flg. 491 �ZS.�ahrgakg Ausgabe A Nr. 24S Bezugspreis: ZZ!erteIjiihrl.3k,— M., monatl.12,— M. frei ins Saus, voraus zahlbar. Post- bozug: Monatlich 12,— M. einschl. Zu- stellunasgebühr. Unter Kreuzband sur Deutschland. Dauzig, das Saar- und Memelaebiet. sowie die ehemals de»'- scheu Gebiete Polens, Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 22,— M., für da« übrige Ausland 2g,— M. Post- bestellungen nehmen an Oesterreich. Ungarn. Tschecho- Slowalei, Däne- marl, Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der.Vorwärts" mit der Sonntags- beilage.Poll und Zeit", der Unter- hattungsbcilage„Heimwelt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: «Sozialdemokrot OerNu» Morgen-Ausgabe Vevlinev VolksblAti (40 Pfennig) Anzeigenpreis: Sie neungespaltene Nonpareillcz�ilc lostet S,— D!.„kleine Anzeigen- das settgedruckte Wort 2,— M.- M» r k gill knapp 2y? Pfennige. Was das beißt, mos darauf folgt, darin hat Deutschland nun schon einige Erfahrung. Es braucht des näheren kaum geschildert zu werden. Aber man fragt doch: ist diese Entwicklung be» rechtiat oder nicht? Wir hoben einen Teil Oberschlesiens verloren, einen kost- boren, unersetzlichen Teil der deutschen Wirtschaft mit den größten Zvkunftsaussichten. Aber der wirtschaftliche Verlust wird nicht in den nächsten Iabren so sichtbar, wenn, was wahr- lcbeinlich ist, der freie Rohstoffverkehr über die Grenze erfolgt. Wir haben eine schwere Einbuße an wirtschaftlicher Aus- debnungsfnhigkeit, an Bodenschätzen, an Goldmark, an Zahlungsfähigkeit verloren. Das wird die Entente berück- sichtigen müssen, oder ober sie wird die verminderte Kauf- knllt Deutschlands für Jahrzehnte auf ibren Warenmärkten "i spüren bekommen. Zahlung und Valutadumping oder Zahlungsherabsetzungen— ein drittes gibt es nicht. Das er- kenn-n schon beut» die einsichtigen Wirtschastspolitiker jenseits des Konals. Entscheidend kann also dieser Beweisgrund nicht dcllür fein, daß die Mar? beute kaum noch ein Drittel von dem gilt, was sie im Monat Mai dieies Jahres an Wert besah. Er kann es noch weniger sein, wenn man daran denkt. daß die Industrie ibrK r e d i t a n g e b 0 t für das Reich nicht zurückgezogen bat. Am 15. November sind keine Gold- Zahlungen fälsia. Für svätere Termine kann Deutschland, sei es durch die Kreditbilfe der Industrie, sei es durch die steuer- liche Heranziehung des Sachbesitzes noch ganz oder mindestens teilweise zahlungsfähig gemacht werden. Die Politik loyaler Erfüllung, die mit dem Wiesbadener Zlbkommen in neue Bahnen geleitet wurde, ist also möglich, wenn unsere Vertrags- gegner uns loyal entgegenkommen. Und es wird ihnen über kurz od»r lang keine andere Wahl bleiben, nicht, weil sie vor der Waffengewalt Ludendorffs zittern, sondern weil die ökono- mischen Zusammenhänge hier zwingender wirken als je sonst. Die Panik erklärt sich also nicht so sehr aus diesen Um- ständen als aus der Tatsache, daß dex Besitz die Flucht jwmc Ver Mark angetreten hat. Die Papiermark ist steter Eni- merwng ausgesetzt, sie ist auch die Steuermark. Vor der Geld- cntwertung flieht der Besitz nicht weniger wie vor den Steuern. Daher hat auch die Esfektenhausse wieder eingesetzt. Die Kurse der Aktien gingen stürmisch in die Höhe, die Spekulation ergreift immer weitere Volksteile. Und so sinkt der Wert des mißachteten deutschen Papiers panikartig, der Sturz treibt die Lebensmittelpreise in die Höhe, zwingt die Notenpresse zu verschärfter Tätigkeit, senkt die Lebenshaltung der breiten Massen, an erster Stelle der Rentenempfänger, dann aber aller Arbeiter und Festbesoldeten ins Maßlose. Aber es ist undenkbar, daß die Bewegung in diesem Aus- maß fortschreitet. Eben deswegen, weil die letzten Mittel für Finanzhilfe für das Reich noch gar nicht an- gewendet worden find, ist es unmöglich, daß die Währung durch den Neuerlichen Sturz ihres Wertes vernichtet ist. Es ist vielmehr mit Bestimmtheit damit zu rechnen, daß ein Rückschlag einsetzt. Gilt die Mark im Inland noch 6 bis 8 Pf., so kann sie nicht im Ausland auf 2 Pf. stehen bleiben. Sie muß steigen, während die innere Geldentwertung, durch die Preise der Auslandsrohstoffe bedingt, erst allmählich fort- schreitet. Im Mai vorigen Jahres hat dieser Rückschlag nach einer Markpanik zu einem schweren Rückgang der Konjunk- tur geführt. Geschieht das jetzt, so werden diejenigen, die sich jetzt am Aderlaß des deutschen Volkes reich machen wollen, verlieren und es wird die Reinigung des Volkes von denen, die es bewuchern., eintreten. Je größer jetzt die Panik, desto gründlicher dann der Rückschlag, desto größer die Zahl derer, die dann auf der Strecke bleiben. Sie haben es nicht besser verdient. Bleibt nur die Frage, wie lange sich das Volk diesen Raubbau an der Arbeitskraft— denn das ist letz- ten Endes die fortgesetzte Herabdri'ickung seiner Lebenshaltung — ansehen soll. Mit der Verzögerung der Kredithilfe, die eine Erfassung der Goldwerte vermeiden sollte, haben die Unternehmerverbände hier eine Mitschuld an der Panik auf sich geladen. Wartet man noch länger zu, so wird die Mark weiter hinabgleiten. Die Regierung, die ihr mit einer be- schleunigten Erfassung des Sachbesitzes steuern könnte, hat mit der Ueberwindung der politischen Krise zu tun, die den Demokraten so gut gefällt. Der Dollar sinkt indessen. Kein Zweifel: S o geht es n i ch t weiter. Die Regierung hat beschleunigt auf die Erfassung der Goldwerte hinzuwirken, um die Nbtenpresse anzuhalten. Sonst wird auch sie mit- schuldig an der Vernichtung der deutschen Kauf- und Zahl- kraft. Kommen die Unternehmer ihr auf halbem Wege entgegen, um so besser. Die Zeit zu Plauderstündchen von Sach- verständigen ist jetzt nicht mehr da. Inzwischen aber ist für eine Erfassung der Spekulationsgewinne bei dem großen Markramsch zu sorgen. Wo bleibt die erhöhte De- visenumsotzsteuer? Die Dehanülung öer Gnaüengesuche. Berlin, 17. Oktober.(MTV.) Dem Reichstag ist die in der Entschließung vom 26. Februar 1921 gewünschte Statistik über das Ergebnis der Prüfung von Gnadengesuchen, für welche die Zuständigkeit des Reichs gegeben ist, nunmehr zugegangen. Nach dieser Zusammenstellung hat der Reichs- Präsident im Rechnungsjahr 1920 über insgesamt 6090 Gnadengesuche eine Entscheidung getroffen; davon betrafen 4113 Fälle Urteile militärischer Gerichte und 1977 Fälle Urteile ziviler Gerichte(Reichsgericht und außerordentliche Gerichte). Von den ersteren wurden in 2526 Fällen Gnadenerweise(Straferlaß, bedingter Straferlaß, Kürzung der Strafdauer, Umwandlung in mildere Straf- arten, Wegfall von Nebenstrafen) ausgesprochen, in 1587 Fällen erfolgte Ablehnung des Gnadengesuchs. Von den Fällen der bürgerlichen Gerichte betrafen 36 Urteile das Reichsgericht: von diesen wurden 9 durch Gnadenerweis, 21 durch Ablehnung erledigt. 1947 Gesuche bezogen sich auf RueSerer zum Heüächtnis. Josef Ruederer ist schon sechs Jahre tot, aber in diesem Monat, in dem er seinen 66. Geburtstag gefeiert hätte, lebt die Erinnerung an dieses urwüchsige und eigenartige Talent mit neuer Stärke auf. Ruederer gehört zu jenen echten Künstlern, deren wahres Leben erst nach ihrem Tode beginnt, und so wenig ihm seine Gegenwart gerecht wurde, so viel wird sich noch die Nachwelt mit ihm be- schäftigen, wenn sie allmählich die Schätze erkennt, die in seinem Werk und in seinem Nachlaß aufgespeichert sind. Was wir an Ruederer verloren haben, was offenbart sich erst jetzt, da wir die Reihe seiner„Gesammelten Werke" übersehen, da aus seinem Nach- laß so meisterhafte Dichtungen wie das Bruäistück seines Münchener Romans und die Komödie„Prinz D s ch e m" hervorgetreten sind. Ruederer wird auch fortleben als der scharfsichtigste und über- legenstc Schilderer Münchens während seiner Entwicklung zur Groß- stadt, denn er war mit der Geschichte seiner Vaterstadt durch das Schicksal seiner Familie aufs engste verknüpft. Abr so wenig er auch in die Fußtapfen seiner Gewerbe und Handel treibenden Vorfahren trat, so war er doch echtes Fleisch und Blut von ihnen, ein Bayer durch und durch, ein Münchener Vollbürger mit dem Selbstbewußtsein und der Selbstironie der„G'wappelten", wie der Münchener seine Patrizier nennt.„Das Schnackerlhafte, das Spiele- rische, das die Oberbayern an sich haben, saß mir im Blute," sagt er selbst,„wie die Renommiererei, die Taten ersetzen soll. Aller- dings, ich ertappte mich jedesmal dabei, wenn ich so aufdrehte. Als Kind schämte ich mich, mit SO Jahren ärgerte ich mich, als Dichter spottete ich darüber. Ja, ich betrachtete und betrachte die schonunzs- lose Bloßstellung unserer ewigen Holdriogaudi, die mir schon so manchen Stoff geliefert hat, als meine ganz besondere Aufgabe. Trotzdem werde ich selber so wenig ganz von ihr loskommen, wie Tartarin von seinen Phantasien." Ruederer» erster großer Erfolg, das ausgezeichnete Lustspiel „Die Fahnenweih e", ist eine solche lachende und doch bitter ernste Verspottung aller schönfärberischen Unwahrheit, mit der man Bauerntum und dörfliches Leben so lange betrachtet. Dann zeigte Ruederer in einigen Prosawerkcn, besonders in den großartigen „Tragikomödien", die Kraft seiner Darstellung und die Größe seines Stils. Im mühevollen Ringen hat er um feine Werke ge- kämpft und in seinem Schaffen einen so hohen künstlerischen Ernst bewiesen, wie er selten ist. Dieses Nichtfertigwerden mit der Ge- staltung, dieses beständige Neuschasfen und Neuformen, das in den verschiedenen Fassungen seiner Dramen, der Komödie„Morgen- röte" und der mächtigen Tragödie„Der Schmied von Koche l" zum Ausdruck kam, bildet die geheime Tragik dieses ganz der Kunst geweihten Lebens. So mußte er es erfahren, daß er dem Publikumsgeschmack stets voraus war. Vielcicht hätte dieser kraft- volle Dramatiker aber doch sein Höchstes im Epischen gegeben, denn der Romantorso„Das Erwachen", der erste und allein vollendete Teil jenes großen Münchener Romans, in dem er-die Geschichte der so beiß geliebten und so tief erkannten Stadt mit der Entwicklung seiner Familie verbinden wollte, ist sein Meisterwerk. »Ueber Nuederers Ehrlichkeit als Künstler ist kein Wort zu verlieren: sie w«r über jedes Lob erhaben"« hat der ihn: verwandte Urteile der außerordentlichen Gerichte: in 296 dieser Fälle wurde ein Gnadenerweis abgelehnt, in 963 Fällen ein Gnadenerweis ausgesprochen, und 694 Fälle erledigten sich durch das Amnestiegesetz vom 4. August 1926. Zwischenfall in üer Norüaffäre Crzberger. München, 17. Oktober.(TU.) Die„Münchcn-Augsburger Abendzeitung" veröffentlicht folgendes Privattelegramm aus Offen- bürg: In der Untersuchung der Mordaffäre Erzberger ist ein neuer Z w i s ch e ivf a l l eingetreten. Zwei Berliner Pollzeibeamte, die die handschristlichen Aufzeichnungen der geflüchteten Täter über ihre Namen und Ihre Wohnung gefunden haben sollten, sind vom Dien st suspendiert und gegen sie ist ein Verfahren wegen Betruges eingeleitet worden. Das Ermittlungsverfahren wird von der Staatsanwalffchaft O f f e n b u r g geführt. Dieses reichlich unklare Telegramm wird hoffentlich baldigst durch eine Aufklärung von amtlicher Stelle erläutert. pprmont fü? Anschluß an Preußen. Hannover, 17. Okkober.(MTB.) Bei der gestrigen Dolks- abstimmung über den eventuellen Anschluß Pyrmonts an Preußen wurden, wie der„hannoversche Kurier" mitteilt, bei 55 Proz. Wahlbeteiligung 2546 Stimmen für und 640 Stimmen gegen dm Anschluß an Preußm abgegebm. Die Entscheidung unterliegt nun noch der Abstimmung in den beiden Landtagen von Waldeck und Preußen.» Die Abstimmung hat ein Ergebnis gezeitigt, wie wir es auf Grund der aus Pyrmont vorliegenden Nachrichten schon vor längerer Zeit ankündigten. Es ist nicht zu erwarten, daß die Landtage an diesem Ergebnis, das auf demokratischem Wege zustandegekommen ist, etwas ändern werden, so daß dem Anschluß Pyrmonts an Preußen verfassungsrechtlich nichts mehr im Wege steht. Scholems yastentlajsung abgelehnt. Der Geschäsrsordnungsausschuß des Preußischen Landtages hielt am Mcntag nachmittag um 4 Uhr eine Sitzung ab, um sich mit dem Antrag der Kommunisten auf Haftentlassung des Abg. Schalem zu beschäftigen. Gleichzeitig stand der Antrag des Oberreichsanwalts auf Genehmigung der strafgerichtlichen Berfolgung und Jnhaftnahnie des Abgeordneten Schalem wegen der Veröffentlichung der„Roten Fahne" vom 13. Mai auf der Tagesordnung. In dieser Nummer der„Roten Fahne" waren gefälschte, angeblich aus dem Reichswehr- Ministerium und anderen Reichsstellcn stammende Erlasse abgedruckt. Der Ausschuß sprach sein lebhaftes Befremden aus, daß der' Antrag des Oberreichsanwalts erst am 13. September, also volle vier Mo- nate nach der Bcröffenilichung der„Roten Fahne", gestellt worden sei. Der Ausschuß hat noch eingehender Debatte beschlossen, dem Antrag der Kommunisten auf Haftentlassung des Abg. Schalem nicht stattzugeben. Ferner hat er beschlossen der Genehmigung zur strafgerichtlichen Verfolgung auf Antrag des Oberreichsanwalts statt- zugeben, jedoch die Inhaftnahme in diesem Falle abzulehnen. Einer weiteren Privatklagesache gegen den Abg. S e v e r i n g wegen Beleidigung hat der Ausschuß die Genehmigung zur Durch- führung nicht erteilt._ Dreschflegelpolitik. Der Hauptausschuß des Preußischen Landtags setzte am Montag stöie Beratungen über den Haushalt des Staats- Ministeriums und oes Ministerpräsidenten fort.— Abg. Peters- Hochdonn(Soz.) wandte sich gegen die Aeußerungen, die Minister Stegerwald am Sonnabend auf dem Deutschen Handlung?- gehilsentag in Essen getan hat. Nicht die Sozialdemokratie treibt eine„Dreschflegelpolitik", wie Stegerwald sagte, sondern die Monarchisten treiben sie gegen die Republik. Stegerwald hat sich immer mehr in deutsch nationalem Sinne entwickelt. Seine 5)altunq begegnet in der Arbeiterschaft wachsendem Miß- trauen. Bergarbeiter und Eisenbahner haben schon mit A r- beitseinstellung gedroht, wenn nicht gegen den schamlosen Kartoffelwucher einaeschritten wird. Es herrscht keine freie, sondern eine wilde Kartosfelwirtschaft. Frühere Zuschußgebiete exportieren und importieren gleichzeitig Kartoffeln. Ueberall herrscht größtes Wilhelm Weigand in seiner Grabrede schön gesagt.„Den meisten galt er als Realist: aber die Werke seiner Mannesjahre zeigen eine Fülle der Gesichte, aus denen ein ausgesprochener Phantasicmenl.ch spricht. Als Mensch und Dichter war Josef Ruederer in mancher Hinsicht das, was Goethe eine Natur zu nennen pflegte, und zwar mit einem deutlichen dämonischen Einschlag." Ein Desuch im Deutschen Opernhause. Die neuen technischen und Beleuchtungsanlagen, die bei der Erstaufführung des„F l i e- g e n d e n Holländer" in der Charlottenburger Oper zur An- wendung kommen sollen, wurden gestern vormittag einem geladenen Publikum vorgeführt. Ein Rundgang durch sämtliche Räume des Hauses ging voraus. Man sah die neuen praktisch angelegten Stammsitzbureaus, die Dekorations- und Gordcrobenmagozine, die Rüstkammern, von deren eifenklirrendcm Inhalt die Alliierten hoffentlich keine Kenntnis erhalten, und die Künstlergarderoben. Man heobachtete die Tischler, Maler und Schneider bei der Herstellung und Ausbesserung der Dekorationen und Kostüme, und verscheuchte, ohne es zu wollen, eine Schar jugendlicher Balletteusen, die gerade beim Morgentrninin-, waren. Das Hauptinteresse konzentrierte sich naturgemäß auf die neue Beleuchtungsanlage. Der alte, jetzt beseitigte Apparat (Fortunysystem) arbeitete mit B o g e n l i ch t und indirekter Farben- gebung durch Reflexe, während die neue Anlage ihre Wirkung mit Glühlampen erzielt, die ihr farbiges Licht direkt auf den Kuppelhorizont der Bühne werfen. Die Lampen sind an zwei Stahl- rohrgestcllcn aufgehängt und diese wiederum an einem eisernen B e- leuchtungswagen befestigt, der derart mit dem Kuppel- borizon! verbunden ist, daß er jeder horizontalen Bewegung der Kuppel folgt, so daß die Lichtwirkung in jeder Stellung des Kuppelhorizonts genau die gewünschte verbleibt, im Gegensatz zu der festen Fortunyanlage, deren Wirkung aufhörte, wenn der Kuppclhorizont sich in seiner Stellung zu der Veteuchtungsstation veränderte. Im Mittelpunkt des umgebauten Beleuchtungssystems, gleichfalls an dem beweglichen Beleuchtungswagen montiert, befindet sich der zweistagige Wolkenapparat, der es ermöglicht, in greifbarer Naturtreue Wolkengebild« auf den Kuppelhorizont zu werfen und sowohl in horizontaler als auch in aussteigender Richtung zu be- wegen. Zum Schluß wurde ein Akt des„Fliegenden Holländer" vor- geführt, und man erhielt«inen Begriff van den Wirkungen der neuen Apparate. Der Abendhimmel über dem Meer, die aufziehen- den, sich zusammenballenden, auseinandersließendcn, in Milchweiß, düsterem Grau und tiefem Braun leuchtenden Wetterwolken boten in der Tot ein Schauspiel, in dem frappierende Naturtreue mit überirdisch märchenhaftem Stimmungszauber sich paarte. Wenn die musikalischen Leistungen diesen szenischen Reizen ebenbürtig sind, dann erwartet die Besucher des„Fliegenden Holländer" ein genuß- reicher Abend.' I. S. Missenschafl und Sport. Mitte Mai dieses Jahres, sobald die .Hschpäsj« des Himalaja gangbar wurden, ist eine englisch« Expedition von Lardschilling, der Sommerresidenz de» Vizekönigz von Indien in den Lorbergea de» mittleren Himalaja, noch dem Gebiet Durcheinander. Der Verband der Zuckerindustriellen hält den Zucker in wucherischer Absicht zurück.— Nachdem Abg. Weyer(Komm.) die Kartoffclfrage und die oberschlesische Entscheidung besprochen hatte, erklärte Ministerpräsident Stegerwald, er habe die Uebergriffe der Groß-Hamburger-Vewegung mit allem Nachdruck zurückgewiesen. Auf dem Hondlungsgehilfentag in Essen habe er gesagt, die rechtsstehenden Kreise müßten sich damit abfinden, daß zurzeit die R e p u b l i k die für Deutschland gegebene Staatsform sei; was später einmal wird, ist nicht die Sorge von heute.� Man soll aber nicht alle Bugenblicke die rechtssiehendcn Kreise mit dem Dreschflegel vor den Kopf schlagen. Abg. Braun(Soz.) besprach die Kartoffeltcuerung und war für eine größere Zusammenfassung des Reiches als Vcrwaltungskörper. Stegerwalds Haltung in dieser Frage sei richtig. Abg. Scholich(Soz.) erhob Vorwürfe gegen die Agitation katholischer Geistlicher in Oberschlesien zugunsten Polens._ die Attentäter von Lüüenscheiü verhastet. Wie die Pp?k. erfahren, sind die Täter, die das Attealal auf Stresemann nach seiner Rede auf dem Lüdenscheider volkeparlei- lichen Parteitage verübt haben, verhaftet worden. Es sind sin ganzen fünf Personen und sämtlich eingeschriebene Mitglieder der KPD. Die Hauptperson, von der auch die Schüsse abgegeben worden sind, ist ein gewisser August Schmidt. �ohenzollernprinz unü Zinanzminifler. Gestern wurde der erste der zwischen dem Preußischen Finanz- Ministerium und dem vielgenannten Prinzen Friedrich Leopold schwebenden Prozesse verhandelt. Obwohl der Vertreter des Finanz- Ministers alle Schuld am Streit auf einen sich im Rechtsirrtum befindenden Dezernenten abschob und die Klagebehauptung der Per- tragsverletzung und der Perkaufsandrohung zurücknahm, verurteilte das Gericht das Finanzministerium dennoch. Der Vertreter des Prinzen bat darum, weil nach seinen bisherigen Erfahrungen die abgegebenen Erklärungen ihm nicht den erforderlichen Schutz ge- währen könnten. Wir kommen auf den merkwürdigen Prozeß noch zurück. NeparationsverhanAlungen mit England? London, 17. Oktober.(OA.) Der„Daily Mail" zufolge finden gegenwärtig bedeutsame Besprechungen zwischen dem englischen Answärligen Amt und der deutschen Regierung statt. Die Verhandlungen beirefsen die Form, in der Deutschland sich seiner Reparationsoerpslichtung gegenüber England in diesem Jahre entledigen soll. Wie erinnerlich, schuldet das Deutsche Reich England eine Barleistung in höhe von 47 Millionen Sterling. Ramens der deutschen Regierung hat Minister Dr. R a t h e n a u in London den Vorschlag unterbreitet, diese Zahlung teilweise durch Sachleistungen abzugelten. Dieser deutsche Vorschlag bildet den Gegenstand der gegenwärtigen deutsch-englischen Besprechungen.„Daily Mail" bemerkt zu diesen Verhandlungen, daß gewisse kreise der deutschen Industrie zwar der Meinung seien, Sachleistunoen an England würden den Kurs der Mark ungünstig beeinflussen daß jedoch mehrere deutsche Minister sich Zugunsten dieser Zahlungsmodalität ausgesprochen und daraus hingewiesen hätten, daß die englischen Industriellen durch ein Sachieiswngsab- kommen in den Sumd geseht würden, sich bestimmte Materialien und Maschinen zu sichern, die sie sich gegenwärtig anders nicht l'?- schaffen könnte«._ Moskau schließt aus. Rom, 17. Okiober.(TU.) Der sozialistische Kongreß in Mailand hat den auf Ausschließung der Reformisten rnis� der Partei abzielenden Antrag LazariS abgelehnt. Infolgedessen Haider Moskauer Vertreter erklärt, daß die Partei nicht mehr zur dritten Internationale gehöre._ Ermordung eine« polnischen Beamten in Moskau. Arn Sonntag ist in Moskau der Sekretär der polnischen Repatiiierungs- kommisfion Frack iwicz ermordet worden. Der polnische Außenminister hat dem Gesandten Instruktionen über die einzuleitenden Schritte zugehen lassen. des höchsten Berggipfels der ganzen Erde, des wahrscheinlich 8846 Meter Hohen Mount Everest an der Grenze von Tibet und Nepal, aufgebrochen. Sie ist auf mehrere Jahre berechnet, und in diesem Jahre soll sie vor allem die noch vollkommen unbekannte Umgebung des Bergriesen erforschen und die besten Aussticgswege ermitteln. jedoch soll auch eine besondere Kletterabteilung schon so hoch als möglich zu gelangen suchen. Die Expedition hat also, neben dem wissenschaftlichen auch noch ein sportliches Ziel, und das sichert ihr das Interesse weiterer Volkskreise. Die höchste bisher von Berg- kletterern erstiegene Meereshöhe beträgt 24 666 Fuß oder 7466 Meter, der Herzog der Abruzzen erreichte sie am Bride Paek, eben- falls im Himalaja. Ob der Mensch trotz allerlei künstlicher Hih»- mittel, wie Sauerstoffzufuhr, aus eigener Kraft überhaupt nennens- wert höher gelangen kann— Freiballonfahrer und Flieger sind be- kanntlich schon mehrere 1666 Meter höher gelangt—, ist freilich sehr zweifelhaft. Wie dem aber auch sei, das Interesse des spart- liebenden Engländers ist geweckt, und um es wachzuhalten, schickt der Leiter der Expedition alle 8 bis 16 Tage eine lange Kabeldepesche über die Fortschritte des Unternehmens an die Geographische Ge- scllschaft in London, die durch besondere Läufer hunderte von Meilen weit über die Hochpässe und üher reißende Gebirgsströme hinweg zu der nächsten Telegraphenstation befördert werden muh. Diese Kabeldepeschen werden sofort in den„Times" veröffentlicht, und die übrige Presse darf sie 24 Stunden später nachdrucken. Außerdem werden die von der Expedition gewonnenen Photographien sogleich nach London geschickt, dort öffentlich ausgestellt und in Auswahl sofort den illustrierten Blättern zur Verfügung gestellt. Ic nackter— desto siillicher! Bei den Weißen in Zentralafrika erregt das wachsende Bedürfnis der Eingeborenen nach europäischer Kleidung starkes Unbehagen.„Jeder alte Afrikaner weiß," so schreibt der„Congo Star",„daß die Moral der Eingeborenen, seien sie männlichen oder weiblichen Geschlechts, in umgekehrtem Verhält- nis zu dem Kleidervorrat steht, den sie haben. Man hat den Ein- geborenen des Kongo immer ihre völlige Bedürfnislosigkeit in diesem Punkt vorgeworfen jind gesagt, sie zögen am liebsten überhaupt nichts an. Das hat sie nicht gehindert, ein ganz feines sittliches Gefühl und wirtliches Empfinden für Anstand zu besitzen. Nichts ist so geeignet, ihnen diese Eigenschaften zu nehmen, als wenn man sie in europäische Kleidung steckt." Die„ganz feine" Sittlichkeit scheint doch»ine recht komplizierte Angelegenheit zu sein. Am Kongo verlangt sie das Nacktgchen und bei uns kann sie nur in Flanellhosen und Wattenröcken ihre Blüten entfalten. Pilzlclirgang. Am Lt., 25. und L8. Oktober d. F.. cibcndö 6 Ubr, hält Dr. Ulbrich einen Mlktiimlichen Lelugnng über Speise, und Giftpilze der Unigrbung Verlins mit farbigen Lichibilöern und Ausftcllung im Botanischen Museum in Dahlem. Karten zum Etnzeivortrag 2 SU., 5 M. für den Lehrgang beim Psörtner. Mnsst. In dem Tfchaitowskh- Abend des Blrlthner-OrchesteeZ am Mittwoch, den 13., 7'/, Uhr, in der Brauerei Friedrichshain, gelangt u. a. die.Nus knackcr« Snilc" znni Parti ag. Karlen zu 3 M. bei Werk- Heim. Horsch, Borwörts, an der Abclidtajj«. Batttttint in Sowsetrilftland. Im Lauft: des Aooemher wird nach Meldung«» der Sowjetpress« Mattia Batkistint im Marten- Theater mPetertburgin mehrere» Opern gastieren. Ergebnislose Sitzung ües Sotfchafterrates. Varl». 17. Oktober.(MTV.) Havas meldet: Die Sitzung der Botschaftertonserenz. die heute nachmittag wegen der Inkraftsetzung der Empfehlung des Dölkerbundrates über Ober- schleslen stattfinden sollte, wurde vertagt. Sie wird Voraussicht- lich am Mittwoch stattfinden. Es wurde in der Tal für er- forderlich gehalten, eine juristische Prüfung der Frage vorzu- nehmen, und man erwartet die Ankunft des englischen Juristen M a k I n g. Lord H a r d i n g e. der an den letzten Sitzungen der Konferenz nicht teilnahm, führt morgen nach Paris zurück. * Es wäre verfehlt, aus dieser oder ähnlichen Meldungen irgendwelchen Optimismus zu schöpfen. Eine Hoffnung, daß die Genfer Entscheidung noch eine Abänderung erfahren könnte, besteht leider kaum noch, nachdem England so kategorisch hat wissen lassen, daß es den Spruch des Obersten Rates annehmen würde. Indessen muß darauf hingewiesen werden, daß gewisse Un- stimmigkeiten zwischen Paris und London über die Aus- führungsfragen noch immer bestehen. Dies wurde auch in einem„diplomatischen Lagebericht" der Havas- Agentur, den wir in unserer Sonderausgabe am Montag- vormittag veröffentlichten, mgegeben. Der Gegensatz dreht sich um die Frage, ob die Empfehlung des Lölkerbundrates ein unteilbares Ganzes bildet oder ob die Grenz- Ziehung und wirtschaftliches Regime zwei voneinander unabhängige Vorschläge sind. England vertritt die erste, Frankreich die zweite Auffassung. England stützt sich dabei auf den Friedensvertrag, der zwar eine Grenz- Ziehung vorsehe, aber kein wirtschaftliches Regime, das den beiden Ländern. Deutschland und Polen, aufgezwungen werden könnte. Ueber diese Wirtschaftsabmachungen müßte zuerst ein Einverständnis zwischen Warschau und Berlin erzielt werden, und in London zweifelt man dieserhalb an dem guten Willen Polens. Daher will England die R o t i- fizierungderGrenzesolangehinausschieben, bis dieses Einvernehmen durch direkte Verhandlungen zwischen Berlin und Warschau erreicht ist. Frankreich dagegen möchte offenbar sobald wie möglich diese für die eigene Politik unverhofft günstige Entscheidung des Rates sanktioniert sehen und unter Dach uno Fach bringen. Es kann sich aber der Stichhaltigkeit der englischen Rechts- bedenken nicht völlig entziehen und schlägt daher vor, daß die neue Grenzlinie in Berlin und Warschau formell mit- geteilt und daß der Wunsch ausgesprochen werde, daß die beiden Länder sich innerhalb eines Monates über das wirt- schaftliche Regime verständigten. Man will dabei, wie sich Havas ausdrückt,„an die Weisheit der beiden Völker appellieren". Daraus geht hervor, daß auch Frankreich etwas in Der- legenheit geraten ist, wo es gilt, die Rechtmäßigkeit des Genfer Spruches zu beweisen. Aber was bedeuten für den Quai d'Orfay Rechtsbedenken gegenüber einem diplomatischen Erfolg? Man verfügt ja dort über jene dienstbeflisienen Taschenspieler, auch„zuristische Sachverständige" genannt, die bereit sind, zur Höberen Ehre ihres Landes die Rechtmäßigkeit einer jeden Rechtsbeugung zu„beweisen" und zu„be- gründen". Wir wissen, daß Proteste in einer Welt zwecklos sind, wo die militärische Gewalt noch allein ausschlaggebend ist. aber wir müssen dennoch feststellen, daß oer Genfer Spruch ein neues Glied in jener Kette bildet, die in Ver- sailles mit der Verletzung der 14 Wilsonschen Punkte begann und später mit der Besetzung des Maingaues, mit der„Volks- abstimmung" in Eupen und Malmedy, mit den militärischen Sanktionen am Rhein u. a. m. fortgesetzt wurde. Wir geben uns auch nicht der Illusion hin, daß mit dem neuen am deut- schen Oberschlesien begangenen Rechtsbruch die Zahl der Ver- tragsverletzungen beendet sein wird. Es ist der Fluch der bösen Tat, die in den Tagen der Pariser Friedensverhandlungen im Jahre 1919 verübt wurde daß sie immer weitere Unge- rechtigkeiten und Rechtswidrigtciten erzeugt. Daher sehen wir ohne jede Hoffnung der Ankunft des eng- tischen juristischen Sachverständigen Making in Paris ent- gegen. Wir zweifeln nicht daran, daß er sich schließlich mit seinen französischen Fachtollegen über eine„Formel" einigen wird, mit der man das Schicksal des oberschlesischen Volkes im Namen des internationalen Rechtes besiegeln wird. Ob aber damit die Akten der Weltgeschichte über das oberschlesische Problem auch nur einstweilen geschlossen werden, das wird nicht allein von uns bezweifelt, schon dringen aus London und sogar aus Paris, von allen anderen alliierten und neutralen Hauptstädten gar nicht zu sprechen, sorgenvolle Stimmen zu uns. Die Erklärungen B a l f o u r s, die wie die Beichte eines unruhigen Gewissens klangen und deren Offenheit nicht unsympathifch anmutete, spiegelten diese Befürchtungen eindrucksvoll wieder. Soweit sie an die Vernunft des deutschen Volkes appellierten, brauchen wir nicht zu betonen, daß wir schon in früheren Schicksalstagisn vor selbstmörderischen Verzweiflungsausbrüchen gewarnt haben. Aber wir verhehlen nicht, daß wir recht trübe in die Zukunft blicken. Eine halbamtliche englische Aeusternng. London, 17. Oktober. lUiTB.) Wie Reuters Bureau er- fährt, hat der Botschafterrat noch keine Mitteilung an Deutschland und Polen bezüglich der neuen schlesischen Grenz« ergehen lassen. In der Mitteilung heißt es weiter: Es kann kein« Rede davon sein, die Ententetruppen zurückzuziehen, ehe nicht eine Kommission an Ort und Stelle die neue Grenzlinie fest- gestellt hat. Dies kann vielleicht eine BerzSgerung von einigen Wochen bedeuten. E» wird daraus hingewiesen, daß die wirtschaftlichen Bestimmungen im Interesse beider Par- leien gelrosfen sind und daß e» unter den obwaltenden Umstünden für unfaßbar gehalten wird, daß die unmittelbar Beteiligten nicht die Bedingungen annehmen und ihr Bestes tun. um sie zu erfüllen. vom politischen Standpunkt aus gilt die ganze Angelegenheit für beendet, obwohl noch Nein« Einzelheiten festzusetzen sind. Heute redet Lloyd George. Gestern abend fand in London eine Kabinettssitzung statt, in der das Programm der Regierung zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit festgelegt wird, das heute dem wieder zu- sammentretenden Unterhau» vorgelegt wird. Man erwartet für heute ein« große Rede Lloyd Georges im Unterhaus über die Arbeitslosigkeit im Zusammenhange mit der wirtschaftlichen Lage in Europa. Der Sturz der Mark dürfte dabei auch zur Sprache kommen, ebenso die Lösung der oberschlesischen Frage. Auch das französische Parlament tritt heute wieder zu- sommen. Es wird in einer der ersten Sitzungen der Kammer auch eine große Rede Brtands erwartet. Dafür sorgen schon die be- reits angekündigten Interpellationen der clemencistischen Opposition- polen wünscht Vereinbarung. Warschau, 17. Oktober.(OE.) Am Sonnabend hat bis in die späten Abendstunden hinein ein« Konferenz des Staatschef» Pilsudski mit dem innerhalb des polnischen Kabinetts gebildeten„Politischen Komitee" stattgefunden. Die Verhandlungen galten der ober- schlesischen Frage. Ueber da» Ergebnis ist nichts bekannt. Indessen ist es bezeichnend, daß offenbar auf Grund höheren Orts aus- gegebener Direktiven die polnische Presse ihre bisherig« Taktik gegenüber der Genfer Entscheidung in auffälliger Weise verändert. Sie hat es aufgegeben, Mehrsorderungen in Oberschlesien anzumelden und oersichert nunmehr, die Grenzfrage sei endgültig er- ledigt. Sie richtet setzt ihr Hauptaugenmerk auf das gemein- same Wirtschaftsregim« de» geteilten Industriegebiets. Charatteristischerweise führt der„Kurjer Poranny'(Morgenkurier) aus, es läge die Gefahr eines deutschen Boykott« vor. Polen müsse, mit den Großmächten zusammenwirkend, darauf hin- streben, einen dlockus vivenäi mit Deutschland zu finden. Polen müsse dabei in Rechnung stellen, daß künftig auch gegenüber Deutschland eine größere Harmonie der englischen und französischen Politik zu erwarten sei. Es werde Polens Aufgabe sein, darauf hinzuwirken, daß Oberschlesien keine eiternde Wunde des Kontinents bleibe: die Politik der Regierung müsse entschieden, ruhig und versöhnlich sein. Sache der Presse sei es, die Regierungs- politik nicht zu erschweren. Sicheren Informationen nach können diese Auslassungen des„Kurjer Poranny" als inspiriert gelten. Schwedischer Pessimismus. Stockholm, 16. Oktober.(WTB.) Professor Gustaf Eassel bezeichnet im„Svenska Dagbladet" den Teilungsplan Oberschlesiens als ein neues folgenschweres Beispiel für das durch den Dersailler Frieden inaugurierte politische und wirtschaftliche Auflvsungs- Programm. Ein wirtschaftlich einheitlich organisierter Staat sei ein Gebilde, womit verständige Menschen rechnen und das sie aus- bauen Man versündige sich an der Natur des Wirtschafte- leben», wenn man nach Gutdünken alte Verbindungen abschneide. Aller Wahrscheinlichkeit nach werde der neue Teilüngsplan dazu führen, daß ein weiterer ökonomisch überaus wichtiger Teil Europas verarme. Oesterreichs Beispiel hätte abschreckend wirken müssen. Die Folge werde der Zusammenbruch des Schadenersatzplanes und ein neues politisches Chaos sein, das sehr, sehr bald die bis- herigen geringfügigen Wiederaufbauversuche Europa» lahmlegen werde. Die Diebftahlsaffäre im Reichsarchiv. In der Diebstahlöangelegenheit von Geheimakten im Reichs- archid auf dem VrauhauSberg in Potsdam ist e« der Potsdamer Kriminalpolizei gelungen, einen gewissen Angestellten Tiehe der ÄbwicklungSstelle Spandau zu überführen und zu verhaften. Ciehe gibt zu, in den letzten drei Monaten sich zehnmal ins Reichsarchiv eingeschlichen und Aktenstücke, die wichtig für unsere Feinde schienen, gestohlen zu haben. Siehe gibt ferner an, daß er im Auftrage des Redakteur» Wandt von der„Freien Presse' gebandelt Hab», dessen Verhaftung von un« bereit» gemeldet wurde. Für jedeS«kienstück will er von Wandt 100— 200 M. erhalten haben. Die Sewegung in üer Metallinüuftrie. Die Afcfunktionäre der Metallindustrie nahmen gestern in über- voller Versammlung den Bericht von Fritz Schmidt über den Gang der letzten Verhandlungen mit dem Verband der Berliner Metallindustriellen entgegen. Zu dem Resultat ist als wesentlich noch folgendes zu bemerken: Es wird in der endgültigen Formulierung festgelegt werden, daß die Erhöhung der Grundgehälter um 60 M., die durch Schiedsspruch vom 21. Dezember 1920 erfolgt ist, bei den in Betracht kämmenden Gruppen beibehalten wird. Auf dies« Gnmdgehälter wird für den Monat Oktober der Schiedsspruch vom 7. Oktober angewendet, das heißt, auf die sich so ergebenden Grund- nehälter erhalten als Teuerungszuschlag im Oktober die Angestellten 1K0 Proz�, die Jnaendlichen(Lehrlinge) 130 Proz. Die Erhöhung auf 170Proz. für November und Dezember gilt dagegen in sämtlichen Gruppen, also auch für die Lehrlinge. Es ist hier der Afa gelungen, die unterschiedliche Be- Handlung der Lehrlinge in den Prozentzuschlägen zu beseitigen— Die im Tarif aufgeführten Grundgehälter der Gruppen Ch und Cc werden ab 1. November 1921 um 60 M. erhöht. Die Erhöhung der Grundgehälter kommt den unter diese Gruppen fallenden Ange- stellten insoweit zugute, als sie nicht bereite vorher schon von der Firma gewährt worden ist. Gegen wenige Stimmen angenommen wurde eine Reso- l u t i o n, die die erzielten Zugeständnisse im kinblick auf die zu- nehmende Verringerung der Kaufkraft unserer Mark al« völlig un- genügend bezeichnet, sich für gleichmäßiae(nicht prozentuale) Teue- rungszulagen erklärt und weiter tagt:„Unter Würdigung der gegen- wältigen Lage nehmen die Funktionäre auf Wunsch der Organi- sation die schwere Aufgabe auf sich, ihren Austraggebern die ge- botenen Zugeständnisse zur Annahme zu emp- fehlen." Die Resultate der Urabstimmung müssen bis Donnerstag, 4 U h r, im Bureau der Afa sein. ver inkeralliierke Maulkorb. Da« Höchster Kreisblatt ,st wegen eines Artikel«.ein neue» El'aß-Sotbringen', in dem die Entscheidung des VölkeibundrateS kritisch beleuchtet wurde, auf drei Tage verboten wurde. Der neue mittelamertkanische Staat. Nachdem im Januar diese» Jahre« die Regierungen von Honduras. Guaiemala und San Sal- vador übereingekommen waren, zugunsten eine« staatlichen Zu- sammenschlusses auf ihre Souveräniiät zu verzichten, ist unter dem tl). Oktober der provisorische Bundesrat der„Zentral- amerikanischen Federation" sormell an die Stelle der drei trüberen Regierungen getreten. Der neue Staat umfaßt 100 000 Ouadratmeilen(2ö8 000 Ouadralttlometer) mit t Millionen Einwohnern._______ Wirtflchcrft Wer hat Schuld an der Kartoffelnol? Die Kartoffelpreise ziehen an, und mit der größten Besorgnis sehen die Verbraucher den strengen Frösten entgegen, die eine Ver-. ladung der Kartoffeln verhindern. Händler, die eine Knavpheit an billigen Kartoffeln verspürten, und Agrarier, die ihre Preise herauf» setzten, schoben die Schuld aus die Reichseiscnbahn. Die Reichseisen- bahnoerwaltung hat nun zu den Borwürfen Stellung genommen und dabei die Schuld entschieden in Abrede gestellt. Sie weist u. a. auf den niedrigen Wasserstand der Flüsse hin, der Wassertransporte unmöglich macht, und so den Güterverkehr der Eisenbahnen erheb- lich belastet, und auf die verkehrstechnischen Schwierigkeiten, die sich au» den Entcnteforderungen ergeben, ferner aber auch auf die Zu- nähme des Stückgutverkehrs. Außerordentlich wichtig aber ist die Feststellung, daß im Oktober und September d. I. genau soviel Wagen sürden Kartofselversand gestellt worden sind als in den gleichen Monaten des Vorjahres. Man er- innere sich daran, daß Im vorigen Jahre für Brotgetreide noch die Zwangswirtschast, für Kartoffeln das Umlageverfahren in Geltung war. Die Vermutung scheint sich alio zu bestätigen, daß die frei« Wirtschaft zur Folge gehabt hat, daß die Waren auf den Bah» nen spazieren gefahren werden» anstatt auf dem kürze- sten oder zweckmäßigsten Wege zum Derbraucher zu gelangen. Es ist dabei zu bedenken, daß die Kartoffelernte in diesem Jahre nach der Erntestatistik erheblich geringer ist als im vorigen, gleichwohl ist die Eisenbahn mit der gleichen Zahl von Wagen nicht imstande, den Verkehr in der gleichen Weise abzuwickeln. Allerdings hat in diesem Jahre die Kartoffelernte früher begonnen als in anderen Jahren. Schon bei Aufhebung der Zwangswirtschaft wurde darauf hingewiesen, daß die Reichseisenbahn unter den damals noch ungünstigeren Verhältnissen nicht in der Lage sein werde, den planlosen Eisen- bahntransporten des freien Handels Genüge zu tun. Jetzt haben wir das Ergebnis der Rechnung: die Händler sitzen nach ihren Angaben mit wenig Kartoffeln da, und obwohl große Kartoffelmengen im Stückgutverkehr verladen werden, reichen die Wagen für die not- wendigen Traneporte nicht aus. Erschwerend kommt wohl hinzu, daß mit der Besserung der Konjunktur in fast allen Gewerbezweigen die Anforderungen der I n d u st r i e an das Transportwesen erheblich gewachsen sind. Bedenkt man dabei aber noch, daß gleichwohl die Gesamtproduktion noch weit von ihrem Vorkriegsstande entfernt ist, so sieht man, wie unverantwortlich der Schritt in die freie Lebensmittelwirtschast gewesen ist. Man hat eben die Interessenten der Produktion und des Handels gehört, sich aber um die V r r t e i- lungsmöglichkeit bei beschränkten Verkehrsmitteln nicht be- kümmert. Man erkennt jetzt auch, wie begründet die Haltung der So- zialdemvkratie gewesen ist, als sie gegen die Aufhebung der Zwangs- Wirtschaft stimmte. Es ist jedem Einsichtigen ohne weiteres klar, daß eine Wieder- Herstellung der Zwanaswirtschaft kaum möglich ist, nachdem man ihre Organe abgebaut und die Preisbildung so sehr dem freien Markt überlassen hat, wie das in der letzten Zeit der Fall gewesen ist. Der fragwürdige Segen der freien Wirtschaft ergießt sich jetzt über uns und es ist nur zu hoffen, daß die Schritt« der Gewerkschaften beim Reichsernährungsminister wenigstens nach der Richtung Erfolg haben, daß allgemeine Höchstpreise für Kartoffeln der Preis- treiberei ein Ziel setzen. Dringend zu wünschen aber ist es, daß die Bestrebungen der Genossenschaften nach engerer Verbindung von ländlichem Erzeuger und städtischem Der- brauch er noch energischer als bisher betrieben werden. Hier hat die Landwirtschaft die Möglichkeit, einen Teil des ungeheuren Scha- dens wieder gut zu machen, den sie zusammen mit den übrigen bür- aerlichen Parteien durch die rücksichtslose Politik der freien Wirt- schaft über die breiten Massen gebracht haben. Notwendig ist dazu allerdings auch, daß die Landwirtschaft ihren Widerstand gegen an- gemessene Höchstpreise fallen läßt und sich dabei nicht immer wieder auf die windigen Berechnungen der Jndexkommission beruft. Mit gegenseittger Anklage ist weniger geholfen als mit einem tatkräfti- gen Willen zur Abhilfe, der vor einer rücksichtslosen Verfolgung wucherischer Erzeuger und Händler nicht Halt machen darf. Erhöhung der Aussuhrabgaben. Der wirtschaftspolitische Ausschuß und der Ausfuhrabgabenau«» schuß des vorläufigen Reichswirtschaftsrats haben dem Antrag der Reichsregierung, die Ausfuhrabgaben durchschnittlich um 4 Prozent zu erhöhen, mit wesentlichen Aenderungen zugestimmt. Es wurde beschlossen, für sogenannte Auslandswaren, das sind Waren, in denen ausländische Rohstoffe zur Verarbeitung kommen. oder solche Halbfabrikate, die zum Zweck der Wiederausfuhr ein- geführt wurden, entsprechende Erleichterungen eintreten zu lassen. Damit ist die Möglichkeit gegeben, einen Teil der ungeheuren Valutagewinne der Ausfuhr der Allgemeinheit nutzbar zu machen. Die vorläufige Regelung soll nach dem Antrag der Regierung später einer dauernden Neubearbeitung de». Ausfuhrabgabentarifs Platz machen. Angesichts des neeurlichen Valutasturzes ist jedoch die Frage berechtigt, ob nicht der Beschluß des Reichswirtschaftsrats durch die Tatsachen längst überholt ist. Es wäre dringend zu fordern, beschleu- nigt einen erheblich größeren Teil der Ausfuhrgewinne den vom Valutasturm schwer betroffenen Reichsfinanzen nutzbar zu machen. Da wahrscheinlich noch der volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichs- tags zu der Ausfuhrabgabenregelung Stellung nehmen wird, wird es Aufgabe der sozialistischen Parteien sein, dort eine Verschärfung der Aussuhrbesteuerung zu bewirten. »--- vcukschlands Ausverkauf. Mit der Verschlechterung der Valuta setzt der Ausverkauf Deutschlands verschärft ein. Die Schweizer Grenze mußte für den kleinen Grenzverkehr in Textilien gesperrt werden, weil valutastarke Nachbarn die badischen Grenzorte voll- ständig an Bekleidungestücken ausgekauft hatten. Zusammenschluß der oberschlesischen Zemenllndustrie. Der Schimisch ow-Silesia-Konzern der oberschlesischen Ze- mentindustrie, der erst kürzlich durch Zusammenschluß mehrerer ober- schlesischer Zementfabriken entstanden ist, wird mit der schlesi- schen P o r tl a nd-Z e m e n t f a b r i ka t i o n zu Groscho- witz, der Führerin der zweiten großen Zementgruppe in dem deutsch bleibenden Teil Oberschlesiens, einen Interessengemeinschaft?- vertrag eingehen. Die Generalversammlung des Groschowitzer Zementunternehmens wird über eine Kapltalsverdoppelung zu diesem Zweck Beschluß fassen. Der verfall der schweizerischen llhrenindustrie. In dieser welt- berühmten Industrie wurde die Produktion sehr wesentlich ein- geschränkt. Die Zahl der Arbeitslosen beträgt 35 000, der Export — es handelt sich hier um eine reine Exportindustrie— ist geaenüber dem Vorjahr fast um die Hälfte zurückgegangen. Für den Rückgang wird die Konkurrenz der deutschen Industrie, welche infolge der schlechten Markwährung billiger exportieren kann, verantwortlich ge- macht. Das trifft wohl nur in beschränktem Maße zu, die deutsche Uhrenindustrie erzeugt nicht genug, um den normalen Bedarf der Welt zu decken. Die Verelendung der Massen, deren verminderte Kaufkraft, gereicht der schweizerischen Uhrenindustrie: ähnlich wie an- deren, nicht dem lebenswichtigen Bedarf dienenden Industrien, zum Verderben. Praktische Mrlschaflskunde für Arbeiter. Unter Beteiligung des französischen Bergarbeiterverbandes ist in Frankreich eine kleine Aktiengesellschaft gegründet worden für die Ausbeutung eines Schieferbruches. Die Unternehmung soll lediglich dem Zwecke dienen, daß die Bergarbeiter Erfahrungen über die Betriebs- leitung, die Produktionskosten usw. gewinnen, um dies« für die allgemeine Bewegung zu verwerten. Sie wollen auf diese Weise erfahren, was die Produktion den Unternehmern tatsächlich tostet und was sie von diesen bei den Verhandlungen verlangen kön- nen. Die beschäftigten Arbeiter sind nicht Aktionäre, auch handelt es sich hier nicht um eine Genossenschaft. Bausiosspreise in Frankreich. Das Ministerium für die zer- störten Gebiete Nordfrantrcichs hält, so berichtet die„Soziale B a u w i r t s ch a f t", für Geschädigte Baustoffe zu folgenden Preisen, frei Bestimmungsort, zur Verfügung: Kail......... 75 und 65 FrcS. Portlandzement........ 130 Ficß. (LipS........ 70 Frc«. pro Tonne Ringofensteine... 116 Frc« für 1000 Slück Nach dem heutigen Stand unserer Valuta würden diese Preise bedeuten: Kalk.... 680— 670 M.(Preis in Deutschland etwa 270 Dt.) Portlandzement rund 1100„<„„„„ 430„) GipS...... 625,(,„,. 860.) Ringofensteine... 1026,<„.,, 380„) Inzwischen hat sich die Valuta weiter verschlechtert. Man sieht aus dieser Gegenüberstellung, in welchem Umfange die deutsche Baustoffindustrie Valutaqewinne zu ihren Gunsten machen kann. Die Gefahr der Boustofsknappheit in Deutschland dürste immer größer werden, je mehr die Frage der Reparations- leiftungen auch auf dem Gebiete der Baustoffe für uns akut wird. GewerMafisbewegung Die Aussperrung im Aeitungsgewerbe. Die Aussperrung des Personals der Firma Masse („Berliner Tageblatt") scheint nun doch die Unternehmer zu einer Solidaritätsaktion zu veranlassen. Ueber den Verlauf der Verhandlungen, die bis in die späten Nachtstunden des Montag zwischen den beteiligten Parteien geführt wurden, liegen genaue Mitteilungen noch nicht vor. Fest stand bei Re- daktionsschluß, daß der„Berliner Lokal-Anzeiger" heute morgen nicht erscheint und daß wahrscheinlich auch die Ullsteinblätter(„Vossische Zeitung",„Morgenpost") ihr Erscheinen einstellen werden. Danach erscheint als wahrscheinlich, daß die gesamte bürgerliche Presse heute morgen nicht er- scheinen wird, da nicht anzunehmen ist, daß das Mitglied des Zeitungsverlegervereins, die Firma Scherl, allein aus- sperren wird, während die anderen Angehörigen dieser Organisation arbeiten.__ Ter Achtstundentag in Gefahr. Zu den Ländern, welche die Annahme der Washingtoner Konvention über den Achtstundentag verweigern, ist nun auch Holland getreten. Dieses begründet seine Weigerung damit, daß es sonst in der Konkurrenz mit den anderen Ländern, welche die Konvention von Washington nicht annehmen, in erheb- lichen Nachteil geraten würde. Zu diesen Ländern gehören in erster Linie die Vereinigten Staaten von Amerika, welche dem Völkerbund nicht beigetreten sind, dann aber England und Schweden, welche die Konvention ablehnten, und andere Länder, deren Verhalten noch zweifelhaft ist. Hier rächt sich die Schwäche der Washingtoner Beschlüsse— daß sie nämlich keine verpflich- t e n d e Kraft haben und von den Parlamenten der einzelnen Länder abgelehnt werden können. Es ist damit für jedes Land die Handhabe geboten, sich unter Hinweis auf das Verhalten anderer Länder seinen eignen Verpflichtungen zu entziehen. In Holland besteht zwar ein Gesetz üstor den Achtstundentag, es darf aber unter Umständen,„wenn sonst die ausländische Kon- kurrenz die nationale Industrie gefährden würde", aufgehoben werden. Es besteht jetzt die Absicht, ein Gesetz einzuführen, wonach der Achtstundentag nur dann aufgehoben werden darf, wenn Ar- beitgeber und Arbeitnehmer sich darüber einig sind. Dadurch soll der soziale Charakter des Gesetzes gerettet werden. Es wird sogar dafür Propaganda gemacht, daß die Washingtoner Konvention in diesem Sinne abgeändert werden soll, weil dann ihre Annahme besser gesichert sein würde. Für den ersten Augenblick läßt sich nicht viel gegen diese Ab- ficht Hollands einwenden. Sie würde den Grundsätzen der indu- striellen Demokratie nicht widersprechen. Der freie Entschluß der Arbeitnehmer ist aber besonders in. Zeiten wirtschaftlicher Depression und in Ländern, wo die Organisationen der Arbellerschaft nicht mächtig genug sind, stark beeinträchtigt. Drohungen mit Lohnherabsetzungen, Entlassungen usw. können eine Zwangslage schaffen für die Annahme solcher Ausnahmebestimmungen, die leicht zu dauernden werden. Die Washingtoner Konvention schafft schon die Möglichkeit für gewisse Ausnahmen bei der Durchführung des Achtstundentages, womit übrigens jetzt schon sehr viel Mißbrauch getrieben wird. Die Möglichkell, den Achtstundentag voll- ständig außer Kraft zu setzen, ist unseres Erachtens auch in dem Falle bedenklich, wenn gewisse Gruppen von Arbellnehmern — man wird übrigens oft darüber strellen müssen, wer zu ihrer Vertretung berufen ist— ihre Zustimmung erklären. Streik im chemischen Grosthandel. Am Freitag fanden Verhandlungen vor dem Demobll- machungskommissar statt. Während im Anschluß hieran für den Oel. und Fettgroßhanoel, einer Gruppe der bisherigen Tarifgemeinschaft, eine Verständigung erzielt werden konnte, wo- nach den Arbeitern ein Lohn von 370 bis 410 M. bewilligt worden ist, führten die Verhandlungen für den chemischen Großhandel zu keinem Ergebnis. Der Streik in dieser Branche setzte am Mon- tagfrüh sehr gut ein. Mit verschwindender Ausnahme ruht die Arbeit vollständig. Eine Steigerung ist für heute zu erwarten. Ein Teil der Arbeitgeber hat bereits die Mindestforderungen des Deutschen Transportarbeiterverbandes anerkannt. Die Stimmung der Streikenden ist eine siegesbewußte. Heute abend 6 Uhr findet in den Zentralfestfälen, Alte Jakobstr. 32, eine sehr wichtige Ver- sammlung aller Streikenden statt, in der zu einer neuen Situation Stellung genommen werden soll. Dos Erscheinen aller Berufs- angehörigcn wird bestimmt erwartet. Die streikenden Gastwirtsangestellten nahmen gestern in acht großen Versammlungen den Bericht über die Lage entgegen, der eine lebhafte, den Referenten zustimmende Besprechung fand. Die Diskussionsredner beschwerten sich teilweise bitter über dos Verhalten de? Schutzpoltze!. Besonders wurde beklagt, daß es geradezu unmöglich sei, einen Polizisten feststellen zu lassen, der sich Uebergriffe gegen Streikende erlaube, die vor allem weib- lichen Streikposten gegenüber sehr häufig vorkämen. In allen Versammlungen wurde folgende Entschließung einstimmig ange- nommen: „Die Versammlung erklärt: Unsere Forderungen sind be» könnt. Bekannt ist auch, daß das Arbeitnehmerkartell bereit- willigst auf jeden Berständigungs- und Verhandlungsversuch ein- gegangen ist und eingehen wird. Wir stehen unerschütterlich zu unseren Führern und lehnen jeden Zersplitterungsversuch auch für die Zukunft ab." Der Streik auf dem Straßenbahnhof Steglitz ist am Montag- mittag beigelegt worden. Die Einigung zwischen der Direktion und den Ausständigen erfolgte auf der Grundlage, daß der Be- treibsrat vorläufig in sein Amt wieder eingesetzt, aber die Untersuchung gegen ihn weitergeführt wird. Die freie Lehrergewerkschast, die in ganz Deutschland 4S6 Mit- glieder zählt, wovon 200 in Berlin, hielt in Braunschweig einen Vertretertag ab. Zu dem Rückgang der Mitgliederzahl kommt der weitere Mißerfolg, daß dieser Vereinigung der Anschluß an den Afa- Bund verwehrt wurde, aus organisationstechnischen Gründen. Der Vorstand wurde deshalb beauftragt, die Schaffung einer gewerkschaftlichen Beamtcnorganisotion mit allen möglichen Mitteln in die Wege zu leiten. Referate über Schulfragen bildeten den Schluß der Tagung. Tarifkündigung im Bergbau. Nach einer Essener Meldung der TU. haben die Bergarbeiterorganisationen den bis �um 1. Dezember laufenden Lohntarif gekündigt. Neue Verhondliifigen sollen demnächst stattfinden. Der Eisenbahnerstrcik in Halle. In der Eijenbahnhauptwerk- statt Halle wurde Montag die Urabstimmung über den Streik vor- genommen. Für den Streit stimmten 1087, dagegen 200 Arbeiter. Bei den Verhandlungen zwischen der Eisenbahn- direktion und den Angestellten fft eine Einigung nicht zustande ge- kommen. Achtung, Klempner! Mittwoch, abends 6'A Uhr. Schulaula Koppenplatz, Zusammenkunft aller Klempner, die aus dem Bodrn der A m st e r d a m e r Gewerkschaftsinternationale stehen. Die Tages- ordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Mitgliedsbuch der Partei und Gewerkschaft legitimiert. Der Fraktions- vorstand. Zigarettenfabrik Btassary! Die bei dieser Firma auf Grund der neuen Tobaksteuer entlassenen Arbeitnehmer werden gebeten, sich zwecks Klärung der Rechtsfrage Mittwoch nachmittag zwischen 2 bis 3 Uhr im Lokal von Winter, Fürsten- Ecke Ritterstraße, einzu- finden. Deutscher Transpvrtarbeiter-Verband. Sektion 8. Die polnischen Beamten drohen mit Streik. Eine Delegation sämtlicher Beamtenvereinigungen überreichte dem Finanzminister eine Denkschrift, in der neue Forderunaen gestellt wurden: Cr- höhung des Teuerungsmuwplikators in Warschau bis auf 2300 M. und dementsprechend auch in den anderen Orten Polens, ferner Aus- zahluna von Beihilfen in Höhe von 20 000 M. für Ledige, dazu 10 000 M. für die Frau des Beamten und je 3000 M. für jedes Kind. Die Beamtenschaft droht, falls diese Forderungen nicht bewilligt werden, sofort in den Streik zu treten.— Die Lemberger Eisenbahner verlangen eine besondere Gehaltszulage, eine einmalige Bei- Hilfe in Höhe eines Monatsgehaltes und eine Herabsetzung der Koh- lenpreise. Es geht nicht ohne gewerkschaftliche Disziplin. Der Landesver- band der italienischen Landarbeiter— eine der bedeutendsten Gewerkschaften in Italien— hat in der Frage der Gewerk- schaftsdisziplin beschlossen: 1. Die einzelnen Organisationen dürfen ohne die Einwilligung des Landesverbandes keine Aaitation bezüglich der Tarife und Arbeitsverträge unternehmen. 2. Wenn es sich um eine Propaganda handelt, welche auch für verwandte Berufe von Interesse ist, muß der Landesverband benachrichtigt werden, damit er sich mit den Verbänden dieser Berufe ins Einvernehmen setzen kann. 3. Wenn örtliche Verhandlungen zu keinem Erfolg führen, dürfen die lokalen Organisationen die Verhandlungen nicht unterbrechen und eine Entscheidung treffen, ohne das Eingreifen und die Billigung des Landesverbandes.— Durch diese Beschlüsse soll die Auto- nomie der Lokalverdände zugunsten einer einheitlichen Leitung der Bewegung erheblich eingeschränkt werden. Für die Rußlandhilfe sind nach der letzten vom Bundeskassierer H e r m a n n K u b e in Nr. 42 des„Korrespondenzblattes" veröffent- lichten Quittung bis 4. Oktober insgesamt 1923 263,90 M. beim Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund eingegangen. Die Samm- lungen werden fortgesetzt, doch ist genau darauf zu achten, daß nur die von den Ortsausschüssen des ADGB. und der Asa herausgegebenen und mit ihren Stempeln versehenen Listen der Ge- werkschaften und der Afa-Verbände benutzt werden. «r-Phische Hilfsarbeiter und Hilf-arbelterinne». Heute 5 Ukir im Deut. scheu Hof, Luckoucr Straße, Mitgliederversammlung. Kein Mitglied darf fechlen. Angestellte der stunst- und Bauschlostereien, Seldschranlsabritea. Mittwoch 7 Uhr im Schultheiß. Ausschank, Neue Jakobstr. 24/23, Bericht über die Tarif» Verhandlungen. Zentral» erband der AnaesteSte». R-Ich-dehürden! Mittwoch V6 Uhr bst Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. Ujl2, Mitgliederversammlung. gcntralnerband der Schuhmacher. Donnerstag 6*4 Uhr im Lokal„flünigs- dank". Große Frankfurter Str. 117, außerordentliche Branchenvcrfammlung der Schoß» und Revaraturbranche. Stellungnahme zu der Ablehnung des Schied»- fpruches durch die Arbeitgeber. Vollversammlung sämtlicher Betriebsräte der Deputationen Sefundheits- wefcn» Allgemeine Wohlfahrt, Zugendwohlfahrt zur Wahl eines gemeinsamen Eesamtbetriebsrates am Donnerstag um 10 Uhr im Weißen Saal des Rudolf- Virchow-Arankenhaufes. Deutscher Bauarbeiterverbaud. Tiefbau: Donnerstag KZH Uhr bei Boeker, Wrberstr. 17, Versammlung aller im Tisfbaugcwerbe Beschäftigten. Bericht von der Verhandlung vor dem Bezirkslohnamt. Mitgliedsbuch einer freien Gewerkschaft legitimiert. Deutscher Werlmeiftcrverband. Fachgruppe Graphische Berufe: Mittwoch 3 Uhr im Restaurant Schultheiß, Brückenstr. Kd, Branchenversammlung. Deutscher Traneportarbcitcrv erbaut». Branche II, Verbandsstoffe f.: Mittwoch 6 Uhr bei Wilke, Sebastianstr. 33, Gruppenversammluna. Verband der Buchbinder. Luxuspapierbranche: Mittwoch 1H3 Uhr im Gewerk- fchaftshaus Versammlung aller in der Tüten- und Beutelbranchc Beschäftigten.— Donnerstag 5 Uhr im Eewerkfchaftshaus Versammlung der Kolorlstinnen.— Freitag ZHS Uhr in Haverlands Festsälen, Neu« Friedrichstr. 33, Eingang Rochstraße, Versammlung für die in der Ehromo- und Photobranche be» schäftigte Arbeiterschaft.— In den Versammlungen wird über das Lohn- vcrhandlungscrgebnis Bericht erstattet. Deutscher Holzarbeiterverbaud. Mittwoch 7 Uhr in den Eophien-Sälen, Sophienstr. 17/18, außerordentliche Branchenversammlung der Modelltischler: Stellungnahme zur Lohnbewegung und Berhandlungsbasis in der Metallindustrie._ Mus öer Partei. Rehabilitierung. Im Bericht des Partcivorstandes der SPD. an den Görlitzer Parteitag findet sich unter dieser Ueberschrist die Mitteilung, daß die im Jahre 1887(ein Druckfehler sagt 1884) gegen den ehemaligen Maurer Robert Conrad erhobene Anschuldigung des Partei- Verrats nach eingehendster und sorgfältigster Untersuchung, die sich auch auf damals nicht zugängige Quellen erstreckte, sich als durch nichts gerechtfertigt herausgestellt hat und daß, da Conrad seit Jahren wieder Mitglied der Partei ist, ein besonderer Beschluß über seine Fähigkeit zur Wiederaufnahme gar nicht erst notwendig ist. Conrad war in den ersten Jahren des Sozialistengesetzes als Führer der Gewerkschaft seines Berufs sehr tätig gewesen und in öffentlichen Versammlungen sehr mutig für die unterdrückte Sozial- demokratie eingetreten. Im Jahre 1884 auf Grund des Ausnahme- gefetzes aus Berlin ausgewiesen, siedelte er nach Breslau über, hafte aber auch dort Verfolgungen zu erleiden. Die von ihm herausge- gebenen Zeitungen„Der Bauhandwerker" und die„Breslauer Volks- stimme" wurden auf Grund des gleichen Gesetzes verboten, er selbst in den großen Breslauer Geheimbundsprozeß als einer der Ange- klagten verwickelt. Mit Bruno Geiser und noch etwa 15 Ange- klagten wurde er freigesprochen, nun aber in Parteikreisen beschul- digt, der Polizei als geheimer Berichterstatter gedient zu haben. Die Anschuldigung ward dem damaligen Sicherheitsdienst der Partei übermittell, der sie unter seinem Decknamen„Eiserne Maske" im Züricher Sozialdemokrat bekanntgab. Von dort ist sie in die von mir verfaßte Geschichte der Berliner Arbeiterbewegung über« gegangen, wo ihrer im zweiten Band auf Seite 230 erwähnt ist. Gern komme ich einem Wunsche Conrads nach und bitte die Parteigenossen, welche das Buch haben, und insbesondere die Biblio- thekare der Arbeiterschaft, dort an der betreffenden Stelle einen be- richttgenden Vermerk zu machen. Sie können dabei auf Seite 95 des gleichen Bandes verweisen, wo Conrads in ehrender Weife ge- dacht ist. Er hat, als ein deutsches Blatt auf Grund der Veröffent- lichung der Eisernen Maske ihn als Polizeiagenten hinstellte, in einem von ihm angestrengten Beleidigungsprozeß unter Eid er- klärt, daß die Beschuldigung unwahr ist, im übrigen sich vom Öffentlichen politischen Leben zurückgezogen, ohne aufzuhören, bei sich bietenden Gelegenheiten der Partei nützlich zu sein. Als die vollzogene Revolutton der Partei die Möglichkeit bot, die amtlichen Akten einzusehen, hat er sofort bei der Partei die für die Erwirkung einer Nachprüfung erforderlichen Schritte getan, und diese hat das vom Parteioorstand verkündete günstige Resultat ergeben. Indem ich dies wiederhole, kann ich meinerseits nur hinzu- fügen, was ich schon in meiner Schrift„Aus den Iahren meines Exils" geschrieben habe, daß das Kapitel der sogenannten Spitzel- cnthüllungen mir seinerzeit schlaflose Nächte verursacht hat. Es ge- hört zu den traurigsten Wirkungen des Ausnahmegesetzes. Die Parteipresse wird gebeten, von dieser Rehabilitation Notiz zu nehmen. An die Redaktionen des„Vorwärts", der Breslauer „Volkswacht" und des„Grundstein" ergeht das besondere Gesuch, je ein oder zwei Exemplare der Nummer ihres Blattes mit der Notiz als Belag an R. Conrad, Ingenieur, Köln, Bonner Str. 23, zu übersenden. Eduard Bernstein. Verantw tür den redakt. Teil: Dr. Werner Pciser, Charlottenburp: für Anzeigen: Tll. Glocke, Berlin. Verlag: Vorwärts-Berlag G. m. b. H., Berlin Druck: Vor- wärts-Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin Lindenstr. 3. Hierzu I Vellage. Stoffe lür Herren- nnil Damen- Bekleidung beste Fabr, gr. Auswahl, Verst. meterweise Koch& Seeland b.- h' Gertraudtenstra De 20—21,' ll©i iH Emaille- Geschirr Blech- u. 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Als dritter Täter kommt ein gewisser Walter Liesegang in Frage, der sich angeblich bei der Fremdenlegion befindet. In dem Hause Linienstr. 73 betrieb seit längerer Zeit der 71jährige Kaufmann Rudolf Engelmann ein sogenantez Inkasso- geschäft, d. h. er kaufte„faule" Forderungen auf und trieb diese ein. Nebenbei machte er auch Darlehnsgeschäste. Er hatte trotz seines Alters noch einmal geheiratet, seine Frau lebte von ihm getrennt mit dem Eheman der jetzigen Angeklagten Schulz zusammen. Diese wiederum hatte, ohne von ihrem Ehemann geschieden zu sein, sich mit einem Schlächter Paul Schulz verheiratet, der vor dieser Ehe Liebhaber der Frau Engelmann gewesen war. Die Schulz betrieb seit längerer Zeit einen Privatmittagstisch, in welchem sehr Zweifel- Haft« Leute verkehrten, u. a. auch die Angeklagt« Haufe, welche der gewerbsmäßigen Unzucht nachging. In dieser Speisewirtschaft, so bekundet die Haufe in ihrer heutigen Vernehmung, entstand der Plan, sich auf irgendeine Weise in den Besitz von Geld zu setzen. Die Schulz habe wiederholt gesagt, man soll doch„irgendeinen reichen Juden vor den Kopf schlagen". In der Weißenburger Straße wohne ein jüdischer Geslügelhöndler, der viel Geld im Hause habe. Aus diesem Plane sei aber nichts geworden. Die Schulz habe nun, fo bekundet die Angeklagte weiter, zuerst den Gedanken gehabt, den alten Engelmann, dessen Lebensgewohnheiten sie genau kannte, ums Leben zu bringen und zu berauben. Am 23. September wurde der Plan tatsächlich auch zur Ausführung gebracht. Nachdem Liesegang dm Engelmann mit einem Hammer erschlagen, habe er dem Toten die Schlüssel aus der Tasche genommen. Man habe jedoch nur 600 M. gefunden, die die Haufe mit Liesegang geteilt habe. In der Unterhaltung mit der Mitangeklagten Schulz habe diese ihr Erstaunen geäußert, daß nur 600 M. gefunden seien. Engelmann habe 60 000 Mark in dem Schreibtisch versteckt und sie hätten nur nictzt genügend gesucht. Es sei, so habe die Schulz erklärt, dem„Strolch", der schon viele Menschen unglücklich gemacht und sie um ihr Geld betrogen habe, ganz recht, daß er von der Welt weggekommen sei. Von Rechtsanwalt Dr. Frey wird darauf hingewiesen, daß/die Tat durch die Angeklagte Haufe selbst herausgekommen ist, und zwar babe sie in angetrunkenem Zustande einem Manne alles eingestanden. Die Angeklagte erklärt hierzu, daß sie darüber nicht sprechen wolle, da ihr diese Sache zu„schenant" fei. Nachdem die beiden Angeklagten vernommen worden, stellt Rechtsanwalt Dr. Frey einen Antrag auf Vertagung, weil wegen Liesegcmg noch ein Auslieferungsverfahren schwebt, also die Möglich- keit besteht, daß auch er noch abgeurteilt werden könne. Das Gericht letzte den Beschluß über eine eventuelle Vertagung bis nach Ver- nehmung des Kriminalkommissars Tegtmeyer und des Ehe- mannes Haufe aus. Der Sachverständige, Medizinalrat Dr. Stoermer�, welcher die Obduktion der Leiche des Engslmann vorgenommen hatte, be- . kündete in feinem Gutachten, daß die an der Leiche festgestellten Verletzungen außerordentlich schwerer Art waren und die Anwen- dvng einer besonders brutalen Gewalt erkennen ließen.— Der jetzige ffbemann der Angeklagten H n u l- belastete die Angeklagte Schulz schwer. Diese habe ihn und seine Frau, denen sie mehrmals NaKrunasmittel oeborgt hatte, auf Ennelmann hingewiesen, bei dem viel Geld ni holen sei. Lie'egana habe Lust qebabt. die Sache zu machen. Er. der Zeuge, babe jede Beteiligung rundweg abgelehnt, >-? sei übrigens bei den Gesprächen nichts Hwn einer Mordabsicht, sondern nur von einem Raube gesprochen woWen. Nach geschehener Tat habe seine Frau ihn weinend umhalst und gesagt:„Ich bin un- schuldig!", während Lieseganq ihm zugerufen habe:„Er ist tot!" Die Sitzung dauert mit der Vernehmung der zahlreichen Zeugen noch fort. Wir werden das Urteil mitteilen. Der Sturm auf öas Vor dem Schwurgericht des Landgerichts I begann unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Schmidt-Blanke ein Prozeß wegen Landfriedensbruch und schweren Hausfriedensbruch. An- geklagt sind der als Rädelsführer angesehene Arbeiter Fritz Achtel» stätter, der Arbeiterrat der Obdachlosen gewesen ist, der Arbeiter Gregor W y r i s ch, der Arbeiter Willi R a d t k e, der Arbeiter Richard G i e r p e n s k i, der Schuhmachergeselle Karl Kreis, der Arbeiter Kurt Werner und der Arbeiter Karl Alles. Es handelt sich um folgende Vorfälle: Im Asyl für Obdachlose war die Ordnung eingeführt worden, daß die Asylisten, die die ihnen gesetzte fünftägige Frist zur Besorgung eines Unterkommens über- schritten, gruppenweise polizeilich verwarnt wurden. Unter den Asylisten herrschte in den Tagen um den 20. September eine gereizte Stimmung: man klagte über das Essen und hatte auch sonst noch verschiedene Beschwerden, namentlich wurde behauptet, daß im Asyl verschiedentlich Mißhandlungen seitens der Aufsichtsbeamten mit Gummiknütteln vorgekommen sein sollen. Diese Mißstimmung unter den Asylisten soll durch Achtelstätter geschürt worden sein. Es kam denn auch schon am 20. Sevtember, als zehn Personen verwarnt werden sollten, zu einem Wlderstandsakt. Am folgenden Tage ver- breitete sich wieder das Gerücht, daß Asylisten durch Aufseher ver- prügelt werden sollten. Es wurde die Parole ausgegeben, sich zu einer Versammlung nach Weihensee zu begeben, an der dann zahl- reiche Obdachlose zusammen mit Erwerbslosen teilnahmen. Achtel- stätter soll hier eine Rede gehalten und u. a. gesagt haben:„Es müssen die Aufseheer verprügelt werden, ebenso wie sie verprügell haben." Nach der Versammlung formierte sich ein Demonstrations- zug von ca. 230 Personen, der nach dem Lustgarten gehen sollte, sich unterwegs ständig vergrößerte und dann nach dem Asyl zog. Es kam dann im Asyl zu schweren Gewalttätigkeiten gegen verschiedene Angestellte, von denen einer ins Krankenhaus überführt werden mußte. Erst den zur Hilfe herbeigerufenen Polizeimannschaften ge- lang es, die Ruhe wiederherzustellen. Die Angeklagten bestreiten überwiegend ihre Schuld. Nach dem Gutachten des Medizinalrats Dr. Störmer ist Achtelstätter ein von hohem Selbstgefühl erfüllter, verschwommenen Ideen nach- jagender, sich selbst gern in den Vordergrund drängender Mensch, auf den ß öl StrGB. nicht zutrifft: der Angeklagte G i e r p e n s k i ist minderwertig. Die Beweisaufnahme wird Dienstag fortgesetzt. Versuchtes Attentat auf einen Vorortzug. In der Nacht vom Freitag zum Sonnabend(14./1S. d. Mts.) wurden, nach 12 Uhr nachts acht Eisenbahnschwellen zu einem Stapel auf die Personenzuggleise der Strecke Wustermark-Dallgow- Döberitz quer über die Schienen gelegt. Als gegen 11 Uhr abends der letzte Zug die Gleise befuhr, war das Hindernis noch nicht vor- handen, erst der Führer eines Güterzuges, der mit seinem Zuge das Nebengleise befuhr, bemerkte den Stapel und meldete das Hindernis der nächsten Station, welche die Beseitigung desselben veranlaßte. Trotz der sofort aufgenommenen Nachforschungen fehlt von den Tätern bisher jede Spur. Zur Ermittlung der Täter hat daher die Eisenbahndirektion Berlin eine Belohnung, unter Aus- schluß des Rechtsweges, in Höhe von S000 M. ausgesetzt, die solchen Personen zufällt, die Angaben über die Täter machen können, so daß deren gerichtliche Bestrafung erfolgen kann. Mitteilungen über die Täter, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, nimmt die Eisenbahndirektion Berlin, Schöneberger Ufer 1— 4, oder Kriminalkommissar Dr. Riemann, Polizeipräsidium Berlin, entgegen. Im Anschluß hieran wird mitgeteilt, daß am Sonntagabend gegen WVj Uhr der Vorortzug 446 zwischen den Stationen Karow und Blankenburg mehrmals beschossen wurde, doch ist keiner der Passagiere verletzt worden. Der Täter konnte nicht ermittelt werden. Da die Aufklärung derartiger nichtswürdiger Anschläge an und für sich schwer ist, so tut auch die Bevölkerung gut, den Behörden bei der Ermittlung der Täter nach Kräften behilflich.zu �sein. Bildung und Wissen dem Volk: Mit dem heutigen Tag haben die Vorlesungen der Sozialisti- scheu Bildungsichule sowohl wie der Volkshöchschule Groß-Berlin, an der gleichfalls eine Anzahl sozialistischer Dozenten tätig sind, bc- gönnen. Die Vorlesungsverzeichnisse zu der ersteren sind im Bureau des Bezirksbildungsausschusses der SPD., Berlin SW. 68. Linden- straße 3, zu haben, die der letzteren in der Geschäftsstelle Berlin NW. 7, Georgenstr. 34/36. Die Angehörigen, Wähler und Freunde unserer Partei einschließlich der Frauen und Jugendlichen werden gebeten, möglichst diese beiden Volksbildungsinstitute Groß-Berlins in Anspruch zu nehmen, die in weitestgehender Weise allen Bil- dungsbestrebungen gerecht werden. Es werden Kurse über Politik, Volkswirtschaft, Soziales, Kulturgeschichte, Geschichte, Naturwissen- schaften, Kultur, Kunst. Literatur usw. abgehalten. Zn der Sozialistischen Bildungsichule beginnen am Dienstag, den 18. Oktober, folgende Vorlesungen: 1.„Geschichte und Philo- sophie, im Zusammenhang mit der kulturellen Entwicklung der Völker"(Dr. B. Engelhardt), von 7—8� Uhr abends, im Saal der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. 6 Vorträge. Hörgebühr 6 M. 2.(S. Kreis, Friedrichshain.)„Entwicklungsgeschichte des Sozialismus bis zu den Utopisten"(Sekretär Albert Horlitz), in r. Schulaula der Gcmeindeschule Litauer Str., von 7—-8)4 Uhr abends. 6 Vortrüge. Hörgebühr 6 M. 3.(7. Kreis Chariotten- burg.)„Einführung in Verfassung und Verwaltung von Reich, Staat und Kommune"(Bürgermeister Hirsch), im Sitzungssaal des Charlottenburger Rathauses, Berliner Str. Hörgebllhr ö M. 4.(13. Kreis Tempelhof.)„Entwicklungsgeschichte des Sozialismus" (Dr. Max Schütte), von 1—8% Uhr abends in der Gemeindeschule Friedrich-Wilhelm-, Ecke Wcrderstr. 6 Borträge. Hörgebühr 6 M. S.(16. Kreis Köpenick.)„Verfassung in Reich, Staat und Kom- mune"(S. Katzenstein), von 7—8)4 Uhr abends in der Dorotheen- schule„In der Freiheit". 6 Vorträge. Hörgebühr 6 M. 6.(18. Kreis Weißensee.)„Grundlagen der Wirtschaftsgeschichte" (Dr. Bendiner), von 7— 8'A Uhr abends im Physiksaal des Real- gymnasiums, Weißensee, Wölckpromenade. 6 Vorträge. Hörgebühr 6 M. Dauer der Ruhesrisi auf Friedhöfen. Der Ausschuß für das Bestattungswesen teilt mit: Bis �um Erlaß der endgültigen allge- meinen Friedhofsordnung beträgt die Dauer der Ruhefrist für alle erdbestatteten Leichen von Erwachsenen und Kindern über 6 Jahre 2S Jahre und kür Kinder unter 6 Jahren IS Jahre, für sämtliche Aschereste 20 Jahre. Für die Vergebung der Beisetzungsplätze sind fortan diese Zeiten maßgebend. Die neuen Gaspceise. Die Gemeindebehörden haben laut Be- schluß der Stadtverordnetenversammlung vom 13. Oktober 1921 den Gaspreis für das Versorgungsgebiet sämtlicher Gemeindegaswerke, also der ehemaligen Berliner, Charlottenburger, Neuköllner, Lichten- berger, Spandauer, Köpenicker, Tegeler, Wittenauer, Friedrichs- Hagener, Hermsdorfer und Heiligenseer Gaswerke mit Wirkung von der Standaufnahme im Oktober ab einheitlich aus 1,7S M. für dos Kubikmeter festgesetzt. „Nora" in der Lankwiher Gemeindchalle. Die Kunst- und Bildungsgemeinde Berlin-Lankwitz unter Leitung des Herrn Ewe berief soeben zur Eröffnung des' Wintersemesters die Getreuen in die Lankwitzer Gemeindchalle. Es war ein voller Erfolg. Verant- wortlich für die Ausführung zeichnete Herr Rudolf Werner. Man muß anerkennen, daß die Regie in bewährten strengen fzänden lag. Schauspielerisch wurde gutes und sehr gutes geleistet. Die über- ragende Säule des Abends war Herr Georg John vom Lessing- theater. Er gab einen Günther, der sich würdig an die besten Leistungen reiht, die bisher in„Nora" gezeigt wurden. Besonders gefiel der zweite Akt, in dem auch Jutta G r u n e r t durch die Ge- staltungskraft Johns so weit hingerissen wurde, daß eine glaub- würdige Nora erschien. Während sie im ersten Akt noch spröde spielte, steigerte sie chre Leistung nach dem zweiten Akt zu einer respektablen Höhe. Robert Helmer, der Advokat, lag bei seinem Namensvetter Fritz H e l m e r in guten Händen. Dr. C. Tyndall Sab den Rückenmarkschwindsüchtigen Dr. Ranke schmerzlich, er- hütternd. Eveline S a l m o hätte man lieber als Frau Linden ge- sehen, denn sie zeigte in der kurzen Szene des zweiten Aktes als Marianne viel Können. Wirklich schade, daß sie nur diese Neben- rolle spielte. Bravo, ihr Lankwitzer!„Glück auf zur neuen Tat" und laßt euch das gute Werk nicht durch reaktionäre Schikane ver- drießen. Ein Riesenbrand brach am Sonntagmittag um Ii 12 Uhr in der Dachpappenfabrik von Bischer u. Hoffmann in Eberswalde aus, zu dessen Bekämpfung 12 Wehren hinzugezogen werden mußten. Das Feuer war bis Montag abend noch nicht gelöscht. Durch die starke Rauchentwicklung haben Mehrere Feuerwehrleute gelitten. Der Schaden, der ca. zwei Millionen Mark beträgt, ist durch Versichs- rung gedeckt. Wcihnachtsausstellung der Berliner Gewerkschastskommifsion. Schon vor dem Kriege wurden Weihnachtsausstellungen im Ge- werkschaftshaus veranstaltet Der Gedanke wird jetzt wieder auf- genommen. Demgemäß wird die Ausstellung vom 11. bis 24. De- zember ihre Pforten öffnen. Ausstellungsräume sind die Säle 1 bis 3 des Gewerkschaftshauses. In erster Linie ist an Wissenschaft- liche, sozialistische und schöngeistige Bücher für Erwachsene sowie an gute Literatur für die heranwachsende Generation gedacht. Jugendschriften und Spielwaren für die Kleinen sollen nicht fehlen. Künstlerischer Wandschmuck und gute Tonwaren ergänzen die Aus- stellung. Die drei sozialistischen' Verlage bringen der Ausstellung großes Interesse entgegen und haben sich bereit erklärt, das Büchermaterial zu liefern. Die Ausstellung ist nicht nur gedacht, der Arbeiterschaft gutes Material preiswert zukommen zu lassen, sondern soll darüber hinaus kulturell erzieherisch wirken. Der Aus- schuß der Berliner Gewerkschaftskommission hat dem Plan seine Zustimmung gegeben. 80s 5räu!ein. Von Paul Enderling. Es mußte doch gleich Zeit zur Abfahrt sein. Sie hotte ja schon eine Ewigkeit diese Fahrpläne geleien. Aber als sie nach der Uhr sah, bemerkte sie, daß sie erst drei Minuten hier auf und ab gegangen war. In den Wartesaal zu gehen, wagte sie nicht. Sie sah nur einen Augenblick scheu durch die Glasscheibe. Es wer ziemlich leer. Nur in der Mitte an der künstlichen Palme saß van Steen— Kohlenkausmann van Steen aus der Roeper- gaste— mit einem Geschäftsfreund. Nein, hinein konnte sie nicht. Mit einem Male war die Halle belebt: von den Treppen, die von den Bahnsteigen herabführten, eilten Menschen, die in die Stadt zurückkamen. Draußen hörte man Wagen und Autos heranfahren, Peitschenknallen und das Heulen von AutoHupen. Reisende drängten in die Halle. Dienstmänner kamen mit Koffern auf den Schultern. Und jetzt— jetzt wurde auch der Schalter geössnet Langsam ging Thea darauf zu. Aber merkwürdig: Jetzt. wo sie so weit war, den letzten, den allerletzten Schritt zu tun, schien ihr die Kraft zu versagen. Es war nur gut. daß sich die Abreisenden sammelten und sie vor sk!>'v-'ugten. Sie wankte und schwankte. Aber einmal eingekeilt in die Reihe der Wartenden, fand sie keinen Ausweg mehr. Warum bin ich jetzt so voll Angst? fragte sie sich selber: ich brauche nur das Geld hinzulegen und das Billett nach Berlin zu verlangen. Der Beamte wird nicht einmal mein Gesicht sehen— Was ist denn nur mit mir? Sie zählte ab: Sechs standen vor ihr— jetzt nur noch fünf. Da gab es einen ungebührlichen Aufenthalt. Am'chei- nend war eine größere Banknote zu wechseln oder em Schein auszufüllen. Der Schalterbeamte brauchte erregte Worte: der Reisende, ein kleiner, schwarzer Herr mit einem Kneifer, war außer sich und schrie in stark polnischem Akzent über„diese Wirrtschaft". Die anderen schalten über den Aufenthalt:„Der Zug wird uns vor der Nase wegfahren!" Nun war der kleine, schwarze Herr weggedrängt. Er suchte kreischend den Bahnhofvorstand„zurr Beschwerrde". Zwei standen noch vor Thea, Da faßte jemand Theas Arm.„Sind Sie es wirklich?" Fräulein Thea?" Thea sah erschrocken auf. Fräulein stand vor ihr. Fräulein war eben mit dem Nachtzug von Neufahrwasser gekommen und durch den Auftritt am Schalter aufmerksam geworden. Ein Blick auf Theas bleiches, durchstürmtes Ge- ficht lehrte sie alles: Thea wollte fort. Sie blickte auf den Schalter. Es gab keine Zeit zu ver- lieren.„Einen Augenblick, Fräulein Thea." Und sie führte Thea, die viel zu müde, viel zu müde zum Widerstande war. aus der Reihe.„Sie können doch unmöglich mit dem Nacht- zug fahren." Sie mußte irgendeinen Grund sagen. Sie sprach wie zu einem Kind, das die Kristallvase haben möchte und nicht haben darf.„Das geht doch nicht. Das ist doch nichts für Sie. Sie kommen ja kaput in Berlin an." „Woher wissen Sie, daß ich nach Berlin will?" fragte Thea mißtrauisch. „Ja, wo wollten Sie sonst hin? Warum suchten Sie wohl sonst heute im Kursbuch den Nachtzug?" „Und Sie— wo kommen Sie her?" „Von Neufahrwasser." „Ja, ja, ich weiß--" Berstört sah Thea um sich Sie war wieder in dem Seitengang bei den gelben Fahrplänen. Sie spürte, wie Fräulein sie führte, und war halb zufrieden damit, nicht länger den eigenen Willen durchsetzen zu müssen, halb empörte sie sich dagegen, daß ihr Plan nun durchkreuzt wurde. Nock) einmal raffte sie sich auf.„Ich werde gar kein Billett mehr bekommen... kein Billett mehr... Ich kann doch nicht ohne Billett fabren..." Fräulein hielt ihren Arm fest.„Sie können ja morgen am Tage fahren. Das eilt ja gar nicht. Sie fahren mittags und find abends da. das ist doch viel bequemer." Nur Zeit gewinnen, dachte Fräulein: das ist alles. Morgen tut sie es doch nicht. Die Helligkeit des Tages verjagt alle diese Nacht- gesvenster. Sie kannte Theas flatternde Seele bester als jeder andere. Wenn ich sie jetzt loslasse, geht sie zugrunde..- Wie konnte man sie nur fortlassen?... Sie kennt ja nichts von der Welt... Sie'darf aber nicht untergehen... Und Fräulein empfand wiederum ein tiefes mütterliches Gefühl der Verantwortung für das junge Mädchen. Am Uebsten hätte, sie sie in die Arme genommen und geküßt. Wie schwach sie war,.wie Haltlos und Hllflosl___,■; Als sie auf die Bahnhofsuhr sahen, waren nur noch wenige Minuten bis zur Abfahrt des Schnellzugs. In diesem Augenblick entzog sich Thea ihr.„Ich muß fort, Fräulein," sagte sie, sie fest anblickend.„Ich will mich nicht lächerlich machen, jetzt, wo ich alles hinter mir aufgegeben habe." Das hatte Fräulein am meisten gefürchtet. Gegen dieses Argument war nicht mit Gründen anzukämpfen. Sie änderte ihre Taktik. Sie durfte sie ja nicht fortlasten: ihr Lebtag hätte die Schuld sie gedrückt... „Ich weiß, wohin Sie wollen," sagte sie schnell und rang sich doch jedes Wort ab.„Ich weiß, zu wem Sie wollen. Aber tun Sie es nicht, um Ihrer Selbstachtung willen! Er— er liebt Sie nicht," vollendete sie leise, und ihr Gesicht stand in Glut. „Woher wissen Sie das?" Fräulein senkte den Kopf. Lothar hatte nie von seiner Liebe zu ihr gesprochen. Aber sie dachte an seinen Händedruck beim Abschied und an seine halbverschleierten Worte:„Wir sehen uns wieder, wenn ich etwas bin. Vergessen Sie mich nicht!" Und sie sagte fest:„Ich weiß es." Thea stützte sich schwer gegen die Wand. Sie fühlte sich müde zum Umsinken.„Ich habe es mir gedacht," sagte sie tonlos,„aber kann ich denn noch zurück?" „Warum nicht?" „Onkel Otto weiß alles." „O. er ist gut. Er schweigt." „Und wenn sie, die anderen, schon wissen—?" Fräulein blickte sie groß an.„Dann nehme ich alles auf mich." „Aber wie nur?" „Das wird sich schon irgendwie finden." Nun waren sie auf dem dunklen Babnhofsplatz, über dem ein paar elektrische Monde schwebten. Da erst begriff Thea, was Fräulein gesagt hatte.„Sie wollten das für mich tun? für mich? Verzeihen Sie!" „Ich habe doch nichts zu verzeihen, Fräulein Thea." „Sie haben mir viel zu verzeihen. Viel mehr, als Sie glauben." Fräulein weckte einen Kutscher, der auf seinem Sitz ein» geschlafen war. Er sah verwundert auf die beiden Domen. „Wohin, Madamchen?" „Nach der. TobiasgajseZ4- _'. �:...../ K°rtsi si-lgt�. ZMk einem fröhlichen Fuhrmann-Abend beginnt das B«» zirksamt Treptow seine im kommenden Winterhalbjahr gc- planten unterhaltenden und bildenden Veranstaltungen. Der fröh- liche Abend findet statt in Treptow, Donnerstag, den 20. Oktober, im Realgymnasium, Neue Krugallee. Der niedrige Preis für die Einlaßkarte von" 2 M. soll es auch den Minderbemittelten ermög» lichen, den fröhlichen Abend zu besuchen. Karten sind in den mit Plakaten versehenen Stellen erhältlich. Lebensmüde. Mit Gas vergiftete sich die Schneiderin Olga Schmidt aus der Kopischstraße S. Wiederbelebungsversuche, die Don der Feuerwehr und einem Arzt angestellt wurden, blieben er- folglos. Aus einem hinterlassencn Briefe geht hervor, daß Selbst- mord vorliegt.— Am Bettpfosten erhängt hat sich die Ehefrau Luise Seifert, geborene Paschke, aus der chermannstraße 175 zu Neukölln. Beide Leichen wurden beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht.— Vergiftet aufgefunden wurde in der vergangenen Nacht an der Ecke der Großen Quer- und Belle- vueallee im Tiergarten ein unbekannter etwa 5l> Jahre alter Mann. Der Tote, dessen Leiche nach dem Schauhaule gebracht wurde, trug ein schwarzes Jackett, eine grünpunktierte Weste, eine weihgestreifte Hose, braunweiße Strümpfe, schwarze Schnür- stiefel und einen schwarzen steifen Hut. Sein Hemd ist E. O. ge- zeichnet. Es liegt offenbar Selbstmord vor. Der Lichtenberger Bolkschor und Tinfouicorcheitcr(Dir. Paul Kurz) veranstalten am Mittwoch, den 19. Ottober, abends 7'l, Uhr. im Konzcrljaal der Staatlichen Akademilchen Hochschule für Musik. Cbarlotten- bürg, Fasancnstr. t. ibre 14. Sliiffühnmq. Es gelaugen zum Vortrag.Die erste Walpurgisnacht' von MendelSsohn-Vartholdy, und.ErllönigS Tochter' von Niels W. Bude. NerivaltnngSbezirk XX. BolksbildnngSamt Reinirkeiidorf. Das slädtisck'e Marioncltcntheatcr spielt am Dienstag, den 18. d. M., nachmittags 4 Uhr, in der Turnhalle der I. Schule in Berlin-Witlenau. Zur Aufilllirung gelangt ein Zauberdrama in vier Nufzligen:.Das Eulen- tchlost", von Franz Pocci. Der Eintrittspreis beträgt iür Kinder 7ö Ps, sllr Erwachsene 1,50 M. Hroß-öerliner parteinachrichten. Heute, Dienstag, den IS. Olkober: 2. Ktc'tt Tiergarten. 7 Uhr Kreisoorstandssitzung,' 8 Uhr erweiterte n-eis- vorstandaiitzung bei Triimper, sslcnsburger Ctr. 3. Wichtige Taacoordnung. 18. 5t-e>» Wcihen'ee. 7>� Uhr Bcginn des Vortragsziglu» Uber„Die vrund- läge der Wirtschaftspolitil" im Physitsaal des Rcalgvmnaslums. Referent Dr. Bcndiner, M. d. L. Hörgcbuhrcn sllr Parteimitglieder 4 M. 138. Abt. Retnlltcndors-Ost. S Uhr bei Lindstebt, Rcsidenstr. 12V/121, Sitzung dco engeren Vorstandes. 7>,h Sitzung der Funktioniirc. Erscheinen aller gunktioniire dringend erforderlich. 4ö. und 48. tzlbt. tsrüher 10. und II.). Die Mitglieder der«onsumgcnossen- schast der 87. und 54. Borlaufsstelle Farster und Wrangclstratze, welche auf dem Boden der SPD. stehen, find zu einer wichtigen Besprechung(De» nossenschastsratswahl) zum Dienstag, den 18. d. M., im Lokal Seißler, Slalltzer Str. 5g, eingeladen. Pungsozialisten. Eruppe Lichtenberg, Der fllr heute angesetzte Vortrag des Gcnossen Peine, M. d. R., Uber„Nommunalpolilit' findet erst in 8 Tagen statt. Heute Mitgliederversammlung. Morgen, Mitiwoch, den 19. Oktober: 14. Krell Reukölla, Britz, Rudow und Buckow. 7 Uhr Mitgliederversammlung in Kliems Fcstslllen, Hosenhcide 13. 1. Bericht vom Parteitag. Rejercnt Senosse Brinkmann. 2. Bericht Uber die Etadtverordnetenwahlen. Rcsc- rent Genosse Anton Wcndeler. Mitgliedsbuch legitimiert. 17. Ärci«. Elternbeiräte! Vollsitzung der Arbcitsgcnieinsckiafr der sozialistischen Elternbeiräte abends 7 Uhr im Feichensaal der Schule Markstraße. 18, Kreis Pankow. 7 Uhr Krcisdclegiertenversammlung bei Maiser(Tllrkische» gelt). Breite Str. 14. Tagesordnung: 1. Bericht Uber den Parteitag. 2. Aussprache. 8. Verschiedene«. Die Lreisvorstandsmitglieder werden gebeten, 1 Stunde frllher zu erscheinen, zwecks einer wichtigen Besprechung. 82. Abt. Steglitz. 8 Uhr Mitgliedcroersaminlung in der Aula der Oberreal» schule Elisenstraße. Thema:„Bericht vom Parteitag". Referent Eduard Bernstein, M. d. R. !>2. Abt. Rcuiölln. Die Funktionärsttzung fällt au« und sindet dafllr am Frei- tag, den 21. d. M., 7rh Uhr de, Wolsf. Kaiser-Friebrich-, Ecke Rascgger- straße, Natt. Abrechnung der Lezirlsfllhrer. 10S. Abr.«dlcrshol. 7zh Uhr Mitgliederversammlung im Zclchcnsaal der Schule Radickestrahe. los. Abt. Iohai:n>»thal. 7(4 Uhr Mitgliederversammlung im Restaurant„Wald- kater". Kaiser-Wilhelm-Str. 1. Thema:„Die äußere und inner« politische i Lage unter besonderer Berllckstchtigung Oberschiestens". Rcscrent Adolf> Wuschick. 108. Abt. Köpenick. 7(4 Mitgliederversammlung bei Mitllrr, Alter Markt.! 121.,Abt. Karlshoest. 7>4 Uhr Mitgliederversammlung bei Huth, Treskow-! alle« 80. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller dringend erforderlich, i 18V. Abt. Reinickendors-Ost. 7 Uhr Mitgliederversainmluna in der Aula der i 8. Scmeindcschulc, Letteallee. Thema:„Die politisch- Lage". Resercul, Altmaier.' 141. Abt. Roscntdal. 7 Uhr bei Milbrodt, Hauptstraße, Funktionärkonferenz. l Konsumgenosscnftbast Berlin und Umgegend. Mitgliederversammlung der> 87. und 54. Verkaufsstelle abends 7 Uhr in der Schulaula Ebrlitzer �>tr. 51. Tagesordnung: I. Bericht Itber dos Geschäftsjahr 102011221. Rescrcnr Haiek. 2. Aussprache. 3. Wahlen zum Genossenschaftsrat. 4. Verschiedenes. Erscheinen dringend erforderlich. Jungsozlaltsten. Gesamtchorl Zugendgcnosstnnen»nd Genosse», die Lust und Begabung zum Ehorgelanä haben, müssen sich zum 1. liebunq». abend am Mittwoch, den 1». d. M., 7(4 Uhr. i» der G-meindeschulc Martu-str. 49, Zimmer 17, rinsindrn.— Der Ardritiaasschus!. Arauenveranstaltungen: 10. Abt.(frllher 86.) 7(4 Uhr In der Schule Reichenbcrger, Ecke Forsterstraße (stlasscnzimuicr). Thema:„Kulturkamps— Sozialdemokratie und KoaN- tlon. Referent Walter Israel. 21. Abt.(frllher 48. und 4K.1. 7(4 Uhr bei Groll, Hennigsdorfer Str. 10. Thema:„Genossenschaftswesen". Referent Emil Buchholz. 7». Abt. Schänederg. 7(4 Uhr bei Groß, Sedanstr. 17. Thema:„Meine Er- lebnisse im Orient". Referent Heinrich Vicrbllcher. 85. Abt. Temp'lhos. 7(4 Uhr bei Buse, Kaiser-Wilhelm», Ecke Werderstraßc. Thema:„Wider den Debärzwang". Rcferentln Frl. Dr. Bicm:r. 189. Abt. Tegel. Die Bibliothek ist wieder eröffnet. Dienstag und Freitag, abends von 7—9 Uhr. Bllchcrausgahe jeden Englisches Militärtuch SerSicherheitspolizei Bernchmung Jeveriugs. Auch am gestrigen 7. Verhandlungstage wurde die Verneh- mung der Angeklagten noch nicht beendet, da der Vorsitzende Land- gerichtsdircktor Buhe ihnen aus den Akten immer neue Vorhalte macht, an die sich dann Fragestellungen der Verteidiger anschließen. Der in Oesterreich m Hast genommene Ingenieur W a tz l, der voraussichtlich in der nächsten Zeit nach Deutschland ausgeliefert wer- den wird, hat der Kölner Staatsanwaltschaft eine Sicherheit?- leistung von 1 Million Mark angeboten, damit er auf freien Fuß gesetzt werde. Dieses Angebot erscheint der Staatsanwaltschaft bei der Vermägenslooe Watzls zu niedrig. N.-A. Dr. Alsberg. Berlin verbreitet sich eingehend über das Risiko der Angeklagken beim Einkauf der Tuche in England. Es sei nicht richtig, wie der Zeuge G a u n t behauptet habe, daß die Ausfuhr der Tuch« nach jedem beliebigen Lande habe stattfinden dürfen. Wiederholte, zum Teil recht scharfe Vorhaltungen des Vor- sitzenden an die Angeklagten suchen Licht in das Dunkel zu bringen, das über der zweiten Lieferung von 460»:rscestr. 5, Bartrag: „Rumänien".— Rosenthaler Vorstadt: Schule Strelitzer Str. 42/43, Vortrag: „Arbeiter und bürgerlicher Sport".— Wilmersdorf: Jugendheim Schule Koblenzer Straße, Vortrag:„Ferdinand Lassalle". Vorträge, vereine unö versammkungen. Reichsbund der Kriegsbeschädigten. Ortsgruppe 9 NO.). Dienstag, dcir 18. Ottober, abend» 7(4 Uhr, in de» Unions-Festsälen, Grrifswalder Str. 222, Hauptversammlung.—„Dir Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin. Dienstag, den 18. Oktober, abend» 7 Uhr, in der Aula de» Saphien-Realgvmnasium», Stein. firaße, Vortrag Uber„Die erotische Frage". �Referent ihenosse Karl Meuncke. Interessen, en herzlichst«ingeluden. er Bund religiöser Sozialisten per- anstaltet«ine pajlsistisch« Kundgebung Im Berein mit anderen Organisationen am Donnerstag, den 20. Oktober, abends 7(4 Uhr, in Neukölln, in der Aula des Gymnasiums Kaiser-Friedrich-Etr. 192. Die Tagesordnung lautet:„Staats- absolutismus und Kriegsdienswerweigerung". Ss sprechen u. a. Dr. jur. Iäschke, Mister Fletscher von drr cngiisch-amerikanischen Ouäkerkommission und Pfarrer Bleier.— Oliver Drqer, der Sekretär de» englischen Versöhnung«- bundc», wird Dienslag, den 18. Oktober, abcnd» 8 Uhr, in der Aula der Schule Fruchtstr. 38 einen Vortrag über„den englischen Verstjhnungsbund im Krieg und Frieden" halten._ F�rbeitersport. Der Schwimmverein„Vorwärts", Verl!» 1897(Mitgl. d. A.-D.-V.), hält In folgenden städtischen Badeanstalten reservierte Uebungsstunden ab: Gruppe Lichtenberg: Jeden Dienstag von 7—8(4 Uhr Schillinge- brücke. Männer und Frauen üben gemeinsam. Gruppenadrcss«: O. Fnc» fette, Berlin, Drllneberger Str. 17.— Gruppe Süden: Jeden Mittwoch 7—8(4 Uhr für Männer: Montag» 7—8(4 Uhr fllr Frauen im Etadtbad Reu- kölln, Eanghoferftrabe. Druppenadresse: A. Striekel, Neukölln, Pflügeritr. 13.— Gruppe Norden: Jeden Mittwoch und Donnerstag von 7—8(4 Uhr in der Gerichtstraße. Männer und Frauen üben gemeinsam. Gruppenadresse: M. Eckert, Beuffeistr. 15.— Gruppe Nordost: Iedcn Freitag von 7 hi, 8(4 Uhr in der Badeanstalt Oderderger Straße. Männer und Frauen oben gemeinsam. Gruppenadresse: H. Schubert, Verlin, Senrfelderstr. 17.— Gruppe Westen: Jeden Montag von 7—8(4 Uhr für Kinder und Frauen, von 8>Z— g>4 Uhr fllr Jugend und Männer. Gruppenadresse: E. Zoskc, Steglitz, Cchützenstr. 1».— Dl» organisierte Groß-Berliner Ardeiterschaft hat hier Gelegenheit, unter sachgemäßer Leitung auch während der Wintermonale den so gesunden Schwimmsport zu betreiben und zu erlernen. Unentgeltlicher Schwimmunterricht wird in allen Gruppen erteilt. Es bestehen Männer-, Frauen-, Jugend- und Kinderabteilungen. Auskunft in jeder Angelegenheit erteilen die Gruppenleiter.__ Wetter bis Mittwoch mittag. Trocken und namentlich im Binnen- lande überwiegend heiler, nur zeitweise etwas nebelig, In den Tages- stunden überall mild. Man fördere ausdrucklich „Pfeif- Spar- Glühkörper und achte aüfdie.PfeH'-Schufzmarke Ausbau der Kinderfürsorge dureb die Gemeinde Dr. Sclnia Schbler- Auweck Eine notwendige Schrilt für Behörden und Ausschüsse. Lehrer und Erzieher, wie Oberhaupt für alle, die sich in derWohlfahrts- pflege beiätigen. PREIS 3,— MK. Biichhdlg. Vorwärts Berlin SW.Lindenstr.Z Vcrtraucnsrvlle Auskunft. Arzt zur Stelle. Hebamme Opitz. Reue Königilraße 57, tAIcranderptatz).* rmtö« Bekanntmachung Oaspreis Die Gemelndebebörden haben den Gasprets sllr da« Bersorg>:ng»geb:et lämtticher Gemeindegaswerle. »lso der ehemaligen Berliner, Eharloltendnrger, Reu- töllnrr, Lichienberger. Spandouer, Köpenicker, Tegeler, Wittenauer, Fnedrichshagener. Hermsdorfer und Heiligenscer Gaswerk» mit Wirkung von der Stand- ausnähme im Oktober ab etnhetUich aus 1,73 Mark sür das Kubikmeter festgesetzt. Beschluß der Stadwerordnetenversammlung vom 13. Stlober II>2t Berlin, den 14 Oktober 1951 Magistrat bös, I�Rr. 13212 Erl. 1/21., Änkau! Pliliii W-/ SiltrWi, Srilliten j Mtigebisse Zcul"*. Kunzens, I Eigene Schmelze. Direkte Ververtiiog. BOnegprelse. Heinrich Trapp Handelsgeiichtl. efneetr. Firma Bemhstraöe 10, om Sp ttclmarlrt. Verkauf reo lugcniosen franrlnjeu zu Fabrik- prciuB. . Telephon; Zentrum 1876. Wer mit seinem Kautabak nicht zufrieden ist mache einen Versuch mit dem in gigarrengeschästen er- hälilichen. genau nach dänischer Art au« reinem Kentucky. Tabak hergestellten Kapltaii-Kautadall. Rur echt mit getieieintoge. Vor wertlosen Bach- ahmungen wird gewarnt Earl Röckcr, Bolin SCO 18, Lichtenberger Straße 22.(Küntgit. 3881) Zahngebisse r10�' _| p.Zahn 16— 2C0 Platin', Gold-, Silber-Bruch kauft wieder ru allerhöchsten Tacespreisen loratoriam Seidenbach, Kurfüistenst.97, geüen- Fher Haupteing, Zoo, kein Laden. 8-7, Sonntaljs 9-2. Brstkl. Ausführung;. 5 Jahro Garantie. Umarbeitg. alt. Gebisse- an Fteparaturrn sofnrt. Uoldkroncn. Brücken. Teilzahl.">-7, Sonnt. 9-1. --- i ci izejiii.—-------- flempel, Dentist UuleastraSe 220 üÜSÄ ■Unwiderruflich 5. Nov.' wird zn Gnnstea de« �»chnUver- baades Ueusacher Scbrlftatellor e.V. unter notartelLLeitung u. Aufsieht d, PollzeibehBrde ein Oinos-Automobil Im Werte roa tläS Stfl Vch' swH «•rios*. Losa xa 30 n. 5 Loa. tortlorl, aua vor- 4 AM schied. Tausenden M. BW n Lr «mpOehlt und versendet »erlin WS Fr lad. Ichatr, RBLIS». Erbdl(l|«h nveh I.»11. dnreh Plakate kewyilstaea V prUaa�al�eja. gm Thealer» Liöiispieie msWI 03c-3rx-yL«_x>nnrym»«o r> w.„>» voemdglls Lsrdier v. Sevilla 7>/, Ulir Ledsusmeldaiis Kölliz KicKsnl lll. 7'/, Uhr Gentsch. Theater 7Vj Uhr: Kenn Mittwoch zum 1. Mate 7; Prinz Louis Ferdinand Kammerspiele 8 Uhr; Der Hfibnerbof ML 8: Der Huhnerhof Gr. Schanspielh. (Karlstraße) TV» Uhr: Die Räuber Mi 7 Uhr: Die Räuber Theater in der KoniggrätzerStr. ufManonLescaat (Orska, Janssen, Riemann, Bildt, Brandt, Dernburg, Picha, Rehkopf, v. Twar- dowski, KIupp) Mi.; Manon Lescant Do.: Die Fahrt ins Blaue SomOdlenhans Täglich 8 Uhr: Der burleske Schwank Jennys Busenfreund Hans Waßmann Arnold Rieck Berliner Theater Täglich 7.30 Uhr: (Prfnsef/in Qäm FritziHassarya.G. Ralph Art Roberts Pepi Zampa, Kfper Central-Theater 8 uhr: Die Postmeisterin Deutsches Opernhaus 6 Uhr: KlEisterslng.r.SiirnhEpg Friedr. Wilhelmstädt. Th. s uhr: Ämeriean Girl Intimes Theater 8U: Die Spelunke/ Lauf doch nicht immer nackt herum Kleines Schauspielhaus TVjU.; Klkl(Lnstsp.) Lustsnielhans uhr- Die SEöiBspieler Hetropol-Theater MDie Slraßensängepln Neues Operettentheater 8 unr: Rönigin d. lacht Neues Theater am Zoo �JasEwlg-Hännliehs Neues Volkstheater 7-f.uhr- Die ffiidente Schiller-Tli. Charlotfenli. S Uhr: hleitic Frau, die Hotacbauaplelerin SchloBpark-Th. Steglitz Tt/.ucinnaf.Barnhelni Thalia-Theater 7./Ju.:ScIiäin'Dich, Lotte Theat a. Nollendorfplatz 3V2:Schneeweiß u. Rosenr. L�r, Vetter ans Dingsda Theater des Westens 7./.u.: Braut d.Luculliis Th.) d.Kcmmandantenstr. (Jiid. Künstler-Theater) Z Uhr: Novelle Wallner-Theater 7V, unr Kixchen Volksopcr. Waihatla-Th. 8 Uhr.i__ BesideazTheater Täglich 8 Uhr Der König i. Paris ( Le Roi) Olgalimburg, Kaiser-Titz, Else Wasa, F ugen Rex Volksbühne Theater am Bülowplatz T1/�: Das Postamt/ Die Komödie der Irrungen Kleines Theater Täglich 8 Uhr: Frl. Josette -meine Frau Eugen Burg, Carola Toelle Falkenstein, Hans Albers Trianon-Theater Täglich 7>/, Uhr: Mein Freunil Teiily Arnold Korff. LotteXlinder W Bendow, Ois Schneider- Kissen. Fr. Schöne mann Lessing-Theater 7 Uhr zum I Male: D.lastErhaiteBerrTschu Bergner, Feising, Granach Vallentin, Veid» Mittw. 7'/,: Die Spielereien einer Kaiserin Donnerstag u. Freitag 7'/, Der lasterhafte Herr Tschu Deutsches Kiinstler-Th. Allabendlich 71/, Uhr: Die BaUerina des Königs (Leopoldine Konslanlinl (Rose»Theater) ?»/« Uhr: Bas Glücli der Uleitteti Leute Behrenstr. 84 8 U-: Der unilhertreiiiiciie Oktober• Spielplan \Tit Oper?'/, Direkt.: James Klein Allabendlich Der I Welt! GroBe Ausstattungs- Operettenrevue in 8 Bildern Hauptdarsteller- Max Landa Bruno Kastner Sascha dura Franz Grofi Wilhelm Hartstein Paul Wesfermeyer Lotte Werkmeister Albert Paolig Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbroch. geöff. »ppl Linienstr. 132, am Oranienburger Tor Täglich 8 Uhr: Nanons Dehnt Posse mit Gesang von L. Leonhard mit Ferd. Qrünccker Tel.: Norden 8650 Casino-Theater Lothringer Str. 37 Täglich i«/. Uhr: Nur noch kurze Zelt der Jossen Schlager Exzellenz Maxe Volkstümliche Preise. Sonnt 3V,; Panloitelheig Theat. a.Kottbus.Tor SeLiDlocißpi. 16077 Tdgi. I1/, Ul)tunb 6onnt. nadjm. 3 U. Me-SiiiM — 10 Herren!— Mit-,! Somit I Rm. halbe Preise �Nuis. U-IV, u. 4-6 t»** AT*n 1 8 Uhr 8 Uhr I Unter allabendlicher Leitung d. Komponisten j Paal Linke l?rau£nna| Große Ausstattungsoperette 0scurSabOa.G.i Else Berner Fritzl Ärco Martin Kettner I Fritz Steidl Orig.GrigolutisE luftbalietti 1 Tageskasse un- unterbr. geölfn. lä» Reines Variete-Progranun Rauchen gestattet! ©O 0 Potsdamer Str 38, Fri'�enau.Rheinstr!4 Die kleine Dagmar Turm str. 12 Der müde Tod Alcxnnderpl.-Pass. Taizaa unter den Affen mm KS El Der Schlager ans „American-Girl": JriM-Wiilit Theater! Täglich 8 Uhr. Täglich 8 Uhr ■■>■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ SaaMu Friedrichshain(Le™cisha7ncÄ) Freitag, 21. Okt. abends s Uhr; mit dem PHILHARMONISCH. ORCHESTER 1 ! Wagner- Abend UnMUel | Melanie Kurt Karl Ärmster VON der Staatsoper Kart 5—14 M. Bote& B, Werth.. Konz-H.Frledrli.| Clrcus BUSC Mi gl. 7�/» Stg. aucn 6 1 | Volkstütna pHche Preise!] B Große Darbietungen G| iE Clrcus» iE g 10 Sensationen � Vorverk. benutzen I oWiz Neukölln am Pollzalpritidlan Abends 7*/« Uhr Der neue Spielplan . nen m. 50 Bild. Ober unsere hilfebring. 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Reste: ß'iCtod OSWald In beiden Theatern: ErhShto Einiiitt»preiso von 10,00 M. bis 50.60 iaklus. Steuer. Dionstpl., Ehrenkart. u. Freikart, aofgehob. Di, lululim,, IM u reu Uit r. Stillet n Itille« hergeitent. Erscheint la.ortanwleih der MiNil-Fiii>-I.-l. Geschlossene Vorstellungen 5, 7, 1 Uhr. Kartenvei k. 1 Stunde vor Beginn d. Vorsteilg. Vorvoritauf ab Montag, d. 17. Oktober, vorm. IX bla 1 Uhr, für 3 Tage im voran«. GWMMSG II. Lamprecht, SerKü-Treptow. Souchtsir. 12 liefert birett an Private Stoffe für Herreu unb Samen zu Zllster- uuh Vaietotstofse son'/�D— 7»tza. 14 Varielö- Sensationen Boglnn Tto ühr Kola Walnnvani. Admirals- Palast I'/t Uhr: Abrakadabra L.T. L. Lalsen-Tbeater- Llcbtaplel« 34 Relchenberger Str. 34 DeFSciipeckenVa0h'ren Sensationsfilm m. Otto Qebür, Egedc Nissen Fllmbandlten die lustigste Flim- komödie der Weltl Anf. 6 U., Sonnt>/,4 U. Neues gr. Orchester unt Leitung d. bekannt. Kapellmeisters Rlvelll Mittw. u. Sonnab.'M U. Kindervorstellani Eisernes� �Tranxport.Kad7el\ ÖFEN Isemmlöubleybersj Ä.Q. kDresdnerstr.Qc .BERUN S.W.' ankaulsstelie Osten Grüner Weg 8« zahlt Tagespreise für Kupfer, Messing, Blei, Zink etc. Mmet iemiMmiM Verwaltungsstelle Berlin Jl 54, Linienstr. 83-85 Seschästszeit von varmittaa S Uhr bis nachmittags 4 Uhr Telephon: Amt Norden 185. 123», 1067, 97X4 ZMHwoch, den 10. Cffoüet, abends 5 Ahr, im Sefevschalfshau», Dresdener Straße IIS: Branchen-Versammluug aller i« Schwarzblech- und Eisen- möbelbetrieben Beschäftigten. Tageeorbnung: 1. Bericht vom Der- banbsfag in Jena. 2. Diskussion. Bezirfsaerband SPD, ' 20.«reis. 142. Adt (Tegelort) Unser alter Genasse Nax Doebel | ist gestorben. «hrrkinemAndensten! !. Die Einäscherung sin- � det Mittwoch, nachmiU. /■j* Uhr. im Rmnato- rimn Gericht straßeslau. fl Reg« Beteilig, erwart Z DieAbteilungSIeitmig Miflwoch, den 20. Oktober, abend» KV? Ahr, in den ZZHaruosSleu, Müllerstr. 142: Branchen- Versammlnng der Former und Bernssgenossen. Tagesordnung: tag 1» Jena. Bericht vom Aerband». Mittwoch, den 20. ONoder, abends« Ahr, im«riegerverelnshan», Ehausseestr. 94: Branchen-Versammlung der Eisen», Revolverdreher und -dreherinnen sowie Rundschleifer. Tagesordnung: 2 Berich« vom Berdands- ' Jena. 2. Diskussion. 3. P rrbandsangrl egen- 4. Verschiedenes. tag In heilen. DonnerSfast, den SO. Oktober: Branchen-Bersammlnngen «ntogen- und Elettroschweiher: Abends 7 Uhr, im Lokal von Liebermann, Neue Iafobstr. 1—8. vauanschlüger: Abends 7 Uhr, im Lokal von Hümmel, Sophienstr. S.— Tagesordnung: Bericht über die Berhandlungen mit den Arbeitgebern über unsere Lohnforderungen. Betriebe für gekochte Bleche sowie Bonschlossor Berlin» und Umgegend: Abends S Uhr, in der Schulaula, Ziovpenplatz. Chirurgische Branche: Nachmittags 3 Uhr, in der Schnlania, Weinmeistersir. IS. Ctiarichfer und Reol'oren: Abend« 6 Uhr, im Sumboldt-Gymnasium, Earienstr. 25, in der Nähe der Invalidenstraße. CncHcomonfente und Helfer: Abends S Uhr. in der Schnlania, gehdenicker Straße 1»(Nähe Rosenthaier Platz). «Bold- und Silberorbeifer: Nachmittags 4V, Uhr, im Dredcnrr Sartrn, Dresdener Straße 45a. Graveure«nd Ziseleure: Abend» 5 Uhr, im Märkischen Hos, Admiralsir. 18c.— Tageoardnmig: Bericht van der Ncichotarifverhandlung am 17. Oktober 1921. GUrkler,«ronenschlosser und Sronentfentpner: Nachmittags 4>/z Uhr. in der Renen Philharmonie (Ruhmessäal). Eöpenicker Straße 9S.— Tagesordnung: Neuwahl des Branchenfciter». Hilfsarbeiter: Abends 7 Uhr, in der schnlania, Dipsstr. 2Za. Hobler. Bohrer, Skoher, ZrSser und weibliche SernfsonaehSrige»: Abends S Uhr, in den Sophien-SSIeu, Sophienstr. IS— 18(kleiner Saal). Maschinenschlosser: Abend» K Uhr, in den Pharn». Säle», Müllerstr. 142. Mechaniker, Ahrmacher. OpNter: Abend» 7 Uhr, in den Andreas-Festsälen, Andrcaosir. 21 Mekalldrstiter: Abend» 5 Uhr, Im Sewerkschaftshaus, Engeluser 24/25(Saal I). Melau- und Zinkgiesier: Abends 5 Uhr. im Lokal von Scger(früher Graumann), Naunynstr. 27. MekoU-, Aevolverdreher und.dreherinnen: Abends 5 Uhr. im Lokal„Süd-Ost*, Waldemar» straße 75, im Tunnel Rohrleger und Helfer: Abend» 61/, Uhr, in Bätzow» Brauerei, Prenzlauer Allee 242. Schnikfarbeiker, Stanzer, presser, Zuschneider ..... Abends 5 Uhr, in der Schul- und Arbeiterinnen: aula, Weinmeilterstr. IS.— Tagesordnung: wngnahme zum neuen Lohnabkommen. Stel» Jzengmacher und Werkzeugschleifer: Abend» ! Uhr, in den Sophien-Sälen, Sophienstr. 17/18. Schraubendreher und Ankomakeneinrichker: Abend» 5 Uhr. in der Schulauia, Manteuffelstr. 7. Malzwerk-, Blei- n. Drahkkabel- sowie Papier» rohr-Arbeiker und»arbeikerinnen: Abends S Uhr, in Schulz' Festsäle», Känigograben 2, am Alexanderplatz. Werk wirtler, ZmprOgnierer. kallektorbauer.valk erie- und Slewenfenarbeiker: Abends 7 Uhr, in der Schnlania des Schiller-Lgzeums, Pankstraße, Ecke Bättgersiraße. Zigareklen-Maschinenfahrer und vekriebahand- werler: Nachmittags 4 Uhr, in den Mujikersälen, Kaiser-Wilhelm-Str. 31. Tagesordnung in allen Konferenzen: 1. De» tlchk vom AecbanÖBlag in 3ena. 2. Diskussion. 3. Branchenangeiegenheiten. 4, Verschiedenes BV Ohne Mitgliedsbuch kein gutritt. UM 180/11 Die Orkoverwaltvng. m Dcitsekerllttillarbeitir- »ertand «-rw-ttungsst.Beriin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kolleg«, der Klempner kränz Kühn am 13. Ott. gestorben ist «HresewemAndeutenI Die Einäscherung erfolgt am Mittwoch, den 19. Ottdr, nachm. 3 Uhr, imArematorium Baum- schuienweg. Kiefholz. straße. Rege Beieiliguna erwartet ,00/12 Die Ortsoerwaltung. Betnnntmachnug «S�«b� tX Oktober d« Z. aus dem Rathaus. Charlottenburger Straße 3/5, nach Hauptstrahe 65 Erdgeschos, verlegt worden. 10/17 «agm-Orkstrantentasse Aiederbarnlm Neubecker, Vorsitzender mit iiusten- onfäilon und stark erVerocbiei- mungfindet wirksame Hille durch Reichels echte Asthmstropfen, berühmt durch ihre WIrkg. 30 jähr. glänz. Erfolge hl. 10,50. Wo in Drog. u.Apoth. nicht erb. durch Otto Reichel, BerI.43,SO, Eiscnbahnstr.4 zur Suche Seibstv.-rwerttmg u.(ZdelmefoOe zu HSchst Preisen O. Schllephacke Juwelier• Friebrichstraße 210 Ecke Kachstraße Das ScbBlprogrann der Soziildeinokratli von RICH. LOHMANN Ein peakr. Handbuth für Eltern, Lehrer und Erzieher. In dem nicht nur die Forderungen der Soziaidemokralic zu- ammengeflellt sind. andern auch die nach- ten Möglichkeiten zur .'chrlttweifenErreKhung des Zieles dargelegt Preis Mark 7.50 Buchhandlung Vorwärts BERLIN SW.oS LINDENSTRASSE 4. EVVVVVVVV fl «us Teilzahlung! Möbel, Polsterwaren. S. Grau, Berlin, Friebrichstraße 7(Nahe Belle» ''öe_ ülUanccpIüfe). 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