Nr. 475 ♦ 38. Jafygoftg Ausgabe A Nr. 240 Bezugspreis: Diertetliihrl. 36,— SR., monotl. 12,— M. frei ins Saus, voraus zahlbar. Post- dezug: Monatlich 12,— M. einschl. stu> stellunasgebsthr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, das Saar- und Memelgebiet. sowie die ehemals deut- schen Gebiete Polens, Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 22,— M.. ftir das übrige Ausland 2g,— M. Post- bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tschecho- Slowakei, Däne- mark, Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der.Vorwärts" mit der Sonntags- beilage.Volk und sseit", der Unter- Haltungsbeilage.Heimwelb" und der Beilage.Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn- tags und Montags einmal. Telegramm» Adresse: »Sozialdemokrat Scrllu" Morgen Ausgabe c QroB» Berlin 30 Pf, auswärts 40 Pfennig D Devlinev VolksblnN Anzeigenpreis: Die neungespaltene Nonpareillezeile tostet 6,— M.„Klein« Anzeigenbas lettgedrulkte Wort 2,— M.(zu- lässig zwei settgedrrickte Wortes, scdcs weitere Wort l.— M. Stellengesuche und Schlasstellenanzelgen das erste Wort l,— M, jedes weitere Wort 6V Pfg. Worte über 1ö Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien-An- zeigen siir Abonnenten geile Z,ö0 M. Die Preise verstehen sich einschließlich Tcuerungszuschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müsse» bis 6 Ahr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SW 68, Linden- siraße Ä. abgegeben werden. Geöffnet von ll Uhr srllh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdernokratifcben partci Deutfcblands Neüaktton und Expedition: SW öS, Lindenstr. Z Redaktion Mortstplatz I51US— S7 zSCrnzprctqgy. Expedition Moritzvlah 11753—54 Sonnabend, den 8. Oktober 19Ä1 Rathenau über öas Abkommen. Wiesbaden, 7. Oktober.(MTB.) Minister Rathenau äußerte sich zu Presseleuten sehr befriedigt über Gang und Abschluß der Verhandlungen. Er führte aus: Seit Iahren fand zum erstenmal eine Verhandlung statt, bei der Zeder Teil auf die Interessen des anderen Rücksicht genommen hat und bei dem ein nicht diktiertes Abkommen das Ergebnis war, das auf rein geschäftlichem Wege der Verhandlung erzielt wurde. Was beide Parteien zusammengebracht hat, war das allgemein anerkannte Bedürfnis der beschleunigten Wiederherstellung der zer- störten französischen Gebiete. Es ist von französischer Seite viel für den Wiederausbau geleistet worden, sehr viel bleibt noch zu leisten übrig.» Es war notwendig, nicht nur im französischen, sondern im Weltinteresse,, daß diese schwärzeste, aber zugleich gefährlich sie Spur des Krieges verschwindet. Vielleicht liegt eine symbolische Bedeutung darin, daß diejenigen beiden Nationen, die sich in vielen aufeinanderfolgenden Kriegen bekämpft haben, zum ersten Male zu einem wirtlichen Friedenswerl sich vereinigten. Deutschland bringt, um dieses Werk zu ermöglichen, ein schweres Opfer, und gerade dieses Opfer wird von jedem, der die Vereinbarung ohne tieferen Einblick beurteilt, ihm zum schweren Vorwurf gemacht.� Es ist wahr, daß Deutschlands Lage keine derartige ist, daß eisich da- nach drängen soll, den Bankier zu spielen, am wenigsten denjenigen Ländern gegenüber, die von Deutschland große Leistungen zu er- halten haben. Aber wenn man berücksichtigt, daß die Gold» leistungen schwerer auf Deutschland lasten als jede andere Bürde und daß mit ihrer Fortdauer die Entwertung der Mark und damit die Unordnung der deutschen Finanzen unabwendbar verknüpft ist, so kommt man zu dem Ergebnis, daß die teilweise Vorleistung von vier Jahren weitaus, auch sinanziell betrachtet, das kleinere Uebel wird durch das Abkommen nicht nur der Wiederaufbau ge- sondern es wird auch einerseits ein erheblicher Teil der deutschen Goldleistungen in Sachgüter umgewandelt, d. h. auslän- dische Verpflichtungen durch inländische ersetzt. Es wird ferner aber noch für die deutsche Produktion ein Absatzgebiet er- schlössen, das vermutlich niemals wieder der deutschen Werk- tätigkeit entgehen wird. I Sa»'Inkeresse an""tsm Abmachungen ist aber nicht nur auf ist. � Es ' fördert, Deutschland und Frankreich beschränkt, es ist nicht nur eine Frage der Wiederherstellung, sondern es kommt mittelbar auch allen anderen Nationen zugute, denn die Waren, die für die französische Wiederherstellung dienen, drücken auf den Weltmarkt. Abgesehen hiervon aber besteht die ZNSglichkelk, ähnliche Vereinbarungen auch mit anderen aMierten Ländern zu treffen, und solche Abmachungen werden deshalb leichter sein als die ersten, weil sie nicht wie die mit Frankreich auf einer Vor- leistungsbasis beruhen müssen. Die Opfer der Kreditierung werden erforderlich, um den fran- zösischen Aufbau in einen kürzeren Zeitraum zusammenzudrängen. Analoge Abmachungen mit anderen Staaten werden ähnliche Not- wendigkeiten nicht mit sich bringen. Rathenau schloß damit, daß die Hoffnung bestehe, durch diese erste grundsätzliche auf friedlicher und geschäftlicher Basis erfolgte Verständigung eine Periode der europäischen Gemeinschaftsarbeit und des Wiedererwachens der weltwirt- schaftlichen Solidarität einzuleiten. » Paris, 7. Oktober.(EE.) Einem Berichterstatter des„Intran- sigeant" erklärte eine Persönlichkeit, aus der Umgebung Loucheurs, Deutschland sei im Hinblick auf seine finanzielle Zu- kunft erregt. Doch das Abkommen werde auf Deutschland gün- st i g e finanzielle Rückwirkungen haben, so daß es seine Indu- striellen für die nach und nach ausgeführten Lieferungen bezahlen könne. Die Befürchtung, daß Verwicklungen bei den Zahlungen, die das Reich der Industrie oder dem Handel leisten muß, möglich seien, erklärte er als unbegründet._ Die tviesbaöener Nebenabkommen. Wiesbaden. 7. Oktober.(MTB.) Die Nebenabkommen, die be- kanntlich den Kohlen-lc>d-Preis(lob: Preis des Gutes beim Abgang in See, cik: Preis bei Ankunft von See), die Restitution von rollendem Material und Maschinen und die Rückerstattung von Vieh behandeln, sind von Rathenau und Loucheur heute vormittag 11.30 Uhr unterzeichnet worden. Drei Abkommen beziehen sich auf die Ablösung der Restitutionen an Jrankreich. Die Rücklieferung von Industriematerial hört am K. Dezember 1921 auf. Danach werden lediglich diejenigen Maschinen noch zurück- geliefert, die vorher abgerufen worden sind. Im übrigen bleibt das auf deutschem Gebiet noch vorhandene, aus Frankreich weg- geführte Material endgültig in deutschem Besitz. Dafür liefert Deutschland an Frankreich binnen acht Monaten 120 000 Tonneu Industriematerial, die dem bereits zurückgelieferten Material entsprechen. Frankreich wählt sich dieses Material in den Lagern der deutschen Regierung aus. Das Material soll nach Möglichkeit neu, kann aber auch ge- braucht sein, muh sich jedoch in vollkommen betriebsfähigem Zu- stände befinden. Falls entsprechendes Material nicht vorhanden ist, hat die deutsche Regierung neues Material zu liefern. Auf die 129 999 Tonnen wird das seit dem 1. Mai 1929 zurück- gelieferte Material mengenmäßig angerechnet, desgleichen weitere 20 000 Tonnen i als Ausgleich für das.in Elsaß-Lothringen verbliebene Materiol. Außerdem bekennt sich Deutschland Frankreich gegenüber als Schuldner einer Summe von IbS Millionen Goldmark, die im Ver- laufe von 5 Jahren, beginneno am 1. Mai 192S, in gleichen Jahres- Schnldcnwirtschaft werfen die bürgerlichen Parteien der bisherigen sozialistischen Mehrheit in Berlin vor. Die jetzigen Schulden Berlins von über 4 Milliarden Mark waren aber beim Amtsantritt der sozialistischen Mehrheit bereits vorhanden und stammen aus der Zeit der bürger- lichen Mehrheil und zwar größtenleits aus der Kriegszeit. Gebt den bürgerlichen Schwindlern am lb.v.'lober dieAntwort! Wählt SPD.! raten im Wege der Aufrechnung gegen Verpflichtungen Frankreichs gegenüber Deutschland/ in Ermangelung solcher Per- pflichtungen durch Barzahlung zu tilgen sind. Die Restitution von rollendem Eisenbahnmaterial wird auf 0200 Wagen beschränkt, die in gut erhaltenem Zustande abzuliefern sind. Zur Ablösung der weitergehenden Restitutionsoerpflichtungen wird Deutschland an Frankreich 4Z00 neue Fahrzeuge liefern. Eine französisch-deutsche Sachverständigenkommission wird demnächst in Paris zusammentreten, um die Einzelheiten zu vereinbaren. Die Restitution der aus Frankreich nach Deutschland verbrach- ten Tiere wird durch Lieferung von 02 000 Pferden. 25 000 Rindern. 25 000 Schafen und 40 000 Bienenvölkern abgelöst. Daneben sind nur diejenigen Tiere zurückzuNefern, die unter namentlicher Angabe der deutschen Besitzer in den bereits übermittelten Listen aufgeführt sind. Außerdem hat Deutschland gegen Gutschrift auf Ncparationskonto weitere 15 000 Pferde on Frankreich zu liefern. Dafür wird Frankreich keine weiteren Vieh- liefcrungcn auf Grund des Dersailler Teils VIII verlangen. In diesen drei Abkommen ist ausdrücklich bestimmt, daß nach Ausführung dieser Lieferungen Deutschland Frankreich gegenüber seine Verpflichtungen aus Art. 23S erfüllt hat. Frankreich wird das Personal der Restituationskommissionen auf das unbedingt notwendige Maß beschränken und nach Maßgabe der Lieferungen weiter herabsetzen. Das vierte Abkommen bezieht sich auf Sie Kohlenlieferungen und bedarf, da es teilweise auch Belgien, Italien und Luxemburg betrifft, der Zustimmung der Reparationskommission. Deutschland verzichtet Frankreich gegenüber für Lieferungen über Rotterdam, Antwerpen, Gent und andere nichtdeutsche Häfen auf den Fob- Preis und erhält für diese Lieferungen den deutschen Jnlandpreis plus Transportkosten. Deutschland hat das Recht der freien Aus- fuhr seiner Kohlen, wenn es die Reparationsanforderungen erfüllt. Werden Kohlen eines bestimmten Reviers oder einer bestimmten Art nicht angefordert, so ist Deutschland in der Verfügung darüber frei. In der Höhe des Wertes von so ausgeführten Kohlen, berech- net nach deutschem Inlandspreis, wird Deutschland Anzahlungen auf seine Zahlungsverpflichtung machen. Die Alliierten verpflichten sich, die von Deutschland gelieferten Kohlen nur für den eigenen Ve» darf und den ihrer Kolonien und Protektorate zu verwenden. Deutschland kann bei etwaiger Ausführung der unter Artikel 299 aufrecht erhaltenen Vorkrieqsverträge bis zu 159 999 Tonnen mo- natlich der so gelieferten Mengen auf die anderen Pslichtlieferungen an Frankreich anrechnen. Der Erlös solcher Lieferungen wird auf das Reparationskonto eingezahlt. Außerdem wird das im Juli über den Waflertransport der Kohlen geschlossene deutsch-französische Abkommen von beiden Regierungen genehmigt. Rheinzollersatz. Der Präsident des alliierten SaibverständigenäuSschusieS in Koblenz bat an den Reickskommisiar für die besetzten rheinischen Gebiete beute die nachstehende Note gerichtet: Ich habe die Ehre. Sie zu benachrichtigen, daß. da die Be- ratungen des SachverständigenauSschnsieS über die Einrichtung deS UeberwachungSorganS nicht zum Abschluß gelangt find, die Zu- sammenkuns: mit der deutschen Delegation nicht on dem festgesetzten Termin staltfinden kann. Ich bitte Sie daher, möglichst umgehend diese Delegation zu benachrichtigen, die zu einem späteren Termin geladen werdett- wird. dell Abadessa. Vonvärts-Verlag G.m.b.H., SW b8, Lindenstr. 3 - Verlag. Gxvedition und Inseraten- riii�rrnjcr ♦ 9jlltcilult(, Morttzplap 11753—54 Reichswehr und Republik. __ Von Jakob Schere r."",'t' Der organisierten Arbeiter-, Angestellten- und Beamten- schaft ist der Schutz der republikanischen Staatsform s i t t- l i ch e s Postulat, weil ihr Inhalt das demokratische Mit- bcstimmungsrecht auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete, diesen Bolkskrcisen sittliche Erfüllung bedeutet. Allen Anschlägen auf ihr Leben konnte die Republik bisher wider- stehen, weil der S e l b ft f ch u tz aller bedrohten demokratischen Energien ihr ein schirmender Wall war. Der ungestörte Fortgang unseres Staats- und Wirt- schaftslebens verlangt gebieterisch, daß dieser Selbstschutz der republikanischen Volksgemeinschaft auf die berufenen staatlichen Organe übergeht. Das republikanische Volk kann nicht auf die Daueif mit stets gerüsteter, schlag- fertiger Abwehr den republikanischen Frontenschutz bestreiten und gleichzeitig die gigantischen Leistungen des inneren Wiederaufbaues vollbringen. Die Regierung treibt Raubbau an dem republikanischen Volksvermögen, wenn sie nicht bald die republikanische Verteidigung einer für die Republik zuverlässigen Wehrmacht überträgt und dazu die bestehende Reichswehr zweckentsprechend neugestaltet. Denn in der heutigen Reichswehr besitzt die Republik keine Verteidigungswaffe: dazu fehlen diesem militärischen Organismus alle inneren Voraussetzungen. Die Republik mag heilfroh sein, wenn sie im Falle eines Umsturzversuches von rechts einer passiven Haltung der Reichswehr ver- sichert sein darf. Wer den inneren Werdegang unserer Reichswehr rück- wärtsschauend verfolgt, sieht anläßlich des Kapp-Putsches eine S cb e i d u n g der G e i st e r sich vollziehen. Bis zu diesem Zeitpunkt lebte man in der Reichswehr schiedlich und friedlich nebeneinander. Als aber in den Kapp-Tagen die aus der wilbelminifcheu Zeit überkommene mechanische, ideenlose Dressur auf die Vorgesetzten, Disziplin genannt, ver- fassnngswidrig mißbraucht werden sollte, zersprang diese Disziplin bei dem republikanisch denkenden Teil der So!- daten wie Glas. Die Truppe fiel in zwei Teile auseinander, die sich dadurch unterschieden, daß in den kritischen Tagen die einen ihre Gchorsamsverpflichwng auf die r e p u b l i k a- nische Staatsidee, die anderen auf die Vor- gesetzten bezogen hatten. Mit der uneingeschränkten Restauration der vormärzlichen Offiziersgewalt blieb der königlich-prcußische Disziplinbegriff, für den die hauende. stechende und schienende Snldatenmaschine der Weisheit letzter Schluß ist, unerschüttert. Diese Erledigung des Kapp-Putsches war der Beginn der Republikanerdämmerung in der Reichswehr. In einem planmäßig einsetzenden rigorosen Auslese-! orozeß traf jener automatische Disziplinbegrisf alle, die in verfassungsmäßiger republikanischer Pflichterfüllung wider den Stachel gelökt hatten. Eelegenilich der Sichtungen zwecks Heeresvermirdening wurden die Republikaner wegen„man- gelnder militärischer Eignung" zu Tausenden ausgeschifft. Die getreuen„Kerls" wurden in neugegründeten Vereinigungen zufammencsefaßt. Damals entstand in der Marine die„Ka- meradschaft", deren Satzungen in der Marineleitung ausgearbeitet wurden, während im Heere der„Verband na- tionalgesinnter Soldaten" und die Regimentsvereinigungen die antirepublikanischen Geschäfte besorgten. Gleichzeitig kam der altpreußische Drill wieder zu Ehren und wurde in gesteigerter Heftigkeit kultiviert. In der jetzigen Reichs- wehr werden aus kleinen Anlässen häufigere und här- tere Strafen verhängt wie im alten Heere. Dem im Wehrgesetz ai'sgesprochenen Verbot d e r Z u- geHörigkeit der Soldaten zu politischen Vereinigungen fielen im Frühsahr d. I. der„Ver- band nationalgesinnter Soldaten", der Rationalverband Deut- scher Offiziere", der„Republikanische Fübrerbund" und die „Offiziersvercinigung der Revublik" zum Opfer. Die hier ge- wahrte Parität in der Entpolitisierung der Reichswehr ist aber trügerischer Schein. Denn nunmehr wurde der Geist der beiden erstgenannten Vereinigungen offizieller Reichswehrgeist. Dem Ausmerzunaspro.zeß der Repu- blikaner folgte die offizielle Um- und Einstellung der ge- samten Reichswehr auf die„P f l e g e der Tradition" — dies ist die offizielle Etikette— auf dem Fuße. Die Bendlerstraße verkündete nach unten, daß es„für gesund und dem Gel st e des neuen Heeres förderlich" gehalten werde,„daß dem Soldaten die Erinnerung an die Zeit, m der er für sein Vaterland in Ehren gekämpft und gelitten hat, teuer ist und daß er auch an der V e r b i n- dung mit den Kameraden und Vorgesetzten f e st h n l t, mit denen gemeinsam er das alles durchgemacht". Und nicht nur der Mann, auch dieTrnppenausrüstung wurde in den Dienst der„Tradition" gestellt. Nach einer Verfügung des Reichswehrministeriums vom 22. August d. I. „bestehen gegen die leihweise Abgabe von Bekleidungs- und Ausrüstungsstücken aus den Beständen der Truppen a n vaterländisch gesinnte Vereine zu Aufführungen und Zwecken, die der Erstarkung der Jugend dienen, aus>... l innerpolitischen Gründen keine Bedenken". Dex im• Wehrgesetz nkedergelegte Ksutschukbegrisf der„mangelnden Pefähigung", die ein sofortiger Entlassungsgrund ist, hängt wie ein Damoklesschwert über der Reichswehr, das jeden, auch den militärisch Tüchtigsten trifft, wenn er eine andere Gesinnung als die„deutsche und nationale" (d. h. in Wahrheit die d e u t s ch n a t i o n a l e) zu haben und zu vertreten wagt. Diese Reichswehr leibt und lebt in der Vergangen- h e i t. Es braucht darum niemanden wunderzunehmen, daß keine Brücke solidarischer Anteilnahme von der Volksgemein- schaft zu dem Schicksal ihrer Angehörigen hinüberführt. Im Juli d. I. konnte das Verbot der bis dahin noch zugestan- denen wirtschaftlichen Koalitionen auf dem Verordnungswege über die Soldaten verhängt werden, ohne daß in der deutschen Oeffentlichkeit, außer in der sozialistischen Presse, grundsätzliche Kritik an dieser Maß- nähme geübt wurde. Leider versteckt sich hinter dieser Ab- stinenzpolitik ein schlimmeres Uebel als bloße Gleichgültigkeit: es fehlt eine der demokratisch-republikanischen Staatsidee an- gepaßte militärische Vorstellungswelt, man kann sich schlechterdings einen anderen als den aus der absolu- tistifchen Zeit überkommenenen Soldatentyp nicht denken und erliegt allen Argumenten der Militärs, d« nicht willens sind, ihre alte Machtfülle und die alte militärische Ideologie und Phraseologie auch nur mit einem einzigen neuen G e- danken durchlöchern zu lassen. Noch immer hat in der Geschichte jede Truppe militärisch versagt, deren Geist sich im Widerspruch befand zu der Eni- wicklungshöhe der Volksgen, einfchaft, die sie zu schützen hatte. Unser kleines Berufsheer, das jetzt als Prätorionergarde im wirtschaftlichen und geistigen Solde der Vorgesetzten steht, vom Wege seiner Pflicbterfüllung gegenüber der Republik abzu- drängen, ist für Staatsstreichler eine bloße K e l d a n g e- l e g e n h e i t. Hat man vergessen, daß Lüktwitz der Truppe im März 1920 als lockenden Köder sofort erhöhten Sold auszahlte? Nur dem Berufssoldaten, dem das demokratische Mitbestimmungsrecht auf wirtschaftlichem Gebiete zugestanden ist, wird die demokratische Republik zum Er- lebnisinbalt, deren Schutz ihm sittliches Gebot ist. Der militärische Organismus verträgt das wirtschaftliche Koali- tionsrecht, ebenso wie die Fabrik die Berufsorganisationen und Gewerkschaften verträgt, soviel darüber auch gezetert worden ist. Interessenten sind in den letzten Tagen öffentlich, sogar in der Presse der Koalitiousparteien, gegen die Wiederzulassung des wirtschaftlichen Koolitionsrechts im Heer Sturm gelaufen. Sie baben sich dabei, wie auf Verabredung, des Zeugnisses des früheren Vorsitzenden des RdB. und seiner kürzlich veröffentlichten(im„Vorwärts" besprochenen und abgelehnten) Broschüre„Koalitionerecht und Berufssoldaten" bedient, in der die Bünde im Heere als eine Episode abgetan werden. Vielleicht wird bei Gelegenheit auch in der breiteren Oeffentlichkeit, wie dies in der Fachpresse schon geschehen ist, einmal auf die Qualitäten dieser abtrünnigen„Autorität", wie ffe jede junge Bewegung aufzuweisen bat, einzugehen sein. Die Ausbeuter dieser„Autorität" wissen jedenfalls selbst ganz genau, daß jene Broschüre in den weitesten Kreisen der Sol- daten mit verächtlichem Bedauern quittiert worden ist. Die deutsche Republik wird sich selbst den besten Dienst leisten, wenn sie nach der politischen und wirtschaftlichen Demokratie auch auf militari s ch e m Gebiete die Demokratie aufrichtet! <5ln verhinderter Prophet. s?rei!ag nachmittag wurde ein ge« Ivisser Jakob fluni) zur flurfergrabeiiwacke qcbracht, weil er auf dem Leipziqer Platz die Druckikblift„Die Stimme deS Propdeten" verkaufte, die u. a. folaeade Hetzartikel enthält:„TaS flapital- verbrechen des Reichspräsidenten Ebert' und„Der Rieienbetrua des ReichslanzlerS fxfehrenbach". Di« beschlagnahmten 179 Exemplare der Schmähschrift wurden dem Polizeipräsidenten übergeben und. Schritte zu KnnyS Bestrafung eingeleitet. IUI l IUI l, l--- L'JJi--Ül-' J------- 1------ i--S- J--- LI-J. SchuleKgememjchasten. Von Erich Witte. Die Entwicklung der Industrie führt dazu, daß die Zahl der Betriebs sich vermindert, da die meisten kleinen allmählich wegen Konkurrenzunfähigkeit eingehen und die großen, die Hunderte von Arbeitern beschäftigen, Riesenbetriebe werden, die ihre Arbeiter nach Tausenden zählen. Kautsky sagt mit Recht,„daß die Tendenz der kapitalistischen Produktionsweise dahin gehe, die Produktionsmittel in immer weniger Hönde zu vereinigen". Einer der Gründe dafür ist der, daß die Großbetriebe verhältnismäßig billiger und leistungsfähiger sind. Diese Tendenz zeigt sich auch bei der Entwicklung des öffentlichen Unterrichtswescne. Hier zeigen sich aber nur die Vorteile, da die Ausbeutung der Lehrpersonen wegfällt. Daß eine Berliner Schule, in der die Schüler nach ihrem Alter in besonderen Klassen unterrichtet werden, einer Dorsschule, In der ein einziger Lehrer die sechsjährigen und die vierzehnjährigen Kinder zugleich unterrichtet, weit überlegen ist, wird niemand bestreiten. Eine Schule mit SOO Schülern ist billiger als zwei, die von je 300 weit billiger als sechs, die von je 100, und besonders als zwölf, die von je SO Schülern besucht werden. Tews sagte auf der Vertreterversammlung des Deutschen Lehrervereins in Stuttgart mit Recht:„Es gibt keine heilloser« Ver- schwendung von Mitteln auf dem Gebiete de» Schulwesen» als eine Auslösung der großen Schulkörper in lauter kleine Splitter und Scherben." Daher bedeutet der Entwurf zum zweiten R e i ch s s ch u l- g e s e tz, in dem der Weg zu den kleinen konfessionellen Sonder- schulen freigemacht wird, einen gewaltigen Rückschritt. Aber ähnlich wie bei der Industrie zeigt sich bereits die Tendenz, mehrere bestehende größere Schulen zu eine in Schulkörper zu vereinigen. Von den Berliner Volks- schulen liegen meist zwei oder drei nebeneinander und haben eine Turnhalle, eineti Hof und noch manche anderen Einrichtungen ge- meinsam, die'natürlich so besser oder billiger sind, als wenn sie für jede Schule besonders eingerichtet werden müßten. Der Neu- köllner Lehrer Heyn hat eine Gartenarbeitsschule ins Leben gerufen. Darin werden die Schüler und Schülerinnen der oberen Klassen der in der Nähe gelegenen Volksschulen zwei Tage in der Woche unterrichtet. An den übrigen vier Tagen haben sie Unterricht in ihrem Schulgebäude. An den höheren Schulen der bisherigen Stadt Berlin sind Untcrrichtsturse für freiwilligen Unter- richt im Spanischen, im Russischen und im Polnischen eingerichtet worden. In ihnen werden Schüler verschiedener Schulen gemeinsam unterrichtet, da es sich nicht belohnt, solche für jede Schule besonders zu veranstalten. Der Oberstadtschulrat Paulsen hat daher In seinem bekannten Aufruf an die Lehrer, die Eltern und die älteren Schüler und Schülerinnen gefordert:«So viele Schulen, wie nötig sind, um die das Angebot üer Inöuftrie. Die Industrie berät noch immer mit den übrigen Unter- nehmerverbänden über die Beschaffung der Goldanleihe für das Reich. Sie hat seinerzeit bekanntlich erklärt, sie mache die Leistung davon abhängig, daß in gleicher Weise die L a n d- Wirtschaft sich an der Aufbringung der Devisen betet- ligt. Die„Deutsche Tageszeitung" verhält sich dieser Forderung gegenüber sehr reserviert und meint, daß die Landwirtschaft zur Steuerung der gegenwärtigen Not vor- läufig nur durch eine Steigerung der Produktion beitragen könne. Inzwischen werden Nachrichten verbreitet, wonach be- reits amerikanische Finanzlcute sich mit Krediten befassen, und die Rede Hoooers vor dem Verband amerikanischer Exportfabritanten scheint im Zusammenhang mit dem Stimmungswechsel in Amerika gehalten worden zu sein. Wie weit ein amerikanisches Kreditangebot schon gediehen ist, können wir natürlich nicht übersehen. Wichtiger ist, daß im Zusammenhang mit der Goldmünzcnbeschaffung auch die Frage der steuerlichen Deckung einer Lösung zugeführt wird. Hierzu bemerkt die„S o z i a l i st i s ch e K o r r e j p o n- denz" treffend: Die Sozialdemokratie muß nach wie vor die Erfassung der Sachwerte und zwar aller von der Geldentwertung nicht oder nur teilweise betroffener Werte der Industrie, der Banken, des Handels und der Landwirtschaft fordern. Die Erfassung dieser Sach- werte muß so umfangreich erfolgen, daß wir damit die Repa- rationen bis zu dem Zeitpunkt zahlen können, wo es die Erträg- nisse der deutschen Wirtschaft gestatten, die laufenden Ver- p f l i ch t u n g e n aus ihrem Ueberschuß zu decken. Das Angebot der Industrie— und dazu müssen Handel, Banken und Landwirt» schaft kommen— wäre nur dann vorteilhaft, wenn seine Bedingun- gen und seine Höhe diesen Anforderungen entsprächen. Die Höhe müßte so bemessen sein, daß nicht nur die nächste Zahlung der Reparationen gesichert wäre, sondern die Deckung der äußeren Zahlungsbilanz laufend gewährleistet wäre. Und die Bedingungen des Angebots müßten so gestaltet sein, daß die Balanzierung des Reichsctats durch starke Heranziehung des Besitzes voll sichergestellt wäre. Dieser Standpunkt begründet sich von selbst. Es ist unmöglich, aus dem werktätigen Volte einen Steucrbetrag herauszuholen, der auch nur annähernd das Gleichgewicht im Reichshaushalt herstellt. Wird dieses Ziel aber nicht erreicht, dann schreiten Geldentwertung und Teuerung automatisch fort, und Deutschland rutscht immer tiefer auf der schiefen Ebene, dorthin, wo Oesterreich und Polen sitzen. Reichskanzler Dr. W i r t h hat in Karlsruhe angekündigt, daß er dieses schwerste Hindernis einer Verständigung einer Sozial- dcmokratie und Volkspartel auf Grund der Görlitz«? Bedingungen, nämlich die Steuerfrage, aus der Welt schaffen könne. Er würde in der nächsten Woche nach Berlin zurückgekehrt, einen Vorschlag machen, der sowohl den Wunsch der Industrie noch Anrechnung ihrer Lei- stungen auf die Besitzsteuern wie auch die Forderung der Sozial- demokratie nach gesetzgeberischer Erfassung der Sachwerte befriedi» gen werde. Wir sind einigermaßen neugierig, wie der neue Kolum- bus sein Ei auf die Spitze stellen wird. Die Sozialdemokratie ist bereit, das Angebot von Industrie, Landwirtschaft, Handel und Banken ernsthaft zu p r ü f e n, sobald sie es in vollem Umfange kennt. Aber sie darf sich nicht von Ihrem Ziel abdrängen lassen, durch Heranziehung de» Dochbesttzes den inneren Etat zu balanzieren und die äußere Zahlung für eine Reihe von Jahren zu sichern. Erst nach Klärung dieser grundlegenden Steuerfrage können die rein parteipolitischen Seiten der Regierungsbildung zur Entschei- dung gelangen. Die Industrie selbst hat sich zu der steuerlichen Seite der Sache n o ch n i ch t geäußert. Sie wird es, aber noch vor Beginn der amtlichen Beratungen tun müssen, wenn sie die Voraussetzungen für die beschleunigte Lösung der Frage schaffen und ernsthaft dazu beitragen will, dem Reich in seiner Finanznot zu helfen. verschiedenen Begabungen und Neigungen zu entwickeln, sie bis an die Hochschulen, Kunst- und Fachschulen hinanzusühren, bilden eine Schuleinheit, die Schulen-Gemeinschaft." In diesem Sinne hat er bereit» in Hamburg tzn Dezember 1920 den Vorschlag gemacht, verschiedene Volksschulen so zusammenzuschließen, daß die Schüler im neunten Schuljahre auf einer gemeinsamen Oberstufe vereinigt werden, da nur dann den verschiedenen Begabungen und Neigungen eine Bildungsmöglichkeit' geboten werden könne. Zwei Tänzerinnen. Das Interesse für die künstlerische Aus- drucks-orm des Tanzes, dos sich in den letzten Jahren so plötzlich entzündete, scheint nicht nochzulassen. Jede Woche tauche» neue Tänzerinnen auf, oder werben bereits erprobte um neue Gunst. Und doch haben die meisten keinerlei Anrecht auf öffentliches Auf- treten, es müßte denn der Besitz oder auch die Abwesenheit von wohlgrrundcten Beinen und sonstigen MolligSeiten dazu legiti- mieren. Aus der große:: Schar derer, die den Mangel an Be- rufung durch Losgelassenheit oder für die Gesundheit sich förder- liche Gymnastik ersetzen, ragen allein zwei Namen hervor. Ihre Trägerinnen stellen die größten Gegensätze dar, die eine ist voller herber Eigenart, sucht neuc Wege, ist ganz auf sich gestellt, die andere ist die hochbegabte Repräsentantin einer(bereits für erledigt ge- haltenen) alten Schule, die sie so blendend und mit soviel persönlichem Charme erneuert, daß„ganz Berlin" schwärmt, als ob die Fanny Elßle'' wieder erschienen wäre. Mary W i g m a n ist die geborene Tänzerin, alles an ihr ist auf Bewegung, auf Körperdo.rstellung eingestellt. Sie ist die Expreisionistin des Tanzes, die nur ein Gebot kennt, charakteristisch auszudrücken, was sie iänzerifch erfüllt, den inneren Rhythmus, die religiöse Ekstase, die Erreg. heit des Primitiven. Sie will dem Tanz lein Eigenrecht sichern und tanzt auch ohne Musik oder nimmt nur Negerinstrumente zu rhythmisierender Begleitung. Sie ist die 5)oheprie>ierin eines Neuen, das Uraltes aus den Anfängen der Menschheit erneuern will. Vewundersivert, wie sie ihren Körper meistert, jedes Glied tanzt bei ihr mit. Tie„Weihe"(ohne Musik) zeigt den Höhepunkt ihrer Begabung, die nichts mit konventioneller Schönheit oder Eroiik zu tun hat. Wie ganz anders wirkt die Korso v Ina. Sie entzückt, be- geistert, bezaubert! Und doch ist sie eine Roatlionärin des Tanzes. Sic tanzt noch immer die hohe Sckmle des Spitzentanzes, die lle an seiner letzten klassischen Stätte, in Petersburg, gelernt hat und auch in allem Modernen beibehält. Im Prinzip ist das alte Ballett er- lediat, aber wenn eine Künstlerin von lclcher Bsgnadung es adelt, so siegt sie mit ihm(dank der technischen Vollendung, die es ver- leiht) und trotz ihm. Mozart ist in ihr bewegte Körperlichkeit ge» worden. Was in feiner„Nachtmusik" an Grazie und Entzücken webt, wird in ihr fürs Auge lebendig. Man müßte die Schwärmereien und die bilderreichen Vergleiche orientalischer Lyrik(von der Gazelle bis zum Schmetterling) erneuen, um sie zu schildern. Und ihr Zauber läßt sich doch nicht in Worte kleiden. Leider konnte man in der Philharmonie, wo sie das zweitemal auftrat, fast nur ihren Ober- körper sehen, aber das unvergleichliche Tonzspiel ihrer Arme ließ beinah vergessen, daß zum Tanzen Beine gehören.(Eine Zwischen. frage: Wann wird in Berlin— ganz abgesehen von der hierfür Reinsozialiftische Regierung in Thüringen. Wie nach der hier mitgeteilten Stellungnahme der Kommunisten zu erwarten war, ist in Thüringen eine reinsozialistische Regierung zustande gekommen, die aus Sozialdemo- k r a t e n und Unabhängigen besteht und durch die zugesagte wohlwollende Haltung der Kommunisten über eine parlamentarische Mehrheit von zwei Mandaten verfügt. Justizminister und gleichzeitig Ministerpräsident ist Freiherr von B r a n d en st e i n, der neuerdings zur Sozialdemokratie über- getreten ist, Wirtschaftsminister wurde Frölich(USP.), der�dieses Portefeuille bereits innehatte, Finanzminister H ar t m a n n(SPD.). Innenminister Hermann(USP.) Redakteur in Eisenach, das Kultusministerium soll der Unabhängige Lehrer G r a i t in Gera erhallen.— Die bürgerlichen Parteien erhoben gegen dies Ministerium lebhasten Protest, da sie auf eine Mitteltoalition spekuliert hatten. Münchens neuer polizeipräftüent. München, 7. Oktober.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Zum Polizeipräsidenten von München ist der Ministerialrat im Handelsministerium, Nortz, ernannt worden. Der neue Polizei- Präsident stammt aus der Pfalz. Cr hat die übliche Beamten- karriere durchgemocht, wurde 1918 in das Ministerium des Aeußern berufen und trat mit Errichtung des Handelsministeriums in dieses über. Seit dem Kapp-Putsch im März 1920 war er von der Staatsrcgierung als Staatskommissar für Nordbayern angestellt. Im August 1920 war er mit der Stelle eines Entwaffnungskom- missars beauftragt. Zurzeit bekleidet er den Posten eines Staats- kommisiars für das Hilfswerk für Oppau. Als Staatskommissar für Nordbayern hat sich Nortz zum minde» sten bedeutend geschickter gegenüber den Wünschen der fränkischen Arbeiterschaft benommmen als sein Nachfolger. Als Entwaffnungs- kommissar hat er das geleistet, was unter den damaligen verfahre- nen Verhältnissen überhaupt möglich war. Nortz tritt unter schwie- rigen Umständen sein Amt an. Er wird den s ch l i m m st e n A u g i a s st a l l auszuräumen haben, der je in Form einer staat- lichen Institution eines modernen Kulturstaats bestanden hat. Die Münchener Arbeiterschaft verlangt von dem neuen Mann, daß er das durch Pöhner schwer geschädigte Ansehen der Münchener Polizei wieder herstellt. « München, 7. Oktober.(TU.) Die Verbreitungsverbote für ein« Reihe von Zeitungen sind aufgehoben worden. Es handei: sich um die Verbreitungsverboie für die„F r e i h e i t", die„Rare Fahne", die„Rote Gewertschastsinternationaie" und den„Kommunistischen Gewerkschaftler". Dr. Heims Weingeschäfte. Die Einkausszentrale bayerischer Kolonialwarenhändler hat in einem Rundschreiben vom 9. Juli bekanntgegeben, daß sie durch Vermittlung des Herrn Geheimrat Dr. Heim und des Herrn Schlittenbauer in nächster Zeit Südtiroler Weine hereinbekommen werde. Run sind seit dem 31. März d. I. alle Kontingente gesperrt, und nur das rollende Mate- rial und einzelne Mengen sind bis zum 31. Mai d. I. freigegeben worden. Mit Recht fragt daher eine sozialdemokratische kleine Anfrage die Reichsregierunz, auf we l ch e m Wege es den Herren Dr. Heim und Schlitienbaucr möglich war, im Juli die Einfuhr von Südtiroler Wein zu vermitteln. Wieder eine Selbsibezichligung. Aus Tüsieldorf meldet WTB.: In der verflossenen Nacbt wurde in einen, flaffechauS der Kauf« mann Max Müller a»Z Sleliin von der Polizei verhaftet, weil er einem dort anwesende» Wachtmeister erklärt hat. der Mörder' Erzbergers zu sein. Die Polizei hat ihn in Hast genommen steht aber seinen Angaben sehr skeptisch gegenüber. Auf der Brüsseler Hilfskonserenz waren alle Teilnehmer ein- stimmig der Meinung, daß vo» irgendeiner Einmischung in die innere russische Politik keine Rede sein könne. Daiiii prüsie die floiifcrciiz die„Frage", ob die Anerkeiiiiung der von früheren russischen Regiernngen koiilrahicrtcn Schulden eine Vorbedingung für die Bewilligimg von Krediten sein müsie. ganz unmöglichen Philharmonie— eine Tanzbühne erstehen, die die abscheulich hcrgcrichtcten Konzertpodien ersetzt?) Die Karsavina hat bis 1918 in Petersburg getanzt, wo auch unterm Bolschewismus die alte Ballettkunst nicht ausgestorben ist — trotz Proletkult u. a. Ist es nicht merkwürdig, daß in demselben Rußland, das die Fieber radikalster Umgestaltung durchmacht, sich die vollendetste Tradition aristokratischer Tanzkultur erhält?— r. Schadcaersahpflich! des Kritiker»? Der Thcaterkritiker Herbert I h e r i n g hatte die Schauspieler Dr. Ezempin und Erich Otto, die die letzten Tariftämpfc des Berliner Bezirksverbandes der Bühnen- genossenschaft führten, in einer Weife angegriffen, daß diese nicht nur wegen Beleidigung, sondern euch auf Unterlassung und Schaden- ersatz klagten. Die Klage war, wie„Der Neue Weg" mitteilt, teil- weise von Erfolg gekrönt. Das Landgericht Berlin I gab dem An- trag auf Schodenersatz statt, da zwar dem Tbeaterkritiker erlaubt sei. künstlerische Leistungen zu beurteilen und Mißstände Im Theater- l:ben aufzudecken, daß es dabei aber auf die Wahl der gebrachten Ausdrücke ankomme. Der Kläger hat Berufung beim Kammergericht eingelegt. Bestrafte Rembrondk- Schieber. Kunstwerke, die für national wertvoll erklärt und registriert sind, dürfen nicht ausaesührt werden. Die Witwe des Freiherrn Wilderich von Kettcler auf Schmarzenrabcn bei Lippstadt und der Rentmcister Heinrich Schiefenhöoel. die im letzten Sommer eine Waldlandschaft von Rcmbrandt ohne Genehmi» gung ausgeführt hatten, wurden von der Padecborner Strafkammer zu 300 000 M. und 20 000 M. Geldstrafe verurteilt Da» Bild wurde nach Deutschland zurückgebracht.(Sollte nicht gegen den einstigen Großherzog von Oldenburg, der ebenso wertvolle Bilder nach Hol» land verschleppt hat, ähnlich vorgegangen werden können?) Die Matlonalgnlrrie bot ein Dom-nblldn!« van Nnbalf Hcnnebcrs! erivmben. Des 187� enlftandenc Werk, das jedl neben den neuerworbrucii BUvcrn ran fleksling. Zleldel. Makmt leinen Platz fand. zeli'i den Z?a!cr der ejnsl r» vielen guie» S Inden Deutschlands in lievib- dultiouen cailn cilclcii»Jagd nach dem Glücke" vo» einer sehr vorleilhajlcren Leite. Ernft Tt-riedrich spricht nntivitlitariit Ische und revoln» tionäre Dicht nnaen am Lonnlaq, den 9., abend» 3 llbr, in der Slvdlhalle, fllostcrslr. 47— 39. Karlen in der Pornärls-Puchhandtung. Die mißlungene Dollarrriie. Wie die„Denn- eisährt. bat Ra;!. wilia» Ha, den(rnc Aw.eritarcile cnt güllig autacgebcn. Lewe ebemaliiiin Freunde baden eine PliiiiiärungSkamvagne" in Aniniia begonnen, die ojsen- bar dem Verständnis jux irtnc WanbiungSsStztgtoIt nicht znlrägitch war. Rbgelehntetz„Reigon-.Berbok. Das H an u o v e r ich- Polizei- Präsidium bat aui die von 07 Lcrdäi.oe» ergangenen Etsuchcn, die Weilcransiiibliing von S ch n i t> I c r S c 1 g c n» ini dortigen Restdenz- lbealer zu uerbielcii, einen adschtägigen Besch id gegeben, da eS nach Lage der gesetzlichen Deslimmungen nicht bejugt sei, diese» VeiCvl uuSzwtn echen. Tic russischeu Dheatcr werden verpachtet. Aui einer kommu« iiistilchen Konscrenz in Petersburg kündigte der Kommissar vuSmiii die bcvorstebende Peroachlnng iämtliSer Tbealcc a» Vorbände und Privat» untcniebnrer an.?!ur je zwei bis drei Tbealcc in Moskau und Velers, bürg iollcn weilerbin ans«laalSmilletn unlerbalien werden. Kusmtn de- gründet« diele Watznadme damit, datz da» Theatcrwelen während eine» Jahre» SS Milliarden verschlungen habe.(Sollte da» deuljche BotU» bühnenprtnzip hier nicht den richrtgeir Ausweg dielen t) die Gppauer Untersuchung. tudwigshafen. 7. Ottober.(Mtb.) Der vom Bayerischen Landtag am 21. September d. I. eingesetzte Ausschuß zur Unier- suchung des Oppauer Unglücks setzt sich aus solgenden Herren zusammen: Regierungsgewerberat und DipL-Jng. Bertram als Vorsitzender, Gewerbeamtmann Dipl.-INg. B a u m a n n, Gauleiter K o h n, Gauleiter Schreiber als Beisitzer. Der Ausschuh soll mit dem Reichstagsausschuh zusammenarbeiten. Der parlamentarische Untersuchungsausschuh zur Feststellung der Ursache der Explosionskatastrophe in Oppau hat gestern nachmittag über das Explosionsunzlück sich geäußert. Die Behauptung des Abg. Remmele, es würden immer noch Spren- gungen vorgenommen, wurdei widerlegt. Die unversehrt gebliebe- nen 7000 Tonnen Ammoniaksulfatsalpeter sind jetzt durch einen Stacheldraht eingezäunt. Täglich werden dort Temperaturmessun- gen vorgenommen, die indessen bisher noch teine Temperatur- crhöhung erzeben haben. Sollte eine solche eintreten, so wird der ganze Vorrat unter Wasser gesetzt. Wie mitgeteilt wurde, soll bei dem Abtransport des Produkts nicht mehr das Sprcngvcr- fahren, sondern das Aerfahren des Abhauens angewendet werden. Die Ausdehnung des viel erwähnten Explosionstrichlers wird mit 96 Mekcr Breite, 165 Meter Länge und IS, 5 Meter Tiefe angegeben. Von den statistischen Angaben interessiert die Fest- stellung, daß im ganzen 800 Neubauten nötig seien und 192 Häuser völlig eingestürzt sind. Von den Bewohnern des Ortes sind, ausschließlich der Kinder, 1000 Personen auswärts untergebracht. Bis jetzt hat das Bürgermeisteramt zur Unterstützung der Familien und zur Hebung der Reparaturen 420 000 M. erhalten. In der heutigen Vormittagssitzung des Untersuchungs- ausfchusies beschäftigte man sich zunächst mit der Herstellung und der chemischen Zusammensetzung des Explosionsfabrikats. Prof. Dr. Bosch berichtete über die Versuche und Arbeiten, die man im Laufe der Jahre mit dem Ammoniaksulfatsalpeter vorgenom- men hat. Er erwähnte u. a., daß während des Krieges einmal eine Allegerbombe mit einer Säureladung In das Ammoniaksulfatsalpeterlager ging, ohne daß jedoch irgendwelche explosive Eigen- s ch a f t e n des Fabrikats hervorgetreten wären. Die Direktion legte auf eine Anfrage des Abg. H o f f m a n n- Ludwigshosen dar, daß die unteren Schichten keine andere Temperatur als die oberen Schichten des Salpeters gehabt haben können. Auf die Frage des Abg. Hoffmann, ob im Kern der aufgestapelten Masse eine Zer- setzung vor sich gehen konnte, antwortete Direktor Gauß, daß das vollständig ausgeschlossen sei. Spritzgehilfe Wagcner er- klärte, daß in dem Explosivsilo 110 zum e r st e n m a l nach Ein- führung des Spritzvcrjahrens gespritzt worden sei. Aber in einem anderen Bau Nr. 112 habe man schon länger mit dem Spritzver- fahren gearbeitet, ohne daß irgend etwas Auffallendes beobachtet wurde. Arbeiterrat K a l k f u ß meinte hierzu, zwischen dem Bau 110 und dem Bau 112 bestehe aber der Unterschied, daß in dem ersteren das Material sofort eingespritzt wurde, in dem letzteren dagegen die Masse auf einer Förderbahn eingeführt wurde. Durch den Transport des Ammoniaksulfatsalpeters könne eine verschiedenarkige Beschaffenheit der Salpeterkatcgorie sehr wohl stattfinden. Im Bau 112 wurde die Masse, nachdem sie in Förderwagen geschaufelt wurde, auf diesem noch etwa 100 Meter weit gefördert, Prof. Bosch beantwortete die Wahrnehmung erhöhter Temperatur in den Silos dahin, es sei zweifellos damit in Zusammenhang zu bringen, daß bei dem Spritzverfahren die Luft in den Silo» feucht gewesen sei. Die Ar- beiteroertreter betonten noch folgendes: Viele Arbeiter mußten wiih- rend der Arbeit wegen der außerordentlich starken Gas- e n t w i ck l u n g zum Vorarbeiter hinausgeschickt werden, weil sie Schwächeanfälle erlitten hatten. Der ßall Nicolai. Von der Deutschen Friedensgesellschoft geht uns eine Rcso- lution mit der Bitte um Veröffentlichung zu, aus der wir folgendes hervorheben: Die Ortsgruppe Berlin der Deutschen Friedensgcsellschast verlangt erneut und wiederholt, daß der Fall Nicolai g e k l ä r t»wird, und daß die Frage, wer gelogen hat, der Senat der Universität Berlin oder Prosessor Nicolai, unzweideutig beantwortet wird. Sie weist ferner daraus hin, daß diejenigen Studenten, welche eine Aufklärung der schweren, gegen die Mitglieder des sriihc. ren Senats von Professor Nicolai erhobenen Vorwürfe verlangten, seitens der akademischen Behörde mit einem Disziplinarversahren bedroht worden sind. Sie erklärt, daß sie hierin eine schwere Beeinträchtigung der akademischen Würde erblickt. Sie sieht darin aber auch eine schwere Ungerechtigkeit im Hinblick darauf, daß die n a t i o n a l i st i s ch e n Studenten, welche Nicolais Lorlesungen gestört haben, völlig straflos geblieben sind. Drohenöer Streit in üer Metallinöustrie. Afa-Funktionnre und Schiedsspruch. Einer Imposanten Versammlung der A f a- F u n? t i o n L r d er Metallindustrie am Freitag abend in der Bockbrauerei bc- richtete Fritz Schmidt(ZdA.) über den Schiedsspruch des Rcichs- arbeitsministerium» und stellte fest, daß das Schiedsgericht im wesentlichen den Richtlinien der Arbeitgeber und nicht denen der Arbeitnehmer, ganz gleich welcher Richtung, gefolgt ist. Wohl bringt er eine Erhöhung der Bezüge der Jugendlichen, aber die von den Angestellten wegen ihrer Wirkung verpönten sogenannten sozia- len Zulagen und nicht die gewünschte Erhöhung der Grundlöhne, sondern eine Gehaltserhöhung in der Form der Erhöhung der Teuerungszuschiäge, die bei den Angestellten van 110 auf 1k>0, bei den Jugendlichen von 90 auf 130 Peez., bei den Frauen- und Kinder- Zulagen von 100 auf 125 M. erhöbt werden. Diese? Resultat, das in gar keinem Verhältnis zu den Forderungen der Asa ftebt. kann die Metalltarifkommifsion der Asa laut einstimmigem Beschluß nicht zur Annohm» emvschlen. Wenn die Arbeitgeber binnen einer kurze ie,F r i st nicht zu Verhandlung auf Grund der Forderungen bereit sind, bedeutet es den S l r e i k f a l l. Der Redner zweifelt nicht daran, daß sich dann auch die Mitglieder der Gewerkschafts- bünde auf feiten der Afa-Kollegen stellen werden. Die sehr lebhafte Diskussion ergab vollständige Einhelligkeit von kaufmännischen Angestellten, Werkmeistern und Technikern gegen den Schiedsspruch und für den Kampf. Das Stimmungsbild, das sämtliche Diskussionsredner entrollten, darunter die der großen 5eon- zerne, ließ erkennen, daß es in wenigen Tagen voraussilhiiich zu einem großen Streik kommk. wenn nicht der Vexdand Berliner Metallindustrieller im letzten Moment einlenkt. Einstimmig ange- nommen wurde eine Resolution, die den Schiedsspruch ablehnt, weil er in allen Teilen ungenügend ist und in keinem Punkte den Asa- forderungen entspricht. Der Verband Berliner Mctallindustriellcr muß zur kurzfristigen Aeußerung darüber aufgefordert werden, ob er gewillt ist, in letzter Stunde auf der Grundlage der Asa- Forderungen zu verhandeln. Die Afa-Funktionäre und-Mitglied- schaften werden in einer Absage des VBMI. ohne weiteres eine Kampfansage sehen und hieraus die Konsequenzen ziehen müssen. Die Urabstimmung über die Frage des Streiks findet in den Betrieben Sonnabend,' Montag und Dienstag statt. Spätestens bis Dienstagnachmittag 4 Uhr müssen die Abstimmungsresuitate im Besitz der Asa sein. Das Ultimatum an die Arbeitgeber wurde bis Dienstag- mittag 12 Uhr befristet. Es kommen bei der Bewegung 45 000 bis 50 000 Angestellte In Frage. Die Streikbewegung. höchst. 7. Oktober.(WTB.) Eine heute vormittag vorgenommene Abstimmung der Arbeiterschaft über die Vereinbarungen der Ge- wcrkschaftsvertrctcr mit dem Arbeitgeberverband in der chemischen Industrie hat in Höchst nicht zu einem bestimmten Resultate geführt, da verschiedene wichtige Versammlungen unter Störungen zu leiden hatten. In Kelsterbach haben sich 04 Arbeiter für Wiederaufnahme der Arbeit ausgesprochen, 082 dagegen. Die Stadtverordnetenversammlung in Höchst bewilligte ein- stimmig weitere 250 000 M. für Unterstützung der Ausgesperrten. Hamburg, 7. Oktober.ie Schihsit verbürgt dieses Kennzeichen: >«a Elegante I Speise : zimnier ♦ ♦ -I ♦ ganz rund gearbeitet, � ♦ schwere KccCn nj. Ans- ♦ ♦*uflti(if). sechs hohe � O Stühle, foniplelt nur ♦ ♦ 7200 Mark. ♦ ? Tlotzerordentlleh£ �günstiges Angebot• J ♦Berliner Mööeltel htrschowitz. � O nur S&dosten � ♦25SkalitzerStr.25� J tloctib. 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Möbel-Colin Gr.FP3iikfart.Str.58 S Min. v. Alexanderpl. FU.S Badstr. 47-48 S Mln.v.Khc fiesunrthr. Hr. 475 ♦ ZS. Jahrgang Bdh GroMerlm Die �Zachleute� öe? SürgsrZichen. Stcinwerfer im Glashaus. „Die rote Fahne muß vom Rathaus heruntergeholt werden, die Roten haben Berlin in Grund und Boden gewirtschaftet, ihre Leute im Magistrat sind Laien und oerstehen nichts." So schreien und lügen die bürgerlichen Parteien, um bei den Stadtverord- netenwahlen am 16. Oktober die Wählerschaft vor ihren Karren zu spannen. Der deutschnationale„Lokalanzeiger" hat u. a. dem Stadtbaurat .ß orten, der das Maschinenwesen leitet, die Fachkenntnis abgc- sprachen. Horten sei Bergasscssor gewesen, habe also gar keine Bor- bereitung für sein Berliner Amt mitgebracht. Wegen Unfähigkeit Hortens habe Oberbürgermeister Boß schließlich selber den Vorsitz in der Deputation für die Werke übernommen. Mit Verlaub, ver- ehrter„Lokalanzeiger": Woher hatderJuri st Oberbürger- m ei st er Vöß die Fachkenntnis, die Horten angeblich nicht hat? Freilich, stets galten die Juristen als die„befähigtsten" Köpfe, die in der Kommunalverwaltung zu allem und noch zu einigem zu gebrauchen seien. Besinnen wir uns bei dieser Gelegenheit mal aus die Zustände der K r i e g s z e i t, in der die Stadt eine Reihe praktischer Aufgaben übernehmen mußte, die man bis dahin keinem Berliner Magistrat zugetraut und zugemutet hatte. Wo kamen damals plötzlich die„Fähigkeiten" her? Damals war Dezernent z. B. für die Browerlorgung der Justizrat Dr. Simonsohn, für die Fischversorgung der Jurist Stadtrat Dr. Loehning, für die Fleisch- / Versorgung der Stadtrat Bcrndt, unseres Wissens gleichfalls Jurist, für die Futtermittelverteilungsstelle der Jurist Stadtrat Alberti, für die Kartoffelversorguno derselbe Alberti, für die Einkaufskommission der Jurist Stadtrat Fischbeck, für die Nährmittel der schon genannte Jurist Stadtrat Dr. Simonsohn, für Milch, Butter und Käse wieder derselbe Simonsohn, für die Kohlenversorgung der gleichfalls schon erwähnte Jurist Stadtrat Dr. Loehning, für die Obst- und Gemüse- Versorgung der Stadtrat Runge, der zwar kein Jurist ist, aber auch niemals mit Obst und Gemüse etwas zu tun gehabt hatte, für die Zucksroersorgung der Stadtschulrat Reimann, zwar kein Jurist, aber gewiß auch kein Sachverständiger für Zucker, für die Volksspeisung der Jurist Stadtrat Doflein. Diese Liste könnte noch vervielfacht werden, aber lassen wir es genug der Beispiels sein. Wir wiederholen die Frage: Wo hatten alle diese Leute ihre „Fachkenntnis" her? Vielleicht beantwortet uns das die Berliner Bevölkerung, die in der Kriegszeit die Versorgung mit Brot, Kartoffeln. Gemüse, Fleisch, Fischen, Milch, Butter, Nährmitteln, Zucker usw., sowie die Volksfpeisung zur Genüge kennen gelernt hat. Wir wissen, wie wenig man mit den Leistungen der von Juri st en geleiteten Kriegswirtschaft zu- frieden sein konnte, obwohl die Leiter für diese praktische Tätigkeit natürlich noch wirkliche Sachverständige zur Seite hatten. Der Demokrat Loehning, der angebliche„Sachverständige" für Fisch- Versorgung und für Kohlenversorgung, hat in einer demokratischen Versammlung eingestimmt in das Geschrei über laienhafte Unfähigkeit der Roten. Der Deutschnationale Berndt, der„Sachverständige" für Fleischversorguna, schreit mit seinen Deutschnationalcn über die an- gebliche Mißwirtschaft unfähiger Sozialdemokraten. Es kann der Berliner Kommpnalverwaltung nur zum Vorteil gereichen, daß die Juristen zum Teil durch ZNLnncr aus dem praktischen Leben ersetzt worden sind. Den Juristen, die in der Kriegszeit uns mit dem Nötigen zu„versorgen" sich abmühten, wollen wir für ihre Mißerfolge die durch den Kriegszustand gegebenen Hindernisse gern als mildernden Umstand zubilligen. Aber daß auch heute noch die Zeitoerhältnisse dem jetzigen Magistrat seine T ä t i g t e i t a u f s ä r g st e e r s ch w e r e n, ja, daß die bürger- lichen Parteien sich alle Mühe geben, die Schwierigkeiten noch zu steigern— davon schweigt des Gegners Verlogenheit. Die aufgeklärte Wählerschaft wird diese Wahlmache der bürgerlichen Parteien durchschauen und bei den Stadtoer- ordnetenwahlen am 16. Oktober die richtige Antwort geben. Sie stimmt für die Kandidatenlisten der Sozialdemokratie. öedm als Hc-fenftaöt. Wieviele Berliner wissen wohl, daß ihre Stadt mit den Verkehrs- reichen Straßen auch ein ansehnlicherHafenplatz ist, dessen Hafenanlagen, insbesondere der im Entstehen begriffene Westhafen, geradezu als Sehenswürdigkeiten gewertet werden können. Das zwischen Oder und Elbe gelegene Berlin, dem sich die Wasserwege so- Heute, Sonnaden), öcn S. Oktober: 1Z. Kreis Tompelhof: 2lbe?.ds Vh Uhr Wählerinnenversammlung in der Aula des Realgymnosiums Qaiserin-Augusla-Slr. Thema:„Der Kampf der Frauen ums roie Haus." Refe- rentin: Frau Eifriede Ryncck, 25?. d. R. 15. kreis Schmöckwitz: 8 Ahr Lokal„Zum Storchennest", Wendenstraße 16. Thema:„Die politische Vedeutuna der Stadt- verordnetenwahlen." Referent: Heinrich Rahlke, MdL. 17. kreis Aaulsdors: 7% Ahr„iVam wilden Eber", Giesestraße. Thema:„Die politische Bedeutung der Stadtverordneten- wählen." Referent: Dr. Otto Ostrowski.» Morgen, Sonntag, öen 9. Oktober: 8. kreis Ciadow: Nachmittags 4 Ahr bei Daumann. Thema:„Die politische Bedeutung der Stadtoerordnetcnwahlen." Referent: 251. kreutziger. 15. kreis Faltenberg: Rachmittags 3 Uhr im Lokal Meyer. Thema: „Der Kampf um Groß-Berlin." Referent: Dr. Ostrowski. 13. Kreis Blankenfetde: Rachmitiags 3 Abr im Restaurant Staad, Haupk- Ecke Blankenselder Straße. Thema:„Der Kampf um Groß-2Zerlin." Referent: Heinrich Dierbücher. wohl nach der Nord- und Ostsee, als auch nach der Tschechoslowakei öffnen, scheint für diesen Zweck vorherbestimmt zu sein. Berlins Hafenanlagen sind in zwei Bezirke— Ost Hafen und We st Hafen— geteilt, zwischen denen der Mühlendamm die Grenze bildet. Infolge der Schaffung eines einheitlichen Berlin ist es endlich möglich geworden, eine zentrale Bcr- w a l t u n g durchzuführen, so daß die Hoffnung ausgesprochen werden darf, daß auch die Wirtschaftlichkeit dieser Anlagen, die nunmehr großzügig und nach modernen Gesichtspunkten geleitet wer- den, zu erwarten ist. Der an der Stralauer Allee gelegene O st- Hafen, der im Oktober 1313 in Betrieb genommen wurde, wird schon in diesem Jahre keinen Zuschuß mehr erfordern, jedoch wird das beim Westhafen noch auf Jahre hinaus der Fall sein, da die Baukosten infolge des Krieges ganz erheblich gestiegen sind, so daß auf eine Verzinsung der Anlage, die aber im Interesse Berlins unbedingt notwendig ist, zunächst nicht gerechnet werden kann. Im O st h a f e N, der durch einen Tunnel mit dem Bahnhof Frankfurter Allee in Verbindung steht, wurden vom Juli bis Sep- tcmber 1323 von 333 Arbeitern 147 550,5 Tonnen Güter verladen. Das entspricht einer Arbeitsleistung von 487 Tonnen pro Arbeiter. In dem Vierteljahr Luli-September 1321 aber schafften 223 Arbeiter 221 056,5 Tonnen, pro Kops also 370 Tonnen. Die Arbeits- l e i st u n g i st a l s o u m 1 0 0 P r o z. g e st i e g e n. Die Stadt oer- fügt über Speicher und Lagerhäuser mit einem Gesamt- flächenraum von 64 066 Quadratmetern. Davon sind 18 251 Quadrat- meter an Private vermietet, der Rest wird im Eigenbetrieb und von den städtischen Abteilungen ausgenutzt. Die Freilagerplütze haben einen Flächenraum von 18 573 Quadratmetern, von denen 5067 im Eigenbetrieb ausgenutzt werden. Die Zahl der ver- kehrenden Schiffe hat allerdings infolge des niedrigen Wasser- standes der Elbe und Oder und auch wegen der unsicheren Lage Oberschlesiens abgenommen, dagegen ist die Zahl der Waggons wesentlich g e st i e g e n. Interessant ist die Tat- fache, daß de? Stromverbrauch des Osthafens für die Monate April- September 1320 und 1321 gleichmäßig etwa 43 030 Kilowattstunden betrug, daß aber der Preis dafür von rund 33 000 M. auf 53 000 M. gestiegen ist. Zu Anfang dieses Jahres wurde viel von den U n- regelmäßigkeiten'im O st Hafen gesprochen. Hiergegen ist die'Verwaltung ganz energisch und mit vollem Erfolge eingeschritten. Zwischen den Ringbähnhösen Putlitz- und Beusselstraße dehnt sich der West Hafen, Berlins größte Hafenanlage, Ssnnabenö, 8. Gktobsr?921 in den drei Wasserstraßen, der Großschiffahrtsweg Berlin— Stettin, der Berlin— Spandauer Schiffahrtskanal und der Charlotten- burger Verbindungskanal einmünden. Auf dem 38 Hektar großen Gelände find zwei Hafenbecken ausgebaut. Das nördliche hat eine Längs von 650 Meter, das südliche 450 Meter. Ihre Breite beträgt 55 Meter. Hier können bei vollem Betriebe 10 4 Finow- k ä h n e von je 225 Tonnen oder 6 8 Schiffe von je 600 Tonnen Ladefähigkeit be- oder entladen werden, da eine Kailänze von 2500 Meter zur Verfügung steht. Ein drittes Bscken von etwa 500 Meter Länge ist projektiert. Die Hochbauten, Lagerhallen und Speicher, sind zweckentsprechend und sehr geschmackvoll ausgeführt. Man hat den Eindruck, als ob der Baumeister die Arbeit ehren wolle, die hier nun jahrein jahraus geleistet werden soll. Die Bauten sind anheimelnd, trotzdem sie der blanken Nützlichkeit dienen sollen. Welch ein Weg liegt zwischen den elenden Schuppen, die man früher errichtete, und diesen Bauten, in denen sich d i e K u l t u r einer neuen Zeit, in der auch die Arbeit gilt, widerspiegelt. Die Gebäudcsockel sind mit Werksteinen verblendet. Das aufstrebende Mauerwerk aber ist aus wetterfesten, im angenehmen Rotbraun leuchtenden Eisenschmelzklinkern gebildet. Bis jetzt sind drei drei- geschossige Lagerhallen von je 123 Meter Länge und 23 Meter Breite errichtet. Außerdem ragt ein noch von Gerüsten umgebener zehngeschossiger Getreidespeicher von 115 Meter Länge und 27 Meter Breite empor, sowie ein n e u n g e s ch o s- siger Zoll- und Warenspeicher, der in U-Eisenform an der Spitze des Kais zwischen den beiden Hafenbecken errichtet ist. Am Kopf des Nordbeckens entsteht das Verwaltungsgebäude, das die Hafen- und Eisenbahnverwaltung aufnehmen soll und auch Bureauräume für die Kaufmannschaft enthalten wird. Außerdem ist ein Speisehaus, zwei Gebäude mit Aufenthalts- und B a d e r ä u m e n für die Balm- und Kohlenarbeitcr, ein L o« k o m o t i o s ch u p p e n für vier Maschinen und ein W e r k st a t t- g e b ä n d e errichtet. Der Hafenbahnhof mit 16 Kilometer Aleislänge ist an den Hamburg-Lchrtcr Güterbahnhof angeschlossen. Zahlreiche Portal- und Halbportalkräne und Luken- winden werden hier für die Lage- und Stapeltätigkeit zur Ver» fügung stehen. Der für die Anlagen benötigte Strom wird von dem in nächster Nähe befindlichen städtischen Elektrizitätswerk mit einer Spannung von 6000 Volt entnommen und dann auf die Betriebs- spannung von 380 bzw. 220 Volt umgeformt. Mit der B a u a u s- f ü h r u n g wurde bereits 1314 begonnen, im Jahre 1317 infolge des Krieges völlig eingestellt und erst Ende 1318 wieder aufgenommen. Bis jetzt sind die drei Lagerhallen, der Lokomotiv- schuppen und das Wertstattgebäude in Betrieb genommen. Es ist damit zu rechnen, daß die übrigen Gebäude im Laufe des nächsten Jahres fertiggestellt werden. Die Baukosten, die ursprünglick mit Millionen Mark berechnet wurden, sind auf 124 Millionen angewachsen, d. h. trotz einer Bertouerung der Rohmaterialien usw. um das 10- bis 15fache haben sich die Kosten nur etwa um das Vierfachs erhöht. Das möge als ein günstiges Zeichen betrachtet werden. Es zeigt sich, daß unter dem„roten Magistrat" trotz der Ungunst der Ver- Hältnisse nicht nur billig, sondern auch aut gebaut werden kann. Allen, die mit Kopf und Hand an diesem Werk geschaffen haben, gebührt volle Anerkennung. Es ehrt auch Berlins Verwaltung, daß sie in schwerer Zeit mit Energie und Umsicht die Schaffung von Anlagen fördert, deren volle Bedeutung sich erst in der Zukunft zeigen wird. SattenmsrüpcoAeß Hembergs?. Im weiteren Verlauf der Vernehmung Protzes glaubte Rechts- anwalt Hirschowitz feststellen zu können, daß die Auslassungen des Protze hier im Termin in verschiedenen Punkten mit seiner Darstellung in dem Selbstbekenntnis in vollem Widerspruch stehen. Der Angeklagte bleibt bei wiederholten Vorhaltungen dabei, daß er die Zerstückelung der Leiche selbst nicht vorgenommen habe. Nach der Beendianng der Vernebmung Protzes wird Frau Weise vernommen. Frau W. ist mit ihrer Bekannten, der Zeugin Fräulein Hartmann, seinerzeit Cinmieterin bei dem Ehepaar Hcmberger ge- wesen. Sie bekundet u. a., daß Dr. Hemberger den Kindern sehr zugetan war, dagegen mit seiner Frau mehrfach in Konflikt kam. Mißhandlungen der Frau hat sie nicht bemerkt, auch keinerlei un- züchtige Handlungen seitens des Dr. H. in seiner Wohnung. Frau H. habe ihr leid getan. Die Angeklagte bekundet, baß Protze während seines Aufenthalts bei Frau H. mehrmals Anfälle bekommen habe, hingefallen, ganz starr geworden sei und phantasiert habe. Die Angeklagte weiß, daß Frau H. und Protze in ihrer Gegeikwart davon gesprochen haben, daß Protze mit Akten nach der Kirchstraße gehen und sie dem Dr. H. verkaufen solle. Die Angeklagte hat dann auch eines Tages den Protze nach der Kirchstraße begleitet, da Frau Hemberger ihr sagte:„Gehen Sie doch mit." Sie hat auf der Bärenbrücke gewartet, während Protze zu Dr. H. ins Haus ging. Als er zurückkam, hat er ihr erzählt, Herr Dr. H. habe die Akten Fräulein. 23] Don Paul E n d e r l i n g. CopxrhzM, 1820, by J. G. Coirasche Buchhandliirn: Nachf. Stuttgart u. Berlin „Auch nicht, wenn ich dir sage, daß ich ihn nicht liebe— „Du muht es doch einmal getan haben, Thea, zum mm- besten in dem Augenblick, als du Ja sagtest." Sie schrie auf.„Da am wenigsten!" „Dann war es nicht recht von dir, daß du ihm Ja faßte seine Hand. Er konnte nicht weiter zurück. Hinter sich fühlte er ein Fensterbord. „Quäle mich doch nicht, Lothar." Er spürte den Hauch ihres Mundes an seinem Gesicht.„Damals— damals war es das einzigemal in meinem Leben, daß ich liebte. Ich habe viele Dummheiten gemacht, ja, Lothar. Aber ich bin nicht schlecht." „Das weiß ich, Thea." „Nicht wahr? Und nun muß ich ja auch dafür büßen." Er schob sie sacht von sich fort.„Was willst du nun, daß ich tun soll?"' „Ich weiß nicht. Lotbor. Wenn du es nicht weißt— wenn du es nicht wissen willst--" Sie tat ihm leid. Er kannte sie gut. Er wußte von ihren vielen, vielen Liebeleien. Er mußte, daß sie haltlos war wie ein Vogel, der noch nicht flügge.„Es wird ja alles gut werden, Thea." „Ohne dich??" „Ich glaube, es kommt jemand," flüsterte er. Die Tür zum Gang klappte. Thea lief von ihm weg in den Saal hinein. Nach einer Weile folgte ihr Lothar langsam. Draußen begegnete ihm Oberlehrer Sanders.„Ich glaube, Lothar, es ist Zeit, daß du gehst." „Warum?" Der Oberlehrer sah ihn groß an.„Das weißt du nicht?" Lothar erblaßte: der Oberlehrer hatte also alles mit- angehört. Aber er zwang sich zu einem Lachen.„Mitten im Tanz kann ich doch nicht fahnenflüchtig werden." Aber der Oberlehrer ließ�ihn nicht.„Mit allen darfst du tanzen. Nur mit einer nicht." „Ich weiß. Sei ohne Sorge!" Die beiden gaben sich die Hand und sahen sich ernst an, „Wann reisest du. Lothar?" „Morgen mittag." „Ich wünsche dir soviel Gutes, wie du verdienst. Sieh zu, daß es viel sein kann!"— Hermann Görke stand auf einem Balkon nach dem Platz zu und sah hinaus. Ein Duft von Goldlack und Nelken schwebte herüber. Er lehnte sich weit hinaus. Als sich seine Augen an die Dunkelheit draußen gewähnt hatten, erkannte er die Silhouetten der Türme da hinten: den Stockturm, das Nat- haus, die Marienkirche, die vier Giebel des alten Zeughauses. Da hob es an zu klingen. Zuerst das Glockenspiel vom Ratsturm. Es spielte:„Wer nur den lieben Gott läßt walten..." Wir haben nicht mehr die Naivität zu diesen Dingen, dackte Hermann; aber man muß zugeben, daß es was Schönes ist. ..... und hoffet auf ihn alle Zeit..." In das helle Spiel mischten sich dunkle, sonore, wuchtige Töne. Das waren die Glocken von St. Marien. Ein Turm nach dem anderen erwachte, und eine Glocke nach der anderen klang herüber. „Du heißt doch Sibylle," sagte er halblaut. � Eine Flut von Tönen überschwemmte die schlafende Stadt und hob ihn empor und trug ihn fort. „Sibylle...«ibylle..." Die hundert Türme der Stadt sangen. Eine Flucht. Thea lag auf der Ehaiselongue in ihrem Zimmer und verfolgte die Sonnenkringel än der Decke. Sie war noch müde vom gestrigen Fest. Es war schon hell gewesen, als sie nach Hause gekommen waren. Herrgott, hatte sie getanzt! Als sei es das letztcmal gewesen... Und in all dem Lachen und Wirbeln, Wirbeln und Klingen batte sie— das fühlte sie jetzt mit Beschämung— auch Lothars vergessen, der irgendwohin verschwunden war. Alles war so lustig und lockend gewesen, und wie hatte sie doch gelacht! Als fei es zum letztenmal gewesen... Thea sprang von der Chaiselongue auf. Es war auch zum letztenmal gewesen. Nun kam der Alltag. Nun hatte sie in ollen Zeitungen der Stadt als Verlobte gestanden. Nun hatte die halbe Stadt ihr grawliert. Es sollte auch zum letzten- mal gewesen sein... I Sie biß die Zähne zusammen und ging in ihrem Zimmer auf und ab, tiefe Furchen um Stirn und Mund. Als sie vor den Spiegel trat, blickte sie doch hinein. Du liebe Zeit, wie ernst sah sie aus, wie unglücklich! Man mußte Mitleid mit so einem jungen Menschenkind haben-- und beim Anblick ihres Mitleids begann Thea richtig zu weinen. Eine Weile betrachtete sie noch ihr weinendes Spiegel- bild. Aber als sie merkte, daß die Nasenspitze rot wurde vom Weinen, fand sie es dumm. Sic trocknete energisch die Tränen und setzte sich ans Fenster. Was würden ihre Verehrer wohl sagen, wenn sie sie so trostlos und gealtert sähen? Ja, auch gealtert sah sie aus. Sie hatte es nur zu gut gemerkt. Es war auch kein Wunder. Es wäre auch kein Wunder gewesen, wenn sie graue oder weiße Haare bekommen hätte. Wie nett war der Referendar gestern gewesen! Was für lustige, verwegene Sachen hatte er ihr doch ins Ohr geflüstertl Jetzt war das alles vorbei. Eigentlich hätte es gestern schon vorbei sein müssen... Und Lothar? Er hatte gut ausgesehen. Wer glich ihm hier noch unter den jungen Männern ihres Kreises? Er hatte im kleinen Finger mehr Energie als die anderen alle zu- sammen. Wo war er nur geblieben? Mutter hatte gesagt, daß er sich gleich verabschiedet habe. Lieg er sich nicht mehr sehen? Die Sonnenkringel tanzten an der Decke. So hatten sie damals auf dem Zoppoter Promenadenweg getanzt... Schön und unruhig und flüchtig wie das Leben... wie die Liebe... Dninten sah sie den Onkel, den Oberlehrer, über den Platz gehen, in seiner charakteristischen Haltung: etwas vornüber- gebeugt, mit den Armen beim Gehen herumrudernd. Nun trat er unten ins Hans ein. War er glücklich? Es war sonderbar: Sie war noch nie auf den Gedanken gekommen, danach bei anderen Menschen zu fragen. Jetzt, wo sie sich so weit von Glück fühlte wie nie zuvor, jetzt ließ sie alle an sich vorüberziehen. Den Vater— ja, er war glücklich in seiner selbstsicheren, selbstgläubigen Art. Die Mutter— sie klagte oder jammerte eigentlich den ganzen lieben, langen Tag. aber glücklich war sie wobl doch. Den Onkel— sie wußte so wenig von ihm, von ihm, der immer so freundlich zu ihr war. Sie stand auf und ordnete vor dem Spiegel ihr Haar, Dann lief sie die Treppe hinunter zu dem Onkel. (Forts, folgt.! nicht kaufen können, da er nicht Geld czenug zu chause habe, doch würde er am 11. nach der Urbanstrahe kommen und gleichzeitig die Cache» der Kinder mitnehmen. Als sie am Tage der Tat wieder nach Haufe kam, habe ihr Protze gesagt, er habe Dr. Hemberger jeoben totgemacht.'Am nächsten Morgen habe ihr Frau Hcmberger einen Pappkarton gegeben, mit der Bitte, ihn auf einem Bahnhof als 5)andgepück auszugeben. Frau H. habe zu ihr gesagt:„Kleine, Ich habe wenig geschlafen. Wir haben ihn zerstückelt." In dem verlesenen Geständnis der Weise vor dem Unter- suchungsrichtcr hat sie u. a. noch folgendes gesagt: Fräu Hemberger hat Protze wiederholt ersucht, er solle sie von ihrem Mann erlösen, und als'Protze ihr mitgeteilt hatte, daß ihr Ehemann am 11. Dezember nach der Urbanstrahe kommen werde, hat Protze bemerkt: „Biel leicht ist das die Erlösungl" Und als Frau H. an dem Abend der Tat nach Hause kam, hat Protze z u i b r gesagt:„Die Erlösung i st d a!"— Die B e w e i s a u f n a h in e beginnt mit der Vernehmung der Eltern und mehrerer Anverwandten des Protze. Ihre Aus- sagen stimmen darin überein, daß der Angeklagte in seiner Jugend Krämpfe gehabt habe und in späterer Zeit auch darunter zu leiden hatte. Er erzählte oft phantastische Geschichten über seine angeblichen Erlebnisse, die sich dann als gänzlich erfunden- herausstellten.— Dem zwischendurch vernommenen Kriminalkommissar P o l k e in Breslau hat sich der Angeklagte Protze seinerzeit mit Selbstanzeige gestellt. Er hat dann die Tat in allen seinen Einzelheiten genau erzählt und dabei einen ganz ruhigen, nicht verwirrten Eindruck gemacht. Protze ha! bei dieser Gelegenheit auch behauptet, daß er durch Frau Hemberger zu der Tat angestiftet worden sei.— Die dann folgenden 2lu»sagen weiterer Slnvcrwandten von Protze und Frau szembcrger bringen nichts wesentlich Neues. Diese habe ihnen viel- fach Klaoc geführt über die Onälercicn, die ihr Mann bereite und über Akte der Untreue des Mannes. Frau H. habe mehrmals Spuren von Mißhandlungen gezeigt, die sie von ihrem Ehemanne empfangen habe. Die Zeugin Frau Helene Otto ist eine Freundin der Frau Hembcrger. Der Zeugin hat Frau H. öfter über Mißhandlungen seitens ihres Mannes asklagt und mehrfach gesagt, daß sie sich scheiden lassen wolle. Frau Otto gibt der Frau Hembcrger das Zeugnis einer sehr fleißigen Frau und sorasamen Mutter, die in moralischer Beziehung keinerlei Grund zu Bedenken gegeben hat. Stach Bernehmuna noch mehrerer Zeugen wurde nach t> Uhr die Verhandlung auf Sonnabend vertagt. Der Vorsitzende erklärte dabei, es fei aar nicht zu denken, daß der Prozeß am Sonnabend zu Ende gehen könne._ Ein netter Neinfall. Di« bürgerliche Press« tischt ihren Lesern Tag für Tag Greuel- geschicht«» auf, deren Inhalt Ausschreitungen streikender Kastwirtsanqestellter gegen Arbeitswillige und die Zer» siörung von Restauranteinrichtunsten sind. Wir haben uns an anderer Stell« wiederholt genötigt gesehen, diese zum mindestens oft recht leichtfertigte Berichterstattung anzunageln. Was aber gestern dem„8-Uhr-Abendblatt" passiert«, zeigt einmal recht deutlich, in welch unerhört leichtsinniger Weise die bürgerliche Press« berichtet, wenn es gilt, die Arbeiterschaft verächtlich zu machen. Das genannte Blatt brachte solgende Notiz: Messerstecherei bei Heßler. Im Laufe des l>eutigen Nachmittags spielte sich im Hotel Heßler in der Kantstraße«in« ausregende Szene ab. Ein Sloß- rupp Streikender, deren Namen infolge der allgemeinen Aus- regung nicht festgestellt werden konnten, drang in das Hotel ein, besetzte das Vestibül, zerstört«, als der Inhaber des Hotels die Polizei zum Schutze herbeirufen wollte, das Telephon, so daß es gebrauchsunfähig wurde, und erging sich in wüsten Beschimpfungen gegen die anwesenden Gäste, Es kam zu einer allstnnetnen Prüge'ci. Der Eeschäftssührer des Hotels Heßler mischte sich zwischen die streitenden Parteien und versucht« Ordnung zu sämsten. Einer der Gäste des Hotels, ein schwer nervöse? Kriegsbeschädigter, ffog, als er sich allausehr bedrängt sah, ein Messer und warf sich aus den Geschästsfühizer, den er für einen der Eindringliche hielt. Er wrletzte den Geschäftsführer durch mehrere Stiche am Kopf so schwer, daß der Getroffene blutüberströmt zu Boden sank. Die eingedrungenen Streikemden suchten schleimigst das Weite, Dazu erfahren wir, daß sich„eine aufregende Szene" nur auf der Redaktion des„8-Uhr-Abendblat!«s" abgespielt hat. An der ganzen Geschichte ist nämlich kein Wörtchen wahr. Sie ist von jemand erfunden worden, der einmal der Welt einen lebendigen Beweis dafür geben wollt«, wie Sensation gemacht und das Publikum informiert wird. Das„8-Uhr-Abendblatt" aber ging glatt in die Falle, die ihm gestellt wurde. Wir betonen ausdrücklich, daß wir dies« Art, ein Blatt hereinzulegen, nicht billigen, glauben aber doch dieses Beispiel für die Gewissenhaftigkeit gewisser bürgcr- licher Journalisten de? Mitwelt nicht vorenthalten zu können. Die Gastwirtsangestellten ober mögen aus diesem Vorfall erkennen, welchen Händen sie ihr Schicksal anvertrauen, wenn sie die bürgerliche Presse unterstritzen.__ Freuden der freien Zuckerwirtschaft. Der RetchscrNährungsminister hat die Zuckerwirtschaft frei- gegeben, Erfolg: es ist kein Zucker da. Es ist immerhin erstaunlich, Wir wähnten uns schon an der Pforte des glückseligen Landes, wo nicht nur Kondensmilch und Kunsthonig flieht, sondern hofften auch endlich einmal Zucker in beliebiger Menge zu bekommen. Aber so eine freie Wirtschaft hat ihre Tücken. Sie ist ein zartes Kind, das niemals ohne erhebliche Geburtswehen das Licht der Welt erblickt Bekanntlich wurde die freie Wirtschaft nur angestrebt mit dem Ziele, daß die Preis? steigen sollen. Man nennt das Förderung der Pro- duktion, obwohl gerade von den teuersten Sachen am wenigsten pro- duziert wird. Den amtlichen Zuckerpreis hat man nun um ein paar Groschen für das Pfund erhöht, aber das hat auf die Produktion keinen Reiz ausgeübt. Nachdem nämlich der Zucker frei ist, wurde die Zuckerrübenernte, die vorher in glänzenden Aussichten schwamm, schlecht. Dieses Pech hat Herr Hermes immer. Also mußte Vor- sorge getroffen werden, daß nicht zuviel Zucker auf einmal auf den Markt kam, um noch Vorräte zu behalten. Der Derband der Zucker- industriellen gab nur einen kleinen Teil Zucker zum Berkauf frei, um abzuwarten, bis sich der Umfang der Zuckcrernte übersehen läßt. So ist nun kein Zucker da. Die Zuckerindustriellen warten, und die Teuerung schreitet inzwischen fort. Die Einfuhr ist gesperrt. Der Verbraucher hat nun alle Freuden, die die Zwangswirtschaft so beliebt gemacht haben. Cr braucht zwar keine Karte, bekommt dafür keinen Zucker zu kaufen und kann sich damit trösten, daß er noch teurer geworden ist, wenn man einen Ueberblick über die Ernte hat. Daß die Schokolade- und Konfitürenfabriken inzwischen nicht beliefert würden, ist bisher nicht bekannt geworden. Zehnfaches postporio. Am 12. Oktober wird im Netchspost- Ministerium der Berkehrsbeirat sich mit der Erhöhung der Post- gebühren beschäftigen. Die Post bat ein Defizit von fast M!l- liarden Mark im Rechnungsjahr 1921. Zur Behebung des Defizits schlägt die Post eine Erhöhung auf das Zehnfache des Frie- densbetrages vor. In Zukunft soll kosten: Postkarte im Orts- verkehr 59 Pf., im Fernverkehr 75 Pf., Brief im Ortsverkehr 75 Pf., im Fernverkehr 199 Pf., Telegramme pro Wort 59 Pf. Ini gleichen Maße sollen Pakete und Drucksachen verteuert werden. Die Fern- sprechsätze sollen um 29 Proz. erhöht werden. vezlrksversammlung des 11. Bezirks(RenkSlln). Wegen an- geblicher Bestechung von Rechercheuren des Wohnungsamtes fragte der Bezirksverordnetc S i e g m u n d an, welche Sckritte das Wohnungsamt in dieser Angelegenheit zu unternehmen gedenkt. Stadtrat Treff ert als Dezernent des Wohnungsamtes teilte mit, daß das in den Zeitunjjen erwähnte Urteil ihm unverständlich sei. Es werde vielleicht möglich sein, eine Wiederaufnahme des Prozeßverfahrens zu erreichen. Sei das nicht möglich, dann müsse und werde eine Klage gegen andere Verbreiter von Gerüchten, daß im Wohnungsamt nicht alles sauber sei, eingereicht werden. Dcs Wohnungsamt werde als Nebenkläger auftreten und dieselben Zeugen fordern lassen, die bei dem gewesenen Prozeß ge- laden waren. Das Bezirksamt werde alles tun, um eine völlige Klarstellung der Angelegenheit zu erreichen. Jeder Beamte, dem ein solches Veraehen nachgewiesen werden könne, wird sofort e n t- lassen. Daß wir vor den Stadtverordnetenwahlen stehen, be- wiesen 2 Zlniragen der Bürgerlichen wegen Vorlegung der Bilanzen sämtlicher städtischer Betriebe und wegen eines Austausches der Leiter des Kaiser-Friedrich-Realaymnasiums und dcs staatlichen Ggm- nasiums. In der Frage der städtischen Betriebe ritt der Bezirksverordnetc Dr. B i e r b a ch sein altes Steckenpferd, daß diese Betriebe unwirtschaftlich nrbeitcten. Den anaeblichen Gewinn der Groß- Handelsgesellschaft in Höhe von 4% Millionen Mark zweifele er an usw. Es war eine reine Wahlrede, die aber durch die nachfolgenden Redner arg zerzaust wurde. Dann wurde der Bczirksoerardnete D a n n i ck c, der in der Austauichanaelegenbeit sprach und sich dabei sogar nicht scheute, einige antisemitische Roten anzuschlagen, vom StadEat L ö w e n st e: n auf den Sand geletzt. Daß der Mehrbeits- sozialist Dr. Korsen Leiter des Kailer-Friedrich-Realgymnasiums wird, mag für die bürgerlichen Herrschaften ia recht bitter sein, aber von den Anklagen des Herrn Dannicke blieb nach der Rede des Stadtrots Löwenstein rein gar nichts mehr übrig.— Ein sozialdemokratischer Antrag, wonach die Staats- und Reichs- behörden aufgefordert werden, die Unterstützungssätze für Erwerbslose zu erhöhen, wurde schließlich noch angenommen. Die neue Periode der Onäkcrspcisnng beginnt am 17. Oktober 1921. Für Jugendliche, werdende und stillende Mütter sowie für Kleinkinder siebt nur eine beschränkte Anzahl Mahlzeiten zur Verfü- aung. Nur besonders Pflegebedürftige können berücksichtigt werden. Meldung und ärztliche Untersuchung kür in Martendorf Woh- nende fio�t am Dienstag, den 11. Oktober 1921, vormiitaas von 9 bis 11 Ubr in der Mlitteoberatungsstelle, Rathaus Mariendorf, Kaiserstr. 128, Kellergeschoß, Westseite, statt. Die verliner Zionistische Vereinigung veranstaltet am Sonntag, den 9. Oktober, varmittan« 1114 Uhr. im Blüthneriaal, Lützowstr. 78, eine Begrüßungsfeier für den Bräsidenten der Zionistischen Welt- exekutive Dr. Nahum Sokoloff anläßlich seiner Anwesenheit in Berlin. (vitglifrf)»ud Fronzösisch. Tie tteueli Winterkimse Abendunterricht) der Sprachschule lür Protetorier, blr Genossinnen und Genossen ohne Vorkenntnisse, beginnen Vtitte Oktober. Anmeldungen am DIontna. den 19. Oktober, und Miltwoch. den IL. Oktober, obend? von 5— 7 tlbr, in der Gcmeindeschnle, Gipöstr. 33 a lNäbc Notenlholer Str.). Genosse», die dnrch Arbeit verbindert sind. ,ur Anmeldung persönlich zu kommen, können sich schriftlich an die Sprachschule wenden. Die städiische Volksbücherei Neukölln eröffnete am 6. Oktober d. I. im Rathause Britz(1. Stock) eine Zweigstelle. Der Bestand setzt sich aus den besten und wertvollsten Büchern der ehemaligen Britzcr Bücherei � zusammen. Bückierausgabe einmal wöchentllch Donneretag von 5—7 Uhr. Lesegebühr vierteljährlich 2,69 M. Der städiische Kinderberk in Neukölln, Friedelftr. 58, befindet sich vom 15. Oktober 1921 ab in den Räumen der Gemeindeschule Kaiscr-Friedrich-Skraße 4. Pfarrer Blrter, dem bekanntlich von seiner kirchlichen Aebördc bnrch Nichtbewillianna seines llrlnnbSnesuchS. zwecks Teilnahme am Pazifisten- kongiei! in Voibnin, die Möglickkelt genommen worden ist. dort die Orts- grupvi Berlin der Deutschen s-rledenSgelellschast, deren 1. Voifihrnber er ist, zn vertreten, hält nnr Sonntag, den s>. d. MI?,, abends 6 Uhr, in der Trinitatiskirche zu Cbarlotlenbnrg. KarliAugtistePlnb. eine religiöse Keicrswndt ob, mit dcni Thema:.Christentum und Pazifismus'. Zikmschau. Tie Skaaerrak-Zcfilaciit ini Film siebt man jetzt im Marmor- hau?, ES iit.Der deutsche stllm über die Skagcrrak-Ziblacht.' den KorvrIIentapitön Otto KrvoS slreng sachlich in 3 Akten bearbeitet hat. tzln «einer Slnsmackiinn erinnert er an die Filme, mit denen einst der deutsche Flvlienverei» betteln»nd banficrcn ging. Der kriegSgeschichliiche Film stellt alles da» Midlich und ans Karten dar, was allcrunlcrlänigst an dem da- mattgen obersten Kriegsherrn. Kilbelm, de» AnSreiger, berichtet wurde. Die Damen fanden diesen Film interessant und köstlich, doch kamen sie offenbar nicht ganz aus ibrc Kosten, denn cS gab keine Leichen. Und das grofti Massensterben könnte sich doch lo tchö» machen, wenn die Damen dabei nachlässig clenani in den weichen Potsterstüble» lehnen und Schokolade kauen. Ja, im kriegSgcschlchtstchen Film tchtummer» EntwicklnngSmögttch- leiten.— Fenter rollt ein stinsaMger Film.Ehrenschuld'. ES ist ein in Nührseltgkelt und Unwahrscheinltchkeit versinkende« Drama, nicht wert, daß man eS erzählt. Die Jnncnausnabmcn sind schlecht beleuchtet und die Kulisten olt so ausdrinqlich sichtbar, daß sie alle Illusionen rauben. ES ist ein Olaf-Fönsz-Fiim. darum bietet sich slir den bekannten Schauspieler In der Figur de« Harald eine Paradcrollc. Die Filme sind von der Deutschen Lichlbild-Gclelljchast herausgebracht worden. Sroß-Serliner parteinachrichten. Heule, Sonnabend, den 8. Oklober: Lharlottenburg-Tpandau. Juristische Sprechstunde jeden Sonnabend von b bis 6 Uhr im Jugendheim, Zlosinenstr. 4, vorn 1 Treppe, geitungsqutltung, Partei- oder vieiverikchaftsbuch legitimiert. Id. Abt.(früher 44.). 7'/j Uhr Sitzung der Bezirksführee und Betriebsver- trauenoleute bei.gerfin, Ponkstr. 60. Unbedingtes Erscheinen erforderlich. 82. Abt. Steglitz. 8 Ubr bei Elenient, DUppdstr. 7, Sitzung des Agitations- auoschussro. Bezirkssllhrer Flugblätter abholen. 9l. Abt. Rcurölln. Nachmittags b Uhr trefsen sich die Funktionäre Im Lokal Mäuscler. Mllnchencr Str. 23, zur Materialausgabe. Gesäß» zum ttleb- suff mitbringen. Morgen, Sonnkag, den 9. Oktober: 12. Abt.(früher«».). Vormittag» 10 Uhr Funktionärsitzung be! Schmidt, Wiclef. 18. Abt.°(früher 43.). Früh B'4 Uhr auhcrordentlich« Mitgliederversammlung bei Giebel, Pankstr. 82. Wichtige Tagesordnung. 31. Abt. Fri'b ÜZH Uhr Sitzung sämtlicher Abteilungsfunktionäre bei Gold- schmidt, Stolpische Str. 36. Niemand darf fehlen. 7t. Abt. Witmersdoes. Früh 16 tlhr ernieiterte Vorstandssitzung mit den Etraüenfllhrsrn bei Jonas, Durlachcr Str. 8, 83. Abt. Lichlcrfclde. Vormittags Ml 16 Uhr Ffugblaitnerbteitting. Treffpunkt für West bei Quandt, Moltkektr, 31: für Ost bei Hattenhaucr, Ztranolbplatz 2. »7. Abt. Nrutöün. Früb 6>; Uhr Fuiiktionärsitzung bei Schulz, Emfer Str. 162. Ausgabe von Wahlmoterial. Geiätzc für»llcbstoff mitdringen. Sozialdeaiokralifcher Männeechoe Smllctchc» Zoe. Konzert in der Aula der Volkshochschule, Mtttenwalder Str. 3i/85. Aus dem Programm: Männer- chäre. Gemischter Ebor, Lambiuon, Etreichguartett, Orgel. Beginn nach- mittags 6 Uhr. Villetls ä 3 M. inll. Steuer an de« Kaff«. Eröffnung b Uhr._ �ugenüveranstaltunyen. Verein Arbciter stngend. Sckretariot! TB. 68, Lindenste. 3, 2. Kos lwkd. 2 Treppen rechts Telephon! M»I. l2t»8-1«. Ani Sonnabend, den 8. Oklober, findet ein» jtonseecnz b-r crioachsenen Ritarbeiter um 7 Uhr Im Zentral- Ingcndheim, Lindenstr. 3, 2. fitf, 3 Treppen, statt. Vortrag der Scaosfin Dr. Wegscheidrr über„Semeinschaftserzirhiiug-. Zklorgen, Sonnkag. den 9. Oktober: Wegen der Theatcrvrrstcllang fallen sämtliche Wanderungen und all, Ver- anstaltungrn, die am Nachmittag sind, au». 1?us aller Welt. Aus dem besetzten Gebiet. In Homberg um Niederrhein wurde in der Nnckit vom ver- glMgenen SomSkag ein 24ji1briger sniiger Mann, der sich kurz vorher von seiner Veaul verabschiedete, auf dem Nachbansewepe durch einen Stich in« Herz ermordet und seiner Werlsachen beraubt. Der Mörder, ein belpi scher Soldat, hatte bereit« vorher im Bunde mit noch anderen Kumpanen einer Anzahl Straßenpassonten aus offener Straße unter Bedrohung mit dem offenen Meffer Geld abgepreßt. Just war man dabei, an einer Frau dasselbe Experiment'' ZU unternehmen, als ein allgemein geachteter, ruhiger und fleißiger Menlch im Hintergründe auftauchte. Sofort wurde er nieder« gestochen und ausgeplündert. Der Mörder, bei dem man die Uhr de§ Ermordeten vorfand, wurde durch belgische Gendarmen verhaftet und abgeführt._ Der Gründer des„Mitteldeukschen Rcnnkonzcrns". der bielfach vorbestrafle Kaufmann Jeschke, der nach feiner Enllassiiiig au« dem Gefängnis mit nur 95 M. Kapital sein Unternehmen gründete und durch das Versprechen einer 199prozeiitigen Dividende von Leicht« gläubigen 14 699 M. Einlagen erhielt und diese durchbracht?, wurde von der Strafkammer Halle zu einem Jahr Gefängnis vcrurleilt. Gcrckkei. Die Dampffähre Prinzessin Alexandrine rettete nachts zwischen Gsedser und Warnemünde zwei ganz erschöpfte deutsche Schiffbrüchize, die sich mit Hilfe von Planken über Wasser hielten. Einbruch in die Mollfahriskirche von Alt-Ockling. Zwei fRn- brecher, angeblich aus Preußifch-Berlin, drangen nachts in die Schatzkammer der Wallfahrtskirche ein. Sie demolierten das br.annte Goldene Rössel und richteten andere Kleinodien zur Mitnahme her. Die beiden Diebe wurden überrascht und durch Schüsse der Gen- darmerie schwer verletzt. Die Wertsachen konnten ihnen wieder abgenommen werden. Eisenbahnunglück in Spanien. Der Expreßzng Eadiz— Sevilla stieß mit einem Militärzug zusammen. Es gab e i n i g e T o t e und Verwundete. Peflsälle in Australien. Nach einer Havasmeldung aus Brisbans ist dort der vierte Pestfall zu oerzeichnen. Auch in Townsoille soll eine Person an der Pest erkrankt sein. Vorträge, vereine unö Versammlungen. Der SPD.-Mävnerchor Friedrichsham verimstaliet heute 7 Uhr ein Winterkonzert in der„Neuen Welt", Hoscnhcide(Neuer Evoll. Zum Vortrag g«. langen Männerchäre bedeutender Meister wie Eilchcr, Mühring und Slbulken. Als Solisten wirken mit: Fr. Rose Walter(Gefangt. Frau Sola Trau(Eella), Herr Professor Jvor Narmann(Violine). Herr Dr. Ernst Iockl(Flügel), so daß der Abend einen wirklichen klunstgenuß verspricht. Nach dem Konzert Vall. Eintrittskarten ä 3 M. sind noch bei den Mitgliedern sowie am Saaleingange erhältlich. Mit Rücksicht auf die gemeinnlltzigrn Bcstrebungen des Chors wird um regen Besuch gebeten.— Schlesier-Vereln„Rübezahl", Eharlottenburg. Versammlung Sonntag, den 9. Oktober. 7 Uhr,.gaiser»Fricdrich-Str. 83, bei Grimm. Sonntag, den 23. Oktober, nachmittag» ö libr, Herbstvergnügen im Naiscr-Fri-drich.ssclt, Berliner Str. 88. BorträK, Verlosung. Tanz.— Ehar- lottenburg. Polks.Zeveibestattungcoerein Groß-Berlin. Dienstag, 11. Oktober, abends 7 Uhr, Versammlung und Lichtbildervortrag im Kaiser-Frledrich-gelt, Berliner Str. 88. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, vormittags 11 Uhr, Im Rathaus, itönigstrahe. Vortrag dcs Herrn Dr. P. striiche:„Gemcinschafts- knnde".„Entwicklung der Arbeitsgemeinschaften". Harmonium! Au»„Der Eorregidor"(Ä. Wolf). Abends 6 Uhr, Pappelallee 13,„Geselliger Abend". Vortrag de» Herrn Dr. M. Brie:„Volkslied und Kunstlied". Sport. Nennen z« Grunewald. 1. R e n n e n. 1. Eolberg(GerZler), L. Malente(Behr), 3. Sonntagsruhe(H. Lcwicki). Tot.: 17: 19. Pl. 11, 16: 19. Ferner liefen: Lachlaube(4). Katzenjammer.— 2. Rennen. 1. Wickinger(Jentzsch), 3. Abschied(O. Schmidt), 3. Wolfram III((#. Ioncl). Tot.: 44: 10. PI. 14, 11: 10. Ferner liejen: Adrian Werburg(4), Marlo- manne, Licberich.— 3. Rennen. 1. Sotdau(O. Schmidt), 2. Freibeuter (Ä IaNek), 3. Lebcnsgeiährte(Olejnik). Tot.: 13:10. Drei tiefen.— 4. Rennen. 1. Perischnur(®. Janel), 3. Kotmerbos(Olejnik), 3. TcuselS« rote(Safch). Tot.: 13:10. Pl. 13, 12:10. Fclner liesen: Rosenscls, Flüchtling, Wellenbrecher, Altinark, Jrish Bah.— 5. Sic litten. 1. Erbschleicher(A. Sbcrt), 2. Itandstrelchcr(M. Ientzich), 3. Ostera(O. Schmidt). Tot.: 367: 10. Pl. 48, 17, 13! 10. Ferner Ueten: Prophetin, Offensive, Weier, General, Siamit.— K. Rennen. 1. Eklehard(AltMannü 3. Galerie(Kaiser), 3. Casa Bianca(Olejnik). Tot.: 41: 10. PI. 1ö, Lo, 1k: 10. Feiner liefen: Morgenstunde, Fabiola, Lehndorff, Jugendliebe, Perbt, Ellda. � 7. Rennen 1. Abt. 1. Pension(Hugucnin). 2. Döberih (Ludwig), 3. Combattant(0. Schmidt). Tot.: 183: 10. Pl. 46, 26, 24: 10. Feiner licien; Chimäre. Buioar, Erda. Rosmarin, Dunst, Ober- setdherr. Weckruf, Hellebarde, Dragoman.— 7. Rennen 2. Abt. 1. Cor- reggio(Olcjnik). 2. Poll Robert iJtalsct), 3. Ütnn II(Vehr). Tot.: 68:10. Vi. 20, 48. 30: 10. Feiner liesett: Malravirag, Tigris, Prälat, Mctronem, Minestra, Fitou, Rittersporn, Don Binicu, SatZ y Gomez, Ecala. Arbeitersport. Dl. S. V., Arbeitersport. Fußball!«m Sonntaa, den 9. Oktober, fährt die Futzballadteilung der Freien Turnerschaft Neulolln-Butz nach Reimcken- darf, um gegen den dortige» R. B. E. da» fällige Sericnfpicl auszutragen. Treffpunkt 1 Uhr ELrUtzer Bhf. Umlleidelokat Risidenzstr. 136 der Becker. Spiclanfang 3(b Uhr. «rbeiter.Radkabrer.Bund„Aolidaeität'. Touren für Sonntag, 9. Oktober. startellgründungsfest in Fürstenwald», Start für die Abteilungen und Ortsarup- Pen Sonnabend, 3. Oktober, abends ö>4 Uhr, Schief. Tor. Für Nachtlogls ist in Fllrftenwalde gesorgt.— LaiigftrcScnfahre- beteiligen sich am 3. und 9. Oktober an der Propagandasahrt nach Fürstenwalde, Start Eonnabend nachm. Sfh Uhr Ecklef. Tor.— 1. Abt.: Sonntag Untcrhaltungsabend mit Lichtbildervortrag Bulowstr. 38.— 2. Abt.: Sonnabend nachm. 3 Uhr und Sonntag früh 8 Uhr nach»ürstenwalde.— 8. Abt.: Sonnabend nach gürstenwalde, Start nachm. 2Z4 Uhr Stilles. Tor. Sonntag Gtreifzllge durch die Goscner Berge. Endziel Eichwajbe(Witte). Start 1 Uhr Lausttzer Platz(stirche).— 4. Abt., Sonnabend nach Fllrstcnwalde, Start abends 6 Uhr. Sonntag nach Mahlsdorf(Rathaus» bären), Start 12 Uhr Weberwiefc, Elke Frantkurter Allee.— 3. Abt.: EonN- abend nach Fiirstenwalde, Start nachm. 3 Uhr. Sonntag nach gehlendorf (Miek), Start 1 Uhr Comtnreiplvtz.— 8. Abt.: Heffenwinkel, Start 7 Uhr! mittags nach Hirschgarten, Start 12 Uhr Ztopenhagener Str. 26.— 7. Abt.: Sonnabend nach Hangclsderg bei FUrstenwatde, Start nachm. 4 Uhr. Sonn- tag nach Hangelsberg bei Fllrstcnwalde, früh 4 Uhr: mittags 12 Uhr Erkner. Sämtliche Starts bri Wende, Noloniestr. 147.— 8. Abt.: Plötzensee„Zur Erholung", Lampiontour, Start 7 Uhr abends Waldftr. 8. Sonntag nach Saatwinkel, Lokal am Kanal, Start 2 Uhr Waldstr. 8.— 10. Abt.: Mvhlsdorf lRathausbären), Start 1 Uhr.— It. Abt.: Sonnabend nach Fllrstenwaldr, Start 3>4 Uhr Schief. Tor.— 12. Abt.: Sonntag nach Fllrstcnwalde, Start 7� Uhr Ringbahn Frankfurter Allee.— Ortsgr. Reukülln: Sonnabend nach Fürstenwaldc, Start bl-h Uhr Schlei. Tor. Sonntag»ach Eichwalde, Start 8 Uhr Richardplatz.— Ortsgr. Pankow: Sonntag nach Spechthaufen(Ebers- walde), Start 7 Uhr. 16 Uhr nach Summt, Start Florastr. 24.— Ctijgr, Spandau: Dahlem, Start 12 Uhr Schlltz-nhaus.— Ortsgr. Lichtenberg: Auf zum Saalfportiest nach Kaulsdorf(Berggarten). Ansang 3 Uhr nachm.— Ortagr. ReiniSendots: Kaulsdorf(Rest. Ünterlcit), Start 1 Uhr bei Muster.— Ortsgr. Wcitzenfce: Scnnabend nach Fllrstcnwalde, Start 3>(, Uhr Schief. Tor, Sonntag nach Virkenwerder(Japan), Start 7lA Uhr Berliner Allee 231. Achtung, Arbciterfportlerl Am 8. und 9. Oktober findet in Fllrstenivalde die Grllndung eines Arbeitersporttarteils statt. Programm: Sonnabend, den 8. Oktober, abends 8 Uhr, Abholung der fremden Vereins vom Vahnhof, von dort zum Lokal Wilhelmshöbe, Lichtbildervortrag des Ar.- briterwanderbunprs„Naturtreunbe",' Sonntag, inlh 7 Uhr, Wecke»; Ha Uhr Abmarsch vom Lokal zur Schule Holzstraße, dortselbst Ansprache, Ausführung der Turner, Radfahrer, Wandetbnnd„NatursreNNdc" und des Poletartschen Gesundheitsdienste«: H2 Uhr Abmarsch vom Lokal zur Demonstration durch FUrstenwatde. Abfahrt der Zllgr: Schl-sifchcr Bahnhof 8.26, 4.26 und 6.66 Uhr, Erkner umsteige». Freie Turnerschast Steglitz veranstaltet am Sonntag, den 9. Oktober, auf dem Gemeindesportplatz Steglitz, Ring-, Ecke Slldendstraßc, ein Sportfest zu- gunsttn der Rutzlandbilfe und Hinterblieben von Oppau. Geboten wird: Fuß- ball: Steglitz— Rordiska, Meister der M. S. V.> vorher 2. Mannschaft. Außer- dem: Raffball, Faustball, Masscnfrcillbungen, Dreikämpfe, Geräteturnen, Ring- und Boxkämpfe. Tonristen-Verein„Die Raturseeunde". Fahrten am Sonntag, den 9. Okto- der. Norden: Viesenthal— Saniithsee, Abf. 3.36 Bhf. Gesundbr.— Moabit: Arbeitssonntag zum Uedcrsee. Abf. Sonnabend 3.39 u. 8.33 Stett. Ferndhf.— Steglitz: Arbeitsfonntaq zun, Uedcrfee. Abf. Sonnabend 7.43 Steglitz.— Süd- west: Ticfenfee— Älölbsee, Abf. 6.11 Wriez, Bhf.— Weddinn: ssepernick— Liev- nitzfee, Abf. 3.46 St'ett. Vororidhf.— Lichtenberg! Durch die Duberow, Abf. Sonntag 6.64 S!raI..Rummelsb>irg.— Sstdost: Trebbin— Glauer Berge, Abf. 6.33 Anh. Bhf.— Mitte: Königswusterhausen, Abf. 6.23 Eörl. Bbf.— Kinderfahrt der Abteilung Treptow: Eichwalde— Erofstnsee, Trcffp. 6.36 Bhf. Treptow. Sriefkasten üer Neöaktion. Brieflich« Auskunst wird nicht erteilt.— Jeder für den Brief- kästen bestimmten Anfragt fllge man einen Buchstaben und eine Nummer bei. Eilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde. Lindenstr. 3, 1. Hof pari, links, vor. Schriftstücke und Verträge sind mitzubringen. t. K. 5. Russischer Sprachunterricht wird erteilt In den Schulen Ehoriner Strasse 74»nd Wrongelstr. 33. A. L., Schöueberg. Zweifelhaft. Ilnferes Erachten» nein.— K. 49. 1. Rein. Ihr« Braut kann aber von dem Vater die Gewährung einer angemessrucn Aussteuer fordern. 2. Ia, kofern Schenkung vorliegt.— H. St. 150. 1. Eidrs- zufchiebung ist unzulässig. E!« können zwar Berufung einlegen, wir raten aber davon ab. 2. Besondere Mittel gib! es nicht. Das Recht der Aufenthalts- bestimmung kann nur durch eigene Macht verwirklicht werden. Evu. müssen Sie sich an dcs Bormundsckiaftsgericht wenden.— Winsstr. 5. 1. Ia. 2. Ia, beim Zentralmieteinlzllngoamt, Neue Fricdrichsit. 36. Wetter biß Tonntilg niittag. Zeilwelfe heller, jedoch überwiegend bewölkt, an der Küste einzelne leichte Regenfülle, sonst meist trocken, ittittag« warm. L» der Rächt zu Lontttag milde bei müpigcn judwefUichcn Sälnben, öerliner Gewerkschaftsschule. Die Berliner Ortsausschüsse des ADOB. und des Afa-Bundes haben die vom ehemaligen Bollzugcrat eingerichtete Räteschule, die spätere Bctriebsrätezentrale, als Betricbsrätcschule übernommen, die in L0 verschiedenen Kursen in jährlich drei Semestern bereits Tau- sende von Arbeitern und Angestellten in ihre Aufgaben als Be- triebsräte eingeweiht haben. Daneben haben die Berliner Gewerk- schaftskommission und die.Afa jetzt eine Gewerkschaftsschule ins Leben gerufen, die das Lchrgebiet der Betriebsräte- schule ergänzen, die Gewerkschaftsangestellten, Funk- t i o n ä r e und die Jugendlichen aus allen Gebieten der Ge- werkschaftsbewegung schulen soll. Der Aufschwung der Gewerk- schaftsbcwegung seit der Revolution und die ihr neu zugefallenen Aufgaben erforderten die cheranzichung einer großen Anzahl von Arbeitern und Angebellten als Annestelltc, ehrenamtliche Funk- tionäre und Betriebsräte. Auch die Jugendbewegung hat sich gut entwickelt. Mehr denn je ist die Schulung der erforderlichen Kräfte notwendig. Diesem Bedürfnis soll für Berlin die neue Gewerk- schaftsschule genügen. Ihr Lehrplan sieht für den Unterricht drei Jiorergruppen vor: GewerkschaftsangestelltS, ehrenamtliche Funk- tionäre und Jugendliche. Das Stoffgebist für die erste Gruppe um- faßt die Theorie und Geschichte der Gewerkschaftsbewegung, wofür als Lehrer Dr. S. N e st r i e p k e und Cl. N ö r p e l gewonnen sind, Bolkswirtschaft und Wcliwirtschaft, Lehrer: Rudolf W i s f c l l, und das Arbeitsrecht, worin Prof. Dr. Kastel und Minillerialrat Dr. Der ich die Lförer einführen werden. An die Vorträge der Lehrer schließen sich Besprechungen. Die zweite Gruppe wird von Karl B u blitz in die Gewerkschaftsbewegung und die gewerkschaftlichen Organisationsprobleme eingeführt und von Fritz Schröder mit der Arbeitnehmerbewegung und den Wirtschaftsproblemen ver- traut gemacht, in einem etwa zwanziasiündigen Unterrichtskursus. Tic Jugendlichen werden durch Dr. Kurt Greiling über die Entstehung und Entwicklung des Kapitalismus und der Arbeiter- bewegung unterrichtet, sowie über die volkswirtschaftliche und weit- wirtschaftliche Lage Deutschlands, während A. Meißner über Ge- wertschaftliche Jugendsektionen und Jugendschutzaufgaben lehrt und Gertrud Ellert über die Erziehungsaufgaben der gewerkschaft- lichen Jugendbewegung. Der Gruppe der Jugendlichen soll be- sonders Sorgfalt zugewendet werden: die Unterrichtsdauer beträgt ein halbes Jahr. Die Berliner Gewerkschaftsschule will mithelfen, die Männer und Frauen heranzubilden, die als Organe der Arbeiterschaft im. wirtschaftlichen und politischen Leben stehen und wirken müssen. Sie will zur Lösung der großen Probleme beitragen, die geklärt und überwunden werden müssen, um zur Stabilisierung und Umstellung der deutschen Volkswirtschaft und des staatlichen Lebens zu gelangen. Ein feierlicher Eröffnung s.obend am Donners- tag im Gemerkfchaftshaus leitete die neue Schule ein, zu dem sich außer den chörern eine Reihe von Vertretern der Gewerkschaften und Behörden eingefunden hatte. Nach kurzer Begrüßung durch den Vorsitzenden der Gewerkschaftskommssiion, Genossen S a b a t h, und einer Absprache des Sekretärs, Genossen Vollmerhaus, gab der Leiter der neuen Schule, Genosie F r i ck e, ein eingehendes Bild über die Aufgaben der Arbcitnehmerfchast im Wirtschaftsleben und die Art, in welcher die zur Lösung dieser Ausgaben erforder- lichen Kräfte in der neuen Gewerkschaftsschule herangebildet werden sollen. Zum Schlüsse legte er den chörern ans cherz, die ihnen gebotenen Möglichkeiten auszunützen, um als Glieder in der großen Kette der Arbeiterbewegung dienen zu können. Nicht in ihrem eigenen oder in ihrem Berufsintcresse liege ihre Schulung, sondern im Interesse der Gesamtheit. Genosse Graßmann vom Vorstände des ADGB. würdigte die Bedeutung der neuen Bildungseinrichtung. Dos ursprüngliche Ziel der Gewerkschaften ist weit überholt. Der Kapitalismus ist stärker als vordem aus dem Kriege hervorgegangen, weil er niate- riell und geistig das Wirtschaftsleben beherrscht. � Es gelte wirtschaftlich zu rüsten, politisch zu einigen und gei- st i g zu schulen. Sozialismus heißt Arbeit, Unterordnung unter ein großes Ziel und Selvstentäußcrung. Unserer Ausgabe werden wir nur gerecht, wenn wir in die Dinge eindringen. Wir müssen die Lücken unseres Wissens ausfüllen, den Nachwuchs schulen, um dem Kapitalismus auch als geistig Gleichberechtigte gegenüber zu treten. Der Gewerkschaftsbund begrüßt und unterstützt daher alle Einrichtungen, die zur Schulung der Arbeiter und Angestellten dienen. Cr ermahnte die Hörer, nicht dem Glauben zu verfallen. daß das Wissen, das sie hier erlangen, überhebe, vielmehr es als eine Grundlage zu betrachten, auf der sie weiter arbeiten müssen. Genosse A m m a n n begrüßte die Gewerkschaftsschule namens des Afa-Bundes. Der jüngste Afa-Kongreß habe das Bündnis zwischen Arbeitern und Angestellten besiegelt und seine Hauptaus- gäbe in der Bildung und Schulung erblickt. Das sei auch der beste Weg, um den gegnerischen Organisationen der Angestellten zu be- gegnen, die Söhne und Töchter der Arbeiter und Angestellten ihrer gewerkschaftlichen Organisation zuzuführen. Reichswirts ch aktsmini st er Robert Schmidt be- tonte, daß die Arbeiterbewegung zunächst Organisationen schaffen mußte, dabei ober nie vergessen habe, wie notwendig die Bildung und Schulung für sie ist. Es fehlte darin die notwendige Systsmatik. In der Hauptsache konnte nur in Gewerkschaftsversammlungen Auf- klärung verbreitet werden. Ein geordneter Bildungsgang mußte die weitere Aufgabe sein. Die Jugend muß die Kräfte heranbilden zu künftigen Trägern und Förderern der Bewegung. Begeisterung und guter Wille genügt nicht, das unentbehrliche Wissen muß hinzu- kommen. Aber auch an den in der Bewegung tätigen Kräften darf nicht vorübergegangen werden. Immer wieder zeigt sich ihnen die Notwendigkeit und bietet sich ihnen die Möglichkeit, Neues zu lernen. Die Stellung der Arbeiter im gegenwärtigen Wirtfchaftsgetriebe ist sehr schwierig und stellt an die Geistesbildung hohe Ansprüche. Die Gewerkschaftsbewegung muß die besten Kräfte heranholen. Herzliches Glückauf zu der neuen Arbeit. Als Vertreter des Rcichsarbeitsministers begrüßte Regierungsrat Dr. F l a t o w die Gewerkschaftsschule, der Geheimrat Münzet vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst Volksbildung freundliche Worte widmete. Der Volksstaat muß ein Kultutstaot. ein Bildungsstaat fein, oder er wird nicht sein. Cr- ziehung zur Mitarbeit und zur Verantwortlichkeit ist dazu not- wendig. Die weitere Aufgabe muß sein, den Beruf und die Berufs- arbeit ideal aufzufassen. Der Idealismus ist eine starke Kraft- guclle. Das Bewußtsein der Mitarbeit hebt den Arbeiter empor. Er hofft, daß die Schule dazu beiträgt, kn Idealismus wachzurufen und die Führer heranzubilden, deren die Volkswirtschaft bedarf. Auf dem Weltmarkt können wir uns nur durch Oualitäts- arbeit behaupten. Diese kann nur von qualifizierten Arbeitern ge- leistet werden. Qualifizierte Arbeiter aber können nur auf dem Wege guter Allgemeinbildung gewonnen werden. Genosse Molkenbuhr vom Parteivorstand der SPD. erinnert an die Worte, die Lassalle den Berliner Arbeitern vor 60 Jahren zurief:„Ihr seid der Fels, auf dem die Kirche der Zukunft erbaut wird" Damals war Deutschland noch ein Agrarstaat. In den ersten Jahrzehnten der Bewegung mußte man sich darauf beschränke»», Agitatoren zu schulen. Als 1867 das„Kapital" von Karl Marx erschien, empfand man erst, wie schwer es ist, sich in den wissenschaftlichen Sozialismus hineinzufinden. Neben den politischen Aufgaben sind wir heute auch vor Wirtschaft- lich bedeutsame Aufgaben gestellt. Die Anforderungen, die an uns herantreten, werden immer größer. Die Herr-im-Hausc-Thcorie ist auch heute noch nicht überwunden und doch spielt heute der Arbeiter im Betriebe eine ganz andere Rolle wie früher. Der Weltkrieg hat alles in Unordnung gebracht. Das Vergangene muß uns eine Lehre sein. Etwas Neues muß entstehen, ein neues Wirt- fchaftsleben, in dem die Arbeiter die Rolle übernehmen müssen, die ihnen Lassalle vor 60 Jahren zugeschrieben hat. Für die Hörer gelte es, sich anzustrengen, um als dienende Glieder dem Ganzen zu nützen, Pioniere einer neuen Zukunft zu werden. Zum Schluß dankte Sabath den Erschienenen und bat die Hörer und Schüler, die Ermunterungen zu beherzigen. Durch die Schule soll die im Volke wohnende Urkrast geweckt und dem Volke dienst- bar gemacht werden.___ WtetsthQfi Die Teuerung schreiket fork. Die vom Statistischen Reichsamt errechnete Msßziffer für die Kosten des dringlichsten Lcbensbedarfs, die wegen ihrer Bcrech- nungsweise ein sehr unzuverlässiges Bild von den Veränderungen der Lebenshaltungskosten gibt, zeigt ein weiteres Fortschreiten der Teuerung an. Die Reichsindexziffer der Lebenshaltungs- kosten, der die Ausgaben für Ernährung, Heizung, Beleuchtung und Wohnungsmiete lnicht Bekleidung usw.) zugrunde liegen, ist ini September gegenüber dem Vormonat um 17 Punkte oder 1,6 Proz. aus l062 gestiegen. Gegenüber dem Stande im Januar d. I.(öl-l) beträgt die Steigerung 12,6 Proz., gegenüber September 1020 86,3 Proz. Die Erböhung der Lebenshaltungs- kosten ist in der Hauptsache auf Preissteigerungen für Lebensmittel zurückzuführen. Die Indexziffer für die E r n ä h r u n g s k o st e n allein ist von 1309 im August um 1,4 Proz. auf 1418 gestiegen. Gegenüber Januar d. I. beträgt die Steigerung der Ernährungs- ausgaben 12,1 Proz. Im Bcrichtsmonat haben zu dieser Erhöhung teilweise recht erhebliche Preissteigerungen für Nährmittel, Hülsen- früchte, Schweinefleisch, Speck, Eier, Milch und Fische beigetragen, außerdem kommt in der Septcmberzahl die im August eingetretene Brotpreiserhöhuna Zum ersten Male voll zum Ausdruck. Demgegenüber haben sich in fast allen Er- Hebungsgemeinden Kartoffeln und Gemüse nicht unbeträchtlich er- mäßigt. Auch die Aufwendungen für Heizung und Veleuch- t u n g sind im Durchschnitt des Reichs erneut gestiegen. Die Entwicklung war im Berichtsmonat innerhalb des Reichs nicht völlig ausgeglichen. In einer Reihe von Gemeinden war die Preisermäßigung für Kortoffeln und Gemüse so bedeutend, daß trotz der Erhöhung der Preise für sonstige Lebensmittel eine Ver- Minderung der Gesamtkosten eintrat. In anderen wieder war die Erhöhung des Preisniveaus entsprechend höher. Zur Erfassung der Devisen für das Reich hat der Gesamtaus. schuh der Auhenhandelsneben stelle Grobkeramik die folgende Entschließung gesaßt:„Die Ausfuhrbewilligung ist nur zu enteilen, wenn nach oalutastarken Ländern in Aus- landswährung verkauft wird. Van der Gesamtausfuhr nach valutastarken Ländern, gleichviel, ob sie in Mark oder in auslän- bischer Währung erfolgt, sollen mindestens 8 0 Proz. in ausländ!- schen Devisen an das Reich abgeführt werden, soweit sie nicht nachweisbar für die Ausfuhr notwendig sind. In besonderen Aus- nahmefällen ist der Außenhandelsnebenstells Grobkeramik die Un- Möglichkeit der Fakturierung in Auelandswährung und der Devisen- abliescrung nachzuweisen. In solchen Fällen darf die Ausfuhrbe- willigung auch erteilt werden, wenn der Preis in Mark ange- geben ist." Die Kaclcllierung im Braugewerbe. Seit langer Zeit schon vollzieht sich im Braugewerbe eine fortschreitende Fusionierung und Kartellierung, erzwungen durch die Lage des Braugewerbes nach dem Kriege. Auf dem jüngst in München stattgefundenen 50. Ge- burtstag des Deutschen Brauerbundes war die Festrede des Bun- despräsidenten Funke, des Direktors der Schuitheiß-Patzenhofer- Brauerei, speziell auf dieses Thema eingestellt. Funke wies auf die Bedeutung und den Vorteil der zunächst rein lokal entstandenen Preiskonventionen und Absatzkartelle hin und forderte schließlich die Anerkennung und Weiterbildung des Kartell- g e d a n k e n g als Hauptaufgabe des Vrauerbundes. Der einzelne müsse seine geschäftliche Unabhängigkeit und Willkür den Interessen des Gesamtgewerbes ein» und unterordnen.— Im Zusammenhang mit dieser Tagung wurden interessante Mitteilungen über die wirt- schaftliche Lage des Braugewerbes gemacht. Im Laufe des Jahres 1021 ist ein wesentlicher Aufschwung der Produktion zu verzeichnen, deren größten Teil der innere Absatzmnrkt aufnimmt, während der Cxvort trotz der günstigen Valutaverhöltnisse erst ein Fünftel des Friedensstandes erreicht hat. Hauptabnehmer sind dabei heute Italien und Vorderasten. Zur Jinanzlagc Frankreichs. Das Staatsdefizit nimmt in Frankreich ständig zu, da die Steuern stark hinter dem Voranschlag zurückbleiben. Für das laufende Jahr find bis Ende August 716 Millionen Frank weniger Einnahmen in die Staatskasse geflossen als vorgesehen war. Infolge der Unterbindung der Einfuhr durch Schutzzölle usw. haben sich die Zolleinkünfto wesentlich vermindert. (Ausfall im August gegen den Voranschlag 60 Millionen Frank.) Besonders ist die Einfuhr von Eisen, Stahl. Maschinen, Textilwaren und Getreide zurückgegangen, letzteres infolge der guten inlävdi- scheu Ernte. In den ersten acht Monaten des Jahres hatte der Staat 8,6 Milliarden Frank Einnahmen aus Verbrauchs- steuern und 643 Millionen Frank(welche nach dem Vor- anfchlag IM Milliarden bringen sollten) aus direkten Steuern. Die Verteilung der direkten Steuern auf die verschiedenen Er- werbszweige ist sehr bezeichnend für die französische Finanzpolitik. Es entfallen nach dem Voranschlag 840 Millionen Frank auf all- gemeine Einkommensteuer, 631 Millionen auf ijaiidels- und Jn- dustriegewinne, 14 Millionen auf l a n o iv i r t f ch a f t l i ch e Gewinne, 108 Millionen auf Gehälter und Löhne und endlich 18 Millionen auf die freien Berufe. Die Gewinne der freien Berufe sollten demnach die der ganzen Landwirtschaft übersteigen! Die einseitige steuerliche Bevorzugung der landwirt- schaftlichen Bevölkerung ist in Frankreich noch erheblicher als in Deutschland.. Nach kurzem, schwerem I Leiden verschied in der Zlocht vom 5. zum 6. Ott. unser lankiiihrigerV»» staudskalleae, Herr Malermeister Richard IMe Wir verlieren In ihm einen gewissenhaste», eisrigen MUarbciter, dem wir weit Uder das Grad hinaus ein ehren- desAndentcn bewahren werde». 10/12 Der Darstand der«Ugemeinen Ort,. krankentassc Berlin- Wilincrsdae-. Die Beerdigung findet I am Sonnadcnd, den I 1 8. Oktober, nachmittags I j Z Uhr. von der Leichen- 1 I halle desWilmersdorfer| I Friedhose« statt. Am Donneesiag, den i 1, Ottoder, verstardnach ] langem, schwer. Lesben ! unser langliihriger An- I gestellter, Herr jKugast Berthe Derselbe war seit dem Jahre lgvg in unserer Verwaltung tätig und verlieren wir in ihm einen stets fleißigen und vstichtireuen Beamten. Wir werden sein An- denken in Ehren halten. Der Vorstand der Allgemeinen Orte- krankentaste Berlin- Bilmeradars. Die Beerdigung findet amMontag, den lO.Okt, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle de» Ge- meindesriedhoses Neu- tölln. Rudower Etraße. statt. lO-M für olle Speisen und zum(Zinkochen- Kristall. Süßstoff. 1».Zricschen= 1"• g für IS pf. ha» die Süßkraft ein«» Pfunde. Zucker. Kein— vorzllglich— bekömmlich. (IrHiltlich In Nolantolwaren- 5� 5� Mark usw., verzinttll.OM. F. Meyer, Z»g..Rcgena»s.Langestr.iIu I„Üsburbat" z n!n enif violnn IphPfin ein seit vielen Jahren sicher wirkend, Mittel j j gegen jede Art von| Flechten. Preis d. Packung 15 M. Nur z. beziehen durch Apoth. Frielendorf, t Bezirk Kassel. fe mm trotz des Streiks solange Voirat reicht S*W' eu altbekannt billigen Preisen. Teilzahlung SNöbeS-dross Frankfurter Str. 141 Inyalidenstr.S,Eing. Ackersir. Liefere auch auswärts Va Liier II. M. 25,- Vi Llterfl. M, 47,50 Berlin W 50 Potsdani.Str.122 Jhretefl-Jerrenhiite reinigt, ffirht u. preßt um in höchst. Vollendg. Siroli- und Fllzltuilnbrik Georg Erdmann ScbSnhaua.Allec IIb, Relnlcktndor(erStr.32 . 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(Karlstraüe> 7 Uhr: Die Räuber Stg. 7 Uhr: Die Räuber Theater In der PniggrätzerStr. heute und morgen 7VsU.:Die Fahrt ins Blaue (filäSner, Riehard, Engl, Hröckl, Sticda, Biidt) Koinßdienhaüs Täglich 8 Uhr: Max Pallenberg Hans Waßmann im neuen Burleskenschw. Josinys Busenfreund Berliner Theater Täglich 7.30 Uhr: (Prinsefftn ©Mm FritziMassarya.lj Ralph Art. Roberts H.KiperWallyKoch Central-Theater s uhr. Dia Postmeisterin Deutsches Opernhaus vh u.: ßigoletio Frioitr. Wilhelnistädt. Th s uhr: Anierienn Girl Intimes Theater 8 U: Die Spelunke/ Lauf doch nicht immer nackt hemm Kleines Schauspielhaus t'U U.! lüki(Uustsp.) Lustspielhaus uhr Die Scliauspieier Metropol-Theater 7.30U.: StraSensängeriii Neues Operettentheater 8 uhr: Königin d. NaeSii Neues Theater am Zoo s uhr: Die ersten Sporen Neues Volkstheator 7-,- uhr.- Jupdireunfle Schiller-Th Charlottenb. 3 Uhr: Wilhelm Teil su.Ricliter v. Zalamea SchloSpark-Th. Sieglitz 7-uüitösumkkili Thalia-Theater w.u.: Schäm' Dich, Lotte Theat a. Noilendorfplatz 3J/, Uhr: Fidelio uhr: Vetter ans Dingsda Theater des Westens tv. u.: Braut ILdcbUds Th.! ri.Kommandanfonstr. (jüd. Künstler-Theater) 8 Uhr: Ncwejts Wallner-Theater 77. Uhr; tvixoitk» Volksoper. Walhalla Th. uhr: Glocken v.llornevllle Residenz Theater Täglich 8 Uhr; DerPnig i. Paris ( Le Roi) I.ustsp.v. Flcrsu.Caiilavct Olga' imbur�, Kaiser Titz, LottäKlir.der, Eugen Rex. RichardSenius.LotteBswis Kleines Theater Täglich 8 Uhr: Frl. Josette -meine Frau Eugen Burg, Carola Toelle Falkenstein, Hans Albers Trianon-Theater Täglich 7V, Uhr- Tod u.Teufel Vorher: Der Kainrnersänger Ida Wüsi, Erich Kaiser- Titz. Käthe Haack. Sciiroth Regie Georg Altmann (Rose-Theater) 7Vz Uhr: Das Clück der Meinen Leute Volksbühne; Theater am Bülowpiat/: u!2 Masse Mensch Lessing-Theater heute u folg. Tage?>/. Die Spielereien einer Kaiserin Durieux, Steinrück Sternberg Deutsches Künstler-Th. Allabendlich 7V. Uhr: Die Ballerina des Königs (Leopoldine Konstantin) Casino-Theater Lothringer Str. 37 Tägl. 73/4 zu volkstüm i. Pr. der größte Heiterkeitserf. Bxzeiienz Maxe Posse in 3 Aufzügen u. d erstkl. Belhrogiamm Stg.3'/j: Pantoffelheld Kallee ielka 1 Friedrlclistraße S9-60 | Ecke Leipziger Str. Großes neues Pro;ramm Nachmittags 4,(2 llür Eintritt frei! Res. Platz I M. ■o Erika Feige o Soio-Tänzerin c f n- Edi Nigerl s � Humorist a L Erna Gagelke Solo-Tänzerin � Egon Molkow 0 " Ballettmeister n Elisa Reiche n Solo-Tänzerin Zwei Pohleys, Kleines Theater � Agi Maske Mond.Voitrags- künstler n � It. Rutkowsky � Vortraoskünstl. n Kap. Günther er Allabendlich Der fk), 8 Uhr 8 Uhr i Unter allabend- I licher Leitung| | d. Komponisten ! Fallt Linke |Jrau£una Große Ausstattungsoperette (iscarSaiiöa.a.i Eise ßerner Fritzi Arco Martin Keltnsr i Fritz Steidi gOrig. Grigolaflsfi Luflbalistl; | Tageskasse un- unterbr. geöffn. 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