Holoper und wie ihr Gatte Helnri-b Voal zu den gefeiertsten Interpreten Wagnerscher Opern. Heinrichs Tristian und Therefes Isolde galten als gleichwertige, klassische und unübertreffliche Leistungen.___ Neue» Theater am Z«a. Heute. Eonnabenb, Anfang? Uhr, Erst- auffübnina der Roda-Rodo- Novität„Die ersten Spore n". Ab Sonntag Beginn der Vorstellungen wieder 8 Uhr; die Novität bleibt die auf weiteres auf dem Spielplan. Marccll Talzer gibt am 3.. 4., 6.,?.,? Oktober Im Künstler« hause sünf„Heitere Abende«. Im»Sturm*, Potsdamer Str. 134a, werden aui der Oktober-Aus- itevung außer einer Gesamtschau Gemälde und Glasbilder von Reil Salden gezeigt. nat?onalen: Das ist Aufreizung!) Sie mögen die Tat nicht getan,, Volk der deutschen Republik will klar sehen. Es wird eines Tages nte-ftt rt r v» i-T � v« fSLi* dz*.!____ V...:.„... i......... v.... i t j»,«. t, r* nicht einmal begünstigt haben, Sie(nach rechts gewandt) mögen Sie ietzt, nachdem Sie die. Folgen gesehen haben, sogar oerurteilen, aber dennoch sage ich Ihnen' Diesen Menschen haben Sie auf dem Gewissen! Sie haben diesen Mann gehetzt, bis er lag, und dann, dann, als das Opfer lag, hat man in Kreisen, die deutsch- national wählen, über die Tat gejubelt. Es gibt wohl keinen Fall, in dem ein Mann so durch eine jahrelange Kollektivarbeit um Ehre, Einfluß, um alles und schließlich ums Leben gebracht wäre, wie den Fall Erzbt-rgcr.(Sehr richtig! bei den Sozialdemo- traten.) Der Meuchelmord gegen Erzberger hat begonnen, als man richten und wir vertrauen dem Urteil des deutschen Volkes.(Lebhafter Beifall.) Ein Vcrtagungsantrag wird angenommen.— Es folgen per» önliche Bemerkungen. s � Abg. Hergt(Dnat.) erklärt, daß er die vom Reichskanzler er- ahnte Besprechung nicht für vertraulich gehalten habe. Abg. Dr. helsserich(Dnat.) weist Scheidcmanns Vorwürfe, daß r der intellektuelle Urheber des Mordes sei, zurück. Abg. Scheidemann(Soz.): Dr. Helsserich hat das richtige Ge- ühl gehabt, daß er hier der Hauptangeklagte ist. Warum hat er ein lebhaftes Bedürfnis, unser Leben von Korruption zu reinigen, diesen Mann, der irren konnte, so gut wie jeder andere auch irren; II1"' �'}'m Ausdruck gebracht und nicht auch bei kann, der. aber gewiß niemals etwas anderes gewollt hat, als Herr Hcljfcrich möge keine Sorge um seine Sicher- ~-:_____... f._____ f.________ r..1'.. cn%. kielt nnnen? Pf mnrt rnrM«iir«rm h/m'Tiait+f Deutschland vor dem Allerschlimmsten zu bewahren, nach einer Mc thode bekämpfte, die uns Sozialdemokraten hinreichend bekannt ist, als man ihm bewußten Landesverrat vorgeworfen hat. Die deutsch- nationale Presse höhnte über den kugelrunden, aber nicht kugelfesten Erzberger und fand die über den Attentäter Hirschfeld verhängte Strafe zu hoch. Der Mörder Schulz, der Mörder T i l l e s s e Der Redner beweist dann an einer ganzen Reihe von Zitate' au» der Rechtspresse, wiezumMordegehetzt wurde. Er fährt dann fort: Zu Hunderten könnte ich solche Gemeinheiten au» der monarchistischen Presse anführen. Gleichzeitig sind die Schmähungen der Republik und ihrer Einrichtungen sowie die Verleumdung ihrer Beamten durch die Rechtspresse überhaupt grenzenlos. Die schwarz- rotgoldene Fahne wird durch die deutschnationale Presse durchweg nur als Jammerlappen, als Schandlappen, als Judensahne bezeichnet. Dabei hat selbst Herr W u l l e vor drei Jahren, als die Herren alle noch mehr Angst als Vaterlandsliebe hatten(lebhafte Zustimmung und Heiterkeit) die schwarzrotgoldenen Farben in der begeistertsten Weise gefeiert Weil aber von dem unglücklichen Aus- gang des Krieges gesprochen ist, für den ich Sie(nach rechts) natürlich in allererster Linie verantwortlich mache, will ich Ihnen nun noch zeigen, wie beliebt die rote Fahne in der damaligen Zeit war. Der Oberst Bauer, die rechte Hand Ludendorsfs, berichtet in seinem Kriegsbuch, daß Offiziere der Obersten Heeresleitung am Abend des S. November 1918 bereits in Aukomobilen mit roten Jahnen gefahren sind, und daß damals die Ossizicre der Obersten Heeres- leitung sagten: Nun müssen wir eben umlernen! Das war die Stimmung, die damals herrschte. Die von mir vor einem Jahre gehaltene Rede über die Reichswehr ist von einem Deutschnationalen, der hier sitzt, in der niederträchtigsten Weise verfälscht worden. Insofern, als der Betreffende gesagt hat, ich hätte dos deutsche Offizierskorps beschimpft. Es ist mir niemals eingefallen, das zu tun, und ich will das hier erneut feststellen, obwohl ich überzeugt bin, daß es bei Ihnen(zu den Deutschnationalen) nichts nützt. Zu den Regimentsfeiern will ich nur das eine sogen: Ich empfinde es als die größte Dreistigkeit und habe es immer so empfunden, wenn sich ein Mensch oder eine Partei hinstellt und so tut, als hätte sie die Vaterlandsliebe in Erbpacht.(Sehr gut! bei den Sozialdemo- kraten.) Ich will dos auch hier noch einmal sagen: Wir Sozialdemokratin lassen uns an Liebe zu unserem Vaterland von niemand über- treffen. Wir trogen die Vaterlandsliebe nicht auf der Zunge, sondern wir haben sie im Herzen und arbeiten dement- sprechend am Wiederaufbau unseres Volkes.(Sehr gut! und Beifall b. d. Soz.) Glauben Sie denn, daß wir kein Verständnis dafür haben, wie Soldaten, die draußen jahrelang in den schwersten Kämpfen gestanden haben, das Bedürfnis haben, irgendwann ein- mal zusammenzukommen und gemeinsam ihre Erlebnisse auszu- tauschen? Durchaus.nicht! Aber auch hier wieder geradezu das Niederträchtige, daß man jede derartige Gelegenheit zu Partei» egoistischen Sonderzwecken ausnützt und die Leute dann durch Redensarten, die weder Hand noch Fuß haben, betruiii ken zu machen. Das verleumden und Ehrabschneiden gehört m' zu den hervorragendsten Traditionen der deutschen Reaktionär Die Kcrntruppen der deutschen Reaktionäre sind jetzt die Deuts! nationalen. Von einem Vorredner ist das in der Oeffentlichkeit b kannte Statut der Mörder zentrale bereits oorgetrage und erläutert worden. Ich will Wiederholungen vermeiden und gehe deshalb nicht näher darauf ein. Aber die Tatsache, daß steckbrieflich verfoigl« Mörder bei höchsten Beamten und iu ihren Bureaus ein- und ausgegangen sind, will ich doch noch ausdrücklich hier unterstreichen. Den Fortbestand der Bolksgerichte in Bayern halten wir für verfassungswidrig. Deshalb verlangen wir ihre B«> seitigung. Ein grelles Schlaglicht aus die Zustände in Bayern wirst auch die Proklamation, die der bisherige München« Polizeipräfl- dent P o e hn er hat plakatieren lassen, unmittelbar nachdem man ihm endlich sein gemeingefährliches Handwert hat legen können. Dieser Polizeipräsident, den- die Deutschnationalen neben ihren anderen Heiligen auch zum Parteiheiligen machen sollten, ist es hauptsächlich mit gewesen, der das bayerisch« Volk von einer Unruhe in die andere Unruhe hineingehetzt Hot.(Sehr wahr! b. d. Soz.) Das war der Mann, der bereit war, aus den nichtig- sten Anlässen die Straßen Münchens mit Arbeitcrblut zu färben. Mit der großen Mehrheit des bayerischen Volkes, das ich kenne und das Ich schätze, wollen wir geordnete Verhältnisse haben, nicht nur in Bayern, sondern im ganzen Reich, damit wir endlich aus dem schlimmsten Elend, in das wir durch die Politik der Weltcroberer gestürzt worden sind, uns wieder herausarbeiten können. Was sich jetzt in Bayern breitmacht, das ist das übelste reaktionäre Preußentum, das Deutichland in der ganzen Welt verhaßt gemacht hat, ist das Preußentum, dos sich jetzt in Bayern b a y e. risch aufspielt, es schließlich sogar fertig bringt, in kurzen Hosen herumzulaufen. Wir haben das Vertrauen zur Regierung W l r t h, daß sie alles tun wird, um die Republik zu verteidigen und der Vergiftung des öffentlichen Lebens H a l t z u g � b i e t e n, so, wie sie es bisher gegen den wütenden Widerstand der Deutschnationalen getan hat. Sie hat es getan, um Ruf und Stellung der deutschen Republik in der Welt zu f e st i g e n. Wir werden nicht dulden, daß diese Politik ausgegeben oder nach rechts abgedrängt wird, sondern werden dafür wirken, daß wir den bisher eingehaltenen Kurs nur noch klarer und schärfer steuern.(Sehr richtig bei den Sozialdemokraten.) Wer uns dabei helfen will, die Republik wirksam zu schützen, ist uns als Bundesgenosse willkommen. Wer uns dabei zu stören versucht, den betrachten wir als unseren Feind. Wir werden so handeln im Sinne jener republikanischen Staatsgcsinnung, die der Görlitzer Parteitag in seinem Programm proklamiert und in seinem Beschluß, der sich aus die Rcgierungsbil- dung bezieht, betätigt hat. Da» eine will ich feststellen, daß unser Mindestprogramm klar und deutlich ausgearbeitet war- den ist. daß sich kein Sozialdemokrat dazu drängelt, etwa so schnell wie möglich irgendeine Erweiterung nach der rechten Seite vor» zunehmen. Dos eine will ich ober noch sagen und das sage ich der Regie- rung: Mit Verordnungen allein ist nichts getan, �wir brauchen m e h r. Wir brauchen die Demokratisierung der gesamten Verwakkung, wir brauchen die Republikanisierung unserer Reichswehr, wir brauchen vor allen Dingen auch eine Reform unseres Zusiizwesens. Nichts wird uns von den Entschlüssen, die ich vorgetragen habe, ab- halten. Wir fürchten uns nicht vor den Mörderpistolen der Reaktion. Alle jene aber, die den Aufbau und den Aufstieg eines neuen Deutschlands mit uns fördern wollen, da» seine staatsbüracrliche Freiheit wiederherstellen kann, weil es von der Atmosphäre des Bürgerkrieges, des politischen Meuchelmorde» gereinigt ist, rufen wir zu gemeinsamer Arbeit auf.(Bravo bei den Soz.) Da» schassende haben dann nur vollendet, wa» andere"begonnen"hatten,�— H"!!'» e r traun eh rcwcfen ist. nicht nur an ihren Händen Nebt das vergossene Blut. I„ Sonnabend 10 Uhr: Interpellation Hergt über die Valutaspeku ......'fl*1' fjeit hoben; er mag nicht nur von den Deutschnationalen, sondern vom ganzen deutschen Volke wie ein Heiliger verehrt werden, da- mit er als lebendiges Zeugnis dafür erhalten bleibe, wie tief gewisse Schicksten des deutschen Volkes sinken können.(Große Un- ruhe rechts.— Ordnunasruf des Präsidenten.) Reichskanzler Dr. Wirkh stellt fest, daß das fragliche Gespräch ation, Fortsetzung der heutigen Besprechung.— Schluß:%7 Uhr. preußischer Lanötag. Am Freitag erledigt« das Haus zunächst Kleine Anfragen. Frau Dr. Wegscheider(Soz.) fragt an, was die Staats- rcgierung zu tun gedenkt, um die Abholzung der Gutsforstes Sickeu- darf im Kreise Teltow zu verhindern.— Ein Rcgierungsvertre!« antwortet, daß die Käuferin, eine Holzhandclsgescllschaft, G a» rantien für rationelle Forstkuliur gegeben hat.— Abg. Klein- sp e h n nicht zum Abschluß gelcmat. Di? Kommunalverbändz müssen sich durch Liese- rrmasverträa« die Milch sichern. Es ist Vorsorge getroffen, daß die Milch möglichst nur für Zlneckc de- unmittelbaren Ernährung ver« wendet wird. Durch Verordnung ist die Hcrsicllunq von Schlagsahne grundsätzlich ocrtolen worden. Der Erlaß eines Verbotes der Herstellung künstlicher Schlaosahne steht bevor. Abg. Frau En-(Soz.):(Schlußwart): Wir hätten debattelose Annahme unterer Anträge erwartet. Die Landwirt« haben so große Gewinne«zielt, daß sie davon einen Teil abgeben können, um die Milch iiir die minderbemtztelte städtische Bevölkerung zu ver- billigen. Die Kleinkmdersterblicbkeit ist gewachsen. Die Staats- regiernng muß Mittel für ein« Derbillicnmg der Milch bereitstellen. Di« Sabotierung der Volksernähruno, die die Landwirt« dadurch be- treiben, daß sie klckturfäbiges Land brach liegen lasten, wobei doch die vielen arbeitslosen Landorbeiter Bescbästiguna finden könnten. muß durch acfetzliche Maßnahmen gebrochen werden, wodurch bei einem derartigen Verhalten die schuldigen Landwirte enteignet wer- den können. Wer immer noch von notleidenden Landwirten svricht, vergißt, daß die Landwirte im und nach dem Krieg« ihr« Hnpo- tbeken zum allergrößten Teile abgelöst haben.?(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Di« Anträge gehen an den Hauptausschuß. Es folgt die Beratung des Antrages Braun und Gen.(Soz.) aus Ablösung der Skaakslcistungen an die Religionsgemeinschaften. Abg. Kön'a-Swlnemünd«(Soz.): Die Reichsverfastung ist nun schon zwei Jahr? In Kraft. Artikel 138 bestimmt, daß baldiglt die Grundsätze für die Ablösung aufgestellt werden lallen. Es ist an der Zeit, daß uns endlich eine enstprechende Vorlage zuaeht. Bei der Auseinandersetzimg zwischen Staat und Kirche darf allein der Recht-standpunkt maß-rbend sein. Je länger sie hinausaeichoben wird, desto schwieriger wird st«. Das Interesse der Religionsxe- selllckwiten selbst macht sie notwendig. Nach weiterer Debatte wird die Meiterberatung aus Sonn» abend 11 Uhr vertagt.— Schluß:%6 Uhr. Pols'tiscke�usspracheimbaperistbenLanStaq München, 30. Sevtember.(Eigener Drabtbericht des„Vorwärts'). Die Rede des bayerischen Ministervräsidenten im Landtag hat der Volksvertretung ein schärferes Bild von der Persönlichkeit des neuen Leiters der bayerischen Volitit aegeben, lodoch wesentlich neue Gesichtsvunkte nickt zutage gefördert. Di« konziliante Art des Grafen Lerchenfeld hat viel zur Entspannung der parlamentarischen Kampf- stimmnng beigetragen. Der Gsnoste Ackermann oob in seiner Rede deutlich zu erkennen, daß er von einem öffentlichen Lob der äußeren Farmen des Minist-rpräsidenten lediglich desweoen absehe. um besten Stellung bei den Parteien nicht zu erschweren, die ihn auf seinen Posten berufen haben. Auffallend war die diplomatische Ge- mandthcit, mit welcher sick> Graf Lerchenfeld um Fragen der inneren Politik berumschlänaelte. deren unzarte Behandlung der guten Mei- nung von seiner Persönlichkeit hätte Abdruck tun können. Trotzdem war die Art seines persönlichen Auftretens offener, freier und selbst- sicherer wie die stenes Vorgängers. Das Positive seiner Ausführungen war die entschiedene Verurteilung einer einseitigen Hand- babung der Pvlizei-ewalt. die Verurteilung d« Verwilderung der poli. tischen Sitten, die Bitte um Zuleitung von M-terial über Mißstände des politischen Lebens, für besten sofortig? Verwendung er Sorge tragen werde, die gerichtliche Verfolgung des ehemaligen Einwohnerwebrführers Kanzler, die in Aussicht gestellte Reform der Strafrechtspilege unter Zuziehung von Laienrichtern, die R e- vifion des Mcmminger Volksgerichtsurteil» von feiten der Justizbehörden. Seine Ausführungen gipfelten in dem Satz:..Ich«erde dafür sorgen, daß die Grundsätze einer völlia un» politischen und starken Staetsoutoritöt von allen Behörden zur Richt- schnür genommen werden. Ich will Bayern eine gute und saubere Verwaltung geben, welche keine Kritik zn scheu-n Hot. Rehmen Sie, meine Herren von der Opposition, diese Berwaltung aena» unter die Lupe. In diesem Sinne ist mir auch Ihre Opposition willkommen. Die Verwaltung muß sich durchsetzen unter der werktätigen Hilfe aller Stände.' Wer allerdings erwartet hat, von dem neuen Ministerpräsidenten eine sozialistenfreundliche Rede zu hören, der wird schwer enttöu'iht sein. Das Negative der Rede war ein icharier Trennungsstrich zwischen Marxismus und christlich-bürgerlicher Weltanschauung, die Verneinung der sozialistischen Ideale, die entschieden« Verwerfung des Generalstreiks zu politischen Zwecken und das Fehle» eines offenen Bekenntnisse» zurRepublik. Trotz allem hat Lerchenfcld den Mut zu einem deutlichen Abrücken von der Aera Kohr gefunden, und sein Bekenntnis, daß das eingehende Studium der Arbeiterfrage in England und Amerika in ihm die Ueberzeugung gereift habe, daß der Arbeiterschutz ein« notwendige Pflicht des Staates sei, ist sür die bayerische Arbeiterschaft beachtlich. Tägl.NunöschauunöIunktionärversammiung Ten„besten" Bericht der gesamten bürgerlichen Presie über die Konferenz der Berliner Funktionäre liefert unstreitig die„Tägliche Rundschau". Sic schreibt: „Ein anderer Redner, der Genosse Siröbcl, meinte zwar, daß eine Koalierung mir der Deutschen VolkLpartei einige Vorteile biete. Sie werden aber im„Borwärts'-Berichl nicht erwäbnr.' Wir können der„Täglichen Rundschau" verraten, daß ihr Bcrichtbcarbciter in politischen Tingen glänzend unter» richtet ist._ Keine Harzahlungen am 16. November. Berlin, 30. September.(MTB.) Amtlich wird mitgeteilt: Im Verlaufe der Sitzungen, welche das Garantiekomitce während der ersten drei Tage der Woche mit den Vertretern der deutschen Regie- rung abgehalten hat, hat das Komitee insbesondere die Lage hin» sichtlich der von Deutschland am nächsten Zahlungstermin, den lS. November, zu leistenden Zahlung geprüft: diese Zahlung stellt die erste Ouartalsrate der variablen Annuität dar, ein De- trag, der nach Maßgabe der Ausfuhrziffern endgültig festzu» setzen ist. Die deutsche Regierung hat dem Komitee ihre Schätzung des Wertes der Ausfuhr über das am I.Mai beginnende Quartal mit» geteilt: dieser Wert bildet die Grundlage für die Festsetzung des Be- träges der Zahlung am 15. November. Das Komitee Hot dies« Zah» len vorläufig anerkannt. Sie werden noch den Gegenstand der ins einzelne gehenden Nachprüfung und gegebenenfalls einer spä» teren Richtigstellung bilden. Werden die seit dem 1. Mai 1921 be. reits gemachten und die bis Ende Oktober noch auszuführenden Sachlieferungen sowie der Ertrag der Abgabe berücksichtigt, die in gcwisien alliierten Ländern von der deutschen Ausfuhr erhoben wird, so ergibt sich, daß die nächsle Rat« vom 15. November gedeckt ist, ohne daß es erforderlich ist, zu dem Mittel neuer Darzah- l u n g e n zu greifen. Das Garantiekomitee erläßt eine gleiche offi» zielle Mitteilung. Nansens Anklagen. In der Freitagsitzung des Völkerbundes wurde zuerst zu der Opium- Frage Stellung genommen und eine Verschärfung der Bestimmungen der Haagcr Konferenz von 1912 über die Kontroll« des Opiumhandels gefordert. Sodann wurde über die H i l f s a k» tion in Rußland weiter verhandelt. Nachdem ZNoita-Schweiz als Ausschubberichterstatter und mehrere Diskussionsredner unter Wiederholung der bereit» bekannten Argumente die Unmöglich, teit einer Völkerbundsaktion wegen der Weigerung der Mächte. Rußland finanzielle Hilfe zu gewähren, klarlegten, hielt Nansen-Norwegen eine große e r s ch ü t t e r n d e Re d e, in de? er die Dölkerbundsversammlung und die Regierungen auf die furchtbare veraniworkung aufmerksam mochte, die auf ihnen laste, wenn sie 20 Millionen Menschenleben dahinsterben ließen. Die Welt sei reich an Transport- und Nahrungsmitteln. Alle» sei da, Rußland zu helfen. Es sei eine furchtbare Tragödie, wenn man an der Hilfsfrage dos Hilfswerk scheitern lasten würde. Er be» schwor die freien Männer Europas, an das Schicksal der hungernden Kinder Ruhlands zu denken und sich vorzustellen, daß ihre eigenen Kinder ein solche» Schicksal erleben könnten. Man müsse Rußland zu Hilfe kommen, beooreszuspätsei und bevor man das allzulang« Zögern bereuen würde. S p a l a i t o» witsch- Jugoslawien hielt ein« heftige Rede gegen die B o ls ch e w i st e n. Er verlangte die Annahme einer Resolution, in der das bolschewistische Regime verurteilt und besten V e r a n t» wortung für die Hungerkatastrophe in Rußland ge» brandmarkt werde._ Ungarisches Dementi. Budapest, SV. September.(Ungar. Korr.-Bureau.) Auf die durch die Wiener Presse verbreilere Nochricbt. daß in Westuvgarn unter Leitung von Stefan Friedrich ein selbständiger Staat auS- gerufen worden sei. wird sestgestellt, daß Abg. Friedrich sich in Budapest befindet, in Wcstungarn selbst aber von einer solchen Proklamation nicht? bekannt ist. Ich heiße Friedrich und weiß von nicht?. Großer Wahlsieg in Schweöen. K l o ck h a l m. 30. September.(EP.) Das Kabinett S y d o m wird am kommenden Dienstag, wenn die Schlußcrgebnisse der Wahlen zur zweiten Sammer vorliegen, seine Demission einreichen. Ver Wahlsieg der Sozialdemokraten ist sehr bedeutend. Sie haben bisher 17 neue Sitze auf Kosten der Konservaiivcn und Liberalen gewonnen und werden mit fast 90 Vertretern in die zweite Kammer einziehen. B r a n t i n g wird am Mittwoch von der VSlterbundssitziing in Genf zurückkehren und dann sofort mit der Bildung de» neuen Kabinett» beauftragt werden. )1uslanüsrunüschau. In der Frage der Rückzahlung in Goldmart der von Bel» g r e n im Laufe de» Krieges von den Alliierten, besonders von Frankreich aufgenckmmenen Anleihen war eine Meinunqsvcr- schiedenheit zwischen den einzelnen Alliierten entstanden. Frank- reich wäre durch den eigenen Valutasturz schlecht weggekommen und schlug die Anrufung des amerikanischen Vertreters in der Rcpara- tionskommission Boyden als Schiedsrichter vor. Boydcnz Schiedsspruch ist im Sinne Frankreichs- ausgefallen. Die Rückzahlung wird in Goldmark zum Wechselkurse vom 11. November 1918 erfolgen. Damit soll Frankreich niehr als 2 Milliarden erhalten. während es sonst weniger als ein« Milliarde bekommen hätte. » In Wien wurde am Freitag der zweit« International« Kongreß der Kriegsopfer mit einer Rede des zum Vor» sitzenden gewählten französischen Schriftstellers Henri Bar» b u f s e eröffnet. Als Ziele der International« der Kriegsopfer be- zeichnete er u. a. den Kamps gegen den Krieg durch den revolu» ttonären Generalstreik im Falle einer Mobilisierung und durch antimilitaristische und pazifistische Propa» g a n d a. Zur Erreichung dieser Ziele müsse eine i n t e r n a t i o, nale Propaganda eingeleitet werden. Die Ausführungen de» Redners wurden mit stürmischem Beifall aufgenommen. Nach Meldungen bolschewistischer Zeitungen ist es in Baku zu heftigen Zusammenstößen zwischen den Truppen und der Bevölkerung gekommen. Mehrere hundert Per» sonen find getötet worden. Der Tischlerstreik geht weiter! Die ZZerhanislungen, über die wir in der Morgenausgabe vom Donnerstag berichteten, sind endgültig gescheitert! Der Tischlerstreit beginnt sich in anderen Industriezweigen emp- findlich bemerkbar z» machen. Insbesondere droben in der Elektro- und Metallindustrie Betriebseinschränkungcn und Stillegungen wegen fehlender Tischlerarbcii. Der Demobilm ach ungskommis- s a r ist deshalb von beteiligten Betriebsräten angerufen worden. Aus diesem Anlaß hat A s s e s s o r K ö r n e r, der mit diesen Dingen zu tun hatte, aus eigener Initiative einen Versuch zur Beilegung des Tischlerstreiks unternommen. Seiner Anregung, die Streit- fragen einem Schiedsgericht zu unterbreiten, sind beide Par- teien aefolgt, und so wurde om 28. und 2g. September bis in die späte Nacht verbandelt. Am 3l1. September sollte der Schiedsspruch gefällt werden, aber dazu ist es nicht gekommen, denn das S ch i s d s- gericht ist aufgeflogen. Bei dem Streit handelt es sich bekanntlich in erster Linie um den Neicbsmnntelvertrag. der nach langen Verhandlungen, die sich sieben Monate lang hingezogen haben und in der die Berliner Unternehmer durch den Obermeister Paeth vertreten waren, ver- einbart worden ist. Dieser Mantelvertrag ist von dem weitaus größten Teil der Unternehmer in ganz Deutschland aner- kannt. Wo sick in einzelnen Kegenden die Unternehmer sträubten, haben sich inzwischen eines Besseren besonnen. Nur in Berlin wirddieAnerkennungoerweigert. Allerdings auch nur noch von einem Teil der Unternehmer, etwa die 5>älfte der Berliner Tischlermeister hat den Reichs mantel- vertrag und das Lohnabkommen unterschriftlich anerkannt. Herr Paeth hält seinen ihm verbliebenen Anbang nur dadurch zusammen, daß er die Dränger immer wieder auf die bevorstehenden oder schwebenden Verhandlungen verweist. Die lebten Verhandlungen baben erneut den Nachweis erbracht, daß auch cherr Paeth wirklich sachliche Einwendungen gegen den Neich-mantelvertrag nicht machen kann. Es ist bei ibm nur b e- leidigter Ehrgeiz und Dickköpfigkeit, die ihn zu seinem Verhalten veranlasien. Bei den zentralen Verhandlungen hat er beansprucht, der Führer der Unternehmer zu sein; seine Kollegen haben ihn dafür nicht geeignet gehalten und nun will � er ihnen ihr Werk zerschlagen. Es sind nur ganz wenige Berliner Unternehmer, die ihm durch dick und dünn folgen, die meisten, die aus Korpsgeist die Anerkennung verweigern, sehnen sich nach dem Augenblick, in dem eine Verständigung herbeigeführt wird und sie die Betriebe wieder eröffnen können, um die vorliegenden Aufträge zu erledigen. Hinsichtlich des M a n t e l v e r t r a g e s gibt es bei den Holzarbeitern kein Nachgeben. Sie sind es ibren Kollegen im Reich schuldig, die sich deshalb schwere Opfer auferlegt haben, daß der Reichsmantclvertrag auch in Berlin durchgeführt wird. Außerdem verlangen die Berliner Tischler auch eine angemessene Lohnerhöhung. Im Hinbssck darauf, daß das zu treffende Lohnabkommen über den ursvrünqlich in Aussicht genommenen Termin vom 15. Oktober gelten soll, fordern sie seht für über 22 Iabre alte Facharbeiter einen Durchschnittslohn von g.?ss M., während die Unternehmer eine Lohnzulage von 50 bis 95 Pf. angeboten haben. Das Schiedsgericht erkannte bald die Schwierigkeit der gestellten Aufgabe. Handelt es sich doch nicht allein darum, die Arbeitsbe- dingungen für Berlin fesizuseben, sondern diese müssen mit den im übrigen Reich geltenden Verhältnissen in Einklang aebracht werden. An diesen Schwierlakeiten scheiterte die Tätigkeit des Schiedsgerichtes: es- war ibm unmöglich, zu einer Entscheidung zu kommen. Um dem Schiedsgericht die Möglichkeit zu neben, ein Urteil zu fällen, beabsichtiate der Borsißende, beim Demobilmnchnngskommissar die Einsebung eines Schiedsgerichtes auf Grund der Verordnung über die Tarifverträge zu beantragen, das schon in den nöckisten Tonen zusommentreten soll. Wenn dieses Schiedsgericht zu einem nroktischsn Ergebnis kommen will, dann wird es im Auge behalten müssen, daß man den BerlinerHolz- arbeitern nicht zumuten darf, sich in Vertrags- bestimmungen zu fügen, die ungümstiger sind als die Bedingungen, unter denen nun schon ihre Kol- legen in den zurückgeblieben st en Nestern arbeiten. Assessor Körner bot sich unverkennbar nrcße Mühe gegeben, zwischen den widerstrebenden Ansichten der Parteien zu vermitteln, und es ist nicht feine Schuld, daß bisher eine Lösung nicht gefunden werden kannte. Aber darüber müssen üch alle Beteiliqten klar sein,' ohne die Anerkennung des Rcichsmantelvertra- ges kann der Streik der Tischler nicht beigelegt werden. Die Streikenden stehen nun in der achten Streikwochc noch un- erschüttert, und in einer riesigen Versammlung, die zufällig zu der Zeit stattfand, als das Schiedsgericht beriet, haben sie erneut den festen Willen bekundet, an ihrer Forderung festzuhalten. Und was die Berliner Tischler wollen, setzen sie durch, zumal in diesem Fall, wo dos Recht ganz unverkennbar auf ihrer Seite ist. 1 Wetterbericht bis Sonntag mittag. Vielfach heiter und trocken. Sonn- tag früh nebelig und teilweise Reis, später langsame Trübung und etwas wärmer. l SeVerkschastsbeivegung 25 Jahre Gemeinde- und Staatsarbeiterverband. Aus Anlaß des 2öjährigen Verbandsjubiläums am 1. Oktober ist„Die Gewerkschaft" im Festgewand erschienen, das sie auch sonst bei feierlichen Gelegenheiten anlegt. Der Veröandsvorsitzendc Fritz Muntner gibt ein Bild über die Gewerkschaftsbewegung vor 25 Iahren, der Redakteur Emil Dittmer berichtet aus der der Geschichte des Verbandes, während Karl P o l e n s k e die Ber- liner Bewegung schildert. Dem Aufsatz von P. Schulz über die Tarifverträge in Gemeinde- und Staatsbetrieben seien nur einige Ziffern entnommen, um die Entwicklung der Organisation zu beleuchten. Im Jahre 1906 bestanden drei Tarifverträge in drei Betrieben mit 288 beteiligten Arbeitern, wahrend der Verband gegenwärtig rund 550 Tarifverträge für 5000 Betriebe mit-100000 beschäftigten Personen zählt. 1914 waren erst 1565 Beschäftigte durch die Tarifverträge erfaßt; ein Rückgang gegen die Höchstzahl>n der Vorkriegszeit mit 2211 im Jahre 1912.' Im Jahre 1918 wurde diele Zahl mit 2189 annähernd wieder erreicht, dann aber setzte die Entwicklung mit Riesen- schritten ein: 1919 waren 93 527 Personen durch die Tarifoer- träge des Verbandes erfaßt, 1920 aber 305 057 Personen. Aus der in Berlin spielenden Vorgeschichte der Ver- bandsgründung entnehmen wir der Darstellung von Dittmer: „Nachdem im Februar 1896 etwa 60BerlinerGasarbeiter in die Lokalorganisation der„Holz- und Kohlcnarbeiter" eintraten, kam es im März 1896 zu einem Streit, der aber verloren ging. Bald darauf, im Sevtembcr 1896, wurde von den Gasnrbeitern die Abstbafftmg der 18llündioen Wechselschicht gefordert und an zwei Stellen. für den redntt. T-Ui Tr. Weener Pcisee. Cpnrlotlendurq: sür Anzeigen: ZH. Gloilc, Berlin Verlag: Vorwaris-Verlag(8. in. d.©.. Berlin. Druck: Vor- wärlS-Buchdruckcrei u. VerlagSanliaN Daui Singer u. Co.. Berlin. Lindenslr. 3. Sirrru 1 Beilage. DmtQP Gummibereifung Die Weltmarke bürgt für Quaiitätl Anläßlich der Eröffnung unserer neuen Filiale Norden, Herstraße 181 am Sonnabend, den 1. Oktober, bieten wir in sämtlichen Verkaufsstellen ganz besonders preiswert an: HeFrea-ÄDZOge cute Verarbeitung......... 130 OiV. Hßrrßö'ÄüZOnß � mod. Formen, vergeh Färb. 44/52 225 Elegantß Hßrren-Änzüge...... 275 315 625 E!eg. Herren-Äozüge kW 650 668so 675 820 850 Herrcn-Üistßr �............. 110 175 275 Ilerren-Schlflpier»UI wollenen Flauschstoften.... 680 Herrea-PaletOtS mit Samtkragen auf reinwoil. 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HS00 Züchen, Inlett und Wäschestoffe In großer Auswahl 1 zu billigen Hemden« und Blusenflanelle, Molton, weis und farbig, Hemdentuche und Linons j Tagespreisen I Kinderschuhe ors-e is-u..... 3SZ0 3960 Kinderschuhe ors-e 22-24......... 42so Für den Winter! Kinderschuhe Größe a-u..... 23°° 25°° Kinderschuhe ersse 27-29......... 29°° Schwere Schuhe mit Holzsohlen arose 22-20 Schwere Schuhe mit Holzsohlen cirsi- 37-42 Knaben«Turnschuhe......... 12s0 Damenstiefel hoher scha«......... 78so 500 900 !5M KVG Kleider-Vertrieb(3. m. b. H. Hauptgeschäft: KommandantenstraQe 39-8t II 3. Verkaufsstelle: Lichtenberg, Frankfurier Aliee 82 2. Verkaufsstelle: Osten, Warschauer Straße 33|| 4. Verkaufsstelle: Neukölln, Bergstraße 29 Verkaufntella der Erzeugnisse der städtischen Blindenanstalt.---------------- Nr. 463 ♦ ZS. Jahrgang GroMerün Die LeZche im Saöezimmer. Skandalöse ZNißskände in einem Sanakorium. Was im Zeitalter der vollendet st en Hygiene noch möglich ist, zeigte gestern eine unter Vorsitz des Land- gerichtsdirektors Dr. E r n st stattfindende Verhandlung vor der Strafkammer des Landgerichts III, in welcher geradezu u n g l a u b- liche Mitz stände und ekelhafte Schmutzereien in dem im vornehmsten Westen gelegenen„Sanatorium Pfalz- bürg" aufgedeckt wurden. Wegen fahrlässiger Tötung war die frühere Sana- tariomsbesttzcrin und Oberin Alice B r i l angeklagt. Der Fabrik- besitzer P. mußte seine unmittelbar vor ihrer Niederkunft stehende Gattin in das„Sanatorium Pfalzbury" bringen, wo die Frau in 'in Bett gelegt wurde, welches gerade von einer an septischer Lungenentzündung verstorbenen Frau L. geräumt norden war. Wie die Angehörigen und früheren Angestellten des Sanatoriums vor Gericht bekundeten, habe in dem Sanatorium die ärgste Schmutzerei geherrscht. Da ein Leicbenaufbewahrungs- ' aum nicht vorhanden war, wurde die Leiche der Frau L. fünf Tage lang auf einer Tragbahre stets hin und her geschleppt und lag ent- weder im Badezimmer oder im Operationszimmer, so daß es vor Gestank kein Mensch aushalten konnte. In Gegenwart der zugedeckten Leiche fand die erste Untersuchung der F r a u?. st a t t. In dem Badezimmer, das gleichzeitig als Toilette für die Patienten diente, lagen blutig-eitrige Verband- st o f f e herum, während in der Badewanne, in der sonst die Patienten baden mußten, blutiae Wäsche gereinigt wurde. Obwohl nach der Konzession Patienten mit ansteckenden Krankheiten nicht auf- genommen werden durften, befanden sich dort ein Tuberkulöser und mehrere an schwerer Lues leidende Patienten, die die gemeinsamen Toiletten benutzten. Da außerdem überall ein»nalaublicher Schmutz herrschte, war es kein Wunder, daß Wanzen, Schwaben und Mäuse in diesem Musterinstitut für Hnaiene ebenfalls eine gewisse Rolle spielten. Gs war auch weiter kein Wunder, daß inmitten dieses Schmutzes die Frau P. von einem sogen, septischen Kindbcttfieber befallen wurde und am 9. November verstarb. Während der Kriegs- zeit wurden in diesem Sanatorium völlig gesunde Per- s o n e n verpflegt, die das nötige Geld dazu hatten. Auch stand das Sanatorium in dem Ruf eines öffentlichen Hauses. Der Geh. Medizinalrat Prof. Dr R v a e vom Obermedizinalkollegium bc- knndete als Sachverständiger, daß die bekundeten Zustände natürlich Mißstände allerärastcr Art darstellen, daß aber trotzdem der Kausas- Zusammenhang zwischen diesen Zuständen und dem Tode der Frau P. sich nicht feststellen lassen könne. Auch die von den Iustizräfen Landau und Ghodziesner geladenen Sachverständigen Vrof. Dr. Nagel, Kreisarzt Dr. T r e m b u r und Dr. med. Hugo Sonneufeld bezeichneten die Zustände als skandalös, er- klärten aber ebanfall-. daß es sich nicht mit Sicherheit seststell-n lasse, ob diese Zustände Mitursache an dem Tode der Frau P. seien. Der Staatsanwalt beantragte unter diesen Umständen selbst die Freisprechung. Das Gericht brachte in der Urteilsbegründung zum Ausdruck, daß die Angeklagte Bril diese gerndeztk unglaublichen Schmutzereicn verschuldet und geduldet habe und daß doch gewisse Zweifel vorhanden feien, ob sie nicht doch Mitschuld an dem Tode der Frau habe. Da ober im Zweifel stets zuflunsten der Angeklagten entschieden werden müsse, habe das Gericht auf Freisprechung erkennen müssen._•_ Die fwffichtsbehorZen znm NaharSt. Den für die Handwerkskammer zu Berlin zuständigen Auf- sichtsbehördcn(■Handelsministerium und Oberpräsidium) ist der Vorwurf gemacht worden, daß sie nicht rechtzeitig und schnell genug in Sachen des früheren Präsidenten Rahardt eingegriffen hätten. Dogegen wendet sich der amtliche Pressedienst in folgenden Aus- führungen: Die gegen den früheren Vorsitzenden der Berliner Handwerks- ksmmer Rahardt erhobenen Vorwürfe beschäftigen das Ministerium für Handel und Gewerbe und die Aufsichtsbehörde— den Ober- präsidenten in Charlottenburg— feit Wochen. Auf Voran- lassung des Ministers für Handel und Gewerbe hat der Oberpräsi- dent sofort nach Eingang der B'lchwerdeschrift des Syndikus der Handwerkskammer, Dr. Heinzig, eine eingehende Untersuchung her- beigeführt, für die ein besonderer Untcrsuchungskommissar bestellt wurde. Gegen zwei schwerbcschuldigte Beamte der üls vorwärts Sonnabend, 1. Gktober?92l Handwerkskammer ist sofort ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Im übrigen ist die ganze Untersuchung in stän- diger Fühlung mit dem Vertreter der Staatsanwaltschaft geführt worden. Die Ergebnisse dieser mit dem äußersten Nachdruck ge. »orderten Untersuchung, namentlich eine zwölstägige, von dem Untersuchungskommissar t«s Oberpräsidenten geführte, am 20. Sep- tember d. I. abgeschlossene Revision der Kasse der Hand- werkskammer, bei der es schließlich gelang, schwere Verfehlungen Rahardts und einiger anderer Personen auizudccken, haben dem Staatsanwalt vor wenigen Tagen die Handhabe geboten, seinerseits einzugreifen, an der Hand des von dec Aufsichtsbehörde der Hand- heute, Sonnabend, den 1. Oktober 1�21: Slvße öWliliie«M-LMMSiW. IS. Kreis: Blankenburg, Z'/a Ahr bei klug, Dorssiraße. Thema:.Sozalistischer Ausbau oder reattionärer Rückschritt". Nesercnt: Stadtverordneter Keller. werkskammer vorgelegten Materials einen der Hauptbeschuldigten in kürzester Zeit zum Geständnis zu bringen und Rahardt selbst sowie einige beteiligte Personen in Haft zu nehmen. Die Geschäfte der Handwerkskammer führt zu- nächst der stellvertretende Vorsitzende, Obermeister Eckert; die in ! den nächsten Tagen zusammentretende Vollversammlung der Kam- � mer wird weitere Beschlüsse zu fassen haben. Eine Vermögens- � schädigung der Kammer ist nicht wahrscheinlich; Schritte zur Siche- rung von Regreßansprüchcn sind bereits getan. Ein Notschrei der Arbcitsinvalidenorganisation. Die unter größten Schwierigkeiten geschaffene Organisation der Arbeits- und Zioilinvabiden und ih?er Hinterbliebenen, der„Zen- tralverband der Invaliden und Witwen Deutsch- l a n d s", der um Verbesserung der Renten und der Fürsorge kämpft, hat zur Ermöglichung wirksamer Arbeit die Hauptgeschäfts- stelle nach Berlin verlegt. Weil zur Deckung der für die Ein- richtung des Bureaus erforderlichen Ausgaben, die trotz hoher Mitgliederzahl nur bescheidenen Mittel des Ber- bandes nicht ausreichen, wendet er sich an olle sozialempfindenden Volksgenossen und an deren Organisationen mit der Bitte um Hilfe. Beiträge sind einzuzahlen an das Borstandsmitglicd, Stadtverord- netcr Subke, Berlin, Postscheckkonto 376 S7. Diesen Aufruf unterstützen die Sozialdemokratische Partei, die Unabhängige Sozial- demokratische Partei, die Kommunistisch« Partei, der Reichsbund der Kriegsbeschädigten. Vom Parteivorstand der Sozialdemo. kratischen Partei sind bereits 2006 M. bewilligt worden. Eine große Razzia veranstaltete die Kriminalpolizei mit der Sittenpolizei in der gestrigen Nacht. Es wurde die Friedrichstraße und damit auch die Straße Unter den Linden abgesperrt. Gerade in dieser Gegend hatten sich viele zweifelhafte Elemente zusammen- gefunden. Eine Bande hatte es auf die Fahrgäste der letzten Omni- busse, der sogenannten„Lumpensammler" abgesehen. Meh- rere von ihnen sprangen auf die Wagen herauf, verursachten so ein Gedränge und in diesem entrissen die Näuber den harmlosen Fahr- gasten die Hüte, Stöcke und Wertsachen. Ungefähr 3>X) Personen, die sich nicht ausweisen konnten, wurden auf Lastautos nach dem Polizeipräsidium gebracht. Dann wurden eine Reihe von Lokalen im Norden und Nordwesten der Stadt ausgehoben. Endlich wurde die Umgebung des Stcttiner Bahnhofes gesäubert. Im ganzen wurden über 1 Personen fi stiert. Von diesen mußten 116, Männer und Frauen, im Ge- wahrsam des Polizeipräsidiums zurückbleiben. Unter den Männern befanden sich wieder eine ganze Anzahl, die Frauenkleidung trugen. Kommunalärztlich! Sprechssiiude. Jnlvlge Deurlaubung de? Kam- munalarztcs fälli die Sprechstunde, die in Ä o w a w c L wöchentlich Man- tags vormittags von D— 10 und Tounerstags nachmittag: von 6—7 llhr abgehalten wird, in der Zeit vom 3. bis 27. Oktober aus. Eine phokographische Ausstellung hat der Verband der Litho- graphen, Steindrucker und verwandten Berufe im Gewerk- s ch a s t s h a u s, Saal 3, eröffnet. Es werden künstlerisch vollendete ■ Aufnahmen gezeigt, deren Besichtigung jedem Liebhaber der Lichtkunst � empfohlen werden kann. Die Ausstellung ist heute von 4 bis 8 und am Sonntag von 10 bis 4 Uhr geöffnet. Außerdem spricht am Sonn- ! tag der Lichtbisdncr O e r t e l um 11 Uhr vormiltags über„die Kunst 1 der Photographie". Koks frei. Das Kahlenamt teilt mit: Durch die Verordnung des Reichskommissars für die Kohlenverteilung vom 24. September 1921 ist die Zwangsbewirtschaftung sämtlicher Berkokungsprodukte, einschließlich brennbarer fester Ab- fallprodukte jeder Art, wie Schlammkohle, Koksgrus, Generator- rückstände, Schlacke, Kammer�ösche und dergleichen mit Wirkung vom 1. Oktober aufgehoben worden. Dementsprechend hat, soweit diese Produkle in Frage kommen, mit Wirkung vom gleichen Tage die Verordnung des Magistrats Berlin über die Kohlenver- teilung für Hausbrand, Kleingewerbe und Landwirtschaft vom 30. März 1921 ein« Llbänderung erfahren. Eine Händlerin deZ„Vorwärts" geriet am Montag, 10. Sept., vorm. 8 Uhr, in Eharlottenbura, Wilmcrsdorfer- Ecke Bi-marckstrahe, mit einer Verkäuferin des„Lokal-Auzeigers" in einen Streit, der in Tat- lichkeit ausartete. Da dieser Borfall zu einer Anzeige geführt hat, werden Augenzeugen um Angabe ihrer Adresse in der Expedition unseres Blattes ersucht. Genosse Pfarrer Dlcier hält am Sonntag, den 2. Oktober, abends 6 Uhr, in der Triniia'iskirche Charlottenburg, Karl-August- Platz(mit der Untergrundbahn bis Bismarckstr.), eine religiöse Feierstunde ab. Das Thema lautet:„Gibt es Wunder?" In den Ufa-Thcatern Dlcxanderplah, Schönberg. Weinbergsweg und Hafcnhcidc finden am Sonntagnachmittag um 4 Uhr Vorstellungen statt, zu denen auch Jugendliche Zutritt haben. Der Boxkampf Tempfeh-Carpcntier im Film ist von der S c a l a zum alleinigen Uraufsiihrungsrecht für ganz Deutschland erworben worden und wird u. a. im Rahmen' des neueren Varieteprogramms ah 1. Oktober allabendlich vorgeführt. Zilmschau. Unter Bestien. Denn man von dem Film, den wir in der Saalburg sahen, nichts Weiler wußte als den Titel, dann konnte man sich etwa auf folgende Eindrücke kontrollieren: Was sind das nur für Schauspieler? Bewegungen eckig und zum Teil unbeholfen, Mienenspiel nichtssagend und schabloncnmäßig. Ausstattung: zweitrangiges Vorstadtthcater. Photo- graphic: mittelmäßig. Bis einem dann ein verräterisches Kalenderblatt das Geheimnis enthüllte: ein italienischer Film. In der Tat: der deutsche Film kann mehr leisten. Kann! Zwar tut er es nicht immer. Leider! Aber es gibt Höben in ihm. die das Ausland nicht erreichen kann. Doch zurück zu den„Bestien". Spielt im ZirkuSlcben. Bestien? Ein Stier wird gepickt, damit er Wildheit markiert. Er stößt... wahrbaftig er stößt eine Tapetentür ein. Fürchterlich! Geh in ein Kloster, Regisseur! Einen Tiger sieht man im Käfig crfchröcklich gähnen. Wozu das? Die mensch. liche„Bestie" im Film weist eine sehr lauwarme Blnttemperatur auf. Ter Film ist wohlanständig und das Publikum wird ihn gerne scheu. Gute Nacht! „Ter Roman der Ehriftin« von Heere" rollt sich im v. T. Kur- fürstendamm ab. Interessant ist dabei, daß der junge und sehr be- gabtc Regisseur Reinhardts, Dr. Ludwig Bcrger. sich hier wohl zum ersten Male als Filmregisseur zeigt, aber leider auch als Verfasser dieses ge- schmackloscn„Romans" zeichnet. Ist Herrn Berasr feine Kunst nicht zu schade, um als Rahmen einer so oberflächlichen Hinirrtreppenhondlung zu dienen, die nicht besser dadurch wird, daß sie ihre Vorbilder aus der Ge- schichte holt. Aber Regie und Bilder waren glänzend, obwohl einige starke Stilschnitzer nicht hätten vorkommen dürfen. Die Darstellung war aus- gezeichnet und seien, um nur die Hauptdarsteller zu nennen, vor allem Agnes Straub in ihrer reizenden Anmut, Werner Krauß, Paul Hartmann, Marie Ferron erwähnt._ Groß-Serliner partemackrichten. Heule. Sonnabend, den 1. Oktober: lt. Krel». Tchöncbcrg— Friedenau. Abends 8 Uhr Stiftungsfest unter Mit- mirkung des SchSnebergcr Männerchors in der Schlotzbrauerci, Hauptstraße. Eintritt inkl. Tanz 2,1)0 M. Zahlreichen Besuch erwartet der Vorstand. 12Z. Abt. Kaulodorf. 7 llhr Funktionärsttzung im Lokal Glockenturm. Morgen, Sonntag, den 2. Oktober: l!i. ttrel«. Wanderung durch Alt-Berlin. Treffpunkt Untergrundbahn Kloster- straße, vormittags 10 Uhr. Nachmittags 4 Uhr Aula der S. Realschule, Wein- mcisterstrahe 15, Sitzung aller Mitglieder der Bildungsausschüsse mit Licht- dildcrvortrag. 80., dg.,«2. und»3. Abt. Nrnkälln. Die Handzettel zur Wiihlcrnersammlung mrüen verbreitet werden. 101. Abt. Treptow. Die Handzettelverbreitung findet Sonntag früh 811 Uhr von den Bezirkslokalcn aus statt. Ivb. Abt. Fricdrichshagcn. Familienausfiug nach den Pöttbergen. Treffpunkt 112 llhr am Steinplatz. » 84. Abt. Lankwitz. Der Frauenaiend findet künftig jeden ersten Montag im Monat statt.____ Gestbäftlicke Mitteilungen. Die Klcldcrnertrieb G. m. b. H. hat in der Miillerstr. 181 eine neue Ber- kaufsstelle eröffnet. Alle» Näherc geht aus dem Inserat in der heutigen Aus- gäbe hervor. Kraulern. 17] Von Paul E n d e r l i n g. Copyright, 1820, by J. G. Cotta�che Sucnvzncki mg Nachf.«tuttgart u. Beriln „Es ist ein Brief für Sie da. Fräulein," sagte Frau Görke mit einer Stimme, die nicht ohne Schärfe war. Verwunderung Vorwurf und Mahnung lag in der Stimme. „Ja ein Brief." sagte auch Thea. Fräulein nahm den kleinen Brief auf. Er war adressiert: „An Fräulein bei Kaufmann Görke". Er war von Langfuhr gestempelt, wo die Hochschule war und wo Lothar Franzius wohnte. Fräulein fühlte eine Röte über ihr Gesicht fliegen, als sie den Brief aufnahm. Mit zitternder Hand goß sie sich au? der Kanne ein. Sie konnte es nicht verhindern, daß der Kaffee überlief auf die rotgeblümte Tischdecke. Frau Görke schrie etwas auf. �., Fräulein wagte nicht aufzusehen. Aber sie fühlte die Blicke der beiden Damen inqui torisch auf sich gerichtet. Keine sagte etwas.' Aber lag in ihrem Schweigen nicht deutlicher, als es in Worten hätte fein können, die Frage? Wie kommst du dazu, dir Briefe schreiben zu lassen? Wie kommst du dazu, ein anderes Leben neben dem zu leben, für das du Kost und Lohn von mir bekommst?' Frau Görke sprach mit erzwungen gleichgültiger Stimme zu Thea von Schuhen und Torten. Fräulein hörte ihre Stimme wie aus einer weiten Ferne: neben ihr lag der Brief, den sie vor den anderen nicht zu öffnen wagte. Einen Slugenblick sah sie Thea an. Aber sie bemerkte in ihrem Blick etwas Fremdes, fast Feindliches, das sie sich nicht zu deuten wußte. Was war denn nur geschehen? Endlich standen beide auf und gingen hinaus. Don der Türe hörte sie Theas Stimme:„Nun wird Fräulein wohl den Brief lesen." Und ein hartes Lachen klang vom Flur herüber. Fräulein traten die Tränen in die Augen. Was wollten j sie von ihr? Wamm ließen sie ihr nicht den kleinen Bezirk, in dem sie— sie-selbst war? Schnell öffnete sie den Brief. Lothar Franzius schrieb: „Liebes Fräulein I Hier stock' ich schon« wer Hilst mir weiter fort? Ich weiß nicht einmal Ihren Namen. Ich weiß weder Vor- noch Familiennamen. Haben Sie überhaupt einen? Oder hießen Sie von Anbeginn an„Fräulein"? Wenn Sie wüßten, wie oft mich dieses Unpersönliche schon geärgert hat, womit die Unpersönlichen Sie bedenken. Mein Examen ist morgen beendet. Es wird gut ausfallen, trotzdem ich gebüffelt habe. In acht Tagen reife ich fort. Nach Berlin. Bis dahin bin ich jeden Vormittag von zehn bis zwölf vor und in dem Franziskanermuseum und warte auf Sie, um mich von Ihnen ergebenst zu verabschieden. Waioun ich es nicht bei meinen lieben Verwandten tue, wissen Sie ja. Nicht wahr, Sie tun mir die Freude und kommen? Wenn Sie wollen, läßt es sich schon einrichten. Man kann alles, was man will(— außer in der Kunst). Auf Wiedersehen! Ihr Lothar Franzius." Fräulein hatte gewußt, was der Brief enthalten werde, und dennoch erschrak sie jetzt. Wie konnte sie sich mit ihm treffen, hier, wo sie keinen Schritt ohne Erlaubnis aus dem! Hause kam, hier, wo sie auf der Straße bei jedem Schritt einen � Bekannten treffen konnte? Ahnte er nichts von ihren Schmie- � rigkeiten? Ahnte er nicht, welchen Peinlichkeiten er sie aussetzte? Sie sah sich schon überrascht, zur Rede gestellt und schmäh- lich entlassen. Und dann? dann? Eine neue Stellung suchen?! O, sie dachte mit Grauen an das Spießrutenlaufen an die unverschämte Musterung ihrer Person, an die Fragen nach dem Warum und Wieviel. Jede Frage war ihr wie ein! Rutenstreich auf offenem Markt. Nein, das konnte sie nichts riskieren. Aber dann fielen ihre Blicke auf den Schlußsatz:„Man kann alles, wenn man will(— außer in der Kunst)." Sie wußte gut, worauf Lothar Franzius mit den letzten Worten anspielte. Er hatte Maler werden wollen und auf den Kunst- akademien Berlin, München. Stuttgart durchaus studiert mit heißem Bemühen. Eines Tages, als er durch eine Aus- stellung ging und diele Ueberfülle von Namen sah, hinter denen sich soviele hoffnungslos ringende Talente und Halb-� talente verbargen, sah er das Aussichtslose seines Kampfes ein. Und er empfand es plötzlich lächerlich, seine besten Jugendjahre hierbei zu verpuffen, wo man so wenig durch Werkarbeit und so viel durch das unverdiente Geschenk der Begabung oder eines Zufalls erzielen konnte. Er sah die Grenzen seines Könnens nur zu gut und packte noch am selben Tage seine Bilder zusammen in eine hübsche alte Bauerntruhe, die er mal am Ammersee erhandelt; die Rahmen schenkte er einem hungernden Kollegen. Dann hatte er, anfangs in er- bittertem Kampf gegen viele innere Hemmungen, dann mit Ruhe, endlich mit der Befriedigung stufenweise erreichter Ziele studiert und war jetzt fertig.„Man kann alles, was man will (— außer in der Kunst)." Wie ihn Fräulein bei diesem Satz erkanntel Sie sah ihn deutlich, wie er beim Schreiben ausgesehen hatte: ein leichtes Stirnrunzeln, ein Zucken um den scharfgeschnittenen Mund und ein energisches Zurechtrücken des Nackens. Wie männlich war Lothar Franzius! Um wieviel älter wirkte er als zum Beispiel Hermann der doch nur zwei Jahre jünger war! Fräulein atmete tief auf. Lothar Franzius mußte ein guter Führer durch den verschlungenen Irrgarten des Lebens sein. „Fräulein! Fräulein!" rief eine Stimme ungeduldig. Sie mochte schon oft gerufen haben, ohne daß Fräulein ge- hört hatte. Sie erschrak. Das war ihr noch nie vorgekommen. Nasch nahm sie den Brief an sich, und da sie keine Tasche im Kleid hatte und ihn nicht offen in der Hand durchs Haus tragen mochte, steckte sie ihn in den Halsausschnitt der Bluse. Und wieder fühlte sie. wie ein Erröten sie überflog. Sie schalt auf sich, nahm das Geschirr und trug es hinaus. „Ich darf ihn nicht lange warten lassen," dachte sie.„Wie peinlich für ihn, dort zu stehen und auf mich zu warten." Aber sie gewann es doch nicht über sich, an diesem Tag Frau Görke zu fragen. Und als sie am nächsten Morgen eine klein» Schwindelei in Szene setzen wollte, um loszukommen, vor« haspelte sie sich bei den ersten Worten, stockte und gab die Sache auf. Nein, sie konnte nicht lügen. Sie hatte es nie ge» könnt. Schon als Kind nicht. Der Lohn für die Wahrheits- liebe hatte stets darin bestanden, daß man sie für ein bißchen dumm hielt. „Warum sage ich aber nicht offen:„Ich will mich von Lothar Franzius verabschieden?" Habe ich denn kein Recht dazu?" Ach, sie stockte schon bei dem Gedanken. (Fortf. folgt.) ?ugenüveranftaltungen. Beulll Aibcitcr-Zugelld. Scirrtariat! EW. SS, Lmdcitstr. z, 2, Kos link», 2 TrcHpc»«cht». Xtlep�on: Mpl. 121 C8— 10. heute, Sonnabend, den t. Oktober: I.'l 1> k »b«n1> i» Bxchhol, im Stsell. W e, mit liesondl-em Program» ichcn" sowie die SUeru sind herzlichst adeo. Siae echuleatlassangosclrr findet heut««I schaltoh»»»»ou Kähne, Berliner Straße, statt. Mc schule utlasscue» Iuaevdlichen so Sine Konserenz sämtlicher Wanderleiter findet heute abend um 7 Uhr im werden noch auaaezeben. Mahlodors. Wanderung nach Bernau. Treffpunlt 0 Uhr Bahnhof Mahls» darf.— Schöuederg I. Wanderung Fitrstenwalde— Störitzsee. Trcsspunlt S Uhr Bahnhof Schöneberg. Morgen, Sonntag, den 2. Oktober finden du Aeutral-Zugeadheim, Lindcnstr. Z, Z. Los,» Treppe» Nnk», in der Aula de« Säiiller.Lhzcumo, Panlstr.<0/11 und im iichtenierger Jugendheim, Parkaue 10, je eine Schulentlassunglseier statt, bestehend au» Sisaug. Rezi» tatiouen, Zliusiloerträg«», Lieder zur Laute, Voll»lieder» und»ieigentäuzeu. Ausaug der Zeieru um 0 Uhr. Di« Ichulentlaffeueu Zugcndlicheu sowie dercu Kltcru siud zu den Feier« herzlichst eingeladen. KZpcniS-Adlerihos. Wanderung nach Strausberg— Blumenihal. Treffpunlt Uhr EchlaKvIatz.— Reiulchendors-Vst. Wanderung Liibars— Lermsdors. Treff- p'unlt 8 Uhr Hau-otterplah.— Schiuederg II Wanderung Werder— Phöben- Gr. Kreuz. Treffpunkt Uhr tlaifer-Wilhelm-Plah.— Schönhauser Bot. padt II. Wanderung durch den Oranienburger Forst, Treffpunkt 146 Uhr Bahnhaf Schönhauser Allee. Mus aller Welt. Ein falscher Diplomat. In dem überfüllten D-Zuq Berlin— Köln nahm nack) einer Meldung der„Rheinischen Zeitung Donners- tag nachts ein französisch sprechender Ausländer mit seiner deutschen Begleiterin widerrechtlich ein Abteil erster Klasse für sich in Anspruch. Als man einigen Frauen Platz in dem A'iteil anweisen wollte, b e» drohte der Ausländer, der sich als Diplomat ausgab, mehrere Fahrgäste, darunter den Reichstagsabg. Genossen S o l l m a n n, mit einem geladenen Revolver. Erst am Ziel gelang es, den Menschen zu entwaffnen. Schupobeamte entfernten ihn und seine Begleiterin aus dem Zuge. Die Beamten mußten das Paar vor dem Zorn der Menschenmenge schützen. Der Ausländer, der sich in Deutschland mit einem Revolver in der Hand in einem überfüllten Nachtzug ein Abteil erster Klasse sichern wollte, wurde als französischer Zivilist— angeblich soll es ein Chauffeur sein— festgestellt. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Zicichsbnnd der kelegoteschädigte» und Jnternationelik Bund oller Krieg«» epfer, Ortsgruppe Sieutolln. Sonntag, den 2. Ltlobcr, vormittags 9 Uhr, groß« Demonftrationopersammlung in der Unionodrauerei. H-senheide. Kriegs» beschädigte Neuköllns, erscheint in Massen! Es geht um euer Recht, die Rente ist ln Gefahr. Abend- 714 Uhr in der Aula de» Leidniz-Gymnalium», Maritmncnvlatz,„Bunter Abend". Eintritt 2,5» M.— Bund der Kriegsoer» letzten, Witwe» und W-isea der Tschechoslowalische» Republik, vrtsgrnppe "* i Mitgliederveis-mmlung Dienstag, den 1. Okiober, Groß»Br:lia._ Nächst« Mitgliederver 714 Ahr, im Restaurant Briickenkops, Berlin S.' Kottbuser Str. 12.— Zentral» »crband der Inoalidca und Witwen Deutschland», vrtogrnpp« Srotz-Berlin. Ocfscntliche Versammlung. Eharloitenburz: Montag, den 3. Ottober, nackmit» tags 5 Uhr, Schulaula, Gemrmdeschul« Goethestr. 22, und Nordwesten: Dlens» iag, den<. Okwder, nachmittags 5 Uhr. Schulaula, Turm ffr. 88.— Frelrellgktzf« Gemeinde. Sonntag, vorniitlag 11 Uhr, im Rathaus, Königstraze, Bortrag de, Herrn Dr. M. Brie:„Die Gestalt Christi auf der Böhne. Harmonium: Besichl du deine Wege. Gäste willkommen. Arbeitersport. darf, ist-in sehr interessante« Spiel und guter Sport zu erwarten. Spiel. ansang 3,30 Uhr. Vorher 2. Mannschaft. Fahrverbindung!<7,<8, 7, 16 und Süd ring»nd«tadtbohn bi» Ringdahnhof Neukölln. """rer.Berein„Srotz-Beeliu". Sonntag uir■--■ Arbeiter-Rads' (Hohen Golm); na platz. zmittag 114 Uhr Lichtenrade, Dorsstr. 1», frlth 8 Uh! Start: it Baruth ariannen» Arbc!tee»Radfahrer.Brnd„Solidarität". Touren fllr Sonntag, den 2. Ok- tober: 1. Abt.: Summt; Start 1 Uhr Lölowstr. 58. 2. Abt.: gescher See; Start 7 Uhr. Nachmittag, Streifzügc durch den Süden, Endziel Martendorf, Kurfiirstcnstr. 41; Start 1 Uhr Planufer 63. 3. Abt.: Birkenwerder(Japan): Start 8 Uhr und 1 Uhr Lausttzer Platz(Kirche).<. Abt.: Müggelbeege: Start 8 Uhr; nachmittags Hirschgarten; Start 1 Uhr. 6. Abt.: Ltepnitzsee: Start 7 Uhr: nachmittags Bernau(Ealzmann): Star» 1 Uhr Eomtureiplatz. 6. Abt.: StreifzUge durch den Norden, Endziel Birkenwerder(Japan): Start 7 Uhr und .....-■~(5,att 1» Uhr Koloniestr. 147. 8. Abt.: 12 Uhr.'7. Abt.: Bernau(Salzmann): Gosener Berge: Start 6 Uhr: nachmittag» E Waldstr. 8. 10. Abt.: Streifzüge durch d (Tivoli): Start 7 Uhr; nachmittags ebenda: Start 1 Uhr �_ 11. Abt.! Wenstckendocs: Stari 7 llht; nachmiltaas ZilhlÄorf: Start 1 Uhr Seestr. 101. Ortsgr. Renkälln: Schnitzeljagd Körbiskrug: Start 8 Uhr Richard- latz. Ortsgr. iipcißensee: Klein-Machnow: Start 8 Uhr Berliner Allee 251. rtogr. Ehärlvttcnburo: Wannsee((.örstenhof)! Start 1 Uhr Galoanisiratze (Birnbaum). Ortsgr. Lichtenberg: Woltersdorfer Schleus«) Start 8 Uhr Lokal Scholz. Ortogr. Spandau: Nowawe»; Start 12 Uhr Schlltzenhau». Ortsgr. Paakow-Nirderschönhaufen: Schönwalde bei Klöpfer, Floraftr. 24, 8 Uhr. vrt,g Relnickendors: Waidmannslust(Schweizergarten) Fuchsjagd: Start z Restaurant Muster. Grünau(Waldschänke): Start 1 Uhr den Grunewald, Endziel Spandan Eomeniusplatz. % die neuesten Modelle in bekannten, guter Ausfuhnung und Qualität� zu billigsten Preisen oder Serelken von Speisen oster Art»erwendet »>e Hauefrau vorteilhast statt Zucker den alt- dewährten SSststoff,38 ZUlljMr«! kauft Metall- Konto A« Montag, den 26. September, verstarb nach schwerem Leiden unser langjähriger kollezr und Mitarbeiter, Herr lv'S Julius Vlnlelsr » Jahren wai täiia und h aze Kraft tn war der hat in zm Alter von 64 Jahren. Seit 28 Dcrstorbene im Dienste der Kasse ircuer Pstichterfullung feine ganze Kraft in den Dienst seiner Berussardeit gestellt. Durch seinen sachlichen und rnhizen EharaNee war er allen seinen Kollegen ein angenehmer Mliarbeiter und wurde hierdurch auch von allen Vorstandsmitglieder» außerordentlich geschätzt. Vorstand»nd Angestellte der Ortstranlrntafl« fSr da» Buchdruckgewerbe. Die Beisetzung findet heute Sonnabend, den 1. Ottober, nachmittag» 8'/« Uhr, auf de« Südwest» Kirchhvi in Siahnsdorf statt. Auf retlzadlnna! Rödel, Polslerwaren. S. Grau, Berlin, Friedrich, strotze 7(Nahe Delle» allianeeplatz).• Klaoierfch»!«. Harmonium. BioNne», Mandolinen, Gitarre, itherfchul«.«ckerstr. SO, 'Ufer Alle« 126.* Ton 175 Hark na Pelzhans jagerrnann Ä'Ä Ecke Prlnicsslnnen- Morftzplatz.* Dtscli. Metallarbeiter-Verband Verwaltungsltellt Berlin/ n. 51, Clnlen(tr.83-85 Geichäftszeit von vorm. 0 Uhr bis nachm. 4 Uhr Telephon: Amt Norden>85. 1239. 1987. 97U Montag, den 3. Oktober, nachm. S Ahr, Im „Otaabcncr Garten-, Vreadaner»tratz« 48». Eck« Prinzenftratze: Srsnvkvn- Vsrssmmwng der Emaillierer u. verwandten Berufe Berlins und Nmgegend Tagesordnung: 1. Ansspracha aber unsere Vohnnerhaltnlss«. 2 Branchenangelegenheiten und Verschiedenes Mitgliedsbuch legitimiert t Achtung! Achtung? Banfchlosser! Montag, de« 3. ottober, nachm. 8 Ahe in der Schnlanla, Weinmeisterflrah« IT: Sranehen- Versammlung der Bauschloffer und der Zkollegen aus de« Betrieben für gelochte Bleche Tagessrdnung: l. Bericht der Nerhaadlungs» lommifstoa. 2. Stellungnahme dazu Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt I Di« BranchmleiNing erwartet, datz tn Andetracht der wichtigen Taaesordnung von allen Betrieben samt» Itche Kollegen pünktlich erscheinen, da der Saal um t Uhr geräumt sein mutz. 98,9 _ Die ortanermaltnng H. La Di MsiM-Mellm raptt liefert direft an Pewat»»toste für cherrr» und Dame« zu Fabriivreisen Alster- und Paletotstost« in grosser Auswahl oon 33 Mark an. s- Hans lemedeu lgratz« Auswahl 1 preiswert B. Strohnandet Berlin S, nur Ballstr. 72. Sptttelm.. nur E.Sendelstr.. und Rikolsburger Platz 2, Alte Steppdecken werden auigeardeitet. üi�Titrss Metallbetten, Stahlmatratz.. Kinderbetten b.c. an Private, KalalOVAtr. SisenmöbrlsadrSahltTH.)? Ziliillüigzeflei'eiitöl'liiiii WI«gIUlllIeZi.'S�ÄÄ tzuntt ier familie u. die Vorforot für das Hlter durch den fIMcbiuS einer Cebensverl. Richten Sie daher umgehend Ihr, Anfrage an KgslZsukef l.kdsn8Vgs8ilZkgsung a. 6. Hauplnerteetuna wroh. Berlin Berlin w. 80, ainlebener Strotz« 0 f* Dr. Hoffbauers ge,.««»en. Vollkommen uniCbädl.u.erlalgreUhesMIiteibei I Korpulenz• Fettleibigkeit ohne Einhalten einer Diät Keine stark wirken- 1 den Annelmlttel, keine Schilddrüse enthaltend Nicht aMührerd.— Leicht bekömmlich. Gratia Broschüre versendet auf Wunsch EMantes-ipoibeke, Berlin, Leipziger Str. 14 1 (Dönhoffplatx).— Amt Zentrum 7102. 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Ab) Volksböhne Theater am Bülowplatt 7v.u.BaoeF als Millionär Theater in der RöniggrätzerStr. Die Fahrt ins Blaue (GISDner, Richard, Engl, Vespermann, Stieda.Bildt) Komödieuhaus Täglich 8 Uhr: Max Pallenberg Hans Waßmann im neuen Burlessenschw. Jonnys Busenfreund Berliner Theater Täglich 7.J0 Uhr: tyrtnseffin mm von Bernauer u bchanzer Musikv. Jean Gilbert Haup'darstelter: FritziMassarys-G. Ralph Art Roberts Betty Feiner N. Kiper Ceniral-Theat»r 8 uhr: Die PostneisteriD Deutsche* Opernhaus 7 uhr Carmen Frledr. Wilhelmstidt. Th. * uhr: Aicericfin Girl Intimes Theater 8U; Die Spelunke/ Lauf doch nicht Immer nackt herum Kleinst Schauspielhaus ?>/, u.- Rüli cuusfsp) Lusfspielhsus Die Schauspieler Metropol-Theafer f.«u Stra&ensängeriD Neues Operettentheater 8 uhr: Könipiu d. Nacht Neues Theater am Zoe 7 Uhr: Roda.Roda» Premiere: Die ersten Sporen Neues Voikslheater Tt�u. Schrei nach Ruhe Sehlller-Th Charlottenb. s uhr: Richter sMuiea SehloBpark-Th. Steglitz 7-/, u.: Rasolerbahobol Thalia-Theater w.u.: Schäm'Dlcb. Lotte Thea! a. Nollendorfplatz Z>/,: Wohltätige Frauen uSr Vetter aus Dingsda Theater des Westens 7>/,u.: Braut dlucullns Th! d.Kommtndantsnstr. (JOd. Künstler-Theater) 8: Verlassene Schenke Waliner-Theater t«/, uhr: Nixchen Volktoper. Walhalla Th. Jh'? Glocken r.Cornrllle Residenz Theater Täglich 8 Uhr. VerRSnig i. Paris 4 Le Rol) Lnstsp. v. Flersu.CsilUvet Olga Limburg, Kaiser-Tin Leite Kllnder, Oskar Sabo RiChardSenius.LotteDcwls Kleines Theater Täglich S Uhr: Frl. Josette -meine Frau Eugen Burg, Carola Toelle Julius Falkenstcln Lotte Kllnder Trlanon-Theater Täglich V/, Uhr Tod u.Teufel Vorher: Der Kammersänger Ida Wüst E. Kaiser- Fitz, Käthe haack. Fi. Schroth Re ie: Qeorg Allmann Lessing-Theater heute u folg. Tage V,: Die Spielereien einer Kaiserin Durieux, Steinrück, Ulmer Deutsches Kilnstler-Th. Allabendlich?>/, Uhr: (Leopoldine Konslantlnl Folie« Caprlce Llnienstr. 132, am Oranienburger Tor Täglich 8 Uhr: Naocns Dehnt Posse mit Gesang von L. Leonhard mit Ferd. Qrüneckcr Tel. Norden F650 Casino-Theater Lothringer Str. 37 Tägi Pu zu volkstüm i. Pr. der größte Heiterkeitserf. Exzellenz Maxe Posse in 3 Aulzügen u. d. erstki. Beiprogramm Stg.S'/j: Mclod.d Herzens Theaier::: dcsOslens (Rose-Theater) Gr. Frankfurter Str. 132 Unter der neuenDirektion Leopold Saenger — Erstauflührnng— am Sonnabend, d. I. Okt. VI, Uhr: VoiksstUcn mit Gesang in 3 Akten von). Btantl, Musik von Fritz Neupert. Vorverk. V.Donnerstag an Theaterkasse von 10 bis I Uhr geSt.net. Preise der Plätze von 4 bis 10 M. Direkt.; James Klein Premiere Uktbr. Der Welt! Qr.AusstanungsreTucI In 8 Bildern r In Szene gesetzt von I Direkt. James Klein Wotie von! Karl Brctschneider Musik v. Karl Hajos| Hauptdarsteller> Max Lands Bruno Kastner Sascha Gura Franz GroB Wilh. Hartstein Paul Westermeyer Lotte Werkmeister Albert Paullg Herta Richter Erna Alberü Georges Blaniaiet Allons Martini ) Vorverkauf ab ib Uhr 1 ununterbroeh. geöft. Ädmirals- Palast 7«/, uhn Abrakadabra Morgen 3V.Uhr: Die roten Sehahe Morgen J'/.Uhr: Abrakadabra Stattlngir Sänger Ahds.?>/, u. Slg. nehm.. Nchm.V.Pr VarletäOöa- heft- Brettl, I Die tanzenden Funken Joe und En Farren Lilli und Foxt Paul Coradini Tanz Carmen Ott und Lly Jon Hamilton Henirdt Mirinilttg Ludwig Klermont 2 Oerards Braun o. Braun 5 Onirotts Bösel tgl. 3tg.aui.no Bahnhof Börse aussteigen Sonntag 3 Uhr| I Kind frei! [Vvkf.Werth.u.CiroU Cirens Taraselli im Bh(. Priedrlcbatr. «l-AWorstellnng lxl Inisen-Theater- Llchtspiele 34 Relcbeubergcr Str. 3( Eröffnung I, Oktober UrauftQhrnngr! 9 Uhr'erna� Orotet Orchester Sonntag: Beginn 4 Uhr 14 Varietd- Sensationen Beginn T'® OIbp Kein Welnmenf. lielph Iii Thea Degen Vortragskünstlerin Baggesen der UrKomische Rass. Ballett Mas Leitung: A. Essmanotl ikebonas Origln. Japaner Truppe Carlo der Straßengeiger Bildwerke Entwürfe: Karl Hermes Berat niusions-Tänze Kanni and Lola Südsee Gesänge Tänze und Hartini Drahtseilakt 2 Morandis das .lebende gepäck" Hand iPOLLO-THEJLTERI Direktion: James Klein s«hr Ab 1. Oktober« �r| Tran Sana Große Ausstattungs- Operette von Paul Lmcke, unter allabendlicher persönlicher| Leitung des Komponisten Ose. Sabo-.o Else Verna Ö Martin Kettner/ Fritii Arco Fritz Steidl/ Dora Hägen räial-Orii Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbr. geöffnet' TheaL a. Kottb us. Tor SeLSRocigot. 16077 Tdql. Z'.Ubcunb •Sonnt- nachm. 3 U. Me-Süllger — to Herren I— H!I(,I floraif 1 Km. halbe Preise Sotf. It-lVaU.iS Wer SchioSstr.AB GROSSES HAUS Eröffnung SooDtag, 2. Oktober,'/2IZ ihr mittags Konzert unter Leitung von aeneraimusikdlr. Leo Blech -*e**chauW©/A � T&öHeh 7 Uhr Ä DIE RXUBER' Trauerspiel in 5 Akten v. Schiller»• Regie: Karlheinz Martin Mitwirkende; Friedrich Kühne» Paul Hartmann» Werner Kraut)» Margarete Christians» Hagenbrach» Rainer» Wilhelm Dieterle» Ritter» Raul Lange Kampers» Nunberg» Diegelmann» Elchhorn» Richard• Fürst» Nemetz v. Alten» Rodenberg• Daghofcr» Root» Amendt* Bergmann» Grofjmann K A R a DIREKTION: M. SOUMAN 52 Bchrenstro�e ♦ Bchrcnstraijc 52 Heute 8 Uhr: Premiere Robert Steidel ffarianne Hsdicr/ Früz Sdmlz Henry VlöUa/ Mcfy Bavin Pfara Taiüz-Frtedfeld and die anderen erstklassigen Attraktionen! Elntrllh- Preise von 4.70 M, bis 11.70 M. exklusive. l------- Offiziere Sin Sud), da» enblidi einmal der Valchstablegenbe die Irümpir nimmt Gebunden nur 4.00 M.- plonlov» Vorlog, Hamburg 44 «JUUVI»»«»UVUVWVW»»WW»WW»WW Uapüal Gold Silber«n«» 'Plafln,Zalins>ebi$$e Zahn 10 bk 150 Mk. Prismen« Feldstedicr Ankauf cum Anslandsknrs Knrt Kehlert, Berlin ■���Lomraiger � k. Ärbeiterhiife nir SowjelrnBland Sonntag, den 2, Oktober, vorm, 11 Uhr im Großen Schauspielhaus Große Matinee Programrn: Orgelspiel, Rezitationen, Gesang, Russische Lieder, Russischer Tanz, Lebende —— Bilder, Ansprache, Massencbor- M i 1 w i r k e n d e u.a.: Gertrud Eysoidt, Ernst Deutsch vom Deutschen Theater und die - Künstlerhilfe für Rußland- Der Reinertrag dieser Veranstaltung ist für die hungernden Brüder und Schwestern Sowjetrußlands bestimmt. Karten zum Preise von 5 Mark sind zu haben im Sekretariat, Münrslr. 24,!». Arbeiterbuchhandlung Lichtenberg, Gfirtelstr. 25; Jugendverlag Schönebere, Feurigstraße 63. Spedition am Seepark; Wilmersdorf, Hindenburgstr. 34; Mailkverlag, Kurfürstendamm 75; Buchhandlung Seehot 4 Co, Neue Schönhauser Straße 9; Zigarrengeschäft Schwolow. Pankow. Florastraße 38; Restaurant O. Marx. Oldenburger Straße 10; Zigarrengeschält Lohse. Puttbuser Str. 11; im 15. Bezirk: bei Schwarz, Baumschulenweg, Kiethoizstr. 256; in der Auskunft, Rosenthaler Str. 38, Hof Arbeiterinnen und Arbeiter! Unterstützt die Hungernden in Sowjetrußland! Trabrennen Mariendorf Sonntag, 2. Oktober, nachm. TA Uhr M. Hennen zu drnnetualil (Cnlonklnb) Sonnabend, 1. Okt., nachm. T/* Uhr: 7 Rennen Trotz Preissteigerung, alle Preise! Snkko.AozSKC. beste Verarbeitung, a Cheviot, Kammgarn, mit und ohne Umschlaghose, auf Leinen u. Roßhaar M. 375,—, 450,—, 850,—, 650.-, 750,—, 850,—, 950,— Ulster, Raglan- u. Schlupler-Form. a. modisch. Stoff rn, in den neuesten Farben, beste VerarbeiL M, 495,—. 530,—, 675,—, 915,—. 1050,— M. Schulmeister Rottbnser Tor ISIML'HAUHAKN Vertreter: Emil Halbarth BERLIN W8, Friedrichatraße 66» TELEPHON: Zentrum 10440 SaranlTert Fried« na�qua! i haf". wieder überall erhalHich' Fabrikant V.dold., Silber-, Platln-Br. Brillanten z höchst Tageskurs. Or. 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