ffg.495 ♦SS.fofttgftftg Ausgabe A Nr. 250 Bezugspreis» Bierteljiihrl. ZS,— M., monlltl.lZ,— M. frei ins Sa»s> voraus zahlbar Postbezug: Monatlich 12.— M» einschl. stu- stellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, das Saar- und Memclgebiet. sowie die ehemals beut- schen Gebiete Polens, Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 22,— M.. für da» übrige Ausland 2g,— M. Post- bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tschecho- Slowakei, Däne- mark. Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der„Vorwiirls" mit der Sonntagsbeilage„Volk und Aeir', der Unter- haltnngsdeilage„Heimwe't" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" «icheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Adreffe: »Sozialdemokrat Derlin" Morgen Ausgabe Verlinev Volksblstt ( 40 pksnnig) Anzeigenpreis: Die neungespalteni ZlonnatetL�eil« kostet S,— Pi„fllcine lHnjclgcn" da» fettgedruckte Wort 2,— Pi. szu- lässig zwei fettgedruckte Worte). lebe» weitere Wort l.— Al. Stellengesuche und Schiasstellenanzeigen das erst« Wort 1.— M.. fedes weitere Wort «0 Ptg. Worte über ib Puchstaben zählen sür zwei Worte. Familien-An- zeigen sür Abonnenten Zeile 3,60 üll. Die Preise verstehen sich einschließlich Teuerung», Uschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bi» 6 Ahr nachmittag» im Hauptgeschäft. Perlin EW W. Linden- slraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 6 Uhr abends. Zentralorgan der rozlaldemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Expedition: SW b8, Lindenstr. z Redaktion Morittpla« ISlitä— S7 ""Nlprrnier. �p�ition Biorihplav 11763— s« Donnerstag, den Äv. Oktober 19Ä1 vorwärts-verlag G.m.b.H., SW öS, Ltndenstr. Z - Bcrlag, ikxprdjtion und Inseraten- IlllIljZllHLL: aibtcilung Moriftplah 11753-54 Der Kampf um Wirth. Der Reichstag versammelt sich heute in Berlin, um zur Entscheidung über Oberschlesien Stellung zu nehmen. Diese Entscheidung liegt bis jetzt im amtlichen Wortlaut nicht vor, es He�t aber, daß sie noch heute zu erwarten ist. Nach ihrem Eintreffen wird sich das Kabinett Wirth über sein Verhalten schlüssig machen. Der nächstliegende Ge- danke ist, daß das Kabinett alsbald vor den Reichstag tritt, von seiner bisherigen Tätigkeit Rechenschaft ablegt und den Reichstag über fein Gehen oder Verbleiben entscheiden läßt. Leider ist aber keineswegs sicher, daß dieser gerade Weg beschritten wird, ob das möglich sein wird, hängt von den Entschlüssen der Fraktionen ab. Gestern haben nun die Fraktionen des Zentrums und der Deutschen Volkspartei getagt. Ihre Vera- tungen waren naturgemäß vertraulich. In Journalistenkreisen wurde indes behauptet, daß die Verhandlungen des Zentrums für das Verbleiben des Kabinetts Wirth durchaus g ü n st i g verlaufen seien. Die Deutsche Volkspartei aber habe ihren von den Demokraten gewünschten Eintritt in ein umzubildendes Kabinett Wirth gegen S Stimmen abgelehnt. Träfen diese Nachrichten zu, was wir dahingestellt fein lassen müssen, dann wkire die innere Lage bis auf einen Punkt geklärt. Zentrum und Sozialdemokratie f ü r Wirth, die Deutsche Volkspartci gegen Wirth. Es bliebe dann nur noch die j Frage, ob sich die Demokraten für Wirth oder für die Deutsche Volkspartei entscheiden. Aber auch diese Entschei- j dung dürfte sich dann von selbst ergeben, da man sich bei den Demokraten nicht der Erkenntnis verschließen wird, daß ein. Fallenlassen Wirths unter solchen Umständen das innerpoli-; tische Chaos bedeutet. Zusammenfassend kann man sagen, daß die Gefahr einer> sinnlosen und unheilvollen Krise heute etwas geringer er- scheint, als in den letzten Tagen. * Herr Mini'ter Rathenau sendet uns folgende Erklärung: „Ein Mittagsblatt bringt Mitteilungen über meine angebliche Stellungnahme zur Kabinettskrise. Diese Mitteilungen � treffen nicht zu. Weder habe ich mich über meine Stellungnahme ausgesprochen, noch geben die mir zugeschriebenen Anschauungen, meinen Standpunkt richtig wieder." 1 Die Zeutrumsarbciter für Wirth. Düsseldorf, IS. Oktober.(Mtb.) Der Vorstand des Verbandes der katholischen Arbeitervereine Westdeutschlands hat gestern in einer Sitzung in Düsseldorf beschlossen, folgende Drahwng nach Berlin zu senden: „Der Vorstand der katholischen Arbeitervereine Westdeutschlands warnt dringend vor Kabinettskrisen mit ratlosem Ausgang. Ein Sturz des Kabinetts Wirth würde von den Ar- beitcrzentrumswählcrn als eine Acndcrung des demokratischen und sozialen Regierungskurses empfunden werden." Hekanntqabe öer Entfcbeiöung. Paris, l9. Okkober. sEE.) Die Dolschafierkonferenz schloß ihre Sitzung um KVg Uhr. Es wurde ein vollkommenes Einvernehmen erzielt. Die Entscheidung wird morgen mittag der deutschen und der polnischen Regierung bekanntgegeben werden. Wie wir erfahren, wird de? deutsche Votschasker in Paris morgen mittag die Entscheidung der Botschafter- konscrenz entgegennehmen. Die Grenzlinie, die der Völker- bund beschloß, wird in diesem Beschluß enthalten sein. Ferner sollen Deutschland und Polen wirtschaftliche Vereinbarungen treffen, die im Geiste der Genfer Beschlüsse gehalten seien. §ür Polen noch günstiger! Franksurl a. M.. Ig. Oktober.(TU.) Der Warschauer Korrespondent der„Frankfurter Zeitung" meldet: Die„Äazcta Voranna"(ZNorgenzeitung). die über gute Beziehungen zu pariser Regicrungskreiscn verfügt, läßt sich heule von dort be- richten, daß die Genfer Entscheidung noch weit günstiger sür Polen sei. als bisher b innt geworden sei. Die neue Grenze verlause an der Oder bis Ralibor-Zsiunz, von da längs der Bahnlinie, die den Deutschen oerbleibt. Polen erhalte die Kreise R a t i b o r, ohne die Vordweslstrelke. den ganzen Kreis P l c ß. den ganzen Kreis ü a t t o w i lz und Königshülle, ferner zwei Drittel des Kreises hindenburg, drei Viertel des Kreises V c u t h e n ohne die Stadl Vculhcn, zwei Drittel des Kreises D a r n o w I h und zwei Drittel des Kreises L u b l i n i h. von der Produktion satten Polen zu 100 proz. des Zinks, Lö proz. der Kohle, 70 Proz. des Stahls, KS Proz. des Eisens und 00 proz. des Kokses. Eine wenöung im Kapp-Prozeß. Sclbststclluug von Ehrhardt, Pabst, Bauer, Tchnitzlcr. Durch WTV. wird bekanntgegeben: Im Kapp-Prozeh ist eine Aenderung der Sachlage dadurch ein- getreten, daß vier der flüchtigen Angesäzuldigtcn, nämlich Oberst Bauer, Korvettenkapitän Ehrhardt, Major Pabst und Schriftsteller Schnilzter sich bereit erklärt haben, sich dem Gericht zu stellen, wenn sie gegen Sicherheitsleistung mit der Untersuchungshaft verschont würden. Das Reichsgericht hat ihnen durch Beschluß vom 17. d. M. sicheres Geleit bewilligt, jedoch nur unter der Bedingung, daß sie sich ungesäumt dem Untersuchungsrichter in Leipzig zur Vernehmung stellen, daß sie an einem im Benehmen mit dem Untersuchungsrichter zu bestimmenden oder von diesem zu bezeichnenden Orte im Zulande Aufenthalt nehmen, diesen Ort ohne richterliche Genehmigung, außer zur Wahrnehmung gerichtlickzer Termine, nicht verlassen, und daß sie jeder Ladung zu einem gerichttiäzen Termine folgen. Aus diese Weise wird es ermöglicht, das Versahren gegen den größten Teil der Angeschuldigten in der Kapp- Sache, nämlich außer den Vorgenannten auch gegen die Angeschuldigten v. Zagow, von Wangenheim und Dr. Schiele cinheikllch durchzuführen. Der gegen letztere bereits auf den 27. d. M. angesetzte hauptverhandlungstermin mußte daher aufge- hoben werden. Das Verfahren gegen sämtliche Angeschuldigten wird nach Möglichkeit beschleunigt: mit dem Stattfinden der hauplver- Handlung ist in naher Zelt zu rechnen. Diese Meldung wird nach mancher Richtung hin Aufsehen er- regen. Daß reaktionäre Hochverräter darauf Anspruch erheben, mit der Untersuchungshaft„verschont zu werden", kennzeichnet die An- schauung dieser Kaste, wonach die Gesetze nur für das gemeine Volk da sind, nicht für die Auserwählten der hpheren Kasten. Das Reichs- gericht wird sein Eingehen auf die Bedingungen der Verbrecher damit motivieren, daß es andernfalls ihrer überhaupt nicht habhaft ge» worden wäre. Freilich ist es mit der Ergreifung reaktionärer Täter so eine eigene Sache: Am 25. März 1920 hat der Reichsanwalt den Steckbrief hinter Kapitän Ehrhardt erlassen, im M a i ging dieser noch im M ü n ch e n e r M i n i st e r i u m ein und aus. Aber nach- dem das Reichsgpricht von einem Haftbefehl gegen Herrn o. Jagow abgesehen hat, obwohl dieser zu fassen gewesen wäre, hat es sich ja selbst schon dermaßen festgelegt, daß es das neue Angebot nunmehr kaum zurückweisen konnte. Aus der Meldung ergibt sich nicht, ob die vier Kappisten auf die Bedingungen des Reichsgerichts einge- gangen sind. Wie dem auch sei: jedenfalls trägt das Reichsgericht die volle Verantwortung für die Folgen seiner Maßnahme. Bei dieser Gelegenheit eine Frage: Wie steht es mit L ü t t w i tz? Dieser Ehrenmann von Offizier hatte sein Ehren- wort gegeben, daß er sich der Justiz zur Verfügung stellen würde. Nachher tat ihm sein Wort leid, und er machte sich unsichtbar, angeb- lich, weil er sich einer Untersuchungshaft nicht gewachsen fühlte. (Rcchtsputschisten sind immer leidend, nur im Augenblick des Los- schlagens werden sie kerngesund.) Wird sich der Wcrtbrüchige nun dem Beispiel seiner Kumpane anschließen oder vorsichtigcrweise ab- warten, ob das Vertrauen gerechtfertigt ist, das diese— offenbar auf Grund der Urteile gegen Oltwig v. Hirschfeld, Lcbius, die Mar- burger Studenten usw.— in die deutsche Justiz setzen? Erkolung öer Mark. Wie vorauszusehen war, ist der sprunghaften Steigerung der Devisenkurse an den deutschen Börsen eine Ernüchterung gefolgt. Am Mittwoch zeigte sich bei Beginn des offiziellen Verkehrs an der Ver- liner Börse, daß einem starken'Angebot an ausländischen Zahlungs» Mitteln eine nur sehr geringe Nachfrage gegenüberstand. So waren Dollarnoten mit 177 erhältlich. Im weiteren Verlauf schwenkte der Kurs ab bis 170, und selbst auf dieser Basis fanden nur geringe Umsätze statt. Die amtliche Notiz lautete für New Jork auf 171,73, Amsterdam 5 875, London 670. Man nimmt in Börsenkreisen an, daß die kürziiche, weit über das durch die Ver- Hältnisse gegebene Ziel hinausschießende Steigerung des Dollars das Ergebnis von Machinationen gewesen ist. Die Abstimmung im Senat. Washington. 19. Oktober.(WTV.-Funkmeldung.) Wie zu der Ratifizierung der Friedensverträge durch den Senat ergänzend gemeldet wird, wurden die Vertrüge mit dem Deutschen Reich und Oesterreich mit 06 gegen 20 und der Friedensvertrag mit Ungarn mit 60 gegen 17 Stimmen angenommen. Washington, 19. OttoOer.(MTB.) Bevor der Senat zur end» gültigen Abstimmung schritt, bei der eine um acht Stimmen höhere Mehrheit erzielt wurde als zur Zweidrittelmehrheit erforder- lich war, versuchten die Demokraten, an Stelle des Vertrags mit Deutschland die V e r l a i l! e r Bestimmungen mit den von Lodge vorgeschlagenen 12 Borbehalten zur Annahme zu bringen. Dieser Versuch mißglückte. Es wurden die vom Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten vorgeschlagenen Vorbehalte ange- Nammen, durch die u n t- r s o g t wird, daß die Vereinigten Staaten an der Repnrationskommission oder an irgendeiner anderen inter- nationalen Kommission ohne Zustimmung des Repräsentantenhauses sich als Mitglied beteiligen Westeuropäische Zeit für das neubesestte Gebiet. In der Nacht vom 25. zum 26 Oktober wird, wie MTB. mitteilt, im Eisenbahn� verkehr auch des neubesetzten Gebiets lDüsstldorf, Duis- durch, Ruhrort) die westeuropäische Zeit eingcsührt werden. Nach dem Mailänder Parteitag. Wandlungen des italienischen Sozialismus. G. h. Rom, 18. Oktober. Es ist keine ganz leichte Aufgabe, dem Parteitag von Mailand ein Nachwort zu schreiben. Auf ihm ist die Parteieinheit gerettet worden, die im Grunde nur in den Wünschen der Moskauer gefährdet war. Aus seinen Ab- stimmungen geht hervor, daß so ziemlich alles beim alten �e- blieben ist, während seine Verhandlungen gezeigt haben, daß vieles neu geworden ist. Betrachtet man nur die Zahlen, so ergibt sich, daß die Einhcitsmaximalisten auf ihre Resolution 47 628 Stimmen davongetragen haben, gegen rund 98 606, die in Livorno auf ihre Meinung entfallen waren; die Reformisten haben 19 916 Stimmen erhalten, gegen 14 366. Die Gruppe der„einheit- lichen Aktion" hat 8686 Stimmen bekommen, die im Falle einer Stichentscheidung vorwiegend den Reformisten zuge- flössen wären. Die Fraktion Maffi schließlich, die die Spaltung im Sinne der Moskauer Forderung erstrebt hatte, erzielte 3765 Stimmen. In Livorno waren außerdem noch für die kommunistische Auffassung 48 666 Stimmen abgegeben worden. Die Zahlen zeigen also einen beträchtlichen Rückschritt der Maximali st en gegenüber dem vorigen Parteitag, wo das Verhältnis, ohne die Kommunisten einzurechnen, wie zwei zu zehn war. Betrachtet man die Resolution selbst, der der Sieg zuge- fallen ist, so hat sie eine schärfere antireformistische Haltung als die von Livorno. Sie verwirft unbedingt jede Mitarbeit und gibt auch dem neuen Parteivorstand Vollmachten zum Llusschluß der Non-Konformisten, wie sie noch nie zuvor eine . Parteileitung in Italien besessen hat. Hand in Hand mit dieser größeren Schärfe der Formel geht aber eiye größere Weit- Herzigkeit der Auslegung. Roch nie zuvor hat die äußerste Linke unserer Partei den Notwendigkeiten der politischen Lage so große Zugeständnisse gemocht, wie dies jetzt in Mailand durch ihre Redner, durch Serrati und Baratono geschehen ist. Die Resolution setzt fest: 1. den revolutionären und in- transigenten Charakter der Partei, weshalb das Verbleiben derer, die die Teilnahme an der Regierung vertreten und den poiitisch-wirtschaftlicken Wiederausbau der von der Krise be- l troffenen Bourgeoisie fördern wollen, für unzulässig(incompa- ; tibila) erklärt wird; 2. die Funktion der Parlamentsfraktion als eines Organs, durch das die Partei einen Druck von außen � auf die Regierung ausübt und das in allem dem Parteivor» stand untergeordnet ist; 3. die Aufgabe des Partetvorstandes, : der aus fünf vom Parteitag zu wählenden Mitgliedern, dem i Herausgeber des„Avanti" und einem Vertreter der Parka- mentsfraktion bestehen soll und dem es obliegt, den„Gedanken und die Aktion der Organe und Individuen nach dem maxi» malistischen Programm zu vereinheitlichen" und bei Verletzung der Kongreßbescblüsse zur 2lusschließung zu schreiten; 4. die Bewahrung der Solidarität für die Dritte Internationale, trotz der unverdienten Ausschließung. Nicht mit Unrecht hat Turati gesagt, daß die Partei, die diese Tagesordnung annimmt, gut töte, zum Symbol der Sichel und des Hammers auch das des Knebels binzuzufügen. Wer sich bloß an den Wortlaut der Resolution bält, der muß in ihr das Jakobinischste sehen, was sich je eine sozialistische Partei zugemutet hat. Um diesen unlogischen ober nichts desto weniger tatsäch» lichen Zusammenhang zu verstehen, muß man sich klar machen, daß sich die Maximalisten auf die Defensive gedrängt fühlen, daß ihre Stellung eine Trutzstellung ist, in der sie ebenso wenig verharren können, wie eine Katze dauernd fauchend, mit ae> sträubtem Fell und gekrümmtem Buckel dastehen kann. Sie wollen die Parteieinheit, alle unter ibnan, die die Partei wirklich lieben, und derer sind viele: sie wollen die Einheit und hatten fast alle ein gebundenes Votum in diesem Sinne. Aber sie fühlen den Maximalismus bedrängt, ernstlich bedrängt, in die Enge gedrängt durch die Umstände: daher das Fauchen und der krumme Buckel.' Und die Bedrängnis, in der sich der Maximalismus be» findet und die der Kongreß in grelles Licht gesetzt hat, ist zweierlei Art: das Anwachsen des Reformismus außerhalb der Fraktion und das Anwachsen innerhalb der Fraktion. Dies letzte ist natürlich am meisten ernst zu nehmen. Seit Livorno hat der maximolistische Parteivorstand, an- statt die Sowjets vorzubereiten und die Massen zu bewaffnen, der Wirklichkeit allerhand Zugeständnisse machen müssen. Er hat die Parlamentsfraktion aufgefordert, auf die Lösung einer Ministerkrise Einfluß zu gewinnen, hat die Möglichkeit einer Stimmenthaltung zugestanden, um den Fall des Kabinetts Vonomi zu verhüten(welche Stimmenthaltung dann im ent- scheidenden Moment nicht nötig war) und hat den Friedens- vertrag mit den Foscisten geschlossen. Das sind zweifellos Aktionen, die auf dem Wege der Mitarbeit mit bürgerlichen Elementen liegen. Trotzdem hat sie keiner der Redner der i Maximalisten auf dem Parteitag desavouiert. Sowohl Dara- tono als Serrati haben sie ausdrücklich gut geheißen. Sie haben es offen gesagt: die Wirklichkeit, der Zwang der Umstände, nötigen uns ohnehin zu Zugeständnissen: wir dürfen diese Notwendigkeit nicht kodifizieren. Indem wir die ohnehin unvermeidlichen Zugeständnisse ausdrücklich im voraus autorisieren, begünstigen wir die Situationen, die solche Zwangslagen schaffen. Um diesen Gedanken zu erläutern, hat Serrati das folgende Bild gebraucht: Wenn Du, Modigliani, vqn Bri- ganten überfallen wirst, und ihnen dein Geld und vielleicht auch deinen Rock abliefern mußt, so wird kein Mensch dir daraus einen Vorwurf machen. Wenn du aber vorher sagst: falls mich Briganten anfallen, so gebe ich ihnen mein Geld und meinen Rock, so begünstigst du das Brigantenwefen. Auch ohne dieses Bild ist die Haltung der Maximaliften verständlich. Sie wollen tun, was sie nicht vermeiden können, aber sie wollen es sich selbst nicht eingestehen. Sie sagen nicht mehr, wie die wirklichen Jntransigenten sagen: das darf nicht geschehen: mit der Bourgeoisie paktiert man nicht, eine bürger- liche Regierung schont man nicht, sondern begnügt sich zu erklären: wie verbieten in unseren Erklärungen das Paktieren und das Schonen, damit ihr, wenn ihr diese Sachen tut, es nie vergeht, daß es etwas Häßliches ist, das ein gut erzogener Maximalist nicht tun darf. Daher die große Milde gegenüber denen, die sich tat- sächlich Zugeständnisse der herrschenden Klasse gegenüber haben zuschulden kommen lassen, und die große Strenge gegenüber denen, die dieses tatsächliche Verhalten mit Worten gut ge- heißen haben. Deshalb gehen sie mit den Reformisten vor allem wegen ihrer Worte, fast nie wegen ihrer Taten ins Gericht. Ist man doch so weit gegangen, auf dem Kongreß zu erklären, daß es eine Disziplinverletzung im Sinne der. maximalistischen Resolution wäre, wenn Turati nach dem Parteitag den Reformismus als den Sieger ausgäbe! Im ganzen waren die Verhandlungen ziemlich uner- quicklich, obwohl weit größere Duldsamkeit und Beherrschtheit an den Tag gelegt wurde, als in Livorno, unerquick- lich, weil wenig Neues dabei zu Tage kam und weil der schwere Fittich der Dritten Internationale verdunkelnd und drohend über den Diskussionen lag. Lunarscharsky, der als Deleierter der Exekutive dem Kongreß beiwohnen sollte, hatte die Einreiseerlaubnis nicht erhalten, mit der Begrün- düng, daß die Regierung ihm nicht die persönliche Sicherheit gewährleisten könne. Statt seiner waren Klara Zetkin und der Pole Valetzky anwesend. Frau Zetkin sprach zu unserer Partei mit Achtung, wie einer es tut, der aus eigener lieber- zeugung, warmer, ehrlicher Ueberzeugung, den anderen zu über- zeugen sucht. Valetzky dagegen sprach, wie der Lehrer zu ungezogenen Kindern. Er verlas ein endloses Sendschreiben, das die italienische Parteipolitik unter die Lupe nahm, voll Selbsteingenommenheit und Selbstzufriedenheit, ein Schrift- stück, dessen geduldiges Anhören allein genügend Beweis liefert für die unglückliche Liebe der italienischen Partei zu Moskau. Beide forderten den Ausschluß der Reformisten, den sofortigen Ausschluß der ganzen Fraktion auf dem Kongreß. Als dieser durch Annahme der Resolution Serroti-Baratono abgelehnt wurde, brachten die beiden Vertreter der Dritten Internationale eine Erklärung zur Verlesung, die feststellte, daß sich die italienische Partei außerhalb der Dritten Inter- nationale gestellt hatte, und die Arbeiter aufforderte, sich von den reformistischen Verrätern der Kommunistischen Partei zu- Mpenden. Das war die Erabschrift des langen Bettelns um Aufnahme in Moskau. -Ä Daß dieses Betteln nunmehr ein Ende hat, wird als eine Erlösung empfunden werden. _ Als Fazit des Kongresses bleibt die Betonung des uner- schütterlichen Wi l l e n s zur Parteieinheit, die Auer- kennung der im Interesse des Proletariats durch die Verhält- nisie aufgenötigten Zugeständniste, die man machen aber nicht billigen darf, und die Tatslache des reformistischen Macht- Zuwachses. Neuregelung üe? Seamtengehälter. In der Sitzung des Zwölscrausschustcs für Beamten- angelegenheiten gab der preuhische Finanzminister folgende Erklärung ab: Die Staatsregicrung verfolgt mit wachsender Sorge, wie die mit der fortschreitenden Entwertung der Mark immer weiter steigende allgemeine Verteuerung der wichtigsten Lebens- bedürfniste es den Deamken und Angefkellken des Staates mehr und mehr erschwert, mit ihren gegenwärtigen Dienstbezügen auszukommen. Diese Verteuerung schreitet in einem Zeitmaße fort, das bei der letzten Neuregelung der Bezüge nicht vorausgesehen wer- d e n k o n n t e.(?) In ähnlicher Notlage wie die aktiven Beamten befinden sich die Ruhegehaltsempfänger und die Hinte r- b l i e b e n e n. Von der Regierung wird anerkannt, daß hier durch- greifende Abhilfe dringend geboten ist. Eine weitere Anspannung des Systems der Ausgleichs- und Versorgungszu- schlage, die in Ortsklasse A die Höhe von 93 v. H. erreicht haben, wird über hundert Prozent der Grundgehälter hinaus g r u n d s S tz- lich bedenklich und deshalb nicht durchführbar sein. Es muß deshalb versticht werden, im Rahmen der Besoldungsordnung auf anderem Wege zu einer Neugestaltung der Bezüge zu kommen. Die Arbeiten dazu sind im Preußischen Finanzministerium bereits eingeleitet und werden im' engsten Einvernehmen mit dem Reichsfincnzministerium tatkräftig gefördert. Um aber das Zustande- kommen der beabsichtigten Maßnahmen nicht zu gefährden, muß ich es mir zur Stunde noch versagen, über weitere Einzelheiten nähere Mitteilungen zu machen. Vielmehr muß zunächst der Ab- schluß der darüber zwischen dem Reich und Preußen schwebenden Verhandlungen abgewartet werden. Soviel kann jedoch schon jetzt gesagt werden, daß die Regierung alles daransetzen wird, um diese Angelegenheit, die wegen der engen Zusammenhänge mit dem Reich und den anderen deutschen Ländern besonders pfleglicher BeHand- lung bedarf, rasch zum Ziele zu führen. Ich werde die Führer der Parteien zu einer Besprechung einladen, sobald die Vcr- Handlungen mit dem Reiche soweit gediehen sind, daß ich in der Lage bin, nähere Angaben über die Einzelheiten zu machen. Der Finanzminister erklärte hierauf noch weiter, daß die Ver- Handlungen mit dem Reich schon recht weit gediehen seien und daß er hoffe, binnen 8 Tagen dem Ausschuß nähere Erklä- r u n g e n über die Art der Regelung abgeben zu können. Die Re- gelung sei durchaus großzügig gedacht; es sei selbstverständlich, daß die Maßnahmen automatisch auf die S t a a t s a r b e i t e r und Angestellten wirken würden. Nach dieser Erklärung setzte der Ausschuß die weitere Beratung der Angelegenheit zunächst aus. » Die Reichsgewerkschafk der Post- und Telegraphenbamten teilt mit: Die Leitung der Reichspostgewerkschaft hat sich erneut mit der Frage der Steuerung der wirtschaftlichen Not der Beamtenschaft befaßt und ist zu dem Beschluß gelangt, daß der Beamtenschaft, um sie vor einer sonst unabwendbaren Katastrophe zu bewahren, sofort und durchgreifend geholfen werden muß. Die in der Bor- bereitung begriffene grundsätzliche Neuregelung der Beamtenbesol- dung ist mit größter Beschleunigung durchzuführen. Außerdem verlangt die Reichspostgewerkschaft zur Abwendung dringendster Not und zur Beschaffung von Winteroorräten und Kleidung die s o- fortige Vorauszahlung eines namhaften Betrags auf die zu erwartenden Mehrbezüge. Die Reichspostgewerkschaft hat diesen Beschluß dem Deutschen Beamtenbund zur nachdrücklichen und schleunigen Vertretung bei den maßgebenden Stellen übermittelt. Ein unpolitischer viplomakenmord. Das in Moskau ermordete Mitglied der polnischen Repatriierungskommission Fractewicz ist, wie die Untersuchung der Sowjetbehörden ergeben hat, das Opfer eines Raubmordes geworden, den sein Bedienter mit Beihilfe eines Mittäters verübt hat. Der Bediente ist ergriffen und hat ein Geständnis abgelegt. Der Volkskommissar für Auswärtiges hat dem polnischen Gesandten sein Beileid zum Ausdruck gebracht.— Angestellte der Sowjctgesandtschaft in Warschau vernagelten mit Brettern den Zugang zum dem Räume, den«ine polnische Militär behörde im gleichen Hause(I) innehalt. Der diensttuende polnische Beamte mußte durch das Fenster befördert werden. Das Außenministeriüm verlangt von der Sowjctgesandtschaft Genug- tuung. was Domimcus nicht weiß. In seiner Erwiderung auf die sozialdemokratische Interpellation hat der preußische Innenminister D o m i n i c u s erklärt, daß die Freikorpszefahr in Otcrschlesien überwunden sei. Es seien nur noch wenige hundert Mann in den Arbeitsgemeinschaften vorhanden, die. über das ganze Land verstreut, keine Bedrohung mehr bildeten. Wir wollen nun das Treiben einer einzigen dieser Arbeits- gemeinschaften, der Arbeitsgemeinschaft Roßbach, an drei Fällen aus allerjüngster Zeit beleuchten. Erster Fall: Drei Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Roßbach aus Euckelwitz, namens Schocher, Freundenberg und S ch m e i l, hatten sich mit der übrigen Kumpanei veruneinigt. Als sie am 19. Oktober 1921 gegen �9 Uhr abends in der gemeinschaft- lichcn Küche saßen, kamen drei Mann der Arbeitsgemeinschaft, be- wafsnek mit Revolver und Gummiknüppel, und forderten sie auf, in die Stube zu kommen. Sieben weitere Mann von der Arbeitsgruppe Roßbach in Gnichwitz versperrten ihnen den Ausweg. Auf das Kcm- mando„Los" kiel alles über die drei Erstgenannten her, die in fürchterlichster Weise mißhandelt wurden. Dann wurden ihnen mit vorgehaltenem Revolver sämtliche Lebensmittel wegge- nomnisn und sie mußten das Haus oerlassen, ohne ihr Eigentum mit- nehmen zu können. Schocher oersteckte sich schutzsuchend in der Woh- nung einer Arbeiterfamilie. Auch hier drangen drei Mann der Ar- beiksgemernschast aus Gnckelwih mit Revolvern bewaffnek gewaltsam ein. um Sch. aus dem Hause zu holen. Schocher sprang aber aus dem Fenster, worauf die anderen ihn verfolgten und, als er auf Halt- rufe nicht stehen blieb, mehrere Schüsie hinker ihm her abgaben. An- stifter der ganzen Angelegenheit scheint Leutnant a. D. H o f f m a n n zu sein, Abschnittsleiter der Arbeitsgemeinschaft Roßbach in Gnich- witz. Die Haupttäter sind ein gewisser Artur Klein, Bizefeld- webel Paul Schupp und Martin Heppner. Bei Klein wurde ein Revolver beschlagnahmt, bei Schupp ein Kunze- Knüppel, ferner wurde eine Handgranate vorgefunden. Mehrere einheimische Arbeiter können als Zeugen des Vorsalles an- gegeben werden. Zweiter Fall: Auf dem Rittergut S ch o t t w i tz sind zwei An- gehörige der Arbeitsgemeinschaft Roßbach- Trebnitz als Feldhüter untergebracht, die fortwährend in der Gastwirtschaft die Bewohner provozieren und mit Revolvern bedrohen. Als einer dieser Burschen am Sonntag, den 16. Oktober, wieder Skandal anfing, wurde der Landjäger hinzugerufen. Darauf zog der Bursche den Revolver und schoß, und nur dem resoluten Eingreifen der Wirtin war es zu verdanken, daß die Kugel in die Decke ging. Run wurde der Täter überwältigt und entwaffnet. Es fanden sich bei ihm ein R e- oolver, ein Schlagring und ein Totschläger. Aus dem Lokal hinausgeworfen, ging der Bursche in die Ziegelei ans Telephon und forderte von Trebnitz Hilfe. Mt dem nächsten Zuge rücklen der Leutnant klemm mit neun Mann an, olle bis an die Zähne bewafs- net, um Rache für den Entwaffneten zu nehmen. Sofort war die gesamte Arbeiterschaft des Dorfes auf der Straße und die Lage wurde immer ernster. Der Landjäger redete der Bande zu, sich zu entfemen, aber der Leutnant Klemm wollte seine Nachepläne nicht aufgeben. Erst als die gesamte Arbeiterschaft und auch die Landarbeiter des Gutes sich drohend aufgestellt hatten, zog die Bande ab. Dritter Fall: Am 6. Oktober 1921 hat tu M a l s ch a w e eine Gefechtsübung der Arbeitsgemeinschaft Roßbach stattgefunden, bei der mit scharfer Munition geschossen wurde, wobei der GutseinwoHncr Paul Korsawe von einer verirrten Kugel fast getroffen worden wäre. An diesem Abend wurde den Gutscinwohnern streng verboten, ihre Wohnungen zu verlassen, also eine direkte Freiheitsbe- raubungl In Malsthawe laufen die Roßbacher mit K a r a- binern bewaffnet herum. Auf dem Gut sind Maschinen- gewehre verborgen. Hält Herr Dominicas alles dies für ungefährlich? Erachtet er diese Zustände als dem Wesen eines Rechtsstaates entsprechend? Otto Ernst als Miesbacher. Die.Hamburger Warte" wurde bis zum 31. Oktober einschließlich wegen eines Aufsatzes von Otto Ernst verboten.— Daß Otto Ernst zum Mitarbeiter dieses hanseatischen„Miesbacher Anzeigers" herabgesunken ist, kennzeichnet den geistigen Abstieg des Verfassers von„Asmus Semper". August Gau!. Die deutsche Kunst hat einen schweren Verlust erlitten: August Gaul, der große Tierbildner, ist gestorben. Eine unheilbare Krankheit hatte ihn schon vor längerer Zeit ergriffen, seine Freunde wußten, daß er dem Tode geweiht war, nur er selber wußte es nicht. Bis zuletzt ist er in seiner Werkstatt tätig gewesen, und ein Herzschlag hat ihn mitten in der Arbeit getroffen. Gaul war am 22. Oktober 1869 in Großauheim bei Hanau ge- boren. Er war erst 14 Jahre, als er auf die Zeichenakademie in Hanau kam, mußte sich aber daneben in einer kunstgewerblichen Silberfabrik sein Brot verdienen. Mit 17 Iahren ging er nach Berlin und wurde 1889 von Calandrelli in seine Werkstatt aufge- nommen. Auch auf der Kunstgewerbeschule bildete er sich. Und hier war es, wo er bei einer Schülerverlosung eine Dauerkarte für den Besuch des Zoologischen Gartens gewann. Vom nächsten Tage an war er dort Stammgast, von morgens an zeichnete er vor den Käfigen die Tiere und prägte sie so tief seinem Gedächtnis ein, daß er später alle seine Tierfiguren aus dem Kopfe gearbeitet hat, nur gelegentlich einmal in seinen Skizzenbüchcrn sich Rat holend. Peter Breuer wies eines Tages den Schöpfer des Kaiser-Wil- helm-Denkmals vor dem Berliner Schloß auf den jungen Tierbild- Hauer hin, und Begas gewann ihn als Gehilfen. Die Löwen am Sockel des Denkmals, sino von Gauls Hand. Das brachte ihm seinen ersten Ruhm. Aber der Künstler suchte anderes. Mit Hilfe eines Preises ging er nach Italien und trat in den Kreis von Adolf Hildebrand und Louis Tuaillon. Und in den römischen Galerien erschloß sich ihm der strenge Stil Aegyptens, der frühen Griechen, der Etrusker. Aeoyptische Katzen sind die Vorbilder der Kleinplastiken Gauls geworden. Die Tierplastiken des Meisters haben sich ihre Geltung mit einer natürlichen Selbstverständlichkeit erworben. Sie haben den Kunst- freunden das höchste Entzücken bereitet und haben dem Kind aus dem Volke in aller schlichten Einfalt sich eingeprägt. Der köstliche kleine Entenbrunnen, den Gaul für die Ecke der Hardenberg- und Kncsebeckstraße geschaffen hat, bekam den Namen„Strcichel- brunnen", denn jedes Charlottenburger Kind hat ihn einmal be- tatscht. Ein Handwerksmeister ist Gaul in dem besonderen Sinne gewesen, daß er alle seine Arbeiten von ihrer Entstehung bis zu ihrer Vollendung mit eigener Hand durchgeführt hat. Den l i e- gendenLöwen,dener 1909 begann, hat er in jahrelanger Arbeit aus dem harten grauen Marmor herausgearbeitet. Es folgte 1993 der B r o n z e l ö w e, der in den Anlagen vor der Nationalgalerie steht, und der bronzene Adler, den die Hamburger Kunsthalle erwarb. In jenen Iahren bot sich auch die Möglichkeit, eine große Denk- malsarbeit von ihm zu erhalten. Die Stadt Charlottenburg hatte für den Steinst l a tz gegenüber der Kunsthochschule einen Weit- bewerb ausgeschrieben. Gaul entwarf dafür einen Brunnen mit einem wassertrompetenden Elefanten und Pelikangruppen, die am Rande hockten. Er erhielt den Preis, aus der Ausführung ist aber nichts geworden, wie denn überhaupt Gauls Begabung für die Monumentalplastit nicht zur Entfaltung hat kom- men tönneu. Die Ungunst der Zeiten hat ihn immer mehr auf die Kleinkunst geführt. Ein Zeichner von ungeheurer Sicherheit und unbeirrbarer Sachlichkeit, begann er zu radieren, und eine schöne Folge von Schwarz-Weiß-Blättern ist in den letzten Iahren entstanden. Sein letztes plastisches Werk war die große Figur eines Menschen- äffen, die von seinen Freunden für sein höchstes Meisterwerk ge- halten wird. Er hat bis zuletzt an ihr gearbeitet und mußte sie un- vollendet in seiner Werkstatt hinterlassen. Schaljapins elf Kinder. Der große ruffische Sänger Schaljapin hat, bevor er sich zu einem Gastspiel nach New tyort begibt, den Londonern noch allerlei über seine Familiensorgen erzählt.„Diese Tage in England," erklärte er,„wären für mich ganz glücklich ge- wesen, wenn nicht die Sorge um meine Kinder mir jedes Glücks- -gefühl unmöglich machte. Ich bin statt deffen in einem Zustand der beständigen Marter. Gerade dieser Tage habe ich den ersten Brief aus Moskau bekommen: ich höre darin, daß die Pakete mit Getreide und anderen Nahrungsmitteln, die ich von Riga aus an meine Fami- lie zu schicken suchte, nicht angekommen sind." Schaljapin seufzte tief.„Hier singe ich für den allgemeinen Hungerfonds, und ich kann nicht einmal meine kleine Gesellschaft füttern. Ich habe elf Kinder, alle bis auf zwei in Rußland. Eine Tochter ist in Berlin oerheiratet und eine andere ist lungenkrank in Helsingfors. Die anderen sind in Petersburg und Moskau: ich habe zwei Familien. Die Regierung wird mir nicht erlauben, meine Kinder wegzubringen. Es gibt nichts, aber auch nichts, was ich nicht gern und freudig hingeben würde, wenn ich meine Familie hier nach England bringen und in einem kleinen Häuschen in einem stillen Winkel an der Themse einquartieren dürfte." Ein zeitgenössisches Porträt Barbaroffas. In der Schloß- tirche von Quedlinburg, dem altberühmten Denkmal roma- nischer Baukunst in Sachsen, hat Dr. T r ö s ch e r von den Berliner Museen einen interessanten Fund gemacht. Cr konnte nachweisen, daß die Wandgemälde der Kirche ein lebensgroßes zeitgenössisches Bildnis des Kaisers Friedrich Barbaroffa als eines Stifters ent- halten. Dieses einzigartige monumentale Porträt gehört in eine Folge von Bildern, die sich an den Schluß der Regierung des Kaisers, also in die Zeit von 1189 bis 119S oerlegen lassen. Charakteristisch für das Bildnis ist das sehr breite Untergestcht des Kaisers. Der Ouedlinburger Bau, auf eine Stiftung des Sachfenkönigs Heinrichs 1. zurückgehend und dann mehrfach erweitert, tonnte kürzlich seine 999-Jahrfeier begehen. Vagabundierende Schiffskrümmer. Nach der offiziellen Statistik des Hydrographischen Llmts der Vereinigten Staaten erleiden all- jährlich im Nordatlontik durchschnittlich acht Schiffe Havarie durch Zusammenstoß mit Im Fahrwaffer treibenden Wracks, den schwim- Menden Ueberresten verunglückter Schiffe. Durchschnittlich treiben in diesem Teil des Ozeans nicht weniger als dreißig Wracks, die die Schiffahrt gefährden. Die gefährlichsten dieser vagabundierenden Schiffstrümmer sind jene, die bis auf die Wasserlinie heruntergebrannt sind. Berüchtigt war in dieser Beziehung besonders das Wrack des norwegischen Schoners„T a u r u s", das achtzehnmal gesichtet wor- den war, ehe es gelang, den treibenden Schiffsrumpf durch Geschütz- feuer zu zerstören und zum Sinken zu bringen. Noch kurz vorher waren zwei Schiffe mit dem Wrack des„Taurus" zusammengestoßen, wobei es indessen noch glimpflich abgegangen war. Die Schiffskapitäne sind gesetzlich verpflichtet, beim Marineamt unter Angabe der Zeit und des Orts Meldung über die Wracks zu erstatten, die sie auf ihrer Fahrt gesichtet haben. Der Duzkomment in der französischen Revolution. Während der französischen Revolutirn wurde es nicht nur Sitte, daß jeder den anderen mit Bürger anredete, sondern auch das-Du wurde von Staats wegen eingeführt. Der Nationalkonvent befahl am 19. November 1793 die Einführung des Du in die Anrede„um dadurch die Grundlagen der vollkommenen Gleichheit zu sichern, die unter den Republikanern als Brüdern herrschen soll".„Der veraltete und schlechte Gebrauch, Sie zu sagen, wenn man zu einer einzelnen Person spricht, ist abgeschafft", hieß es in einer Derord- nung.„Jnfolgedesjen wird allen Bürgern befohlen, sowohl in ihren Gesprächen wie in ihren Schriften sich stet- der Anrede Du zu bedienen, wenn sie an eine einzige Persönlichkeit das Wort richten oder an sie schreib-n. Die Bürger sind auch gehalten, wenn man ihnen nicht in derselben Art antwortet, diejenigen, mit denen sie sich unterhalte, darauf aufmerksam zu machen, daß die Be- treffenden sich im Gespräch der republikanischen Sprache bedienen müssen, und wenn man sich trotzdem weigert, Du statt Sie zu sagen, dann sind sie verpflichtet, die Unfolgsamen anzuzeigen." Man wollte auch auf diese Weise„den Sturz der alten Tyrannei und die Unverschämtheit der ftüher herrschenden Klassen" zunichte machen. Das Sloakenkrcüz.(Ein belauschtes Gespräch.) Alfred, mein Liebling, wenn auch nicht mir, so tu's Lizzi zu Liebe und stecke dir das Hakenkreuz anl— Nein, Mama! Was in jedem Lokus prangt, damit möchte ich mich nicht schmücken. Meine Brust ist keine Abort-Wand. Konzerte. Die für Freitag angesetzten Konzerts von Maria I a V o r(Klinbworth-Scharwenka-Zaal) und Robert H u l l(Blüthner- Saal) werden auf einen späteren Termin verlegt.— Alfred P t c e a v e r, der Wiener Tenor, wird am 25. Oktober im Marmorsaal einen Aricnabcnd veranstalten. Di« MittagSveranstaltung zum Gedächtnis Joses MaanS muh mit Rücksicht aus szenische- Schwierigkeiten vom 23. aus einen noch bekannt- zugebenden Termin verschoben werden. Die bereits verkauften Eintritts- karten behalten keine Gültigkeit, sie werden an der Opernhauskasie täglich vormittags und am 23. bis mittags 12 Uhr zurückgenommen. Vorlescabend von Wilhelm Echöser. Am Sonnabend, den 22. Oktober, wird im Lesesaal der Charlottenburger tztadtbücherei, Wilmcrsdorfer Str. IM, Wilhelm Schäfer aus seinen Werken vor- lesen. Eintrittskarten zum Preise von 3 M. sind in der Stadtbücherei er» hältlich. Ein Mohammedaner über de» JSlam. Vom 1. November ab hält Dr. A ch m e d W a I y im Hörsaal 83 des Orientalischen Seminars sieben Dienstogsvorträgc(abends 8 Uhr):„Einführung in den reli- giösen und sittlichen Inhalt des Islams." Es dürste in Berlin zum ersten Male der Fall sein, daß ein Mohammedaner über seine Religion aussührlich selbst spricht. Teilnehmerkarten zum Preise von 8 M. für den ganzen Eyklus und 2 M. für den Einzelvortrog am Seminar für Orientalische Sprachen, Dorotheenstr. 7, Hochparterre lml», sonst an der Abendkasse. die Kartoffelnot. Besprechung im Neichsernährungsministerium. In einer im Reichsministerium für Ernährung und Landwirt- schaft unter Vorsitz des Ministers Dr. Hermes abgehaltenen Be- sprechung wurden die augenblickliche Lage der Kartoffeloer- s o r g u n g und die Preisentwicklung eingehend besprochen und im Anschluß daran die Maßnahmen erörtert, die geeignet sind, eine Verstärkung der Anlieferungen und eine Eindämmung der Preise herbeizufuhren. Seitens des Ministers und seines Vertreters wurde mit Eni- schiedenhcit darauf hingewiesen, daß im Interesse der Konsumenten eine Senkung der Kartosfelpreise dringend notwendig sei. Die Vertreter von Landwirtschaft und Handel wurden ersucht, im Hinblick auf den Ernst der Lage kein Mittel unversucht zu lassen, um eine Preissenkung herbeizuführen. Weiter wurde dringend empfohlen, die bereits in vielen Teilen eingeleitete Hilfsaktion, durch Abgabe verbilligter Karlosseln die Notlage der minderbemittelten Bevölkerung zu lindern, die be- reits in einzelnen Ländesteilen mit anerkennenswertem Erfolg durch- geführt sei, in noch größerem Umfang möglichst in allen Teilen des Reiches zur Durchführung zu bringen. Auch die Frage der Festsetzung e i n h e i t l i ch e r H ö ch�t- u n d Richtpreise, die von feiten der Konsumenten vielfach gefordert wird, wurde eingehend besprochen, von Landwirtschaft und Handel aber einstimmig mit der Begründung abgelehnt, daß eine solche Maßnahme lediglich geeignet sei, die Ware vom Markt zu vertreiben und dadurch zu einer Verschlechterung der Versorgung zu führen. Die Vertreter von Landwirtschaft und Handel stimmten den Ausführungen des Mmisters darin zu, daß auch sie die augenblick- liche Preisentwicklung in Anbetracht der starken Belastung der Kons»- menten für beklagenswert hielten, und oersprachen, durch Einwirkung und Aufklärung innerhalb ihrer Berufsgenossen auf eine Senkung der Preise hinarbeiten zu wollen. Desgleichen wiesen sie darauf hin, daß bereUs in vielen Bezirken und Kommunalverbänden Hilfsaktionen zwecks Belieferung der minderbemittelten Bevölkerung mit oerbilligten Kartoffeln eingeleitet seien. Sie versprachen in An- betrocht der Notlage der Konsumenten nochmals, ihre Berufsgenossen auf die Wirksamkeit derartiger Hilfsaktionen hinweisen zu wollen. Uebereinstimmend wurde die Ursache der unglücklichen Preis- entwicklung in dem mangelhaften Abtransport der Kartoffeln gesehen und insbesondere die stockende Abfuhr aus den Hauptllberfchußgebieten Pommern, Ostpreußen und Mecklenburg beklagt. Seitens des Vertreters des Reichsverkehrsmini st e- r i u m s wurde entgegengehalten, daß vom 1. September bis 14. Oktober insgesamt 128 633 Wagen zum Abtransport der Kortoffeln ge- stellt feien. Rechne man eine Wagenbeladung von 10 Tonnen, so ergebe sich, daß in disem Jahre bis 14. Oktober 25 732 000 Zentner den Bedarfsbezirken zugeführt worden feien. Diese Zahl bliebe hinter der des Vorjahres lediglich um 1 Million Zentner zurück. Nicht berücksichtigt ist hierbei der Stückgut- verkehr, der nach der kürzlich eingeführten Frachtermäßigung be- fonders umfangreich fein wird. Das Aeichsverkehrsministerium be- absichtige jedoch noch, durch weitere einschneidende Maßnahmen eine verfkärkung der Nagengestellung zu erzielen. In dem Schlußwort des Ministers wurden Landwirtschaft und Handel nochmals mit Entschiedenheit ersucht, sich der Notlage der Konsumenten nicht zu verschließen und in gemeinschaftlicher Arbeil mit den zuständigen Behörden und Organisationen darauf hinzu- wirken, daß diejenigen Berufsgenossen, die in Verkennung der Not- läge der Konlumenten durch hohe Preisforderungen sich in ungerecht- fertigter Weile bereichern, rücksichtslos zur Rechenschaft gezogen wer- den. Er bitte, im weitesten Umfange durch Aufklärung in der lokalen Presse und durch Rundschreiben an die unter- stellten Organisationen der Landwirtschaft zu einer verstärkten Ab- lieferung zu angemessenen Preisen anzuhalten und durch lokale Vsr- handlußgen die bereits eingeleiteten Hilfsaktionen zu unterstützen und auf breitere Basis zu stellen. Was die Transportlage anlangt, fo hoffe er, daß es dem Rcichsverkehrsministerium gelingen werde, das nünstiac Verladewettcr noch zu einer möglichst starken Abfuhr von Kartoffeln zu benutzen. Er müsse anerkennen, daß der oben an- gegebene Gcsamtversand an Kariosfeln nicht befriedi- g e n d sei und daher auch für die Bevölkerung zu übertriebener Be- jorgnis kein Aiilaß vorliege._ �nanö im Reöefeuer. Paris, IS. Oktober.(MTB.) Die Kammer setzte die Beratung über die Interpellationen zur allgemeinen Politik der Regierung fort. Maurice B a r r e s(Nationalist) meint, es herrsche Einigkeit darüber, daß nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Wiederher- stcllung des Landes zu gewährleisten ist. Man wolle deshalb wissen, welche Mittel die Regierung anzuwenden gedenk«, um dieses Resultat zu erzielen. Barres versteht Briand nicht, der oft erklärt hah«, daß er nicht die Absicht habe, die Sanktionen zu beseitiqen. Nicht nur Briand. alle wollten den Frieden. Durch die Auf- Hebung der Zollinie am Rhein habe man die Situationen Frank- reichs gegenüber dem besiegten Deutschland geschwächt. Varräs fährt fort: Diese VeH-jnderung der politischen Fasiade stehe im Widerspruch zur Logik und zur öffentlichen Meinung. Müsse man jetzt auch noch annehmen, daß auch die mililärlschen Sanktionen aufgehoben werden sollen? Briand machte hier eine verne i- n e n d e Geste und erwidert, Barres wisse sehr wohl, daß die Frage der militärischen Sanktionen aufgeworfen wurde. Barres ant- wartet, ihn beunruhige es, daß der Ministerpräsident bezüg- lich der wirtschaftlichen Sanktionen das gleiche erklärt habe.(Beifall im Zentrum und auf der Rechten.) Briand betont, daß die wirt- schaftlichen Sanktionen nur den Zweck hatten, Deutschland zum Nach- geben zu zwingen. Die militärischen Sanktionen hätten den Cha- rakter des Zwanges gehabt, um eine deutsche Regierung, die sich ge- weigert haben würde, den Friedensvertrag anzuerkennen, zu zwin- gen, daß sie ihn ausführe Man bleibe in Ruhrokt, Düsseldorf und Duisburg nicht in dem Wunsche, immer dort zu bleiben, fondern um den Willen zu erkennen zu geben, daß man die Ausführung des Vertrags sicherstellen wolle. Frankreich wolle seine Sicherheit qaran- tieren. Die wirtschaftlichen Sanktionen hätten sich nur auf die Weige- rung Deutschlands, die Reparationszahlungen anzunehmen, bezogen Die wirtschaftlichen Barrieren paralysierten(heben auf) zum großen Teil die wirtschaftliche Tätigkeit, aber wenn man behaupte, weil die wirtschaftlichen Sanktionen verschwunden seien, mühten die militärischen Sanktionen, die die Sicherheit Frankreichs be- treffen, auch verschwinden, so sei d a s eine Diskusstonsart, gegen die er vollkommen entwaffnet fei. Aus den Erklärungen Briands ent- nimmt Barres die Tatsache, daß von einer Aufhebung der mili- tärischcn Sanktionen keine Rede sein könne. Er schließt mit der Erklärung, daß für Frankreich die Sicherheit am Rhein eine Politik der moralischen Abrüstung(I) und die Reparationen eine Wirtschaft- liche Kontrolle über die Reichtümer Deutschlands seien. M a i l l a r d interpelliert über die Zuweisung der oberschlesischen Entscheidung an den Völkerbund. Briand erinnert in einem Zwischenruf daran, daß die Alliierten sich über die Auslegung des Ergebnisses der Volksabstimmung nicht einig waren und ge- maß der Bestimmung von Versailles, daß alle Entscheidungen ein- st i m m i g gefaßt werden müßten, sei hierauf die Entsibeiduna dem Völkerbunde überwiesen worden. Maillard fragt, ob dieser Prä- zedenzfall nicht etwa zu Hilfe gerufen werden würde, wenn es sich darum handle, hinsichtlich des Saargebiets eine Entscheidung zu treffen Ferner spricht er seine Befürchtungen darüber aus, daß Briand zu lange in Washington bleiben werde. Er wünscht zu wiffen» ob sich auch Lloyd George auf die Konferenz begeben werde, j Elenö, Wucher unö tanüwirtjchafl. Karioffeluotdebatte im Landtag. In der Mittwochsitzung des Landtages standen Anfragen und Anträge' zur Behebung der Kartoffelnot auf der Tagesordnung, Abg. Gronowski(Z.): Wir oerurteilen aufs schärfste die Aus- Nutzung der Kartoffelnot zu parteipolitischer Agitation, wie wir sie gestern bei dem deutschnationalen Redner erlebt haben. Die R e- gierung muß sich klipp und klar äußern über ihre Maßnahmen gegen die schamlose Preistreiberei und für die Der- sorgung der notleidenden Bevölkerung. Reden und Verordnungen haben wir genug gehört.(Zuruf links: S t e g e r w a l d!) Wir wollen endlich Taten sehen, denn die Ruhe, die jetzt noch herrscht, ist die Ruhe vor dem Sturm. Seit 1014 ist in Westdeutschland die Lebenshaltung um das Fünfundzwanzigfache gestiegen, da soll man endlich aufhören mit dem idiotischen Geschwätz von der Begehrlichkeit der Arbeiter und Angestellten. Daß der Wucher so ins Kraut schießen würde, haben wir uns bei Abschaffung der Zwangswirtschaft doch nicht gedacht!(Stürmisches Hört, hört! links. — Ruf«: Wir haben es Euch oft genug gesagt! Ihr wolltet ja nicht hören!) Die Regierung muß endlich ernsthaft zur Anwendung des Wuchergesetzes schreiten.(Lebh. Beifall i. Zentrum.) Abg. Limbcrtz(Soz.): Die Anfragen der sozialistisÄen Parteien nennen den unver- schämten Wucher beim richtigen Wort, während die deutschnationale Anfrage kein Wort der Verurteilung dafür hat. Der deutschnationale Redner hat gestern den Wucher geradezu theoretisch gerechtfertigt. Man müßte für den Wucher, wie im alten Rom,»die Todes st rase einführen. Die sogenannten Deutschnationalen haben kein Recht, sich nationaler zu nennen als andere Parteien, denn sie haben keine Liebe zum deutschen Volke. Nielmehr tun sie alles, um eine friedliche Annäherung der Bevöikerüngsschichken zu verhindern. Durch ihre Hetze fördern sie geradezu die Ausbeutungspolitik gewisser Kreise. Werden etwa wucherische Landwirte in jenen Kreisen ge- sellschaftlich boykottiert? Keineswegs, Sie spielen nach wie vor Skat mit ihnen.(Heiterkeit.) Die Landbünde predigen offen den Hungerkrieg gegen das deutsche Volk. Die Drohungen mit dem Lieferstreit sind keineswegs bloße Theorie. Da- bei hat die Landwirtschaft in den letzten Jahren riesige Einnahmen aehabt und überall Verb>-sserungcn der Betriebe oornebmen und Hypothekenschulden abzahlen können. Für die Derbillignng der Fukiermilicl hat das Reich Milliarden ausgegeben. Im krassen Gegensatz dazu steht das Elend in den Kreisen der Arbeiter, Ange st eilten und Kleinrentner. Da wagt es ein Frei- Herr von Loe noch, auf einer rheinischen Bauernversammlimg zu behaupten, die Landwirtschaft leide Not und brauche habere Preise! (Lacken und Zurufe links.) Die„Kalonialwaren-Woche" vergleicht die Kauflcute, die den Preis ihrer Warenbestände nicht, trotz billigen Einkaufs, nach der jeweiligen Konjunktur erhöhen, Mit den sieben törichten Jungfrauen. Während die Lebensmittelpreise bis zum Fünfundzwanzigfachen gestiegen sind, sind die Löhne und Gehälter nur um das Acht- bis Zehnfache gestiegen. Sie(noch rechts) dürfen sich nicht wundern, wenn in den Industrie- gebieten neue Streiks und neue Lohnforderungen kommen, und das wird sicherlich geschehen, wenn die Preiswelle so weiter steigt. Daß die Kapitalisten kein Interesse an der Hebung unserer Finanzen baben, zeigt die w ü st e Devisenspekulation der letzten Tage, fo daß soaar englische Zeitungen schon daraus aufmerksam wurden und Abhilfe fordern. Llus den durch das Wiesbadener Ab- kommen entstehenden Reparotionsliefcrunaen werden von der In- dustrie ungeheure Gewinne gezogen. Wir haben ein Interesse daran, nicht noch Reparationsgewinnlcr zu züchten. Hin- zu kommt noch die mangelhafte Besteuerung des Großkapitals. Noch heute haben die Finanzämter mit der Besteuerung der tlemeii Leute zu tun, während die Großen ihr Kapital in Sicherheit bringen oder der Besteuerung entziehen können. Die stjetze gegen den Achtstundentag trägt mir zur Verbitterung der Arbeiterschaft bei. Unsere Kartoffelernte steht etwas hinter der Mittel- � ernte zurück. In manchen Gegenden hat ein Morgen 160 bis 170 Zentner Ertrag geliefert. An der herrschenden Kartoffelnot hat allein die mangelhafte Waggonge st ellung schuld. Es besteht kein Zweifel, daß der K a r t o s f e l b e d a r f für dieses Jahr durch die neue Ernte gedeckt werden kann. Aber der Reichsernährungsminiftcr hat sich nicht frühzeitig genug mit dem Verkehrsntznisterium in Verbindung gesetzt. Dos ist eine grobe Fahr- lässigkeit. Besonders fühlen die Bergleute den Kartoffelmangel. Sie drohen mit Streik und mit Selbsthilfe. Erträglich sind die jetzigen Zustände in keiner Weise, wenn man bedenkt, daß die Preise nicht durch die Selbstkosten der Erzeuger gerechlsertigk werden. Von den Agrariern wird aber systematisch auf die Preis- erhöhung für landwirtschaftliche Produkte hingearbeitet. Die W u- ch e r e r müssen schärfer angefaßt werden. Nur Zuchthaus- st r a f e n werden hier gründliche Arbeit leisten. Auch die wilden Kartoffelaufkäufer kann man sehr leicht fassen, weil sie Handels- ausweise haben müssen, ebenso die Erzeuger, die die Preise absicht- lich in die Höhe treiben. Trotzdem die Gewinne der Großhändler auf 10 Proz. herabgedrückt wurden, läßt sich heute der Zentner Kartoffeln nicht unter S2 bis 09 M. liefern. Die preußische Regierung muß silfi so schnell als möglich mit der Rcichsregierung zwecks A b- Hilfe dieser Mißstände in Verbindung setzen.(Lebh. Beifall bei den Soz.) Abg. Klausner(U. So.;.) begründet die Anfrage der Unab� hängigen. Die Regierung gibt selbst zu, daß genug Kartoffeln vor- Händen sind: dann müssen sie aber der Bevölkerung auch zu an- gemessenen Preisen zugänglich gemacht werden. 35'Mark für den Zentner werden sogar von der Landwirtschaft für aus- reichend gehalten. Das Zentrum sollte über die angeblich unvor- hergesehenen Folgen der freien Wirtschaft nicht so erstaunt tun. Nach den Erfahrungen bei den anderen Lebensmitteln ließ sich der Kar- toffelwucher als Folgeerscheinung der Aufhebung der Zwangswirt- schaft genau voraussagen. Viele Zentner Kartoffeln werden nutz- loserweise zu Spiritus verbrannt oder verfüttert. Wir verlangen daher Einführung hes Zwangsumlageverfahrens und sofortige Beschlagnahme der Kartoffeln, sind uns aber bewußt, daß alle diese wirtschaftlichen Mißstände ein für alle- mal nur durch die Einführung der sozialistischen Wirtschaft abge- schafkt werden können. Abg. Riedel(Dem.): Wenn die Rechte die ganze Schuld auf die Regierung schiebt, die das Ultimatum angenommen habe, so frage ich: Welche Verhältnisse liätten wir, wenn das Ultimatum nicht angenommen wäre? Der Kartoffelwuchcr ist kein Beweis für, sondern gegen die Zwangswirtschaft, denn erst auf dem Boden der Zwangswirtschaft ist Wvcher- und Schiebertum groß geworden. Abg. Schulz-Neukölln(Komm.): In Thüringen hat ein Landbündler erklärt, die Kartoffeln könnten für 25 M. abgegeben werden. Ein anderer Landwirt hat den Zentner für 40 M. verkauft und erklärt, ein Preis über 50 M. fei ungerechtfertigt. Wie können da die Agrarier den doppelten Preis nehmen?(Zuruf b. d. Deutsch- nationalen: Die Händler bieten es!) Da habe» Sie den Beweis, daß in Ihren Reihen(nach rechts) die Wucherer sitzen. Darauf wird die Aussprache abgebrochen. Ein kommunistischer Antrag, aus die morgige Tagesordnung den kommunistischen Antrag auf Unterstützung Sowjet-Rußlands zu setzen, wird gegen die Stimmen der Kommunisten abgelehnt. Nächste Sitzung: Donners- tag 12 Uhr: Weiterberatunz. Schluß 6 Uhr. 59l S» Briand erwidert: Der englische Ministervräsident weiß, was er tut. Ich selbst kenne genügend die innere Politik Frankreichs»nd werde diese Reise nur unternehmen, wenn die Kammer es erlaubt.,— Abg. de Castellane krikisierk heftig den Vcrsailler Dcrirag, der ebenso viele Kriegsdrohungen wie Friedensoersprechungen ent- balte. Jedenfalls warte Frankreich seit drei Jahren, daß endlich der Friede eintrete. Man müßte endlich wiederum Handelsoer- träge abschließen, damit eine Gesundung der Finanzen eintrete und eine beträchtliche Herabsetzung der Ausgaben vorgenommen werden könne. Bevor man neue Steuern bewillig«, müsse man den Finanzminister auffordern, daß erst die alten Steuern bezahlt würden. Abg. Mandel(Cl-mencist) begründet seine Interpellation über die Frage, wie der Ministerpräsident die Solidarität im Kabinett aufrechterhalten wolle. Zu der Rede Briands in St. Razaire bemerkt er, daß man noch nie ebensoviel gesprochen habe, um nichts zu sagen.(Stürmischer Widerspruch.) Sturm im Prager Senat. Prag, 19. Oktober.(WTB.) Der„Sozialdemokrat" stellt fest, daß er während seines sechswöchigen Erscheinens bereits zum vier- ten Male beschlagnahmt worden sei. Wegen dieser Konfistations- praxi? kam es zu Begin der gestrigen Scnatssitzung zu stürmischen Szenen. Als Ministerpräsident Benesch sagte, die Regierung werde gerecht sein, riefen die deutschen Sozialdemokraten:„Was ist's mit I den vielen Konfiskationen? Es ist unerhört, was die Staatsan- ! wälte treiben! Mit Konfiskationen werden Sie den Staat nicht retten!" Als Vizepräsident jklofatsch den deutschen Sozialdcmokra- ■ ten zurief:„Jetzt schreit Ihr, in Oesterreich habt Ihr geschwiegen, als wir eingesperrt wurden!".entgegnete ihm Senator Nießner- Brünn(Soz.):„Das ist n iich t wahr! S i e, Herr Klofatfch, wären längst gehenkt worden, wenn sich die Wiener„Arbeiter- Zeitung" Ihrer nicht angenonrmen hätte!" Jinanzkonfl-'kt m Zrankreick)? Paris, 19.' Oktober.(WTB.) Die F i n a n z k o m m i f f i o n der Kammer hat Briand mitteilen lassen, daß die vorgeschlagenen Abstriche am Budget für 1922 ungenügend seien. Sie verlangt für Freitag neue Sparsamkeitsvorschläge. Oer Ausschuß hat für den Fall, daß am Freitag seinen Wünschen nicht entsprochen werde, beschlossen, daß der Generalberichterstatter bei der Kammer beantragen solle, den B u d g e t e n t w u r s der Regierung an diese zurückzuschicken. Der belgische Mmifterkonfiikt. Brüssel. 19. Oktober.(WTB.) Im Verlaufe des heute vor- mittag abgehaltenen Kabinettsrates, an. dem auch der Justizminister Vandervclde, der Minister für öffentliche Arbeiten Ansecle und der Minister für Kunst und Wissenschaft Desire« teilnahmen, erklärten diese sozialistischen Minister, daß sie zurücktreten. Ueber diese Erklärung unterrichtet folgende Meldung: Brüssel, 19. Oktober.(WTB.) In der Kammer verlas der Ministerpräsident das Entlassungsgesuch des Ministers für die Landesverteidigung. Hierauf sagte er, der sozialistische Minister A n s e e l e habe ihm erklärt, daß die Kundgebung von La Louviere keinen landesfeindlichen Charakter gehabt habe, und daß das Emblem auf der Fahne rein symbolisch gewesen sei. Er habe Anseele er- widert, daß er dieses Emblem als gehässig ansehe und nicht zulassen könne, daß ein Minister des Königs bei der Ueber- reichung eines solchen Emblems zugegen sei. Minister Anseele habe ihm darauf sein Enttassungstzesuch überreicht, und die übrigen sozio- listischen Minister hätten das gleiche getan. Der Ministerpräsident erklärte weiter, es gebe in Belgien keine Militari st en, sondern nur Belgier, die unter der deutschen Invasion gelitten hätten und die nicht wünschten, daß sie wiederkomme. Deshalb wollen wir, so schloß der Ministerpräsident, das Land schützen, ehe wir abrüsten. Wir warten, bis D e u t s ch l u n d die Entwaffnung voll- zogen hat(hat es— berichtete Rollet! Red.). Wir wollen, daß das Land lebe, und deshalb müssen wir bereit fein; diejenigen, die das Gegenteil empfehlen, würden das Land dem Tode überantworten. Wir wünschen Eintracht unter allen guten Bürgern.(Allgemeiner Beifall, außer auf der äußersten Linken.) Tatsächlich haben in der Kammer die Katholiken iznd die Libe- ralen gegen die Sozialisten für eine Tagesordnung gestimmt, die von der Regierungserklärung Carton de Wiarts Kenntnis nimmt. Willst öu ernst genommenweröen? Eine politische Zeitung zu lesen, die Farbe bekennt, ist die Pflicht jedes erwachsenen Menschen, der darauf An- spruch macht, ernst genommen. zu werden. Lies aber vor allem eine Zeitung, die auch deine Interessen vertritt, die für dich kämpft. Das ist öer„vorwärts". Deine Zeitung soll dich auch unterrichten, sie soll dich be- lehren und unterhalten. Diesem Zweck dienen im„Vorwärts" die Beilagen„Heimwelt",„Volk und Zeit" und„Kleingarten und Siedlung". Sie sind illustriert und werden im besten Tiefdruckocrfahren hergestellt, stehen also auch technisch auf der Höhe. Sorge dafür, daß der„Vorwärts" in deine Wohnung kommt. /Zbonmere! Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Hauptgeschäftsstelle des„Vorwärts", Berlin SW. 68, Linden» straße 3, einzusenden. Ich abonniere den„Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage„Volk und Zeit", der Unterhaltungsbeilage „Heimwelt" und der 14tögig erscheinenden illustrierten Bei- lag«„Siedlung und Kleingarten" in Groß�Berlin täglich zweimal frei ins Haus für 12 M. pro Monat November. Name> Wohnung: -Straße Nr.- vorn Hof— Quergeb.— Seitmfl.— Tr. links— rechts bei Mtglieöer öer/lUgem.eitungsgewerbe. Gestern fand im Reichsarbeitsmmisterium eine etwa sechsstündige Beratung über den Konflikt im Zeitungsgewerbe unter Hinzuziehung des Arbeitgeberverbandes statt. Zu einem Ergebnis sind diese Verhandlungen nicht gekommen. Beide Parteien kamen überein, die Verhandlungen heute früh 8 Uhr mit den Organisationen unter einem unparteiischen Vorsitzen- den fortzusetzen. Achtung, Buchdrucker! Die Generalversammlung der Berliner Buchdrucker und Schriftgießer findet heule schon um 414' Uhr in der „Renen Welt" stall.___ Sie rvollen keine verftänöigung. Wir teilten bereits mit, daß der Demobilmachungstommissar die streitenden Parteien im Streik der Gastwirtsangestellten zu einer unverbindlichen Aussprache eingeladen hatte, di« gestern stattfinden sollte. Bekannt ist auch die Erklärung der Streik- toitung, daß sie jederzeit zu Verhandlungen bereit ist. Anders scheinen die Unternehmer gesinnt zu sein. Der Ein- ladung des Dcmobilmachungskommissars haben sie keine Folge g e l e j st e t. Das Arbeitnehmerkartell gibt trotzdem die Hoffnung nicht auf, daß es doch noch zu Verhandlungen zwischen den Par- teien kommt. Die Streikenden zogen am Nachmittag in Stärke von 20 000 bis 25 000 Mann unter Vorantritt von Kapellen der streikenden Musiker zum Lustgarten. Auf die Mitteilung von dem Fernbleiben der Unternehmer bei der Besprechung mit dem Deinobilmgchungskom- missar gaben die Versammelten einmütig zur Antwort: Aus- harren im Kampf um Recht und Leben! In muster- gültiger Ordnung löste sich die Demonstration auf. In Scköneberg, Hauptftr. 33, befindet sich der Hockepeter„Zum Krokodil", Inhaber Artur Schill. Dieser gastwirtschaftliche Betrieb hat die Forderungen der gewerkschaftlich organisierten Angestellten nicht bewilligt und Streikbrecher eingestellt. Die dort tätigen Schlächtcrgescllen, sowie die Privatchauffeure haben die Arbeit nicht eingestellt und sind auch als Streikbrecher zu betrachten. Bemerkens- wert ist, daß die vier Schlächtergesellen sich nach getaner Arbeit, nach der bekanntlich gut ruhen ist, noch dem Unternehmer zur Verfügung stellen, bewaffnet mit Revolver und einem langen Messer, um gelegentlich„ganze Arbeit" zu verrichten. Der In- Haber Schill unterhält außer dem oben genannten Betrieb noch zwei Fleischwarcngeschäfte. Diese befinden sich Brunnenstr. 17 und Warschauer Str. 7._ Ebenfalls wegen N i ch t b e f o l g u n g polizeilicher An- ordchiungen wurde gestern vormittag vor dem Lokal Wien-Berlin der 2öjährige Kellner Max Blasner und am Abend vor dem Pilsener Hof in der Kronenstraße der 34jährige Kellner Rudols Geißlcr sistiert. Gestern nachmittag verteilte der 19jährige Hausdiener Benno Gerdau Ecke der Friedrich- und Georgenstraße polizeilich nicht genehmigte Flugblätter mit der Anschrift„An die Ein- wohnerschaft Groß-Berlins" und mit der Unterschrift„Kartell der im Gastwirtsgewerbe vertretenen Arbeitnehmerorganisattonen. I. A.: Slugust Bürde, Gottschalk." Vo or dem Cafe Bauer, Unter den Linden, prominierte gestern die 27jährige Ida Flatow mit einem schwarzen Plakat, aus dem man las:„Wirtschaftlicher Friede ernährt. Siehe Hotel Adlon, wo Forderungen bewilligt sind." Bei ihrer Feststellunq bildete sich ein Auflauf, bei dem sich besonders der 38 Jahre alte Musiker Ernst � Thornerczyt hervortat und ebenfalls den Weg zur Wache antteten mußte. Was sollen diese„Fälle" beweisen? Höchstens doch, daß die Polizei höchst parteiisch ihres Amtes waltet. Wo ist sie z. B., wenn die Berliner Studenten In solcher Menge unter den Linden bummeln, daß sie den Fußgängerverkehr behindern, oder wenn in der Jägerstraße betrunkene Schieber so große Aufläufe ver- Ursachen, daß man nicht durchkommen kann? Wo ist die Polizei, wenn Deutschnationale alle Wände mit ihren Plakaten gegen die Republik bekleben? Wer gibt der Polizei das Recht, einen Streikposten zu sistieren, nur weil er ein Plakat trägt? Wo ist die Bestimmung, die die jro l i z e i l i ch e Genehmigung von Flugblättern fordert? Nirgend» existiert sie, höchstens im Gebirne eines Polizeileutnants, der sich gern als Sozialistenfresser betätiaen möchte. So sehen die„Ausschreitungen" der Streikenden aus. die zur Bewaffnung der Polizei mit Karabinern führten. Wir müssen näm- lich entgegen der uns gestern gemochten Mitteilung feststellen, daß nicht ein Spezialttupp mit dieser Waffe ausgerüstet wurde, sondern daß tatsächlich in der Bannmeile, besonders an ihren Grenzen und i m Weinrestaurant„Traube" Posten der Schupo zu sehen waren, die den Karabiner trugen. Wann wird endlich Schluß gemacht mit diesem Unfug? Hoffent- lich nicht erst dann, wenn der berüchtigte„erste Schuß" gefallen und das Blut der um ihr Menschenrecht kämpfenden Gast- wirtsangestellten zur höheren Ehre der Republik das Pflaster vor den Schlemmerlokalen gefärbt hat. Neue Ausschreitungen streikender Gastwirtsgehilfen. Unter dieser Ueberschrift versendet WTB. wie täglich, so auch gestern eine lange Liste von sogenannten„Ausschreitungen". Nachstehende„Fälle", die wörtlich dem WTB.-Bericht entnommen werden, mögen zeigen, was alles herhalten muß, um die Stteikenden zu verleumden: Gegen 914 Uhr abends sammelten sich vor dem Lokal„Libelle" etwa 1000 Personen an, die ellipsenartig auf und ab gingen, so daß jeder Fußgängerverkehr verhindert wurde. Die Mahnung einer Streife der Schutzpolizei, sich zu entfernen, beantworteten sie mit lautem Gebrüll, und erst nachdem Berstärkungen eingetroffen waren, gelang es, die Ruhestörer zurückzudrängen. Sie gingen jedoch erst auseinander, als die Beamten ihre Pistolen frei- machten. Gestern vormittag oersuchten streitende Kellner, an den Mauern des Hotels Excelsior in der Anhaltstraße rote Plakate anzu- heften. Drei der Zettclanklebcr wurden zur Feststellung ihrer Personalien nach der Wache gebracht. Vor dem Admiralspalast wurde gestern vormittag der 24 Jahre alte Kellner Willy Schulz festgestellt, well er der Aufforderung, weiterzugehen, nicht nachkam. Lohnforderungen der Eisenbahner. Die Mitglieder des Deutschen Eisenbahner. Ver- b a n d e s, Ortsgruppe Groß-Berlin, traten gestern im Lehrervereinshaus zusammen, um zu der fortschreitenden Teuerung Stellung zu nehmen. Man beschloß, von bestimmten Forderungen abzusehen, aber zu verlangen, daß alles oersucht wird, die Bezüge dem errechneten Existenzminimum anzupassen. Gegen eine Einschränkung des Ärbeitsrechts und eine Privatisierung der Eisen- bahnen werde man mit aller Energie vorgehen. Wir kommen auf die Verhandlungen noch zurück. Das Lohnabkommen in der Magdeburger MetaMnduslrie ist nach einer Meldung der TU. von den Metallarbeitern gekündigt worden. Sie oerlangen ein« Erhöhung der Stundenlöhne um ILO M. In der Dresdener Porzellan- und Slelngulindustrie sind die Tarifverhandlungen gescheitert. In 140 Betrieben stehen die Arbeiter im Streit. Am 29. Ottober wollen die Unter- nehmer 00 000 Arbeiteraussperrea, wenn bis dahin keine Einigung zustande kommt. Zu der chemischen Industrie der Provinz Sachsen läuft eine Ge- Haltsbewegung der Angestellten, die ein Angebot der Unternehmer ablehnten. Nach einem neuen Angebot sollen die Gehälter im November und Dezember gegenüber denen vom August um 25 Proz. aufgebessert werden. Die Angestellten lehnten auch diese» Angebot ab und setzten ihre Forderung von 50 auf 40 Proz. herab. Die Verhandlungen sind gescheitert. Mirtsthast ..Eine siaiistische Lüge". Herr Geheimrat Deutsch schreibt uns: „In Ihrer Nr. 404 vom 4. d. M. befchäftizen Sie sich mit meiner Arbeit über den Anteil des Kapitals und der Arbeit am Ertrage der Produktion. Ich konnte zwar nicht er- warten, daß bei den Anschauungen, die Sie in der Frage des Kapi- tals vertreten, meine Arbeit Ihre Zustimmung finden würde. Aber ich möchte doch nochmals ausdrücklich betonen, daß nur ernste Sorge um die Zukunft der deutschen Industrie und damit auch um die Zukunft der deutschen Arbeiterschaft mich zu der Berösfentlichung veranlaßt hat. Zwei Punkte Ihrer Ausführungen sind es aber, die ich nicht un» widersprochen lassen möchte: Sie irren völlig, wenn Sie aus meinen Ausführunzen die An» ficht herauszulesen glauben, die Arbeiterschaft verdiene zu viel. Ich würde es nur freudig begrüßen, wenn sich die Mög» lichkeit ergäbe, die Löhne so zu erhöhen, daß eine gebesserte Lebens- Haltung und damit auch eine erhöhte Arbeitsleistung zu erzielen wäre. Nur darum war es mir zu tun, zu zeigen, daß die G e- winne des Kapitals in dauernd rückläufiger Be- w e g u n g begriffen sind und bei weiterer Schmälcrung die Industrie und mit ihr die Arbeitnehmerschaft in große Gefahr kommen kann. Bewegungsfreiheit des Kapitals bei entsprechender Dotierung der Reserven und Hand in Hand damit Hebung der Pro- duktivität in der deutschen Wirtschaft garantieren allein der Arbeit- nehmerschaft gesicherte volle Beschäftigung. Weiter möchte ich betonen, daß es sich bei den in meiner Arbeit berücksichtigten Gesellschaften nicht um Firmen handelt, die ihr Kapital erhöhten,»m durch Gratisaktien oder unverhältnis- müßig wertvolle Bezugsrechte ihren Aktionären übergroße Ge- winne zu sichern. Es sind durchweg Firmen, die ihre Kapitals- erhöhungen lediglich in dem durch die wirtschaftliche Lage nötigen Rahmen gehalten haben und die die solide Fundierung ihres Unter- nehmen? über alle anderen Gesichtspunkte setzen." „Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube"— möchte man zu dieser Zuschrift bemerken. Wir zweifeln nicht, daß Herr Deutsch seine statistisch durchaus irrigen und deshalb nicht alleii' von uns angefochtene» Erhebungen nicht in der bewußten Absicht gemacht hat, aus Lohndrückern hinzuwirken. Aber er mußte wissen, daß schon die alte Auflage seiner Schrift zu diesem Zweck ausgenutzt worden ist und wäre deshalb verpflichtet gewesen, seine Untersuchung aus eine sachlichere Grundlage zu stellen. Dann wäre das Ergebnis ein ganz anderes. Herr Deutsch befreitet auck. nicht die vorgefaßte Absiebt, die„niedrigen Gewinne" des Kapitals zu beweisen. Sie allein erklärt die unwahrhaftigen Ergebnisse der Schrift, deren Widerlegung Herr Deutsch aus einem Vergleich der Kurszettel für Aktienpapier, entnehmen könnte, ist aber alles andere als ein Be» w-is für ihre Richtigkeit. Was schließlich die Mitteilung angeht, Unternehmungen, die Kavitnlverwässerungen vorgenommen hätten, seien in der Statistik nickt berücksichtigt, so wären, wenn das zuttäfe. gerade die t y p i- pischen Gewinnunternehmungen ganz und gar aus- geschaltet. Wir hoben aber Grund zu der Vermutung, daß Herr Deutsch bis zu einer solchen Verzerrung des Totbestandes nicht gegangen ist, daß wir vielmehr uns nur darüber nicht einia sind, wann der„durch die wirtschafttiche Loa? nötige Rohmen" bei Kapitalserbödunaen überschritten wurde und wann nicht. Wenn eine G-selllchaP 100 Millionen Mark neue Aktien zu 100 Proz. aus- gibt, aber denselben Kovitalbetrog erreichen konnte, wenn sie 50 Millionen zu 200 Proz. auf den Markt bringt, so ist schon da» eine Kopitaloerwässeruna. Emissionen von 200 Proz, und dar- über, wie sse bei der AEG,, dem Werk des Herrn Deutsch, schon seit Jahr und Tag Sitte sind, aebören aber heute zu den Ausnahmen. heute, wo ein anständiges Börsenpapier mit 500— 1000 Proz, bewertet wird! Es bleibt dabei, die Statistik des Herrn Deutsch Ist das, was die Wissenschast als statistische L ü o e länast kennt. Er braucht sich nicht die Mühe zu machen, es zu bestreiten Um eine gesunde Kritik wachzurufen, sollte er lieber seine statistischen Grundlagen, die Namen der Gesellschaften, preisgeben. lSeit mann ist die Zusammenllelluna von Zahlen, die in die öftentlichen Bilanzen ge- hören, ein Geschäftsgeheimnis?)— Er tut es nicht, und er wird auch seine Gründe haben, es nicht zu tun. Dann aber muß er sich den Vorwurf aefallen lassen, daß er�zine Jnteressentenweisheit als wissenschaftliche Arbeit herausgemacht und damit seinen Ruf als wirtschaftliche Autorität auf das schwerst« gefährdet hat. Das ist auch vom Standpunkt des Arbeitnehmers, der sonst Herrn Deutsch als einen wirttchaftsorganisatorilchen Gedankengängen zugänglichen Vertreter des Unternehmertums kannte, nicht erfreulich. Der Eisenwirkschaftsbund hat sich mit dem Reichswirtschasts- Ministerium über seinen Ausbau verständigt und seine an die Porta- mente gerichteten Abänderungsanttäge zurückgezogen. Für diesen Selbstverwaltungskörper der Eisenindustrie erhält der Metall- arbeiterverband ein selbständiges Ernennung?- recht zur Vollversammlung. Einige Verbände werden, darunter der Verein der Straßen-, Klein- und Privatbahnen, in den Eisen- wirtschaftsbund aufgenommen. Die Mitgliederzahl des Cisenwirt- schaftsbunde» wird hierdurch nicht erhöht. Perantw tflr den redakl. Teil: Dr, Wcrnrr Pelter, Eharlottenburg: tlir Anzeigen: Td, Glocke, Perlin Verlag: VorwSrts-Verlag G. m, b, H,, Berlin, Druck: Vor- Wärts-Buckdruckerei u Verlagsanflali Paul Singer u Co,, Berlin vindenftr. 6. Hierzu zwei Beilagen und Uuterhaltungobeilage„Helmwelt-. Mühn&raäJGf Hornh a ut. S ch wi&len u. Wa c?n 'arzen beseitigt ck* irr ttich empfohlene millfonenfach bewahrt* ifuBeäroi Schachte! /M50 mApoH)tkntm. Drogerien erhättödL Die guten Fleischbrflh-Würfe sind in der früheren FriedensquaBität überall zu haben! Man achte auf den Natnen MAGQI und die rotgelbe Packung. ME 1. Seilage des vorwärts Vonnerstag. 20. Oktober Nr. 495 3S. Jahrgang GroMerün Vom Golü, üas auf üer Straße liegt. Wie oft hört man sagen:„Das Geld liegt auf der Straße. Man muß nur verstehen, es aufzuheben." Nun aber liegt Gold auf der Strohe, in selten schöner Färbung, und dennoch bückt sich niemand und hebt es auf, Gold bedeckt die Straßen, soweit man nur blicken kann. Gold in allen Stufungen: Grüngold, blaßgelb, hochgelb, rotgold, braun- gold. In den Großstadtstraßen merkt man es weniger, aber in den Bororten liegt das Gold oft haufenweise, in lang gezogenen Strähnen. Zwar sind es keine Barren. Nicht einmal Goldstücke. Es ist alles Blattgold, und dazu im wahren Sinne des Wortes. Bon den Bäumen ist dieses wunderbare Gold herabgeweht. Und der Ahorn ist es im besonderen, der sich als der wahre Gold- bäum zeigt. Wenn der Mond heraufgezogen ist, derselbe Mond, den man so schön vom Potsdamer Platz mit dem Fernrohr beäugen kann, dann sendet er in den klaren Nächten seine langen, dünnen, eiskalten Strahlen herab. Die lösen mit stillem Zwang die Gelenke der Blätter. Und wenn sich am Morgen ein Wind auftut, dann schwebt und flattert und tanzt das ganze Herbstgold lautlos vom Baum. Gold! Sonnengold! Es ist, wenn man den Blick in dieses viele Gelb hineinsenkt, als ob die Blätter, bevor sie zum Moder eingehen, die ganze glühende Goldpracht, die sie einen Sonnensommer lang angesammelt, jetzt im Hinsterben ausatmen. Auf der staubigen, steinigen Straße liegt das Laub und es will niemandem mehr nützen. Aber dieses Gelb in all seinen Stufungen funkelt und leuchtet und lebt dennoch. Nun werden die Straßenkehrer kommen und es mit mancherlei Unrat zu großen Bergen zusammenfegen. Aber es wird eine Zeit vergehen, ehe die Wagen kommen, um es abzuholen. Da kommen Kinder vorbei und sehen den goldenen Berg: sie springen hinein und fassen die Pracht mit ihren kleinen Armen und überschütten sich damit. Sie lachen und jauchzen und bekommen rote Wangen und ihre Blicke werden hell. In den Haaren der Mädchen hängen die Blätter, und die Mädchen springen, und ihre jungen, zarten Leiber singen das hohe Lied des kommenden rauschende» Lebens, das in ihnen ist. Lautlos aber löst sich weiter Blatt um Blatt, schwebt in zartem Tanz zu Boden. Sommerlich glüht die Sonne, und die Bläue des Himmels ist in hohe Fernen enttückt. Noch siegt das Licht, noch siegt der Tag, und die berauschende Schönheit dieses Jahres, die nicht zu enden scheint, überschüttet uns mit allem Gold, das die Sonne in die Natur hineingeglüht hat. Beglückt atmen wir Leben. Deutscher Stäötetag und Wohnungsfrage. Verteuerung der Mieten.— Verzicht auf Siedlung. In der Vorstandssitzung des Deutschen Städtetages in Berlin am 18. Oktober wurde die von Jahr zu Jahr brennender werdende Wohnungsbaufragc, die gegenwärtig wieder alle politischen Körper- schatten lebhaft beschäftigt, auf das eingehendste erörtert und folgende Entschließung gefaßt: 1. Wenn die zur Milderung der Wohnungsnot dringend not- wendige Neubautättgkeit zu Beginn des Baujahres 1922 einsetzen soll, ist es unbedingt nötig, daß unter Zurückstellung der sonstigen Problems des Wohnungswesens vor allem die Finanzierungsfroge in kürzester Frist geklärt wird, damit alle Vorbereitungen richtig ge- troffen werden können. Die bisherige Lösung der Finanzierung?- frage, die durch das Reichswohnungsbauabgabegesetz vom 26. Juni 1921(Reichsgesetzblatt S. 773) versucht worden ist, ist gänzlich un- genügend. Es bedarf viel größerer Mittel, um auch nur den aller- dringendsten Bedürfnissen gerecht zu werden. Das Reichswohnungs- bauabgabegesetz weist aber zugleich den einzig möglichen Weg, wie die notwendigen öffentlichen Mittel zur Förderung der Neubau- tt'tigkeit gewonnen werden können. Jedoch müssen die Abgabe- sätze ganz wesentlich gesteigert werden, und zwar in einem solchen Maße, daß daraus die Kapitolsaufwcndungen für die notwendigen Neubauten, nicht bloß der Zins- und Tilgungsdienst, bestritten werden können. Die mit solcher Regelung verbundene V e r- teuerung der W o h n u n g s m i e t e n mit ihren Folgewirtungen auf allgemeinwirtschaftlichem G e- 831 Frauiein. Von Paul Enderlina. Schüler— auch die Schüler würden es erfahren. Morgen, spätestens übermorgen wußten sie alle, daß Thea Görke, die Tochter vom reichen Görke, ausgekniffen war und daß er geholfen hatte. Am nächsten Sonntag, wenn die Gym- nafiasten über den Langen Markt und durch die Langgaffe flanierten— mit ihren dummen Backfischen, bei der ewigen Mllitärmusit—, würde dies das einzige Gesprächsthema bilden. Aber es würde nicht bei den Schülern bleiben. Auch seine Kollegen würden es erfahren. Maskow würde feine Hände waschen:„Na also, das ist eine schöne Geschichte, Kollege." Und Grunskis Hals würde rubinrot anlaufen, und Eander würde von der modernen Verwilderung des Familiengefühls predigen. Und jeder würde ihn zur Rede stellen, mit Worten oder"mit Blicken, und nicht nur die Kollegen. Auch der Direktor— der Sckmlrat— nein, es gab nichts zu ver- heimlichen und zu vertuschen. All sein Mut und sein Troß sank.„Ich bin nicht zum Kampf geschaffen. Es ist doch bester, sich nicht in solche Ge- schichten einzulassen. Das war nichts für mich. Dazu muß man jüngere Nerven haben." Und das greuliche Katzenvieh draußen mauzte und miezte immer noch. Es würde ihn sicherlich nicht schlafen lasten. Es würde ihn um die letzte notwendige Ruhe bringen. Draußen setzte der Regen ein. Er klopfte auf das Fenster- bleck und trommelte an die Sckeiben. Aber er verjagte doch die Katze. Nun rauschte er geichmäßig und beruhigend.« Jetzt war Thea in Kreuz. Am Ende— Herrgott, das war ein Gedanke!— am Ende konnte er sie im Zug an- depeschieren und flehentlick zurückbitten-- Unsinn! Sie würde die Depesche zerknüllen und wegwerfen. Vielleicht war der Zug aber auch gar nickt abgefahren? Erst neulich war die Drehscheibe schwer besckädigt worden. Konnte das nicht sein? Dann fuhr die Nacht über keiner mehr, und sie kam zurück, und alles war gut. Es war ein vage Hoffnung. Er fühlte es selbst dunkel, ober sie mäßigte doch seinen Herzschlag und ließ ihn ruhiger biete muß. da ein anderer Weg zu der Bekämpfung der Woh- nungsnot nicht gegeben ist, als unabwendbar mit in den Kaufgenommenwerden. 2. Gleichzeitig muß aber auch die Verwendung der öffentlichen Mittel wesentlich anders gestaltet werden, und es muß vor allem den Gemeinden, welche die entschiedenen Träger der Wohnungs- fördcrung sind, die notwendige Bewegungsfreiheit unter Verzicht auf unnötige Zentralisation und Bureaukratisierung eingeräumt werden, damit sie die dem öffentlichen Bedürfnis entsprechenden Maßnahmen mit der nötigen Schnelligkeit in die Hand nehmen kann. Ferner muß mehr als es wenigstens in einzelnen Ländern bisher der Fall war, der Tatsache Rechnung getragen werden, daß die größte Wohnungsnot in den Städten, vor allem, den großen, und nicht auf dem Lande besteht, und es darf die Bekämpfung der gegen- wärtigen dringenden Not in den Städten nicht dem an sich durchaus zu unterstützdenden Zukunftsideal ländlicher Siedlung zum Opfer gebracht werden. Neue große Nazzia. Kampf der Polizei gegen Fledderer und Straßenmädchen. Die zunehmende Unsicherheit, die besonders durch allerlei Raub- Überfälle zum Ausdruck kommt und auch das Treiben der Straßen- mädchen und ihres Anhanges, veranlaßte die Polizei, auch in der vergangenen Nacht wieder durch eine große Streife an verschiedenen Stellen aufzuräumen. Eine Hundertschaft der Schutzpolizei: 199 Kriminalbeamte und 49 Beamte der Sittenpolizei, sperrten plötzlich nach Mitternacht den Schlesischen Bahnhof und seine Zufahrtsstraßen und brachten zwischen 499— 599 Personen vom Bahnhof selbst und aus den benachbarten Lokalen auf Lastkraftwagen nach dem Polizei- Präsidium. Um 2 Uhr wurden dann der Potsdamer Bahnhof uno seine Umgebung gesäubert. Von hier wurden zwischen 299 bis 399 Personen mitgenommen. Gerade die Bahnhöfe, und zwar be- sonders der am Zoologischen Garten, der Charlottenburger und der Stettiner Bahnhof bildeten in der letzten Zeit die Sammelpunkte für lichtscheues Gesindel, das sich dort die Nacht über versteckte, oder auch Durchreisende durch Falschspiel und Fledderet heimsuchte. Unter den Angehaltenen befanden sich 7 Personen, die steckbrieflich gesucht wurden und 69 Mü d ch e n, die sich der Kontrolle der Sittenpolizei entzogen hatten und zum Teil schwer krank waren. Die Zurückgehaltenen wurden dem Amtsanwalt vorgeführt oder noch dem Krankenhause gebracht. Auf dem Polizeipräsidium griff ein Festgenommener, der sich einen falschen Namen beigelegt hatte, einen Beamten an und ver- setzte ihm einen Faustschlag. Er wurde aber bald überwältigt und als ein alter Zuchthäusler festgestellt. Ein anderer Mann zwängte sich im ersten Stock durch das Fenster eines Aborttaumes und sprang auf den Lichthof hinab. Er zog sich einen schweren Schädelbruch und andere Verletzungen zu und mußte nach dem Krankenhause ge- bracht werden._ Der Millionenraub aus Ser Silberkammer. Der unter ungewöhnlichen Umständen zustandegekommene Ein- bruch in die Stahlkammer der Dresdener Bank, der im Anfang d. I. schon zur Verurteilung des Haupttäters Mendt zu hoher Zuchthausstrafe geführt hatte, erlebte jetzt vor der 4. Sttaftammer des Landgerichts I ein gerichtliches Nachspiel. Unter der Anklage, zu diesem Verbrechen durch die Tat Hilfe geleistet zu haben, hatte sich der mehrfach vorbestrafte Schlosser Wil- Helm Schulz zu verantworten, gegen den das Verfahren seinerzeit wegen Verdachts der Geisteskrankheit abgetrennt worden war. Mendt hatte damals auf Veranlassung des 16jährigen Bureauburschen Gilewski den Plan gefaßt, die neu eingerichtete Panzeranlage der Zweigstelle der Dresdener Bank, Landsberger Str. 199, zu erbrechen und aus der Silberkammer die dort lagernden Millionenwerte zu rauben. Dieser Plan glückte auch. An einem Sonnabend nach- mittag schlich sich Mendt mit Proviant für 3 Tage in das Keller- gewölbe der Saseanlage ein, und es gelang ihm, in 36stündiger un- unterbrochener Arbeit mit Sauerstossgebläse, Sprengkapseln und Bohrmaschinen die Meter starke Betonmauer sowie die moderne Tresoranlage zu durchbrechen und aus der Silberkammer für über eine Million Mark Werte zu entwenden. Der jetzige Angeklagte Schulz ist beschuldigt, für Mendts Bohr- Maschinen die Bohrer besorgt und ständig geschliffen zu haben. Hier- bei halle er sich zwei Finger verletzt, wofür er von Wendt 2999 M. „Schmerzensgeld erhielt. Diese Summe war ihm aber zu wenig. Er schrieb an Wendt, daß er ihm sofort weitere 6999 M. geben solle, andernfalls er ihn zur Anzeige bringen würde. Der Verteidiger des Angeklagten suchte nachzuweisen, daß Schulz bei dem Schärfen der Bohrer in gutem Glauben gehandelt habe und von Wendt nicht vor der Tat in das verbrecherische Unternehmen eingeweiht gewesen sei. in die Kissen zurücksinken. Und endlich schlief er, von der monotonen Melodie des Regens eingelullt, ein. ** * Der Morgen war hell und strahlend. Die Dächer, die Straßen, die Bäume waren vom Regen sauber abgespült. Alles war frisch, ohne Staub, voll starker Farben; die weißen Wölkchen stachen grell aus dem Marineblau des Himmels. Oberlehrer Sanders kleidete sich hastig an. Er hatte wahr- haftig beinahe verschlafen. l Das Mädchen kam und brachte den Kaffee. Er gab sich einen Ruck.„Sind die Herrschaften schon auf?" „Der gnädige Herr ist schon im Kontor, ja. Aber die Gnädige schläft noch." „Nun ja, es war ja auch spät gestern, haha." Der vom Tuch befreite Papagei schnarrte sein tägliches „Aennchen von Tharau ist's, die—" Hier stockte er jedesmal. Es war die unllberfteigbare Schranke seines Gedächtnisies. Das Mädchen lachte. „Und Fräulein—" er wollte Theas Namen aussprechen, vermochte es aber nicht. „Wie meinen Herr Oberlehrer?" Er wurde verlegen.„Adieu," sagte er unwirsch und trank den Kaffee stehend. Das Mädchen ging verwundert. „Schafskopf!" schnarrte der Papagei. Es war schon zu spät, um mit Görkes zu sprechen. Es war die höchste Zeit, ins Gymnasium zu eilen. Eigentlich hatte er gleich morgens oben' alles sagen wollen. Aber nun war es nicht möglich, nein, nun war das leider nicht möglich. Er warf sich den Mantel über und stürzte die Treppe hinunter. Nur keinem begegnen! Es war nicht, weil er die Aussprach« fürchtete, bewahre, es war nur, weil er es so sehr eilig hatte. Als er durch das Grüne Tor zum Ratsturm emporsah, war es dreiviertel acht. Ging feine Uhr vor? Oder war er wirtlich so gelaufen? Sein Körper war heiß, und unter dem Filzhut quollen die Schweißtropfen hervor. Er wollte doch lieber langsam gehen. Ein paar Schüler kamen an ihm vorbei und grüßten. „Noch grüßen sie ehrerbietig und mit einer gewissen Freund- lichkeit," dachte er;„denn beliebt bin ich ja ziemlich. Aber bald, vielleicht schon morgen werden sie mit frechem, fchnodde- Die Sache ist dadurch herausgekommen, daß eine Bekannte des Angeklagten ein Gespräch desselben mit seiner Schwester belauscht und Anzeige erstattet hatte. Der Angeklagte, der eine gut gehende Schlosserei betrieb, ist mehrmals wegen Diebstähle, die er mit Wendt zusammen ausgeführt hatte, vorbestraft.— Der Angeklagte wurde zu einem Jahr Gefängnis oerurteilt. Das lebende Kind als tot angemeldet. Ein kaum glaublicher Straffall, begangen aus schnöder Geld- sucht, kam vor dem Potsdamer Schwurgericht zur Verhandlung. Wegen Urkundenfälschung war das Ehepaar Grötzner aus Rathenow angeklagt. Die Kinder der Angeklagten waren in eine Lebensoer- sicherung eingekauft. Die Prämie sollte nach einem bestimmten Zeitpunkt oder nach dem Tode der Minder den Eltern ausgezahlt werden. Anscheinend dauerte die Auszahlung den Eltern zu lange, und um nun so schnell wie möglich in den Besitz des Geldes"zu kommen, gingen sie am 12. Juni v. I. auf das Rathenower Standes- amt und meldeten den Tod ihrer Tochter Martha an. Als Todes- Ursache wurde Lungen- und Brustfellentzündung angegeben. Die Sterbeurkunde wurde ausgestellt und die Versicherung zahlte an- standslos die Prämie aus. Das Kind befand sich aber vergnügt und munter in Berlin. Durch Zufall kam die Tat der Eltern den Be- Hörden zu Ohren. Nach dem Wahrspruch der Geschworenen wurden beide Angeklagten für schuldig befunden und wegen schwerer Ur- kundenfälschung zu je vier Monaten Gefängnis verurteilt. Don ihrem Untermieter mit der Pistole bedroht sah sich gestern nachmittag eine Frau Höchster in der Chausseestr. 9. Bei ihr wohin „möbliert" ein Mitglied einer Ententekommission, der französische Hauptmann Maurice Bauer, der einer Unterabteilung der militä- rischen Ueberivachungskommission angehört. Zwischen Frau Höchster und ihrem Mieter hat es jckon wiederholt Streit gegeben. Gestern nachmittag kam es wieder zu einem Zwischenfall, der Frau Höchster veranlaßte, die Hilfe der Polizeiwache vom Stettiner Bahnhof mit der Anzeige, daß ihr Mieter sie mit der Pistole bedroht habe, in An- spruch zu nehmen. Hauptmann Bauer verweigerte den Beamten der Wache jede Aussage. Ein besonders krasser Fall van Veamlenbeslechlichkeit beschäftigte die 133. Abteilung des Amtsgerichts Berlin-Mitte. Angeklagt war der Beamte eines Wohnunasamtes Richard Gallert und der Kutscher Fehrmann. Als der Angeklagte Fehrmann heiraten wollte und eine Wobnung brauchte, drückte er diesem, ihm bis dahin völlig unbekannten Menschen, dem Angeklagten Gallert, ein„paar Blaue" in die Hand, die Gallert auch ohne weiteres annahm.— Zu der gestrigen Verhandlung batte es Gallert vorgezogen, nicht zu er- scheinen und sich durch ein Attest zu entschuldigen. Der Angeklagte Fehrmann wies zu seiner Entschuldigung auf die eigenartige Er- scheinung hin, daß es Tausenden von auswärts gerade zugereisten Leuten möglich gewesen sei, eine Wohnung zu erhalten, wäbrend der gebürtige Berliner vergeblich auf eine Wohnung warten müsse Er habe es deshalb so gemacht, wie alle anderen. Das Gericht sah die Sache auch deshalb milder an und erkannte gegen F. auf nur 3 9 9 M. Geldstrafe; die Verhandlung gegen Gallert wurde vertagt. Der Sturm aul das städtische Obdach in der Fröbelstraße, der am 21. September v. I. im Anschluß an einen Demonstrationszug von Afylisten und Erwerbslosen unternommen wurde und der, wie wir bereits berichteten, das Schwurgericht des Landgerichts I an zwei Sitzunqstagen beschäftigte, hat zur Verurteilung von dreien der sieben Angeklagten geführt, und zwar erhielt der Hauptangeklagte Achter- stetter 1 Jahr Gefängnis unter Anrechnung von 19 Mo- naten Untersuchungshaft, der Angekloate Wirsch 9 Monate Ge- fängnis unter Anrechnung von 7 Monaten und der Angeklagte. Kreis 1 Jahr 3 Monate Gefängnis unter Anrechnung vovl' 1 Jahr Untersuchungshaft. Die übrigen vier Angeklagten wurden freigesprochen.— Die Verhandlung schloß mit einem Akt der Mild- tättgkeit seitens der Geschworenen, die dem Rechtsanwalt Dr. Ludwig M en er dem Betrag von 195 M. als Ergebnis einer von ihnen ver- anstalteten Sammlung für die Angeklagten überreichten. verloren gegangen sind einem Funktionär des Zentraloerbandes der Angestellten in einem Laden Lange Stt. 192 Verbandsbuch, Funktionärausweis, eine Anzahl wichtiger Drucksachen und Schlüssel. Der Finder wird gebeten, die für ihn wertlosen Ausweispapiere und Druckschriften, sowie die Schlüssel im Verbandsbureau des Zentraloerbandes der Angestellten, Bellealliancestr. 7/19 III, abzugeben. Das Oranienburger Sladtparlamcnt aufgelöst. Infolge der Vorgänge beim Kapp-Putsch hatten sich ständige Reibungen zwischen den Parteien ergeben, die schließlich dazu führten, daß die Bürger- lichen ihre Mandate niederlegten. Dadurch wurde das Stadtparla- ment beschlußunfähig und mußte aufgelöst werden. rigem Grinsen grüßen. Und bald gar nicht mehr." Nein, bald gar nicht mehr. Dann, wenn er sein Lehramt aufgeben mußte, wenn er wegen dieses gesellschaftlichen Skandals aus dem Amt gejagt wurde wie ein aufsässiger Schüler, der aus der Schule geschaßt wurde. Er ging doch wieder schneller. Als er vor sich einen unter- setzten Herrn mit einem Strohhut gehen sah, blieb er erschreckt stehen: die Aehnlichkeit dieses Menschen mit Henning hatte ihm einen gehörigen Schrecken emgeflößt. Nur nicht jetzt ihm be- gegnen! Einmal mußte es ja sein— heute in der großen Pause oder im Konferenzzimmer oder auf dem Korridor; zu vermeiden war das nicht. Aber jetzt war er doch noch ein wenig zu erregt. Wenn die Gleichförmigkeit der Unterrichts- stunde ihn etwas abgestumpft hatte, dann ja. Er würde Hennig nicht ausweichen, er würde ihn dann sogar heran- rufen.— Er bog vom Langgarten aus noch nicht in die Weiden- gaffe ein, sondern ging hinunter bis zur Barbarakircke. Erging um sie herum, über den schlecht gepflasterten Pfarrhof mit den alten Häusern.„Hevelke, Pfarrer" stand auf einem ovalen Messingschild. Eine Magd kam heraus und begann die Steinstufen zu scheuern. Er ging wieder zurück. Die Glocke begann acht zu schlagen. Er eilte dem Gymnasium zu. In der Vorhalle trat der Direktor auf ihn zu. Beinahe hätte er aufgeschrien. Nun kam es!„Herr Direktor—" stammelte er. Aber er spürte, wie heiser er sprach, wie schwer und filzig seine Zunge war. Der Direktor sah ihn verwundert an. unterbrach sich aber nicht in der dienstlichen Mitteilung:„Sie sind dann also so freundlich und vertreten heute Herrn Doktor Erunski." „Sie meinen Doktor Hxnning," verbesserte er. „Nein," sagte der Direktor erstaunt,„ich meine Herrn Kollegen Grunski." „Sehr gern, sehr gern." Die Audienz war zu Ende. Oberlehrer Sanders stand noch eine ganze Weile auf dem- selben Platz, ehe er sich entschloß, ms Konferenzzimmer zu gehen und Mantel und Hut aufzuhängen. Es war niemand drinnen. Die Kollegen waren wohl schon in ihren Klassen- zimmern. Nun ging auch er den Korridor entlang, der Sekunda zu. (Forts, folgt.) ttcfccr daS deutsche VoNSlicd spricht im Rahmen der BoskSunter- lialtungsabendc des Bezirksamts Berlin Xi(Schöneberg-Friedena») am Sonntag, den L3. Oktober,»achmittags 4 Uhr, im Bürgersaal des neuen Rathauses der Mnsikschriststellcr Dr. Leopold Hirschdera. Der Vor- tragende wird selbst Erläuterungen am Flügel und dtkrch Gesang geben. Eintrittskarten zum üblichen Preise von 2 M. sind in den mit Plakaten belegten Verkaufsstellen bereits jetzt erhältlich. „Lady Haniiston", der erste Millionensiliu der Richard-Ostwald- F i l m A.<Ä. ist vollendet und wird heute abend gleichzeitig im M a r- in o r h a n s und in den Nich ard-O st wald-Lichtsptelen seine Uraufführung erleben. Der Film ist nach den bekannten Romanen Heinrich Vollrath-Schumachcrs„Leben und Lieben der Ladh Hamilton und„Lord Nelsons letzte Liebe" von Richard Oswald versajjt und inszeniert. Ein großer Teil der Aufnahmen zur„Lady Hamilton" ist im Frühjahr dieses Jahres von Richard Oswald an den historischen Stätten in Italien ausgenommen worden. Die Sllhambra am Moritzplatz hat die Gcpslogcnhcii, ihr Programm zweimal im Monat zu Wechsel». Dennoch ist das Ballett Eclly de Rheidt geblieben. Man mich an diesen Tänzerinnen vor allem den schönen, har- nioiiischen Linienfluß des Leibes und die anmutige und natürliche Frische der Bewegungen und Gebärden bewundern. In einem Ossenbachschcn Eancan, einem südamerikanischeim Tango und einem ungarischen Csardas kam das überschäumende Temperament der schönen Tänzerinnen und ihrer schönen Meisterin zum Ausdruck. In Tänzen nach deutschen Liedern brillierte Celly de Rheidt selber. Von den Spezialitäten seien als besonders merkenswert die eleganten Drahtseilkünste der 3 Chavcriots und die 3 Hel- maus als ausgezeichnete Parterre- und Handstandakrobaten genannt. Oskar Rieck hingegen bietet einen ziemlich mäßigen Humor. Die Kapelle müßte ihr Forte wirklich etwas maßigen. Mit dem Schlagzeug»ich dem Blech wird neuerdings, auch in den Kinos, des Guten merklich zu viel getan. Bezirksbildungsausschust(Srotz-Berlin. Abonnementsfestkonzerte. Neuauflage eines Abonnemeiits für die sol- aendcn 4 Konzerte, zusammen 19,20 M. Einzeichnungen im Bureau des Bezirksbilduiigsausschusses und bei den Rütgliedern der Kreisbildungs- ausschüsse. Hroß-Serliner parteinachrkchten. heule, Donnerslag, den 20. Oktober: Zentral-rb-lt-au-schuß der SPD..Slt«-»b«irät« Berlins, fi Ufte wichtige Sitzung im Zimmer der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Zeder Kreis muß vertrete» sei». Morgen. Areikag, den 2i. Oktober: 1. Kreis Ritte. Elternbeiräte und d-reu Stellvertreter- 7 Uhr Versammlung im Jägerheim, Alte Schönhauscr Str. 23124. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. Erscheine» sämtlicher Elternbeiräte und deren Stellvertreter unbedingt erforderlich. 3. Kreis Wcdding. 7 Uhr Beginn der Vortragsreihe des Genossen Dr. Schütte über„Entwicklungsgeschichte des Sozialismums" in der Aula Pank-, Ecke Wiesenstraßc. Härgebühr S M. T-Ilnehm-rkart-n sind om Eingang zu haben. Siecht reg« Beteiligung der Genossinnen und Genossen wird er» wartet. Die Mitglieder der Vildungskommission sind eine halbe Stunde vorher da. ----£iiii i 1. Kreis»riedrichsholn. 7 Uhr Kreismiigliederversammluna» -nius-Dälea, Wcmeler Str.«7. Tagesordnung: ll. Bericht eitag. ZIrserent Aranz Krüger, M. d. L. 2. Sisrussion. Hascnheide Trtlogte 108/114,„Sieg 2. Teil aus der egsried" von Richard Wagner, .Der Ring des Nibelungen", in der ersten Besetzung des Deutschen Freitag, den 2. Dezember, nachmittags Slb Uhr, in der„Neuen Welt", MW WWWWM. I.WWW WWW Opernhauses unter künstlerischer Leitung des Direktors Herrn Hartmann. Karton a 8 M. sind zu haben im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof 4 Treppen. Zimmer 12, bei den Obleuten der Kreis- bildungoansschüsse und in der Buchhandlung„Vorwärts", Lindenstr. 2. Künstlerischer Zimmerschmnck„Die Bahnwärterfamilic", Schwarz-weiß- Lithographie von Hans Balnschck, pro Blalt 10 M., im Bildungsausschuß und bei den Obleuten der Kreisbildungsausschüsse. Eomenius Parteitag. 13. Kreis. 7 Uhr Sitzung des Äreisvorstandes und der Bczirksvcrordneten- fraltion im Sitzungszimmer Dorsstr. 42 in Tempelhos. Vollzähliges Er- scheinen unbedingt notwendig.._, 94, Abt. Neukölln. 7 Uhr Fixnttivnärsitzung bei Taubcl, Weiseste. 23. Wrech- iiung der Bezirke. Jungsoztaltften. Gruppe Schöneberg-Friedenou: IVt Uhr bei Riese, Akazien» straße 14, Bortrag:„Wir und der Görlitzer Parteitag". Reserent Karl Etenzel. Gäste willkommen,— Gruppe Spandau: Ith Uhr im Jugendheim (Altes Schütz-nhaus,. Zlcuendorfer Str. 2, Vortrag über„Arbeiterdichter". Referent Alfred Jrltzsche.— Gruppe Britz! 7sa Uhr IM Jugendheim Chaussee» straße 43 Mitgltederversammlung.— Gruppe Treptow: 7 Uhr im Jugend- heim Elsenstr. 3 Vortrog über„Walk Ähidman". Reserent Falke. � Gruppe Friedrlchahain: 7>!, Uhr Gemeindeschule Straßmannstr. 6, Vortrag über„Voliswirtschaftsfragen". Referent Bartels.— Sruppe Friedrich»- Hagen: IVs Uhr im Jugendheim Scharnweberstraße Vortragsabend. Aebeitsgemcinschast sozialbemolratischer Lehrer Sroß-Berlia«. Nächste Sitzung Montag, den 24. d. M.. 0 Uhr. im Stadthaus«losterstraßr, Limmer 339. Tagesordnung:„Arbeiterjugendbewegung". Sriefkaften öer Reüaktion. Schr. S«. Air sind nicht in der Lage, Ihre Fragen zu beantworten. Wenden Sic sich an die Handwerlskammer zu Berlin ZW. Ol. Teltower Straße 1—4. Porto beifügen.— S. 21. 1. Dr. V. W.. Lichterkslde, Booth- straße LI. S. Die Adresse ist uns nicht bekannt. �ugenüveranstaltungen. Verein Brbeiter-Jugend. Sekretariat: SW. 68, Lindenstr. 3, 2. Hof link», 2 Treppen rechts. Telephon: Mpl. 12108—10. Heuke, Donnerslag, den 20. Oktober: Achtung, Jugendgcnossen! Wegen Verhinderung des Genossen Borini- Amsterdam fällt die angesetzte Versammlung au». Norden: Jugendheim Schuie Putbuser Straße, Diskusston:„Jugend und Partei".— Stralauer Viertel: Jugendheim Schule Raglerstr. 3, Vortrag:„Der Mensch der Urzeit".— Schönhauser Borstadt I: Schule Straßmannstr. 21, Dis» kussio»:.Letzte Zlummer der Ardeitcr-Iugend".— Süden: Jugendheim Schule Stallschreiberstraße, Vortrag:„Heinrich Heine". vortrage, vereine unü Versammlungen. Deutscher Werkmeister.Berbaud. Bezirksverein Berlin 17(FachgGivpe Ledcrindiiswle). Freitag, den 21. Oktober, ö Uhr, außerordentliche Sitzung im „Alexandriner". Tagesordnung: Bericht von den Tarisverhandlungen,— Zchuiwerdano der Schwerhörigen E. Ä. Donnerstag, den 20. d. M., abends 7>.e Uhr. Schwer hörige»-Schule, Gethsemaneslr, 4, Ablese- und So rachpslege- Unterricht. Gäste willkommen.— Touristen-Verein„Die Natnesreundr". Abt, Twi«. Donnerstag, den 20. Oktober, in der Aula der 1. Gemeindcschule Britz, Ctzanssecslruße. Lichtbildervortrag:„Air wir wandern," Wusilvortrüge und Gesang, itintriit für Kinder 75 Vf., für Erwachsene 1 Mk, Der Rein- ertrag fließt der Kindergruppe zu.— Jiltcriiationalcr Bund Rcuköll». Orts- grnppe Nordbezirl 1824(4. Abt.), Versammlung Donnerstag, den 20. d. M.. abends 7 Uhr, bei Seckl, Hermann-, Ecke Jägerstraße.— Arbeiter-Samgrilcr- Uoloiine, Rosenthal— Reinickendorf. Der neue Lehrkursus über erste Hilse- jeistung bei Unglücksfällen, plötzlichen Erkrankungen sowie Krankenpflege findet in diesem Jahre unter Leitung des Herrn Dr. 3l. Müller in der Schule zu biosenthal, Echillerilraße, statt. Beginn Donnerstag, den 27. Oktober, abends 7h lllir. üursnsbcitrag beträgt 5 Mk. Gäste haben einmaligen Zutrilt.— Allg. Kranken» und Stcrbckasie der Blctallarbeiter. V. a. G., Filiale S. Mit- gfiederversaliimlung am Sonntag, den 23. d. M., vormittags 10 Uhr, bei Thieiemaun, Waldenserstr. 10: Vortrag über Feuerbestattung.— Freireligiöse Gcmctlidr Verlin e. B., Ortsgruppe Eöpenick. Freitag, den 21. d. M., abends 7>> Uhr, Mitgliederversammlung im Siadttheater, Friedrichstratze: Vortrag des Herrn A. Harndt-Berlin. Außerdem wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller Mitglieder ist unbedingt erforderlich. Gäste willkommen. Mus aller Welt. Zugentgleisung bei Prag. Der Wien— Berliner Schnellzug ist vor der Einfahrt in Prag entgleist. 19 Personen wurden leicht, zwei schwer verletzt._ Wetterbericht bis Freitag mittag. Trocken und überwiegend heiter, zeitweise etwas neblig. In den Mitiagsstundeu überall sehr mild bei mäßigen südlichen bis südwestlichen Winden. Billige Preise für Winterkleidung •00 roo ms ncll» und dunkelgemustcrten TUusch-, Homesoun- und Diagonalstofien................. M. 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Für den Vorstand der stell» vertr. Vorsitzende gez. Straedter Erh. Ober-Regirrungerat. Mgmelve Stts- SwllkevwsseVnSv' Wilmeisüsls. Nachdem die Neuwahl des Ausschusses der All» gemeinen Ortstranien» käste beendet ist. gehört es nunmehr zu besten Aus» gaben,»ach den Borschrtf- un in 8 64 der Kastensatzung und§8 82-�26 der Wahlordnung die Wahl de» KastendarstandeS dorzrmehmen. Zu diescm Zweck« wird hiermit eine Ansschußsihung aiis Mittwoch, den Sv. No- dember d. I.. von 7 bis 8 Uhr abends im Kosten- lokal, Kaifer-MI«« 172». anberaumt. ES find M wShlen drei BorftandSmitalieder und iech» Stellvertreter ans dem Kreise der Arbeit. aeber und sech» Vor- standSmitglieder und zwölf Stellvertreter aus dem Kreise der Per. gchcrtrn. Wählbar find die im 8 79 unserer Kasteusahung begeichnelcn ZZersoneil. ES wird zur Einreichung don WahldorschlSgen mit dem Hinweis ausaesor- dort, daß mir solche SZahldorschlüge berfickstch- tlgt werden, die spätesten» vi» zum 8. November d. I. bei dem Borstand einge» reicht werden. Jeder Wahldorschlag muß von mindestens drei Wahl» berechtigten unterzeichnet fein. In ledem Viadlvor- schlag ist ein Vertreter desselben zu bezeichnen. Sämtliche vorltegenden Wablvorfchläge werden mindesten« ein« Woche dar dem Wabltag den Ausschußmitgliedern mit» geteilt. Die Etimmab- gab« ist in« die zngelaste- neu Wahldorschläge ae» Inmdcn. Jeder Wähler bat nur eine Stimme. «ollien auf gültigen Wahrvorschlägen nur so- viel Bewerber genannt werden, wie Dertretcr z» wählen find, so gelten diese in entsprechender Anwendung des§ 0 der SSahsorbnimg gs.z gewählt. BerNn-WilmerSdorf, den 19. Ottober sggl. Ver Borstand. 3.81.: M. Engelhardt, Borsthender. lnnkltlii�llgeMN. klein, für einzelne Pers� sofort für 16 696 M. zu verlausen. 9S/7 ?randt»a G. M b. 5»., VeigkollZöüNMil Statt jeder besonderenKAnzeiste Am 18. Oltober früh verschied nach langem, schwerem Leiden mein geliebter Mann, unser guter Bater, Schwiegcrvaur, Großvater, Bruder und Schwager fr. med. Simon Adler im 55. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen (Zertnut Adler geb. Mendel. Die Einäscherung findet am Freitag, den II. Oltober, vorm. UVi Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. 8gb Kondolenzbesuche dankend verbeten. Verein der Verliner Vuchdrucker und Schriftgießer Donnerstag, den 20. Oktober, nachmittags 5'/, Uhr im ileine» Saole der Neuen Weit, Hajenhetde>68 114: Mm«, senmlenslnnmlmui Tagesordnung wird In der Versammlung bekanntgegrden Zu dieser Versammlung sind außer den Delegierten auch die Vertrauensleute und Druckereikassierer eingeladen 41/17* Ohne Legitimation kein gutritt l v-r Gnunarsla»» IMeilkk MHrWW Oefwallungsttell« Berlin/ II. S4, ClnlenItr.83-85 Geichästszett von vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr Telephon: Amt Norden 18S. 1229, 1987, 3714. seirate. Zrarnee«seh Die für heute abend angezeigte Branchen- Versammlung findet nicht statt. Sonnabend, den 22. Oktober, nachm. 3 Ahr, in dar»Schnlnnla", weinm-iperftrak« IS i Branchen-Versammlung der Chirurgische» Branche. Tagesordnnng: 1. Berich« band» lag. 2. Branchenangelegenheit«». Berste! Ltarden»nnennn- «All.. HRnnenefirvnnck, Ilnai-ipelp?., Kopfjuck. usw. find, man erfolg«. wissenhat. Behandlun meiner Hanrklln" är g«- ingln alt. Bruno Welgt, Haarspez., Berlin W, Nettelbeckstr,14 Krause Pianos . zur Miele AnsbacherStraÜe I, Ecke Kurfüratenstr. Achtm,«: Drücker Achtung: Die für heute angezeigt« Lrancheuvrrjamm- Inng findet nicht statt. Die Vertranensmänner-tronferen» findet wie gewöhnlich im Gewertjchaftöhans statt. 169/16 vi« 0rt»n«r««ltNNg. Jngendabteilung Sonntag, den 23. vNabar. w der Anta daeAlahl» farkblldnngsschnl«, Berlin 0, Congeflc. 31: cichtbliaer-vortrsg rzeugung u. Verwendung de» Leuchtgase». eginn de» Vortrage» 7 Uhr abends. Saalijffnnng 6 Uhr. ikarten zum Preis« von 60 Ps. find im Ver- und bei allen Ingendsunttioniw» sowie t im«aale zu erholten._ (Ei Beginn Eintrittskarten bandehause beim Eintritt M u. Schlewinsky ct. Berliiip Dircksenstraße 31 Koke KOnlesr«»Bob, am Bahnhof AlexaaderpUts JUrktbaUeehAwgwe. i (nnlffliimmn««Blciie" ÜUJett, Kredom, Aus- IPBImIÜÜUIBI mehtlach«od 6 LederafUtile Bttlett 140 ca breit 160 ow breit. 180«m breit 5450 M. 6850 i 7950 M. D»MK«!nini«*-Elche" BtbUothek. Scbreln- llmlrlltlluillcl tieod, Tlscb. 2 Ledcracäbl«. X Sohrelbsesb« Bibliothek 120 em br, 156 em dr. 186 ow de. Z600 1 5800 I. 7500«. Riegel,»kWteeh«, and ScfiUfzlmiaer �wKwodeo. matrateBn, Waschtoilette..,_ Marmor. 2 Kacbtsehr&nka»«o. Schrank 186 am da, 160 ora br, ISO cm dr. 4350 I. 5600 i 6500 H. Cr&kta Anawahl in bcaanren Zimmer- Elnrlchlnngen im allan Profa lagen and Beat»« Vemrhailnng � Klnhaeaael und Garnltnrcn Im Leder, Cord, Gobelin nav. ✓ Xlnzel.MSbel, Balenchlanga- garenat&nd« uaw. 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Iis Kliems Festsäle, Hasenheide st/is jtigt, die Wahl- und Stimmbcrcchtigung des Wohlers bei der Wahlhandlung zu prüsen: es empfiehlt sich daher, einen Busweis hierüber mitzubringen. Wahlvorschlag der Kranlenkaff« de» Personen-Lohn- fnhrwerks-Iunung. ») Arbeitgeber: 1. Johann Etrehl, Berlin, Grenzstr. 16. 2. Gustav Wegener, Berlin, Waldemarstr. 15. Z. Karl giedrtch, Berlin, Gerichtstr. 72. 4. Paul Bentzsek, Berlin, Müllerstr. 8. 5. Aug. Rohnte, Reinickendorf, Pankower Alle« 1kg. 6. Carl Blank, Berlin, Neue Hvchstr. 46. 7. Richard Krüger, Berlin, Pcicrsdurger Str. 5L. 8. Albert Erpei, Berlin, Memeler Etr. 28. 9. Mar Koch, Berlin, Memeler Str. 27. 16. Wilh. Regäsel, Berlin, Rüdersdorfer Etr. vi. 11. Hans Benysek, Berlin, Fennstr. 53/54. 12. Oskar Kunze, Berlin, Hochstr. 24. 13. Adolf Klitsch, Berlin, Oppelner Str. 5. 14. Paul Zotzmaun, Berlin, Stralsunder Str. W.- 15. Fritz Kluchert, Berlin, Quitzowstr. 12�. 16. Ernst Bever, Pankow, Maximilianftr. 47. 17. Gustav Schröder, BerNn, Strvmstr. 25. i. 18. Pincent Vittmanu, Berlin, Neue Hochstr. 38. 16. Iolzann Heinrich, Berlin, Gerichtstr. 82. 26. Beruh. Fiß, Berlin, Hennigsdorfer Str. 9. 21, Wilhelm Ramjunko, Berlin, Cuvrystr. 4. d) Arbeitnehmer: L Wilhelm Sprenger, Berlin, Driesea» Etr. 4, bei Blank. 2. Franz Köhler, Berlin, Gubener Str. 47, bei Pohl, 3. Ernst Laubsch, Charlottenburg, Kamminer Str. 32, bei Bartel. 4. Franz Gerlach, Berlin, Krantstr.», bei Aegiilel, 5. Josef Wiukler, Berlin, Am Ostbahnhos 5, bei Erpel. e. May Mewick», Berlin, LLpenicker Etr. 169, bei Pohl. 7. Emil Hagendarf, Berlin, Mainz« Str. 25, bei Pohl. 8. Fritz Hahnke, Eharlottenburg, Spandauer Str. 25, bei Bartel. 2. Hermann Meißner, Berlin, Rominteu« Str. 5, bei Pohl. 19. War Müller, Berlin. Hasenheide 4g, bei Regäsel. 11. Aua. Melow, Berlin, Pasewalker Str. 4, bei Dobc. 12. Herm. Müller, Berlin, Warschauer Str. 26, bei Erpel. 13. Rud. Lepvin, BerNn, Ravenestr. 7, bei Dob«. 14. Gustav Bachstein, Schöneberg, Kolonnenstr. 27, bei Bettinger. 15. Karl Bauer, Berlin, Tieckstr. 26, bei Zotzmaun. IL. Paul Redlich, Berlin, Grüner Weg 3, bei Erpel. 17. Franz Göhrrng, Berlin, Proskauer Str. 28, bei Pohl. 18. Wilh. Dittman«, Berlin, Pankstr. 24, bei Zotzmaun. lg. Arth, Diecke, Berlin, Memeler Str. 13, bei Pohl. 26. Gustav Ranhut, Berlin, Mirbachstr. 56, bei Pohl. 21. Hermann Vetter, Lichtenberg,»ronprinzeuftr. 48, bei Pohl. 22. Aug, Berlin, Gartenstr. 12, bei Berlin, Friedrich. KarbSir. mann. ' bei 23, Emil 24. Karl' Krüger, BerNn, Nrinickenbvrfer Straße, bei Job. Stein. 25. Otto Schimbach, Berlin, Gubener Str. 39, bei Groß. 2K. Beruh. Jahrmarkt, Paickow, Steegerstr. SL bei Groß. 27. Heinrich Möller, Steglitz, Lichterfelder Etr. 94, bei Groß. 28. Wilh. Tech, Berlin, MWerstr. 33, bei Groß. 2«. S. Travernick, Berlin, BUlowstr. gs, bei Bettmger. 36. Rud. Schöneberg, Berlin, Lgnarstr. 12, bei Benysek, Baus. 31. Oskar Bollert, Berlin, Duuckerstr. 35, bei Benysek, Hans. 32. August Bläfing, Berlin, Klopflockstr. 25, hei Benysek, Hans. 33, Albert Wartenberg, Berlln, Biefenthaler Str, 3, bei Benysek, Hans. 34. Andrea» Borienhagen, Berlin, Fruchstr. 31, hei Erpel, 35. Adolk Meißel, Berlin, Pintfchstr. 16, bei Erpel. 3K. Fcodor Brandt, Lichtenberg, Frankfurter Allee ISSn, bei Erpel. 37. Karl Hiinel, Berlin, Königsberg« Str. SS. bei Erpel. 38. Aug. Meister, Neukölln, Hermannstr. äs, bei Reibge. 39. Ernst Zotzmaun, Berlin. Gartenstr. 12, bei goß- mann. 46. Paul Hein, Berlin, Pfluastr. 19, bei Regäsel. 41. Hermann Bühling, Berlin, Sierzierstr. L bei Icanrcnaud. 42. Leopold Ruitsch, Berlin, Schönhauser Wer KS, bei Donnehl. Berlin, den 13. 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Klper Residenz Theater Täglich PI, Uhr. Der Säiip ii Paris OlgaLImburg, Kalier-TItz, Else Wasa, Eugea Rex Sonntag 4 D. kleine Preise: Evchen Humbrecht Hieines Theater Täglich Ti/, Uhr: Frl. Josette -meine Frau Eugen Burg, Carola Toelle Falxensteln, Hans Albers Trianon-Theater Täglich V/, Uhr: Arnold Korff.LotteKlinder W.Bendow, Ols. Schneider- Nissen. Fr. Schönemann (Bose.Theater) 7>/4 Uhr: Sias Qlück der kleinen Leute Folie« Caprlce Liniensir. 132, am Oranienburger Tor Täglich 8 Uhr: Nanons Dehnt Posse mit Gesang von L. Leonhard mit Perd. QrQnecker Tel.; Norden Hi50 Casino-Tbeater Lothringer Str. 37 Täglich!>/, Uhr: Nor noeb kurze Zeit der Possen-Sch'ager Exzellenz Mase Volkstümliche Preise. Sonnt 3Va: Pautoffelheid Volksbühne Theater am Bülowplatz 7v,u. Bauer als Milliofläp Lessing-Theater Heute und Freitag 7'/-: D.laslerliaItE BerrTschu Sonn.?>/,i Die Spielereien einer Kaiserin Stg 7'/«: Der lasterhafte Herr Tschu Denlsches Kilnsller-Tli. Allabendlich 71/- Uhr: Die Ballerina Des Königs (Leopoldine Konstantin» Central-Theater suhriDlePosdneisterin Deutsches Opernhaus 7v.u. La Traviata Friedr. Wilhelmstädf. Th. s uhr: American Girl Intimes Theater 8U; Die Spelunke/ Lauf doch nicht immer nackt herum Kleines Schauspielhsus 1'/. U,: KiM(Lustsp.) Lustspiciliaus uhn Die Seiiaiispieler Metropol-Theater r«/,U. Die T'/j U.: Straßenshngerin Neues Operottentheator s uhr: Königin i lacht Neues Theater am Zoo 8 Uhn Neues Volkstheater 7.,. uhr: Die Wildente Sohlller-Th Charlottcnb. 8 uhr: RicDt£FV.Zalan!ea SchloBpark-Th. Steglitz icBinnaviarniiElin Thalia-Theater 7i<>,n z o o !HlelR° rieh KNOTE Clemens Schmalstich Warner:„Fanget au".„Am stillen Herd" Romerzählung. Lieder von Strauß— Schubert— Wolf, Kart. M. 25—6, bei Bote& Bock, A. Wertheim. Am Flügel; Freitag, 21. Okt., mittags 12 ühr: 8 R e n n e n Gesamtpreise M. 110 000 Reictisiiallen-Tii Stettiner Sänger> Abds. 7'/, u( Stg, nehm.. Nchm.'/jPr VarietiDttn- hoff- Brettl. Tie bret,(iiuifcii(jrrrtilflC der Iltotter-Bübneii Kleines Theater Allabendlich 7V, Ude: See grosze Erjolg! MZ»!«- Mi« ZW z Eugen Burg, Tarola Toelle JalfenfJeln, Aibers Trianon-Theater Allabendlich 7Vz Uhr: per neue grohe Erfolgt Mein Freund mit Teddy Arnold BerN. Lotte Älinder Bendow, 6((;tici6ct-3!tf(pn Refiüenz-Theater Taglich VI, Uhr: vrr grobe Erfolg Vieler Spielzeit i Der König in Paris oigo Limburg Eridi Salier- Tth Eugen Tieg, Eise ICasa Richard Oswald �8 Uhr Lichtspiele �8 Uhr HEUTE Urauffühs'ung des Millionen-Films der Richard Oswald Film A,-0. Lady Hamilton Im Marmorhaus und in den Richard-Oswald-Lichtspielen 7 Akte Irol nach der Historie und den Romanen von Helmleh Vollrat Schumacher„Lioba und Loben dar Lady Hemllton- und„Lord Nelson« letzte Liebe" von Richard Oswald � In den Hauptrollen: Liane Haid/ EU« Helms/ derirud Welker ✓ Jlka Orü- nlng/ KSte Waidck/ AdaSe Sandzock/ Julie Serda Conrad Veldt/ Reinheid SchUnzei/ Werner Krauä fleorg Alexander/ Theodor Leos/ Hans Hains v. Twar> dowski/ Friedrieh KUhne/ Heinrich Qcorge/ Louis «nlph/ Hugo Düiplln/ Anten Pointner/ Paul Bildt Eriwur? der Cskoratlonen t Paul L e n I Bauten: Paul Lenl, Hans Dreier Regie: Richard Oswald Die Aufnahmen sind W an den histor.Stättan g in Italien hergesiolltp Erscheint im Sönderverieih der s National- Film-A.-G. W in beiden Theatern; Erhöhte Eintriifspreise von 1000 M. bis 5050 ink). Steuer OienstplELze, Ehrenkarten und Freikarten aufgehoben. Heute tindet im Marmorhaus nur eine Vorstellung um '1,9 Uhr statt,(ür die über die gesamten Pläne vorlügt ist In den Richard■ Oswald- Ltchispielen heute zwei Vorstellungen. um 7 und S Uhr. Vorvorkaut an boidon Theatain vormittag* 11—1 Uhr für 3 Tage Im voraus. 5-.uor 7:#., r\ 5. r*?.• r. .«vf. Ar>!v: � Aussshneiden! Einmalige Sondervergütung güllig bis 1. November für das Wallncr-Theatcr die Meisler-Operette „ N i x c h e n" lg» und das Lusispiclhaus die Schmidlbonn'fche Komodie Die Schauspieler Beides die groSen Erfolge :: der Winlerspieizeit: l ifi Inhaber dieses erhält gegen Vorzeigung bis zu vier Karten gegen 50 0 0 Ermäßigung des Kassenpreises an der Abendkasse der genannten Bühnen Die Direktion �SCHES "t;:»"•■■■.?* LOUIS FERDINAND Prinz von Preußen Von Fritz von Unruh Regie: GUSTAV HÄRTUNG Hartmann, Krauß, Lossen, Helene Thimlg, von Alten, Dleterle, Dlegelmann, Wäscher, Brausewetter. V8lekcr,Qün»lier, Nun- berg. Ritter, Hannemann, Welnmonn, Redlich, Refsla- Buchausgabe 6, Auflage. Rieh. RelB.Vcrlag. Geb. M. 22.—. geh. M. 15.— Durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Frledrlchslr., Eingang Bessclstr. 92 Voller jtllehen- und Kestaaratefcetrieli Täglich t 4- Uhr-Gesellschaftstee mit Tanz-Vorführnngen. Gretel Patela Schwcdlcr Kemmler Erna Böhm/ Marion u. Ralf The Kiglife Jazz-Band Eintritt frei Abends 8 Uhr« Eleganter BALL sowie das große Programm u. a. Marion und Ralf Leo Morgenstern Ernst Wilhelm Salleft �arisieu mit Erna Offeney 2 Kapellen orcifisier Tauber Der Schlager ;„American-Gir?. • Täglich 8 Uhr. 7 Uhr Täglich 8 Uhr 7 Uhr DER VERGIFTETE STROI� 5 Akte voller Humor und Spannung Abenteuer einer Blllardäniochter bei den Fluß- riraten Regie: Urban Gad Ademr Herkules Kopps 2 p'"mick' TKDD£Si.theater I WW Bw InE ar*d Hardenberpstr. 0 ' TUSATSq� I/J4 | 8 Uhr 8 Uhr I Unier allabendlicher Leitung d. Komponisten Paul Linke IJrauMai Grolle Ausstattungsoperette DsearSaliOa.G.i Else ßerner Frltzl Arco Martin Kettner I Fritz Steidl SOrlg. Qrlgolatisfl Luflijailetii 1 Tageskasse un- unterbr. geöffn. Clrcus Buscfi lrt!l.7vnSu.aucn u I Der Circus Sder Berlinei i fp Circus* 10 1 10 Sensationen i" 1 Vorverk. benutzen!| Allen voran W beim Einkauf von Brillanten, Platin Gold-undSilber- die führetide Firma I. Wiese, Hei Sp WMZWMW Das gröii�e Kin• der W lt* mm Str.72. ttock IDcs stoßen Erfolges wegen verlängert! B Die sensationelle Film-Operette Miss Venus persönliches /Inftreten von Ada Svedln mit Ballettmeister Willy Oodlewsky Im mexikanischen Oricinal-Cowboytanx, hoch zu RoS im Publikum DasjapanifcheHätsel liobody IV. Teil mit Sylvester Schütter. Beginn Vj7 Uhr Freikarten aufgehoben OÄS Neukölln am Polizeipräsidium Abends T3/« Uhr Der neue Spielplan Metropoi-Theater 7 Uhr 30 Die StraßensäDpo von Leo Fall Mizzi Günther Trnde Hesterberg Guido Thiclscber Albert Kutzner Leonhard Haskel Otto Treptow Herrn. Boettcber Verth. Reissig □ Sonntag nachm. 3 Uhr Die blaue Mazur HEATER -f 7V. täglich 7Vi Die neue Revue: »» Engen Burg und Lonls T aufstein Oesangstexte von Teobald Tiger, Willi Stärk u. Erich Glaser Musik von Rudolf STcIson Tänze. Robert Negrel Behrenstr. S4 8 U.: Der uniibErtrellliehe Oktober- Spielplan 14 Varielö- Sensationen Beginn 730 Ohr Kein Welnrwang. > Brahrassaal. Heute, Donnerstag, TVz U.:| Cello-Konzert FRITZ R EITZ(2�») Beethoven: Son. A-dur op. 69; Solosuiten v. Bach u. Reger: Stücke v. Schubert u. im Volkston. Am Klav.: Blisabeth Creset(Zürich) Karten 18—5 M. _ e ~ Bechstelnsaal. Heute, Donnerst.. 7V- Uhr; g, o Arien, und Lieder-Abend.— Helma i Karneri-Xurz| « Händel, Brahms, H. Wolf, Korngold, v * R. Ltrauss, Welngartner, Leo Blech, � � Humperdlnck, Marx.» 2 Am Klav.; Georg Markowitz.( Kart 15-ü M. gj n Beethovensaal. Heute, Donnerst, TVs Uhr: 3 S Arien- und Lieder.Abcnd 1. m Hrnst FISCHER (1. Barlton der Slaalsoper Wien) { Schubert, Schumann, Mendelssohn, Loewe, Brahms, Tschalkowsky, Doni. Zettl, Blzet, Marschner. | Am Klav: Dr. V. E. Wollt.| Kart. 18— 3 M Karten f ob. Veranstaltungen b. Bote» Bock, i I Werlheim u. an der Abendk.| Theat. a. Kottbus.Tor Tei.M6ritzpl.1M77 TdflL Z'/j Uhr unb S6nnt.nachm.SU. Eltte-Mger — 10 Herren I— ERB! Somit I Nm. halbe Preise Po«. 11-1'/, u. 4« Was ist Eko! 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