Nr. 493 ♦ ZS. Jahrgang Ausgabe A Nr. 249 Bezugspreis: SlettcIjähcL 38,- 9R., monotL 12,- M. frei ins Sau», voraus zahlbar. Post- bczug: Monatlich 12,— M. einschl. Au- stellungsgebllhr. Unter Kreuzband ftir Deutschland, Danzig, das Ellar- und Mcmelflebiet, sowle die ehemals beut- schon Gebiete Polens, Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 22,— M, für bo» übrige Ausland 22,— M. Polt- bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho-Eiowalei, Däne- marl, Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz, Der.Borwärt," mit der Sonntag»- beilage.Boll und Aeil", der Unterhaltungsbeilage �cimwelt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentägllch zweimal. Sonn» tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: «ZozialdeMolrat Octlln" argen Ansgabe ( ) berliner Volksblatt Anzeigenpreis: Die neungespaltcnc NonpareMezeile kostet 8,— M„Nlsine Aozsige«- da« ietigedrullte Wort 2,— Ai.e niemandem wehe tun, von den Unternehmern fürchterlich aufgebauscht werden. Der Zweck der Uebung scheint nunmehr erreicht zu sein. Ab heute werden die Be- amten der Schupo in der Bannmeile mit Karabinern ausgerüstet werden,„um die'' öffentliche Ordnung und Sicherheit unter allen Umständen durchführen zu können". Nach einer Korrespondenz sollen zu dieser Maßnahme Borgänge vor dem Restaurant„Traube" in ver Leipziger Straße geführt haben. Vom Polizeipräsidium wurde uns bestätigt, daß tatsächlich die Beamten in der Bannmeile mit Karabinern ausgerüstet werden,„um die Ruhe und Ordnung sicher- zustellen". Aus die Frage, wodurch die Ruhe und Ordnung gestört würde, konnte uns keine Auskunft gegeben werden. Die ausdrück» liche Frage, ob Ausschreitungen der Gastwirtsangestellten die Ur- fache dazu sind, wurde nicht verneint. Wir gestehen, daß uns das Vorgehen der Schupo sehr überrascht und richten an die maßgeb- lichen Stellen das dringende Verlangen, unverzüglich diese provokatorische Maßnahme aufzuheben, zu der absolut gar keine Veranlassung vorliegt, selbst wenn alle die„Aus- schreitungen" vorgekommen sein sollten. Zu welch skandalösen Dorkommnissen diese Maßnahme der offenbar immer arbeiterfeindlicher werdenden Leitung der Schupo führen kann, zeigt ein Borfall, der sich nach der Bekanntgabe der Bewaffnung der Schupo mit Karabinern abspielte. Die Stteikenden der Firma„Traube", ca. 200 Personen(1), hatten sich zu allem Uebersluß zu einer Demonstration vor dem Lokal, das in der Bann» meile liegt, versammelt. Sofort traf aus Lastautos die Schupo in Stärke von ca. 100 bis 150 Mann ein und ging mit gefälltem Bajonett und entsichertem Revolver gegen die De» monstranten und das Publikum vor. Dabei wurden am Boden liegende Frauen ebenso wie Männer in brutalster Weise gepackt und auf die Lastautos geladen. Die Mauerstraße wurde gesperrt. Auf eine Anfrage im Polizeipräsidium wegen dieses Borsolles er- hielten wir bis Redaktionsschluß leider keine Auskunft, woraus man wohl den Schluß ziehen darf, daß hier einiges nicht in Ordnung ist. Was soll nun eigentlich dieses„schneidige" Auftteten der Schupo, das bei allen Wirtschaftskämpfen der Aroeiter in der letzten Zeit fast täglich beobachtet werden konnte? Ist sich das Kommando der Schutzpolizei immer noch nicht klar darüber, daß es seinen Unter- gebenen höchst zuwider ist, bei jeder, auch der kleinsten Gelegenhell als Kampf truppe auftreten zu müssen? Oft genug haben sich Be- amte über diese Art ihrer Verwendung bei uns beklagt und die durchaus glaubwürdige Versicherung abgegeben, daß einige ruhige Polizisten, die das Publikum und besonders die Stimmung Strei- kender und hungernder Arbeiter kennen, viel eher in der Lage sind, irgendwelche Zwischenfälle ohne Aufregung zu erledigen als eine von einem tatendurstigen Leutnant geleitete Abteilung. Angriffe auf Drianö. Paris. 18. Oktober(MTB.) Die außerordentliche Session der Kammer ist heute nachmittag eröffnet worden. Briand erklärte, es sei gut, die Interpellationen über die allgemeine und über die auswärtige Polllik der Regierung miteinander zu verbinden. Die Regierung stehe sofort zur Verfügung des Parlaments. Als erster Intcrpellationsredner bedauerte der Radikals M a r g a i n e, daß Deutschland einen beträchtlichen indu- striellen Einfluß im Industriebezirt von Oberschlcsien behalten solle. Er drückte sodann seine Befriedigung darüber aus, daß Briand selbst Frankreich in Washington vertreten werde. Der Sozialist M o u t e t interpellierte über die Maßnahmen zur Hilfe für die Hungernden in Rußland. In einer Zwischenbemerkung erklärte Briand. die französische Regierung und die anderen teilnehmenden Staaten im internationalen Hilfsausschuß hätten keine Hintergedanken und nur das Ziel im Auge, den Hungernden Hilfe zu bringen. Das fei eine menschliche Pflicht. Das Komitee habe aber die elementare Pflicht Sehabt, sich zu sichern, daß die Hilfeleistung tassächlich ihren weck erreiche und daß die Züge mit Nahrungsmitteln nicht ge- plündert würden. Abg. M o u t e t forderte die Regierung auf. sich den Grundsätzen Nansens anzuschließen. Jetzt sei es noch Zeit, Rußland zu helfen. Ms dritter Interpellat!onsredn.cr ttat der Royalsst Daudet auf. Die Aufhebung der wirsschaftlichen Sanktto- neu In Deutschland sei fünf Wochen nach der Ermordung des Kom- Mandanten Montalegre erfolgt. Die Regierung habe'Deutschland gegenüber eine klar bestimmte Politik zu versolgen, die zum Aus- druck komme durch das Abkommen von Wiesbaden.(In diesem Augenblick unterbrach jemand von der Tribüne Daudet mit dem Zwischenruf:„Nieder mit dem Komödianten Daudet!" Der Ruhe- störer wurde entfernt.) Daudet fuhr fort, es scheine, daß die sran- zöstsche Regierung die Geschichte verkenne und wieder die Haltung des Besiegten annehme, die vor dem Abschluß des Friedens von Versailles hätte gebilligt werden können, aber jetzt nicht mehr zulässig sei. Er wundere sich, daß der Mörder Montalegre« nur zu ö Jahren Ge- fängnis verurteilt worden sei. Die französische Regierung habe ihre Pflicht nicht getan. Alle» das sei geschehen auf einem Gebiet, das der interalliierten Rechtsprechung unterworfen sei. Briand fragt Daudet, was er getan hätte. Daudet erwiderte Imrauf, die Regierung habe nicht ihre Pflicht getan, weil sie wenige Wochen nach dem Attentat die wirsschaftlichen Sanktionen aufgehoben habe. Die nachfolgenden Regierungen würden einen Krieg führen müssen. Briand protestiert, aber Daudet wirft ihm vor, daß er Frankreich den Rat gegeben habe, sich die Ohren mit Baumwolle zu oerstopfen, um nicht diejenigen zu hören, die schon 1913 und 1314 auf die deutsche Gefahr aufmerksam gemacht hätten. Jetzt müsse man Deutschland wahrhaft die Hand an den Kragen legen. Die deutschen Einnahmen müßten internationalisiert werden. Die deutschen Industriemagnaten mühten bezahlen.(Beifall rechts.) Abg. P e y r o u x wendet sich gegen die in der oberschlesischen Frage befolgte Methode. Die Berzlchttcislunzen Frankreichs gegenüber Lloyd George müßten endlich aufhören. Briand unterbricht und erklärt, wenn die Kammer eine Politik der Gewalimaßnahmen gegen Deutschland wünsche, die aber zu einer Isolierung Frankreichs von den übrigen Alliierten führen würde, möge sie es klar aussprechen, und alle Konsequenzen daraus ziehen.„Ich bin entschlossen, eine gewisse Reise(nach Washington. Red.) nicht anzutreten, wenn die Kammer nicht mit großer Mehrheit meiner Friedenspolitik ein Vertrauens- ootum schenkt. Wenn eine große Mehrheit zeigte, daß sie im Wider- spruch zu mir steht, so würde Ich es a n d e r en überlassen, die Politik durchzuführen, die die Kammer wünscht."(Beifall links.) Peyroux schließt mit den Worten, daß die Allianz mit England zwar wert- voll sein möge, daß man aber auf sie verzichten müsse, wenn die Bande, die Frankreich und England miteinander verknüpfen, Frankreich erwürgen würden. Die Debatte wird morgen fort» gesetzt. OswerGhaftsbewegung Oer 13. SMöikalistenkongreß. Der 13. Syndikalistenkonqreh hat am Sonnabend seine sieben- tägigen Verhandlungen abgebrochen. Die wichtige Frage der Arbeitsbörsen iGewerkschaftskartelle) wurde einer für Dezember einberufenen Arbeitsbörsenkonferenz, die Fragen der Frauen und Jugendlichen wurden den Konferenzen dieser Gruppen überwiesen, und selbst die für die Syndikalisten brennende Frage der Beteiligung an gesetzlichen Betriebsräten wurde nur angeschnitten, um an die Berufsförderationen abgeschoben zu werden. Die eigentliche Arbeit des Kongresses drängt« sich auf den letzten Sitzungstag zusammen. Die 6 Tage vorher hatte man zur Aus- spräche über den Geschäftsbericht verwandt, eigentlich nicht einmal dazu, denn es wurde nicht der Bericht besprochen, sondern ein wilder Zank persönlich gehässiger Art geführt, der schlietzlich den alten Rudolf Rocker, den bedeutendsten Kopf in diesem Lager, zur Verzweiflung brachte. Entrüstet warf er die Türe zu und tonnte nur mit Mühe von seinen Freunden zu» rückgehvlt werden. In seinem Schlußwort bemerkte Fritz Kater, die Unglückszahl dreizehn scheine den Dreizehnten Kongreß be- herrscht zu haben, und keiner widersprach ihm. Schon in seinem Geschäftsbericht mußte Kater ein recht tristes Bild vom Stand der Bewegung malen. In einigen Gebieten Rheinland-Wes.falens muß es nach Katers Bericht recht sonder- bar- Syndikalisicn geben. Einzelne Ortsgruppen haben in ihrer Feindschaft gegen„zentralistische Burcaukratie" nicht nur die Mit- Aliedsbücher abgeschafft, sondern auch das Beitragswesen. Katers Klage, daß die Bewegung jetzt durch alle möglichen Spin- tisicrer und Eigenbrödler überslutct worden sei, wurde durch die Zusammensetzung des Kongresses bestätigt. Da saßen in wallenden Locken und merkwürdigen Kostümen, die an„gustav nagel" erinnerten, jene sonderbaren Sektierer, die sich I n d i v i- duulanarchisten, Siedlungskommuni st en und noch anders nennen. Sie sprachen auch und vertraten dabei eine Art mystischen Kloster-Jdeals: Keine Agitation in der Massel Die Masse ist unfruchtbar! Sammelt wenige sorgfältig geprüfte Aus- erwählte, die nur durch das Beispiel wirkenl Dann waren da mit ihren Anhängern O est reich und Cahn von den kommunistischen Anarchisten, und alle diese Gruppen arbeiteten in der Opposition gegen die angebliche Diktatur der Geschäftskommission mit einem Kreis von Berlinern und Düsseldorfern, die nach dem Muster der kommunistischen Zellenbildung vorgingen. Die Leue von der Gcschäftskommission hatten gerade in Düssel- darf als Kongrcßort einen schweren Stand, denn hier leitet Franz K ö st e r, ein konsuser alter Herr, die erste syndikalistische Tages- zeitung dem Abgrund zu, indem er dort allen persönlchen Angriffen gegen die Berliner offizielle Leitung bereitwilligst Raum gewährt und die Berliner Opposition stützt. Er beteiligte sich auch am Sechstagerennen der Oppositionsredner und brachte neben kindischem Zeug vor allem den Hauptangrisf gegen die Eeschästskommission und Redaktion des Unionsorgans vor, daß sie durch ihre Ablehnung der Gewaltanwendung die Kommunisten verärgert und ihm so die Agitation unter den An- gehörigen der roten Armee erschwert habe. Es wurde von Rocker und anderen Rednern nicht ganz klar erläutert, auf wen es sich bezog, wenn sie sagten, daß die kommunistischen Spaltpilze schon nüitten im Syndikalismus stecken, und daß der rollende Rubel Sowjet-Rußlands auch hier seine Wirkungen zeige. Franz K ö st e r(Cyclos) ist jedenfalls seit dem diesjährigen Kon- greß der neue Redakteur des obligatorischen Organs„Der Syn- dikalist". Er ist dazu nicht von einer Mehrheit gewählt worden, sondern hat den Posten gewissermaßen in der Lotterie gewonnen. Er und sein Vorgänger Winkler erhielten die gleiche Stimmenzahl, und bei der Auslosung der beiden Namen zog eine Delegierte den Nftmen„Köster* aus dem Filzhut. Die erwartete Ablehnung einer solchen„Wahl* blieb aus. Köster läßt seine Düsieldorfcr„Schöpfung* im Stich und geh nach Berlin, um den früheren Redakteur Winkler zu ersetzen, der als ncugcwllhlter Obmann der Prcßkommission ihm auf die Finger guckt. Köster war der einzige Erfolg der Opposition. Die übrigen Oppcsiionskandidoten fielen durch und der Vorsitzende Kater und der Kassierer H a f f n e r wurden sogar einstimmig wiedergewählt. Die volle für den Kongreß vorgesehene Zeit war zur Debatte über den Geschäftsbericht aufgebracht worden. Zwischendurch ge- wisserniaßen schilderten Vertreter der syndikalistischen Organisationen Schwedens, Hollands. Indiens und Amerikas llncinstrizl Workers of the World) die Verhältnisse ihrer Orga- nisationen, um in Anschluß daran eine Absage an die Mos- kauer In ernationale zu richten und die Gründung einer von Moskau unabhängigen syndikalistischen Internationale anzu- regem Die Vorbereitungen dazu wurden außerhalb des Kongresses getroffen und der Kongreß stimmte dem Plan zu durch die Annahme einer Entschließung, wonach demnächst ein Internationaler Syn- dikalistenkongreß in Deutschland stattfinden soll. Am letzten Sitzungsiag wurde nach einer Begründung durch Rudolf Rocker einstimmig eine Änderung der fyndi- kafistischen Prinzipienerklärung dahin beschlossen, daß in Zukunf kein Mitglied der Organisation einer politischen Partei angehören darf. Ein Berliner Antrag, auch die Zugehörig- keit einer Staatskirche als unvereinbar mit der Mitgliedschaft zu erklären, wurde abgelehnt. Kater erklärte dazu, der Syn- dikalismus bekämpfe selbstverständlich die Staatskirchen. Dieser Kampf könne ober nur den praktischen Erfolg haben, wenn man zu- nächst die Kirchenangehörigen als Mitglieder aufnehme, um sie in der Organisaion zu erziehen. Einstimmig wurde ein weiterer An- trag angenommen, der die Einleitung des schärfsten Kampfes gegen die geplante Schlichtungsordnung verlangt. Bei der Änderung der Organisationsgrundsätze wurde übrigens die Gchaltsfestsetzung für die besoldeten Mitglieder der Geschäftskommission der Berliner Arbeiterbörse entzogen. Die hat nämlich im letzten Jahr Kater und die übrigen mit ganzen 300 M. Monatsgehalt abgespeist.— Der nächste Kongreß soll 1922 in Erfurt stattfinden. Zum Lohnkampf im GaMrtsgesmbe. Die Einstellung des Erscheinens der bürgerlichen Presse hält die gesinnungstüchtigen Nachrichtenlieferanten nicht ab, weiterhin in„Aus- schweifungsn* der streitenden Angestellten zu machen, von den ausgesperrten Angestellten ist nie die Rede. Wirkliche Aus- schrcttungen müßten auch wir verurteilen. Doch das Aufbauschen jedes unbedeutenden Zwischenfalls zu„Ausschreitungen* führt dazu, daß man nicht unterscheiden kann, was Mache und was Tat- fache ist. Den Berichten über angebliche Ausschreitungen der in den Adwehrkampf gedrängten Angestellten könnten wir eine min- bestens ebenso lange Liste gegenüberstellen von„Ausschreitungen* gegen die Angestellten und einseitigster Parteinohme gegen sie, für die Unternehmer. Wir müssen uns damit begnügen, dies gelegent- lich an einigen Beispielen zu zeigen. Ein Streikposten vor dem„Heidelberger* redete dem arbeitswilligen Hausdiener Ed. Zech, dem Sohn eines Kochs zu, mit in den Streik einzutreten. Stall jeder Antwort griff Zech in die Tasche, warf dem Streikposten Pfeffer ins Ge- ficht und versuchte mit einem Gummiknüppel, der am oberen Ende mit Bleikugeln gefüllt war, auf ihn einzuschlagen. Zech wurde von Passanten zur Wache gebracht, wo man seine Per- sonalien feststellte und ihm die Waffe abnahm. Dabei erklärte er, daß er den Pfeffer von„seinem Direktor* in der Hotelbetriebs A.-G. erhalten habe. Ein das Exelsior-Hotel verlassender Arbeitswilliger fiel ohne jede Veranlassung über die dortigen Streikposten mit einem 1 Meter langen, zölldicken Eisenrohr her, das zu diesem Zweck an einem Ende leicht gebogen ist. Der Bursche wurde von der Polizei in das Hotel zurückgebracht, die Feststellung seines Namens war aber nicht möglich, da der Kriminalassistent M a st r o p f(1788) sich ausdrücklich weigerte, das zu tun. Schwerer noch als die Namen solcher Helden sind die von Polizeibeamten in Zivil festzustellen, die es sich zur Auf- gäbe machen, die Streikposten zu provozieren. Vor dem Hotel E x z e l s i o r holten sich des Abends mehrere in Zivil gekleidete Männer auf, die sich dann in die Gespräche der Streikposten einmischen und allerhand unflätige und be- leidigende Aussprüche tun. So wurden am Sonnabend und Sonntag von einem und demselben mehrere weibliche Streik- posten beleidigt. Die Streikposten wandten sich an ihren Betriebsrat und baten um Feststellung. Inzwischen war durchgesickert, daß der betreffende Held der Abteilung I des Polizeipräsidiums angehört und eine Kupfermarke als Auswels bei sich trägt. Sich zu legiti- mieren, lehnte er ab. Der Betriebsrat ging zur Wache nach der Wilhelmstraße und holte von dort eine Schupo-Patrouille, der es allerdings nach längerem Verhandeln auch nicht gelang, den Namen dieses Edlen zu ermitteln. Als die Beamten nach dem Revier in der Wilhclmstraße gegangen waren, erschienen zwei als Musiker be- zeichnete Männer und hinter ihnen her kamen zwei andere, die als Kriminalbeamte bezeichnet wurden. Der Betriebsrat des Hotels Exzelsior versuchte nun auf der Straße in der Nähe des Dotsdamer Platzes, den Beleidiger durch eine Schupo-Patrouille feststellen zu lassen, auch das gelang nicht. Es fielen dann Aeußerungen von feiten dieses Herrn, als ihm gesagt wurde, daß sich sein Name schon aus den Akten ergeben würde.„Für Sie werden Akten wahrschein- lich gar nicht angelegt, das machen wir mit Ihnen im Augenblick ab* Der andere Beamte blieb etwas zurück und unterhielt sich mit der Schupo-Patrouille, und deutete darauf hin, daß es sich um eine Be- leidigungsklaqe handeln solle Hier wäre eine Feststellung nicht zu erwirken. Am Prtsdamer Platz fanden sich jedoch zwei Beamte, die. nachdem de? Betreffende schon den Bahnsteig der Untergrund- bahn betreten hatte, ihn holten und gegen feinen Willen zurück- brachten. Er mußte nun den Weg bis zur Kupfergraben-Wache in Begleitung der beiden Schupo-Beamten antreten. Wer nun aber glaubt, daß es möglich war, den Namen dieses edlen Begleiters von Streikbrechern zu erfahren, der irrt sich. Auf der Wache angekommen, ging der wachthabende Obcrwachtmeister von-der 5. Hundertschaft Linden mit dem Betreffenden in ein Neben- zimmer und kam zurück mit dem Bemerken:„Es ist ein richtig- gehender Kriminalbeamter, seinen Namen nenne ich nicht. Ich habe ihn noch heute gehen lasten* Nach wie vor muß es Sache der organisierten Arbeiterschaft Ber- Uns sein, den Kampf der Gastwirtsangestcllten um ein festes Lohneinkommen, gegen Trinkgeldprozente zu unterstützen, durch ausschließliche Inanspruchnahme der geregelten, durch Plakate kenntlichen Betriebe und Verweigerung sogenannter Bedienungsprozente als Trinkgeld. FortmitdemTrinkgeldl « Der Demobilmachungskommistor hat die streitenden Parteien für heute 12 Uhr zu einer unverbindlichen Aussprache über die Lage eingeladen. Krach bei den graphischen Hilfsarbeitern. Gestern tagte im„Deutschen Hof* eine Mitgliederversammlung der graphischen Hilfsarbeiter und-arbeiterinnen, um Stellung zu nehmen zu dem Ausschluß der Kollegen K r a a s und K r u m r e y. Zu der Versammlung waren die Ausgeschlossenen nicht geladen. Reinte beantragte, Kraas und Krumrey den Zutritt zur Versamm- lung zu gestatten. Der Vorstand machte auf das Statutenwidrig« dieses Antrages aufmerksam und erklärte, daß dem Antrag Moritz, den Kollegen Krumrey als Einzelzahler der Zahlstelle zu führen, nicht stattgegeben werden könne. Eine weitere Stellungnahme lehnt der Vorstand ab, um den Entscheid des Beirats nicht zu beeinslusten. Bis zu diesem Entscheid, im ablehnenden Sinne bis zum nächsten Derbandstag, ruhen alle Rechte und Pflichten der Ausgeschlossenen. Der Antrag Reinke wurde gegen wenige Stimmen a n g e- n o m m e n, worauf der Vorsitzende G l o t h unter dem nochmaligen Hinweis auf die Statutenwidrigkeit dieses Beschlusses die Versamm- lung schloß. Der kommunistische Stoßtrupp führte unter Leitung des ausgeschlossenen Kollegen Kraas die Versammlung weiter, wäh- rend der Vorstand sofort zu einer Tagung über die Zeitungsaus- sperrung zusammentrat. Die Kolleginnen und Kollegen weisen wir auf die nächsten Anzeigen in den Arbeiterblättern hin. Die Angesi.Men und Werkmeister der lexMlndustrie, Färbereien und chemischen Waschanstalten nahmen zu dem Schiedsspruch Stellung, der den Angestellten und Werkmeistern nicht einmal die Gehasts- sätze bringt, welche zum notwendigen Lebensunterhalt geHörem Es wurde beschlossen, über Annahme oder Ablehnung des gefällten Schiedsspruchs in den Betrieben eine geheime Abstimmung vorzu- nehmen. Nach der Stimmung zu urteilen dürfte der Schiedsspruch abgelehnt werden, so daß mit einem Streik der Angestellten und Werkmeister in der Textilindustrie zu rechnen ist, wenn die Ar- beitgeber nicht noch in letzter Stunde über den Schiedsspruch hin- ausgehende Zugeständnisse machen. Die geheime Abstimmung ist sofort in allen Betrieben in die Wege geleitet worden. Sämtliche Angestellten und Werkmeister müssen sich an ihr beteiligen. Das Ergebnis muß unverzüglich dem Afa-Ortskartell, Belle-Alliance- Straße 7/10, mitgeteilt werden, welches gleichfalls nähere Auskunft über den gefällten Schiedsspruch erteilt. Die Lohnbewegung der Angesicllken des Kohlengroßhandels fand mit einer Vereinbarung ibr Ende, noch der die Tarifgehälter ab 1. September um zirka 25 Prez. aufgebessert werden. Mitglieder des Zentralverbandes der Angestellten können das neue Tarifabkommen im Bursau, Bellealliancestr. 7/10, in Empfang nehmen. Die Wahl des Kuratoriums für den SchNchtuvgsausschuß Groß- Berlin Hot in der Zeit vom 8. bis 20. September 1921 stattgefunden. Die Liste der Arbeitgeber Vertreter, anfangend mit dem Namen Geh. Regierungsrat Schlüpmann, und die der A r b e i t n e h m e r- vertrete?, anfangend mit dem Namen Otto Z i s k a, ist gewählt. Weitere Listen waren nicht eingereicht. Die konstituierende Sitzung findet am Dienstag, den 2?. Oktober 1921, nachm. 3 Uhr, im großen Saale des Schlichtungsausschusses Greß-Berlin, Kieler Str. Z/8, statt. Ein neuer Schichlarücikerkursus mit dem Thema„Der B c« triebsrat und seine Aufgaben* wird regelmäßig Mitt- wochs um 3 Uhr mittags im Sitzungssaal der Freigewerkschaftlichen Betriebsrätezentrale, Enqelufer 21/25, 8. Hof I, stattfinden. Der ae- naue Anfangstermin wird den Hörern noch bekanntgegeben. An- Meldungen von Kollegen, die r e q e l m ä ß i g an diesem Kursus teil- nehmen können, werden mündlich und schriftlich im Bureau der Schule entgegengenommen. Die Reichsgewerkschafl deutscher Eisenbahnbeamten und An- Wärter hält am 18. und 19. Oktober im großen Sitzungssaal des Wohlfahrtsministeriums ihre zweite ordentliche Haupt- Versammlung ab. Zu der Tagung sind Vertreter aus dem ganzen Reich erschienen, da wichtige Beamtenfragen besprochen werden sollen. Die Wiedereröffnung der höchster Farbwerke ist, wie die Direktion mitteilt, erfolgt. Die schon vor der Stillegung geltenden tariflichen Vereinbarungen bleiben maßgebend, die Wieder- einstellung erfolgt nach freiem Ermessen der Dire- t i o n und nach Bedarf, die wieder einzustellenden Arbeiter werdm in ihre alten Rechte wieder eingesetzt, nicht geleistete Arbeit wird nicht bezahlt. Die Wiedereröffnung vollzieht sich in Ruhe und Ordnung. Maß- und Ncdarnwrsißnßmacher! Die TchuHntflckierwmmgen baden den FchiedSspru-b adaeleßnt. An dieser Eiwation wird eine außerordentliche Branchenversnmmlnna Tonnerstag. W Uhr, in der KönIeSbank, Große Frank- furter Str. m, Stellung nehmen. MitgltedZlmch bzw.-karte legitimiert. Zcntraldcrband der Anglstctltcn. Donnerstag Kurz-, Galanterie-, Sviel- waren. Mitgliederberfammlung dl? Uhr, in Havellands Feslsälen, Neue Friedrichfir. 35.— K-meinke-TerwaltungSbehörden. Donnerstag Funktionär. dersammlnng CM Uhr. in den Sovbiensälen. Sohhienstr. 17/18.— Rechts- nnwaltbureauS. Donnerstag Mitgliederversammlung Iii Uhr. im„Englischen Hos-, illexanderstr. S7e,— Samt- und Selvenwarcn, Donnerstag Mitglieder- dersammlung adendS 7H Ußr, in der Neuen Philharmonie, Köpeni-serstr, 06197. — Tiefbaugewerbe, 7% Uhr. SovhienfSle, Cophiensir, 17/18, Stellungnahme zu dem Ergebnis der Tarisverdandlunaen,— JugendNche und Lehrlinge der Warenhäuser Hermann Tie«, Freitag. 7 Uhr, in den Mustlerfälen Kalser- Wilhelm-Sir. 31, Versammlung, TaaeSordnungt 1. Im Kampf um Sure An- stellungSbedingungen, Ref.: lSrele Weinberg, 2. Kino und Schundliteratur. dies,: Dr, Bruno LSwenberg. Verantw llir den redakt, Teil: Dr, Werner«elscr, Eharlottendura: sllr Anzeigen: Ti. a»o»e, Berlin Verlag: VorwärtS-Verlag G.m.b.H.. Berlin, Druck: Vor- wärtS-Buchdruckerei u. VerlagSanttalt Paul Singer u. Co.. Berlin. Lindenstr. Z. 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Ihr Klingeln hallt weit in die Nacht, die es willig weiter trägt. Turmuhren schlagen Stunde um Stunde, dumpf und schwer. Ein Auto jagt durch die nächtlichen Straßen: es hat jetzt »freie Bahn*. Hammerschläge fallen taktmäßig eins, zwei, drei, vier— eins, zwei, drei, vier. Irgendwo mag das Straßenpflaster ausgerissen werden. Die Gleise der Straßenbahn müssen bis zum Morgen betriebsfähig sein. Diese für den müßigen Zuschauer so wundervollen nächtlichen Arbeitsbilder! Die kärgliche Beleuchtung gibt solch einer Gruppe ein fast romantisches Aussehen. Doch ihre Arbeit ist hart und ermüdend. Dann wird der Hammertakt wieder übertönt vom Rollen auf der Eisenbahn. Unermüdlich gleiten Güter- züge in die Stadt. Der Großstadtmagen ist riesenhaft. Dazwischen donnert ein Schnellzug durch die Nacht und man fühlt geradezu, wie die Schienen beben und kleine Staub- und Erdteilchen mitge- rissen werden. Man sieht, wie die Reisenden sich in die Ecken drücken oder lesen und wie der Heizer Schaufel auf Schaufel mit Be- dacht in den feurigen Nachen der Lokomotive wirft und der Führer mit angespannter Aufmerksamkeit die Strecke verfolgt. Die Eisen- bahn kennt nicht Ruhe und Rast und die langen und kurzen Pfiffe der Lokomotiven klingen wie Bestätigungen dieser Behauptung. Nun zittern die leichtgebauten Häuser: schwerbeladene Gemüsewagen rollen durch die Straßen. Einsame Schritte, irgendwo ein Lachen, verliebtes Geflüster, das Weinen eines kleinen Kindes, wütendes Hundegekläff— Nachtstimmen. Bald schurren wieder die Straßenbahnen, der Wagenverkehr wird reger. Viele tausend Füße eilen über das Pflaster. Schrille Pfiffe verkünden den Arbeitsbeginn in den Fabriken.' Aus einer Schul« ertönt Kinderlärm. Bald aber fingen die kleinen Großstadt- menschen und eine dünne Geigenstimnie klingt dazu. Dann hört man sie wieder Gedichte gemeinsam und taktmäßig mit der Genauig- keit eines Automaten aufsagen. Auf einem Bauplatz werden Nägel ins Holz geschlagen, an eisernen Trägern wird gearbeitet, metall» tönend sind die Schläge, die hier fallen. Das Donnern der Eisen- bahnzüge fällt kaum noch auf.— Die Nachbarin beginnt mit der Säuberung ihrer Zimmer. Brutal fährt der Besen in die Ecken. Ein Paar Stiefel fliegen polternd irgendwo hin. Fliegen singen durch das Zimmer. Klaviere machen einen schrecklichen Lärm. Sie sind wahre Marterinstruments für jeden musikalischen Menschen. So selten wird auf ihnen gut gespielt. Man hat den Eindruck, als ob die Tastcndrücker sich durch die aufgewandte Kraft im Lärmen über- bieten wollen.... Grammophon und Tiere, Menschen und Ma- schinen, alles lärmt um die Wette und wird zuweilen von schwingen- den Kirchenglocken übertönt. Warum auch nicht? Auf ein wenig Lärm mehr oder weniger kann es ja gar nicht mehr ankommen. Das Urtell im Moröprozeß Engelmann. In der Schwurgerichtsverhandlung gegen Frau Haufe und Frau Schulz wegen Ermordung des Geldverleihers und Winkel- konfulenten E n g e l m a n n, die gesten bis in die späte Abend- stunde dauerte, lehnte das Gericht die Anträge der Rechtsanwälte Dr. Frey und Dr. Fritz Ball auf Vertagung bis zur Ausliefe- rung des Haupttäters Liesegang aus Frankreich ab. Die Ge- schworenen erklärten die Angeklagte Haufe des schweren Raubes mit Tod es erfolg, die Angeklagte Schulz der Anstiftung für schuldig. Staatsanwalt Grau beantragte gegen die Haufe lö Jahre Zuchthaus, gegen die Schulz lebens- längliches Zuchthaus. Das Gericht verurteilte: Jtau häufe zu 12 Jahren, Frau Schulz zu 15 Jahren Iuchlhaus. Beide Angeklagten, die bei Verkündung des Urteils in Weinen und Wehklagen ausbrachen, erklärten, sich die Entscheidung über die Annahme der Strafe vorzubehalten._ Ewige Wohnungsnot. In absehbarer Zeii keine Wohnungszuweisung. Ein Wohnungsucher, der seit zwei Iahren beim Wohnungs- amtEharlottenburg eingetragen ist und auf Zuweisung einer Wohnung wartet, erhielt kürzlich von dort aus auf feine oft wieder- holten Anfragen die a ch t e A b f a g e. Er hatte dem Amt eine von ihm ermittelte frei werdende Wohnung gemeldet und gab sich der angenehmen Hoffnung hin, daß diese nun i h m zugewiesen werden würde. Das Wohnungsamt aber antwortete ihm, leider könne das nicht geschehen, weil frei werdende Wohnungen nach der Reihensalge der Eintragungen in die Dringlichkeitslifte vergeben werden müßten. ,,Da wir vor Ihnen," fügte das Schreiben hinzu,„noch ungefähr 1000 Wohnungsgesuche zu berücksichtigen haben, können wir Ihnen zu unserem Bedauern in absehbarerZeit keine Wohnung zuweisen." Also tausend Wohnungsgesuche sind zunächst noch zu befriedigen! Wenn das Wohnungsamt Charlottenburg wöchentlich zehn Wohnungen neu besetzen könnte, so müßte dieser Wohnung- sucher nochmals etwa zwei Jahre warten, bis auch er herankäme. Wir vermuten aber, daß es noch länger dauern wird, weil das Wohnungs- amt Charlottenburg nicht mal die zehn Wohnungen pro Woche zur Verfügung hat.„Ist das nicht zum Verzweifeln?" fragt uns der zum achten Male abgewiesene Wohnungsucher. Räumung von Rotwohnungen. Das von der Stadt Berlin auf dem Grundstück Dorck- st r a ß e 10 gebaute neue Schulhaus der Friedrich-Werder- fchen Oberrealschule wurde im Jahre 1913, noch ehe es für die Schule zur Benutzung fertig war, zur Vermietung von Notwohnungen eingerichtet. Den Mietern, die meist Kriegs- teilnehmer oder Flüchtlinge waren, sagte man, daß dieser durch bauliche Veränderung(hauptsächlich durch Zerlegung von Klassen- zimmern in Stube und Küche) geschaffene Zustand bei der Herr- schenden Wohnungsnot noch fünf oder auch zehn Jahr« dauern könne. Sehr unangenehm wurden aber die 43 Mieter in diesem Sommer von der Nachricht überrascht, daß sie das Haus bald wieder verlassen müßten, weil es zur Unterbringung von Bureaus des Bezirksamts 6 ausersehen sei. Tatsächlich begann man dann auch mit Kündigungen, die unter der Mieterschaft große Erregung hervorgerufen haben und infolge des Widerspruchs der davon betroffenen Mieter dem Mieteinigungsamt, dem Woh- nungsamt und auch dem Amtsgericht zu tun gaben. Die Mieter sind bereit, ihre Wohnungen in dem Schulhaus zu räumen, wenn ihnen an anderer Stelle gesunde und ausreichende Wohnungen nachgewiesen werden, aber das soll dem Wohnungsamt bisher nicht gelungen fein. Selbstverständlich kann man, bevor ein allen billigen Ansprüchen genügender Ersatz beschafft worden ist, die Leute nicht auf die Straße werben und auch gerichtliche Räumungsurteile würden nicht vorher voll- streckt werden können.__ Die Hüterin öes Groschens. WeS)selfreudcn am Hochbahnschalter. Es gab einmal Klsingeldmanget, aber der ist längst behoben. Im ganzen Reichs— mit Ausnahme der Hochbahn. Das Schalter- fräulein hat zwar immer Kleingeld. Vor ihr liegen ganze Haufen von Groschen und Sechsern, aber das scheint Privatgeld zu sein. Denn wennn sie etwas herausgeben muß, greift sie nicht in diese Kleingeldhaufeti, sondern in irgendein geheimes Fach und entnimmt ihm Kartons, gleich dutzendweise. Darauf steht gedruckt 15 Pf.- Zusatzkarte. Wenn man einen Zwcimarkschein dem Fräulein reicht, so kriegt man eine Fahrkarte, sieben Zusatzkarten und einen Groschen heraus. Manchmal kriegt nian aber auch diesen einen einzigen Groschen nicht, sondern muß einen Sechser draufzahlen und bekommt acht Zusatzkarten. Den gewonnenen Sechser legt dann das Fräulein freudestrahlend zu ihrein Haufen zu. Das muß doch eine reine Freude sein, diese Fülle von Kleingeld vor den Augen zu haben und dabei zu wissen, daß andere zu Hause so Stücker zwanzig der Zusatzkarten zu liegen haben. In jedem Mantel, in jedem Rock, in jeder Weste, in jeder Hosentasche ein paar. Welchen Zweck aber die Hochbahn mit der Herausgabe von Briefmarken verfolgt, ist nicht gleich verständlich. Vennurlich sucht sie dadurch Beschäftigung für ihre Angestellten zu schaffen. Erstens muß man die Briefmarken von der Post holen, dann die schönen kleinen Kuverts zusmnmenlegen, dann die Marken hineinstecken. Das nimmt so viel Zeit weg, daß die Fräuleins, die lieben guten Schallerfräuleins ganz nervös werden, und weil sie so nervös gc- worden sind, sich in dem Dienst abwechseln müssen. Die eine be- reitet die Briefmarkenkuverts vor, die anders gibt sie dem Publikum heraus. Deshalb ist während der Hochverkehrszeit auf den Unter- grundbahnhöfen immer nur ein Schalter geöffnet. Da aber die anderen Fräuleins, die die Kuverts vorbereiten, eine viel inte- ressantere Arbeit haben, ist das Schalterfräulcin immer nervös. Sehr nervös sogar. Nur eine Menschenart ist so nervös wie das Schalterfräulein,— und das ist das Hochbahnoublikunj. Für den Unparteiischen gibt es keine reizvollere Aufgabe als festzustellen, wer von den beiden eigentlich nervöser ist. Die Ausgabe ist jedoch nur lösbar, wenn man selber keine Eile hat, sonst ist man nicht mehr unparteiisch. Hat man aber beliebig Muße, so kann man vor so einem Schalter viel Freude erleben. Und ganz umsonst. Diests Vergnügen liefert die Hochbahn gratis. Als Zugabe wegen der hohen Fahrkartenvreife. Die unbequemen sozialistischen Rektoren. Zu den in Nr. 488 des„Vorwärts" erwähnten Vorgängen an- läßlich der in den Berliner Verwaltungsbezirken 1—5 durch die Bezirksämter vollzogenen Wahlen von Gemeindefchulrektoren äußert sich jetzt der Magistrat. Der Schuloerwaltung war in der bürgerlichen Presse der Vorwurf gc- macht worden, es fei ihr darum zu tun gewesen, gegen Brauch und Gesetz die bei jenen Rektoremoahlen neben einer Reihe bürgerlicher Rektoren gewählten sozialistischen Rektoren noch vor dem 16. Oktober eilig in ihre Aemter zu bringen. Diese Dar- stellung widerspricht den Tatsachen. Schon im„Vorwärts" wurde darauf hingewiesen, daß es bisher stets üblich war, die neu- gewählten Schulleiter vorbehaltlich der staatlichen Bestätigung zum sofortigen Antritt ihres Amtes aufzufordern, daß also die Krsisjchul- inspektoren keinen Anlaß hatten, den Amtsantritt der neuen Rektoren bis auf weiteres zu untersagen. Der Magistrat erinnert jetzt daran, daß die Uebertragung der Rcktorenwahlen an die Bezirksämter vorn Verwaltungsbezirk Tiergarten(dem reaktionärsten im alten Berlin, wie bekannt) durchgesetzt wurde, während die Schuloerwaltung sich dieser Anordnung bei allen städtischen und staatlichen Stellen wider- fetzte. Gerade die alte(bürgerliche) S ch u l d e p u� a t i o n bat noch die am 39. März gewählten Rektoren ohne schon vorliegende Bestätigung vom Provinzialfchulkollegium in ihre Stellen eingesetzt, auch ohne das Prooinzialschulkollegium ersucht zu haben, die vor- läufige Anstellung zu genehmigen, ohne rechtsgültigen Wahlbeschluß des Magistrats und ahne vorherige Befragung der Kollegisn. Die vorläufige Zuweisung der durch die Bezirksämter gewählten Rektoren am 11. Oktober geschah nach grundsätzlichen Rücksvrachen mit dem Provinzialfchulkollegium und nach rechtsgültiger Wahl durch die Bezirksämter. Die städtische Sckü-werw"-- tung hielt sich also streng innerhalb ihrer Befugnisse. s Sikberschatz im Fundbureau. Ein großer Silberschatz wurde gestern im Fundbureau des Schlefifchen Bahnhofs entdeckt. Am 2. September d. I. wurde auf dem Potsdamer Ringbahnhof ein Offizierskoffer mit der Aufschrift:„Oberleutnant Zimmermann" als Handgepäck in Verwahrung gegeben Er wurde jedoch nicht wieder abgeholt und kam nach Ablauf der Lagerfrist nach dem Eisenbahnfund- bureau auf dem Schlesischen Bahnhof. Als man ihn dort gestern zur etwaigen Ermittlung des Eigentümers öffnete, ergab sich, daß er nicht verschlossen war. Um so größere Verwunderung erregte sein Inhalt. Er besteh: aus Silberfachen aller Art, besonders T a f e l f i l b c r, das zum Teil A. S. und A. o. S. mit Krone und Wappen gezeichnet ist. Der Fund hat hohen Wert. Ohne Zweifel stammt er aus einem Einbruch, der noch nicht zur Kenntnis der Berliner Kriminalpolizei gekommen ist. Wer über die Herkunft und den Eigentümer des Schatzes etwas mitteilen kann, wird ersucht, sich im Zimmer 193 des Berliner Polizeipräsidiums zu melde». „Studienmaterial" in der Hebamuienlchranftalt. Die Brandenburgische Hebammenlehran st alt zu Neukölln hat wiederholt Anlaß zu Klugen gegeben. Mehrere Ar- beitersrauen, die zur Entbindung von Ende September bis in den Oktober hinein dort untergebracht ivaren, teilen uns allerlei Be- schwerden mit. Es fei nicht nur das Essen dürftig und schlecht gewesen, sondern auch Knappheit der Leib- und Bettwäsche habe sich sehr unangenehm fühlbar gemach». Mancher wird sich diesen Mangel aus dem Notstand erkläre», den der Krieg uns hinterlassen hat und der auch die Heil- und Pflegeanstalten schwer 8lZ Aräulem. Van Paul Enderling. Thea stieg wortlos ein. Man sah es ihren Bewegungen an, daß sie willenlos handelte. Als der Wagen anrückte und sich in Bewegung setzte, fragte sie:„Warum haben Sie To- biasgasse? Wir wohnen doch am Fischmarkt." „Auf dem Markt können wir nicht halten. Das würde in der Nacht auffallen." „Woran Sie auch alles denken." Und sie faßte dankbar Fräuleins Hand. Fräulein ließ sie ihr. Der Schein der wenigen Laternen glitt ab und zu in das Dunkel des Wagens. Einmal fauste ein Auto dicht vorüber, grell und rückfichts- los schnaubend und heulend. Wenn es doch den Wagen träfe, dachte Thea, dann wäre alles vorbei, meine Schande und meine Lächerlichkeit. Dann kam wieder das Dunkel, das sie eindämmerte und fast in Schlaf brachte. Nun bogen sie an der Kapelle in die Tobiasgasse ein. Sie stiegen aus. Fräulein zahlte. Thea ließ alles geschehen. Sie ging keinen Schritt welter. Erst als Fräulein ihren Arm in den ihren legte, ging sie auch. Intoxer vitae... Oberlehrer Sanders schlief in dieser Nacht wenig. Jedes kleine Geräusch beunruhigte ihn und scheuchte ihn auf. Der Papagei im Bauer räusperte sich, reckte sich, und sein harter Schnabel schlug an die Stäbe. Das kam alle Nächte mal vor, aber heute war das unerträglich. Der Oberlehrer sprang aus dem Bett, trug das Bauer in die Nebenstube und schloß die Türe. Jetzt war der Zug schon abgefahren, der Zug, der Thea nach Berlin trug in die Freiheit hinein, in die Freiheit, die sie gemeint hatte. War es die rechte? Ach, wer wollte da urteilen und verurteilen. Jeder mußte sich seine eigene aus» suchen. Jeder... seine... eigene... Jetzt war der Zug wohl schon in Dirfchau. Da war Tag und Nacht Bewegung. Die Züge von Berlin nach Königsberg und nach Petersburg fuhren dort, brausten aneinander vor- bei, zischten sich an. hoben ihre eisernen Kolben, pfissen wü- tend und donnerten hinaus in die weite Welt. Ja. jetzt mußte sie in Dirfchau sein. Was sie wohl für Augen machen würde? Ob sie schlief? Zunächst wohl noch nicht. Die Nerven vibrierten wohl noch. Aber nach und nachgab sich das. Das gleichmäßige Rütteln und Schütteln des Wagens schläferte sie ein, wie das Wiegen den Säugling. Drunten ging die Haustüre und schloß sich wieder. Zwei traten ein. Er hörte das ganz genau. Zwei gingen die Treppe herauf. Wie lange das dauerte! Wie ihre Füße schleppten... Waren das wohl Julius Görke und Frau? Wer wohl sonst? Sie mochten gut soupiert haben, vielleicht mit seinen Geschäftsfreunden im Ratskeller. So ein Abend war nicht zu verachten: gefüllte Poularde, Rotspohn— und derweilen lief ihr Kind fort. Dessert, Sekt, Mokka— und derweilen fuhr ihr Kind in der Bahn und floh vor ihnen. Ein grimmiges Lächeln überflog ihn. Es geschah ihnen Recht. Morgen würden sie wie vor den Kopf geschlagen sein und alles sehen und doch nicht fasten können.„Ja, wie konnte das nur geschehen? Hatte sie hier nicht etwa alles? Behag- lichkeit und Liebe der Eltern?" Draußen mauzte eine Katze. Sie schrie wie ein kleines Kind. Er hätte sie totschlagen können— totschlagen und martern. Das greuliche Bich würde ihn vollends um den Schlaf bringen, den er doch so nötig hatte. Plötzlich fiel ihm Henning ein, und bei diesem Gedanken war ihm nicht wohl. Es würde eine aufregende Szene werden, und eigentlich war er doch ein guter Kerl, wenn er auch nicht gerade die Syntax erfunden hatte. Aber ohne Schmerz ging so etwas nicht ab. Wer hatte nach seinem Schmerz gefragt, damals— damals? Seine Züge verhärteten sich. Seine Lippen kniffen sich zusammen. Er ballte die Fäuste und drohte nach oben. Da, wo sie schliefen, in ihrer niederträchtigen Selbstzufriedenheit. Es gab eine Vergeltung... Wie gut, daß ich ihr das Geld gegeben habe und daß ich sie weggehen ließ. Ja, das Geld mutzte ich ihr geben. Sie wäre sonst nicht weit gekommen, haha, die unpraktische Mam- sell. So batte er teil an der Vergeltung. Er war ein be- wogendes Glied in der Kette gewesen. Alle Enttäuschungen seines Lebens, jeder kleine Verdruß war in diesem Augenblick weggewischt, wie man«inen Namen von der schwarzen Wandtafel-mit einem Schwamm wegwischt.■«?-. rft j � Die Uhr schlug zwei. Jetzt war sie schon in Schneidemühl. Durch die große norddeutsche Tiefebene sauste der Zug, ver- schnaufte sich wieder, blickte mit seinen bösen Feueraugen in die Nacht, riß dann an den Koppelungen und raste weiter, Berlin zu: Berlin, das da hinten lockte und rief. Ja, jetzt konnte keine Macht der Erde sie wieder zurück- holen. Und morgen früh— Der Bogel im Nebenzimmer räusperte sich wieder. Der Oberlehrer fuhr nervös auf. Es klang wie von einem Menschen, von einem Einbrecher. Nur gut. daß er die Tür verschlossen hatte. Nein, die Nacht ist keines Menschen Freund. Er zwang seine Gedanken wieder /u Thea zurück und zu dem Zuge, der sie trug. Am frühen Morgen fuhr sie in Berlin ein, wenn das fahle Morgenlicht der nüchternen Stadt den letzten Zauber nahm und sie so noch nüchterner und häßlicher machte. Die östlichen Vororte mit ihren Fabrikschloten und den» Eisengehämmer, das uni diese Zeit schon lärmte— der Schlesische Dohnhof mit seiner schworzvcrräucherten Halle— Alexanderplatz— wo würde sie aussteigen? Zu dumm, daß er nicht gefragt, daß er ihr nicht geraten hotte. Ja, wenn der Morgen kam, war sie da, wo ihr neues Leben lag. Ungefähr zur gleichen Stunde, wo er sich auf den Weg zur Schule machte, zur Lateinstunde acht bis neun in der Obcrsekunda. Bei diesem Gedanken überlief es ihn. Der fahle Morgen würde auch hier kommen und ihm die Straße in aller Klarheit zeigen und dos Schulgebäudc in aller Klarheit und die Frem- den und seine Verwandten und seine.Handlungen in aller Klarheit. Sein grausames, erbarmungsloses Licht würde all die wohltätigen Schatten verscheuchen, die jetzt über allem lagen. Er setzte sich im Bett zurecht. Sie würden ihn fragen, und er mußte antworten. Denn er mußte ja alles sagen, alles, auch daß er von Theas Flucht gewußt und sie rv/ll zurückgehalten hatte. Warum hast du sie nicht eingeschlossen?— würden sie fragen. Daß sie erfuhren, wie er sie mit Geld versorgt, war nicht anzunehmen, wenn nicht«in Zufall sie darauf brachte. Aber würde er es denn verheimlichen? Er würde es doch sagen. „Warum bin ich so feige?" sagte er halblaut.„Warum lasse ich meine Tat hinterher im Stich? Zum Donnerwetter, ich bin doch ein Mann und kein Schüler." '................—(Forts, folgt.) brCcft. Die Frauen klagen aber auch, daß es in der chebammen- ranstalt zeitweise an Pflegepersonal gefehlt hat. achnerinnen und Neugeborene haben, versichert man uns, unter .fem Mangel gelitten. Er soll darauf zurückzuführen sein, daß bei eginn des Winterhalbjahres eine Anzahl fertig ausgebildeter Heb- nmen die Anstalt verließ, aber die neuen Schülerinnen nicht sogleich atraten. Die Hcbammenlebranstalt braucht die werdenden Mütter o„S t u d i e n m a t e r i a l","ohne das sie ihre Schülerinnen nicht isbilden könnte. Hält sie sich da nicht für verpflichtet, den Pfleg- !gen eine ausreichende Gegenlei st ung zu bieten? Verbot der Herstellung von Kunftsahne. Durch eine Verordnung des Reichsministeriums für Ernährung ud Landwirtschaft ist die Herstellung und das Jn-den-Verkehr-bringen •n Kunstsahne im Interesse der Sicherung der Frischmilchversorgung nn 1. November ab verboten worden. Unter das Verbot fällt die Erstellung fahncähnlicher Erzeugnisse, welche aus Magermilch oder -s fettarmer Sahne oder aus eingedickter oder eingetrockneter Voll- er Magermilch unter Zusatz von Butter oder Butterfett gewonnen 'erden. Der Grund zu dem Erlaß ist in folgendem Umstand zu chen. Durch Verordnung vom 30. April 1921 war das Jn-den- erkehr-bringen von Sahne, außer zur Herstellung von Butter und äse in gewerblichen Betrieben und außer zur Abgabe an Kranke ,d Krankenanstalten verboten worden, um zu verhüten, daß durch n Sahneverbrauch der kaufkräftigeren Bevölkerungsgruppen, ins- sondere in Konditoreien und Kaffeehäusern, der Bevölkerung die ätige Frischmilch entzogen wird. In den letzten Monaten aber sind ctriebe dazu übergegangen, unter Verwendung von Trockenmilch- ilver und Wasser unter Zusatz von Butter eine Kunstsahne herzu- lellen und als Emulsionssahne in den Verkehr zu bringen. Der Ab- atz von Kunstsahne entzog die Butter in unerwünschter Weise dem ilgemeinen Verbrauch._ Neber eine halbe Million Arbeiterturuer. Der Arbeiter-Turn- und Sportbund hat seit der Revolution einen gewaltigen Aufschwung genommen. Die Bestands- mfnabme am 1. Oktober ergibt über eine halbe Million Bundes- agehörige über 14 Jahre. Hierzu kommen noch eine Viertel- '> i l l i o n turnender Kinder und vom 1. Januar 1922 ab 99 909 Mitglieder des Arbeiter-Wassersportverbandes, die ihren Uebcrtritt n den Arbeiter-Turn- und Sportbund beschlossen haben. Der Bund st aber nicht nur an Zahl der Mitglieder gewaltig gestiegen, sondern uch seine technische Leistungsfähigkeit zeigt große Fortschritte. In Reipzift. dem Sitz des Bundes, befindet sich eine Bundesschule, n Verlin ist soeben eine Filiale ins Leben gerufen und anders Groß- Etfdte werden folgen, um Lehrcrmaterial für das turnerische und sportliche Gebiet heranzubilden. Außer den vom Bund heraus- -(cgebenen technischen Lehrbüchern gibt der Bund neuerdings eine linderzeitung„Jungsturm", eine Turnerinnenzeitung„Die freie Turnerin", eine Vorturnerzeitung, sowie eine Sportzeitschrift„Freie iportwoche"(für die etwa 79999 Fußballspieler), sämtlich mit guten Illustrationen, heraus. Bundesorgan ist die„Arbeiter-Turn-Zeitung". stm nächsten Jahre wird zum ersten Male ein großes Bundes-, u r n- und S p o r t f e st in den Tagen vom 22. bis 25. Juli in Leipzig unter Teilnahme der internationalen Arbeiterfportvsr- ände stattfinden. Der große Fcstplatz wird noch erweitert werden nüssen, da allein bei den Freiübungen mit mindestens 16 999 Teil- aehmern gerechnet wird. Die günstige Entwicklung des Arbeiter-Turn- und Sportbundcs sigt das Bestreben der Arbeiterschaft sich auch auf dem Gebiete der störpertultur der eigenen Kraft bewußt zu werden. Wir hoffen, daß >cr Wunsch des Bundes, bald an der Spitze aller Leibesübungen -reibenden Verbünde zu stehen, sich in nicht allzu langer Zeit erfüllen möge. In allen Werkstätten und Fabriken sollte insbesondere die Jugend darauf hingewiesen werden, sick, den Arbeiterfvortvereinen anzuschließen, um so eine an Geist und Körper gesunde Gemeinschaft des arbeitenden Volkes heranzubilden. Eine„Sunsr-Prügelei in der Akademie der Künste beschäftigte die Strafkammer des Landgerichts I in der Beriislingsmstanz. Wegen Beleidigung hatte sich der Bildhauer Rudolf B e l l i n q zu verant- worten. Als der Angeklagte am 7. Juli 1929 seine Rundplostiken «u» dem Ausstellungsraum der Akademie abholt«, kam es zu einer Auseinandersetzung mit dem Kastellan Arndt. Der Angeklagte er- störte dem Arndt dabei, daß die Plastiken verständnislos aufgestellt ieicn, und daß der Slufstellende, tzrie er ihm sagen könne,„ein Idiot" sei. Der Kastellan Arndt, der die Aeußerung so verstanden bat, daß der Präsident der Akademie der größte Idiot sei, faßte den Zlngetlagten an die Brust, um ihn aus dem Hause herauszudrängen. Belling setzte sich zur Wehr, ee kam zu einem Handgemenge, bei dem beide zu Boden fielen: es kamen dem Kastellan einige Männer zu Hilfe und einer von diesen versetzte dem Angeklagten einen Schlag mit einem Stock über den Kopf. Die Folge dieses Zusammenstoßes war ein Strafantrag des vorgesetzten Ministers wegen Beleidigung des Präsidenten und der Akademie der Künste, gleichzeitig ober auch eine Anklage gegen den Kastellan Arndt und die ihm zu Hilfe geeilten Personen wegen Körperver- letzung. Das Schöffengericht mar zur Freisprechung sämtlicher Sstj- geklagten gekommen. Bezüglich des Angeklagten Belling wurde Be- rufung eingelegt. Der Angeklagte erklärte durch seinen Berteidiger, daß er mit seiner Aeußerung keinesfalls den Präsidenten der Akademie oder die Akademie als solche gemeint habe, sondern diejenigen, die die Ausstellung, die er als verfehlt und verständnislos angesehen, tat- sächlich vorgenommen hätten.— Der Staatsanwalt beantragte die Verurteilung des Angeklagten zu 399 M. Geldstrafe. Das«Gericht kam wieder zur Freisprechung, da nicht beweiskräftig fest- gestellt werden konnte, wie die Aeußerung des Angeklagten wirklich gelautet hatte._ Veraknng für Sieingärlner. Auf Wunsch einelner Kolonien und Vereine beim Kleingartenamt Neukölln werden Vor- träge über Gemüse- und Obstbau, Schädlingsbekämnfung wie über alle mit dem Kleingartenbau zusammenhängenden Fragen womög- lich mit praktischen Vorführungen gehalten.— Die regelmäßigen unentgeltlichen Beratungsstunden finden Dienstags und Freitags von 5—6 Uhr im Gebäude der Neuköllner Stadtbank, Ganghofer- straße 11/12, 3. Stockwerk, Zimmer 27, statt. Eine Auskunslsstelle der Oberpostdircklion ist zur allgemeinen Benutzung eingerichtet worden und telephonisch unter Zentrum 688 zu erreichen.— Wir befürchten, daß dieser eine Telephonanschluß nicht genügen wird. In der Sozialistischen Bildungsschule beginnen am Donnerstag, den 29. Oktober, folgende Vorlesungen: 1. l14- Kreis, Neukölln) „Philosophie und SozialiSinilS"(Th, Raschke) abends 7— 8>/, Uhr in der Aula der Mädchenschule, Donanstr. 0 Vorträge. Hörgcbiidr« M.— 2.(17. KreiK, Kaulsdorf)..Entwicklungsgeschichte des Sozialismus- lDr. M. Schütte) von 7h,—!) Uhr abends im Zeichensaal der Schule Adols» strahe 2S. 0 Borträge. Hörgebühr 6 M.— 3,(20. Kreis. Ncinickendors) „KommunaliozialiSniuS-(Dr. vorchardt) von 8—0'/. Uhr abends im Kelchensaal der 1. Wemeindesckulle Wittenau(Neue Turnhalle), Rasenthaler Str. 14, fi Vorträge, Hörgebühr 6 illt.— Am Freitag, den 21., be> ginnen folgende Vorlesungen: 1.„Seminaristische Uebunzen aus historisch- ökonomüchem(»cmete"(Schriftsteller M. Grunwald) von 7— 8H', Uhr abends im Saaie der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. 10 Vorträge. Hör- gebühr 10 M. 2.„Die Aufgaben der Elternbeiräle"(Dr. llohmann) von 7— 8H, Uhr abends im Jugendheim, Große Frankfurter Str. 18, Hof Quer. gebäudc pari., im Vortragsiaal. 4 Vorträge. Hörgehühr 4 M.— 3.(9. Kreis Wilmersdorf).„Wege zum Sozialismus-(S. Kahensteln) von 7— 8H, Uhr abends in der Aula der Realschule am Seepark. 8 Vorträge. Hörgebübr 8 M.— 4.(12. KrelS, Stealitz).„Einführung in Verfassung von Reich. Staat und Kommune"(Dr. B. Vorchardt) von 8— Zh, Ubr abends im Zeichensaal der Markusschule(SHarkuSvlatz). 6 Vorträge. Hörgebühr 6 M. Dle Arbeitsgemeinschaft für die Obleute der KreiSbildungSausschüsse„Volks- eiziehung und Sozialdemokratie(Grundsähe und Methoden der sozialisti- schen BildungSarbeit) beginnt am Montaa, den 3l. Oktober, abends 7 Uhr, im Sitzungszimmer des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3. Einen Rucksack mit Malgerat und LandschastSskizzen lieh ein schwerringendcr Künstler am letzten Sonntag im Zuge, der 12.16 Ubr ab Gesundbrunnen nach Buch fuhr, liegen. Der Inhalt ist für den Nicht- sochmann wertlos, für de» Künstler unersetzlich. Dem Finder würde er gerne, so schwer«S ihm auch fällt, 80 Mark Belohnung bei Rückgabe zahlen. Miiteilwigen werden erbeten an: Emst Z c S l e, Maler und Bildhauer, Charlottenburg, Schlütorstr. 60, Gartenh. IV. Der Berliner BolkZchor(Dirigent Dr. Zander) veranstaltet am Montag, den 31. Ottober, und am Sonnabend, den ö. November, abends 7H, Uhr. tn der Marnisonkirche. Neue Friedrichstratze, die erste össent> l i ch e Ausfübrung von Händeis„Jevbtha" in Berlin. Mit wirkende: Frau Rose Walter, Frl. Herta Dehmlow, Frau Baden, Herr Rudolf Jäger, Herr Baden, das Blüthner-Orchester. Einlatzkarten a 5 M. in der BorlvärtS-Buchhandlung. Der Gesangverein Männer« und Gemischter Chor(Köpenick sotoi« der Muslkvcrelii Harmonie veranstalten heute Mittwoch, abends 7'/, Uhr, ein gemeinsames Konzert im Stadtlhcater zum Besten der un- glücklichen Opfer von Oppau. Die Parteigenossen werden ersucht, daZ Konzert zahlreich zu beteiligen. „Heber Mieterrechte gegenüber dem Hausbestster* spricht am 20. Oktober, abends 7H, Ubr. in der Aula des Lbzeums. Kreisswalder Straß« 25, Syndikus Rechtsanwalt Dr. Schmul sür die Mieterschutz- Vereinigung Frtedrichsham.__ Almschau. Die Lichtspiele im Sportpalast bleiben nach wie vor in Betrieb nstcllung de! erst Mitte November geplant ist. da die Umstellung des Sportpalastes aus die geplante Sintersvort-Saison Groß-Serliner parteinachrichten. hei'ke, Alikiwoch, den 19. Oktober: 4. ttcel» Brcaztaul« x»r. Die flassieeer der Abteilungen 24—31 müssen am Mittwoch, 5Vi Uhr, vom Senossen E-clbinder, Rhinower Str. 4, wichtiges v. a. Opern karten, obholen lassen. 104. Abt. Airderschitneweibe. 7H Uhr findet bei Eckrcpo, Grünauer Str. 8, die �ertessahrcs�eneralversammlung statt. Pünktliches Erscheinen sämtltcher lss. Abu Sieintckcndoes.Ost. 7 Uhr Mitgltevcrversommlung in der Aula der 3. Gcmeindeschule, Lctteassce. Thema:„Die politische Lage". Rcscrent Heinrich VIcrblichcr. Nowawc-. 3 Uhr Im Restaurant Bernbardt, Lindenstratze, Sitzung aller Funk- tiondro und Betrtebsvertrcueuilcutc.* »gsozlanftcn. Grupi. WW ml» WWWWW_______ Ji (Eingang hinter dem Finanzamt), Diskussion:„Was nun?" Gäste will kommen.— Gruppe SchSnhauser Vorstadt: 7 Vi Uhr in der Schulaula Papoelallee 41/43, Kunstabend. Eintritt frei. Konzert, Rezitationen usw. — Grsangschor! Iugendgenosfinnen und Genossen, die Lust und Begabung zum Eborgesong baden, mögen stck beute Mittwoch, 7«. Uhr, in der Gc- meindeschule Markusstr. 4g(nabe Iannowitzbrücke), Zimmer 17, zum erste» Uebungsabcnd einfinden.— Die Ortsgruope ReutSLn beteiligt sich an der pazifistischen Kundgebung des Bundes religiöser Cozialisicn am Donners» tag um 7H. Uhr in der Aula des Realgymnasiums in Neulölln, Kaiser- Fnedrich-Str. 1SZ. Arauenveransialkungen: 70, Olbt. Schöacderg. Der angesagte Frauenabend findet nicht heute, sondern erst am SC. Oktober statt. Morgen, Donnerstag, den 20. Oktober: 0. Kreis Hallesch« Tor. Arbeitsgemeinschaft der Elternbeiräte: Versammlung bei Helnze, Dieffendachstr, 57.• Hauptthema:„Paulsens Aufruf". Gäste willkommen. 14. jlrei« Neukölln. Beginn der Vorträge über„Philosophie und Sozialismus" abend« 7 Uhr in der Aula der Mädchen. MUtelschule Donaustr. 131. Hör- aebllhren sür e Abende e M. Anmeldungen werden am Donnerstag noch in der Aula entgegengenommen. am Uhr der Aula entgegengenommen. 115. Abt. Lichtenberg. Alle Genossen und Gensssinnen, die Lust haben, Gcsangsabend der Abteilung teilzunehmen, finden sich abends 7V4 bei Stöber, Iungstr. 29, Ecke Oderstratze, ein. 17. Kreis Lichtenberg. Die Parteigenossen werden ersucht, die Theaterkarten zum„Bauer als Millionär" bis Donnerstag, den 20. Oktober, abzurechnen, die nicht bis dahin abgelieferten Karten werden als verkauft betrachtet. ?ugenüveranstaltungen. Berel» Arbeiler-Z-genb. Sekretariat: EW. 68, Lindenstr..1, I, Hos links, 2 Treppen recht». Telephon: SSpU 12106—10. Heuie. Mittwoch, den 19. Okiober: B-hnsdarf: Jugendheim Schule Dohmestrahe, Mitgliederversammlung.— Eiigenick! Jugendheim Schule Marktplatz, Vortrag:„Eine Reise nach dem Orient".— Friedrichfeld»: Jugendheim Schule Rummelsburgcr Strafte. Vortrag:„Schönheiten der Mark".— Srotz.Lichierfelde: Jugendheim Albrecht» strafte 14», Dlskussionsabend:„Was ist Bildung?"— Kaulsdorf-Süd: Jugend» heim Restaurant Sanssouci, Vortrag:„Heinrich Heine".— Lichtenberg: Jugendheim Parkaue 10, Vortrag:„Die Geschichte der deutschen Arbeiter- bcwequng".— Mahlsdaest Jugendheim Schule Walderseestraft«, Vortrag: „Pariser Kommune".— Pren»l»uer Vorstadt, Jugendheim Schule Tencfelder- straft« 6, Diskusstonsabend:„Letzte Nummer der Arbeiter-Iugend".— Sö>än. hanser Vorstadt II: Schule C>r»,fenhogencr Str. 5S, Vortrag:„Die Entwick» lungsgründ« de» Sozialismus".— Südwest, stentrassugendhelm Lindenstr. 3, Humoristischer Bortraasabcnd.— Westen: Jugeiwheim Baugewerkschule Kur» fllrfteizstrafte 141, Vortrag:„Goethes Le�n und �Lsrke". Am Donaerotag, abend, Uhr, spricht im tzentraljugendhelm, ldeuftr. 9, 2. Hos, 3 St».. Genosse Noo, Vorrink-Amflerdam über „Die Ausgabea der Urbeiter-Jugend-Inteenationgle". Da, Mitglieds» buch ist als Ausweis mitzubringen. Der Bezirkooarstand. Mus oller Welt. Bankraub in Oberschlesien. Montag mittag wurde auf die Volks dank in Laurahütte ein Raubüberfall oerübt. Ein mit zehn Personen besetztes Auto fuhr vor dem Bankgebände vor. Die Räuber zwangen die Beamten und das Publikum im Kassenraum, sich mit oem Gesicht gegen die Wand zu stellen, und raubten 99 999 M. Sie entflohen im Auto unerkannt. Etwas sür hakenkreuzler. Anläßlich der für den 39. d. M. anberaumten Neuwahlen in die Präger israeljtilche Kultusgemeinde droht die natlonaldemokratifchc„Narodni Politika" mit Pogromen. Das Blatt schreibt:„Es ist ein Skandal, daß bisher in der Synagoge deutsch gepredigt und in den Aemtern deutsch amtiert wird. Zu lange schon war das jüdische Rathrius eine deutsche Feste, die die tschechische Oesfentlickkeit gereizt hat. Jetzt handelt es sich um die Tschechisierung und Entpolitisierung des jüdischen Rathauses. Am 89. d. M. wird sich die wahre Gesinnung des Präger Judentums zeigen." ISpareaft Der Klub der tschechischen Sozialdemokraten beschloß, dem Parlament mehrere Anträge zu unterbreiten. Mit Rücksicht auf die finanzielle Loge der Eisenbahnen sollen die Freikarten der Abgeordneten und Senatoren aufgehoben und die Einführung von Jahresabonnements beantragt werden, und zwar derart, daß jeder Abgeordnete sich die Klasse, die er bei der Bahnfahrt benutzen will, selbst wählen kann. Dabei wurde auch der Wunsch nach Aus- Hebung der 1. Eisenbahnklasse ausgesprochen. vortrage, vereine unü Versammlungen. In der Berliner Psychologischen Grsellschost spricht Donnerstag, den 20. Oltoder. abends 8 Uhr, in der Aula der Gcmeindeschule 20, Charlotten- bürg. Blcibtreuftr. 43. Tr. Bärwnld über„Arbeitsfreude", ihr« vstichologischen Vedingungen und ftiflslliche Wcckung.— Buno Deutscher Bodenresormcr. Ort?- gruvpe Eroß-Lerlin. Heute. 7>,4 Uhr. spricht im großen Hörsaal lst der Landwirtschaftlichen Hochschule. Jnvalidcnftr. 42. Geh. AdmiralitätSrat Dr. W. Echrameier über„Die Vodenirage in der groben Umwälzung unserer Zeit". Schlußwort Adolf Damaschke. Gäste willkommen.— Bund zur Förderung der Tcltstbilse der körperlich Bebinberlen(Otto-Verl-Dund). Mitgliederbersamm- hing am Sonntag, den 23. Ottober 1921, nachmittags 4 Uhr. im Konfirmand cn- saal. An der Apostelkirche 12, vir. lnahe Nollendonplah). Alle KrüP»«Ihaften sind herzlich eingeladen.— Der?l!icter Verein Vuchbolz veranstaltet heute 7i» Uhr. im Restaurant Rossack. Buchholz, ein« Mieter- und Mitgliederversamm- lung mit dem Thema:„Wie stellen wir uns zu den Beschlüssen der Sozial,- fierungSkommissson?" Resereu! Genosse Tonrad, Bnnb deutscher Mieterveretnc, Bau Berlin. Mieter, sorgt sttr Massenbesuch!— Nenköllner Angler! Freitag. den LI. Oltoder. 3 Uhr. Versammlung bei sthanz Rilckheim. Neukölln. Bergstraße 09. Referent: Holzmann. Thema:„gtelc und Zweck« des Arbelftr- AuglerbundeS."__ Sport. Oer Rö'hn-Segelfiug. Das Problem des Segelfluzs behandelte Dr.-Jng. Hoff aus Adlershof am 17. d. M. in einer Festsitzung, die der Verein für Luftschiffahrt im Jngenieurhause anläßlich seines vierzigjährigen Bestehens veranstaltet hatte. Der Vortragende ging aus von den Versuchen Otto Lilien- t h a l s und besprach die bei den Fahrten in Betracht kommenden Energiequellen in der Luft. Am ausgiebigsten finden sie sich an Bergen, Gebirgen und Steilküsten, und gerade d i e Rhön mit Idren freistellenden Bergen und Kuppen ist besonders reich daran. Zu den weiteren Energiequellen gehört die Böig- keit des Windes. In den Jahren 1911— 13 trat das Motorflugfahrzeug in den Vordergrund- In der Rhön aber bauten junge Primaner aus Darmstadt ein eigenes Segelslugfahrzeug. Nach Beendigung des Krieges ging von Dresden der Anstoß zur Segelflugfahrt aus und brachte bedeutende Leistungen, auch wirkte die Gr- sellschaft für Luftschiffahrt gründlich dafür. Im Frühjahr 1921 wurde der Wettbewerb zum Rhön-Segelflug ausgeschrieben. Der ausgesetzte erste Preis wurde nicht gewonnen, zumal die auf der Rhön eintreffenden Flieger nicht die gewünschte Gelegenheit hatten, sich zu schulen. Gründliche Prüfungen wurden abgehalten und von. den vierundvierzig Fahrzeugen, die sich meldeten, zu- letzt nur elf, die die Leistungsprüfung erfüllten, zugelassen. Preise errangen die Herren Petzner, Koller und Klemperer. Der Vortragende gedachte der Verdienste des verstorbenen Werner L e n s ch, erläuterte den Bau der Flugzeuge und konnte bei deren Ergebnissen einen großen Fortschritt gegen das Bor- jähr feststellen. Im Anschluß hieran sprach Herr P e t s ch o w aus Jüterbog über„Herbsttage im Freiballon". Am gleichen Tage sprach Direktor Kasinger vom Der- bände deutscher Luftfahrzeug-Industrleller über die Wirkung der Steuern auf die Flugzeugindustrio, das kommende Luftverkehrsgesetz und die Folgen des Bersailler Friedens und des Ultimatums für diese Industrie. Der Bortragcnde wandte sich gegen die Einbeziehung der motorischen Lüftfahrzeuge in den Begriff der Luxuswor« und auch dag/gen, das Schauflüge der"Lltstharkeit»sieu«r unterliegen. Er förderte Denninbehmg der Steuern für die Flug- zeuaindustrie, bis sie auf eigenen Füßen stehen könne. Das Luft- verkehrsgesetz sei zwar sehr gründlich durchgearbeitet, doch dürfe die Genehmigung von Flugschulcn nicht von der Bedürfnisfrage ab- hängig gemacht werden: nur die Gewährleistung einer guten Aus- bildung dürfe maßgebend fein. Ferner befürchten die Flugzeug- industriellen, daß der Staat auf Grund dieses Gesetzes auf rentablen Luftlinien Konkurrenzunternehmen eröffnen könne. Schließlich kenn- zeichnete der Vortragende die Zerstörung unseres Flugmaterials und das Bauverbot der Cutente. In der Diskussion sagte Geh. Rat Bredow die Unterstützung des Derkehrsministeriums zu. Von selten des Berliner Magistrats wurde mit Recht daraus Hingewlesen, daß die Schauflüge als Reklame zu werten seien und trotz ihrer hohen Kosten dem Unternehmen Vorteile brächten, so daß auf die Lu st barkeit» st euer nicht verzichtet werden k ö t, n e. Das Volt würde eine solche Entlastung auch zweifellos nicht verstehen. Allgemein aber wurde die Notlage der Flugzeug- industrie anerkannt und insbesondere im Hinblick aus die zahl- reichen Arbeitslosen bedauert. Erst die Aufhebung des Bauverbotes wird hier eine wesentliche Besserung zeitigen. In einem sehr inter- essanten Film wurde die Entwicklung des deutschen Luftverkel)rs und die Wirkung des Bersailler Vertrages anschaulich demonstriert. Arbeitersport. Arbeitcr-Svortkartell 1«. Bezirk. Die nächste Knrtclldelegiertensttzung findet am h«lttigcn Mittwoch, abends 8 Uhr, im Restaurant Masche, Berliner Allee 221, statt. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist eS unbedingt Pflicht eines jeden Dilegierten, pünltlich zu erscheinen. Warum eln Arbeitcr-Sportlcr»spcranto lerne» muh. Seit zwei Jahren besteht die Arbeltersport-Jnternationnle, und schon im nächsten Jahre werden die ersten internationalen Arbcttersvorlwettlämvfe in Leipzig halt finden. Wer einmal internationale Kongresse mtlgcmacht hat, wird es verstehen, daß die Arbeitersvortier ein BcrstöndtgungSmittel suchen müsten, NM einmal den persönlichen Verkehr von der Hilfe eines Dolmetschers unabbängig»u machen. dann aber auch, um jedem leserlich« internationale Regeln zu schassen. Das gesuchte HilsSmittel ist das Esperanto, dessen Erlernung auf der Inter- nationalen Konferenz in Prag beschlossen und als BerlehrSsvrache der Sport- Internationale bestimmt wurde. Wir fordern deshalb alle strebsamen Arbeiter- sportlcr, die zum groben Teil während des Winters von ihrem Sport nicht zu scbr in Anspruch genommen werden, auf. Esperanto zu lernen. Belegen- heit hierzu bietet sich in der Volkshochschule Neulölln. Anmeldungen sofort vormittags von 10 bis 12 Uhr t»! Rathaus Neukölln. Zimmer 227 oder in den Zeitungsetpcditionen des„Vorwärts", der..Freiheit", der„Roten Lahn»", Neukölln, Neckarstraße._ öriefkaften der Reöaktion. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. B. 41. Gibt es nicht.— Cf,®. Das Berufsamt der Stadt Berlin, Oranien- burger Str. 24, gibt Ihnen die gewünschte AuSiunft und vermittelt auch Lehr» stellen.— K. IM. Auch Sie tun am besten, die Vermittlung des BerufSamiS der Stadt Berlin. Oranienburger Str. 54, in Anspruch zu nehmen.— H. A. 39. Zweiseihast. Führen Sie beim VcrstchernngSamt Beschwerde über die Kranlen- lasse.— c. öi. 42. X. In 10 Jahren. 2. In 3 Monaten.— Vr. 100. Sie sind nur verpflichtet, den Gewerbebetrieb beim Finanzamt. Abll. Gewerbesteuer, Klofterstr. 33—32, anzumelden. Bezüglich der Umsatzsteuer müssen Sie sich an das Umsatzsteueramt, Aleranderstr. 41, wenden.— ft}. 76. i. Nein. 2. Nein. ES kann Klage auf Untcrlnssnng erhoben werden. Wir lönnen nicht dazu raten. — Lrbg. 22. 1. und 2. Ja, aber nur den Vater. 2. Nein.— S. 20. Die Mieter müssen zunächst abgemahnt werden. Wird der SNißbrauch trotz Ab» Mahnung forlgefetzt, so muß Klage auf Untcrlnssung erhoben werden.— y. Z. 21. 1. Nein. 2. und 3. Ueber Anlegung doft Kapitalien erteilen wir grundsätzlich leine Auslünfte. wickelt sich jetzt tlgNch am N a ch m i t t a Li« Ztiessnprogrsmm voll Ztimmungsrslekstsr UnterhaUunn �..�k or f..« s ly*% m, s.« CO-:«,, y_..>................ A-ffa- Z od. Man und Abend im i e I la(Fritdrichstratze M WW Ist erstaunt Uber die gobl UWWWWW ge bieten, über die sichere, iiberlegene, sachiundige Art, W, Ecke Leipziger Etratze) der«iinstler. Uder das, mit der dieses ungewöhniwie Programm znsammcnpestrllt ilt Es gibt in der großen Nochmitlagsvorslcllung und am Abend rn der last endlose» Reib« der„Heiteren Spiele" nicht einen einzigen schwachen, matten Mouienn Man hat die tlare Emnsindung, daß aücs, was da aus der Buhne erscheint, auslchlirßlich au»„Stars" zusammengeletzt ist, denn srdee dieser Slinstlerimie» und kliinstlcr leistet in seiner Art Meisterhastes und ganz Besonderes. tSUj* Tl-TJ�V. �..... u � � �,- z � f r| 1 I:.' I f- ,N[* Ii'1"' � I rrncascr, üöüsuieie usw. Lote xxxxkxx. occxxkka:j o. rxr.-.�rr coococ�r,�,: acocc-jococjici Opernhans Der Troubadour _ V/, Uhr Schauspielhaus DiegelesseitePbantasIe _ T/t Uhr Dentsch. Theater 7 1 prior touis Ferdinand Donnerst.?-/, Uhr; Kcan Kammerspiele B Uhr: Der HUbnerbol Do. 8■ Der Hübaerbol Gr. Schanspielh. (KarlsiraBe) 7V, Uhr: Die Räuber Do. 7 Uhr: Die Räuber Theater in der PniggrätzerStr. u�ManonLescant (Orska, Janssen, Rlemann, Blldt, Brandt, Dernhurg, Pieha, Rchkopf, y. Twar- dowski, Klupp) Do.: Die Fahrt ins Blaue KomOdienhaos Täglich 8 Uhr: Der burleske Schwank Jennys Busenfreund Hans Waßmann Arnold Rieck Ab Sonnabend täglich v? Die Fahrt ins Blaue Berliner Theater Täglich 7.30 Uhr; (PjifnaefrtTt 0/faftf tf-wir FritziMassaryaG. Ralph Art. Roberts Pepl Zampa, Kiper Centrai-Theater s uhr: Diu Posineisterln Deutsches Opernhaus �UollRiannsErzätilüng, Friedr. Wilhelmstadt. Th. s uhr: American Girl Intimes Theater 8 U.: Die Spelunke/ Lauf doch nicht Immer nackt herum Kleines Sohautplelhaus Vit U.- KiW'Lustsp) Lustspielhaue Jhr: Die Sehauspieier Motropol-Theater VDie Slraßensängerin Neues Operettentheater s uhn Kcnigin d. Nacbt Neues Theatar am Zoo uhrDssEwig-Männiielie Neues Volkstheater 7>/, uhn JugeodMe Schlller-Th Charlottenb. 3 Uhr: Wilhelm Teil 8 Uhr: Meine Frau, die Hafachnnspielerln SehloBpark-Th. Steglitz 7'/,Uj Thalia-Theater Tt/.uJcbdiQ' Dich, Lotte Theat a. Nollendorfplatz SV, Uhr: Bg�nent uhr Vetter aas Dingsda Theater des Westens 7v,u.: Braut d.lQCQÜQs Th.i d.Kommandantenstr. (Jfid. KOnstltr-Tbectcr) 8 Uhr: Newellc Wallnor-Theater 7'/. uhn Nixchen Velksoper. Walhalla Th. ugrilockenYXornefllle Residenz Theater Täglich 8 Uhn Ii (De Ret) Olgallmburg, Kalser-Tltr, F.lte Wasa, Eugen Rex Kleines Theater Täglich 8 Uhr: Frl. Josette -meine Frau Eugen Burg, Carola Toelle Falkenslein, Haas Albers Volksbühne Theater am Bülowplatr N Masse Mensch Lessing-Theater VI, Uhr: Die Spielereien einer Kaiserin Donnerstag u. Freitag 7'/, Dpr laMtcrhufte Herr Tucha Deutsciiss Ülinsller-Tii. Allabendlich 7V,Uhr: DieBaiierinsdesRöriigs (Leopoldine konstantln) t/2 Oper rn Direkt.; James Klein P Aliabendlich Der Arnold Korff. Lottskllndcr w.Bandow, Ols-Schnalder- Nissen, Fr. Scbdncmann Wclül ürnße Ausstattung«- Operettenrevue In 8 Bildern Hauptdarsteller, Max Lands Bruno Kastner Sascha Qura Franz OroB Wilhelm Hartstein Paul Westermeyer Lotte Werkmeister Albert Paulig 1 Vorverkauf ab 10 Uhr 1 | ununterbroch. peäff.' HerdesOslens IRose- Theater) 3l/a: Hüntel und Gretel 71/4 Uhr: Das Qlfiok der kleitien Leute npr Llnicnatr. 132, am Oranienburger Tor Täglich 8 Uhr; Nanons Dehnt Posse mit Qesang von L. Leonhard mit Ferd. Orünecker Tel.; Norden 8650 Gasino-Theater Lothrlnser Str. 37 Täglich TU Uhr; Nur noch kurze Zeit der Possen- Schlager Exzellenz Maxe Volkstümliche Preise. Sonnt, 3V,: Psntoltelhcld [ Trieatfo' >8 Uhr. 8 Uhr 1 Unier allabendlicher Leitung d. Komponisten' Paul Linke Ijraniunai QroBe Ausststtungs- operette Oscar SatKKo.j Else ßerner Frilzl Arco Martin SettSEr Fritz Steidl Orls-Qrlgola'.isl Luftliallettf 1 Tageskasse un- | unieidr. geötfn. Untersuchen wir, einige«»u» her langen Reibe bos Debatenr» anzugeben. Die betaunle reizooUe Säuger!» Herltill Neu- bans erdssnet das Spiel. Shre schöne Stimme, ihr tunst. voller, echt musiialischer Bortrag rnit sofort gute Stimmung hervor, denn es ist eine wirtliche Künstlerin, die wir hören. Dann kommt in dnntester Folge Lnsttge«, Komisches mit einem Edinst Ernst dazwiichen, um in eine tlelne Berzauberung auszutcne». Wir sehen die graziöse Tiinzerin Crita Feige, darauf einen Mann mit bewnder« starlem, drastischem Humor, einen bewährten Meister i» seiner Art. de» Wiener Komiler Ebi Niegerl. bann die zwei Uberlustigen Pohlens auf ihrer tieine» Sevaratdiihne Ganz Über- raschenb wirken die Boriritge von Lene Ren mann. Sie bezeichnet sich als Parodtstt», in der Tat aber haben wir da einen weiblichen Komiier. eine Hnmorvirtnostn I. Ranges vor uns, Ststrme von Lachen und originelles Amüsement ........... ich," aesellen sich) den Darbietungen de» aeistrelchrn Stegreildichters Richard Schwarz, und eine ernne. poetisch nachklingende Stimmung bringen die Vorträge der anmutigen, jungen Schauspielerin Jlty Rut kowa ki hervor. Doch gleich darauf gibt es etwas nngemeiu Sildsche» zu sehen: et» phantastl" Puppenspiel, ausgeführt vom Ballettmeister Molkow Zwei Eolatänzerinnc»— originell und unterhaltend zuo antastifches DWMW»��WWWWW.....— item und oidnzerinncn— originell und unterhaltend zugleich. Mannerguarlett„Die Minnefänger" ertreuen mit schön klingenden Vorträgen, worauf der au»gezeich> Komiker Georg Ruselli mit seinen ungemein drollj Vorträgen wahre Lachftiirme herorrnlt. net» igen Ist man schon am Schlntz, so gibt e» ulötzlich außerhalb der Vorstellung eine«eine Verzauberung. Rechts im Saale deginnl kunstvoller Gesang, links im Saale ertönt ein heiteres Lied, dan» erklingt es aus der Mitte von der Eftrade her, so wunderschön und paestevo«, daß die Sinne gefangen ge- Nammen werden. Und so geht es weiter voll Stimmung und stark anregender Unterhaltung, dl» das Kaffee gieika seine Pforten mit der Polizeistunde schließt. Hksster am Kurfürstendamm Tel.: stelnplatz e»H vir. vr. Lugen Ködert Hurkllr.t.ndamn. 208« Allabendlich 8 Uhr: Ingeborg ■Sie drei«rosten«Erfotne bev Rotter.«uh>i Kleines Theater MabendNch 7V,Uhr: Der große Erfolg! ZlUlWt- IkltlkM Eugen öurg Carola Toelle Zalkenfteln, Hilders Trlanon'Theater Allabendlich 8 Uhr: In«ie Mk Wlgi Mein. Freund .» Teddy /lrnolü Korff Lotte Kttnder Bendow, Schneider-Zrisscn Resiöenz-Theater Täglich 7V-Uhr: Ser große Erfolg dt«|»r Spielj.it! Der König in Paris oigg Limburg Ens mn-m Eugen Bei. Eise Wa Liditipiele Oia Aufnahmen sind an den hlsto-l rlschen Stätton In Italien hergestellt. I EraoJheint im Sond.rvorleiii dar National- Film■ A.- G. Creschloissene Vors tcllnn gen 5, 7,» Uhr. Kartenverkauf 1 Stunde vor Beginn der Vorstellunir. Vorvcrkanf nb Montag, den 17. Oktober, vorm. 11 bis 1 Uhr, für drei Tage im voraus. ' W..'*»? I?'. ..vv v. WlbttV Großes SchauspSelhaus BMT* Heute, Mittwoch, nachuilttags'/.S Uhr: KARSAVIM Mit».: Alexande r Gavrlloff Karten 10—80 M. und Stauer bei Bote& Bock. A. Werthoim 1 I£ und an der Kasse des Groben Schauspielhauses. SCHALL und RAUCH Im QHOSSHN SCHAUSPIELHAUS Am Zirkus 1. NorrLSOti THglloh» Ihr: 1 1 IMilly Präger! I !u. das grolle Programm ETs!Xt!'sy* El«il.u uhr Ball u. VorführuBöen Pilsner und i Tücher Bier j Kein Welnewang Uraufführung Im TERRA THEATER Hardenhergstp.• Corona-Großfilm; Heute «'/, Uhr Alle Karten vergritfen! V28 Uhr: Morgen, Donnerstag »M- Uraufführung des Millionen-Films der Richard Oswald Film A..G.. Lady Hamilton im Marmorhaus und in den Rieh. Oswald Lichtspielen 7 Akte frei nach der Historie und den Romanen von Herarioh Vollrat Schumacher„Liebe und Lehon der Lady Hamilton' nnd„Lord Nelsons letzte Liebe* von Richard Oswald- In den Hauptrollen: Liane Haid/ Else Heims/ Qertrud Walker/ Ilka Grüning/ Kit« Wnldtk Adele Sandrock/ Julie Serda/ Conrad Veidt/ Reinhold Schflnzel/ Werner Kraoß/ Georg Alexander/ Theodor Loos/ Hans Heinz v.Twardowski/ Friedrich Kühne/ Heinr. George/ Louis Ralph/ Hngo Döbiin/ Anton Polntner/ P. Blldt EnfwaritPauILenl. oekorat.: Hans Dreier. Regie= Rieh. Oswalö In beiden Theatern: Erhöhte Eintrittapreiao von 10. OO bia SO-SO JHk. inkl. Steuer.— Dlenstplätzo, Ehrenkarten und Ereikarten aufgehoben, Eine fast glaubhafte aeschiehte In 3 Akt. von B. B, Lüthge und Haas Behrendt mit Wilhelm Dieaelimmi I Ewnil OeBiiif Cirl it Vogt/ Eillur Hasis/ Carl Eltlliij'f AuCerdem „Herkules Hopps" Der iwelte Plastrick-Fiim. I Theater 1 S F0L1ES CAPRICE I* Llnlenstr. 183, am Oranienburger Tor. 8 Uhr Konzerthaus Friedrichshain am Friedrichshain 16/23 76/12 Freltar, 21. Oktober 1921, abgnds 8 Uhr: BrSktnungskonzert ��PSTAlliarmoi&i$e|i.Orchesf€r Wagner-Abend Mörike tdcilrals- Palast F/a: Die roten Schuhe Kurt kan Ärmster 14.— bis 8— M, Bote& Bock. Wanheim, Abendkasse Malaa)e Karten 14.— bis 5— WWWWI Frledrlcbshair�ui� Kon-erthaut Saalhau Friedriehshain ��Eröffnnnnskonzertl HLHARMOstllbCn. ORCHBSTBR( | Freilog, 21. ahends 8 U mit dem PHILH ARMOfUSCH. Wagner- Abend(EduÄUe) Melanie Kur« Kart Ärmster| von der Staalaopar I Kart, ä—|4 M, Bote«t ß, Werth., KQnx.-H.FriedrhJ 17öhno„NN D tw. TciUahIg.5j aar. krönen 18 M.I Laim von n Zahn*. m.Einspr.h.schrnerrld.i 7.'... Umarb.sehlechis.Oeb.Rep.sof 1 Zahn-Arzt Dr.WpH Pntsd.St.SS Hochh-st SDrr.,Q-7| Bebrenstr. B4 b U.; Der uniilieptpellliche Oktsher- Spielplan ____ Konzertbureau Loewenson___ JlarmorHaal Zoo. Dionatag, d. M5. Oktober, abendiv 7:/, Abi: Arien-Abend f«/i« Alfred PI C C AVE R Karten 10�50 M, bei Bote& Bock und A. Wertheäm Posse mit Gesang in 3 Akten von L. Leonhard mit Ferd. Orliaecker— Rud. Bergt Grete Dierkes. Einmalige Preisvergünstlgung jür die Leser des„Vonvürfs" Loge stalt 26.—... 16.— Orchest.-Faut- statt 18— 10.— I. Parkett statt 16—.. 6.30 II, Parkett statt 14.—.. 7,30 Balkon II. statt 14.—., 7,5» Rang statt 10—... 3,— ouiilg bis 4 Personen bis 31. Oktober. Sonntag 3 M. Aufechlag. [ Nord 863» I >i»oi• Dai gröiife Kino der Weff �'Vlg.1.1.; rem''»».�'Mk.'.ktz'-i'ik? vini'" | Des großen Erfolge» wegen verlüngert 1 Die scnsafiooeUe Film-Operette Miss ¥enus fersSnlichss Ruftreten von Ada Svedln mit Bällettmelstor Willy GodUwsky im mexikanischen Origlnal-Cowboyians, hoch zu Roll im Publikum DasJapanischeRalfeB Nobody IV. Teil mit ajlraater Sahaffar. Beginn Vit Uhr Fiaiknrten aufgehoben Marmaraanl nm Zoo Morgen, Danoeratag, 20. Oktober, 8 Uhn i'H KATER -■ 7V, täglich?>/, 3 Die neue Revue: .»» I I Ewjeea Burg und I | Loul» T u u(a t e In{ Oasangstaxte von. Teobald Tiger, Willi! Stärk u. Brich Glaser f | Musik von I Rudolf Xolnon 1 | Tänza. Roberl Nigrel I Kabaret ß äS Wieder eröffnet! clfcus iiisch Jrgi.7Vfc 5tg.auch3L.J Bahnhof Börse Haltestelle I, Benutz. Sie Vorverk.| Theat. aKottbus. Top T-l.Moritzpl.i«77 Täqi. ZVj uljcunb (Sonnt, nndim. SU- iite-Säügei — lOcherton!— «lstl fiomtC „ Rm. Halbe Preis« � Bvks. II-1V, it. d-v AwamdrA r»j Reine» | Variete'Programin! I Hauchen gestattet: I Hein« rieh KNOTE An. piQje. t Kikmkuz Schfflalsüch I2J 9 n n o l<•-Fanget an-—„Am stillen IT u{] II o f. Herd"—..Romerzählun,'" uv'odn'r Strauß ♦ Schobert ♦ Wolf Karten Mk 25-6, bei Bot- A Bock, A. Wcrihelm Leipziger Str. � WgmeiMwiW t Konzcrtdirektlon Robert Sachs, Inh. E. Sachs u. E. Knla. PHILHARMONIE. Letztes Konzert Freitag, 11. Nov., 7� Uhr. Karten bei Bote& Bock, Wertbeim Konzcrtdrrektlon Robert Sacli Battistini y Einer sagt's _ de.'n andern Blüthnersaal. Henle Mittwoch, 19. Okt., abends 7>/. Uhr: Anaorge Romantischer Abend. Brahms, Son. F-Moll op. S. Mendelssohn. Vier Lieder ohne Worte, Schumann, Fan- j tasie C-Dur, op 17, Liszt, Venezia e Napoli. Karten 20—5 5t. bei Bote& Bock, Wertheint und Abendkasse. Philharmonie. Heute Mittwoch, 19. Okt., abends 7 Vi Uhr: 1 Einziges Konzert mit dem Philharmonischen| Orchester. Dirigent: Mathien Glinski, Warschau. Rßapia Labia Sfabat Mater, Salome(Strauß) letzte Szene, 1 Arien v. Verdi, Puccinl, Der blinde Sänger (Ballade für Orchester). Urauff. Glinski. Karten 50—5 M. bei Bote Sc Bock, Wertheim, i und Abendkasse. Gold-, Silberbrnch und Gegenstände Zahngebisse einz. Zähne b. 160 M. Brillanten Munzensammig. Uhren, Ringe, Ketten, Ferngläser usw. verkauft man am vorteilhaftesten nur bei d. bek. renomm. Firma Siehard ffenrni, Wilhelmstraße 39, Ecke Kochstr., nahe Anhalt.u. Potsd. 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Oktober 1921) ein WaHlvorschlog drr Arbeitgeber, beginnend mit dem iliamen Wittmer und endigend mit dem Namen Mehlis und ein Wahlvor- schlag der Versicherten, beginnend mit dem Na- men Schobert und endigend mit dem Namen Tauchnitz, eingereidst worden. Die auf diesen Vorschlägen verzeichneten Personen gelten somit nadi§ 9 der Wahlordnung als gewählt und findet die zum 16. und 17. November 1921 anberaumte Wahl dicht statt. Die Liste der Gewählten liegt im Rassenlokal, Pan- low. Breite Straße 18, in den Pormittagsstunden non 8—1 Uhr zur Ein- stchtnahme aus. Ein- spräche gegen die Gültig- leit der Wahl sind bis zum 3. November 1923 beim Borstand geltend zn machen. Berlin- Panlow, den 17. Oliober 1921. Drr Vorstand der Allgemeinen Orts- tronlrntoR« Berlin. Paniow. Otto R i ß m a n n, _ Vorsitzender. 10/19 Allgekieive öliskranlenWe Berlin- Mkenimg Bekanntmachung Auf Grund des Wahl- ansschreibens für die Wahlen der Versicherten und der Arbeitgeberver- ireter zum Ausschuß vom 21. September 1921 ist, sowohl seitens der Der- sichrrirn als wie auch der Ardeiigeber, nur je ein gültiger Wahlvorschiag eingereicht worden. Der Wahlvorschlag der Versicherten beginnt mit dem Namen„Seilel' und endet mit dem Namen „Pietsch". Der»Wahlvorschiag drr Arbeitgeber beginnt mit dem Namen„Pischo!" und endet mit dem Na- men„van Dyck". Beide Wahlvorschläge entsprechen ihrem gesam- ten Inhalt nach den Vor- schristen der Wahlord- nung und liegen in der geit vom 18. Oktober bis 31. Oliober 1921 im Kasseniofol, Magdalenen- straße 16 1— Registratur —<8—1 Uhr) zur Einsicht aus. Da seitens beider Grnp- pen drr Wahlberechtigten nur je ein gültiger Wahl- Vorschlag vorlirgi, sinort eine Stimmabgabe nicht statt, sondern es gellen die darin vorgeschlagenen Vewerber als gewählte Vertreter der Versicherten bzw. der Arbeitgeber zum Ausschuß t§ 9 drr Wahlordnung). Die Amisveriode der gewählten Vertreter de- ginnt am 1. Januar 1922 und endet am Zl. Dezem- drr 1923. Berlin-Lichtenbrrg, 18. Otiobrr 1921. Der Lorstand. O. S r i k- l _ Vorsitzender. drn 1018 Berichtigung. In der Betanntmachiing betreffend die Wabi zum «»sschutz dar II(Ige- meinen OrlsttuuCen- foffe»er Stadt Setiin muß es heißen: SO. 1Z. Wahllokal, Turn- halte d. 20. Gemeindeschnle Malbematflratze 77. waren en gros Einzelverkauf» AlaskafCcbse, Kreuzfüchse, Pelzkragen v. 100 M. an, Pelzmäntel, Herren-Sporlpelze mpr Neue Königstr. 21 (Ordonnanz-Haus) kein Laden, II. Stock Bitte gtiaii saf Firma 01 und Hausnummer zu achten! Unzen Sainminnöen KauftBalL Berlin, Wilhelmstr. 46/47 ünzen nanaiDnft. Dottoärtsfftebenbeunö Erfinder Gute Verdienstmäglichleit.1 Aufklärung und Anregung gebende Brofchüre: Sin neuer Geist? fenbetgeot g. Erdiuanu& Co.. Bln.. KLniaaräaer Sir. 71. Jagdgeuiehre Aulomätlscha Pistolen usw. Ankauf, Verkauf. Umtausch Gemehr-Aabrit* ßustav Katze! Berlin WS, Harkgrafanstr. 50 Mellen Ga�nrnnd bei den Bahnhäfen Mariendorf, Marienselde, Diesdorf, Mahlsdorf, Kaulsdorf verlausen billigst Nieschalke& Nitsche Re»eStSutgst.lßiiigSH. Tagesordnung: Stellungnahme zum Reichstarif. Am Donnerstag, den 20. Oktober. abends 7 Uhr, für die Bezirke Jtoröosten, Osten und Lichtenberg im Lokal von Heinrich, Grütze Zrautfucter Sit. 30-, für die Bezirke Südosten und ZteutSlln in den«Hoheustaufensülen-, ttolkbuser Damm 70; sür den Bezirk Charlottenburg im Lokal von Ecltnauu, Schurreustr. 34, Ecke IBil- mersdorser Stratze. Am r e i t a g, den SR. Oktober, abends 7 Uhr, für die Bezirke Norden, liloublt, (ßefunübeunnen und wedding in den„ffleetnania- fäleu-, Chaufseestr. 110; für die Bezirke Westen, Wilmersdorf, SchSneberg und Steglitz Im „Uafionalhos-, Bülomstrutze 37. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen erwartet vollzähiigrs und pünliiches Erscheinen 179/5 Die Ortsoerwaltung. Schlichtuugsausschutz Groh-Verlln Die Wahl des Kuratoriums für den Schlichtung»- ausschuß Eroß-Beriin hat in der Zeit vom 6. bis 20. September 1921 ftottgefunben. Die Liste der Ardeilgebervertreier, anfangend mit dem Namen weh. Reg.-Nat(Schtüpmann, und die der Arbeitnehmervertreier, anfangend mit dem Namen Otto Zisla, ist gewählt. Weitere Listen waten nicht eingereicht Die konstituierende Sitzung findet am Dienstag, den 25 Okioder 1921, nachm. 3 Uhr. im großen Sani« des Schiichtungsansschnffes Groß-Berlin, dl 39, Kieler Str. 5—8, statt Drr Wahlausschuß 204/11 Ramsbrock Schieber, Apotheker Arndt, Maler Heute nachm. 3 Ahr: Areimillige Derftelgeruug Vet- AllMMW WM.g Ladeoeinrictitusg. Fleisctierwagen. Salon(Baroek) Drzimalwag«, Klriderschräntr, Vertikos, Stühle, engl. Bettstellen, AnszlehL, Trumean. Sola m.Umb., Büfett, Ä Wl Wlltz. Avkkionlilor»n".� TfÄSl mm® v/2 W: s, SWWsWe 31 Eieg. 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Severing im Interesse der bürgerlichen Gesellschaft die Ordnung aufrechterhalten und gegen die Arbeiter gekämpft. Der Reichs- kommiffar für öffentliche Ordnung Weißmann hat im Unter- fuchungsausschuß gesagt, er brauche keine Spitzel, sondern bekomme seine Nochrichten von sozialdemokratischen Abgeordneten. Das ist doch skandalös! Herr Leinert hat f. Zt. behauptet, feine Bürger- schutzorganifation in Hannover sei keine Orgesch. Wozu dann der geheimnisvolle Waffentronsport? Herr Leinert wird natürlich er- klären, es sei„Bohnschutzmaterial". Da der Redner entgegen dem Debotteplan des Aelteste'nrats fortgesetzt von Oberschlesien spricht, wird er zweimal zur Sache gerufen. Er oerbreitet sich dann aus- führlich über den Breslouer Kommunistenprozeh und geht auf die Organisation Roßbach ein. Abg. Oeser(Dem.): Man will hier offenbar beweisen, daß an der Spitze des Innenministeriums nur ein Sozialdemokrat, nicht ober ein Demokrat stehen darf. Die Sozialdemokraten müssen aber bessere Gründe als bisher vorbringen. Wir wollen noch immer die allerbreiteste Basis für die Regierung. Seit der Ermordung Erzbergers muß jeder eingesehen haben, daß ein Wiederaufbau nur aus dem Boden der Republik möglich ist. Der Beamte muß der Republik gegenüber loyal sein. Mit großer Sorge sehe ich, wie auf unseren Schulen häufig der Jugend der gegenwärtige Staat verächtlich gemocht wird. Unerträglich ist es auch, wenn ein höherer politischer Beamter in einer Bersammlung darüber klagt, daß der nach Berlin abgelieferte Hafer in den T a t t e r s a l l wandert. Der Versammlungsbesucher aber schmunzelt, weil er in seinem Blättchen gelesen hat, Frau Reichs- Präsident Ebeet lerne reiten! Em Zeichen schlimmsten Tiesstandes ist es, wenn ein Beamter so schamlos ist, derartige Lügen und Märchen zu verbreiten. Wir müssen von unseren Beamten bald ein aktives Eintreten für den Staat oerlangen, dem sie dienen. Die vom Minister Dominicus vertretenen Grundsätze sind sachlich und dienen der Republik. Wir stellen uns geschloffen hinter ihn. Einige Einzelfälle darf man nicht als typisch hinstellen. Von einer Eni- sozialdemokratisierung der Verwaltung durch Dominicus ist keine Rede. Wir brauchen eine breite, tragfähige und dauernde Re- gierung. Mögen die Konsuln sehen, daß der Staat nicht noch mehr Schaden nimmt!(Beifall b. d. Dem.) Abg. Severing(Soz.): Wir würden uns freuen, zugeben zu können, daß unsere An- frage gegenstandslos war. Leider war sie ober sehr notwendig. Es handelt sich für uns nicht um eine„Futterkrippenpolitik*, sondern um Sicherung der republikanisch-demokratischen Staatseinrichtungen. Eine Klassenherrschaft lehnt meine Partei ab. (Lebhafte Zustimmung b. d. Soz.— Lautes Hört, hört! der Komm. — Heiterkeit.) Sie(zu den Kommunisten) wollen ja nur die Dik- totur des„Proletariats*, d. h. die Diktatur der Herren Katz und Eberlein.(Unruhe b. d. Komm.) Früher bezeichneten Sie die Schutzpolizisten als Bluthunde, heute wollen Sie sie für Ihre Zwecke gewinnen. Uebrigens gibt es keine größere Spitzelwirtschaft als ge- rade in Sowjetrußland. Bei dem Minister Dominicus setzt niemand Böswilligkeit voraus, aber in der Politik kommt es nicht auf die A b s i ch t an. Der Erlaß, von dem er gesprochen hat, ist überhaupt nicht sein Werk, sondern vom Hauptausschuß veranlaßt. Die Rede de? Ministers war auf eine sehr naive Hörerschaft berechnet. Nicht Entsozialdemokratisierung, sondern Entdemokratisierung der Verwaltung wird durchgeführt. Die Monarchisten fühlen sich ermutigt, die Re- publikaner werden mit Argusaugen überwacht und verlieren alle Freudigkeit. Führt man so den neuen Geist in die Verwaltung ein? Im Falle des Landrats Seybold ist die Untersuchung nicht so gründ- lich geführt worden, daß die Schuld einwandfrei festgestellt werden konnte. Ich glaube, daß in der gegenwärtigen Zeit der Minister nicht nur die Pflicht hat, sich als erster Demokrat des Verwaltungs- apparates zu fühlen, er muß vielmehr der Stoatsminister sein, der die politischen Notwendigkeiten zur Anerkennung bringt. Dies Bewußtsein haben wir bei ihm vermißt.(Sehr richtig! b. d. Soz.) Es ist richtig, daß seit dem 20. Februar einige Sozial- demokraten bestätigt wurden. Aber die waren noch von der alten Regierung berufen. Dominicus hat bisher nicht einen einzigen Sozialdemokraten, Demokraten oder Zsntrumsmann al? Landrot berufen.(Hört, hört! links.) Die Schutzpolizisten können allerdings nicht auf Lebenszeit angestellt werden, aber zwischen oberen und niederen Beamten darf man auch keinen Unterschied machen. Die Schupo ist auf dem besten Mege, wieder militarisiert zu werden. Der Ausnahmezustand in Ostpreußen war in dem Augenblick über- flüssig, als die polnisch-russische Kriegsgesahr nicht mehr drohte. Hot der Minister Kenntnis von den Ausführungsbestimmungen, die Geheimrat Rödenbeck zu der Verordnung des R e i ch s p r ä s i- deuten erlassen hat und durch welche der Sinn der Verordnung illusorisch gemacht wird? Auch die Haltung dcs Ministers gegen den Sclbsts6)utz können wir nicht billigen. Der Selbstschutz ist nur ein Ferment der Beunruhigung. Was für ein Licht wirft es auf die Regierung, wenn im Nachrichtenblatt für höhere Ver- maltungsbeqmte unwidersprochen geschrieben werden kann, daß der Beamte durch seinen Eid verpflichtet ist, die monarchische Verfassung gewissenhaft zu beobachten, daß der Eid auf die republikanische Ver- fassung daher nichtig sei?(Stürmisches Hört, hört! links.) Solchen Herren verschafft die Politik des Ministers Oberwasser. Es ist eine Politik auf kurze Sicht. An den Arbeitern ist das Unrecht vcrgan- gener Jahrzehnte gutzumachen. Wir brauchen im Ministerium des Innern einen ehrlichen, energischen Republikaner und Demokraten. Erweist sich Dcminicus als solcher, so gibt es keine peinlichen An- fragen mehr. Aber wir wollen endlich Taten sehen und nicht nur Versprechungen und Lippenbekenntnisse hören!(Lebhafter Beifall b. d. Soz.) Minister des Innern Dominicus: Gegenüber den Ausführungen der Abgg. Peters und Scholich (Soz.) im Hauptausschuh lege ich zum Nachweise der Richtigkeit meiner Angaben über den Regierungsassessor o. Schröter usw. die amtlichen Schriftstücke hier zur Einsicht nieder. Severing bekennt sich im Gegensatz zu seinem Parteifreunde Krüger zu dem Prinzip der zwölfjährigen Anstellung der Schutzpolizci. Wir sind bereit, gegen die„Arbeitsgemeinschaften* mit allen Mitteln vorzugehen. Aber im Abstimmungsgebikt hat die preußische Verwaltung nichts zu sagen. Wir warten immer noch mit Schmerzen auf das Material des Abg. R a b o l d. Es ist selbst- verständlich unzulässig, wenn ein Staatsbeamter mit der Orgesch in irgendeiner Vecbindung steht. Londrot Seybold hat sich von 25 der 26 Anklagen gegen ihn reinigen können. Die finanzielle Notlage der Gemeinden erfordert erfahrene Beamte. Der Minister des Innern in Baden, ein Sozialdemokrat, hat bisher noch nicht einen einzigen Außenseiter in der Verwaltung angestellt.(Zuntf links: Da gibt es auch keine Junker!) Ebenso ist es in Württemberg und Bayern. In Sachsen sind von fünf Kreishauptleuten drei schon vor der Revolution im Amte gewesen.(Der Minister verliest eine Liste, aus der hervorgeht, wieviel Beamte er aus den Parteien des Zentrums, der Demokraten und der Sozialdemokratie bereits er- nannt hat.— Zuruf des Abg. Severing: Aber kein Außenseiter!— Oer Minister verliest daraus eine Liste der Außenseiter.) Die unter- schiedliche Behandlung der oberen und unteren Beamten bei der Schupo ist auf die Entente zurückzuführen. Die Aussührungs- bestimmungen des Reichsinnenministcrs zur Verordnung des Reichs- Präsidenten find in dem gleichen Geiste abgefaßt, wie' die des Ge-' Heimrats Rödenbeck. Dies« Ausnahmeverordnung, ein allerding? notwendiges Uebel, darf man nur mit der äußersten Reserve an- wenden. Außer dem Zcnlrol''crband der Konsumvereine Hot jetzt auch der Allgemeine Deutsche Gcwcrkjchastsbund scin grundsätzliches Einverständnis mit meinen Reformen ausgesprochen.(Hört, hört!) Mein Bestreben ist es, durch Unter- drückung aller Parteiauswüchse und Hgroorkehrung der richtigen Staatsdienergesinnung den allgemeinen P a r t c i e k e l zu be- kämpfen.(Beifall!) Abg. Leid(U. So�.): Der Minister hat durch seine Begünstigung der Selbstschutzorganisationen unsere Außenpolitik schwer ge- schädigt. Er hat die Schutzpolizei völlig militarisiert. In Entente- kreisen spricht man von der Schutzpolizei als von einer verkappten Armee. Wir sagen dem reaktionären Kabinett Stegerwald, in dem der Innenminister eine Hauptrolle spielt, schärfsten Kampf an. Damit schließt die Aussprache.— Abg. Krüger(Soz.)(persön- lich) stellt fest, daß er im Hauptoussckuß sein Einverständnis mit der zwölfjährigen Anstellung der Schupo von bestimmten Boraus- setzungen abhängig gemacht hat, u. a. gleichmäßigen Anstellungs bcdingungen für Ober- und Unterbeamten Ein Vertagungsantrag der Rechten wird abgelehnt. Es folgt die Beratung einer Anzahl Großer Anfragen und Anträge aller Parteisn über Sie Nartoffelverforgung. Ein sozialdemokratischer Antrag verlangt umfassende Maßnahmen gegen den Wucher mit Kartoffeln und gegen ihre Verschiebung ins Ausland sowie hinreichende Wagengestellung und Verbilligung der Frachten für Kartoffeltransport?. Abg. Dr. Krüger(Dnat. Vp.) begründet die deutschnationole Große Anfrage, indem er behauptet, die Mißregierung feit der Re- oolution sei schuld an unserem Elend.(Unruhe links.) Sehen Sie sich unsere traurige Valuta an! Die sozialistische Regierung ist schuld an allem Unglück.(Tobender Lärm links.— Zurufe b. d. Komm.: Wucherer! Verbrecher.) Mittwoch 12 Uhr Weiterberatung und Fortsetzung der Be- sprechung der Anfragen über die Vorgänge an der Fürstin-Bismorck- Schule.— Schluß 6 Uhr._ Wetterbericht bis Tonncrstog mittag. Zeitweise nebelig, sonst trocken und vielfach bester'bei meist schwachen südlichen bis südwestliche., Winden. In den Mittagsstunden sehr mild.__ Wirtschoift Der Stand der Mark. An der gestrigen Börse wurde die stürmische Auswartsbewegung der Devisen— wie wir bereits kurz berichteten— durch zahlreiche Schwankungen unterbrachen. Zwar herrschte nach ein- zelnen fremden Zahlungsmitteln immer noch rege Nachfrage, doch ließ diese später nach. Im allgemeinen scheint eine Beruhigung ein- getreten zu sein. Da sich in der Zwischenzeit an der wirtschaftlichen Lage und an den Aussichten Deutschlands nicht das geringste geändert hat, zeigt es sich�mehr und mehr, daß der panikartige Taumel von vorgestern aus Spekulationsgründen entstand. Die amtlichen Notierungen ergaben eine leichte Sen- kung der Devisenkurse gegen vorgestern. Im einzelnen zahlte man für die hauptsächlichsten fremden Gcldsorten an verschiedenen Stich- lagen für: am 2?. 7. l. 10. 13. 10. 17. 10. 18. 10. 100 boll. Gulden 2477,30 3896,10 4943.05 5894,10 6318.43 1 Bfd. Sterling 289,70 462,30 376,40 704,23 74423 1 Dollar... 81,03 124,37 149,60 184,81 180,81 100 französ. Fr. 620.83 874,10 1083,90 1348,63 1323,63 100 Schweiz. Fr. 1321,15 2147,83 2377,10 3396,40 3496,40 100 österr. Kr. abgestempelt 9,13 7,82 7,98 9,23 9.48 100 lschech. Kr. 101,23 127.33 159,80 179,80 193.30 Bemerkenswert ist an der Gesamtbewegung der Kurse seit Ende Juli, wie sich sogar die ö st e r r e i ch i s ch e Krone, die unter 7 Pfennig gesunken war, in letzter Zeit gegenüber der Mark besser stellt. In noch schärferer Weise hat sich die tschechische Krone von dem Kurssturz der Mark freigehalten, sie ist jetzt mehr als doppelt soviel wert als die Mark, wenn man die Goldparität(1 Krone— 85 Pf.) zugrunde legt. Die kohlcnsöidcrung an der Ruhr. Die Kohlenförderung des Ruhrbeckens(ein- schließlich der linksrheinischen Zechen) hat nach den endgültigen Feststellungen betrogen: Gesamtsörderung Zahl der' Arbeitstägl. Tonnen Arbeits- Förderung > tage Tonnen September 21... 7 833 871 26 302 072 August 21.... 8068063 27 298817 Februar 21.... 8174606 21 340609 Scptember 13... 9 696 397 26 372 938 Die a r b e i t? t ä g l i che Förderung ist von 298 817 im Zlugust 1921 auf 302 072 Tonnen gestiegen. Im Vergleich mit Februar 1921, dem letzten Ueberfchichtenmonat(arb�itstägliche Förderung 340 609 Tonnen) war im September eine Mmderfördc- rung von 38 537 Tonnen zu verzeichnen. Das größte Kupferbergwerk Deutschlands wird fetzt in eine Aktiengesellschaft verwandelt. Unter de" Firma M a n s- seld-Syndikat Aktiengesellschaft wurde eine Aktien- gcsellfchaft mit einem Stammkapital von 880 000 M. zwecks Erwerb und Betrieb von bergbaulichen Unternehmungen aller Art, insbefon- dere solcher im Mansfeldjchen Bergrevier, gegründet. Die neu- gegründete Aktiengesellschaft wird der MansfeldschenKupfer- schiefer bauenden Gewerkschaft in Eisleben zwecks deren Umwand- lung in eine Aktiengesellschaft ein Angebot auf Uebernahme des ge- samten Vermögens der Gewerkschaft und auf Umtausch der Kuxe gegen Aktien bei cntsvrechender Erböhung des Grundkapitals der neugegründeten Gesellschaft machen. Uebcr dieses Angebot wird eine außerordentliche Gewerkcnverfammlung entscheiden. In Aussicht ge- nommen ist olsdann eine weitere erhebliche Erhöhung dcs Aktienkapitals zwecks Beschaffung der Mittel zum Ausbau und zur völligen Modernisierung der Anlagen. Rositzer Braunkohlcnwcrke. Der bereits angekündigte neue Aus- bau der Rositzer Braunkohlenwerke durch eine beträchtliche Erweiterung der Kohlenbasis dieses Unternehmens soll in einer Generalver- sammlung zur Beschlußfassung unterbreitet werden. Es handelt sich um den Erwerb der deutschen Unternehmungen des Duxer Kohlen- vereine, sowie um Uebernahme des Vermögens der Vereinigten Kohlen-Att.-Ges. in Dresden, d. h. der Gruppe Wietznitz-Beune im Geiseltal. Damit die Aktionäre auch an den neuen Aufwendungen verdienen können, wird eine Kapitalserhöhung um 17 Millionen Mark auf 50 Millionen vorgeschlagen. Starke Bcnzinpreisstcigerung. Die Benzinpreise sind in den letzten Wochen außerordentlich stark in die Höhe gegangen. Es wird heute für 100 Kilogramm Leichtbenzin franko Haus ein Preis von 1250 M, und für Äutobenzin ein Preis von zirka 1170 M. verlangt, also rund 400 M. mehr als poch vor wenigen Wochen. Diese Preissteige- rung wird zweifellos in Kürze auch»ine Erhöhung der Kraft- drofchkentarisc nach sich ziehen müssen. Der Vanknotenumloiif Deutschösterreichs hat sich neuerdings er- höht. Er beträgt 73,79 Milliarden. Amerikanisches Petroieummoncpol in der Tschechoslowakei. Wie von der Standard Oil Company in New Jersey bestätigt wird, Hut die Franca- American Dil(Ed., eine Filialgesellschast der Standard Oil, die ausschließliche Konzession zur Aus- beutung der Petroleumgebiete in der Tschechoslowakei erhalten. srk<sn Sie in diskreter Weise auf Kredit Furli�sm Lager Ulnatiilte WiDter-ülster Paletots Metl-B-Cotaway Amflge Ersatz für Maß! Danea-Mektiaa Möbel. 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Abt. SPD. z Dsutsclitridila larb ltir- »erbanil j B»rwa>tunn»st.Berlin De» Milgliedetn zur ! Nachricht, dah unser ] Kollege, der Dreher ÜZsMZliN!(g8gt � am 15. Okt. gestorben ist. Die Einäscherung er- | folgt am Donnerstag, j den 20. 10. 21. vorm 1 9 Uhr. im Krematorium 1 Gerichtsrraße. Ferner starb unser | Kollege, der Nohrieger lZ8iiZs l.gllgl!kö am 15, d M, Die Einäscherung er» folgt am ffreitag, den 2i.ic>.lll, nachm. rUhr, im StrematoriumVaum> ichuienweg, Stiefholzstr Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung er» anriet. IU0/13 Die Ortsvermaltung. (s nnabenb nacht erlöste noch langem I Stranifein ein sanfter Tod meinen Herzens- guten Mann, unseren«ater und Grohoater, den| Rentier Salo Weiß lnnglühriner Leiter der Tnbnlsnbriien! I. Gotdsarb. pr..SInrgnrd nach toeden vollendetem 74. Lebensjahre. Wer den gllttgen. lieben Menschen kannte, wird verstehen, wa» wir verloren habe«. Beritn-Wilmersdorf, München Konstanzer Str. ll Im Namen aller Hinterbliebenen: Lv» WelB, geh. Warschauer| Dr. Berthold Weilt Paula Weilt, geb. Bach Hans und Gabriele Weilt Donnerstag 12 Uhr, Neue 78/8 I Beerdigung: Halle, Weigenfee. Beileidsbesuche höflichst verbeten MWlMMKMMöM Betmalfunsisflelle Berlin JI 54, Liniensir. 83-85 Geschäftszeit von vormittags S Uhr bis nachmittag» 4 Uhr Telephon! Amt Norden 185, IM», IS«?. 9714 Oonneratag. den 20. 0 Hoher, nachm. 5 Ahr, bei Hummel,»ophienftr. 4: Vertraueu�männertonferenz der chirurgischen Branche Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. 180/14 Die Ortsrerrvaltung. WWMlsWIUlW. MiNrnoch, den»0. Oktober 1821. abend» 7 Ahr. in den tvermaniofdien, ilhausseestr. 110: Sr. jnüuntleoetfoininlüng für alle in Arbeit siehende».ausgesperrte Arbeitnehmer der Zigaretten-Industrie. Tagesordnung 1. Die Dewaitmahnahmen der Ardeilgeber. 2. Das passive Lerhalien der Ausstchisdehörde und welche Mahnahmen erareiit dir Arb eiterschast und ihre Berlretung zur Linderung der Not. S. Bericht der Belriedsobleute. 4. Diskulston. Oer Jndnskrierok der torkeMerlen Verbkinde ruft oN« zum mnchiigen Protest auf! Deufidiet labafatbeifer-Betband. Deutscher Iran»portarbeitet- verband. Deutscher Metallarbeiter-Verband. Deutscher Buchbinber-Verbaud. Verein der Verliner Vuchd! ucker und Schristgießer Donnerstag, den 28. Ottober, nachwUtag» 5", Uhr im llrinen Saale der Neuro Welt, Hosenheide>8« 114: AsSeM. SeiiMlMsLMlM Tagesordnung wi d in der Versammlung dekannigegeden Zu dieser Becsammlung sind außer den Delegierten auch die Bertrauensieute und Druckereikassierer eingeladen Ohne Legitimation kein Zutritt! 41/17' Oer Guuvorslood Krießsnnleibe wirll 2U 84% in Zahlung genommen. •0 zur Suche Selbjta.-rwertung «Mi u, SSelrnelolle . zu höchst, Preisen G. Scbliepbachc Juwelier ♦ Friedrichstroße 210 . Ecke Stochslrohe Kleide Dicli billig,«ptieffiffiB .................. r______________ raiinimn" i ii ,, Wschf. Tfimlche enorm billigt cm Leih3iaMsR?lop8tgp8atz58a pTisi�Flsteier� PeBzmäntel! 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