tlc.4S$ �38. Jahrgang Ausgabe B Nr. 242 Bezugspreis: VierteljiihrI.ZL,— SU, monotL 1&— M. fr« ins Haus, voraus zahlbar. Post- bczug: Monatlich 12,— M» einschl. Zu- sinlunasgebühr. Unter Kreuzband flic Deutschland, Danzig, das Saar- und Memelgebiet, sowie die ehemals beut- schon Gebiete Polens, Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 22,— M, stir das Übrige Ausland 29,— M. Postdestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho- Slowakei, Däne- mark, Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der„Vorwärts" mit der Sonntags- beilage„Volk und Zeit", der Unter- h-Uungsbeilage„Heimwelt" und der Seilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tags und Montag, einmal. Abend-Ausgabe «*oji Telegramm» Adresse! laldemotra« Berlin" Vevlinev Volksvlati (zapf«nnia) Anzeigenpreis: Die neungespaltcne Nonpareillezeile kostet S,— M.„tllcina Anzeigen- da, lettgedruckte Wort 2,— M.(zu- lässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 1*— M. Stellengesuche und Schlasstellenanzeigen das erste Wort V- M. jede, weitere Wort tO Pfg. Worte über IS Buchstaben zählen sür zwei Worte. ssamilien-An- zeigen stir Abonnenten geile 2,60 M. Die Preise verstehen sich einschließlich Teuerungszuschlag. «nzelgen für di, nächste Nummer müssen bis S Ahr nachmittag» im Hauptgeschäft, Berlw EW 63, Linden- ftraße 3, abgegeben werben. Geiiffnei »an v Uhr früh bis S Uhr abend» 2entra1organ äer roziatdemokratifcben parte! Deutfcblands Reüaktion und Expedition; EW HS, Linöenstr. 3 Äe-rntAr-iI,«!' Redaktion Morttzplatz lBli>5—97 �ern,prc�rr. es>,ebiHoi, Moritzplatz il7S»-s� Sonnabend, de« 13. Oktober 19Ä1 Vonvarts-Verlag G.m.b.H., EW SS, ifndenjh. 3 Sferitförrrfn-r• B erlag,«xpeditia»«nd Inseraten- dtzrrnkprrnirr. Moritzplatz 1t7SZ— St Die Haltung Englands. Zustimmung! Varl», lt. Ottober. sTBTB.) Oer Agence havas wird aus London gemeldet, aus guter Quelle verlaute, dah die englische Re- gierung heute im Mnisterrat die Entscheidung des Völkerbundrates betr. Oberschlefleu angenommen habe, nachdem Balfour Bericht er- stattet halte. Der Modus des endgültigen Slusführungsverfahrens bilde den Gegenstand eines Meinnngsaustausches zwischen den Re- gierungen von Paris und London, was die völlige llebcreinsiimmung als hergestellt zu betrachten erlaube, nachdem einige sormclle Einzel- heiten geregelt sein würden. Solange Reuter eine solche Meldung nicht verbreitet, kann sie nicht als unbedingt glaubhaft betrachtet werden. Veröffentlichung und Ausführung. Paris, 15. Oktober.((EG.) �avas meldet aus London: B a l- four wurde gestern vom englischen Ministerrat angehört. Gr legte ausführlich dar. daß der Völkerbund von einem sehr objektiven Standpunkt ausgegangen sei und daß er alle früheren Polemiken beiseite geschoben habe, indem er sich nur von dem Ergebnis der Volksabstimmung leiten ließ. Der Völkerbund hat die Frage von Anbeginn an geprüft, und es war sein? erste Sorge, eine politische Grenzlinie festzu- setzen, die keinesfalls eine wirtschaftliche Sperre darstellen sollte. Nachdem das englische Kabinett die Darlegungen Balfours angehört hatte, nahm es ohne Einschränkung die vorge- schlagene Lösung des Problems an, indem es dem vom Völkerbünde geschaffenen Werk ewstimmig Beifall zollte. Aus Nachrichten, die Reuter aus autorisierter Quelle schöpft, geht hervor, daß der Volkerbundrat seine Grundsätze nach einem Gutachten eines wirtschaftlichen Komitees aufstellte, das aus Sach» verständigen bestand, die wohl dem Völkerbunde, nicht aber dem Völkerbundrate angehörten.(Deutschland war also in diesem Komitee nicht vertreten. Red.) Diese Grundsätze werden die Grundlage von Abmachungen bilden, die zwischen Deutschland und Polen geschlosten werden sollen. Diese Abmachungen würden Bestimmungen für die Fortdauer des wirtschaftlichen und des sozialen Lebens enthalten, ferner über den Fortbestand der früheren Einkaussmärkte der Industrie in dem von Deutschland abgetrennten Teile für die Rohstoffversorgung, um alle Uebelstände zu beseitigen, di« sich aus dem Ersatz der deutschen durch die polnische Mark in jenen Gegenden ergeben sollten, die Polen zugesprochen sind Es sollten auch� Bestimmungen geschaffen werden zum Schutze der Eisenbahnen und der öffentlichen Eincich- tungen, ferner solche, die die Arbeiter vor dem Verlust der Vorteile bewahren sollen, dl« sie bisher durch di« deutsch« Gesetzgebung und durch die Organisationen der deutschen Gewerkschaften genossen haben. Endlich sollen gewisse Sicherheiten für das Privateigentum geschaffen werden. «keine Enteignung soll vorgenommen werden dürfen. Den Volksminderheiten zu beiden Seiten der Grenze soll ausreichender Schutz gewährt werden. Zur Durchführung dieser Abmachungen ist es notwendig, eine Kontrollkommission einzusetzen, die sich aus einer gleichen Anzahl von Deutschen und Polen zusammensetzt, und deren Präsident vom Völkerbund zu ernennen ist, falls dieser dazu gewillt Ist. Was das nunmehr einzuschlagende Vorgehen bezüglich der verössenlsichung des Genfer Beschlusses anbetrifft, so glaubt man zu wissen, daß die englisch« Regierung-ine Entscheidung hierüber erst heute abend treffen wird. Doch kann b«. reit? bestätigt werden, daß die Alliierten über die großen Linien hinsichtlich der Durchführung dieses Vorhabens schon zu einem lieber- «mkommen gelangt sind. Sollte das von Briand vorgeschlagene Ver- fahren angewendet werden, so wird die Botschafterkonfcrenz die Eni- scheidung des Völkerbundes prüfen, und wenn sie sie bestätigt hat, der deutschen und polnischen Regierung bekanntgeben, während gleich- zeitig die interalliierte Kommission von Oppeln benachrichtigt werden soll, sofort'die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, die die Durch- sührung des Völkerbundbeschlusses verlangt. Am Tage nach dem Zusammentritt der Dotschasterkonferenz— Sonnabend oder Mon- tag— wäre es dann möglich, Berlin und Warschau den Schiedsspruch vielleicht schon am Dienstag bekanntzugeben und die Entscheidung könnt« von der Interalliierten Kommission in Oppeln am kommenden Donnerstag tatsächlich zur Durchführung gelangt sein. Die englische Regierung hat schon gestern abend der französischen Regierung Mitteilung gemacht, daß sie deren Dorschlöge annehme. Pari», 15. Oktober.(WTV.) Wie„Matin" meldet, ist es wahrscheinlich, daß die englische Regierung einen Sachverständigen, Sir Eecil Horst, nach Paris entsenden werde, um sich mit dem Justitiar des Quai d'Orsay, Fromageot, über die Mitteilung, die Deutschland und Polen zugehen soll, zu v e r st ä n d i g e n. Es handle sich darum, getreu nach dem Buchstaben des Friedens von Versailles zu verfahren, wenn man die Empfehlung von Genf als Entscheidung der Alliierten übermittle, sowohl was die Grenz- frage als auch das Wirtschaftsregime des Industriebezirks anlange. Es scheine die Absicht der Alliierten zu sein, daß die Ueberweisung der zugeteilten Gebiete in höchstens einigen Tagen erfolgen solle. Man sehe kein« Schwierigkeiten zwischen London und Paris voraus, allerdings sei die Antwort der englischen Regierung bis gestern abend noch nicht eingetroffen. Paris, 15. Oktober.(MTB.) Nach einer Berechnung des „Matin" sollen durch den Dorschlag des Bölkerbünds Polen 81 Proz. der Kohlenförderung, 70 Proz. der Eisengewinnung und sämtliche Zinkgruben überwiesen werden. Protestverbot in Oberschlesien. Oppeln. 14. Oktober.(BS.) Die Interalliierte Abstimmung�- kommission hat die Kreiskontrolleure angewiesen, keinerlei Protestkundgebungen gegen die bevorstehende Entscheidung, gleichgültig, ob sie von deutscher oder polnischer Seite kommen, zu erlauben oder zu dulden. Wer gegen dieses Verbot verstößt, sei sofort auszuweisen. tzergt oder wirth! Die Rede, die der beutschmonarchistische Führe? Zzergt gestern in einer Berliner Wählerversammlung gehalten hat, war ein klarer Beweis für den brutalen Eifer, mit dem die äußerste Rechte das nationale Unglück zu ihren Parteizwecken auszunutzen gedenkt..Das Ministerium Wirth ist erledigt und muß erledigt bleiben!" Diese mit der Miene des Triumphators unter dem Jubel einer un- verständigen Menschenmenge ausgestoßenen Worte zeigen, Deine erste Pflicht ist am morgigen Sonntag, daß du sofort nach 9 Uhr vormittags Dein Wahlrecht zur Stadtverordnelenwahl ausüben gehst, verschieb es nicht auf die letzten Stunden, es könnte etwas dazwischen kommen. Unsere Gegner arbeilen mit allen K rüsten. Auf unserer Seite darf deshalb keine Stimme fehlen. Also: Geh wählen! Wähle SPD! Militärsanktionen bleiben! Paris, 14. Oktober.(WTB.)„L i b e r t e" behauptet zu wissen, daß der Ministerrat die Frage der militärischen Sanktionen am Rhein erörtert habe. Der Ministerpräsident und seine Kollegen seien darüber einig, daß in keiner Weise von einer Aufhebung der militärischen Sanktionen die Rede sein könne. Abgesehen davon, daß der Standpunkt der französischen Regierung in dieser Frage nach wie vor sehr klar sei, habe sich auch in Deutschland nichts er- eignet, was einen Grund zur Freigabe der notwendigen Garantien hätte geben können. Paris, 14. Ottober.(WTB.) Der Garantieausschuß teilt mit: Der Garantieausschuß hat während seines Berliner Aufent- Haltes und nach einer eingehenden Prüfung der Lage, die in Zu- sammenarbeit mit den Vertretern der deutschen Regierung unter- nommen wurde, in Uebereinstimmung mit diesen die erste von Deutschland zu leistende Zahlung hinsichtlich des durch die Zahlungsaufstellung(Fremdwort: Ultimatum) vom 5. Mai 1921 fest- gesetzten Verfalltages bestimmt. Bei Festlegung der Bedingungen hat der Ausschuß der Lage auf dem Kursmarkte Rech- nung getragen. Berlin, 15. Oktober.(WTV.) Das Garantiekomitee hat bei den Beratungen auf die Lage des Wechselkurses der Mark Rücksicht ge- nommen und nicht übersehen, welches Interesse daran besteht, einen Anreiz zu einer Spekulation auf ein weiteres Fallen des Mark- kurfes zu vermeiden. Republikanische Seamte. Wien, 15. Ottober.(Eigener Drahtbericht.) Der christlichsoziale Minister für soziale Verwaltung hat den christlichsozialen Partei- sekretär Hans R a k o n i tz im Ministerium angestellt, obwohl dieser Hans Rakonitz einmal angeklagt war, für die Horthysche„Oester- reichische Legion" in Zale-Eggerszeg geworben zu haben. Rakonitz gehört dem schwarzgelben Monarchisten- und Osfizierslager an, von dem die„Arbeiterzeitung" berichtet: Als die Botschafterkonferenz er- klärte, daß die Rückkehr der Habsburgermonarchie ausgeschlossen sei, schickten die Monarchisten eine Eingabe an die Ententemächte, in der sie die Republik als nur durch den Terror arbeitsscheuen Gesindels eingeführt und aufrechterhalten und die Anschlußbewegung als die Mache dieser Banden hinstellten, da die Oesterrcichcr niemals daran dächten,„ihr Kaiserhaus zu verlassen und ihre Kultur der preußischen Barbarei aüszuliefern." Wegen Dynamitanschlags verurteilt. Dos Schwurgericht Dessau fällte nach dreitägiger Äerhändlung das Urteil gegen zehn der Kam- munistischen Arbeiterpartei angehörende Arbeiter, die sich im März d. I. im Zusammenhang mit den Märzunruhen einer Dynamit- Verschwörung schuldig gemacht hatten zu dem Zwecke, die sozialdemokratische„Volksmacht" in Bernburg und «ine Eisenbahnbrücke in der Nähe dieser iRadt in die Luft zu svrengen. Der Hauptradelsführer und Vorsitzende der KAPD.! in Bernburg, der 23jährize Arbeiter Brandenburger wurde zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt. Gegen fünf weitere Angeklagte wurde auf Zuchthausstrafen von 1)4 bis 7 Jahren erkannt. Vier i Angeklagte wurden freigesprochen.' daß sich die monarchistische Reaktion jetzt— durch die Politik der Entente— an das Ziel ihrer verwegensten Wünsche ge» tragen glaubt. Das Ministerium, das die Republik verteidigt, ist erledigt, der Feind ist— mit Hilfe der Entente— ge- schlagen, nun danket alle Gott! Warum ist das Kabinett Wirth erledigt? Weil es für Oberschlesien, das am 3. Oktober 1918 von der OberstenHeeresleitung preisgegeben wurde, alles eingesetzt hat, auch seine eigene Existenz. Wiederholt hat der Reichskanzler Dr. Wirth in öffenllichen Reden den Ge- danken variiert, daß es ihm nach einer ungünstigen Entschei- dung über Oberschlesien kaum möglich sein werde, im Amte zu verbleiben. Wirth wollte auch dieses Mittel nicht unver- sucht lassen, um das Gewicht der deutschen Stimme im Kampf um Oberschlesien zu verstärken. Wir haben dieses Mittel stets für gefährlich gehalten, da wir voraussahen, in welcher unlauteren Weise es von den innerpolitischen Gegnern der Re- gierung zu ihren Zwecken mißbraucht werden würde. Run ist, was vorauszusehen war, eingetreten. Die äußerste Rechte erklärt triumphierend:„Wirth hat selber gesagt, er müsse ! z,'.rücktreten, wenn die Entscheidung ungünstig ausfalle, nun � i st sie ungünstig ausgefallen, also muß Wirth gehen— hurra!" Wem es nicht darauf ankommt, in diesem Augenblick einen verhaßten politischen Gegner zu„erledigen", wer, wirk- l i ch„national", an die Zukunft des deutschen Lölkes denkt, der wird sich fragen, was damit gewonnen ist, wenn sich die schwere äußere Krise mit einer ebenso schweren inneren kom- pliziert. Die Frage zu entscheiden, ist d e r Reichstag die berufene Instanz. Sozialdemokraten und Unabhängige haben bereits mit einer Deutlichkeit, die keinen Zweifel übrigläßt, er- klärt, daß sie der monarchistischen Ministerstürzerei den äußersten Widerstand entgegensetzen werden. Wenn die bürgerlichen Koalitionsparteien mit derselben Entschlossenheit für die Regierung Wirth eintreten wollen, die doch in ihrer großen Mehrheit ihre Regierung ist, dann ist diese Frage bereits entschieden. Dann kann es nicht anders kommen, als daß der Reichstag mit gewaltiger Mehrheit die Regierung auffordert, in dieser schwierigen Lage im Amte zu bleiben und dem deutschen Volk die Gefahren einer inneren Krise zu ersparen. Es kann gar nicht daran gezweifelt werden, daß die Re- gierung Wirth in solchem Falle auch tatsächlich im Amte bleiben wird. Denn persönliche Wünsche und partcitaltische Ueberlegungen haben keine Gültigkeit, wo es sich darum han- dclt, Pflichten am Volke zu erfüllen. Man kann es sich kaum vorstellen, daß dann etwa die Minister einer bestimmten Partei imstande sein könnten, dennoch aus der Reihe zu brechen und die Krise herbeizuführen, die jeder besonnene, um die Zukunft besorgte Politiker mit allen Kräften zu ver- hindern besttebt ist. Das ginge auf keinen Fall an, daß eine Partei immer davonliefe, wenn die Sache kritisch wird, und sich dann immer wieder einfände, wenn es Ministerporte- feuilles zu verteilen gibt. Eine Partei, die so handelte, würde nicht nur moralische Urteile herausfordern, die nicht gerade schmeichelhaft sind, sie würde damit auch ernstliche Zweifel erregen, ob sie überhaupt imstande sei, an den Geschäften des Reiches verantwortlich teilzunehmen. Der innerpolitische Kampf, der durch die Entscheiduna über Oberschlesien eröffnet wird, geht um das Kabinett Wirth. und die monarchistische Reaktion hat mit der gestrigen Hergt-. Rede ihr Kampfziel sichtbar aufgesteckt. Es entsteht die Frage, ob sich in der Regierungskoalition jemand befindet, der Herrn Hergt helfen will. Darauf ist zu antworten: Die bewußte, offene Absicht dazu ist gewiß nirgends vorhanden, wohl aber gibt es in der Koalitton Politiker, die aus parteitaktischen Gründen alles so hin- und herschieben und so manövrieren wollen, daß als schließliches Ergebnis der Sieg der innerpolitischen Katastrophenmacher von rechts kaum aus- bleiben kann. Wer die Notwendigkeiten der Gegenwart und die Ge- fahren der Zukunft klar- erkennt, der wird von solchen über- schlauen Manövern dringend abraten müssen. Die Reichstagsmehrheit hat in diesem Augenblick die Pflicht, das Kabinett Wirth, so wie es ist, zu unterstützen und gegen den Ansturm seiner perfiden Gegner von der äußersten Rechten zu verteidigen. Hinter dieses Gebot der Stunde müssen alle anderen Wünsche zurücktreten. Ist die Eistschei- dung im Reickstag gefallen, ist der reaktionäre Angriff zurück- geschlagen und die Gefahr einer Krise unabsehbarer Folgen beseitigt, dann mag über Weiteres und Späteres gesprochen werden. Wer jetzt nicht für Wirth ist, der arbeitet für H s r g t! So ist die Alternative jetzt klar gestellt, und in einer solchen Lage gibt es kein:„Ja— aber!" Da gilt nur ein klares Ja oder ein klares Nein. Wer nicht die Verantwortung dafür übernehmen will, daß Deutschland durch einen Triumph der äußersten Rechten in unabsehbare Wirren gestürzt wird, für den darf es jetzt keine Schwäche geben und keine Bedcnklichkeit und kein paretitaktisch pfiffiges Danebenschielen. Der Reichstag muh sprechen! Er darf nicht aus- geschaltet, nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden! Mag die Negierung ihm sagen, daß sie bereit ist, ihre Plätze zu räumen, an ihm ist es, ihr zu antworten, daß sie bleiben und weiter ihre Pficht tun soll, solange sie, wie jetzt, sein Ver- trauen besitzt.__ Konkursmacher tzergt. Frechheit ist die größte Macht! Lebender Beweis dafür ist jierr H e r g t, der in seiner gestrigen Rede u. a. auch folgendes sagte: Ich möchte die drei Parteien, die jetzt hinter dem Kabinett stehen, mit Konkursschuldnern oergleichen, die die volle Schuld an dem drohenden Zusammenbruch mittragen. Und ist es nicht ein Hohn auf das Rechtsempfinden, wenn im praktischen Leben ein eben verkrachter Konkursschuldner nach der Pleite gleich wieder seinen Laden aufmacht und das Ver- trauen des Publikums verlangt? Diesen Vergleich erlaubt sich der Konkursmacher von l g 1 8, jener Herr» der neun Monate vor dem Zusammenbruch das deutsche Volk mit der schwindelhaften Verheißung in den Abgrund getrieben hatte, die amerikanische Armee könne nicht fliegen, nicht schwimmen, sie werde daher nicht nach Europa herüberkommen. So sprach Herr Hergt im Januar 1918. Im August 1918 standen 1.8 Millionen Amerikaner an der Westfront und versetzten dem deutschen Heer den Todesstoß. Wenn es verkrachte Konkursmacher m Deutschland gibt, denen jedes moralische Recht fehlt, einen neuen Laden zu eröffnen, dann sind das Herr Hergt und seine dcutschnationale Gefolgschaft. Die Münchener Morüverschwörung. München, IS. Oktober.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Die„Münchener Post" setzt sich mit aller Schärfe gegen den reak- tionären Dementierapparat zur Wehr, der die Enthüllungen unseres Parteiblattes lächerlich zu machen versucht. Sie gibt weiter Material über de» Schützling Kahrs, den zweiten Landesleiter der Einwohnerwehr, Kanzler, bekannt. Kanzler habe den steckbrief- lich verfolgten Leutnant Brand in der Nähe von Rosenheim versteckt gehalten und über die Grenze gebracht. Er sei M i t- wisser des politischen Mordes im Forstenrieder Park, habe den Mörder wochenlang beherbergen und über die Grenze bringen lassen. Schließlich erhebt das Blatt die Forderung, daß nicht allein gegen Kanzler, sondern auch gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten Kahr ein gerichtliches Verfahren er- öffnet werde und schließt: „Fühlt Herr v. Kahr nicht das Beidürfniz, gegen sich selbst ein Verfahren zu beantragen, so muß dem Staats- anmalt die Weisung gegeben werden, dieses Verfahren ord- nungsgsmäß durchzuführen. Der Regierungspräsident von Ober- bayern darf nicht anders behandelt werden wie die übrigen Staatsbürger. Auch er hat seine Unschuld mit den gleichen Mitteln zu beweisen. Hier kann der neue Ministerpräsi- dent halten, was er beim Antritt versprochen hat." Die Verhöhnung der Republik wird in Bayern mit der alten Unpersrorenheit fortgesetzt. Der Kommandeur der bayerischen Reichswehr erfrechte sich, gelegentlich der Totenfeier am vergangenen Sonntag vor den verabschiedeten Hoheiten eine Parade abzuhalten. Die heute zum ersten Male wieder erscheinende unabhängige„Mar- genpost" fragt.mit Recht den bayerischen Ministerpräsidenten und den Reichswehrminister, wie sie die Republik einem General gegen- iiber zu schützen gedächten, der sie offen verhöhne. Run wurde gestern wieder eine derartige militaristisch-natio- nalistisch« Demonstration in Form eines„GedSchtnisgottesdienstes" abgehalten. Die Komödie vollzog sich in den gewohnten Formen. Der Parademarsch vor den Hoheiten fehlte nicht. Hierzu schreibt unser Münchener Parteiblatt: „Was hat die republikanische Reichswehr bei solchen 5)offestlichkeiten zu tun? Was sagt der Reichswehr- minister zu diesem Mißbrauch der Dienstgewalt? Für die Ludendorfs und Konsorten ist eben die Republik immer noch ein Provisorium." Die„Münchener Morgcnpost" meint:„Es muß dem bayeri- sehen Reichswehrgeneral gegenüber ein Exempel statuiert werden, wenn nicht die deutsche Republik im Bewußtsein der deut- schen Spießbürger als ein jämmerlicher Waschlappen leben soll." Der Ausnahmezustand in Bayern ist mit dem heutigen Tage aufgehoben. Am 14. August brachte der„Miesbacher Anzeiger" einen Lei!» artikel mit der Ueberschrift:„Beamten-Proletarier". Darin war u. a. folgendes zu lesen: „Unseren Bauern kommt es so vor, daß überhaupt alles, was aus dem Ganzen und dem Einzelnen herausgequetscht wird, an das ungeheure Beamtenwanzenheer hinaus- geschmissen wird. Fünfmal soviel Beamte wie im Frieden, sechsmal, achtmal soviel— und nichts oder wenig leisten. Das sind nicht mehr die Diener und Förderer des Staates, das sind die Parasiten, und jede Produktion ist schon a u f g e- fressen, bevor sie richtig in Erscheinung kommt. Geht's den jungen Herren wirklich schlecht, die als Schreiber 18 000 M. haben, 8000 M. mehr wie ein verdienter General- major, und die den ganzen Tag mit der Zigarette in der Schnauze herumlaufen? Für die Landwirtschaft ist immer Geld da!? Rein, von der Landwirtschaft kommt immer Geld her. Wer zahlt die ungeheuerlichen Tarife der Post und der Eisenbahnen, zudem Steuern und Lasten, Abgaben und Kranken- lassen? Warum kostet ein Sack Kunstdünger, Samengetreide, Kar- toffeln so blödsinnig viel? Weil hundert Schmarotzer be- zahlt werden müssen, bis zehn richtige Arbeiter und Beamte ihr Geld kriegen können." Es zeigt sich hier wieder einmal deutlich, wie notwendig die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz der Republik war, die es ermöglicht, solche wüsten Hetzblätter zu verbieten, auch zum Schutze der Beamten der Republik. Die rechtsstehenden bürgerlichen Partelen, die sich jetzt so um die Stimmen der Beamten zur Stadtverordnetenwahl bemühen, haben diese Ver- ordnung bekämpft. Es tritt hier klar zutage, wer wirklich die Be- amten der Republik schützt. Kermes über öie Ernährungsmißwirtschast. Halbamtlich wird gemeldet: Im Reichsministerium für Er- nährung und Landwirtschaft wurde von den Vertretern des All- gemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in einer Besprechung mit Minister Dr. Hermes lebhafte Klage über die augenblickliche Lage der Kartoffelversorgung geführt. Die Klagen wurden da- mit begründet, daß die Kartoffeln nur stockend anrollen und in- folgedessen der Bevölkerung die Möglichkeit genommen sei, sich aus- reichend für den Winter mit Kartoffeln zu versorgen. Besonders beunruhigend wirkten die hohen Preise, die ein Eingreifen der Regierung gegen die wucherische Ausbeutung der Kon- sumenten notwendig machten. Minister Hermes wies in längeren Ausführungen darauf hin, daß die Kartoffelfraze im wesentlichen eine Transportfrage sei. Die Wagengestellung für Kartoffeln sei infolge verschiedener ungünstiger Momente, insbesondere der Un- Möglichkeit, die Wasserstraßen zu benutzen, im September nicht ausreichend gewesen. Durch die dadurch bedingte Knappheit seien die Preise sprunghaft in die Höhe gestiegen. Er habe sich da- her bereits vor längerer Zeit mit dem Reichsverkehrs- Ministerium in Verbindung gesetzt und auf eine Verstärkung der Wagengestellung gedrungen. Es müste anerkannt werden, daß die Zahl der gestellten Wagen in der letzten Zeit in erfreulicherweise Weise gestiegen fei und zurzeit täglich etwa 8500 betrüge. Diese Zahl entspreche derjenigen des Vorjahres. Durch weitere energische Maßnahmen hoffe er, daß noch eine weitere Verstärkung erzielt werde. Die augenblickliche Preisgestaltung bedauere er im Interesse der Konsumenten lebhaft. Don einer generellen Aestsehung von höchst- und Richtpreisen verspreche er sich jedoch mit Rücksicht auf die Verschiedenheit der Ernte in den einzelnen Teilen Deutschlands öer Tiroler Grenze. lins wird geschrieben: Um von Oberbayern ins Allgäu zu ge- i.nigen, muß man ein Landzipfelchen von Tirol'durchreifen und das geht nur mit einem Grenzschein. In Schlangenreihe haben wir uns vor dem Paßbureau in Garmisch aufgestellt. Für 4 Mk. erhalten wir einen roten Grenzschein von 14tägiger Gültigkeit und verpflichten uns durch Unterschrift, die Bestimmungen über den„kleinen Grenz- verkehr zu beachten. In der Bahnhoss-Wechselstube wird rasch öfter- reichisches Geld eingewechselt. Für öö deutsche Mark gibt es 1000 österreichische. Kronen. Potz Tausend denkt der Neuling, kommt sich fast wie ein Geldschieber vor und steckt den„Reichtum" mit allerhand Spekulationsgelüsten ein. Tausend Kronen!, ist das nicht ein kleines Vermögen für einen rechnenden Touristen? Doch nicht zu früh jubeln, dieses„Nein« Vermögen" wird im schönen Land Tirol für Speis' und Trank spaßhaft eilig zusammenschrumpfen. Blank und«inladend steht der elektrische Grenzzug in der hellen Garmischer Bahnhofshalle. Gleich sind die vielen 4. Klasse-Wagen besetzt von Touristen und Grenzkindern, die in Garmisch den Schul- Unterricht besucht haben. Unser Zug rennt durch das Tal der Lör- fach, das Traumland junger Münchener Maler. Die letzt« oberbaye- rische Station Griefen nähert sich. Hier wickelt sich«ine bedächtige Paß- und Zugrevision ab. Kein Reisender darf aus dem Abteil. Höfliche Paßbeamte durchstreifen die Wagen. Die Auskunft, die wir den österreichischen Zollbeamten über die Harmlosigkeit linsercs Reisegutes geben, genügt ihnen und es geht ohne Taschen- oder Koffersturz... Nun rollen wir über die Tiroler Grenze und sind voller Er- Mzartungen. Gleich müssen Jodler und übermütige Jauchzer in unsere Abteilfenster hüpfen, denn es heißt doch im Lied:„Die Tiroler sind lustig, die Tiroler sind froh..." Aber nur arbeitsgebeugte, teilnahms- lose Menschen sieht unser Zug. Von den rinderarmen Matten winkt die Hand eines barfüßigen Hüterbuben. Aus dürftigen Borkenhütten der Berglelmen blicken rastende Holzfäller unserem Zuge nach. Tiroler Landleute st-igen ein: Bäuerinnen die scheu und hohlwangig zwischen den munteren Fremden sitzen. Still wird es plötzlich in unserem Kreise. Mancher denkt an die tiefe, wachsende Rot dieser Leute, an ihre riesengroße Bedrängnis. Die Landesgrenze trennt hier die Wesensart des fröhlichen Ob-erbay«rn von der des füllen schweigenden Tirolers... Liebes, armes Tirol! Ihr in himmlischer Einsamkeit hin- dämmernden Dörfer, die wie unentdeckte Sagenwelten da liegen mit ihren bedürfnislosen Bewohnern. Dürftig, arm sehen die Häuschen schon aus, ohne den lustigen Holzfirlefänz der Oberboyern, ohne Altans, ohne geschnitzte Giebel. Es ist, als spür« auch der Fremde Arbeit und Sorgen, die über den Gehöften liegen... Wir erleben eine interessante Tunnelfahrt. Di« Bahn durchschneidet Bergriesen, Felsen, und rasend schnell verschieben sich die Naturausschnitte: bald Dörfer im grünen Grund bald Einsamkeit, leere Matten... Wir kommen jetzt nach Reutte, der wichtigen Tiroler Umsteigestation, Aus» aangspimkt für zahllch« Ausflüge ins Tiroler Paradies. In Reutte hätte ich eine einzig« Stund« reich sein mögen, um aus den kleinen Bäckerläden goldgelbe Wecken holen und in die vielen mageren Kinderhände drücken, zu können. Run lernen wir auch die öfter. rcichifchen Wirthauspreif« kennen, die für deutsche Ohren fabelhast klingen:«in Nachtlager tostet 100 Kronen, ein Frühstück 80 Kronen, 1 Glas Tiroler Wein 35— 40 Kronen und ein« Tasse Kaffe 20 Kronen! In österreichischen Wagen setzen wir die Reise fort und erreichen Vils, die kleinste Stadt in Tirol mit 800 Einwohnern. Dann folgt Steinach, wo von neuem Zollrevision vorgenommen wird. Bei Pfrontei drücken sich die Berge, unsere treuen Begleiter, in die Tiefe, und die satten Täler, Wiesen und Accker des bayerischen Landes nehmen uns heimatlich wieder auf. R. Kaulitz-Niedeck Reichsmünzen tmö Reichskunflrvart. lieber die neuen Reichsmünzen sind irrige Meldungen in die Oeffenllichkeit gekommen. Weder sind Ein-, Zwei- und Dreimark- stücke geplant, noch nickclplattierte Eisenmünzen. Beabsichtigt sind vielmehr Vi', 1- und 5-Markstücke mit neuen Typen unter Verwen- dung von Metallzusammensetzungen, die zum Teil von den bis- herigen abweichen. Um Vorschläge für die Entwürfe zu erhalten, wurden 13 Künst- ler aufgefordert, 11 kamen der Einladung zur Einreichung von Mo- bellen nach. Eine Sachverständigenkommission hat im Reichsfinanz- Ministerium zur Prüfung wiederholt getagt. Der Rcichsfinanz- minister hatte mit Absicht weder die Schriftart noch die Form des Adlers vorgeschrieben. Aus dem eingegangenen Material wurden Entwürfe von 4 Künstlern zur engeren Wahl gestellt. Die weitere Entscheidung über die Annahme oder über die gewünschte Um- arbeitung der Modelle, ferner über das zu verwendende Münzmctall haben die ausschlaggebenden Stellen bisher noch nicht getroffen. Interessant wäre es, zu erfahren, wer diese„ausschlaggebenden Stellen" sind. Der Reichskunstwart scheint nicht zu ihnen zu gehören. Sonst hätte man, ehe der sehr kostspielige und, wie wir hören, so ziemlich verkrachte Wettbewerb inszeniert wurde, den schönen Münzentwurf berücksichtigt, den Dr. Redslob schon vor Jahr und Tag probeweise hat anfertigen lassen und der ein wichtiges Glied in dem systematisch angelegten Arbeitsplan des Reichskunsiwarts bildet. Der anarchische Zustand wilhelminischer Herkunft, daß jede amtliche Zentralstelle aus eigene Rechnung und Gefahr in Kunst- angelegenheiten diletticren darf, scheint also noch immer zu bestehen, und die geheimen Kunstwarte des Reichsfinanzministeriums sind in der angenehmen Lage, für ihre Sepvratunternehmungen Summen aufzuwenden, wie sie dem Reichskunstwart niemals zur Verfügung gestellt werden. Wenn bei einer so wichtigen Angelegenheit, wie es die Her- stellung neuer deutscher Reichsmünzen ist, der deutsche Reichskunst. wart einfach ausgeschaltet- werden kann, dann darf man wohl fragen, welchen Zwecken dieses Amt überhaupt noch dienen soll. Es erscheint dringend notwendig, daß sich der Reichstag einmal gründlich mit den Obliegenheiten des Rcichskunstwarts beschäftigt und dem gegenwärtigen unerträglichen Zustand der Unsicherheit ein Ende macht.__ Trianon-Theater.„Mein Freund Teddy" von Andre R i- v o i r e und Lucien B e s n a r d. Die Komödie, die ihr Thema in liebenswürdig ungezwungener Weise mit einem ungewöhnlich ge- ringen Zusatz von Theatermache behandelt— früher in den Kam- merspielen vielfach gegeben—. erwies sich bei dem Wiedersehen im Trianon-Theater unvermindert wirksam. Der Gegensatz des und den bisher gemachten Ersahrungen keinen wesentlichen Erfolg, sondern viel eher einen Schaden für die Konsumenten. Die Ei-, fahrungen hätten gezeigt, daß nach der Festsetzung von Höchstpreisen die Ware vom Markte verschwände und der reelle Handel sich vom Geschäft zurückziehe. An seiner Stelle übernehme der Schieber- Handel das Geschäft, und das Publikum wäre genötigt, sich schließ- lich zu einem erheblich teueren Preise mit Kartoffeln zu versorgen als vor Festsetzung der Höchstpreise. Dagegen müsse versucht werden, in stärkerem Umfange als bisher Verbraucher und Erzeuger in Be- rührung zu bringen, um eine unmittelbare Belieferung der Kon- sumenten herbeizuführen. Zu diesem Zweck halte er es für wün- sehenswert, daß sich die großen Konsumentenverbände mit den maßgebenden landwirtschaftlichen Verbänden_ in Verbindung setzen und unter Festsetzung eines den örtlichen Verhält- nisten Rechnung wagenden Preises Lieferungsverträge ab- schlössen. Nach dieser Richtung hin seien bereits Verhandlungen in seinem Ministerium eingeleitet: er sei jedoch bereit» nochmals der Landwirtschaft den Abschluß solcher Liferungsverträge zu empfehlen. Seitens der Vertreter des Gewerkschaftsbunde s wurde der Wunsch vorgetragen, mit Nachdruck auch gegen diejenigen Händler und Landwirte vorzugehen, die sich des Wuchers schuldig machten, und zu diesem Zweck der Ausbau der Preisprüfungs- stellen angeregt. Minister Hermes erklärte sich bereitz auch diese Frage zusammen mit dem Reichswirtschafts Ministerium nochmals eingehend zu prüfen und bestimmte Anweisungen an die Preisprüfungsstellen herauszugeben. Nachhohenzollernfche Wirtschaft. Ausbeutung Potsdamer Pächter durch vormalige Krone und Staat. Bei uns häufen sich immer wieder die Beschwerden über die hohenzollernsche Hofverwaltung und ihre derzeittge Aufsichts- behörde, das preußische Finanzministerium. Neuerdings hat sich z. B. eine Art Abwehrorganisation der Pächter vorm. hohenzollernscher jetzt staatlicher und auch bei den Hohenzollern gc- bliebener landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzter Grundstücke ge- bildet. -Im besonderen in den Grenzgebieten der großen Potsdamer Parks finden sich eine ganze Anzahl Gärtnereien, die früher für die kaiserliche Tafel lieferten, jetzt aber schon seit der Umwälzung an Privatleute, Handelsgärtner usw. verpachtet sind. Die Pacht- oerwäge wurden nach dem Grundsatz abgeschlossen daß keine hohen Pachten verlangt wurden, dafür sind aber die Pächter verpflichtet, die sämtlichen Unterhalts kosten der Grundstücke und Gebäude zu leisten. Sehr bald stellte sich diese Verwagsklausel als eine wahre Würgevorschrift heraus. Die aufsichtführende Behörde, meist ein Hofbaurat, stellt fest, was nach ihrem Ermesten baulich und sonst zur Unterhaltung der Grundstücke und Gebäude zu leisten ist, den Pächtern bleibt überlasten, dafür die Kosten auszubringen. Dabei wird meist übersehen, daß die hohenzollernsche Verwaltung aus Sparsamkeitsgründen im besonderen während der Kriegszeit kaum irgendwelche Unterhaltsarbeiten an den jetzt vcr- pachteten Objekten hat vornehmen lasten. Das hindert aber z. B. das preußische Finanzministerium nicht, solche Pächter, die ihren Wünschen nicht nachkommen, einfach wegen Nichterfüllung des Der- träges kurzerhand aus den Verwägen herauszuwerfen. So wird jetzt ein Fall wahrscheinlich die Gerichte beschästigen, wo von einem kleinen Pächter, der jährlich 2000 Mk. Pacht zahlt, Instand- setzungsarbeiten im Betrage von— 217000 M. verlangt wurden. Hier liegen die Dinge so, daß das preußische Finanzministerium das verpachtete Objekt vor der Verpachtung von der hohenzollernschcn Verwaltung in der entgegenkommendsten Art und Weise übernommen hat wie es stand und lag. Die Kosten der durch vieljährige Vernachlässigung notwendig gewordenen Instand- setzungsarbeiten will man jetzt dem Pächter aufbürden. Geniert man sich, auf die Hohenzollern zurückzugreifen? Es ist leicht möglich, daß die 1919 festgelegten Pachtsummen heute zu niedrrg erscheinen. Das Geld hat seither viel von seinem Werte verloren. Dennoch geht es nicht an, daß man in formal- juristischer Auslegung einer Vertragsklausel den Pächtern Lastm aufbürdet, unter denen sie zusammenbrechen müssen. So darf der Staat nicht handeln, er darf es als Aufsichtsbehörde auch nicht bei der Hohenzollernschen Verwaltung zulasten. Ein Regierungsrak verhaftet. Der frühere Landrat de« Kreises Trebnitz, Dr. Menzel, jetzt Regierungsrat in Kiel, ist verhafttt worden. Die Verhaftung erfolgte in Verfolg eines Swafvcrfahrcns gegen einen früheren Angestellten des Landratamtes Trebnitz. reichen, aber auch intellektuell und physisch kraftvollen Amerikaners, der in naivem Selbstvertrauen und wiederum verschlagen psifsig, nach außen stets die kühlste Selbstbeherrschung wahrend, sein Liebes- ziel erreicht und die Erwählte seines schlichten Herzens heimführt zu der windigen Pariser Salonwelt, kam in der Darstellung durch Arnold Korff zu farbig prägnantem und humorvollem Ausdruck. Jedes unnötige Unterstreichen und Uebcrtreiben war vermieden. Die kleinen Nüaneierungen des Spiels, inmitten aller Komik den Grundton einer tief sympathischen Männlichkeit bewahrend, hielten die Spannung bis zum Ende fest. Sehr fein und sehr natürlich war auch Charlotte K l i n g e r in der Rolle der Erwählten, die schließlich, als sie endlich die Scheidung von ihrem streberhaften Gatten durchgesetzt, bei der spröden Zurückhaltung ihres amerika- nischen Freundes drauf und dran ist, einen anderen zum Gatten zu nehmen. In kleineren Rollen wirkten die Herren M a m l o ck, Kaiser, Bendow, Schönemann, die Damen Gisela Schneider-Nissen und Ilse Muth zu dem Erfolg des Abends mit. ckt. Eine neue Krebstheorie. Schon häufig will man den Erreger des Krebses gefunden haben und ebenso häufig hat es sich als Irrtum herausgestellt. Mit diesem Vorbehalt berichtet v. Schnizer in der„Umschau" über die neuesten Untersuchungen des Ameri- kaners Lapthorn Smith, der in einer Sitzung der frcmzösisch-«ng> lischen Kreisliga in Paris sich dahin ausgesprochen hat, daß der Krebs eine rein parasitäre Krankheit sei. Urheber sei eine Amöbe (caneri arnoeba Magroclossa), die in Seen, Gräben und Tümpeln vorkommt, bei deren Austrocknung sich zu einer festen Zelle verdickt und so auch überwintert oder durch den Wind weitergeführt wird. Aufgenommen mit verunreinigtem Wasser oder gewissen Nahrungo- Mitteln, wie Salat, kann sie an irgendelner wunden Stelle des Verdauungsschlundes lange Zell, ohne irgendwelche krankhaften Er» scheinungen zu äußern, liegen, bis sie dann unter günstigen„ Be» dingungen irgendeine Epithelzelle umfließt und mit ihren Fühlern gleichsam durchwuchert, schließlich sich ganz darin festsetzt und die Zellen auffrißt. Weitergreifend auf andere Zellen, oildet sih so das Krebsnest. Erstaufführungen der Woche. Dienst. Lesswg-Theater:„Der lasterhasteHerrTichu".—>?.ttittw. Deutsches Theater:„Prinz LouiS Ferdinand".— Daun. Tbeater in der Kommandanten- itratze:„Dybuck".— Freit. Deutsches Opernhaus:„Der fliegende Holländer". ttrania(TauSenitraheZ. Sonnt.:„Die schöne Donau". Moni, und Donnerst.:„Unser schönes Riesengebirge". Dienst.:„Von der Zugspitze zum Watzmann". Mittw.:„Die Erblehre in ihrer Bedeutuua für Wirtschaft und Politik'. Freit, r., Im Flugzeug zum Monde"(zum 1. May. Sonn ab.: „Aegylen und der Nil". Im Hörsaal beginnen' in dieser Woche die gemeinverständlichen Vorttags- kurse und zwar: Mont.. S llbr, Prof. Dr. Kirchberqer:„Erste Einsührung in die Difierentlal. und Integralrechnung". Dienst., 6>/, Uhr, Dr.R Potoniö: „Wie die Erde geworden ist". Mittw., 0 Uhr. Dr. Meißner:„Das Reich der Küche".— 8 Udr, Dr. 53. Berndt:„Die Ahnenreihe der Menschheit". Donnerst.. 8 Uhr, Dr. Meißner:„Wie sieht es in unserem Körper aus?" Freit., 8 Uhr, Dr. Adols Heilborn:„Tter und Mensch". Sonnab., Prof. Dr. Donath:„Die elektrischen Wellen und Strahlen". Schwechten-Saal. Da» für Sonntag 4 Uhr angesetzte Kammerkonzerl, Dirigent Kapellmeister Schmcling, ist a b g e s a g t. • GroßSerün Wähler unü Wählerinnen! Das tnüfjf ihr am 16. Okkober wissen? Wissen müßt ihr, daß es am 16. Oktober daraus ankommt, bei den S t a d tv er o rd n e t e n w a h l e n eine bürgerliche Mehrheit zu verhindern. Mehr als je gilt diesmal das Wort: Wahlrecht ist Wahlpflicht! Wer der Wahl fern bleibt, brand- markt sich selber als Verräter. Wahlberechklgt sind die reichsdeutschen Männer und Frauen, die am 16. Oktober 1921 mindestens 26 Jahre alt sind und mindestens 1 Jahr ihren Wohnsitz innerhalb des Gebietes der neuen großen Stadtgsmeinde Berlin haben. Äentenempfangende Kriegsbeschädigte, heimgekehrte Kriegs- oder Zwilgefangene und Flüchtlinge aus besetzten oder ver- lorenen Gebieten sind bei dieser Wahl auch dann wahlberech- tigt, wenn sie am Wahltage noch nicht die einjährige Ansässig- keit haben. Die Wablzeil dauert von 9 bis 5 Uhr. Beachtet, daß sie diesmal schon um 5 Uhr endet! Sucht es so ein- zurichten, daß ihr möglichst zeitig eure Wahlpflicht erfüllt! Die Wahllokale sind zu ersehen aus den an den Anschlag- säulen veröffentlichten amtlichen Bekanntmachungen oder am Wahltage zu erfahren durch Auskunft in den vom„Vorwärts" am Sonnabendmorgen veröffentlichten Abteilungsbureaus der SPD. Jedem Wähler und jeder Wählerin ist zu empfehlen, vorsichtshalber sich mit irgendeiner Legitimation zu versehen. Der Wahlvorsteher hat das Recht, bei Zweifeln über die Persönlichkeit des Wählenden einen Ausweis zu fordern. Die Wahl ist geheim. Niemand erfährt, welchen Stimm- zettel ihr in die Wahlurne legt. Achtet darauf, daß ihr den richtigen Stimmzettel habt! Wähler und Wählerinnen! Auch das müßt ihr am 16. Oktober wissen, daß ihr das Wohl Berlins fördert, wenn ihr stimmt für die Liste der Sozialdemokratischen Partei lSPD.). Die Stimme üer Wahrheit. was die bürgerlichen Parteien in Berlin verschuldet haben. Die bürgerliche Presse und Wahlpropaganda mag in noch so unslätigcr Weise das Volt und seine Führer beschimpfen, die Wahr- heit über Berlin können sie doch nicht oerdecken. Heute soll sie ans Tageslicht. Nach dem Handbuch des Wohnungswesens des bürger- lichen Nationalökonomen Dr. Rudolf Eberstadt kamen in Bremen auf ein Haus 7,96 Einwohner, in Köln 16,41, in Hannover 26,98, in Kassel 27,64, in Leipzig 27,64, in Dresden 27,69, in Königsberg 36,31, in München 36,53, in Hamburg 36,81, in Stettin 37,34. Alle diese Zahlen hinter sich lassend wurden in Berlin durchschnittlich 77.54 Einwohner in ein einziges Haus gepfercht. Das sind Zahlen aus der Zeit vor dem Krieg. Vor dem Krieg wurde auch nachgewiesen, daß es in Berlin Häuser gab, in denen einschl. Hinter- und Seitenhäusern etwa 866 Menschen wohnten. also in einem einzigen Haus so viele wie manche deutsche Klein- stadt mll etlichen hundert Häusern an Menschen beherbergt. Den wahren Wert dieser schaurigen und brutalen Zahl aber kann man erst ermessen, wenn man hört, daß in der englischen Industriestadt Birmingham durchschnittlich auf ein Haus nur 5 Einwohner, auf die riesige Industriestadt Manchester auch nur 5 Einwohner, in Liverpool nur 5,7 und gar in dem riesigen London mit seinen damals 6 Millionen Einwohnern gar nur 7,6 Einwohner auf ein Haus kamen. Wem aber die obigen Zahlen noch nicht genug sagen, dem sei noch mit anderen Zahlen gedient. Nach Dr. Kuczynski hatte Berlin 1875 21 566 Kellerwohnungen, 1912 aber bereits 86 666. 1875 lagen in Berlin 26 666 Wohnungen im 4. und 5. Stock, 1912 bereits 266 666 Wohnungen. 1875 waren 37 Proz. aller Wohnun- gen Hinterwohnungen, 1912 bereits 45 Proz. Diese Zahlen sagen deutlich, daß das Wohnungselend fortwährend stieg. Um die Wahrheit über diese verabscheuungswürdigen Zustände zu verdecken, haben sämtliche bürgerlichen Parteien, um ihre Schande nicht laut werden zu lassen, schleunigst ein Urwaldswahl) konzert angestimmt. Ob die Dcutschnationalen wie eine Horde wild gewordener Paviane brüllen, ob die Deutsche Volkspartei das ihr von der Industrie eingepaukte Sprüchlein wie eine Schar von Papagelen immer wieder kreischt, ob die deutschen Demokraten wie afrikanische Hyänen feige heulen, dle Sttmme der Wahrheit braust wie Orgellon über den wilden gemeinen Chor hinweg und schwingt sich in die Herzen der Tausende, die immer noch zaudernd stehen und nicht wissen, wen sie am 16. Oktober wählen sollen. Kann jetzt noch ein Zweifel sein, nachdem das Bürgertum bewiesen hat, daß es diese Aufgaben nicht lösen kann und nicht lösen will? Die für Groß-Berlin brennendste und dringendste Frage der Wohnungs- und Bodenreform, der praktischen Siedlung?» und Heimstättenpolitik ist— an Hunderten von Beispielen kann es nach- gewiesen werden— ernsthaft und erfolgreich nur durch die Sozial- demokratische Partei(SPD.) in Angriff genommen worden und kann von ihr auch nur gelöst werden. Wer dieser Partei also am 16. Oktober nicht seine Stimme gibt, der wird es mit ansehen müssen, daß ihm das bürgerliche Berlin in unabsehbarer Daseins- not ein frühes Grab schaufelt, daß das bürgerliche Berlin seine Kinder in langsamer Quälerei dahinsiechen läßt. tVie sie sabotieren. Der Berliner Schulskandal. Niedergang des Bildungswesens— Desorganisation des städti- schen Schulwesens— das soll bekanntlich eine Folge der roten Miß- Wirtschaft, eine Folge der sozialistischen Schulverwaltung sein. Eine treffende Beleuchtung erfahren diese W a h l l ü g e n durch die Per- Hältnisse, die sich just in diesem Augenblick an unseren städtischen Schulen abspielen. Bekanntlich sind zahllose unserer Volks- und höheren Schulen feit langem„verwaist", d. h. ohne Rektor oder Direktor. Die bürger- lichen Parteien haben ja das Zustandekommen einer geordneten Schulverwaltung zu hintertreiben gewußt. Nun waren end- lich im Juli die Vorarbeiten so weit gediehen, daß der Magistrat die Rcktorenstellen in den Bezirken I bis VI besetzen konnte. Da erhob der Oberbürgermeister Bedenken gegen die Besetzung durch den M a g i st r a t, da" nach seiner Auffassung die Wahl der Schul- leiter Sache der einzelnen Bezirksämter sei. Auf eine so- forttge Anfrage schlössen sich die staatlichen Behörden, Provinzialschulkollegium und Ministerium, ausdrücklich dieser Auffassung an und verlangten schleunige Wahl der Rektoren durch die Bezirksämter. Das ist inzwischen geschehen. Und wie männiglich bekannt, haben nun die Bezirksämter auch einige Schulleiter gewählt, die durch ihre sozialistische Betätigung dos Mißfallen allerhöchster Kreise und reaktionärer Schulmonarchen heraufbeschworen haben. Was geschieht nun? Die Berliner Schulverwallung fordert, wie dies bisher stets üblich gewesen ist, die neugewähllen Schulleller auf, ihr Amt— vorbehalllich der zu erwartenden staattichen V* stätigung— sofort anzutreten. Ein Vorgehen, das sicher lich im Interesse der Schulen liegt, die doch endlich einmal zu ruhiger Arbeit kommen müssen. Aber die Berliner Schulver- wällung hat ihre Rechnung ohne die ihr selbst unter st eilten Kreisschulräte gemacht! Diese rebellieren offen gegen die Verfügung des Oberstadtschulrats, ihres eigenen Vorgesetzten(Disziplin schuldet„man" ja einer sozialistischen Verwaltung nicht!), ver- bieten den neuen Rektoren den Antritt ihres Amtes und setzen sich ohne Vorwissen der Verwaltung auf eigene Faust mit dem Provinzialschlllkollegium in Verbindung, um die Wahl der Rektoren noch nachträglich rückgängig zu machen. Und schon munkelt man in wissenden Kreisen davon, daß das Provinzialschulkollegium sich mit dem Gedanken trage, die Wahl durch die Bezirksämter, die es selbst angeordnet hat, wieder aufzuheben und den Magistrat damit zu beauftragen. Wir können an diese Nachricht noch nicht glauben, denn die Sache wäre ja zu durchsichtig politisch, parteipolitisch: und eine staat- Die Demokraten halten früher als„Freisinnige" dle Vorherrschaft in Berlin. Sie traten damals nur für die Interessen öer Besitzenden ein. und dasselbe tun sie heute. Sie schwindeln gegen die sozialistische Mehrheit genau so wie die Deutsch- nationalen. Wollt ihr wieder demokratische Cliquenwirtschaft? Wenn nicht. Kann wählt SPD. liche Behörde kann kaum so du Mm sein, sich diesem Vorwurf aus- zusetzen. Sie wird auch nicht den Fluch der Lächerlichkeit auf sich laden wollen, der in diesem lieblichen„Rin in die Kar- toffeln"—„raus aus den Kartoffeln" unweigerlich beschlossen läge. Aber die Sabotage der städtischen Schulverwal- t u n g durch dieselben reaktionären Kreise, die nicht genug K r o- kodilstränen über den Niedergang des Bildungswesens weinen können, ist doch schon jetzt o f f e n s i ch t l i ch g e n u g. Die Schul- verwallung kann es sich nicht gefallen lassen, daß ihr jedweder auf der Nase herumtanzt. Es ist jetzt nicht damit getan, die Faust zu ballen, sondern es muß auch einmal zugeschlagen werden. Es muß auch allen Scheinhelligen die Maske vom Gesicht gerissen werden. Die Berliner Bevölkerung will endlich sehen, wer eigent- lich hinter diesen ganzen Treibereien steckt. Die D r a h t z i e h e r, die jetzt gegen die rote Mißwirtschaft schreien und kämpfen, müssen entlarvt und angeprangert werden. Eltern, laßt euch diese reaktionäre Mißwirtschaft. diese Sabotage eurer Schulen, diese Verbrechen an euren Kindern nicht länger gefallen! Protestiert laut dagegen und protestiert zunächst am Sonntag mit einem Stimmzettel! Sozialismus oöer öeutschnatkonal! Eine Spekulakion auf Blödsinnige. „Sozialismus oder Deutschnational?" Diese Ueberschrift trägt ein Flugblatt, das mit der Unterschrift„Propaganda der revolutionären Arbeiter Berlins" geschmückt ist. Es wendet sich an die„Arbeiter" und„Genossen" und beschimpft die „Führer des Sozialismus" als„Verräter des Pro- l e t a r i a t s". Don ihnen sagt das Flugblatt, daß sie sich in die fetten Pfrün- den der Stadt, und Regierungsparlamente setzten und die Ar- beiter dem Kapitalismus zur Ausbeutung über- lieferten. Diese Verräter machen die Tarif- und Kollektivvcr- träge, so daß die Arbeiter gezwungen sind, für„ein Drittel des Friedenspreises"(so behauptet das Flugblatt) zu arbeiten. Als die Reaktion die fetten Pfründen des Sozialismus durch den Kapp- Putsch bedrohte, riefen sie das Proletariat zum Kampf gegen den Kapitalismus auf: als die Reaktion geschlagen war, überließen sie die Arbeiter dem Kapitalismus.„Arbeiter, Genossen, i st das Sozialismus?" fragt das Flugblatt. Es antwortet:„Nein! Wir wollten die Uebernahme der Produktion in die Hände des Proletariats, um den Kapitalismus zu enteignen." Weiter wird geklagt, daß die Rot« Armee nicht aufgebaut, sondern verraten und an ihre Stelle die Reichswehr gesetzt wurde, daß die reoo- lutionären Arbeiter in die Gefängnisse und Zuchthäuser gesperrt wurden. Wer steht hinter diesem Flugblatt? Man möchte fast auf Leute aus der Hölz-Garde raten. Aber das Flugblatt fährt fort:„Arbeiter, Genossen, wollt ihr diese Verräter noch länger als Führer haben oder wollt ihr diese parlamentarischen Kommu- nisten. Unabhängigen und Mehrheitssozialisten, die sich an die Fut- terstellen der Republik gesetzt haben und sich gegenseitig bekämpfen, noch länger bekämpfen und euch noch länger verraten lassen? Wollt ihr euch von diesen Juden, welche die größten Kapitalisten sind und die Führung in diesen Parteien haben, verraten lassen? Ihr erhofft von ihnen den Sozialismus? Nein! Unmöglich! Als die russischen Bataillone am ostpreußischen Korridor standen, hieß es von den sozialistischen Verrätern:„Ncuttalität bewahren!" Und dann geht es weiter in dicken großen Buchstaben:„Arbeiter und Arbeiterinnen, heraus aus der Neutralität! Bekämpft die sozialistischen Verräter mit dem Parlament der Deutschnationalen Volkspartei! Nieder mit den Verrätern, die geben euch keine Arbeit, sie geben euch kein Brot! Beides kann euch nur eine nationale Regierung geben. Darum, Arbeiter und Arbeiterinnen, wählt am 16. Oktober deutsch national! Von der Deutschnationaloi Vclkspartei habt ihr mehr zu erhoffen als von den sozialistischen'Verrätern!" Also die Deutschnationale Volkspartei predigt den Sozialismus? Die Deutschnationale Volkspartci wettert gegen die Ausbeutung durch den Kapitalismus? Die Deutschnationole'Voltspartei will die Ueber- nähme der Produktion in die Hände des Proletariats? Die Deutsch- nationale Volkspartei klagt über Ersetzung der Roten Armee durch die Reichswehr? Die Deutfchnationale Volkspartei entrüstet sieb über Einsperrung revolutionärer Arbeiter in Gefängnisse und Zuchthäuser? Man fühlt sich versucht, den Verfasser dieses Flugblattes für einen bedauernswerten Blödsinnigen zu halten. Aber wahrscheinlich ist er ein Halunke, der die Wähler für blödsinnig hält und sie betrügen will. Das Flugblatt ist gedruckt bei Hempel u. Co. in des Zimmerstraße, in derselben Druckerei, die die„Tägliche Rundschau" herstellt. Da wäre statt der Unterschrift„Propaganda der revo- luttonären Arbeiter Berlins" richtiger zu setzen gewesen:„P r o p a- gonda der gegenrcvolutionären Richtarbeiter Berlins." Ei« reaktionäres Lästermaul. Für den reaktionären Wahlschwindel mußte am 13. d. Muffen- bar auch die L a n d t a g s Verhandlung herhalten. Der deutschnatio- nale Wg. Pflug wollte den Gen. H a e n isch wegen seines noch recht gelinden Vorgehens gegen den berüchtigten Charlottenburger Schul- direktor Burg als einen rücksichtslosen und verfolgungssüchtigen Tyrannen hinstellen, den Ehrenmann von Direktor aber als das Muster eines Schulleiters. Irgendwelche stichhaltigen Tatsachen wußte Herr Pflug nicht vorzubringen, häufte dafür aber unter dem Schutze seiner Immunität eine solche Fülle von Beleidigungen und Verleumdungen gegen die ihm und seinem Klienten unbequemen Personen auf, daß sein Verhalten nur EkelundVer- achtung erregen kann. Der ehrenwerte Herr Studienrat glaubte anscheinend, die bürgerliche Presse mit neuem Hetz- und Lügen. Material versorgen zu sollen. Leider kann ihm erst in nächster Woche die gebührende Antwort im Landtag zuteil werden. Wir wollen indes nicht verfehlen, das widerliche Auftreten dieses„natio- nalen" Iugenderziehers schon jetzt zu brandmarken. Der von dem Herrn Burg unter amtlich nachgewiesener'Lüge und offenkundiger Verleumdung betriebene Mißbrauch der Schule zu monarchistischer Jugendverhetzung und sein perfides Vorgehen gegen republikanische Lehrer ist in deutsch- nationalen Augen das h ö ch st e D e r d i e n st. Ein erfreulich deur- licher Beitrag zu dem schönen Kapitel von der„unpolitischen" Schule und ein neuer Grund, morgen keinen bürgerlichen Stimm- zettel abzugeben!_ Zur Wahlhilfe. Von der Arbeiter-Samariter-Kolonne stellen mor- gen sämtliche Abteilungen, wenn irgend möglich, Wahlhilfe. Die näheren Bekanntmachungen sind durch die Abteilungsleiter zu regeln. — Der Arbeiter-Radfahrer-Bund„Solidarität" teilt mit, daß das Zentrallokal der Radfahrer, die Wahlarbelt ver- richten, sich Rungestr. 7, Telephon Moritzplatz 4472(Scheel), befindet. Parteifunktionäre mögen ihre Hilfe nur von dort beziehen. Gefängnisstrafen für Millionenschieber. Nach zweiwöchiger Verhandlung ist der Prozeß gegen eine Reihe bekannter Kaufleute aus der Metallbranche zu Ende gegangen, denen zur Last gelegt war, durch umfangreicheBestechungenvon Angestellten der Mctallscheinkontrolle sich zum Schaden des Reichs Riesengewinne verschafft zu haben. Gemäß den Anträgen des Staatsanwalts Dr. Richter erkannte die Strafkammer gegen den Expedienten Otto Müller auf lIahr Gefängnis und Einziehung von 35 666 Mark Be- st e ch u n g s g e l d e r n, den Burcaugehilfen Johann P utz auf 8 Monate Gefängnis und Einziehung von 22 666 M. Be- stcchungsgeldern, gegen die Expedienten Karl Wesermann und Walter Boldt auf je 4 Monate Gefängnis und Einziehung von 5666 bzw. 11 666 M. Beftechungsgeldern, gegen den Kaufmann Herbert G o t t h o l d aus Hamburg, gegen den Fabrikanten Dr. Hans Grün aus Charlottenburg und den Kaufmann Georg Braun aus Halensee auf je4MonateGefängnis und 26 666 M. G e l d- strafe und gegen den Kaufmann Erich Solomon aus Charlotten- bürg auf 3 Monate Gefängnis und 1566 M. Geldstrafe. Im Zoologilche« Garten spielt an diesem Sonntag von 4—10 Ubr Obelmusitmeifter kl noch. Eintritt 4 M.. Kinder unter 10 Aahren die Hälste: Aquarium 8 M., Kinder 1,50 M., bis 7 Uhr abends geöffnet. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Trocken und vielfach heiter, vorübergehend stärker bewölkt, nachts kühl, um Mttag mähig warm, bei ziemlich frischen westlichen Winden. ?ugenüve?anstaltunyen. Lerelu«ricitn-Zugend. Sekretariat: SW.»8. Lindenstr. 8, 2, Hof Z Trepgea rechts. Telephon: Mol. lZl 08— 10. Bohnsdorf. Iugendieier heule abend 7 Uhr bei Wirth. Bahnhofstrah«, beitehenb aus Geiang, Prolog. Ansprache, Rezitalionen, Musik, Boll»- und ReigentSnz«.— Rlederschönewetve. Herbstieier heute abend im Restaurant Lorelm, bestehend au« Musik, Rezitationen. Gesang. Prolog. Festansprache. Lieder zur Laute, auherdem Aufführung de» Theaterstücke«:„Der Jugend gehört die Zukunft." Groß-Serliner parteinachrtchten. Teichmann. 70. Abt.(Wilmersdorf). Achtung! Das Wahllokal der Abteilung ist Holsteinische Straße l'Za. Telephon: Pfalzburg 2861. Theater der Woche. Vom 16. bis LZ. Oktober. Dolk-biihne: 1«., 17., Ig., 21. u. A. Masse Mensch. 18. Da« P«ffamt. Sie Komödie der Irrungen. 2g. Der Bauer als Millionär. 22. Räch Damaskus. 2. u. 8. Teil.— vpciahaus: 16. Der fliegende Holländer. 17. Barbier von Sevilla. 18. Troubadour, lg. Rofenkavalier. 26. Tosco. 21. Boheme(Pressevorstillung). 22. Palcstrwa. 23. Violetta.— Schauspielhaus: 16., 20. u. 2L. Peer Eynt. 17. u. 21. König Richard III. 18. u. 22. Gefesselte Phantafle- 1g. Torquato Tasso.— Deutfches Theater: 16., 18. u. 20. Kean. 17. Herode» und Mariamnc. Ig., 21. bis 23. Prinz Louis Ferdinand.— Kammerspiel«: Der Hühnerhof.— Lcsstng-Thcater: 16., 17., 10., 22. Die Spielereien einer Kaiserill. 18., 20., 21., 23. Der lasterhafte Herr Tfchu.— Theater t» der Königgr öfter Straße: 16., 18., 19., 21. bis 23. Manon Lcscaut. 17. u. 20. Dir Fahrt INS Blaue.— Dentfches Opernhaus: 16. Lohengrin. 17. Rigoletto. 18. Dir Meiftcr- singer von Nürnberg. Ig. Hoffmanns Erzählungen. 26. La Traviata. 21. Der fliegende Holländer. 22. Margarete. 23. Der fliegende Holländer.— Schiller- Theater: 16., 18., IS., 21., 22. Meine Frau, die Hoffchaufpielerin. 17. Alt- Heidelberg. 20. Der Richter von galaniea. 23. Der Raub der Sabinerinnen. — Großes Schauspielhaus: Die Räuber. 22. Weber.— Reue» Balls- Theater: 16. bis 18., 20., 22. u. 23. Die Wildente. 19. u. 21. Jugendfreunde.— Theater am»urfürstendamm: Ingeborg.— Die Tribüne: Der Wettlauf mit dem Schatten.— Deutsche,«ünstlcr-Theatcr: Die Ballerina de» Königs.— Komö- dicnhaus: Jonnqs Busenfreund.— Berliner Theater: Prinzessin Olala.— Kleine» Schauspiclha»»: kiki.— Trianon-Theaier: Tod und Teufel. Der Kammersänger.— Residenz. Theater: Der König von Paris.— Zentral-Theater: Die Postmcisterin.— Theater in der Kommandantenstraße: 16. bis Ig. Newejl«. Ab 20. Dnbul.— Friedrich- Wilheimstädtiiches Theater: American Girl. Rollendorsplaft: Der Detter aus Dingsda.— Theater de» Westen»-. Die Braut des Lucullus.— kleine» Theater: Frl. Iosette— meine Frau.— walluer- Theater: Nixchen.— Walhalla-Thcatcr: Die Glocken von Cornevllle.— Theater des Ostens(Rosc-Theater): Dos Glück der kleinen Leute.— Kasino-Theater: Exzellenz Maxe.— Neues Theater am Zoo: Das Ewig-Münnlich«.— Schloß- pari- Theater Steglift! 16., 18. bis 21. Minna von Barnhelm. 17. u. 22. Alle» um Geld. 23. Der Raub der Sabinerinnen.— Folie» Eaprice: Nanon, Drhut. — Admiralspalost: 17., 19., 2l. u. 23. Die roten Schuhe. 16., 18., 20. u. 22. Abrakadabra.— Intimes Theater: Lauf doch nicht immer nackt herum. Di« Spelunke.— Schauspielhau» Potsdam: 16., 20. Peer Gynt. 17., 18. u. 22. De- schlössen- Porstcllung. 10. Bunbury. 21. Der Detter aus Dingsda. Nachmittagsvorstellungen. Volksbühne: 18. Die lange Iul«. 23. Der Bauer als Millionär.— Deutsch«« Theater: 16. Rusfisches Eastspirl: Roman. 23. Russisches Gastspiel: Iekatcrino Iwanowna.— Kammerspiel«: Vi Uhr: Der Pestillon von Lonjumeau. 23. Fidcllo.— Schlller-Theatcr: 16. Nora. IS. Wilhelm Tell. 20. Don Earlos. 23. Helden.— Große» Schau- spielhaus: 22. Die Räuber.— Neue»«olks-Theater: 10. u. 23. Jugendfreunde. — Theater am Kursürstendamm: 23. Der Liebestrank.— Die Tribüne: 18. u. 23. Totentanz.— Deutscher Süustlcr-Thcater: 16. u. 23. Flamme.— komödje»- haus: 16. u. 23. Die Sache mit Lola.— Berliner Theater: 16. u. 23. Der letzt« Walzer.— kleine» Schauspielhaus: 16. Kindertragödie.— Zentral-Theater: 16. Der B-rschtpender.— Friedrtch-Wilhelmstädtische, Theater! 16. Rigoletto. 23. Der Troubadour.— Thalia-Theatcr: 16. u. 23. Rumpelstilzchen.— Theater am Nollendorsplaft: 16. u. 23. Wenn Liebe erwacht. 19., 20. u. 22. Egmont.— Theater des Westens: 16. u. 23. Der ersten Liebe goldene Zeit. 10. Der Barbier von Sevilla. 23. Iphigenie auf Tauris.— Walhalla-Theater: 16. Sherlock Holmes.— Theater de» Of'cn« lRosc-Thevter): 16. u. 23. Trudchen» Sommer. reis«. 10. u. 22. Hanse! und Bretel.— Kafino-Theater: 16. Der Pantoffelheld. — Schloßparl-Theatcr Steglitz: 23. Hans Hnckebeln.— Adwfralspalaft: 16. u. 23. Die roten Schuhe.- Intime» Theater: 16. u. 28. Rechter Hand, linker Hand. Der Herr, üer unverroundbar ist. Eine Liebesnacht.— i 16. Die Freundin.- Refidenz. Theater: 16. Euchen Humbrecht.-«omtsch« v�r: 18. Der Herr der Welt. GewerMaDbewegung Ausnahmegesetze gegen Sie Landarbeiter. Die sozialdemokratische Fraktion des Preußischen Land�lges hatte, wie bereits mitgeteilt, im Hauptausschuß einen Antrag eingebracht, der das Wohnungsrecht der Landar- b e i te r gegen die Willkür der Grundbesitzer sichern sollte. Für den Antrag stimmten nur die drei sozialistischen Parteien und die Demo traten: die anderen bürgerlichen Parteien stimmten ihn nieder. Zen trum und Deutschnationale, die im Zentraloerband der Landarbeiter vereinigt sind, behaupten in der Presse und bei anderen Gelegenheiten immer, sich der Interessen der Landarbeiter mit besonderem Nach- druck anzunehmen, im entscheidenden Augenblick stimmen sie aber regelmäßig gegen die Landarbeiter und für die Junker. Das sollte endlich allen Landarbeitern zum Bewußtsein kommen. Das Mangel- hafte Wohnrecht der Landarbeiter wird durch den Beschluß des Hauptausschusses noch mehr in Frage gestellt. Einige Amtsgerichte haben sich bereits zu Bollstreckungsorganen der Gutsbesitzer gemacht. Ohne Rücksicht auf die noch ausstehende Entscheidung der Schlich- tungsausschüsse, ob der Arbeiter zu Recht oder Unrecht entlassen ist, wird durch einstweilige Verfügung dem Klagebegehren der Grund- Herren auf Räumung der Werkswohnung entsprochen. Der Ar- beiter wird rücksichtslos auf die Straße gesetzt, wenn es noch dem Willen der Mehrheit des Hauptausschusics gehen soll. Die sozialdemokratische Fraktion hatte ferner beantragt, bei der Reichsreaierung dahin zu wirken, bei den Gewerbegerichten l a n d- wirtschaftliche Spruchkammern einzurichten. Auch dieser Antrag wurde von allen bürgerlichen Parteien abge- lehnt. Auf Umwegen soll dos Streikrecht der Landarbeiter abgeschafft werden. Der Hauptausschuß des Preußischen Land- tages ist dabei, ein neues Ausnahmerecht zu schaffen. Mit den Stim- men aller bürgerlichen Parteien wurde folgender Antrag Held und Genossen angenommen: „Der Landtag wolle beschließen, das Staatsministerium zu er- suchen, darauf hinzuwirken, daß(unter Berücksichtigung des gesetzlich gewährleisteten Koalitionsrechts) olle Streiks in der Landwirtschaft, welche die Herstellung und Ein- bringung der Ernte oder die Lieferung von landwirtschaftlichen Er- Zeugnissen für die Derbraucher stören(nach Möglichkeit) verhindert werdeir." Das den Landarbeitern durch die Derfassung gesetzlich garan- tierte Koalitionsrecht mit allen Zugehörigkeiten kann ihnen die Ge- setzgebung eines Landes nicht nehmen. Die Absicht der Antrag- steller ist deutlich erkennbar aus dem Antrage ohne die durch Sper- rung kenntlich gemachten Zusatzanträge. Das Streikrecht sollte ursprünglich in aller Form beseitigt werden. Der Be- schluß des Hauptausschusies ist so dehnbar, daß die im ganzen noch reaktionären Verwaltungsorgane ihn gegen die Landarbeiter an- wenden würden, wie es die Antragsteller bezwecken, wenn eine Ver- ordnung in depi Sinne erlassen würde. Das Staatsministerium in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung dürste ohne Zweifel dem Be- schluß des Hauptausschusses beitreten und ebenso auch das Plenum des Preußischen Landtages. Der Beschluß steht aber offenbar im Widerspruch mit der Verfassung des Reiches, daher kann die Ent- scheidung des Hauptausschusses nicht das letzte Wort in dieser An- gelegenheit sein. Ter Schiedsspruch im Hochbaugewerbe. Die Lohnbewegung im Hochbaugewerbe hat zu einem Schieds- spruch geführt, zu dem von einer gutbesuchten Versammlung der technischen und kaufmännischen Beamten bzw. Angestellten in diesem Gewerbe Stellung genommen wurde. Gräbel berichtete, daß» der am selben Tage gefällte Spruch die Verhandlungskommisiion sehr enttäuscht habe. Nach dem Spruch soll der Lohn betragen: Für technische Angestellte unter 20 Jahre(Zeichnergruppe) 850, bis 24 Jahre 1100, bis 28 Jahre 1375, über 28 Jahre 1750 M.i für Anfänger(Gruppe II) 1400—1500 und 1000 M.; für fertige Tech- niker(Gruppe III) 1700—1850 und im 8. Berufsjahr 2000 M.: für selbständige Techniker(Gruppe IV) 2100—2350 und 2000 M. Wie der Redner hervorhob, werden in der Provinz in der höchsten Gruppe Löhne bis 2500 M. geboten. Ferner wurde von ihm be- merkt, daß seit Juli kein Lohnzuschlag erfolgt sei. Nach� ihm sprach Wille, der die durch den Spruch für die kaufmännischen Angestellten festgesetzten Löhne bekannt gab. Lehrlinge sollen danach im ersten Jahre 325, im zweiten 375 und im dritten 450 M. erhalten, was eine Erhöhung von 10 bis 28 Proz. ausmacht. Angestellte bis zu 20 Jahre 800 und ältere 1100—1275— 1500 M.: Gruppe II 1450—1000—1725 M.: Gruppe III 1700— 1850—2000 und Gruppe IV 2100—2275—2450 M. 3n der Aussprache waren die Redner dafür, daß, wenn es zum Kampf kommen sollte, dieser nicht früher abgebrochen werden dürfe, bis ein voller Erfolg erreicht sei. Mit dem Spruch könne man sich nicht zufrieden geben. Beschlossen wurde, das Ergebnis des Spruches den Betrieben zur A b st i m m u n g zu unterbreiten. Diese soll getrennt nach Organisationen der technischen und kauf- männischen Angestellten stattfinden. Das Resultat muß spätestens am Montagabend vorliegen und für die technischen Angestellten dem B u t a b, für die kaufmännischen an Karl H a n e, Berlin SO., Plesser Str. 9, übermittelt werden. Das Lohnabkommen der Wach- und Schliehanstestellten. Die Lohnbewegung der Wach- und Schließangestellten ist nun» mehr zum Abschluß gekommen. Auf Grund des am 27. v. M. ge- fällten Schiedsspruches wurde mit den einzelnen Firmen verhandelt. Mit den maßgebendsten Unternehmen wurde ein Tarifvertrag abge- Schloffen, der in einige» Punkten Verbesserungen über den Schiede spruch hinaus vorsieht. Folgend« Firmen hoben den Tarif unter zeichnet: Berliner Wach- und Schließgesellschast: Nachtwachgesellschoft Charlottenburg:„Adler", Deutsche Wachgesellschaft: Wachgesellschaft für Berlin und Nachbarorte: Wachgesellschaft für Berlin und Vor orte; Wachinstitut Hptm. a. D. Steinweg: Berliner Wachgesellschaft, Jnsp. Potsdam: Brandenburger Wachgesellschaft: Berliner Wach gesellschaft, Jnsp. Oberspree: Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Grundbesitzer. Die Gesellschaft Wach- und Sicherheit?- dien st, Potsdamer Straße 74, hat die Anerken- nung abgelehnt, weil ihr die Streikklausel unannehmbar er- scheint. Das ist aber nur«ine Zlusrede, in Wirklichkeit ist dem Direk- tor, Herrn v. HirschSchwabe, der Verband ein Dorn im Auge. Man versucht sogar, nachdem die Angestellten durch die Ablehnung recht- los geworden sind, die Wächter mit dem Beomtenfimmel zu um- garnen und sie der christlichen Organisation zuzuführen. Der ge- sunde Sinn der dortigen Angestellten wird die Hoffnung des Direk- tors und seiner Trabanten sicher zu Schanden machen. Wir werden uns mit dem Geschäftsgebaren dieser Firma, sowie mit der schon öfter genannten„Wachbereitschaft Groß- Berlin, An der Spandauer Brü ck e, noch zu beschäftigen haben. Die Betriebsräte der verschiedenen Branchen und Berufe bitten wir, die Presse zu verfolgen. Der Wach- und Sicher- h e i t s d i e n st wird oersuchen, bei Streiks in Aktion zu treten, wie er es bereits bei dem Streik der Kraftfahrer in der Kolonnenstraße getan hat. Die bei den Tarisfirmen beschäftigten Wächter wissen sehr wohl, daß ihr Erfolg nur in der Stärke der Organisation liegt, sie wissen, daß nicht irgendein Klimbimoerein, sondern nur eine Kampforgani- sation in der Lage ist, den Unternehmern gegenüber Forderungen zu stellen und sie, wenn erforderlich, mit gewerkschaftlichen Mitteln zu erkämpfen. � Tie Meischerlöhne in Ladenbetrieben. Ueber die Lohnverhandlungen mit der Fleischerinnung Berlin und den Innungen in den Vororten berichtete G e b l e r am Freitag in einer Versammlung der Verkäuferinnen und Gesellen in Laden- f l e i s ch e r e i e n. Die vom Zentralverband der Fleischer aufgestellte Lohnforderung war endgültig— nachdem sie erst höher war— für die Ladenfleischereien auf 3 0 Proz. festgesetzt worden. Die Fleischcrinnung Berlin als Spitzenorganisation der 10 Groß-Berliner Fleischerinnungen bot 20 Proz. an und rief nach vergeblichen Ver- Handlungen den Schlichtungsausschuß an. Vor diesem kam schließ- lich bezüglich der Gelellen ein Vergleich zwischen der Innung Berlin und dem Zentralverband zustande, nachdem auf Verlangen des Zentralverbandes von diesen Verhandlungen die gelbe Fleischer- gesellenorganisation ausgeschieden wurde. Der Vergleich bedeutet eine Erhöhung der Gesellenlöhne um 271b Prozent. Es erhalten danach ab 1. Oktober die Jugendlichen 208 M.(58 M. mehr als bisher), die Gesellen ohne Verantwortung 325 M.(70 M. mehr), die Gesellen mit Dercntwortung 357 M.(77 M. mehr) und die Ladengesellen 410 M.(110 M. mehr). Diese Mindestlöhne gelten dort, wo Kost und Logis nicht gewährt werden. Von den Vororts- innungen haben bereits 7 ihre Zustimmung zu dieser Abmachung gegeben. Die anderen 8 wollen erst eine Entscheidung ihrer Ouartalsversammlungen herbeifuhren, denen sie die Zustimmung empfehlen wollen. Die Lohnregelung mit den Verkäuferinnen steht noch aus. Darüber wird in den nächsten Togen vor dem Schlichtungsausschuß verhandelt. Nach einer Diskussion erklärte sich die gut besuchte Versammlung mit dem vor dem Schlichtungsausschuß abgeschlossenen Vergleich einverstanden._ Ein internationales Bankangestellten-Sekretariat. Anläßlich des Wiener Kongresses des„Internationalen Bundes der Privatangestelltcn" ist dura» die Vertreter der Bankangestellten- Organisationen die Errichtung einer„Zwischen st aatlichen Informationsstelle der freigewerkschaftlichen Bankangestellten. Organisationen" mit dem Sitz in Berlin beschlossen worden, deren Zweck vornehmlich die Ertei- lung fortlaufender Informationen über den Stand der Bankange- stelltenbewegung in den einzelnen Ländern sein soll. Sodann hat sie die Aufgabe, die Verschmelzung von Kongruenzverbänden inner- halb eines Tätigkeitsgebietes zu einheitlichen Organisationen auf freigewerkschaftlicher Grundlage zu fördern, sowie die Gründung von freigewerkschaftlichen Bantangestellten-Organisationen in jenen Ländern anzubahnen, wo solche noch nicht bestehen. Nachdem inzwischen durch den Allgemeinen Verband der Deut- schen Bankangestellten(Berlin), den Verband der Bank- und Spar- kassenbeamten in der tschechoslowakischen Republik(Prag), den Penzintözeti Orszagos Egyesülete(Budapest), den Reichsoerein der Bank- und Sparkassenbeamten Oesterreichs(Wien), den Bund der Bank- und Sparkassengehilstn der Republik Oesterreich(Wien) die in Wien getroffenen Vereinbarungen der Delegierten bestätigt wor- den sind, hat mit dem 1. Oktober 1921 die„Zwischenstaatliche In- formationsstelle", die als internationales Sekretariat— unter Beibehaltung des Sitzes in Berlin— in den Rahmen des Intcr- nationalen Bundes der Prioatangestellten(Amsterdam) eingefügt werden soll, ihre Tätigkeit aufgenommen. Die Geschäfte führt der Geschäftsführer des Allgemeinen Verbandes der Deutschen Bant- angestellten, Benno Marx, Berlin. „Der Betriebsrat" des Mgemeinen freien Angestelltenbundes bringt in seiner neuen Nummer einen Leitartikel, welcher Bezug nimmt auf die Nummer 1 vom 31. Oktober 1919. Es ist von Interesse festzustellen, daß die von der Zeitschrift damals vertretenen Grundsätze sich als richtig erwiesen und heute noch Geltung haben. In der Artikelserie„Die Kontrolle der Produktion" sind dies- mal außerordentlich wertvolle Beitröge der Mitarbeiter Heinig und Künstler erschienen. Dr. Alfons Goldschmidt nimmt in eisem interessanten Artikel Stellung zu den Konzentrationsbestrebungen der Unternehmer. Eine große Zahl von Schiedssprüchen usw. in Be- triebsräteangelegenheiten vervollständigen den Inhalt der Zeitschrift. Dieselbe ist zum Preise von 3 Mark für das Vierteljahr durch jedes Postamt zu beziehen. Die Belegschaft der Bereinigten Sunstscidefabriken in Kelsterbach bei Frankfurt a. BI. hat auf Grund der zwischen dem Arbeit- gcbcroerband der chemischen Industrie und den Gewerkschaften ge- trosfenen Vereinbarungen mit 520 gegen 02 Stimmen beschlossen. die Arbeit wieder aufzunehmen. Holzarbeiter. In der Branchenoersainmlung der Klavierarbeücr im Gewerkschaftzhaus, großer Saal, ist ein Portemonnaie mit Inhalt verloren gegangen. Der Finder wird gebeten, es im Berbandsbureou des Holzarbeiterverbandes, Rungestraße, oder in der Wohnung des Verlierers, Hermann Iensch, O. 17. Fruchtstr. 29. Quergebäude 2 Tr., abzugeben. Mus aller Welt. Uebertritt schwarzer Soldaten zur katholische« Kirche. Durch französische Geistliche im besetzten Gebiet wurden in den letzten zwei Jahren 820 farbige Soldaten, die zum Christen- tum übertraten, getaust, und über 500 empfingen zum erstenmal die Heilige Kommunion. Im Jahre 1919 wurden in der St. Josefs- kirche in Speyer an einem Tage 70 Schwarze durch die Taufe in die katholische Kirche aufgenommen, wozu zwei französische Bischöfe erschienen waren. Viele der neuen Christen sind inzwischen wieder nach Afrika in ihre Heiinat, z. B. Marokko, Madagaskar usw., zurück- gekehrt.— Sollte die Taufe ein Trick sein, wodurch die Farbigen die Beförderung in die afrikanische Heimat erwirken? Dann würden wir es begrüßen, wenn sie alle, brigadeweise, zum Christentum überträten— VeranIW. fflt den redakt. Teil: Tr. Werner Pciler, Charlotten bürg: sür Anzeigen: Td. Glocke. Berlin. Verlag: VorwärtS-Verlag G.m.b.H.. Berlin. Druck: Vor- wärtb-Buchdruckere! u.«erlagSanllalt Paul Singer u. Co.. Berlin. Lindenstr. 3. Gcwinn-Auszug der 18. Preust.-Sudd.(244. Preust.) ! Nloge. 1. Zichungtiag. Klasscn-Lottcrie 14 Oktober 1921. aiuf!»be gezogen» Nummer lind zwei gteleh bohr Gewinne gefaNrn. l nno zwar>r einer ouf die Lose gleicher Nummer iu den veide-, I Adiellungen I und II Ohne Gewähr. Nachdruck«erboten. In der vormittagtziehung wurden Gewinne über 499 Mark gezogen: 2 rn 50000>1 288064 2 NU 40000 il 184598 3 in 16000 M 258071 2 NU 10000 M 102403 12 in 5000 M 2857 77794 79555 181875 218703 282431 „..„„'„"l3000 M 852 11730 3637 24-40 33017 66701 60355 83844 01869 94662 99067 08317 106323 106626 106218 108717 112089 112173 113105 130773 131925 13-541 148975 150497 160770 169284 163810 176822 177872 183902 189329 189550 189685 201913 203753 217295 219842 228385 240883 242128 258220 263831 287526 271256 283366 289558 292085 292230 265311 358 ZU 1000 M 1090 1793 3356 5100 10149 12184 13199 22692 23317 26113 28284 29743 29842 31410 33937 34207 41748 48034 46692 46996 51842 61948 62412 64871 67488 61008 63703 63739 64039 64041 67704 83108 83045 84026 84301 8-400 84441 83475 35079 68218 74838 86735 38447 68435 81000 88380 36438 67319 82314 MW»________________________ 96978 91660 64827 67327 101882 104825 104931 104940 112432 113188 113640 114224 115088 117726 118027 1X8939 119790 119829 120053 120867 122638 123:93 126298 126194 126616 126568 130863 132872 134781 137388 139247 143870 146298 148408 149077 183366 183930 166887 167122 167610 157943 158767 163312 164699 187! 94 171688 174028 176682 177623 178361 178877 17&398 183172 183790 186211 18-848 187291 190530 190761 191087 192030 197083 192259 194949 198536 201222 202224 202313 203071 203738 204608 204915 205452 208755 209999 207310 209131 211849 213324 217207 217678 219625 227002 228267 229200 231262 231266 233873 235145 236191 236164 3372 9 237866 237936 2382(0 239883 240387 240941 242414 244287 244766 246700 247409 248323 261 132 368882 268781 269639 260245 262458 263002 267685 288039 273719 274568 277341 278162 279491 281809 283660 284808 284812 286487 288614 287737 289779 291279 295105 299921 I» der Nachmitiagäzlchung wurden Gewinne über 490 Mark gezogen: 2 ZU 10000 M 88273 30 ZU 6000 M 53052 68249 80153 99609 109716 148108 147364 153014 160490 188234 205904 216761 239770 260134 278077 110 ZU 3000 M 3376 4602 10383 12092 13348 14766 18834 26421 28310 31309 32643 37114 42718 46244 48332 49228 60128 64881 60057 62'98 70477 78164 88657 94721 96733 101639 101879 107097 107664 128124 131148 144513 148562 153894 168688 182926 194560 205503 210661 212141 216564 218143 220462 234843 264064 270712 272769 281998 282727 285665 267656 288674 290126 290982 299362 348 ZU 1000 M 363 4272 11003 11960 12775 12788 17030 19378 24653 29102 31012 83781 34717 35807 36717 37774 42261 42478 44408 48385 81747 62866 64175 64929 66106 66707 02297 63604 63603 04841 88448 88492 72832 77544 79918 79934 80439 61000 81145 82260 87542 87191 87399 92696 93794 93971 91060 94143 95717 97612 98338 99362 100262 101703 102391 106265 10'400 108418 03439 109378 109882 115039 110309 117281 118887 120061 120462 122118 123438 126994 129883 132707 133083 139286 139777 143781 144423 144780 140089 147385 147970 149670 162376 164093 166368 166644 166162 166771 169263 169808 169779 169825 163184 183980 164979 165043 166402 167338 171459 172070 176224 176669 176805 177885 179097 180322 181107 183842 186607 186328 186490 186956 188019 190708 192680 193160 193247 195112 196608 197666 200648 211866 212474 213269 213483 217338 219018 220168 223071 226046 226617 227664 227596 229971 235830 237017 237477 238392 238541 238721 240848 242436 246204 240403 248500 248000 248940 262336 266790 260932 269847 269866 260769 267060 267498 288099 268805 269987 270868 274274 274412 277358 278647 280090 280469 263036 284041 286600 286390 294670 29496.' 293664 296372 298397 Die Ii dem»or, ledende» SewIeu Neereg»lebl tilbaUeie,»ieckrlaere« «ewinoe»leck«»» in Clilni»» ereebe». die»ei de,»14,111»«» canerir» ci,iedi»er» x,r iieilgellliebe» EiKiebi atwiitgen. Korbmöbel lüi Ganen, Balkone, Wohiuimmer! modei- ntr u dauerhalter Ausführung. Korbsessel v M.48an. GroBeAuswahl Besichtigung erbeten Heinrich Kaese Korb- u.Rohrmöbeltabr. Neukölln, Berliner Str.89 Quergeb.pt.(Kein Lad.) Garderobe für Herren, Damen und Knaben nur neueste Modelle auf bequeme Teilzahlung bei mäßiger Anzahlung| Heinrich Georg I Andrcasatr. 28, I. Etage(am Andreasplatg)| GOLD I Silber- 1 Platin-» kauft Silber-Zentrale Korsette aus la Stoffen u. in allen Preislagen empfiehlt Korsett- Fabrik Richard Necke 1. Geschäft: Berlln-Karlshorst, TresKow-Allee 83 2. B.-Lichtenbcrg, Neue Bahnhofstr. 36 Berlin. Kommandantenstr. 23 s. 124 Bs >1 Ecke Alt, JakobstraS, Sonderangebote und Gelcplieitskäuie in Resten Stores, Bettdecken Madras- u. künstler- Gordinen Spcz.-üardinenwerkst. Neukölln, BergstrJ? zur Suche Seldstverwerlung NeMiie u. EdelmelaHe zu höchst. Preisen G. Schllepbackc Juwelier Friedrlchftraße J10 Scke Kochstraße EBERHARDT'5 // Damen- Konfektions-Haus /FxyV' NEUKÖLLN Knesebeckstraße 36, Ecke Hermannstraße, 1 Minute vom Bahnhof MermannstraSe Telephon: Neukölln 4149 BalU und Gesellschafts- Kleider ' Einer sagt' dem andei n Gold-, Süberbruch und Qe�ensitfinde Zahngebisse einz. Zähne b. HO M. MQnzensammig. Uhren, Ringe, Ketten, Fernsläser usw. verkauli man am vor- lellhaftesien nur bei d. bek. renomm. Firma Rietiaril Berrraaim, Wllhclmstraüe 39, Ecke Kochstr., nahe Anhalt, u. Polsd. Bh.• Edelmetallschmelze Dr. Hoffbauers ges. gesch. Vollkommen unschädl.u.erfolgrelches Mittel bei j Korpulenz> Fettleibigkeit) ohne Einhalten einer Dldt. Keine stark wirken- 1 den Arzneimittel, keine Schilddrüse enthaltend Nicht abführend.— Leicht bekömmlich. Griitis Broschüre versendet auf Wunsch Eleianten-Äpotbeke, Berlin, Leipziger Str. 74{ fDönhoffplatz).— Amt Zentrum 7192. M leiMang Anzüge Cutaways, L'!ster, Kaplan, Maßarbeit. modcrneSachen, bequeme diskr. Ratkmahlg. (Reinen, ßQ�jjßJj Ilolloudorfltr. 22»* in Korbmöbeln Kinderwagen Hetallbettsiellen Sämtl.Küuleifaiirz.ii.-kJi)?! Merpaiiii u. SOiia Wltmersdort Berliner Str. 34 Slnitl.R4parat.schnellst. Sonntag 9-1 Stammeln, Lispeln, Atemnot und Angstgefühl vor> Sprechen beseitigt gründlich Dr. Schräder, Spezlal» Institut Berlin W, LdtzOTitr. W(Spr.4-7, aufL SonnaO. u. Sonnt. Stetlern