flr.4$5 �ZS. Jahrgang Ausgabe A Nr. 245 Bezugspreis: ViertelMrI. 36,— M., monatL 12,— SR. frei ins Saus, voraus zahlbar, Post- bezug: Monatlich 12,— M. einschl. gu- siellungsgebuhr. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, das Saar- und Memelgebiet, fowte die ehemals beut- schen Gebiete Polen«, Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 22,— SR., für das übrige Ausland 2g,— SR. Post- besteüungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, TscheMo- Slowakei, Däne- mark, Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der.Vorwärts" mit der Sonntags- deilage.Volk und Zeit", der Unter- Haltungsbeilage �»eimwelt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erjchelnt wochentäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: �Sozialdemokrat Berka- Morgen Ausgabe c GroB« Berlin 30 Pf. auswSrts 40 Pfennig ) berliner Volksblstt Anzeigenpreis: Die neungespaltene Nonpareillezeil« tostet S,— SR.„kleine Anzeigen- da» fettgedruckte Wort 2,— SR.(zu- lässig zwei fettgedruckte Worte), fedes weitere Wort 1,— SR. Stellengesuche und Echlasstellenanzeigen das erste Wort l,— M, jede» weitere Wort SO Pfg. Worte über lö Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien-An- zeigen sür Abonnenten geile 8,B0 SR. Die Preise verstehen sich einschließlich Teuerungszuschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis s Ahr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin SW 08, Linden. straße 3. abgegeben werden. Geäffnet von S Uhr früh bis S Uhr abends. Zentrahrgan der rozialdcmokratifcbcn partei Dcutfchlands Neüaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. Z dtfe-nfht-orTtor* Redaktisn Morissplat, 15i»5— 97 ,>ern,prr»irr. �px�ttion Moritzplah 11750—54 Freitag, den 14. Oktober 1931 vonvärts-verlag G.m.b.H., SW 68, iindcnfltc. 3 SCrrwinr� riiet-- Verlag, Expedition und Inseraten- . Abteilung Morihplah 1l7SZ-k» ßn öie werktätige Bevölkerung Groß-Serlins! Am Sonntag, den 16. Oktober, soll es sich entscheiden, ob in der Stadtverordnetenversammlung eine bürgerliche oder sozialistisch« Mehrheit über das Schicksal der Viermillionenstadt Berlin be- stimmen soll. Mr die werktätige Bevölkerung, die unter Mühen und Sorgen um das nackte Leben ringt, sür alle Lohn- und Gehaltsempfänger kann die Entscheidung nicht schwer sein. Für sie gibt es nur eine Wahl: Am 16. Oktober muh aus der Wahl eine sozialistische Mehrheit emporsteigen. Das gesamte Bürgertum bis zum Grohindustriellm, zum Groß- kaufmann und Bankier, die Hausagrarier und die ganze alte reak- tionäre Bureaukratie stehen geschlossen im Kampf gegen den Sozialismus. Di«ser Einheitsfront des Bürgertums, das mit ungeheueren finanziellen Mitteln, mit Lug, Trug und Verleumdung arbeitet, muß die Einheitsfront der Werktätigen entgegengestellt werden. Das Bürgertum, das über Mißwirtschast in der Stadtverwal- tung schreit, verschweigt wohlweislich, daß es ein Defizit von über 4. Milliarden den Sozialisten hinterlasien hat. Die finanziellen Schwierigkeiten der Stadt fallen also auf das Schuldkonlo der früheren bürgerlichen Mehrheit im Stadtparlamenl. Die sozialistische Mehrheit war gezwungen, eine vollständig bankerotte Wirtschaft, eine Folge des Krieges und des politischen und wirtschaftlichen Zusammenbruchs, zu übernehmen: sie hat aber nach besten.Kräften versucht, diese Sünden des Bürgertums wieder gutzumachen. Gut« Anfänge dazu waren bereits vorhanden, als die bürger- lichen Parteien in ihrem Machthunger die Auflösung des Stadlparlaments betrieben, in der Hoffnung, ihre Herrschaft über das werktätige Volk wieder aufzur'chten. Die organisierte Berliner Arbeitnehmerschaft kann und darf es nicht dulden, daß die bürgerlichen Parteien je wieder zu unum- schränkter Herrschaft über das Proletariat gelangen. Nicht bürger- lich rückständige, sondern sozialistisch weitblickende Politik muß im Stadtparlament betrieben werden. Nur der Sozialismus führt vorwärts und aufwärts! Iugendschutz, Jugendpflege und Jugend- erziehung muß den reaktionären Gewalten entrisien werden. Die Fürsorge für die Erwerbslosen, Schwa- chen und Kranken ruht am sichersten in den Händen von Vertretern des werktätigen Voltes, von überzeugten Sozialisten. Die Steuerpolitik der bürgerlichen Parteien läuft darauf hinaus, die breiten Massen des werktätigen Volkes zu be- lasten und die Reichen und finanziell Starken zu schonen. Die Wohnungsnot mit allen ihren üblen Begleit- erlcheinungen in moralischer, sozialer und hygienischer Hinsicht schreit zum Himmel. Nur mit Mitteln, die zur Gemeinwirkfchafi führen, kann die Wohnungsmiser« behoben werden. Eine gesund« Lohnpolitik in den städtischen Wer- ken, denn die Stadt Berlin ist der größte Arbeitgeber, ist nur van einer sozialistischen Mehrheit zu erwarten. Auf allen Gebieten der Kommunalpolitik muß der sozialistische Geist herrschen, wenn die werktätige Bevölkerung Berlins gegen die reaktionäre Unter- drückung und Belastung geschützt werden soll. Darum rufen wir die organisierte Arbeitnehmer- schaft Berlins, die Männer und Frauen des werktätigen Volkes auf, am 16. Oktober nur den sozialistischen Parteien ihre Stimme zu geben. Die Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre haben die Pflicht, in den Betrieben ihre Kollegen und Kolleginnen auf die Bedeutung dieser Wahl hinzuweisen und es ihnen zur Pflicht zu machen, ihr Stimmrecht auszuüben. Organisierte Arbeitnehmer, die von der Wahl fernbleiben, be- gehen gewerkschaftlichen Disziplinbruch und damit Verrät an den Interessen ihrer Klasse. Das sozialistische Berlin muß auch am 16. Oktober den Sieg davontragen, und dieser Sieg ist uns sicher, wenn Männer und Frauen des Proletariats ihre Pflicht tun. Wenn je, so gilt bei dieser Wahl der Grundsatz: Wahlrecht ist Wahlpflicht! Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend: Sabal h. Vollmerhaus. Halfours Hericht. London. 13. Oktober.(DJIB.) Wie Renler erfährt, meldet ein vormittags von Balfour aus Genf eingegangenes Telegramm, daß der Völkerbundrat die Empfehlungen des Ausschusses über Oberschlesien angenommen hat, deren Text den Alliierten mitgeteilt wird. Man hält es nicht für wahrscheinlich, daß eine besondere Zusammenkunft des Obersten Rates stattfinden wird, aber über diesen Punkt wird vor der Prüfung des vorgeschlagenen Textes noch keine endgültige Entscheidung getroffen werden. Die Angaben über die Empfchlungen besagen, daß der Völkerbund eine sehr faire Lösung getroffen zu haben scheint, indem er das Gebiet gemäß dem Ergebnis der Volksabstimmung teilte, während anscheinend wirtschaftliche Vereinbarungen getroffen wurden, um die Wirtschaft. liche Wohlfahrt der in Frage kommenden Gebiete zu gewährleisten. Die Schlußansicht der alliierten Regierungen muß bis zum Erhalt de« Textes abgewartet werden, doch muß daran erinnert werden, daß die Mächte sich verpflichtet haben, die Entscheidung anzunehmen. Dies schließt durchaus nicht die Möglichkeit aus, daß einer oder alle alliierten Bemerkungen dazu vorbringen. sobald die Entscheidung bekanntgegeben ist; es wird erwartet, daß Deutschland und Polen sie vollkommen und loyal annehmen. Der Oberste Rat wird sich nicht im geringsten durch irgendeinen Versuch der einen oder anderen Seite, Abänderungen zu erhalten, in seiner Haltung beirren lassen. Soweit das vorstehende Telegramm über die Mitteilimg vom Eintreffen des Balfourfchen Berichts hinausgeht, scheint es die Meinung des Reuterschen Bureaus wiederzugeben, hinter der aller- dmgs höhere Instanzen stehen können. Paris, 12. Oktober. sTll.) Der Kurier des Völkerbundes. der das Gutachten des Völkerbundrats überbrachte, ist beute vor- miftaa in Paris einqetroflcn. Er hat sofort dem Seneralsekretoriat des"Ministeriums des Aeustern das Dokument übergeben. Vriand hat als Präsident des Obersten Rates das Gutachten sofort an die alliierten RÄerungen weitergegeben. Das Dokument umfaßt ein Begleitschreiben und ein Vorwort. Das Vorwort erläutert, in welcher Art und weise der Völkerbundrat gearbeitet hat. und es entbält die Gründe und Dokumente, aus die der Rat sich bei der Tests ebuna der Grenzen gestübt hat. Schließlich zählt es die Gründe auf. weshalb der Rat die Einsetzung eines Wirtschaftsrates vorschlägt. O Die Interalliierte Kommission in Oberschlesien erläßt einen ein- dringsichen Ausruf, die Ruhe zu bewahren wie einst bei der Volks- absttmmung. Sie kündigt alle Energie gegen Ruhestörungen an. Die gestrige Mitteilung des Völkerbundsekretariats bestätigt trotz deren unbestimmter Form und obgleich alle Angaben über die Grenzlinie oermieden werden, die bisher veröffentlichten Meldungen. Einzelheiten über die Grenzlinie lassen sich unmittelbar aus den Mitteilungen über die wirtschaftlichen Abmachungen herauslesen. So kann es sich bei Abmachungen über die Eisenbahnfrage nur um die Bestimmung über die Eisenbahndirektion handeln, die sich bekanntlich in Katto.vitz befindet, das nach den bisher bekannten Meldungen Polen zufallen soll. Die Bemerkung über die Wasser- Versorgung gilt den: östlichen Teil des Kreises Tarnowitz. An- gaben über die Elektrizitätsversorgung dem Orte Chorzow, der zwischen Kattowitz und Lönigshütte liegt, und die Einzelheiten über die Zink- und Kohlenproduktion verweisen von neuem auf Kattowitz und vielleicht auch auf den östlichen Teil de» Kreises Beuthen. Sozialdemokratischer Aufbau. Zu den Kommunalwahlen am 16. Oktober. Von Earl Mermuth. Je näher der Termin der Stadt- und Vezirksverordneten- wählen heranrückt, desto unverhüllter zeigen sich die bürger» lichen Parteien im Kampf gegen die alte Stadtverordneten- Mehrheit. Dieser Wahlkampf enthüllt sich uns in seinen Einzel- erscheinungen als ein gewaltiges Ringen zweier streng ge- schiedener Gruppen: hier Besitzende, deren Ideologie und aus- geprägtes Klasseninteresse in der kapitalistischen Weltanschau- ung wurzelt, dort die werktätigen Schichten, auf deren Schul- tern die Schwere der Zeit lastet und die einer besseren Zu- kunft die Wege ebnen wollen. Dieses Ringen nach neuer Gestaltung der geistigen und wirtschaftlichen Verhältnisse kann in seiner Bedeutung nicht herabgemindert werden, auch wenn unsere kommunistischen Phantasten durch ihre politischen Harlekinaden den bürger- lichen Parteien eine billige Gelegenheit zur demagogischen Wahlmache geben. Den kommunistischen Phantastereien mat� hin und wieder noch der ehrliche Wille zugrunde liegen, wäh- rend die v. Eynern, Dr. Steiniger und Genossen in ihrer Be- kämpfung der von der sozialdemokratischen Fraktion betrie- denen Politik bewußt ein frevelhaftes Spiel treiben. Denn daran, daß die wirtschaftliche und finanzielle Misere, unter welcher nicht allein das mit einer sozialistischen Verwaltung versehene Berlin leidet, auf das Konto der Sozial» demokratie zu setzen ist, glauben diese eingefleischten Vertreter deutschen Größenwahnsinns wahrlich selbst nicht. Und bei ernster Selbsteinkchr, zu welcher doch gerade a b g e st e m- pelte Fachleute der Verwaltung fähig sein sollten, müßten die Gegner der sozialistischen Mehrheit eingestehen. daß die letztere sich unter der Ungunst der Verhältnisse sehr wacker gehalten hat. Aber gerade die Tatsache, daß bereits nach knapper Jahresfrist der Beweis für den unbestrittenen Erfolg sozialistischer Verwaltungsarbeit erbrächt ist, stachelt unsere Gegner zu immer schärferem Kampfe an. Nicht eine Gesundung und Erstarkung der neuen Einheits- gemeinde liegt ihnen am Herzen, sondern derKampfgegen das Prinzip des kommunalen Sozialismus. Der Zerstörung dieses Prinzips opfern jene Helden— wenn es sein muß— die Wohlfahrt von Hunderttausenden ihrer Mitbürger. Diese Wahl selbst ist ein sprechender Beweis für die unverhülltsn Absichten der Gegner. In treffender Weise hat in der letzten Nummer der „Kommunalen Praxis" vom 8. Oktober Genosse Victor N o a ck darauf verwiesen, wie die Deutsche Volkspartei aus reinem Parteiegoismus nur einen formalen Fehler einiger Wahlvorstände zum Anlaß nahm, die Ungültigkeit der Wahlen vom Juni vorigen Jahres im Verwaltungsstreitverfahren zu betreiben, obwohl sie durch die Wiedergutmachung dieses Fehlers auch nicht den geringsten politischen Nachteil erlitten hatte. Die um das Wohl ihrer Mitbürger so schwer ringende sozio- listische Verwaltung wurde gerade durch diese überflüssige Wahl in dem Wiederaufbau der Verwaltung a u f s n a ch t e i- ligste unterbrochen. Denn wer es weiß, was ein solcher Wahlkampf nicht allein für Geld verschlingt, sondern auch für eine Unsumme von Arbeit in der Verwaltung er- fordert, muß in diesem volksparteilichen Werk die klare Absicht mutwilliger Störung der planmäßigen Verwaltungsarbeit und gewollte Schädigung der Allgemeinheiterblicken. Wenn die um ihre Existenz schwer kämpfende städtische Arbeiterschaft eine Erhöhung ihrer Löhne fordert und erhält, zetert die bürgerliche Korona über die Mißwirtschaft des sozialistischen Magistrats, die Schädigung der Stadtgemeinde aber um Millionen erscheint den bürgerlichen Parteien als rettende Tat. Die Kreditfähigkeit Berlins, die noch vor Jahresfrist in bedenklicher Weise gefährdet galt, ist nicht zuletzt infolge des ernsten Bestrebens der in den städtischen Werken tätigen Ar- beiter und Angesteljten im Dienste der Allgemeinheit gebessert worden, sie wird indessen wieder vollständig vernichtet, wenn die bürgerlichen Parteien fortfahren, den"Aufbau der Ver- waltung und die Gesundung der Wirtschaftsbetriebe durch ihre skrupellosen Wahlmanöver zu stören. Alle ihre Argu- mente, mit denen die Feinde des sozialistischen Berlins jetzt vor die Wählerschaft treten, erweisen sich nur als bewußte Täuschung uneingeweihter Vorlksgenossen Es kann weder der Einwand, daß Verlin von unfähigen Männern verwaltet werde, noch daß die kommunalen Betriebe unrentabel arbeiten, mit Tatsachenmaterial erhärtet werden. Denn daß die gegenwärtig in den verschiedensten Dezernaten amtierenden Stadträte ein größeres Maß fachlicher Eignung aufweisen als ihre Herren Vorgänger, ist erst in der Sonn- absndnummer des„Vorwärts" vom 8. Oktober dem deutsch- nationalen„Lokalanzeiger" klar zum Bewußtsein gebracht worden. Kein auch nur oberflächlich mit der städtischen Ver- waltung vertrauter Sozialist wird die Notwendigkeit be- stimmter Fachdezernenten und das Vorhandensein des juristi- schen Elements in der Verwaltung bestreiten wollen, aber daß eine ganze Anzahl von Verwaltungszweigen besser mit Männern der Praxis besetzt werden kann. Hat die Erfahrung hinlänglich gezeigt. Heute schon muß gesagt werden, daß eine noch stärkere Besetzung der Aemter in der Wohlfahrtspflege, der Erwerbslosenfürsorge, der Jugendpflege, der Hinter- bliebenenfürsorge usw. mit Frauen und Märmern, welche neben den erforderlichen Kenntnissen auch eine reiche Erfahrung im Leben verzeichnen können, durchaus notwendig ist. Die Arbeiterklasse erkennt den Nutzen, der ihr aus der Durchdringung der Verwaltung mit ihren Klassengenossen er- wächst, wenn auch momentan die trostlosen Verhältnisse eine völlige Auswertung dieser Veränderung nicht in die Erschei- nung treten lassen. Und von den in den kommunalen Betrieben tätigen Angestellten und Arbeitern muß anerkennend gesagt werden, daß sie sich in steigendem Maße als Förderer der All- gemeinintereffen fühlen. Sie würden sich aber mit ganzer Kraft wehren, wenn etwa die Feinde der sozialen Entwicklung die Betriebe wieder kapitalistisch orientieren wollten. Ein Sieg des Bürgertums artt 16. Oktober müßte daher die schwersten Erschütterungen der Wirtschaftskraft Berlins und damit den völligen finanziellen Zusammenbruch im Gefolge haben. Die werktätige Bevölkerung ist bereit, mit doppelter Energie die Gesundung der Einheitsgemeinde herbeiführen zu helfen, weil sie nur auf diese Weise eine Basis der sozialen Entwicklung erhält. Diesem Streben galt die bisherige Arbeit der sozial- demokratischen Fraktion in der Stadtverordneten- Versammlung. Ihre Stärkung für das neue Gemeinde- Parlament gibt die sichere Gewähr für die gesunde Fortentwick- luug Berlins zum Gemeindesozialismus, während eine bürgerliche Mehrheit zum Betriebs- und Verwaltungs- kapitalismus und zum Zusammenbruch der Einheitsgemeinde führt._ Unternehmer gegen ftusfuhrabgabe. Als im vorigen Jahre die Valuta rapide sank, befand sich die Industrie in einer ähnlichen Lage wie heute. Der Unter- schied zwischen den Erzeugungskosten und den am Weltmarkt erzielten Preisen stieg außerordentlich stark und brachte der Warenausfuhr riesige Gewinne. Die Löhne waren im Ver- hältnis zum Weltmarkt sehr gering. Man beschloß, durch eine soziale Ausfuhrabgabe einen Teil dieser Export- gewinne der Allgemeinheit wieder zuzuführen, die durch die Verteuerung der Lebensmittel infolge des Valutasturzes schwer getroffen war. Die Ausstihrabgabe, deren Sätze stark abgebaut worden find, hat längst aufgehört, sozial zu sein. Das Reichsfinanz- Ministerium verbuchte sie als Reichseinnahmen, und die Entente beschlagnahmte sie mit den übrigen Zöllen zugunsten der Reparationsabgaben. Aber die wachsende Not des Reichs blieb, und wieder find es die Reichsfinanzen und die Allgemeinheit, die von dem neuen Valutasturz auf das schwerste in Mitleidenschaft gezogen werden, während Exportindustrie und Exporthandel ver- dienen. Was lag näher, als daß das Reich, das 26 Proz. der Aus- fuhr als veränderliche Wiedergutmachungsrate aufbringen muß. seinerseits die Aus fuhr abgäbe im Anblick der un- geheuren Gewinne, die die Industrie heute macht, erhöhte. Innerhalb weniger Monate ist der Dollar von 60 auf 140 ge- stiegen. Die Exportgewinne gehen oft sogar über S0 Proz. der Rechnung hinaus. Gleichwohl werden die deutschen Waren noch verschleudert: sie überschwemmen die fremden Märkte und veranlassen die Auslandsstaaten zu Schutzzollmaßnahmen mit der Wirkung, daß das deutsche Volk noch fremde Staatssäckel über die Reparationszahlungen hinaus füllen hilft. Hätten wir eine Industrie und einen Handel, der sich feiner Pflichten gegen den Staat bewußt wäre, so hätte dieser längst von selbst eine erhöhte Exportabgabe anraten müssen. Statt dessen haben jetzt die Unternehmervertreter des Handels und der Industrie sich im Reichswirtschastsrat dagegen ge- wandt, daß selbst eine bescheidene Erhöhung der Ausfuhr- abgäbe um durchschnittlich knapp 5 Proz. des Warenwertes Eigenes Heim oöer eigener Herö� Von Robert Adolph. Daß die Einküchenfrage die Oeffentlichkeit lebhaft be- wegjt, erklärt sich aus&en ovelfachen BeHl�hunHen, biz sich ergeben, je nachdem man sie von der wirtschaftlichen, der sozialen öder der ethischen Seite her betrachtet. In allen drei Hinsichten erscheint sie gleichermaßen bedeutungsvoll. Unter den Vorurteilen der Gegner spielt eine bedeutend« Roll« das Odium, das auf Grund'0er«in reichliches Jahrzehnt zurück- liegenden, aber unvergessenen Berliner Versuche erwächst. Versuche im eigentlichen Sinn waren es nicht, sie erstrebten nicht die An- wendung des Gedankens unter vorsichtig bemessen«» Voraus» ietzungen. Es waren Spekulationen findiger Köpfe, geschäftliche Unternehmungen. Man sagte sich, Hauswirt zu fein, fei ein müh- stnnes Geschäft mit begrenzten Gewinnmöglichkeiten, hier biete sich die Gelegenheit, die Verdienste des Hausbesisters mit denen des Gastwirts zu verknüpfen. Dieser Unternehmersinn, mit dem damals die girte Sache angegriffen wurde,' ward ihr Verhängnis, zumal die Nimmersatten damit begannen, das kaum geboren« Unternehmen obendrein noch mit Terroingewinnen zu ersticken. Bezeichnend war, daß der Zusammenbruch im Augenblick«intrat, als die voll ver- mieteten Häuser gerade bezogen wurden. Bezeichnend ist nicht minder, daß die fallierten Häuser von den Besitznachfolgern als Einküchenhäuser weiter betrieben wurden. Der damalige Zusammenbruch hat nun«inen Beweis sicher erbracht, den nämlich, daß die Vorteile der Ei n k ii chcnwirtschast zerrinnen, wenn sie dem Spekulationswillen ausgeliefert werden. Ein- tüchenwirtfchoft ist ein« sozialökcnomisit:« Aufgabe, ist ein« Form ausgesprochener Selbsthilfe der Koniumcnten und kann nur von diesen selbst auf genossenschastticher Basis erfolgreich werden. In konsequenter Verfolgung diescs Grundsatzes«erden die Bedenken, die im übrigen der Emküchenwirtschaft entgegengebracht werden, viel von ihrer Stichhaltigkeit verlieren. Soweit sich diese Bedenken gegen Auswirkungen richten, die in bezuq auf die gesellschaftliche Leber-weis? irnd den Fcnnikiengeist befürchtet werden, sind diese aus die ilebertreibungen zurückzuführen, die von oberslächrielien Beurreileru dem Einküchengedanken zuteil werden. Im Munde dieser Apostel erscheint das'einfache Wirt- fchaftsprinzip der Einküchenweis« ostmals geradezu als ein Re- volutionierungsmistel menschlicher Lebenssor/nen. Demgegenüber muß betont werden, daß das Anwenduriqsgebiet der Einkücheuwirt- schast begrenzt ist, wenn es auch in den heutigen Zeitnöten wesent- lich weiter gebt als emst. Daß die Vorteile für alle jene Schichten des Volkes bedeutungs- voll werden dürften, die aul die Beschränkung ihrer Ausgaben trachten müssen, beweist ein Blick auf die Art der Ersparnis. Sie ergibt sich efnmol aus dem Fortfall der Küchonräume und ihre? Einrichwng, andererseits infolge der zentralen Zubereitung, aus dem Ersatz von Arbeitskraft durch Mchchinenleistung, der preiswerteren VsRiasfunq der Lebensmittel im Großeinkauf und der engeren Verbindung zwischen Erzeugung und Verbrauch. Alles m < llem ein« nicht unbeträchtlich« Verminderung der Unterhaltskosten. die sich dort sprunghaft steigert, wo«irtschastlkche Verhältnisse bisher.das Halten eigenen..Pexfcmals. erforderten... Aber nicht nur in Kraft gesetzt wird. Dieses Verhalten fft mehr als merk- würdig. Als im vorigen Hahre die soziale Ausfuhrabgabe in Kraft gefetzt wurde, konnte man in Unternehmerkreifen viel- fach das Urteil hören, sie fei gut gedacht, aber zu spät in Geltung gebracht worden. Letzt, wo die Zeit zu raschem Hau? deln gegeben ist. wird die Sache hinausgezögert. Die Regierung darf sich von diesen Treibereien nicht beirren lassen. Wenn sie die Gewinne erfassen will, wo sie offen zutage liegen, muß sie es jetzt beim Export tun. Weigern sich die Unternehmer, daran mitzuwirken, so muß sie— das ist dringend zu fordern— von ihrem Recht Gebrauch machen, selbst ohne Befragung des Parlaments die Aus- fuhrabgabe zu erhöhen und sich damit die Einnahmen zu sichern, deren sie fetzt dringender als je bedarf, um die Finanz- not auch nur in bescheidenstem Umfang zu mildern. Gewerkschaften gegen Kartoffelwucher. Die Bewegung gegen den Karioffelwucher. die vor einigen Tagen mit den Hilferufen der Verbraucher-Bimde und den Beschwerden aus den Kreisen der Gewerkschaften an die Regierungsstellen einsetzte, nimmt einen immer größeren Um- fang an. Die Gewerkschaften beabsichtigen, den Kampf gegen die Auswucherung der werktätigen Bevölkerung bei der Beschaffung des wichtigsten Volks- nahrungsmittels, der Kartoffel, besonders tatkräftig zu fördern. Ter Vorstand des Allgemeinen deutschen Gewerk- schaftsbundes hat beschloffen, drei Vertreter zum Reichs- ernährungsmini st er zu entsenden, um zu erfahren, welche Maßnahmen das Reichsernährungsministerium gegen den Kartoffelwucher treffen will. Vorspiel öer Reichstagsüebatte. Regierung und Parteien im Aeltestenausschuh. Die gestrige Beratung des Aeltestenausschusses gestaltete sich zu einer interessanten politischen Aussprache. Nachdem die Deutsch- nationalen ihren Antrag auf sofortige Einberufung des Reichs- tags begründet hatten, formulierten die Unabhängigen ihren Standpunkt dahin: Wenn jetzt die Einberufung erfolge, müsse abge- rechnet werden mit den Kabinettstürzern von rechts, die die ober- fchlefifche Krise zu einem Kesseltreiben gegen den Reichskanzler Wirth benutzten. Auch über das Treiben der oberfchlesifchen Freikorps müsse ein ernstes Wort geredet werden. Die Reichsregierung müsse aber auf alle Fälle jetzt im Amts bleiben und ihre Verantwortung vor dem Reichstag trogen, der allein berufen fei, über ihr Schicksal zu entscheiden. Hierauf erklärte der Reichskanzler: Die Regierung fei einmütig der Auffassung, daß sie jetzt ihren Rücktrist nicht be- schließen dürfe, denn in Krisenzeiten wie den gegenwärtigen müsse eine aktionsfähige Regierung vorhanden fein. Frühere Erfahrungen hüllen gelehrt, daß auswärtige Krisen nur verschlim- mert werden, wenn keine aktionsfähige Regierung vorhanden sei. Deshalb bleibe die Regierung im Amte. Die Vertreter der Sozialdemokratie, der Demo- kraten, des Zentrums, der Deutschen Volkspartei und der Bayerischen Volkspartei schloffen sich in aus- drücklichen Erklärungen der Auffassung des Reichskanzlers an. Selbst der deutschnationole Antragsteller trat zum Schluß einen Rückzug an, indem er ausführt«: Zweck feines Antrages fei nur gewesen, eine einmüttge Kundgebung des Reichstags zu veranstatten, bei der der Reichstagspräsidsnt und die Regierung Erklärungen abgeben sollten. Um eine solche Erklärung abgeben zu können, dazu müsse die Re- gierung freilich auch im Amte sein. In der Debatte gaben auch die K o m m u n i st e n der Meinung Ausdruck, daß Oberschlesien nicht zerrissen werden dürfe. Cchiießsich einigte man sich dahin, von einer sofortigen Einberufung des Reichs- tags abzusehen, da zurzest noch ausreichende Grundlagen der Be- ratung fehlten. Der Aelteftenausschuß will spätestens Montag vormittag 10 Uhr wieder zusammensteten, um den Zeitpunkt der Einberufung festzusetzen. �ntibDl' und Lanöesvereat. Eduard Stadtler verhastet. Wie die Tetegraphenunion meldet, wurde der als Bolfchewisten- töter und Gründer der antibolschewistischen Liga(„Antiboi') bekannte Dr. Cduard Stadtler am Donnerstag nachmittag in seiner Wohnung verhaftet. Sämtliche Brieffchasten und Ma- nuskripte wurden beschlagnahmt und das Bureau versiegelt. Dis Verhaftung Eduard Stadtlers erfolgte auf Grund des§ 92 des SstGB., der unter Ziffer 1 besagt: Wer vorsätzlich Staatsgeheimnisse oder Festungspläne oder solche Urkunden, Aktenstücke oder Nachrichten, von denen er weiß, daß ihre Geheimhaltung einer anderen Regierung gegenüber für das Wohl des Deutschen Reiches oder eines Bundesstaates erforderlich ist, dieser Regierung mitteilt cwer öffentlich bekanntmacht, wird mit Zuchthaus mcht unter zwei Jahren bestraft." Worin die landesverräterifchen Handlungen Stadtlcrs im ein- zelnen bestehen sollen, ist noch nicht bekannt. Möglicherweise häng: die Verhaftung zusammen mit einem Artikel, den Stadtler in der Abendausgabe der„Täglichen Rundschau' vom 12. Oktobe veröffentlichte, und der eine widerliche Denunziation de; Kabinetts Wirth an die Adresse der Entente darstellt. Untersuchung gegen„Oberlcinö*. München, 13. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) Die„Aug- burger Abendzeitung" empört sich seit einigen Tagen, daß die Leitung der bayerischen Sozialdemokratie in der Aufdeckung hochverräterischer Umstiebe mit den emschlägigen Verwaltungsorganen zu- fammenarbeite. Di« Anrempelung des bayerischen Inn« n-- Ministers veranlaßt diesen, in der heutigen„Tageszeitung" fol- gends Erklärung abzugeben: „Das in der..Münchener Post" vor kurzem über das Frei- korps Oberland veröffentlichte Material wurde vom Landtagsvizc- Präsidenten Auer vor der Berösfenllichung dem M I n i st e r-- Präsidenten und dem Minister des Innern übergeben und von diesem durch die Polizeidirektion der Skaalsamvaltschafl zur Bearbeitung überwiesen. Weitere Angaben in dieser An- gelegenheit wurden von der„Münchener Post" der Polizeidirektion unmittelbar übergeben und von dieser bearbeitet. Da es sich bei 'oem gesamten Material um die Aufdeckung von Straftaten hau- delt, die zum Teil im Zusammenhang mit dem Erzberger-Mord stehen, ist es nicht anders als selbstverständlich, daß die staatlichen Behörden, insbesondere die Polizeibehörden ver- pflichtet waren, das Material entgegenzunehmen, von welcher Seite es auch immer kam. Eine weiter« Zusammenarbeit fand und findet nicht statt." Es ist für ein modernes Staatswesen äußerst befremdlich, daß der Minister für die öffentliche Sicherheit glaubt, sich entschul- d i g e n zu müssen, wcnn er die Unterstützung gewisser Volkskreise zum Schutze der Verfassung und der Ausdeckung von Mordtaten ent-> gegengenommen hat. » Wie MTB. meldet, werden die Enthüllungen der„Münchener Post" über die Geheimorganisation„Oberland" eine gerichtliche Verfolgung nach sich ziehen. Die in die Sache verwickelte .Osthandelsgesellschaft" läßt erklären, daß sie sich niemals mit Politik beschäftigt habe und keinen Filialdienst in Budapest unterhalte. — Wie derartige Dementis zu bewerten sind, weiß man aus Er- fahrung. • Der Sekretär des Republikanischen Raichsbundes Schmalix war zur Zeit des Kahr-Poehner-Regiments wegen Aufreizung zum Klassenkampf, in Wirklichkeit Aufforderung zur Verteidigung der Republik, angeklagt worden. Das Verfahren wurde dieser Tage e i n g e st e l l t._ Der Minister ialbiteklot Heilbron. früherer Leiter der Presse. abteilung der Reichsregierung, ist mit der Führung der Geschäfte der Abteilung IX(Auslandsdeutschtum und Kulturabteilung) des Auswärtigen Amts betraut worden. ver neue deutsche Rheinlandkommissar, ein Fürst Hatzfeld- Dillingen, tritt jetzt sein Amt in Koblenz an. finanzieller Art sind die Vorteile zentraler Haushaltsweise. Dort, wo die wirtschaftliche Not Berufstätigkeit der Frau bedingte, ja selbst wo nur ein arbeitsreicher Haushalt ihre Kraft übermäßig stark beanspruchte, stand stets auch ihre Gesundheit und Neroenkraft und damit der Frieden des Familienlebens auf dem Spiel. Nicht minder ist die offenbare geistige Verkümmerung der Frau unter dem Zwange der stetig rinnenden Hausarbeit, ein für den inneren Reichtum des familiären Lebens nicht ernst genug zu wägender Uebelstand. Es ist bezeichnend, daß alle diese Zustände nickt von Frauen, vor allem aber nicht von Hausftauen geleugnet werden und daß die Bedenk- lichen sich meist nur aus den Reihen der Männer melden. Sie treten als die schlecht beruft neu Schützer der„guten alten Zeit" auf und klammern sich in Rührung an die„Poesie des eigenen Herdes". Die Frauen werden es begrüßen, daß eine Gemeinschaft be- währt« Führerinnen und Führer, wie Minna Cauer, Wally Zepler, Ilse Müller-Oestreich, Regme Deutsch, Rudolf Wissel, Adolf Otw u. a.. und Organisationen, wie die Deutsch« Gartenstadtgesellschaft, der Deutsche Verein für Wahnungsreform sich in dem Verein für gemeinnützige E i n kü ch e n wi r ts ch a f t zusammengeschlossen haben. Das erste Ergebnis ihrer Bemühungen ist ein Prospekt einer Einküchensiedlung, das in Lankwitz bei Berlin auf genossenschaft- licher Basis verwirklicht werden soll. Das Sckicksal dieses Unter- nehmsns ist zurzeit in die Hand der Berliner Behörden gelegt, soweit sie durch Zugabe der allgemein übNchen Baukostenzuschüsse und eines städtischen Geländes am Werden dieser Aufgab« mitzuwirken haben. Frauen Berlins, paßt aus!__ Schiller-Theater. Der Schwank„Meine Frau die Hoflchau- spielerin", geschrieben mit Banalität und Behagen v»n Alfred Möller und Lothar Sachs, ist vom ehemalig wilhelminischen Schau- spielhaus am Gendarmenmarkt in das Charlottenburger Schiller- Theater überfiedelt. Es scheint, daß der Geschmack sich bei den republikanischen Spießern unserer Tage wenig geändert hat, denn man unterhielt sich ausgezeichnet in diesem Theater der Kleinbürger über den Dicht«, der sich nicht zu feinem Werke bekennt, weil er seine Gattin, die umschwärmte Schauspielerin, für sich fester ge- Winnen möchte. Es muh zugestanden werden, daß diese Heiterkeit einige handfeste Ursachen hat. Die Schwankantoren wissen Witze und' ulkige Austritte geschickt durcheinander zu mischen und eine freudige Stimmung durch drei mit Kuß und Versöhnung gekrönte Akte aufrechtzuerhalten.' Man spielte am Schill er-Theat« den Schwank mit den alten Kräften und mit dem neu hinzukommenden Fräulein Gertrud Seile, die über die Verve einer munteren Sofcndame und anmutige Bewegungen verfügt. M. H. Kosmischer Dortrag des Johannes Schlaf. Im Künstkerhaus, an derselben Stelle, an der uns vor acht Tagen ein Vortrag aus der Blechschmiede des Arno Holz einen reinen Genuß gewährte, sprach dessen einstiger Weggenosse Johannes Schlaf über das Thema:„Die Erde— nicht die Sonne." Der Volkstraft- bund, auf dessen Konto die V-ranstaltmig ging, wollte mit ihr den Dichter ehren. Es ist ihm nicht gelungen. In seiner astronomischen Betätigung— das muß getagt werden— kann man Schlaf nicht ernst nehmen. Er glaubte mit feinem Vortrag den Beweis erbracht zu haben, daß die Sonn« sich, um die. Erde dreht. Dabei geht er von dem Sonnenfleckenphänomen aus, das in d« Fachwissenschast noch keine restlose Erklärung gefunden hat. Weil wir die Sonnen- flecken hauptsächlich auf der Osthälfte der Sonne sehen, so folgert Schlaf: Das Weltall befindet sich in einer Wirbelbewegung spiraliger Natur. Die Erde ist der einzige Körper mit fester Schale, der eine Drehung um die eigene Achse aufweist. Alle Himmels- körper drehen sich um die kosmische Mitte, und im genauen(I) Mittelpunkt des Kosmos steht die Erde. Was Schlaf noch nebenher erwähnte, tonnte nur noch mehr in Erstaunen versetzen. Er sprach von einem„Bolschewismus der Wissenschaft" und von dem naturwissenschaftlich erbrachten Beweis der Existenz eines lebendigen Gottes. U. a. wurde auch Einsteiu hergenommen. Wenn Schlaf nur ein klein wenig in die Relativi- tätstheorie eingedrungen wäre, hätte er gesehen, daß d« Kamps um seine Anschauung längst überholt ist. Gewiß kann man nach der neuen Lehre sagen, daß sich die Körper um die Erde drehen: denn da man von Bewegung nur in bezug aus einen festen Punkt sprechen kann, so ist es im grenzenlosen Weltall gleichgültig, welchen Punkt man als feststehend annimmt. Es gibt weder einen ab- scluten Raum, noch eine absolute Zeit. Von einem Mittelpunkt des Kosmos zu sprechen, ist Unsinn. Und wenn Schlaf im Verlauf seiner Ausführungen behauptete, seine geozentrische Anschauung be- fteie endlich die Wissenschaft vom Tasten in Hypothesen, so muß man an eine Stelle seiner Gedichtreihe„Im Heidekraut" denken, wo er von sich sagt: und meine Gedanken meine dummen Gedanken.... Die Hoffnung, wenigstens in der Form einen Genuß zu er- leben, war leider auch trügerisch. Schlaf hotte den Dichter ganz vergessen._ E. D— r. Volksbühne G. B Auf Veranlassung der Volksbühne E. V. wird Richard Noest am Montag, den l?.,?>/, Uhr, im Bürgersaal des Rathause» au» Romain Rolland» Werlen vorlesen. Einlaß- iartcn 1 M. Vtatisse in Berlin. Oevri Matisse. der Pariser Maler, bat eine Reihe jüngst entstandener Bilder der Berliner Malerie st!echthr!m sür!ur-- Zeit zur Vcrsüauug gestellt. Sie werden dort mit srühcreu Kerken au» Prwalbejitz im Novemder zu sehen sein. Ktimsch tkehrer der Berliner Kunsthochschule. Als Nachsoloer de» ausscheidenden Pros. Peter Breuer hat Pros. Frih fflimsch einen Ruf au die Berliner atademische Hochschule erhalte?: und angenommen. Er übernimmt die Leitung einer Bitdhauerschule. ToS Ruedem-Arelstv in Obera.auieraau. Dem Andenken des Nüuchener uichters Io.eph Rnedercr. dessen 60. Geburtstag in diesen Taue» die Erinueruvg an ihn wachriet, ist ein Archiv gewidmet, das von ieinrr Witwe in Obcrammergau errichtet wurde. Hier befindet sin) der gesamte handschriltltche Nachlaß RuedererS, und an der Hand diese» umlang. reichen, vortrefflich geordneten Materials toll demnächst die erste vollständige Gesamtausgabe seiner Werke im Georg-Müller-Verlag erscheinen. Da? billige Sowjetporto. Das Vorto für den internationalen Verlehr ist in Rußland letzt aus 5 Rubel siir einen Briej(je 15 Gramm) und aus 2 Rubel sür eine Postkarte sestgesetzt worden. Zur Fraiitieruuq werde» di» srüherrn Briestnarlen der Zareriregiermig in den Werten von t bi» 20 Kopeken verwendet. Diese Wettbezeichnung ist aber nicht mehr gl» Kopeken-, sondern als Rnbelprei» zu betrachten. LanStag und Gbersthlesien. Su Beginn der Donnerstagsitzung des Preußischen Land- t a g e s brachte Präsident L e i n e r t im Auftrage aller Parteien mit Ausnahme der Unabhängigen und Kommunisten, die auch im Gegensatz zu allen anderen sitzen blieben, folgende Erklärung über GberHlesien zur Kenntnis: Aus Genf ist zu uns die erschütternde Nachricht gedrungen, daß der Völkerbundrat einen Vorschlag unterbreiten will, der eine Zer- reißung des schwer leidenden Volkes und Landes beabsichtigt. Ein solcher Vorschlag würde den Grundsätzen, die in den Versailler Friedensverhandlungen festgelegt worden sind, vollständig wider- sprechen. Danach sollte die Entscheidung der Frage, ob Obcrschlesien beim Deutschen Reiche verbleiben oder Polen zufallen sollte,„den- jenigen überlasien werden, die sie besonders angeht", nämlich der in Oberschlesien geborenen Bevölkerung. Diese hat mit großer Mehrheit am 20. März d. I. entschieden, daß ihr Land beim deut- schen Volke verbleiben soll, mit dem sie mehr als 750 Jahre verbunden ist und dem sie den wirtschaftlichen und kulturellen Aufftieg allein verdankt. Polen kann keinerlei Rechtsansprüche an Ober- schlesien geltend machen. Trot-dem soll ein erheblicher Teil des oberschlesischen Industrie« gebiets Polen überwiesen werden: obgleich Industrie, Handel und Gewerbe allein durch Deutsche aufgebaut wurden, auch die Arbeiterschaft in den Gewerkschaften allein deutschen Führern den Aufstieg zu geistiger und wirtschaftlicher Blüte oerdankt(Lärm bei den Komm, und U. Soz.) und sich alle maßgebenden Sachverständigen des In- und Auslandes für die Unteilbarkeit Oberschlesiens als unbedingte Voraussetzung des wirtschaftlichen Gedeihens des Landes ausgesprochen haben. Die Abstimmung am 20. März d. I. wurde unter schlimmstem Terror polnischer Nationalisten mit schweren Bedrohungen der deutsch stimmenden Bevölkerung vorgenommen.(Große Unruhe auf der äußersten Linken.— Rufe rechts: Ruhe!) Wenn bei dieser Sachlage nur eine Minderheit der Abstimmenden sich für Polen entschieden hat, so beweist gerade diese Tatsache den deutschen Charakter des oberschlesischen Voltes. Aber auch die Minderheit, die für Polen stimmte, hat nicht gewollt, daß Oberschlesien auf- geteilt und seine wirtschaftliche Susammengehörigkeit zerstört werden soll.(Zurufe der Komm.) Das ist namentllch in den letzten Monaten durch Kundgebungen der polnischsprechenden Minderheit unzweideutig zum Ausdruck gebracht worden. Die von den alliierten und assoziierten Regierungen in den Friedensbedingungen von Versailles zugestandene Volksabstimmung hat also das niemals wegzuleugnende Ergebnis gehabt, daß Ober- schlesien nicht nur deutsch, sondern ungeteilt deutsch bleiben will. Die Zerreißung dieses Landes in einen deutschen und einen polni- schen Teil würde daher ein Gewaltakt sein, der gegen den Willen der gesamten oberschlesischen Bevölkerung vorgenommen wird und damit zugleich den Grundsatz der Selbstbe- stimmung des Volkes vernichtet. Der Völkerbundrat kann das Mandat, über die Zugehörigkeit des oberschlesischen Voltes zu Deutschland oder Polen zu bestimmen, niemals herleiten aus der Zustimmung derjenigen, die diesem Diktat unterworfen sind. Der oberschlesischen Bevölkerung gegenüber bekundet der Landtag die untrennbare Zusammengehörigkeit des deutschen Volkes mit ihr. (Bravo!) Sie hat unter der Fremdherrschaft der Alliierten mit großem Mute sich zum Deutschtum bekannt, und wir drücken ihr hierfür das Gelöbnis unwandelbarer Treue aus.(Erneutes Bravo!) Die furchtbaren Leiden, Vergewalti- gungen der Freiheit, Gefahren für Leib und Leben, die die Ober- schlesier(Unruhe und Zurufe der Komm.) in den Aufständen er- dulden mußten, haben unser Mitgefühl mit den Oberschlesiern so gestärkt, daß eine Trennung des deutschen Volkes von ihnen ausgc- schloffen ist.(Sehr richtig! und Bravo!) Wir müssen mit ihnen die Ausführung der in Genf vorbereiteten Lösung des Schicksals von Oberschlesien als eine brutale Vergewaltigung des Volkswillens empfinden, und wir müssen uns auf das entschiedenste weigern, einen solchen Gewaltakt als Recht anzuerkennen.(Lebhafte Zu- stimmung.) Eine solche Lösung kann auch unmöglich zur Stärkung des Weltsriedens und zur Völkeroersöhnung beitragen.(Sehr richtig!) Sie würde den wirtschaftlichen Frieden nicht fördern und vor allem den Frieden des so schwergeprüften oberschlesischen Volkes nicht herbeiführen. Der Preußische Landtag erhebt feierlichen Einspruch gegen eine solche durch keinerlei Recht begründete Vergewaltigung und weiß sich hierin einig mit der erdrückenden Mehrheit des ge- samten deutschen Volkes.(Langanhaltender lebhafter Beifall.— Lärm und Zurufe bei den Unabhängigen und Kommunisten: Stinnes- bände!) Abg. Dr. Zlleyer-Ostpreußen(Komm.): Wir stimmen diesen Darlegungen nicht zu.(Zustimmung bei den Kommunisten, die mit Entrüstungskundgebungen beantwortet wird.) Abg. Leid(U. Soz.) erklärt dasselbe.(Große Unruhe.) Er werde nächstens die Stellung seiner Partei zur oberschlesischen Frage darlegen.(Großer Lärm und Schlußrufe.) In der fortgesetzten Besprechung der Großen Anfrage Hofs über den Entwurf des Reichsschulgesetzes zur Ausführung de« Ar- tikels 146 Abs. 2 der Reichsoerfassung, betreffend Bekenntnis- und tveltanjchauungsjchulen ergreift das Wort Abg. König-Swinemünde(Soz.): Artikel 146 der Verfassung sieht die Gemeinschaftsschule als Normalschule vor und ge- stattet sowohl die konfessionelle al» auch die weltliche Schule nur als Ausnaymeschulen unter ganz bestimmten Voraussetzungen, u. a., daß«ine genügende Zahl von Erziehungsberechtigten die Aus- nahmefchule verlangt und der regelmäßige Schulbetrieb dadurch nicht gestört wird. Der Reichsschulgesetzentwurs will aber alle be- stehenden Konfessionsschulen zulassen und die Konfessionsschule als Regel hinstellen. Somit ist der Entwurf verfassungswidrig, und wir fordern seine Umänderung. Noch 1316 haben die Rechte und das Zentruin in der Difsidentenfrage das Elternrecht mit Füßen ge- treten, daher glauben wir ihnen jetzt ihre Begeisterung für die Frei- heit der Eltern nicht. Das Privatschulwesen darf nicht zu sehr in die Höhe schießen, denn dadurch wird die Gemeinschaftsschule durch- löchert. Abg. Meyer-Ostpreußen(Komm.) fordert Abschaffung des Re- ligionsuntcrrichts. Abg. hoff(Dem.): Der Reichsschulgesetzentwurf bedeutet einen Bruch nicht nur der Verfassung, sondern auch des Weimarer Schul- komvromisscs. Wir verlangen loyale Durchführung der Verfassung. Abg. Schwarzhaupt(D. Vp.): Auf der konfessionellen Schule müssen wir bestehen. Der Kampf heißt nicht: Hier Simultan-, bier Bekenntnisschule, sondern: Hier weltliche, hier religiöse Schule! (Schr richtig! rechts.) Der Antrag, die Große Anfrage und den Antrag Kunert (U. Soz.), dem Unlercichtsausschuß zu überweisen, wird gegen die sozialistischen Parteien und Demokraten abqelebnt.— Der Antrag Kuner: selbst wird gegen die sozialistischen Parteien abgelehnt. Der deutschmonarchistische Antrag aus Unterstützung der Prioatschulen geht an den Unterrichtsausschuß. Es folgen die Großen Anftagen Lehmann(Dnat.), Otto(Dem.) und Braun(Soz.) über Sie Vorgänge an üer �ürstin-Slsmarck-Schule in Eharlottenburg... Abg. Pflug(Dnat.): Der Kultusminister hat im Mai 1820 wegen„politischer Drangsalierung" einer Minderheit, nämlich der beiden im Kollegium vorhandenen entschiedenen Schul- xeformer, eine Untersuchung angeordnet. Der Direktor und drei Damen des Kollegiums wurden im Interesie des Dienstes ver- setzt. Diese Verfügung Haenisch' ist erst von Dr. Becker zurück- e n o m m e n worden. Eltern und Schülerschaft wollen Direktor urg der Schule erhalten. Die Schulreformer weichen von den Eltern abgelehnt. Der Ton in Haenisch' Verfügung entbehrte jedes politischen Taktes. Der Ministerialdirektor, der m so gehässiger und einseitiger Weise die Untersuchung geführt hat, darf nicht länger an leitender Stelle im Schulwesen stehen. Darauf wird die Aussprache abgebrochen. Freitag 11 Uhr: Kleine Ansragen, Strafverfahren gegen Abgeordnete, Große An- fragen: Braun(Soz.) wegen der Personalpolitik des Ministers Dominicus, wegen des Vorgehens des Statistischen Landesamts gegen Angestellte, welche die schwarzrotgoldene Fahne gehißt hatten, und wegen des Verhaltens des gewesenen Breslaucr Polizeipräsidenten Liebermann. Schluß gegen 7 Uhr. die ilSPd. hak sich in der Berliner Skadkverwalkung häufig nicht von sachlichen Gründen, sondern von der Konkurrenz- furcht gegenüber den Kommunisten leiten lassen. Sie haben dem in der Mehrheit sozialistischen Magistrat üen Etat abgelehnt. Die meisten Unabhängigen erkennen die Unrichtigkeit und Schädlichkeit dieser Taktik selbst an, aber die Partei hat nicht den Mut, es offen auszusprechen. Die Unabhängigen haben mit den Kommunisten durch ihre Haltung vielfach Sie sozialistische Mehrheit gespalten und dadurch den Einfluß der bürgerlichen Parteien gestärkt. Die SPD. weiß, daß sie sozialistische Kommunalpolitik nur in den engen Grenzen der heutigen Perhältnlsse treiben kann. Sie verspricht nicht mehr als durchzuführen möglich ist. Sie allein kann die sozialistische Mehrheit sichern. Deshalb jeöe Stimme öer 1 Sozialdemokratischen Partei Das Militärtuch üer Sicherbeitswehr. »«.Köln, IS. Oktober. Im weiteren Verlauf der Leweisaufnahme richtet der Vor- sitzende an den Angeklagten T r o b e ck die Frage, ob ihm nicht bei dem zweiten Geschäft mit dem Zuschlag von 2 Schilling der Preis von 136 Schilling zu hoch und der Gewinn übermäßig erscheinen mußte, so daß ein reeller Kaufmann fein« Hände davon lassen mußte?— A n g e k l. Tr o b eck: Ich bin Ingenieur und kein Kaufmann, aber der deutsche Jurist, der die Regierung vertrat, hat den Vertrag gebilligt. Wie konnte ich da denken, daß man mich vor ein Gericht stellen würde?— Der Angeklagt« Trobeck betont dann, daß er bei dem Geschäft das Risiko getragen habe. Er mußte an Gaunt in London die Summe von 20 000 Dollar als Garantie auszahlen und bekam selbst auf das Akkreditiv der Re» gierung erst dann Geld, nachdem der entsprechende Teil der Ware verladen und die Dokumente vorgelegt waren. Er trug also vom Tage der Zahlung an das ganze Risiko: wenn es schief gegangen wäre, würde er ein armer Mann geworden sein.— Vors.: Schließlich hätten Sie auch die Finger davon lallen können.— R.-A. Dr. Alsberg: Und was wäre aus der Sicherheitswehr ge- worden?— Dorf,(lächelnd): Na, dann wäre schließlich wohl ganz Preußen zugrunde gegangen.— Angekl. Trobeck erklärt, daß dos Bruttoquantum 100 000 Pfund Sterling betragen hätte.— Vor f.: Diese Beträge haben Sie im Ausland gelallen?— Angekl.: Das Geld wurde ja in London ausgezahlt.— Vors.: Es war aber ein Geschäft, das in Berlin gemacht war. Der aus London erschienene Zeuge Gaunt ist der Verkäufer des Tuckes. Von der englischen Negierung habe er über 20 Mil- lionen Pard verschiedene Militärtuche gekauft gehabt. Eleland habe er eine Million Bard zum Preise von 11 Schilling angeboten. Außerdem habe er das Tuch noch verschiedenen anderen Leuten an- geboten, sei auch selbst in Berlin gewesen und habe versucht, Tuch zu verkaufen.— V o r f.: Zu welchen Preisen haben Sie das Tuch in Berlin angeboten?—Zeuge: Zu 10 Schilling 6 Pence. — Vors.: Weshalb ist man in Berlin auf dieses Angebot nicht ein» gegangen?— Zeuge: Das ist etwas, worüber ich mich selbst wundere. (Heiterkeit.) Bei dem Geschäft mit Eleland war Bedingung, daß das Tuch vorher bezahlt wurde. Das konnte dieser zunächst nicht, bis Trobeck hineinkam. Erst als Trobeck die 20 000 Dollar Kaution gestellt hatte, haben wir Vertrauen zu dem Geschäft bekommen.— Der Zeuge, dessen Vernehmung durch Dolmetscher erfolgen muß und sich daher sehr langwierig gestaltet, wird dann ausführlich über die Einzelheiten der Vereinbarungen und vorausgegangenen Verhand- lungen befragt.— Vors.: Es wird angenommen, daß ein Risiko für die Angeklagten bestand, weil Schwierigkeiten bei der Ausfuhr ge- macht werden konnten, weil das Tuch für die Sicherheitswehr b«- stimmt war?— Zeuge Gaunt: Ich glaube nicht: ich nehme doch an, daß dos anständige Leute find.(Große Heiterkeit.) — Vors.: Ist Ihnen nicht bekannt, daß die Entente die Sicherheit?- wehr mit wenig günstigen Augen ansah?— Zeuge: Davon weiß ich nichts. Ich tonnte das Tuch verkaufen, an wen ich wollte, auch an die Sowjetregierung und an Deutschland. Der englische Zeuge L o d g e, der in Köln Vertreter von Gaunt war, bekundet, das Rcichswirtschaftsministerium habe sich Muster ausgebeten und sollte nach dem Kapp-Putsch Antwort geben. Sie hätten ober nichts mehr gehört.— Zeuge Stern, Gesellschafter des Vorzeugen, bekundet, daß die württembergische Re- g i e r u n g eine Million Bard taufen wollte. Das Geschäft zerschlug sich, weil Geheimrat N e i ch a r d t vom Reichswirtschaftsministerium die Einfuhrgenehmigung versagte. Die Verhandlung wird am Freitag sortgesetzt. Die neue poftverteuerung. Der dem Reichstag vorzulegende neue Posttarif, der da» Defizit mildern soll, will u. a. folgende Sätze einführen: Brief Ortsverkehr bis 20 Gramm 7S Pf., über 20 bis 250 Gramm 1 M., Fernverkehr bis 20 Gramm 1 M., über 20 bis 100 Gramm 1F0 M., über 100 bis 250 Gramm 2 M. Dienstliche Akten- briefe von Behörden über 250 bis 500 Gramm 3 M.: Postkarte Ortsverkehr 50 Pf.. Fernverkehr 75 Pf.: Druckfachcnkarte 25 Pf.: Drucksachen bis 50 Gramm 30 Pf.. 60 bis 100 Gramm 50 Pf.. 100 bis 250 Gramm 1 M.. 250 bis 250 Gramm 2 M.. 500 Gramm bis 1 Kilogramm 3 M.: Päckchen(bis 1 Kilogramm) 3 M.: Pakete Nahzone bis 5 Kilogramm 4 M., 6 bi» 10 Kilogramm 8 M., 10 bis 15 Kilogramm 14 M„ 15 bis 20 Kilogramm 20 M., Fernzone 6. 12, 22, 30 M. E i n f ch r e i b g e b ü h r 2 M.: P o st a n w e i f u n- gen bis 50 M. 1 M.. 60 bis 250 M. 2 M.. 250 bi» 500 M. 3 M.. 500 bis 1000 M. 4 M., 1000 bis 1500 M. 5 M., 1600 bi» 2000 M. 6M. Auslandsgebühren: Briefe bi» 20 Gramm 2 M., jede weiteren 20 Gramm 1 M.: Postkarten 1,20 M. und Druckfachen 40 Pf. für jede 60 Gramm. Z a h l k a r t e n g e b ü h r 60 Pf. bei Betrügen bis 60 M.. 1 M. bei 60 bis 600 M.. 1,50 M. bei 600 bis 1000 M., 2 M. bei 1000 bis 2000 M., 3 M. bei 2000 M. Telegramme 60 Pf., mindestens 5 M., Pressetelegramme die Hälfte. Fernsprech» gebühren Erhöhung um 20 v. H. Eifenbahnunfälle überall. Bamberg, 13. Oktober. Heute nacht kurz nach 12 Uhr fuhr in der Nähe der Betriebswerkstätte ein Güterzug mit Personenverkehr aus bisher noch unbekannter Ursache auf ein sogenanntes totes Gleis, überfuhr den Prellbock und stürzte mit der Lokomotive in einen Graben. Der dritte Personenwagen wurde in den zweiten hineingeschoben, wodurch unter den Fahrgästen ein großes Blutbad angerichtet wurde. Nach den bisherigen Feststellungen sind 3 Per- fönen kok, 3 schwer verletzt und 12 leicht verletzt. Einer der Getöteten ist der Handelsmann Georg Eichler aus Königsberg i. Pr. Der Materialschaden ist außerordentlich groß. Von den Schwerverletzten ist einer bei seiner Einlieferung in das Krankenhaus gestorben. Heidelberg, 13. Oktober. Heute früh überrannte ein Leergüter- zug auf der benachbarten Station Wieblingen das Stellwerk, das er vom Sockel herunterriß. Infolge der dadurch hervor- gerufenen Unterbrechung des Signaldienstes fuhr ein aus Mann- heim kommender Personenzug bei dichtem Nebel auf einen von Mannheim nach Basel abgelassenen Schnellzug auf, der auf der Strecke vor der Unfallstelle liegen geblieben war. Die Lokomotive des Personenzugs entgleist«, der Packwagen des Schnellzugs schob sich in den letzten Personenwagen und beschädigte ihn erheblich, wobei mehrere Reifende des Schnellzugs Verletzungen erlitten, darunter der aus dem Haag kommende österreichische Lega- tionsrat Dr. Günther. Mit mehreren Stunden Verspätung konnte der Schnezug die Fahrt nach Basel fortsetzen. Arnsberg, 13. Oktober.(Amtlich.) Vormittags 6,30 Uhr stieß Personenzug 1361 bei Haltestelle Lenne infolge grober Fahr- lässi gleit im Zugmeldedienst mit einer leerfahrenden Loko- motive zusammen. Ein Heizer wurde getötet, andere Beamte wur- den schwer verletzt. Die beiden Lokomotiven und zwei Personen- wagen wurden stark beschädigt. Der Betrieb wurde durch Umsteigen aufrechterhalten. Um 5,30 Uhr nachmittags war die Strecke wieder befahrbar. • Bei Merida in Spanien ist ein Personenzug infolge Unter- spülung des Bahndammes durch anhaltenden Regen entgleist. Ueber die Zahl der Toten und Verletzten liegen Meldungen noch nicht vor. Volksabstimmung im Surgenlanü. Budapest, 13. Oktober.(Ung. Tel.-Korr.-Bund.) Ueber die Ein- zelheiten der Vereinbarungen in Venedig erfährt unser nach Venedig entsandter Sonderberichterstatter: Acht Tage nachdem die inter» alliierte Generalskommission die erfolgte Entwaffnung festgestellt hat, wird in Oedenburg und Umgebung, Agendors und Brennberg unter Kontrolle der Kommission eine Voltsabstimmung abgehalten. Was die infolge der Uebergabe erhobenen finanziellen Forderungen Ungarns bettifft, so werden in dieser Frage in vier- zehn Tagen Verhandlungen in Wien eröffnet werden. Wenn diese Verhandlungen binnen vierzehn Tagen nicht zu einem Ergebnis führen, so wird gemäß den Bestimmungen des Friedens von Trianon ein gemischtes Schiedsgericht über diese Frage entscheiden. Die neue Irredenka. Am Montag wurden sämtliche Süd- tiroler Tagesblätter wegen eines Artikels betteffend die Stellungnahme der deutschen Südtiroler Abgeordneten zum Besuch des Königs beschlagnahmt. Nach dem„Avantt" sind alle Süd- tiroler Zeitungen oerboten worden, weil sie die deutsche Bevölkerung aufforderten, sich beim Besuch des italienischen Königs jeder Kundgebung zu enthalten. Der König wird auf feiner Reife noch Tirol keinen Aufentbalt nehmen, sondern nur kurz Meran besuchen und dann nach dem Brenner fahren, um der Einweihung der Grenzsteine beizuwohnen. Die 20 Stadkverordnelen von Poplar. die wegen Steuerver- Weigerungsbeschluß unter Hinweis auf die große Zahl Arbeitsloser in diesem Londoner Vorort verhaftet worden waren, sind auf Wei- fung des Oberhauses als höchsten Gerichts fr e i g el af f en.worden. Wirtfdyafi Die Black sinkt weiter. Der SturzderdeutschenValuta nimmt immer bedroh. lichere Formen an. Nachdem schon vorgestern die höchsten bisher erzielten Preise ausländischer Zahlungsmittel an der Berliner Börse überschritten waren, setzte sich die Bewegung gestern fort und ließ den Dollar auf 141,35(vorgestern 131,86), den Preis von 100 hollän- difchen Gulden auf 4845,15(vorgestern 4395,60), den von 100 Schweizer Fronten auf 2597,40(vorgestern 2437,55) hinaufschwellen. Die amtlichen Notierungen der Berliner Börse, die im Freivertehr noch überboten wurden, ergeben also, daß die Mark im Ausland weniger als 3 Pfennige der Währung vor dem Kriege gilt. Die Gewaltköfung der oberschlesischen Frage hat die Panikstimmung ausgelöst. Ob die Entwertung der deutschen Mark in diesem Umfange innerlich berechtigt ist, läßt sich ohne Kenntnis der Einzelheiten des Bölkerbundbefchlufses nicht beurteilen. In Zahlen vermag heute niemand auszudrücken, welche Mengen wirt- schaftlicher Energien durch den Genfer Spruch mit einer Teilung Oberschlesiens der deutschen Volkswirtschaft sofort, welche Mengen ihr allmäblich verloren gehen. Jeder fühlt nur, daß hier der deutschen Wirtschast und den deutschen Finanzen ein ungeheuer schwerer Schlag versetzt worden ist, daß die zukunftsreichsten Gebiete an Polen fallen, damit vielleicht auch wirtschaftlich schwer gefährdet werden sollen. Daher die schlechte Beurteilung der deutschen Mark mit allen ihren unheilvollen Folgen für die deutsche Kaufkraft am Weltmarkt, für die Verteuerung fremder Rohstoffe und der meisten Lebensmittel für die Verschleuderung der deutschen Waren am Weltmarkt und für die finanzielle Leistungsfähigkeit des Reiches sowohl im Inland wie gegenüber der Entente. Ein Ende dieser Entwicklung ist vorläufig nicht abzusehen: die Entente wird sich erst durch die zu erwartenden neuen Störungen Ihrer eigenen Wirtschaft davon überzeugen müsien, welcher Fehl- s p r u ch das Urteil des Völkerbunds im Hinblick auf die Wirtschaft- lichen Zusammenhänge der oberschlesischen Industrie gewesen ist. Dem Reich aber, das seinen wachsenden Goldmarkverpslich- t u n g e n nur mit Papiermarksteuern gegenübersteht, das jetzt von dem Valutasturz am schwersten bettoffen wird, erwächst die Frage, wie es der Gefährdung feiner Finanzen entgegenwirken fall. Die letzte Woche hat wieder 1 Milliarde neuerBanknoten gebracht; der gesamte Papiergeldumlauf ist auf 95 Milliarden angewachsen. Die ersten jährlichen WIederautmachunpsraten, ursprünglich auf rund 50 Milliarden geschützt, sind durch den Kurzsturz der Mark auf rund 120 Milliarden' gestiegen. Keine Finanzreform, die sich auf Panier- marksteuern aufbaut, ist auf die Dauer diesem Ansturm gewachsen. Wird man daraus die entscheidenden Schlüsse ziehen? Deutsch-Oesierreichs Außenhandel. Nach der vorläufigen Hau. delsstatiftik über Oesterreichs Außenhandel im ersten Halbjahre 1921 erreichte die Einfuhr eine Menge von 3,8 Millionen Tonnen, die Aussuhr ein« Menge von 700 000 Tonnen. Der Anteil Deutschlands daran geht ans folgenden Zahlen hervor: Die Einfubr von dort betrug 1 222 000 Tonnen, also fast ein Drittel, die Ausfuhr dorthin 106000 Tonnen. Sewerkschostsbeweg u ng Mn die Arbeiter und Ungeteilten Serlins 1 Seit dem 1. Oktober befinden sich etwa 3500 gastwirt- schaftlich« Angestellte im Abwehrkampf. Beteiligt sind außer den eigentlichen Gastwirtsgehilsen(Kellner, Köche, chilfs- personal) auch die kaufmännischen Angestellten, Musiker, Maschinisten und Heizer und alle in diesem Genierbe beschäftigten Handwerker. Es handelt sich hier nicht nur um eine Lohnbewegung im üblichen Sinne, sondern auch um einen Kampf um die Organisation. Es ist unbedingt notwendig, daß die organi- sierte Arbeiterschaft Solidarität übt und daß, bis der Kampf zugunsten der Arbeitnehmer entschieden ist, nur solche Lokale besucht werden, wo die vom Kartell der im Gastwirts- gewerbe vertretenen Arbeitnehmerorganisationen aufgestellten For. derungen bewilligt sind. Diese Lokale sind kenntlich gemacht durch grüne Plakate, die folgenden Aufdruck haben: „Achtung. In diesem Betriebe sind die Forderungen der Angestellten bewilligt." und mit dem Stempel des Kartells der im Gastwirtsgewerbe vertretenen Arbeitnehmerorganisationen versehen sind. Zu Versammlungen und anderen Veranstaltungen sind ebenfalls in erster Linie die bewill igten Saalgeschäfte zu benutzen. Diese Betriebe sind beim Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Cafeangestellten, Elsasser Str. 8(5/88, Fernsprecher Norden 1813, zu erfragen. Bei Veranstaltungen in nicht bewilligten Betrieben, die nicht mehr rückgängig gemocht werden können, ist der Konsum auf das Notwendigste einzuschränken. In jedem Falle ist aber dafür zu sorgen, daß bei Festlichkeiten keine Streikbrecher beschäftigt werden. Die Bezahlung von 10 Proz. Aufschlag zu den festgesetzten Preisen der Speisen und Getränke ist unter allen Umständen zu verweigern. Die Streikposten sind, »penn nötig, in ihrer Tätigkeit zu unterstützen. Weitere erforderlich« Maßnahmen wird der Ausschuß mit den in Betracht kommenden Organisationen treffen. Dem arbeiterfeindlichen Vorgehen des koalierten Unternehmer- tums muß die Solidarität der gesamten Arbeiter entgegengesetzt werden. Allgemeiner freier Angestelltenbund. Ortskartell Groß-Berlin: F l a t a u. Otto. S ch i k o r a. Der Ausschuß der Gemerkschaftskommtssion Berlins und Umgegend: Sabath. auf die verbrieften Rechte ihrer Zivilversorgung und aus ihre durch ordnungsmäßig abgelegte Prüfungen nachgewiesenen Leistungen. Der Existenzkampf der zurzeit eine Anzahl von 40 000 bis 60 000 darstellenden unversorgten Militäranwärter im Aller von durch- schnittlich 36 Lebensjahren ist zu hart, als daß die Militär- anwärter es sich leisten könnten und wollten, sich mit ihren Arbeits- kollegen, die aus dem Arbeiterstand kommen, in Widerspruch zu setzen, stall durch Verhandlungen von Organisation zu Organisation die Grenzen der Stellenbesetzung schiedlich und friedlich nach den Die Schuhmacher zum Schiedsspruch. Eine sehr stark besuchte Versammlung der Schuhmacher tagte am Mittwoch, um zu dem Spruch des Schlichtungsausschusses Stellung zu nehmen. Schüler referierte über die Verhandlungen am 4. und 6. Oktober und teilte das Ergebnis mit. Für Zeitlohn- arbeiter und Arbeiterinnen wird der Stundenlohn um 1 M. erhöht. In der lebhaften Aussprache wurde zwar bedauert, daß es nicht mög- lich war, die gestellten Forderungen zu erreichen, andererseits müsse aber der Schiedsspruch immerhin als Fortschrill gegenüber dem An- gebot der Arbeitgeberorganisation bezeichnet werden. Trotzdem sich weitere Redner für die Ablehnung erklärten, wurde in der geheimen Abstimmung der Schiedsspruch mit großer Mehrheit angenommen. Die Innung dagegen hat am Montag den Schiedsspruch ein- stimmig abgelehnt. Sie sandte der Tagespresse eine Zuschrift mit der beweglichen Klage, daß außer den fortgesetzt steigenden »v. Lederpreisen auch die Lohnforderungen der Gehilfen eine Verteue- rung des Schuhwerks bewirken und kündigt damit eine Erhöhung ihrer Preise für Reparaturen und Neuanfertigung an. Auch der Schlichtungsausschuß sei daran schuld, der als„Bewilligungs- Maschine" den Gehilfenforderungen in ollen Punkten zugestimmt habe. Letztere Behauptung entspricht nicht den Tatsachen. Merk- würdig ist, daß sie sich für ihre Preiserhöhung auf die Forderungen der Arbeiter berufen und die Forderungen samt den Schiedsspruch ablehnten. Damit zwingen sie der Arbeitnehmerschaft den Kampf auf, den diese zu führen wissen wird. „Militarisierung statt Demokratisierung". Zu der unter obiger Ueberschrift in der Abendausgabe des „Vorwärts" vom 11. d. M. erschienenen Notiz schreibt uns ein parteigenössischer Militäranwärter: Die Eisenbahndirektion Halle hat den Militäranwärtern mit der von ihr vorgebrachten Begründung für Aufhebung der Sperrung des nichttechnischen mittleren Beamtendienstes für Mili- täranwärter einen richtigen Bärendienst geleistet. Die organisierten Militäranwärter lehnen es ab, mit den Argumenten der Hallenser Eisenbahndirektion einen Keil zwischen Militär- anwärter und Beamte anderer Herkunftsklassen treiben zu lassen. Sie stützen ihre Forderung nach Aufhebung der Sperre lediglich Vie Sozialöemokratisthe Partei kämpft in der berliner Stadtverwaltung iüt eine gesunde Finanzpolitik. Aufbringung der not- wendigen Mittel durch Belastung der zahlungsfähigen Bevölkerungsschichten: ?nr eine Schule, die den Sindern aller Bevölkerungskreise die beste« Bildungsaussichteu eröffnet; für die technische und organisakorische Vervollkommnung der städtischen Betriebe, ihre Leitung nach kaufmännischen Grundsätzen, um sie so wieder rentabel zu machen; für billige und ausreichende Lebensmittelversorgung der Bevölkerung; für Wohnungsbeschaffung auf gemeinwirffchafklicher Grundlage und für ausreichende Armenunkerstützung und für menschenwürdige Waisen- und Fürsorge- Erziehung: gegen die Eliquenwirkschaft der bürgerlichen Parteien, die ihren Angehörigen alle städtischen Aufträge mit hohen Verdiensten zuschanzen möchkea; gegen die Auslieferung der städttschen Bettiebe an das privatkapital; gegen reaktionäre und monarchistische Einflüsse in der Verwalkung. Unterstützt diesen Kampf, geht am Sonntag alle zur Wahl. jede Stimme für die Spd. US klaren Rechtsverhältnissen abzustecken. Die Zell ist vorbei, in der die Militäranwärter in völliger Abhängigkeit von dem Urteil „wohlwollender" Behörden sich von diesen, um eine kärgliche Existenz zu fristen, gegen andere Herkunftsklassen ausspielen lasten müßten; sie stehen heute in der geschlossenen Front der Ange- stellten- und Beomtenichaft und suchen ihr Recht lediglich durch chre Organisation. Der in oem Zusatz des„Vorwärts" zu dem Hallenser Schriftstück gekennzeichnete Mtlitäranwärtergeist existiert heut« nicht mehr, er lebt nur noch weiter in der beämtenfeindlichen S p« k u- l a t i o n einiger Behörd>n._ Zentrale Regelung im Bersicherungsgewerbe. Dom Zentralverband der Angestellten wird uns mitgeteill: Die allerorts eingeleiteten örtlichen Lohnkämpfe, die in Berlin bereits zu einem günstigen Schiedsspruch geführt haben, dürften durch eine zentrale Regelung der Gehälter für das ganze Reich ihren Abschluß finden. Auf Einladung des Reichsarbeitsministe- riums wurde zwischen den Vertragsparteien am 11. und 12. Ok- tober erneut verhandelt. Auf der Grundlage eines Vergleichsvor- fchlages des Ministerialdirektors Dr. S i tz l e r kam schließlich eine bis zum 19. Oktober widerrufliche Vereinbarung zustande, die den Versicherungsangestellten über den Schiedsspruch vom 9. September hinaus erhebliche Teuerungszuschläge zuspricht. Vor allem sind nunmehr, entgegen den ursprünglichen Absichten der Arbeitgeber, auch die weiblichen Angestellten und die Iu- g e n d l i ch e n unter 20 Iahren berücksichtigt worden. Ueber die Annohme oder Ablehnung der Vereinbarung wird eine Abstimmung unter den Angestellten stattfinden. Den erzielten Erfolg verdanken die Dersicherungsangestellten dem planmäßigen örtlichen Vorgehen._____ Der Streik in der Chirnrgie-Mechanik beendet. Nach achttägiger Dauer wurde am Dienstag vor dem Schlich- tungsausschuß Groß-Berlin nach stundenlanger Verhandlung ein Vergleich geschlossen, womit der Streik der kaufmänni- scher Angestellten der Branchen Chirurgie-Mechanik, Labo- ratoriums-Apparate und Detail-Depots beendet ist. Die An- gestellten erhalten für Oktober die eingereichten Gehaltserhöhungen abzüglich 10 Proz. der Differenz aus dem früheren und dem neuen Tarifgehalt. Ueber diese 10 Proz. soll nach Ablauf von drei Tagen erneut verhandelt werden. Maßregelungen gegen Lehrlinge, Ange- stellte und gewerbliche Arbeiter dürfen nicht vorgenommen werden. Das Dienstverhältnis gilt durch den Streik als nicht unterbrochen. So hat auch dieser Streik, der mit lobenswerter Energie und seltener Einmütigkeit eingesetzt hatte, zu einem vollen Erfolge ge- führt. Nach voroufggangener Versammlung wurde die Arbeit am Mittwoch wieder aufgenommen. Im Berliner Hochbaugewerbe droht ein Streik. Am 8. Oktober wurde mit dem Verband der Baugeschäfte von Groß-Berlin E. V.(Hochbau) wegen einer Neuregelung der Gehäller der kaufmännischen Angestellten dieser Branche verhandelt. Der Vertreter des Zentralverbandes der Angestellten wies auf die unge- heure Teuerung hin und stellte fest, daß die jetzt gezahlten Gehäller dazu in keinem Verhältnis stehen. Die Forderungen der Ange- stellten von zirka 50 Proz. feien direkt bescheiden zu nennen. Die Vertreter der Arbeitgeber weigerten sich jedoch beharrlich, irgendein Angebot zu machen, verlangten vielmehr wesentliche Herabsetzung der Forderungen. Was unter wesentlich zu verstehen sei, sagten sie nicht, so daß es schließlich zwecklos war, weiter zu verhandeln. Durch die Schuld der Arbeitgeber sind die Verhandlungen im ersten Stadium gescheitert. Die Angestellten haben den Schlichtungsaus- schuß angerufen, während die Arbeitgeber versuchen, den Streitfall vor eine andere Schiedsstelle zu bringen. Da momentan die Ge- fchäftslage im Baugewerbe gut ist, sind die Angestellten nicht bereit. die Angelegenheit verschleppen zu lassen. Angebote, die mit den heu- tigen Verhältnissen nicht in Einklang zu bringen sind, werden sie ablehnen._ Die kaufmännischen Angestellten des Glas- und Seramik-Groß- Handels nahmen zu dem Angebot der Unternehmer Stellung. Wille erklärte, daß es unter den obwaltenden Berhällnisien nicht möglich gewesen sei, mehr als zirka 20 bis 26 Proz. herauszuholen. Nach kurzer Diskussion wurde die Abmachung gutgeheißen. An die Gewerkschaftsmitglieder! Für die am Scnntog nachmittag 4 Uhr im Schauspielhaus stattfindende Vorstellung„Euchen Humbrecht". Schauspiel von Wagner, sind Eintrittskarten zu stark ermäßigten Preisen im Bureau der Gewerkschaftskommission, Engelufer 26, Zimmer 16, zu haben. Der Streik in der Bonner Fahncnfabrik in Bonn, über welchen wir kürzlich berichteten, ist beendet. Die neuen Löhne betragen: für Hilfsarbeiter 2,64 M.(14jährige) bis 7,48 M. pro Stunde; Arbeiterinnen von 2,31 M. bis 4,72 M.: Maler. Zeichner und andere Handwerker 8,94 M. bis 8,69 M.; Stickerinnen 4.02 M. bis 6,27 M.; Maschinenstickerinnen von 4,73 M. bis 7,43 M.; Nähe- rinnen von 4,40 M. bis 6,06 M. Sämtliche Löhne sind Mindest- stundenlöhne. Ende des wilden Streiks in Dortmund. Die Arbeiter der Dort- munder Union haben Mittwoch nachmittag in sämllichen Betrieben die Arbeit bedingungslos wieder aufgenommen. Zu der Obersteiner Metallindustrie sind die Arbeiter in eine Lohnbewegung eingetreten. Bis zur Regelung der Lohnstreitigkeiten durch den Schlichtungsausschuß werden keinerlei Ueberstunden, Akkord- und Heimarbeiten gemacht. Bei der Gelsenklrchener Bergwerks-A.-G. sind die Lokomativ- führer und die Arbeiter der Hochöfen-Elektrizitätsanlagen in den Streik getreten, da die Forderung einer höheren Akkordpämien- zulage abgelehnt wurde. Durch den Streik von etwa 1000 Mann werden weitere 3600 Arbeiter zum Feiern veranlaßt. Berhand- lungen sind im Gange. Der Texkilarbeikerstreik in Lille ist noch nicht beendet. Da je- doch die Unternehmer den Arbeitern neue Arbeitsbedingungen vor- schlugen, die als annehmbar erklärt wurden, rechnet man danüt, daß der' Streck bald beendet sein wird. Transportarbeiteivcrband. Branche Einkassierer und Aassenbaten. Frei- tag 7 Uhr im Lokal von Müller, Stralauer Str. 53, Vertrauen-männersitzuna.— Handelshilfsarbeiter und»arbeiterinnen aus allen Betrieben der Damenwäsche-, Schürzen-, Unterrock-, Weißwaren- und Tapisseriebranche. Sonnabend, nachm. 3 Uhr, im Lokal von Witte, Doststr. 2g, Gruppenversammlung.— Themrscher Großhandel, Oele und Fette. Branchenocrsainmlung Sonnabend 3 Uhr im Ge- werkschaftshaus, Engeluser 24!25, Saal 4. Die Berhandlungen vor dem Demo- bilmachungskommissar. Zentralverband der Angestellten. Gruppe Metall. Die für Freitag angekitn- digte Funktionärversammlung findet nicht statt. Deutscher Holzarb eiterv er band. Pianomechanikarbeiier. Sonnabend Mi 3 Uhr Andreasfestsäle, Andreasstr. 21, Branchenversammlung. Beschlußfassung über das Ergebnis der Berhandlungen. AEG.-itonzern! Falls Streik der Angestellten, Sitzung des Gefamlietriebsratz Sonnabend g Uhr Invalid enstraße. Verantw, kür den redakt. Teil: Dr. Werner Pelfer, Charlottenburg! für Anzeigen: Tb, Glocke. Berlin, Berlag: BorwärtS-Veriag G, m. b. H., Berlin. Druck: Bor- wärlS-Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenftr. 3. Hierzu 1 Beilage. Sur Körperpflege ÄÄ fllyrrholin- Seife Stoffe liir Herren- und Damen-Bekleidung beste Fabr., gr. Auswahl, Verk. meterweise Koch& Seeland B: GertraudtenstraBe 20—21,» A�h�itheim Im Wintergarten Leipziger Straße Kakteen-Ausstellung Fische Rotbars e ohne Kopf. Pfund igo Rotzungen..... prund 2so Seelachs SnaÄf. Pfund 2oo Splegel-Karpfenp'ftnd 12so Leb. Hechte prandlZM u.13 m Räucherwaren Schellfische..... Pfund 4so Bücklinge...... Pfund 650 Goldbarse...... Pfund 650 Flundern pommerss,«.Pfund 080 Lachsheringe grosc stuck Iso Käse Landkäse groee.. Liptagerkäse.. Schichtkäse.. Rahmkäse---- Harzerkäsa---- Quadratkäse.. Tiislterkäse... Goudakäse d»n.. Frisches Fleisch Wein Hammel rVorderfleisdi pta. 9 m Hammelrücken....... wa. 10 m Hammelkeule �«.. ra. 11 m Suppenfleisch........«d, 9s<> Schmorfleisch mü Knochen. Pfd. 11 M Roastbeef mU Knochen..... Pfd. 11 M Kalbskamm u.-Brust. Pfd. 10s» Kalbsnierenbraten____ Pfd. 11m Kalbskeule ganz oder geteilt.. Pfd. IX M Schweinebauch u.-Blatt pfd.15 m Schweinerücken...... Pfd. t5so Schweineschinken....Pfd. IFs» 540 Gebadetes Rind- und Sdiweinefleisdi Pfund 11 M . Sffldc 375 . Stüde 225 . Stüde 090 . Stock 490 . Pfund 850 .Pfund 12M .Pfund 1250 .Pfund 1450 Wild u. Geflügel Krammetsvögel. siock Iso Junghasen mit Pen. stock 29 m HaSen groBe, mit Pell. Stück 55 M Hirschfleisch... Pfund 6fn Gänse..... Pfund 1250 14so Große Tauben,.stock Tso Pflaumenmus giSwpk 620 Marmelade(vierflrucht) Pfd. 620 Winterkarioffeln�Tso Spin at(frischer).... Pfund 7 OPf. Kohlrüben seid«.. Pfund 55pf. Rotkohl HoUHnd..., Pfund 90Pk. Wirsingkohl... Pfund 95pf. Mohrrüben gew«sd.. pfd.SOpf. Grünkohl...... prund 60pf. Sellerie-Knollen�" 2so Zwiebeln(Dsuer-Ware)Pfd. 90pf. Blumenkohl. Kopr I30 bi-, 3so Märk. Rübchen. pmnd 60pf. Grünlinge....... Pfund 3so Kochblrnen große..Pfund Iso Quitten......... Pfand Iso Wurstwaren Rot- u. Zwiebelw. Pfd. 14m Sülzwurst...... Pfund 17 m Landleberwurst Pfund 17m Pastetenleberw. Pfd. 18 m Jagdwurst..... Pfand 21 m Mettwurst grobe..Pfund 24m Magerer Speck Ä 1 7 Schinkenspeck p�d 1/ m Apfelwein-Auslese 1919Gaubicke]helm.19 Rheinwein............. 1�40 1919Wlnchering.Mosei16M 1919Nittel. Giffel Mo�ilS m 1919Hackenheimer 1o Galgenberg Rheinwein......> OSO 1919 Alsheimer eäÄ 2180 1919Bechtheimer Geiersberg Rheinwein...... �050 191 7 Wachen�flmeÄ:„7 M Wachstum J. Rech........ I M 1919iVIontagne tf™*, ISao 1913Chät.St.Geora.00 Bordeaux............. 22 M 191 7 Priorato"Sn p�2450 1917Chät. Ferrand 00 Bordeaux.............-ckSSO Weinbrand verschnitt 36m Deutsch.Weinbrand 45m Jamaika-Rum verschnttt44M Jamaika-Rum v.Äim50M Preise für i|i Flasche einschl. Steuern. Flasche frische Blut- � 4 u. Leberwurst Pfd. ±~rM Im Erfrisdmngsraum Streuselkuchen Ä Jl SO Hc. 4$5 4 Z8. Jahrgang Heilage öes vorwärts 5rektag, 14. Gktsber1H21 Wahlreden im Rathans» Die Deckung der Lohnerhöhungen und Gehaltsznfchläge genehmigt. In der gestrigen Stadtverordnetensitzung, der letzten vor den am Sonntag stattfindenden Neuwahlen, konnte man glauben, in einer Wählerversammlung zu sein. Zur Deckung der schon beschlossenen Lohner- höhungen und Gehaltszuschläge mußten neue Lasten auferlegt werden, die gewiß nicht gering, aber unver- weidlich sind. Für verantwortungslose Leute war das wieder mal eine Gelegenheit, sich in dem Glorienschein der angeblich „wahren Volksfreunde" zu zeigen. Die Kommunisten erklärten, daß sie selbstverständlich alles ablehnen würden, und das taten sie dann auch. Die Unabhängigen suchten den Schein zu retten und brachten ein paar Anträge ein, durch die von den Forderungen des Magistrats etwas abgehandelt werden sollte. Aber dieser Weg war unmöglich im Hinblick auf die Er- klärungen des Kämmerers, der auf volle Deckung der bewilligten Ausgaben bestehen mußte. Beachtung verdient der Hinweis des Kämmerers auf den unheilvollen Einfluß des Krieges, der die Finanzen aller deutschen Gemeinden in Unordnung gebracht hat, weil die von ihnen für das Reich„ausgelegten" Kriegsaufwen- düngen— in Berlin betragen sie über eine halbe M i l- l i a r d e I— bisher nicht erstattet worden sind. Unser Genosse S ch u l d t hielt keine Wahlrede, legte kurz die bittere Notwendigkeit dar, die neuen Lasten zu genehmigen, und sprach die Erwartung aus, daß der Magistrat die Vor- schlüge der Betriebsräte zur Verbesserung der Pro- d u k t i o n prüfen wird.— Den Schluß der Sitzung bildete eine der üblichen Geschäftsordnungsdebatten. In ihr wurde festgestellt, daß die Kommunisten ein paar von ihnen selber eingebrachte Anträge über Arbeiterlöhne nach„Rabe n- vatermanier" behandelt hatten. Dem Ausschuß, in dem darüber beraten werden sollte, waren sie— ferngeblieben. Sitzungsbericht. Die heutia« Sitzung ist ausnahmsweise aus 4 Uhr pünktlich einberufen. Um diese Zeit sind im Saale drei Mitglieder anwesend: die Präsidialestrade ist leer.— Als ei n z i g e r Gegenstand steht auf der Tagesordnung die Berichterstattung des Ausschusses zur Vor- beratung der auf eine weitergehende Erhöhung der Arbeiter» löhne usw. gestellten Anträge und der Deckungsfrage. Einem besonderen Ersuchen des Magistrots entsprechend ist in der Einladung darauf hingewiesen, daß die heutige Versammlung unter allen Umständen beschlußfähig ist. Der Aussckiußbeschluß zur Deckungssrag« geht dahin, der Er- höhunq des Gaspreises auf 1,7S M., des Wasserpreises auf 1 M. und der nachträglichen Erhöhung der Gewerbe- steuer auf se 300, 500 750 und 1000 Proz. der staatlichen Ver- anlagung in den Klassen IV— I zuzustimmen: ferner soll ab 1. Ok- tober der Elektrizitätspreis noch Tons I und IV von 1,60 M. auf 1,80 M. für die Kilowattstunde, nach Tarif III von 3 auf 3,30 M. heraufgesetzt werden. Entsprechende Erhöhungen soll der Pauschaltarif II erfahren. Vorsteher Dr. W e y l gedenkt des hundertsten Geburtstages von Rudolf Dirchow. der 1850 in die Berliner Stadtverordnetenversammlung gewählt wurde und ihr bis zu seinem Tode angehört hat. Virchow sei ein ausgezeichneter Berliner Stadtverordneter, aber auch als Arzt, Hygieniter und Menschenfreund ein Wohltäter der ganzen Mensch- heit gewesen. Seine Verdienst« um die Vergesundheitlichung Verlins ständen in vorderster Reihe. Es fei eine Pflicht der Dankbarkeit und der Ehrfurcht vor den Manen Äirchows, ihm heute diese Worte der Erinnerung zu widmen.(Lebhafter Beifall.) Zur Geschäftsordnung erklärt v. E y n e r n(D. Vp.), daß er mit der Ehrung durchaus einverstanden sei, daß es aber dem guten Brauch entsprochen haben würde, wenn sich der Vorsteher erst zum Interpreten solcher Gefühle inachte, nachdem er mit den Fraktionen Fühlung genommen.(Lärm links.) Dann wäre auch des furcht- baren Ereignisses zu gedenken, das uns drohend bevorsteht, des Vcr- lustes eines Teils von Oberschlesien.(Neuer Lärm links.)— Heimann(Soz.) findet diesen Einsvruch völlig unverständlich und bei der Bedeutung eines Virchow gänzlich überflüssig. Man habe oft an der Geschäftsführung Kritik üben müssen: aber heute fei er des ollgemeinen Beifalls gewiß. Cassel(Dem.) stellt nach seiner sich über ein Menschenolter erstreckenden parlamentarischen Erfahrung fest, daß der Vorsteher nur innerhalb seiner Befugnisse gehandelt hat: er hofft, daß man sich durch den Einspruch des Herrn v. Cynern das Andenken an Virchow nicht verkümmern lassen wird.— Dr. W« y l: Nach den Worten der Kollegen Heimann und Cassel wird mir wohl eine Erwiderung auf Herrn v. Eynern erlassen.— Hierauf richtet Stadtv. Cassel an die Versammlung, aus der er nach 34iähri- qem Wirken mit den Neuwahlen ausscheidet, ein kurzes Wort des Abschieds. Er gedenkt seiner kommunalpolitischen Tätigkeit, bittet, ihm ein freundliches Andenken zu bewahren, und schließt mit dem Wunsche, daß ferner mit Kraft und Ausdauer an dem Wohl des von ihm mit geschaffenen Groß-Berlin gearbeitet werden möge. — Der V o r st e h e r erwidert mit einem Don? für diese freund- lichen Worte und wünscht im Namen der Bürgerschaft Berlins seinem Ehrenbürger einen langen, schmerzlosen, von Siechtum freien Lebensabend. Vor der Tagesordnung legt Dörr(Komm.) Protest dagegen ein, daß die heutige Versammlung in der Einladung als unbedingt be- fchlußfähiq bezeichnet ist. Davon sei gar keine Rede Die Deckung»- vorläge sei bisher überhaupt noch nicht zur„B-rhandlung" qe- kommen.— In der anschließenden Erörterung stellen sich Hirsch (Soz.) und D o o e lDem.) aus die Seite des Magistrats. Ein dringliche Anfrage der U. Soz. betr. die Bewahrung der städtischen Parks und Plätze vor weiterer Verschandelung in- folge mangelnder Pflege geht an den Magistrat. Eine dringliche Vorlage des Magistrats betr. den Verkauf verschiedener Häuser geht an«inen Ausschuß: eine weitere Magistratsvorlage, die eme ausdrückliche Bestätigung des Beschlusses erbittet, wonach die Beherberpungssteuer auf 15 Proz. ersticht werden soll, wird nach längerer Aussprache zum Beschluß erhoben. Hierauf tritt die Versammlung nach 5 Uhr endlich in die Tages- ordnung ein. Die Deckungsfrage. Fabian(Nnat.) teilt mit, daß feine Fraktion, wenn auch schweren Herzens, dem Ausschüsse zustimmt, wenn ihre auf Reorga- nisation der Werke usw. gerichteten Anträge anaenommen werden. Dr. Hertz(U. Soz.) tritt in breitester Ausführlichkeit für eine Anzahl von feiner Partei eingebrachten Abänderungsanträge ein, wonach der Gaspreis nur auf 1,65 M. erhöht werden und diese Er- höhung nur bis zum 1. Dezember gelten soll: der Preis für Elektri- zitöt nach Tarif III soll 3,75 M. betragen. Außerdem soll der Ma- gistrat in Verbindung mit den Betriebsräten deren Vorschläge wegen Lerbeflenmg der Produktivität der städtischen Werke alsbald ein« Prüfung unterwerfen.— Später läuft noch ein Antrag von der gleichen Seite ein, den Erwerbslosen und Rentenempfängern von dem Gospreise im Falle der Annahme der Anträge der U. Soz. 0,15, im Falle der Annahme des Magistratsvorschlages 0,25 M. pro Kubikmeter zu erlassen. Schuldt(Soz.) ustll keine Wahlrede halten, sondern be- schränkt sich auf die kurze Erklärung, daß die Fraktion die Ausschuß- antrage, so schwer es ihr werde, annehmen müsse. Der neue Vorschlag der U. Soz.,. jetzt nur 13 Pf. mebr für das Kubikmeter Gas zu bewilligen, sei doch durch- sichtigste W a h l m a ch e(lärmender Widerspruch bei den U. Soz.). Die Werke müßten den auf sie entfallenden Anteil an den Mehr- ausgaben auch selbst aufbringen. Man erwarte aber auch, daß die Vorschläge der Betriebsräte eingehend geprüft und die davon zu erwartenden Ueberfchüsse auch wirk- lich erzielt würden. Der Kämmerer bittet, alle Abänderungsanträge abzulehnen. Die Ersparnis von je 10 Pf. pro Monat am Gaspreise bedeute für die Stadt einen Ausfall von drei Millionen und eine entsprechende Steigerung des immer noch sehr real vorhandenen, aber in der Erörterung fast ganz verschollenen Defizits. Verbesserungen des Betriebes könnten sich nicht binnen wenigen Wochen auswirken. Seit über einem halben Jahrs kämpfe der Magistrat um die Der- ringerung des überslüsstgen Personals auf den Gaswerken:_ der Träger des Widerstandes seien die Betriebsräte.(Stürmischer Me öffeiilW WwelsamliiMN mit öem Thema:„Dar üer Cntftheiüung�! Heute, Jreitag, öen 14. Oktober: 1. Kreis Milte: 1 Uhr Prachffäle Ali-Berlin. Blumenstr. 10. Re- ferenl: Villi Siering. M. d. L. 1. Kreis Milte: 7 Uhr Borussia- Säle. Ackerstr. 6/7. Referent: Frih Lrolal, Sladtoerordneter. 2. Kreis Tiergarten: 1 Uhr Arminius-Hallen, Brem« Str. 73. Resereni: Ernst Heffmaun, M. d. L. 3. Kreis Dedding: 7 Uhr Schiller-Lyzeum. Pank-, Ecke Böllcherslr. Referent: Hermann Lüdemann. Zinanzminister a. D. 4. Kreis Prenzlauer Tor 7 Uhr Schulaula, Schönslleßer Straße 7. Referent: Landkagspräsidenk Leinerk. 5. Kreis Friedrichshain: 7 Uhr Andreas-FestsSle, Andreasfir. 21. Resereni: Karl Sevcring, Minister des Innern a. V. 6. Kreis hallefches Tor: 7 Uhr PaHenHofet-Brauctd, Fidicin- siraße 2/3. Referent: Heinrich Bahlke. M. d. L. S. kreis Spandau: IVz Uhr Restaurant Müller. Adamstr. 11. Re- ferenk: Eonrad Haenlsch, M. d. L. S. Kreis Staaken: S Uhr im Lokal Hornemann. Referent: Kurt Kietzmann. S. kreis hafelhorft: 7)4 Uhr im Waldschlößchen, Inh. Barkel. Referent: Sladtoerordneter Münsinaer. 9. kreis Wilmersdorf: IV-. Uhr Dikioria-Luffe-Schule. llhlandstr. Ecke Gasteinersir. Referent: Hermann Müller. 9 g. Kreis Grunewald: 714 Uhr Wählerinnen-Berjammlung im Restaurant Huberkusbader Str. S. Referenlin: Frau Dr. Wcgfcheider-Iiegler. M. d. L. 10. Kreis Wonnfee: 714 Ahr im Reichsadler, Sönigsir. 26. Resereni: Paul Hirsch, Ministerpräsident a. D. Thema: „Die Pedeulung der Siadiverordnekenwahlcn und Zweck, Uorleile und Rolmendigkeit der Zusammenfassung der Bororigemeinden Berlins." ll. kreis Schöneberg: 7 Uhr Uhlandschule. kolonnenstr. 22/23. Resereni: 3oh. haß. Siadiverordneter. 11. Srels Schöneberg: 7 Uhr Chamisso- Schule. Barbarossa-Platz. Referent: Stadtrat Okko Frank. 11. Kreis Friedenau: 7 Uhr Friedenauer Rathaus am Lanker-Platz. Resereni: Wermulh. Bürgermeister. 12. Kreis Lankwitz: S Uhr Aula des Realgymnasiums. Kaulbach- siraße. Thema:„Lüge und Wahrheit im Kamps um Groß-Berlin." Referent: Dr. Ostrowski, Siadtverordneiec. 13. Kreis Tempelhof: T'A Uhr im Gymnasium. Sermaniaftraße. Referent: Hermann Müller. 13. Kreis Marieudorf: TA llbr Aula des Realgymnasiums, Kais«. slraße. Referent: Hugo heimann. 13. Kreis Lichtenrade: VA Uhr bei Rohrmann. Waldrestaurant. Hilpertstraße. Referent: Hermann Lüdemann, Finanz- minister a. D. 14. Kreis Neukölln- 7 Uhr Im Schultheiß-Ausschank, hosenheide 35 (Wintergarten). Referent: Otto Braun, Landwirlschasts- minister a. D. 14. Kreis Rudow: 8 Uhr bei heintze. Rudower Str. Referent: 3. Allmaicr. 15. Kreis Treptow: im Piktoriagarten. am Treptower Park. Re- ferent: Johannes haß, Stadtverordneter. 15. Kreis Riederschönew-ide: 714 Uhr Restaurant Lorelei. Berliner Straße t0l. Referent: Lehrer Sreutziger. 15. Kreis Zohannisthal: 7'4 Uhr Lokal Senstleben, Friedrichstr. 48. Referent: Dr. Lohmann, Stadtverordneter. !6. Kreis Grünau: 8 Uhr im Jägerhaus, Jnh. ErHardt. Bahnhof- siraße 1. Referent: Th. Fischer. 17. Krei» Lichtenberg: 7 Ahr Schulaula, Marttstr. 10. Referent: Nikolaus Osterrolh. M. d. R. 17. Kreis Friedrichsfelde: im Restaurant Lindenpart, Wilhelmstr. Referent: Robert Breuer. 17. Kreis Kaulsdorf: 714 Uhr Turnhalle, Adolfstr. 25. Referent: Bürgermeister Karl Bauer. 17. Kreis Biesdorf: 7!4 Uhr bei Porath, Marzahner Straße 31. Referent: Erwin Marquard. 17. Kreis Mahlsdorf: 8 Uhr bei Anders. Bahnhofstr. Referentin: Frav E'sriede Ryneck, M. d. R. 18. Kreis Weißensee: 7 Uhr im 2!� 7�hr�Extra.�Zahwicnd in den bekannten Lokalen. Pünkt- Z»ngs-zial�en.°'G�Pp- Norden. VA Uhr Demeindeschule Putbuser Str. 8— C, Vortrag über:„Baustile". Ref. Haupt.— �uppc Schoneberg. 7 2 Uhr bei Riese, Akazicnstr. 14, Bunter Abend.— G'UP� LichteHeld«.- Uhr Albrechtstr. 14°, Jugendheim, Vortragsabend.— Gruppe Pankow. 7 Vz Uhr im Jugendheim, Breit- Str. 32, Diskussionsabend:�„Das GörUtzer Pro- gramm.— Gr»-"-----''' tragsabenü.— A.------« — ArbeitLgemewschaft Morgen. Sonnabend, den IS. Oktober: 4. Abt.(früher Ib.). VA Uhr außerordentliche Mitgliederversammlung bei 27. Abt?'s fr üh et" 32. 7% Uhr bei statter,«leimstr.«S. wichtig« Sitzung sämt- licher Bezirkssührcr und Wahlhelfer. Einteilung der Wahlarbeiten. Alle 3». Mt�87Z Berlin C 1 9, Pefripl. 4| gegenüber d.Petriklrche Fernsprecher; Zentrum 2373, 7103 u. 11541 ÄG-Q.MäQ[f0D Effekten a.Coupos, Oeschllftszeit 9—3 o.Eisfioiz iisri fnintl t Hasenkeule ILM.! VÜjUllHafenlsuf SM.! "------ ittet«(6.13 9*. Anton I faubcr»esptckt, PusrU! stück 40 M. Fr. Rehdlätter Pfd. 13 M. f Fr. Rebhühner, Fasane» mmm ä I öMslMo««. Frisch« Gänsebrust, Liesen, GSnjekenlen St. 14 M. an «Me. Felle SWveilhgliner. S« AArüErvde ! für tlerreo, vamea und Knaben nur neueste Modelle auf I bequeme Teilzahlung bei mäßiger Aezahlur.g! HeinricSi Ksos'g Andreasstr. 28, k. 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Ralph Art Roberts Pepl Zampa, Kiper Centrai-Theater 8 uhr: Die Postmeisterin Deutsches Opernhaus w.u.: Die tuten Ängen Frledr. Wilhelmstädt. Th. g uhr: American GM Intimes Theater 8Uc Die Spelunke/ Lauf doch nicht Immer nackt henm Kleines Schauspielhaus TVtU.: RiKi(Lustsp) Lustspielhaus Uhr: Die Sehanspieler Matropol-Theater StraSensäflgeriB Neues Operettentheater 8 Uhr: ASnW 1 ISCtlt Neues Theater am Zoo t/hJasEvig-Männiielie Neuss Volkstheater Wj Uhr Sohlller-Tb' Charlottenb. su.: RicbterT. Zalamea SehloBpark-TH. Steglitz 7V. u.- Alles mn Geld Thalia-Theater w.u.: Setiäm'Dicti, Lotte Theat a. Nollendorfplatz uhr Vetter ans Dingsda Theater des Westens w. u.; Braut d. Lncnllos Th.l d-Kommandantenstr. (Jüd. Künslter-Theater) 8 Uhr: N.wejle Wallner-Theater w.uhn Nixchen Volksoper. Walhalla-Th. ugrClcdteBiXorneYlUe Besidenz Theater Täglich 8 Uhr. Der König i. Paris OlgaLimburg, Kaiaer-Tltz, Else Wasa, Eugen Rex, RlctaardSenias,LotteDe«ls Sonntag dB. kleine Preise: Erchen H umbrecht Kleines Theater Täglich 8 Uhr: Fraul. Josette — meine Frau Engen Burg. Carola Toelle Falkenstein, Hans Albers Sonntag 4V. kleine Preise: Casaaotrna Sohn ianon-Theater Heute 7 Uhr: zum cryten Male! leio FreiiDÖ Mi lOldKorH.Lottekllnder iendow, flls.Schnelder- sen. Fr. SchBnemann V. Kaiser, E. Mameluk Admirais- Palast 7x/2- Die roten Schübe ReiehsiiaUen-TI] Stettincr Sänger Abds.7!/, u. Stg. nehm. 3 Nchm.V,Pr VarlctdDSn- hoff- Brettl, Volksbühne Theater am BOlowplatz u- Masse Mensch Lessing-Theater Heute u folg. Tage V/,: Die Spielereien einer Kaiserin Durieux, Steinruck Stern bers Oeutsebes KDnstler-Tii. Allabendlich 7'/. Uhr: DieBalierioadesEöiiigs < Leopold Ine Konstantin) ler /,« U. Neue» xr. Orchester unt Leitung d bekannt. Kapellmeisters Riveill Mlttw. u. Sonnab. U. 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Von den Versicherten sind Z Listen eingegangen und fimat: Liste I, eingereicht von der Berliner Dewcrk- schaftskommisstog und dem Afa-Blmd, beginnend mit „Karl Bublig"; Liste II, eingereicht von den christlich» nationalen Arbeitnehmern, beginnend mit„Clemens Stecker"; Liste III, emgereicht von der Sozialen Koni- misston der deutschen Gcwerkvereine sHirlch-Duncker), beginnend mit„Margaret: Silbermann. Die Wahl- vorschlage litnnen in unserer Hauplstclle, Kloster- strahe 70,71, in den Dienststunden eingesehen werden. Die Wahl findet am Zoaaabead, d«u 28. Ok- tober 1821. in der Zeit von 1—9 Uhr nachmittags statt. Jeder Wähler hat ewe Stimme. Das Wahlrecht ist in Person auszuüben. Jeder Wähler muß sich über seine Person und Wahlberechtigung ausweisen. Auf Antrag der Wahlberechtigten werden in der Jett von vierzehn Tagen vor der Wahl bis zu dem Wochentage, welcher der Wahl vorangeht, in den Dienststunden Wahlaueweise in unserer Hauotstelle. Klosterstr. 71,72, am Schatter 70, ausgestellt. Wähler, die nicht im Besch solcher Ausweise sind, werden zur Wahl nur zugelaffen, wenn sie in einer sämtliche Mitglieder de» Wahl- ausschusses Uberzeugenden Weife ihre Wahlberechtigung nachweisen. Die Stimmzettel müssen die Ordnunasnummern des Wahlvorschlag» enthalien, welchem der Wähler seine Stimme geben will. Gültig sind nur Stimmzettel, die mit einer Ordnungsnummer der zugelassenen Wahl- vorschlage übereinstimmen. Die Stimmzettel müssen von weeßer Farbe, 10 cm lang und 8 cm hoch lein. Stimmzettel, die von dieser Bestimmung abweichen, sind ungültig, wenn da» Abweichen die Absicht einer Kenn- Zeichnung wahrscheinlich macht. Stimmzettel, die außer der Bezeichnung einer zugelassenen Ordnungsnummer irgendeinen Bermerk tragen oder deren Umschläge ein Merkmal haben, welche» die Absicht einer Kennzeichnung wahrscheinlich macht oder die unterschrieben sind, sind ungültig. Dasselbe gilt von Stimmzetteln, die sich in einem nicht mit dem Stempel der Kasse versehenen Um- schlag befinden. Ungültig ist ferner der Inhalt eines Stimmzettel«, soweit er zwcifelhast ist.— Jeder Wähler kann, ohne Rücksicht aus die Lage setner Wohnung, in einem der nachstehend ausgeführten Wahllokale sein Stimmrecht ausüben wahlloka«-: C 1 Jugendklub-Zimmer d 130. Gem.-Sch., Z!iederwallftr.7 „ 2 Turnt), der 24. Gem.-Schule, Hinter d. Garnisonkirche 2 3 Turnhalle der 8., 63. Gemeinde- Schule. Gipsftr. 23 NVi i Turnhalle der 41/242. Gem.-Schule, Wiclelstr 5,3,54 N5 Turnh. der 183/196 G-in.-SchuI«, Müllcrktr 158/59 „6 Turnhalle der 244 /45. Gem.-Schule, Pantstr. 20/22 „ 7 Turnh. der 223. Gemeinde-Schule, Puitbuser Str. 5 „ 8 Turnh. d. 209 /15 Gemeinde-Schule, Dunckerstr. 65,66 „ 9 Turnh. d. 110 /174. Gern-Schule, Schönh. Allee 166, H/O 10 Turnh. d. 139./161 Gem.-Schnlk, Georgenkirchstr. 2 O 11 Turnh. d. 268. ,27». Gem.-Schule. Franks. Allee 37 „ 12 Turnhalle d. 5./71. Gemeindc-Schule, Fruchtstr. 38 SO 13 Turnhalle der 20. 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Döhling, Brunnenstr. 79. 4. Janisch, Putbuser Str. 3. 5. Elgt, Gerichtstr. 74. 6. Stein, Pankstr. 86. 7. Leuschner, Ackerstr. 110. li. Nictschmann, Ackerstr. 129. 9. Dam», Schlegelstr. 9. 19. Wende, Koloniestr. 147. II. Fritsch, Drontheimer Str. 4. 12. Knapp. Grtinthaler Str. 6. 13. Naß, Maxstr. 12. 14. Koch, Henniasdorser Str. 13. 15. Barleben, Wildenow-, Ecke Burg»- Malplaquet-, Eck« dorsstraße. 16. Grundmann, Scestraße. 17. Zimmer, Fehmarnstr. 6. 1». Nentwich, Linienstr. 192. 19. Büttner, Schwedter Str. 23. 20. Gliesche, Kopenhagener Str. 74. 21. Wcgner, Kesselstr. 39. Nordosten. 22. Späth, Georgenkirchstr. 65. 23. Kujawski, Dreifswalder Str. 191. Oft«». 34. Bähr. Stralauer Allee 47. 25. Pilzeckcr, Blumenstr. 34. 26. Rosi», Gubener Str. 19. 27. Köhler, Matte rnstr. 14. Südosten. 28. Greive, Rungestr. 30. 29. Hellmuth, Görlitzer Str. 58. 30. Reinkc sfrllher Rohnke), Grünauer Straße 17. 81. Gewerkschaftshans, Engelufer 24/25. 32. Benoit, Adalbertstr. 4. 33. 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