!7r.4S7 �ZS.�ahrgakg Ausgabe& Nr. 246 Bezugspreis: VierteIjiihrI.ZS,— SUt, monatl. 12,— M. frei ins Dans, voraus zahlbar. Post» bezug: Monatlich 12,— Z>!.«inschl. Zu- sicllungsgebühr. Unter Kreuzband fiir Deutschland, Danzig, das Saar- und Menielciebict, sowie die ehemals deut- ichen Gebiete Polen», Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 22,— M.. für das übrige Ausland 29,— M. Post» bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho- Elowalei, Düne- mart, Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der„Borwarts" mit der Sonntags- deilage„Polt und Zeit", der Unter- Haltungsbeilage„Helmwelt" und der Beilage.Siedlung und Kleingarten* erscheint wochentüglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: „SozialOcmofcaf Bcrtln" Morgen Ausgabe Vevlinev VolksblAtt ( 40 pksnnig) Anzeigenpreis: Di» neungespaUene Nonpareillezelle kostet 6,— M..Illelnc Anzeigen* das fettgedruckte Wori 2,— M. ! deutender Persönlichkeiten des alten Regimes aneinanderreiht. � liest, dann muß man sich immer wieder fragen, wie es möglich , ist, daß irgend jemand den Mut findet, heute zu behaupten, daß im Herbst 1918 der Sieg„zum Greifen nahe" war, daß das alte Regime nicht um Landgcwinn gekämpft habe und wie die Redensarten dieser Sorte sonst noch alle heißen. Das . Schriftchen wird in der politischen Aufklärungsarbeit gute Dienste tun.,_ Knüppel-Kunze wird unbequem. Ein Wahlflugblatt der Deutschnationalen jammert über die Partcizersplitterung in ihren Reihen. Knüppel-Kunze, der seine eigene„Dcutschsoziale Partei" gegründet hat, wird derb heruntergeputzt. Die„neue Firma" habe sogar schon Sonderkandi. boten zu den Stadtverordnetenwahlen aufgestellt.„Wes- sen Geschäfte besorgt Herr Kunze damit?" fragt entrüstet das Flug- blatt. Und es antwortet:„Die des Judentums, das von der völkischen und nationalen Zersplitterung allein den Vorteil hat." Wie wenn nicht schon immer die Häuptlinge der Antisemiten sich durch besondere Vorliebe für eigene und eigenste Parteigrüppchen uosgezeichnet hätten! Uns tanns recht sein, wenn die Iudenfres- fer einander fressen. Einstweilen tut sich allerdings die Deutschnationale Dolkspartei noch dick und verspricht, am 16. Oktober das„ruhmreiche alle schwarzweißrote Banner über der Rsichshaupt- stadt wieder aufzuziehen". Die sozialistische Beoölle. r u n g Berlins wird ihr am 16. Oktober einen Strich durch die Rechnung machen.» Das Thüringer Kabinett vollständig. In der gerstigen Sitzung des Thüriger Landtages wurde der Kandidat der Unabhängigen, Bezirksschulrat Greil! in Gera-Reusj, zum M i n i st e r für ■ Volksbildung gewählt. Moritz hartmann. Von I. K l i ch e. Die Raschlebigkeit unser kampfdurchlohten Tage läßt kaum Zeit zu beschaulichem Blick in die Vergangenheit. Wie anders war es doch einstmals. Weit über ein halbes Jahrhundert hinaus > erbauten wir uns an den Märzvorgängcn des ZLer Sturmiahres. Die Männer der Frankfurter Paulskirche sind uns auf hohem Sockel stehende Idealfiguren, obschon mancher unter ihnen war, dessen angeblich großdeutscher Blick über sehr beengte Philister- firenzen zuweilen nicht hincusfand. Und so mancher schwenkte päter um und sah in Bismarcks Blut- und Eisenpolitik die Er- füllung seiner Iugendträume. Zu diesen letzteren gehörte bestimmt nicht Moritz Hart- mann, der heule vor 100 Jahren, am 15. Oktober 1821 zu Duschnik in Böhmen geboren ward. Dieser begeisterte böh- mische Freiheitssoldat und Dichter, wis Freiligrath ihn einmal nannte, blieb zeitlebens ein aufrechter Demokrat. Und Zeit seines Lebens blieb er den schwarzrotgoldenen Farben der Burschenjahre treu. Ganz so wie sein Freund und Gefährte Ludwig Pfau, mit dem er im Pariser Exil bretonische Volkslieder ins Deutsche übertrug. Bereits als Vierundzwanzigjähriger oeröfsentlichte Moritz Hartmann seine gegen das Metternichsche System gerichtete schnei- dig-scharfe Gedichtsammlung„Kelch und Schwer t". Der Erfolg war, daß der junge Stürmer schleunigst sein Bündel packen und vor den polizeilichen Häschern nach Brüssel flüchten mußte. Als er sich später in seine österreichische Heimat zurückwagts. verfiel er sofort der Zwangshaft. Doch im Märzgswitter des Sturm- jahres sprengten die erbitterten Volksmassen seinen Kerker. 5)art. mann war frei und wurde vom Leitmeritzer Wahlbezirk ins Frank- furter Parlament gesandt. Hier saß er auf den Bänken der ent- schicdcnen Linken, stand seinen Mann und beobachtete darüber hinaus die mit ihm zu gleichen Zwecken angerückten Kollegen. Da fand dann der kluge Böhme so manches, was ihm Spaß machte und ironisicrenswert dünkte. Und so erschien eines Tages die seinerzeit viel beachtete„Reimchronik des Pfaffen M a u r i c i u s". Ein scherzhaftes kurzweiliges Büchlein, das boshaft-lustig die Männer der Paulskirche unter die Lupe nahm und sie nach Hcine'schem Rezept spaßhaft abkonterfeite. Das Buch fand damals willige Leser und wurde viel belacht. Als der jungdeutsche Frühlings- und Freiheitstroum zu Ende war, lenkte Hartmann seine scharfe Feder vom palitisch-satirischen ins ruhige Erzählergebiet. Auf mancherlei Fluren tummelte er fein Rah. Erzählungen und Skizzen, teils lebhafter, teils beschau- licher Art erschienen. Auch eine größere Novelle,„Der Kampf um den Wald" genannt. Hier führen Bauern einen zähen Streit um alte Rechte. Aber auch die eigenen persönlichen Schick- fale der politischen Jahr« fanden ihren Niederschlag in einzelnen Büchern. So besonders:n den„Erzählungen eines Unstete n". Schließlich hat er auch eine Darstellung der 48er Vorgänge geschrieben, die gerade in unserer Zeit wieder neu auf- gelegt wurde und die Prager März- und April-, die Frankfurter September, und die Wiener Oktobertag« lebendig veranschaulicht. die Gppauer Untersuchung w!rö fortgesetzt. Die XU. verbreitete gestern die Nachricht, die Staatsanwalt- schaff Frnnkenthal habe die Untersuchung wegen dei. Oppauer An- glück s e i u g e st e l l t. da die Schuld eines Unbekannten nicht ermittelt werden konnte, wie wlb. meldet, ist diese witleilung falsch. Von amtlicher Seite wird vielmehr darauf hingewiesen, daß die Untersuchung über die Schuldftage nach wie vor weiter» gehe. �_ Staöt!er haftentlassen. Der am Donnerstag festgenommene Dr. Stadller wurde vom Amtsgericht aus der Haft entlassen, da der für die Verfolgung der Straftat zuständige Oberrcichsanwalt von der Stellung eines Haft- antrages absah. Dieser sei, so heißt es in der offiziellen Mitteilung, nicht erforderlich, weil mit Rücksicht auf die Familienverhällnisse Stadtlers das Vorliegen eines Fluchtverdachts nicht als hinreichend be. gründet erscheine. Die„Germania" teille gestern abend aus dem Vorleben dieses Vorkämpfers der deutschmonarchistischen Sache einige Einzelheiten mit, die auf den Charakter des besagten Herrn und auf seine cha- mäleonhafte Verwandlungsfähigkeit ein Helles Licht werfen. Recht boshaft meinte die„Germania", daß, falls die Untersuchung den Verdacht des Landesverrats bestätigen würde, zu prüfen wäre, ob man es bei StoÖller mit einem normalen und geistig völlig Intakten Menschen zu tun habe. Ueber seine frühere „politische" Tätigkeit heißt es: In Zentrumskreisen ist Dr. Stadtler von früher her nicht un- bekannt. Er war vor Jahren einmal Oberlehrer in Elsaß- Lothringen, wurde aber aus dem Schuldienst entlassen, weil er seine Klasse— ob es Quartaner oder Tertianer waren, ist uns entfallen— als eine Art Zentrumsfugendverein ansah und die seiner Erziehung anverttauten Knaben zur Zeit des Wahlkampfes — Zentrumswahlaufsätze schreiben ließ. Thema: Welche Partei werde ich wählen?, oder: Warum wählen wir Zentrum?, oder so ähnlich. Damals gehörte die„Tägliche Rundschau" zu den Blättern, die auf den unglücklichen Magister nach Kräften losschlugen. Nachdem man ihm aus Gnade und Barmherzigkeit einige Zeit in Köln eine Beschäftigung in der Partei gegeben hatte, ist Stadtler in den Krieg gezogen, in russische Gefangenschaft geraten und von dort nach Kriegsende zurückgekommen, um sich fortan in Berlin als B o l f ch e w i st e n b e k ä m p f e r zu be- tätigen. In letzter Zeit zeichnete er als Herausgeber der Zeitung „Das Gewissen", in der er eine sogenannte„überparteiliche" Politik trieb, die aber nichts anderes als ausgesprochene Rechts- Politik war. Das ist Eduard Stadtler, der Leit- artikler der„Täglichen Rundsch au". So sieht das Bild eines Mannes aus, dessen ssch die Deutsch- nallonalen im Kampf gegen die Regierung bedienen. Die Groß-�amburger Irage. Die Zentralstelle für„Neugliederung des Deutschen Reiches" hielt am 13. und 14. d. M. zwei Sitzungen ab, in denen sie sich fast ausschließlich mit der Grcß-Hamburg-Frage beschäftigte. Es wurde folgender Beschluß gefaßt: „Die Zentralstelle hält eine Behandlung der Hamburg-Fragc als einer weltwirtschaftlich deutschen Frage bei der Unholtbarkeit der heutigen Verhältnisse für dringlich erforderlich und empfiehlt ihre baldige Erledigung durch einen innerhalb der von der Preußischen Regierung gewünschten Frist von 4 Wochen über den Kvmmisssonsbericht zu fassenden Beschluß." Das Militärtqch üer preußischen Sipo. In der gestrigen Verhandlung des Prozesses Wahl und Ge- Nossen fuhr der Vorsitzende in der Vernehmung der einzelnen An- geklagten über die Einzelheiten der unter Anklage stehenden Vor- gängc bei der Eindeckung und Durchführung dcS TuchgcschäfteS fort. Zur Sprache kommt bei diesen sich lang hinziehenden Er- örterungen, daß zu jener Zeit die meisten englisten Tuchangebote Luflgeschäste waren. Montag wird wahrscheinlich der Minister Seöering als Zeuge vernommen werden. Daneben fristete Hartmann feine Existenz aus den Einkünften des von ihm erteilten Sprach- und Literaturunterrichtes und ferner aus Reiseberichten, die er in erster Linie für die„Kölnische Zeitung" und für das von Robert Prutz heausgegebene„Museum" schrieb. Sein politischer Blick und seine Sprachkenntnisse kamen ihm hierbei sehr zugute. Moritz Hartmann, der übrigens der Dater unseres Genossen, des Geschichtsschreibers L u d o Hartmann ist, starb 1872 in Wien. Wem die Demokratie ehrliche Herzenssache ist, der wahrt dem wackeren Streiter und Poeten heute«in ehrendes Gedenken. Das Neue Thealer am Zoo versucht krampfhaft das einträgliche Zugstück zu entdecken.„Das Ewig. Männliche" wird es nicht sein, obwohl es aus Paris kommt. Kommt es wirklich ganz und gar von dort, von Herrn Romain Coolu«? Ich weiß es nicht: es duftet, es duftet manchmal schlecht und noch allerhand anderen Beigaben. Der Schwant beginnt, indem ein Bett auf der Bühne steht. Welch ein Bett! Ein Sachverständiger des Stückes sagt, daß dieses Bett starkbevölkert sei. Und dies« Böller, die als ein schöner Gast Frau Hansi Arnstädt regiert, sind ein Schwachtopf, ein Kabarettdichter und ein Zuckerkönig. Die beiden ersten sind jung. Trotzdem schlägt sie schließlich der Alte aus dem Feld. Dieser Alte soll das Meiste vom Ewig-Männlichen haben, vom Cwio-Idiotischen, vom Ewig-Bullenmäßigen. Man muß das Stück zu den Herren- abendstücken rechnen und wahrscheinlich auch zu den Durchfallstücken. Es ist nicht kurzweilig, obwohl es mit Amüsement elektrisiert sein soll. Man lacht nicht. Wo es zu deutlich zugeht, kann man eben nicht lachen. Man schmunzelt nicht einmal. Man fragt nur: Warum das alles? Warum dieses Nachthemd und die drei anderen Halb- kleider der Frau Arnstädt, die über vieles hinweghelfen, wogegen die übrigen Künste machtlos sind. Stärkster Beifall wurde denn auch von den Naiven nur dann geklatscht, als Frau Arnstädt sich wie eine halb angezogene Modepuppe herumdrehte. Ick. H. Schall und Rauch. Der literarische Ehrgeiz ist diesem Breill, das durchaus in der Entwicklung seines Genres Epoche machen wollte und nicht konnte, abgestreift Und es geht auch so, um so rüehr, da die krampfhafte Absicht sich nicht unangenehm mehr aufdrängt. Als Stimmungsmocher und Kontakthersteller ist Jogues B e r q e r unermüdlich: ein Maschinengewehr, dos— gemildert durch öfter- reichischen Charme— Witze, Selbstironien und sonsttge Unterhalt- lichkeiten verschießt. Es gibt daneben natürlich einen pathosgefeg- ncten Zeitgloffator, der die Republik verulkt, einen Gelenkmann, dem man die Glieder nach Belieben biegen kann, eine Stepptänzerin und eine sehr gute Sängerin fMia Werber). Lotte Werkmeister entzückt durch ihre Anmut. Die rassige Rote bringt Senta S ö n e- l a n d ins Programm. Halb Berliner Straßensunge flies: Gsmin), halb Difeufe, immer frech-witzig, berlinerisch-ulkig. eine prachtvolle originelle Type, bringt sie unerschöpflich Leben und Lachen in die neugestrichenc Bude. Ob sie eine reisende Berlinerin darstellt oder die Tanznarrheiten parodiert oder die Tücken der Bcsheit vorführt, mit denen eine Thcaterncoize heimgesucht wird, immer ist sie prickelnd, karikaturistisch, uranimalisch und doch voll feinsten Reize». Sie ist ein ausgewachsenes Kabarett ganz für sich.— t. weiteres verfahren gegen üie �bv. Auf Grund der in der Oeffentlichkeit gegen den Leiter der Hundertschaft Z. b. V. sowie gegen mehrere Mitglieder dieser Polizeiabteilung erhobenen schweren Vorwürfe wurde nunmehr, wie eine Berliner Korrespondenz mitteilt, von der Staatsanwaltschaft III gegen Hauptmann Stenn es und Genossen die Voruntersuchung wegen Waffenhinter- ziehung und Geheimbündelei eröffnet. Das Ber- fahren richtet sich auch gegen den Zugführer Meyer, der in der vergangenen Woche, wie gemeldet, unter dem Verdacht, an der Tötung des Wachtmeisters Buchholz beteiligt zu fein, verhaftet wurde. Es hat lange gedauert, bis sich die Staatsanwaltschaft zum Einschreiten veranlaßt sah. Die Ver- dachtsgründe gegen zahlreiche Mitglieder des Z. b. V. verdich- teten sich jedoch derart, daß ein Einschreiten der Staatsan- waltfchast unbedingtes Erfordernis wurde. Durch diesen Schritt der Justizbehörde findet zugleich die Behauptung der rechtsstehenden Presse, bei der Z. b. B. sei alles in bester Ordnung und Buchholz habe den Tod durch Selbstmord gefunden, schlagende Widerlegung. fiüf öem Seamtenfang. Aus der Landtagsfraktion wird dem„Sozdem. Park. Dienst" geschrieben: Das Wettrennen um die Gunst der Beamten beginnt, ohne daß die Großorganisationen der Beamtenschaft die Beratungen über die „2. Etappe" abgeschlossen haben. Das Zentrum hatte einen Antrag „Bereitstellung von Mitteln für die Beschaffung von Wintervorräten" als dringend auf die Tagesordnung gesetzt, ohne aber in diesem eine bestimmte Summe zu nennen. Um die Kernfrage wurde so herumgeredet, daß die Zeit der Ausschußmitglieder besser hätte aus- genutzt werden können. Als dann die S o z i a l d e m o k r a t en das Eis brachen und für jeden Beamten', Angestellten und Arbeiter (Lehrer betrachten wir in diesem Sinne als Beamte) eine B e- fchaffungsbeihilfe von 3000 M. und für jedes Versorgung?- berechtigte Kind eine solche von 500 M. beantragten, sank der Mut bedenklich und dieselben Herren, die durch ihren Antrag die Beratungen des„Deutschen Beamtenbundes", dm sie zugunsten Dr. Höfles zerschlagen möchten, in empfindlichster Weise stören, liehen nun die M i l l i o n e n aufmarschieren, die zur Deckung nötig seien. Durch diese Beratungen sind auch alle anderen für einzelne Beamtengrup- pen ebenso wichtigen Angelegenheiten auf lange Zeit oerschoben. Ob hier nicht auch der Kampf um das Groß-Berliner Stadtoerordnetenparlament bedenklich mitgefpiell hat, und sich die Herren noch im letzten Moment die Gunst der Beamten- schaft kaufen wollen, während sie, als es galt, mit der Bewilligung ernst zu machen, wieder abschwenkten? Die monarchistische Putschgefahr in Tirol. Innsbruck, 13. Oktober.(WTB.) Die(sozialdemokratische) „Dolkszeitung" bringt heute Enthüllungen über angebliche(?) Putschpläne der Innsbrucker Karlisten. Das Blatt schreibt, es seien bereits alle notwendigen Borbereitungen zu einer monarchistischen Erhebung abgeschlossen. Die Organisa. tion der Karlisten setze sich in der Hauptsache aus ehemaligen Offizieren, die in der Frontkämpfervereinigung und im Reichs- bunde der Oesterreicher organisiert sind, zusammen. Eine Aufrage der Groftdentsche». Wien. 14. Oktober.(WTB.) Der Verband der Groß- deutschen Dolksparteim beschloß, eine Anfrage an die Re- gierung zu richten, iy der auf die K a r l i st i s ch e Bewegung oerwiesm und betont wird, es sei Tatsache, daß der Reichsbund der Oesterreicher und andere karlistische Organisationen tätig v» Dien st der Propaganda stehm und aus dem Aus- lande bedeutend« Geldmittel erhalten. Di« Abge- ordneten fragm die Regierung, was sie zu unternehmen gedenke, um die gegen den Bestanv der Republik gerichteten Umsturz- bewegungen zu unter bindm und gegen die Schuldigen vor- zugehen. INondfinsternis. In der Nacht vom 16. zum 17. Oktober findet eine teilweise Mondfinsternis statt, bei der die Mondscheibe zu mehr als neun Zehnteln das Durchmessers verdunkelt werden wird. Der Kernschatten der Erde trifft den Mond um 10 Uhr 14 Minuten abends(Mitteleuropäische Zeit) und verläßt ihn um 1 Uhr 83,6 Mi- nuten. Die größte Bedeckung erfolgt 11 Uhr 53,8 Minuten. An- fang und Ende der Finsternis kann als Zeitsignal zum Kontrollieren der Uhren benutzt werden. Am 18. Oktober strahlen schnellfahrende, sttichsörmige Stern- schnuppen von einem Punkte aus, der nordöstlich vom Orion zwischen Orion und Zwillinge liegt. Ihre Häufigkeit steigert sich bis 3 Uhr früh: doch wird das helle Mondlicht die Beobachtung etwas erschweren. Zur Beobachtung der fast totalen Mondfinsternis wird die Sternwarte in der Invaliden st ratze, am Landesaus- stellunaspark(Uraniasternwarte), am Sonntag von 10 Uhr abends bis 1 Uhr nachts geöffnet sein. Ein deutsches Revolutlonsslück von einem Frcknzosen. Im Ver- lag E. P. Tal u. Co., Leipzig und Wien, ist ein deutsches Revolutione- drama erschienen, das vor bald hundert Iahren von einem Fron- osen geschrieben wurde. Es handelt sich um keinen Geringeren, als en ersten Uebersetzer des Goetheschen„Faust", um Gerard d e Nerval, der Deutschland außerordentlich geliebt und aus dieser Liebe ein Drama von hoher und bewegter Tragik geschaffen hat.— Revolutionsstimmung, die heute merkwürdig aktuell anmutet, kommt auf. E» ist die schwarzrotgoldene Stimmung der deutschen Studenten, die vor hundert Jahren der Revolution trotzten, um der Freiheit des Geistes und der politischen Macht zum Siege zu verhelfen. Das französische Stück ist mehr deutsch als ftanzösisch. Max Hochdorf, der für die Buchausgabe des Werkes eine neue Studie über Gerard de Nerval verfaßt hat, hat das Werk für die moderne Bühne be- arbeitet. Die Suche nach Degas-Füßen. Eine nette Degas-Anekdote er- zählt Ambroise Vollard in seinem neuen Buche über den Meister. Degas malte in seiner Jugend eine F u h st u d i e, nicht also die Füße eines Mädchens, die unter der Bettdecke erscheinen. Diese Studie schenkte er dem liebenswürdigen Modell. Dreißig Jahre später fiel ihm das Bild ein und er hätte es gern wiedergehabt. Er meinte, es wäre eine seiner besten Arbeiten. Fräulein Lude, das Modell, würde sie ihm gewiß wiedergeben, wenn er ihr etwas anderes dafür schenkte. Aber erst mußte er diese Lude wiederfin- den. Er fand sie wieder. Sie hatte Glück gehabt, hatte einen Maler geheiratet, lebte jetzt als Witwe behaglich von ihrer kleinen Rente und malte in ihren Mußestunden selbst. Er besuchte sie und kam alsbald auf sein Anliegen jju sprechen.„Sag mal, erinnerst du dich noch an mein« Füße?"„Gewiß, du hast immer drollige Ideen gehabt!"„Also," fuhr Degas fort,„gib sie mir wieder. Darfst dir dafür in meinem Ateli-r was anderes aussuchen."„Recht gern," meinte Lucie,„ober denk dir, da brachte mir dnes Tages jemand vom Markt ein Bündel Radieschen, herrlich für ein Stilleben. Ich hatte keine Leinwand zur Hand: da nahm ich deine Füße."„Du hast auf meine Füße gemalt?" rief Degas verzweifett. Dann mit Fassung:„Ra gut, so schenk mir deine Radieschen, ich habe mir immer gewünscht, etwas von dir zu besitzen." �siecht gern, lieber ffekto? oder Iuöas? Während sich die Arbeiter- und Beamtenschaft des Saar- gebietes mit allen Kräften gegen die Einführung der Franken- Währung wehren, die offenbar als eine Etappe auf dem Wege zur Lostrennung des Saargebietes von Deutschland und seine Französierung gedacht ist, hat das deutsche Mitglied der Re- gierungskommiffion, Dr. Hektar, sich für die Frankenwährung ausgesprochen. Es muß dabei betont werden, daß die Regisrungs- Mitglieder durch den Völkerbundrat ernannt werden und daß das deutsche Mitglied ein gebürtiger Saarländer sein muß. In einem Bcrichtigungsschrciben an die„Sacirbrücker Landsszsitung" erklärt dieser Dr. Hektar, er sei„mit dem Herrn Präsidenten und den übrigen Mitgliedern der Regierungskom- Mission der Ueberzeugung, daß die Einführung des Fran- k e n nicht a u f z u h a l t e n ist, da feit drei Jahren auf Grund des Friedensvertrages das Saargebiet zum französischen Wirtschaftskörper gehört". Die Saarländer werden wohl gut tun, sich in Zukunft ihren Vertrauensmann in der Regierungstommission näher anzusehen. » Saarbrücken, 14. Oktober. Sämtliche bürgerlichen Par- teien des Saargebiets veranstalten am morgigen Sonnabend eine große gemeinsame Protestkundgebung gegen die von der Saarregierung beabsichtigte Erweiterung des Franken- umlaufs, die nach allgemeiner Ansicht den wirtschaftlichen Ruin des Saargebiets zu beschleunigen droht. Gesterreichischer ImanZoptimismus. Alien, 13. Oktober.(WTB.) In der heutigen Sitzung des Nationalrates entwickelte Finanzminister Dr. Gürt- ler sein Finanzprogramm, wobei er die Notwendigkeit rascher und wirksamer Selbsthilfe besonders betonte. Er glaube heute fester denn je an die Kreditaktion des Völkerbundes, nachdem er Gelegenheit zur Aussprache mit dem ersten Sektionschef des englischen Schatzamtes und Vertreter Englands im Finanzkomitee des Völkerbundes Blocket gehabt hatte. Die finanzielle Lage Oesterreichs sei lange nicht so ver- zweifelt, als dies nach einem oberflächlichen Studium des Staats- Voranschlages erscheinen möchte. Von einer Ueberschuldung des Staates könne ern st Haft gar nicht gesprochen werden. Der Minister betonte die dringende Notwendigkeit der im Friedens- oertrag vorgesehenen Auseinandersetzung mit den Sukzessionsstaaten und die rasche Beseitigung der Schwierigkeiten im Wirtschaftsverkehr. Er kündigte u. a. eine Beteiligung des Staates an der Exportindustrie durch Auferlegung von besondcern, von diesem Industriezweige auf- zubringenden K o n t i n g e n t st e u e r n an. Die Energie der inneren Finanzpolitik werde dem Auslande zeigen, daß die Kredite einem lebensfähigen, emporstrebenden Wirtschaftsorganismus zugewendet werden würden. Der Minister nahm die Aufnahme einer inneren Anleihe in Aussicht. Der Sozialdemokrat Renner begrüßte es, daß der Finanz- minister einen großenTeilderAnregungendessozial- demokratischen Finanzplanes sich zu eigen gemacht hätte. Das Protokoll von Venedig. Wien, 13. Oktober.(MTB.) Das Telegr. Corr.-Bureau meldet aus Venedig: Heute um 10 Uhr vormittags fand die Unterzeich» nung des Schlußprotokolls Patt, das die Ergebnisie der Besprechung enthalt. Auf Grund dieser Besprechung, die den Versuch darstellt, dem österreichischen wie dem ungari- schen Standpunkt Rechnung zu tragen, vor allem aber die Befreiung des Burgenlandes von den jetzt dort herrschen- den Banden zu bewirken sowie die ruhige Besetzung des Landes zu gewährleisten, wird die österreichische Regierung dem Ausschuß sür Aeußeres und dem Rationalrat Bericht erstatten.— Di« österreichische Delegation ist um 12 Uhr mittags abgereist. Prozeß gegen das Ministerium Radoslawow. Wie die Grazer .Dagespost" aus Belgrad meldet, begann in Sofia vor dem S t a a t sg e r i ch t der politische Prozeß gegen das Kabinett R a- d o s l a w o w, unter welchem Bulgarien 1916 in den Krieg eintrat. Freund, aber(hier wurde Lucies Stimme stolz) ich verkaufe zuweilen auch meine Malereien....!" Degas erzählte dies Abenteuer einigen Freunden, die wieder- holten es den Bilderhöndlern. Und da diese Füße von Degas heute 30 Mg Frank wert sein könnten, wenn nicht mehr, so gingen die Händler auf die Jagd nach Radieschen-Stilleben, in der Hoffnung, beim Abkratzen auf Degas' Füße Zu stoßen. Aber bis jetzt sollen sie nichts gefunden haben. Schielende Primadonnen. In dänischen Blättern sucht eine Filmgesellschaft„eine schielende Dame,«ine stark schielende Dame und eine einäugige Dame".— Dieser Film muß eine wahre„Augenweide" werden! Schwedischer Humor.(Das unverdauliche Vater. land.) Der Leutnant überwachte das Mittagessen der Mannschaft. Einer der Soldaten klagte über die Suppe. „Na, was ist denn damit?" fragte der Leutnant. „Sie ist voller Sand und Kicsl" sagte der Soldat- „So," sagte der Leutnant,„sind Sie hierhergekommen, um zu murren, oder um Ihrem Vaterland zu dienen?" „Um dem Vaterland zu dienen— aber nicht um es aufzuessen!" antwortete der Soldat.___ Wahlgefang. Männer und Frauen, auf zur Wohl! Rettet Berlin, wählt deutschnational! Zerreißt Ihr endlich die roten Ketten: Dann kosten zehn Pfennig die dicksten Bouletten. Dann fahrt Ihr umsonst auf der Straßenbahn Und Weißbier spendiert jeder Wosierhahn. Die Juden werden alle gctäuft, Der Pöbel in der Spree versäuft. Und schlagt Ihr sämtliche Sozis tot, So hat ein Ende die Wohnungsnot. Und dann: O höchstes, o schönstes Glück! Dann kehrt unser Wilhelm höchsteigen zurück'. Das treue Volk schreit laut Hurra In eitel Jubel und Trallala, Die frechen Spötter müssen schweigen-- Und alle Dividenden steigen. _ Gottlied Hackepeter. DaS Bliitbncr-Orchester veranstaltet am morgigen Sonntag, abend? VI, Mr, im Blüthncr-Saal emen Richard-Wagner- Abend unter Leitung von Camilla Hildcbrand. Tic Staat(lbibitother(Mroger Lesesaal. Zeitschriften- Lesesaal und aldfiabetischer Jtntaloq) ist jetzt wieder von g Uhr morgens bis 9 Uhr a b e n d S jür das Publikum g e ö s s n c t. Der Qcsterreichtsch. Deutsche Volksbund veranstaltet Wontag, den 17. Okt., 8 Ubr. einen Vortragsabend im Serrenhause. Dr. Bach auS Wien spricht über Wiener Kunst. Der Eintritt ist frei. Der italienische Parteitag. Mailand, 12. Oktober.(Intel.) In der weiteren Derhand- lung sagte der Maximalist Baraton, die Reformisten hätten ein Problem gestellt, das ein für allemal gelöst werden müßte, und zwar das Problem der Beteiligung der sozialistischen Partei an der Regierung. Er stelle fest, daß die Reformisten bei der Wahlpropaganda noch gegen eine solche Beteiligung waren, wenigstens hätten sie damals so ge- sprachen. Dagegen scheinen sie heute für eine Beteiligung an der Regierung zu sein. Es werde den Maximalisten vorgeworfen, daß sie nur in der Theorie gegen ein Zusammengehen mit den bürger- lichen Parteien seien, in der Praxis aber nicht. Man müsse logisch sein. Man müsse unterscheiden zwischen der Beteiligung an der Regierungsarbeit, um die Geschäfte des kapitalistischen Staates zu besorgen und zwischen den Unterhandlungen mit der bürgerlichen Regierung im Interesse der Arbeitermassen. Dies letztere bedeute keine Verletzung des gegen die Mitarbeit an der Regierung gerich- teten Prinzips.— Hierauf nahm die Delegierte der KPD. und der kommunistischen Internationale Klara Zetkin das Wort, die von der Galerie lebhaft begrüßt wurde. Die reformistische Fraktion verhielt sich reserviert. Sie erinnerte an die würdige Vergangenheit der sozialistischen Partei Italiens während des Krieges, an Zimmerwald und den Anschluß an die Dritte Inter- nationale. In allen Ländern, wo Sozialisten an der Regierung Hausangestellte! Alle bürgerlichen Parteien wollen euch so schnell wie möglich wieder unker die alte Gesindeordnung bringen, damik ihr nichts, die.Herrschaften- alles zu sagen haben. Nur mit innerem wider» streben erkrägt das Bürgertum eure heutige Gleichberechtigung mit den übrigen Arbeitnehmern, wählt nicht eure Aeinde. wählt die Verteidiger eurer Rechte. wählt sozialöemokratisch tSpd.) teilgenommen haben, wurde der revolutionäre Geist er- tötet.. Beispiele dafür seien Belgien, und vor allem Deutsch- land. Sie bitte um Annahme der Moskauer Bedin- g u n g e n und den A u s s ch l u ß d e r R e s o r m i st e n. Die Partei müsse wählen zwischen Marx und vriand(?) und anderenteils zwischen Kautsty und Lenin. Sie schloß mit einem Hoch auf das revolutionäre Proletariat Italiens.— Der Reformist Treues drückte feine Bewunderung für Klara Zetkin aus und polemisierte hierauf gegen seine Borrednerin. Er führte aus, daß der Grund der mißlichen Verhältnisse des italienischen Proletariats in der Spaltung von Livorno zu suchen sei. Um den Fascismus zu bekämpfen, gäbe es nur ein mittel: die Proletariermassen zu de» wegen, sich an der Regierung zu beteiligen. Auch L a z z a r i hätte in Livorno noch für die Einheitsfront gesprochen und betreibe jetzt die Propaganda für den Anschluß der Reformisten.— Alz nächster Redner sprach Lazzari, der gegen Treves polemisierte und erklärte, er sei niemals für die Teilnahme an der bürgerlichen Regierung gewesen. Wenn er heute für den Ausschluß der Refarmist.'n sei, so deshalb, weil man ohne Parteidisziplin nicht arbeiten könne und die Reformisten diese Parteidisziplin nicht fallen. Wie wir in Ruß- land waren, haben uns die russischen Genossen in vielem die Augen geöffnet. Er schließt unter Beifall mit dem Appell an den Kongreß. falls er die Revolution wolle, u n b ed i n gt, d i e Reformisten auszuschließen. Dann wird die Sitzung vertagt. Mailand, 13. Oktober.(EP.) Im Mittelpunkt der heutigen Sitzung des italienischen Sozialistenkongresses stand die mit starkem Widerspruch aufgenommene Rede des Delegierten der Dritten Inter- nationale, des Polen Walewski. Er unterzog die gesamte Tätig- keit der sozialistischen Partei und der Kammergruppe einer scharfen Kritik und sprach sich gegen jede Zusammenarbeit mit den bürger- lichen Parteien aus. Ferner verlangte er die Ausstoßung der Re- formisten aus der Partei. Die Mehrheit des Kongresses nahm seine Ausführungen unfreundlich auf und versuchte wiederholt, ihn am Weiterreden zu verhindern. Als Walewski mit den Worten schloß: „Was nicht mit uns ist, ist gegen uns", riefen mehrere Delegierte: «Das ist ja die Losung der Fas eisten in Italien". Mailand. 14. Oktober.(Intel.) Auf dem vierten Berhandlungs- tage erklärt Maffi, der Parteitag von Bologna vor zwei Jahren sei ein Kongreß der Selbsttäuschung, der von Ltvorno ein Kongreß der Leidenschaften gewesen, während der gegenwärtige Parteitag ein Kongreß der Ungewißheit und Unentschlossenheit wäre. Maffi wirft der Partei Propaganda der Resignation vor, durch die der revolutionäre Keim abgetötet worden sei. Die Beschlüsse von Moskau müßten beachtet werden. Sie seien gefaßt worden, nachdem die Kommunistische Internationale die italienische Frage erschöpfend behandelt habe. Maffi wendet sich nicht nur gegen die Taktik von Turati und Treves, sondern auch gegen die Serratis, dem er vorwirft, daß seine Anträge von Zweideutigkeiten strotzen. Aon allen Seiten stürmisch unterbrochen, ruft er aus: Es existiert nur ein richtiger Antrag, der von Bentivoglio(der in Livorno ein- gebracht war), und dieser muß unbedingt zur Geltung kommen. Wenn unser Antrag auf Ausschluß der Reformisten auch nicht die Mehrheit erlangen wird, werden wir trotzdem weiter in der Partei verbleiben und tapfer weiter wirken. In der Nachmittagssitzung erklärt R i b o l d i, von der Gruppe Lozzari, daß er das in Moskau begonnene Werk weiterführen werde. Nur der Eintritt der Partei in die Dritte Internationale fei mög- lich. Als nächster Redner spricht Friedrich Adler, der von der einen Seite mit lebhaftem Beifall, von der anderen mit fürchter- lichem Lärm empfangen wird. Da man annimmt, daß Adler im Namen der Wiener Internationalen Arbeitsgemeinschaft reden will, wird er durch Zurufe:„Sie sind um ein paar Stunden zu spät ge- kommen", am Sprechen gehindert. Erst als der Präsident erklärt, daß Adler nur in seinem eigenen Namen und nicht im Auftroge der Wiener Internationale sprechen wolle, kommt er zum Wort und überbringt dem Parteitag die Grüße der österreichischen Arbeiter. Er betont dann die Notwendigkeit der Schaffung einer einheitlichen Internationale und schließt mit dem Ruf: Es lebe die Inter- nationale!— Hierauf legt Bentivoglio(Reformist), der noch in Livorno zu den Befürwortern des Anschlusses an Moskau ge- hörte, die Gründe dar, aus denen er seiner damals einzebrachten Tagesordnung nicht mehr zustimmen könne.— Hierauf ergriff Serrati das Wort. Er polemisiert heftig gegen Lazzari, Maffi und Riboldi. Dabei wirft er in größter Erregung einem kommuni- stischen Journalisten, durch den er sich offenbar provoziert fühlte. sein Wasserglas an den Kopf. Es entsteht hierauf ein un< geheurer Tumult. An allen Stellen des Saales kommt es zum Handgemenge zwischen Mitgliedtzrn der verschiedenen Frak- tionen. Es entsteht eine regelrechte Prügelei. Stühle und Messer werden durch die Lust geworfen. Erst nach längerer Zeit tritt oll- mählich eine gewisse Beruhigung ein, die es Serrati ernwglicht, fein« Ausführungen fortzusetzen. Er unterzieht die Kommunistische Inter- nationale einer scharfen Kritik. Sodann wurde unter dem Beifäll der Versammlung ein Telegramm der Ljga für die Unabhängig- k|!t Aegypten? verlesen, worin der Kongreß zum Protest gegen die englische Besetzung aufgefordert wird. Als im weiteren Verlauf der Sitzung Friedrich Adler sprechen wollte, mach. tcn die Moskauer Krach. Nachdem der Präsident Ruhe geschaffen hatte, konnte Adler das Wort ergreifen, der einen internationalen Zusammenschluß der Arbeiter befürwortete. Sne Spaltung. Eine Gruppe der Kongreßdelegierten ist laut„Intel" aus der maximaiistischen FraktionSerrgtiausgeschieden und hat sich als„Maximalistische Gruppe für die Drille Internationale" offi- ziell konstituiert. Dem Exekutivkomitee der neu->n Fraktion gehören an: Maffi, Lozzari, Riboldi und C o r b e t t a. Von ihnen wurde dem Kongreß eine Resolution vorgelegt, die erklärt, daß die Gruppe Turati einen sozlalreformistisch-opportunistischen Charakter habe und daß ihre Anhänger sich selbst außerhalb der Partei g» stellt haben. Der Partettag solle die Beschlüsie des S. Kongresse« der Kommunistischen Internationale annehmen, wogegen das Urteil der Exekutive der Kommunistischen Internationale über die Sozia- listische Partei Italiens bezüglich seiner Form und einiger Vorurteile zum Gegenstand einer objektiven Revision gemacht werden würde. Eine Horihyorgar.isation in der Tschechoslowakei. Nach einer Meldung des Tschechoslowakischen Preffebureaus hat die Polizei- direktion in Kaschau festgestellt, daß sich in der Slowakei eine ge- Heime Horthyorganisation gebildet hat, die in enger Der- bindung mit magyarischen Faktoren steht und beabsichtigte, in der nächsten Zeit einen gewaltsamen Umsturz in der gesamten Slowakei herbeizuführen. Eine ganze Anzahl Personen wurde ver- hastet. Die deutschböhmifche Sozialdemokratie verharrt in der Opposilloa. Der Parteivolstand der deutschen sozialdemolratischen Aibeiter- Partei stellte übereinstimmend fest, daß durch den Regierung S- Wechsel keine Aenderung deS bisherigen politischen System« eingetreten sei. Die Partei habe deshalb keine Veran» lassung, ihre Taktik zu ändern. Die japanische Bevölkerung in den Vereinigten Staaten hat während der letzten zehn Jahre einen Zuwachs erfahren, der 63,8 Proz. beträgt. Japan marschierte hiermit an der Spitze aller Nationen. Landesversammlung der Bayerischen volkspartel. Die die«. jährige Landesversammlung der Bayerischen Voltzpartei findet am 28. und 29. Oktober in München statt. Eingeleitet wird sie durch eine sogenannte Arbeitswoche, die am 28. Oktober mit einer Frauen- tagung beginnt.___ Wirtschaft Relchswirkschaflsrak und Ausfuhrabgabe. Am Montag, den 17. Oktober, werden der Wirtschaftspolitische Ausschuß und der Ausfubrabgaben-Ausschuß des vorläufigen Reichs- wirtschaftsrats eine gemeinschaftliche Sitzung abhalten zur Beratung des folgenden Antrages der Reicheregierung: I. Auf Grund sofort einsetzender genauer Ermittlungen und Beratungen sollen die Ausfuhrabgaben bis spätestens 1. April 1922 neu geregelt werden. II. Für die Zeit bis zum Inkrafttreten dieser Neuregelung soll mit sofortiger Wirkung eine Zwischenregelung er- folgen, die auf den derzeitigen revidierten Sätzen des Ausfuhr- abgabentarifs aufbaut. Zu diesem Zwecke soll(bei Zugrundelegung des gegenwärtigen Valittostandes): 1. eine Erhöhung der derzeitigen Sätze de» Tarifs um 4 Pryz. eintreten: 2. dies« Erhöhung noch ohen begrenzt werden durch Maxi- m a l z i f f e r n. die bei Fertigfabrikoten 6 Proz., bei Halbfabrikaten 7 Proz. und bei Rohstoffen 8 Proz. bettagen sollen: 3. soweit bereits revidierte Sätze diese Maximalziffern überschreiten, sollen sie beibehalten werden: 4. Auslandsware(ausländische Rohstoffe, Halb- und F e r t i g f a b r i k a t e), bei welchen einwandfrei feststeht, daß sie keinerlei Weiterverarbeitung im Inlande mehr unterworfen wer- den, und solche, bei denen die Weiterverarbeitung im Inlande nur eine geringfügige ist, wird mit keiner oder einer wesentlich geringeren Abgabe(höchstens 3 Proz.) belegt. Die von der Regierung vorgeschlagene Neuregelung ist also der- ort maßvoll, daß der Ansturm der Interessenten gegen sie vollends unverständlich erscheint. Von den riesigen Valutagewinnen soll vor- läufig nur ein ganz geringer Bruchteil erfaßt werden. Es wttd Aufgabe der Arbeitnehmer und Verbraucher im RWR.(ein; die Forderung der Regierung zu unterstützen.. Das Aortschreiken der Teuerung bestätigt sich auch an de« Großhandlesamtsziffern des Statistischen Reichsamte». Diese ist von 1917 im Durchschnitt des Monats August auf 2 0 6 7 im Durchschnitt des Monats September gestiegen. Von den einzelnen Warenzruppen haben zunächst Getreide und Kartoffeln eine Senkung von 2033. aus 2016 z» verzeichnen, die durch einen leichten Rückgang der Weizen-, Gerste- und Kartoffelpreise herbei- geführt wird. Alle übrigen Warengruppen weisen demgegenüber eine zum Teil beträchtliche Steigerung der Preise auf: und zwar Fleisch, Fische und Fette von 1762 auf 1943, K o s o- n i al waren von 1731 auf 2317. landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel zusammen von 1949 auf 2020: ferner: Häute und Leder von 2306 auf 3727, Textilien von 2193 auf 3070. Metolle von 1673 auf 2036, Kohle und Eisen von 1774 aus 1830, Industrie- stoffe zusammen von 1867 auf 2166. Die vorwiegend im Inlande erzeugten Waren(Getreide, Kartosfeln, Fleisch, Fische, Fette, Kohle, Eisen) stiegen von 1913 auf 1952, die vorwiegend aus dem Auslande eingeführten Waren von 1935 auf 2643. Die Ziffern zeigen, wie sehr die Preissteigerung mit dem Rückgang der Mark im Ausland zusammenhängt. Slmnes hat sich jetzt auch auf die M a r g a r> n e i n d u st r i e Einfluß verschafft, indem er die vor der Liquidation stehenden Alto- naer Margarinewerke Mohr u. Co. übernahm. Manoll Aktiengesellschaft, Verlin. Unter obiger Firma wurde die bekannte Zigarettenfabrik in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Das Aktienkapital beträgt 20 000 000 M. Stammaktien und 16 000 000 Mark 6proz. Vorzugsaktien. Französische Warcnvorräke In Düsseldorf und vulsburg-Ruhr- ort. Wie vorauszusehen war, haben die Franzosen, die das besetzte Gebiet unter dem Schutze der„Sanktionen" mtt französischen Waren aller Art vollgepfropft haben, die Zeit bis zur Aufhebung der Zwangsmaßnahmen noch schnell dazu benutzt, möglichst große neue Warenmengen in das besetzt« Gebiet hin« einzupressen. Wie aus dem besetzten Gebiet berichtet wttd, haben die Franzosen in Düsseldorf und Duisburg-Ruhrort, also in den Städten, wo die militärischen„Sanktionen" unter Verletzung des Friedensvertrages und des Rhemlandabkommens noch auf- rechterhalten weroen, große Läger eingerichtet, die mit Waren aller Art, besonders mit Aukobereifungsmaterial und anderen Gummiwaren sowie mit Textilwaren, ange- füllt sind. Aus diesen Lägern rönnen die Franzosen nunmehr das besetzte Gebiet auch noch Aufhebung der„Sanktionen" weirerhin mit französischen Waren i'berschwemmen. Deutschland ist lediglich in der Lage� mit Hilfe der Ausfangvorrichtung östlich des Rhein» zu verhindern, daß diese Waren in da» freie Deutschland hineinkommen. GeVeMhojwbewegung Angestellte üer berliner Metallinöustrie! ZNlk dem Verbände Berliner ZNetallindnstrieller sind Freitag nachm. 4 Uhr neue Verhandlungen aufgenommen worden. Sle führken zu einem Ergebnis, das beide Teile ihren Mitgliedern zur Annahme empfehlen werden und zwar dahingehend, dah der Schiedsspruch desSchlichlungsausschusses vom 7. Oktober für den Oktober von beiden Teilen anerkannt wird, und daß für die Monate Tlovember und Dezember die vom Schlichkungsaus- fchuß auf t50 Prozent bestimmte Teuerungszulage auf Grundgehälter 170 Prozent betrögt. Beide Teile wollen bis Ende der nächsten Woche erklären, ob ihre Mitgliedschaften mit der Ver- einbarung einverstanden sind. Line Funktionärversammlung, in der weitere genauere Mitteilungen gemacht werden, findet am Montag statt. Ort und Zeit werden in der Arbeiterpresse bekanntgegeben. Die weiteren in dieser Bewegung zu treffenden Maßnahmen müssen von dem endgültigen Ergebnis der Verhandlungen ab- hängig gemocht werden. Wir bitten daher alle in Afa-Verbänden organisierten Kolleginnen und Kollegen der Metallindustrie gewerk- fchastllche Disziplin zu wahren. Arbeiterbehandluirg bei der Schutzpolizei. Wiederholt ist die Oeffentlichkeit auf die Zustände bei der Schutz- Polizei aufmerksam gemacht worden, die man bei einer republikani- schen Polizeitruppe nicht erwarten dürfte. Auf Grund dauern- der Klagen von Zivilarbeitern der einzelnen Abteilun- gen hatte der Transportarbeiteroerband die Vorsitzen- den der Betriebs- resp. Arbeiterräte am Montag zu einer Sitzung zusammenberufen. Bei der allgemeinen Aussprache, die nach einem kurzen instruktiven Referat über Aufgaben der Betriebsräte ein- setzte, wurden aus verschiedenen Abteilungen Zustände geschildert, die den alten wilhelminischen Geist nur allzu deutlich erkennen ließen. Im Pferdestall der Abteilung Tegel hat man eine große schwarze Holztafel angebracht, auf der geschrieben steht: Wer den Stall während des Dien st es verläßt, hat sich beim Futtermeister oder dessen Stellvertreter zu melden, ebenfalls bei Aus- führung von Notdurft. Also:„Herr Futtermeister, ich bitte austreten zu dürfen!" Der Futtermeister hat den Pferdepflegern erklärt, wer bei der Pferdemusterung auffällt, wird das erstemal vermahnt und im Wiederholungsfalle entlasten. Dem Vorsitzenden des Betriebs- rates sagte ein anderer Futtermeister bei einer Beschwerde:„Setzen Sie sich man mit dem A... auf den Bock und lassen Sie den Be- triebsrat Betriebsrat sein." Von der Abteilung Tiergarten werden die Küchenfrauen vom Küchenverwalter als Kommunisten beschimpft. Einem weib- lichen Betriebsratsmitglied antwortete der Verwaltungs- direktor:„Das hätte ich nur wissen müssen, daß Sie Betriebsrätin sind, dann wären Sie schon ganz woanders." Bezahlung der Sonntagsarbeit für die Küchenfrauen lehnt der Herr Ver- waltunqsdircktor ab, trotz Tarifvertrags, der für geleistete Sonn- tagsarbeit Kll Proz. Zuschlag vorsieht. Der Tarifvertrag sieht auch vor, daß Neuein st ellungen durch Vermittlung der paritätisch geleiteten Arbeitsnachweise vorgenommen werden sollen. In der Regel werden jedoch in den meisten Abteilungen Leute eingestellt, die zufällig darum anfragen. Die längere Zeit Arbeitslosen"finden auf diese Weise keine Beschäftigung. Die Abteilung Linden hat 17 Beamte seit ungefähr einem Jahre abkommandiert zur Renovierung der Kaserne. Es dürfte wohl interessant sein zu erfahren, ob es denn so wenig arbeitslose Maler gibt und allzuviele Polizeibeamte, so daß diese zu Renooie- rungsarbeiten verwendet werden müssen. Auch die Demobilmachunqsverordnung über die B e s ch ä f- tigung von Doppelexistenzen scheint bei der Schutzpolizei ein Buch mit sieben Siegeln zu sein. So werden trotz Arbeitslosig- keit und trotz Einspruchs der Betriebsräte Zioilarbeiter mit Milch- und Grünkramgeschäften weitcrbeschäftigt. Zum Teil sind das frei- lich solche Leutchen, die mit der Arbeiterbewegung nichts gemein haben wollen. Wir könnten noch viele derartige Beschwerden vorbringen, wollen jedoch für heute davon absehen. Dem Herrn M i n i st e r des Innern möchten wir jedoch empfehlen, seinen Beamten klar- zumachen, daß wir nicht mehr im wilhelminischen Zeitalter leben und daß Zioilarbeiter keine Soldaten und organisierte Arbeiter nicht jedermanns Hanswurst sind. Zum Streik im Gastwirtsgcwcrbe. Die Streikleitung berichtet: Die Betriebsräte der be- streikten Hotels und Gastwirtschaften traten gestern zu einer stark besuchten Volloersammlung zusammen, in welcher über die Lage be- richtet wurde. Dabei wurde festgestellt, daß die Unternehmerschaft sowohl sich selbst als auch ihre Arbeitswilligen mit Schuß- und Stichwaffen versehen hat und sich auch verschiedentlich provo- katarisch auftbetender Elemente bedient, um dann über Terrorakte berichten zu können. Die betreffenden Unterlagen sollen dem Po- lizeipräsidium übermittelt werden. Lebhaft wurde auch darüber geklagt, daß ein Teil der Schutzpolizei sich ganz offen und kritiklos auf die Seite der Unternehmer stelle, wozu allerdings die gute Verpflegung nicht wenig beitragen möge. Die Köche berichteten, daß Unternehmer versuchten, auch sie zur Gründung eines besonderen Verbandes zu überreden, mit dem sie dann einen Sondertarif abschließen würden. Diese Ver- suche seien überall glatt abgelehnt worden. Ein Vertreter der Berliner Gewerkschaftskommission gab die getrofse- nen Maßnahmen zur Unterstützung der Streikenden bekannt und wies darauf hin, daß damit die von der gesamten Berliner Arbeiter- schaft zugesagte Streikhilfe durchaus noch nicht erschöpft sei. Die einmütige und zuversichlliche Stimmung der Versammlung bezeugte, daß an eine Unterwerfung der gastwirtschaftlichen An- gestellten auch dann nicht zu denken wäre, wenn der Streik sich noch iängere Zeit hinzöge. Der AilZtirn der Geschäftsführer aus der Organisation hat bei weitem nickt den Umfang angenommen, der nack den ersten Mit- teilungen zu vermuten war Von der rund 500 Mitglieder umfassenden Gruppe der Geschäftsführer und Hotel- beamten haben in einer gestrigen Versammlung die 140 An- wesenden einstimmig beschlossen, beim Zentralverband der Hotelangestellten zu bleiben und für die Gruppe sofort einen neuen Vorstand zu wählen. Ebenso hat die Grupvenversammlung der Hotelportiers mit großer Mehrheit jede Aus- trittsbewcgung abgelehnt. Eine gestern abgehaltene. sehr stark besuchte Versammlung der gewerblichen Angestellten von Kem pin Ski beschloß, nur nach den Weisungen des Zentralver« bandeS zu handeln und sprach gegen zwei Stimmen den wenigen Herren des Betriebsrars, die ihr Amt nicht freiwillig niedergelegt haben, ihr schärfstes Mißtrauen aus. Wie die bewaffneten Streikbrecher„von den Streikenden terro- risiert" werden, davon gibt die nachstehende Einsendung eines Be- triebsrats Kenntnis. Der bürgerlichen Presse, die jeden Tag er- sundene oder grenzenlos übertriebene Greuelmärchen verbreitet, stellen wir diese Mitteilung kostenlos zur Verfügung: „Existiert da am Kurfürstendomm(Halensee) ein Etabliffement, genannt„E l f e n s ch l o ß. In diesem Betriebe befindet sich neben einigen wenigen„Arbeitswilligen" auch ein Musiker„ um dem dort verkehrenden Publikum zum Tanze aufzuspielen. Dieser Herr M. bereitet sich nebenbei zum Examen vor, um in allerkürzester Frist in den Polizeidienst zu treten. Erwähnt sei noch, daß er auch über einen Waffenschein und selbstverständlich auch über eine Schuß- waffe verfügt. Er hat sich denn auch nicht entblödet, den dort ebenfalls im Streit befindlichen Angestellten zu erklären, daß er jeden, der versuchen sollte, die Streikbrecher an ihrer Arbeit zu ver- hindern, einfach über den Haufen schießen würde." Um die Arbeitszeit der Holzbildhauer. Die Frage der Arbeitszeit in den Betrieben der Holzbildhauerei beschäftigte am Donnerstag eine zahlreich besuchte Branchenver- sammlung der Holzbildhauer. Nach dem Referat von B am bald handelt es sich um folgendes: Die Bildhauer hatten von dem Verein der selbständigen Bildhauermeister und von den Tischlermeistern einen Zuschlag von 20 Proz. auf die Tischlerlöhne gefordert. In Verhandlungen, die noch nicht abgeschlossen sind, zeigten die B i l d h a u e r m e i st e r ein gewisses Entgegenkommen, indem sie einen Durchschnittslohn von 9,7S M. anboten,'der nur um 25 Pf. hinter der Forderung zurückbleibt. Bezüglich der An- fangslöhne war jedoch das Angebot der Meister zu gering. Bei den Verhandlungen mit den Holzindustriellen konnte jedoch für die in T i s ch l e r e i e n beschäftigten Holzbildhauer kein Aus- schlag auf die Vertragslöhne der Tischler erzielt werden. Es wurde vergleichsweise in den jetzt in der Berliner Holzindustrie abge- schlossenen Vertrag folgender Paragraph aufgenommen:„Die Ver- tragslöhne für die Bildhauer werden gemeinschaftlich mit dem Verein selbständiger Bildhauer gleichlautend festgelegt." Es ist nun noch die sehr wichtige Frage der Arbeitszeit zu behandeln. In den Bildhauereien ist vor zwei Iahren die 4 4 st ü n d i g e Ar- beitszeit pro Woche durchgesetzt worden, während die Arbeitszeit in Tischlereien 46 Stunden beträgt. Bei den jetzigen Ver- Handlungen wollen nun die Bildhauermeister jene Errungenschaft rückgängig machen und auch in ihren Betrieben wieder die 46stündige Arbeitszeit einführen, damit sie einheitlich sei für alle in Berlin be- schäftigten Holzbildhauer. Die Vertrauensmännerkonferenz hat sich dahin ausgesprochen, daß die Erhöhung der Bildhauerlöhne keines- falls dazu dienen darf, die Arbeitszelt in den Bildhauereien wieder zu verlängern, zumal auf dem Arbeitsnachweis noch arbeitslose Kollegen eingeschrieben sind. Alle Diskussionsredner traten für die Aufrechterhal- tung der 44 ständigen Arbeitswoche der Bildhauer leb- Haft ein, und einstimmig beauftragte die Versammlung die Ber- handlungskommiffion, mit ollen Mitteln dahin zu wirken, daß diese in den Bildhauereien bestehende Arbeitszeit in dem mit den Bild- hauermeistern abzuschließenden Vertrag ausdrücklich festgelegt wird. Ebenfalls einstimmig beschlossen wurde, an dem Aufschlag von 20 Proz. einschließlich Entschädigung für Werkzeug festzuhalten. Ein weiterer Beschluß gibt Direktiven zur Beseitigung der Heimarbeit. Lohnbewegung der Landschaftsgärtner. Die im Verband der Gärtner und Gärtnereiarbelter organisier- ten Landschaftsgärtner waren am Donnerstag zahlreich im Gewerk- fchaftshaus versammelt, um über weitere Schritte in ihrer bereits ein- geleiteten Lohnbewegung zu beschließen. Als Referent sprach A u r a s. Dieser berichtete, daß die Ortsleitung zunächst den Arbeitgebern die neuen Lohnforderungen schriftlich unterbreitet habe. Da aber eine Antwort nur von zwei Firmen eingegangen sei, habe sie den Schlichtungsausschuß angerufen. Am Mittwoch sollte verhandelt werden, allein die erschienenen Arbeitgeber erklärten, keine Bollmacht zu haben, um namens der Arbeitgeberschaft zu verhandeln. Es soll nun am 22. d. M. oerhandelt werden. Die Arbeitgeber sind vom Schlichtungsausschuß aufgefordert worden, inzwischen eine Versammlung abzuhalten und einer Kommission Vollmacht zu den Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß zu erteilen. Die Forderungen sind: Für Gärtner Im ersten Jahre 6,78, Im zweiten und dritten 7,— und nach drei Jahren 7,26 M.; für Anlagen- leiter 7,50 M.: für Arbeiter 6,50 M. und für Frauen 3,75 M. Da in anderen deutschen Städten und in einzelnen Fällen auch in Groß-Berlin bereits höhere oder doch ebenso hohe Löhne bezahlt werden, so dürfte— wie der Redner ausführte— auf die Anerkennung der berechtigten Forderungen durch den Schlichtungsausschuß zu rechnen sein. Beschlossen wurde, daß die Kollegen mit den Lohnforderungen unverzüglich an die Albeitgeber herantreten sollen und daß die Ver- Handlungskommission von diesen Löhnen nicht abgehen soll. Der Spruch des Schlichtungsausschuffes soll in einer Gruppenvcrsamm- lung am S o n n a b e n d. den 22. d. M., im Gcwerkschaftshaus be- kanntgegeben werden._ Eine Urabstimmung im holzarbeilerverband erfolgt in der Woche vom 23. bis'29. Oktober über die Einführung drei neuer Beitragsklassen ab 1. Januar 1922 mit 6, 7 und 8 Mark Wochenbeitrag. Die bisherigen Beitragsklaffen mit 0,76, 2,50 und 3,50 Mark Wochenbeitrag sollen fortfallen. Entsprechend dieser Beitragsregelung sollen auch die Unterstützungssätze bei Streiks, Arbeitslosigkeit, bei Krankheit, auf der Reise und bei Um- zug in den neu einzuführenden Beitragsstusen erhöht werden, wäh- rend sie in den bisherigen Stufen unverändert bleiben. Die neue Regelung hat eine Konferenz des Vcrbandsvorstandes mit den Gau- Vorstehern und den Vertretern des Verbandsausschuffcs beschloffen. Der Reichsmanteltarif ist wie in Berlin, so auch- in Breslau und Stettin, allerdings auch erst nach einem Streik vom 17. August bis 5. Oktober anerkannt worden. Die Tarifverhondlungen der Berliner Schauspieler mit den Di- rektoren sind bisher resultatlos verlaufen. Die Bezirks- Verbandssitzung der Schauspieler hat das Angebot der Direktoren als unzureichend abgelehnt. Der Bezirksobmann Körner hat daraufhin den sofortigen Zusammentritt eines Schlichtungsausschuffes gefordert, dessen Spruch die Schauspieler sich vorbehaltlos zu unter- werfen bereiterklärten. Der Tarifvertrag im Berliner Einzelhandel ist nunmehr zum Abschluß gelangt und von beiden Parteien unterzeichnet. Der so- fortigen Nachzahlung der September-Zulage steht mithin nichts mehr im Wege. Die Gehaltserhöhung beläust sich auf 20— 25 Prozent pro Monat. Di« Einzelheiten sind aus dem Tarif selbst ersichtlich, der bereits in Druck gegeben und in nächster Woche im Verbands- bureau, Zentralverband der Angestellten, Belle-Alliance-Str. 7/10, erhältlich ist. Dort wird auch jede sonst gewünschte Auskunft bereit- willigst erteilt. Den Betriebsvertrauensleuten geht der neue Tarif zur Aus- kunfterteilung zu. Die Schließung der Baubetriebe In Württemberg haben die Unternehmeroerbände angekündigt, weil die Bauarbeiter in Stutt- gart, Heilbronn und Göppingen in den Streit getreten sind. Zn Leipzig streiken die Bauarbeiter und die Zimmerer, weil die Unternehmer die Entscheidung über ihre Lohnforderungen, etwa 80 Prozent Zulage, verschleppten. Roch keine Einigung in höchst. Die Leitung der Gewerkschaften und der Arbeiterrat der Höchster Farbwerke rufen zu einer neuen Abstimmung über die Wiederaufnahme der Arbeit zu den von der Direktion gestellten Bedingungen auf. Ein Erfolg der Menschewislen in Moskau. Die Konferenz der Gewerkschaft der chemischen Arbeiter des Moskauer Bezirks, die die Neuwahl des Gewerkschaftsvorstandes an Stelle des wegen seiner menschewistischen Gesinnung aufgelösten bis- herigen Borstandes vornehmen sollte, endete mit einer Schlappe der Kommuni st en und einer Spaltung der Gewerk- schaft. Es wurde ein« menschewistifche Resolution ange- nommen, worin die Unabhängigkeit der Gewerkschaft von der Sawjetregierung verlangt wurde. Daraufhin ver- ließen die kommunistischen Delegierten den Sitzungssaal und faßten den Beschluß, eine neue Rote Gewerkschaft der chemischen Ar- beiter zu gründen und ohne die als g e g e n r e o o l u t i o n ä r er- klärte Konferenzmehrheit weiter zu tagen. Angistellte der gentral-Fl. sammlung simtli._____________. Verhandlungen. Afa-Ortskartell. verantw. tür den redalt. Teil: Dr. Werner Pelser, Charlottenbura: für Anzeigen: Th. Glocke. Berlin. Verlag: Borinärts-Verlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Vor- ivürtS-Buchdruckercl u. VerlagSanNalt Bau! Singer u. Co.. Berlin. Lindenftr. 2. Sierzu 3 Beilage» und die„Wählerin�. anslaoia- Vastlllea lgel. gelchüd» zur Deslnfektlo» der Mund- und Kachenhähle besonder» bei rfftrinno heiserkeil, halsentzllndung, Vet* v/ilglilv» schleimung. Erhältlich in den Lpolheken u. Drogerien. Ott Süßstoff verwendet. Er ist gut, billig und belkimnllch! , K-ZWefchev lSlißtraft o» 1 pfna» 3uck-0 ra» M Pt , Tadle««-. tV-Miesel Zucker gerrfgl für«ta« Oajf« Oagn, Statu. 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Außerdem haben in den>dirfür zuständigen Körper- schaften die Sozialisten nicht die Mehrheit. Daß Pfarrer Koch aus- gerechnet kurz vor den Wahlen fein gutes Herz entdeckte, ist bezeich- nend: waren es stets doch Sie und Ihre P»rteifreunde, die den reich- gewordenen Bäcker- oder Metzgermeister e inzig und allein zur Aus- Übung der öffentlichen Armenpflege für g»eignet hielten. War es doch auch Ihre Partei, die, als sie die Tkehrheit hatte, nie daran dachte die Enterbten des Glücks als gleichberechtigte Menschen an- zuerkennen. Erinnert sei nur an das Dreitlassenwahlrecht. Wer Armenunterstützung bezog, der durfte überhaupt nicht wählen und war politisch entrechtet. Diese früheren, nach der Auffassung der Deutschnationalen paradiesischen Zustände, würden sofort wieder eingeführt werden, we.?n die Bürgerlichen die Macht dazu hätten. Nach der Verfassung hat jeder Bürger die gleichen Rechte. Die Revolution hat mit de» Vorrechten der Be- sitzenden aufgeräumt. Es ist keine Schainde mehr, es ist nicht entehrend und entwürdigend, bei Bedürf- tigkeit eine Unter st ützung zu beziehen. Daß dieses erreicht wurde, ist das besondere Verdienst der Sozialdemokratischen Partei. Stets wird sie für die Schwachen und Unterdrückten ein- treten.> Darum ist es Pflicht eines jeden Invaliden, Erwerbsunfähigen und Armenrentners, ob Mann oder Frau, am IS. Oktober von dem ihm zustehenden Wahlrecht Gebrauch zu machen und dafür zu sorgen, daß dem Stadtparlament die sozialistische Mehrheit— so- fern von einer solchen überhaupt gesprochen werden kann— erhallen bleibt. Nur dann können die Interessen der minderbemittel- ten Bevölkerung voll und ganz gewahrt werden. Darum. Ihr Bedürftigen, Ihr Enterbten des Glücks, gebt alle am Sonntag der SPD. Cure Stimme! _ Hugo Subke. Entlarvung öes Schurkenstreichs. Der deutschnalionale Wahlschmindel über die Sparkasieu. In unserer gestrigen Abendausgabe brandmarkten wir die auf W a h l m a ch e berechneten, leichtfertigen und niederträchtigen An- griffe des„Lokalanzeiger" gegen den Magistrat, dem ein„Griff in die Sparkassen" vorgeworfen wurde. Das deutschnationale Blatt hatte unter anderm gesagt, weil die Stadt aus den Sparkassen 68 Proz. der Gelder zur Bezahlung von Beamtengehältern und Arbeiterlöhnen entnommen habe, könne es den Sparern eines Tages so gehen, wie bei Köhn und Klante. Zu diesem durch nichts gerechtfertigten, geradezu verbrecherischen B e un r uh i gun gs- Manöver erklärt jetzt der Magistrat: „Auf S0V Millionen belausen sich die Guthaben, welche zur- zeit bei den Banken für die Spartasse der Stadt Berlin liegen. Die Städtische Spartasse oerfügt also heute über genügend flüssige Mittel, um auch den weite st gehenden Ansprüchen ihrer Einleger entsprechen zu können. Darlehne der Sparkasse bewegen sich innerhalb der von den Aufsichtsbehörden durch die Satzung genehmigten mäßigen Grenzen. Wenn in einem Wahlartikel versucht worden ist, die Oefsentlichkeit mit der Behauptung irre zu führen, daß der Magistrat 53 Prozent der Spargelder für Bereitstellung von Gehältern und Löhnen entliehen habe, so ist das eine unwahre Behauptung und eine unverantwortliche Beunruhigung des sparenden Publikums, die auf das allerschärfste zurückgewiesen werden müssen." Wie schlecht muß es um eine Sache stehen, deren Verfechter zu so erbärmlichen Mitteln greisen, wie«s hier der deutschnationale„L o k a l a n z e i g er" getan hat. Auf jede Weise sucht man die Wähler zu schrecken, um sie den reaktionären Parteien in die Arme zu jagen. Wir sind ge- spannt darauf, mit welchem großartig angelegten Schwindel man in allerletzter Stunde noch hervortreten wird. Uns wird gemeldet, daß Vorbereitungen dazu bereits getroffen seien. Die Knüppelgaröe. Disziplin der Arbeiterschask. Einen recht eigenartigen Verlauf nahm am Donnerstag abend die von den Deutschnationalen in Treptow, im„Concordia-Saal", ver- anstaltete Wählerversammlung, ljauptreferent war der bekannte ehemalige Zweckoerbandsdirektor Dr. Steiniger, der die angeb- lichen Mißstände in der Berliner Kommunalverwaltung— wie man zu den Deutschnationalen so schön sagt— der Versammlung vortrug. Einem Teil der Versammlungsteilnehmer waren die Ausfüh- rungen wqhl nicht scharf und antisemitisch genug. Der Redner mußte wiederholt Gelegenheit nehmen, geistvolle Zwischenrufe temperamentvoller, mit Hakenkreuzen geschmückter junger Leute zu- rückzuweisen. Die Rede des zweiten Referenten, eines deutsch- nationalen Malermeisters, wurde vorzeitig beendet, denn mitten in die Ausführungen hinein erscholl der Ruf: Hier ist jemand mit einem Gummiknüppel! Bei einem der Hakenkrcuzjüng- linge hatte sich der unter dem Rock befestigte kräftige Gummiknüppel gelöst und war zur Erde gefallen. Damit war die wahre Absicht dieser jungenRaufbolde.die zum Teil, wie festgestellt wurde, bis von Schöneberg herkamen, erkannt. Es gab einen kleinen Tu- mult und die deutschnationale Versammlungsleitung, wohl p e l n- lich überrascht ob der Unvorsichtigkeit dieser Spröß- linge, schloß nun kurzerhand die Versammlung und entfernte sich, gefolgt, von. ungefähr drei. Dutzend ihrer Parteigänger. Während. des Vorfalles im Saal ertönten draußen Schüsse und bald erschien in einem Aufgebot von 16 Mann die Polizei, fand jedoch keine Ge- legenheit zum Einschreiten. Die Versammlung hatte ein lebhaftes Interesse daran, die Ausführungen des Dr. Steiniger nicht unwider- sprachen zu lassen. Schnell hatte sich ein neues Bureau aus Mit- gliedern der drei sozialistischen Parteien gebildet und unter dem Präsidium der SPD. wurde weiter getagt. Der deutschnationale Referent konnte in dieser, nun von Sozialisien geleiteten Versammlung noch sein Schlußwort halten. Die vorangegangene Diskussion hatte allerdings gezeigt, daß keiner der Anwesenden geneigt war, am 16. Oktober bürgerlich oder gar deutschnational zu wählen. Unter dem Gelöbnis, die sozialistische Mehrheit im Stadt- M ßwlUe MemWlMllM! heute, Sonnabend, den 15. Oktober. Thema: letzter Stunüe!" 9. kreis Wilmersdorf: T'A Uhr Vikkoria-Lulse- Schule, Uhlandstr. Ecke Gasteiner Straße. Referent: Hermann Müller. 11. Sreis Schönebcrg: 7� Uhr llhlandstrahe, Kolonnensir.22/23. Referent: 3oh. Haß, Sladtoerordneier. 13. Sreis Maden dorf: 754 Uhr Aula des Realgymnasiums, Kaiser- slraße. Referent: Hugo Hcimann, Rl.d. R. 13. Kreis Lichtenrade: 754 Uhr bei Rohrmann. Waldreskaurant. Hilpertsirahe. Referent: Hermann Lüdcmann, Finanz- minister a. D. 17. Kreis Biesdorf: 754 Uhr bei Dorath, Marzahner Straße 31. Referent: Erwin Marquard. 19. Sreis Buchholz: 754 Uhr bei Kaehne, Berliner Straße 39. Referent: Dr. Waller Zechlin. Parlament unter allen Umständen zu sichern, ging man auseinander. Auch die zahlreichen Polizeibeamten, die im Türrahmen der fortgesetzten Versammlung beiwohnten, werden sicherlich manche gute Anregung mit nach Hause genommen haben. In letzter Stunde. Unter dieser Devise hatte sich gestern abend in den„A n- d r e a s- F e st s ä l e n" eine außerordentlich zahlreiche Zuhörerschaft eingefunden, die den großen Saal und alle Nebmräume bis auf den letzten Platz füllte. Genosse S e v e r i n g geißelte in seinen Aus- führungen besonders die demagogische Hetze gegen die sozialistische Mehrheit im Berliner Rathaus. In treffenden, mit allgemeiner Zustimmung der Anwesenden aufgenommenen Worten kritisierte Sevcring diese Machinattonen und wies auf die großen Kulturaus- gaben hin, die noch ihrer Erfüllung harren und die nur durch eine sozialistische Mehrheit vollendet werden können. Am Schlüsse seiner Ausführungen forderte der Referent auf, die letzten 24 Stunden noch auszunutzen, die Säumigen her- auszuholen, um am 16. Oktober die Mehrheit zu erreichen, damit dem reaktionären Gelichter der Mut genommen werden, je wieder an seine Vorherrschast im roten Hause zu glauben. Schulkinder zur Wahlagitation. Der oft gerügte Unfug, daß Schulkinder von ihrem Lehrer zur Wahlarbett für die Partei dieses Lehrers geworben werden, wird uns jetzt wieder aus der Agitation zu den Stadtverordneten- wählen gemeldet. An der Berliner 66. Gemeindefchulc für Mädchen, Reichenbcrger Str. 44-46, hat der R e k t o r S a l b a ch durch Mädchen der oberen Klassen einen Posten Flugblätterder deutschnationalen Partei kniffen und zum Austragen fertigmachen lassen, und auch beim Austragen sollen dann Mädchen verwendet worden sein. Kenntnis von dem Mißbrauch der Schul- mädchen zur Wahlarbeit hatte der deutschnationale Stadt- verordnete und Abgeordnete Schulze, der früher an dieser Schule als Lehrer tätig war. Er befand sich am Donnerstag bei dem Rektor in dessen Amtszimmer zu der Zeit, als der Rektor den Mädchen die Arbest überttug. Die Deutschnationalen erzählen jetzt soviel von Mißständen im Berliner Schulwesen, die sie dem „roten" Magisttat aufs Konto setzen. Der„rote" Magistrat sollte die Herrschaften nachdrücklich darüber belehren, wie er über ihre miß- bräuchliche Verwendung von Schulkindern zur Wohlarbeit denkt. Unsere Genossen und Genossinnen mögen aus dem mitgeteilten Vor- kommnis ersehen, wie unsere Gegner sich alle Kräfte dienstbar zumachen wissen. Sorgt dafür, daß am Wahl- tage keine Stimme der Sozialdemokratie verloren geht! Ein ehrliches Ilugblatt unserer Segner. Gibt es bei den Gegnern der Sozialdemokratie auch Wahlflugblätter, die mal nicht lügen? Jawohl, eine solche Rarität ist uns tatsächlich vor Augen gekommen. In einem mit Bildern geschmückten Flugblatt der Deutschen V o l k s p a r t e i, das den Titel„Ein Jahr Rot-Berlin" ttägt, wird auch auf die Zunahme der Schulden Berlins hingewiesen. Eines der Bilder zeigt zwei Pakete Schuldoerschrei- bungen, ein ganz kleines und daneben ein riesengroßes, auf dem sich ein Geier niederläßt. Darunter steht das Derschen: Ein Jahr des Ruhms ist um. Zur Feier Schwebt schon herbei der Pleitegeier. Neben dem riesengroßen Paket Schuldoerschreibungen steht die Jahreszahl 1921. Welche aber steht neben dem ganz kleinen Paket? Man höre und staune! Di« JahreszahK1g14I Ja, das trifft den Nagel auf den Kopf. Mit 1914, dem „großen Jahr", begann das Unglück. Damals trieb ein Häuflein von Kriegshetzern das deutsche Volk in das furchtbare Abenteuer hinein, das mit dem militärischen Zusammen- bruch auch den wirtschaftlichen brachte. Von der Schuld an jenem Verbrechen fällt auf die jetzigen Deutschvolks par- t e i l e r nicht weniger als auf die D e u t f ch n a t i o n a l« n. Schon damals wurde für die deuffchen Gemeinden der Grund zu der Zerrüttung der Finanzen gelegt, die unter dem Einfluß der fortschreitenden Geldentwertung bis zu dem heutigen Tiefftand gelangten. Nur das Eine verstehen wir nicht, wieso das ehrliche G e- st ä n d n i s, daß der Kriegsausbruch von 1914— und nicht, wie sonst immer gelogen wird— die Revolution von 1918 der An- fang dieses Niederganges war, in dieses Flugblatt„E i n Jahr Rot- Berlin" hineinkommen konnte. Da scheint ein— Persehen vor- zuliegen. Vielleicht wird es noch durch eine„verbesserte" Neuauflage des Flugblattes wieder gut gemacht. Volksgenossen l§rieöenskämpfer! Wir erhalten mit dieser Ueberschrift folgenden Aufruf: Vergeßt es nicht! Am 31. Juli demonstrierten wir unter der Devise„Nie wieder Krieg!"„Du sollst nicht töten!" Wer machte die Demonstration zu einer gewaltigen Kundgebung? Nur die sozialistischen Parteien. Die bürgerlichen Par- t e i e n machten geschlossen nicht mit, erklärten sich also für Krieg, für Massenmord. Wer kämpft für Völkerversöhnung in den Schulen? Nur die sozialistischen Parteien, denn sie tteten ein für unsere Freunde Paulsen, Oe st reich, Kawerau, Anna S i e m s e n. Wer hetzt gegen sie, weil sie Pazifisten, weil sie Sozialisten sind? Die bürgerlichen Parteien. Wer unterstützt uns im Kampf gegen de,. Bau von Kriegern denkmälern, die den Völterhaß verewigen und einen Rachettieg predigen sollen? Nur die sozialistischen Parteien. Wer tritt mit uns ein für Kriegskrüppel, daß sie menschen- würdig behandelt und der Willkür militärischer Versorgungsämter entzogen werden? Nur die sozialistischen Parteien. Darum, Männer und Frauen, Mütter und Väter, wollt Ihr Pazifisten sein, dann gebt am 16. Oktober geschlossen Eure Stimme ab für die sozialistische Einheitsgemeinde Groß» Berlin. Deuffche Friedensgesellschaft, Ortsgruppe Berlin. Vereinigung der Freunde von Religion und Völle rfrieden. Siedlungswese« und Eiseitbahntarif. Der Ausschuß für Siedlungs- und Wohnungs- wesen des Reichswirtschaftsrats hielt gemeinsam mit dem Verkehrsausschuh des Reichswirffchaftsrats am 12. Oktober eine Sitzung ab, um den Einfluß der Eisenbahntarife im Vorort- und Nahverkehr auf das Siedlungswesen zu erörtern. Nach längerer Erörterung entschied der Verkehrsausschuß sich durch Abstimmung mit großer Mehrheit dahin, daß es bei der augenblicklichen Finanz- läge der Eisenbahn nicht befürwortet werden könne, über die bereits eingettetene Ermäßigung im Notstandstari.f hinauszugehen. Unterstützt wurde dagegen die Anregung, die Schülerkarten für Lehrlinge einzuführen. Der Ausschuß für Sied- lungs- und Wohnungswesen wird sich nach dieser Enffcheidung des Verkehrsausschusses noch einmal in einer besonderen Sitzung mit dieser Frage beschäftigen und die Wege zu finden versuchen, die Ge- fahr auf ändere Weise abzulenken, die in den dauernd steigenden Preisen der Verkehrsmittel für das Siedlungswesen liegt. Großfeuer kam gestern in Moabit, Bredowstraße 23, aus noch nicht ermittelter Ursache zum Ausbruch und beschäftigte die Feuerwehr fünf Stunden lang. Als die Züge 16 und 16 an der Brandstelle ankamen, standen'schon zahlreiche Bodenoerschläge und Teile des modernen Dachstuhls in solcher Ausdehnung in Flammen, daß Brandinspektor Heimar sofort über die bereits verqualmten Treppen und zwei große mechanische Leitern mit 6 Schlauchleitungen angreifen ließ. Trotzdem tonnte nicht verhindert werden, daß der machtige D a ch st u h l mit allem Inhalt an Hausvorrat und Brenn- Materialien total niederbrannte. Der Schoden ist bedeutend und leider nur zum Teil durch Versicherung gedeckt. Das geheimnisvolle verschwinden zweier Mädchen beschäftigt bereits feit einiger Zeit die Berliner Kriminalpolizei, ohne daß es bisher gelungen wäre, auch nur die geringste Spur der beiden Der- mißten zu finden. Es handelt sich um das 46 Jahre alle Dienst- mädchen Emilie Knappe, das seit dem 24. Juni 1911. also vor etwa zehn Jahren, aus seiner damaligen Wohnung Greifswalder Sttaße 211 verschwunden ist, und um das 48 Jahre alte Dienst- mädchen Anna T u m m a n i ch t. das am 16. August 1916 aus seiner damaligen Wohnung, Pestalozzistraße 31 in Charlottenburg, ver- schwand. Diese beiden Mädchen haben nachweislich mit einem Hei- ratsschwindler in Verbindung gestanden, und es besteht der dringende Verdacht, daß dieser Mann, nachdem er die Ersparnisse der beiden Mädchen von der Bant abgeholt hatte, sie entweder be- seitigt oder verkuppell hat. Im letzteren Fall« besteht die Möglich- keit, daß die Vermißten aus Scham ihren noch in Berlin lebenden Angehörigen bisher keine Nachricht gegeben haben. Die Kriminal- Polizei bittet jedermann, der irgendetwas über die beiden verschwun- denen Personen mitteilen kann, sich im Zimmer 79 des Polizeipräfl- diums Berlin zu melden. Selbstmord eines Sapellmeister». Einem ttagischen Schicksal ist der Kapellmeister Alexander Birnbaum, der vor einigen Wochen in einem Warschauer Konzert der Berliner Philharmoniker dirigierte, von einer Geistesstörung befallen wurde, und nach seiner Rückkehr plötzlich spurlos oerschwand, zum Opfer gefallen. Er wurde jetzt aus einem Grunewaldsee tot herausgezogen. Sprachhellknrfe. Auch im Winterhalbjahr werden an der Städtischen Fortbildungsschule für Schwerhörige und Ertaubte Heilkurse für sprachleidende Jugendliche und Erwachsene abgehalten. Anmeldungen nimmt täglich entgegen Direktor Schorsch, Markus- straß« 49. Honorar für das Halbjahr 16 M. Groß-Serliner Parteinachrichten. Heule, Sonnabend, den IS. Oktober: nnundschast, 2. Jugendpflege, 8. Leibesübungen, 4. Beaufsichügung privater Jugendfürsorge. Dazu lolmnen weitere Fachbeiräte. Die zentral« Zusammenfassung hat sich w diese« Eomm» keine Ausgabe gedacht, da genügend Gold und Silber im Lande ist, um damit den Bedarf an Zahlungsmitteln zu decken. Ein glückliches Land! tSchluh dt,»«»»«loutl-n Itils.l Mehr als 60% aller Eraftavagan und-Bäder der Berliner HutomoMlaussteUung tragen �(fegten (ConUna-nM-Luft» umd Voll- rollen, Centlneirtel-Coefli- and Rieaeniuftreffen) In die übrigen 39% teilten sich nicht weniger als 17 fllarken. 1871 xoyr 1921 60 Jaljrc Wcrkerfabrung Trotz Preissteigerung, alle Preise! Sakko-Anzüge, beste Verarbeitun)!, a Cheviot, Kammgarn, mit und ohne Umschlaghose, auf Leinen u. Roßhaar M. 375,—, 450,—, SSO,—, 650,-, 750,—,»SO.-. 950,— Ulster, Raglan- u. Schlupfer-Form. a. modisch. Stoffen, in den neuesten Farben, beste Ver arbeit. 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Elgt, Serichtslr. 74. «. Stein, Panisir. 80. 7. Leusdiner, Ackersfr. 119. 8. Niefschmann, Aekerstr. 120. 9. Doms. Echlegelsfr. 9. 10. Wende, flolonieftt. 147. 11. ffriffd), Stontheimet Str. 4. 12. flrtapp, Grllnfhnier Str. 8. 13. Naß. Maxstr. 12. 14. Koch, Hennigsdorfer Str. 15. IS. Barleben, Wildenow-, Ecke Burg». borfflraße. 18. Grunbmnnn. Mafploguef-, Ecke Eeestrahe. 17. Zimmer, Fehmnrnstr. 8. 18. Nentwich, Liniensfr. 192. 19. Büttner, Schwedter Str. 23. 20. Kficsche, Kopetihnzener Str. 74. 21. Wegner, Äesselsfr. 39. Wortoste«. 22. Späth, Seorgenkirchstr. 88. 23. Kujawsfi, Greifswnlber Str. 191. Osten. 24. Bähr, Stralauer Allee 47. 28. Pilzecker, Blumenstr. 84. 26. Worin, Gubener Str. 19. 27. Kühler. Matfernstr. 14. Südosten. 28. Geeive, Rnngeftr. 80. 29. Hellmuth, Gvrliker Str. 58. 30. Reink«(früher Roh Straße 17. (früher Rohnte). Grünauer 31.(Sewerffchaftshaus, Engelufer 24/25. 32. Benoit, Adalbertstr. 4. 33. Proffer. Michaelkirchstr. 29». «üd-n. 34. Winter. Ritterstr. 117. 85. BlenNe, Boppstr. 1. 88. Nowai, Ditschiner Str. 88. Südwesten. 37. Spärer, Gneifenauftr. 30. 38. Topp, Alt« Zakobstr. L 39. Rathmann. Wilhelmstr. 118. Weste». 40. WIemer. Blllowstr. 58. Rordwesten. 41. O-hlschlSger, Berlichingenstr. 5. 42. Sturz. HuUenftr. 7. 43. Kalfer, Soßfowsktisfr. 84. 44. Krüger, Pufflitzffr. 10. Zentrn». 45. Hummel, Sophienstr. 5. «bleeobof. 46. Michael, Bismarckstr. 73. 47. Boges Baumschulenweg. Baumschulen ftr. 14. Nochslq. Ebarlol Ottenburg. 48. Nebel, Salzufer, Ecke Englische Str. 49. Tbunack, Wielandstr. 4. 50. Werner, Wallstr. 98. 51. Peter, Nehringstr. 23. 52. Müller, Oonabrllcker Str. 27. Köpenick. 53. Schulz. Bahnhofstr. 34. 54. Augusiin. Rasenstraße. Friedrichshaoen. 55. Tinlns. Friedrickisir. 121. Kofelhorft. 58. Restaurant Lehmann. Kenniasdorf. 57. Restaurant Pfefferberg. ..», Hohenschönhausen. 58. Marquardt, Berliner Str. 35. Kalkberoe. 59. Kreter, Rcdenstr. 80. Prill, Kant-, 61. Blume, Boxl Lichtenberg. Ecke Mazartstraß«. vermallungsstelle verlin U 54, Linienslr. SZ-LS ] Sefchäftszrit von oormlltag 9 l!hr bis nachmittags tUdr Telephon! Amt Norden t»S, 1239, 1987. 9714 Montag, den IT. Oktober, nachmittags 5 Ahr Vranchen-Versammlung der Emaillierer und verwandten Berufe im Dresdner Sart«u.Dre»dnerSir.4Sa, Ecke Prinzen str. Tagesordnung: i Bericht Über unsere Lohn- verhandwna, Aussprache und Stellungnahme 2. Bericht vom Beroandstag in Jena 3, Branchenangefegenheiten und Diolussion.— Mitgliedsbuch fegüuniert! Montag, de» IT. Ottober. abd». T Ahr Branchen-Versammlung der vetriebsrahrleger und Heiser im orwerkschaslohau», Enzelnscr 24/25. Tagesordnung: L Die Lohnbewegung in der Berliner Metallindustrie, 2. Verbands» und Bronchen» ongelegenueiten 3. Verschiedenes. Ohne Mitgiiedsduch kein Zutritt I Die Vertrauens» leute werden ersucht, um 8 IlHr zu erscheinen. Die Ortsvcrmaltnng. gener Str. 62. Ecke Hüdsl-Xredik Bälowstr. 24, am Hocnbalmiiol Reiche Auswahl: Häfiige Preise I Spezialität; WeiRe Schlafzimmer iroße. Tg, Franksn Bahnhof Li rter Allee ichtenbeig» Ten» Neue Bohnhossiroße. 62. Seibke, Kronprinzenstr. 47, Eck« Schornweberstros 63. ,�Zur Wartburi Nr. 165, am i Fried richsfelde. Maricndorf. 64. Streiter, Ehoussecstr. 27. Marienfeld«. 65. Knauer, Großbeerenstraße. Neukülln. 66. Kaiser. Boddiustr. 58. 67. Prllßel, Brusendorfer, Ecke viger Straße. 68. Zdeal-Kostno, Weichselstr. 3. 69. Piechnik, Okerstr. 5. 70. Rllckheim, Berg», Ecke Lohnstraße. 71. Ko�nok-Ouelle, Hermannstroße, am � Niederschöneweide. 72. Schöps, Grünauer Str. 3. Obcrschöneweide. 73. Pamp, Wilhelminenhofstr. 43. Panlaw. 74. Schmidt, Florastroße, Eingang GÜrschstraße. Reinickendors-Weft. 75. Jugendheim. Scharnweberstr. U4. 76. Houske, Eichdornstr. 49. 77. Weding, Berliner Str. III. Rosenthal. 73. Feind, Am Bahnhof. Schöneberg. 79. Brumm, Eenest», Ecke Reichertstr. 80. Rosenthal. Ebersstr. 66. Seegeseld. 81. Wulf, Ortstraße. SiemensftadL 32. Sundheim, Nonncndamm-Allee, Ecke Märiischer Steig. 83. Marfand, Ronnendomm-Alle«. 84. Kant, Siemensstroße. 85.„Zum Fürstenbrunner Bahnhos". Spandau. Mfdiet MReMieronMaD verwalwngsstelle Berlin Jl 54. Liniensir. 83-65 Seschästszeir oon vormittags 9 llhr bis nachmitag» 4 llhr Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714 Wir machen unsere Kollegen darauf aufmerksam,>n den Befrieden nur aus ioichen Sammeiiiffen zu zeichnen, die entweder van seilen der Sewerkschaffskvntmiiston oder von seifen unserer Orfsverwaffnng gegengezeichnet sind. Alle anderen Sammellisten sind zurückzuweisen. Sie Orisoeitaaliung. Billige, gute Mose! Staaken. 89. Restaurant Wolfs. 90. Borgmann, Rhein�r. 42. 91. Henke, Flensdurger Str. 7. Tegel. 92. Lehnhartt, Derliner Slr. 34. Teltow. 93. Stohr, Berliner Straße. Soldmannsluk. »4. Schweizerhaus. Dianostroße. velfteuse«. >S'eI»e 20«! Pfälzer(direk! rom FaB) m Sieuer p. Liter t 4.7/ Flaschenweine m. Fl. u. 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Gr» öffnet von 9—6 Uhr. «dlershos, Alt.Siienicke: Frl. Walter, Adlers» Hof. Genoffenschaftsstr. 6, parterre. vaumschnlenweg: Frau K ö p k«, Kiefholzstr. 130, Laden. Bernau, Rlutgentai, geperuick, Schöudrstck, Kars» und Buch: Heinrich Brase, Bernau, Mühlen. straße 5. Biesdorf: W. Dannederg, Biktorlastr. ll. Bohnsdorf: Horlemann, Genossenschaftshaus „Paradies. Buchhol,, Slanieuburg: H a i n k e, Bnchholz, Bahn» hofstraße 24. Eharloftrnburg It Sesenheimer Str. L Geöffnet von 9 bi» 6 Uhr. ckharlottenburg II: Tanroggener Str. IL Eharlotienburg HI: Kaisertamm 101. Deöffnet von 9-8 Uhr. Eharlattruburg TV: Nürnberger Str. 23. Eggersdorf: Schönherr, Landsberger Str. 1». Eil-wald«' Schmöckwitz:« ä t h n e r, Ba auf diesem Sediere ist K ä i h n e r, Bahnhofstr. 89. e r n i ck«. Friedrichstr. 21. . Waldstr. 28. mann, Falkenderg, Garten» 95. Masche, Berliner Alle« 251. 98. Pietz, Rertnbahnsti «i.da nstr. 4. Idan. 97. Kasino, Schwartzlopffstraße. Tempelhof. 98. Bürgergarten, Berliner Straße, am Bahnhof. Treptow. 99. Wäschk«, Heidelberger Str. 81. Es ist Pflicht der Kollegen und Kolleginnen, sich restlos an der Abstimmung zu beteiligen._ Die Ortsverwnltuug. 7öhnn Q H. Teilzahlg.Sj. Gar. Kronen I8M. LuililB VOOÖ an Zabnz m. Einspr.h.»chmerzld. „an LmarlLschIechts.aeb.Rep.sof Z«hn»Arzt Dr.Won Potsd.St.iS. Hochb-StSonck? r Auf Teilzahlung! Möbel. Pollitcutaren. E. ! Grau, Berlin, Friedrich- straße 7(Nahe Belle. I allianeeplotz).* Kans Oranien Glektro-med. Anstalt Oranlenstr. 37 Unter Leitung von Aerzten, auch einer Aerztln 15 elektio-medizin. Behandlungen von M. 80,— an. Prospekte u. Auskunft kostenlos Ecke Rönneberastraße. Uffenwafser, Pe» Friedrichshagen, IsIistdleliiiiLifgätztz Sorschstunden 9—1,»— H, Sonntags 10— l? ICottbuser varnm 70/71. Telephon: MpL: 7827 für modernen Zahnersatz »oriiL Feukef Ihne Seiner: Albert �« r n i ck e, Fichtenau: Kreßke Falkcnberg: Solz» stadtstraße 10. Friedenau: Rdeinstr. 27. grrtersdarf.PetersHage»: tershagen. Friedrichshagen: Hoffmann, Kurze Straße L Grünau: Franz Klein, Friedrichstr. 19. Halrnfee, Grunewald: Halensee. Georg-Wilhelm» Straße 2. cherzselde- Martin Smolibowski. Senntasdorf: E m m u l a t, Ratbenanitr. 7. Kohennenrndorf: E i e g e r i s. Bismarckstrahe. Johannisthal: Alwin Sammifch, Bismarck» straße 8. Karlshor�t: Frau Stanke, Hentigftr. 32, vsrn parterre. Kaulsdorf: s i r b i g, Finsterberger Str. Köulas-Wusterhsuseu. Rirterlehme: Friedrich B a u m a n n, Königs-Wusterhaussn, Berliner Straße 8. Köpenick, Hirschgarten: Schlag. Kietzer Str. 8 (Ladsn). Geöffnet von 9—6 llhr. Lichtenberg l! Lichtenberg, Wartenbergstr. L öffnet von 9—6 Uhr. Lichtenberg II, Rummelsburg, Stralan: Lichter »e- Lichtenberg, Borhagener Str. 62. Geöffnet von 9— 6 Uhr. Lichtenberg III, Friedrichsfelde: Frankfurter Allee 135, Laden. Lichtenrade: Straße 9, Lichterfeide-Ost Kaifer-Friedrich- Lankwitz, Franz W i ch u r a, Restaurant. Ost. Lankwitz: H. Wenzel, Kaifer-Wilhelm-Str. 3. Lichterfelde-West: Karlstr. 1/2. Mahlsdorf: Emil Rausch, Lemkestr. 25. Mariendors: August Letp, Ehausseestr. 29. Marienselde: Fritz Greulich, Kirchstr. 27; Süd ring 762. Roueuhagcu: W e n z k e, giegelstr. 7L Reulöün: Reckarstr. 2. Geöffnet von 9—8 Uhr. Reukälln-Britz: Siegfriedstr. 28/29. Geöffnet von 9—6 Uhr. Riederschäneweide: Hartrampf, Brückenstr. 19 IL Riederfchönhauseu, Nordend: G. Schliebener» Tresiowstr. 14. Rowawe«: Karl Krohnberg, Ersenbahn- straße 10.„ Oranienburg: Heinz. Loenhardt, Stralsunder Straße 6. vberschonewetde: Ban Robert Paul, Mathilden- straße 5. ik»»: R i ß m a n n, Mühlenstr. 70 Fran Lack, Kurfürstenstr. IL ptagnsoort: Teichert, Forststr. 7. Reinickendorf» Ost, Schöuholz: Albert Wahle. Provinzsir. 56» fLoben). Ncinickendorl-Roseuthal: W. Büro, Prinz.Heln. rich»Ctr. 34. Schmargendorf: Reh ob. Breite Str. 4. Cchöneberg: Beiziger Str. 27. Geöffnet von 9 bis 8 Uhr. Senzig: Friedewald, Ehausseestr. 54. Sicmensstadt: Stein, Ronnendamm-Alle« 92-. Spandau: B n l l a ck, Moritzstr. 14, Garth. 3 Tr. Staaken: Frau K u f e r a u, Staaken, Sdieidtstr. 12. Steglitz: Schloßstr. 97. Südeude: Ludwig, Salskestr. 38. Tegel, Borsigwalde, Neinickendorf-West, Waidmaans- last, Freie Scholle, Keemsdorf, Birkenwerter. Bergielde, Stolpe und vorgsdorf: Borsigwalde, Ränschstr. 10. Geöffnet von 9—8 Uhr. Teltow: Ritterstr. 2n. Tempelhof: Kaifer-Wilhelm-Str. 13. Tempelhaf: Kandier. Hahenzollernkorso 5. Trebbw: Eöring, Bahnhofstr. 82. Treptow, G r a m e n z, Kiefholzstr. 412, vorn L Weißensee: Berliner Allee 54. Wildon-Hoherlehm«: Rud. Lettow. Wilbtl»,hagen, Sestenwinkel: Schulz«, Bil» Helmshagen, Wilhelmstr. 31. Dilmersdorf: Holsteinische Str. 19, Tstblnger Str. 2a. Dittrnan: W:lh. Zimmermann, Rosen- thaler Straß« 48. Wo' errdorf: Schurbaum, Eichendamm 22. Zehlendorf, Schlachtenlee, Nikolassee! W e g n e r, Zehlendors, Tellower Str. 3. Zeuthen, Mierrdors: Zeuthen, Eirtlnna. Stvaüe Z. Zossen: Albert Stein, Mittenwalder Str. 17. Sämtliche Literatur sowie alle wissenschaftlichen Werke werden geliefert. Sonntags find die Gefchösts stelle« geschlofie». Nr. 457 ❖ 3$. Jahrgang 2. Heilage öes vorwärts SonnabenS, 15. Oktober 1421 vominicus verteiöigt sich. (Schluß aus der Abendausgabe.) . a ber Freitgssitzung des Preußischen Landtages, die im bc- ionderen sich mit der P e r s o n al p o l i t i k des Ministers Daminicus beschäftigte, führte Abgeordneter Frang Krüger(Soz.) wester aus: Die jetzig« Regierung hat zielsichere Füh- runq der inneren VerwaUung versprochen. Von positiven Leistungen haben wir nichts gesehen, es war die rückschrittlichste und unfruchtbarste Regierung seit der Revolution. Auch wir halten fach licke Eignung für notwendig zur Bekleidung von Verwaltungs Posten. Wenn die Deutschmonarchisten uns das abstreiten, so ist das ein durchsichtiger Wahlschwindel. Freilich suchen wir diese fachliche Eignung m allen Schichten des Volkes und legen auch au' Examina nicht immer den Hauptwert. Wirkliche Fachleute und nicht nur Assessoren ohne Berührung mit dem praktischen Leben brauchen wir— Prak tlker, die Descheid wissen, wie man Verwaltung macht und sich das Vertrauen des Volkes erwerben. Immer wenn in eine höhere Verwaltungsstelle ein Sozialdemokrat einrücken soll, dann kommt man auf den Gedanken, daß dafür unbedingt ein I u r i st er- forderlich sei, und die Sozialdemokratie hat eben nicht viele Juristen. Der Redner erinnert an den Fall Thormann-Alexander, der als Bürgermeister einer kleinen Stadt für einen hervorragenden Juristen gehalten wurde, schließlich aber als Schwindler mit gefälschten Zeugnissen entlarvt wurde. Wenn der mit seinen bescheidenen juristischen Kenntnissen den anderen Juristen so imponieren konnte, was für Ochsen müssen die dann gewesen sein! Das Vorgehen gegen sozialdemokratisckie und demokratische höhere Beamte bat eben rein politische Gründe. Man veranstaltet eine systematische Verleum dungskampagne gegen sie. Dominikus sagte einmal, für ihn sei die Demokratisierung der Verwaltung nicht gleichbedeutend mit Sozial- demokratisierunq. In Wirklichkeit betreibt er chre En tsozialdemo- kratisierung. Das ganze Geschrei von de� Fullevkrippenpolilik ist nur die glatte Furcht, daß die Deutschmonarchisten nicht mehr allein an der Futterkrippe sein können. Redner trägt eine Reih« von Fällen vor. inn zu zeigen, wie der Minister des Innern Be- amte stützt, die für die Deutschmonarchisten gegen Andersgesinnte gastieren. Geflissentlich wird die Wahl von Landräten und Bürgermeistern, die Sozialdemokraten sind, nicht bestätigt. Die Auflösung der Stadtverordnetenversammlung in Itzehoe durch Do- minicus war ein Gewaltakt allerersten Ranges. In den Anstellungs- bedimnmgen für die Polizeibeamten sind die Bestimmungen so ge- faßt, daß die Offiziere der Schupo jeden Beamten hinauswerfe« können, der ihnen nicht paßt. Gegen jede politische Betätigung der Beamten geht man vor, hingegen wird der politischen Betätigung der Offiziere weitester Spielraum gelasien. So wird die Bahn frei gemacht, um die Schutzpolizei mst dem Geiste zu erfüllen, den leider heute ein großer Teil der Reichswehr hat. Das Vor- aehen gegen die Beamten des Statistischen Landesamtes, die am Verfasiungstage eine schwarzrotgoldene Fahne gehißt hatten, be- deutet eine schikanöse Uebertreibunq des formalen Prinzips. In wieviel Fällen sind nicht Beamte, die eigenmächtig auf Regisrungs- gebäuden fchwarzweißrot geflaggt hatten, straflos geblieben? Die Beziehungen zum Reich werden durch die reaktionäre vveußische Innenpolitik fortwährend verschlechtert. Die preußischen Vertreter haben im Reichsrat gegen die Berordnunq des Reichspräsidenten nach der Ermordung Erz- bergers fortwährend angekämpft. Man hat mit Recht die Haltung der preußischen Regierung als eine Unterstützung der bayerischen Kahr-Regieruna angesehen. Die Aufforderung an die schlesisch« Oraekch, ihre Satzungen den gesetzlichen Bestimmungen onzu- passen, hat man als eine Warnung an sie aufgefaßt. Der Mi- nister hat das besttitten. er hat aber rechkz eisige Maßnahmen gegen das Freikorps Oberland verhindert, bis die deutschmonarchistischen Kreise in Sicherheit waren. Jetzt durchziehen diese Freikorpsbanden das schlesische Land mordend und stellend. Angeblich will der Minister den sozialdemokratischen Ober- prässtenten Zimmer enttasien. weil er den Regierungspräsidenten bespitzelt habe. Das soll wohl ein Ausgleich sein für die Entlassung des reaktionären Breslauer Polizeipräsidenten Liebermann. In Ostpreußen finden große Woffenschiebungen statt, an denen der Deusichnationale Heimatbund hervorragend beteiligt ist. Beschlag- nabmte Waffen wurden wieder freigegeben auf Befehl des Reichskommandos Königsberg. Dem Königsberger Polizeipräsi- denken hat man sein Amt so schwer als möglich gemacht, weil er Sozialdemokrat ist, und der Innenminister hat hiergegen nichts qe- tnn, im Gegenteil, er bat sich zum Werkzeug dieser Hetze machen lgsisn. Das Kabinett Stegerwald ruft einen unerttäglichen außen- und innenpolitischen Druck hervor, es bedeutet für uns eine Gefahr "nd bringt uns an den Rand des Bürgerkrieges.(Lebhafte Zu- stimmung links.)___ Abg. Rabold(U. So,.): Mehr als einmal hat die preußische Re- oierung sich zur Republik bekannt, sie handelt aber nicht danach. Bei der Verfolgung der Mörder Erzberqers hat sie sogar der Kahr- Regierung und damit der bayersichen Reaktion geholfen. Das geht aus dem Bericht des Reichskommissars für öffentliche Ordnung Weiß- mann deutlich hervor. Die niederfchlesilchen Freikorps bilden die lchlimmst« Gefabr für die deutsche Republik. Sie werden sogar von Behörden unterstützt. Haussuchungen in ibren Nachrichtenzentrelen verlaufen ergebnislos, weil diese Stellen rechtzeitig gewarnt werden. Dommicus begünstigt also Organisationen, von denen er weiß, daß sie die Republik stürzen wollen. In Oberschlesien sind von diesen siireikorps«ine große Anzahl Morde begangen worden, ohne daß die Staatsregierung eine Untersuchung eingeleitet hätte. Auch hier In Berlin bestehen die Zeilireiwilligenkorps unter den Namen von Sportklubs weiter. In Elberfeld ist ein Arbeiter, der«in Wasscnlager angelegt hat, zu tü Jahren Zuchthau» verurteilt worden; wa ist man gegen Recht-puttchisten schon so schars Einheilssronk der ganzen Arbeiterschaft. Wir wollen nicht zusehen, wie man uns langsam die Schlinge um den Hals legt. Wenn es dann zu Ausschreitungen kommt, so soll man nicht der Arbeiterschaft dafür die Schuld geben. Minister des Innern Daminicus wird mit kommunistischen Zu- rufen:„Jeder Zoll ein Hauptmann der Landwehr!" empfangen und begfnnt: Ich bin stolz darauf, Hauptmann der Landwehr zu sein. (Hurrarufe b. d. Komm.) Mein« Abhängigkeit von den Deutsch- nationalen werden die Herren wohl darin erblicken, daß ich die Protesterklärung des Pommerschsn Provinziallandtages gegen den demokratischen Oberprösidenten Ltppmann sofort beanstandet habe. Den Polizeipräsidenten Dr. Liebermann habe ich zur Disposition * POSTABONNENTEN* wefc£e aucß im nächsten MonatWert auf eine regef- mäßige Zusteffung des. Vorwärts' fegen und eine Ünterßredmng in der Zusteffung nicfjt wünschen, müssen die Erneuerung des Postbezuges in den Tagen vom 15- his 2o. d. M. hei dem zuständigen Postamt vornehmen. Der Bezugspreis beträgt einschfießfich Zusteffungsgeßühr 12 Mark. ★ Vorwärts-Verfüg G.m.B.h.* vorgegangen? Der Major S l i e s, der zahlreiche Wassenlchiebungev auf dem Gewissen hat. ist seines Dienstes enthoben worden, aber wo bleibt das Ettafversahren? Wir verlangen rücksichtslos Arn- löfung sämtlicher der Republik schädlichen Organi'atianen; dringen wir mit dieser Forderung nicht durch, so schassen wir eins EinheitZ- front, aber nicht von Stinnes bis Scheidemar.n, fondern die gestellt. Erst kürzlich habe ich gegen einen alten bewährten Bs- amten in der Provinz Hannover das Disziplinarverfahren auf Eni- fernung aus dem Amte eingeleitet, weil er sich anläßlich der Er- mordung Erzbergers außerordentlich bedauerlich« Handlungen hat zuschulden kommen lassen. Deutet es auf Abhängigkeit von den Deutschnationalen,'daß ich auf Rügen den sozialdemokratischen Land- rat Mieten, z bestätigt habe, obwohl nicht er, sondern ein Fach- mann die Mehrheit der Stimmen erhielt? Habe ich nicht erst kürz- sich einen Erlaß an die Regierungspräsidenten hinausgehen lassen, der sich gegen die verhetzenden Artikel in vielen amtlichen Kreis- blättern richtet? Ich habe die Regierungspräsidenten veranlaßt, dafür z» sorgen, daß damit Schluß gemacht wird. Hilft das nicht, so werden die amtlichen Beziehungen zu den betreffenden Kreisblättern gelöst. Dieser mein Erlaß trägt das Datum vom 6. Oktober,(Hört, hört!) Ich habe niemals daran gedacht, die Verwaltung zu entsozialdemokratisieren; vielmehr habe ich sehr viele sozialoemokratische Landräte bestättgt, so die Herren Zimmer- mann und den Landtagsabgeordneten Schluchtmann. Den letzteren habe ich als äußerst tüchtiaen Menschen ganz besonders begrüßt. Ebenso sind von mir bestätigt worden die sozialdemokro- tischen Landrät« in Nauen und in Eschwege; letzterer, obwohl er nicht die Mebrbeit oefunden hat. Den Qandrat Adler, der ein Jahr lang auf Bestätigung gewartet haben soll, konnte ich doch erst bestätigen, nachdem ich im Amte war. Das ist erst fett einigen Monaten der Fall. In dem Falle der Neueinsühruna des Regierungs- rates Dr. v. Härder als Landrat habe ick die Billigung der So- zialdemokraten ausdrücklich gefunden. Der Erlaß betrefss der Ent- lassung von Privaten gestellten stammt nicht von mir, sondern vom Finanzminister. Die Nichtbestäiigung des vorgeschlagenen Sozialdemokraten im Kreil« Randow«rfolche mit Rücksicht darauf, daß der außerordentlich schwierige Derwaltungskreis einen Fach- mann an der Spitze erfordert. Auch ist von der Mehrheit'des Kreistages die tüchtig« Arbeit des von mir ernannten Beamten über die engen Schranken des Parteihorizontes hinaus anerkannt worden. (.stört, hört» Den Landrat S« y b o l d habe ich wegen seiner Der- stoße in der Hitze des Wahlkampfes in Geldstrafe nehmen müssen, nicht weaen des Bekenntnisses zu seiner Partei, sondern wegen der Formoerletzunaen. Ich habe auch die sozialdemokratischen Landräte stets in Schutz aenommen und bin ihnen, wo es nötiq war, mit der staatlichen Autorität zur Seite getreten. Den Sandrat Laubenthaler habe ich bisher nicht bestättgt. Er war ober auch bereits unter meinem Vorgänger lö'/t Monat« kommissarisch tättg. (Lebhaftes Hört, hört!) Er hat sich in einer Kreistaassitzung sehr sonderbar aufgeführt und einen Zwttchenrufer ausgefordert, das Maul zu Halden.(Stürmische Heiterkeit.) Er bezeichnet« d-ese Auf- forderuna als angemessen. Die Gemeindevertretung von Eichwalde bei Berlin mußte ich auflölen, well die stälste der Gemeindever- treter ausgeschieden war. In Itzehoe sind Neuwahlen deshalb erforderlich, weil 15 Vertreter ihr Amt niedergelegt haben. Das Bsrfahren schwebt noch. Der Schulleiter in stannover, der das an- geblich pnrteivolitilche Porwort der Reichsverfasfuna bcrausasrissen haben wünschte, ist wegen dieses fundamentalen Irrtums belehrt worden. In den 6 Monaten meiner Amtstätigkeit lzabe ich mit der Reichsregienrnq in engstem Zusammenhang gearbeitet. Rur in der Fraqe der Ausrechterballunq des Ausnahme- zustandes gingen wir auseinander. Hat sich doch auch der Ober- Präsident der Provinz Sachsen noch am 27. August iür die Bei- behaltunq des Ausnahmezustandes ausgesprochen. Trotzdem hat die preußische Regierung schließlich ihre Zustimmung zur Auf- Hebung gegeben. Oberpräsident S i e h r hat sich nach Verständi- gung mit mir für einen Abbau des Ausnahmezustandes in Ost- vreußen erklärt. Der Erlaß der Verordnung des Reichspräsidenten ist im E i n v e r st ö n d n i s mit der preußischen Regierung erfolgt. Der Izeimaifchutz der Schlesier ist einen Tag vor der Bekannt- machung der Verordnung über Auslösung der O r g« s ch aus ihr ausgetreten. Daher war es in meinem Ministerium allgemein« Rechtsanschauung, daß man ihn jetzt nicht mehr auflösen könne. Deshalb beauftragte ich den Breslauer Polizeipräsidenten, dem .steimatschutz nahezulegen, nun auch sein« Satzungen weiter zu ändern und das Sclbstschutzrecht daraus zu streichen. Der Polizeipräsident gab diesen Erlaß mit dem schriftlichen Vermerk an den Ge- schöflssührer weiter:„Streng vertraulich!" Das mar sehr! ungeschickt, weil es den Anschein erweckte, als hätte die Re- 1 giernng irgend etwas zu verbergen. Ich habe keine V e.r a n- lassuna, gegen diese Organisation nicht vorzugehen. Die Aut- lösüng der Arbeitsgemeinschaften ist leichter gefordert als ausgeführt. Im großen und ganzen ist die Auslösung des Selbstschutzes in Schlesien ohne große Schwleriqkeiten gelungen. Uebrig geblieben sind nur jene 1700 verstreuten Leute, die als„Arbeitsgemeinschaften" hie und da untergebracht sind. Unangenehme Zwischenfälle sind nicht abzu st reiten. Nach Mittellung des Reichsinncnministers haben die Alliierten! erneut die Auflösung des Korps„Oberland" gefordert. Dese Auf- lösung wird erfolgen. Man muß aber diesen Leuten vorher Arbeits- gelegenheft verschaffen. Die Zahlenangaben des Artikels in der „Königsberger Volkszeitung":„Ich klage an" sind maßlos über» trieben, insbesondere die., über die Aufsindung von 200 Maschinen- gewehren. Der Oberpräsident tat, wie er mir erklär:, zurzcil n'cht den mindesten Anlaß, an das Bestehen einer putschistiichen Bewe- gung in Ostpreußen zu glauben. Di« Hundertschaft„für besondere Verwendung" ist nicht von mir geschaffen worden. Wegen Er- mor'oung des Oberwachtmeisters B u ch h o l z ist jetzt gegen zwei Leute Anklage erhoben worden. Während der Voruntersuchung kann ich meinerseits keine Untersuchungen anstellen lassen. Als der Verdacht einer Ermordung erhoben wurde, ist seitens der Verwaltung sofort eingeschritten worden. Der Hauptmann und dis beschuldigten Wachtmeister wurden vom Dienste suspendiert« (Zurufe links: Man hat sie wieder laufen lassen!) Bei der Hissung der schwarzrotgoldenen Fahne im Landesstatistilchen Amt handelt es sich um eine Lappalie.(!) Sie! war bestimmt für den Demonstrationszug zum Schutze der Vor- fasiung. Man sollte doch nicht mit Kanonen nach Spatzen schießen. Im Einklang mit einer großen Zahl von sozialdemokratischen Ver« waltungsbeamten muß ich erklären, daß die alten Beamten mit redlicher Mühe besttebt sind, ihre Pflicht dem Staate gegenüber zu erfüllen. Zu welchen Zuständen würde es führen, wenn ich all« leitenden politischen Verwalwngsbeamte, die am alten Regime hängen. abberufen würde? Wie könnte man auch unter dem Regime der Demokratie ein solches Massenschlachten rechtfertigen.(Huhul-Rufe links.) Wie rennt sich da? mit dem Beschluß in Görlitz, mit der Deutschen Volkspartei zusammenzugehen?(?!) Mein Regime ist ein Regime der Sachlichkeit und der Gerechtigkeit.(Lebhafter Beifall rechts und in der Mitte.— Zischen bei den sozialistischen Parteien.) Abg. Loenartz(Z.) fordert eine Derwaltung, bei der alle Kreise de'' Bevölkerung berücksichtigt werden und deren Besoldungsverhält» niste auch den Einttitt von Minderbemittelten ermöglichen. Ge- fordert werden muß, daß das Beamtentum ernstsich auf dem Boden der Verfastung seine Pflicht tut. Abg. Dr. v. Kries(Dnat.) rechtfertigt den Polizeipräsidenten Liebermann und den schlesischen Heimatschutz. Wenn wir mit dem Innenminister und seiner Politik auch nicht immer einverstanden sind, so müssen wir doch eine Besserung gegenüber der Praxis seines Amtsvorgängers anerkennen.(Sehr richtig! rechts.— Lachen links.) Abg. Dr. v. Richter(D. Bp.) vertritt den gleichen Standpunkt. Der Abg. Ssoering hat in einer Versammlrmgsrede in Paderborn sich zwar für eine Koalition mit der Deutschen Volkspartei ausge- sprachen, aber gemeint, daß seine Partei dabei die Rolle des Be» fehlenden spielen müsse.(Hört, hört!) Er ließ dabei auch durch- blicken, daß er wieder Minister des Innern werden würde. Für uns würde es eine politische Ehrlosigkeit bedeuten, wenn wir unter den Bedingungen des Herrn Severing in eine Koalition treten würden.(Beifall bei der Volkspartei.) Das Haus vertoat sich. Es folgen persönliche Bemerkunqen. Abg. Severing(Soz.): Der vom Abg. o. Richter zitierte Bericht über meine Rede ist irrig und e n t st e l l e n d. Ich nehme es dem Abgeordneten v. Ricbter übel, daß er nur einen Augenblick annehmen konnte, daß ich so qroßsprecherisch und töricht reden könnte. Ich habe die Auffassung meiner Parteifreunde zurück» gewiesen, daß der Eintritt von Sozialdemokraten in eine Regierungs- koalition mit der Deutschen Volkspartei bedeute, volksparteilich« Politik zu treiben. Ich habe demgegenüber erklärt, daß die So- zialdemokratie selbstverständlich bemüht sein werde, bei einem Eintritt in die Regierung den größtmöglichen politischen Einfluß geltend zu machen. Das war mein gutes Recht.— Abg. v. Richter(D. Vp.): 5)err Severing hat damit meine Darstellung als rickitig znqeaeben.— Abg. Severing(Soz.): Herr v. Richter" sollte wissen, daß ich als Minister immer darauf hin, gearbeitet habe, nach aemeinfomen Richtlinien vorzugehen. Ich habe in Paderborn nur meinen besorgten Parteifreunden gegenüber be- stritten, daß Koalitionspolitik das Aufgeben der sozial- demokratischen Grundsätze bedeutet. Nächste Sitzung Dienstag 12 Uhr: Fortsetzung der Besprechung der großen Anfragen gegen Daminicus und Anträge über die Kar- toffelversorgung.— Schluß 6% Uhr. Hrisfkaften der Redaktion. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt.-- Jeder für den Brief- kästen bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Nummer bei. Eilige Anfrage» trage man in der Juristischen Sprechstund«, Lindenstr. 3» 1. Hof pari, links, vor. Echriftstücke und Verträge stnd mitzubringen. W. 20. 1. Nein. 2. Das richtet fich nach dort geltenden Bauxolizeinor» fchriften. 8. st 907 BGB. 4. Sie müssen de» Klageweg beschreiten.— L.?. 1. 1. 16,60 M. 2. Zwei Drittel der Krankenkasfenbeiträge und die Hälfte der In- validcunerstcherungsbeiträge sowie 16,66 M. Steuern.— K. M. Tbiiringe». 1. Durch Anfragen bei den in Frage lammenden Polizeibeliärden. Wenn Ei» den jetzigen BuseiUbaltsort nicht ermitteln länncn, mutz die äffentliche gustel- lung der Klage nachgesucht werden. 2. Lassen Sie stch von Ihrer Gemeinde» oi---.--------— r..Tr.n richjxn Sie unter Beifügung dieses des Armcnrcchtz und Beiordnung eines iiiuzz wtv ici.uf izv| uu/i. a,>. wiv. nvy wiv behörde ein Armutszeugnis ausstellen und richten Sie unter Beifügung dieses Attestes einen Antrag auf Bewilligung des Arnienrechtz und Beiordnung eines Anwalts an das zuständige Gericht. Z. Die gustimmung des Manne« ist nicht srijl xuu:ui.— io, x. uno c. ui iruut uuyi in jytuye wm- men. Fragen Sie aber beim Siedlungsamt, Berlin, Kiopstockstr. 23, an. 3. Ja, sofern der Vcrsorqungsansvruäi bereits anerkannt ist. 4. Lätzt sich nicht vorher bestimmen. S. Wenden Sie sich an die Gemeinde, in der Sie sich ansiedeln wollen. lTchlusi des redaktionellen Teils.), wurde diese» Zeichen für ekttSMSSWgMWlIj als Schutzmarke eingetragen.— Bor Nachahmung wird gewarnt. A-G. vorm. Apokheter Richard Brandt. Schaffhausen(Schweiz) und Singen a. Hahenkwiel(Baden). SchatladiWa luemervmnö Bingen a.Rh.. Vertreter, C. U. Bitzealiofcr, Berlin W 50» Fürfhcr Sir. 3 •/Jusgereift und kösf lieh■ Tftealer, Lidilspiele usw. Opernhaus Zuai OedSchtnls Etigelb. Humperdlncks Hünitel u.<>retel Kttni�sklnder 7 Uhr i. Akt 7 Uhr SchaDspielhans Flesco 7'/, Uhr Deutsch. Theater 7'/j Uhr: Kenn St«. 2: Hussisch. Gastspiel Jekalarina Jwanowna 7J,j Uhr: Kean Kammerspiele 8 Uhr: Der Hühnerhol St<;.2V3: Büchse d.Pandora b Uhr; Der HObnerhot Gr. Schausplelh. (Karlstraße.» 7 Uhr; Die Räuber St�. 7 Uhr; Die Räuber Volksbuhne Theater am Bülowplatz 7'/,u.ßaiieralsllil]ionär Theoler In der KöniggrätzerStr. 7 Uhr zum 1. Male: Manon Lescant Schausp. v Carl Sternheim Orska, Janssen, Kiemann, alldt, Brandt, Dernburg, Plcha, Rehhopf, t. Twar- dowski, klnpp) Stg.: Manon Lescaut Mo.: Die Fahrt ins Blaue Komhdieuhaus Täglich 8 Uhr: Der burleske Schwank ionnys Busenffreund Hans Waßmann Arnold Rieck Berliner Theater Täglich 7 30 Uhr; (PrtnsQffin Oäm FritziMassar�a.G. Ralph Art Roberts PepiZampa, Klper Residenz Theater Täglich 8 Uhr DsrPnig i. Paris OlgaLimhurg, Kaiser-Titz, Else Wasa, Eugen Rex, RichardSenius,LotteDewi8 Sonntag III. kleine Preise: Evcben Humbrecht kleines Theater Täglich 8 Uhr: Frau). Josette — meine Frau Eugen Burg, Carola Toeile Falkenstein, Hans Albers Sonntag 4 U. kleine Preise: Casanovas Satan Trianon-Theater fäglich?>/, Uhr: Hein Frenail Tettöy Arnold Kerff, Lotten linder W.Bendow, Gis. Schneider- Nissen, Fr. Schönemann F. W. Kaiser, E. Mamelok Stg. 4: Die Freundin Lessing-Theater Heute u folg. Tage 7V,: Die Spielereien einer Kaiserin Durleux« StelnrGck Sternberg; Deotsebes Onstler-Th. AMabendlich 7l/> Uhr: Die Bailerina des Sönigs (Leopoldine Konstantin) Centrai-Theater suhrJePostmeisteri!! Deutsches Opernhsus 7 uhr Margarete Frledr. Wllhelmstädt. Th, 8 uhr: AmBFican Girl Intimes Theater 8U; Die Spelunke/ Lauf doch nicht immer nackt herum Kleines Schauspielhaus 7'/.v.! KIM d-ustsp.) Lustspielhaus uhr: Die Schauspieler Metropol-Theater Die Straßensängerin Neues Operettentheater s uhr; Röiiigin d Jacht Neues Theatsr am Zoo u'hJasEwig-üäßniiche Neues Volkstheatar 7'/, Uhr: Die Wildente Schlller-Th. Charlottenb. 8 Uhr: Meine Frau, die Hofactaansplelerln SehloOpark-Th. Steglitz FZ, u.: Rangierbafaniiol Thalln-Thaater 71/, uJchäffl' Dich, Lotte Theat a. Nollendorfplatz ßViUhr: Kean vl Vetter aus Dingsda Theater des Westens 7i/. u.: Braut d-Lucuilus Th.i d.Kcmmandantenstr. (Jtid. Künstler-Theater) 8: Verlassene Schenke Wallner-Theater '■/.uhr Nixchen Volkseper. Walhalla-Th. Glocken v.Corneyliie Gasiao-Theatcr Lothringer Str. 37 Täglich 73/« Uhr: Nur noch kurze Zeit der Possen- Schlager Exzellenz Maxe Volkstümliche Preise. Sonnt Zi/,: Pantoffelheld (Rose.Theater) 3V,: Häusel und Grete! ÜIl U,,r' Bas Qlück der kleinen Seilte 14 Vsrietz- Sensationen B.giu 71» Uhr Kein Webizweng. Polles Caprlee Liniensir. 132, am Oranienburger Tor Täglich 8 Uhr: Nanons Dehnt Posse mit Gesang von L. Leonhard mit Perd. Grünecker Tel.: Norden 8650 P assage- Variete BiER-EABMT Dir.: M. Soilman Bchrcaistr. 5S ----- 8 Uhr------ Rotot Steldtl Mar. Fischer g.F.Scholz Heer; Vlgtia d.(. 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Die wirtschaftliche Blüte Amerikas./ Prosperität und Krise,/ Der Aufschwung nach dem Kriege./ Die jetzige Krise./ Krise, Aufschwung und Revolution/ Zuspitzung der sozialen Gegensätze./ Das Bauerntum,/ Der neue Mittelstand./ Die internationalen Beziehungen./ Die Arbeiterklasse nach dem Kriege./ Die nächsten Perspektiven und Aufgaben/ IL Schale der revolutionären Strategie./ III. KoagreB der Kommunistische«: internatioule: Die materiellen Vorausseizungen der Revolution./ Fragen revolutionärer Taktik./ Schule der revolutionären Strategie./ Die zentristischen Tendenzen im icalienischen Sozialismus./ Befürchtungen und Vermutungen der extremen.Linken"/ Die Mä.z-Ereignissc in Deutschland./ Die Strategie der deutschen Konterrevolution und die abenteuerlichen Elemente von links./ Die abenteuerlichen Tendenzen und die... vierte Internationale./ Die linken Fohler und die russische Erfahrung./ Die positiven und negativen Sehen der Französischen Kommunistischen Partei./ Kommunismus und Syndikalismus In Frankreich./ Nicht Wendung nach rechts, sondern ernsthafte Vorbereitung zur Machtergreifung./ Anhang: Thesen des Dritten Kongresses zur Weltlage und die Aufgaben der Kommunistischen Internationale/ Thesen des Dritten Kongresses über die Taktik./ Drei graphische Darstellungen: Schema der Produktion»- und Preisregulierung./ Schema der Produktion»- Phasen Großbritanniens./ Friedens-Armeebestände 3949b* Preis brosch. 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Die Besoldung erfoigL vorbehaltlich der Senehmi- gung durch den veztrfnemsschuh, nach«rnpps XU und den an das Hdchstaehait dieser»rilppr stch an- schließenden Wshottsfluf«« 6er Srupps XIII des BrsNhischsnSsUMleuOisnftsiufnmmsusUssshs». Auswärtige Dienstzeit als Mazistralsmugiied kann an- gerechnet werden. Awchepestoil nah ylnlsrhllebsnenfSrsorgs werden nach den bestehenden gesetzlichen lind den Be- itillir fpriemev»r, �pHl 10. 3110� 1001 nornn mit shcr etng t zurihtatfo IWWM. Reue Bewerbungen stnd di» 15. November b. I. «B den unterzeichneteu Stadtverordnetenvotsieher ein- zureichen.- 150/14 Lirguitz, den IL Ottober 1921. Der Stadtverorducteuvorsteher _ Et. HSsr._ Mark 1 50.— Tagesverdienst finden verfaufsillchiiae Damen unb Serreu beim Verkaufs unserer Sslssupuppsn a. GefchSsks Zum Beriaufs unserer Ksruseisen— Oelssisr»- Taileflenfetseu suchen wir eingejithrte Beitreter Seifsufohrlk Marti»& Äsnbsl. EHari, Spreestr.ß/7 suhsrlcksstg«. so» sort g«, w ch I, z,z. rebnrger Platz 4, Immanuelllrtbsir. 24. Markus- straße 30, Lübecker Str. 11, WaNiir.!>, Vätwaldstr. 42, Ackerstr. 174, Mullerstr S4a,(SreifcnHazener Slr 22 Baftianstr. 7, WildelmsHavener Str. 48. XealöUm, Retlarstr. 2 unb Eiegsriedstr. 28,29.+33