ffr. 479 � ZS. �ahrgattg Ausgabe A Nr. 242 Bezugspreis: Bierteljährl. SS,— M., mona». IZ,— M. Irei ins Haus, voraus zahlbar. Post- bezug: Monatlich 12,~ M. einschl.-iu- und .....« beut- schen Gebiete Polens, Oesterreich. Ungarn und Luxemburg ZZ,— M.. für das übrige Ausland 29,— M. Postbestellungen nehmen an Oesterreichs Ungarn. Tscheche■ Slowakei, Dänemark. Holland, Luxemburg, Schwede» und die Schweiz. Der„Vonmrls" mit der Sonntagsbeilage„Voll und stein, der Unter- Haltungsbeilage.Heimwelt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochcntäglich zweimal. Sonn» tags und Monlags einmal. Telegramm-Adresse: »Siolialdeinotral Berlin" Morgen Ausgabe Verlinev Volksblatt c OreO- Berlin 30 Pf. auswarft 40 Pfennig ) Anzeigenpreis: Die nenngespallene Nonpareillezeile kostet S,— M.„ftlclne Anzeigen" das lellgedruckte Wort 2.— M.(zu- lässtg zwei lettgedruckte Worte), sede, weitere Wort t— M. Stellengesuche und Schlasstellenanzeigen da, erste Wort l.— M. sedee weitere Wort «> Pfg. Worte Uder lö Buchsiaben zählen für zwei Worte. s?omiIien»An- zeigen sllr Abonnenten steile b.bo M. Die Preise verstehen Uch einschließlich Teuerungszuschlag. Anzeigen sür die nächste Nummer mästen di» 6 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin EW 68. Linden. straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr srüh bis b Uhr abends. Zentralorgan der roziatdetnohratifeben Parte» Deutrchlands Neüaktion und Expedition: SW öS, Lindenftr.Z Kernivredler' Redaktion Morihplatz 15ia6— 97 tz>crn»pren,rr. 6.rt)fbjtjot, aJlorifcplap 11753— 54 Dienstag, den 11, Oktober 1921 vorwarts-verlag G.m.b.H., 6tD HS, Lindenstr. 3 - Bering. Expedition und Inseraten- . Abteilung Morihpla« 11753-54 Nachtsitzung öes Reichskabinetts. 2DXB. meldet: Aus Anlag der beunruhigenden Nach. richten über die Lösung der oberschlcsischen Frage in Genf Halle der Reichsminisler des Sleußern Dr. Rosen den deutschen Botschafter in London Sthamer telegraphisch nach Berlin berufen. Der Botschafter, der gestern in Berlin ein- getroffen war, ist nach Sonserenzen mit dem Reichsminister des Aeuhern wieder nach London abgereist. Reichskanzler Dr. Wirth ist gegen 10 Uhr abends aus Baden in Berlin eingetroffen; kurz darauf ist die Reichs- regierung zusammengetreten, heule treten die Führer der Soalitionsparleien zusammen und morgen tagt der Aus- wärtige Ausschuß des Reichstages. -» Die ungünstigen Nachrichten über Oberschlcsien haben in allen politischen Kreisen große Erregung hervorgerufen. Man erklärt von gewisser Seite diese Nachrichten für endgültig wahr und prophezeit die schwerstwiegenden und unheilvollsten politischen Folgen. Es gibt Leute, die— vielleicht mit absichtlicher Uebertreibung— behaupten, die innere Krise sei bereits in vollem Flusse und das Kabinett Wirth werde die Nacht nicht überleben. Tatsächlich muß man bei dieser Bewegung zwei Faktoren voneinander unterscheiden. Auf der einen Seite herrscht in allen verantwortlichen Kreisen die schwerste Sorge um das Schicksal Oberschlesiens, und es wird offen die Frage erörtert, ob das Kabinett Wirth überhaupt noch im Amt bleiben kann, wenn sich die hier eingetroffenen hiobsposten bewahrheiten. Auf der anderen Seite spürt man aber auch sehr deutlich das taktische Bestreben, von rechts her in die erschütterte Front der Regierungsparteien kräftig nachzustoßen und sie womöglich ganz zu durchbrechen. Es gibt also Leute, die den Sturz des Kabinetts Wirth als Folge der oberschlesischen Entscheidung befürchten, und andere, die ihn wünschen und ihn herbeizuführen bestrebt sind. Man kann natürlich nicht sagen, daß diesen Krisenmachern von rechts eine ungünstige Entscheidung über Oberschlesien erwünscht ist. Aber sicherlich würden sie die ganze Angelegen- heit mit einem nassen und einem heiteren Auge betrachten, wenn sie zugleich mit dem Verlust eines erheblichen Teils des Industriegebiets auch das ihnen verhaßte Kabinett W i r t h los werden könnten. Sie werden jede Entscheidung über Oberschlesien, sosern sie nicht das ganze Land Deutsch- land zuweist, zu einem Angriff gegen das Kabinett Wirth be- nützen, ihre Erfolgaussichten werden aber desto günstiger sein, je u n günstiger die Entscheidung ausfällt, denn desto geringer wird dann der Widerstand sein, der ihnen entgegengesetzt wird. Ueber die Stellung der Sozialdemokratie in dieser An- gelegenheit kann kein Zweifel bestehen. Wir würden den Sturz des Kabinetts Wirth in diesem Augenblick für ein aroßesUnglück und für eine schwereGefahr halten. Von einer deutschen Krise zu einer europäischen Katastrophe ist nur ein Schritt, und diese Katastrophe droht alle Ansätze der Besserung wieder zu vernichten, alle Probleme neu auf- zurollen, alle Wunden wieder aufzureißen. In �-zialdemokratischen Kreisen besteht daher der drin- gende Wunsch, daß das Kabinett Wirth bleiben und instandgesetzt werden möge, seine bisherige Politik weiterzu- führen. An die bürgerlichen Koalitionsparteien muß die dringende Mahnung gerichtet werden, daß sie sich weder zu parteipolitischen Treibereien mißbrauchen, noch durch Sorge und Bestürzung zu kopslosen Beschlüssen verleiten lassen, deren Folgen nicht übersehbar sind. Vor allem ist zu bedenken, daß eine endgültige Entscheidung noch nicht vorliegt und daß vor ihr unmöglich ein Beschluß gefaßt werden kann, der den Be- stand der gegenwärtigen Regierung berührt. Kurz zusammengefaßt ist also die Loge die: Die Sozial- demokratie steht, mit einigen einsichtsvollen bürgerlichen Politikern, in Verteidigungsstellung zum Schutze des Kabinetts Wirth und seiner bisherigen Politik. Sie ist von vorn angegriffen von den Nationalisten Deutschlands, und sie ist im Rücken bedroht durch die Entscheidung über Oberschlesien. Ob sie imstande sein wird, ihre Stellung zu halten, das wird nicht nur von ihrer eigenen Ent- schlossenheit abhängen, an der es nicht fehlt, sondern auch von der Entscheidung über Oberschlesien. Fällt diese so ungünstig aus, wie hier befürchtet wird, so werden wir deshalb noch nicht die Flinte ins Korn werfen, aber wir dürfen uns auch nicht verhehlen, daß dann die Zukunft sehr dunkel vor uns liegt. Die Neutcalisierung. Genf. 10. Oktober.(SZJ.) Die heutige VormittagssihUAg des Völkerbundrates wird sich mit dem Vorschlag der Vierer- kommission befassen, der bereits die Zustimmung der hauptinter- essierten Ratsmitglicder gefunden haben soll. Für die Durchfüh- rung dieses Planes soll es nahezu gleichgültig bleiben, ob und in welcher Welse das oberschlesische Industriegebiet politisch geteilt wird. Das Gebiet solle in seiner ganzen Ausdehnung wirl- fchaftlich und verwaltungstechnijch fo eng zusammengefaßt bleiben, daß man von einer Reutrallsierung Oberschlesiens sprechen kann, was einem in Völkerbundskreisen schon seit langem vorbereiteten Plane entspricht. Oer Teilungsbericht. Paris. 10. Oktober.(WTB.) Der Genfer Korrespondent des „T e m p s" teilt mit: Die vier Mitglieder des Völkerbundrotcs, die mit der Vorlage des Berichtes über die Teilung Ober- fchlcsiens beauftragt seien, der belgische, brasilianische, chinesische und spanische Delegierte würden ihre Arbeit ununterbrochen fort- setzen. Gestern, Sonntag, seien sie zweimal zusammengetreten. Die zweite Sitzung habe bis 3 Uhr morgens gedauert, indessen habe ein vollständiges Einvernehmen unter den vier Mitgliedern nicht hergestellt werden können. Die Vorlage des von den vier Mitgliedern ausgearbeiteten Entwurfs im Völkerbundrate hätte heute vormittag stattfinden sollen. Sie sei auf Mittwoch v e r- schoben worden. Der Völkerbundral habe sich also noch nicht mit Oberschlesien beschäfiigt, um von dem Ergebnis der Beratuu- gen der Diererkommission Kenntnis zu nehmen.(?) Am gleichen Abend werde er sich über die dem Obersten Rate zum Zweck der Teilung Oberschlesiens„zu empfehlende Lösung" einigen. Das Gutachten des Völkerbundrates werde telegraphisch Bricmd als dem Vorsitzenden des Obersten Rates mitgeteilt werden. Paris, 10. Oktober.(WTB.) Zu den Enthüllungen des „New Jork Herald" schreibt die rechtsstehend«„Libre Parole", die Meinungsverschiedenheiten erstreckten sich auf zwei Punkte, zu- nächst auf die Zuteilung von Kattowitz und Königshütte an Polen und dann auf die Einsetzung einer internationalen Kommisson sür die wirtschaftliche Kontrolle, die unzweifelhaft eine der barocke- st e n Schöpfungen wäre, die die neue Diplomatie zur Welt ge- bracht habe. Die Vaterschaft werde dem Belgier H y m a n s zugeschrieben. Sie wäre das würdige Gegenstück zu der unwahr- scheinlichen Kombination von Wilna. Paris. 10. Oktober.(WTB.) Das„Journal de D-bats" ver» öffentlicht offenbar aus amtlicher Quelle folgende Mitteilung: Die englische und die französische Regierung haben absolut keine Kenntnis von den Beratungen des Viererrats, der mit der Festsetzung der Grenzlinie in Oberschlesien betraut ist. Die in dieser Frage veröffentlichten Mitteilungen beruhen auf keiner- l e i Grundlag«. Unruhen befürchtet. Verschiedene Rachrichtcnburcaus melden ernste Gefahr, die sich auch aus aufgefundenen Schriftstücken ergibt. Wir wollen bis zum Beweis des Gegenteils annehmen, daß diesmal die für die Ruhe imd Sicherheit in Oberschlcsien verantwortlichen, durch reich- liches und kriegsmäßig ausgerüstetes Militär vertretenen Groß- mächte ihre Pflicht von Anfang an tun werden, wenn es wirklich zu den angekündigten Aktionen kommen sollte. Saargebiet unü vö'lkerbunü. Saarbrücken, 10. Oktober.(DA.) Die aus Genf zurückgekehrte Sanr-Delegation berichtet, sie habe bei fast sämtlichen Mitgliedern des Bölkerbundrates einen zwar inoffiziellen, aber a u s g e- zeichneten Empfang gefunden. Der Zweck der Genfer Reise sei nicht gewesen, die Aenderung des bestehenden Zustandes im Saargebiet anzustreben, sondern lediglich die Bekämpfung der durch die Saarrcgierung betriebenen weitergehenden Franken- « i n f ü h r u n g, weil diese den Ruin des saarländischen Wirt- schaftslebens bedeute. Saarbrücken. 9. Oktober.(WTB.) Als Protest gegen die Entsendung der saarländischen Delegation nach Genf, der sie die Berechtigung abspricht, im Namen der gesamten saarländischen Bevölkerung gegen die Einführung der Frankenwährung im Saar- gebzet Einspruch zu erheben, ruft die Kommuni st isch« Par. tei für morgen mittag zum Generalstreik und zu Dcmonstrations- zügen für den Franken auf. Saarbrücken. 10. Oktober.(MTB.) Dem Präsidenten der Regierungskommissicm ist zur ersten Ausstattung seiner Dienst- wohnung in Saarbrücken ein Fonds von 2S0 000 Fr. zur Ver- fügung gestellt und bei der Landeskasse des Saargebietes deponiert worden. Aus diesem Fonds wurde in den letzten Tagen eine Rechnung über Bettücher für den Haushalt des Präsidenten sowie eine gewisse Summe für silberne Kaffeelöffel, die für den eigenen Gebrauch der Privatsekretärin des Präsidenten, Fräulein Blanche, bestimmt waren, bezahlt. Ein solcher Mißbrauch mit öffentlichen Geldern des Saargsbiets kann nur deshalb getrieben werden, weil die Rcgierungskommission bis jetzt keinen öffentlichen Etat aufgestellt hat. Ob die Regierung?- kommission des Saargcbiets dem Völkerbund bis jetzt schon einmal Rechnung über die Verwendung der ihr zur Verwaltung des Saargebietes zufliehenden Mittel gelegt hat, ist nicht bekannt, aber auch nicht wahrscheinlich. Deutschland entschädigt Luxemburg. Nach der„Escher Zeitung" hat die deutsche Regierung der luxemburger Regierung zu wissen gegeben, daß sie zur Vergütung sämtlicher durch die deutsche Be- setzung im Kriege erwachsenen Schäden bereit ist. Das Schicksal der Hilfskräfte. Von W. S t e i n k o p f, Oberpostfekretär. Der Krieg brachte es mit sich, daß die Einstellung von Anff gestellten bei Reichs- und Staatsbehörden einen Umfang an». nahm, den man früher kaum für möglich gehalten hatte. Die tausend Kriegsorganisationen, die infolge ungezählter Auf» gaben plötzlich anschwellenden Verwaltungskörper von Ge» meinde und Staat, die Post, die Eisenbahn, sie alle brauchten zahlreiche Hilfskräfte. Die Angestellten kamen und haben den Behörden geholfen,.über die schwierigen Jahre hinwegzukommen. Sie haben infolge der ihnen aus ihrem kaufmännischen Beruf eigenen schnellen Aufnahme- und An Behörden lsher Post machte in diesen Jahren z. B. die fabelhafte Entdeckung, passungsfähigkeit bewiesen, daß sich in vielen Behörden manches anders machen läßt, als es bisher gehandhabt wurde. D:«i daß zum Briefmarkenverkauf und zum Sortieren von Briefen weder das Abiturienten examen noch eins vierjährige Ausbildung notwendig ist. Stau» nend sahen die Bureaukraten, daß es Menschen im deutschen Volk gab, die, mit ihren gesunden fünf Sinnen und einer ge- wissen Dosis Intelligenz ausgerüstet, in kürzester Zeit dasselbe ordnungsmäßig zu erledigen wußten, was doch nach den ewigen Gesetzen des heiligen Vureaukratius erst nach jähre» langer Ausbildung und Ablegung von soundsovielen Examina gekonnt werden durfte. Und so kann man mit Er» folg und Recht feststellen, daß die in der Not gerufenen An» gestellten ihr Bestes hergegeben und sich durchaus bewährt haben, wofür sie Dank verdienen. Nur in einer Beziehung sind sie vielen Bureaukraten und« ihrem Klüngel recht unbequem geworden. Sie waren nicht so, gefügig wie die Beamten. Das ist ganz erklärlich. Der Horizont des Angestellten schneidet oft nicht wie bei so mancher! Beamten mit den Grenzen der Dienststelle ab. Sie haben mehr gesehen und mehr gehört und ihre Ansichten sind häufig ge- reifter und freier, ihr Urteil kritischer und ihr Selbstbewußtsein stärker. Es ist deshalb auch erklärlich, daß sich beamtete Vor- gesetzte ihnen gegenüber besangen fühlen und glauben, ihrer Autorität durch kleinliche Schikanen Geltung verschaffen zn müssen. Diese ungerechtfertigt� Abneigung gegen die Anae» stellten ist letzten Endes auch die treibende Kraft für das Be». streben, sich ihrer so schnell und so rücksichtslos wie möglich zck entledigen. Typisch dafür sind die Verhältnisse bei der P o st. Der Postminister will sämtliche Angestellte durch Be» amte ersetzen. Er wünscht wieder einen homogenen Beamten» körper in seiner Verwaltung zu haben. Dies Prinzip durch- zuführen, ist sein gutes Recht. Dafür ist er Minister und für seinen Verwaltungsbereich verantwortlich. Man wird sich da- mit abfinden müssen. Auch die Angestellten selber würden lieber heute als morgen der recht ungastlich gewordenen Post- Verwaltung den Rücken kehren, wenn sie nur wüßten, w0hin?> Jedoch die Art und Weise, wie die Postverwaltung ihr Prinzip durchführen will, ist derart rigoros, daß immer wieder aufs schärsste Stellung dagegen genommen werden muß. Wenn man hört, daß untergeordnete Organe der Postverwaltung den Angestellten erklären, daß sie sie„schockweise hin» aussetzen werden", wie sich dies letztens der Postdirektori eines Postscheckamtes leistete: wenn man erfährt, daß Hundert« ganz junger Mädchen lediglich und nur zu dein Zweck eingestellt werden, ältere Angestellte beiderlei Ge» schlechts überzählig zu machen, um diese dann entlassen zr! können, da muß man sich doch fragen, woher die Postverwal- tung das Recht nimmt, derart mit Menschen- und Familien» schicksalen zu spielen. Empörung aber löst es aus, wenn man weiß, daß die Postverwaltung sich nicht scheut, diese jungen Mädchen zur Erreichung ihres Zweckes selbst aus anderen privaten Stellungen herauszuholen. Daß jenen Herren das Betriebsrätegesetz Hekuba ist, versteht sich am Rande. Den von der Post gemachten Einwand, daß z. B. der Postschcckdienst sich besonders für weibliche Personell eignet, was übrigens nicht unbestritten ist, und daß die Dorbehaltung dieser Stellen für Frauen der Gewerkschaft der weib- lichen Po st» und Telegraphenbeamten zugesagt worden ist, kann man nur mitleidsvoll belächeln. Leben wir auf dem Mond oder auf der Erde, wo es viel, sehr viel Hunger und Arbeitslosigkeit gibt, wo der Kampf um die Arbeitsstelle schärfer tobt als je? Nun, wenn wir aber auf der Erde leben, inmitten eines unsagbaren Elends, dann mutet die versuchte zwangsweise Durchführung jener Abmachung— Verzeihung— m e H r a l s kindisch an. Man überlege, der Gewerkschaft der weib- lichen Beamten sind die Stellen zugestanden worden. Sie werden aber gar nicht mit den Angehörigen der erwähnten Gewerkschaft besetzt, sondern— wie schon gesagt— man reißt junge Mädchen aus ihren Stellen, man holt junge weibliche Kräfte, die bisher noch nie im Produktionsprozeß standen, es auch nicht nötig haben, heran, um angeblich eine Verein- barung in Kraft zu setzen, die, unter normalen Verhältnissen durchgeführt, sich vielleicht als segensreich erweisen kann. Glaubt die Postverwaltung den Angestellten und dem Reichs- tag wirklich weismachen zu können, daß sie dies jener Ver- einbarung wegen tut?— Nein, nein. Es ist schon so. Die Nilgestellten, die nicht parieren, ganz gleich, ob alt, ob fung, verheiratet oder nicht, krank oder gesund, sie olle sollen auf die Straße, und zwar so schnell und so rücksichtslos wie möglich. Was in dieser Frage von dem Postminister verlangt wird, ist nicht viel und leicht durchführbar. Er braucht diesen um ihr tägliches Brot ringenden, in dauernder Angst um das Schicksal ihrer Angehörigen schwebenden Angestellten nur die Hälfte der Toleranz entgegenbringen, welche er für die Tausende von Beamten übrig hat, die in seiner Ver- waltung nachgewiesenermaßen zuviel sind! Ge» miß, wo Beamte mit älteren Rechten eintreten oder Augs- stellte wirklich überzählig werden, müssen sie weichen. Da- gegen sträuben sie sich nicht. Aber wozu es notwendig ist, auch jene zu entlassen, bei denen diese Voraussetzungen nicht vorliegen, ist nicht einzusehen. Oder ist es ein Verbrechen, wenn jemand ablehnt, in das Beamtcnverhültnis überzutreten, weil er dann monatlich etwa 3l10 M. weniger erhält, und er sich diesen Luxus mit Rücksicht auf Frau und Kinder nicht leisten kann?— Ist es notwendig, jahrelang bewährte Kräfte auf die Straße zu setzen, nur weil sie infolge eines körperlichen Fehlers nicht zu Beamten gemacht werden können?— Ist es gerecht und sozial, an Stelle dieser Personen junge Mädchen einstellen zu wollen, nur um jene entlassen zu können?— Begreift man in der Postverwaltung nicht die Brutalität und Ungeheuerlichkeit eines solchen Vorgehens? Es ist selbswerständlich, daß sich der Reichstag mit der Frage eingehend beschäftigen wird. So kann es nicht weiter gehen. Man lasse die Angestellten in Frieden ihren Dienst machen, so wie sie es jahrelang getan haben, als sie gut genug waren, der Post aus Verlegenheit zu helfen. Man entlasse sie unter Beachtung der gesetzlichen und verein- karten Bestimmungen, wenn sie sich etwas Böses haben zu- schulden kommen lassen oder wenn der Rückgang des Vc- triebes dies notwendig ntacht. Und man wird sehen, daß der Abbau des Angestelltenverhältnisses in der Postvsrwaltung— dasselbe gilt auch für die anderen Verwal- t u n g e n— auch ohne Krach und ohne ewige Schikanen und Aufregungen oonstatten geht, selbst wenn dies noch einige Jahre dauern sollte. Ein wenig mehr Duldsamkeit gegenüber den Angestellten und Arbeitern in den Reichs- und Staats- Verwaltungen, Ihr Herren I Sie haben es redlich verdient. Morüanklage in öee öuchho!z-Märe. Dte Vorgänge bei der Hundertschaft zu besonderer Verwendung haben, wie eine Berliner Gerichtskorrespondenz meldet, nunmehr zu einer Anklage wegen Mordes gegen den volizeiunterwachtmeisier Erven und den Polizeihauptwachtmeifter Meyer geführt. Ihnen wird zur Last gelegt, am IS. Zuni 1921 den Oberwachtmeilter B u ch- bolz ermordet zu haben, um zu verhüten, daß vuchhcl;, gegen den ein Versahren wegen Unterschlagung eingeleitet war, politische M a ch e n s ck> a s t e n der hundertschast orrrote. Der Prozeß wird in der nächsten Schwnrgerichkslagnng des eandgerichts III zur Verhandlung kommen. Die Angeklagten bestreiten jede Schuld. Die Anklage ivird Staalsonwaltschasksrat O l t r o g g« vertreten. die Verteidigung liegt in den Händen de» Rechtsanwalts Dr. Als- berg. Es ist zu begrüßen, daß die zahlreichen Anschuldigungen gegen die Eharlottenburger„Hundertschaft zur besonderen Verwendung" die Staatsanwaltschaft endlich zu einem Ein- schreiten veranlaßt haben. Durch dieses Vorgehen wird zugleich die seinerzeit mit großem Kraftaufwand vertretene Auffassung her Rechtspresse widerlegt, daß in der Angelegenheit des Wachtmeisters Buchholz nichts gefchelzen sei, was das Licht der Oeffentlichkeit zu scheuen gehabt hätte. Es ist zu erwarten, daß in der Verhandlung die Tätigkeit der Z. b. V. in solchem Umfange aufgerollt und daß hierbei Material bekannt werden wird, das interessierte Stellen in geschickter Regie bisher zu unterdrücken verstanden. Karl Kautsky ist in Kopenliagen«ingetrofsm. Er wird an der Universität drei Dorlcsungen halten. Au Schiefes Verhaftung. München, 10. Oktober.(WTV.) Die Verhaftung des steckbrieflich verfolgten Arztes Dr. Schiele erfolgte durch bayerische Grenzpollzel. als Schiele versuchte, die Grenze nach Oester- reich zu überschreiten. Ueber seinen bisherigen Ausenthallsort verweigert der verhaftete jede Auskunft. Wie die TU. ergänzend mitteilt, war Schiele im Begriff, nach DeutfchSsterreich zu reifen. Zn feinem auf einen falschen Kamen ausgestellten paß fehlte jrdock) der Ausreise-Sichtvermerk, wodurch die Beamten aus ihn aufmerksam wurden. Der Festgenommene wurde nach München zur pollzeidirektion gebracht. Der verhaftete wurde gestern dem Gericht eingeliefert, wo er bis zur weiteren Entscheidung des Obcr- reichsanwalts bleiben wird. Ein Sonderbiatt des.Bayerischen Polizeiblattes" veröffentlicht fehl nochmals den bereits bekannten Steckbrief gegen die acht wegen Hochverrats verfolgten kapp- Putschisien. Dominicus löst weite? auf! In Z tz e h o e in Holstein fand am 27. Februar d. I. die Wahl eines zweiten Bürgermeisters statt. Für diese Wahl kandidierte auch der unbsoldct Stadtrat Schinkel(Soz.), der mit �1700 Stimmen gegen 4000 Stimmen gewählt wurde. Schon vor der Wahl erklärten 14 bürgerliche Stadtverordnete öffentlich, daß sie im Falle der Wahl unseres Genosten Schinkel ihr Mandat nieder- legen würden. Gleichzeitig drohte man in einem Flugblatt mit dem Boykott der bürgerlichen Geschäftsleute, Me nicht zur Wahl gehen. Trotz aller Machenschaften wurde Schinb l dennoch gewählt, woraufhin die Mandatsniederlegung von 14 bürgerlichen Stadträten erfolgte. Trotzdem blieb das Stadtverordnetenkolleginm befchluß- fähig, da von den 30 Stadtverordneten noch 16 ihr Mandat behielten. Aus der Mandatsniederlegung entstanden mehrer« Prozesse, die durch den Bezirksausschuß noch nicht entschieden sind, wahrschein- lich aber für die bürgerlichen Stadtverordneten ungünstig aus- fallen werden. Anstatt nun den Ausgang der Prozesse abzuwarten und dementsprechend eventuelle Maßnahmen zu fasten, kam Do- minicus den Bürgerlichen entgegen und löste das Stadtverordneten- kollegium ohne weiteres auf. Wie verlautet, soll auch die De- stätigung der Wahl des Genosten Schinkel durch den Regierung?- Präsidenten auf Ersuchen des Herrn Dominicus o e r s a g t worden sein. Nunmehr haben die Genossen Peters, Breccur usw. im Landtag eine Anfrage eingebracht, in der über die Auslösung Aus- kunft verlangt wird. Anläßlich der großen Interpellation, die am Dienstag im Preußischen Landtag beginnt, wird die Sozialdemo- kralle auf die Angelegenheit zurückkommen. Sergarbeiterverbanö gegen Kartoffelwucher Bochum, 10. Oktober.(TU.) Der Vorstand des Bergarbeiterver- bandes hat an den Reichskanzler folgende Eingabe gerichtet: „In dem Industrierevier macht sich«ine immer mehr steigende Erregung über die hohen Kartoffelpreise be- merkbar. Preise von 70 bis 80 M. für den Zentner Kartoffeln sind keine Seltenheit mehr. Bei diesen Preisen ist es unmöglich, daß die Arbeiterschaft Kartoffeln einkellern kann. Besonders im rheinifch-westfälischen Industriegebiet ist die Einkellerung eine all- eingebürgerte Gewohnheit. In diesem Jahr kommt noch hinzu, daß eine Borsorge für den Winter durch Einmachen von Schnittbohnen und Sauertraut infolge des außergewöhnlich hohen Preises den Ar- beitcrn nicht möglich war. Noch den amtlichen Berichten ist die Kartoffelernte keine schlechte und sind Kartoffeln genügend vor- Händen. Die Gestehungskosten rechtfertigen solch« hohen Preise keineswegs. Es handelt sich lediglich um Wucherpreise als Folge der Freigabe der Kartoffelwirtschaft. Die Versorgung der Industriebevölkerung mit Kartoffeln und dazu die Ernährung ist in Frage gestellt. Angesichts der großen Gefahr bitten wir den Herrn Reichskanzler dringend, unverzüglich mit geeigneten Maßnahmen den Kartoffslwucher unmöglich zu machen. Für unbedingt notwendig erachtet wird die Festsetzung von angemessenen höchst- preisen und eine Erweiterung der Rechte der Reichs- prüfungs stellen. Die gleiche Eingabe haben wir an den Herrn Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft gerichtet." der �ochverratsprozeß von Velbert. In dein feit mehreren Wochen vor dem Reichsgericht ver- handelten HochverralSprozeß gegen 14 Kommunisten, darunter ein« Frau, aus Velbert(Rheinland) beantragte der Oberreichs- a n w a I t nach seinem etwa einstündigen Plaidober folgende Strafen: Gegen die als Führer des Putsches anzusehenden Angeklagten Graß und Waltenbach je 6 Jahre FestungS- Haft, gegen den Angeklagten S t o ß ö Jahre Festungshaft. gegen zwei Angeklagte je 2 Jahre 6 Monate und gegen die übrigen Angeklagten FestungS strafen von 1 Jahr bi? zu 2 Jahren. Der Oberreichsanwalt bittet den Senat, sämtlichen Angeklagten mindestens die Hälfte der sehr langen Untersuchungshast anzu- rechnen, und stellte ferner anheim. mildernde Umstände den An- geklagten zuzubilligen, die aus politischen Motiven handelten, und bei denen daher von ehrloser Gesinnung keine Rede sein könne. der unbekannte Uniformerlaß. München, 10. Oktober.(TU.) Der Minister des Aeußeren beantwortete die kurze Anfrage des Abgeordneten Hilpert(Bayr. Mittelpartei) im bayerischen Landtag wie folgt:„Ueber die beab- sichttgten Ausführungsbestimmungen zur Verordnung des Reichs- Präsidenten vom 30. August 1S21 ist dem Minister des Aeuße- ren noch nichts bekannt. Die Wünsche, die in dieser Richtung in den beteiligten Kreisen bestehen, sind der Reichsregierung zur Kenntnis gebracht worden, insbesondre ist darauf hingewiesen worden, daß es voraussichtlich Unzufriedenheit hervorrufen würde, wenn die Erlaubnis zum Tragen der Uniform in jedem einzelnen Fall« bei den Polizeibehörden nachgesucht werden müßte. Eine wei- tere Prüfung der Angelegenheit darf ich mir bis zum Erscheinen der Ausführungsbestimmungen vorbehalten." Diese Antwort des bayerischen Außenministers, dessen Amt mit dem des Ministerpräsidenten in Personalunion ver- einigt ist, muß außerordentlich befremdend wirken. Die Aus- führungsbestimmungen des Reichspräsidenten zum Erlaß über das Uniformtragen wurden bekanntlich durch die Presse schon am Mittwoch, den S. Oktober, abends, verbreitet, und es ist nicht anzunehmen, daß der Erlaß, der unter dem Datum des 3. Oktober 1921 vom Reichskanzler W i r t h gezeichnet war, den bayerischen Behörden unbekannt geblieben ist. Es ist mög- lich, daß eine besondere Informierung der bayerischen Stellen durch die zuständigen Reichsstellen unterblieb: dennoch wirkt die Berufung auf eine derartige Unterlassung, die doch nur formalistischen Charakter trägt, einigermaßen überraschend. Die Vertreter der Republik sollten auf diplomatische Prinzipien verzichten, die zwar im alten Deutl-stland an der Tagesord- nung waren, die jedoch nicht geeignet sind, den Verkehr zwi- sehen den Ländern zu erleichtern. Die Einreihung in Sie Grtsklaffen. Don parlamentarischer Seite wird der„Soz. Parl.-Dienst* gebeten, darauf hinzuweisen, daß Anfragen über die Ein- stufung der Orte in das Ortsklassenverzeichnis jetzt völlig zwecklos sind. Die von einzelnen Personen angeblich ge- machten Mitteilungen sind durchaus unzuverlässig. Wedeö der Reichstag noch«ins seiner Mitglieder hat irgendeine Unterlage, um nach dem jetzigen Stande der Angelegenheit eine zuverlässige Aus- kunft erteilen zu können. Dies wird erst möglich fein, wenn die entsprechende Vorlage im Reichsfinanzmini st erium ferllg- gestellt ist und, nachdem sie Reichstabinett und Reichstag passiert hat, dem Reichstag vorliegt. Nach einer Ankündigung des Reichefinanzministeriums ist dies für Anfang November zu erwarten. Schon jetzt kann aber gesagt werden, daß entgegen allen aus- gestreuten Gerüchten der 23. Ausschuß sich die gründliche Durch- beratung der Vorlage nicht nehmen lassen wird, wobei die den Mit- gliedern der SPD.-Fraktion zugegangenen zahlreichen Petitionen gewissenhafte Berücksichtigung finden werden. Weiter wird seitens der SPD.-Fraktion dafür Sorge getragen, daß an den Ausschußberallingen diejenigen ihrer Mitglieder teilnehmen werden, welche Abgeordnete der gerade zur Beratung kommenden Landesteile sind und deren Verhältnisse genau kennen. Ein deutsch- litauischer Memel-Vund hat sich in Berlin ge« gründet. Warenhäusern drängen sich aufgeregte Menschen, reihen wahllos an sich, was ihnen in die Hände kommt, Stoffe, Schuhe, Wäsche. Hüte, Bücher, Briefpapier, Handarbeiten, Nippes— alles ist besser als das buntbedruckte Dapier. Frauen mit dem Kopftuch, Männer im Arbcitsrock, ernste Familienväter, sorgenvolle Müller tun mit im großen Tollhaiisreipe». Man fragt nicht nach Preisen, man feilscht nicht, man prüft die Ware nicht— man zahlt, reißt die Beute an sich und hastet weiter. Alles, was man besitzt, in greifbare Güter umsetzen, schnell, schnell, ehe es zu spät ist, ehe einein die anderen den Rang abgelaufen haben, ehe die Ausländer mit ihrer kraftigen Valuta alles an sich gerissen hoben. In den Geschäften staut sich der Menschenstrvm, Freunde und Verwandte bitten um Berücksichtigung. Die Zehn- taufender fliegen wie einstmals die Zchnkronenscheine. Den Geschäftsleuten wird bange. Erst werden sie frech und schrauben die Preise in die Höh«— das Publikum reißt einander die War« au« der Hand. Einzelne stellen den Dstailoertauf ein, ander« hasten das Geschäft ein paar Stunden geschlossen. Es hilft alles nichts. In den Lebens- mittelgeschöften und Konsumvereinen kaufen Frauen mit langen Einkaufslisten ein. Sie nehmen alles, was sie nur schleppen können, Lachs und Putzpulvcr, Zahnstocher und Waschseife. Ein Fieber hat sie erfaßt, wilde Schauer zittern durch die gequälte Stadt— Wien kauft._ Ter Kunstlrrhilfe für die Hungernden in Rnssland wurde von SllsonS Vagnet da» Drama.Fabneill zur Verjüanuz gestellt, das Anja», g November feine Uranisübrung in Berlin erlebt. Der Dichter verzichtet aus die Tantieme auf 2 Jahre. Bnch»ud Bild. Im Siaatlichen Kunstgewerbemuseum in Berlin wird im November unter dem Titel«Buch und Büd- eine Herbstfchan oer- anitaltet, die einen Neberblick über das buchgewerbliche Können der Gegen- wart geben fall. Gleichzeitig soll durch einen Schausensterweltbewerv, durch Vorjilhrung eines Film» und durch Ausnutzung aller nciizeltiichen Werbemittel in Berlin Propaganda für das Buch gemacht werden. Tie Arbeitsgemeinschaft für biogenetische Psychologie ver- anstaltet in der Buchhandlung van Altmann, Lüpowuser 13, eine Reihe von S Vorträgen über den.Versuch einer dynamischen WelterkenntniZ', dereit erster Dienstag stattfindet. JoSannr« Schlaf hält Mittwoch, den 12, abends 7'/, Uhr im KünitlerbauS. Sellevueitr. 3, einen Vortrag über das Thema:. D i« Erde— nicht die Sonnet" In der Urania beginnen in dieser Doch« die naiurwissenfchoistichen und technischen Kurse(von je K und 8 Vorträgen) im Hörsaal. Dr. Douath behandelt.Sichtbara und unfichlbarr EtrahicN"(ZonnabendS 8 Uhr).— Dr. E. Notteboom:.Himmelskunde"(Dienstaas 8 Uhrl.— Dr. Wilhelm Berndt:„Dte Abstainmung de» Menschen"(Mittwochs 8 Uhr).— Dr. Meinner:„Gelundbcit und Krankheit-(Donnerstag» 8 Uhr).— Dr. Adolf Heiiborn:.Vom Urmenschen zum Kuliurmenichen"(Freitags 8 Uhr).— Pros. Dr. Kiichbcrgcr:.Einführung in die Differential- und Integral- rechnung"(Montags 6 Udr).— Dr. Robert Potoniä:.Die Geschichte der Urwelt� �Dienstags'/,7 Uhr).— Dr. Meisjucr;„Küche und Haus"(Miit- 1 600 000 Goldmark für ein Gemälde. Für das berübmte Jünglingsvorirät des»ngiischen Maiers Gainsborough. das unter dem Namen„Ter blaue Knabe"(diu« boy) bekannt ist, wurden 1S00000 Goid- mark von einem Amerikaner bezahtt. Der Herzaq von W-slminster gab diesen nationalen Kunstwerk dasilr preis. Aehntiche Preise, die natürlich nur für alle Bilder bezaplt werden, erreichten nur Rembrandls„Mühle" und Betasquez' Porträt«ineS spanischen Staatsmannes. jftnSon Sruckner. Zur 25. Wiederkehr seines Todestages. Bor einem Menschenalter wandelte durch die Straßen Wiens ein altes Männchen, komisch anzusehen in seiner weiten„geräu- migen" Kleidung— das siel in der Stadt der besten Schneider be- sonders aus. Wie viel« mögen wohl über diesen alten Sonderling gelächelt haben, und dennoch, es war etwas in seiner Erscheinung, wa» nachdenklich stimmte: diese merkwürdige Feierlichkeit, die ge- lassen« und sichere Ruhe. Dieser Mann hieß Anton Bruckner und war«in begnadeter Musiker. Dem Wiener Konzertpublitum frei- lich war seine Kunst etwas Fremdartiges. Wenn wirklich eine Auf- führung einer Symphonie zustandegekommen war, geschah es, daß nach jedem der vier Sätze die Zuhörer den Saal verließen. Nur die wenigen Schüler hingen an dem einsamen Mann, der sich von der Welt abschloß und nichts kannte als seine Musik. Niemand konnte ihm den Glauben an sich und seine Kunst rauben. Diesen felsenharten Sinn dankt Bruckner seiner bäuerischen Abstammung. Die Vorfahren gehörten dem ländlichen Lehrcrstand an. Am 4. September 1824 ward Anton Bruckner zu Ansfcldcn in Oberösterreich geboren. Freiheit war damals Todsünde, Gehör- sam alles. In den Zeiten des Vormärz war Oeslerreich von Europa abgeschlossen. Daran muß man denken, wenn man Bruckner recht verstehen will. Im Dorfe musizierte, zum mindesten sang alles. Der kleine Anton lernte früh geigen und auf des Daters Klavier spielen. Und Sonntag» im Kirchrnchor mitsingen, das war die höchste Freude. So war Kirchengcsang und Orgelklang fein erstes klingendes Erlebnis, seine musitalllche Heimat. Als er ein Bursch von 13 Iahren war, stirbt der Batcr an der damaligen Lehrcrkrankheit: Auszehrung und Lungenschwindsucht. Bruckner kommt als Sängerknabe in das Stift St. Florian bei Linz an der Donau. Ein geistliches Riesenschloß mit großen Gehöften, sauber, reinlich, eine abgeschlossene feierliche Welt, wo sehr gute Musik ge- macht wird. In dieser Welt bleibt er vier Jahre und nimmt die entscheidenden Eindrücke von hier Ine Leben mit. Dann wird er Schulmeistergehilfc, arbeitet sich l» kümmerlichen Verhältnissen empor. Aus der bäuerlichen Einsamkeit kommt er, 31 Jahre alt, als Damorganlst nach Linz. 1851 bestand er in Wien da, Or- ganistenexamen glänzend. In Linz hatte Bruckner ein Erlebnis: er hört« den Klang des Richard Waqnerfchen Orchester«, ein« neue Welt stand vor ihm, der nur Orgel und Chorgesang gekannt hatte. 1857 wurde er als Hoforganist und Theorielehrer nach Wien be- rufen. Hier lebte und wirkte er einsam, von übereifrigen Schülern zum Gegenpapst von Brahms erhoben. Die seelische Triebkraft der Brucknerschen Musik bedeutet den Wiener Gesellschaftemenschen wenig. Hier sprang doch ein Quell, dessen geheimnisvolle Kraft in der Urheimat der Musik verborgen lag: in dem religiösen Gefühl. In der Empfindung, die uns die Größe des Weltalls, des Sternenhimmels, das ewige Werden und Vergehen der Natur schauernd ahnen und erleben läßt. Es war Bruckner gegeben, diese Weite und Tiefe der Empfindung musi- kalisch mit einer überwältigenden Pracht der Klangphantasie zu gestalten. Er empfand naiv. Darin steht er in engster Beziehung zu Franz Schubert. Gerade dieses naive Empfinden bringt ihn dem Ohre des schlichten Mannes nahe. Die Großartigkeit dieser Klangwelt offenbart sich jedem, es bedarf nur eines offenen, ehr- lichcn Herzens, einer Sehnsucht noch großer und tiefer seelischer Empfindung, um in den großen Werken Bruckners das Kinder- aemüt, die echte und tiefe Herzlichkeit eines großen Menschen zu hören und zu erleben. Bruckner wird für die kommenden Jahre neben Beethoven der Symphoniker unserer Volkskonzerte sein. Das Ricsenmaß feiner Gestaltung, der hohe ethische Wert seiner Schöp- fungen, die Durchschlagskraft seiner musikalischen Sprache gibt seinen neun Symphonien die weltbewegende Größe, die ein Zuhörerkreis aus dem werktätigen Volke in der Musik sucht. Die Liebe zur Natur ist der innerlichste Gehalt seiner Werte. Er ruft hinüber auf das andere Ufer, wo die qroße Masse der Menschheit, dürstend nach Menschenliebe, nach Größe und Erhabenheit des Empfindens sehnsüchtig die Arme emporhebt. Licht zu senden in die Herzen der Menschen. Karl Werner. Der Volkskraslbund lockt« aus dem unvergleichlich schonen Hau- goldenen Herbstsonntag hinweg zu seiner ersten Aujiihrung. Man gab mit dem Personal des Zen'.raltheolirs des alten Raimund „B er s ch w e n d e r". Hätte man diesen seligen Herbsttag ganz auskosten und an sein abendliches Ende das Theater setzen können, dann wäre es gut gewesen. So aber sah man, aus einer vollendeten Natur kommend, die Unvollkommenheiten des ganzen Spiels um>o deutlicher. Zwar mit der Bombenrolle des biederen Valentin wurde auch F i s ch e r- K ö p p e in feiner derb-fröhlichen Art fertig. Rolf Gunold gab in dem Kammerdiener Wolf eine wohlgefeilte Cha- rakterstudie, dte ihn zu höheren Aufgaben reif erscheinen läßt. Alles andere bemühte sich wacker, war aber zum Teil unter dem für eine Berliner Bühne erträglichen Durchschnitt. Die Technik der Zauberei clne beängstigende Primitivität, und Valentins Hobelbank und äkm- liches Heim, umrahmt von den Säulen des Schlosses, war eine un- mögliche Inszenierung. Das Orchester hatte einige gute Momente, aber bei den Blechbläsern hustete und heiserte es. Die Wahl des Stückes in allen EHOn, nur muß man es, da es doch einmal ein Zaubermärchen ist, auch„märchenhaft" herausbringen. Das Pu- blitum, d. h. die Vereinsmitgliedcr, waren begeistert. t. Die Gier nach Ware. Die Unsicherheit des Geldwesens, die als Folge der dauernden Entwertung in Oesterreich bedrohliche Formen angenommen hat, führt dort zu fettsamen Erscheinungen. Jeder sucht sich des Paviers zu entledigen, um dafür Ware, toste sie, was st« wolle, in Belitz zu bringen. Wer in den letzten Tagen zur Arbeits- zeit die Geschäftsviertel der Stadt, Mariahilf und die Inner« Stadl. besucht«— berichtet die Wiener„Arbeiter-Zeitung" aus Wien—, der mochte sich in ein Tollhaus versetzt glauben. Eine wilde tobende Menschenmasse drängt und schiebt sich durch die Straßen, erfüllt von einem Verlangen: Ware Man kauft nicht, um Bestimmtes zu er- werben, man kauft, um Geld loszuwerden. Die Angst vor dem Bar- geld hat sie alle gepackt: die Menschen, die durch die Straßen eilen, als hätten sie Schätze zu erbeuten. Schätze, die heute»och zu haben und morgen unwiderbringlich verloren sind. Ein fanatischer Zug liegt aus allen Gesichtern, wilde Angst verzerrt das Antlitz, die Angst, zu spät zu kommen. Zolaz grause Schilderung der Börsenpanik wird von der Wirklichkeit bei weitem übertroften. In den großen Schluß üer pazWentagung. Anläßlich de» 1'» Uhr in den Musikersälen, Kaiser-Wilhelm« Straße 31, über die Situation Bericht erstatten. Es werden in dieser Versaminlung eventuell weilgehende Beschlüste gefaßt, wes- halb alle in Konditoreien Beschäftigten zu dieser Versammlung er- scheinen müsten. Es gilt Eure Zukunft! Es gilt Eure Extstenzl Zentralverband der Bäcker und Konditoren. Sektion Konditoren. Zm Tarifslreit der Bersicherungsangeslelllen hat der Schlich- tungsausschuß Groß-Berlin gestern beschlossen, am Mittwoch einen neuen Termin anzuberaumen und hierzu die Beteiligten— den Berliner Prioatvcrsicherungsoerband als zuständige Arbeitgeber- organisation— unter Hinweis auf die Folgen des Nichterscheinens zu laden. Afa-Retalltarifieratu»g»k,mwiffü>». Di« heutig« Sitzung in der Geschäfts- stelle der Ortsverwaltung ist um Uhr— nicht StS Uhr. Transpartarbeitervcrvand. Sektion I, Branche Berwaltungsbehiirden. Heute abend z-? Uhr bei Schweikart, Alte Jakobstr. 24, Funktionäroersammlung.— Branche Reimroraanisationen. Mittwoch nachmittag Vii Uhr bei Feyfara o!-7» chiorstratze 15, Funktionärversammlung. Bericht betr. AbbauentschädtzsUng. — Bertrauensleute der Schürzen-, Unterrock-, Kinderkleider- und Damenvtäsche- Branche. Die Bersammlung am Mittwoch fällt aus. Bfa-Ortskartcll. Mittwoch GM Uhr in den Kammcrfälen, Teltower Str. 1/4, Afa-Bersammlung sämtlicher Angestellten der städtischen Werk«. Tagesordnung: Die Tarifverhandlungen mit dem Magistrat. gcntralverband der Angestellten. Butter: Mittwoch abend 8 Uhr Mitglieder- Versammlung in den Prachtsälcn Alt-Berlin, Blumenstr. 10. Berband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter, Gruppe Landfchaftsgärtnercl. Donnerstag 7 Uhr im vewerkfchastshaus, Engclufer, Saal 5, Eruppenversamm- lung. Tagesordnung: Bericht über die eingeleitete Lohnbewegung in der Land- schaftsgärtncrci. Beranlw tür den redakt. Teil: Dr. Werner Brtser, Cbarlottendurg: für Anzeigen: Tb. Glocke, Berlin. Verlag: Borwärts-Berlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Lor- wärlS-Buchdruckerei u. Berlagsanltalt Daul Sinaer u. Co., Berlin. Lindenstr. Z. vlerzu 1 Betlage. Sduielle Reifen sparen Beiriebsiolf Je elastisdzer der Beifen, um so sdhneller; je stHneller, um so sparsamer! Dieser Forderung entspridzt der neue Continental-Cord in vollem Maße. In ihm verkörpern sich die Fortschritte der Beifentechnik. Mit Continental-Cord gewann Fritz von Opel das schnellste Bcnnen auf der Grunewaldbal}n(Kl. 8 a) und fuhr in Kl. 10 a die schnellste Bunde. (Sntiiieiital �•Cord-Reifen Billig im Gebraudj 1871 1921 50 Jaljrc Werkerfaljrung Nr. 479 ♦3$.�ot)tgottg Heilage ües Vorwärts Dienstag» 11. Oktober 192? GroMerlm Um öie verlorenen Zutterkrippen. Die Hetze gegen die soziaZistischcn Direktoren. Durch die Rechtspresse geht ein Artikel über die D i r ek t o r e n- wählen an den Berliner höheren Lehranstalten. Wie alles, was von dieser Seite jetzt an Kritik der Berliner Verhältnisse geleistet wird, dient auch dieses Sammelsurium gehässiger Entstellungen lediglich der W a h l m a ch e. Dies zeigt schon ein Reklameschild innerhalb des Artikels mit dem Text: Am Sonntag, dem IS., muß das Rote Banner vom Roten Hause heruntert Daß den Außenstehenden die Nachprüfung der dort enthaltenen Schmähungen unmöglich ist, läßt das Machwerk nur noch frivoler erscheinen. Verfasser ist Herr T r o p f k e, Direktor der Kirschner- Oberrealschule und Stadtverordneter. Sein Mandat entstammt jener Zeit, in der„freisinnige" Denkungsart— die„Politik der Hasenheide" nannte es Bülow— den Zugang zur„Futter- krippe" erschloß, hatte man zum Dater einen„freisinnigen" Stadtverordneten kapitalistischer Art, so war es nicht schwer, mit Hilfe der Wähler erster und zweiter Klasse selbst in das Rote Haus einzuziehen. Besaß man zudem das„Prüfungszeugnis" und ver- stand auch sonst„den Laden zu schmeißen", so konnte man auch Direktor werden, selbst dann, wenn man von den Kollegen für einen argen Streber, Wichtigtuer und Byzantiner nach oben und unten gehalten wurde. Auch Herr T r o p s k e ist der Sohn seines Vaters, und die Re- daktion des„Lokalanzcigers" muß ja wissen, warum sie gerade ihn für besonders geeignet hält, zuerzählen, wiemanDirektor wird. „Was soll aus unseren höheren Schulen werden," so jammert die volksparteiliche Kassandr a,„wenn nicht mehr Fach- und Verwaltungskenntnisse, sondern nur die Parteistellung emp- fiehlt?" Dabei ist Herr Tropfke keineswegs in der Lage, den Reu- gewählten jene Kenntnisse abzusprechen, vielmehr muß er sie ihnen ausdrücklich zuerkennen. Aber sie sind S o z i a l i st e n und deshalb von vornherein unfähig! Außerdem hat jeder von ihnen seinen besonderen Schönheitsfehler: der eine ist zu jung, der zweite zu nervös, der dritte hat seinen Direktor denunziert, ein anderer ist„liebenswürdig, aber verworren", zudem„November- sozialist"! Was nun den„Gesinnungswechsel" anbetrifft, Herr Tropfke, sollte nicht Jbr Sprung von der„Dcutsch-freisinnigen" über die„Dcutsch-demokratische" und„Volkspartei" zum Mitarbeiter des übelsten der deutsch-nationalen Hetzblätter, des„Lokalanzeigcrs", den Rekord schlagen? Was ferner die„Denunziation" anlangt, so trifft der Vorwurf zwar— nach unserer Erkundigung an zuständiger Stelle— nicht zu, berechtigt aber zu der Frage: wenn eine„Denunziation" zur Bekleidung einer Direktorstelle ungeeignet macht, spricht sich dann nicht der Vater des Rattenkönigs übelster Denun- ziationen, wie sie der fragliche Artikel enthält, selbst das Urteil? Eine hervorragende„Gcsinnnngstüchtigkcit" und Wahrheit?- liebe liegt auch in dem Vorwurf, daß,„seitdem die Dircktorenwahl aus der Hand des Magistrats in die Hand der Bczirksverwaltungen I— VI gegeben ist, jede Rücksicht auf bürgerliche und sachkundige Bewerber aufhört", haben denn nicht die Reaktionäre aus dem Bezirk Tiergarten diesen Beschluß durchgesetzt, um eine Sozia- listin als Direktorin abzusägen? UnT warum verschweigt man die Wahl der Direktoren Reimann, Zeck und anderer Bürgerlicher? Nimmt man alles nur in allem, so haben wir hier ein..Schul- beispiel" im engsten Wortsinn für die Art, wie der Wahl- kämpf von bürgerlicher Seite geführt wird. Den Deutsch- nationalen und ihren Helfershelfern ist jedes Mittel recht!— Darum, Eltern, wollt Ihr Eure Kinder zu selb st losen, charakterfesten und sreiheit- liebenden Menschen erziehen, dann sorgt am Tage der Stadtverordnetenwahlen dafür, daß unsere Schule nicht der Reaktion ausgeliefert wird! Die Schulverwaltung Neukölln hat an die Rektoren aller Volksschulen eine Verfügung ergehen lassen, nach der alle Anträge auf Befreiung vom Religionsunterricht, die jetzt oder am Anfang des Schuljahres gestellt werden,„unbedingt" zu berücksichtigen sind, desgleichen daß auch diejenigen Anträge, die im Laufe des Schulhalbjahrs„aus Gewisscnsbedenken" gestellt wer- den, im Sinne des Ministerialerlasses vom 15. Oktober 1919 zu erledigen sind. Anträge auf Uebcrweisung aus einer Schule mit Re- ligionsunterricht an eine Schule ohne Religionsunterricht sind eben- falls durch die Rektoren der Schulvcrwaltung„stets sofort" zur Eni- ßtoge DMe KWMlwiiMM! tzeute, Olenstag, öen 11. Oktober: 14. kreis Buckow: 7'A Ahr in der Turnhake der Schule, Dorfstr. 6 (nicht Lokal Schulz!). Thema:"Der Kampf um Groß- Berlin". Referent: Stadtverordneter Johannes haß. 18. Kreis Hohenschönhausen: 714 Uhr Gemcindeschule, Rödcrnstr. Thema:„Sozialistischer Ausbau oder reaktionärer Rück- schritt". Refercntin: Frau Dr. Wegscheider-ZIegler, M. d. L. 2C."■<•!» Reinickendorf-West: 714 Uhr, harimanns Brauerei. Scharnwcberstr. 101. Thema:„Bor der Entscheidung". Referent: Stadtverordneter Dr. Lohmann. Morgen, Mittwoch, öen 12. Oktober: 4..••'■5: prenztauer Tor, 24. Abteilung: 714 Ahr in der Schulaula, Christburger Str. 14. Thema:„Die Ausgaben des Stadt- Parlaments". Referent: Dr. Borchardt. Stadtverordneter. 28. und 29. Abteilung: 7 Uhr, Schulaula, Senefelderstr. ö. Thema:„In letzter Stunde". Referent Kurt Heinig. 7. Kreis Charlotlenbnrg, 53. Abteilung: 7 Uhr in der Aula der 7. und 8. Gemcindeschule, Joachimsthaler Str. 32. Thema: „Die politische Bedeutung der Stadtverordnetenwahlen und die Sozialdemokratie". Referent: Robert Breuer. Freie Aussprache. 8. Kreis Sicmensstadt: 7*4 Uhr im Restaurant Heidekrug, In- habec Riarsandt, Ronnendamm-Ailee 89. Thema:„Bor der Entscheidung". Referent: Fritz Müntner, Stadtoer- ordneter. 15. Kreis Adlershof: 714 Uhr bei Wöllstein.„Bolksgarten", Bis- marckftr. Thema:„Bor der Entscheidung". Referent: Bürgermeister Karl Wermuth. IS. Kreis Friedrichshagen: 714 Uhr im Gesellschaftshaus(Inhaber Schröder), Friedrichstr. 1Z?. Thema:„Bor der Entfchei- dung". Referent: tzermann Silberschmidt. M. d. R. 17. Kreis Kaulsdorf-Süd: 714 Uhr im Restaurant Sanssouci, Molttcstr. 1. Thema:„Die bevorstehenden Stadtver- ordnelenwahlen". Referent: Stadtverordneter Fritz Brolat. scheidung vorzulegen. Damit ist den Versuchen einzelner Schulleiter, Befreiungsanträge als„zu spät" oder als„zu falscher Zeit" gestellt unberücksichtigt zu lassen, endlich ein Riegel vorgeschoben. Man rechnete wohl damit, daß die Eltern, durch die umständliche Wieder- holung des Antrags„zu rechter Zeit" von der Befreiung Abstand nähmen, daß es schließlich vergessen wurde und ganz unterblieb. Mit so kleinlichen Mitteln glaubte man noch die Sache der Kirche zu retten. Bei Stellung des Antrages während des Halbjahres empfiehlt sich allcrdinas der Vermerk:„Aus Gewissensbedenken be- antrage ich sofortige Befreiung." Antragsformulare sind stets bei den Elternbeiräten der weltlichen Schulen sowie in den Parteibureaus der sozialistischen Parteien zu haben. Das Urteil im Gattenmorüprozeß. Der Prozeß wegen der Ermordung des Oberlehrers Hemberger ist gestern in später Abendstunde unter riesiger Anteilnahme eines sensationslüsternen Publikums zu End« gegangen. Be: der Wieder- aufnähme der Verhandlung erhob sich ein wütender Kampf der.zum Zuhörerraum Andrängenden. Man hörte Angst- und Hilferufe der in das wild« Chaos hineingeraten«« Frauen: Blusen wurden zer- rissen, Hüte vernichtet und die Justizwachtmeister, unterstützt von den Polizeimannschaften, konnten nur mit dem Auswand aller Kräste die Anstürmenden in Schach halten. Das Gericht verurteilte: Frau homberger zu 2 Jahren 6 Rlonatcn Gefängnis: Protze zu 5 Jahren Zuchihaus: Frau Weise zu 1 Rlonal Gesängnis._ Auf die Untersuchungshaft wurden angerechnet: bei Frau Hembergcr 1 Jahr und 3 Monate, bei Protze 1 Jahr und 4 Monate und Frau Weise wurde eine Bcwährungssrist bis 1. No- vember 1924 zugebilligt. Bei Frau Hemberger bat das Gericht die von ihr getätigte Begünstigung so gräßlich erachtet, daß es bedauerte, daß das Höchstmaß, das der Ge- setzgeber für die Begünstigung fe st gesetzt hat, 1 Jahr Gefängnis beträgt. Die Angeklagten nahmen die Strafe an._ Deutschnationale KinSecverschickung. Die Parleikasse für den Kapp-Pulsch. Vor dem Schöffengericht Neukölln wurde gestern in vierstündiger Sitzung eine private Beleidigungsklage des Oberlehrers G a u d i ch gegen den Papicrhändler P a a p k e verhandelt. Den Klagegrund bildete ein häuslicher Streit der D e u ts ch n a t i o n a l e n, bei dessen Erörterung im Gerichtssaal. die Oeffentlichkeit liebliche Dinge erfuhr. Beleidigt fühlte sich Gau- dich durch eine von Paapke im Februar 1921 veröffentlichte B r o- schüre, in der ihm vorgeworfen wurde, er habe als Vorsitzender der Ortsgruppe Neukölln der Dcutschnationalen Volkspartei ein Verhol- ten gezeigt, daß einem die Haare zu Berge stehen müßten. Der Ortsgruppenvorsitzende Eaudich wurde von dem früheren Vorstands- Mitglied Paapke u. a. beschuldigt, im März 1920 bei dem Kapp- Putsch vor den Roten das Weite gesucht zu haben und im Sommer 1919 durch Ausnützung seiner Stellung in der Partei seinen Kindern einen Ferienaufent- halt verschafft zu haben. Zu dem Vorwurf der Feigheit erklärte Gaudich, er habe in den Tagen des Kapp-Putsches seine nervöse Frau mit den Kindern aus Neukölln nach Berlin gebracht, er selber aber habe täglich von 9 bis 4 Uhr als Geschäftsführer des Wahlkrcisverbandes seiner Partei in der Berliner Geschäftsstelle gearbeitet und nachts bei seinem Bruder in Berlin geschlafen. Die Geschäftsstelle sei, fügte er hinzu, untergebracht in demselben Hause Schellingstraße 1, in welchem in dem unter ihr liegenden Stockwerk „der Kapp-Pulsch ausgebrütet" worden sei, wovon er aber nichts gewußt habe. Ein als Zeuge ver- nommencs Vorstandsmitglied, Postsckretär Langula, erzählte über den Knpp-Putsch, man habe zur Speisung der Soldaten die Kasse der Deutschnationalen verlangt, darum seien Gaudich und auch Professor Danicke gesucht worden, aber sogar er habe nichts von ihrem Aufenthalt gewußt. Von Mitgliedern der Deutschnatio- nalen Partei seien Lebensmittel und Geld für die Sol- baten gesammelt worden, auch habe der Partcikassierer Stange etwas Geld gebracht, aber Langula habe gesagt:„Mit den Pfennigen ist nichts anzufangen". Er fei dann zum Polizeipräsidium gegangen, um mit führenden Persönlichkeiten über das Verlangen der Kasienauslieferung zu sprechen, aber— hier unterbrach der Ge- richtsvorsitzende den Zeugen:„Das inkeresiicrt uns nicht". Die Ferienverschickung der Kinder Gaudichs kam auf folgende Weise zustande. Am 4. Juni 1919 annoncierte Gaudich in der„Deutschen Tageszeitung":„Deutschnational! Welcher Land- wirt nimmt erholungsbedürftige Parteiangeftelltc und Kinder deutsch- nationaler Eltern unentgeltlich oder gegen mäßige Entschädigung auf einige Zeit aus? Angebote an den Vorsitzenden der Ortsgruppe Neukölln der Deutschnativnalen Volkspartci, Oberlehrer Gaudich, Kaiser-Fnedrich-Str. 68/69." Die Annonce bezahlte er selber, aber er legte die Sache dann der Vertrauensmännerversammlung vor und fand ihren Beifall. Es meldete sich eine Gräfin v. d. Schulenburg. die die Bcamienkinder und zur Uebsrwachung eine Schwester auf- nehmen wollte, und ein Verein aus Neiße, bei dem die Bcrhand-� m lungen sich zerschlugen. G. schickte zu der Gräfin seine eigenen beiden kindcr und zur Ueberwachung ein im Bureau der Dcutschnationalen an- gestelltes Fräulein Stange, außerdem das Kind eines stellungslosen Geschäftsführers v. Brockhusen, das er— wie er selber vor Gericht sagte— als Beamtenkind„frisierte". Die gemeldeten Kindcr von zwei anderen Parteimitgliedern konnten nicht verschickt werden, weil keine Stellen mehr zur Verfügung standen. Als die Verschickung der eigenen Kindcr des Vorsitzenden bekannt wurde, erregte das Unzufriedenheit. G. erklärte, anfänglich habe er durch die Annonce überhaupt nur seinen eigenen Kindern einen Ferien- aufenthalt verschaffen wollen, bann aber sei ihm ein- gefallen, daß sich dabei vielleicht auch für die Kindcr anderer Partei- genossen etwas finden würde. Dieselbe Erklärung gab er vor Ge- richt, und zur Begründung jenes Bittgesuches führte er an, daß er 25] Fräulein. Von Paul Enderling. „Das muß eine schwere Enttäuschung gewesen sein." Er wehrte ab.„Damals, ja." „Und da wolltest du reden, daß du glücklich bist?" „Ja, Kind." Er sah sie lächelnd an.„Ich bin glücklich, wenn die Abendsonne auf die Marienkirche scheint und der Turm wie mit Burgunderwein Übergossen scheint. Ich bin glücklich, wenn ein Schüler nach der Stunde zu mir kommt und mich nach einem Buche fragt, das er sich kaufen mochte. Ich bin glücklich, wenn ich einen glücklichen Menschen sehe, der wie die Erfüllung der Schöpfung ist." „Gibt es solche?' „Ja. Man muh nur die Augen dazu haben." � Er stand auf und ging im Zimmer langsam auf und ab. Die Wolken aus seiner Pfeife hatten eine blaue Schicht gebildet, aus der sein Kopf immer wieder auftauchte. Thea sah kläglich vor sich nieder.„Ach, deine Weisheit ist etwas für alte Leute, Onkel." Er blieb stehen.„Du hast recht. Nun will ich dir aber eine für junge Leute geben. Es ist ein altes Rezept, gut er- probt von allen Autoritäten der Lebenswissenschast: Mache glücklich, dann bist du es auch!" Thea schwieg. Der Onkel fuhr fort:„Du hast hier ringsum mannigfache Gelegenheit." Er sah die Szene im halbdunklen Nebenzimmer des Festsaals vor sich— Theas vergebenes Werben um Lothar—, und er bemühte sich, ihr näher zu kommen. Aber er fand nicht das rechte Wort.„Henning läßt dich grüßen," sagte er endlich. „Danke." „Er zittert, wenn er deinen Namen ausspricht. Denk nur!" Thea schwieg.„Bist du nicht glücklich, daß du einen Menschen so glücklich machen kannst?" Thea schüttelte nur den Kopf.„Tausend Frauen würden dich darum beneiden." „Ich beneide diese Frauen nicht," sagte sie hart. Es klopfte. Frau Görke steckte den Kopf ins Zimmer. „Weißt du nicht, wo Fräulein ist?" fragte sie aufgeregt.„Seit einer Viertelstunde suche ich sie." sah st« mit Eva hinaufgehen."... '„Ach Gott!" Tief seufzend zog sich Frau Görke zurück. „Denk nur" sagte der Oberlehrer,„wie schlimm es Fräulein hat! Keine friedliche Minute am Tage, gehetzt wie ein Zirkuspferd, immer in der Runde." „Dafür wird sie ja bezahlt." „Pfui, Thea. Man bezahlt keinem Menschen seine Freiheit. Man bleibt immer sein Schuldner." Sie sprang vom Schreibtisch herab. Ihre Augen blitzten. „Ich will von Fräulein nichts hören. Ich will nicht. Hörst du?" „Aber Kind, du solltest doch so viel Gefühl für sie haben—" „Gefühl? Hat sie es denn für mich?" „Sicher, Kind. Sie freut sich von Herzen über dein Glück.' „Ueber mein Glück mit Henning freut sie sich, ja. Und weißt du, warum?" Sie trat ganz dicht auf den Onkel zu. „Weil ihr nun niemand mehr bei Lothar im Wege ist." „Bei Lothar? Wie kommst du darauf?" „Sie bekommt Briefe von ihm." Sie schrie auf.„Aber sie soll ihn nicht haben!" Und ehe der Oberlehrer sie noch halten konnte, stürzte sie weinend aus dem Zimmer. Der Oberlehrer schloß langsam die offengebliebene Türe. Jeder muß seinen eigenen Weg geben, empfand er mit Trauer: nichts hält ihn zurück und kann ihm Umwege er- sparen. Nicht Liebe noch Verstehen. Das macht: Wir sprechen alle verschiedene Sprachen: der alte Babelfluch ist noch nicht von uns genommen. Wir find alle einander fremd. Und ernst blickte er in das Antlitz Schovenhauers, das in einem eben vorüberflutendcn Sonnenstrahl sich zu beleben und ironisch zu lächeln schien. Lothar Franzius hatte von Berlin aus einen Brief an Thea geschrieben: es waren ruhige, kühle Zeilen. Er entschul- digte sich, daß er so plötzlich habe abreisen müssen, da er sich in Berlin habe vorstellen müssen.„Ich muß für meine Zu- kunst tun, was ich kann, nicht wahr?..." Er hoffe ab«r, bei der Hochzeit zu fein, und bitte, allen seine ergebenen Grüße auszurichten Es waren ruhige, kühle Zeilen— aber sie glühten auf dem Papier und brannten in Theas Herz und Händen. Sie las die wenigen, in den klaren, steilen Zügen geschriebenen Zeilen wieder und wieder und las immer Neues daraus. Liebe Thea" stand am Anfang. War das nicht eine Liebes- erklärung? Gewiß, eine scheue— aber Lothar war ein scheuer, vorsichtiger Mann. Er rechnete darauf, daß sie richtig las. Und je deutlicher sie im Unterbewußtsein die Gleichgültig- keit seines Schreibens empfand, um so zäher und erbitterter hielt sie sich an das, was sie in die Zeilen und zwischen sie hineinlegte.„Liebe Thea," flüsterte sie vor sich hin. Wie das klang:„liebe... Thea..." Und als sie den Brief zum hundertstenmal gelesen hatte, war sie fest überzeugt, daß es ein Liebesbrief, ein glühender, begehrender Liebesbrief fei. Konnte er denn anders schreiben? Mußte er nicht damit rechnen, daß der Brief von allen gelesen wurde? Was hätte sie denn sagen sollen, wenn Mutter sie fragte, was Lothar schrieb? Und wem hätte er den wichtigen Brief geben können? Zu wem konnte er Vertrauen haben? Nein, nein, es war klug und vorsichtig von ihm gehandelt. Er wollte sie nicht bloßstellen. O, er war so bedacht auf ihre Nuhe, auf ihren Frieden, wie es nur einer konnte, der liebte.„Liebe... Thea..." Und nun hätte sie darauf geschworen, daß er sie liebe. Draußen fiel der Regen. Er klatschte gleichmäßig, so daß man das monotone Geräusch kaum mehr hörte. Thea drückte die Nase an den Scheiben platt und freute sich'über die kleinen Fontänen, die jedesmal entstanden, wenn ein paar dicke Tropfen zugleich auf das Fensterbrett schlugen und dann hoch aufsprühten. Sie horchte auf die Schritte der Vorübergehenden und summte leise das Kirchenlied mit, das eben vom Turm der Katharinenkirche herübertönie. Run schlug es dumpf, langsam, gewichtig, als künde jeder Glockenschlag etwas ganz Be- deutsames. Unten trat ihre Schwester, Frau Dore Franzius, aus dem Hause. Jetzt ist niemand unten, dachte sie und lief hinab. Das Wohnzimmer war leer. Ans dem hinteren Zimmer hörte man Fräuleins Stimme, die Werner im Französischen überhörte, und Evas Lachen klang gedämpft dazwischen. Auf dem Schreibtisch der vchwester stand neben kleinen Hunden und Katzen aus Porzellan und Photographien auch das Bild Lothars. Einen Augenblick zögerte sie. Dann nahm sie es an sich und betrachtete' es. Als aber Evas Schritte näherkamen, steckte sie es in den Aermel und flüchtete nach oben. (Forts, folgt.) mit seinem kärglichen Obcrlehrergchalt und geringen Nebeneinnahmen nicht habe auskommen können. Der Ortsgruppen- vorstand sah damals die Sache als erledigt an, später aber wurde sie von Paapke wieder aufgerührt. Dieser las im Januar 1321 einen van Gaudich unterzeichneten Aufruf zu einer Geldsammlung für Kinder bedürftiger Deutschnationaler. P. schickte 100 M. mit der Bedingung, daß die Spende nicht wieder den Kindern G.'s zukommen dürfe und daß die öffentliche Quittung in der„Deutschen Zei- tung" diese Bedingung wörtlich wiedergeben müsie. Daraufhin wurde P. unter Ablehnung seiner Spende aus der Deutfchnaiionalen Partei ausgeschlossen, und er schrieb dann die Broschüre, die ihm die Klage eintrug. Bor Gericht wurde dem Kläger Gaudich von seinem Parteifreund Professor D a n i ck e bestätigt, e r habe den Wortlaut der Annonce nicht so aufgefaßt, daß sie als von der Deutschnationalen Partei ousgehend erscheinen sollte, um mehr Erfolg zu haben. Eine Partcisunktionärin be° kündete, in der Vertrauensmännerversammlung habe Gaudich nichts von seinen eigenen Kindern gesagt, so daß s i e den Eindruck hatte, er wolle für die Sinder der parkcigcnossen sorgen. Der Verteidiger P.'s fragte den Kläger, ob nicht in der Deutschnationalen Vclkspartei die Unterbeamten so zahl- reich seien, daß andere und bedürftigere Kinder zu finden gewesen wären. G. behauptete, er Hobe in diesem Jahre, als wieder Kinder weggeschickt werden sollten, soviel Mühe gehabt, sieben Kinder ausfindig zu machen. Der schon erwähnte Postsekrc- tär Langula bekundete, er habe es nicht für in der Ordnung gehalten, daß zuerst die Kinder de? Vorsißenden verschickt wurden. Gegen- über Professor Danicke habe er das vom parteipolitischen Standpunkt aus getadelt und in der Dorstandsitzung habe er von„Schweinerei" gesprochen. Gegen den Angeklagten beantragte G.'s Rechtsbeistand eine empfindliche Strafe. Da G. die Annonce ursprünglich für seine Kinder aufaegebcn habe, so sei es selbstverständlich gewesen, daß er die Fericnausenthaltsangeboto in erster Linie für seine Kinder beanspruchte. P.'s Verteidiger erwiderte, eine private An- n o n c e G.'s hätte ganz anders abgefaßt werden müssen, von der Absicht einer Verschickung der eigenen Kinder des ausdrücklich in ihr genannten Vorsitzenden habe nichts darin gestan- den. Das Gericht verurteilte P. zu 200 M. Geldstrafe. G. habe beim Kapp-Putsch sich nicht feige gezeigt. Er habe auch nicht auf unehrenhafte Weise seinen Kindern den Ferienausent'-alt ver- schafft. Aber er habe„allerdings die Annonce minde- ftens sehr unvorsichtig abgefaß t", so daß der unbe- fangene Leser doch den Eindruck haben mußte, es handele sich um eine Angelegenheit der Ortsgruppe Neukölln der Deutschnationalen Volkspartei. »Selbstschutz� der hakenkreuzler. In einer dcutschnatianalen Versammlung, die kürzlich in den Prachtsälen des Ostens stattfand, in der zwei Referenten, Strack und Abg. Rüffer, sprachen, die aber nurvon etwaZODeutsch- nationalen, dagegen von mindestens doppelt soviel Sozialdemo- kratcn besucht war, ereignete sich ein merkwürdiger Zwischen- fall. Unser Genosse Hcrrmann hatte mit seinen Ausführungen gegen die Referenten, ihre Partei und die Bürgerlichen Zustimmung und lauten Beifall bei der großen Mehrheit der Versammlung ge- funden., Während der ruhig angehörten Schlußrede des Referenten Rüffer sprach Genosse Hcrrmann mit dem Versammlungsleiter wegen einer Richtigstellung und war Zeuge, wie ein junger Mann(Haken- kreuzler) letzteren ersuchte,„die Versammlung noch etwas hinzuziehen, es kämen gleich 100 Mann Selb st- schütz". Dem Vorsitzenden war es natürlich peinlich, daß Genosse Herrmann, den der junge Mann wohl für einen Deutschnationalen hielt, dos hörte, und sagte:„Wir brauchen keinen Selbstschutz!" Gc- nosse Herrmann verkündete aber das Gehörte sofort von der Tribüne: es entstand große allgemeine Erregung, und eine Fortsetzung der Versammlung war unmöglich. Es muh festgestellt werden, daß, wie ja auch der Vorsitzende sagte, nicht etwa irgendein Schutz für die Vcrsammlungsleitung'nötig - war, da ja alles ruhig verlief, sondern die deutschnationalen Knüppelhelden wollten noch Gelegenheit haben, eine Schlägerei her- vorzurufen. Der Vorgang ist aber ein weiterer Beweis dafür, daß auch hier in Berlin eine deutsch nationaleGeheimorgani- s a t i o n besteht,„S e l b st s ch u tz" genannt, wahrscheinlich auch bewaffnet, die von der Deutschnationalen Partei benutzt wird, um politische Gegner zu terrorisieren. Was sagt aber die Polizei zu diesem deutsch- nationalen„Selbstschutz"? 58507 Wahllokale am 10. Oktober. Die Eroß-Berliner Gemeindewahlen werden sich am 16. Oktober in nicht weniger als 2207 Wahllokalen abspielen, da auf 1000 bis 1200 Wähler ein Wahllokal entfällt. In Ält-Derlin sind 1171 Wahl- lokale vorhanden, in Charlottenburg 173, in Spandau 10(wo auch diesmal Männer und Frauen gelrennt abstimme»), in Wilmersdorf 08, im Wahlkreis X IbO(Steglitz 91, Tempelbof 11, Zehlendorf 16), in Schöneberg 110, in Neukölln 123, im Wahlkreis Xlll 01(Trep- tow 64, Cöpenick 37), in Lichtenberg 120, im Wahlkreis XV III (Weißem ce 27, Pankow 65 und Reinickendorf 49). Ein Mordgerüchk war gestern nachmittag im Norden der Stadt verbreitet. Der Mordbereitschaftsdienst der Berliner Kriminalpolizei wurde nach dem Haufe Choriner Straße 67 gerufen, wo der 46 Jahre alte Kurbelsticker Ernst in feiner im zweiten Stock des rechten Seitenflügels belegenen Wohnung tot aufgefunden wurde. Ernst war feit acht Tagen nicht mehr gesehen worden und wurde, da er für sich allein hauste, nicht vermißt. Als gestern ihn ein junger Mann besuchen wollte und hörte, daß er schon feit einer Woche nicht gesehen worden war, ließ er die Wohnung durch die Kriminalpolizei öffnen, und diese fand den Kurbelsticker in der Küche bekleidet tot auf dem Fußboden liegen. Die Leiche war schon stark in Verwesung übergegangen. Ein� genaue Untersuchung ergab jedoch, daß kein Verbrechen vorliegt, der Mann vielmehr einer Gasvergiftung zum Opfer gefallen ist. Der Sozialdemokratische Männerchor FrtedrichShal» ver- anstaltete am Sonnabend abend in der Neuen Dell fein erstes Winter- konzcrt. Der lonzcrtgcbendc Verein sang eine ganze Anzabl schöner Volkslieder, ferner den prächtigen„Feflgesang' von Kurz:.Krönt den Tag" und das Kampslied von Schmidt:„Nicht verzagt", aus denen hervor- ging, daß sich der Verein unter Leitung seines Dirigenten iL Hartimg die Pflege des MänncrchorgesangcS mit grohcm Flcih und vieler Liebe an- gelegen sein. läfjt. Brrvollaändtgt wurde da» Programm durch einige Lieder, die Frau Rose Walter frisch und munter vortrug. Der Verlaus deS Abends bewies, daß der Verein auf dem richtigen Weg ist. Zirkus Gebr. Blumenfcld jnn.. Magdeburg, bat in Neukölln, Kaiser- Friedrich-S trage, seinen ZclrzirluS auf kurze Zeit ausgefchiagen. Die BlumenseidS leisten nicht nur auf dem Gebiete der Tierdresiuren tüchtiges, sondern vcrlügen auch über eine große Anzahl guter Artisten. Erwähnt sricil der Achlerzug mit seinen prächtigen Rasiepferden. Die beiden Kampf- stiere, die zusammen mit einem bildschönen RotscheShengste zur hoben Schule geritten werden, bilden ein interessantes Mancgeichauttück. Als Lujtgyinnailiker produzieren sich die 1 KorunaS, die zum criren Male in Deulichiand auitrcten. lehr lühn ist der freie Koptiland aus fliegendem Trapez. Tie gchrimniSgoUc Kugel, die auf einer fpiraiartigcn Pgramide aus- und abrollt, bicibl ein Geheimnis des EisindciS. Den Schlug bildet „Puppchcn", das Operettenpferd, das von Alex Btumeufeld vorgeführt wird, Unser Wahlkampf. Vor kurzem referierte Genosse Stadtrat Eugen Brückner in einer gut besuchten Wählerversammlung im Biktoriagarten in Treptow über: Der Kampf um die Einheitsgemeinde und gegen die Reaktion. Mit packenden Worteil schilderte der Referent den harten Kampf, der Sozialdemokraten im Stadtxarlament vom ersten Einzug der Genossen bis zur Jetztzeit, vom Grundgedanken eines Groß- Berlin bis zur vollendeten Tatsache. In der Diskussion sprachen verschiedene Redner: ein vor kurzem aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrter Diskusstonsredner schilderte den Kammunis- nl u s in R u ß l a il d als eine Diktatur schlimm st en Grades, denn 16 Proz. des russischen Volkes vergewaltigen das ganze Land. Wir müßten einen Einheitsblock gegen die Reaktion schaffen. Die Versammlung gelobte der Deutschen Volkspartei, die diese Wahlen geschaffen hat, die gebührende Ant- wort zu erteilen. Im Schlußwort rechnete der Referent mit den Kommunisten gehörig ab: die Treptower Genossen ziehen mit der Parole in den Wahlkampf: Jede Stimme der SPD.— keine Stimme der Reaktion. Zu einer gründlichen Abrechnung mit den Deutschnationalen kam es am vergangenen Freitag in einer von diesen Herren ein- berufenen Versammlung in Steglitz, in der der bekannte Pfarrer Koch, Mitglied des preußischen Landtages und der Bersiner Stadt- oerordnetcnoersammlung, sprach. Er erklärte zunächst, daß die Re- volution von der SPD.„gemacht" worden wäre, um ihren An- hängern gut bezahlte Stellen zu verschaffen. Dann zog er gegen unseren Genossen P a u l s e n los und schimpfte über die Arbeits- losen, die keine Lust zum Arbeiten hätten. Durch die Zwangswirtschaft seien Beamte in gutbezahlte Stellen gekommen, und daran seien die bösen Sozialdemokraten schuld. Zum Schluß brachte er noch ein Schaukelkunststück von Arbeit, Geld und Arbeits- losigkcit, das einen großen Heiterteitserfolg erzielte. Die Versammlung war von Herrn Kochs Anhängern sehr schwach besucht und so lösten diese Ausführungen unter unseren Genossen, die zahlreich anwesend waren, nur Kopfschütteln und stürmische Zwischenrufe aus. Genosse Dr. Ostrowski hielt bei dieser Ge- ieqenheit eine gründliche Abrechnung mit Herrn Kock, und erzielte stürmischen Beifall, als er Herrn Kochs Schaukelkunststücke als Wahl- manövcr kennzeichnete. Er umriß scharf das Wesen des Sozialis- mus und wies auf die Ursachen des wirtschaftlichen Zusammenbruchs im Reich und in den Kommunen hin, so daß verschiedene von den Anwesenden doch zum Nachdenken gezwungen wurden, denn aus all seinen Worten, die mit großer Wärme vorgetrogen wurden, ging hervor, auf wie tönernen Füßen die Theorien dieser Kern- truppe der Reaktion stehen. Unter brausendem Beifall schloß Genosse Ostrowski mit einem Appell, am Wahltage nur unserer Partei die Stimme zu geben. Es hatten sich von unseren Genossen noch mehrere zum Wort gemeldet, jedoch keiner der Gegner. Der Vorsitzende wollte nun Pfarrer Koch das Schlußwort erteilen, Ge- nosse S k u b i e tz protestierte gegen die Leitung der Versammlung und forderte alle Genossen und Anhänger auf, den Saal zu ver- lassen. Während der Rede des Genossen Ostrowski waren plötzlich gegen �'11 Uhr zirka 50 Gymnasiasten unter Führung einiger älteren Herren ais Schutzgarde angekommen, die sich nun im Radau- machen übten. Beim Verlassen des Saales blieb die Schutzgarde und noch einige Zuhörer zurück. Unter dem Gesänge der Jnter- nationale gingen die Genossen nach Hause. Groß-Serl!ner parteinachrichten. Letzte Mitgliederversammlungen vor den Wahlen. Niemand darf fehlen. henke. Dienstag, den lt. Oktober: 7.«bt. tfrllher 36.). 714 Mitgliederoersammlllna in«ütjUcs Fistsälcn, Tieck- (lecRc 24. Thema:„Unsere Roalitionspolitir. Ref. Arthur Hijuhler. 2t. Abt. tsrtther 46.). Mugdlätter abholen bei Fuchs. Äedbingstr. s. 36.«bt. ti-ühc: 22.). Di« Flugbltlttei und Lt:mmz-ttel zu der am Danner»- tag, den 13. Oltober, ftattsindenden Verbreitung können schon heute in Emp» tanz genommcnn werden. Für die Stadtbezirke 160, 161, 186», d, c in der 3. 3. Petersburger Platz: für die Stadtbezirke 163, 164, 166, 166, 167, 166, 166, 183. 134, 136, 180, 167, 188 und 195 bei Dohli«, Friedrichsberger Str. 22. Die Verbreitung muß restios durchgeführt werden, vortommende Lücken sind sofort dem Abteilungsfllhrer zu melden. 82. Abt. Steglitz. Tresiunkt Ti Ubr Gymnasium Hcssestraße. 103. Abt. Oberschinewetbe. gehlabcnd für den 1. und 2. Bezirk bei Sade», Watt-, Ecke Helmholtzstraße, für den 8. und 4. Bezirk im„Luisenhof". Zlingsozialisten. Gruppe Lichtenberg. 3 Uhr im Lokal oon Thornow, Wühlisch» straße 64, Ecke Döcklinstraße, Vortrag über:„Der Görlitzcr Parteitag. Ref. Fritz Eberl. Morgen. Mittwoch, den 12. Oktober: Mitgliederversammlungen abend» 71, Uhr: 1. Abt. Schulaula Augustsir. 08, letzte Vorbereitungen zur Dahl. 3. Abt.(früher 14.). � Uhr bei Will-, Sebastianstr. 36. Thema:„Da, Wirt- schaftsiedcn in Rußland". Ref. Taufcndfchön. 4.«St.(früher 15.). Bei Schwartz. Blankenfeldestr. 13. Thema:„Unsere Koalitionspolitik". Ref. Eduard Beinstein, M. d. R. 6. Abt.(früher 26.). Vüraerheim, Alte Schönhauser Str. 23/24. Thema:„Außen» und Inn.cnpolltik". Ref. Dr. Zechlin. 6. Abt.(früher 27.). 7 Uhr Echulaula Ruppiner Str. 46. Thema:„Kultur» kämpf, Sozialdemokratie und Koalition". Res. Dr. M. Schutte. 6. Abt.(früher 4.). Nationalhof. Bülowstr. 37, Referat de» Gen. Altmaier. 10. Abt.(frühe- 38.). Schule Alt. Moabit 23(Eingang neben der Turnhalle im 3cichcnsaal). Thema: Deutschland» Wirtschaftspolitik und der Friedeneoer- trag. Ref. Schlegel. 12. Abt.(früher 40.). Bei Schmidt, Wicleffstr. 17. Thema:„Die polrtlschc Lage". Ref. Willi Steinkopf, M. d. R. 13. Abt.(früher 41.). Arminius-Festföle, Bremer Str. 76. Thema:„Die Demo» kratisicrung der Verwaltung". Ref. Dleifchmidt. 14. Abt. früher 33.). 7 Uhr Zahlabende in folgenden Lokalen: Schrepel, Grün» thaler Sir. 13, Gillwald, Putbufer Sir. 24, Wiefener, GIcimstr. 06. 15. Abt.(früher 34.). 7 Uhr Schulaula Vernauer Str. 89'90. Thema:„Der farteitag in Görlitz". Ref. Hermann Wäger. dt.(früher 36.). Bei Krüger, Hussitenstr. 54. 17. Abt.(früher 42.). 7 Uhr Schulaula Troeler Str. 20. Thema:„Die Stadt. und Bezirksoerordnetenwohlen". Ref. A. Pattloch. 18. Abt.(früher 43.). Bei Giebel, Pankstr. 82. Thema:„Parteitag in Görlitz". Ref. R. Weimann. 26. Abt.(früher 46.). Die Mitgliederversammlung fällt au», dafür 7 Uhr gahl» abend bei Pose, Koloniestr. 16, und bei Ialewick, Echwedenstr. 11». 21. Abt.(früher 46.). 7 Uhr Schulaula Plantagenstr. 16/17. Thema:„Genossen. schastobewegung und Arbeiterklasse". Ref. Karl Hetzschold. 22. Abt.(früher 47.). 7 Uhr Schulaula Lütticher Str. 47/48. Thema:„Äultur- Probleme de» Sozialismu»". Ref. Eeyffert. 23. Abt.(früher 46.). Schulaula Müllerstr. 46.„Bericht vom Parteitag". Ref. Dr. A. Braun, M. d. R. 26. Abt.(früher 23.). Schulaula Pastcurstr. 6. Thema:„Die politische Lage". Ref. Dr. Korach. 20. Abt. Bei Wichmann, Weißenburger Str. I. Sehr wichtige Tagesorbnuna! 27. Abt.(früher 32.). Schulaula Eonnenburger Str. 20. Thema:„Die politische Bedeutung der Stadtverordnetenwahlen für Reich, Staat und Gemeinde". Ref. W. MiSbu». 30. Abt. Echulaula Pappel-Alle» 40/41. Thema:„Schulfraaen". Ref. Karfen. 31. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt au», dafür Erira.gahlabcnd pllnkt- lich 016 Uhr. Bezirke 1 und 2 de! Busch, Schievclbeiner Str. 40; Bezirke 8, 4, 0, 9 und 16 bei Först, Seelower Str. 18: Bezirke 6 und 7 bei Meisner, Schievclbeiner Str. 34: Bezirke 8/ 10, 11 und 12 bei Goldschmidt, Etolpische Straße 30: Bezirke 13 und 14 bei Hahn, Finnländische, Ecke Norweger Sir. 32. Abt.(früher 13.). Andreas-Kastno, Andreas str. 3. Vorwärtsleser sind Jreundliäist eingeladen. lbt.(früher 17.). 7 Uhr in folgenden Lokalen: Die Bezirke Eiche, Lomp. recht, Pölitz, Kallm», Dehrmonn treffen sich bei Murrer, Eaprivistr. 6: die Bezirke Halwoß. Kupferschmidt, Scßner, Strohpal bei Zacharias, Stralauer Allee 22; der Bezirk Stralau trifft sich bei Thiele, Stralau, Tunnelstr. 38: der Bezirk jenselis der Bah» bei Kienitz, Simon-Dach-Etr.- 26. 34. Abi.(früher 18.). 7 Uhr Schulaula Litiauer Str. 18. Tagesordnung: Be» licht von der am 26. September stattgefundenen gunktionärkonfrenz. Unsere Wahlarbeit. 36. Abt.(früher 16.). Schulz, Samariterstr. 68. Bericht vom Parteitag. 37. Abt.(früher 21.). Mitgliederversammlung fällt aus, dafür Extra.Kahlablnd in folgenden Lokalen: Bezirke Moritz und Friedrich bei Seelank, Hausburg. itraße 8; Bezirk Kutter bei Wrubdel, Heidenfeldstr. 20; Bezirk Händler bei Beetz, Tbaerftr. 32. Tagesordnung: Letzte Borbereitungen zur Wahl". 36. Abt.(früher 22.). Heinrich» Fefiiäle, Große Frankfurter Str. 30:„Der Görlitzcr Beschluß". Ref.«. Haußler. 36. Abt.(früher 3.). 7 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. tz. Thema:„Die sungsoziallstischc Bewegung". Ref. Bach. 40. Abt.(frllber 6.). Arndt.Realschule, Belle.Alliane«»Str. 66. Ref. Kuttner. 41. Abt.(früher 6.). Patzenhofer Ausschank, Fidieinstr. 2—8:„Parteitag In Görlitz. Ref. Fr. Bartels. Bannerweihe. 43. Abt.(früher 6.). Die Mitgliederversammlung fällt aus. Die Genossen tref. frn sick von 6 Uhr ab in ihren Zohlabenblokalen zur Flugbiattverbreitung. 44. Abt.(frllber 6.). Zahlabend in folgenden Lokalen: Beürke 78, 80, 87 bei Walter, Elisabethufer 11: Bezirke 81, 80 bei Gloger, Adalbertstr. 6: Be» zirle 84, 86 bei Zenz, Naunynftr. 06: Bezirk 60 bei Jahr, Reichenbergtr Straß« 26: Bezirke 61, 62 bei Gläser, Kottbufer Ufer 39— 40. 46. Abt.(früher 11.), Flugbiattverbreitung nachmittag 6 Uhr vom Lokal Geiß» ler, Skalitzer Str. 69. 46. Abt.(früber 16.). Bei Pelsker, Euvryftr. II:„Bericht über den Parteitag". Ref. Eonrad Symann. 45. Abt.(früher 10.). Schulaula Forster, Ecke Reichenberger Straße. 47. Abt. sf-uüer 12.). 7 Uhr Schillaula Wrangelstr. 128. Thema:„Bericht vom Parteitag". Res. Frau Bohm»Schuch. 46. Abt.(früher 13.). Di« Miigliedcrversammfung fällt au», dafür von Z Uhr ab Dugblattverd reitung von Wiimessii. Prinzeustr. 110. 46. Abi.(Schwerhörige). Bei Rrimer, Kommandanicnstr. 46:„Bericht vom Parteitag". Ref. Hedwig Wachenhcim.. Eharlottenburg. 61. Abt. Zcblabende in folgenden Lokalen: 1. Kruppe b»r Schcllbach, Kön!gin.EIisabeth»Etr. 0. Thema:„Die politische Lage". Riss. Stab'.dat Baranowski. 2. und 3. Gruppe gemeinsamer Zahlabend bei Rossius, Friedrich. Karl.Platz s. Thema:„Die Koolitionspoliiik und die SPD.". Ref. E. Tost.— 62. Abt. Bei Heidt, Kaiserin-Augusta-Allee 03. Bericht vom Par« teitag und Wahlarbeiien.— S3. Abt. Extra-Zahiabende: 1. Bezirk de: Schweikert, Erosmussir. 2: 2. und 3. Bezirk bei Lux, Ufnaustr. 1. Dl« Genossen von Plötzensee besuchen den Abend bei Lux. Ausgabe von Flugblättern und Besprechung der Wahlarbeiten.— 54. Abt. Bei Birnbaum, Galoanistr. 13. Wahleinteilung und Vortrag.— 65. Abt. Kahlabend der 6. Gruppe bei Echwochc, Krumme Etr. 4, der 10. Gruppe bei Bohne. Schloß- straße 46; die 9. Gruppe am Donnerstag, den 13., bei Reimer, Wilmers- dorfer Str. 21. In den Fahlabenden Flugblätter in Empfang nehmen!— 60. Abt. 1. Gruppe im„Franziskaner", Aaiser.Fricbr:ch»Etr. 69:„Stadt- verordnetenmahlen". Ref. Dr. Cassau. Die Mitglieder der Gruppe treffen sich von jetzt ab zu jeder Flpgblattvcrbreitung bei Liersch, Kantstr. 62: da» gleiche Lokal ist am 10. Oktober das Wahllokal. 01. Abt. Spandau. M-.tröpvl,?üle. Schönwalder Str. 68/96. Thema:„Relü- gion und Sozialismus". Ret.: Pfarrer Bleier. 08. Abr. Halcnfee. Bei Schwöb, Paulsborner Str. 22, Zahlllbend: Tie bevor« stehenden Stadiverordnetenwablen. Wilmersdorf 06. Ab«. Biltoriagärten. Wilhelmsaue 114/116. Bortrag wird in der Vermmmlung bekanntgegeben.— TO. Adl. Bei Pieper, Holsteinisch« Straße 60. Wichtige Tagesordnung, Wahlgefchäfie.— 72. Ab». Bei Haulcr, Aiigustastr. 10. Bericht des BilduligsausschusfeS, Wahlarbeiten. 76. Abi. Waniliee. 8 Ubr im Restaurant Hannemann, Chausseestraße, Schöncbcrg 77. Abr. 8 Uhr Zablabeild in folgenden Lokalen: 1. Bezirk: bei Milde, Nollendorsitr. 40. Ref.: Moß: 3. Bezirk: bei Wittkowski. Martin- Luthcr-Str. 78. Ref.: Schwersenz. 4. Bezirl: bei Will, Mariin-Lulher- Straß» 09. Ref.: Hauffc, und bei Binie. Wartbnrgstr. 7. 2. Bezirk: der Jolger, Khifhäuferftr. 10. Ref.: Genosse Friisch. am Donnerstag, den 13. Ol- tober,(Achtung, 2, Grupve).— 78. Ltbt. Bei Grunge, Gustav-Frcitag- Straße 3, und bei Händel, Porbergstr, 11, 1.„Ter Kampf um Berlin. Ref.: Ter Stadtverordnete Eheminsly unb der Bezirlsverordnet« Obst. 2. Der Wahltag. 3. Verschiedenes. Vollzähliges Erscheinen erforderlich, besonders dürfen wegen der Ausgabe der s-lugblätter die Funktionäre nicht fehlen.— 70. Abi. Pünltlich 6 Uhr /gablabende in folgenden Lokalen: 1. Bezirk: Arndt. Saupcncr Etr. 10. 2. Bezirk: Rosenau, Hobcnsriedberg- Ecke Kolonnensiraßc. Ref.: Erdmann. 3. Bezirk: bei Nitich, Siegfried- straße 0, 4. Bezirk: bei Groß, Sedoiiftr. 17. Ref.: Albrecht. 6. Bezirk: Lokal zum Goten, Gotenstr. 1. 0. Bezirk: Lokal Reisner, Gotensir. 35. Ref.: Voelke. 7. Bezirk: bei Gichholz, Sedanstr. 48. Referent: Rathmann. 8. Bezirk: bei Ende. Sachkendomm. 6. Bezirk(Siedelung Lindenhof): Lokal Fintel. Bessemerstraße. Ref.: Kaspar. Thema in allen Bezirken:„Bor der Entscheidung". 2. Einteilung der Wahlarbeiten.— 80. Abt. Im Gefang- saol des Helniholtzgymnailums, Rubensstraße. Thema:„Der 10. Oktober". 81. Abt. Friedruau. Bezirksabende in folgenden Lokalen: 1. bis 3, Bezirk: fei Ulbrich, Handferystr. 80. Ref.: KamrowSIi. 4. und 6. Bezirk: bei Schulz. I Wiesbadener Str. Ecke Laubachilraße. Ref.: yallcitberg. g. Bezirl: der Gundlach. Odenwalds!-. 10. Ref.: Siadirat Herxbcrg. Thema:„Die Wahl am 10. Lltober" in allen Bezirlen. Das Wahlbureau der 81. Abt. befindet sich bei Ulbrich, Handjerystc, 80, 82. 2ibt. Sieglitz. Zahlabend in den bekannten Lokalen. Ausgab« der Fliig- blätter und Einteilung der Wahlarbeit. Vorher müssen die Bczirksleiter die Flugblöttcr abbolcn. Neukölln 00. Abt. Bezirksversammlungen in folgenden Lokalen: 43. Bezirk: Braun, Weichfelplaü 4, 46. und 20, Bezirl: bei Brüser«, Fuldafrr, 46. 10. Bezirk: bei»iliem. Ianscstr. II. 47. und 24. Bezirk: be! Lauer, Bannierstr, 64, 22. Bezirk: bei Lindstedt, Berliner Str. 99. 23. und 30. Bezirk: bei Pottbi-lvli, Weichscistr, 2. 26, Bezirk: bei Zicchmann, Weichsellw. 69, 34. und 43. Bezirk: bei Groß. München«! Sir. 54. 33. Bezirk: bei Schnitiler. Tonauslr. 418.— 92. Ab«. Zahlabend in folgenden Lokalen: 14./29. Bezirk: bei Bloch, Elsensw, 64, 26. /32. Bezirk: bei Ewald, Weser- Ecke Eibestrabe. 28./3Z. Bezirk: bei Wegcner, Elbestr, 14. 31., 44., 45. unb 55. Bezirk: bei Pretzel, Rofeggcr- Ecke Weserstraße. 40./69. Bezirk: bei Samunowski, Richard- Ecke Vertelbdorfer Str. 72/73. Bezirk: bei Schneiber, Rosenklr. 7.— 03. Abt. Zahlabende in folgenden Lolalen: 30./S7. Bezirl bei Welki'»». Trevtower Slr. 23. 40. und 48. Bezirkt bei Ourtelt, Kaiser-Ariedrich--lr. 172. 81. und 86. Bezirk: bei Hosfmann, Treptower Straße 20. 82. Bezirk: bei Keuter, Kaiser-, Zriedrich-Sw. 143. 63. und 07. Bezirk: bei Amelungsen. Ratbaus- Ecke Schwarzastr. 84. Be- ziri: bei Gunzel. Mareschstr. I. 96. Bezirl: bei Buhle, Schönwalder Sir. 6. 90. unb 98. Bezirk: bei Warnstaedt, Thüringer Str. 22.— 94. Abt. Zahlabend in folgenden Lolalen: 51.152. Bezirk: Schillerproinenad« 30. Ol. Bezirk: bei Riekifch, Zietbensn. 05. Bezirk: bei Sveisebecher, Herrfurthstr. 20. 00. Bezirk: bei Wilhelm, Hcrrfurihplatz 7. 67. Bezirk: bei Schuhmacher, Steinmetzstr. 60. 08. Bezirk: bei Taubel, Weifeitr. 23. 76. Bezirl: bei Wall, Allerstr. 7. 77. Bezirk: bei Taubel. Weiseftr. 23. 78. Bezirk: bei Meier, Weise- Ecke Leincstraße.— 96. Abt. Zahlabend für folgende Be- »irke: 47, 63, 64 unb 00 bei Arlt, Zielben- Ecke Lessingftraße. 01. unb 02. Bezirk: bei Zabel, Prinz-Handjerv-Str. 64, 03, unb 09. Bezirk: bei Braun, igethen. Ecke Ballstraße. 79. unb 71. Bezirk: bei Grieger, Lessingstr. 9. 74. unb 76. Bezirk: bei Gohlki, Hermannstr. 199.—>0. Abt. gahlabenb in foigenbcn Lokalen: 80. und 88. Bezirk: bei Sauer, Thomasstr. 31. 87. und 101. Bezirk: bei Hobnow, Kirchhof- Ecke Emker Str. 00. Bezirk: bei Loban. Wippedtr. 18. 93. Bezirk: früher Lebmann. Bodestr. 10. 94. De- zirk: bei ffritze. Rogalbstr. 43/44. 100. Dezirk: bei Müller, Thüringer- Ecke Wippetstr. 102. und 403. Bezirk bei Stolzenburg, Emser Straße 27.— 98. Abi. 109, 112. unb 113. Bezirk: bei Berthold, Kranoldstr. 1. 110. und III. Bezirk: bei Ruck, Ringbahn- Ecke Bergstraße. Tie Zahlabende beS 107. 108. unb 114. Bezirks finden diesmal am Tonnerstag statt. 101. Abt. Treptow, Laut Beschluß der Funllionäre findet der Zablabend bon jetzt ab wieder am 2. Mittwoch im Monnl itolt. Nächster Zahlabend am Mittwoch in den belannlen Lokalen, pünktlich Titz Ubr. 104. Abt, Riiderschöneweide. Die Genossinnen und Genossen treffen sich im Lokal don Schulz, abends 0 Uhr, Grünauer Sir. 8, zur letzte» Flugblatt- Verbreitung vor der Wohl, 107. Abt. Äti-GÜrnicke. Zahlabend bei Mehcr, Straß« am Falkenberg. Bericht vom Parteitag, Ref.: Emil Lehmann. 108. Abt. Köpenick. Zablabend« in folgenden Lokalen: Dammvorstabi: im Stadtpark. Bahnhofsir. 1. Alt- und Kietzvorstadt: im Bürgergarien, Müggel- hcimer Str. 12. Köllnische Vorstadt: bei Etippelobl, Schönerlinber Str. 5. Lichtenberg 116. Abt. Zahlabende in folgenden Gruppen: 1. Gruppe: bei Stoebcr. Iungstr. 29. 2. Gruppe bei Breetz, Weichseistr. 10. 3. Gruppe bei Nocks, Kronprinzenstr. 7. 4. Gruppe bei Albrecht, Gürtelftr. 17.— 116. Abi, im Zeichensaal der Bemeindeschule Holleiftraße, Aufgang Böcklin- straße, Thema:„Politische Lage". Referent: Dr. Ostrowski.— 117. Abt. Gruppe 42: bei Ritter, Schillcrftr. 20. Gruppe 13, 13» und 16 bei Zandereit, Prinz-Aldert-Str. 32, Gruppe 4 4: bei Neumann, Leopoldstr. 47,— 419. Abt. Im Cäcilien-LUzeum, Ralhausstraße. Thema:„Die politisch« Lage". Ref.: Heinrich Bahlkc. M. d, 0. 128. 130. Abt. Pankow. Gemeinsamer Zablabend bei Lindner im Kasinosaal. Breite Straße 34. 1. Wahlangelegenbeiten. 2. Bericht dam Partettag. 3. Ausgabe von Wahlmaterial. Sämtliche Wahlhelfer und Karthothclführcr unbedingt erscheinen. 121. Abt.»liedcrschönhausen. Außerordentlich« Zahlabende. die Mitglieder treffen sich wichtiger Bekanntmachungen wegen in folgenden Lokalen: Be- zirk 1: bei Gretb. Bismarckplatz. Bezirk 2: bei Benkert, Uhlanbstraßel Bezirk 3 und 4: bei Wanselow, Beuihstr. 14. Bezirk 5 unb 7: bei Bordoffski, Siegfricdftr. 19. Bezirk 0 und>0: bei Hütel. Gcrmanenstr. 32. Bezirk 8: bei Stolle, Treskowslr. 13. Bezirk 9 und ll: bei Tompsen, Nordend. 134. Abi. Buch. Pünktlich 8 Ubr bei Pieotrowski, Bahnhoistr. 0. 137. Abt. Rcinickcndors-Wrst. 7 Uhr in der 6. Gemeindefchule, Augusta-Diktoria- Allee 36/37. 139. Abt. Tegel. Bei Schnbe. Berliner Str. 17. 140a Abt. Wittenau. Bei Schulz, Hauptstraße. Wahlarbeiten. ?ugenüveranstaltllngen. Berel» Aiteiier-Zugenb.«ekretariat: SW. 66, Lindenstr. 6, S. H»f Ii»t«, S Treppe» recht». Telephon! Rpl. 121«6—1«. heute. Dienstag, den lt. Oktober: Rordofte». Jugendheim Realschule Pastcursiraße, Diskussion:„Bodenreform im Altertum".— SchLneberg I. Jugendheim Rubens-,.Ecke Hauptstraße, Bor» trag:..Zweck und Ziele der Arbeiteriuaeuborganisation".— Schi neberg II. Schule Frankcnstr, 10, Diskussion:„Wie Berg und Tal entstanden ist".— Tegel. Zugendheim Bahnhofsir. 16, Mitgliederversammlung. vortrage, vereine unö Versammlungen. Bund heimattreuer Ostpreußen, Bezirksaruppe Norden. Am 12. Oktober, abends 7 Uhr, Eeneralveriammlung in der Aula Mllllerstraße, Ecke Triftstraße. — Rieter-erei- Berliner Westen«. B. Abends 7ZH Uhr in der Aula des Friedrich-Wilhelms-Gumnasiums, Kochstr. 13, Oeffentliche Mieterversammlung Illr Ladeninhaber und Gewerbetreidende. Thema:„1000 Prozent Mieterhöhung in Sitch." Arbeitersport. Der Berein». Wald lauf der Freien Turnerschaft Schöneberg-Berlin am Sonntag brachte«in» wtfentliche Berbesserung der Resultat« gegenüber dem Frittjasrswaldlauf. Am Start traten 93 Sportler an, die mitten durch den Wald über querliegonde Baumstämme und andere Hindernlss« zu laufen hatten. Start und Ziel lagen dicht beieinander, so daß da, zahlreiche Publikum«inen wesenilichen Teil ve» Laufe» übersehen konnte. Die anschließenden Turnspiele vereinigten 260 Turner und Turnerinnen. Resultate: Männer 3000 Meter: l. Heinrich-Rorben 19 Min. 60 Sek.. 2. Gebhard-Norden 10 Min. 3S% Sek., 3. Zedlitz-Reukölln 10 Min. 40% Sek.— Altersriege» 500 Meter: 1. Malz-Süden 1 Min. 16% Sek., 2. Roscher. Rorden X Min. 17% Sek., 3. Echade-Norden 1 Min. 17% Sek.— Turnerinnen über 16 Jahre 500 Meter: 1. Slengel-Süden 1 Min. 23% Sek., 2. Garbrechi-Osten 1 Min. 30 Sek., 3. Schigulski-Neulölln 1 Min. 33% Sek.— Turnerinnen, 14 bis 16 Jahre, 500 Meter: 1. Schaaf-Osten 1 Min. 26 Sek., 2. Wiedermann-Süden 1 Min. 27 Sek., 3. Stllhm-Süden 1 Min. 28% Sek.— Jugendliche, 16 bis 18 Jahre, 3000 Meter: 1. Brandt-Osten 11 Min. 13% Sek., 2. Theuergarten 11 Min, 15% Sek., 8. Echade-Norden 11 Min. 26% Sek.— Jugendliche, 14 bis 16 Jahr«, 2000 Meter: 1. Paafchc-Osten 7 Min. 61% Sek., 2. Knesebeck-Norden 8 Min, 2% S°k„ 8. Erl-Ncukvlln 8 Min. 11 Sek.' � Wetterbericht bis Mittwoch mittag. Zeltweise nebelig, sonst trocken und überwiegend heiter, in den TageSsiundm jorldauentd warm bei ichwachen, vorherrschend jüdöftlicht» wind«!. Wirtschaft Die neuen Palentgebühren. Die Geschichte des Patentwesens weist einwandfrei den wirt- schaftlichen Verfall von Ländern ohne Patentschutz nach. Solcher Verfall wird durch die Erwägung erklärlich, dah jeder Erfinder Herr seiner Erfindung und dazu berechtigt ist, sie nach Belieben zu offenbaren oder zu verheimlichen. Verheimlichen wird er sie in Staaten, wo die Erfindung mangels Patentgesetzes schutzlos bleibt, und so deshalb ihre sofortige Nachahmung zu befürchten ist. Wo solches Verheimlichen von Erfindungen Brauch ist, tritt mit dem wirtschaftlichen Verfall des Landes auch die Verkümmerung der er- finderifchen Begabung ein, Zustände, von denen das patentzssetz- lose Deutschland der Mitte des vorigen Jahrhunderts beherrscht, war. Wie nachteilig die deutsche Industrie hierdurch damals beeinflutzt wurde, lehrt die Weltausstellung von 1376 zu Philadelphia, wo die deutschen Jndustrieerzeugnisse mit der Schandmarke„billig und schlecht" belegt wurden. Amerika dagegen, das damals schon seit über ein halbes Jahrhundert den Patentschutz besatz, mit seinen Ausstellungsgütern ein Bild von erdrückender industrieller lieber» legenheit darbot. Gegen diese Ueberlegenheit kam Deutschland all» mählich erst wieder auf, nachdem 1877 sein Patentgesetz ent- standen war. Der Patentschutz ist somit in volkswirtschaftlicher Be- ziehung eine Art Versicherung gegen den industriellen Verfall der Völker, etwa wie sich das Krankenkassenwesen als eine Versicherung gegen körperlichen Verfall eines Volkes erweist. In rechtlicher Beziehung bringt der Patentschutz den Staat und den Erfinder in ein Vertragsoerhältnis, in dem der Erfinder durch das Offenbaren einer neuen Erfindung leistet, während der Staat durch die Patenterteilung gegenleistet, die Lei- stungen beider Parteien grundsätzlich also völlig abge- gölten sind. Tatsächlich wird auch demgemäß z. B. in Amerika fever Erfinder bei Offenbarung feiner patentfähigen Werte mit dem stets 17jährigen, nur 145 M. Staatsgebühr kostenden Patentschutze belohnt. In Deutschland aber ist jenem Vertrags- Verhältnisse bisher leider noch keine Geltung verschafft worden, Deutschland kennt nur den 15jährigen Schutz als Belohnung für offenbarende Erfinder, und die Erfinder müsien außerdem diesen Lohn noch mit 53 M. in 15 Jahresraten bezahlen. Da bei Nicht- Zahlung auch nur einer dieser 15 Jahresoebühren das Patent wieder erlischt, so dauerte der Schutz bei 225 006 Patenten/e Uhr, im Krematorium De- richtstrah«. 8S«3d Kreiiic-./Mussts-l Silber-, Zobel-, r Rotfüchse staun billlgv.300M.an| Skunks-Garne Pelzfutter (.Dam U.H.V.250M. an Felle für Besatz am.0p.65,austr.0.1 10, Seal El.25,biber.45 M.a. Hamsterfelle I.Sportpelze, s.pi eisw. Pelzwarenhaus A.KIaß&Co. Rosenthaler Str. 40/41 a. Hackeschen Markt Meher ßekleiiungsarlieiter-Verband Filiale Berlin, SebastlanstraDe 37/38. Änal Mev-Mselllon! Mittwoch, den 12. Oktober, abrndS 7 Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17: Branchen- Versammlung für die in obiger Branche beschäftigten Kollegen und Kalle- ginnen, ebenfalls Zuschneider und Znscheiderinne». Tagesordnung: 1. Etellunanahm« zur Lohn- forderung. 2. Dislusston. Z. Verschiedenes. 00- Mitgliedsbuch oder-karte legitimiert, ohne dies ober mit mehr als'' beitragen kein gutritt. 165/13 Sie Btunchenfommilflon- _ Henko �enkel�Waschl- Vloirh ananfesfiröcti für lOisrfw und Mausmi*& Hersteller; Henkel cö». Düsseldorf rillantcn, Juwelen If Allff oucli ganze Nachlässe UllUEl besonders grolle Posten , gute Ware, rum höchsten Kurs• Amsterdamer Dianiamenschieiferei Gegr. 1892. 160 Frledrichstr. 160| IlSUun f|u Bratkl. Aasiabrung.■ Jahre / H(] n H nnn/ Garantie. Umarbeitg, alt. Geblsse- liUllllU lUlll an Reparaturen sofort. Goldkronen. > Brücken. Teilzahl. 0-7, Sonnt 9-1 nahe Schönhauser Tor. Hempel, Dentist Unienstraße 229 i ..... 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Nacht Neues Theater am Zoo Dienstag, Mittwoch, Donnerstag geschlossen Freit. 7 U.Erstauffkhrung: Der EvigmHnnlicbe mit flaasi Arnstnedt Neues Volkstheater ?'/. unr- Die Wildente Schiller-Th. Charlottenb. 8 uhr, Nora SchloBpark-Th. Steglitz 7'/lu.:Minna?.BarnheIm Thalia-Theater 7«/. u.: Schäm' Dich, Lotte Thea! a. Nollendorfplatz uhr: Vetter aus Dingsda Theater des Westens 7v.u.: Draut dlncuilus Th.i.d.Kommandantenstr. (JOd. Künstler-Theater) Geschlossen Morgen 8 Uhr: Newejl. Wallner-Theater 7v, uhn Nixchen Volksoper. Walhalla-Th. uSr: Glocken y.Cornevilie Admirals- Palast 7V,: Die roten Schuhe Residenz Theater Täglich 8 Uhr; Der Konto i. Paris i Le Not) Lustsp, v. Flers u. Calllaret OlgaLlmburg, Kaiser-Titz, LoileKlinder, Eugen Rex, RicliardSenius,LotteDewls Direkt: James Klein Allabendlich Der I Welt! QroBe Ausstattungs- Operettenrevue in 8 Bildern In Szene gesetzt von Direkt. James Klein Worte von Karl Bretschneider Musik v. Karl Hajos Hauptdarsteller: Max Landa Bruno Kastner Sascha Gnra Franz Groß Wilii. Hartstein Paul Westermeyer Lotte Werkmeister Alhert Panitz Herta Richter Erna Alberti Volksbühne Theater am Bötowplatz u:' Masse Mensch Lessing-Theater heute u folg. Tage V/,: Die Spielereien einer Kaiserin Durleuz. Steinruck Sternberg Deutsches KOnstler-Th. Allabendlich 7l/jUhr: Die Bailerlna des Königs (Leopoldine Konstantin) Trianon-Theater Täglich 7V, Uhr: Tod u.Teufel Vorher: Der Kammer.lngcr Ida Wüst, Erich Kaiser- Titz, Käthe Haack,Schroth Regie Oeorg Altmann Deutsch. Theater TV» Uhr: Kean Miitw. V/t Uhr: Kean Kammerspiele 8 Uhr: Der Hühnerhof Mittwoch 8 Uhr: Der Hühnerhot Gr. Scbauspielh. (Karlstraße) 7 Uhr; Die Räuber Mw.7 Uhr; DI. Räuber Kleines Theater Täglich 8 Uhr: Frl. Josette -meine Frau Eugen Burg, Carola Toelle Falkenstein, Hans Albers (Reae-Theater) 7'/, Uhr: Bas Glück der kleinen Seute Alfons Martini Erich Barte! 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