Nr. 4SI �ZS. Jahrgang Ausgabe SL Nr. 245 Bezugspreis: «ierteljährl. SS,- M., monatl. 1!,- M. Irei ins Saus, voraus zahlbar. Poft- Bezug: Monallich 12,— M. emschbAu- ftellunzsgebühr. Unter Kreuzband Kr Deutschland, Danzig. das Laar- und Memeioebiet, sowie die ehemals deut- sehen Gebiete Polens, Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 22,— M> slir das übrige Ausland 29,— M. Pofi- bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tscheche- Slowakei, Däne- mark. Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz, Der„Vorwärts" mit der Sonntagsbeilage„Volk und Aeit", der Unierhaltungsbeilage„Heunwelt" und der Beilage»Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Telearamm-Adresse: «Sozialvemokra» Berlw- Morgen-Ausgabe c GroB. Berlin SO P7 auswSrta 40 Pfennig D Nevlinev Volksblstt Anzeigenpreis: Die neungespaltene Nonpareillezeile kostet S,— M.»kllelne Anzeigen- das settgedruckte Wort 2,— M.(zu- lässig zwei fettgedruckte Wortes, jedes weitere Wort 1,— M. Stellengesuche und Schlasstellenanzeigen das erste Wort U— M., jedes weitere Wort S0 Psg. Worte Uder 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. ffamilien-An. zeigen sür Abonnenten Zeile 3,60 M. Die Preise verstehen sich einschließlich Teuerungszuschlag. Anzeigen für die nächste Nummer mllsien bis s Ahr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin EW SS, Linden- straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr sriih bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion unö Expedition: SW dS, Linöenftr.Z Se-»«-«,lAreel,er- Redaktion Moritzplatz kSlitä— S7 ilsern,prea,rr. c.« f. f; Ja f>-> v» wird, wirü sich England fügen! London, lt. Oktober. lTU.) verschiedene vlatter stellen offenbar aus Grund offiziöser Informationen fest, daß London me- der die Möglichkeit noch die Absicht habe, aus die Ent- scheidung des völkerbundrales in Sachen Oberschlcfien einzuwir- ken. Der„Daily Telegraph" bezeichnet etwaige versuche Verlins. gegen eine solche Entscheidung in London Hilfe zu suchen, wegen der Gebundenheit Londons als aussichtslos. London. 11. Ottober(MTB.) Zu den verschiedenen Ge- rüchien über Empfehlungen mit Bezug aus Oberschlefien erfährt Reuter: Die Lage ist die, daß die Premierminister der Alliierten in Paris erklärt haben, sie würden die Empfehlungen des Völker- bundrales annehmen. Seit dieser Zeit haben die Mächte keinen Anteil mehr au der Frage genommen, weder direkt noch indirekt. London. 11. Oktober.(WTD.) Wie Reuter erfährt, werden die Beschlüsse der für Oberschlesien besonders ernannten Mitglieder Die siäötisihen Setriebe sind von der sozialistischen Mehrheit schlecht geleite! und machen Defizit, so behaupten die bürgerlichen Parteien in Presse und Flugblättern. Die Berliner Gemeinde- betriebe haben aber schon seit Fahren unter üer bürgerlichen Serrschaft Zuschüsie gebraucht, aber gerade unter sozialistischer Verwaltung beginnen die Betriebe wirtschaftlich zu gesunden, und die Straßenbahn wirst Ueberschüsse ab. Das ist den bürgerlichen Lügnern natürlich sehr unangenehm und sie verschweigen oder verdrehen es. Der beste Beweis für die gute Entwicklung der städtischen Betriebe unter der sozialistischen Mehrheit ist aber die Tatsache, daß üas privatkapital die Betriebe zur Ausbeulung erhalten möchte. Ver- derbt den Herrschaften am IS. Oktober die Rechnung. Ää'Ä wählt Spd.l des Völkerbundes sofort dem Rate des Bundes in Genf vorgelegt werden. Sobald der Rat diese Beschlüsse bestätigt hat, werden sie dem Ober st en Rate unterbreitet werden. Bisher hat die britische Regierung keine Mitteilung über die Beschlüsse und hat auch keine Anfrage deswegen ergehen lassen. Genf, 11. Oktober.(WTB.) Die hier weilenden Vertreter Oberschlesiens haben aus ihren Unterhaltungen mit Mitgliedern des Völkerbundrates und Sachverständigen im allgemeinen den Ein- druck gewonnen, daß sich die meisten maßgebenden Persönlichkeiten durchaus Rechenschaft ablegen über die k a t a st r o p h a> len wirtschaftlichen und sozialen Folgen, die eine Teilung Oberschlesiens nach sich ziehen würde. Diese Erkenntnis vermochte aber offenbar nicht gegen politische Gesichts- punkte aufzukommen, die von anderer Seite vertreten werden, und scheint daher ihren Ausdruck nur in verschiedenen Kompromiß- vorschlagen zu finden, mit deren Hilfe man wenigstens theoretisch die unausbleiblichen unmittelbaren Folgen einer politischen Lösung eindämmen möchten. Erhöhte Trnppenbereitschaft i« Oberschlesien. Pari», 11. Oktober.(Denn.) Wie der INatin meldet, haben die Truppenkommandeure in Oberschlesien die Anweisung ihrer Re- gierungen erhalten, sämtliche Truppenkontingente vom Mittwoch ab in erhöhter Bereitschaft zu halten, vom Tage der Ent- Eine Ehrung Noliets. Pari». 11. Oktober.(WTB.) Der Ministerrat hat die Er. nennung des Vorsitzenden der Interalliierten Militärkontrollkom- Mission m Deuffchland, General Rollet, zum Mitglied des Ober- sten Kriegsrates genehmigt. General Rollet tritt damit an die Stell« des Generals Rivelle, de? in den Ruhestand versetzt wird. Diese Ernennung bedeutet nicht den Weggang Rollet? von Berlin, denn die Mitglieder dieses Obersten Kriegsrates, der im Frieden wenig zu sagen hat, brauchen nicht ständig am Tagungsort zu sein. General Rivelle hatte im französischen Kriegsheer fett dem Grauen von Derdun he» ehrenden Beinamen de» Blutjäufers"._ Der Parteitag von Mailanö. Rom, den 6. Oktober 1921. Am 19. Oktober trat in Mailand der 18. italienische Parteitag zusammen, nicht ganz zehn Monate nach dem Partei- tag von Livorno. Die verfrühte Einberufung ist unter der Voraussetzung erfolgt, daß die Beschlüsse dieses Kongresses nicht mehr als Ausdrück des Willens der Parteimehrheit gellen könnten. Diese Voraussetzung stellt sich schon heute als irrig dar. Die vorbereitenden Versammlungen zum Parteitag haben ge- zeigt, was übrigens niemand in Erstaunen setzen sollte, daß in dem wesentlichen Punkt, um den sich auch in Mailand die Diskussion hauptsächlich drehen wird, in der Frage der Mit- arbeit in bürgerlichen Regierungen, die Parteimehrheit heute noch auf demselben Standpunkt steht, wie in Livorno, nämlich entschlossen ist, diese Mitarbeit abzulehnen. Es ist schon heute mit Klarheit abzusehen, daß von den drei Fraktionen, die einander in Mailand gegenüberstehen werden, die sogenannten„Einheitsmarimalisten" die Mehrheit auf ihrer Seite haben werden. In Livorno nannten sie sich „Einhcitskommunisten", hätten denselben Führer, den sie heute haben, nämlich den Chefredakteur des-„Avanti", Genossen S e r r a t i, hatten aber den vorwiegend aus„reinen Kommu- nisten" bestehenden Parteivorstand gegen sich. Heute besteht auch der Parteivorstand aus„Einheitsmaximalisten". Ihnen gegenüber stehen die„Rechtssozialisten", die in Reggio Emilia gegründete„sozialistische Konzentration", deren Führer T u r a t i ist und zu der alle Leiter der Konfederation der Arbeit sowie die größere Hälfte der Parlamentsfraktiott gehören. Ihre politische Haltung ist bekannt. Sie sind der Ansicht, daß es im Interesse des Proletariats und in dem der revolutionären Entwicklung liege, in der heutigen schweren Krise die Mitarbeit der klassenbewußten Arbeiterschaft nicht zu verweigern. Zu dieser Auffassung sind die Re- formisten nicht durch den Wunsch gekommen, das bürgerliche Regime vor dem Zusammenbruch zu bewahren, sondern aus der Ueberzeugung heraus, daß der heutige Tiefftand des ge- samten sozialen Lebens nicht eine revolutionäre Krise sei, die zu einer neuen höheren Gesellschaftsordnung hinüberleitet, sondern ein krankhafter Zustand des gesamten Gesellschaftskörpers, der die Kulturgüter der Gesamtheit gefährdet und daher die AbwehrderGesamt- h e i t, also auch des Proletariats, heischt. In allen Ländern Europas haben der Krieg und seine Folgen ähnliche Fragen gezeitigt. In genau derselben For- mulierung, in der sie den Mailänder Kongreß beschäftigen. wird, stand die Frage vor dem Parteitag von Livorno und wurde dort von der Mehrheit in dem Sinne gelöst, daß es im' Interesse des Proletariats liege, die heutige Krise bis zum- Zusammenbruch des bürgerlichen Regimes zu v e r f ch ä r f e n. s Seitdem sind zehn Monate ins Land gegangen. Die Krise hat sich, auch ohne das Zutun unserer Taktik, ganz von selbst verschärst: offizielle Statistiken sprechen von einer halb ent Million Arbeitsloser, mit jedem Tage werden neue! Betriebe eingestellt, die italienische Lira ist nicht den vierten: Teil wert, wie der Schweizer Franken, auswärtiges Kapital legt seine Hände auf die leistungsfähigsten Industrien desLandes, man beginnt mit dem Ab b a u der Löhne, ob»- wohl die Preise der Lebensmittel in einem Maße an-' st e i g e n, wie noch nie zuvor. Aber trotz dieser Krise ist. nichts von einer Erschütterung der Ktassenherrschast, von einem Verfall des bürgerlichen Regimes zu bemerken. Im Gegenteil: die italienische Bourgeoisie ist sich ihrer Interessen.. klarer bewußt als je zuvor, hat längst mit all den sentimem- talen Rücksichtnahmen gebrochen, die in Jtaalien den Klassen-" kämpf lange Zeit, trotz gelegentlicher gewaltsamer Episoden,' verschleiert haben. Sie hat das Proletariat abgerüstet, so grünkssich, wie das keine andere Bourgeoisie getan, hat eine mächnge Polizeiorganisation geschaffen, die„Guardia Regia, wie man sie sich an Zahl und Bewaffnung vor dem Kriege nicht einmal hätte träumen lassen. Sie stellt sich im F a s c i s m u s auf den Standpunkt der systematischen gewalt- samen Abwehr proletarischer Forderungen. Die ganze bür- gerliche Jugend, die noch vor zwanzig Jahren sozialistische Sympathien aufwies, ist heute nationalsozialistisch oder klerikal. Wir stehen im Zeichen einer tiefgehenden». stets mehr um sich greifenden Reaktion, die gar nicht nach Selbstaufgabe der herrschenden Klasse aussieht. Andererseits hat seit dem Friedensschluß das Proletariat:" inkeinerWeifeFortfchritte gemacht auf dem Wege der revolutionären Organisation. Wohl hat es seine Lebenshaltung gewaltig gehoben, aber trotz der Partei- tagsbeschlüsse, die schon im Jahre 1919 die Schaffung dey Sowjets in Italien anordneten, trotz der öffentlichen Samm- lungen für die„Waffen zum proletarischen Entscheidungs» kämpf" ist das Proletariat heute weder zur Uebernahme dey Wirtschaft des Landes vorbereitet noch bewaffnet und einge< ordnet zum gewaltsamen Sturz der Bourgeoisie. Diese Entwicklung scheint der Ansicht der Maximalistett.. zu widersprechen, daß das Land einer Revolution entgegen- treibe: man hat vielmehr den Eindruck, als ob wir, nach vers paßter Revolution, mitten in der Reaktion stünden,, I Sn Bologna(Oktober 1919) wax dtzfe Entwtckltjng noch, nicht] zu erkennen. In Livorno lag sie bereits in all ihren wesent- liehen Elementen vor. Heute ist sie deutlich greisbar und hat auch schon von proletarischer Seite ihre öffentliche Anerkennung gefunden in der Abwehrtaktik der Gewerk- sch a st e n. Trotzdem wird aller Wahrscheinlichkeit nach der Partei- tag von Mailand auf demselben theoretischen Standpunkt beharren, wie die beiden vorigen. Die Mehrheit wird noch einmal dem Wahne überlassen, die Revolution stünde vor der Tür, und wird ein formales Veto einlegen gegen die Möglich- keit, ein bürgerliches Kabinett zu unterstützen oder gar fozia- listische Minister in ein solches zu senden. Die Maximalisten glauben, durch dieses Verhalten die Bourgeoisie zum Bankerott zu treiben. Die Turatianer da- gegen sind der Ueberzeugung, daß man auf diese Weise die Bourgeoisie in die Zwangslage setzt, sich selbst zu Helsen, mit den eigenen Kräften, und so einen bürgerlichen Block zustande bringt, in dem die Klerikalen unddieNatio- nalisten eine ausschlaggebende Rolle spielen. In den italienischen Massen herrscht die Illusion vor, daß sie ihre verbesserten Arbeitsbedingungen, die sich doch direkt aus dem Kriege ergaben, der„maximalistischen Taktik" zu danken hätten. Das ist nichts anderes als eine irrigeDeu- tu n g sozialer Tatsachen. Eine„maximalistischs Taktik" im Parlament haben wir nie gehabt. Die Fraktion hat nie auf eine Gelegenheit verzichtet, Vorteile für das Pro- letariat zu erringen. Wenn irgendwo Massenentlasfungen be- vorstanden, so hat sie nie gesagt:„Je schlimmer, desto besser, es lebe die Revolution!", sondern die sozialistischen Abge» ordneten sind zu den Ministern gepilgert, haben öffentliche Arbeiten gefordert. Pressionen gegen die Unter- nehmer, damit diese die Betriebe nicht schlössen, usw. Man hat wohl gegen die Regierung gestimmt, aber die soziallstischen Abgeordneten haben hinter den Kulisien immer für die gegen- wärtigen Interessen des Proletariats gewirkt. Sie haben das getan, mit a n d e r e r T e ch n i k, als es die bürgerlichen Ab- geordneten taten, nicht, indem sie zum Dank ihr Votum ver- sprachen, wohl ober, Indem sie Unruhen, lokale Aufstände, Skandale von der Tribüne des Parlaments androhten. Wenn die Mehrheit heute auf dem„Verharren bei der glorreichen revolutionären Taktik" besteht, so macht sie es sich nicht klar, daß sie diese Taktik vorläufig noch nicht ange- wendet hat, sondern sich ihrer Abgeordneten immer als Wahrer und Schützer proletarischer Gegenwarts- i n t e r e s f e n bedient hat, obwohl das natürlich Verbindlich- leiten einschloß. Die Taktik von Bologna und Livorno be- deutet, daß das Proletariat im entscheidenden Augenblick, wenn die Regierung einen Anhalt nach rechts oder nach links braucht, den Anhalt nach links verweigert, und so die Regie- rung zwingt, sich nach rechts und nach den Klerikalen hin zu wenden. Ist aber einmal der bürgerliche Block, dank der maximalistischen Taktik, eine Tatsache geworden, dann werden auch die 125 sozialistischen Abgeordneten ihren heutigen ausschlaggebenden Einfluß auf die parlamentarische Lage eingebüßt haben. Dann ist der Weg frei für die„außer- parlamentarische Aktion", von der man so viel redet und so wenig merkt.— Äußer den Maximalisten und der sozialistischen Konzen- tration werden in Mailand noch andere Gruppen das Wort fordern. Wir haben diesmal auch eine vom Abgeordneten Alessandri geführte Fraktion der„einheitlichen Aktion", die etwas mehr rechts steht als die Maximalisten und etwas mehr links als die Turatianer, die vermitteln möchte und nur oerwirren wird. Schließlich wird sich von den Maximalisten noch eine Gruppe abspalten, die unter der Führerschaft von M a f f i und Riboldi die Ausstoßung der Re- f o r m i st e n verlangt, im Sinne der von den italienischen De- legierten in Moskau eingegangenen Verpflichtungen. Dieser Versuch einer neuen Parteispaltung dürfte aber an dem ernsten Einheitswillen der Mehrheit der Maximalisten scheitern. 0 Mailand, 10. Oktober. heute vormittag um S Uhr wurde der l!i. Kongreß der Soziali st ischen Partei Italiens eröffnet. Der Parteisekretär Bacci hielt die Be- IPA,..l>..... Wpnekens Kampf. Bon Siegfried Kawerau. Wnneken ist von der zweiten Strafkammer des Landgerichts zu Rudolstadt zu 12 Monaten Gefängnis verurteilt worden:.alles in ollem auf die Aussogen eines 1214jShrIgkn Knaben hin. Es handelt sich um den Kampf zwischen Sexualität und Erotik"), jenen Kampf, den die alt« mit der neuen Gesellschaft aussicht, um ihre„heiligsten Güter" zu verteidigen— die alte Gefell- schaft will die naive Geilheit ihrer Töchter, will die in„geheimen Sünden" schwelgenden Knaben sich erhalten, um die sichere privat- rechtliche Vererbung des Besitzes zu schützen. Wunderliche Ber- knüpfung der Gebiete— werden unbefangene Gemüter denken. Doch man gehe den Zusammenhängen einmal gründlich nachl Die haus- tochter der alten Gesellschaft ist dazu bestimmt, den Freier zu finden, dessen Vermögen oder dessen Crmerbeföhiqkeit zu der Ihres elter- lichen Hauses harmonisch paßt: so heiratet man in Pfarrstellen. Pro- fessurcn, Konsektionsqeschäste, so heiraten sich Kavitalien und Ritter- güter. Zu diesem Zweck muß das bürgerliche Mädchen naiv fein, d. h. unberührt in physischer Beziehung und geil, d. h. lüstern und aufreizend, kokett. Das erste ist Bedingung von feiten des kapitolkräftigen Freiers, der feine Frau als Privateigentum, als Ware, als Neuheit und Mode betrachtet; das andere ist Lockmittel, ist Ergebnis eines seelisch längst verhurten Lebens. Damit stellt sich das Mädchen auf die dem Mann entsprechende Stufe. Denn der Mann Ist al» Knabe an die„goheimen Sünden" gewöhnt, Ist von Dienstboten aufgeklärt, hat bei Dirnen feine Lust für Geld befriedigt. Aul diese" Wels« hat man seine schöpferischen Kräfte abgelenkt, zur Gosse entführt, um Ihn willfährig und brauchbar im mechanisierten Konkurrenzkampf der Großbetriebe zu machen, wo man eiskalte Köpfe, harte herzen und ge'chäftlich erledigt« Früblingsgefühle braucht. Alles andere bedeutete Störung, Reibung, Dividendenverlust. Unzweifelhaft hat dies Vorbild der kapitalistischen Gesellschaft auch im Proletariat Nachahmung gefunden. Sowie man die Fest- gebräuche, Moden, Kampfmittel der büraerlichen Gesellschaft im Proletariat vielfach übernimmt. Und so Ist auch die sexuelle Not unserer proletarischen Jugend erschreckend groß. Demgegenüber entwickelt der erotische Mensch im Cinbeits- bewußisein von Körner und Seele alle Schövfertraft wahren Men- schentums: seine Liebe acht nicht ans die Mitgift, sondern auf den gesunden, vollwertigen Menschen. Oer erotische Erzieher(und alle großen Erzieher wirkten durch die Kraft ihres Eros) entbindet diese Schöpferkraft und Ist einzig imstande, junqe Menschen zum Guten. zum Schönen, zum Echten zu wandeln. Eros hat nichts mit Unter- leib zu tun, sondern ist strömende Kraft. Da hört die„geHelme Sünde" als Rauschmittel auf, die ftmgen Menschen zu reizen: sie linkten ihre Kraft gesammelt, für höchste Leistung gespart. Da hört die Ede ai'f, ökonomische Versorgung woll"stkrnnter Tierchen zu sein, da wird sie zur Kameradschaft zweier Menschen, die jeder in sich ruhend, tiefsten Grundes einsam, dennoch bereit sind zum Opfer, zur Wyneken.Ero»'(Adolf Saal Verlag. 1S21). grüßungsrede. Zwei Forderungen, führte er aus, stelle das italienische Proletariat: daß die Sozialistische Partei qualitativ dieselbe bleibe wie bisher und daß sie zusammenhalte. Bacci betonte seine lebhaste Sympathie für das revolutionäre Ruß- land und erklärte unter starkem Beifall, daß diese Sympathie auch die der Sozialistischen Partei wäre.— Nach Bacci sprach der Ver- trcter der Kommunistischen Partei Frankreichs, der heftige Angriffe gegen die Neformisten richtete und dabei wiederholt stürmisch unterbrochen wurde. Er erklärte, daß zwei so ent- gegengesetzte Strömungen, wie die Mitarbeit in bürgerlichen Regie- rungen und die sozialistische Taktik, nicht nebeneinander in einer Partei bestehen könnten. Der Vertreter des Iugendverbandes, von der Gruppe Bacci und Lazzari lebhaft begrüßt, führte aus, daß die Jugendlichen mit ollen Kräften den Reformismus bekämpft hätten und daß sie ihre Mitarbeit der Partei zur Verfügung stellten, die die Taktik der Dritten Internationale befolge. In derNachmitragssitzung erstattete Bacci den Tätig- keitsbericht der Parteileitung. Die Verhandlungen mit den Fascisten wurden ohne Wissen der Parteileitung von einigen sozialistischen Abgeordneten eingeleitet. Die Leitung der Partei trat erst dann in die Verhandlungen ein, als ernste Garantien für eine Verständigung vorhanden waren. Daß Lunatscharski von der italienischen Regierung keine Einreiseerlaubnis erhalten habe, sei nicht Schuld der Partei. Man habe alles getan, um die Bewilli- gung der Regierung zu erhalten. Nach dem Bericht Baccis wurde der Kongreß auf Dienstag vertagt. Eine kommunistische Tageszeitung in Rom. Rom, 10. Oktober. sIntel.) Heute erschien zum ersten Male das Zentralorgan der Kommunistischen Partei Italiens„I l C o m m u- n i st a" als Tageszeitung._ Deutschnationale Demagogie. Die Deutschnationalen haben im preußischen Landtage einen seitenlangen Antrag eingebracht, der von der Regierung einen Gesetz- entwurf fordert, durch den anläßlich der Teuerung das Dienst- einkommen der Beamten und Lehrer automatisch dem Wert des Geldes angepaßt wird. Der Antrag oerlangt weiter eine gleichmäßige Beschaffungszulage für alle Beamte, serner Heraufsetzung der Grenze im Steuergesetz von 24 000 auf 35 000 Mk. Empfänger von Wartegeld, Ruhegeld und Hinterbliebenenrente sollen entsprechend behandelt werden, ebenso die Geistlichen. Was dem Antrage fehlt, werden unsere Genossen hinzu- fügen: Sicherung des Reallohnes darf nicht nur für Beamte und Geistliche gelten, sondern für alle Arbeitnehmer. Darüber wollen wir gern oerhandeln. Wir werden aber auch nachholen, was die Deutfchnationolen versäumten, nämlich zu sagen, woher die M i t t e l für die neuen Ausgaben genommen werden sollen. Ein Manöver üer Volkspartei. Als neulich Oltwig v. H i r s ch f e l d monatelang aus dem Ge- fängnis beurlaubt wurde, bezweifelte die sozialdemokratische Presse bekanntlich, daß Arbeiter von der preußischen Justiz ebenso milde behandelt würden. Diese Auslassungen haben die Abgeord- neten E i ch h v f f, Dr. v. Campe und S t e n d e 1 von der Deutschen Volkspartei veranlaßt, bei der Staatsregierung anzufragen, wieviel Beurlaubungen in preußischen Strafanstalten über- Haupt vorgenommen worden sind, und welchen Berufszweigen die Gefangenen angehören. Zum Schlüsse fragen sind: Was gedenkt das Staatsministerium zum Schutze der Beamten zu tun, wenn sich die in der sozialistischen Presse vertretene Auffassung als unwahre Unterstellung erweist, durch die allerdings das Vertrauen der Bevölkerung in die Rechtspflege planmäßig untergraben wird? Die Herren Volksparteilcr machen also den Staatsanwalt gegen die sozialistische Presse scharf. Glaubt die Deutsche Volkspartei wirk- lich, damit das Mißtrauen gegen die Justiz beseitigen zu können? Nachspiel zu den mitteldentschen AprNvnrohen. In Frankfurt am Main begann Montag vor dem Schwurgericht der Prozeß gegen sechs Angeklagte, die befchuidigt sind, während der Aprilunruhen in Mtteldeutschland den Versuch unternommen zu haben, das Kulissen hau» der Frankfurter Oper in Brand zu stecken. Die Verhandlungen werden zwei Tage in Anspruch nehmen. höchsten Hilfe, zur Gemeinschaft. Solche Menschen aber sind dem sexuellen und kapitalistischen Menschen ein Greuel, denn da hört jede Berechnung, jedes„Klassenbewußtsein, jede Profitmacherei auf. Der sexuelle Mensch ist das Mädchen mit durchbrochenen Strümpfen und kurzen Röckchen, mit herausgedrücktem Busen oder mit naß-prallsttzendem Badekostüm: Ist der Mann mit dem lüstern- taxierenden Blick, mit Kommer» und Prostitution, mit Geschlechts- krankheit und Versorgungsehe. Der erotische Mensch ist zweckvoll und schlicht zu Arbeit und Fest gekleidet oder nackt in der freien Natur und im Spiel seiner Glieder(der sexuelle Mensch ist nie nackt, höchstens ausgezogen), er ist stark und keusch in Gebärd« und Blick und voll federnder Spann- krast und Jugend. Feind aller kapitalistischen Ausbeutung, ist er der Mensch der neuen Gesellschaft. Die alte Gesellschaft ficht für Friedrichstraße und Drillerziehung, haßt die schöpferischen Erzieher, haßt Wyncken und seine Freunde— das Proletariat weiß, um welche Güter Wyneken seinen Kampf ficht: um unseres Volkes höchste Zukunft! Da» Neue Volkstheaker führte Ibsens„Wildente" wie- derum auf. Man hatte sich' bemüht, die scharfe Mathematik dieses starken Intrigenstückes durch Menschlichkeit zu mildern. Die Ab- ficht des Regisseurs wurde aber durch die Schauspieler gekreuzt, die ihr Temperament nicht ausreichend umbiegen konnten, um die Ibsenschen Charaktere geschmeidig zu beseelen. Darum versagte be- sondere der Hjalmar Ekdal des Herrn Schweizer. Dagegen waren die Rollen des Kindes Hedwig und des alten Ekdal außer- ordentlich gut besetzt. Fränze R o l o s f oerfügt über das reiche Talent, um die Tragik dieses Kindes rührend zu erfüllen. Herr L i o n entwickelt sich zum sehr geschickten Charakterspieler, der die Schrullen und traurigen Entgleisungen des alten Ekdal mit unge- wohnlicher Kraft der Aufmerksamkeit des Parketts einprägte. M. H. Der Europäer Heinrich INann hielt im Schwechten-Saal einen Vortrag über„Europäisches Denken". Seine Ausführungen, denen lebhafter Beifall gegeben wurde, so daß fadenscheiniges, re- aktionäres Pfeifen belächelt untergehen mußte, waren Bekenntnis zum Gedanken der Republik und der Demokratie. Man kennt des Dichters politische und seine Weltanschauung aus feinem klugen Aufsatzbande„Macht und Mensch"; weiß, wie klar Heinrich Manns Blick die„reine Fassade" der Monorchie zu durchschauen versteht. Nicht der Verzückte, der Helfende ist für ihn der Europäer. Be- leckt vom Chaos, wie er sich ausdrückte, fei doch ollen Ländern Europos so starke gemeinsame Willensströmung zu eigen, daß die Gesichter der Völker wie eines scheinen: das europäische eben. Und nun oerglich Heinrich Mann das Frankreich nach 1870 mit dem Deutschland unserer Tage. Er berief sich aus Zola und nannte den großen Gewinn, das Geschenk der Niederlage: die Demokratie. Deutschlands Republik sei das vcrwickeltste und gefährlichste Unter- nehmen, denn ein wahrer Volksstaat besitze den Willen zur Selbst- reinigung— Sauberkeit genug, um von Schreihälsen blanker Macht nicht national geheißen und bekämpft zu werden. Aber die nächste Generation werde republikanisch empfinden schon au» Erfahrung; die zweitfolgende durch Geburt. Grgeschsucbe in Gftpreußen. Königsberg, 11. Oktober.(WTB.) Das Oberpräsidium teilt mit: Die„Königsberger Bolkszcitung" bringt in dem Leitartikel ihrer Nummer vom 11. Oktober Mitteilungen, wonach von feiten privater Organisationen trotz der behördlichen Anordnungen Massen- lager in der Provinz unterhalten werden. Es ist sofort von feiten des Oberpräsidiums Veranlassung genommen worden, eine Unter- s u ch u n g einzuleiten. Die Schriftleitung des genannten Blattes und die Leitung der Sozialdemokratischen Partei Ostpreußen werden aufgefordert, das in dieser Hinsicht vorhandene Material dem Ober- Präsidium zur Verfügung zu stellen, um auf Grund desselben die Untersuchung mit aller Unparteilichkeit unter Wahrung der be- rechtigten Interessen der gesamten Bevölkerung Ostpreußens führen zu können. Zeitgemäße Nichtererziehmtg'. Zu dieser Notiz in der Sonntagabendausgabe des„Vorwärts", in der wir die bevorstehenden Kurse für Angehörige des Kammer- gerichts kritisch besprochen hatten, senden uns der Kammergerichts- Präsident v. S t a f f und der Generaloberstaatsanwalt beim Kammer- gericht Berlin eine längere Erwiderung, in der sie sich gegen unsere Behauptung, die Kurse würden durchweg von typischen Vertretern der reaktionären Statsaussasjung abgehalten, zu verteidigen suchen. Die beiden Verfasser weisen darauf hin, daß auch Genosse August Müller in dem bevorstehenden Zyklus einen Vortrag über„So- zialisierung und gemeinwirtschaftliche Unternehmungsformen" halten werde, und daß schon früher Genosse Legten über die Gewerk- schaftsbewcgung gesprochen habe; auch Wissel habe zugesagt, über Planwirtschaft zu sprechen, sei jedoch hieran durch seine Ent- sendung zur Arbeiterschutzkonferenz in Washington verhindert worden. In dkesem Zursammenhange wird Herr Richard C a l w e r nicht ganz zutrefsend als„sozialistischer Schriftsteller" bezeichnet. . Die Verteidigung, die die Herren Einsender hier vorbringen, ist nicht zutrefsend, und was an ihrer Einsendung zutreffend ist, ist keine Verteidigung. Es war von uns niemals bestritten worden. daß sich möglicherweise auch ein Sozialdemokrat in jenen er- tauchten Kreis dcutschmonarchistischer Staatsgegner oerirren würde, und die Tatsache, daß die kürzlich hier aufgeführten Herren, an deren Verfassungsfeindlichkeit kein Zweifel bestehen kann, im kommenden Winter vor Richtern sprechen werden, wird in der Erwiderung nicht einmal zu bestreiten oersucht. Ueber die Zusammen- setzung der Kurse braucht man sich nicht einmal zu wundern, ist doch Herrn v. Stoffs Königstreue ein nur zu bekanntes, wenn auch trübes Kapitel in der Geschichte der Träger preußisch-republi- konischer Justiz. Schulleiter unö Reichsverfasiung. Aus der preußischen Landtagsfraktion wird dem „Soz. Pari. Dienst" geschrieben: An die Teilnehmer der Fortbil- dungsschule der Schutzpolizei in Hannover ist von einem Lehrer die von der Zentralstelle für Hcimatdienst herausgegeben« Reichs- Verfassung mit dem Vorwort des Reichsministers a. D. Dr. Hugo P r e u ß verteilt worden. Daraufhin hat der Schulleiter dem Lehrer eröffnet, daß er durch diese Verteilung der Reichsverfassung die Beamten parteipolitisch beeinflußt habe; auch das Kommando der Schutzpolizei habe diese DertOlung verurteilt. Nach Ansicht des Schulleiters hätte, der Lehrer das Vorwort vor der Verteilung herausreißen müssen. Die Landtagsfraklion hat auf Grund dieser Borgänge eine kleine Anstage eingebracht, in welcher das Staatsministerium gefragt wird, ob es die Auffassung des Schulleiters der Fortbildungsschule und des Kommandos der Schutzpolizei billige und ob es in der Er- Ziehung der Beamten zur Achtung der V e r f a s s u n g und zu zuver- lässigen Stützen der Republik eine parteipolitische Be- einflussung sehe. Man wird aus die Antwort des Herrn Dominicus gespannt sein dürfen._ Zelknngsverbot. Die christlich-soziale Zeitung„Das Reue Volk" wurde von der Kreisregierung in Untcrftanken auf acht Tage ver- boten, weil sie die Minister Oswald und Dr. Matt in einer den inneren Frieden des Staates gefährdenden Weise verächtlich gemacht habe. Heinrich Mann meinte, der Sozialismus müsse zum Be- wußtsein seiner Größe kommen: um Höheres al» Gut und Güter ginge es. Wo werden, fragte er, Klassen bleiben, wenn kein Bürger mehr Edelmann, der Arbeiter Bürger sein wird? Er pries Iaures, dem das Mcnschtum heiliger gewesen sei al, die Fragen der Wirt- schaft. Und er nannte es den Sinn unserer Niederlage, den Ge- danken der Staatenrepublit zu fördern. So gesehen seien wir mäch- tiger, reicher als die vom Siege kurzsichtig Gewordenen. li»o. Zusammenbruch des vildungswesens in Sowjetrußland. Der Bolkstommissar für Bildungswejen, Lunatscharski, erklärt in einem Artikel der Moskauer„Iswcstija". der Verfall de» russischen Bildungswesens sei soweit fortgeschritten, daß bereits von einer Ka» tastrophe gesprochen werden müsse. Die dem Bildungswescn zugeführten Mittel reichten nicht entfernt aus, um auch nur die drin- gendsten Bedürfnisse zu befriedigen. Nicht einmal das kümmerliche Gehalt des Lehrerpersonals könne ausgezahlt werden, und der Staat schulde den Lehrern bereits viele Milliarden. Auch die geplante Er- höhung des dem Volkskommissariat für Bildungswesen zukommen- den Anteils an den Notenemissionen bis auf 3 Prozent werde die nötigen Mittel nicht ausbringen. Da indessen die Unentgeltllchkeit des Schulbesuchs um jeden Preis aufrecht erhalten bleiben muß, soll eine besondere Schulabgabt der Bevölkerung aus- erlegt werden. Inzwischen ist jedoch laut anderen amtlichen Mitteilungen so- wohl in der Provinz als in Moskau mit der eigenmächtigen Wie- dereinführung des Schulgeldes begonnen worden. Vor kurzem hatte der Leiter des Fachbildungswesens in Sowjetrußland, der bekannte Kommunist Preobrajchenlki, bereits in der Moskauer „Prawda" ausgeführt, daß eine Reihe von Univerfitöten und Fach- Hochschulen, die in den letzten Iahren eröffnet wurden, wegen Man- gels an Mitteln und Lehrkräften geschlossen werden Nulssen. Fünf II n i v e r s l t ä t e n in der Provinz sind bereits g e s ch l os j e» worden. In der VolkSbtibne, Theater am Blilowdlatz, Ist.KSnig Lear- mit Friedrich Kaytzler in der Titelrolle in Vorbereitung. Regie: Jürgen Fehling. Arbeiter- Riinltanöltellung, PeterSvurger Straße ZV: Donnerstag aderd Tl, Uhr Vortrag von Mar Weber über r o l e- :ariat und B a u l u n tt". Joimahend abend T1/, Uhr Vortrag von Otto Nagel mit cmlchües�iidcr gührun g durch die»euc SlnSstellung. Sonntag voriniiiag U Uhr und abends 7'/, Uhr: Besondere Füh- rungen. Konzerte. Hugo Reichenberger, der erste Kapetimeisier der Wiener SiaatSoper, gibt am Donnerstag, den 1Z., In der V h i I b a r- m o n i e tetn eritet diesjähriges tt o n z e r t mit dem PyIIharmonilchen Orchester.— Sonnlag, den 16., vormittags U'/, Uhr findet im Opernhnuse ein Konzert der StaatSover unter Ehrenmitwirkung Franz von Beczeys fKccthovcn. Brehms, Paaanini) ilntt. Vorverkouf ad Sonntag, den 9., an der Kafie des Opernhauses, hei Wertheim, dem In« oaiidendanl und bei Bote u. Bock. Ueber da»»eelenleb«« der Naturvölker veranstaltet Dr.«. Eich- berg am Sonnabend, den ld.. 71/, Uhr. t« der Humboldt-Hochichule. Äeorgenstr. 80/31,«inen Vortrag. Karten zu 3, L und 1 M. vorher oder in Buchhandlungen und Theaterkassen von Tietz und KaushauS des Wefteo». heute und morgen Ilugblattverbreitung! Beachtet die Bekanntmachungen unter„Parteinachrichten" Alatrofenmeuterei I München, 11, Oktober.(IDIB.) 3n München trafen ZZ Matrosen eines deutschen Dampfers unter Bedeckung ein, die an das Hamburger Seemannsgericht abgeliefert werden sollen. Die Matrosen stellten auf hoher See unter Drohungen an den Ka- pitän Lohnforderungen, weshalb dieser gezwungen wurde, in T r i e st zu landen, wo die Matrosen der Polizei übergeben wurden. Die amtlichen Totenziffern von Gppau. Die Zahl der Toten und Vermißten des Oppauer Unglücks hat nunmehr nach amtlichen Mitteilungen 600 überschritten, noch- dem noch mehrere Schwerverletzte In den Krankenhäusern gestorben sind. Die Zahl der Erblindeten ist etwas kleiner als ursprünglich mitgeteilt wurde. An Spenden sind bisher über bv Millionen aufgebracht worden. « Auf eine Anfrage an das Rxichsfinanzministerium erhielt der Verband Pfälzischer Industrieller den Bescheid, daß die sämtlichen Spenden für Oppau nach§ 108 der Reichsabgabenordnung st e u e r- frei sind. Beschränkung der deutsch-völkischen Tagung Der Deutsch-völkische Schutz« und Trutzbund hält alljährlich einen»Deutschen Tag" ab. der im vorigen Jahre in Weimar statt« gefunden hat und diese« Jahr vom 14. bis 16. Oktober in Det« mold abgehalten werden sollte. Wie die»P. P. N." erfahren, ist diese deulscki-völkische Veranstaltung insofern von den Behörden beschränkt worden, als alle in Aussicht genommenen öffentlichen Veranstaltungen und Versammlungen unter freiem Himmel vor« boten worden sind und der»Deutsche Tag' nur auf stusainmen- künste in geschlossenen Räumen beschränkt ist. Ans diesen behördlichen Beschränkungen gebt hervor, daß man an zuständiger Stelle den gemeingefährlichen Charakter de? Deutsch- völkischen Schutz- und Trutzbundes richtig erkannt hat. Saarbevölkerung gegen Irankenzwang. Dem offiziellen Bericht der Abordnung der Saargebietbevölke- rung, die zum Dölkerbundrat nach Genf entsendet worden war, ent- nehmen wir da» Folgende: Der Grund der Reise waren die wirtschaftlichen und politischen Röte des Saargebiets. Teilgenommen haben Vertreter sämtlicher politischen Parteien mit Ausnahme der Kommunisten, und zwar: Vertreter der Arbeiterschaft, der Unternehmer, des 5)andels und Ge- werbes und der freien Berufe. Die Abordnung sprach die Bitte aus, der Völkerbund möge selbst die wirtschaftlichen und politischen Ver- hältnisse untersuchen und sich ein Bild machen, welche Maßnahmen zur Abhilfe notwendig sind. Die Abordnung hatte Gelegenheit,, zahlreichen Herren ihre Ausführungen vorzutragen. Der Verkreier Frankreichs, Leon Bourgeois, hat die Abordnung nicht empfangen. Bei den Besprechungen hat die Abordnung wiederholt betont, daß der Umlauf des Franken im Saargebiet, soweit er durch den Versailler Frieden begründet ist, hingenommen werden müsse. Sie hat sich aber dafür eingesetzt, daß der erweiterte Frankenumlauf, den die Regierungskommission der Bevölkerung neuerdings auf- zwingen will, wegen seiner vernichtenden Wirkungen auf das saarländische und seiner nachteiligen Folgen für das französische Wirtschaftsleben unterbleiben müsse. Daneben hat die Abordnung auch andere Meinungsverschiedenheiten zwischen Regierungskommisfion and Bevölkerung vorgetragen. Insbesondere hat sie darauf hingewiesen, daß die Re- gierungskommission sich jeden Eingriffs in das Selbstverwaltungs- recht der Gemeinden enthalten müsse. Schließlich hat die Abordnung gebeten, daß bei solchen Meinungsverschiedenheiten nicht die R e- gierungskommission entscheide(l), sondern der Völkerbund nach Anhörung beider Teile. Die Abordnung gewann bei den verschiedensten Mitgliedern des Völkerbundes die Ueberzeugung, daß der unternommene Schritt zur Erleichterung der wirtschaftlichen und politischen Röte des Saargebiets beitragen werde. Erklärung der �rbeitervertreter. Zu dem vorstehenden Bericht erklären die Arbeiterver- treter. die Mitglieder der Delegation waren, noch folgendes: Unser gemeinsames Vorgehen mit den Vertretern der politischen Par- teien, der Industrie und des Handels ergab sich aus der einfachen Tatsache, daß wir nicht damit einverstanden sein tonnten, daß die Regierung des Saargebiets eine Vermehrung des Frankenumlaufs einfach diktiert. Abgesehen davon, daß durch das Vorgehen der Re« gierung den Gemeinden die Selbstverwaltung stark beschnitten wird, haben wir uns im wohlverstandenen Interesse des Saarwirtschafts- lebens und seiner Arbeiterschaft bereits durch Abstimmung im Stadt- Parlament Saarbrücken gegen ein weiteres Eindringen des Franken ausgesprochen. Die Richtigkeit unserer Haltung ist uns bei den Ver- Handlungen in Geni, insbesondere auch durch den Verkehr mit den dort anwesenden Gewerkschaftssührern der v e r f ch i e den st e n Länder vollauf bestätigt worden. Soll unsere Soarindustrie die heutigen Arbeitermasien weiter beschäftigen, dann ist dies nur in Anlehnung an die deutschen Wirtschaftsgrundlagen denkbar. Sämtliche valutost a r k e n Länder leiden an Warenüberfluß und unter großer Arbeitslosigkeit. Ein gewaltsamer Umschwung von Löhnen und Gesiebunaskosten von der deutschen Grundlage auf die des französischen Wirtschaftslebens würde uns in die gleiche Lage bringen, der Absatz unserer Erzeunnisse würde erschwert oder unmög- lich. Arbeitslosenelend wäre die Folie. Ein anderes Mittel, unsere durch eine eventuell allgemeine Frankeneinführung verteuerten Wmen loszuwerden, gibt es nicht. Die Frage, ob der Völkerbund den Absatz unserer Erzeugnisse regeln könnte, besteht nicht. Wollte er dann müßte er die Versailler Bestimmungen beseitigen und alle Zollschranken niederreißen. Zu dieser Erkenntnis hoben sich aber die Siegerstaaten noch längst nicht durchgerungen. Ihre Tätig- keit berubt auf politischen und militärischen Interessen. Die gegen- wärtige Wirtschaftslage Ist so, daß das valutaschwache Deutschland seine eigene Erzeugung bald wieder aus den Stand der Vorkriegs- zeit gebrockt hat, während die Hochöfen In Elsaß-Lothringen, Frank- reich und Belgien zum weitaus größten Teil ausgeblasen sind. Den Arbe'tervcrtretcrn der Delegation ist es nicht in den Sinn ge- kommen, sich etwa für den Abbau der Frankenlöhne einzusetzen. Unsere Aufgabe bestand darin, das unserem gesamten Wirtfchafts- leben drohende Unheil abzuwehren und sich für alle d i e Kreise ein- zusetzen, deren E x i st e n z in der Geaenwart stark bedroht ist Sollte für die Zukunit in den Bezügen der in Fronken entlohnten Arbeiter eine Aenderung eintreten, dann tragen nicht wir, sondern jene die Verantwortung, die die Zustände herbeigeführt haben. Die gegenwärtigen Lohnunterschiede zwischen Mark und Franken durch eine entsprechende Lohnerhöhung zu beseitigen, müßte unsere Aus- gäbe sein. Die entgegenstehenden Schwierigkeiten sehen wir in den für die Saarindustrie unerschwinglichen Sohlenpreiseu, Frachten usw. E, ist Sache aller maßgebenden Instanzen, aus dem Wege von Verhandlungen hier einen gerechten Ausgleich zu schaffen. Wir wissen, daß wir mit diesem Vorgehen die Zustimmung aller ruhigen und an die Zukunft denkenden Arbeiter und Angestellten im Saargebiet finden werden, gez. Karl Hillenbrand und August Gerhardt. Krankenterror. Saarbrücken. 11. Oktober.(MTB.) Im Sladlrak keilke der Bürgermeister mit, daß die Regierungskommisflon ihr Verbot, Gemeindebcamten, Angestelllen und Arbeitern irgendwelche Teue- rungszulagen oder Gehaltserhöhungen in deutscher Markwährung zu geben, streng aufrecht erhalte. Ein saarländischer Bürgermeister, der anstatt Franken- vorschußweise Markwährung verabreicht hatte, wurde von der Regierungskommission zur Rechenschast gezogen und ein Disziplinarverfahren gegen ihn eröffnet. So geht's im Völkerbund staat zu! Kann's in einer französischen Kolonie anders sein? Amerika für Druckmilderung. Paris, 11. Oktober.(DA.)»Chicago Tribüne' meldet aus Koblenz: Die amerikanische Regierung hat bei England, Frankreich und Belgien die Anregung gegeben, die Besalzungstruppen im Rhein- land im Laufe der nächsten Monate um etwa ein Drittel zu ver- ringern, um auf diese Meise die Kosten herabzumindern, die Devtsch- land den Alliierken zurückzahlen muß. Der Botschasterrat wird sich mit diesem Vorschlag in seiner nächsten Sitzung befassen. �absburg gibt's nicht! Wien, 11. Okkober.(MTB.) Die Landesparteileitung Wien der Großdeulschen Volksparlei hat für morgen eine Versammlung der Vertrauensleute einberufen, die sich mit der karliskischen Gefahr beschästigen soll. In der Einladung zu dieser Versammlung wird betont, daß die Partei die nationalgesinnken Kreise gegen alle ver- suche einer Wiederherstellung der Habsburgischen Monarchie, die das Grab des Anschlußgcdankens wäre, zum widerstand oufruseq würden. Rulffsch-eftnijcher Konflikt. Während östliche Meldungen von«wer Mitoerung der russisch polnischen Spannung berichten, erhebt sich ein estnisch-russischer Konflikt» und schon wird auch von Einziehungen in den Randstaaten ge- drahtet. Es sind nämlich die zu Beginn dieses Jahres verhafteten estländischen Konsulatsbeamten nach halbjähriger Untersuchungshast durch Beschluß des Kollegiums der Tsche-ka für»Verbindung mit Wrcmgel" zu zwei Jahren Konzentrationslager ver» nrtellt worden. Gleichzeitig hat das Kommissariat des Aeußern den Vorschlag gemacht, die Verurteilten gegen in Estland verhaftete russische Spione und Agitatoren auszutauschen. Die Verurteilung ist eine grobe Verletzung des Völkerrechts und Estland dürste protestieren. Die Hilfsaktion. Moskau, 11. Oktober.(OE.) Dem Allrussischen Zentralexekutio- komitce berichtete K a l e n i n,'daß innerhalb Rußlands bisher IS Milliarden Rubel gespendet worden seien. Er sagt« u. a., Sowjet- rußland werde nur d i e Hilfsangebot« annehmen, die nicht an die Forderung größerer Rechte geknüpft sind, als die zurzeit in Ruß- land tätigen ausländischen Hilssorganisactionen bereits genießen. Die internationalen Organisationen der.Fzungerkonferenz" und des Roten Kreuzes hätten bisher nichts ergeben. Norwegen, die Randstaaten, die Tschechoslowakei, Deutsch- land und besonders die Hoovcr-Organisation hätten wirkliche, wenn auch geringe Hilfe gebracht; die von ihnen bis- her nach Rußland geschafften öder noch unterwegs befindlichen Lebensmittel betragen 6S7 000 Pud(1 Pud— 16,38 Kilogramm). Daraufhin könne die Sowjetregierung keine großzügigen Maßnahmen treffen und sie müsse sich auf die Werktätigen im Auslande stützen. Die Zahlung eines eintägigen Arbeitslohnes des Proletariats der ganzen Welt würde die größte Solidaritätskundgebung sein. Der Wiederausbau Rußlands fei unmöglich, wenn die hungernde Beväl- kerung im Winter nicht ernährt werde. Die Mittel hierzu müsse Rußland von den Arbeitern aller Länder in Form einer Anleihe erhalten. Das autonome deuffche Wolgagebiet habe unter der Hungersnot besonders zu leiden. Anfang des Sommers habe es dort 293 000 Hungernde gegeben bei einer Gesamtbevölkerung von 447 000. Infolge zahlreicher Todesfälle sei die Bevölkerungszahl um 20 Proz. gesunken: 30 Proz. der deutschen Bauernwirffchaften seien verlassen. Im deutschen Gebiet befänden sich 162 000 hilssbedürftige Kinder, von denen nur 70 000 in Kinderheimen untergebracht werden konnten. Die Zahl der Haustiere gegenüber dem Vorjahre sei um etwa 40 Proz. gesunken. « Das Berliner Sowjetorgan„Rowy Mir' teilt mit: Das zen- trale Exekutivkomitee hat eine ausländische Delegation für alle Staaten Europas und Amerikas zur Befestigung der Beziehungen mit den ausländischen Zzilfsorganisatlonen nach Berlin entsandt. Die Delegation besteht aus drei Mitgliedern: Nikolai Krestinski als Vertreter des zentralen Exekutivkomitees, Viktor Kopp als Ver- treter des Roten Kreuzes und I o n o w. Die ausländisch« Dele- gation ist beauftragt, mit allen ausländischen Hilfsorganisationen in Verbindung zu treten._ Genosse Branking hat dem König seine Ministerliste vorgelegt: sie besteht zum größten Teil aus Parteigenossen. Die neue Zrlandkonferenz wurde in London Dienstag vormittag eröffnet. Lloyd George begrüßte die Iren, in deren Namen Grisfith antwortete. Heber die Konferen, werden bermuilich nur ganz knavpe amtliche Berichte veröffenilicht werden. Die irischen Mitglieder wurden bei ihrer Nnkunrt von einer großen Schar von Landslenten, die sich in Downing Street versammelt hatten, be- geistert begrüßt. wegen Teilnahme an dem Eisenbahnattenkai bei Ammendors sind von auswärtigen Polizeibehörden der Werkzeugmacher Hermann Kroll und der Bahnarbeitcr Otto Kühne verhaftet und in dos Erfurter Gcrichtsgesängnis eingeliefert worden. Räch den Luftschiffen die Erbauer. Di? BZ.-Korrespondenz berichtet, daß der Zeppeliningenicur Dormier stanzösische Versuche, ihn hinüberzukriegen, habe abblitzen lassen. Gleichstellung der Gemeinde- und Staatsbeamien. Die„Kleine Anfrage" der Abgeordneten M e n e r(Herford) und Genossen über Glcistchellung der Gemeinde- mit den Staatsbeamten wird vom preußischen Minister des Innern folgendermaßen beantwortet werden: „Die Gemeinden sind auf Grund des preußischen Gesetzes vom 8. Juli 1920, betreffend vorläufige Regelung verschiedener Punkte des Gemcindebeamtenrechts, verpflichtet, ihre Beamten entsprechend den Grundsätzen des preußischen Beamtendienstein- kommensgesetzes zu besolden. Da der Ausgleichzuschlag einen Teil des Beamtendienstrinkommens bildet, verpflichtet eine Er- h ö h u n g des Ausgleichszuschlags durch den Staat auch die G e- m e i n d e n zur Erhöhung des den Gemeindcbeamten zustehenden Ausgleichszuschlages, soweit diese Erhöhung zu einer Gleichstellung des Dicnsteinkommens der Gemeindebeamten mit dem der unmittel- baren Staatsbeamten erforderlich ist und im Rahmen des Reichs- sperrgesetzes vom 31. Dezember 1920 bleibt. Es darf aber nicht verkannt werden, daß bei im Laufe des Rechnungsjahres nvtwendig werdenden Gehaltsaufbesserungen die Bereitstellungcher erforderlichen Mittel angesichts der ohnehin äußerst bedrängten Finanzloge der meisten Gemeinden auf große Schmie- r i g k e i t e n stoßen und eine vorübergehende Verzögerung der Durchführung zur Folge haben kann. Nur hieraus ist auch im'Falle der Stadt Halle die Verzögerung der Gehaltsausbesserung zurück- zuführen. Die Stadt, die ihre rechlliche Verpflichtung stets anerkannt hat, hat im übrigen die auf Grund des staatlichen Notzuschlages von 17 Proz. erforderlich gewordenen Aufbesserungen bereits im März dieses Jahres und inzwischen auch die neuesten infolge der letzten Erhöhung der staatlichen Notzuschläge erforderlich gewordenen Ausbesserungen bewilligt. Besondere Maßnahmen zum Schutze der Rechte der Gemeindebcamten in dieser Hinsicht sind nicht erforderlich, zumal auch I 3 des Gesetzes vom 8. Juli 1920 eine ausreichende Handhabe bietet, um eine Erfüllung der gesetzlichen Verpflichtungen durch die Gemeinden auch im Einzelsalle zu sichern. Verworfene Revision. Das Reichsgericht verwarf gestern die Revision des Kaufmanns Heinrich S k l a r z, der vom Landgericht l in Berlin am 20. Januar d. I. wegen Beamtennötigung zu 2000 M. Geldstrafe verurteilt worden war. Gegen ihn war seinerzeit ein Der- fahren wegen Amtsanmaßung, Gefangenenbefreiung und Mordes eingeleitet worden, das am 12. Mai 1920 wegen Mangels an aus- reichenden Beweisen eingestellt worden war. Bevor die Einstellung erfolgte, hatte Sklarz gegenüber dem Staatsanwalt G u t j a h r sehr entschieden die Einstellung des Verfahrens verlangt und bemerkt, andernfalls werde«in Staatsanwalt seinen Dienst quittieren müssen. Das Landgericht hatte hierin eine Drohungmit einem Noch- teil erblickt, durch die der Staatsanwalt zu einer Amtshandlung ge- nötigt werden sollte. Schon wieder! Das Erscheinen der unabhängigen„Morgcnpost" in München ist vom 2. bis 5. Oktober wegen eines Artikels„Die Berfchwörung gegen die Republik" oerboten worden. Weit über eine Million Wohnungsuchende. Nack einer amt- licfien Feststellung muß jetzt die Zahl der Wohnunginchenden auf weit über eine Million geschätzt werden. Sie beträgt allein in Berlin über 100 000. Während vor dem Kriege in Deutichland jährlich über 200 000 Wobnungen errichtet wurden, ist jetzt im Laufe von zwei Jahren nichl viel mehr als die gleiche Zahl fertiggestellt worden. Schulöebatte im Landtag. Im Preußischen Landtag wurde am Dienstag ein deutschmonarchistischer Antrag über Frachtermäßigungen für Ost- preuhen bei landwirtschaftlichen Bedarfsgegenständen und Erzeug- nissen, sowie ein Antrag der Deutschen Bolkspartei auf Berbilligung der Lebenshaltung für die ostpreußische Bevölkerung beraten. Ein Regierungsverkreter: An Frachtermäßigung wird der Reichs-'" vcrkehrsminister ungern herangehen. Außerdem schreibt der Ber- sailler Artikel 365 gleiche Frachtermäßigungen für die Entente vor. Trotzdem ist erreicht worden, daß der polnische Korridor hierfür keinp�� Hindernisse mehr bietet. Es wird für Transporte von und nach Ostpreußen die d e u ts ch e Güterfracht durchgerechnet(wobei also die Polen ein Riesenvalutagcschäft machen. Red.) und die Mehr- kosten, die durch dos Bestehen des polnischen Lokaltarifes entstehen, hat das Reich übernommen. Abg. Siamer(Soz.): Die Kreise der Deutschmonarchisten und der Deutschen Volkspartei verhindern durch ihre Preispolitik in Ost- preußen selbst jede Derbilligung der Lebenshaltung. Die Kartoffeln stnd dort vorige Woche um 16 Mark für den Zentner im Preise gestiegen. Die Löhne in der Industrie sind um ein- Drittel niedriger als im Reiche. Unsere Vorschläge zur Beseitigung des Schiebertums in Ostpreußen, eine Zentrale für Ein- und Ausfuhr einzurichten, wurden von dem Vorsitzenden der Landwirtschaftskammer mit der Begründung abgelehnt, daß die Landwirke dann keine Berliner Preise mehr bekämen. Alle Berbesserungsoorschläge sind am Widerstand der Rechten ge- scheitert. Wir schlagen vor, die Anträge dem Hauptausschuß zu überweisen, damit geignete Dorschläge ausgearbeitet werden. Abg. Klausner(U.-Soz.): Wir lehnen die Anträge ab. Der oft- preußischen Landwirtschaft sind von jeher Liebesgaben zugewendet worden. Nach weiterer Debatte gehen die Anträge an den Verkehrsaus- schuß.— Es folgt die Fortsetzung der Besprechung der Großen An- frage Hoff(Dem.) über den Entwurf des Reichsschulgcsctzes betr. Sekenntnis- und Weltanschauungsschulen und des Antrages Frau K u n e r t(U.-Soz.) über den Wegfall des Religionsunterrichts an den Schulen. Abg. KImpel(Dem.): Ein Reichsschulgesetz wollen auch wir, damit wir in der. Landesschulgesetzgebung weiter kommen. Wir müssen aber die Verfassungbestimmungen beachten. Der jetzige Ent- wurf verdreht die Sachlage, er setzs die Gemeinschaftsschule zugunsten der Bekenntnisschule zurück. Der Reichsschulgesctzentwurf führt nicht zur Einigung, sondern zur Zersplitterung. Die Lehrerschaft lehnt ihn ab. Die Gegner der Gemeinschaftsschule lehnen diese ab, weil sie in ihr nicht hetzen können.(Lachen und Widerspruch im Zentrum.) Das deutsche Volk fordert die interkonfessionelle Volksschule und die nationale Einheitsschule., Abg. Wildermann(Zentr.): Man darf der Elternschaft, die mit 95 Proz. für Beibehaltung des Religionsunterrichts ist, nicht die religionslose Gemeinschaftsschule ausdrängen. Wir verlangen Auf- rechierholtung des Elternrechts. Wir wünsche auch die Erhaltung der Privatschulen. Die Beseitigung des Religionsunterrichts würde einen neuen Kulturkampf entfesseln. Abg. kolmann(U.-Soz.)« Der Religionsunterricht muß aus der Staatsschule verschwinden, denn das deutsche Boll Ist keines- wegs ein rein christliches Dolk. Es gibt auch Sittlichkeit ohne Religion.• Die Rechte vergewaltigt jede Minderheit, wenn sie selbst in der Mehrheit ist: ist sie aber selbst in der Minderheit, so verlangt sie stürmisch nach Freiheit. Wir fordern die Einheitsschule, denn sie wird dazu beitragen, den Egoismus und den Mommoniemus zm beseitigen, die in der allen Schule gezüchtet wurden und an der geistigen Zerrissenheit unseres Voltes schuld tragen. Das Haus vertagt sich.— Ein Antrag Dr. Meyer- Ostpreußen (Komm.), in der nächsten Sitzung die Große Anfrage Braun(Soz.) über das Verhältnis des Breslauer Polizeipräsidenten zur Orgesch zu beraten, wird gegen alle sozialistischen Stimmen abgelehnt. Mittwoch 11 Uhr: Große Anfrage der Sozialdemokraten über die Personalpolitik des Ministers des Innern und über das Vorgehen des Statistischen Landesamts gegen Angestellte, die ein'e schworzrot- goldene Fahne gehißt hatten.— Große Anfrage über die Vorgänge an der Fürstin-Bismarck-Schule.— Kleine Etats. Schluß W Uhr. OeweMhaDbewegung Sieg öer öerliner Holzarbeiter! Ein eigenartiger Kampf! Die Vertreter der Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberorganisationen der Holzindustrie schließen einen Reichsmanteltarifvertrag ob, der von der übergroßen Mehrheit der Unternehmer im Reiche anerkannt wird, wie auch von den Arbeitnehmern. Beide Teile waren moralisch verpflichtet, für den Manteltarif einzutreten, wenn ihnen auch die eine oder andere Bestimmung nicht gefallen sollte. Die Berliner Holzarbeiter insbesondere sind zur Tariftreue in langen Kämpfen erzogen. Mehr noch muhte sie von den Unternehmern erwartet werden. Dem Führer der Berliner Unternehmer aber ging dieser Sinn für zentrale Tarchabmachungen völlig ab. Anstatt der Stimme der Vernunft, der gewerblichen und geschäftlichen Klugheit zu folgen, der Scharfmacherei eines Herrn Paeth zu begegnen, lieh man es zu, daß— weit weniger um die Lohnfrage als— um das an sich unstreitige Prinzip ein derart langwieriger, hartnäckiger Kampf im Berliner Wirt- f ch a f t s l e b e n heraufbeschworen wurde, der die Arbeiter erheb- liche materielle Opfer kostete und auch den Unternehmern großen Schaden verursachte. Die endliche Einigung beweist, daß bei gutem Willen auf feiten der Unternehmer eine Verständigung von vornherein möglich war. Man wollte sie nicht! Man glaubte die Zeit gekommen, die Arbeiter an die Wand zu drücken, ihnen die Arbeitsbedingungen zu diktieren, anstatt sie mit ihnen zu verein- baren. Das ist dank der Organisation der Holz- a r b e i t e r, dank der gewerkschaftlichen Schulung ihrer Mitglieder gründlich mißlungen. Unnützerweise wurde kostbares Porzellan zerschlagen, dos die Berliner Holzarbeiter leider mitbezahlen mußten. Dafür darf man wenigstens erwarten, daß auch die Unter- n e h m e r für die Folge die nötigen Lehren aus dieser von ihrem Führer verschuldeten Niederlage ziehen. Die gesamte deutsche Arbeiterschaft darf sich des Sieges der Berliner Holzarbeiter freuen, denn es ging um ihre Sache. » Nach Ablehnung der Entscheidung des Schlichtungsausfchusies seitens der Streikenden kam es zu neuen direkten Berhandlungen zwischen den Vertretern der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorgani- sationen. Das Ergebnis dieser Verhandlungen lag bereits gedruckt der gestrigen Versammlung der Streikenden in der„Neuen Welt" vor. Böse berichtete, daß es endlich gelungen sei, die reaktionär« Front der Arbeitgeber zu durchbrechen und eine für die Streikenden günstige Vereinbarung zu erreichen, nach der die Anerkennung des Manteltarifs mit einigen für Groß-Berlin wesentlichen Aus- führungsbestimmungen und«ine den Forderungen der Kollegen- fchaft entsprechende Lohnerhöhung erreicht worden ist. Das Ganz« solle als Lohn- und Arbeitsvertrag für das Holzgewerbe Groß-Berlins gelten. Alle Arbeiter und Arbeiterinnen sollen aus ihre bis 10. August bezogenen Löhne Zu- logen erhalten. Diese sind für Facharbeiter, Hilfsarbeiter, Fach- arbeiterinnen und Hilfsarbeiterinnen, se nach dem Alter, besonders gestasfelt und für die Monate Oktober, November und Dezember oer- schieden bemessen. Als Norm für die Lohnhöhe der einzelnen Arbeiter und Ar- beiterinnen find Vertragslöhne festgesetzt. Für Fach- arbeiter sollen diese ab 1. November je nach dem Alter K.OS bis 8,50 M., ab Dezember 6,25 bis 9 M. betragen; für H i l f s- arbeiter ab November 5,35 bis 7L6, ob Dezember 5,55 bis 8 M.; für Facharbeiterinnen ab November 4,30 bis 6 M., ...ab Dezember 4,50 bis 6,30 M. und für H i l f s ar b e i t e r in nen ab November 3,80 bis 5,10 M. und ab Dezember 4.— bis 5,40 M. In der folgenden Aussprache wurden erhebliche Einwendungen »l�gegen diese Vereinbarungen nicht geltend gemacht und bei der Ab- stimmung wurden sie gegenetwa 20 Stimmen angenommen. Wie mitgeteilt wurde, wird am Nachmittag auch eine Versammlung der Arbeitgeber über die Vereinbarungen beschließen. Im Schlußwort hob Böse noch hervor, daß dieser Streik, der hoffentlich nun beendet sei, einen musterhasten Verlauf genommen, und daß durch treues Ausharren die Kollegenschaft den Sieg in diesem großen wirtschaftlichen Kampf errungen habe. Auch Freygang wies auf diese Tatsache hin und forderte die Kollegen auf, dafür zu sorgen, daß die immer noch abseits stehenden B e r u f s ge n o f f e n sich der Organisation anschließen. Wie in dem Lohnkampfe, so möge die Kollegen- schaft auch bei den Sladlverordnetenwohlen einmütig zusammen- stehen und ihre Stimme dafür abgeben, daß, die bisherigen Er- rungenfchaften in der Kommunalverwaltung nicht durch reaktionär« Elemente beseitigt werden, llldt einem dreifachen Hoch auf die Holzarbeiterbewegung wurde die Versammlung geschlossen. » Auch die Arbeitgeberoersammlung stimmte den zwischen der Ver- Handlungskommission getroffenen Vereinbarungen zu. D a m i t i st der Kampf beendet, und zwar durchaus zugunsten der Holz- arbeiter. Am Donnerstag, den 13. Oktober, früh, wird die Arbeit wieder aufgenommen. Die Entscheidung in der Metallindustrie vertagt. Die Funktionäre der im Afa-Bund vereinigten Angestellten der Berliner Metallindustrie beschlossen gestern abend in stark besuchter Versammlung in der Stadthalle, mit Rücksicht darauf, daß der Ver- band der Metallindustriellen der jüdischen Feiertage wegen nicht zu- sammentreten konnte, bis Freitag zu warten. Neun Zehntel der Angestellten haben sich für den Streik entschieden, falls der Unter- nehmerverband das ihm nach Ablehnung des Schiedsspruches ge- stellte Ultimatum nicht annimmt. Die Unternehmer werden sich morgen darüber schlüssig werden.— Ausführlicher Bericht folgt. Zur Sewegung im Hastwirtsgewerbe. Der Polizeipräsident hat die Parteien zu heute nach- mittag 5 Uhr. zu einer Aussprache geladen über die� Tätigkeit der Polizei bei dem Streik und die Bekämpfung vor- kommender Ausschreitungen. Unablässig setzen die Unternehmer Nachrichten über Aus- s ch r e i t u n g e n in die Welt, um so die Oessenllichkeit von dem Kernpunkt der Bewegung abzulenken, ihre Weigerung, weiterhin feste Löhne zu zahlen, zu verschleiern. In wievielen Fällen das Verhalten der Unternehmer und das ihrer Günstlinge zu Differenzen mit den Streikenden und Ausgesperrten führt, sei dahingestellt. Fehlt es aber an Vorkomnissen, die als Ausschreitungen ausposaunt werden können, dann werden Ausschreitungen„gemacht". So prangte am Montag unter den üblichen„Ausschreitungen" obenan die Flugblatwerbreitung eines jungen Mannes. Auf Vorschlag des Berliner Magistrats hatte das E i n i- gungsamt des Gewerbegerichts unter Vorsitz des Ma- gistratsrat Wölbling einen Verhandlungstermin zu gestern nachmittag anberaumt. Wenn die Unternehmer auch diese Gelegen- heit ungenützt ließen, um zu einer Einigung zu kommen, so beweist dos, daß sie zu der Güte ihrer Argumente verteufelt wenig Zu- trauen haben. Sonst müßten sie wenigstens so tun als ob. Wäre es ihnen wirklich um eine Verständigung zu tun, durften sie ja nur dem Schiedsspruch des Schlichtungsausschusies zustimmen. Doch verlassen sie sich offenbar ganz und gar auf ihre„Ausschreitungen" und die„Arbeitswilligen" Die gestrige Funktionäroersammlung der Streikenden beschloß >ie Kollegen in den geregelten Betrieben den dringenden Appell zu richten: Kein Kellner darf von nun an Trinkgeld annehmen. Wer es dennoch tut, wird ohne weiteres aus dem Verbände ausgeschlossen. Damit liefert die Streikleitung den Be- weis, daß sie ernstlich das Trinkgeld beseitigt wissen will, woran nach dem ganzen Verhalten der Organisation nicht zu zweifeln ist. » Das neue Reichsverbändchen der Geschäftsführer und Hotel- beamten verkündet durch teueres Inserat, daß sein Verband„ein Tarifabkommen getätigt" hat. Die streikenden Geschäftsführer und Hotelbeamten, die sich binnen 48 Stunden melden, sollen gnädigst wieder zur Arbeit zugelassen werden, wobei ihnen versichert wird, daß Streikbrecherarbeiten nicht verlangt werden. Die Streikenden haben freilich andere Auffassungen über Streikbrecherarbeiten, als die Streikbrecher. Wer zahlt übrigens die Anzeigengebühren für den Aufruf? Trotz aller gemochten und tatsächlichen Ausschreitungen kann das Publikum sich nicht auf die Seite der Unternehmer stellen. Es dreht sich um die Sache, um den Kampf gegen die Trink- g e l d s e u ch e, und diese Sache ist es wert, die Unterstützung aller rechtlich denkenden Menschen zu finden. Jeder Arbeitgeber muß Lohn zahlen. Warum wollen die Unternehmer im Gast wirtsgewerbe keine Löhne zahlen? Neue Lohnzulagen in der Mäntclkonfektion. In einer am Montag im Gewerkschaftshaus abgehaltenen Branchenversammlung der Damenkonfektion des Bekleidungsarbeiter- Verbandes, Filiale Verlin, wurde über die Verhandlungen wegen einer neuen Teuerungszulage berichtet. Die Fabrikanten erklärten sich bereit, eine geringe Zulage zu zahlen unter folgenden Voraus« jetzungen: 1. Diese Lohnregelung gilt, solange Winterware angefertigt wird. 2. Die Zwischenmeister verzichten auf den lOOprozentigen Aufschlag auf die Nählöhn«. Zuerst ist ein Angebot von 15 Proz. gemacht worden, das aber von uns als nicht annehmbar bezeichnet wurde. Wir machten darauf aufmerksam, daß in den Ateliers der Stadtgeschäfte sich unsere Mit- glieder unter keinen Umständen damit zufrieden geben würden. Dies bewirkte, daß die Verhandlungskommission der Fabrikanten versprach, in chrer Generalversammlung am kommenden Donnerstag dafür einzutreten, daß auf die jetzigen Zeitlöhne ein Auf- schlag von 20 Proz. gezahlt wird. Auf die Stücklöhne würden dies anstatt 225 jetzt 290 Proz. s«m. Die Versammelten nahmen dann eine von dem Kollegen Hall« eingereichte Resolution mit Mehrheit an, die in der Hauptsache besagt: Die Versammelten betrachten die Gewährung einer 20prozentigsn Teuerungszulage auf die fetzigen Löhn« als die mindest annehmbare Summe und erwarten, daß die Generalversammlung de r Fabrikanten diesem Vorschlage zustimmt. Wenn die Fabrikanten dem Antrag« ihres Vorstandes zustimmen, betragen die Zulagen: für Männer pro Woche 61 M.. für Frauen pro Woche 51 M. bis herunter zu 27 M. Dieselben würden das erstemal für die Woche vom 10. bis 15. Oktober d. I. ausgezahlt werden. Friede« im Glas- und keramischen Großhandel. Am Sonntag vormittag nahm eine lehr gut besuchte Per- jammlung der im Glas- und keramischen Großhandel beschäftigten gewerbluben Arbeiter Stellung zu dem durch Schiedsspruch vom 6. Oktober festgelegten neuen Lohnabkommen. Die Arbeit- geber hatten in letzter Stunde ihre Bereitwilligkeit«klärt, in einzelnen von der Organisation bezeichneten Positionen über den Schiedsspruch hinaus zu qehen. Die Versammlung stimmte nach langer, sachlicher Diskussion dem so geschaffenen neuen Lohn- abkommen zu._ Tarifverträge sowie nähere Auskunft be»m Deutschen Trans- portarbeiterverband, Engelufer 24/23, Zimmer 33. Z-ntr-lo-rb-nd der«ng-st-Me». Donnerstag:. Org-nisall-n-n: MitgNeder- Versammlung"� Uhr"in"d-n'SouhiensälenV SoptiWtr. 17I1A- T«xt».«eNei. Dung: Kachgruvvenversammlung 7 Uhr in den Mujiier-Saten, ktaiser-WiIhelin- Strahe ZI.— Leder: Mitgliederversammlung 7 Uhr IN der Neuen Philharmonie, Äöpenickcr Str. SS/S?. Solibildh-ucr! Donnerstag 7 Uhr im E-w-rkschaftshaus, Engelufer, Brau. chenabcnd. Wieviel Stunden soll pro Woche tu den Bildhauereien gearbeitet werden? geutralverbaud der Hausaugestellten. Donnerstag abend 7% Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula Winterseldtstr. 16. Erscheinen aller Mitglieder erforderlich. Transportarbeiterverband. Handetshilfsarbeiter und-arbeiterinnen der Gruppe„0" aus den Engrosbetriebeir der Herrenwäsche- und Krawattenbranchet Donnerstag abend Slh Uhr bei Witte. Poststr. 29, Druppenversammlung. Verband der Gemeinde- und Sta-ts-rbeit-r. 14. Verwaltungsbezirk: Reu- källn, Britz, Rudow. Buckow. Donnerstag 7 Uhr im Kailsgarten, Karlsgarten. straf)«, Bezirlsvcrsammlung. Zahlreiches Erscheinen Pflicht! MetaUarbelterverband. Außeninonteurkommission. Donnerstag abend 6 Uhr im Derbandsbureau, Linienstr. 83/84, Zimmer 14, Sitzung. Wir bitten sämtliche Mitglieder der Kommission, bestimmt zu erscheinen. Derant» für den redatt. Teil: Dr. Werner Peitcr. Charlottenburg: für Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G.m.b.H.. Berlin. Druck: Vor- wärtS-Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Vau! Singer u. Co., Bertin, Lindenstr. 3, Hierzu l BeUage. DUNLOP Gummibereifung Die Weltmarke bürgt für Quaiitätl ärztlich empfohlen gegen: Gicht Rheuma Ischias Hexenschuß Nerven« und Kopfschmerzen Togal stillt prompt die Schmerzen, scheidet die Harnsäure aus und geht direkt zur Wurzel des Uebels. Keine schädlichen Neben- Wirkungen. Klinisch erprobt! In allen Apotheken erhältlich.* Wslaoiit- Willen lges. geschützt» zu« Oestnfeftton der Mund- und BgchenhöhK besonder» bei SDe. Erhältlich in den Lpolhetea u. Drogerien. Verkauf im 2. 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Oktober ziehen aber ihre hohe Bedeutung nicht nur aus Ursachen allgemeiner Art, nicht nur, weil Groß-Berlin jetzt das größte, mit weitgehenden auto- nomen Befugnissen ausgestattete kommunale Gebilde Deutsch- lands ist, sondern es tritt ein besonderer Grund hinzu, der den Ausgang dieser Wahlen so überaus wichtig macht. Seit den Preußenwahlen im Februar dieses Jahres, aus denen die Sozialdemokratische Partei doppelt so stark hervor- ging wie Unabhängige und Kommunisten zusammengenom- men, haben in Preußen keine öffentlichen Wahlen stattgefun- den. Seitdem haben die Rechtsparteien, insbesondere die Deutschnationale Bolkspartei, eine Hetz- und Wühlarbeit gegen die Grundlagen der demokratischen Republik und ihre hervor- raaendsten Träger entfacht, wie sie selbst in unserem so zer- klüfteten deutschen Parteilebcn bisher ungekannt war. Die Wahlen am 16. Oktober werden nun zeigen, wie die Groß- Berliner Bevölkerung zur demokratischen Republik steht, und da diese Frage für zunächst absehbare Zeit die Schicksalsfrage für Deutschland ist, so wird der Ausgang der Wahlen nicht nur in Deutschland, sondern weit über die deutschen Grenzen hina»? die höchste Beacktung finden. Die Sozialdemokratische Partei kann mit Stolz und Ge- nugtuung sich als den Eckpfeiler bezeichnen.'auf dem die demo- kratische Republik in Deutschland ruht. Es gibt keine andere Partei, die gleich ihr von Beginn an fest und unverrückbar auf dem Boden der demokratischen Republik gestanden hätte. Ein Wähler also, der am 16. Oktober ein Bekenntnis für die demo- kratisch-republikanische Staatsform ablegen will, kann das gar nicht bester, eindringlicher und sicherer tun, als durch Stimm- abgäbe für die sozialdemokratische Liste. Neben der politischen Bedeutung der Wahl steht ihre wirtschaftliche Bedeutung für die minderbemittelte Be- "ölkerung. In geschlossener Front kämpfen alle bürgerlichen Parteien geaen die sozialistische Verwaltung, der sie Unfrucht- '-arkeit, Unfähigkeit oder noch Schlimmeres vorwerfen, und sie suchen mit allen Mitteln die sozialistische Mehrheit zu beseiti- aen, um auch in de? Gemeinde dem Privatkapital wieder ein "neingeschränktes Betätigungsgebiet zu eröffnen. Demgegen- über muß im Interesse der minderbemittelten Bevölkerung dos Hauptziel unserer Arbeit bei diesen Wahlen sein, daß die sozio- Nstische Mehrheit nicht verloren geht, und daß sie geleitet wird "vn einer starken, an Zahl und Kräften überragenden sozial- demokratischen Fraktion. Dann, nur dann wird die Gewähr aeaeben sein, daß wir in Berlin einer Zeit stetiger, organischer �ntmickluna entgegengehen, und daß wir die kaum begonnene Politik weiterführen und fördern können. Die bürgerlichen ' Parteien wissen genau, aus welchen Gründen es uns bisher nicht gelingen konnte, wesentlich Neues-m schaffen, Durch- oreifendes zugunsten der Minderbemittelten zu tun. Wir haben ein durcss den Krieg in seinen Finanzen und seinen Be- trieben zerrüttetes Gemeinwesen übernommen, haben kaum ein Iabr sozialistischer Verwaltung hinter uns, und mußten uns in dieser kirnen Zeit all der Erschütterungen erwehren, die durch die Bolschewisten von rechts und links bewußt und ge- wollt unausgesetzt in die städtische Verwaltung hineingetragen wurden. Trotz all dieser großen Hindernisse und Erschwerungen sind verl'ei'uingsvolle Anfänge gemacht, Grundlagen gelegt Fräulein. Don Paul Enderling. Aber es b'.slt sie nicht mehr im Hause. Draußen regnete es noch immer. Ein weicher, schmeichelnder Regen. War es nicht herrlich, sich von ihm umsprühen zu lassen, durch die Pfützen zu patschen, sich das Gesicht von ihm kühlen zu lassen und zu laufen, zu laufen— bis alles wieder still war, alles... Nein, es sollte nicht still werden: Der Jubel in ihrem Herzen durfte nicht zur Ruhe kommen! Der Dunst hing über den Gassen und schob sich wie Ku- listen in sie hinein. In den schmalen Gassen war es trotz der Nachmittagsstunde dämmerig. Die hohen, hohen Häuser schatteten und drückten. Nein, es war doch nicht schön, durch den Regen zu laufen. Sie bog in die Portechaisengasse ein. Da war die Westfalsche Konditorei. Innen am Eingang saß ein graubärtiger Herr, der einen offenbar aussichtslosen Kampf mit einem widersvenstigen Na- poleonskuchen kämpfte, der über den Teller zu springen ver- suchte. Sie bestellte sich etwas unten am Büfett und ging die schmale eiserne Wendeltreppe empor, die zu der kleinen Galerie führte, einenc echt Danziger Hängeboden. Dort standen im wohligen Halbdunkel drei Marmortischchen. Aber als sie oben war, bereute sie, daß sie hinaufgegangen war: oben saß Gerda und blätterte in einem illustrierten Blatt. Sie jubelte, als sie Thea sah.„Ich war auf dem Weg zu dir. aber der Regen war zu böse. Nun ist es aber doppelt fein, daß wir zwei hier allein sitzen." Sie sprach vom gestrigen Tag, von den Reden bei Tisch: „Du, dein Vater ist wirklich ein Redner, Papa sagt es auch:" von der Aufführung:„Die Meto hatte wieder einen Ladestock verschluckt:" und den Tänzen— Gerda hatte den Referendar als Haupttänzer gehabt—:„Ein verrücktes Huhn! Und ver- liebt bis über beide Ohren. Ach Gottchen! Weißt du, worum er mich gebeten hat?" „Um ein Vielliebchen?" „Nein, ich solle doch nach Berlin kommen, wenn er da ist." Thea wurde aufmerksam.„Du sollst nach Berlin kommen?"-» worden, auf denen zum Wohl der breiten Massen weitergebaut werden kann. Aber alle bisherigen Bemühungen würden ver- geblich sein, wenn es der geschlossenen Front unserer bürger- lichen Gegner gelänge, die sozialistische Mehrheit zu beseitigen. Wie aus politischen, so kann daher auch aus wirtschaftlichen Gründen die Berliner Bevölkerung die kommenden Wahlen gar nicht hoch genug bewerten, und wer in politischer Be- zichung die freiheitlichen Errungenschaften der Selbstverwal- tung ausbauen, in wirtschaftlicher Hinsicht schon in der Ge- meinde die Grundlage für den organischen Aufbau einer sozia- listischen Wirtschaftsordnung legen will, der stimme am 16. Ok- tober für die Liste öer Ssziaiöemokratifchen Partei! WeiMeiü MeilfiiM! Oer nächste Sonntag, der 16. Oktober, ist für Verlin ein Kampftag von ungeheurer Bedeutung. Sie Wählerschaft entscheidet. ob die Berliner Stadtverwaltung in Zukunft von Republi- kanern und Sozialisten oder von Monarchisten und Reaktionären geleitet werden soll. Unsere Aufgabe ist es, jede Lauheit in der Arbeiterschaft zu verscheuchen. Z e d e Stimme ist kostbar für die Entscheidung, zür Sicherung der sozialistischen Mehrheit. Wählt deshalb nicht nur selbst, sondern agitiert unablässig bis zum Wahltage und stellt Euch für den Wahltag zur Mitarbeit zur Verfügung. Meldet Euch rechtzeitig bei Eurem Abteilungsleiter. M Dorffonö lies WrkggMtAs Berlin Der W. Jugenüverwahrlofung. was Deutschnalionale..unwiderleglichen Beweis" nennen! Den Kampf um das Rathaus führen die Gegner der Sozialdemokratie mit einer unerhörten Heftigkeit. In Zeitungs- artikeln, Flugblättern und Berfammlungsreden geben sie ein wüstes Gemisch von Unwissenheit und Verlogenheit, um die Gemeindewähler einzufangen. Aus vielen Proben sei eine, die wir in einem Flugblatt der Deutschnationalen Volkspartei finden, hier fest- genagelt. Darin steht zu lesen:„Seit der Revolution be- findet sich dasein st soblühendeSchulwesenderReichs- .Hauptstadt in unaufhaltsamem Versall. Unwidcr- leglicher Beweis hierfür ist die erschreckend zunehmende Ver- rohung und Verwilderung der Jugend, wie sie in der Kriminalstatistik ihren beredten Ausdruck findet." Wie?! Erst„seit der Revolution" soll dieser„cmwider- legliche Beweis" für den„unaufhaltfanien Verfall" des Berliner Schulwesens zu bemerken gewesen sein? Erst„seit der Re- volution" soll die„erschreckend zunehmende Verrohung und Der- wilderung der Jugend" aufgetreten sein und in der Kriminalstatistik ihren Ausdruck gefunden haben? Wem fiele hier nicht ein, wie sehr der verderbliche Einfluß des Krieges auf die Jugend sich schon bald nach Kriegsausbruch geltend machte! Je länger der Krieg dauerte, desto mehr bekamen die Jugendgerichte zu tun und die U e b e r w e i s u n g e n in Fürsorgeer- Ziehung häuften si ch. Den Kindern und Halbwüchsigen fehlte das Elternhaus, weil der Dater im Schützengraben lag und die Mutter in der Munitionsfabrik schuftete. Die Schule konnte keine Er- ziehungsarbeit leisten, weil sie Siegesfeiern zu veranstalten hatte, ihre Räume als Kasernen benutzt wurden und die Kinder ihre Zeit mir allerlei Sammlungen vertrödeln mußten. Damals, wo in Berlin über hundert. Gemeindcschulhäuser mit Soldaten belegt waren, geriet das Schulwesen in Verfall. Von d a m a l s datiert der rasche Rückzug der Unterrichtssalgc, den das Flugblatt keck der Revolution aufs Konto setzt. Und damals begann die Mehrung der Schuloersäumniss», die von der Schuldeputation selbst schon in ihrem Bericht über dos Schuljahr 1916/17 aus den Verhältnissen des Krieges erklärt wurde, während jetzt das Flugblatt der Deutsch- Gerda wurde rot.„So eine verrückte Idee, nicht wahr?" Thea fuhr auf.„Aber gar nicht,— das heißt natürlich, wenn du ihn liebst." „Du hast gut reden, Thea. Du hast deinen Bräutigam." „Du verstehst mich nicht." Aber so sehr Gerda auch in sie drang, sie erklärte ihr Wort nicht. Sie hörte auch gor nicht mehr darauf, was Gerda noch erzählte und klatschtet In ihr brauste und brodelte es. Das Abenteuerliche des Gedankens betäubte und benebelte sie: Fortlaufen von hier— fort aus aller Enge der Famjlie in die Großstadt hinein, gleichviel, was kam. Gleichviel, was kam... Nicht zu ihm, natürlich nicht. Sie wurde rot bei diesem Verdacht, den doch niemand ausgesprochen als ihr unruhiges Herz. Sie lief niemandem nach. Aber in seiner Nähe bleiben und im großen Kreislauf der großen Stadt den neuen Weg finden— das war jetzf ihr Ziel. Wohin der Weg führte? Ach, wer fragt denn danach. Die scheinbare Unmöglickzkeit der Idee bezauberte sie und machte sie trunken. Allen ins Gesicht lachep, sich ganz allein auf die Bahn setzen, um nach Berlin zu fahren.— hatte das nicht einen überwältigenden Reiz? Was sie hier wohl sagen würden? Was diele dumme Pute, die Gerda, wohl für ein dickes Kreuz über sie schlagen würde, die ausführte, was an sie nur wie ein Schatten herangekommen war? Es würde verblüffen, als wenn der alte Neptun von seinem Brunnen am Langen Markt am hellen Tag herabsteigen würde, den Dreizack' schwingend. Mitten in einem Satz Gerdas stand Thea auf und ging rasch die Wendeltreppe hinunter. „Aber Thea!" hörte sie Gerdas verwunderte Stimme rufen. Sie zuckte die Achseln. Was galt ihr jetzt Gerda? Sie brach jetzt mit Wicbtigerem. Sie hatte den Ausweg ge- funden, und es war keine Zeit zu verlieren. Nein, es war wahrhaftig keine Zeit zu verlieren. v Sie zahlte mechanisch an der Kosse�und hörte wie aus weiter Ferne das Klingeln des Kassenapparats. Der alte Herr unten kämpfte noch immer mit seinem Napoleanskuchen. Die Tür knarrte. Nun stand sie draußen und lief durch den Regen nach Haufe.' Ihren Schirm hatte sie oben in der Kon- ditorei stehen gelasien Der Regen fiel noch immer. Es dunkelte bereits. Die Sonne kam nicht auf gegen die Wolken nationalen dreist auch diese Erscheinung als. eine Folge der Revo- lution hinzustellen versucht. Alle diese Dinge hat der„Vorwärts" noch während des Krieges in den Iahren 1917 und 1918 besprochen und mit Zahlen belegt, ungeachtet der dauernden Bemühungen des Oberkommandos, die öffentliche Erörterung der durch den Krieg verursachten wirtschaftlichen und sittlichen Schäden zu verhindern. Wissen die Deutschnationalen nicht mehr, wie sehr damals sogar ihr eigener, die höheren Schulen besuchender Nachwuchs verwahrloste? Um in den Straßen die Feststellung der Personalien jugendlicher Rowdys aus höheren Schulen zu erleichtern, glaubte der Magistrat, für die Schüler und auch für die Schülerinnen dieser Anstalten be- sondere Legitimationskarten einführen zu sollen, die sie stets bei sich zu tragen hätten. Doch heule soll das alles nicht mehr wahr fein. Heute soll an der Verrohung der Jugend wie der Erwachsenen nicht der Krieg schuld sein, sondern die Revolution und die Herrschaft der Roten. Mit solchen Mitteln betreiben die Deutschnationalen ihre Agi- tation zu den Stadtoerordnetenwahlen. Was die Mon- archie und der Krieg über uns gebracht haben, möchten sie der Re» volution und der Republik zur Last legen. Und das tun dieselben Kreise, die zum Kriege gehetzt, den Verständigungsfrieden hinter- trieben und das deutsche Volk in Unglück und Elend gestürzt haben. Soll es dieser Gesellschaft gelingen, die sozialistische Mehrheit im Rathaus zu Fall zu bringen? Nimmermehr! Am 16. Oktober muß die Sozialdemokratie siegen! Achtung, kommunalwähler! Dahlzeit nur von 9 bis 5 Uhr! In weiten Kreisen der Wählerschaft herrscht die Meinung, daß die Stadtoerordnetenwahlen am nächsten Sonntag in der Zeit von 8 Uhr morgens bis 6 oder 7 Uhr abends stattfinden. Es sei daher ausdrücklich darauf hingewiesen, daß diesmal die Wahlzeit auf die Stunden von 9 bis 5 Uhr festgesetzt ist. Nach 5 Uhr darf nur noch derjenige wählen, der sich bis zu dieser Stunde im Wahllokal ein- gefunden hat. Außerdem sei nochmals hervorgehoben, daß auch nur der wählen darf, der in der Wählerliste oder im Nachtrag steht. Nachdem die Wählerlisten vom 13. bis 22. September öffentlich aus- gelegen haben, sind diese abgeschlossen worden.' Nachträgliche Auf- nähme ist nicht mehr zulässig. Wahlscheine können für diejenigen, die in die zuständige Wählerliste eingetragen, aber innerhalb Groß- Berlins inzwischen verzogen sind und aus zwingenden Gründen (Gebrechen usw.) nicht in ihrem früheren zuständigen Wahllokal wählen können, n»r noch bis zum l-l. Oktober ausgestellt wenden.' Das Wahlrecht kann nur persönlich ausgeübt werden. Wähler, die durch körperliche Gebrechen behindert find, ihren Stimmzettel eigenhändig in den Wahlzcttelumschlag zu legen und diesen dem Wahlvvrsteber zu übergeben, dürfen sich der Beihilfe einer Der- trauenspersnn bedienen. Sie müssen aber Im Wahlraume selbst er- scheinen. Die Wahlvorsteher können in Zweifelsfällen von den Wählern verlangen, daß sie sich über ihre Person ausweisen. Di« Mitnahme ausreichender Ausweispapiere zur Wahl ist den Wählern deshalb dringend zu empfehlen. Seftechlichkeit eines Wohnungsbeamten. Die Tätigkeit der Wohnungsämter wurde gestern in einer Ber� Handlung vor der Strafkammer des Landgerichts l in einer Weise beleuchtet, welche vielfach die Forderung nach schleuniger Abschaf» fung dieser Einrichtung- laut werden lassen wird. Wegen Bestechung in zwei Fällen war der Beamte eines Wohnungsamts, der Kaufmann Fritz K a e s l a t h, angeklagt. Ein Kaufmann Bernstiel, ein mehrfacher Millionär, hatte eine bisher von der bekannten Gräfin Warten.sleben bewohnte Villa käuflich erworben und wollte nun vom Wohnugsamt die Erlaubnis haben, die Villa bezieb»n zu dürfen. Der Angeklagte machte sich unter ver- ständnisvollem Augenblizcln an B. beron und erklärte ihm, e r s e i der Vertrauensmann des Direktors Laporte und könne alles machen. Allerdings habe er sehr hohe „Spesen", die ihm ersetzt werden müßten. Bernstiel ließ sich jedoch auf nichts ein. Auch in dem zweiten Fall der An- klage blieb es bei einer cm sich schon strafbaren Forderung von Be- stechungsgcldern. In der gestrigen Verhandlung kam durch Fragen des Anklage� Vertreters an die Zeugen zur Sprache, daß der Direktor des Wohnungsamts, Laporte, von dem ganzen Sach- und den Nebel. Die dunklen Häuser sahen aus, als trügen sie schwarze Schleier. Wie jeder Laut vernehmlich war und an das Herz klopfte! Jede Menschenstimme, jedes Wagenknarren, jeder Hufschlag, der auf dem Steinpflaster widerhallte. Dazwischen rief und klang etwas in der Luft: Berlin! Berlin!... O. es war fchlimni, allein zu fein in der Regenstimmung! Lothar Franzius— Lothar... Nicht doch! Hatte es einer gerufen? Warum schwieg es nun wieder? Sie war froh, als sie im Hause war.— Beim Abendbrot bat Julius Görke Fräulein, noch einmal nach Neufahrwasicr zu fahren.„Aber Sie müssen hin und zurück den Zug benutzen. Der Dampfer wird nicht mehr gehen. Nicht wahr, Sie sind so liebenswürdig?" Auch wenn Fräulein nicht so liebenswürdig gewesen wäre, sie hätte doch hinausfahren müsien. Sie war müde zum Umsinken. Aber sie wagte nicht Nein zu sagen.„Gewiß, gewiß, wann fährt der Zug?" „Nehmen Sie, bitte, mein Kursbuch. Es steckt in meinem Ueberzieher draußen." Thea ging sogleich hinaus und nahm das Kursbuch aus dem Mantel des Paters. Hastig schlug sie es auf. Berlin— schnellste Verbindung— Schnellzug— Abendzug— Die Namen und Zahlen tanzten vor ibren Augen, sprangen aus den Kolumnen heraus und wirbelten durcheinander. Sie hatte nie auf Reisen das Kursbuch lesen müssen. Es war ihr ein Buch mit sieben Siegeln. Fräulein traf sie draußen beim Lesen.„Was suchen Sie?" „Den Nachtschnellzug nach Berlin. Gerda fäbrt heute. Ich möchte gerne wissen—" Sie wandte ihr Gesicht ab, als sie sprach. Fräulein schlug die Seite auf und zeigte sie ihr. „Wie praktisch Sie sind," sagte Thea fast herzlich. Sie war Fräulein so dankbar dafür, daß sie so praktisch war... „Ich lege mich heute früh hin." Sie kritzelte die Zahlen schnell ab.„Ich glaube, ich habe eine kleine Influenza. Nur eine kleine, aber vorsichtig muß man doch sein." „Wollen Sie nicht etwas Aspirin nehmen?" „Danke, ja, es wird mir gut tun." „Gewiß, und Sie müsien sich jetzt ja auch gesund er» halten."'(Forts, folgt.) verhalt, welcher der Anklage zugrunde liegt, Kenntnis gehabt hat, trotzdem aber keine Anzeige erstattete, den Angeklagten nicht nur nicht ent- lassen, sondern ihn weiter in der Vertrauens- stellung als Prüfer belassen hatte. Direktor Laporte bekundete als Zeuge, daß es ihm gar nicht möglich gewesen sei, den Angeklagten zu entlassen, da jede Entlassung erst der Zustim- mung des Betriebsrats bedürfe. Es seien schon öfter Fälle vor- gekommen, wo Angestellte, denen Bestechungen nach- gewiesen seien, nicht entlassen werden konnten, veil der Betriebsrat die Zustimmung verwei- gerte. Als Zeuge wurde ferner auch der Leiter des Wohnungs- nachweise? bei den Wohnungsämtern St r a u ch vernommen, gegen den ebenfalls eine Anklage wegen Bestechung erhoben ist, der aber trotzdem seinen Vertrauensposten weiter bekleidet. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Berliner führte in seinem Plä- doyer aus, daß im öffentlichen Interesse mit den schärfsten gesetz- lichen Mitteln die auf dem Gebiete des Berliner Wohnungswesens eingerissenen Mißstände, die schon öffentliches Geheimnis feien, be- kämpft werden müßten. Aus diesem Grunde beantrage er gegen den Angeklagten 2 Jahre Gefängnis und 2 Jahre Ehrverlust. Das Gericht erkannte auf 9 Monate Gefängnis. Wir folgen in der Wiedergabe des Berichts dem Wortlaut einer Gsrichtskorrespondenz. Nach dem Wortlaut dieses Berichts ge- winnt es den Anschein, als ob Herr Laporte habe sagen wollen, daß er überhaupt nicht imstande gewesen sei, unredliche Beamte zu entlassen. Wenn aber der Betriebsrat wirklich die Entlassung eines schuldig gewordenen Beamten verweigert, so wird doch der Schlich- tungsausschuß Groß-Berlin, wenn er angerufen wird, die Entlas- sung aussprechen. Es liegt also für Herrn Laporte keineswegs ein Zwang vor, einen unredlichen Beamten zu behalten. Monarchistische Spielerei eines Bürgermeisters. Die staatliche und kommunale Neugestaltung hat zur größten Wut aller Nationalisten und Monarchisten auch hier und da in den reaktionären Berliner Außenwesten Bresche gelegt. Das kommt in dem 10. Bezirk Zehlendorf zum Ausdruck, zu dem jetzt die ehemaligen Dorfgemeinden Zehlendorf, Nikolassee, Schlachtensee und Wannsee und der ehemalige Gutsbezirk Dahlem gehören. Einst- mals hatte es ein Zehlendorfer Dorfschulze fertig bekommen zu sagen, er werde alle Sozis barfus aus Zehlendorf trei» den. Heute darf zwar kein Bürgermeister derartiges laut sagen, aber daß er mildere und versöhnlichere Gedanken gegen die Sozia- listen in seinem Busen hegte, das konnte wohl ein unverbesserlicher Optimist von dem jetzigen Bezirksbürgermeister Dr. K ö st e r hoffen, muß sich nun aber leider, jedoch noch rechtzeitig genug vor der Wahl, eines Besseren belehren lassen. Es hatte näm- lich den Anschein, als ob der Bezirtsbürgermeister Dr. Köster, der als solcher auf die neue deutsche republikanische Verfassung vereidigt worden ist, sich, wiewohl er in der alten Zeit der stärkste Vertreter des konservativen Gedankens in Zehlendorf war, dennoch den Er- fordernissen der neuen Zeit anpassen würde. Herr Dr. Köster hatte nämlich auch nach der Revolution aus seinem Amtszimmer das früher jort hängende große Bildnis Wilhelms II. entfernen lassen. Dieses Kaiserbildnis nun schmückt seit einigen Wochen wieder das Amtszimmer des B ez i r k s b ü r g e r- mcistcrs im 10. Bezirk, D r. K ö st e r, und die Wähler dieses Bezirks haben nunmehr die Pflicht, am 16. Oktober dem ijcrrn Bezirksbürgcrmeister Dr. Köster begreiflich zu machen, daß sie durch- aus keinen Sinn für derartige monarchistische Spielereien haben. Die neuen Eiscnbahntarife. Am 1. Dezember d. I kommen neue Eisenbahntarife zur Ein- führung, die nunmehr bereits feststehen. Der Mindestpreis wird nach der amtlichen Bekanntmachung 1 M. in der 3. Klasse und 1,3(1 M. in der zweiten Klasse für die Einzelfahrkarten betragen, wälstend der Mindestpreis für die Monatskarten 23 M. für die 3. Klasse und 40 M. für die 2. Klasse, für Schlllermonatskarten die Iräljte des Preises der Monatskarten betragen wird. Der neue Mindestpreis für die Wochenkarten im Borortverkehr stellt sich auf 6,30 M. Es kosten z. B. vom Dezember ob die Wochenkarten von Berlin nach Velten 13 Mk., Tegel 7,50 M., Oranienburg 15 M., Hermsdorf 7,50 M., Bernau 11 M., Kaulsdorf 7 M., Straußberg 13 M., Cöpenick 7 M., Fricdrichshagen 8 M., Erkner 11 M., Niederschöne- weide 6,50 M., Grünau 7,30 M., Spindlcrofeld 7 M.. Lichterfelde- Ost und-West 6,30 M., Zossen 16 M., Zehlendorf 7 M., Potsdam 13 M., Werder 16 M., Spandau 7 M. und Finkcnkrug 11 M. Für die Monatskarte 3. Klasse betragen die Preise, nach Velten 51 M., Tegel 29 M., Oranienburg 57 M., Hermsdorf 29 Md, Bernau 41 M., Kaulsdorf 28 M., Straußberg 51 M., Cöpenick 28 M., Fried- richshagen 32 M., Erkner 44 M., Niederschönewcide 23 M., Grünau 30 M.. Spindlersfeld 28 M.. Lichtcrfelde-Ost und-West 25 M.. Zossen 64 M., Zehlendorf 28 M., Potsdam 49 M., Werder 72 M., Spandau 28 M. und Fintenkrug 42 M. Die Preise der Schülermonatskarten können aus den vorstehen- den neuen Preisen leicht errechnet werden: ste kosten die Hälfte der entsprechenden Monatskarte unter Aufrundung auf volle Mark. Der große heiraksschwindler Egon von Häusler, der, wie wir berichteten, im Frühjahr d. I. mit seinen Helfershelfern in Leipzig dingfest gemacht wurde, dann aber auf dem Transport von dort nach Berlin seinem Begleiter entsprang, ist gestern hier wieder hinter Schloß und Riegel gebracht worden. Die Heiratsvermittlungen des Schwindlers, der sich Rechtskonsulent nennt» erregten nichts wenig Aufsehen. Er hatte es verstanden, eine ganze Reihe vermögender Damen mit falschen Grafen und anderen Personen mit hochklingendem Titel und Namen zu verheiraten. Seine Helfershelfer versah er mit ausreichenden Papieren und diese traten dann mit heiratslustigen Damen in Verbindung. Nach seiner Flucht fahndete das Sonder- Dezernat für Bekämpfung der Heiratsschwindler vergeblich auf von Häusler. Gestern endlich fanden die Beamten eine Spur und nahmen ihn nach einem abermaligen, aber vergeblich verlaufenen Fluchtversuch fest. Einbruch bri Laer Sohn. Einbrecher haben erneut den Kleider- werken Baer Sohn, Ehausseestr. 29 30, einen Besuch abgestattet. Genau wie bei dem letzten Einbruch sind sie von dem Nachbargrund- stück, dem Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater aus, über dos Dach geklettert, haben in das Dach in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag eine Oeffnung geschnitten und sind durch diese in die Werk- statttäume der Firma gelangt. Dort entwendeten sie eine Anzahl der Firma zur Abänderung übergebener Kleidungsstücke und andere Sachen. Notruf einer Mutter. Ein löjähriges Mädchen namens Hannchen Wilczynski ist seit dem 26. September aus Furcht vor Strafe aus der elterlichen Wohnung, SO. 26, Reichenberger Str. 184, 2 Tr.. verschwunden. Das junge Mädchen war bekleidet mit weißer Unter- wasche, weißem Kleid, hellbraunem Sommcrmantel und schwarzer Samtkappe, garniert mit blauem Band. Die Mutter richtet be- sonders an die Frauenwelt die Bitte, falls ihnen bei ihren Einkäufen ein Mädchen in der beschriebenen Bekleidung begegnen sollte, es anzuhalten, der nächsten Schupo zu übergeben oder die Mutter zu benachrichtigen. Zur Erinnerung an den 100. Geburtstag Rudolf Lirchows ver- anstaltet der„Verein für Volkshygiene Groß-Berlin(E. V.), Orts- Me WnllW VSmerukMusn! Heute, Mittwoch, den 12. Oktober: 4. Kreis: Prenzlauer Tor. 24. Abteilung: V/z Uhr in der Schulaula. Christburger Str. 14. Thema:„Die Aufgaben des Stadt- Parlaments". Referent: Dr. Lorchardt, Stadtverordneter. 28. und 29. Abteilung: 7 Uhr. Schulaula, Senefeldcrftr. 6. Thema:„Zn letzter Stunde". Referent Kurt heinig. 7. Kreis Charlottenburg. 58. Abteilung: 7 Uhr in der Aula der 7. und 8. Gemeindeschule, Joachimsthaler Str. 32. Thema: „Die politische Bedeutung der Stadtverordnetenwahlen und die Sozialdemokratie". Referent: Robert Breuer. Freie Aussprache. 8. Kreis Siemcnsfladt: 1xk Uhr im Restaurant Heidekrug. Inhaber Rtarsandt, Ronnendamm-Allee 89. Thema:„Bor der Entscheidung". Referent: Fritz Münlner, Stadtver- ordneter. 15. kreis Adlershof: iVi Uhr bei Wöllstein,„Volksgarten". Bis- marckstr. Thema:„Vor der Entscheidung". Referent: Bürgermeister Karl Wermuth. 16. kreis Friedrichshagen: IV-x Uhr im Gcselljchaftshaus(Inhaber Schröder). Friedrichstr. 137. Thema:„Vor der Entscheidung". Referent: Hermann Silberschmidt, VI. d. R. 17. kreis kaulsdorf- Süd: IV-x Uhr im Restaurant Sanssouci, Moltkestr. 1. Thema:„Die bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen". Referent: Stadlverordneter Fritz Brolat. Morgen, Donnerstag, öen 13. Oktober, mit öem Thema:»vor öer tkntfcheiüung"! 2. kreis Tiergarten: 7 llV Schulaula. Pallasstr. 15. Referentin: Hedwig Wochenheim. 3. kreis Wedding: 7 Uhr Pharussäle, Rlüllerstr. 142. Referent: h. Riolkenbuhr, III. d. R. 4. kreis Prenzlaner Tor: 7 Uhr Bötzow-Brauerei. Prenzlauer Allee. Referent: R. Breuer. 5. kreis: 7 Uhr in den Prachtsälen des Ostens, Frankfurter Allee 48. Große öffentliche Veamtenoersammlung. Referent: Le- gationsrat Dr. Zechlin. 6. kreis hallesches Tor: 7 Uhr Kliems Feslsäle, Hasenheide 13. Referent: E. haenisch, Kultusminister a. D. 7. kreis Charlottenburg: 7 Uhr Kaiser-Friedrich- Zell, Bersiner Ecke Brauhosstr. Reserent: Dr. kallmann. 9. kreis Schmargendorf: TVx Uhr Goethe-Lyzeum, Spandauer Straße. Referent: Frau Bohm-Schuch, Rl. d. R. 10. kreis Dahlem: 8 Uhr bei Schilling. Königin-Luise- Straße 42. ' Referent: Otto Braun, Landwirtschaftsminlsler a. D. 12. kreis Steglitz: 8 Uhr Gymnasium hcesestr. Referent: Karl Wermuth, Bürgermeister. 12. kreis Lichlerfelde: Z1/? Uhr bei Schnabel(Aller Dorskrug), hindenburgdamm 104. Thema,�vir wollen kein nationalliberales Berlin! Referent: Kurt Heinig. 13. Kreis Marienselde: 8 Ahr bei ZNoldenhauer, Berliner Str. 114. Thema:„Im Kamps gegen die Reaktion, vor der Entscheidung." Referent Stadlverordneter Ewald. 14. Kreis Britz: ZVx Uhr Beckers Feflsaal, Ehausseestr. Referent: Otto Frank, Stadtrat. 15. Kreis Baumschulenwcg: ZU Uhr Aula des Lyzeums, Baum- schulcnstr. 79. Referent Landlagsabg. Gehrmann. 15. Kreis Oberschöneweide: ZU Uhr Aula des Realgymnasiums. Zeppelinstr. Referent: Stadlrat Wuhky. 15. Kreis Alt-Glienicke: ZV* Uhr bei Lohn, Grünauer Str. 54. Referent: Dr. Lohmann. 16. Kreis Cöpenick: Z¥i Uhr im großen Saal des Stadtlheaters, Aller Markt. Referenten: Meyer und Galle. Thema: „Der Kampf ums rote Haus in Berlin." 16. Kreis Bohnsdorf: Z\<2 Uhr bei SM. früher Höft. Schulzendorfer Straße. Referent: Iakob Altmaier. 17. Kreis Karlshorst: 714 Uhr im„Fürstenhaus", Treskow-Allee Ecke Auguste-Viktoria- Str. Referent: Dr. Fritz Karfen. Thema:„Der Kampf ums Schulproblem im Berliner Stadtparlament." 19. kreis heinersdorf: ZVx Uhr bei Lücke, Kaiser-Wilhelm- Ecke Blankenburger Straße. Reserentin: Frau Dr. Weg- scheider-Ziegler, M. d. L. 20. Kreis Borsigwalde: 714 Uhr in den vorsigwalder Fcstsälen, Spandauer, Ecke Eonradstr. Referent: Erwin Barth. 20. Kreis Roseathal: 7 Uhr bei Schneider, hauptstr. 3. Reserent: Dr. Ostrowski. 20. Kreis Tegelort: 71-4 Uhr bei Hermann. Scharfenbergstr. 31. Referent: Arthur häußler. 20. Kreis Waidmannslust: 714 Uhr bei Arlt, am Bahnhof. Re- ferent: h. Vierbücher. Staatsthealer, Schauspielhaus Neukölln. Die am 14. Oktober d. I. in der Neuen Welt staltfindende Thcaterausführung„Stroh" und„Fliege" beginnt um 148 Uhr(nicht um 7 Uhr). Karten sind in den durch Säulenanschlag bekanntgegebenen Verkaufsstellen er- hältlich. � Ter Vortragsküiiftler Senff- Georgi veranstaltete am Sonntag abend im dicht beletzten Bcethovcn-Saat einen bumoriflijchcn Vortragsabend. S cnfs-Keorgi bat sich einen eigenen Stil zurechtgelegt, durch den er inftän- digem Konner mit seinen Zuhörern bleibt. Man bat das Empfinden, als ob er aus jahrelanger Vortragstätigkeit alle die Stücke herausgeholt hat, die unbedingt Erfolg bringen. Und so kommt es, dag jedes einzelne Vor- tragsstück— er arbeitete am Sonntag ohne Programm— Erfolg hatte. Er weih, daß die Leute Lustiges hören und daß sie lachen wollen und— er bringt sie zum Lachen. Zilmsthau. gruppe des Deutschen Vereins für Bolkshygiene", am Donnerstag, den 13. Oktober 1921, abends 8 Uhr, im Zentralinftitut für Erziehung und Unterricht, Berlin W. 35, Potsdamer Str. 120, eine kleine Ge- denkfeier, bei der Regierungsrat Dr. Hesse über„V i r ch o w als Sozialhygieniker" sprechen wird. Der Zutritt steht jeder- mann unentgeltlich frei. Neue Steuerpläne. In Nürnberg Hot man eine Steuer auf Fohrstühle eingeführt. Sie beträgt jährlich 250 M. bei 250 bis 450 Kilo Tragkraft, 150 M. unter 250 Kilo Tragkraft. Die Gläubigerversammlung in der Konkurssache Klonte findet nach einer Mitteilung des Konkursverwalters nicht am 12. Oktober, sondern am 27. Oktober statt. Ueberstunden für Oppau. Dank der Opferfreudigkeit der ge- samten Arbeitnehmerschaft(einschließlich Angestellte) der Firma Ehlen u. To., chemische Fabrik, Mühlenbeck bei Berlin, durch Leisten zweier Extrastunden sind rund 500 M. erarbeitet worden. Die Firma hat diesen Betrag auf 1000 M. erhöht und ihn dem Reichs- Hilfsausschuß für Oppau zur Verfügung gestellt. Der müde Tod. Der SvmbolismuS dieses Decla-Films konnte nicht ganz klar zum bildlichen Ausdruck gelangen. Hier aber ist Neuland b elielen worden und diese Feststellung kann desbaw nicht als Tadel gellen. Der achte und der letzte Akt. die Szenen des Mädchens mit dem Tode, sind wohl mit da« Stärkste und Packendste, was der deutsch- Film bisher ge- boten. Nichts Schauriges. Nichts Sensationelles. Es geht eine groge Lmie l iessten Ernstes und philosophischen, eher noch religiösen Denkens durch den Film. Das Ganze ist reizvoll und mit bestem Stilempsinden in das(Se- wand und daS Milieu der alten deutschen Postkutschenzeit versetzt worden. Dem geheimnisvollen Fremden, dem Tod, der m mancherlei Gestalt aus- ttitt lieh Bernhard G ä tz k e eindringliche Maske uud Svicl. wahrend Lil D o'g o o w als deuliches Mädchen, Mobammcdan-rin.RenaifsancesrSuIein und Chinesin wirkte. Als Mädchen im Kamps mit dem Tod um den Ge- liebten gab sie Grosies und Bedeutendes. Walter Janssen, E.V. Winterstein und Silin R o g h t boten-indrucksvoll--ryvcn. Die Photographie war nicht immer gleichwertig, aber im allgemeinen lobenswert. DemNegisseur Fritz Lang gebührt Hobes Lob. Ganz unerträglich"ur war die «eglciimilsik zu diesen aus Innerlichkeit gestillten Szenen. Derbe Marsch- rbdthmen und furioser Paukenschlag in den Szenen zwischen �od und Mädchen sind Unsinn. Man setze dasitr Harnionium. Streicher und Holzbläser ein. Der Film laust im U.T. Kursürftendamm. Hroß-öerliner parteinachrichten. Heute, Mittwoch, den 12. Oktober: "•»Ä»r-7� 27.»t(fctcher 32.). Ahr Schulaul- Sonnenburger Str. 20. Thema:„Di« Schuld am Weltkriege". Res. W. Möbus..„ r-x.it 30, Abt. 7Zh Uhr Schulaula Pappel-Allee tO, 41. Thema:„Schulsragen. Aef. Studienassessor Marauardt.., 30. Abt.(früher 20.).?Zh Uhr Abteilungsvcrsainmluna IM Schulsaal Peters- burgcr Str. 4. 1. Vortrag. 2. Einteilung der Wablarb-lten. 42. Abt.(früher 7.). Uhr BlUcherfäle, Diücherstr. kl. Thema:„Wohlfahrt«» pflege". Ref. Marie Iuchacz, M. d. R.. xt- 53. Abt. Charlottenburg. Der gahlabend der«. Truppe finbet nicht Donners- lag, sondern Dtittivoch, den 12. Oktober, bei Reiner, Wilmersdorfer Et. 21, 07. Abt.'«rnnewald. 7 Uhr Miigliederversammlung im Lindeneck-Restaur-nt, Subertuodaderssraße. Vesprechung und Aerieilung der Wahlarbeilen. «eukölln. 80. Abt. Zahlabend in den bekannten Lokalen. Die Bezlrksführer erhalten die Flugblätter vorher bri Schläsiuger, Hobrechtstr. 22.—«.«dt. tzahlabende abend- 7% Uhr in den Bezirken in folgenden Lokalen. 3«. unti ILsMe&Ä� toteape zo; v�. iocgiri oei wcuicc,* r �rn'»* »ick bei Amulungsen, Schwartzastrasie: 84. Bezirk bei® �«l.Marisch- fttafie 1; 95. Bezirk bei Bühle,- Schöneweider Str. 5: 96 und 98. Bezirk »-* i x t__*. ex—■» i ♦ n h r niirtndPT! tolL. x�."—" ijcineitr. i; vv.»cjirr oei ttccij,»etmunuin. x«o/ und 91. Bezirk bei Rotte, Warthestr. 14: 92, und �-,.�i>rk oel Schul», Emser Str. 102: 105. Bezirk bei Rrllger, Emser Sir. 86/87: 106. Bezirk bei Nörlich, Siegfriedstr. 46. Erscheinen unbedingt erf-rd-rNch.. 106. Abt. Johannisthal. 6 Uhr bot Vodin Wahlhelfersitzung. Zahlreiche» Er- scheinen dringend erforderlich..„,. 125. Abt. Beidensee. 7>4 Uhr Bezirksabende m folgenden Lokalen: 1. Bezirk bei Reimann, Wärthsir. 25: 2. Bezirk bei Stärke. Charlottenburger Str. 8.- \ Bezirk bei Wieds, ruck, Langhansssr. 62; 4. Bezirk bei Samoe. Lichten- /Tvi— o fk-t« TT„ ft ntliP Alf 1*■JiSklnl. 8 8. iüejirt vel rmeoiirun,«angijansnc. tu'- herqer Str. 8. Thewa in allen Bezirken:„Stellungnahme zur Wahl". 141. Abt. Rofenthal. 7 Uhr sslngblatlverdreitung bei Milbrodt. � �. Sohen-Reuendorf. Frauenabend 8 Uhr im Lokal Waldschanke am Bahnhof Stolpe. Ref. Gen. Anna Simon, M. d. L. Um reg- Beteiligung, auch der Genossen, wird gebeten. Morgen, Donnerstag, den 13. Oktober: 25. Abt.(frither 23.). Flugblattverdreitung oon Rntprode-, Eck« Bardelebenstratze; Auberger, | folgenden Lokalen QU«;©Olk, — aerger, Friedeberger Str. 1: Elbina, r Rlaufe, Elbinger Str. 4»: Sonnabend, Elbinger Str. 12: Schälzel, Cache- nius-. Ecke Thorner Straße. Sämiliche Genossen müssen sich am Sonnabend. den 15. d. M.. von 6 Uhr ab Rniprodestratze de! Gott zur Wahlhilf, melden. Abt. Martendorf. Um 6 Uhr treifen sich die Genossen In den Bezirks. lokalen zur Flugblattverbreitung. Reg« Beteiligung wird«rwartet._ 18. A»t.«eukölln. 7 Ubr Zahlabende für folgende Bezirke: 107, 108, 114 b«, Pollakowski, Rnefebeckstr. 84. « SPD.-CHI««. Ausschnsi-SItzung am Sonnabend, den 15. b. M.. abend, VA Uhr, im Restaurant Bürgerheim, Alte Schönhauser Str. 28/24. Ausgabe der Rarten für das Ronzert am 20. November: ferner Anfchlutz am A.S.B. und B-rfchied-nes. Unbedingtes Erscheinen der Delegierte» notwendig. �ugenöveranftaltunsen. Berel« Aebeiter-Ingend. Sekretariat: SS. 68, Lindenstr. 3, 2. tzas link«, 2 Treppen recht». Telephon: Apl. 121 08—16. heule, Millwoch, den 12. Oktober: Buchholz. Jugendheim Schule Berliner Str. 19, Vortrag:„Die Jugend- lnUxnatianale".— Friedrich« felde. Jugendheim Schulbaracke Rummelsburger Straße, Diskussion:„Warum bin ich in der Arbeiterjugend".— Prenzlauer vorftadt. Jugendheim Eenefelderstr. 6, Bortrag:„Antisemitismus".— Schön- hauser Bsrstadi U. Schule Wreisenhagener Str. 59. Mitgliederversammlung. vortrage, vereise unü Versammlungen. Deutscher Monistenbond. O-ffentliche Versammlung am Freiiag, den 14. Oktober,«denda 7 Uhr. Vortrag von Dr. Mar Deri in der Stadlhalle, Berlin. Rlasterstraße, über das Thema:„Glaube— Aberglaube— Wissen. Dem Vortrag- folgt frei« Diskussion.— Rrankenkaffe der beuefchea Wagenbauer. Berlin I. Donnerstag, den 20. Oktober, abends 8 Uhr, Mitgliederverfamm- lun» bei Rückert, Foankfurter Blee 1.—««beiter-Sspe-autisten.«iitwoch, den 12. Oktaber, Aniängerkursua. T/i Uhr Stephan str. 27, III, Rathalische Schule.— SNiotnacMin Berlinoe■essen, C.». Donnerstag, den 13. Oktober, abend« V/i Uhr, in»er Schnlaul» Rulmstr. 18, Sffeatlich« ibtieteroerfammlung für Laden- inhaber und Gewerbetreibende. Thema: ,1600 Proe-Nt Mieterhöhung in Sicht". — Rieteroeeban» Schoneber». Orstentliche Mieteroersammlung am Donnerstag, den 18. Okwber, abends Shi Uhr, in der Ehamisso-Schule, Barbarossaplatz. „1090 Prozent Nietsteigerung in Sicht! Was wird?" Boriragender Poelke, 1. Vorsitzender des Mieterpcrbandes Schänebcrg. öriefkaften üer Reöaktion. v. v. Rursstand am 8. Oktster 461,50 M.— G. s. 80. Der Roman hat H. Stegemann zum Berfasser: er ist unter dem Titel„Theresle" bei E. Fleischel u. Co., Berlin, als Buch erschiene».— E. 20. Wir b�ogen das Bild von der Firma Phstothek, Berlin, Belle-Alliance»Str. 82? wenden Sie ssch an diese Anstalt, ste wird Ihnen sicher die geallnschle Auskunft geben können. Wetterbericht l>iS Donnerstag mittag. Zeitweise nebelig, sonst trockeg und vieljach heiter, in- den Mittagsstunden mäßig warm. t Wirtschaft Der Schuhzoll in England. Am 1. Oktober ist Großbritannien!?um Schutzzollsystem übergegangen. Nach langem Hin und Her und nach schwierigen parlamentarischen Kämpfen kam das Zollgesetz zustande und ist nun- mehr in Kraft getreten. Für die zukünftige Ennvickelung der Wirt- schafrspolitik ist diese Maßnahme von ungeheuerlicher Bedeutung. England war bekanntlich bis zum Weltkriege die Hochburg des Fr e i° Handels. Es war das einzige große Wirtschaftsgebiet, das. seit der Freihandelsaera feit den sechziger Jahren des vorigen Jahr- Hunderts überhaupt keinerlei, weder- mdustrielle, noch agrarische Schutzzölle kannte. Mächtige Interessen und starke Traditionen stützten gemeinsam'das System des Freihandels. Di« Textilindustrie Lancashires, als typisches Exportgewerbe, wie die Kaufleute und Bankiers der Londoner City standen geschlossen dafür ein. Und in der öffentlichen Meinung wurzelt fest die Ueberzeugung. daß die nationale Industrie beim Freihandel am besten gedeiht, weil dieser den Arbeitern billiges Brot, der Industrie billigen Rohstoff sichert und so die Konkurrenzfähigkeit am Weltmarkte am besten wahrt. Mit dem Weltkrieg wurde naturgemäß auch in Groß- britannien ein« straffe Reglementierung de r Ein- und Ausfuhr durchgeführt, doch war dies zunächst nicht als prinzipielle Abkehr vom Freihandel aufgesaßt, sondern als eine vorübergehende Kriegsmaßnahm«. Man hatte aber während des Krieges Industrien hochgezüchtet, ohne Rücksicht auf die künstigen Konkurrenzverhält- nisse am Wellmarkte, und es drang dann— trotz vieler Widerstände— die Ueberzeugung durch, daß die neu ausgenommenen Fabrikationszweige gegen den ftemden Wettbewerb geschützt werden müssen. Nun ist der Uebergang zum Schutzzollsystem bereits vollzogen. Als zollgeschützte Waren sind die Produkte der„S ch l ü s s e l i n- d u st r i e n" bezeichnet, sie sind mit einem Einfuhrzoll von ZZlb Prozent des Wertes belegt. Der Begriff der Schlüssel- Industrie ist schwankend. Es werden im allgemeinen jene Betriebe dazugczählt, welche hochqualifizierte Produkte herstellen, die zur Durchführung des lückenlosen Produktionsprogramms der modernen Großindustrie unentbehrlich sind, z. B. Oualitätsstahl, optische Instru- mente, gewisse Farben und chemische Erzeugnisse. Der Begriff ist natürlich recht dehnbar, und das liegt im Sinn«'0er Schöpfer des Gesetzes. Es entscheidet nämlich der Präsident des Handelsamtes ldas ist nach unseren Begriffen der Handelsminister), welche Artikel unter das Schutzzollgesetz fallen. Mit einigem Wohlwollen läßt sich für fr« meisten Industriezweige der Nochweis erbringen, daß sie auch. Schlüsselindustrien sind und die Unternehmerorganffalionen werden es an Geschick nicht fehlen lassen, dem Handelsamt die er- forderlichen Beweise zu liefern. Nach englischen Presseberichten werden bereits 3lZ0<) Artikel auf der Schutzzolliste geführt. Die Bedeutung des Schutzzollgesetzes ist damit aber keineswegs erschöpft. Es enthält noch einen Zusatz gegen die Einfuhr aus oalutaschwachen Ländern. Das Handelsamt wird er- mächtiqt. in allen Fällen(also nicht nur, wenn es sich um Produkte von Schlüsselindustrien liandelt) eine Sonderabgabe zu erheben, wo das Ausland zu Preisen liefert, welche unter den Produktions- kosten der englischen Industrie stehen. Damit ist die Bedeutung des englischen Schutzzollgesetzes speziell fiir Deutschland und damit auch für die deutsche Arbeiterschaft gekennzeichnet. Die Begründung des Schutzzolles kann ftir die Entwicklung des britischen Weltreiches von entscheidender Bedeutung sein. Es war seit Jahrzehnten«ine Lieblingsidee der englischen Imperialisten, durch eine gemeinsame Zollinie die weit auseinanderliegenden Teile des Riesenreiches enger aneinander zu ketten. Dieses weit- politische Programm scheiterte zum Teil an dem Widerstand der englischen Freihandelskreise. Mit Nebergang zum Schutzzoll wurde «in schweres Hindernis— frellich nicht das einzige Hindernis dieser Bestrebungen aus dem Wege geräumt. rwic. Decla-Ufa. Die D e c l a- Bioskop A.-G. geht nach dem nun- mehr vorliegenden Beschluß der Generalversammlung an die Uni- vcrsum- Film A.-G. über. Die Fusion war durch Berhandlun- gen vorbereitet und lange Zeit hindurch Gegenstand von Inter- cssenkämpfen. Das Zustandekommen der letzten Bilanz, die einen Verlust von mehr als der Hälfte des Aktienkapitals aufwies und angefochten wurde, entbehrt bisher der Aufklärung. Die Aktionäre genehmigten die Fusion, ohne sich darum sonderlich zu kümmern. Die deutsche ZNark in Rußland. Die Genehmigung des Frei- Handel« hat, wie die Deno meldet, in Moskau eine ungeheure Spekulationswut entfacht. Auf der noch nicht amtlichen Börse werden für fremde Valuten ungeheure Summen angelegt. Das beliebteste.Papier ist die deutsche Mark, dann das englische Pfund. Der Hundertmark-Schein mit rotem Stempel wird mit 80 000 bis 82 000, das englische Pfund mit 2S0 000 bis 275 000 Sowjetrubeln bezahlt. Bezeichnend ist, daß sich in Ruß- land der Wert der deutschen Mark in entgegengesetzter Richtung wie in Westeuropa bewegt. Er ist seit zwei Monaten um 50 Proz. gestiegen und steigt noch fortwährend. Deukschlands Handel mit Indien. Ein Berichterstcstter der „Daily Mail", der an der Westküste von Indien sich aufhält, erfuhr von führenden Industriellen, daß der d e u t s ch e- H a n d e l in Indien außerordentliche Fortschritte mache. Die Preise seien so niedrig, daß die englische Konkurrenz nicht dagegen aufkommen könne. Dia Fabrikanten in Westindien erklärten auch, daß jeder Handel mit Frankreich unmöglich geworden sei, weil die französischen Käufer erklärten, daß sie sich die Waren, die ihr von Engländern angeboten wurden, in Deutschland viel billiger ver- schaffen könnten. l>eiiI«!list»els!>Ztl>eit»k- Terbaml Verwaltungs st.Berlin Den Mitgliedern, zur Nachricht, dag unser Aollege, der Maschinen- arbeiter Willi. Renner am 7. Ott. gestorben ist. Ehre seinemAndente» I Die Einäscherung er- salgt am Wiliwoch, den 12.0!L, norm UValIhr, im Krematorium®c- rtchtstrahe. Rege Beteiligung er- wariet 1002 Die Ortsuerwaltung. Am 9. Oktbr., abend» ll>-Uhr, enischiief sanft nach schwerem Leiden mein innigstgeliebter Mann. Neffe u. Schwa- ger. der Kaufmann Ried. Meirnert im 53. Lebensjahre. Zm Namen der Hinter- bliebenen Z9ö3b Frau Helene Meimert geb. NatKavilii. Die Beerdigung findet Donnerstag, d. IS. Vit.. nachm. Z U!;:, von der Leichenhalle des alten Nazarerh- Kirchhofes, Seehrafie, auh statt. lMdeae« tgrahc Auswahl preiswert S.5tll>I»II»l>ile! Berlin S, nur Wallstr. 72, Spittelm., nur E.Scabklstr., und Nitalshuraer Platz 2. Alte Steppdeeren werden auigearbeitet._ linzen KauliBall, Berlin, „ Wllhclrnstr. 46/47 Unzen prtsrngn-FBtöstKta' bes. Zeiss u. Ooerz werden ständ. aseekailt Photohaus Steckelmann Bln. WS, Potsdamer Str. ISS waren en gros g- Einzelverkauf® AlaskafQchse.Krenz- fDchsa, Pelzkragen v. 100 M. an, Pelzmäntel, Herren-Sportpelze Slisip' Heue iltchÄk. 21 (Ordonnanz-Hans) kein Laden, II. Stock Bitte gmu auf Firma und Hauanunmer zu achten! 21 SeulM ieWMemtM Verwalkungsstelle Berlin 7k 54. Clnlcnstr. 83-85 Seschäftszelt»an vormittags 9 Uhr bis nachmitag» 4 Uhr Telephon- Amt Norden IS5. 12Z9. 1987,»714 Achtung: Banschloffer. Achtung'. Krettog. de» 14. Ottober, abends B Ahr Vranchen-Versammlung der Vauschlosser und der Sollegen aus den Betrieben für gelochte Bleche in der Sihulaula, Koppenplatz 12. Tagesordnung: 1. Bericht der Verhandlungskommission. 2. Siellungnahme dazu. Ohne Miigliedsbuch kein gutrittl Achtung! Goldarbeiter. Achtuns,: Donnerstag, den 1Z. Oktober, nachm.«>/, Ahr M?" Versammlung sämklicher Goldarbeiter und-arbeiterlnnen| im Dresdener Garten. Dresdener Elr. 45. Tagesordnung: 1. Bericht über die Tarif- Verhandlung. 2. Verschiedene»., Erscheinen aller unbedingt notwendig I vonnerskag, den 1Z. Ottoder, abends«>/, Ahr Vranchen-Versammlung> der Kran- und Aufzugsmonteure sowie Helfer in der»chnlnnla, Djpsstr 23 a. Tagesordnung:„Die wirtschaftliche Lage". Eintritt nur gegen Vorzeigung des Mitgltedschasts- ausweise»._ 100/1 Donnerstag, den 13. Ottober, abends 6 Ahr Simg MuMnontent-tzemiM im verbandsbnreaa, Uuienstr.»3/85, Zimmer 14. Wir bitten sämtliche bestimmt zu erscheinen. glieder dieser Kommisston, Dia Ortsnerwaltung. Kriegsanleihe vir«! zu 84% in Zahlung genommen. Günstige Gelegenheit! Pelzmäntel! Seal-EIektric 3300, 3S00, mit Opossumbesalz 5500, 7200 Mohär- Plüschmäntel 975, Astrachanmäntel 300, 450, 675 Seidenplüschmäntel 1050, 1600, Sealplüschmäntel 2850,3500 Ulster 154, 225, 300, 412, 675 Rein wollene Tuchmänte! 398, Sportjacken, Wolle, 178, 225 Imprägnierte Mäntel 143, 250, Stoffföcke 66, 112 Gummimäntel für Damen 300, für Herren 375 Mantelkleider und Gesellschaftskleider 393 Kostüme 168, 215, 346�475, 615-2700 Westmann 1. Geschäft; Berlin W, 2. Geschäft; Berlin NO, Mohrenstraße 37a Gr. Frankfurter Str. 115 Des großen Andrangs wegen in den Nachmittagsstunden, erbittte Besuch möglichst vormittags. [PT Mittwoch um 5% Uhr geöffnet"WE Ziehung 13. u. 19. Oktober p�Lotterie keim- 2542 Gewinne im Gesamtwerte von WWW«. 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Schale der revolul legte./ III. KaagreS der KemmanleUsehen ImerndUeaale: Die matcuellen Veraasaetzungen der Revolarion./ Fräsen revolutionärer Taktik/ Schule der revomäeniren Stratesle,/ Die zeetrlstischen Tendenzen im italienischen Sozialismus./ Befürchrungen und Vermutungen der extremen Linken"/ Die Mätz-Ereignhise in Deutschland./ Die Strategie der deutschen Konterrevolution und die ahenteuerlichen Elemtnte von links./ DI« abanteucrlichen Tendenaen und die... vierte Intern oriennie./ Die linken Fehler und die russische Erfahrung./ Die positiven und negativen Seiten der Französischen KommunUtischen Partei./ Kommunismus und Syndikalismus in Frankreich. I Nicht Wendung nach rechts, sondern ernsthafte Vorbereitung zur Machtergrettung/ Anhang; Thesen des Dritten Kongresses zur Weltlage und die Aufgaben der Kommunistischen Internationale./ Thesen des Dritten Kongresses über die Taktik./ Drei graphische Darsteliungen: Schema der Produktions- und Preisregulierung./ Schema der Produktionsphasen Großbritanniens./ Friedens-Armeebestände. 39496" Preis drosch. M. 2 SO, geb. M. 6.—. Bestellungen sind zu richtea an Verlag CARL HOYM Nacht. LOUIS CAHNBLEY, Hamburg II Speziaiarzf I Br.stwd. Karl Reinhardt >olsCainer$lr.ll7,a.cuuKowtr. GMMe Irfeige öors«M | MlmsWkes heilsm'lGjren bei«llen Ses SMilis. mi-, öfla-, IMMwen. | Schnelle sichere Behandlung ahne Berufsstdrung. Schmerzlose Saissrsrm-Knren. chsm» nah Blut- Untersuchung,»uettmfi and BezMung testenlos. Deichte Z-zhUseii«. ! Warnung ��'0� I Spc. t/,12—««~-8. Ssnnt. 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(Karlsiraße,> 7 Uhr: Die Räuber Do. 7 Uhr; Die Räuber Theater In der KöniggrätzerStr. Ji3? Die Fahrt ins Blaue (Gläßner, Richard, Engl, Pröckl, Stieda, Bildt) Du.: Die Fahrt ins Blaue Ftg.: Die Fahrt ins Blaue Sonnabend zum 1. Male: Manon Lescaut Schausp. v CarlSiernheim (Orska, Janssen, Riemann, Bildt, Brandt, Dernburg, Picha, RehKopf, v. Twar- dowski, Klupp) Komödienhaus Täglich 8 Uhr:■ Max Pallenberg Hans Waßmann im neuen Burleskenschw. Jonnys Busenfreund Berliner Theater Täglich 7.0 Uhr; (ppinzsQffin OMa FrltziMassaryaG. Ralph Art. Roberts Pepi Zampa, Kiper Residenz Theater Täclicn 8 Uhr. ig 1. Paris Volksbühne Theater am Bülowplatz 7»/,U. Lessing- Theater Heute u folg. Tage 7'/,: Die Spielereien einer Kaiserin Durleux, Steinrück Sternberg Deutsches Kiinstler-Th. Allabendlich 7l/2 Uhr: Die Ballerina des Königs (Leopoldine Konstantin) Lo Rol)�H Lustsp. v. Flers u. Calllavef OlgaLlmburg, Kaiser-Titz, LoiteKlinder, Eugen Rex, RichardSenius.LotteOewIs Trianon-Theater Täglich 7 Vi Uhr: Tod u. Teufel Vorher: Der Kammersfinger Ida Wüst, Erich Kaiser- Titz, Käthe Haack.Schroth Regie Georg Altmann Pelzwaren aller Art — Kreuz- und Zobcl-Püchsc— Pelzmäntel, Sport- u. Gehpelze offeriert preiswert und gut Löffler's Pelzhaus Friedriehst. 118—119» am Oranienburger Tor «aar im Hause Cafd Stern mfil ■■■ Eigene Kürschnerei' ♦ Kleines Theater Täglich 8 Uhr; Frl. Josette -meine Frau Eugen Burg, Carola Toelle Falkenstein, Hans Albers WräÄ i(Rose.Theater) vi, Uhr: Das Glück der kleinen Sente Centrai-Theater 8 uhr: Die Poslmeislerin Deutsches Opernhaus 71/, uhr: Fidelio Friedr. Wilhelmstädt. Th. s uhr: Änierican Girl Intimes Theater 8U: Die Spelunke/ Lauf doch nicht immer nackt herum Kleines Schauspielhaus Vt,U.: Klkl(Lustsp.) Lustspieihaus uhr: Die Sctiauspielep Metropol-Theater C/jU Die 7';, U.; Straßensängefiit Neues Operettentheater 8 uhr: Königin d. 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