M.477 4 Z8. Jahrgang Musgabe A Nr. 241 Sonntags Ausgabe Bezugspreis: Vierteljährl. SS,— SUl, monatL 12.— M. frei ins Saus, voraus zahlbar. Post- bezug: Monatlich 12.— M» einschl. Au- stellungsgebiihr. Unter Kreuzband stir Deutschland, Danzig. das Saar- und Memelgebiet, sonne die ehemals beut- Ichen Gebiete Polens, Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 22,— M., stir das übrige Ausland 2g,— M. Post- dcstellungcn nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho» Slowakei, Däne- mark, Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der„Vorwärts" mit der Sonntags- beilage„Volk und Zeit", der Unter- hailungsbeilage.Lcimwelt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: apSojtaloemoCtaf Berlin- berliner Volksblstt �40pirsiwZv) AnzcigeupreiS: Die neungespaitene NonparrMezeile lostet 6,— M.»klaina Anzeigen" das tettgedruckte Wort 2,— M. lzu- lässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort t— M. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort l.— M„ jedes weitere Wort sill Pfg. Worte Uber 15 Buchstaben zählen für zwei Motte. ffamilien-An< zeigen für Abonnenten Zeile Z.S0 M. Die Preise verstehen sich cinschliesilich Teuerungszuschlag. Anzeigen für die nächste Numi» müssen bis B Ahr nachmittag» Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden, straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr srüh bis 5 Uhr abends. \ Z Zcntralorgan der rozialdemokratlfchcn Partei Deutfchlands Neöaktion und Expedition: EW 68, Linüenstr. Z SCcrtittorcdlcr* Redaktion Morihplatz 16196—97 �erniprerycr. Während des Krieges hätte eine solche Verteidigimgsmethode in Frankreich zweifellos gesiegt. Noch im Frühjahr 1919 wurde Villain vom Pariser Schwurgericht freigesprochen, nachdem seine Anwälte stundenlang Kübel von Kot auf sein Opfer Iaures abgeladen hatten. Ob aber jetzt noch die Kriegspsychose die französischen Gemüter der. art geherrscht, daß die Pariser Geschworenen diese„Mörder" sozusagen aus„Patriotismus" freisprechen werden, möchten wir aller- dings bezweifeln. Allein der N e r s u ch der Frau, auf diese Art eine mildere Stimmung für sich und ihren Geliebten zu erzeugen, ist jeden- falls als ein Kulturzeichen der„großen" Zeit charakteristisch. Reue Raabe-EJeteheii. Wilhelm Raabs hat in seinen Er- Zählungen eine Fülle kluger Gedanken in origineller Form aufgc- speichert, so daß man schon verschiedentlich solche„Raabe-Weisheit" aus seinen Werken gesammelt hat. Nicht minder groß aber ist der Reichtum an unveröffentlichten Gedanken und Ein- fällen, die er aufzeichnete. Aus diesem Schatz wird in dem bei Hermann Klemm in Berlin-Grunewald erschienenen„Raabe-Gedenk- buch" jetzt einiges mitgeteilt, und ein paar dieser Aphorismen seien hier wiedergegeben: Der größte Fortschritt der Zeit liegt darin, daß jeder a n- ständige Mensch, der jetzt viel Geld erworben oder überkommen hat, das Gefühl in sich trägt, als ob er sich auf irgendeine Weise des- wegen entschuldigen müßte. Die soziale Frage. Es geht nicht mehr alles so hin. Das Da- m.oklesfchwcrt des allgemeinen Durcheinander ist nichts. Aber daß ieder von oben bis unten sich zu sogen hat: Mau achtet Dir auf die Fing«, und die Finger anderer haben die Macht, sich zu einer Faust zu ballen— das ist etwas, und alles in allem genommen, etwas recht Segensreiches. Die ewige Illusion, daß das Leben noch vor einem liege! Das Leben liegt immer hinter einem. Wenn längere Zeit nach dem Tode eines geliebten Wesens einen der alte Schmerz überkommt, so überlege man. was der Tote versäumt habe, während man selbst und die anderen weiter lebten. Wem nicht jeder Satz, den er schreibt, der wichtigste ist, soll das Schreiben lasten. Goethe ist der deutschen Nation gar nicht der Dichterei usw. wegen gegeben, sondern daß sie aus seinem Leben einen ganzen vollen Menschen vom Ansang bis zum Ende kennen lerne. Keinem anderen Volk ist je solch ein Geschenk von dem Himmlischen gemacht worden. Nur die einzelnen Züge liegen in den Schriften. Wer ist ein Humorist? Oer den winzigsten aller Nägel in die Wand oder die Hirnschale des hochlöblichen Publikums schlägt und die gatizs Garderobe der Zell und aller vergangenen Zeiten daran aufhängt. � Die Arbeiter.Kunft.YereluIguug veranstaltet am heutigen Sonnta-,. ronnittags 11 Uhr eine Führung durch ihre Ausstellung in der welMchen Achulc, Neukölln, Rütllftrahe. Im übrigen ist zu wünschen, daß das Gerede von einer Privatisierung der Eisenbahnen schleunigst aufhört und fach» lichen Erwägungen über ihre bessere Ausnutzung im Dienste der Allgemeinheit Raum schaffen. Sonner Justiz. Gerichtlicher Schutz für nationale Teuunzianten. Die Donner Richter stehen noch auf derselben Höhe altprsußi- schen Klastengefühls wie zu? Zeit der Bonner Dorustenprozeste. Das zeigt eine Entscheidung, die am letzten Donnerstag die Straf- kammmer des Bonner Landgerichts fällte. Folgender Tatbestand lag zugrunde: Der Direktor des Städtischen Realgym- nasiums Geheimrat Dr. N i e p m a n n, ein Führer der Deutschen Volkspartei, hatte der französischen Besatzungsbehörde ohne jeden Grund mehrere Bonner Srudenten als Kommunisten denunziert, darunter auch einen in unserer Partcibewcgung hervorragend täti- gen Genossen. Um die Bedeutung einer solchen Denunziation zu ermessen, muß man wissen, daß die Bcsatzungsbehörde schwarze Listen über die Kommunisten führt und sie ausweist, soweit es nur irgend geht. Die Denunzierten hatten denn wirklich die größten Schwierigkeiten, langwierige Verhörungen usw. durchzu- machen, und nur durch das aufklärende Eingreifen unserer Par- tsilsitung konnte ihre Ausweisung vermieden werden. Gegen den„nationalen" Denunzianten hatten die Geschädigten Strafantrag gestellt. Aber sowohl das Schöffengericht wie die Strafkammer in Bonn haben die Beleidigungsklage a b g e- wiesen, indem sie dem nationalen Denunzianten den Schutz des § 193(Wahrnehmung berechtigter Interessen) zu- billigten. Nach diesem Urteil darf hinfort jeder Reaktionär im besetzten Gebiet ungestraft seine republikanisch oder sozialistisch gesinnten Mitbürg« bei der Besatzungsbehörd« denunzieren. Solche„nationale" Denunziationen hält ein preußisches Gericht für ein„berechtigtes Interesse" des Denunzianten. Das ist die Justiz, die immer wieder Entrüstung markiert, wenn wir ihr unser schärf st es Mißtrauen erklären. De? Nuge-Skanöa!. Zu der Erörterung des Falles Rüge wird vom amt- lichen Preußischen Pressedienst folgendes fest- gestellt: Der frühere Privatdozent Rüge war dem Ermittlungs- richte? des Amtsgerichts Breslau vorgeführt worden. Dieser hat den Erlaß eines Haftbefehls abgelehnk. well er das ihm vorgelegte Material nicht für ausreichend zur Begründung eines dringenden Tatverdachts erachlete. Auf Beschwerde des Oberstaatsanwalts hat das Landgericht auf Grund inzwischen belgcbrachken umfangreichen Maieriala Hastbefehl gegen Rüge erlassen. Der Justiz- m i n i st e r hat der Angelegenheit sofort seine volle Aufmerksamkstt zugewandt. Er ist insbesondere noch mit der Prüfung der Frage befaßt, ob die Bearbeitung der Sache durch den E r m i t t e l u n g s- richte?— der im übrigen üb« die Erlassung eines Haftbefehls nach freiem richterlichen Ermessen zu befinden hat— zu irgend- welchen Zilaßvahmen im Aufsichlswege Veranlassung geben kann. Diese Erklärung ist nicht gehauen und nicht gestochen. Warum hat das umfangreiche Material gegen Rüge nicht dem Ermittlungsrichter vorgelegen, und warum hat dieser übereifrige Herr nicht mit der EntHaftung Ruges warten können, bis das Material gegen Rüge eintraf? In der Presse ist behauptet worden, daß der Ermittlungsrichter es gar nicht für notwendig gehalten hat, den Bescheid der amtlichen Stellen abzuwarten, die das Material gegen Rüge hinter sich hatten, sondern daß er mit einer geradezu verblüffender Eilfertigkeit die Haftentlassung Ruges verfügt hat. Hätte dieser Herr es mit der Entlassung Ruges auch so eilig gehabt, wenn Rüge wegen spartakiftischer Umtriebe eingeliefert worden wäre? Vielleicht bringt eine inzwischen von der sozialdemo- kratischen Landtagsfraktion eingebrachte kleine Anfrage etwas Licht in das Dunkel dieses Falles. Silüungsanstaltev üer Republik. Man schreibt uns: Uns republikanischen Lehrern liegt daran, laß in den nunmehr endgültig dem Reiche zugesprochenen Anstalten der Herr Minist« des Innern nach dem Rechten sieht. Bei der Ueberleitung in Zivil anstatt. in am 1. Mai 1920 wurden den neuen Anstalten schwarzrotgoldene Fahnen übersandt, wohl als Symbol dafür, daß wenigstens an dusen Schulen mit Staatsstipendiaten die Republik ihre verfassungsmäßigen Farben nicht verstecken und den Geist des neuen Staates einziehen lassen wollte. Die Lichterfelder Vorgänge sind bekannt. An der Staatlichen Bildungsanstatt Ploen wurde im September 1920 d!« republikanische Fahne van den Zog- lingen zerrissen als bewußt« Protest gegen den Staat, der sie unterhält. Und in diese Anstalten, wo sich traditionell— das ist Korpsgeist!— die alte Gesinnung fortpflanzt, läßt der neue Staat seine begabten„Proletarierkinder", damit sie ihm entfremdet werden und verlorengehen! Gewiß sollen gerade an diesen neuen Anstalten Kind« aus allen Schichten Untergebracht werden, aber die Republik würde sich noch mehr kompromittieren, wenn sie hier, wo sie doch zum Teil das Elternhaus verttitt, nicht allen reaktionären Sabotage- versuchen den Garaus machen würde: sie muß an diesen ihr un- mittelbar unterstehenden Schulen die Vorkämpfer der Republik stützen und alle Versuche des Lächerlichmachens als mit dein Eid auf die neue Verfassung nicht vereinbor brandmarken. Der Erlaß der Reichsreoierung vom 29. August gibt endlich auch uns republikanischen Lehrern den lange schon verdienten Schutz: mir hoffen, daß die Ausführungsbestimmungen der Länder die Verhältnisse an den höheren Schulen ausführlich würdigen und recht deutlich werden.__ Die beleidiglen Landsknechte. Eine Anzahl ehemaliger Ehr- hardtianer hat an den Genossen 5? er mann Müller- Franken einen wutschnaubenden Brief geschrieben, weil dies« im Reichstag von der„Eh r b a r'otl ch en Mordbrigade" gesprochen hat. Damit Hot Genosse Müller nur ganz richtig das Wesen dieser Sold- ner gekennzeichnet. Bescheinigt doch einer ihrer Führer in seinem Buche„Mit Ehrhardt durch Deutschland" sich und seinen Kumpanen ausdrücklich, daß sie aufArbeitsrblvtversessen waren und nach den Kapp-Tagen danach lechzien, im Ruhrgebiet ein Ge- metzel unter der Arbeiterschaft anzurichten, um. wie der Verfasser so schön schreibt,„D a m v f abzulassen".— Welchen Ehrentitel beanspruchen derartige Schlächternaturen eigentlich? Der deutsche parlamentarische Verband in der Tschechoslowakei faßte den Beschluß, sich an den Sitzungen der R a t i o n a l v e r- sammlung zu betclligen, da durch die Besettigung der Beamten- regierung die Gründe für das Fernbleiben der Mitglied« des Ver- btrndes in Fortfall gekommen sind. 10. DeutsÄer VaZzsistenkongreß. Essen,?. Oktober.(TU.) Die Generalversammlung der Deutschen Friedensgesellschaft folgt vom 7. bis 9. Oktober der 10. Deutsche Pazifisteükongreß. Einbcrufer sind die verschiedensten Friedens- gesellschaften. Graf Harry Kehler wurde zum Vorsitzenden ge- wählt. Begrüßungstelegramme waren eingelaufen aus England, Holland, Frankreich. Schweiz, Dänemark, Schweden, Oesterreich und Unzarn. Vertreter waren erschienen aus Amerika und England. Den verstorbenen Mitgliedern Gehoimrat Förster, Professor Fried und auch Erzberger widmete Professor Q u i d d e einen Nachruf. Erzberger habe sich die pazifistische Idee während des Weltkrieges zu eigen gemacht. Professor Braun- Zürich sprach üb« das V er hältnisdeseinzelnenzum Staate. Der Redner kommt zu folgender Formulierung: 1. Der Staat ist kein Höchst- wert, sondern ein M i t t e l z u m Zweck, der Kultur und des Geistes. 2. per Staat darf die Loraussetzung aller Werte, das Leben» niemandem rauben. ?. Einziger Weg zur Erfüllung dieser Forderung sei unbedingtes Verweigern des Kriegsdienstes. Eine Verwirklichung fei nur mit Hilfe der sozialistischen Parteien aller Länder möglich.— Dann sprach Professor Köppelmann über die Frage, wie sich der einzelne zum Staat stellen solle, und zwar nach Beispielen aus der alten Geschichte. Er ist d« Ansicht, daß die Führer des Volkes auch aus diesem hervorgehen müßten und das Regieren nicht angeboren sein könne. In der Freitaqnachmittagsversainmlung des Pazifistenstkon- gresses sprach Professor Stühmer über die Bedeutung der e o a n- g e l i s ch e n Religionsgemeinschaften für die Wiederannäherung der Völker. Die kirchlichen Kreise hätten während des Krieges fast völlig versagt. Der Gedanke, daß der Kriegsdienst erlaubt sei» wenn ihn die Obrigkeit gebiete, sei besonders von der evangelischen Kirche gepflegt worden. Die evangelische Kirche müsse üb« den Grundsatz des Rationalismus die I nt e r n a t i o n a l e stellen. Als zwetter Redner sprach Pfarrer I e t h a h n vom katholisch- pazifistischen Standpunkt aus über Krieg und Frieden. Die staatliche Vevormunduna der Kirche sei von Schaden gewesen und es sei Pflicht jedes Katholiken, die völkerverbindenden Grundsätze des Friedens zur Anwendung zr bringen. Dann sprach er Be- denken gegen eine gewisse katholische Presse aus, wobei er besonders die„Kölnische V o l k s z e i t u n g" nannte. Der jetzige Papst Benedikt XV. habe während des ganzen Krieges dem Frieden das Wort geredet. Es sei nicht wahr, daß die katholische Kirche während des Krieges ganz versagt habe, wahr sei allerdings, daß die meisten Katholiken dem Nationalismus huldigen. Auf dem Katho- likcntage sei wenig von Frieden gesprochen worden: es sei nicht zu verstehen, daß der katholische Frauenbund dem keimenden Leben Schutz angedeihen lasse, nicht aber dem blühen- den Leben.(Lebhafter Beifall.) Die Ideale der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit seien allen Völkern und Menschen gemeinsam.— Rektor Bloch aus Hamburg svroch an Stelle des verhinderten dritten Referenten üb« kulturelle Gcmeinschaftlichkeit für die Wieder- annäherung der Völker. Allen drei Rednern wurde lebhafter Beifall zuteil. Essen, 8. Oktober.(TU.) Die Sovnabendvormittagsitzung des Pazifistenkongresses tagte unter dem Vorsitz von Fron Janusch. Das erste Referat hielt Professor Dr. Kantorowicz-Freiburg (Baden) über die Umbildung der Pariser Völkerbundsakte. Da« Hauptsächlichste beim heutigen Völkerbund seien nicht die Satzungen, sondern die Sitzungen. Der Geist, der in den Sütungen herrsche. müsse geändert werden. Dem Reckst müsse zum Siege verHolsen werden, selbst mit Hilfe der Gewall. Nur selbstsüchtige Gewatt lehnt der Referent ab. Der Weg führe ab« unbedingt zur Idee des Völkerbundes. Selbst wenn alle Staatsmänner, die den Völkerbund geschaffen haben, Pazifisten gewesen wären, hätte« nicht anders werden können. Ueber Wilson gebe es drei Ansichten, die einen halten ihn für einen abgefeimten Betrüger, die anderen für einen weltscemden Sonntagonachmittags-Prediger. Wir aber sehen, daß er aufgeklärt war und mit gutem Grund den Völkerbundsvertrag mit dem Friedensvertrag verknüpfte. Für uns sei es Pflicht, die baldige Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund zu fordern. Hieran schloß sich eine Diskussion, an welcher Professor O u i d d e, Graf Harry Keßler. Reichstagspräsident L o e b e. Fräulein Dr. S t ö ck e r und Dr. Simons sowie Helmut v. Ger- l a ch teilnahmen. Die von Professor Kantorowicz eingebrachte Entschließung wurde gegen zwei Stimmen angenommen. Die gestrigen Referenten brachten ebenfalls eine Entschließung über die Aufgaben der religiösen und kulturellen Gemeinschaft der Völker ein, die angenommen wurde. Sodann entspann sich eine Aussprache über die Freilassung des Dichters E r n st T o l l e r. Die Tiroler Separatisten. Wenn von deutscher amtlicher Seite bestritten wurde, daß in Berlin offizielle Verbandlungen mit Führern des Tiroler Volk:« über eine eventuelle Anschlußaktion gepflogen worden sind, so muß demgegenüber, wie die„Dena" zuverlässig erfäbrt, daran festgehalten werden, daß tatsächlich mehrfach Tiroler Parteiführer in Berlin geweilt und die Stimmung der deutschen politischen Par- toien hinsichtlich des Anschlusses Tirols an das Reich sondiert haben. Nach dem Bericht der„Dena" haben sämtliche Parteien bei dies« un- verbindlichen Fühlungnahme den Tiroler Herren keinerlei Zweifel darüber gelassen, daß eine isolierte Anschlußaktion Tirols in keinem Falle, unbeschadet aller Sympathien für das deutschtiroler Brudervolk, auf moralische und materielle Unterstützung des Reiches zu rechnen habe, solange nicht ein grundlegender Stimmungsumschwung innerhalb der Entente zum österreichischen Anschlußproblem fest- zustellen sei. Namentlich wurden die Tiroler unmißverständlich darauf aufmerksam gemacht, daß eine etwaige separatistische Aktion auf gewaltsamem Wege nur dazu angetan sei, den Anschluß Oesterreichs aufs schwerste zu gefährden, wenn nicht gar auf unabsehbare Zeit unmöglich zu machen. Bei der Aussprache konnte auch nicht verkannt werden, daß im Punkte des Anschlusses die Stimmung in Tirol eine nichtganz einheitliche zu fein scheint. Hier spielen gewisse Bestrebungen Vorarlbergs eine Rolle, das in einzelnen Bevölkerungsteilen den Gedanken einer Vereinigung mit der Schweiz immer noch nicht aufgegeben zu haben scheint. Wie weit in den Tirol« separatistischen Bestrebungen Major Pabst als treibende Kraft eine Rolle spielt, mag dahingestellt bleiben. Sich« ist, daß er in der Organisation der Tiroler 5)eimatwehren an einkluß- reicher Stelle steht und zur Zeit der Entwaffnung der bay«ischen Einwohnerwehren an der Verschiebung erheblicher Waffcnmcngen aus Bayern nach Tirol hervorragend beteiligt gewesen ist. Die„Bayerische Staatszeitung" bemerkt zu den Meldungen üb« monarchistische Umtriebe bzw. eine Bereinigung zwischen Bayern und Tirol unter einem Wtttclsbacher:„Nur Phantasten und Tollhäusler könnten den zur Verwirklichung solcher Pläne un- bedingt notwendigen Umsturz unternehmen und sich von ihm Erfolg versprechen. Das bayerische Volk in seiner erdrückenden Mehrheit lehnt einen derartigen Wahnwitz als Verbrechen an Land und Reich entschieden ab."_; Das Verbot der.Braunschweiger Ilcucsien Nachrichten' ist. wie die PPR. hören, in der AnSschußsitzung deS RcichSrateS am Sonnabend bestätigt worden. Die Zahl der Arbeitslosen in England betrug am 30. September 1403 700. was gegenüber dem Borjahr eine Verminderung nm 40 650 bedeutet. GewerMastsbewegung Cnöe öes Gastwirtsftreiks! Wenn es nach den.Berliner Mittagsblättern vom Sonnabend ginge, wäre der Riesenkampf im Gastwirtsgewerbe zu Ende. Fast alle Hotels sind geschlossen, in einigen wenigen wird ein dürftiger Notbetrieb mit ungeschultem Personal durchgeführt, der weder Gäste noch Unternehmer befriedigt. Von den mit vielem Tamtam an- gekündigten Notbetriebcn der Unternehmerorgai'isation ist noch kein Dutzend geöffnet worden und von heute an müsien auch diese auf den polizeilichen Schutz verzichten, der ihnen bisher zuteil wurde. Das Polizeipräsidium hat sich inzwischen überzeugt, daß über 330 Betriebe infolge Bewilligung der Angestellten- forderung geöffnet sind und sieht keine Veranlassung mehr, sich in den Verdacht einseitiger Begünstigung zu bringen. Die A s ch i n g e r- A.- G. verlangt jetzt von ihrem weiblichen Personal sofortige Räumung der Dien st wohnungen. Damit erreicht sie natürlich nur einen noch festeren Zusammen- schluß der musterhaft aushaltenden Streikenden und ein sofortiges Eingreifen des Wohnungsamtes, das auf freiwerdende Quartiere(es handelt sich hier um ganze Stockwerke) schon lange wartet. Montag vormittag 1» Uhr finden sechs Versa mm- lungen der Streikenden in folgenden Lokalen stast: Neue Philharmonie, Köpenicker Straße: Musiker-Säle, Kaiser-Wilhelm- Straße: Germania-Säle, Chausseelirahe: Augusta-Viktoria-Säle, Luisensiraße, und Blüthner-Saal, Lützowstrahe. Der sechste Ver- sammlungsort wird in den Streiklokalen bekanntgegeben. Auch die Bankangestellten rühren sich. Der Allgemeine Verband der Deutschen Bankangestellten hatte zu Freitag eine öffentliche Bankangestelltenvcrsammlung nach den Germania-Prachtsälen einberufen. Der Zustrom zu der Versamm- lung war so groß, daß bereits kurz nach dem angesetzten Ver- sammlungsbeginn der große Saal samt den anschließenden Räum- lichkeiten polizeilich gesperrt werden mußte. Bekanntlich haben die Träger des Reichstarifvertrages dem Reichsoerband der Bankleitunqeu eine Forderung auf Zahlung einer Wirtschaftsbeihilfe in Höhe von chlOO M. für verheiratete, 3500 M. für lediae und 1800 M. für jugendliche Ange- stellte unterbreitet, welche Forderung Gegenstand der Beratungen der am 7. Oktober 1921 stattgefundenen Generaloersammlung des Reichsverbandes der Bankleitungen gewesen ist. Nach den mit stürmischem Beifall aufgenommenen Referaten der Verbands- gefchäftsführer Marx und E m o n t s nahm die imposante Vor- sammlunq unter Verzicht auf jede Diskussion einstimmig folgende Entschließung an: „Die auf Einladung des Allgemeinen Verbandes der Deutschen Bankangestellten am 7. Oktober d. I. in den Germania-Prachtsälen zu Tausenden versammelten Bankangestellten Groß-Berlins richten an alle� Kollegen in Berlin und im Reiche die Aufforderung, unter der Führung der Arbeitnehmerorganisationen des Reichstarifver- träges strikteste Disziplin und Solidarität in den kommenden Tagen zu bekunden. Die Versammlung fordert den Allgemeinen Verband der Deut- schen Bankangestellten und den Deutschen Bankbeamten-Verein auf, falls der Reichsverband der Bankleitungen kein ausreichendes Ent- gegenkommen zeigt, von feiten der Organisationen sofort die Parole im ganzen Reiche auszugeben: Keine Stunde Ueberarbeit mehr dem Bankenkapital zu leisten, bis unserer Notlage Rechnung getragen ist." Am Sonnabend traten die Verbandsvorstände des Allgemeinen Verbandes der Deutschen Bankangestellten und des Deutschen Bank- beamten-Vereins zur Beratung zusammen, um sich se nach Ausfall cher Antwort des Arbeitqeberverbandes über die eventuell zu treffen- den Maßnahmen schlüssig zu werden. Die Groß-Berliner Bankangestelltenschaft wird am Montag 514 Uhr im Lustgarten in öffentlicher Kundgebung zu der Lage Stellung nehmen. Redner beider Bankangestelltenverbänd« werden über die durch den Vorschlag des Reichsverbandes der Bankleitungen geschaffene Situation sprechen. * Der Reichsverband der Banklsitungen hat am Freitag be- schlössen, mit den Angestelltenverbänden vor dem Rcichsarbeits- Ministerium über die Erhöhung der laufenden Gehäller bis Jahres- schluß und der Ueberstundensätze zu verhandeln, die Zahlung einer Wirtschaftsbeihilfe jedoch abzulehnen. Lohnbewegung im Friseurgewerbe. Seit Monaten wird um den Neuabschluß eines Tarifvertrages verhandelt, ohne daß es bisher dazu gekommen wäre. Inzwischen haben sich die Geldverhältnisse erheblich verändert, so daß«in neuer Entwurf erforderlich war. Immerhin war die Tarifkommission an die Vorschläge ihrer Vorgängerin in der Hauptsache gebunden und mußte sie der Versammlung am Donnerstag im„Logenhaus" zur Zustimmung unterbreiten. Der Vorstand hatte eine ganze Reihe weiterer Forderungen erhoben, doch einigte man sich nach lebhafter Aussprache im Interesse des Zustandekommens eines neuen Tarif- verhällnisses, worüber die Verhandlungen bereits im Gange sind, auf wenige Aenderungen. Es werden Wochenlöhne von 225 M. für Herrenfriseure und von 235 M. für Damenfriseure als Mindestsätze gefordert. für die Warenhausfriseure etwas höhe.re Sätze. Die Friseusen ohne regelrechte Lehrzeit sollen im 1. Jahre als Gehilfin 210 M., im 2. Jahre 225 M. erholten und im 3. Jahr den gelernten Friseusen gleichgestellt werden. Bedauert wurde, daß die Sonntagsruhe nicht gefordert ist, wenngleich von den Arbeitgebern keine Zustimmung MMMlS- nnO MtsWMMe im MIM Am M o n l a g finden folgende Funktionärversammlungen. in denen Agitationsmälerial zur Stadwerordnetenwahl für die Betriebe ausgegeben wird, statt: Für alle beim Magistrai von Groß-Verlin be- fchäfflgten Arbeiter und Angestellte. Musiker- säle, Saiser-Wilhelm-Str. 31. um 6'/, Uhr:„Unser Kampf um Berlin", Referent: Hugo Helmann. Graphische Industrie. ZogendsSle, Rofenlhaler Str. ZS. um S Uhr:„Die politische Situation nach Görlitz", Referent: Kurt heinig. Metallindustrie. ArminsSle. Sommandanlenstr. SS SS, um 7 Ahr:„Zeno und die politische Situation", Referent: Ab- geordneter Haas, Köln;„Der Kampf um die Stadtoerordnelcn- mehrheil von Berlin", Referent: Ramsbrock. Textilindustrie. Englischer Garlen, Alexanderstr. Z7b. um 7 Uhr:„Die Entwicklung der Textilindustrie nach dem Kriege". Referent: Kunze. vteustag, abend» 7 Uhr: Holzindustrie. Musikersäle. Kaiser-UZilhelm-Str. 31:„Die gegen- wärtige wirtschastskrife", Referent: Dammer. Unsere partei- agilatton in den Betrieben. 3a diesen Dersommlunaen müssen alle Betriebe durch ihre Vertrauensleute oder Vorteigenossen vertreten sein. Funktionär- karten oder Mitgliedsbuch der Partei legitimiert. dazu erwarten ist. Es soll erneut an das Publikum appelliert werden, die Friseurgeschäfte an Sonntagen zu meiden, im übrigen aber von der Gesetzgebung die endliche Ein- führung der Arbeitsruhe an Sonntagen erneut gefordert werden, nachdem bereits in fast allen Großstädten die Conntagsbetriebsruhe gemäß§ 41b GO. eingeführt ist. Für die deutschen Bergarbeitcr-Organisatiouen. Die französische Bergverwaltung des Saargebiets hat nach der„Dena" als berufene Vertretung der saarländischen Berg- arbeiterschaft den Verband der Bergarbeiter Deutschlands, den Ge- werkverein christlicher Bergarbeiter sowie die beiden Metallarbeiter- verbände zum Abschluß der Tarifverträge anerkannt, wobei nur die Mitglieder dieser Organisationen einen Rechts- anspruch aus Erfüllung des Vertrages haben. Diese vertragschliehen- den. Verbände bilden weiterhin eine Arbeitsgemeinschaft, die Fragen wirtschaftlicher und sozialer Natur beraten und so weit als möglich lösen soll und die von den Parteien als Vermittlungsinstanz zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern angerufen wird. Von Wichtigkeit bei den Abmachungen ist, daß die unorganisierten Bergleute recht- lich keinen Anspruch aus die durch die Organisationen erreichten Verbesserungen haben, ihnen aber Gelegenheit geboten wurde, his zum 1. November in die Verbände einzutreten, von welchem Tage ab das bisherige Eintrittsgeld auf den zehnfachen Betrag er- höht wird._ Arbeiterschutz! Durch die Explosionstatastrophe in Oppau wurde die Aufmerk- samkeit der Oeffcntlichkeit wieder einmal auf die Opfer der Arbeit gelenkt. Es muß eine der Hauptaufgaben der Betriebsröte fein, dafür zu sorgen, daß die Arbeiterschutzgesetzgebung in den Betrieben auch durchgeführt wird. Aus diesem Grunde soll auf Beschluß des Bollzugsrates uizp der Gruppenräte der Freigewerk- schaftlichen Betriebsrätezentrale auf den nächsten Gruppenvollver- sammlungen das Thema„Arbeiterschutz" eingehend und fach- verständig behandelt werden. Die Gruppenoersammlungen finden statt für die Gruppen 1, Bant und Handel,— 5, Freie Berufe,— 12, Staatliche und kommunale Behörden und 15, Sozialoersicherung: Montag, 17. Oktober, 7 Uhr, Sophien-Säle, Sophienstr. 17/18: 8, Gärtnerei und Landwirtschaft, und 9, Lebens- und Genußmittel- induftrie: Montag, 17. Oktober, 7 Uhr, Residenz-Feftfäle, Lands- berger Straße 31,— 2, Baugewerbe, und 7, Holzindustrie: Mitt- woch, 19. Oktober, 6 Uhr, Gewerkschaftshaus, Engelufer, Saal 4,— 3, Bekleidungsindustrie, und 10, Lederindustrie: Donnerstag, 20. Oktober, 6 Uhr: Arminhallen, Kommandantenstr. 53/59,— 13, Verkehr: Montag, 24. Oktober, 6 Uhr: Gewerkschaftshaus, Engeluser, Saal 4, — 11, Metallindustrie: Mittwoch, 26. Oktober, 6 Uhr, Germania- Prachtsäle, Chausseestr. 110,— 4, Chemische Industrie, und 6, Gra- phisches Gewerbe: Donnerstag, 27. Oktober, 5 Uhr, Arminhallen. Auf der Tagesordnung steht neben dem Thema:„Der Arbeiter- schütz" die Ersatzwahl der Gruppenräte. Freigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale für den Wirtschaftsbezirk Groß-Verlin. krankenkassenwahlen in Schmargendorf-Wilmersdorf. Die Ausschußmitglieder zur Ortskrankenkafse werden in der Zeit vom 10. bis 21 Oktober gewählt. Der Geltungsbereich der Kasse ist für die Ver- sicherten in fünf Bezirke geteilt, wogegen die Arbeitgeber nur in einem Bezirk wählen. Die Wahl der Arbeitgeber ist am 10. Oktober von 4—3 Uhr im Kassenlokal, Schmargendorf, Spandauer Str. 40.— Die Wahl der Versicherten im 1. Bezirk, Schmargendorf, ist am 12. Oktober im Lokal von Brauns, Schmargendorf, Spandauer Straße 40.— 2. Bezirk, Grunewald, wählt am 14. Oktober im Grunewald-Kasino, Hubertusbader Str. 7/9.— 3. B ez irk, Dahlem, wählt am 17. Oktober im Lokal„Aller Krug", Königin- Luife-Str. 52.— 4. B e z i r k, R u h l e b e n. wählt am 19. Oktober im Lokal von Gehrt.— 5. Bezirk, Grunewald-Forst, wählt am 21. Oktober im Lokal„Kaisergarten", Pichelsberg«. Die Wahlzeit ist in allen Bezirken von 4— 8 Uhr. Da bei allen Wahlen eine gegnerische Liste aufgestellt ist, ist es Pflicht jedes Ver- sicherten, sowie des freien Arbeitgebers, für die Liste der freien Ge- werkschaften einzutreten, damit die vormärzlichen Satzungen der Schmargendorfer Kasse verschwinden. In allen Betrieben, sowie bei den Hausangestellten muß die Parole heißen: Für Zentrali- sation der Krankenkasse! Sieg den freien Gewerkschaften! DieGewerkschasts-Unterkommission. Die gewerblichen Arbeiter und Arbeikerinnen des chemischen Großhandels(Oele und Fette) beschäftigten sich in einer äußerst stark besuchten Branchenversammlung mit dem Schiedsspruch des Schlich- tungsausschusses. Den Bericht gab P u h l m a n n. Der Schieds- spruch brachte den jugendlichen männlichen sowie weiblichen Arbei- tern eine 25prozentige Lohnaufbesserung. Die er- wachsenen Arbeiter erhielten 310 M., Schwerarbeiter 340 M. und Chauffeure 360 M. pro Woche. Sonderbar ill, daß man die Arbeit- nehmer der Groß- Oelbetriebe unberücksichtigt ließ. Der Schieds- spruch wurde durch die Versammlung wegen der geringen Zuge- ständnisse ein st immig zurückgewiesen und beschlossen, den Arbeitgebern die alten Forderungen einzureichen. Sollten sich die Arbeitgeber nicht bis zum Dienstag zu Verhandlungen und weiteren Zugeständnissen bereit finden, wird Mittwoch die Arbeit niedergelegt. vom Hamburger Buchdruckerstreik. Am Freitag wurden in ver- fchiedenen Stadtteilen kleine Zettel angeklebt, in denen es heißt: „Arbeiter, übt Solidarität! Bis jetzt haben nur das„Hamburger Tageblatt", das„Echo" und die„Hamburger Volkszeitung" die Forderungen der Buchdrucker bewilligt. Diesen Blättern sind daher keinerlei Schwierigkeiten zu bereiten. Allerorten, wo Euch das Streikbrecherorgan, das„Nachrichtenblatt der Groß- hamburgischen Tageszeitungen", begegnet, zieht die unbedingt not- wendigen Schlüsse daraus." Die Abonnenten der bürgerlichen Blätter erhielten das von den bürgerlichen Zeitungen gemeinsam heraus- gegebene vorerwähnte Organ durchweg nicht mehr zugestellt. Wie die„Dena" erfährt, soll ein größerer Teil dieser Blätter an ver- fchiedenen Stellen in die Alster geworfen worden sein. Verantw wr den redatt. Teil: Dr. Werner Peiscr, Charlotlenburg: für Anzeigen: Tü. Glocke. Aerlin Bering: VorwSrts-Verlog®. m. b. H.. Verlin. Druck: Vor- Wärts-Buchdruckerei» Verlagsanstalt Paul Singer u Co.. Berlin. Lindenltr. 3. Hierzu 3 Beilagen und die„Wählerin". Die Unterbaltungssailou im Kaffee Zielka fFriedrichllrahe 59/SO Ecke Scipziger Straf! e) letzt diesmal mit einem ungewöhnlich großen und besonders interessanten Programm ein. Am Nach- mittag und am Abend wird das Publikum dermaßen überflutet von lustigen und komischen Vorirögen, neuai tigen schönen Tanz-Schaunummeru und sonstigen originellen Darbielunqen, so daß die Stimmung immer bester und die Nerven gespannt bleiben. Jede einzelne Nummer ist an s ich ein vorzügliches Unterbaltungs stück, sogar der Ernst kommt neben drastischer Komik passend zur Geltung. So bleiben Obr, Auge und Sinne stets gesesselt am N a ch m i t t a g wie am A b e n d bei Zielka, wobei daS Programm nachmittags bei Kaffee und Kuchen keineSwegeS stiefmütterlich behandelt wird. Da ist der Eintritt, abgeiefjen von reservierten Plätzen, frei. Abends, beim Riesenprogramm und vorzüglicher Küche, durchweg nicht hohe Preise. I ahne 4 n. 7 M. mit Tdedenskaufsehnh 5 Jahre schriftl. Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 Mk. an. Spez.: Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise. ahn-Praxis Katvani, Oanziger Strajie 1. Stoffe Plus 10 Proz, Teueruugszuschlas lui' Herren- nnd Damen-I beste Fabr, gr. Auswahl, Verk. meterweise Kech S Sseland b.?; GertraudtenstroBe 20—21.- Kleiderstoffe und Konfektion Seidenstoffe Gcstr. Blusenseide 275« Bcdr. 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Nach den Mitteilungen, die von den Arbeitgebern im Gastwirts- gewerbe der bürgerlichen Presse übergeben werden, fordern die gast- wirtschaftlichen Angestellten, vor allem die Kellner, ungeheuer hohe Löhne. Diese könne das Gewerbe nicht tragen, es müsse darüber zugrunde gehen. Nun haben aber Verhandlungen über die Lohnfragen selbst noch gar nicht stattgefunden: gekämpft wird viel- mehr um ein Prinzip, um den Grundsatz nämlich, festes Ge- halt oder Trinkgeld. Seit der Revolution erst macht sich unter den Arbeitnehmern des Gastwirtsgewerbes das ernstliche Be- streben bemerkbar, auf feste Löhne zu kommen. Die Kellner wollen nicht mehr von allerlei Zufälligkeiten und der Laune der Gäste ab- hängig sein. Es war dies eine der wenigen guten Kriegswirkungen, die sich da bemerkbar machte. Die Kellner waren draußen im Schützengraben mit allen anderen Berufsangehörigen in engere Be- rührung gekommen. Es drängte sich ihnen, den Kameraden gegen- über, das Gefühl der Minderwertigkeit auf. Nach dem Krieg kam die Revolution und der Achtstundentag, der die Gastwirts- angestellten von einer 14- bis IKstündigen Arbeitszeit befreite. Seit dieser Zeit hat man auch im Gastwirtsgewerbe ernstliche Lohn- kämpfe zu verzeichnen. Aber das alte Uebel des Trinkgeldes ist natürlich nicht auf einen chieb beseittgt gewesen. Die ersten Lohntarife waren vielfach auf- gebaut auf einem festen Grundlohn, der� aber nicht als ausreichend bezeichnet werden konnte. In anderen Städten wiederum waren Ab- machungen dahin getroffen, daß der Kellner dem Gast IV P r o z. Aufschlag in Anrechnung brachte. Diese unvollkommene Lösung hatte zur Folge— das mag ruhig zugegeben werden— ,' daß nicht olle Kellner die notwendige moralische Festigkeit besaßen, das ihnen angebotene Trinkgeld zu verweigern. Dieser bedauerliche, aus den Verhältnissen aber erklärliche Umstand machte es den Unternehmern leicht zu sagen:„Die Kellner nehmen doch noch Trink- geld, also zurück zum Trinkgeld." Im Berliner Streikfall liegen jetzt die Dinge so, die«Unternehmer wollen den Ivprozentigen Aufschlag einführen, die Angestellten for- dern die feste Entlohnung. In diesem Sinne hat auch der Schlich- tungsausschuß Groß-Berlin entschieden. Dieser Schiedsspruch lautet: „Die Entlohnung des gastwirtschafllichen Bedienungspersonals hat in der Weise zu erfolgen, daß neben einem festen Grundgehalt ein prozenkualer Anteil vom Umsah gezahlt wird, der 3 Proz. nicht übersteigen darf. Zu den Betrieben ist durch Anschläge und durch Vermerk in den Preisverzeichnissen daraus hinzuweisen, daß der Bedienungsaufschlag in sämtlichen Preisen einbeqrisseo und daß dem Be« dienungspersonal die Annahme von Trinkgeldern verboten ist." In der Begründung sagt der Schiedsspruch, daß das Verlangen der Arbeitgeber einen sozialen Rückschritt bedeute. Das Trinkgeld sei als abgeschafft zu betrachten und beide Parteien müßten dies gemeinsam völlig ausrotten. Das Publikum habe ein Anrecht darauf, klar über die Entloh- nungsverhältnisse und über das Trinkgeldverbot unterrichtet zu fein. Neben dem festen Grundlohn empfiehlt der Schlichtungsausfchuß eine Umsatzbeteiligung von höchstens drei Pro- zeit. Diese müssen genügen, das Interesse der Kellner an guter Be- dienung wachzuhalten. Ferner wurde in der Begründung des Schiedsspruchs darauf hingewiesen, daß die Befürchtung der Arbeitnehmer, es würde bei Einführung des sogenannten Pro- zentsystems zu einer Beseitigung der achtstündigen Ar- b e i t s z e i t kommen, gerechtfertigt sei. D-os ist in der Tat der springende Punkt. Die Erhebung der IV Proz. auf die Zeche hat für den Arbeitnehmer genau dieselben üblen Folgen wie das Trinkgeld selbst. Der Kellner muß in diesem Falle bemüht sein, möglichst lange im Betrieb zu sein und möglichst viel Gäste zu bedienen, um auf diese Weise höhere Erträge an„Prozenten" zu machen. Hat er wenig Gäste oder tritt(in Com- merlokalen) schlechtes Wetter ein, so wird er wenig Einnahme er- zielen. Er ist, wie früher, vielen Zufälligkeiten ausgesetzt. Das schwankende Einkommen drückt moralisch herab. Noch mehr: da der Unternehmer nun Löhne nicht auszuzahlen hat. kann es ihm gleich. gültig sein, unter wieviel Kellner sich die prozentuale Einnahme vom Umsatz verteilt. Er wird geneigt sein, möglichst viel Personal einzustellen. Der Kellner seinerseits wird dem Bestreben der Unter- nehmer, die Arbeitszeitzu verlängern, unter diesen Um- ständen wenigWiderstand entgegensetzen. In anderen Fällen sieht der Unternehmer mit Neid, daß einzelne seiner AngesteWen durch den prozentualen Aufschlag erhebliche Verdienste machen. Er wird bestrebt sein, an dieser Einnahme der Kellner möglichst mit zu partizipieren. Das sind nicht leere Vermutungen, sondern die gast- wirtschaftlichen Angestellten haben in dieser Beziehung jahrzehnte- lange Erfahrungen hinter sich. Es war bei dem früheren Trink- geldfystem gang und gäbe, daß die Kellner an den Unternehmer aller- lei A b g a b e n zu entrichten hatten, so zur Bezahlung anderen Per- sonals, Putzarbeiten, für Zeitungen usw. Aber auch aus neuester Zeit liegen derartige Erfahrungen vor aus Städten, wo es den Unternehmern bereits gelungen ist, den Angestellten wiederum einen Lohntarif nach dem Prozentsystem aufzuzwingen. Aus diesem Grunde ist der energische Widerstand der Berliner Angestellten gegen den ihnen zugemuteten Rückschritt durchaus er- klärlich. Gelingt es den Unternehmern in Berlin, ihre Absichten zu verwirklichen, ist es mit dem Streben der organisierten Gehilfenschaft auf restlose Beseitigung des Trinkgeldes für immer vorbei. Bei Einführung wirklich auskön�mlicher Löhne wird sich der Kampf gegen das Trinkgeld mit besonderer Energi-' auf- nehmen und durchführen lassen. Die Organisation ist hierzu bereit. Sie willigt ein, daß jeder Kellner, der nachher noch Trinkgeld nimmt, sofort entlassen wird, daß entsprechende Plakate in den Betrieben angebracht werden. Jetzt liegt es nun auch an den G ä st e n. Auf ihre Kosten geht es. Niemand sollte schon jetzt ein Trinkgeld mehr zahlen, denn, ent- weder ist in dem betreffenden Lokal die Verständigung erzielt, dann ist ein Trinkgeld aus diesem Grunde nicht mehr nötig, oder es handelt sich um„Außenseite r", die sich nicht scheuen, ihren kämpfenden Kollegen in den Rücken zu fallen. Die Gasthausbesucher sollten bedenken, daß die Preise in denjenigen Lokalen, wo die Bezahlung des Bedienungspersonals einkalkuliert ist, nicht höher sind als dort, wo der Ivprozentige Aufschlag noch besonders erhoben wird. Auch dies ist einwandfrei durch viele Beispiele nachzuweisen. Jedem rechtlich und sozial Denkenden muß dringend ans Herz gelegt werden, einer Gruppe von Arbeitern helfend zur Seite zu stehen, die bestrebt ist, sich sozial und wirtschaftlich auf eine höhere Stufe emporzuschwingen. Davon sollte man sich auch durch einzelne unangenehme Erfahrungen nicht abhalten lassen. Ist das von den Angestellten erstrebte Prinzip erst durch- gesetzt, dann kann und muß auch mit Hilfe der Gäste der Kampf gegen dos Trinkgeldelend energisch durchgeführt werden. Der Kriegsbesthäöigte. Don Georg Nowottnick. Motto: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, Der Mohr kann gehen! Erinnert man sich noch, wie die ersten Verwundeten in der Heimat aufgenommen wurden? Wie sie mit Liebe, Aufmerksam- leiten, Achtung und auch wo nötig mit mehr als den notwendigen materiellen Gütern überschüttet wurden? Gewiß, das waren Zeiten der ersten Begeisterung, und gerade uns Kriegsbeschädigten kommen sie wie ein Märchen vor. Aber sollte nicht gerade in diesem Falle eine eiserne Gewissenspslicht die Taten jener Begeisterung nach ihrem Schwund möglichst voll zu ersetzen suchen? Wir sind- doch hinaus- gegangen im Bewußtsein, daß die Allgemeinheit hinter uns steht, und hat man uns damals nicht versprochen, daß für uns gesorgt würde? Jeder einzelne des Volkes ist dem Kriegsopfer als Mensch dem Menschen gegenüber verpflichtet: die höchste Ver- antwortung aber trägt der Staat, der das Erbe der vorangegan- genen Staatsgewalt hier nicht ableugnen kann und darf, zumal er sich gern das Prädikat„sozial" zulegt. Wie ist nun unsere heutige tatsächliche Lage? Das Privat- Publikum nimmt auf uns soviel Rücksicht, als es zu tun gezwungen ist. Immerhin kann man für gute Worte und mit Hilfe eines Zugbeamten gewöhnlich einen Platz im Abteil für Kriegsbeschädigte erlangen: und wenn man sich selbst oder den Kriegsbeschädigtenbund energisch dahintersetzt, kann man wohl eine bezahlte Beschäftigung trotz der unmutigen Augen des Herrn Chefs bekommen. Was aber tun die Behörden für uns? Das wäre in unserer scntimentalitätsfeindlichen Zeit doch schließlich die Hauptfrage. Der Staat zahlt Renten und richtet für uns Kriegsbeschädigten-Fürsorge- stellen ein. Nach meiner Erfahrung sind diese nur dazu da, um für Sorgen auf feiten der Kriegsopfer zu sorgen. Danach tragen sie also ihren Namen mit Recht. Ich will hier meine diesbezüglichen Ersah- rungen kurz schildern, bin nebenbei aber fest überzeugt, daß andere noch ganz anderes berichten können. Meinen Arm habe ich im Juli 1916 in der Sommeschlacht ver- loren. Im Januar 1917 wurde ich bereits aus dem Lazarett ent- lasten, nachdem der erste Gipsobdruck zur Anfertigung eines Kunst- armes genommen war. Und wann bekam ich meine Pro- t h e s e? Man höre und staune: im Januar 1921, also n a ch v o l l e n vier Iahren. Inzwischen waren die Gipsabdrücke immer wieder verloren worden, und man fing heiteren Sinnes von vorn an. Auf viermal besinne ich mich bestimmtl Die Hauptsorge betrifft d i e R e n t e. Ich bin 7S Proz. erwerbs- unfähig und beziehe Berstümmelunaszulage. Alles in allem werden dafür bis heute monatlich 199,30 M. ausgezahlt, für einen, der drei Viertel arbeitsunfähig ist und noch Verstümmelungsgeld bekommt. Es ist dies noch nicht der dreifache Betrag von dem, was lange vor dem Kriege festgesetzt wurde. Ich frage: wer aber hat heute das Dreifache vom Friedenseinkommen? Ist nicht alles um das Zwölf- fache gestiegen? Nun ist feit April 192g, also seit18Monaten,dieRente neu geregelt und dadurch bedeutend erhöht worden. Wer aber hat von diesem Gelde schon etwas. zu sehen bekommen? Kann man in 18 Monaten nicht doch vielleicht ver- hungern, wenn man darauf angewiesen ist? Welches ist der Grund für diese Verzögerung? Man hört immer wieder: die ungeheuren Schwierigkeiten der Umrechnung! Ich habe auch daran geglaubt und gewartet. Im Januar d. I. wurde ich'endlich zur Nachprüfung vorgeladen. Da mein Arm noch nicht nachgewachsen war, wurde die Angelegenheit schnell erledigt und ich mit dem Bescheid entlassen, daß das Geld bald folgen würde. Ich wartete in freudiger Spannung— umsonst. Da ich Ende M a i das Geld dringend brauchte, reichte ich ein G e s u ch u m V o r- s ch u ß z a h l u n g bei der amtlichen Fürsorge ein— keine Antwort. Ich schreibe nochmals— derselbe Erfolg. Ungeduldig gehe ich endlich selbst zur Poststrahe, muß aber enttäuscht wieder meiner Wege ziehen. Ein Posten klärt mich wie andere Beschädigte auf, daß persönlicher Verkehr ohne besondere Vorladung nicht gestallet sei. Ich möchte mich schriftlich- an den Beschwerdeausschuß wenden. Wieder schreibe ich zweimal, ohne einer Antwort gewürdigt zu werden, bis endlich Anfang Juli ein Beamter kommt und mir verspricht, daß die Sache als dringend schnell geregelt werden soll. Am 8. Juli läuft darauf von der Poststraße ein Schreiben ein, des Inhalts, daß man der Vorschußzahlung nicht näher zu treten brauche, da in den nächsten Tagen die volle Rente ausgezahlt würde, meine Umanerkennung sei da. Ich wartete wieder— bis ich schwarz wurde. Im August sandte ich dann drei Briefe an den Beschwerdeausschuß— wieder keine Antwort. Er schien nicht zu existieren. Da ging ich endlich zur Pensionsregelungsstelle in Schöneberg als letzten Ausweg. Dort erklärte man mir, die Bummelei müssifcin der P o st st r a ß e liegen, dort wären seit Mitte August meine Papiere. Ich lasse mir ein Schreiben mitgeben, um endlich persönlich in die dortigen heiligen Räume eindringen zu können. Der Bescheid? Nicht hier, sondern in Schöneberg liegen Ihre fertigen Papiere schon seit dem 28. Juli. Mit einem kräftigen Begleitschreiben schicke ich diese Erklärung nach Schöneberg. Ant- wort: Die P o st st r a ß e kann nicht am 28. Juli Ihre Papiere her- geschickt haben, denn bis Mitte August lagen sie hier. Um den Kübel voll zu machen, lief am selben Tage noch ein Brief von der Post- straße ein, daß jetzt meiner Borschuhforderung vom Ende Mai näher getreten werden soll!! Wer aus diesem Gewebe sich noch ausfindet und wem vor allem dabei die Geduld nicht reißt, der kann kein Mensch mehr seinl So erzieht man sich ergebene und freudige Bürger. Aber:„Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen!" Die tiefste Ironie aber steckt in dem Schlußsätze des Schreibens aus Schöneberg, wo mir nun gestern versprochen worden Ist, daß in ein bis zwei Tagen nun alles in Ordnung sein wird. Zu wieviel Wo'!"" solcher Tag gerechnet sein wird, dos weiß ich nicht. Die Oeffentlichkeit aber möge hören und urteilen. Geschäftliche MiKeilungen. S«»sf-Seorgi, der heute abend S Uhr Im Beethoven-Saal seinen ersten lustigen Abend gibt, bringt ein in iedcr Nummer neues Programm. Die Trintbranntweine der Beiihsmonopvlvcrrvaltnng fiir Branntwein kommen unter Gewähr sllr Elite, Reinheit und richtiges Maß zum Bcrkaus. (Siehe heutiges Inserat.) Man braucht keine Brille, auch nicht beim Reiten, Rodeln, Tennis und sonstigem Sport, wenn man den Lohmann- Kneifer trägt. Er sitzt nicht nur ohne jeden lästigen Druck auch aus schwierigen Rasensormen fest und sicher, sondern er sitzt vor allen Dingen auch richtig, d. h. er deckt da? Auge so genau, wie das UhrglaS das Zifferblatt deckt: die Pupille steht, wie es einzig richtig ist, genau hinter dem Breiinpun': des Glases. Bei Kneifern, wo das nicht der Fall ist, wird das Auge zum Schielen gezwungen, überanstrengt, und schnelle Ermüdung beim Arbeiten, Kopfschmerzen und andere nervöse Erscheinungen sind die Folge. 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SchauspielL (Karlstraße) 7 Uhr: Die BSuber Mo. 7 Uhr: Die Rauber Theater in der KöniggrätzerStr. 3 Uhr: Salome � Die Fahrt ins Blaue (Gläßncr, Richard, Engl, Pröckl, Slieda, Blldt) Mo: Satans Mastie— Mit dem Feuer spielen (Örska, Riemann, Sil dl) Di.: Die Fahrt ins Blaue Mi.: Die Fahrt Ins Blaue Du.: Die Fahrt ins Blaue Flg.; Die Fahrt ins Blaue Sonnabend zum I. Male: Nanon lescaut Schausp.v CarlSternheira lOrska, Janssen, Riemann, Blldt, Brandt, Dcrnburg, Pieha, Rehkopf, r. Twar- dowski, Klupp) Stfi.: Manon Lcscuut Mo.: Die Fahrt Ins Blaue Koraßdiemsaas 3; Die Sache mit Lola Täglich 8 Uhr: Max Pallenberg Hans Waßmann im neuen Burleskenschw. Jonnys Busenfreund Berliner Theater 3: Der letzte Walzer Täglich 7.30 Uhr: (pptnseffin QM* FritziMassaryaG Ralph Art. Roberts Pepi Zampa, Herb. Klper. Wally Koch Ceniral-TheMer » Uhr. vis Poslmelsterifl Oeutsehes Opernhaus 7 Uhr: Friedr, Wilhelmstädt. Th. 3 Uhr: Martha 8 uhr: American Girl Intimes Theater 8 U; Die Spelunke/ Lauf doch nicht immer nackt herum Kleines Schauspielhaus 71/« U.: Kiki(Eustsp.) Lustspielhaus uhr Die Schauspieier Metropol-Theater 3 Uhr: Die blaue Mazur /.soü.: StraSensängerin Neues Operettentheater 8 uhr: Königin d. Nacht Neues Theater am Zoo s uhr-. Die ersten Sporen Neues Volkstheater 7V, uhr:.'ngendkreilnde Schiller-Th Charlottsnb. 3 Uhr: Helden 8 u.: Alt-Heidelberg SchloBpark-Th. Steglitz 7V, u.: Minna v.Barnhe!m Thalia-Theater SVaU: Rumpelstilzchen 7v,u.: Schäm' flieh, Lotte Theat a. Nollendopfplatz 31 2: Wenn Liebe erwacht u'r Vetter aus Dingsda Theater des Westens 3V«: Erste Liebe gold. Zeit 7v,u.: Braut dlocullus Th.l d.Konimandantenstr. (Jfld. Künstler-Theater) 8 Uhr: NeweJIe Wallner-theafer 3>/, U.: Die Taazgrfitln ■.uhr: Nixchen Volksoper. Walhaila-Th. 3� 2! Pension Schüller uhJlockenvXornevlüe Volksbühne Theater am Bülowplat* S2 Masse Mensch Lessing- Theater Heute u folg. Tage 7V,: Die Spielereien einer Kaiserin Durieux, Steinrück Sternberg Oeutsehes Kiinstler-Th. Allabendlich 7,/a Uhr: Die Ballerina des Königs (Leopoldinc Konstantini Triaaoa-Theater To Täglich Vit Uhr: >d u.Teufel Vorher; Der Kammersänger Ida Wüst» Erich Kaiser- Tiu, Katlie Haack, Schroth Regie Georg Altmann Kleines Theater Täglich 8 Uhr; Frl. Josette -meine Frau Eugen Burg, Carola Toelle Falkcnstcin, Hans Albers Residenz Tfeeater Täglich 8 Uhr; Der König i. Paris: (De Boll Lnstsp. v. Flors u. CaUlavcf I OlgaUraburg, Kaiscr-Tllz, LotteKlindcr, Eugen Rex, RichardSenius.LotteDewis ftotcräesüsttiis (Boso. Theater) 4 U.: Trudchens Sommer- reise ♦'V, Uhr■ Das QiüeU der kleinen Senfs Ii Ii [Welt! CroSe Ausstaltungs- Operetlenrevus in 8 Bildern In Szene gesetzt von Direkt. James Klein Worte von Karl Bretsclmeidcr Musik v. Karl Hajos Hadptdarsteller s Max Lands Bruno Kastner Sascha Gura Franz GroB Wilh. 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Oktober AUFFUHRU des Films der Sonder- AbteUtmg der Ufa U R Außerdem; Die Cbetpllzi-Quelle mit Charlie Chaplin Montag, den 10. Oktober, 7 Uhr, im XJFÄ- IPÄXaÄST ÄM ZOO Im Ufa-Palüst am Zoo Heute letzter Tag I Die Geier-Waliy in der Hauptrolle Henoy Porten flegle: L A. Oopont/ Aosstatt.: Paul Lee i Ufa-Palasl am Zoo Beginn 7 Uhr Vorverkauf 11 bis t Uhr Oer grosse Ellen RichtSr• Film der Ufa Das RStsel der Sphinx Schauspiel in 6 Akten von Dr. VM!"Wolff und Artur Somlny mit Ellen Richter Regie: Adolf Gärtner Das Ossi- Oswalds- Lustspiel Amor am Steuer 5 Akte von Dr. Ludwig TelJ und Erich Schönfelder mit Ossi Oswalda Regie; Victor Janaon Ausserdem der Üfa-Damra-Film Unter Alaskas Urwaldriesen mit Viola Dana DergrcsseFilm d.Decla-Bioskop Der müde Tod Ein deutsche» Volkslied Hauptrolle: Lil Dagover Manuskript u. Regie: FriteLang S a p p h o mit Pol« N e g r t Regie: Dimitri Bnchowetzki Im U T Friedrichstrasse Professor Behbeln eDtfiiört soioa Braot ß. B. Lustspiel mit Leo Pcuckerl U.T AlexandcrpL ö.Veinbcrgsweg Seebär auf Freite B. B. Film fn 2 Akten mit Jlsc Mar- wenga, Karl Heinz Klubertanz Vom 7. bis 10. Oktober Die kleine Dagmar Vom II. bis 13. Oktober Du Mostener des Dr. kirctBlsei mit Lotte Neu mann Wochen t. ab 6 Uhr, ausgenommen Ufa-Palast am Zoo/ Letzte Vorführung 9 Uhr- Sonnt. Beginn CJbr/ Letzte Vorführung ühi Der Schlager aus ■H i :„American-Girl. :2i1eM-Villiel«l.TMr: j} Täglich 8 Uhr. Täglich 8 Uhr■ ! Julius Lieban's! J Kleinkunstbühne I rledemaus I Unter den Linden 14 ■I Das sroße OSdober-Pfe�ramiR| mit Heinz Sarnow Paul König Mia Bergemann Antje Vllndor Werner Groß Elvira Czudor Margot Sokolowska Veneta- Duo I Ab r B A y mit modernen« M/jll U- AXVIVäU Vorführungen« ! Bail- Orchester FRITZ FUCHS I Heute 147/18 Sonntag 8 Uhr: Beethovensaul; Köthener Str. 3, am Potsdamer Platz Lästiger Abend |Senff-@eorgi . völlig neue u, erfolgreichste Schiacer-Progr.; „Durch Dick und Dünn!" „Vom. 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Beiprogramm Circus Busch TgU7'/»Soant.aucli 3 ü.| Die I | Sonatagsfreu Erika Felge?! o Solo-Tänzerin« "" Ed! Mgerl s � Humorist& Erna Gagelke_ Solo-Tänzerin„ Hl® Egon Molkow 0 ' Ballettmeister n — Elisa Reiche K o Solo-Tänzerin_ Zwei Potaleys> o Kleines Theater B - Agl Maskä — Mond.Vortrags- � künstlerin B It. Rntkowsky_ o VortraeskOnstl. n Kap. Günther er Abend« rid Uhr Eintrittspreise 3, 5 u. 8 M. « Agl Maskö � c Mond.Vortrags- — künstlerin 8 " Erika Feige � f Solo-Tänzerin B . Fritz Witte n ' Vottragskunstl. o Zwei Pohleys" i. Kleines Theater B' « It. Rntkowsky" — Vortragskünstl. sr 03 Edl Niger!» Humorist ' Herl. Neuhaus o Sängerin js Rieh. Schwarz Meist.-Improv. Erna Gagelke Solo-Tänzerin Egon Molkow a Ballettmeister g Elisa Reiche . Soio-Tänrerin ! Georg Ruselll® Sächs. Komiker 9 � Kap. Gunther n «btO'tfUin Eintritt frei! Stimmnngs- Koiizert Philharmonie KONZERT des Philh. Orchest. Dirig Prof. Richard Hagel Anf.71/, U. 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Die Beerdigung findet amMontag, den IV.Okl., nachmittags 2>/z Uhr, von der Leichenhalle des Anstallsfrledhofes (Dalldorl), Wittenau, aus statt. Ferner starb unser Kollege, der Mechantter ottoSeiiroeter am 5. Ott«der. Die Beerdigung finde! amMontag, denMOItt, nachmittag» 3V, Uhr, von derLeuhenhallebis Ierusaiemcr Kirchhoies in Neukölln, Hermann» ftraße 30. aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung er» mattet Die Ortsverwaltung. Bitirksverbaad SPD, 46. Bez, 92. Abt., Neu!. Unser Genosse Paul indersotin Neuk., Kaiser-Friedrich» Sit 175, ist verstorben. Ehre seinemAndenken! Die Beerdigung er- folgt am Dienstag, den 11. Okt., nachm. Vz4 Uhr, von der Halle des ftädt. Friedhofes, Neutüll», Mariendorfer Weg, au» statt. Um zahlreiche Be- teiiigung wird gebeten. VarzelleNs�nd bei den Bahnböfen Mariendorf, Marienfelde, Biesdorf, Mahlsdorf, Kaulsdorf verkaufen billigst Nieschalke& Nitsche Neue KSn!gst.l«sAIexPS7k) ImMiltwoch.den 5.Ott, bend« k>/, Uhr, entriß er Tod nach langem. ist Geduld ertragenem eiden meinen tteben, iten Mann und Bater, trrn 33446 Uto 8etiroetkr Dies zeigen an in tiefer Trauer Frau Gbarl. Schroeter nebstTochlerMargarete Die Beerdigung findet amMontag, den 13. Okt., nachmittag« 39, Uhr, von der Kapelle des lerufalemerKirchhoie». �ermannftr.30,ausstatt. Möbel 1 zu niedrigsten Preisen I direkt an Private. Riesenauswahi. Schlaf). 1638-16765.4 Speise). 1710-18670„ Herren). 1753 17815. i wohn). 875 5830. Stachen. 445-2885. I Licfer. tranko Lagerung I kolleni. lOiähr. Garanl. i Möbelhaus Rejewske Berl.,Baa(lr.ee, Eiche, Gongschlag, Messingwerk, 1000 Mark. Karl Wutke, Invalidenstraße 16 tcke üartenstraße (Stettiner Bahnhoi). CScgrUndet IOOO. Raglan (Schlüpfer) billig verkäuflich. Schenl, Köpe» nickerfiraße 127. 162/5 Bez.»Derb. Berl.SPD. Neukölln, 83. Abt. Unser Genosse {Otto Schroeter | ist verstorben. Die Beerdigung findet I am Montag, den tO.Ott., 1 nachm. 31, Uhr, von | der Kapelle de» Zeru- I saiemerKirchhofes.Her- I mannstt. 30, au» statt. I Um zahlreiche Betel- | ligung ersucht[242/15 Der Abt- Borstand. Am Freitag, den7.Ok- toder, vorm 10 Uhr, verschied wsoige Hey- S mein innigst- lelicbtcr Mann, unser lieber Bater, Schwieger- und Großvater, der Ab- leilungsvorfieher Kii8t.I.ehmgiin MariendorferStr 15, im vollendeten 60 Ledens- iahre. Um stMe» Bei- leid bitten Emma Lebmann nebst Kindern Die Einäscherung er- folgt im Krematorium Derichtstraße am Mitt- wach, den 12. d. Mt», nachm. 5 Uhr. «. Schlewinsky d Berlin, Dircksenstraße 31 JBcke KÜnlgrseraben, am Bahnhof AJexaa der platz Marktbailen- Ausgang. Am Freitag, den? Oktober, verschied Binioziisier infolge 1 terzschlag» unser liebet I ollege, derBuchdrucker I 0ii8t.I.e!imsiiiii im 60. Lebenssahre. Sein Andenken werden\ stets in Ehren hatten Die Kollegen d. Nord- deutsch. Buchdruäerei. Einäscherung: Mitt- woch, den 12. d, nachm. 1 5 Uhr, Gerichtstraße. Ilnauj/ßfäf erh ergraut. Haardie früh Naturfarb.wi«d.d Reichels Regenerator.Dunkeltallm. u.ist unverwaschb. 12.— u. 1S.S0M. Otto Reichel. Bln.43,SO,Eisenbahnstr.4 fnefenelmmar„K'che- Büfett, Kredenz, A.ns- iPEIlBZIIIluicr ziehtiscb und 6 LedorstUbls BQlett 140 cm breit 160 cm breit, 180 cm breit 4250 M. 5250 M, 7250 M. nElcheM Bibliothek. Schreib- 1 lisch, Tisch, 2 Lederstiihle,: 1 öchreibsessei Bibliothek 120 cm br� 150 cm br� 180 cm br. 3500 W. 4500 M. 650011. Schrauk mit Spiegel. Va Wäsche. 2 Stäb IbÖden./StHligo Aullege-| matratzen. War cli toi leite mit Spiegel und Marmor, 2 Nachtschiäuke etc. Schrank 125 cm br., 150 cm br., 180 cm br. 3350 U. 4350 M. 6350 M. 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Hiodlen m MOittB der Heuen HlaftölnenDouet-gconfenfoffe (Gemeinsame Betriebs-Krantenkan/kenkasse) zu Berlin Mittwoch, den Vi. Ottober, abends 6 Uhr, in der Schnlaula Kovpenplaß: ZW" Versammlung"W aller Funktionäre, Betriebsräte und aufgestellten Ausschußmitglieder der der Neuen Mafchincnbaucrkasse ange- hörenden Betriebe. Tagesordnung: Beschlußfassung über die gewählten Deiegietten. Die Bezirksletter, die mit der Vornahm« der Wadlen der Ausichnßmitglieder beauftragt find, werden ersucht, die AufnalimeerklSrung der Kaub!- baten spätestens bis Montag, den 10. Ottober, im Verbandstaus, Linienstraße 83/85, Zimmer 5, bei S r o n abzugeben. Im Austrage der Verwaltung:«Enlschc. Kriegsanleihe wird zu 84% in Zahlung genommen. Günstige Gelegenheit! Pelzmäntel! Seal-Elektric 3300, 3900, mit Opossumbesaiz 5500, 7200 Mohär- Plüschmäntel 975, Astrachanmäntel 300, 450, 675 Seidenplüschmäntel 1050, 1 600, Sealplüschmäntel 2850, 3500 Ulster 154, 225, 300, 412, 675 Rein wollene Tuchmäntel 398, Sportjacken, Wolle, 178, 225 Impiägnierte Mäntel 142, 250, Stoftröcke 66, 112 Gummimäntel für Damen 300, für Herren 375 Mantelkleider und Gesellschaftskleider 396 Kostüme 168, 215, 346, 475, 615-2700 Westmann 1. Geschäft; Berlin W, 2. Geschäft: Berlin NO, Kohrenstraße 37a Gr. Frankfurter Str. 115 Des großen Andrangs wegen in den Nachmittagsstunden, erbifite Besuch möglichst vormittags. I Gegründet 1894 Engros< Lager tpen«»,,r*,»oe;* V Nach beendeter Engros-Salson ♦[ Einzel sVerkaul! Flausch- 11!s@Dcl{teine JUlinnJolO-nMMiiiilil sowie Gegenstände den höchsten Tageskur». und Sie haben bestimmt Ihren Totogewinn in der Tasche. Dringender Bedari. Direlte\ Verwettung, eigene Schmelze. Eil. 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Gut ist ierncr der Trapezakt der drei TawoS imd vor allem müssen die an dieser Stalte nicht unbekannten Parodisten Läpv und Habel genannt werden, die aus dem Gebiete wirkungsvollster Komik entschieden das beste bieten, was in Berlin je gelchen wurde. Den Abschluß bildet der Vorfilm ans dem Weltmeisterschaslssamps Dempscy- Carpentier, wo dem Film die Rolle wirkungsvollster Berlchlerstattung zu- sällt. Etwa ein Dutzend Operateure hat die Ausnahmen gemacht und man koun von allen Seiten genau versolgen, wie dieser Kamps, der in Amerika Millionen auf die Beine brachte, sich abspielte. Groß-öerliner parteknachrschten. Henke. Sonnlag. den 9. Oktober: 51. Abt. ebarlitteubarg. Vormittag» 11 Uhr findet im Bürgerhaus, Sophie- Charlotte-, Ecke Mollwitzstrahe, ein Paradekonzert des Mannerchor»„Har- monie" der SPD. statt. Die Parteigenossen werden gebetin, daran teil- zunehmen. 1s..stiei» Kiipcuick. Parteigenossen und-genossinnen, beteiligt Euch zahlreich an der Hcrbstfeicr der„Arbeiterjugend" de» 16. Kreise», abends 6 Uhr, in der Aula dcr Niirner-Cchule, Lindenstraße in Köpenick. Morgen, Montag, den 19. Oktober:. 14. Kreis Neulölln, Britz, Buckow und Rudow. 7 Uhr große ssunktionörver» sammlung in'der Aula de» Realgymnasiums, Kaiser-ssriedrich-Str. 210. In Anbetracht der Stadtvervrdnetenoxlhlen müssen sämtliche Partei- und Be- tricbsfunktlonäre erscheinen. 18. ftrci»»eitzensee.'Vi Uhr im Lokal Tampe, Lichtenberger Str. 8, Kreis- funltioniirversanimlung. 8. Abt. i seither 4.). 7 Vi Uhr Sitzung der Abteilungsfunktionär« und Betriebs- Vertrauensleute bei Rickert, Steinmetzstr. 86». 3. Abt.(früher 37.). TVi Uhr Mitgliederversammlung im„Artushof', Perle- berger Str. 26. Thema:„Die politische Lage". Referent Joses Mtthlmann. 10. Abt.('rLher 38.). 7Vi Uhr Funktionärsitzung bei Trllmper, Flensburger Straße 3. 13. Abt.(früher 41.). 7 Vi Funktionärkonferenz bei Müller, Birkenstr. 33, Eck« Wilhelmshavener Straße. 15. Abt.(srüher 34.). 7 Uhr Sitzung der Partei- und Betriebsfunktioniire bei Obligo, Stralsund er Str. 11. 16. Abt.(srüher Zt.). 7Vi Uhr bei Krüger, Husjitenstr. 84, Sitzung aller Funktionäre. Wichtige Tagesordnung. 20. Abt.(srüher 45.). 7 Uhr.Sitzung sämtlicher Funktionäre und Wahllciter bei Pos-, Koloniestr. 15. 24.«bt. 7Vi Uhr Sitzung der Bezirksführer, Kreisvertreter usw. bei Rösner, Jmmanuelkirchstr. 25. Jeder Funktionär muß anwesend sein. 28. Abt. 7 Uhr in der Echulaula Schönhauser Allee 166» Sitzung der Ab» teilungsleitung mit den Bezirksführern und deren Stellvertretern. Alle Betriebs» und Beamtcnvertrauenslcute sowie die Stimmbezirksführer müssen auch erscheinen. 29. Abt. 7 Uhr bei Burg, Prenzlauer Allee 189, wichtige Sitzung aller Partei- funktionäre. 34.«bt.(früher 18.). Bezirke 818. 819, 320. 324, 325 und 327 bei Heese, Memeler Straße 63. abend» 8 Uhr, Versammlung. 1. Vortrag»es Genossen Meyer. ' 2. Wichtige Besprechung. Das Erscheinen Ist unbedingt notwendig. 23. Abt.(srüher 48.). 7 Uhr Sitzung der Bezirksführer und Betriehsvcrtrauens- leute bei Grunewald, Kameruner Str. 19. Vollzählige» Erscheinen not- »endig. 27. Abt.(srUher 39.). 7Vi Uhr bei Katter. Gleimstr. 45, wichtig« Zusammen- kunft allet Wahlhelfer, Bezirksführer und sonstiger Funktionäre. Kein Bezirk darf unvertreten sein. Die Bezirkssllhrer wollen zum Mittwoch, den 12. d. M„ alle ,.BorwSrts"-Leser einladen und ELste mitbringen. 39. Abt. 7 Uhr Sitzung aller Parteifunktionäre. Betriebsvertrauensleuie usw. bei Carl, WIchertstr. 69. Angesichts der Wahl ist das Erscheinen aller Varteigenossen unbedingt eriorberlich. 40. Abt.(srüher 5.). 7 Uhr bei Keufner, Hagelbergerstr. 20», Sitzung der Funktionäre und Betriebsvertrauenslente. 42. Abt.(srüder 7.). 7 Uhr bei Eiegmundt, Blstcherstr. 38, Funktionärkonferenz. 44. Abt.(früh« 9.). 7 Uhr Sitzung oller Funktionäre der Gläser, Kottbuser Ufer 89/40. Jeder Bezirk muß vertreten sein. 43. Abt.(srüber 10.). 7 Uhr Funktionärsitzung bei Wolf, Forster Str. 44. 46. Abt.(früher 11.). 7 Uhr bei Geißler, SkaUtzcr Str. 39, Lorstandssitzung, wozu die Elternbeiräte eingeladen sind. 48. Abt.(früher 12.). 7 Uhr bei Parrysiu», ffürstenstr. 5, Sitzung der Funk- tionäre, Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte. lh«rl»tt«nb»rg. 51. Abt. 7 Vi Uhr Funktionärkonserenz der Abteilung bei Holtmann, Scphie-Charlotte-Str. 76. Da eine wichtige Besprechung über die Wahl erfolgen muß. muß jeder zur Stelle sein.— 53. Abt. 7$, Uhr bei Luy, Ufnaustr. 1, erweitert« AMetlvngsoorstandssttzung. In Anbetracht der Wahlen am Sonntag Erscheinen aller Funktionäre Pflicht.— 54. Abt. 7 Vi Uhr Funktionärsitzung bei Bühncmann, Helmholtzstr. 39. Wahlarbeit. 77. Abt. GchZgcberg. 8 Uhr allgemeine Funktionärkonserenz bei Will, Martin- Luther-Str. 69. 88.«bt. Naeienbors. 7Vi Uhr bei Hoch, Chausseestr. 44, Funktionärsitzung. Pünktliches«nd zahlreiches Erscheinen ist unbedingte Pflicht Siemcnsstr. 3. Frauenveranskaltungen: Johannisthal. 7Vi Uhr im Ratskeller, Kaiser-Wilhelm-Platz. Thema: „Kindererziehung und Sexualität". Referent Dr. Korach. Uebermorgen. Dienstag, den 11. Oktober: I. Abt.(früher 97.). 7Vi Uhr Sitzung der Funktionäre und Betriebovertrauens- leute der Dodrohlaw, Swinemllnoer Str. 11. Wegen der wichtigen Tages- ordnnng ist das Erscheinen oller notwendig. 7. Abt.(früher 25.). 7Vi Uhr Mitgliederversammlung in Köhlers Festsälen, Tieckstr. 24. Thema:„Unsere Koalitionspolitik". Referent Arthur Häußler. 33. Abt.(früher 17.). 7 Uhr Funktionärkonserenz bei Murrer, Caprivistr. 8. Sämittche Funktionäre, Betrieb-Vertrauensleute, Elternbeirats- und grauen- agitationsmitglieder hoben zu«ischeinen. 91. Abt. Revltzlln. 7 Uhr ffunktionärsißimg bei Mäuseler, MNnchener Str. 28. 103.«bt. Oberscheneweidr. 7>i Uhr gahlabend. 1. und 2. Bezirk im Restaurant Gadea, Watt-, Ecke Helmholtzstratze; 8. und 4. Bezirk im Luiscnhof, Luisen- straße 24(Restaurant). 136. Abt. Rciuickendors-Ost. Für den 11. und 12. Bezirk Extrazahlabend um 7 Uhr bei Riemer, früher Heinicke. Provinz-, Ecke Hoppestrabe. Die Be- zirksführer werden gebeten, das Wahlmaterial vom Genossen Wahl« ab- holen. 140. Abt. Borsigwalde. 7Vi Uhr im Lokal Heider, Ernst-, Eck« Räuschsiraße. Thema:„Bericht vom Parteitag". Referent Theodor Fischer. Arauenveransialtungen: 83. Abt. Lichterselde. 8 Uhr im Jugendheim Albrechtstr. 14». 118. Abt. Lichtenberg. Mittwoch, den 12. Oktober, 7Vi Uhr. siohlabenl» in den bekannten Lokalen. Erscheinen sämtlicher Genossen Pflicht, llebungsstunde der SPD.-Chöre: Anfragen sind zu richten an K. Schulz. Eharlottenburg, Kirchsir. 33. Montag.'Vi Uhr: Arbeitergesanzvcrein„Einigkeit"-?? u ch h o l z bei Hennig, Pasewalker Straße 56.— SPD.-Männerchor Kreis Fried» r i ch s h a i n im„Andreas-Kasino", Andreosstraße 3.— Frauenchor..Froh- sinn»C harlottenburg, Aula Rosinenstraße 14.— Dienstag. 7Vi Uhr: Sozialdemokratischer Rlännerchor Hallesches Tor in der Aula der 11. Realschul«. Boeckhstraße 9/10.— ,�ormonie".W e i ß e n s e e(8 Uhr), Pistorius-, Ecke 9!ölckestraße.— Sängerchor der SPD. Pankow(7Vi— 10 Uhr) im„Türkischen gelt". Breite Straße.— renneestag. Coz. Männerchor Berlin-Mitte(7V, Uhr) im„Bürgerheim". Alte Schönhauser Straße 23.— Freier Männerchor Reinickendorf(?Vi— 10 Uhr) bei Lindstedt, Residenz- große 190, Ecke Grüner Weg.— Soz. Männerchor Marlenderf(6 bis lo Uhr) bei Niendorf. Chausseestr. 19.— Freitag. Männerchor„Harmonie"- Charlottenbnrg l7Vi— OVi Uhr), Aula dcr Eiemens-Oberrealfchule, Schlotzstr. 27. —„Lledersrel!ird«"-B orsigwalde- Wittenau bei Schade, Beidt-, Ecke Berliner Straß«.— Soz. Männerchor Prenzlauer Tor(6 Uhr), Bötzow- Brauerei, Prenzlauer Allee. 5ugenöveranftaltungen. Verein Arbeiter-Jngcnb. Sekretariat: SW. 68, Liudenstr. 3, 2. Hof links, 2 Treppen rechts. Telephea: Mpl. 121»8—10. Heule, Sonnkag, den 9. Oktober: Eine Theatervorstellung findet heute nachmittag um 3 Ahr im Renen Volkstheater in der Köpeuicker Str. 63 statt. Zur Bussührang gelangt„Die Lokalbahn" von Ludwig Thoma. Eintrittskarten zum Preise»oa 4,50 M. find au der Kasse zu haben, ttassenerössnung ViS Uhr. Eine Schnlentlassunzafeier sindet von der Abteilung Moabit im Lokal v,n Kuhn, Stephanstr. 53, abends 7 Uhr, statt. Bestehend aus Rezitatienen, Rusiivorträgen, Festrede und anderem mehr. Nach dcr Borstellung gesellige» Beisammensein. gentrnlingendheim, Lintenstr. 3, 2. Hof, 2 Trp., Bolk-Iirderabend. An- fang Vi? Uhr. Morgen, Montag, den 19. Oktober: Gcsnndbrnnncn: Schule Gothenburger Straße, Vortrag:„Gcmcinschafts- erzichung".— Johannisthal: Jugendheim Johannes-Werncr-Straße, Vortrag: „Rechte und Pflichten der Mitglieder". Vorträge. Vereine unü Versammlungen. Genxrlichastsmitglieder. Für Sonntag, den 16. Oktober, nachmittags 3?, Uhr, können zu einem stark ermäßigten Preis Eintrittstarten für die Vorstellung„Evchen Humhert", Schauspiel von Wagner, im Residenz-Theater, Blumenstraße, in unserem Bureau, Eugclufer 24/25(Gewerkschaftshaus, 1 Trp., Zimmer 15, werktäglich von 4 bis 7 Uhr in Empfang genoniinen werden. geutralverbanb der Schubmacher. Montag 4./ Uhr Branchenversammlnng der mechanischen Wendeabteilung bei Blawert, Weberstr. 24: für Ballschuh- macher 5 Uhr bei Blawert, Weberstr. 24: für Zwicker und gwlckerinnen 5 Uhr bei Boeker, Weberstr. 17; für Zuschneider 6 Uhr bei Hentschel, Köpenicker- straße 127a.— Dienstag 5 Uhr Branchcnvcrsammlung der Einlcistcr im Eaal 8 de» Gewerkschaftshauses, Cngelufer 24/25; für Äaschincnarbeiter und die Finnische Abteilung 5 Uhr im Warku«-Hof, Markusstr.- 18.— Mittwoch C5i Uhr Branchenpersaminlung der Wendcfraucn und Brandsohleneinnadle» rinnen im Saal 8 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25.— Maß. und Reparawrschuhmacher: 6Vi Uhr im Englischen Hof, Alcxandcrstr. 27c, Branchen- Versammlung. Stellung zum Schiedsspruch. 8 Uhr Prachtsäle„Alt-Berli'n", Blumenstr. 10.— Zigarettrnindllstrie: 7 Vi Uhr Mustkersäle, Kaiscr-Wilhelm-Str. 31. Devtscher transportaebeiterverband. Sektion II, Branche der Geschäfts» kutscher, Lagerarbeiter usw.: Montag 8 Uhr bei Mogwih, Darnimstr. 13, Gruppe Beerdigung», und Luxusfuhrwesen, Versammlung. Kündigen wir den Tarisvertraa? Beschlußfassung.— Handelshilfsvrdeiter und-arbeitcrinnen aus allen Betrieden der Lederwirtfchaft, Großhandel»nd Fabrikation: Montag 7 Uhr in Schulz' Prachtsälen. Känigsgraben 2(nahe Alerandcrplatz), Branchenversammlung. Stellungnahme zum Streikbeschlust.— Terlilbranchc, Gruppe Tuche, Filze, Leinen, Baumwolle: Montag 5 Uhr bei Bitte, Poststr. 29, Ver» traucnsmännerversammlung. Gruppe Samt- und Scidenwaren: Dienstag 5 Uhr bei Hoppe, Fischerstr. 24, Vertraucnsmännerversamnilung.— Branche der Geschästskiitscher, Lagerarbeiter usw.: Dienstag 7 Uhr im Englischen Hof, Alexanberstr. 27c, allgemeine Versammlung dcr Fouragekutschcr. Kündigen toir die bestehenden Lohnsätze? Beschlußfassung.— Branche Bau- und Arbeits- kutscher: Dienstag 7 Uhr in den Zentral-Festsälen, Alte Jakobftr. 32. Branchen- Versammlung. Tagesordnung: 1. Branchenangelegcnheiten. 2. Stellungnahme zu dem neu aufgestellten Tarifvertragsentwurf.— Handclshilfsarbeiter und -arbeitcrinnen aus allen Betrieben der Hüte-, Mützen- und Pclzwarcnbranche: Dienstag �6 Uhr bei Witte, Poststr. 29, Sruppenversammlunm 5 lung Landsmannschait Birnbaum und Umgegend, Sroß-Tc-lin. Sonntag, den 9. Oktober, nachm. 4 Uhr, in dcr Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10/11, 9. Etistungofest. Landsleute sind willkommen. (Schluß des redaktionellen Teils.) §ür Rheumatiker unü Nervenleiüenüe l .Kann wiedcr ohne Stock gehen, wie vor 2 Jahren." Herr Franz Viehweider. Bozen, sckireibt u. a.:.Ich bestätige Ihnen hiettnit, daß ich, seit ich Togal-Tablett»n genommen habe, von den Söbmerzen bereits ganz befreit bin und wieder ohne Stock gehen kann, wo ich früher 2 Jahre— bevor ich von diesen vorzüglichen Tabletten Kenntnis gehabt habe— immer sitzen mußte und ohne Stock keinen Schritt machen konnte. Ich habe die Einreibungen, welche mir empfohlen wurden, alle gematt, aber alle ohne Erfolg. Nur die einzigen Togal- Tabletten haben mich wieder gut her- gestellt, so daß ich jedem Einzelnen, den das Unglück trifft, an Rheumatismus oder Ischias zu leiden. Togal-Tabletten empfehlen werde." Aebnliche und noch überraschendere Erfolge erzielten viele andere mit Togal bei Rheuma, Ischias. Hexenschuß, Schmerzen in den Gelenken und Gliedern, Gicht sowie bei Nerven- und Kopf- schmerzen. Ein Versuch liegt im eigensten Interesse I Aerztlich glänzend begutachtet. In allen Apotheken erhältlich. ~)] f B �)j i Melangen-,50 5-> /J I Ring, 585 gest. V. 75—200 M. j -yr- 1 Ring, 333 gest V. 30-100;VV. �>.».;— Garantiesch. f. geselzl. Goldinh. Ankauf von Gold«, Silber*. Platinbrach infolge Seibstverwertg. z.denkb. günstigen Preisen Brillanten z. Auslandskurs. K.Wiese, Juwelier, Jlriilleriestr. SOWir A;-•"f �.1».-v �•'*-' . i V.... 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Der Reisende hatte an den begüterten Bauern eine Dresch- Maschine verkauft. Eine Anzahlung war gemacht, und nun ging man, den Handel zu begieszen. Der Reisende trug Reitstiefel, farbige Wäsche, ein keckes, grünes Hütchen und gcldene Kette und Ringe. Die Reitstiefel trug er immer, wenn er über Land fuhr, weil er riesig praktisch sei, sagte er, in Wirklichkeit gefiel er sich aber sehr gut darin, denn er war hoch und schlank gewachsen und hatte im Gesicht Achnlichkeit mit einem Gutsherrn oder Offizier. „Na, Herr Wirt," sagte er,„'n Fläschchen vom Besten und zwei nette Rostbraten." „Uah--" macht; er dann und ließ sich schwer neben dem Bauern nieder, der seine dunkelbraunen Arme aus dem frischen, weißen Hemd nach dem Feuerzeug streckte. Der Baucrnknccht, der ihn im Einspännerlein herübergeführt hatte, dienerte vom nächsten Tisch' herüber und verzog sein breites, rotes Gesicht zum Grinsen.„Haben der Herr Reisende ein gutes Geschäft gemacht?" „Ja— sollen auch'ne Flasche Bier extra haben." „Juh," macht« dcr Beglückte mst einer gedämpften Kopf- stimme. „Höh," sagte der Bauer,„es ist heller Tag!" „Ja— machte der Knecht drauf,„ich Hab halt ein lustig's G'müt, dos tät mir mancher um schwer Geld abkaufen, mancher!" „Aber der da net," sagte der Bauer und deutete nach einem verwildert aussehenden Manne, mit eckiger, hoher Stirn, traurigen, unsteten Augen und einem zerfetzt nach allen Seiten hängenden struppigen Bart, der vor einem hellen Schnapsgläschsn saß. An einem andern Tisch saß ein kräftiger Bursche mit einem Arm, einen Hausicrkasten vor sich, der nächste war von einem bleichen, gut gekleideten Menschen besetzt, der aus sein Bierglas starrte. Es war ein richtiger Sommernachmittag in einem Dorfwirts- haus. Die Blumen blühten vor den Fenstern und an der Niedern, von ein paar eisernen Säulen getragenen dunklen Decke summten die Fliegen. „I— i— ," schrie der verwilderte Mann mit einer Stimme, die einer gewaltigen Willenskrast bedurfte, um in Bewegung zu kom- men, hart und laut,„i— i— braucht' t— k— kein lustig's Gemüt, we— we— wenn ich Geld hätt'!' „Ja—" machte der Bauer scherzend,„willst Dich wieder auf- Höngen? Guck, er hat wahrhaftig den Strick wieder aus der Tasche hängen, der Kerl!" „Nanu," sagte der Reisende,„hat er sich schon einmal auf- hängen wollen?" „Wenn er'» nur mal tät, der Kerl!— Letztes Jahr bei der Heuernte haben wir einen geschlagenen Tag den ganzen Wald noch ihm aussuchen müssen. Nachher hat man ihn gefunden, den Strick um den Hals, auf dcr Kathrin« ihrem Heuboden, und hat geschlafen zwischen den Heubünde!,'— im Stehen." Der Mann schwenkte den Strick, seine Augen rollten in selt- samer Qual, bis er sprechen konnte. „Und i— i— i tus doch noch--- je— je— jetzt wör'e schon vorbei, wenn mich's letztemal ne— ne— net die Herbündel g— g— g— halten hätten!" „'s Beste wär's," sagte der Bauer sachNch. Der Reisende guckte ihn von der Seite an. „Erlauben Sie mal, Donnerwetter,, Sie sind mal'n bißchen roh— nicht zu knapp!" „Hä—* fragte der Bauer und guckte spöttisch und erstaunt lächelnd vor sich hin. Der gut gekleidete bleich« Mann sah von seinem Bierglas auf und sagte:„Für manchen wär's besser, für mich auch, ich Hab' von meinem Leben gewiß noch nichts gehabt." „Wieso?" fragte der Reisende.„Jeder hat wa, von seinem l!«ben, das mutz man eben in sich haben, daß man sich nicht unter- kriegen läßt, das ist der ganze Zauber." „Ja," sagte der Mann,„ich hab's in mir. Was Hab' ich nicht schon alles probiert.— Alles umsonst." „Aber was fehlt Euch denn?" „Ich weiß nicht. Auf der Lüng' hat's angefangen— und's Herz, alles ist taput—" „Da ist freilich nichts mehr zu machen," sagte das Knechtlein freundlich lachend,„da ,st's rumpfstiel aus!" „Ein schön Stück Geld Hab' ich verdient als Gerber, nun ist's aus— Oft Hab' ich's zu meiner Frau gesagt, wär's nur erst ganz aus!" Ter Reisende sah beklommen auf seinen Teller mit dem kämpfenden Rostbraten, den der Wirt vor ihn hingesetzt hatte. Der Wärts Sonntag, Oktober 1921 Bauer hatte schon den Knochen abgeschnitten und nagte mit seinen kräftigen Zähnen daran. Aber nun schlenkerte dcr Hausierer seinen Armstumpf und sagte: „Det ist auch nicht von schlechten Eltern, Aiterle! Das war ein anderer Schmerz, wie der in den Treibriemen gekommen ist!" „Na," sagte dcr Reisende,„deswegen kriegt Ihr ja Unfall—" „Ja, wenn's nur wahr wäre, aber's ist eben nicht volle Arbeitsunfähigkeit, sagte der Arzt." „S— i— i—" schrie der Mann mit dem Strick und wollte weiterfahren. Da blickte der Reisende wild um sich und seine Augen schassen Blitze, während er sich erhob.„Donnerwetter," schrie er,„laßt einen doch mit dem Gejammer zufrieden, da oergeht einem ja wahrhaftig aller Appetit!" „'s ist wahr," meng!« sich der Wirt ein, der hinter dem dunklen Ausschank herumhantierte," das ist kein Anstand, den Gästen den Appetit verderben." Da schwiegen alle die Unglücklichen beschämt und sahen vor sich hin. „Nichts für ungut," sagte der bleiche Mann. „Schon gut," sagte der Reisende herablassend und musterte die drei.„Na, geben Sie mal jedem'ne Flasche Bier, Herr Wirt!" Dann machte er sich behaglich über seinen Rostbraten her. Das Knechtlein schrie wieder verstohlen fein„Juh" und sagte auf den verwarnenden Blick des Wirts:„Ja, ich sag's ja. mein lustig's G'müt, das tät mir mancher um schweres Geld abkaufen — mancher!" Und«r tat einen vergnügten Zug und blickte triumphierend um sich. Virtschsft Der Stanö öer Mark. Die Abwärtsbewegung der Mark hat aufgehört. -lie stürmiiche Nachfrage noch Dollars hat in dcr letzten Woche nach- gelassen. Vergleicht man die Kurse am Ende der letzten mit denen Ende voriger Woche, so zeig: sich, daß der Dollar ein wenig im Preise zurückgegangen ist, dagegen andere hochwertige Zahlungsmittel noch ein wenig angezogen haben. Dcr Zusammenbruch der öfter- r e i ch i s ch e n Kaufkraft spiegelt sich in einem weiteren Rückgang der Krone im Verhältnis zur Mark. Nach den amtlichen Notierungen zahlte man an einzelnen Stichtagen u. a. für i 00 boll. Gulden 1 Pfd. Sterling 1 Dollar... 100 französ. Fr. 100 Schweiz. Fr. 100 vsterr. Kr. abgestempelt 100 tschech. Kr. Inzwischen setzen sich die Wirkungen der Dalutaverschlechterung auf dem Warenmarkt fort. Die Preise steigen, der Handel ucht sich möglichst rasch mit Ware einzudecken die Industrie ist besser mit Auf- t.ägen versehen als je nach dem Kriege. Dadurch steigen die Gewinne der Industrie, mit ihnen die Aklienkurje.„E i n d e ck u n g s- konjunktur" nannte das Handelsministerium die.« Periode, die durch einen regeren Geschäftsqong in Handel und Industrie gekenn- zeichnet ist. Es wiederholt sich das Spiel, das wir im Frühjahr vorigen Jahres erlebten, wo mit der Baluwvsrsckilechterung der allge- meine Ausverkauf einsetzte, um mit der Besserung der Valuta einem allgemeinen Rück ichlag der Konjunktur zu weichen. Die Aussichten für eine solche Vesserunq der Valuta sind solange nicht groß, wie die außenpolitischen Vevltältnlsse so unsicher sind wie heute. Eine Klgrung wird die Entscheidung über Oberschlesien bringen, die demnächst zu erivttxien ist. Von ihr wird es ganz wesemlich abhängen, ob die Erleichterung der Reparationszahlungen, die durch das Wiesbadener Abkommen auf betrj Wege der Snchlieferungen angebahni ist, zu einer Befestigung der Mark führen wird. In jedem Falle ist die gegenwärtige Konjunktur stark durch spekulative Machen- schasten bedingt und schon deshaib ungesund. Die Lohnerhöhungen kommen mit der allgemeinen Preissteigerung nicht mit. Dadurch wird der inländische Verbrauch weiter gedrosselt unv ein Ausbau der Produktion für den heimischen Bedarf gehemmt. Der Unterschied zwischen den infolge der geringen Löhne niedrigen Ge- stehtnigskosten der deutschen Industrie und den hohen Valutapreisen am Weltmarkt fließt als Gewinn in die Tafche des Privat- kapitals und wird an der Börse mit Kurssteigerungen oerbucht. Inzwischen steigen die Reichsschulden, die Noienpresse arbeitet in verschärftem Tempo, entwertet da» Geld weiter, verteuert die Lebens- Haltung. Es ist cin.« groß« Frage, wie lange die Arbeiterschaft dem zusehen kann, daß die stetgenden Löhne immer wieder von der Grfdc entwertung überholt werden, daß damit die Lebenshaltung sinkt. Die Arbeiterschaft weiß wohl, daß die Erfüllung der Reparationen auch ihr Opfer auferlegt. 2lber es geht nicht an, daß sie mit den Klein- rentnern allein der leidende Teil ist. Wo bleiben die BeliMt«uSrn, wo die Erfassu ng der Goldwerte? Man kann, wie es die Industrie bisher getan hat, der Frage ausweichen. Es'darf kein Zweifel darüber qelasien werden, daß die Arbeiteischaft entschlossen ist, für die Erfülluna der Reparationen einzutreten. Will man aber ihr allein die Last überlassen, will man sie durch direkte und indirekte Steuern um einen weiteren Teil des Existenzminimums bringen, so zwingt man sie cazu, aus anderen Wegen einen Ausgleich zu suchen. Es ist wiederholt zu uns der Ruf gedrungen, sür G o l d l ä h n e ein» zulreien, nicht so sehr, um die Lebenshaltung zu steigern, als im Hinblick auf die Gewinne beim Warenexport und um die Ver- schieuderung der geleisteten Arbeitskrast, die in der Preisunterbietung deutscher Waren am Weltmarkt ihren Ausdruck findet und dort die Arbeitslosigkeit erhöht, zu verhindern. Dieser Ruf wird früher oder später ertönen, wenn keine ducchg eireitden Besitzsteuern kommen, und dann wird eine Kette erbitterte- Lohnbewegungen alles zunichte machen, was durch die Opserbsreitschaft der Arbeiterschaft in den letzten Jahren am Wiederaufbau der Vollswirtschait geleistet wurde. Auf die Unternehmer aber wird es zurückfallen, wenn sie die Arbeiterschaft zwingen, diese Weg« zu gehen. Ein Abwelmkarkell des deutschen Einzelhandels. Führend« Gruppen des Einzelhandels haben der„Kölnischen Volkszeitung" zufolge soeben ein Abwehrkartell gegründet, als dessen Zweck be» zeichnet wird die Bekämpfung"von Maßnahmen von Wucherergruppen und Einzelwucherern, welche die Interessen des Einzelhandels zn schädigen geeignet sind und den Verbrauch belasten. Es handelt sich um den Zusammenschluß einer Oberschicht des deutschen Einzelhandels, die als Abnehmergruppe auf dem Warenmarkt'»etz ,.,>s«.x.,'/,. Einfluß auszuüben vermag. Dem Vernehmen nach haben sich sämtliche führende Warenhaus- firmen diesem Verein„Abwehrkartell des deutschen Einzelhandels" angesihlossen. Dcr Berein soll als Stoßtrupps für den Einzelhandel gegen die Ueberspannung des Kartellgedankens von feiten der Industrie und des Großhandels wirken. Mit samt- lichen Einzelhandelsorganisationen sind wegen der allgemeineren Ausgestaltung des Abwehrkartells Verhandlungen eingeleitet worden. Hochkonjunktur auch in der Kaliindustrlc. Die Kaliindustrie, die bisher unter großen Absatzschwierigkeiten im Ausland gellsten hat, profitiert jetzt gleichfalls von der Balutakonjunktur. Die„Berg- Werkszeitung" meldet hierzu: Den Vertretern des Deutschen Kalisyndikats, die augenblicklich in den Vereinigten Staaten weilen, ist es gelungen, nach langer Zeit den ersten größeren Auftrag aus Amerika hereinzuholen. Nach den Kabelmeldungen der deutschen Unterhändler sind mit sieben amerikanischen Firmen A b- s ch l ü s s e in Höhe von insgesamt 75 000 amerikanischen Tonnen zustandegekommen. Der erzielte Preis bewegt sich um etwa 30 Dollar die Tonne herum. Der Gesamtauftrag umfaßt in Papiermark ausgedrückt etwa 300 Millionen Mark. Die Lage der Kaliindustrie übrigens, ganz abgesehen von den Neuabschlüssen mit Amerika, hat sich in den letzten Monaten erheblich gebessert. Im August betrug der Absatz an Kalisalzen rund 1 Million Doppel- zentner Rcintali, davon entfallen 161 700 Doppelzentner auf das Ausland.(Im Bormonat betrug der Absatz 585 000 Doppelzentner, wovon 5S 500 Doppelzentner ins Ausland gingen.) Der Absatz h a t s i ch a l s o st a r k g e h o b e n. Die B e s ch ä f t i g u n g ist zur- zeit sehr gut und reicht bis weit in das kommende Frühjahr hinein. Feierschichten sind nicht mehr erforderlich. Einige Werke sind sogar dazu übergegangen, neue Arbeiter ein- zustellen. Erhöhung der Benzolhöchstpreise. Die Denzolhöchstpreise sind auf 600 M. für 100 Kilogramm Neingewicht ab Gewinnungsanstalt und 690 M. für 100 Kilogramm Neingewicht ab letzter Lagerstelle erhöht worden. Die bisherigen Preise waren 500 bzw. 560 M. Äas Benzol, welches auf Freigabeschcine der bis September 1921 einschließlich erteilten Haüptkontingente geliefert wird, ist zum bis- hengen Höchstpreis zu berechnen, auch wenn die Lieferung des Benzols nach Inkrafttreten dieser Bekanntmachung erfolgt. Ein neuer Belrisbsstoff sür TNoiore. Die Erzeugung von Benz« ist zurzeit erheblich geringer als der Verbrauch. Um den Bedarf der Benzol verbrauchendsn Industrien einigermaßen zu decken, ist der Benzolverband im Einvernehmen mit dem Reichswirtschafts- Ministerium dazu übergegangen, für Motorbetriebszwecke künstig nicht mehr gereinigtes Benzol, sondern ein Gemisch von Benzol, Spiritus und T e t r a l i e n in den Verkehr zu bringen. Es wird beabsichtigt, bereits für den Monat Oktober neben Benzol eine größere Menge dieses Gemisches den verschiedenen Kreisen von Motorbesitzern zuzuweisen. Der, Benzolverband hat dem Reichs- wirtschaftsministerium gegenüber die Verpflichtung zur Herstellung eines gebrauchsfähigen Mischfabrikates übernommen. Auch haben sich die Benzollieferanten bercitertlärt, 109 Kilogramm dieses Ke- mischcs zu einem Preis abzugeben, dcr den Höchstpreis für 100 Kilo- gramm Benzol nicht überschreitet. Wie Benzol, so unterliegt auch das neue Gemisch der Bewirtschaftung und darf daher nur auf Freigabescheine ausgegeben werden. Die angestellten Versuche mit dem neuen Gemisch sind günstig ausgefallen. öriefkaften üer Redaktion. Brickllche Auskunft wird nicht erteil I.- Jeder für den Brief. lullen bestimmten Anfrage flig« man einen Buchstaden und eine Nummer bel. tkilige Anfragen trage man in der Juristischen Eprestistunde, Lindcnstr. S, 1. Hof pari. link», vor. Schriftstücke und Verträge stnd mitzubringen. W.®. 105/1. Zentral, Kranken- und Sterbekasf, der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter(Versicheruugsvcrem auf Gegenseitigkeit), O. Reichardt, Zt.chthäfenstr. 6. Mus der Partei. Stellungnahme zum Parteitag. Die Funktionärkonferenz für die Unierbezirke Hirschberg, Schönau und Löwenbcrg nahm einstimmig folgende Resolution onl Die Unterbczirkskonfercnz erklärt sich mit den Be- schlüssen des Görlitzsr Parteitags einverstanden. In der Frage der Regierungsbildung war die Annahme der Resolution 304 notwendig, um den breitesten Vclksmassen zu beweisen, daß die Sozialdemokratische Partei bereit ist, in Voraussetzung der An- erkennung ihrer Mindestforderungen mit anderen Parteien zusam- menzuarbeiten. Dieser taktische Beschluß wurde insbesondere auch deshalb notwendig, weil di? USP es ablehnt, in die Regierung einzutreten, durch welches Verhalten die bürgerliche Mehrheit ge- stärkt und der Kampf für die Republik und die Interessen der Ar- beiter geschwächt wird. Die Sozialdemokratische Partei bat das Ziel, eine einige ge- schlosserte Sozialdemokratie herbeizuführen, auf dem Boden der Republik, für Demokratie und Sozialismus. Sie kann aber nicht warten, bis sie imstande ist, die ganze Regierung-gewalt zu über- nehmen. Di» SPD. ist verpflichtet, schon vorher ihre ganze politische Macht in die Wagschale zu werfen, insbesondere in einer Zeit, wo die Gefahren gegen die Republik immer größer werden. Die Arbeiter oerlangen die Mitwirkung der Partei,»m die Republik zu schützen und um eine ganz rechts-rcakrionäre Regierung zu verhindern. Die Konferenz ruft die schlesischen Genassen und Genossinnen auf, überall für Aufklärung zu wirken und das Gör- litzer Programm für unsere Forderungen zum Leitstern zu machen. Ueber allen Meinungsverschiedenheiten steht die Einheit und20 y/l'M cm 230 M. ISS X 385 cm 41-0 SDL 150 x 230 cm 840 M, 240 X 340 cm 698 M. Beilvorlago 50X115 cm 64 M. Deutsche TäbrSs-Tcppiciae Teutonia-Teppiche. wioerstandSslihlge» Eewebe. 200X000 am 975, M. 300X400 cm 1973 M. 250X350 cm 1283 W. Beltvorlage 52X125 am 135 Sl, «orlresslich' 105X245 cm 1430 Mark 200 x 300 cm 2161! 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Bewerber mit längerer Praxis als Rommunalarzt können sofort nach Gruppe 12 angestellt werden. Die Ausübung voll Prioolpraxi, ist nicht gestattet. Bewerbungen sind dl» zum X November 192t entweder an die Devutalion für da» Gesundhcitsiresrn der Slodtgemeinde Berlin, L 2, Fischerstr. 33 42. oder an die einzelnen Bezirksämter zu richten. Die Wahl erjolgt durch die Bezirksämter. Berlin, den l. Qtloder 192L A-Nr. 920, Geh 1/21. Magistrat._ f Tüchtige �asstocher Perfekter Meister der Strnmpfbranche (erfahren in der Herstellung usw.) zur Gründung einer neuen Strumpifadrik in Beriin gesucht, eutl. als Mit- inhader Näheres unter J. i.»13 durch Rudolf Äosse, Berlin SW 19._ i>49-13 Stratzenhiindler! Der Schlager für den Slrahenhandel. Srhuhcreme „»ondoltn-, l n Qualilät, exira grohe Doswr 95 Pf. Ehemische Fabrik �>0ld�Z��llrbanstr�l0S. sMZOb Für dla Bearbeitung dar flkzideaz-nrucksaciien einer groOen Industrie-Firma wird •In Herr gesucht(möglichst Faktor) Bedingung! 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Briefe unter N. 28 an die Hauptexped. des„Vorwärts". I Größere AutomobUfabrlk Norddeutschland, f l sucht für ihre Lacktereret einen lücht. u. energ.{ Vorarbeiter I Nur Bewerber mit nachweisbar langjährigen! guten Erfahrungen und besten Zeugnisse» wollen sich unter Beifiigung van Sehalisaa- jprüchen, Bild, geugnisäbschristen, fiebenslou1 i melden unter B. 0. Zvdlo durch Rudolf L Mosse, Berlin SW 19. 149/5 I Per sofort gesaebt: Tüchtige Verkänfer für SeidenslolTe Meld. 11— 12 Uhr vorm. 5— 7 Uhr nachm. G. m. d. Ii. Berlin W 50 Tauenizlcnstraae 21/24 Kleiderstoffs Leinen- und Baumwollwaren sofort gesucht Meldungen: 12— 2 Uhr mittags 5—6„ abends A. Jandotf& Go. BeUe-AMiance-Str. 1/2 WM« zuverlässig-, so- fort gesucht. Z. Z. iielersbnrger Platz 4, Immanuel llrchstr. 24. Silarkus» strafte 36, Lübecker Elr. II, SBoilftt, 9,«ärwaldstr. 42, Acker str. 174, Müll-rstr 34a, Greisenhagener Str. 22, Baslianstr. 7, Wilhelmshavener Str. 48. ZleukSlln: Neckarstr. 2 und Siegfrtedstr. 23/29. 131