flg. 464 �ZS.?ahegaag Msgabe B Nr. 230 Bezugspreis- «ierteg!Ihrl.«!,-M-, atonoll. It- M. frei ins Kaus, vormi« zahlbar. Post» drzug: Monatlich 12,— M, einschl. gn» stellunasgedllhr. Unter Kreuzband fllr Deutschland. Danzig, das Saar» und Memelaebiet, sonne die ehenial» deut» schen Gebiete Polens, Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 22,— Pb, siir das übrige Ausland 2g,— M. Postdestellungen nehmen an Oesterreich. Ungarn, Tschecho» Elowalei, Däne» mari, Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der.Bormärts- mit der Sonntags» beilage.Voll und steir', der Unter» baltungsbetlaqe �Heimwelt' und der Beilage.Siedlung und Kleingarten" «scheint wochentäglich zweimal, Sonn» tags und Montags einmal. Telegramm» Adresse; aSojioloemoIcat Serlta* Abend-Ansgabe c QroQ* Berlin 20 Pf. auswart* 30 Pfennig D rf» Vevlinev Volksblatt Anzeigenpreis: Die neungespallene Nonpareillezeile kostet k,— M.„kleine Anzeigen- das lettgedruckte Wort 2,— M.(zulässig zwei fettgedruckte Worte), pdea weitere Wort 1.— M. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort l,— M., jedes weitere Wort bv Pfg. Worte über 1b Buchstaben zählen für zwei Worte. ffamilien-An» zeigen für Abonnenten Zeile 3,50 lvi. Die Preise verstehen sich einschließlich Teucrungszuschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis s Ahr nachmittags im Houptgeschäst, Berlin Sffl 68, Lfnden» ftraße 3. abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr früh bis S Uhr abends. Zentralorgan der rozlaldemokratirchen Partei Deutfcblands Reüaktion und Expedition: EW b8, Llndenstr. 3 t&stttttorpeber- Redaktion Mortstplah 151»5— 97 gsernipreryer. Spedition Morihplatz 117S»—.54 Sonnabend, den 1. Oktober 1921 Das Münchener �Wurftommanöo" Enthüllungen über üie Mö'röerZentrale. München, 1. Oktober.(Eigener Drahtbericht des.Vorwärts".) Die.Münchener Post" bringt soeben umfangreiche Enthüllungen über die in Bayern unter dem Decknamen„Wurfkommando" existie- rende Mörderzentrale und dem chauptorganisator vom Frei- korps Oberland und von der Nachrichienzentrale München, den von der Polizei gesuchten Hauptmann o. K e l s e l. Er wohnt in einem Vorort Münchens in einer von ihm gemieteten Villa und ver- fügt über außerordentlich große Geldmittel. Die Nachrichtenzentrale München hat verschiedene Abteilungen, so eine Spionageab- t e i l u n g.gegen das feindliche Ausland", eine Einbruchs» a b t e i l u n g, eine Abteilung für Beseitigung und Ueberwachung U n z u v� r l ä s s i g e r in den eigenen Reihen und eine S p-i o n a g e- a b t e i l u n g gegen politische Persönlichkeiten. Zum.Befehls- empfang" werden die einzelnen Leute, in der überwiegenden Mehr- zahl frühere Offiziere, zu verschiedenen Zeiten in die einzelnen Bureaus bestellt. Eine Mord stelle existiert tatsächlich. Einzelheiten darüber sind nur sehr schwer zu erfahren, da in dieser Abteilung ausschließlich„zuverlässige" Offiziere Verwendung finden. Der Leiter dieser Zentrale ist ein Hauptmann Oesterreicher, Kompagniesührer im Freikorps Oberland. Stabsleiter von Oberland ist ein Major A st o r. Derselbe ist auch Verbindungsmann der Polizsidirektion, und zwar der politischen Abteilung. Außerdem existiert ein Leiter der Auslandsspionage. Diese Abteilung stellt fest, was die Internationale Kommission be. rät in bezug auf Maßnahmen gegen Freikorps, Reichswehr, Ein- wohnerwehr, Entwaffnung usw. Bei Konsulaten und Entente- kommissionen liegende belastende Aktien werden von der Spionage- abteilung festgestellt und dann von der Einbruchskommission en t- wendet. Einer der Verbindungsleute der Polizeidirektion erklärte, daß er einen Akt von 8 Seiten über die Nachrichtenzentrale Ober- land auf der Polizeidirektion habe einsehen können. Der�Akt ent- hält belastendes Material gegen die Zentral« und gegen o. Kesiel. Der Akt wurde von einer auswärtigen Krimnalbehörde zur Mün- chener Polizcidirektion g«san>t. Der Verbindungsmann erklärte, daß er von der Polizeidirektion das bestimmte Der- sprechen erhalten habe, daß sie in der Angelegenheit nichts unternehmen würde und den Akt liegen lasten werde. Die Mordkommistion bestand in Oberschlesien unter dem Namen.Wurfkommando". Sie besaß einen eigenen Waffenoffizier. Die Organisation verfügt über große Mengen Waffen aller Art. Zu einem solchen Waffenlager wurden Waffen mit vier Lastauto- mobilen mehrere Nächte hindurch transportiert, zu einem anderen Lager dauerte der Transport mehrere Wochen. Die Zentrale in Breslau verfügt über sehr große Geldmittel. Alle in hervorragender Stellung befindlichen Angehörigen haben Deck- namen. Die� Zentrale hat außerdem eine eigene Waffen- und Munitionsbeschaffungsabteilung, eine Abteilung für Transportmittel und Kraftfahrwesen, sowie eine eigene Abteilung für Artilleriewcsen, vorwärts-verlag G.m.b.H., SM HS, Lindenstr. 3 Srt-i-niHfi-rhot-• Verlag. Expedition und Inseraten- aiblcilnnrt Moripplass 11753-54 Fortsetzung ö-rReichstagsdebatte Zu Beginn der heutigen Sitzung teilt Präsident Löbe mit, daß der Untersuchungsausschuß für Oppau aus acht Mitgliedern be- stehen soll. Jede Fraktion stellt einen Vertreter. Die Interpellation H er g t(Dnat.) über den Stand der deutschen Valuta soll in der geschäftsmäßigen Frist beantwortet werden. Forlfehung der politischen Aussprache. Mit der allgemeinen Aussprache wird noch ein von den K o m- mu nisten eingebrachtes Amnesticgefetz verbunden. Abg. Marx(Z.): Wir sollten uns doch zur gemeinsamen Arbeit zusammenfinden, um unserem Volke zu helfen. Wenn jemand dem Ertrinken nahe ist, so sieht er sich nach einer Rettungsplanke um. sämtlich geleitet von Offizieren.� Vor einigen Tagen wurde�Haupt- � Diese R�tüngVplanke ist' die B e r f a if f u ng,Me Grundlage unfwes """------■•- 1 1 Staatswesens. In Weimar haben wir nach mühsamer Arbeit die Verfassung mit großer Mehrheit angenommen. An ihr müssen wir festhalten, wenn wir Ruhe und Ordnung im Lande haben wollen. Wir lehnen zurzeit jede Aenderuua der Verfassung als bedenklich und unzweckmäßig ab.(Beifall im Z.). Wir werden uns allen Ver- suchen auf gewaltsame Aenderung widersetzen, sowohl von rechts als auch von links. Die Deutschnationalen lassen als„.Hüter der Ordnung" allen Sinn für reale Dinge vermissen. Wie verträgt es sich mit nationaler Gesinnung, wenn in ihren Broschüren gegen ...... ii;, bi, s>ch i � S I-derzeit auf telegraph.schen Anruf einfinden konnten. Die Turn- s„le.(Zustimmung b. d. Mehrheit.) Tie Verordnung des R e i ch e- und Sportabteilung der Nationalsozialisten arbeitet zusammen mit �Präsidenten richtet sich nicht gegen bestimmte Personen, Klassen, mann v. K e s s e l v e r h a f t e t. Die Nachrichtenzentrale Oberland wurde hierauf sofort verständigt. Da v. Kessel nach Breslau über- geführt werden sollte, wollte man seine Befreiung auf dem Transport betreiben. Eine Werbcsiolle in Tirol wurde im Hotel Maria Theresia in Innsbruck aufgestellt. In einem der Miinchencr Bureaus befinden sich fämlliche Stammrollen der den Zeitfreiwilligenkompagnien 4 und 13 des Freikorps Oberland. Sämtliche Angehörigen der Sturmtrupps sind mit Gummi- knüppeln imd Pistolen ausgerüstet. Anläßlich der großen Tcuerungsdemonstration In München sollten die Angehörigen der nationalsozialistischen Sturmtrupps, des Freikorps Oberland und der Polizei mit Waffen, darunter auch mit M a s ch i n en g e w'e h r e n ausgestattet werden. Nahnungen an Lerchenfelö. München. 1. Oktober.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Das nach mehreren Wochen zum ersten Male wiedererscheinende USP.-Blatt, die„Morgenpost", stellt in dem Leitartikel„Neuer Kurs?" die Aufforderung an die Regierung, sie möge sich nicht mit Leuten des alten Regimes belasten, vor allem mit den Polizei- beamten Poehners, die noch vor ungefähr einem halben Jahre an Besprechungen teilgenommen hätten, welche die Einrichtung einer geheimen Feme zum Gegenstand hatten. Der Innen- minister wird gefragt, ob ihm bekannt sei. daß drei höhere Beamte der politischen Polizei Mitglieder der nationalsozialistischen Arbeiterpartei seien. Zum Schluß stellt das Blatt die Forde- rung auf, daß wenigstens das offenkundigste Unrecht ausgeglichen, der Abgeordnete Fischer amnestiert und die der Bayerischen Volkspartei bekannten Hochverräter, welche einen Druck auf die Regierung ausgeübt hätten, vor Gericht gezogen würden. verbotene Kartoffelausfuhr aus deutfchlanö Der„Deutsche Fruchtgroßhandel", das Organ der Obst- und Ge- müfehändler, macht in semer letzten Nummer von Kartoffelangcboten deutscher Lieferanten an Frankreich Mitteilung. Deutsche Kartoffel- interestenten haben danach französischen Firmen deutsche Kartoffeln bei Oktoberlieserung zu 40 französischen Franken für je 100 Kilo- gramm franko bis Bahnhof Montreux-Dieux(Petit Croix) unverzollt angeboten. Die Lieferungen wären wahrscheinlich auch zustande ge- kommen, wenn nicht zu gleicher Zeit aus dem Elsaß wesentlich billigere Kartoffelangebote als aus Deutschland eingetroffen wären, denen man natürlich in Frankreich den Vorzug gab. Nach Meldungen, die wir von unterrichteter Seite erhalten, ist in einem anderen Fall ein Export von erheblichen Mengen von Saat kartoffeln aus Deutschland über das Saargebiet nach Frankreich erfolgt. Dieser unerlaubte Kartofselexport ist, wie in eingeweihten Kreisen längst bekannt ist, zum Teil bereits erfolgt, zum Teil noch jetzt im Gange. Erhebliche Mengen unsere» wichtigsten Nahrungsmittels werden durch das Treiben ge- wissenloser Spekulanten dem deutschen Volke entzogen und zu hohem Gewinn über das Saargebiet nach Frankreich verschoben. Aufgabe der Behörden wird es sein, dieser ungeheuerlichen Schädigung der Voltsernährung«in Ende zu machen und den Schuldigen ihr fchänd- liches Handwerk zu legen. Weitere �ilfe für Oppau. Im sozialpolitischen Au sschuß des Reichstags standen am Freitag Anträge zur Beratung, dem Reichstag sofort ein Notgesetz vorzulegen, welches die Renten aus der Sozialversicherung entsprechend der eingetretenen Geldentwertung erhöht, dem Reichstag einen Gesetzentwurf für e-ne gründliche Reform der Reichsversicherungsordnung so zeitig zu unterbreiten, daß dessen Verabschiedung noch im Laufe dieses Jahres erfolgen kann. Die Kommunisten, beantragten, daß den durch die Erplo- fionskatastrophe geschädigten Arbeitern. Angestellten und unbemittel- ten Anwohnern volle Entschädigung zu gewähren sei.—. Die Sozialdemokraten stellten den Antrag, zur Aufklärung der Nr- fachen der Explosionen im Oppauer Werk eine K o m m i s s i o n i unter Hinzuziehung von Arbettervertretern zu bilden. Reichsarbeitsminister Brauns wies darauf hin, daß für die bedauernswerten Opfer der Oppauer Katastrophe zunächst durch hinreichende Maßnahmen der Werksleitung gesorgt sei. Außerdem sei den Unglücklichen durch Uebcrweisung von Be- trägen seitens der Reichsregierung, der privaten Fürsorge usw. fürs erste geholfen. Selbstverständlich wird die Rcichsregierung den Verunglückten weiterhelfen.— Vom Aus- schuß wurde angenommen ein bürgerlicher Antrag, wonach dem Reichstage bis zum Wiederzusammcntritt von der Reichsregierung ein Gesetzentwurf vorzulegen ist, der die Unfallrenken mik der mittlerweile eingetretenen weiteren Geldentwertung in Einklang bringen soll.— Reichsarbeitsminister Brauns: Bis zum Wieder- zusammentritt des Reichstags, also bis zum 26. Oktober d. I., wird ein Gesetzentwurf über Notstandsmaßnahmen für So- zialrentner vorgelegt werden. Außerdem beschloß der Aus- schuß, zur Linderung der Not im Bezirk Oppau-Ludwigshasen im Bedarfsfalle eine weitere Rate von 10 Millionen Mark Zur Verfügung zu stellen, ferner sollte das Reichsarbeitsministerium den in Vorbereitung befindlichen Gesetzentwurf über Notstandsmaß- nahmen für Sozialrentner möglichst schon eine Woche vor dem Wiederzusammentritt des Reichstages dem Ausschuß überweisen, damit die ganze Angelegenheit möglichst schnell erledigt werden könne. » Spende de, Aabrikarbeiteroerbandes für Oppau. Der Haupt- vorstand des Verbandes der Fabritarbeiter Deutschlands hat zur Linderung der Not, die das gräßliche Explosionsunglück in Oppau über Hunderte von Proletarierfamilien heraufbeschworen hat, 100 000 Mark gespendet. Eine Reihe von Verwaltungsstellen des Verbandes haben ebenfalls namhafte Summen für diesen Zweck bewilligt, u. ä. Äerlin 10000 M. In einem Rundschreiben an die Gau- und Zahl- stellenlcitungen fordert der Derbandsvorstand auf, durch Gewährung möglichst großer Beträge aus den Beständen der Lokalkossen die Hilfsaktion zu unterstützen. » Der deutsche Bauarbeiterverband, Sitz Hamburg, überwies der Sammlung des Reichshilfsausschustes für Oppau 2S0 000 M. Vetricbsaufnahmr. Die Röchlingfchen Eisen- und Stahlwerke ' in Völklingen haben ihren Betrieb, der seit mehreren Wochen voll» kommen stillgelegt worden war, zum Test wieder ausgenommen. Stände, sondern gegen alle Staatsbürger, die gewisse Verbrechen begehen, allerdings außergewöhnliche Verbrechen. Das braucht ein Staat, wenn er bestehen will.(Sehr richtigl) Wir flehen geschlossen hinter unserem Kanzler. hinter Dr. Wirth.(Beifall im Z.) Einen Eingriff in die Rechte Bayerns, die vertragsmäßig fest- gelegt sind, können wir allerdings nicht mitmachen. Wir danken dem Kanzler, daß er in langwierigen, mühseligen Verhandlungen die Sache mit Bayern geordnet hat. Unverkennbar sind manche Feiern veranstaltet worden, die nicht dem reinen Nationalgefühl dienten. Gerade wir im Westen, am Rhein, haben unter solchen Dingen zu leiden.(Lebh. Zustimmung im Z.) Die F r a n z o s e n benutzen das als Vorwand, die militärischen Sanktionen ausrecht zu erhalten. Wenn man solche Feiern kinematographisch aufnimmt, und wenn man sie auch im besetzten Gebiet aufführt, so ist das antinatio- n a l.(Lebh. Zustimmung b. d. Mehrheit.) Das Zentruin sucht auch in der Regierung einen Ausgleich zwischen den Ständen. Daruni hat es unter großen Opfern das Kreuz der Regierung stets weiter auf sich genommen. Das ist nationale Tat.(Beifall im Z.) Wohl kann aber der Augenblick kommen, wo unsere Geduld auch zu Ende ist(Sehr richtig! im Z.), wenn unsere Männer in der Regierung immer wieder als Verräter hingestellt werden. Angesichts des Grimmes unserer Gegner müssen wir uns die Hände reichen. Das Opfer ist schwer, der Lohn aber groß: Das Wohl des Vaterlandes. (Lebh. Beifall im Z.) Abg. Thiel(D. Vp.): Die Verordnung des Reichspräsidenten kann nur dann dem inneren Frieden dienen, wenn sie mit großem Maßhalten durchgeführt wird. Der Redner geht ausführlich auf zahlreiche Fälle von Zeitungsverboten und Vcrfammlungs- sprengungen ein. « � Im Gegensatz zum Abgeordneten Marx, dem neuen Vorsitzenden der Zentrumsfraktion, der sich entschieden und stellenweise sehr temperamentvoll gegen die Rechte gewendet hatte, versandte der folgende Redner, der deutsche Volks- parteiler Thiel, seine Pfeile ausschließlich gegen links, aber sie waren nicht spitz, sondern stumpf. Herr Thiel brachte in langatmiger Aneinanderreihung alle Fälle von angeblichen Ausschreitungen der Linken vor, die nach der Ermordung Erzbergers und in der Erregung über sie vorgekommen fein sollen. Die Rede des Herrn Thiel wirkte aber sehr wenig aufregend, selbst von der Deutschen Volkspartei hielten nur ganz wenige Abgeordnete es für nötig, sie anzuhören. Man behauptet im Reichstag, daß die Deutsche Volkspartei gerade diesen in der Oeffentlichkeit ziemlich unbekannten Herrn Thiel vorgeschickt habe, um sich nicht in der großen politischen De- batte durch eine„autoritäre Persönlichkeit" festzulegen. Der Saal füllte sich wieder, als der Reichsminister des Innern, Genosse Dr Gradnauer, das Wort ergriff, um die Vorwürfe des Vorredners wegen angeblich mangelnder Objektivität der Reichsbehörden zurückzuweisen. Dabei kam es wiederholt zu lebhaften Szenen, insbesondere als der Redner der Rechten zurief:„Jetzt schwärmen Sie auf einmal für Freiheit, während Sie bis jetzt die Forderung nach aus- nahmegesetzlicher Behandlung Ihrer Gegner mit der größten Brutalität vertreten haben." Der größte Teil des Hauses spendet dem Minister lebhaften Beifall, während die Rechte faucht und zischt. Bei Schluß des Blattes spricht Dr. Grad- naucr noch. der Beschluß üer Reichstagsfraktion. Der heute morgen hier mitgeteilte Beschluß der sozial- demokratischen Reichstagsfraktion findet zunächst nur im „Verl. Tagebl." eine kurze Besprechung. Indes schreibt die volksparteiliche„Deutsche Allgem. Ztg.", der der Kern des Beschlusses schon zuvor bekannt war, das folgende: Die Folge wird voraussichtlich die fein, daß nunmehr die Neu- bildung der Koalition in diesem Monat nicht mehr erfolgen kann. Da der Reichstag fein« Verhandlungen, wie erwähnt, heute labbricht, werden die Fraktionen, auch wenn die Sozialdemokratie schrift„Orgesch wird lyrisch". Uns war das Gedicht von einem Ohrenzeugen des Gesanges mitgeteilt worden, und dement- sprechend hatten wir es mit folgender Einleitung versehen: „Ein Leser unseres Blattes übersendet uns folgend«„Verse", die in einem v-Zug-Abteil von Jünglingen mit handtellergroßem Hakenkreuz am Waffenrvck ge- sungen und von unserem Gewährsmann fe st gehalten wurden." (Folgen die Verse.) In einer späteren Erklärung haben wir bereits nachgetragen, daß es sich bei den Jünglingen um Mitglieder des Frei- korps Oberland vom oberschlesischen Selbstschutz gehandelt hat, was wir damals mit Rücksicht auf die außenpolitische Lage nicht hervorheben wollten. Das Gedicht war von uns mit der Schlußnote versehen: „Schillers„Tell" und Kleists„Hermannsschlacht" verblassen neben dieser völkischer Dichtkunst." Mit der oben abgedruckten Einleitung und mit dem Schluß, die an der Einschätzung des Gedichts durch uns wohl keinen Zweifel ließen, ist das Gedicht in verschiedene andere Blätter der Linken übergegangen, darunter auch in unser Schwarzwälder Blatt. Dieses hat das Gedicht also, wie wir ausdrücklich betonen, mit Einleitung und Schluß entweder dem„Vorwärts" selber oder bereits einem späteren Nachdruck seinerseits nachgedruckt. Darauf ist folgendes geschehen: Irgendein kommunistischer Lump hat das Gedicht aus der„Schwarzwälder Volkswacht" ausgeschnitten, aber so, daß Einleitung und Schluß weggeschnitten waren. Diesen Ausschnitt hat er dann an die kommunistische Presse geschickt mit der Behauptung, solche Gedichte fabriziere ein sozialdemokra- tische? Blatt. Die„Rote Fahne" in Berlin und das Kommunisten- organ in Stuttgart sind auch prompt auf diesen Schwindel hereingefallen. Eine spätere Berichtigung abzudrucken, waren diese Blätter natürlich zu„anständig". Darauf haben sich die D e u t s ch n a t i o n a l e n der gleichen Behauptung bemächtigt» ein sozialdemokratisches Blatt habe das Gedicht fabriziert und verbreiten diesen Schwindel trotz aller Berichtigungen munter fort. Es handelt sich hier also um ein gemeinsames deukschnational- kommunistisches Schwindelmanöver, und Herr Hergt darf sich mit Stolz sagen, daß er das Produkt einer Lügner- und Fälscher- gesellschaft im Reichstag vorgetragen hat. wieöer eine Kapp-Geschichte. Bor der Potsdamer Strafkammer hatte sich gestern der 49jährige ehemalige Zahlmeister bei der„Eisernen Division" Karl Berndt wegen Amtsunterschlagung in Höhe von 180 OM M. zu verantworten. In diesem Prozeß kamen auch Dinge zur Sprache, die zu dem Kapp- Putsch in enger Beziehung zu stehen scheinen. Bei der Haussuchung bei Berndt hatte man von den fehlenden 189 OM M. nur noch 90 000 Mark gefunden. Die übrigen 90 000 M. hat er nach seiner feier- lichen Versicherung gegen eidliche Schweigepflicht auf dienstlichen Be- fehl im Januar 1920 an eine militärische Arbeitsgemeinschaft ausge- zahlt. Darüber verweigert er weitere Angaben. Ein Dr. Gebauer hat gleichfalls für ähnliche Zwecke einige tausend Mark erhalten. Es muß'hierbei erwähnt werden, daß die Sturmbatterie, bei der Berndt zuletzt gestanden hatte, vor dem Kapp-Putsch in Altengrabow lag und bestimmt war, auf Befehl der Kapp-Regierung nach Potsdam bzw. Berlin zu rücken. Das Vorhaben kam nicht mehr zur Durchführung, weil inzwischen die Kapprebellion zusammen- gebrochen war. Zur Crbrechtsresorm. Von juristischer Seite erhalten wir solgondo beachtenswerte Zuschrift: Das geltende Bürgerliche Gesetzbuch, an dem die Revolution bisher spurlos vorübergegangen ist, regelt das gesetzliche Erbrecht des Staates dahin, daß der Fiskus erst zur Erbfolge berufen wird, wenn zur Zeit des Erbfalles weder ein Verwandter noch ein Ehegatte des Erblassers voehanden ist. Nun ist der Verwandtschaftsbegriff vom Gesetz dahin bestimmt, daß als verwandt miteinander alle diejenigen Personen gelten, die von einem ge- meinsamen Vorfahren abstanimen, mag dieser auch schon Jahrhunderte verstorben sein. Hierdurch ist das Erdrecht des Staates tatsächlich völlig unwirksam, es steht lediglich auf dem Papier. Die Fälle, in denen die nach§ 1964 BGB. erforderliche Feststellung des Nachlaßgerichts erfolgt, daß ein anderer Erbe als der Fiskus nicht vorhanden ist, sind so äußerst selten, daß wir zwar von einem theoretischen Erbrecht, nicht aber von einer praktischen Erbschastserwerbsmöglichkeit des Fiskus sprechen können. Die im geltenden Recht übermäßig ausgedehnte Vertvandten- erbfolge widerspricht dem Grundgedanken des Erb- rechts, daß nämlich in jedem Menschen das Bewußtsein erweckt wer- den soll, er schasse durch seine Arbeit Werte, welche, die Verhältnis- mäßig kurze Zeit seines Lebens überdauernd, den Personen zugute kommen, die ihm im Leben nahegestanden. Der Gedanke, daß der Staat nach dem Tode einer Person den Nachlaß diejenigen er- werben läßt, deren Existenzsicherung die angelegentliche Sorge des Erblassers war, erhöht die Schaffensfreudigkeit des einzelnen, der In der natürlichen Empfindung der Sorge für die Seinen Kräfte entfaltet, die andernfalls nie zum Vorschein gekommen und der wirtschaftlichen Eesamtentwicklung entzogen wären. Diese Momente fehlen jedoch völlig bei den entfernten Verwandschaftsgraden. Obwohl uns im verwandtschaftlichen Gefühl nichts mit den weit- entfernten Verwandten(wie z. B. mit dem Urenkel des Bruders unseres Urgroßvaters) verbindet, sind diese doch, sofern nicht nähere Angehörige vorhanden sind und kein Testament vorliegt, als Alleinerben berufen, und der Fiskus muß sich mit der Erb- schaftssteucr begnügen. Die gesetzliche Regelung des staatlichen Erb- rechts steht auch im Widerspruch mit der Normierung der gesetz- lichen Unterhaltspflicht, zu der das Erbrecht eigentlich ein Gegenstück bilden sollte. Nach dem geltenden Recht besteht eine Unterhaltspflicht, abgesehen von der Alimentierung des Ehegatten und unehelichen Kindes, nur unter Verwandten in gerader Linie, so daß z. B/ein in größter Not befindlicher Armer keinen gesetz- lichen Anspruch auf Unterstützung gegen seinen in glänzendsten Ber- höltnisscn lebenden Bruder hat. Die Last der Armenversorgung obliegt der Gemeinde bzw. dem Staat, der dagegen als Erbe erst in allerletzter Linie in Frage kommt. Artikel 164 der Reichsverfassung lautet: „Das Erbrecht wird nach Maßgabe des bürgerlichen Rechts gewährleistet. Der Anteil des Staates am Erbgut be- stimmt sich nach den Gesetzen...." Durch diese Bestimmung ist die verfassungsmäßige Grundlage für eine den vorstehenden Anregungen entsprechende Gesetzcsänderung gegeben. Es ist Pflicht der sozialistischen Parteien, welche die Erweiterung des staatlichen Erbrechts in ihr Programm aufgenommen haben, auf das erweiterte Erbrecht des Staates ernstlich hi n z u- wirken, das nicht nur eine Forderung der Gerechtigkeit, sondern auch zur Vorbereitung der sozialen Wirtschaftsform in höchstem Maße geeignet ist und vor allem dazu dienen könnte, die unglückliche Finanzlage des Reiches merkbar aufzubessern. Ein Sieölungsunternehmen fürOberschlesien Breslau, 30. November.(WTB.) Auf der Generalversammlung des Bundes deutscher Bodenreformer teilte Ministerialrat Krüger vom Reichsarbeitsministerium mit, daß gestern in einer wichtigen Besprechung beim Rcichsarbeitsminister, an der auch der preußische Ministerpräsident und der Landwirtschaftsminister teil- nahmen, ein grundsätzliches Uebereinkommen dahin erzielt wurde, daß �für Oberschlesien eine besondere Siedlungs- aktion in Angriff genommen und ein gemeinnütziges Siedlungsunternehmen gegründet werden soll. Zusammenkrikt des parlamenkarlschcn Beiraks der Reichszen- lrale für Helmatdicnsi. Der parlamentarische Beirat der Reichszen- trale für Heimatdienst, bestehend aus den Abgeordneten Dr. Breit- scheid(USP.), Dr. Köster(SPD.), Dr. Schreiber(Z.), Dr. Pach- nicke(Dem.), Dr. Cremer(D. Bp.) und Dr. Mumm(Dnat.) konsti- tuierte sich gestern. Die Leitung der Sitzungen wurde bis zur end- gültigen Abgrenzung der Zuständigkeit des Ausschusses in die Hand des Ministerialdirektors Oskar Müller gelegt. Nächste Sitzung: 4. Oktober. .. Laufe der kommenden Woche entscheidet, nicht mehr zu einer solchen Entscheidung Stellung nehntcn können. Es ist also mit aller Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, Haß die Frage der Regierungs- Umbildung im Reiche bis zum Oktober, wenn nicht auf noch spätere Zeit oerschoben werden muß. Damit wird auch die Neubildung der preußischen Regierung zurzeit nicht möglich sein, da die Deutschs Volkspartei sowohl wie Zentrum und Demokratie die Regelung der Frage in Preußen von einer gleichzeitigen Regelung im Reich« abhängig machen. Dazu ist zu bemerken, daß eine Umbildung der Regierung, solange keine Einigung auf ein gemeinsames Regierungs- Programm besteht, ein Unding wäre. Die sachlichen Schwierig- keilen sind im Reich groß, geringer sind sie in Preußen. Soll die Entscheidung in Preußen gleichfalls verschoben werden, so entsteht der Verdacht, daß die bürgerlichen Par- teien den Eintritt der Sozialdemokratie in die preußische Re- gierung von Konzessionen abhängig machen wollen, die die Sozialdemokratie im Reich machen soll. Die Neigung der So- zialdemokratie, die Verhandlungen im Reich weiterzuführen, könnte aber durch solche Aussperrungsmethoden nicht gesteigert werden. Das„Berk. Tagebl." schreit zum Fraktionsbeschluß: Dieser Beschluß der Sozialdemokratie, der in dem Augenblick erfolgt, wo die Verhandlungen mit der Deutschen Volks- parte! bereits vor geschritten sind, dürfte zunächst auf die ab- lehnende Haltung zurückzuführen sein, die ein Teil der sozialdemo- kratischen Wählermassen in Berlin und im Reiche der Görlitzer Re- solution gegenüber eingenommen. hat. Die Unabhängigen haben es bisher noch stets abgelehnt, mit bürgerlichen Parteien an der Regierung teilzunehmen. Die jetzt beschlossene neuerliche An- frage der Mehrheitssozialdemokratie läßt nicht erkennen, ob es sich um eine Koalition von der Deutschen Volkspartei bis zu den Un- abhängigen oder um eine Kabinettsbildung ohne Volkspartei, ab«r mit den Unabhängigen handeln soll. Wäre das letztere der Fall, so könnten alle bisher eingeleiteten Schritte, und auch die für die Be- schaffung der Golddevisen durch die Industrie, dadurch ver- nichtet werden. Die Anfrage der Sozialdemokratie an die Unabhängigen wurde in der sozialdemokratischen Provinzpresie schon vor einigen Tagen angekündigt. Das ist der beste Beweis dafür, daß der vom„Verl. Tagebl." konstruierte Zusammenhang nicht besteht. Sehr unglücklich ist die Schlußwendung des demokratischen Blattes, die geradezu den Anschein erweckt, als ob sich die Industrie mit ihren Devisen in der Wilhelm- straße ankaufen wollte. Die Verpflichtungen der Groß- industriellen gegenüber dem Staat bestehen ohne Rücksicht auf die augenblickliche Art der Regierungsbildung und Partei- kvnstellation. Die Proben zaiysn, daß dtc Aussichten des Verbreiterungsplans durch eine wochenlange öffentliche Erörterung nicht ver- bessert werden können. Scheitert er aber, dann werden neue große Schwierigkeiten entstehen, auf die man sich jetzt schon gefaßt machen muß. �ergts �uüensau-Legenöe. Herr Reichstagsabgeordneter Hergt, Vorsitzender der Deutsch- natioalen Partei, hat gestern im Reichstag wiederum mit dem Ge- dicht„Du tapfrer Held, du sckoßst den Gareis nieder..." und„Knallt ab den Walter Rathenau, die gottverfluchte Iudensau..." operiert und es unserem Schwarzwälder Parteiblatt zur Last gelegt. Da der wahre Sachoerhalt im„Vorwärts" nun bereits schon dreimal öffentlich richtiggestellt worden ist, können wir nicht mehr anders annehmen, als daß Herr her gl hier einmal wieder absichtlich die Welt irreführt, wie er das seinerzeit als preußischer Minister schon bezüglich der amerikanischen Armee versucht hat. Um die Methode des Herrn Hergt vor aller Welt zu brand- marken, stellen wir nunmehr jjum vierten Male über den Ur- sprung des Gedichts folgendes fest: Das Gedicht ist von Hakenkreuzlern öffentlich ge- sungen worden und hat darauf zuerst im„Vorwärts" ge- standen, und zwar am 26. Juni 1921(Nr. 297) unter der Ueber- Vom Denkmalpflegetag. In Münster hat jetzt unter großer Beteiligung der 14. Denk- makpflegctag stattgefunden. Die oeutschen Regierungen, Museen, Universitäten, Architektevvereine waren vertreten. Im Anschluß an Ausführungen des Düsseldorfer Stadtgarten- direktors v. Engelhardt.wurde folgende Entschließung ange- nommen: Die bisher im fürstlichen Besitz gewesenen Parks und Gartenanlagen, soweit sie als Kunftdenkmäler im Sinne der Denkmalpflege zu bettachten sind, sind vor Vernich- hing, Zerstörung, Verkleinerung oder Vergrößerung ebenso wie vor zweckwidriger Verwendung zu schützen. Es erscheint dringend wün- schenswert, daß gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst ein Verzeichnis der staatlichen, gemeindlichen und privaten Gartenanlagen, die für die Denkmalpflege in Bettacht kommen, angelegt wird. Staatssekretär a. D. Freiherr o. Stein erwähnte bei einer Besprechung der amtlichen Po st- und Eisenbahnreklame, daß der Reichsfinanzminister die Landesfinanzämter in einem Rund- erlaß unterrichtet hat, daß keine Gebäude der Reichsfinanzverwal- tung. zu Reklamen hergegeben werden sollen, selbst dann nicht, wenn dadurch eine Einnahme erzielt würde. In einer Entschließung erkannte der Denkmalpflegetag an, daß die Reichsposwerwaltung sich bereit fand, ein» Handhabe für das würdige Gestalten der Post- reklame zu geben. Er bedauerte aber, daß die in Aussicht genom- mens Einrichtung Ver Beiräte in den Provinzen und Ländern noch nicht allgemein durchgeführt wurde und daß die Beiräte, soweit sie bestehen, nur ausnahmsweise einen entscheidenden Einfluß ge- Winnen könnm. Die Verunstaltung durch Postteklame habe schon heute einen bedenklichen Umfang angenommen. Dasselbe treffe im wesentlichen auch auf die Eisenbahnreklame zu. Der Tag für Denk- malpflege bittet die Reichsregierung,»pit allergrößter Beschleunigung Vorsorge zu tteffen, daß diese Mißstände abgestellt und die Ver- ttcter der Denkmalpflege, des Heimatschutzes und der Künstlerschaft in dar von der Reichspostoerwattung in Aussicht gestellten Weise in der gesamten Reichsoerkehrsoerwaltung wirksam beteiligt! werden. Cornelius G u r l i t t legte dar, daß Denkmalpflege und Heimat- schütz kein Lehrfach der Schule sein können. Sie können nur Verständnis und Heimatllebe wecken und eins lehren: dys Sehen, das heißt das aufmerksame Besichtigen, durch das sich festhaftcnde Gedächtnisbilder gestalten. Das Zeichnen sollte so gelehrt werden, daß es zum Merken der Form führt. Daß die Jugend an Gcdächtnisbildern reich werde, die die Liebe zur Heimat in ihr festigen, danach muß man streben. Prof. Stiehl betonte im An- schluß daran, daß die Rücklehr zu den Raumwerten der Baukunst als Grundlage aller Kunstempfindung sich werde durch- setzen müssen. R e i ch c k u n st w a r t Dr. R e d s l o b hob die Not- wendigkeit hervor, das bodenständige handwerkliche Können zu fördern und zu erhalten. Ein Gebäude könne nur dann aus dem Heimatboden herauswachsen, wenn das handwerkliche Können des Ortes, an dem gebaut werde, und die daraus sich er- gebende Eigenart klar zum Ausdruck komme. Diese Pfleg« des traditionell geschulten technischen handwerklichen und künstlerischen Können» unsere» Volle» sei aber gegenwärtig besonders deshalb nötig, weil die daniederliegende Bautätigkeit und das Nachlassen der Ausbildung des Nachwuchses die praktische Erziehung an Hand bestimmter Auftröge sowohl im Bau wie in der Werkstatt zurück- trete. Das Lernen an praktischen Aufträgen und das Heranziehen der eine bestimmte Technik noch Beherrschenden sei ebenso volkswirtschaftlich wie erzieherisch eine der wichtigsten Fragen. Staatsminister a. D. Dr. W a l l r a f faßte zusammen, worin die Industrie die Bau- und Kunstdenkmäler schädigen kann. Einstimmig wurde folgende von ihm vorgelegte Entschließung an- genommen:„Der Denkmalpflegetag lenkt die Aufmerksamkeit der Reichs, und Landesregierungen auf die ernsten Gefahren, die den Denkmälern deutscher Kunst, Geschichte und Natur sowie der beut- schen Landschaft durch den rücksichtslosen An stürm ma- terieller Interessen in der Gegenwart drohen. Er fordert, daß der in Artikel 130 der Reichsverfassung versprochene pflegliche Schutz für Denkmäler und Landschaft wirksam werde und daß die berufenen Behörden den in der Kriegs- und Nachkriegszeit erlahm- ten Eifer erneut und nachhaltig entfalten, damit dem verarmten Vaterlande die geschichtlich und künstlerisch bedeutsamen Zeugen seiner Vergangenheit und die einzigartigen Schönheiten seiner Landschaft erhalten werden. Er ruft alle Kreise des deutschen Volkes zur Mitarbeit auf, weil die Arbeit einen gemeinsamen, durch keine politischen Trennungsgräben zerklüfteten Boden bildet, auf dem uns und unseren Nachkommen eine verjüngende Freude an Heimat und Vaterland erwachsen wird." kleines Schauspielhaus:„KM" von Andre Picard. Die Komödie Picards ist allem Anschein nach irgend einer bestimmten Pariser Schauspielerin auf den Leib geschrieben, darauf berechnet, ihrer Eigenart Gelegenheit und Raum zu möglichst wirksamer Ent- faltung im�Schwankstil zu verschaffen. Doch ist kaum anzunehmen, daß die Figur auf der Pariser Bühne possierlich temperamentvoller als hier in der Darstellung durch K ä t e Dorsch herausgekommen. Sie spielte das stürmisch-impulsioe, töricht-dumme und doch in ihren Anschlägen so raffiniert-oerschlagene Gassenmädel, deren Phantasie wie die der unvergessenen Hartlebenschen Lore fortwährend tollste Schwindelblüten treibt, mit einer geradezu verblüffenden Natur- lichkeit und Verve. Hinter den gewohnten Possenmaskeraden aus der Pariser Lebcwelt, die für dies Genre stereotyp ist, guckte hier bei aller Verzerrung doch etwas Warmblütig-menschliches hervor, das dem Lachen einen anderen wärmeren Klang verlieh. Als kleine Choristin in einem Variete hat sie sich in den hoch- mächtigen Herrn Direktor, einen blasierten, im Grunde gutmütigen Choleriker, der mit seinen Kriegserlebnissen posiert, jedoch im Kampf mit seiner Hauptdarstellerin und Geliebten wenig Heldentum be- weist, rettungslos verschossen. Durch Ungezogenheiten auf den Proben sucht sie vergeblich, seine Aufmerksamkeit aus sich zu lenken. Entlassen wegen eines furchtbaren Krakeels mit einer Kollegin, dringt sie ins streng gehütete Direktorzimmer, sich über dieses namen- lose Unrecht zu betlagen. Sie warnt und droht. Sie sei von altem spanischen Adel und werde ihre Konnexionen bei Ministern, im Notfalle felbst beim Präsidenten der Republik, ausnutzen gegen den Affront. Pelustigt hört er zu. So spinnt sich, da er da» Joch der früheren tyrannischen Mätresse gerade wieder einmal abschütteln möchte und Angst vor Einsamkeit zu Hause hat, ein Verhältnis an. Sie wird Nachfolgerin. Doch ihre ungezähmte Heftigkeit gleich an dem ersten Abend erschreckt ihn derart, daß er sich schleunigst in sein Iunggefellenzimmer umquartiert. Ergötzlich und doch bei aller schwankhaften Uebertteibung charakteristisch wird ihr neues Regiment geschildert. Auch der ausgelassene Possentrick eines von ihr markierten kataleptischen Schlafsuchtsanfalls, durch welchen sie zu- letzt im Konkurrenzkampf mit der zurückgekehrten Vorgängerin ihn sich erobert, hat wenigstens im Ausgang, in dem Durchoruch ur- sprünglichen Gefühls, so wie die Dorsch das spielte, Momente farbiger Individualisierung. Hans Marr als Varietedirektor traf gut den Ton der Rolle. In animierter Stimmung folgte das Publikum. ckt. Eine Riesenbrücke. Für«ine gewaltige Brücke, durch die Man- hattan Island, das Herz New Ports, mit dem Festland ver- Kunden werden soll, sind jetzt die durch den Krieg verzögerten Ent- würfe Gustav Lindcnthals zum Abschluß gekommen. Danach wird die Brücke eine Gesamtlänge von mehr als 2� Kilometern haben, fo daß ein Fußgänger 25 Minuten braucht, um sie zu überschreiten. Zwischen den beiden Haupttürmen ist eine Spannwette von fast einem Kilometer. Jeder der beiden Türme ist 228,6 Meter hoch(der Eiffel- türm 800 Meter). Getragen wird die Brücke von vier Kabeln, von einem Durchmesser von 8,20 Meter, die zum Schutz gegen Witte- rungseinflüsse mit einer wasserdichten Bronzeröhre von 4,57 Meter Durchmesser überkleidet wird. Bei einer Breite von 67 Meter wird die Brücke zweistöckig. Die obere Fahrbahn dient dem Verkehr für Fußgänger, elektrische Bahnen und zwischen den Türmen dem Wagenverkehr. Die Fahrbahn hat eine Breite von fast 50 Meter, so daß 16 Wagen nebeneinander oerkehren können. Im Unterstock fahren 10 Eisenbahnlinien. Die Kosten der Brücke selbst werden auf 100 Millionen Dollar veranschlagst, dazu kommen noch die Kosten für Stationen der Bahnen an beiden Seiten, so daß der Gesamtaufwand 210 Millionen Dollar beträgt. Bei dem ständig steigenden gewaltigen Verkehr würde sich die Brücke aber doch rentieren: die durch den direkten Verkehr gemachten Ersparnisse werden schon für das erste Lahr auf 45 Millionen Dollar geschätzt. Erstaufinbrnngen der Woche. Mont. Kammerspicle:»Der Hllbnerhos".— Freit. Schauspielhaus Potsdam:.Pcer Gynt". ltrania(T aub cn st r a h e). Sonnt., Dienst., Sonnab.:.Die deutsche Donau". Mont.:.Spanien". Mittw.. Donn.,!�rcit.: „Nnier schönes Riesengebirge".— Außerdem an den Nachmittagen 4V, Uhr zu kleinen Preisen Moni. u. Donn.:.Die Insel Rügen". Dienst. u. Freit.:»Von der Zugspipe zum Vatzmann". Mittw.:»Der Grohglockner, Gastein und die«alzburger Alpen". Die Nrbciter-Rnnsl-Rercinlanni, eröffnet am Sonnlag, den 2. Ottkr.. ibre Ausstellung von Arbeitern geiertieter BilZwerke, Aquarelle, Rrdieningen, .ho!, schnitte»nd Zeichnungen in der Weltlichen Schule, Neukölln. Rüllisttage. Dauer der Ausstellung bis Zt. Oltober. v-suchsz-ilen: Montag«, Mittwochs, Freitags von 5—7 Uhr, Sonntags von 10-8 Uqr. Euitrilt srct. Vom Handwörterbuch der Et-atswiffensittasten(Verlag Gustav Fischer, Jena) ist soeben die 8. Lieferung(HastPflicht-.HandelSpolink) er- schienen Menschen'eben fn Gefahr! Da»»Russische Hilfskomitee für Hungerleidende in Rußland" in Berlin teilt uns mit, daß es sich mit dem Internationalen Roten Kreuz in Genf in Verbindung gesetzt hat, um von der Sowjetregle- rung Aufklärungen über das Schicksal der in Moskau verhafteten nichtbolschewistischen Mitglieder des allrussischen Hilfskomitees zu er- halten. Nach Zeitungsnachrichten sollen die bedeutendsten Mitglie- der des Komitees, Kischkin, Prokopowitsch, Awsar- k i s s o w und Frau K u s s k o w a, von der„Tsche-ka" zum Tode verurteilt worden sein. Das Urteil soll jedoch noch nicht vollzogen sein und eine neue Verhandlung vor dem revolutionären Tribunal stattfinden. Das Leben der Verhafteten schwebt jedenfalls in höchster Ge- iahr. Es ist die Pflicht aller Sozialdemokraten, ihre Stimme zu er- heben, um ein neues Verbrechen zu verhindern. Die Sowjetregie- rung würde sich um den letzten Rest von Achtung bringen, den sie noch bei den nichtkommunistischen Arbeitern Europas besitzt, wenn sie die Verhafteten umbringen ließe, die sich zu einem Werk der Nächstenliebe der Regierung zur Verfügung gestellt haben. Die Beschuldigung, daß sie an einer Verschwörung teilgenommen hätten, klingt ganz unglaubwürdig.» Nußlanös neue Agrarpolitik. Paris, 1. Okkober.(WTD.) havas meldet aus Rcval: Räch einem Telegramm aus Moskau wird in der Umgebung des Wirt- -chaftsrates erklärt, daß bei der nächsten Ueberweisung von Land (wahrscheinlich im Oktober) die Bauern Privateigentümer des zu überweisenden Landes werden sollen. Eine fllarmnachricht aus Amerika. »New Park Herald" meldet aus Washington: Ein Antrag über die Ratifizierung der Friedensverlräge mit Deutschland, Oesterreich und Ungarn wird für den 14. Oktober erwartet. Man nimmt allgemein an, daß es der Opposition gelingen werde, die notwendigen 33 Stimmen zusammenzubringen, um die R a l i s i z i e r n n g zu vereiteln. » Nach einer gestern spät abends zustande gekommenen Verein- barnng wird der amerikanische Senat bei den Verhandlungen über die Friedensverträge mit Deutschland, Oesterreich und Ungarn die Redezeit für jeden Senator auf eine S t u n de beschränken. Scharfmachertöne aus Frankreich. »Die Aufhebung der Sanktionen ein Unglück!" Paris, 1. Oktober.(WTB.) Maurice Barres wendet sich im„Echo de Paris" gegen die Aufhebung der Wirtschaft- lichen Sanktionen am Rhein. Man sei darüber einig ge- wcsen, in dieser Maßnahme eine Etappe der traditionellen französischen Politik(!) zu sehen. Briand selbst habe ihren wahren Charakter gekennzeichnet, als er sie als eine V e r- schärfung des Friedensvertrages bezeichnete. Aus diesem Grunde halte er die Aushebung der Zollgrenze am Rhein für eiu Unglück: denn infolge der beherrschenden Bedeutung der wirt- schaftlichen Bedingungen in der jetzigen Zeit werde auch die fran- zösische intellektuelle Aktion eine solide Basis nur in einer wirtschaftlichen Aktion haben können. Dieser Fehler werde begangen in dem Augenblick, in dem ganz Frankreich sehe, daß man nur die Stellung am Rhein sicher habe(?I) und in dem die verschiedenen Präsidenten der Generalräte in ihren Eröffnungs- reden diese Wahrheit festgestellt hätten. Auch die Militärsanktionen aufhebungsreif? Paris, 80. September.(WTB.)„Petit Puristen" schreibt an- läßlich der Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen, daß es keinem Zweifel unterliege, daß auch die militärischen Sanktionen aufgehoben würden, wenn die deutsche Regierung die von General Rollet hinsichtlich der /EntMilitarisierung der deutschen Polizei verlangte vollkommene Beruhigung gegeben habe. Die Entscheiöung übe? Gberschlesien. Genf, 1. Oktober. In Völkerbundkreisen erklärt man, daß der Beschluß des Dölkerbundrates über die obcrschlesische Frage noch vor dem 11. Oktober erfolgen wird. Man nimmt an, daß zunächst keine Mitteilung über den Beschluß ausgegeben wird, der zuerst dem O b e r st e n R a t zur Kenntnis gebracht werden fcll. Die Veröffentlichung soll dann allerdings nicht durch den Obersten Rat, sondern durch den Völkerbund erfolgen, damit die Autorität des Völkerbundes gewahrt bleibe. Ein auierikanisches Gutachten. Einer der bekanntesten amerikanischen Rechtssachverständigen, David Hunder Miller, der u.«. juristischer Berater der amerika- nischen Friedensdelegation war, hat ein juristisches Gutachten über die oberschlc-sische Frage ausgearbeitet, in dem er unter Heran- ziehung der allgemein anerkannten Prinzipien des Völkerrechts zu dem Ergebnis kommt, daß auf Grund der Bestimmungen des Friedensvertrages und aus seiner Geschichte nach dem Resultat der Volksabstimmung OSerfchlesien ungeteilt bei dem Deutschen Reiche verbleiben muß. Die Reichsregierung hat das Gutachten des be- deutenden Rechtsgelehrten dem Völkerbundrat in Genf, sowie den Regierungen der Ententestaaten überreichen lassen. Eise Saardekegation in Genf. Saarbrackeu..1. Oktober.(WIR.) Die saarländische Ab- ordnung, die dem Volk erkunde eine eingehend« Denkschrift über die wirtschaftliche Lage des Saargebietes unter- breiten soll, ist gestern in Genf eingetroffen. Die Streiklaae in Noröfrankreich. Paris, 1. Oktober.(WTP.) Me der.Pcpulaire" mitteilt. bereiten die Streikenden im Rorddeparkement eine große Kundgebung vor. Das Blatt glaubt, daß eine Entspannung In der Streiklage nicht unmöglich sei. Auf Antrag des Abg. Herriot hatte übrigens die Zinanzkommissien der Kammer in einer Resolution den Wunsch ausgesprochen, die Regierung möge den wohltätigkeitsan st allen zu Hilfe kommen, damit fle in der Lage seien, den Streikenden Hilfe zu leisten. Die neue Prager Regierung. Zur allgemeinen Ueberraschung hat nicht der Slbg. Dr. Schwehla. sondern der Außenminister Dr. Benesch das neue Kabinett gebildet, das eine Koalition aller tschechischen Parteien mit Ausnahme der Kommunisten darsteltt. Es besteht aus drei Sozialdemokraten(Ha- berman, Srba, Darer), drei Agrariern, zwei Nationalsozialen, zwei Katholiken, drei Beamten und einem Parteilosen(Benesch). Von den Ministern sind 12 Tscheche», und 8 Slowaken. Die Deutschen, Polen, Madjaren und Ukrainer nehmen an der Regierung nach wie vor nicht teil. GroßSerMl 3m �olZ. Die hohen, noch fortgesetzt steigenden Preise für Heizmaterial treiben zahlreiche ärmere Leute in den Wald, um Holz für die Wintersnot zu sammeln. Früher machten dos nur die minder- bemittelten Dorfbewohner, wofür sie beim Amtsvorsteher oder Förster einen Erlaubnisschein lösen und bezahlen mußten, wenn sie der Gefahr einer Anklage wegen Forstdicbstahls entgehen wollten. Jahrzehntelang ist so mancher, der ehrlicher war als der reiche Bauer, wegen der Mitnahme einiger dürrer Reiser hart vom Buch- staben des Gesetzes öffentlich als Dieb gebrandmarkt und bestraft worden. Heute ziehen auch aus der Großstadt viele kleinen Leute zum Holzaussammeln in den Wald. Die Revolution hat mit der alten lächerlichen Strenge aufgeräumt, aber noch immer hört man oft genug dumme Menschen sagen:„Die Berliner stehlen uns den halben Wald!" Wem schadet das Holzeinsammeln? Weder dem Staate noch einem Privatmann. Auch in den märkischen Wald- gebieten in der Umgebung Berlins liegt so viel Windbruchholz um- her, daß der Forftbesitzer froh sein kann, wenn er es ohne Be- Zahlung von Arbeitskräften los wird. Faulendes Holz, das nur Unterschlupf für alles mögliche Kleingetier bietet, ist schädlich für den Forst. Einfach und. bequem ist das Holzeinsammeln aber keineswegs. Viele Stunden lang muß gesucht werden, ehe so viel beisammen ist, als an brauchen und schleppen kann, denn die ganz dünnen, dürren Zweige haben keinen Heizwert. Keuchend unter der Last bringen Frauen, Männer und Kinder die gefüllten Säcke zur Bahn oder fahren damit in Handwagen meilenweit über Chausseen und Sandwege. Wenn frische Acste abgehauen werden oder gefälltes Holz gesägt und mitgenommen wird, ist das im Interesse der Forst- oirtschast natürlich nicht zu billigen und zu dulden, aber es kommt selten vor. Eine besonder« Abart der Holzsammler sind die so- genannten„Stubbenschießer". Mit besonderer Erlaubnis der Forst- Verwaltung und gegen mäßige Entschädigung sprengen sie auf ab- geforsteten, oder durchlichtcten Waldstellen mit Pulver die Baum- stümpfe aus der Erde, wozu ein gewisses Geschick gehört. Die Stubben zu transportieren und zu zerkleinern macht dann noch harte Arbeit. Für 150 Papiermark sich einen Kubikmeter Holz ins Haus bringen zu lassen, ist bequemer. Wie groß die Holznot ist, sieht man dort, wo an den Berliner Wassettäufen Holzkloben aus Kähnen entladen werden. Dutzende gebrechlicher alter Weiber finden sich ein, brechen mit zitternden Fingern die Borke von den Kloben und sind glücklich, wenn sie so viel erhalten, daß es für ein Mittagessen oder ein Kaffeekochen reicht. Davon aber sehen meist die nichts, die das Elend nie sehen wollen. Was bringt öer 7. Oktober! Der Winterfahrplan auf der hoch- und Untergrundbahn tritt am 1. Oktober in Kraft. Er bringt auf der Hauptstrecke Alexander- platz— Witteabergplatz eine wesentlich verstärkte Zugfolge in der Weise, daß in den Morgen- und Nachmittagsstunden bis gegen 8 Uhr abends drei Züge in 10 Minuten fahren werden. statt der jetzt verkehrenden zwei Züge; somit tritt eine Verdichtung des Zugverkehrs um 30 Proz. ein. Im Spätverkehr, d. h. von etwa Hi2 Uhr abends ab, werden wegen des geringeren Verkehrs- bedürfnisses auf den Hauptstrecken die Züge alle 10 Minuten, auf den Außenstrecken in Abständen von 20 Minuten fahren. Der letzte Zug vom Dahnhof Friedrichstraße fährt von letzt ab nach dem Westen mit Anschlüssen nach dem Osten, Schöneberg, Westend und Uhlandstraß« um 1,07 Uhr, nach Wilmersdorf-Dahlem um 1,02 Uhr, nach dem Norden um 1,14 Uhr nachts. O Reuerungen im Fernsprechwesen. Mit dem heutigen Tag fällt das bisher im Fernsprechwesen übliche Pauschalsystem fort und die allgemeine Gesprachszählung tritt in Kraft. Von nun an muß jedes einzelne zustande gekommene Gespräch von dem Teilnehmer bezahlt werden. Auf den Fernsprechämtern sind Zahlapparate aufgestellt worden, die von den Beamtinnen bedient werden und jedes Gespräch registrieren. Für ein Ortsgespräch, auch für ein Nachtgespräch, wer- den von der Postverwaltung künftiq 25 Pfennig berechnet. Besetztfälle werden nicht bezahlt. Ist eine falsche Verbindung erzielt worden, muß der Anrufende sein Amt sofort um Streichung des Gesprächs ersuchen. Im übrigen betragen die jährlichen Kosten für einen Haupt- anschluß 700 Mark Grundgebühr. Für einen Nebenanschluß werden insgesamt mindestens 162 M., bei Uebcrlassunq eines Nebenanschlusses an Dritte weitere 40 M., also insgesamt 202 M. erhoben. Automatengespräche kosten jetzt 30 Pf. Die Post gibt besondere Wertmarken heraus, die an allen Postschaltern, in Zigarrengeschäften, Papierläden oder an sonst geeigneten Stellen käuflich sind. In all- gemein zugänglichen Geschäftsräumen sind ferner hier und dort so- genannte„O e f f e n t l i ch e S p r e ch st e l l e n" neu eingerichtet wor- den. bei denen ebenfalls für 30 Pf. tclephoniert werden kann. Uniform macht olles. Die Relativiiälskheorie als Retter in der Rot. Das Sündenregister eines falschen Oberleutnants wurde gestern in einer Verhandlung vor der 3. Strafkammer des Landgerichts l aufgerollt. Angeklagt wegen Betruges und schwerer Urkundcnsäl- schung war der Kaufmann August Schröder, der zurzeit eine ihm ebenfalls wegen Betruges zudiktierte Gefängnisstrafe von 2 Iahren und 4 Monaten verbüßt. Obwohl der Angeklagte durch seine Frau in gute Vermögens- Verhältnisse und in den Besitz eines Hauses gekommen war, machte er sich, offenbar unter dem Einfluß einer gewissen psycho- pathischen Veranlagung, an allein st ehende Frauen her- an, um ihnen unter allerlei falschen Vorspiegelungen ihre Er- fparnisse abzunehmen, wobei er stets in der ordens- geschmückten Uniform eines Artillerie-Oberleutnants auftrat. Nebenbei gab er sich als Angestellter der Kriegsleder- Aktiengesellschaft aus, rühmte sich seiner Beziehungen zu Erzberger und prellte einen Sattlermeister um 10 000 M. In einem anderen Falle ließ er sich bei dem Geheemen Legntionsrat Gerl'ch als Ritter- gutsbesitzer einführen und veranlaßte ihn durch Versprechen von Lebensmitclsendungen zur Hergabe von größeren Geldbeträgen.— Vor Gericht beantragte der Staatsanwalt eine Zusatzstrafe von 3 Iahren Gefängnis. Rechtsanwalt Dr. Harry Pincus machte demgegenüber geltend, daß die von dem Angeklagten zurzeit verbüßte lange Strafe Anfang Oktober ablaufe und daß jede sich hieran anschließende weitere Strafverbüßung ein ungeheueres Ge- wicht besitze, da die spezifische Schwere einer Strafe keinen feststehenden, sondern einen relativen, nach den Umständen wechselnden Wert darstelle. Das Gericht berücksichtigte diese eigenartige Anwendung der Cinsteinschen Relativitätstheorie auf das Strafrecht auch in vollem Maße und erkannte auf nur 1 Jahr und 6 Monate Ge» f ä n g n i s._'• Wie kommen wir aus der Wohnungsnot heraus? Die brennende Frage der Wohnungsnot wurde in einem Vor- trog des Genossen Peus-Dessa», Präsidenten des anhaltinischen Landtags, den er dieser Tage in den Sophiensälen hielt, behandelt. In dem Wohnungswesen gilt es setzt, da wir selber Herren unseres Schicksals sind, gründliche Reform zu treiben. Wir haben ein Ideal der Wohnweise zu erstreben, das ist das E i n f a m i l i e n- Gartenheim. Wenn die Sozialdemokratie die Vtasse des Volkes langsam aber sicher aus»em Elend der kapitalistischen Mietskaserne heraus zum eigenen Gartenhcim hineinführt, dann wird sie die Gunst dos Volkes im höchsten Grade erwerben. Andererseits �ist aber auch sicher, daß nur die Sozialdemokratie, sekundiert vielleicht von bodenrcformerisch gesinnten Türgerlichen, diese Umwälzung im Woh- nungswessn herbeiführen wird. In einer kräftigen Wertzuwachs- steuer, einer zur Pacht werdenden Grundwertsteuer, welche den Boden'in das Obereigentum der Gemeinde bringt, und einem Bor- kaufsrecht der Gemeinde zwecks gcmcinnützigen Vodenerwerbs und Vodenverweriung sieht Peus die Mittel zur Erreichung dieses Zieles. Der einzelne Staatsbürger soll gezwungen werden, von Jugend auf einen bestimmten geringen Prozentsatz seines Einkommens zu sparen, um mit dem Ersparten eine Wohnung zu erwerben. Auf einem Kreise, der die 30 Kilometer von Berlin bis Potsdam zum Radius und also über 2820 Millionen Quadratmeter Fläche hätte, könnten die 1 Million Familien dieses Kreises, die ihn jetzt bewohnen, so weiträumig wohnen, daß jede Familie für sich alleinmitHaus und Garten 1000 Quadratmeter zugewiesen bekäme und dann noch 1820 Millionen Quadratmeter, fast zwei Drittel, für Straße�., öffentliche Anlagen und öffentliche Gebäude usw. übrig blieben. Darum muß das Ziel fein, alle Lücken von Groß-Berlin und dem weiteren Umkreis nur mit Gartcnhei�nen zu besiedeln. Jeder neuen Fabrik erlege man die Pflicht aus, wie für Kohlenschcwpen, Materialräume und dergleichen so auch für ein be- stimmtes Kapital zu sorgen, das der zuständigen Wohnungsorgani- sation zur Herstellung von Wohnungen zur Verfügung gestellt werde. Soll aber das'möglich werden, dann muh Berlin ein sozialistisches Berlin bleiben.— Der weite Aus- blicke eröffnende Wortrag wurde von den leider nicht sehr zahlreichen Zuhörern mit größtem Beifall aufgenommen. Gewaltsame Kirchenstcuereintrsibung. Wenn ein noch zur Kirche haltender Christ die von ihm zu ent- richtende Kirchensteuer schuldig bleibt, wird gegen ihn mit genau denselben Zwangsmitteln vorgegangen, wie wenn er gegenüber fonftwem feine Zahlungspflicht nicht erfüllt. Man schreitet zur Zwangsvollstreckung und Pfändung, und wenn dem Vollziehungs- beamten sich die Tur nicht gutwillig auftut, kann der Kirchensteuer- schuldner es erleben, daß sie unter gar nicht christlicher Gewalt- enwendimg geöffnet wird. Das wurde kürzlich in Berlin auch einem Mann angedroht, der 26,60 M. Kirwensteucr zahlen sollte, obwohl er seit 1907 und stir.e Frau seit Mai 1319 aus der evangelischen Landeskirche ausgeschieden ist so daß für beide keine Kirchen st euerpslicht mehr besteht. Ohne daß ihnen vorher irgendwelche Benachrichtigung zugegangen wäre, erschien eines Tages ein Vollziehungsbcamter, um wegen angeblich rückständiger Kirchensteuern die Zwangsvollstreckung vor- zunehmen. Da er niemand aattaf, hinterließ er die amtliche Mit- teilung, daß die Steuer in den nächsten drei Tagen an die zustän- dige Steuerkasse zu zahlen fei, sonst werde er wiederkommen, und nötigenfalls werde dann„gewaltsame O e f f n u» g" der Wohnungstür erfolgen. Notiirüch lag wieder mal eines jener Versehen vor, die bei der Kirchensteuereintreibung nicht selten sind. Der mit dieser Kirchcnsteuerforderung belästigte Dissident erhob bei der Steucrkasse sofort Einspruch, weil er nur so di�ähm angedrohte Gewaltanwendung verhüten konnte. Das Vergnügen» einmal die gewaltsame Eintreibung einer unberechtigten Kirchen- steuerforderung kennen zu lernen, waren ihm die 26,60 M. nicht wert. Zum Streik der Gastwirlsgehilfen. Arbeucr! Parle! genossen! Was wir im heutigen Morzenblatt ankündigten, ist bereits ein- getreten. Die Gast wirtsgehilfen befinden sich im Streik! Eure Pflicht ist es, sie im Kampf um ihre Organisation, eine feste Entlohnung und den Achtstundentag zu unterstützen. Verweigert bei Bezahlung Eurer Zeche das Be- dienungsgeld von 10 Proz.1 Zaksst nur, was ihr verzehrt habt! So helft ihr den Kämpfenden. Eine Reuerung im Acbcikerverkehr wird der Winterfahrplan auf der Strecke Wildau— Königswustcrhaufen— Lübben bringen. Die Arbeiterzüge auf dieser Strecke, die bisher nur bis Königs- Wusterhausen gefahren wurden, sollen nun durchgeführt werden und zwar vorläufig bis Wildau, wo sich große Maschinenfabriken be- finden. Liebesgcrbenscndungen für Oppau., Die Firmen Schenker u. Co., Berlin, und Berliner Speditions- und Lagerhaus-Aktiengesellschaft lvcrm. Bartz u. Co.) Berlin übernehmen kostenfrei die Abholung und Expedition von Liebesgabensendungen für die Opfer der Oppauer Katastrophe.— Geldbetröge für den Reichshilfsausschuß für Oppau anzunehmen, sind jetzt auch sämtliche Postanstalten angewiesen worden, Postämter wie Postagenturen. Wo sich mehrere Postan- stalten an einem Orte befinden, nimmt jede von ihnen Spenden an. Eine öffentliche Schulausslellung findet am Sonntag, den 2. Ok- tobcr, in Neukölln in der 31. und 32. Geinemdeschulc, Niitlistraße, in der Zeit von 10—7 Uhr statt. In zirka 80 Räumen werden Schüler- arbeiten ausgestellt, wie: Zeichnungen, Aufsätze, Knct-, Perl-, Papier-, Papp-, Holz-, Stroh- und Handarbeiten, Esperantcfchriftproben, Kurz- schrift usw., Haltestelle Weichselstratze. Linien R, P, 05, 89, V, (Kaiser-Friedrich-Straße), 7, 15, 27, 47, 43, 53, Südring(Berliner Straße). Zum 200. Male geht hnS cifolgreiche Ballett„Die raten Schuhe" im AdmirnISpalast am Mittwoch. S. Ollober, in der Prcm.ercnbeleHung mit Fräulein Dora in der Hauptrolle in Szene. Die Berliner Tchwtmm-Nnion(im Arb-Wassersport-Verein) der- nnsialtct am Sonntag, den 2. Okiobrr. nachm. ll llhr, im siädtilchc» Hallenbad, An der SchillinpSbrückc, ihr diesjährige! Schwiv nijctl. Ta u. a. elf der gröhicn Aibeiier-Schwinimveieine ihre bellen Zlräjte zn eiitlcndcn beabsichtigen, so sind diesmal ganz besonders intercsjante sportliche Kämpse zu erwarten. Di« Hauptversammlung der Deutsche» FricdenSses-llschcst findet am 5. und 6. Oktober im Parkhaus in Bochum stctd Neben der Aussprache über die künftige Tätigkeit der FriedenSgesellsSaft, der Si-llungnahmc zu den einaebrachteu Anträgen»sw. steht das Thema:„Wie bekämpft der Pazifismus den Bürgerkrieg und seine Ursachen?" zur Erörterung, über das Heinr. Ströbel-Berlin referiert. Außerdem finden Volksversammlungen statt, in denen Graf Harry Keßler-Berlin, Pfarrer Blcier-Bcrlin, Prof. Herrinann-Stnltgart und Frau BardcnHeucr- Bremen sprechen werden. An die Hauptversammlung in Bochum schliefst sich der X. Deutsche P a z i f i sr e n k o n g r e st an, der vom 7. bis !>. Ottober in Essen(Kaupenhöhej tagt. Das Grnndthema der VerHand- lungcn ist: Der Wiederaufbau Europas. Es werden n. a. sprechen: Pros. Dr. Otto Braun-Basel, Prof. Dr. W. Koppelmann-Mün- ster, Prof.. Dr. Berweden-Bonn, Dr. Quiddc-München. Tic Ortsgruppe Berlin der Deutschen Fricdcnsgcscll'chaft entsendet als Delegierte u. a. Dr. Pohl, Pfarrer Blcier, Alwine Wellmann. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Ein wenig wärmer, trocken und über- wiegend Heller, zeitweise wollig bei mäßigen südöstlichen Winden. Sroß-Serliner partdmschdchten. 101. Abt. Treptow. Sonntag, den 2. Oktober, pünktlich geh Uhr, wichtige Hand- zettelverbreitung von den bekannten Lokalen aus. SefchäMche Mitteilungen. Die Hanplpre'.slisic der Firma Sinbokpb terhog für Herbst und Winter ist erschienen. Sie gibt einen getreuen Urbcrblick über die Neuheiten in Seiden- und niciderstosfen, cber.so L�er die neuen Schöpfungen der deutschen Medc für Damen-, Herren- und lUnderkleebung. Buch sonsilge Bekleiduuxsgeacnstäude, Wäsche usw. sind vertreten. In der Abteilung sür Sardinen und Vorhiluge findet sich viel Geschmackvolles: die Abteilung für Orientteppiche bcgtzt eine reiche Anowahl. Schließlich Ist die Mübelabteilung mit ihren gediegenen stücken und Einrichtungen zu erwähnen. GewerKschQstsbsweg u ng Streik im Gastwirtsgewerbe. Nachdem die Arbeitgeber gestern abend den Schiedsspruch des Schlichtungsausschusies abgelehnt hatten, kamen die Angestellten, einschließlich der Köche, Handwerker, Maschinisten, Musiker usw., zu 11 Nachtoersammlungen zusammen. In diesen ausnahms- los bis auf den letzten Platz gefüllten Versammlungen wurde nach kurzem Referat überall einstimmig folgende Entschließung ange nommen: '„Die Versammlung erkennt an, daß das Arbeitnehmertartell sein Möglichstes getan hat, um auf friedlichem Wege zu einem neuen Tarifvertrage zu kommen. Sie ist aber nicht im Zweifel darüber, daß die unversöhnlich« Stellung der Unternehmer viel weniger den Streitfragen als der Zerstörung der Organisation gilt. Den Versuchen der Unternehmer, durch lockende Angebot« Zersplitterung in die Reihen der Angestellten zu tragen und die Ar beitnchmer durch Massenkündigungen einzuschüchtern, ist entschieden entgegenzutreten. Di« Versammlung nimmt den ihr aufgedrungenen Kampfs an und verpflichtet all« Bcrufsgenossen morgen vormittag in einen allgemeinen Abwehr st reik einzutreten und bis zum siegreichen Ende durchzuhalten." Dieser Abwehrstreit ist am heutigen Vormittag Tatsache geworden und dürfte bis zum Abend ein allgemeiner sein. Eine Anzahl von Betrieben, in denen die auf Grund des Schiedsspruches ausgestellten Forderungen des Arbeitnehmerkartells bewilligt sind, bleibt geöffnet. Bei Redaktionsschluß lagen folgende Einzelheiten vom Streik vor: Die Ho t e l l b e t r i e b s g e s e l l s ch a f t, der das Hotel Bristol, das Zentralhotel, die Easebetriebe Kranzler und Bauer, sowie das Restaurant im Zoo gehören, hat die Bedingungen der Arbeitnehmer abgelehnt, worauf sümtliche Betriebe stillgelegt wurden. Ferner haben sich das Hotel a m Zoo und der„K a i s e r h o s* an die Abmachungen zwischen den Gastwirten und den Hotelbesitzern gehalten, so daß auch diese Betriebe vom Streik betroffen werden. Bei Aschinger, im Fürstenhof, Pala st Hotel und Rhein- g o l d ist der Betrieb noch im Gange, am Nachmittag aber dürfte auch dort das Personal den Streik beschließen. Im Hotel Espla. na de haben zirka 97 Proz. der Kellner die von den Arbeitgebern vorgeschlagene Lohnregelung angenommen, die Köche und das Hilfs- personal aber sind dagegen. Eine Entscheidung in diesem Betrieb«, der nach Meldung einer bürgerlichen Korrespondenz wegen angeb- licher Bedrohungen der Arbeitenden„eine ausreichende Sicherung" erhalten soll, ist noch nicht gefallen. Im übrigen rechnet man nach der V5.-Korrespondenz mit dem Eingreifen der Behörden und der Einrichtung eines Nvtbetriebes,„um in sehr großen Betrieben, wo die Gäste ohne Nahrungsmittel, sind, eine Speisung aus Feldküchen in die Wege zu leiten". Das wird einen Spaß geben, wenn die ValutamMonäre Unter den Linden mit ihrem Teller antreten und aus der Feldküche ihr« Speisen empfangen. Aber Spaß bei Seite! Wir erwarten, daß die Behörden, ganz besonders die Schupo, sich nicht in diesen wirtschaftlichen Kampf der Arbeiter einmischen. Auf dem Wege zur Jndustrieorganisatirm. Mitglieder des Zcntralverbandes der Fleischer, des Zentralver- bandes der Bäcker und Konditoren und des Verbandes der Brauerei- und Mühlenarbeiter hatten sich am Freitag sehr zahlreich in einer gemeinsamen Versammlung im großen Saal des Lchrervcreinshauses zusammengefunden. Der einzige Punkt der Tagesordnung betraf die geplante Verschmelzung der drei Verbände zum Lebens- und Genußmittelarbeiter. Verband. H e n s e l vom Flcischerverband verwies als Referent darauf, daß der Wille zur Gründung eines Verbandes der Lebensmittel- arbeiter nicht neu sei. Schon der Allgemeine Gewerkschaftskongreß zu Halberstadt im Jahre 1899 hatte sich mit entsprechenden Anträgen zu beschäftigen, die der damals eben erst gegründeten Generalkom- Mission der Gewerkschaften Deutschlands überwiesen wurden. Die Hemmnisse einer solchen Gründung waren aber noch zu groß. Das Problem wurde aber immer wieder neu aufgegriffen und 1997 in den Vordergrund geschoben. Auf einer Konferenz in Hannover wurde die Frage eingehend behandelt, es kam aber nur zu einem Gegen- seitigkeitsvertrag auf weitgehend st e Unter- stützung in der Agitation, um später die Verschmelzung verwirk- lichen zu können. Redner schilderte, wie der Vcrschmelzungsgedanke immer stärker hervortrat, um schließlich nach Krieg und Revolution sich solche Gellung zu verschaffen, daß die praktische Verwirklichung ins Auge gefaßt und vorbereitet wurde. Der 9. Oktober wird nun der entscheidende Tag sein. An ihm findet in den drei Verbänden die Urabstimmung statt. Die oereinte Macht in einem Lebens- mittel-Jndustrieverbande wird etwas ganz anderes dar- stellen, als die Macht der einzelnen Berufsorganisation. Die Agitation wird vereinfacht und verbilligt. Die Auswirkung der Kräfte wird verstärkt. Die Bezirkseinteilung kann ersprießlicher erfolgen, Lohn- bewegungen können besser gefördert werden. Die gegenseitige Soli- darität der Angehörigen der drei Berufsgruppen wird weit mehr zum Ausdruck kommen wie bisher. Wenn am 9. Oktober die Mehrheit für den Industrieverband zustande kommt, dann wird dieser Tag ein Gedenktag in der Lebensmittelindustrie werden.(Lebhafter Beifall.) H e tz s ch o l d vom Bäckerverband sprach eindringlich für die Schaffung des Lebensmittelindustrieverbandes. Jedoch rügte er, daß die Kommission in den Richtlinien sagt:„Grundlegende Aenderungen hieran kann auch der eventuell später stattfindende gemeinsame Ver- bandstag nicht vornehmen, weil der zu schaffende neue Verband nur praktische Arbeit wird leisten können, wenn er auf dieser Grundlage (der Richtlinien und Grundsätze des Entwurfs) aufgebaut wird." Solche Bindung für einen späteren Verbandstag des neuen Ver- bandes könne es natürlich nicht geben. Trotz solches Schönheitsfehlers, den die Praxis beseitigen werde, müsse am 9. Oktober mit Ja seine Stimme für den Industrieverband jeder abgeben, dem das Interesie der Arbeiterschaft am Herzen liege.(Starker Beifall.) Im selben Sinne sprach sich Brauer B r u g s ch vom Brauerei- und Mühlenarbeiterverband aus. Sämtliche anderen Redner traten ebenfalls warm für die Schaffung des Induftrieverbandcs ein, so daß der Vorsitzende S ch u- mann(Bevollmächtigter der Bäcker und Konditoren) am Schlusie der Versammlung Einhelligkeit feststellen konnte. »Bor«euen Kämpfen". Mit diesem Thema befaßte sich eine am Donnerstag nachmittag im Lu st garten abgehaltene große Versammlung der Arbeiter und Ange st eilten der Bekleidungsindustrie. Re- ferenten waren die Kollegen Gottfurcht, Bublitz, Salewski und Wolter. Die Versammlung war vom Kartell der freien Gewerk- schaften in Bekleidungsindustrie und Textilhandel einberufen und von etwa 19 999 Personen besucht. Die Referenten schilderten die gegenwärtige Wirtschaftslage und die sich daraus für die Arbeit- nehmerschnft ergebenden Folgen. Sie betonten die Notwendigkeit eines geschlossenen Auftretens der Arbeiter und Angestellten, um die nachteiligen Wirkungen der wirtschaftlichen Entwicklung auf die Lage der Arbeitnehmerschaft nach Möglichkeit zu beseitigen. Während auf der einen Seite die Arbeitgeber dieser Branchen riesige Profite einstreichen, muß die Arbeitnehmerschaft darben. Dar- aus ergibt sich für die Arbeitnehmer die Notwendigkeit, ihre Kampf- front zu verstärken, um nicht nur eine Besserung der Lebensverhältnisse herbeizuführen, sondern auch auf die Abstellung der Me- thoden hinzuwirken, die zu den heutigen abnormen Verhältnissen in diesen Branchen führen. Die Versammelten bekundeten durch ihren starken Beifall zu den Ausführungen der Referenten den Willen, in Gemeinschaft mit den Gewerkschaften den Kampf der Arbeitnehmer so zu organisieren, daß das gesteckte Ziel erreicht wird. gen 24. Verschärfte Situation im Vcrsichermigsgcwerbe. Der Arbeitgeberverband deutscher Vcrsicherungsunternehmun- hat den Verglcichsvorschlag des Reichsarbeitsministeriums vom September, die Gehaltssätze betreffend, abgelehnt. Das gleiche Resultat hat eine Abstimmung Sntcr den im Zentralverband der Angestellten organisierten Versicherungsangestellten ergebzn. Die hierdurch entstandene gespannte Situation erfährt noch eine be- sondere Verschärfung dadurch, daß jetzt der Arbeitgeberver- band auch die allgemeinen Bestimmungen der Reichstarifverträge vom 3. März und 9. April d. I. zum 31. Dezember d. I. g e- kündigt hat. Diese Kündigung zeigt, daß der Arbeitgeberver- band die Zeit für gekommen hält, an dem Rahmentarif Verschlechte- rungen vorzunehmen. Das wirkt auf die ohnehin auf Kampf ein- gestellte Stimmung der Versicherungpangestellten durchaus nicht beruhigend. Sollten die Arbeitgeber es zum letzten Schritt kommen lassen, so sind die Angestellten infolge ihrer miserablen Gehalts- Verhältnisse der Sympathien der weiten Oeffentlichkeit sicher. Der Lohnkonsiikt in der saarländischen Schwerindustrie. Die Fachgruppe Hochofen-Stahl- und Walzwerke des Arbeitgeberver- bandes der Saarindustrie hat dem Schiedsspruch des Schlichtungs- ausschusses zugestimmt, der ab Mitte Oktober einen Lohnabbau um 8 Proz., ab 1. November um wei. tere 7 Proz. und außerdem eine Ermäßigung der Teuerungszulage vorsieht. Die Entscheidung der Arbeit- nehmcrorganisaiionen steht noch i..us. Sollte es auf einem der an- geschlossenen Hüttenwerke zur Arbeitseinstellung kommen, so hält ich der Arbcitzeberverband an den Schiedsspruch nicht gebunden. Das Iigarrenhaus Groß-Verlin, Inh. Passow u. Neimann, Schöneberg, Bahnstr. 18, unterhält in verschiedenen Stadtteilen Zigarren-Filialaeschäfte. Die Leiter dieser Filialen erhalten monat- l i ch 699 M. Gehalt und 2 Proz. Umsatzprovision, im Höchstsalle einschließlich Gehalt 1999 M. Dazu haben die Angestellten den Vorzug, die Geschäfte möglichst 19— 12 Stunden täglich offen zu halten: für Mankos und dergleichen sind sie selbstverständlich auch verantwortlich bzw. hastbar. So werden rechtsverbindliche Tarif- Verträge und gesetzliche Arbeitszeitbestimmungen mißachtet! Wo bleiben die A u f s i ch t s b e h ö r d e n, um hier Abhilfe zu schaffen? Den Angestellten dieser Firma sei aber empfohlen, sich an den Zentralverband der Angestellten(Belle-Alliance-Str. 7/19) zu wenden. Streik im deutschen vuchdruckgewerbe. Die„Mitteldeutsche Zeitung" meldet: Der Berliner Einigungsbeschluß im Buchdrucker- Tarifstreik ist in Leipzig, Darmstadt, Cassel, Erfurt, Eisengch, Gotha und Suhl nichtanerkanttt worden. In Erfurt haben die lokalen Verhandlungen zu keinem Ergebnis geführt und derStreiksteht bevor._ Technische» Bühnenpersonal. Sonntag, S Uhr km Sewerkschattekiau«, Engel- Ufer 25, Nestaurant, Mitglledervcrsammtung. Tagesordnung: Berichterstattung von den Tarifoerhandlungen. 2. müsse Borsorge getroffen werden, daß die deutsch« Stich« stoffindustrie rechtzeittg über die eingeführten oder einzuführenden Mengen von Salpeter unterrichtet wird: 3. müsse dem Stickstosssyndikot gestattet sein, im Falle der Einfuhr von Chilesalpeter eine gleich große Menge Sttch'toff zur Ausfuhr zu bringen: 4. dürfe auf eventuelle Uebergewinne aus der Ausfuhr ein staatlicher Zugriff nicht stattfinden. Was hat die Reichsregierung getan, um diese künstlich« Hochhaltung der Preise für eines der wichtigsten Dünge- mittel zu verhindern? Und was gedenkt sie zu tun, um zu verhin- dern, daß der Preis von Chilesalpeter, falls seine Einfuhr nötig wird, durch solche Preisvercinbarungen künstlich hochgetrie- b e n wird? Und hat sie die Absicht, bei der Einfuhr von Chili- salpeter die gleiche Menge Stickstoff zur Aussuhr zuzulassen? Kampf gegen den Abnchmerzwang in der Textilbranche. Die Vereinigung der Deutschen Bandgroßhändler E. V. hatte durch Konventionsbeschluß vom 15. August seinen Mitgliedern oorge- schrieben, den Abnehmern des Einzelhandels eine Preiserhöhung von 15 Proz. aufzuerlegen, wenn nicht innerhalb 12 Monaten ausschließlich Berbandswarcn gekauft werden. Verhandlungen, welche, wie die„Deutsche Konsettion" mitteilt, die Abnehmer- organisationen(Reichsvcrband Deutscher Putzgeschäfte, der Zentral- verband der Einkaussvereinigungen, der Verband Deutscher Wäschegeschäft« und der Verband Deutscher Waren- und Kaufhäuser) zwecks Aufhebung dieser Bestimmung geführt haben, verliefen er- gebnislos. Der Rcichsbund des Deutschen Textileinzelhandels hat deshalb am 28. September auf Antrag der genannten Fachgruppen beschlossen, eine sofortig« Sperre über sämtlich« 76 Firmen des Bandgroßhändlerverbandes auszu- sprechen, und zwar fallen neben Seidenband auch sämlliche übrigen Waren dieser Firmen unter die mit sofortiger Wirkung eintretende Sperre._ Mus öer Vartei. Fünfundzwanzig Jahre Arbeii für die Parleiprcsse hat bis zum heutigen Tage Genosse Karl Granzow geleistet. Als Expedient des parlamentarischen Bureaus der Parteipresse hat er all die Jahre rastlos, hart und nicht ohne Sorgen und Aufregungen zu arbeiten gehabt, was aber seinen echt berlinischen Humor nicht beeinträchtigt und sein gesundes Prinzip„Nur die Ruhe kann es machen" nicht er- schüttelt hat. Wir wünschen dem Genossen Granzow, den wir unseren bewährten technischen Mitarbeiter nennen können, noch viele Jahre ungebrochener Tatkraft und Schaffensfreude. Wietfchaft Gegen die Preishochhalkung für Slickstosfdünger. Die unabhängigen Reichstagsabgeordneten Dr. 5zerz und Dr. Breitscheid haben im Namen ihrer Fraktion folgende kleine An- frage an die Regierung gerichtet: Durch das furchtbare Explosionsunglück in der Ba- dischen Anilinfabrik in Oppau ist die Gefahr entstanden, daß wenigstens für einige Monate die deutsche Erzeugung an Stick st ofsdüngemitteln den Bedarf der Landwirtschaft nicht zu decken vermag. Um die dadurch entstehende Gefährdung der heimischen Lebensmittelernte zu verhindern, wird die Einfuhr von Chilesalpeter zu erschwinglichen Preisen notwendig sein. Auf dem Weltmarkt ist ein großes Angebot zu fallenden Preisen vorhanden. Dem steht aber die Tatsache gegenüber, daß das deutsche Stickstofffyndikat in einer Besprechung mit den Chilesalpeterproduzenten und den englischen Ammoniakprodu- zenten, die am 28. Juni in Rotterdam stattfand, sich bereiterklärt hat, bis Ende 1921 feine Produkte dem Ausland weder anzu- bieten noch auszuführen und sein« Werke nicht weiter zu vergrößern unter der Voraussetzung, daß die Welt-Stickstoffprodu- zenten sich über einen angemessenen Weltmarktpreis verständigen und daß eine eventuelle Einfuhr von CHUesalpeter nach Deutsch- land nur zu Weltmarktpreisen stattfände. Das deutsch« Sttckstoffsyndikat hat ferner dem Auswärtigen Amt mitgeteilt, bei der Einfuhr von Chilisalpeter dürfe 1. kein Dumping eintreten, d. h. der einzuführende Salpeter dürfe nicht unter dem deutschen Inlandpreise zum Verkauf kommen: Mus aller Welt. Der reichste Mann Japans ermordet. Der sogenannte flocke- feller Japans", Iani I r o S a s u d a, wurde von einem Indivi- duum, das bei ihm eine Audienz erbeten hatte, getötet. Der Mör- der beging Selbstmord. Ein Oberleutnant als Räuber. Der frühere Oberleutnant Richard Römer aus Güsten, der längere Zeit als O-Zug-Räuber sein Unwesen trieb und Gepäck von hohem Werte raubte, wurde heute zu zwei Iahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust ver- urteilt. Theater öer Woche. Vom L. bjs v. Oktober. «»n-bLH»«:*., 4., 5., 8. u. 9. Mass« Mensch. 5. n. 6. Der Bauer als Millionär. 7. Nach Damaskus, 2. u. 3. Teil.— Lpcenhau»: 2. Meistersinger. 3. Der iliegende Holländer.«.(Außer Abonnement.) Zum erstenmal ToÄa. 5. Einsonie-Konzert der Napelle der Etaatsoper. S. Tristan und Isolde. 7. Tosca. 8. Ring des Nibelungen, Vorabend: Rheingold. s. Erster Abend: Walküre. 10. Eaoalleria. Bajazzo.— Schauspielhaus: 2. Die Riiubcr. 3. Peer Oijnt. 4. u. 10. Richard III. 5. Fiesco. 6. Nathan der Weise. 7. u. 9. Zum crsteninal: Die gefesselte Phantasie. 8.(Außer Abonnement) Peer Eynt.— Deutsche» Theater: 2., 4., 5., 7. bis 9. Nean. 3. u. 0. Hcrodes und Mariamne. — ttammerspiele! 2., 4., 7. Die Zungfern vom Bischossderg. 3., 5., C., 8. u. 9. Der Hiihnerhaf.— Lesting-Theatcr: Die Spielereien einer Kaiserin.— Theater in Ixr Nöniggröße« Straß«: 2. bis S. u. 7. bis 10. Di« Fahrt ins Blaue. 8. Satans Maske. Mit dem Feuer spielen.— Deutsches Opernhane: 2. Der Zigrunerbaron. 3. Lohengrin. 4. u. 8. Rigoletto. 5. Don Juan. 6. Tosca. 7. Der Troubadour. 9. Tannhäuser.— Lchiller-Theater: 2., 3. u. 7. Der Raub der Eabinerinncn. 4., 6. u. 8. Der Richter von Zalamea. 5. Nora. 9. Alt- Heidelberg.— Sroßc, Schauspielhaus: Die Räuber.— Nene, Balts-Theater: 2., 4., si., 8. u. 9. Jugendfreunde. 3., 5. u. 7. Der Schrei nach Ruhe.— Die Tt&fint: Der Wcttlauf mit dem Schatten.— Deutsche» Ztiinstler-Theater: Die Ballerina des Königs,— jtomödicnhans: Jonuys Busenfreund.— Berliner Theater: Prinzessin Olala.— Kleine, Schanlpielhau»:«iki.— Triansn. Theater: Der Kammersänger. Tod und Teufel.— Residcuz-Thcater: Der König in Paris.— Fentral-Theater: Die Postmeisterin.— Theater in der Komman- dantcnstraße: 2. u. 3. Eeschlvssen. 4. bis 8. Remclle. Am 9. Die verlassene Schenke.— Friedrich-Wilhelmstädtifches Theater: American-Sirl.— Komisch« Oper: Die Strohwitwe.— Lnstspiclhans: Die Schauspieler.— Retropol-Theater: Die Straßensöngerin.— Reue» Operetten-Theater: Die Königin der Nacht. Thalia-Theatrr! Schäm' Dich, Lotte.— Theater am Nollenborfplaß: Der Vetter aus Dingsda.— Theater de» Westens: Die Braut des Lucullus.— Kletae« Theater: ssräulen Zosette— meine Frau.— Wallner-Theater: Rstchen.— Walhalla-Theater: Die©lachen von Eornevill«.— Rose-Theater: Da» Elitck der kleinen Leute.— Kasins-Theater: Exzellenz Maxe.— Reue» Theater am S-a: Die ersten Svoren.— gslie» Eaprire: Die Geliebte auf Teilung. Fiebertaumel. Benifchen—Meferi».— Admiralspalgst: 3., 5., 7. u. 9. Die roten Schuhe. 4., 8. u. 8. Abrakadabra.— Schaufpiclhan» Potsdam: 3. u. 8. Geschlossene Borstellung. 2., 4. u. 6. Bettina, Verlobung. 5. Der Vetter aus Dingsda. 7. lt. 9. Peer Eynt.— Intime» Theater: Die Spelunke. Lauf doch nicht immer nackt herum. Rachmittagsvsrstellnnge». Bolksbühn«: 2.«. 8. Die lange Iule.— Dentfchc» Theater: 2. Kabale und Liebe. 9. Adelsnest.— Kammer. spiel«: 2. Frühling, Erwachen. 9. 11 Uhr: Tanz-Matinee: 2(4 Uhr: Di- Büchse der Pandara.— Lefssng. Theater: 2. u. 9. Die Marquis« von Arri«.— Theater in der Kiniggräßcr Straße: 2. u. 9. Salome.— Dentsche« Opernhaus: 2. Tief- land. 9. Hoifmanns Erzählungen.— Schiller-Theaier: 2. Helden. 8. Wilhelm Tell. 9. Helden.— Sroßc» Schanspierha»»! 2. Die Weber.— Nene» Bolls- Theater: 2. u. 9. Die Lokclbahn.— Die Tribüne: 2. u. 9. Totentanz.— Deutsche» Künstler.Zhcater: 2. u. 9. Die Flamme.—«omödieuhausi 2. u. 9. Die Sache mit Lola.— Berliner Theater: 2 u. 9. Der legte Walzer.—«leine» Schauspielhaus: 2. Kinderiragödie.— Triauou-Thcatcr: 2. Die Freuudin.— Refideuz-Theater: Euchen Humbrecht._ gent al-Theater: 2. Großmama. 9. Volkskraftbund: Der Verschwender.— Thalia-Theater: 2. u. 9. Rumvelstilz- chen.— Theater am Nollendorfplaß: Z. u. 9. Wenn Liebe erwacht.— Theater de. Besten«: 2. Pfarrhauskomödic. 5. Iohannisfeuer. 8. Die Grille. 9. Der ersten Liebe goldene Feit.— Kleine» Theater: 2. Easanovas Sohn.—«ose- Theater: 4. Trndchens Eommerreise.— Kasiuo-Theate«: 2. Melodien de, Herzens. — Admiralspalast: 2. u. 9. Di« roten Schuhe. Lerantw. sür den rcdakt. Teil: Dr. Werner Bciscr, Eharlottenburg! für Anzeigen: TS. Glocke, Berlin. Verlag: Dorwärtz-Verlag S. M. b. H.. Berlin. Druck: Bor- wärts-Buchdruckeret u. Verlagsanstalt Paul Singer u. So.. Berlin. Lindenstr. 3. „Vorwarfö"-Äusgab€$(eU€n * Inserafen-Annalune «jidweft: Lindenstr. 8, II. Hot parterre.— Zerufalemer Buchhsl», Blankenbura: H a i n k e. Buchholz, Bahphosstr. 24/ Lichtenberg II,»nmmelsbnrg, vtrale.»: Lichtenderg. Dax. Straße 516. Sanvtackchäft. Sharlattcuburg 1: Sesenheimer Str. l. Geöffnet»VN 9 bis Hagener Sir. 32, Geöffnet»an 9—8 Uhr. geutrum- Ackersir. 171, am Koppenvl. Seäffnet von 9—8 Uhr. 3 Uhr.' Lichtenberg III, Friedrichsseld«: ffranksurtcr Alle« 185, Laben. «Besten: Steglißer Str. 37, Ecke Magdeburger Straß«. Ge- Sharlottcnburg N: Tauroggcner Str. 11. Lichtenrade: Franz W i ch u r a. Kaifer-Friedrich-Str. 9, öffnes von 9—6 Uhr.._.._.___ Eharlottenburg III:«oiserdamm Igt. Geöffnet van 8— 8 Uhr. Restaurant. LIchterselde-Ost, Lankwlß! fi. Wenzel. Lankwit» Kaiser l____ Wilbelin�Str. 3. Süden: Bärwaldstraße ,2. a. d. Gneisenaustraße. Geöffnet Ehariotteuburp IV: Nürnberger Str. 23. von 9-6 Uhr.- Prinzenstr. 31. Hos rechts part. G-. �„»bori: S«.--?»».-» eHMltn, JW-UUft V' iViJ ß/rTab.in.®atl,nnobmt. Nordosten: Immanueltirchstr. 24. Geöffnet von»-3 Uhr. Rheinstr. 27. Eck« Rönnedergstraße. Moabit: Wilhelmshavener Str." ont..*..---- öffnet von 9—3 Uhr. «edding: Müllerstr 34a, Eck- Lübecker Str. 11. De. U kk.v wall.r Belersbaaen �'"kölln: Neckarstr. 2. D.ö net von 9-8 Uhr._. st'fb'rebo-I.Pctersh-gen. u l�e u w.a � e r � Veiershagem Neutälln-Briz: Eiegfriedstr. 28«». Geöffnet von 9-8 '.Riederfchöneweidet'"----' Schneider ;. 34a, Elte Uirechter Straße. Frau"' �-».darfer Str. U*1*™� MraJ* r Friedrichs!, azeu: Hofsmann. Friedrlchshagen, iLichtcrfelde.Wcfti s ch a e d« l, Hindenburgdamm 84. j Mahlsdorf: Emil Rausch, Lemkestr. 25. Mariendorft Auaust Letv Ebousteestr. 29. Zg Marieufeldc! Friß Greulich. Kirchstr. 2?! Südring 782. ' Neuenhag«»: Wenzke. Fleaelstr. 71. --(Rf8Ffn#t non n— b Jinr. Uhr. Grunewald:' Hal"nse?."G°o�Wilh.lm.Str. 2. Lismarckstr. 8. «vsenth-le« und Oranienburger«orftavt: Wattstr. 9. De- � öffnet van 9—6 Uhr Hcrzlelde: Marlin Emalibowskt. ».sundb.uun.ni Bastianstr.?. Geöffnet von 9-6 Uhr..■�""'munwrfnrnt. Schönhauser Vorstadt: Greiscnhagener Str. 22. Deöfsnel S i e g e r i S. Bismarcksiraße. van 9—6 Uhr Zahanntslhal. Alwin Dammila, Adlershof, Alt-Slienl«-! Frl. Walter,«dlershof.»-. Karlsho.st: Frau Stanke, Heniigstr. 52. vorn parterre. nsssensibafizstr. 6. rarterrc..Kaulsdors: L t» b l g, Finfterberger Str. 4. Baumschulenwcg: Frau Köpk«, Klefholzstr. 186, Laden. Könia6.W»stcrhauien, NIcdrrlrhme: Frledr. Banmann Bernau. Rönigcnlal. Fepernick. Schönbrück,»aeow und Buch: Königs-Wusterhausen, Berliner Str. 8. Heinrich Brase Bernau MÜMenstr. 5. Köpenick, Sirschgarten: Schlag,«ießer Str. 8(Laden). Biesdorf: W. Dannebera Biktorlastr. U. Geöffnet von 9-6 Uhr. Bohasdorl: Yorlemann Gcnosscnfchafishou«.Pa- Lichteuderg I: Lichlcnberg. Wartenbergstr. t radie»'.' von 9-6 Uhr. Hartrampf. Brückenstr. 10 II, Nlcderlchöndaule», Nordendi s. Echltedener, Tres- kowstr. 14. Nowawes: Karl Krähnberg. Eifenbahnstr. 10. Oranienburg: H e i n r. Loenhardl, Etralfunder Str. 8. Oberlchsneweide: Robert Vuul Mathildenstr. 5. Pankow: R> ß m a n n Mllhlenstr. 70. Potsdam: Frau Lack, Kurlürstenstraße 11. Rahnsdorl: z r i ch e r t Forststr. 7. Reinickeadorl-Ost schlnholz. Albert Wahl«, Provinz- straße 56 eLoden) Relntckendorf-Nofenthal: W. Büro. Prinz-Heinrlch-Str. 34 Slbmargendorf: R e h a b. Breite Str. 4. Schöncberg: Beiziger Str. 27. Geöffnet von 9—8 Uhr. Geöffne! E-ntia!? r, e n- m> b Elm»ll»eft: 5« tSicuienöstadl: S l e t n Z!oi»iei>i>omi» Allee 92 e. Spandan: Bullack, Morißstr. 14, Garth. 8 Tr. Staaken: Frau Küfer au, Staaken, Scheidtstr. 12. Ssidcndr: Ludwig. Haislcltr. 36. Sicgiiß: SGlidbornstr. 2a. Tegel, Borsigwalde. Rrluickc»d»rf.«-st,«albmaunslusi. Freie Scholl«, Hermsdorf,«Irkenwerder, Beegfeldc. Stolpe und Borgsdorf! Borflgwalde, RSufchstr. 10. Gc. öffnet von 9—8 Uhr Teltow!« r ü g e r. Schönow. Dorfftr. 8. Tempelhof: Kaifer-Wilhelm-Str. 13. Tempelhof: Kandier, Hohenzollernkarfo I. Trebbin- Göring, Bahnhofs«!. 62. Treptow: Grame nz Klefholzstr. 412, dorn 1 Tr. «eißensee: Berliner Allee 54. Bildan-Hohenlehme: R n d L e t i o w. Wilhelmshagen, Hessenwinkel: Schulz«, Wilhelmshagcn, Wilhelmstr. 31. Wilmersdorf: Holsteinische Str. 19, Kaiserplaß 15. Wittenau; W I l h. Fimmermann, Rosenthaler Str. 46. «oltcrsdorf: Schurbaum Sichendamm 22. flehlendorf, Schlachtenlee Nitvlaslee: W« g n e r F-bl-n» darf. Teltower Str. 3. � stentheu, Rirrsdarf! Ernst Wlnterteld, tzeuthen. Kurfllrflenftr. 46. Zossen:«Ibert Stein. Msttenwalder Str. 17. Sömtllche Literatur sowie alle wistcnlchaflllchen werden geliefert. Sonnlag« flad die Gefchästsstellen qelcküollc» •Werf«