Ite.AVT �ZS.�ahrgaag Ausgabe A Nr. 251 BezusSpreiSt MerteIiährl.SS.- an., monatL U,- M. frei Ins Saus, voraus zahlbar. Post» bezug: anonatlich 12,— Zn. einschl. Zu- fiellungsgebllhr. Unier Kreuzband flir Deutschland, Danzig. das Saar- und Memelgebiet, sowie die ehemals beut- schen Gebiete Polens, Oesterreich. Ungarn und Luxemburg 22,— an., filr das übrige Ausland 29,— an. Postbestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarit, Tschecho- Slowakei, Däne- mark, Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der„Vorwärts" mit der Sonntags- beilage„Volt und Zeit", der Unter- haltungsdeilage„Heiiuwelt* und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: «Sozialdemokrat Perlte" Morgen Ausgabe Berliner VolksbleM (40 Pfennig) Anzeigenpreis: Die neungespaltene Nonpaoeillezeble kostet K,— an.„kleine Anzeigen" das tettgedruckte Wort 2,— 3)1.(zu- läfstg zwei setigedruckte Worte), iedes weitere Wort l.— M Stellengesuche und Echlasstellenanzeigen das erste Wort U— an. iedes weitere Dort kv Pig. Worte über 1ö Buchstaben zählen für zwei Worte. Zamilien-Bu- zeigen für Abonnenten Zeile 8,50 SI. Die Preise verstehen sich einschliesslich Teuerungs Zuschlag. Anzeigen sür die'nächste Nummer müssen bis ü Uhr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SW 68, Linden- strasse 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr srüh bis b Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokratifchen partei Deutfchlands NcSaktion und Expedition: StlsdS, rindeng?. 3 �oi-ttiht-orh�r- Redaktion Moriliplittz 151»5— 97 ,ifl:rnspreryrr. Mörihplah 11753—51 vorwärts-verlag G.m.b.H., SW bS, Linüenftr. Z - Verlag. Expedition und Inseraten- ,yern,prcryrr. Morinpiah 11753-54 Die Entftheiüungsnote überreicht. Der jetzt in Berlin eingetroffene Wortlaut der Völker- bundcntfcheidung über Oberschlesien bestätigt leider die von uns am Donnerstagmorgen veröffentlichte Nachricht eines Warschauer Blattes, daß die Grenzfestsetzung noch ungünstiger ausgefallen ist, als bisher in Deutschland an- genommen wurde. Außer den Gebieten, die schon als verloren bekannt waren, wird Deutschland einen schmalen Landstrich an der Oder hergeben müssen, die aus diese Weise an der tschechoslowakischen Grenze bis Ratibor zum Grenzfluß zwischen Deutschland und Polen wird. Die neue Grenze nimmt dann weiter den schon bekannten Verlauf, umgeht aber dann weiter nördlich in weitem Bogen auch die Städte T a r n o w i tz und L u b l i n i tz, die auf diese Weise mit etwa zwei Dritteln ihrer Kreisgebiete zu Polen fallen. Danach dürfte auch die Statistik der„Gazeta Poranna" ungefähr richtig sein, der- zufolge 100 Proz..der Zinkproduktion, 85 Proz. der Kohle, 70 Proz. des Stahls und 65 Proz. des Eisens auf die polnische Seite zu liegen kommen. Das verlorene L u b l i n i tz ist vorwiegend agrarisches Gebiet. Der Tarnowitzer Kreis aber ist reich an Eisen- erzen, und in ihm befinden sich die Wasserwerke, die das ganze Industriegebiet zu versorgen bestimmt sind, nachdem die Ver- sorgung von Beuchen her immer mehr versagt. Hierdurch werden die wirtschaftlichen Verluste Deutsch- lands noch vermehrt. Zu ihnen gesellen sich die moralischen: die Zahl der deutschen Volksgenossen, die bei Deutschland zu bleiben wünschten und die nun doch unter polnische Ober- Hoheit gestellt werden, wird noch größer. Von den Verteidigern der Völkerbundentscheidung wird hervorgehoben, daß das von Deutschland abgetrennte Gebiet ein polnisches Sprachgebiet" mit deutschen Sprachinseln sei, und daß sich das Gebiet der ursprünglich polnischen Besiedlung noch viel weiter nach Westen erstrecke. Das ist an sich richtig, auch nach der Teilung wird ein Stück vorwiegend polnischen Sprachgebiets bei Deutschland verbleiben. Aber das ändert nichts daran, daß das Industriegebiet, wenn auch die Deutschen dort die späteren Ankömmlinge waren, von den Deutschen zu dem gemacht worden ist, was es ist. Es ändert auch nichts daran, daß Städte mit starken deutschen Mehrheiten aus Grund eines zweifelhaften„Selbstbestim- mungsrechts" polnisch gemacht worden sind, und daß diese ganze wahnsinnige Teilung gegen den Willen des ober-! fchlesischen Volkes selbst vorgenommen worden ist. Die wirtschaftlichen B e st i m m u n g e n der Entscheidung scheinen nichts Wesentliches zu enthalten, was nicht schon bekannt wäre. Das Hauptinteresse konzentriert sich also auf die Frage, in welcher Art die Verbindung zwischen der Grenzfestsetzung und den wirtschaftlichen Bedingungen erfolgt ist. Hier ergibt sich nun, daß man in Paris auf folgenden Ausweg verfallen sst: Die Entscheidung über Oberschlesien wird den beteiligten Staaten nicht offiziell, sondern sozusagen privatim mitgeteilt. Die offizielle Veröffentlichung, nach der die geteilten Gebiete binnen Monatsfrist von den Jnter- alliierten zu räumen und den beiden Nachbarstaaten zu über- geben sind, soll erst erfolgen, nachdem die W i r t s ch a s t s-! Verhandlungen zwischen Deutschland und! Polen abgeschlossen sein werden. Zu diesen Verhandlungen sollen binnen acht Tagen nach der gestern erfolgten Mitteilung, also am Donnerstag nächster Woche, die Vertreter benannt sein. Auf diese Weise wird für Deutschland wie für Polen e i n Zwang geschaffen, sich über die Mrtschaftsfragcn zu ver- ständigen. Die Möglichkeit, daß bei diesen Verhandlungen auch noch eine Verbesserung der Grenze erzielt werden könnte, scheint nicht zu bestehen, da natürlich ein Verzicht Polens auf ihm zugesprochenes Gebiet nicht zu erwarten ist. Deutschland wird aber von �em ihm zugeteilten Stück Oberschlesicns und Polen von dem seinen nicht eher Besitz ergreifen können, ehe eine Verständigung zwischen ihnen im Sinne der„Empfehlun- gen" des Völkerbundes zuftandegekommen ist. Der von der Entente gewählte Weg wird ostensichtlich von dem Bestreben bestimmt, der gefällten Entscheidung ihren vertragswidrigen Charakter zu nehmen, er wird aber in Wirklichkeit nur verschleiert. Denn das, was von den wirtschaftlichen Bestimmungen zu bindendem Recht für beide Teile erklärt wird, greift weit über den Vertrag von Ver- sailles hinau. Nur in manchen Fällen findet sich die Klausel, daß diese oder jene Bestimmung nur dann gelten soll, wenn zwischen den beiden Interessenten nichts anderes vereinbart wird. Hier also öffnen sich noch Verhandlungsmöglichkeiten, während im übrigen ein Zwang ausgeübt wird, für dessen Ausübung sich im Dokument von Versailles keine Rechts- grundlage findet. Binnen acht Tagen werden sich also Vertreter der deut- schen und der polnischen Regierung zu überaus schwierigen und verwickelten Verhandlungen an einen Tisch zusammen- setzen müssen. Arbeiterfragen, Währungs fragen, Zoll fragen und Fragen der Behandlung des deutschen Eigentums werden geregelt werden müssen. Es hängt für die Zukunft sehr viel davon ab, welche Lösungen bei dieser bevorstehenden Konferenz gefunden werden, es hängt sehr viel ab von dem Sachverständnis und der Geschicklichkeit der deutschen Unterhändler, nicht weniger aber auch von der moralischen Stellung der deutschen Regierung, die hinter ihnen steht. Danach stellt sich auch die gesamtpolitische Situation etwas anders dar, als von vielen erwartet wurde. Man- glaubte, Reichstag und Regierung würden durch die Entscheidung über Oberschlesien in jeder Beziehung vor vollendete Tatsachen gestellt sein, und es würde nichts anderes zu tun übrig bleiben, als das politische Fazit aus ihnen zu ziehen. In Wirklichkeit handelt es sich aber zum Teil noch um werdende Tat- fachen, deren Entwicklung durch das Verhalten Deutschlands beeinflußt werden kann. Die Sozialdemokratische Reichstagsfrak- t i o n hat sich, wie an anderer Stelle mitgeteilt, zur Frage der Kabinettskrise erklärt, noch ehe ihr der Wortlaut der Eni- scheidung über Oberschlesien vorlag. Sie hätte sich nach Kenntnisnahme dieses Wortlauts nicht anders, sondern nur in der gleichen Richtung und höchstens noch schärfer erklären können. Daß man in einem solchen Augenblick an eine Kabiz nettskrise denkt, ohne daß man die Regierung für die ein- getretenen Schäden verantwortlich machen kann, und ohne daß die Absicht besteht, einen entscheidenden Kurswechsel vorzu- nehmen, ist in einem anderen Land als in Deutschland kaum möglich. Würde die Reichsregierung heute durch das Schwanken einzelner Parteien genötigt sein, ihren Rücktritt zu erklären, so wäre ohne Not eine überaus schwierige Lage geschaffen, und die Stellung Deutschlands in den bevorstehenden VerHand- lungen würde nicht gestärkt, sondern geschwächt. Dw ikbercidbfc öer Entscheiüunfl. Die Note der Doischastcrkonserenz Wer die Lösung der ober- fchlesischen Frage ist mn Donnerstag nachmittag 5 Uhr dem Botschafter Dr. Dtayer in Paris übergeben worden. Der Umfang läßt die Derössentlichung der amtlichen llebersehung vor heute nachmittag wohl nicht erwarten. Aus diesem Grunde ist anzunehmen, daß die Plenarsibung des Reichstags für Sonnabend vormittag 9 Uhr anberaumt werden wird. Bis in die späten Abendstunden des Donnerstag hatte Reichstagspräsident Löbe mit dem Reichskanzler Dr. Wirth über die Anberaumung einer Plenarsitzung Bercinbarun- gen nicht getrosten. Das dürste erst geschehen, wenn der genaue und vollständige Text der Rote überseht im Besitz der Rcichsregie- rung ist., Das Seg!eitschreiben LrienÜF. Paris, 20. Oktober.(EE.) Das Schreiben, das B r i a n d als Präsident des Obersten Rats dem deutschen Botschafter und dem polnischen Gesandten in Paris übermittelt hat, hat folgenden Wortlaut: Paris, 20. Oktober. Ich habe die Ehre, Ihnen beigeschlossen den Wortlaut der am 20. Oktober von der B o t s ch a f t e r k o n f e r e n z ge- troffenen Entscheidung zu übermitteln. Die Botschafterkon- ferenz handelt im Namen des Britischen Reichs, Frank» reich s, Italiens und Japans, der hauptsächlichsten alliierten Großmächte, die den Bersaillcr Bertrag unterzeichneten. Genannte Mächte haben in Anwendung des Friedensvertrags eine Lösung ge- sucht, die den Wünschen der Bevölkerung Oberschlesiens entspricht, wie sie bei der Bolksabstimmung bekundet wurden, wo- bei auch der geographischen und wirtschaftlichen Lage der Ocrtlichkeiten Rechnung getragen wurde. Nachdem die Botschaftcrkonferenz ein Gutachten des Völkerbundrats ringe- holt hatte, gelangte sie zur Aufteilung des obcrschlesischen Industrie- gebiets. Angesichts der geographischen Berteilung der deutschen und polnischen Bevölkerung und der Verquickung dieser beiden völkischen Elemente mußte jede Teilung dieses Gebiets zu beiden Seiten der Grenzlinie beträchtliche Minderheiten lassen, ebenso wirtschaftliche Interessen. Unter diesen Bedingungen enthält die getroffene Entscheidung Maßnahmen, die die gemein- samen Interessen, die Fortdauer des Wirtschaftslebens in Ober- schlesien sowie den Schuh der Minderheiten garantieren sollen. Die deutsche Regierung soll sich besten bewußt werden, daß die alliierten Mächte der Meinung sind, ihre Entscheidung bilde ein Ganzes.� Die Alliierten sind entschlossen, die Beobachtung dieser Entscheidung seitens der beiden Parteien durchzusetzen. In dem Falle, daß die interessierten Regierungen oder eine der- selben es aus irgendeiner Ursache ablehnen sollten, die ganze Entscheidung oder einen Teil derselben anzunehmen, oder in dem Fall, daß sie durch ihre Haltung bekunden sollte, der loyalen Durch- führung dieser Entscheidung Hindernisse in den Weg zu legen, sind die alliierten Regierungen im Interesse des allgemeinen Frie- dens der Ansicht, daß die Notwendigkeit vorliege, so schnell wie möglich das in Aussicht genommene Regime einzusetzen, wobei sie sich vorbehalten, solche Maßnahmen in Anwendung zu bringen, die sie als notwendig erachten, um die volle Wirkung ihrer Entscheidung sicherzustellen. gez. Briand. vie neue Grenze. Paris, 20. Oktober.(Havas.) Man verösfcntlicht heute die Dokumente über Oberschlesien, die dem Völkerbundrat und dem Vorsitzenden des Obersten Rates unterbreitet wurden, be- sonders die am 12. Oktober einstimmig angenommenen Empfehlungen. Die Grenze folgt der Oder von dem Punkte ab, wo dieser Fluß in Oberschlesien eintritt bis Niebotfchau. Sie verläuft nachher in nordöstlicher Rich- tung und läßt auf polnischem Gebiet die Gemeinden Hohem- birken, Wilhelmsihal, Raschütz, Adamowitz, Bogunitz, Lissek, Summin, Zwonovitz, Chwallenzitz, Ochowetz, Wilcza, Kricwald, Knurvw, Eieraltovitz, Preiswitz, Makoschau, Kunzendors, Paulsdorf, Ruba, Orzcgow, Schlesiengrube und Hohenlinden. Sie läßt auf deut- ! ch e m Gebiete die Gemeinden Ostrog, Markowitz, Babitz, Gurck, Stodoll, Niederdorf, Pilchowitz, Nieborowitzer Hammer, Nieborv- witz, Schönwald, Ellguth-Zabrze, Sosniza, Matherdorf, Zaborz«, Viskupitz, Bobrek und Schömberg. Von da geht die Grenze zwischen Roßberg, das an Deutschland fällt und DirlaiHain, das an Polen kommt, in der Richtung Nordwest weiter und läßt auf deutschem Gebiet die Gemeinden Karf, Miechowitz, Siollazowitz, Friedrichswiste, Ptakowitz, Larifchhof, Niedar, Hanustek,, Ncudorf— Tmorog, Kvttdn- lust, Potemba, Kestfch, Aavatski, Pluder— Petetshof, Klein-La- givnik, Skrzidlowitz, Gwvsdzian, Dziaelna, Cziasznau, Sorowski und läßt im polnischen Gebiet die Gemeinden Scharley, Radzionkau, Trockenberg, Neu- und Alt-Repten, Alt-Tarnowitz, Rybna, Piasetzna. Boruschowitz, Mikoleska, Drahthammer, Bruschick, Wüsten Hammer, Kokottek, Koschmieder, Paooukau, Spicgelhof, Gutsbezirk Groß- Lagievnik, Glinitz, Kvschütz und Lissau. Im Norden des letzteren Ortes fällt die Grenze mit der alten Grenzlinie zusammen und mit der, die bereits zwischen Polen und Deutschland festgelegt worden ist. die wirtjchafilichen Vorschriften. Paris, 20. Oktober.(EE.) Das Wirtschaftsabkommen ist ein 15 Seiten langes Schriftstück, das Bestimmungen enthält 1. über Eisenbahnen, 2. über Wasser- und Elektrizi- tätsversorgung, 3. über die Währung, 4. über den Rost verkehr, 5. über Zollfragen, 6. über Kohlen und Mineralien, 7. über Gewerkschaften der Unternehmer und der Angestellten, 8. über soziale Versicherungen, 9. über den Verkehr, 10. allgemeine Bestimmungen, 11. Rechte der Nationalitäten und Schutz der Minder- Helten. Paris, 20. Oktober.(Havas.) Die von dem Völkerbundrat vorgeschlagenen und von den alliierten Mächten angenommenen Maßnahmen zur Fortdauer des wirtschaftlichen Lebens in Ober- schlesien zielen daraus ab, während einer gewissen Zeit den Indu- strien in den von Deutschland abzutretenden Gebieten ihre früheren Absatzgebiete zu wahren und die Lieferung der Rohstoffe und der Fabrikate, die für diese Industrien erforderlich sind, sicherzustellen. Weiter sind sie darauf berechnet, beiderseitige Unruhen zu ver- meiden, die sich aus der plötzlichen Ersetzung der deutschen durch die polnische Mark, die allein gesetzliches Zahlungsmittel in dem den Polen überantworteten Gebiet ist, ergeben könnten, ferner zu verhindern, daß der Eisenbahnverkehr in Ober- schlesien durch die Grenzänderung in Mitleidenschaft gezogen wird. Sie wollen die Freiheit des Personenverkehrs über die neue Grenze aufrechterhalten, die Lieferung von Master und Elektrizität regeln, den Privatbesitz schützen und soweit wie möglich für die Arbeiter in den Polen zugeteilten Gebieten die Vor- teile sichern, die sie aus der deutschen Gesetzgebung und den Organisationen ihrer Gewerkschaften zogen und schließlich den Schutz der Minderheiten auf der Grundlage der gerechten Gegenseitigkeit sichern. Zu diesem Zweck ist sür die Eisenbahn ein neues Uebergangsstadium vorgesehen, die 15 Jahre lang al» einheitlicher Betrieb weitergeführt werden soll. Während eines Zeitraumes, feef 15 Jahre nicht überschreiten darf, wird die deutsche Mark in den an Polen abzutretenden Gebieten beibehalten und während der gleichen Periode werden die Post-, Telephon- und Telegraphengebühren in der polnischen Zone in deutscher Mark fest- gestellt. Das Zollsystem-wird an der polnischen Grenze einge- führt mit wenigen Ausnahmen für Naturerzeugnisse von oder nach einem der beiden Teile, die in dem anderen Teile weiter verarbeitet werden sollen und die auf die Dauer von 15 Jahren zollfrei sind. Poln wird in Uebereinstimmung mit dem Versailler Artikel 90 aus die Dauer von 15 Iahren den Export der Bergwerkserzeugnisse der polnischen Zone nach Deutschland gestatten. Dagegen muß Deutsch- land bfe Ausfuhr aus ftwen Bergwerken unter den gleichen Bedin- gungen und auf der Grundlage des Warenaustauschs vor dem Kriegs gestatten. Die betÄstgM Regierungen erkennen während der 15 Jahre die Verbände der Arbeitgeber und der Arbeiter in dem Abstimmungsgebiet an. Das deutsche System der sozialen und staatlichen Fürsorge wird in dem Polen zugeteilten Gebiet Ober- schlesiens beibehalten. Der Verkehr ist 13 Jahre für die Be- wohne? des Abstimmungsgebiets frei. Der Privatbesitz(Kon- Zessionen und Vorrechte) wird garantiert. Streitfälle wirt- schaftlicher Art zwischen Deutschland und Polen müssen dem Schiedsspruch des Völkerbundes vorgelegt werden. Unsere Verluste. Mit der neuen Grenzlinie werden auch die wirtschaftlichen Ver- lusie. die die Teilung Obcrschlesiens Deutschland bringt, deutlich ersichtlich. An Kohle verliert Oberschlesien den Kreis R y b- n i k zwar nickt vollständig, aber mit seinen gesamten erschlossenen und unerschlossenen Kohlenvorrätcn, ferner den Kreis Pleß, den Kreis K a t t o w i tz, den wesentlichen Teil des Landkreises B e u- then mit Königshütte, insbesondere die Beuthener Zinkerzgruben und-Hütten, ferner die Tarnowitzer Erzgruben. Der Verlust an Kohle dürfte die Hälfte der oberfchlesischen För- d e r u n g, die vor dem Kriege 4B Millionen Tonnen betrug, über- schreiten. Der Verlust an Kohlenvorräten ist unverhältnis- mühig viel größer, da allein mit den Kreisen Pich und Nybnik die noch unerschloflenen Kohicngebiete mit Lagern von 42 Milliarden Tonnen bis zu tausend Meter Tiefe ausfällen, ferner der Kreis Kattowitz mit 5,5 Milliarden Tonnen und dazu noch kleinere Vor- räte im Kreise Hindenburg und Veuthen. Mit dem Verlust des Zink- gebietss verliert Deutschland seine Vormachtstellung als Zinkpro- duzent und wird für diesen wichtigen Rohstoff so gut wie vollständig auf den Auslandsbezug angewiesen. Bei Deutschland verbleibt der übrige Teil der Kohlengruben. Schwieriger liegt die Frage in der Eisenindustrie, wo die Deutschland verbleibenden Eisenwerke von der Rybniker Kokskohle durch die Grenzen getrennt werden. Auch die oberfchlesischen Kokswcrke In Hindenburg werden in verstärktem. Maße von dem Bezug der Kokskohle aus Polen abhängig gemacht. In Zahlen läßt sich der unmittelbare Verlust Deutschlands an wirtschaftlicher Energie durch die Teilung Oberschlesicns immer noch nicht ermessen. Dagegen ist der Verlust an Zahlungskraft schon deutlicher zu erkennen. Ein erheblicher Teil der Devisen, die heute zum Rohstoffeinkaus zur Verfügung stehen, wird zur Bc- Zahlung von Kohlen- und Rohstoffbezügen besonders dann not- wendig fein, wenn die sranko-volniscke Absicht, mit dem wichtigsten Teile O'ocrschlcsiens der polnischen. Industrie die Rohstoffbasis zu vkrlchasfen, durchgeführt wird. Dann nämlich wird trotz aller papiernen Zusagen Deutschland in erhöhtem Maße ans andere Energie- und Rohstoffquellen angewiesen sein, zumal die Ausbeutung der ihm verbliebenen Kohlenfeldcr schon sehr weit fortgeschritten ist. Für Sachsen und Thüringen, die viel oberschlesische Kohle bc- zogen, wird sich der Ausfall verschärft geltend machen. Wohl ist die Möglichkeit gelassen, für die nächsten 15 Jahre Rohstoffe aus dem polnischen Teile Oberschleslens zu beziehen. Ob die Lieferungen erfüllt werden, ist so lange fraglich, als eben die Absicht einer Polonisternng dieses Landestciles besteht. Es läßt sich aber heute schon sagen, daß diese Absicht nicht wird durchführen lassen. Polen braucht die deutschen Metallarbeiter, die deutschen Beamten und Angestellten. Allee Gegenteilige, was In der Hitze der Agitation von Korfantn gesagt wurde, ist eine leere Phrase. Die Einheitlichkeit des Industriegebietes und das Bewußt- sein von seiner Unteilbarkeit, das wir bis zum letzten Moment ge- habt haben und noch haben, beruht auf der einsacken Tatsache, daß die oberlcylesische Qualitätslndustrie zum besten Teil mit beut- s ch e n Arbeitskräften geschaffen wurde. Und diese Tatsache wird es auch sein, die die deutschen und die polnischen Teile des Industrie- gebiets weiter zusammenhält, mag auch eine willkürliche und wldcr- rechtliche Grenzlinie sie trennen. Ms die oberschlesische Industrie wuchs, streckte sie ihre Fühler über die Landesgrenzen hinaus in das Becken von Dom- browa. In stärkerem Maße als schon damals Bolen seine indu- strielle Kraft von Deutschland bezog, wird es später von der Mit- v L■ Deutschen abhängig sein. In den Kreisen Hindenburg und Glemntz liegt ein erheblicher Teil der verarbeitenden Werke, die erst den weiteren Auebau des noch unerschlossenen Teiles des Industriegebietes ermöglichen. Darum hat man ia in den Wirtschaft- lichen Vorschlägen das Tor im Südosten offenzuhalten versucht. ..«P16 nächste der Zukunft mu� ee sein, es zu einem Ver» bindungsglted, nicht zu einer Trennung der deutschen und der polnischen Volkswirtschaft zu machen. Konzert-Umschau. Von Kurt Singer. Al» Bruckner starb, hatte er sechs seiner neun Sinfonien nur selbst gehört und hatte nur von einer Handvoll Menschen, Jüngern. Schülern Begeisterung geerntet. Jetzt, 25 Jahre später, rettet jeder ä-ingent sein Seelchen zu ihm hin und will ihn neu entdecken. Aber auch neue, junge Götter babeu es gut. Die Manuskript« werden ihnen sozusagen naß aus den Händen gerissen. Ob dabei nicht ein paar Tintenwischer die Roten auf den Kopf stellen? Oder, um auf op. 11 von Erdmann zu kommen, würde nicht vieles genau so belangvoll, bedeutsam und originell klingen, wenn man das Noten- blatt umkehrt? Diese Sonate für Geige allein stellt sich bewußt außer- halb jeder melodischen Diktion, sie treibt Unfug mit dem Wesen des (Zeigentons, spinnt lange Fäden, sehr intelligente Linien aus einem Nichts oder doch nur aus einem gewaltsamen Tonsprung und ge- bürdet sich so selbstverständlich, so keck, so modcrn-unoerständlich, daß die Weisen rufen„Hosianna". Als ironisch-scherzendes Geplänkel mit grotesken Farbentupfen kann der zweite Satz gefallen. Sonst ober: mit dem Kopf allein kann auch der Begabteste nicht schaffender Musiker sein. Alma Moodic bemies mit dem Vortrag des kniff- lichen, ungewöhnlichen Werks nicht nur Mut, sondern auch eine sehr beherzte, sichere Technik, wie sie bei Bach Stärke und Milde Jlnnoell gepaart hatte. Keine Wache ohne Bruckner, keine ohne Mahler. Gott schütze uns vor der Mode und vor der plakatierten Freude schöner Götter- funken! Hugo Reichenberger waltet bei Bruckners Es-Dur- Sinfonie mit innigem Fühlen des Dirigieramtes: er läßt das Melvs aufblühen und glühen, bringt Nebenstimmcn nachdrücklich zu Gehör und weiß zu wirken und zu packen. Rur spintisieren dürfte er nicht, und den Vrucknerschcn Rhythmus, der vielfältig hin- und herpendelt. nicht noch zu variieren suchen. Krasselt führt schwungvoll die Mahlersche Erste, den Freiheitssang für Massen und arbeitende Men- schen, zu einem Triumph, der ihm und den Charlottenburger Theater- musikern Ehre sein dars. An der gleichen Stelle spielt K r o p h o l l e r Dvoraks Eello-Konzevt. Liegt's an dem künstlichen Schallraum, liegt's am Instrument? Nicht alles im ersten Satz klingt mit virtuoser Größe durch: aber dem wundervollen Traum durch die Dämmerung, dem Adagio, verleiht dieser prächtige philharmonische. Solist seltene Weihe, Andacht, Lieblichkeit. Die Böhmen hatten in Musikanten- herzen stets ihren Platz. Den Russen schafft ihn jetzt eine ausgedehnte Propaganda, die als ideales Bindemittel zwischen Ost und West auch dann gutgeheißen werden müßte, wenn die hauptsächlichsten und ein- flußreichstcn russischen Komponisten nicht schon selbst sehr westlich orientiert, deutsch und französisch beeinflußt wären. Allen voran Ischaikoweky, dessen B-Moll-Konzcrt der emstige Weltstar Alexander Siloti nicht gerade blendend und notengetreu, aber trotz dozieren» der Deutlichkeit mit Enthusiasmus und Dauer herunterspielte. Acußer- lichkeiten und Fadheiten des Werks werden deutlich: das war bei der Carenno und war bei der Schapiro verdeckt. Der Dirigent P o m e- r a n z e f f ist zwar äußerlich allzu beweglich, schaukelnd, aber er ver- steht sein Handwerk gut, bietet mit Tansjeffs Opern-Intermezzo alltäglich-geschickt«, mit Moussorgsky» nächtlicher, teils gespenstisch, teils pastoral llingendor Phantast« ungewöhnlich gute Musik. Das Phil» Nicht eindringlich genug kann auf dl« Verluste Hingewlesen werden, die Deutschland an Steuerkraft verliert. Die Unter- Zeichnung des Ultimatums gründete sich in hohem Maße aust die Hoffnung, daß Deutschland durch eine erhöhte Produktion einen wesentlichen Teil der geforderten Zahlungen werde aufbringen können. Im Osten wird uns jetzt ein Gebiet fortgenommen, das ungeheure Produkttonserweiterungen zuließ, eine große Zahl von industriellen Werken fällt mit ihrer Steuerkraft sogar schon jetzt aus. Die Einzelheiton, die die Mitteilung der jetzigen Grenzlinie verschafft, zeigen unter anderem, daß mit der Königs- und Laurahütte, die jetzt ein trauriges fünfziajähriges Jubiläum feiert, auch die Bis m'a r ck h ü t t e mit ihrem Verfeine- rungswerk, der Bethicn-Faloa-Hütts, an Polen kommen. Der übrigen Verluste haben wir bereits früher Erwähnung getan. Wenn der Völkerbund entgegen allen landeskundigen Sachverständigen diese Trenunaslinie durchgesetzt hat, so wird oer Oberste Rat daraus den Schluß ziehen müssen, daß eine Grundloge für die künf- tige Ueberschußproduktion Deutschlands damit verloren ist. Hofften wir aber aus einer Ueberschußerzeugung heraus Zahlungen zu leisten, so können wir das jetzt nicht mehr in gleichem Maße, und es wird der Entente klar gemacht werden müssen, daß der F r I e- densvertraz weiterer Revisionen bedarf. SozialSsmokratke gegen DemWon. Stellungnahme der Sozialdemokratischen Reichstags- fraktion. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion trat gestern nachmittag zu einer Sitzung zusammen. In der Aussprache ergab sich als einmütige Auffassung, daß die Entscheidung über Oberschlesien keinen Anlaß gibt, eine Regierungs- krise zu eröffnen, und daß für eine solche Krise kein Augen- blick ungünstiger gewählt werden könnte, als der gegenwärtige. Die Fraktion" lehnt es ebenso ob, die Frage des Verbleibens oder des Sturzes der gegenwärtigen Regierung in diesem Augenblick von der Lösung der komplizierten Steuer- fragen abhangig zu machen, die langmieriae und sachliche Beratungen erfordern. Sie ist daher einmütig der lieber- Zeugung," daß die Reichsrcgierung ihr Verbleiben im Amte von nichts anderem abhängig machen darf, als von dem Votum des Reichstages, das sofort nach Bekannt- gäbe der Entscheidung über Oberschlesien einzuholen sein wird. Sie ist bereit, der gegenwärtigen Reichsregierung i h r Vertrauen auszufprecken. Dieser einmütigen Auffassung der Fraktion stimmten auch die Vertreter Oberschlcsiens ausdrücklich zu. Freitag um 10 Uhr vormittags tritt die Reichstags- fraktion mit dem Parteiausschuß zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Das Verhalten der anderen Fraktionen. Im Gegensatz zur Sozialdemokratischen Reichstagsfraktion hoben die anderen Fraktionen nichts Bestimmtes Uber ihre Haltung verlautbaren lassen. Man ist also in dieser Beziehung immer noch auf Vermutungen und Kulissengerüchte angc- wiesen. Würden die Parteien— natürlich abgesehen von den Deutschnationalen die den Sturz Wirths offen als ihr Ziel erklären— eine ähnlich bestimmte Haltung einnehmen wie die Sozialdemokralie, dann wäre klare Bahn geschaffen. So aber gilt die Gefahr einer Regierungskrise als noch immer nicht beseitigt. Ueber die gestrigen Fraktionssitzungen des Zentrums und der Deutschen Volkepartei meldet Wolfs: lieber den Verlauf und das Ergebnis der Beratungen Inner- halb des Zentrums wird In der„Zentrums-Parlamcnts-Korre- spondenz" mitgeteilt, daß die Auffassungen über die politische Lage völlig einheitlich gewesen seien; damit wird den Gerüchten entgegengetreten, die von einer durch Strömungen im Zen- trum ins Augs gefaßten Neubildung des Kabinetts unter Führung eines anderen vom Zentrum zu benennenden Pariamentariers misten wollten. Ueber das Ergebnis der Beratungen Innerhalb der d e u t- schen V o l k s p a r t e i ist bis jetzt eine parteiamtliche Meldung nicht ausgegeben worden. Die völlige Klärung der politischen harmonische Orchester folgte willig, aber abgespannt. Da, Blüthner- Orchester hingegen dirigierte Herr n John Petersen bei der öffentlichen Generalprobe der 3. Sinfonie: zuweilen gab auch ein Solist die Tempi an, und der Chor machte seine Sache recht gut, wenn er auf den Führer nicht aufmerkte. Ein im Zusammenklang unmögliches Quartett hob den guten Eindruck noch: Im entscheidenden letzten Satz war kein Tempo richtig oder auch nur vorher bestimmt. Die Uebcrraschung führte hier einem Lehrerlein die Hand, nicht Ueberlcgung. Was hat Petersen, der vom Dirigieren keinen Deut versteht, mit Beethoven zu tun? Nun, die Neunte zieht. Er macht mit Beeihoven ein Geschäft. Das gönnen wir ihm; Beethöven hätte mit ihm keins gemacht.— Doch zurück vom Dilettanten zum Künstler! Bruno Kittel fasziniert zwar kein großes Publikum. Aber wie gut ist alles studiert, was er bringt, wie weih er seinen hervor» ragenden Chor zu straffen, zu leiten, zu dämpfen und zu bewegen I Sicherheit und Klangschönheit überall. Im ersten seiner Abonne- inentskonzert« macht er uns mit Dvoraks„8 t a b a r m z t e r" bekannt. Der erste Satz ist in der Fügung und in der kirchlichen Gewalt seiner Melodie packend; er erweckt Hoffnungen, die im ganzen Mittelteil nicht erfüllt werden. Die vielen Soli, Duette, Quartette, die ihre Kraft aus französischen und italienischen Vorbildern holen (Berlioz, Rossini), ermüden durch ihre nicht sehr originale, gleich- mäßige Geschmeidigkeit, die erfinderisches Themenmntcrial ersetzt. Zum Schluß weder ein großes Aufraffen und ein schwungvolles Amen, das in vielen Gefühlsstufen auch die künstlerische Erziehung des Kittelschen Chors großartig offenbart. Die Solisten sprechen ein entscheidendes Wort mit. Das blieb im Munde der Gertrud Stein- weg unsicher und flackernd, bei Fischer kraftvoll durchdringend. In den Mittelstimmen aber lag das Erlebnis: Paul Marion, ein wirklicher Tenor italienischer Schule, der, wenn er sich erst ganz frei gesungen haben wird, bald zu den auscrlesei.sten und blendendsten europäischen Sängern gehären wird: und Karin Vranzell, ficht- lich gewachsen an Schönheit, Reichtum, Klangbeseeltheit, eine pastose, tragende, leicht strömende Wunderstimme, ein Heller Stern am Himmel unserer Kunstsehnsüchtel Den Abend beschloß das Verdische Tedeum. Romantikcrauvstellung in der Staatsbihliolhek. Der Gegenwart Suchen und Tasten nach neuen Ausdrucksformsn inneren Erleben« führte zu einer Bewegung, die einer neuen Renaissance nicht unähn- lich scheint. Vergangene Jahrhundert« wachen auf und erstehen in ihren Vertretern wie im Gcsamtgeist ihrer Zeit. Ein Sehnen geht durch die Menschheit, das vielleicht in dem Wort„Zurück zur Ro- mantik" Ausdruck findet. Es war deshalb ein oerdienstliches Werk, daß die„Gesellschaft der Bibliophilen", deren Tagung am letzten Sonntage stattfand, ihre Mitglieder und Freunde durch die Romantikerausstellung führte, die die Staatsbibliothek liebevoll vorbereitet hatte. Man ist erstaunt und beglückt über die Fülle von Schätzen, über die wir— trotz Versailles— nech immer verfügen und die uneinnehmbar werden, sobald sie geistiges Gemeineigentum der Nation geworden sind. Herrliche Erstdrucke von Tieck, Schlegel, Brentano, Heine, Werner und vielen anderen geben lebendigen Wider- hall von einer Zeit, dt« uns künstlerisch noch viel zu sagen hat. Er- Lage dürfte sich aus den Beratungen des Kabinetts auf Gnmd der morgen vorliegenden Entscheidung über Obcrschleslen und aus der unmittelbar darauf, voraussichtlich am Sonnabend stattfindenden Plenarsitzung des Reichstages ergeben. Die Sitzung des Rcichskabtnntts. in der die Entscheidung über das Bleiben oder die Demission der Regierung fallen wird, beginnt heute vormittag 9 Uhr. *- Wie halbamtlich mitgeteilt wird, hat Reichspräsident E b e r t, der am Freitag, den 21. Oktober, der Eröffnung der Auswanderungs- ausstellung der deutschen Auslandsinstitute beiwohnen wollte, mit Rücksicht auf die allgemeine politische Lage, die seine Anwesen- heit in Berlin notwendig macht, seinen Besuch in Stuttgart a b- gesagt.__ Was geht in Lichtenhorst vor! An die Reichstagsfraktionen der beiden sozialistischen Parteien, an den ADGB. und an den Verein der russischen Kriegsgefangene und Internierten in Deutschland versendet der„Verband der ehe- maligen kriegsgefangenen und internierten Russen" einen offenen Brief, dem wir das folgende entnehmen: Im Mai d. I. gelang es einer Anzahl russischer Monarchisten mit Hilfe des bekannten Spitzels Oberst K a r t a s ch e f f unter dem Vorwand der Errichtung chuer„Arbeitsgemeinschaft" aus den in Deutschland zurückgebliebeneck russischen Internierten z w e i R e g i- menter zu bilden. Hierbei muhten alle Beteiligten Bedingungen unterschreiben, deren Inhalt vor der Oeffentlichkcit noch heute ge- heimgehalten wird. Von monarchistischer Seite wurde die Lüge ver- breitet, alle diejenigen, die nicht unterschrieben, würden zwange- weise nach Sowjetrußland abgeschoben werden. Einige sozio- listisch und demokratisch gesinnte russische Gefangene weigerten sich, die vorgelegten Bedingungen zu unterschreiben, da sie in diesen nur einen Versuch geschickter Slbenteurer sahen, welche die Internierten als eine bewaffnete Macht zur Erreichung ihrer eigenen Ziele aus- zunutzen bestrebt seien. Die Gruppe der Demokraten war den Monarchisten um so mehr ein Dorn im Auge, da sie allein durch ihre Existenz den Beweis erbrachte, daß die Gerüchte über die zwangsweise Zurückbeförderung nach Rußland offener Betrug seien. Die Zahl der„Opposition" wuchs von Tag zu Tag und erreicht zurzeit etwa 70Ü— 800 Personen. Noch in dem früheren Lager K o t t b u s wurden von den Man» archtsien schwere Terrorakte, wie Mißhandlungen einzelner Angehöriger der demokratischen Grupe, verübt, und durch die Drehungen mit Sowjetruhland tat sich besonder» der jetzige Chef der Garnison des Lagers Lichtenhorst, der Kosakenoffizier Sinnt- tin, hervor. ZNorddrohungen waren an der lagcscrtmu.j. Die Post wurde kontrolliert, und zahlreiche Briefe wurden gestohlen. Bei der Uebersiedlung nach Lichtenhorst verschlimmerte sich die Lage für die freiheitlich gesinnten Soldaten außerordentlich. Leut- nantz Je n o ch i n, der früher bei Denikin in Diensten stand, zog im Lager Erkundigungen ein, wobei er sich besonders für folgende Fragen interessierte: Welcher politischen Richtung die Direktion des Lagers Lichtenhorst fei, wer die Post verwalte, wieviel Dolmetscher vorhanden seien, ob sie vereidigt seien und wer von der Lager- administration zu bestechen sei. Der Lagerinspektor stellte sich sofort auf die Seite der Monarchisten und verhindert noch heute, daß die demokratische Gruppe unmittelbar mit der Direktion des Lagers in Verbindung tritt. Der Direktor des Lagers, ein sehr korrekter und entgegenkommender Mann, wird vom Lagerinspektar und Chef der Garnison über die Verhältnisse im Lager falsch unter- richtet. Neuerdings nimmt der Terror immer offenere Formen an. Zeitungen mit den Berichten über die herrschenden Verhältnisse im Lager Lichtenhorst werden vom Inspektor beschlagnahmt, wo- bei zum Inspektor Angehörige der demokratischen Gruppe gerufen und dort vernommen werden, ob sie es. gewesen seien, die diese Be- richte in den Zeitungen verfaßt hätten. Weiter veröffentlichen die Einsender ein Dokument mit dem Stempel des Adjutanten des ersten Donschen Kosakenregimente, welches als Beweis für das Bestehen einer Regimentsorgoni- »»»»>>-M>-»»»»-»«»„,.»,»>»»-»,„.<» ,„.»»»•. II«!«1|'ll| HUIM1U IIBMIIIU«) griffen wird das Gefühl; wenn Briese Heines än Rahel uns eine Periode erstehen lassen, die nach dem Weimarer Kreis der schönsten eine in der deutschen Geschichte ist. Ewiger Zauber steigt aus einer Märchenwelt auf, die unsterblich ist und nicht abhängig von Alter, Bildung und Geist. Die Philosophie der Romantik, die nicht son- deriich reich war, verkörpert vielleicht Hegel, der, abstrakt zwar und stärkster Theoretiker, dennoch letzte Folgerungen dem Ideen- reich der Romantik entnahm. Diese Ausstellung bedeutet Versen- kung, Sammlung. Verinnerlichung. Möaen sie viele in ihr suchen und finden. Sie ist in den Nächsten drei Wochen von werktäglich von 11 bis 2 Uhr k o st e n l o s geöffnet. Bureaukratisch« Schildbürgerstreiche. Die französische Bureau- kratie, die bisher von Anwandlungen des Geizes nicht geplagt wurde, befleißigt sich derzeit einer Sparsamkeitsmanie, die oft das Gegenteil der beabsichtigten Wirkung erreicht, wofür die nachfolgende Geschichte Zeugnis ablegt. Ein Herr, der in diesen Tagen einem Ministerium einen Besuch abstattete, suchte vergeblich den Fahr- stuhl, den er endlich zwischen dem ersten und zweiten Stockwerk stilliegend vorfand. Auf seme Frage nach dem Grund für diese merkwürdige Anordnung belehrte ihn der Pförtner:„Es geschieht das auf ausdrücklichen Befebl seiner Exzellenz, die die Stromkosten verringern und gleichzeitig die Angestellten der Versuchung über- heben will, den Fahrstuhl zu benutzen." Diese Geschichte erinn-rt an den Ausspruch eines Beamten des preußischen Kultusministeriums, der die hohen Eintritts- Felder für das Berliner Schloßmuseum damit rechtfertigt«, daß sie den Massenbesuch verhinderten, durch den der kost- bore Parkettfußboden der Schloßsäle leicht ruiniert werden könnte. Die staatliche Sammlung für deutsche VollZkundz, srühcr Museum sür deutsche Volkstrachten und Erzeugnisse de« Hausgewerbes, Klosterftr. 36, ist bei freiem Eintritt am Sonntag, Montag und Don- neritag geöffnet. Am Mittwoch, Freitag und Sonnabend beträgt der Eintrittspreis L M., am Dienstag 5 M. Führungen an den Zahltagen 1 M., Schulen 56 Pf. für jeden Teilnehmer. Kunstckronik. Die neue Ausstellung im Graphischen stabinett I.». Neumann Ist dem Dresdener Maler Felix Mtiller gewidmet. Ein«.Fünstler-Weihnachtsmess« in Grofe-Berlm" veranstaltet der neugegründete Verband„Hundert Maler" in Verbindung mit dem Mär- tischen Kunstverlag. Namentlich den Kunstgewerblern jeder Art und Nich-, tung soll hier Gelegenheit gegeben werden, direkt an das Publikum zu ver- kaiisen. Die Messe findet vom 7. bis 11. Dezember im Schöneberger Rathaus statt. TaS Jüdische Künstlertheater(Theater in der Kommandantenstraße) mußte die Premiere des Dp buk aus den 26. verlegen. Mönchsarbeit. Eine Holzschnitzerei, an der fünf Mönch« 16 Jahre lang gearbeitet haben, ist gegenwärtig nach einer Mitteilung de» „KunstwandercrS" in New Jork ausgestellt. DaS Bildwerk, da» daS Leben Jesu veranschaulicht, ist von Brüdern de» NikodemuSklosterS auf dem Berge AthoS geÄafseu lvordin und ran einem der Mönche nach der Reuen Welt gebracht. Tie Arbeit, die nur 26 Zoll doch und 21 Zoll breit ist, wird ans einen Wert von 12S6V6 Dollar geschätzt. Sie weist über 1V6 aufs feinste ausgearbeitete Figuren in Flach- und Hocharbeit auf und zeigt in der Mitte eine genaue Wiedergabe von Michelangelos„Abendmahl" fation anzusehen ist: das Original befindet sich im Archiv des oben- genannten Verbandes. Die deutsche Regierung wird ersucht, eine Kommission zu er- nennen, in der die Angehörigen der gewerkschaftlichen Organi- sationen und der beiden sozialistischen Parteien zwecks Untersuchung der Zustände im Lager Lichtenhorst oertreten sein sollen. Auch uns scheint es dringend erforderlich, daß die zuständigen Stellen schleu- nigst eine genaue Untersuchung der Angelegenheit anordnen. Es liegt nicht im Interesse der deutschen Regierung, vor dem Ausland in den— wenn auch unbegründeten— Verdacht zu kommen, sie sympathisiere mit den Umsturzbestrebungcn russischer Monarchisten in Deutschland. „Sonner Justiz'". Der Landgerichtsprilsident von Lonn schreibt uns zu der unter vorstehender Ueberschrist in Nr. 477 vom S. Ottober 192! enthaltenen Notiz: „Es ist unrichtig, daß der Gymnafialdircktor Dr. Niepmann der französischen BesatzunzSbehörde ohne jeden Grund mehrere Bonner Studenten als Kommunisten denunziert hat. Der Tatbestand ist folgender: Bei dem Direktor erschien ein Beamter der fran- zösischen Sicherheitspolizei und beschuldigte ihn, daß man am 27. Januar aus dem Fenster einer Klasse des städtischen Gymnasiums eine große schwarzweißrote Fahne jedesmal beim Vorübergehen französischer Truppen mit hurrapatriotischem Gegröle über deren Köpfe habe schweben lassen und daß nationalistische Lieder(cheil Dir im Siegerkranz usw.) gesungen worden seien. Der Direktor be- stritt das. Der Beamte zog zum Beweise— die Besatzung hatte selbst keine Wahrnehmung gemacht— Nr. 1 der in Bonn er- scheinenden mehrheitssozialistischcn Zeitung„Rheinisches Volt" vom 1. Februar 1921 hervor, in der mit den angegebenen Aushrückcn u. a. diese Behauptung unter der Ueberschrist„Deutschnationale Flegeleien" aufgestellt war. Der Direktor bestritt die Richtigkeit der Notiz. Aus die ungläubige Frage des Beamten, wie denn dies« Notiz zu erklären sei, erwiderte der Direktor, der Zeitungsartikel könne nur von einigen ehemaligen Schülern der A n st a l t herrühren, die schon wiederholt die Anstalt angegriffen, in der Revolution extreme und radikale Anschauungen aufgenommen hätten und die man damals allgemein als Kommunisten und Bolschewlsten bezeichnet habe. Er benannte, um seinen Angaben Glauben zu verschaffen, zwei Per« sonen, bezüglich deren diese Voraussetzungen zutreffen sollten. Das Schöffengericht und die Berufungsstrafkammer haben auf die Privatklage der genannten wegen Betcidigung hin in der chaupt- Verhandlung diesen Tatbestand festgestellt. Die Urteile haben über- ''instimmend dem Direktor den Schutz des§ 193 StGB, zugebilligt, da der Direktor nicht seinerseits denunziert, sondern sich gegen«ine Zcitungedenunziation, die ihn und seine Anstalt der Besatzungs- behörd» gegenüber bloßstellte und der Gefahr»ines empfindlichen Einschreitens aussetzte, verteidigt habe. Somit entbehrt die Behauptung, daß„hinfort jeder Reaktionär im besetzten Gebiet ungestraft seine republikanisch oder sozialistisch g'sinnten Mitblirgcr bei der Besatzungbehörde denunzieren" dürfe und ein preußisches Gericht solche„Nationale Denunziationen" für eist berechtigtes Interesse des Denunzianten Halts, der Begründung. Dasselbe gilt von der allgemeinen Schlußfolgerung:«Das ist die Justiz, die immer wieder Entrüstungen markiert, wenn wir unser schärf st es Mißtrauen erklären."— Es ist weder vorher eine Aufklärung versucht worden, noch ist mir da» Blatt, das diesen An- griff auf die Unparteilichkeit und die nationale Gesinnung hiesiger Richter enthält, von der Redaktion zugeschickt worden." Wir haben dieser Zuschrift nach dem Grundsatz Raum gegeben, daß auch der andere Teil gehört werden solle. Aber wir müssen be- tonen: Auch die Sachdarstellung des Bonner Landgerichtspräsi- drnten ergibt ein moralisch nicht zu billigendes Verhalten des Schul- direktors Dr. Niepmann. Auf Grund einer bloßen Vermutung, ohne jede tatsächliche Unterlage, daß sie die Urheber d»? gegen ihm gerichteten. Artikels seien, hat N. einige seiner ehe- maligen Schmer der Besatzungsbehörde als K o m m u n i st e n und V o l s ch e w i st e n benannt. Diese durch die Hervorhebung«ex- tremer und radikaler Anschauungen" verschärfte Angabe beruhte auch nur auf einer leichtfertigen Mutmaßung, denn in Wirklichkeit waren die Angegebenen Mitglieder der Sozialdemo- kratischen Partei. Wir können nicht annehmen, daß ein Gerichst das so stark seine nationale Gesinnung betont» wirklich ein derartiges Verhalten billigen könnte. Selbst wenn man in der Zeitungsnotiz gegen den Direktor eine Denunziation erblickt, die nach unserer Auffassung keineswegs beabsichtigt war, so durste doch der Direktor gerade vom nationalen Standpunkt aus diese nicht seinerseits mit einer Denunziation gegen Personen beantworten, von denen er nicht einmal wußte, ob sie etwas mit dem ersten Angriff zu tun hatten. d!e verelenSung öer InvaliSen unö Witwen. Der Zentralverband der Invaliden und Witwen Deutschlands richtet einen Notruf an die Reichsregierung und den Reichstag: darin heißt es: Die Arbeitsinvaliden, Invaliden- und Altersrentncr, Unfalloer- letzten, Armenunterstützungsempfänger, Geburtskrüppel und ihre An- gehörigen sind durch die neue Verteuerung aller Lebens- und Be- darssmittel in einen Zustand der Verelendung gebracht, der nickst mehr iibcrtroffen werben kann. An Renten einschließlich Beihilfen und Zulagen erhalten: 1300 000 Invaliden- und Alters- rentner im Durchschnitt pro Tag zirka 2,90 M., 1 200 000 Waisen pro Tag zirka 1,10 M., 900 000 Unfallverletzte im Durchschnitt pro Tag zirka 1 M. Reichsmittcl werden außerhalb dieser festgesetzten Renten als ergänzende Fürsorgeleistungen nicht gegeben. Auf dem Wege der Armenfürsorge sollen die Gemeinden Helsen, und hier wer- den Unterstützungen gewährt, die unter Anrechnung der Renten durchschnittlich ISO M. pro Monat im Reiche nicht übersteigen. Er- wcrbsloscnuntcrstützungen sind den Invalidenrentnern usw. reichs- gesetzlich verwehrt, da diese Kreise alz nicht mehr auf dem freien Arbeitsmarkt vermittlungsfähig betrachtet werden. Verzweifelt be- mühen sich die zum Teil erwerbsfähigen Invaliden um die wenig freiwerdenden passenden Arbeitsgelegenheiten für Erwcrbsbeschränkte: die Regelung der Erwerbsbeschafsung für Erwerbsbeschränkte liegt völlig im argen. Der Ausruf schließt mit einer bitteren Anklage gegen M i l- liardengcwlnne und unerhörten Luxus, während große Teile unseres Volkes unschuldig auf die elendeste Weise dahinsiechen und zugrundcgchen._ Vas Schicksal öer Meßbilöanftait. Zu den sonderbaren Vorgängen in der Meßbildanstalt, mit denen Uit uns schon einmal beschäftigten, wird uns neuerdings geschrieben: Die bisherige Meßbildanstalt soll künftighin„Staatliche Bild- stelle" heißen und ihre Sammlungen sollen einem Konzern großer Verleger, dem neu gegründeten«Deutschen Kunstverlag Ä. m. b. ch.", zur Ausnutzung ihrer Schätz« überlassen werden. Nur wenige Per- sonen, die mit dem Wesen und der Bedeutung der kleinen Anstalt vertraut sind, kennen den Verlust, den die Verwirklichung diese? Projektes in kultureller chinsicht bedeuten würde. Die cheranziehuNg des Buch- und Kunsthandils sowie der geschäftliche Vertrieb muß als durchaus wünschenswert bezeichnet werden, jedoch darf dies nur zum Nutzen des Staates» nicht aber des Prioatkapitals geschehen, und das wertvolle Archiv der Anstalt darf keinesfalls, unbekümmert um das Wohl und Wehe derjenigen, die ihr Lebens- gut dem Dienst der Anstalt gewidmet haben, dem Unternehmer- t u m ausgeliefert werden. Es ist höchste Zeit, daß sich die staat- lichen Behörden mit den Vorgängen in der Meßbildanstalt ein- gehend beschäftigen.... Der Kölner MMtärtuchprozeß. Nach vorläufig unverbürgten Meldungen soll Watzl bereits Mitt- woch In P a s s a u von den österreichischen Behörden eingeliefert sein, so daß mit seinem Eintreffen in Köln schon Freitag gerechnet werden kann. Er hat sein Angebot einer Sicherheitsleistung von einer Million Mark inzwischen auf 3 Millionen erhöht, um auf freien Fuß gesetzt zu werden. Die Zeugenvernehmung wurde gestern sortgesetzt. Der Zeug« D a v i d s o h n, Direktor der Lioyd-Bant in Köln, macht Mitteilungen über den Ankauf englischer Pfunde durch T r o b« ck. Er bekundet, daß er gegen die Geschäfte Trobecks starke Bedenken hatte, einmal wegen des hohen Risikos, das Infolge der starken Valutaschwankungen bestand, zum anderen aber wegen der Persönlichkeit Clelands. Gegen Clsland lagen Klagen deutscher Firmen vor, so daß dessen Ausschluß aus der britischen Handelskammer erwogen wurde. Um den Schwierigkeiten aus dem Wege zu gehen, fei Cleland empfahlen worden, durch Nichtzahlung der Beiträge freiwillig auszuschcheiden. Zeuge Polizeibaupimann Gourdet, Verwaltungsdirektor der Beschaffungestelle, schildert die Schwierigkeiten bei der Einkleidung der Sicherheitswehr. Die Berichte der Kommandeure wurden van Monat zu Monat schärfer und verlangten vom Ministerium, daß die Einkleidung der Mannschaften erfolge. Dazu kam im November und Dezember bittere Kälte, in der die Leute Außendienst machen mußten. In dieser kaiastrophalen Lage kam uns das Ange- bot des engtischen Tuches sehr gelegen. Di« Proben wurden von allen Sachverständigen als erstklassig bezeichnet. Daher schlug ich Major B r u e r den Ankauf des Tuches vor. Mit größter Entschiedenheit erklärt Zeuge, daß ihm bei-diesem Geschäft von keiner Seite Ge- schenk« oder Zuwendungen gemacht worden feien. D o rs.: Es ging das Gerücht, daß die Belchaffungsstelle Kauf» leute und Fachmänner„kaltfckmeuzig" behandelte, daß dagegen Schieber liebenswürdig empfangen wurden, nachdem die Leute Sie In Ihrer Prlvatwohnung aufgesucht hatten. Zeuge: Solche Leute sind wohl in meine Wohnung gekommen, ich habe sie aber a b g e- wiesen und an die Behörden verwiesen. Vors.: Sie sollen bei derMblicferung der Ware in Köln gewesen sein und dabei von Wahl freigehalten worden sein. Zeuge bestreitet, daß das in dieser Form geschehen sei. Er habe in den drei Wochen seines Kölner Ansenthaltes mit Watzl drei- bis viermal gespeist und dieser Hab« dabei die Zeche bezahlt. Vors.: Ich finde das eigentümlich. Das mag unter Geschäftsleuten üblich fein, aber nicht bei V c a m t e n, sich von dem Mann, der für das Tlmt liefert, freihalten zu losten. Vor dem Krieg« hätte jeder Beamte das entrüstet abgewiesen. Zeuge: Ich war gar nicht in amtlicher Eigenschaft in Köln. Auf Befragen Rechtsanwalts Dr. Alsberg erklärt Zeuge, daß er die Herren bei der Ueber» gäbe des Tuches und der Verladung in Köln unterstützen sollte: des- halb trug auch nicht das Ministerium die Kosten der Kolner Reise, sondern die Firma Cleland. Zeuge Major Bruer bestätigt, daß der Zeuge Gourdet lediglich zur Unterstützung als Privatperson nach Köln gereist sei. Zeuge Rittmeister a. D. Müller, jetzt Kaufmann, be- schäftlgt sich mit der Beschaffung von Einfuhrerlaubnissen. Er bean- svrucht für diese Tätigkeit 2 Proz. des Umsatzes. Vors.: Wofür? Zeuge: Weil ich auf(Jlrund meiner Energie und meines Ver- standes etwas erreiche, was andere nicht zuwege brachten. Vors.: Welche Wege sind Sie dabei gegangen? Zeuge: Jedenfalls keine illegalen. Vors.: Sonst soll das aber vorkommen. Zeuge: Man muß ja verrückt fein, wenn man so etwas tut, es kommt sa doch heraus.(Heiterfeit.) Kaufmann K o r t m a n n, der als nächster Zeuge vernommen wird, ist mit Wahl nach Abwicklung des Tuchgeschäftes zusammen- gekommen. Watzl habe ihn oeranlaßt, noch Berlin zur Vefchassungs- stell« zu fahren und dieser Socken anzubieten. Watzl habe ihm Ver- Haltungsmaßregeln gegeben. Als Zeuge dann zur Beschaffungsstelle kam, will er von Gourdet schroff abgewiesen worden sein, er sei darauf aber den Weisungen Watzls entsprechend in die Wohnung Gourdets gegangen und dort von diesem höchst liebenswürdig cmp- fangen worden. Er habe Grüße von Watzl überbracht, und nur in den letzten fünf Minuten fei von den Socken gesprochen worden. Gourdet habe gesagt:..Wir dürfen nicht zuviel bestellen, aber so auf 100 bis 180000 M. Bestellungen können Sie rechnen." Der Auftrag sei aber nicht zur Ausführung gelangt. Zeuge Gour- d e t: Die Aussage des Zeugen ist ein reines W Hantaliegebilde. Er machte mir sein Angebot, das ich in.' üblicher Weise anhörte. Ich habe ihn aber sofort an dos Antt gewiesen, mit dem Bemerken, daß ich dort allein Über Geschäfte verhandele. Das Angebot wurde abgelehnt, weil die Preise zu hoch waren und die Qualität nicht befriedigt«. Nach Vereidigung des Zeugen Gourdet wird die Sitzung vertagt. Gegen öie Sonderstellung öe? Schutzpolizei. Der Reichsverband der Polizeibeamten Deutschlands, in dem mit 120 000 Mitgliedern die größte Zahl des gclamten deutschen Polizeibeamten oereinigt ist, hatte zum 20. d. M. die Vertreter 1 einer Landesverbände zu einer Konferenz nach Verlin in das iehreroereinshaus berufen. Es wurde Stellung genommen gegen die von Regierungen einzelner Bundesstaaten, insbesondere von Preußen, beabsichtigte Schaffung eines Beamtenfonderge- setze» für die vom Reich subvenNonierte staatliche(jjrüne) Polizei. Auch andere Beamtengewerkschasten, insbesondere der Deutsche Be- amtenbund als Spitzenorganisation, waren oertreten. Vom be- omtenrechtlichen Standpunkt verwarf der erste Referent Geheimrat Groß jede beamtenrechtliche Sonder st cllung der Polizei- beamten und forderte die Unterstellung dieser Beamten unter das für alle Becmten geltende Beamtenrecht. Dieselbe Forde. rung stellte der zweite Referent Generalsekretär Dr. F r a n ck e, der die Angelegenheit vom wirtschaftlichen, sozialen und beamten- gewerkschaftlichen Stondpunkie aus beleuchtete. Für den Deutschen Veamtenbung sagte Ministerialrat a. D. F a l k e n b e r g die tat- kräftige Unterstützung dem Reichsverbande zu, weil es sich um den ersten Versuch von Regierungsstellen handle, das Berufsbeamten- tum abzubauen. Ein Vertreter der Reichseisenbahngewerkschaft versicherte di« Polizeibeamtenschaft der Solidarität der Eisenbahn- beamten. Es wuroe eine Entschließung in diesem Sinne ange- Nammen._ verbot öer„Rheinischen Republik'". Köln, 20. Oktober.(Dena.) Der Kölner Polizeipräsident hat die „Rheinische Republik", das Organ der rheinischen Separatisten, soeben für die Dauer eines Monats verboten. Das Verbot stützt sich auf die Verordnung des Reichspräsidenten vom 29. August. Der Heraus- geber S m e e t s hat bei der Interalliierten Rheinlandkommission Einspruch erhoben. Gestern war erst gemeldet worden, daß die Rheinlandkommission sicb vorbehalten hätte, jede Maßnahme auf Grund der erwähnten Ver- ordnung v o r h e r zu genehmigen. 5ür Paul K6ri. Men. 20. Oktober.(Elz. Drahtbericht.) Die Organisation der Wiener Presie, der die Journalisten aller Richtungen angehören, hat an die ungarische Regierung aus Gründen der Menschlichkeit und der Solidarität die telegraphische Bitte gerichtet, das im Tisza-Prozeß verhängte Todesurteil gegen Paul Ken nicht vollstrecken zu lassen. Wirtschaft Die Konjunkturgewinne am Häutemarkt. Mit der Verschlechterung der Valuta hat auf allen Gebieten eine verschärfte Nachfrage bei steigenden Preisen nach deutschen Waren eingesetzt. Die Industrie steht im Zeichen der Hochkon- junktur, die Arbeitsiosigkeil nimmt ob. Welche Gewinne dabei möglich sind, zeigt u. a. die unersreuliche Entwicklung der Preise auf dem Häutemarkt. Innerhalb zweier Monate sind die Preise so sprunghnst in die Höh» gegangen wie nie zuvor. In der nachfolgenden Ucbersicht sind die Preisbewegungen bei den H a m- burger Auktionen von August bis Ende September gegen- übergestelll und berechnet, welcher Mehrerlös Ende September gegenüber dem August im Durchschnit! für jedes Fell erzielt wurde. Cs wurden gezahlt für S. August 28. Cepibr. �ko Hau/ Ochienhäuie pro Piund. 12,10 Sit. 18,85 M. 231,25 M. Kalbfelle pro Pfund.. 15,70. 37,60 ,. 197,10„ Roßhäute pro Siück.. 319,—. 500,—, 181,—« Schaffelle pro Piund.. 5,20. 8,55« 20,10, Ziegenfelle pro Siück.. 98,—„ 120,—, 22,—.' Die Preisbewegung hängt sehr eng zusammen mit der Eni- wertunz unserer Valuta, da wir aus den, Häuteanfall bei den in- ländisch?» Schlachtungen den vollen Bedarf nicht befriedigen können. Wir decken gcgenwiirlig noch ungefähr die Hälfte des Verbrauchs aus dem Ausland. Bei die'er Lage des Häutemarkts müssen natürlich der Handel, die lederver arbeitende Industrie, die Ger- bereien und die Fleischerei«» große Gewinne einheimse». Da wir eine Uebertichi über die Zahl der Schlachtungen in Deutschland haben, so läßt sich aus den letzten zwei Monaten ein Ueberblick gewinnen, wie hoch der Gewinn sein muß, den die genannten Interessengruppen erlang! haben. In der nachsolgenden Zusam- menstellung ist dies« Berechnung angestellt und der Mehrerlös im Gesamtbetrag angegeben. Aus der heimischen Schlachtung fielen Felle an: MeSrerlö? Graßviehhäuie... 200 000 Siück 56 250 000 M. Kalbfelle..... 280 000, 55 188 000. Roßhnute..... 10 000. 1 810 000, Schaffelle..... 100 000. 2 010 000, Ziegenfclle..... 25 000« 550 000« 115 80 8 000 AtT- , Es sind also nicht weniger als 115,8 Millionen Mark Konjunkturgewinne in diesen zwei Monaten der H ä u t e- und Lederindustrie zvge-aUen, ganz abgesehen von den Gewinnen— die ungefähr noch einmal so viel ausmachen dürf- ten—. die aus dem Aufkauf im Ausland und der Verarbeitung der Felle im Inland erzielt wurden. Valuta und Warenpreise. Die Veeschlechlmmg der Valuta in den letzten Monaten und ihr katastrophaler Stürz am Beginn dieser Woche hat bereits eine ganze Reihe von Warenpreisen in die Höhe getrieben. Durch den letzten panikartigen Rückschlag ist der deutschen Industrie mit einem Schlage die Einfuhr von Rohmate- r i a l i e n fast ganz unterbunden worden. Der Getreide- groß Hand ei ist gelähmt. An der Berliner Pradukienbvrfe zahlt man bereits für den Doppelzentner Weizenmehl, der im Juli noch mit 244,08 M., im August mit 373,46 M. gehandelt wurde, einen Preis von 655 bis 720 M. R o g g e n m e h l ist von 225,30 Mark im Juli auf 500 bis 550 M. Mitte Oktober gestiegen. Am Metallmarkt stellte sich am 18. Oktober der amtliche Preis für 100 Kilogramm Elektrolqtkupser auf 5410 M. gegen 3326 Mark am 30. September d. I. In ähnlicher Weise hat sich die Preis- bewegung auf allen anderen Warenmärkten entwickelt. Für das deutsche Volt wird sich erst im Verlaufe der nächsten Wochen die un- geheuerliche Verteuerung aller wichtigen Lebensbedürfnisse im Klein- Handel bemerkbar machen. Vom 20. Oktober an tritt außerdem die, Steigerung des Goldaufgelds auf Zölle von 900 tstilf 1900 Proz. in Kraft, und es ist anzunehmen, daß sehr bald elne neue, noch stärkere Erhöhung folgen wird, da bei dem jetzigen Satze der letzte Kurssturz noch' gar nicht In Betracht gezogen war. Im internal t'onalen Warenverkehr macht sich die rapide sinkende Kaufkraft der deutschen Mark bereits deutlich bemerkbar. Die amerikanische Ausfuhr von Baumwolle, Getreide, Kupfer, Schmalz usw. nach Deutschland stockt bereits, Die Bankiers und Spekulanten der Vereinigten Staaten, die sich für viele Milliarden Mark deutsche Noten und Anleihen gekaust hatten, um am Wieder- aufbau Deutschlands gut zu verdienen, können auf diesen Besitz jetzt ebenfalls 50 bis 80 Proz. Verlust buchen. Aehnlich liegen die Dinge in England. Wird der Cntentekapitalismus, den die vcn Tag zu Tag zunehmende Not der werktätigen Bevölkerung Deutschlands kalt läßt, wenigstens durch die Verluste am eigenen Geldbeutel zur Ver- nunft gebracht werden? Die Besserung der Mark hat auch gestern angehalten, aber Immer noch nicht die Kurssprünge vom Wvchenbeginn ausgeglichen. Der Dollar wurde amtlich mit 157,84(gegen vorgestern 171,57 M.) notiert. 100 holländische Gulden kosteten 5344,65(5869,10) M.. 1 Pfd. Sterling wurde mit 614,35(615, SSM. bezahlt, 100 sranzosische Fran- ken mit 1123,85(1126,16) M. und 100 Schweizer Franken mit 2867,10(2872,90) M. Die Gemeinnützige Sledlungsfinanzlerungsgenossenschafl m. b. h. t„Gesi") ist am Donnerstag, den 29. September, in Berlin cm Preußische!, Abgeordnetenhaus gegründet werden. Unter Vorsitz des Stadtverordnetenoorstehers Pfeil fand an diesem Tage im Beisein von Vertretern der Regierung, oer Ministerien, einiger Groß- danken und der Kaufmannschaft eine Besprechung darüber statt, wie den Siedlungen finanziell am besten zu helfen sei. Stadt- verordnetenvorsteher Pfeil ging in seinem«inleitenden Vortrage davon aus, daß es sich bei den Siedlungen um Lebensfragen des deutschen Volke« handele, daß darum olle Schwierigkeiten beseitigt werden müßten, daß aber ohne große Kapitalien unter den jetzigen Staatssinanzverhältnissen niemale ein« gesunde, feucht- bringende Siedlungspolitik getrieben werden könne. Da der Wille zur Förderung der Siedlungspolitik vorhanden ist, so muß auch ein Weg der Kapitalbeschaffung gefunden werden. Alle Anwesenden erkannten nach längerer Aussprache an, daß das geschilderte Finanz- institut für die restlose Durchführung des Siedlungswefeno von der größten Wichtigkeit fei. Die„Gest" hat es sich zur vornehmste» Pflicht gemacht, für erste und zweite Hypotheken zu sorgen. Alle zeit- raubenden Hemmungen bei Reich, Staat, Kreis und Stadt sollen beseitigt werden, bei den Ministerien für moderne Bestimmungen eingetreten werden. Großbanken sollen für Zwischenkredite sorgen, die VersicherungsgeseUschasten sollen gebeten werden, Gelder für billigen Zinsfuß zu leihen. Vorläufig sind die Siedlungen der Pro- vinzen Brandenburg und Pommern lns Auge gesaßt worden. Zum Vorsitzenden wurde der Oberpostsekretär Pfeil, Stadlverordneten- Vorsteher In Schwedt a. d. Oder gewählt. Sämtliche Zuschriften sind an ihn zu richten. Ein Forschungsinstitut für Agrar- und Siedlungswesen ist aus Mitteln des Reichs und Preußens in Anlehnung an die Berliner Universität unter Leitung des Professors S e r i n g begründet worden. Die Forfchungstätiakeit wird sich besonder» mit Problemen beschäftigen, welche die Agrar» und Siedlungsgesetzgebung des Reichs und der Länder berühren. Mit der Forschung verbindet sich eine Lehrtätigkeit. Das Institut hat die Aufgabe übernommen, höhere Beamte für die landwirtschaftliche Verwaltung und für das Siedlungswefen auszubilden und hält dazu geeignete Vorlefunoen und Uebungen ab. Volkswirten mit landwirtschaftlichen und juristi- scheu Kenntnissen soll Gelegenheit zum Erwerb eine» Diploms gegeben werden, das durch Ablegung einer Prüfung nach Zjährigem Studium erlangt werden kann. 9 ■ß. v, f i 1 Der Kamps im Hastwirtsgewerbe. Ein Aufruf üer Gewerkschaften. Arbeiter, Angestellte! Der Kampf der gastwirtschaftlichen Angestellten um ihre einverstanden erklärten, vielmehr sind es die Unternehmer, die fordern, und zwar den Verzicht auf festen Lohn. Deshalb wurde die Weigerung zu Verhandlungen mit der Ausrede motiviert, erst müßten die Ausschreitungen unterbleiben, dann wolle man verhandeln. Mit Recht wiesen die Leiter der Bewegung dao Lebensbedingung geht weiter. Wir haben in einem Aufruf' auf hin, daß schon die Bereiterklärung zu Verhandlungen� durch bereits die notwenbigen Maßnahmen, die die Arbeiterschaft zunächst ergreifen soll zur Unterstützung in diesem berechtigten Kampfe, dargelegt. Die Arbeitgeber haben sich auch bis heute noch nicht bereit erklärt, mit der Organisation in Verhandlungen einzutreten. Die Polizei verschärft ihre Maßnahmen gegenüber den Streiken- den. Die GewerkschaftskommiMon wird erneut wegen der Uebergriffe der Polizei mit den zuständigen Behörden ver- handeln. Sollten diese Verhandlungen nicht zu dem ge- wünschten Ergebnis führen, werden weitere Maßnah- m e n folgen. Die Arbeiterfchaft muß sich dafür bereit halten, größere Anforderungen, die an sie gestellt werden, erfüllen zu können. Alle Gewerkschaften sowie die politischen Parteien und sonstigen Korporationen, die mit der Arbeitnehmerschaft siimpathisieren, werden hiermit aufgefordert, in den bestreikten Lokalen und Sälen weder Sitzungen noch Ver- sammlungen abzuhalten. Da, wo bereits Saal- bestellungen erfolgt sind, sind diese möglichst rückgängig zu machen. Wo dies nicht mehr möglich ist, muß dafür ge- sorgt werden, daß keiner der Besucher etwas ver- zehrt. Die Organisationen haben für die restlose Durch- führung Sorge zu tragen. Das Verzeichnis der bewilligten Saalgeschäfte kann von der Streikleitung, Elsasser Str. 86/88. Fernsprecher Norden 864, 1813, angefordert werden. Der Kampf der gastwirtschaftlichen Angestellten ist für die am Streik beteiligten Organisationen zur Lebens- frage geworden. Deshalb wird unbedingt Soli- darität und Befolgung der Aufrufe verlangt. Studentenbanden greifen bereits in diesen Kampf ein, die bewaffnet zum Schutze der Unternehmer aufmarschieren. Dieses arbeiterfeindliche Vorgehen muß unter allen Umständen gebrochen werden. Irgendwelchen Provokationen leistet keine Folge. Den Streikenden rufen wir zu, standzuhalten in ihrem schweren Kampfe. Allgem. freier Angeslellkenbund(Afa) Ortskartell Graß-Berlin F l a t a u, Otto, Schitora. Die Gcwerkfchaslskommission Berlins und Umgegend Sabath, Vollmerhaus. vor neuen Verhandlungen? Durch das laute Terrorismusgeschrei wurde die Tatsache bisher allzu sehr in den Hintergrund gedrängt, daß die Unternehmer nicht nur den Schiedsspruch abgelehnt haben, sondern auch sich gegen Verhandlungen stemmten, zu denen die Angestellten jederzeit bereit waren. Eine direkte Weigerung zu verhandeln schien nicht ratsam. Denn die Angestellten sind es nicht mehr, die fordern, nachdem sie den Schiedsspruch anerkannt haben die Unternehmer stark beruhigend auf die um ihre ganze Existenz ringende und deshalb erregte Angestclltenschaft einwirke, so daß ganz von selber mehr Ruhe eintreten werde. Daß tatsächliche Ausschreibungen, wie sie hier und da vorge- kommen sein mögen, der Sache der Angestellten mehr schaden als nützen, liegt klar auf der Hand. Die Leitung einer solchen Be- wegung von 35 000 Personen kenn natürlich nicht hinter jeder Gruppe herlaufen. Immerhin scheint auch in den Reihen der Kämpfenden eine größere Besonnenheit herbeigeführt zu sein, so daß selbst die BS.-Korrespondenz berichten mußte, vom Mittwoch lägen erfreulicherweise keine Meldungen über Aus- schreitungen der Streikenden vor. Wenn sie aber aus Arbeit- nehmerkreisen meldet, daß diese nach wie vor auf dem Standpunkt stehen, der Zeitpunkt zu Verhandlungen mit den Streikenden und Ausgesperrten sei erst dann für sie gekommen, wenn diese Gewähr dafür böten, daß sich„Ausschreitungen" nicht wiederholen, so wäre den Herren denn doch zu empfehlen, diesen Zeitpunkt nicht allzu lang« hinauszuschieben, da sonst das Gegen- teil eintreten müßte. Denn der Komps im Gastwirtsgewerbe ist naturnottvendig mit ein Kampf geworden gegen die Streikbrecher. Ihrer muß sich die Organisation nach Möglichkeit erwehren, wenn sie nicht sang, und klanglos den Kampf einstellen und verloren geben will., Der Kampf wird um so leichter, die Geneigtheit zu Verhand- lungen und zum Nachgeben bei den Unternehmern um so eher ; bewirkt, je mehr das Publikum die Bestrebungen der Ange- � stellten unterstützt durch Meidung ungeregelter Be- triebe oder Verweigerung der Bedienuugs» Prozente. Wollen die Unternehmer sich nicht allzu offenkundig ins Unrecht setzen, dann müssen sie an den Verhandlungstisch, mit dem guten Willen natürlich, zu einer Verständigung zu kommen. Die„Aus- schreitungen" sind dann sofort erledigt. Die Angestellten wollen arbeiten und für ihre Arbeit festen Lohn. Die Lawine. Folgende zutreffende Schilderung geht uns von einem Strei- kenden zu: Vor den beiden Bergnllgungslokalen„Metropol- Kabarett" und„W i e n- B e r l i n" steht allabendlich ein größeres Polizeiaufgebot. Die Folge davon ist, daß sich stets eine größere Menge neugieriger Menschen ansammelt, die dayn von einem noch größeren Polizeiaufgebot, das mit Lastautos heraneilt, zerstreut wird. Bald ist die ganze Um- gebung schwarz von Menschen, die diesem Treiben zusehen, und neue Autos mit Polizisten eilen herbei, um— noch mehr Neugierige heranzulocken. So entstehen dann leicht die be- rühmten„Ausschreitungen", die den fjcrrn Minister des Innern D o m i n i c u s veranlassen, von den ihm untergeordneten Organen „energisches Durchgreifen" zu fordern. Ueberall, wo gestreikt wird, aber keine Schupomannschaften das Lokal umlagern, ist auch kein neugieriges Publikum zu sehen. Deshalb halten wir diese ganze Polizeiaktion als für h ö ch st über- flüssig. Ob man dadurch die Streikenden einschüchtern oder ihnen einen Dienst erweisen will, da das Publikum in der Regel und sich mit der' bisherigen Regelung der Entlohnung weiterhin! solche„besetzten" Lokale meidet, entzieht sich unserer Kenntnis. vis vephanölungen im Zeitungskonflikt. In der außerordentlichen Generalversammlung der Buchdrucker, die. gestern in der„Neuen Welt" tagte, berichteten Massini und Fuchs über das Ergebnis der Verhandlungen im Reichsarbeits- Ministerium. Der Erfolg war ein negativer. Die Firma Moste erklärte sich bereit, von den Streiktagen zwei zu bezahlen und einen Vorschuß von 120 M., rückzahlbar in kleinen Raten, zu ge- währen. Das Personal solle aber die aus dem Abkommen Massini- Henemann hergeleitete Forderung und die nach einer besonderen Zu- läge von 20 M. fallen lassen. Während der sehr langwierigen Aussprache wurde die Leitung der Versammlung zweimal vom Reichsarbeitsminister Brauns durch den Fernsprecher angerufen. Der Minister erklärte, daß an- gcsichts der hochpolitischen Ereignisse das Erscheinen der Zeitungen dringend zu wünschen sei. Er ersuchte das Personal der Firma Rudolf Mosse deshalb, unter Vorbehalt wieder in den Betrieb hineinzugehen. Er werde seine ganze Kraft dafür einsetzen, daß die Differenz in dem Abkommen Massini-Henemann für ganz Berlin zum Ausgleich gelange. Heute wird eine Betriebsversammlung über diese Vorschläge Be- schluß fasten. Auch wir möchten nicht unterlassen, im Hinblick auf die politische Situation an die beiden streitenden Parteien das dringende Ersuchen zu richten, alles zu tun, was geeignet ist, den Konflikt zu beseitigen. Uns scheint, daß bei einigem guten Willen auf beiden Seiten un- schwer eine Einigung zu erreichen sein wird. Vcrbandstast der Bankangestellten. Sonntag tagt in Berlin der 5. ordentliche Verbands- tag des Allgemeinen.Verbandes der Deutschen Bankangestellten. Eingeleitet wird die Tagung durch eine am Freitag TYi Uhr in der Brauerei Köniqstadt, Schönhauser Allee 10/11, stattfindende große öffentliche Bankange- st e l l t c n v e r s a m m l u n g, in der der bekannte Volkswirtschafts- lelner Professor Dr. Emil L e d e r e r- Heidelberg über das Thema: „Weltwirtschaftskrise und Reparationen" referieren wird. Sonn- abend vormittag tagt eine Beamtenkonferenz des Ver- b a n d e s, während abends 6 Uhr im Bürgsrsaal des Berliner Rat- Hauses ein Begrüßungsabend der zahlreich aus allen Teilen des Reiches erscheinenden Delegierten stattfindet. Sonntag vor- mittag 9 Uhr beginnt alsdann im Ministersaal des alten Kriegs- Ministeriums die offizielle Tagung mit dem durch Marx zu er- stattenden Geschäftsbericht. Aus der sonstigen Tagesordnung intcr- efstert ein Referat von E m o n t s über„Die Tarifpolitik des Ver- bandes". flttß üer �ifenbahnerbewegung. Lohnforderungen der Berliner Eisenbahner. Die Mitgliederversammlung des Deutschen Eisenbahneroerbandes am Mittwoch, in zwei Sälen des Lehrervereinshauses, war über- flutet, so daß viele Teilnehmer auf der Straße stehen bleiben mußten. Galt es doch, Stellung zu nehmen zu neuen Lohnforderungen. Der Referent Wilhelm Schulz zeigte den immer größer werdenden Unterschied zwischen dem Einkommen der Eisenbahner und den Preisen der wichtigsten Lebensmittel. Nun werde den Eisenbahnern das Defizit des Betriebes zur Last gelegt: Betriebseätesystem und anderes soll daran schuld sein. Die Vorschläge der Betriebs- rate bleiben jedoch unbeachtet. Ein Umbau, für den 15 Millionen Mark bereitgestellt waren, hat 60 Millionen Mark erfordert. Redner erinnert an den Raubbau an Ei'enbahnmaterial, der während der ganzen K r i e g s z e i t betrieben wurde. Die Löhne seien gegen die Vorkriegszeit um 750 Proz. erhöht, die Lebensmittel- preise aber elfmal so hoch gestiegen. Das gierige Verlangen der Kapitalisten, ihnen den ganze««ehr,«* zuliefern, zeige, daß die Arbeiterschaft aus dem Posten sein muß. Durch Entlassungen vieler Arbeiter und längere Arbeitszest für die Verbleibenden soll dann mit aller Gewalt die Rentabilität gesteigert, der Eisenbahner wieder auf die Stufe herabgedrückt werden wie vor dem Kriege. Kapitalisierung statt der Nationali- sierung! Zwingt auch diese Gefahr zu möglichstem Zurückhalten, so müsse dennoch ein Ausweg aus dem größer werdenden Elend gesucht werden. Der einzige Weg nach Lage der Dinge sei der, neue Lohnforderungen zu erheben. Der Hauptvorstand sei zu beauftragen, die Löhne der Mitglieder an das Existenzminimum heranzubringen. Aber auch dem Preiswucher, der sich jetzt insbesondere bei den Kartosfeln bemerkbar macht, müsse gesteuert werden. Soll die Eisenbahnerschaft nicht ganz verelenden, muß ihr geholfen werden, oder sie muß sich selber Helsen durch Kampf. Die lebhaste Aussprache bewegte sich im Sinne des Re- ferenten, vielfach in weit schärferem Tone. Ein Redner wurde am Weitersprechen gehindert, weil er nicht radikal genug sprach. Natür- lich wandte man sich auch gegen den Hauptvorstand und den ADGB. Der Referent ging im Schlußwort aus die„radikalen" An- klagen ein. Wenn über Müdigkeit geklagt wird, so lieg« die Schuld nicht am Hauptvorstand, sondern an den verschiedenen „A k t i o n e n", die von gewisser Seite zur„Aufmunterung" be- trieben werden. Keine„Tellaktionen", sondern nur eine Gesamt- aktion unter richtiger Leitung kann helfen. Die Erkenntnis der K l a s s e n l a g e sei die Grundbedingung jedes Kampfes. Man müsse es sich abgewöhnen, auf den Hauptvorstand zu schimpfen, und müsse sich statt dessen auf die realen Tatsachen stützen. Resolutionen können nicht helfen, wenn nicht der entschlosiene Wille dahinter steht. Gegen wenige Stimmen wurde der vorgelegten längeren E n t- s ch l i e ß n n g zugestimmt, die von einer bestimmten Geldforderung absieht, vielmehr will, daß alles oersucht wird, die Bezüge dem er- rechneten Erillenzminimum anzupassen. Der Eisenbahnverwaltung gegenüber wird zum Ausdruck gebracht, daß die Mitglieder des Deutschen Eiscnbahnerverbandes auf ihr Arbeitsrecht bedacht sind, ferner sich mit allen Kräften gegen die Versuche wenden, die Reichs- eisenbahnen dem Privatkapital auszuliefern. Verhandlungen mit den Lokomotivführer«. Die„Telsgraphen-Union" teilt mit, daß die Nachrichten über einen bevorstehenden Wirtschafts streik der gesamten deutschen Lokomotivführerschaft auf einen Artikel in dem Gewerkschaftsorgan„Die Lokomotive" beruhen, der die Er- eignisie zum mindesten sensationell aufbauscht. Nach Mit- tcilungcn von unterrichteter Seite schweben zurzeit im Reichsver- kehrsministerium Verhandlungen, die man zu einem gutm Ende zu führen hofft. Ter Konflikt in Halle. Im Reichsvcrkehrsministerium haben Besprechungen mit den Vertretern der Eisenbahner-Großorganisationen über den Konflikt zwischen der Eifeubahndirektion Halle und der dortigen Arbeiterschaft stattgefunden. Es handelte sich darum, festzustellen, ob die Eisenbahndirektion Halle bei der Berechnung der Ar- beitszeit und der Dienstpausen mit ihren Bestimmungen über die Vorschriften hinausgegangen ist, die das Betriebsrätezesetz vorsieht. Die Vertreter der Eisenbahnarbeitcrschaft stehen aus dem Standpunkt, daß die Vorschriften des Betriebsrätegesetzes auch für die Eisenbahnbehörden maßgebend sein müssen, während das Ministerium der Ansicht ist, daß über gewisse Fragen dem Arbeit- geber, in diesem Falle also der Zentralbehörde der Eisenbahnen, das Bestimmungsrecht zuzugestehen sei. Da eine Einigung nicht zu erzielen war, beschloß man ein besonderes Schiedsgericht einzusetzen, das unter der Leitung eines vom Reichsarbeitsminister zu ernennenden unparteiischen Vorsitzenden tagen soll und zu dem sowohl das Reichsverkehrsministerium als auch die Organisationen Vertreter stellen sollen, welche weder der Behörde noch den Gewerk- schaften angehören. Wie wir erfahren, wird die Arbeitnehmerschast als Beisitzer die Genossen S i n z h e i m er- Frankfurt a. M. und B e n d l e r vom Deutschen Transportarbeiteroerband vorschlagen. Mt Hilfe des Generalstreiks sollen, wie die TU. zu melden weiß, nach dem Wunsch der Frankfurter Ei hc n b a h n e r ehaltsforaerungen gegebenenfalls die durchgesetzt werden. Lohn, und �erantw kflr den redatt. Teil: Dr. Werner Pcisre, Charlottenbur«: für Anzeigen: TN. Glocke. Berlin. Verlag: VorwürtS-Verlag®. ni. b. H., Berlin. Druck: Vor- würts-Buchdruckerci u. Lerlagsanslalt Vcrnl Singer u, Co.. Berlin. Lindenstr. S. Hierzu 2 Beilagen. Wslavi«. Millen (gel. aelchüdn iui veslnfektion der INund- und Kachenhihke besonder» bei iRkiUNo heiserkeil, Halsentzündung, v«» VUjffle» schleimung. Erhältlich i» den Apotheken u. vrogerlttt. Stoffe lür Herren- und Damen-Bekleidung be-teFabr, gr. 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Den Antrag der Unabhängigen, der die Notwendigkeit eines Gesetzes zur Einführung eines Umlagezwangs- Verfahrens für Kartoffeln betonte und den Magistrat zu entsprechenden Schritten bei der Reichsregierung aufforderte, unterstützte selbstverständlich auch die sozialdemokratische Fraktion. Auf die Anfrage, was bisher die Stadtverwaltung zur Sicherung der Kartvffelversorgung getan hat, antwortete der Magistratsvertreter, daß große Mengen Kartoffeln an- gekauft und bei eintretendem Mangel zu erschwinglichen Preisen an die Bevölkerung abgegeben werden sollen. Die Redner der drei linksstehenden Fraktionen geißelten den Kar- toffelwucher, den die Abschaffung der Zwangswirtschaft zu der jetzigen Blüte hat gelangen lassen. Bei den rechtsstehenden Fraktionen fand der Gedanke, zu einer Beschränkung des freien Handels zurückzukehren, begreiflicherweise keine Freunde. Der d eu t sch n a ti o n a le Redner sang den Landwirten ein Loblied, in das die von den Kartoffel- Produzenten bewucherte Berliner Bevölke- rung gewiß nicht einstimmen wird. Der Antrag der Unabhängigen wurde gegen die SUmmen aller Bürgerlichen von den drei linksstehenden Fraktionen angenommen. Nach Erledigung einer Reihe anderer Verhandlungsgegenstände, die als die dringendsten galten, schloß der Vorsteher Weyl diese voraussichtlich letzte Sitzung mit einem Rückblick auf die fünf- vierteljährige Tätigkeit der Stadtverordnetenversammlung. Sitzungsbericht. Die heutige Sitzung eröffnete Vorsteher Dr. Weyl um 5�. Uhr mit der Mitteilung, daß der Aeltestenrat unmittelbar vorher beraten und Beschlüsse gefaßt hat, die ermöglichen sollen, nunmehr auch wirtlich die«unwiderruflich letzte" Sitzung der alten„einstweiligen" Stadtverordnetenversammlung abzuhalten. Zunächst kommen zwei Dringlichkeitsanträge zur Ver- lesung. Der eine, der die unverzügliche Wiederverwendung der Schulgebäude in der Memeler und Gubener Straße für Unterrichtszwecke fordert, wird ohne Er» örterung einstimmig angenommen: der andere, der auf die neuer- dings erfolgte Enthebung des kommunistischen Stadtrats Stolt vom Dezernat für die Kriegsbeschädigtenfürsorge und auf die bezüg- liche,„von Unwahrheiten strotzende" Eingabe des Stadtverordneten v. E y n e r n an den Oberpräsidenten verweist und die Wiederein- fetzung Stolts in die Dezernatsgefchüfte durch den Magistrat ver- langt, stößt bei der Rechten auf Widerspruch und bleibt unerledigt. Darauf wird von der sehr umfangreichen(43 Punkte umfassen- den) Tagesordnung die Anfrage der U. Sog. betr. die starloffelverforgung vorweggenommen. Die Anfrage verlangt vom Magistrat Auskunft, was er getan hat, um die ausreichende Versorgung der Bevölke- rung mit Kartoffeln zu erschwinglichen Preisen sicherzustellen und um der ernsten Gefahr zu begegnen, die durch die hohen Fleischpreise heraufbeschworen wird. Mitverhandelt wird der Antrag der U. Soz., den Magistrat zu ersuchen, sofort bei der Reichs- regierung den schleunigen Erlaß eines Gesetzes über die Einführung eines Umlagezwangsoerfahrens für Kartoffeln zu be- treiben. Ein Amendement der Deutschnationalen will diesen Antrag dahin erweitern, daß 1. das Verschieben von Kartoffeln ins Ausland verhindert und jeder Versuch dazu mit den schwersten Strafen belegt, 2. ebenso gegen den Kettenhandel vorgegangen, 8. die Eisenbahnfracht erheblich verbilligt, 4. für aus- reichende Wagenge st ellung und Wiedereinführung von Kar- toffelzügen gesorgt, 3. strenge Kontrolle des Kartoffelversands durchgeführt und 6. zur Verhinderung von Angstkäufen der Ve- oölkerung Aufklärung über die diesjährige Kartoffelernte gegeben wird. Dr. Hertz(U. Soz.) gibt die Begründung der Anfrage und des Antrages. Die Zustände sind kakastrophal; der Kartostelpreis ist auf 80 bis 83 M. und höher gestiegen: die Frauen müssen wie im Kriege nach Kartoffeln„anstehen". Der Preis ist heute mehr als das 20fache des Friedens- Preises. Aus dem Reichswirtschaftsrat erfahren wir, daß der Reichsernährungsmini st er Hermes die Ausfuhr von 100000 Zentnern ins Ausland gestattet hat (Hört, hört!), wie er auch durch die Gestattung der Ausfuhr der RestbestSnde an Zucker aus der Ernte von 1920 ins Ausland an dem Mangel und dem hoben Preise des Zuckers mit schuld hat.— Helfen kann nur die Rückkehr zu einer tcilweisen Zwangsbewirt- schaftung. Der Magistrat muß für eine ausreichende Reserve sorgen. Der freie Handel hat furchtbares Elend über das Volk gebracht: wir haben Kartoffelmangel im ganzen Lande, aber einen Vorrot von 1,3 Millionen Hektoliter Branntwein! Auch d i e Fleischversorgung muß die Stadt im Interesse der Bevölkerung in die Hand nehmen. Dr. K a u f h o l d(Dnat. Vp.) lehnt die Kommunalisierung des Fleischhandels ab und polemisiert dann gegen eine Bemerkung von Hertz, wonach die neue Mehrheit der Versammlung vom 10. November ab zu zeigen habe»: werde, was sie könne. Soviel aber sei schon jetzt zu sagen, daß sie in den Verwaltungen für eine beträchtliche Kostenermähigung durch Entfernung überflüfsigen Personals sorgen werde, ohne erst die Betriebsräte zu fragen. (Sturm bei den Kommunisten.) Er tritt dann unter scharfen Aus- fällen auf Dr. Hertz für die Amendements seiner Fraktion ein, wobei er sich mit allen Kräften bemüht, die Landwirte weiß zu waschen. Inzwischen ist ein Antrag Herrmann(Soz.) eingegangen, der verlangt, daß die Kartoffelernte der städtischen Güter nach Ver- sorgung der Deputanten und sonstigen Bezugsberechtigten nicht in den freien Handel gebracht, sondern der Stadtverwaltung zur Ein- lagerung und zum Verkauf zunächst an Minderbemittelte zur Ver- fügung gestellt werden soll: der Verkauf soll erfolgen, sobald der private Handel den Kartoffelpreis übermäßig steigert. Stadtrat W u tz k y beantwortet namens des Magistrats die An- frage dahin, daß letzterer sowie die Ernährungsdeputation alles vor- bereitet habe, um gegen Ueberraschungcn gesichert zu sein. Die Deputation hat es für ihre Pflicht gehalten, eine Notreserve anzu- sammeln: der Magistrat hat sich nach anfänglichem Zögern mit der Einlagerung von 700 000 Zentnern einverstanden erklärt. Bis zur Stunden hat man davon noch keinen wesentlichen Betrag beschafft, da man nicht in der Zeit der gewaltigsten Preistreiberei ankaufen wollte. Schuld an der Kalamität sind sowohl die Er- zeuger wie die Händler, die sich in so gesinnungs- loser Weise an der Preistreiberei aktiv und passiv beteiligen. Die freie Bewirtschaftung der Sartoffeln hat die Reichsregierung eben zu früh begonnen. Das Quantum an Kartoffeln, das auf den städtischen Gütern erzeugt wird, kommt für die Versorgung Berlins überhaupt nicht in Betracht, es verbleibt auch gänzlich den städtischen Betrieben. Dr. N e u m a n n(Dt. Vp.) wird von den Kommunisten mit Zurufen, wie„E ch n a p s p a r t e i" empfangen. Er lehnt das Zwangsumlageverfahren als für die Kartoffel völlig ungeeignet ab, ebenso auch jede andere Form der Wiedereinführung der Zwangs- Wirtschaft. Die Branntweibrennerei besitze in der Landwirtschaft gerade für die Fleisch- und Milcherzeugung eine sehr positive Be- deutung: am Brennrecht, das ohnehin zurzeit stark reduziert fei, dürfe nicht gerüttelt werden. Der Magistrat Hab« im entscheidenden Augenblick, vor etwa 3 Wochen, als die Kartofseln für 42 bis 43 M. zu haben waren, nicht zugegriffen, und jetzt sei es zu spät, man bekomme die Kartoffeln vor Eintritt des Frostes nicht mehr noch Berlin. M o n t o w s k i(Komm.): Auf die unheilvollen Folgen der Aufhebung der auch nicht gerade idealen Zwangswirtschaft haben wir seinerzeit nachdrücklich hingewiesen. Kartoffeln und Brot müssen der Bevölkerung hinreichend und zu erträglichen Preisen geliefert werden: mit den Anträgen der Deuffchnationalen schaffen Sie auch nicht eine Kartoffel nach Berlin! Müntner(Soz.): Die Vertreter von Landwirtschaft und Handel haben im Ernährungsministerium einstimmig Höchstpreise und Richtpreise abgelehnt; für die Preisherabminderung ist also von dieser Seite nichts zu erwarten. Der Hinrveis auf die mangelhafte Wagengestellung ist doch nur eine durchsichtige Ausrede. Daß der Landwirt aus purer nationaler Begeisterung billig verkaufen wird, soll man uns doch nicht glauben machen wollen: das Wort vom antikollektivistifchen Bauernschädel hat heute mehr als je Geltung, es gibt keine schlimmeren Egoisten als die Landwirt«. Die Kartoffeln von den Gütern, insbesondere von den Gütern um Großbeeren geben massenhaft beste Eßkartoffeln an den Privathandel ab. Es spricht ja Bände, wenn die deutschnationalen Landwirte Kartofseln für 25 AI. an ihre Parteigenossen abgeben. Wir stimmen für den Antraa Weyl. Nachdem sich noch Dr. Michaelis(Dem.) und Drewitz(Wirtsch. Vgg.) gegen die Zwangswirtschaft und für die Ausschaltung jeder Art des Zwischenhandels ausgesprochen und einen Erfolg der Annahme der Anträge für aussichtslos erklärt haben, gelangt in der Ab- stimmung zunächst der Antrag Weyl mit den Stimmen der soziolistischen Parteien zur Annahme, ebenso der Antrag Hei- mann. Die Anträge der Deutschnationaien werden mit einigen Ab- änderungen, die Dr. Hertz beantragt hat, dem Magistrat als Material überwiesen. Die der„Volksspende für die vertriebenen Ausländsdeutschen" (Rückwandererhilse E. V.) seinerzeit vorschußweise gewährte Beihilfe van 30000 M. soll ihr jetzt belassen werden. Die Versammlung be- schließt demgemäß und lehnt einen Antrag der Deutschen Volkspartei auf Erhöhung dieser Zuwendung auf 100 000 M. ab. Zur Erledigung sollen heute ferner noch gebracht werden die Ausschußberichte über 7 Dorlagen und der Bericht des Ausschusses zur Prüfung der gesamten Geschäftsführung des Lebensmittelver- bandes Groß-Berlin hinsichtlich der Milchversorgung. Nach Crledi- gung einiger Grundstücksangelegenheiten werden die Satzungen für die Deputation für Anschaffung und Bekleidung und für die Preis- Prüfungsstelle genehmigt. Die vom Magistrat beantragte Neu- einrichtung von Stellen in der Hauptsürsorgestelle der Kriegs- beschädigten- und Kriegerhinterbliebenenfürsorge(1 Direktor und 3 sozial geschulte Dezernenten) wird genehmigt, nachdem Stolt (Komm.) ausgeführt hat, daß der Direktor ein durchaus auf diesem Gebiete erfahrener Berwaltungsbeamter sein muß und sein Be- dauern ausgesprochen hat, daß der Ausschuß sich mit der Prüfung der bisherigen Geschäftsführung der hauptfürsorgestcllc noch nicht befaßt hat.— Die Bedingung, daß die sechs Dezernenten sozial„geschult" sein sollen, wird gestrichen; sie sollen bloß„sozial erfahren" sein. Die Berichterstattung über die Frage der Geschäfts- führung des Lebensmittelverbandes Groß-Berlin hinsichtlich der Milchoersorgung beantragt Dr. N e u m a n n(Dt. Vp.) abzusetzen und bezweifelt ev. die Beschlußfähigkeit. Dr. Hertz(U. Soz.): Im Ausschuß hat man die Verhandlungen geflissentlich verschleppt: der Antrag Neumann sei bloß der Ausdruck des bösen Gewissens. Es werde ein Schauspiel für Götter sein, wenn in der neuen Versainmlung die Front von koch bis Merten zum erstenmal in die Erscheinung treten wird. Der Gegenstand lvirV abgesetzt. Vorsteher Dr. Wey l: Die neue Versammlung wird nicht vor 2— 3 Wochen eingeführt werden; solange dürfte Pause sein.— Vorn 1. Juli 1920 bis jetzt sind 34 Plenar- und 238 Ausschußsitzüngsn abgehalten worden. 4931 Vorlagen sind verhandelt worden, 185 Jni- tiatioanträge und 53 Anfragen. Den ausscheidenden Mitgliedern, so Cassel, Bruns, Ad. Hoffmann und Waldeck Manasie, sagt der Dorsteher freundliche Abschiedswcrte. * Das enögültige Vahlergedais. Der StadtwahlauSfchuß stellte ain Donnerstag, den 20. Oktober, das Ergebnis der Stadtveroidnetenwablen vom 16. Oklober fest. Fräulein. Bon Paul Enderling. «IrrteAer vilns sclerisque pums", las der Primus und begann zu übersetzen. „Der Nächste." Und immer nach je zwei Zeilen:„Der Nächste." Sonst sprang die Uebersetzung durch die Klasse, so daß sich jedeer jeden Augenblick der Prüfung versehen muhte. Heute dachte der Oberlehrer nicht daran. Die Schüler merkten es bald, und man präparierte sich auf die Zeilen, in denen man herankam. Di« schmutzigsten, zerknüllten Blättchen der verbotenen deutschen Uebersetzung knisterten unter der Bank. „Solch ein Tier, wie das graue Daunien keins birgt— keins in seinen Wäldern birgt—". Der Schüler hätte von sich aus nie das Wort„birgt" gebraucht: es entstammte der kleinen Uebersetzung.„Wie einst Inbas Reich—" Der Oberlehrer stieg vom Katheder und ging vorne vor der ersten Bank auf und ab, ununterbrochen auf und ab. Die Stunde hatte heute nicht ihre einschläfernde Wirkung. � Im Gegenteil, sie reizte seine Nerven. Jedes Umblättern, jedes Fußfcharren, jedes Schnauben reizte ihn. Schon der erste Blick auf das Pensum hatte ihn um die Hoffnung aus Ruhe gebracht: Mußte gerade heute von denen die Rede sein, die rein und unsträflich durchs Leben wandeln! „Dorthin, wo der Sonnenwagen sich allzu tief senkt—" Sein Blick fiel auf die Tafel. Ein griechischer Satz stand dort. Eine Zeile aus Tenophon.„Warum ist das da nicht abgewischt?" schrie er plötzlich in den„Sonnenwagen" hinein. Der Uebersetzer— August Frvhnat— sah ihn verdutzt an. Die ganze Klasse fuhr empor. Man merkte es ihren schnellen Bewegungen an, daß sie erwachte und daß sie selig war, einen Augenblick in diesem teuflischen, schnörkeligen Horaz ver- schnaufen zu können.„Das soll stehen bleiben," sagte da August Frvhnat langsam. „Wer bat das befohlen?" „Herr Doktor Henning." Oberlehrer Sanders fuhr zusammen wie unter einem Schlag.„Halten Sie das Maul!" kreischte er. August Frohnat räusperte sich energisch, ganz geschwollen von Gerechtigkeitsgefühl, bis zum Platzen voll massiven Un- fchuldsbewußtseiNL.„Ich habe kein Maul." sagte er und sah den Lehrer herausfordernd cm, mit dem Horaz auf die Tisch- takte«chchlagend. Die ganze Klaffe wieherte und gröhlte Beifall. Sie fühlten sich alle in August Frohnat getroffen, beleidigt, tyrannisiert. Sie fühlten sich alle durch August Frohnat ge- rächt, entsühnt, entschädigt. Ha, wie er die Scharte auswetzte! Er gab es ihm ordentlich! August Frohnat hatte die beste Chance, für die nächste Zeit Klaffenhervs zu sein. Sie scharrten mit den Füßen, die ganze Klaffe scharrte, der Korpsgeist war erwacht und raste. Selten war so etwas auf dem Gymnasium passiert, nie war es bei Sanders passiert. Er hatte immer verstanden, ein erträgliches Verhältnis herzustellen und das übliche Feindschaftsgefühl auszuschalten. Ab und zu ein Scherzchen, ein Augenzukneifen bei kleineren Verstößen gegen die Gymnasialordnungen— nein— er war bis zu einem gewissen Grade sogar beliebt und verehrt. Heute aber war mit einem Schlage alles verwandelt. Während die Klaffe laut und lauter lärmte, raste er zwischen den Bänken mit erhobenem Arm auf August Frohnat zu. Alles war plötzlich still. Run kam das große Ereignis. Was bloß in den Sanders gefahren war? Mau erkannte ihn gar nicht wieder. Da läutete draußen die Glocke. Oberlehrer Sanders fühlte sich jäh ernüchtert. „Sie haben sich eines höflichen Tons gegen Ihren Lehrer zu befleißigen," sagte er nur schroff und ging dann zum Katheder zurück. Er hätte den Schuldiener umarmen mögen. Nicht fünf Minuten länger hätte er diese Stunde ertragen. Draußen im Korridor traf er Henning. „Na, wie geht's Thea?" fragte der. Sein Gesicht strahlle. Seine Augen leuchteten. Henning hatte wohl alle seine Liebes- sorgen vergessen. „Ein schöner Tag heute," sagte Oberlehrer Sanders und sah zum Fenster hinaus auf die grünen Bäume der Allee in der Weidengaffe. „Ja, famos." Und Henning wickelte sein Frühstücksbrot aus und biß kräftig drein. Schinken war darauf. Sanders sah es deullich. Er sah immerfort das Brötchen an, um nicht Henning in das lachende Gesicht sehen zu müssen. Jetzt konnte er es ihm doch nicht sagen: Die Pause war ja viel zu kurz dazu � Gott sei Dank, nun war es* u Ende. Die Schüler strömten aus den Klaffen auf die Korridors. Einen Augenblick staute sich der Strom am Portal, dann floß er breit und stark die breite Steintrepps hinab und verlief sich nach rechts und links auf die Straße. Tobien, der Schuldiener, strich seinen schwarzen Assyrer- bart und blickte mit ernster Würde den eifrig Schwatzenden und Laufenden nach. Nie kam ein Lächeln auf sein Männer- antlitz. Oberlehrer Sanders bog draußen rechts ab. Er mußte einen kleinen Umweg machen. Es war ja auch noch viel Zeit bis zu Mittag. Er ging durch die Weidengasse, bog an der Artillerie» Werkstatt ein und ging den Weg zum Wall empor. Drüben über das modrige, sumpfige, von Wasserpflanzen durchzogene Wasser des Wallgrabens hinweg schimmerten die kleinen Dorf- Häuser, Mücken tanzten in der Luft. Der schwebende Knäuel war von der Sanne durchgoldet... An dem alten Pulvermagazin stand ein Soldat. Er sah gelangweilt auf den Herankommenden. Der Oberlehrer hatte das Bedürfnis, irgend etwas zu sagen, irgend etwas zu tun. Er holte eine Zigorre hervor und gab sie dem Posten.„Schönes Wetterchen heute," sagte er mit krampfhafter Gemütlichkeit. Mißtrauisch sah der Soldat den Frager an und steckte dann, ohne zu danken, die Zigarre unter den Helm. „Schönes Wetterchen," sagte der Oberlehrer noch einmal. Aber der Soldat war schon wieder auf seinem Patrouillengang und kümmerte sich nicht mehr um ihn. Der Oberlehrer ging weiter an den alten Bastionen entlang, bis er draußen vor dem Legetor stand. Kein Mensch weit und breit. Die Sommersonne brannte. In den Wallgräben schwammen Holzflöße. Moos wuchs hier und da auf den Balken. An einer Stelle leuchtete ein Büschel Mummeln gelb aus dem schwarzen Wasser herüber. Alles war so friedlich. Aber dieser Friede drückte auf ihn mehr, als es Lärm und Sang getan hätte. „Wie stark ist doch das Leben," dachte er verwundert und unruhig.„Viel stärker als alle Gedanken, die es scheinbar regeln und regieren. Wie kann es unser spotten! Hier ist nun ein junges Mädchen aus guter Familie, die ihr geschütztes Haus verläßt— gegen alle Vernunft— die in Nacht und' Nebel davongeht— gegen alle Vernunft— die einen anderen liebt— gegen alle Vernunft— der sie nicht mag— wiederum gegen alle Vernunft. Und ihr Schicksal ist nun das Resultat langer Familienerziehung und Einschachtelung. Das ist das Ergebnis alter Familientraditionen. Dafür hält Julius Görke seine Prinzipien so hoch, dafür jammert Minna in Angst um das Gow der Famiüe. Der Aieje Lebe» pustet und bläst da» PatrizterhauH um," Korts. folgt.) Danach verteilen sich die Stimmen und Mandate folgendermaßen: Sozialdemokraten..... 853 075 Stimmen, 46 Mandate Unabhängige....... 329 378, 44, Kommunisten....... 162 575 21 zusammen 845 528 Stimmen, III Mandate Deutichnationale..... 298002 Stimmen, 41 Mandate Deutsche Volkdparlei.... 263049. 35, Demokraten....... 126 606, 17, WirtschastSpartei..... 86 808. 11, Zentrum........ 63 163. 8, Deutich-Soziale...... 12 302, 1 Mandat Freie Bereinigung(RechtSpart.) 9 933.— OrdnungSblock...... 9 077„— Deutschnatl. Wählersch.... 5 389_—_ zusammen 875 417 Summen, 113 Mandate Außerdem ist unter Berücksichtigung der Rcststimnien noch ein Mandat zuzuteilen. ES steht jedoch noch nicht sest, welche Partei eS erhälr,_ Das Gbüach im Wartesaal. Interessant sind die Wartesäle der großen Bahnhöfe. Ein jeder hat sich wohl schon in ihnen aufgehalten. In dieser oder jener Stadt. Wie verschieden auch ihre Bauart in den einzelnen Städten sein mag, im großen und ganzen zeigen sie alle das gleiche Gesicht, webt in ihnen die gleiche Flüchtigkeit des Lebens das ewig Rätselvolle. Der Bahnhofswirt, der am Büfett steht, kümmert sich wenig um die Sorgen seiner Gäste. Sein glattes Gesicht kennt nur das eine: be» dienen— verdienen. Gläser, Tassen und Teller klirren und klappern. Dicht am Büfett verzehren an einem runden Tisch einige Droschken- kutscher„een Paar Warme". Nicht weit davon, einen schmalen Reisekofser zwischen die Beine geklemmt, sitzt«in junger Mann und starrt in einen Fahrplan. Was mag ihn hmaustreiben? Daneben ein anderes Bild, bunt, breit, robust: Landarbeiter mit ihren Frauen und Kindern an einem langen Tisch. Sie erzählen sich derbe Spaße. Lachen dröhnend. Eine Faust schlägt auf den Tisch, ein Knd schreit— polternd fahren die Sprecher in ihier Erzählung fort. Ein herber Duft entströmt ihrem Gepäck. Dorflust. Heu, Stroh, Korn... EinPärchen schmiegt sich dem Tische an. Scheu und ängstlich. Eine stille Wehmut umgibt sie. Woher kommen sie, wohin fahren sie? Wer weiß, wer weiß... Die Dinge gehen ihren Gang. Die einen wachen, die anderen schlafen. Ties. Schaar- chend, zwei auf einer Bank. Der Zug mag erst gegen Morgen fahren, und so bleiben sie die Nacht über hier— unbekümmert. Nicht so der Alte, der mit schäbigem Linzug in einer Ecke hockt. Aengstlich fast. Spähend. Er will hier Obdach finden für die Nacht. Was kreisen um ihn für Geheimnisse? Er schnäuzt sich und— schläft. Da, ein Beamter tritt herein, schwingt ein-e Glocke und ruft monoton durch den Saal:„Dä-Zug, nach Stendal, Haanover, CöÄn, 5iäärforrdl" Einige Reisende erheben sich und trotten dem Beamten nach. Eine füßliche, warm« Luft liegt in dem Raum. Schicksale, > primitiv zugehauen, ruhen in den Wartesälen„3. und 4. Klasfo". Im Wartesaal„1. und 2. Klasse" ist das gleiche Leben. Aber die Tische sind hier weiß gedeckt und an ihnen sitzt der Primaner Teutebold Rotbort, der Strumpfreisende Müller und der notleidende Hausbesitzer Lehmann, der jetzt noch in die Ferien reist. Alle drei löffeln Nudel- suppe. Schicksal... Der vereitelte Liebestoö. Ein sowohl in juristischer als auch in tatsächlicher Beziehung höchst eigenartiger Fall wurde durch den Urteilsspruch einer Berliner Strafkammer zum Abschluß gebracht. Der praktische Arzt Dr. P ä t s ch war wegen Uebertretung des Z 367 Abs. 3 des St.G.B.(21 b. gäbe von Gift ohne Erlaubnis) angeklagt und vom Schöffengericht zunächst zu ü MonatenHaft verurteilt worden. 2luf die dagegen eingelegte Berufung erkannte die Strafkammer auf Freisprechung. Durch die Revision der Staatsanwalffchaft aber wurde er von demselben Kammergerlcht schließlich zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Sachverhalt war folgender: Der Angeklagte, der bis vor kurzem noch als Mcdizinalproktikant tätig gewesen war, hatte die Absicht, die Stieftochter eines Dr. I. zu heiraten. Dieser Absicht stellten sich unerwartet große Schwierigkeiten entgegen und die beiden beschlossen, aus dem Leben zu scheiden. Der Angeklagte löste zwei Mcdizinaltabletten in Gegenwart seiner Braut auf, die alsdann das Gift, ohne mit der Wimper zu zucken, nahm. Die Wirkung trat un- ernxirtet schnell ein, aber durch angewandte Gegengifte gelang es, sie am Leben zu erhalten. Die Tat des Anaeklagten tonnte juristisch lediglich als eine einfache Uebertretung des Z 367,3 ausgelegt werden, nach welchem sich derjenige strafbar macht, der ohne polizeiliche Er- laubnis an andere Personen Gift abgibt. Das Schöffengericht ver- hängte gegen den Angeklagten die Höchststrafe von 6 W o ch e n H a f t mit der Begründung, daß P. ein höchst verwerfliches Spiel mit einem Menschenleben getrieben habe. 2luf die gegen das Strafmaß eingelegte Revision kam die Strafkammer zu einem F r e i s p r u ch und begründete ihn damit, daß hier eine Lücke im Gesetz vor- liege, da es leinen Paragraphen gebe, der auf die vorliegende Tat paffe, denn der Angeklagte sei tatsächlich zu der Abgabe von Giften in Medikamenten, wenn auch in anderen: Sinne, im Krankenhaus befugt gewesen. Da aber der 2lngeklagte nur wegen des Strafmaßes Berufung eingelegt habe, so konnte ihn das Gericht nicht freisprechen. Dieselbe Strafkammer kam nunmehr in die ebenso sonder- bare wie bcdeckkliche Lage, nach der erfolgten Revision der Staats- anwaltschaft den Angeklagten gegen ihre Ueberzeugung auf Grund des Kammergerichtsurteils zu der oben erwähnten Geldstrafe verurteilen zu müsse».___ « Verwahrloste Tpeiscwaqeu. Auf einem toten Gleis des Bahnhofs Zehlendorf stehen, so schreibt man uns, seit Monaten etwa 10 Eisenbahnpersonen- wagen, darunter drei große Speisewagen, die insgesamt den Eindruck vollkommenster Liederlichkeit und Verwahrlosung machen. Die Wagen, um die sich offenbar kein Mensch kümmert, gehen dem völligen Zerfall entgegen. Die Fenster sind zertrümmert oder herausgenommen. Im. Innern sieht es so wüst aus, als ob Handgranaten darin gehaust hätten. Das Gcnze eine sonderbare Illustration zu der angeblich bei der höheren Eiscnbahnverwaltung immer noch vorhandenen„altpreußischcn Ordnung, Einfachheit und Sparsamkeit". Dieser Wagcnsriedhof sollte aber schleunigst beseitigt werden. 'Auch die Verwaltung des Personenbahnhofs Zehlcndorf- Mitte scheint, so wird uns weiter geschrieben, eigentümlichen Sitten zu huldigen. Seit Monaten sind die Mauer- ecken der Gleisüberführung in der Teltow« Straße der Tummelplatz wilder Plakatorgien. Unangefochten hat dort ebenso lange— trotz des seinerzeit erfolgten Erlasses des Reichspräsidenten— ein Plakat zur Werbung für den schlcsischen Selbst- fchutz geklebt. Unser Gewährsmann teilt uns mit, daß er Im Com- mer ini Bureau des Bahnhofs darauf aufmerksam gemacht und daß man ihm Entfernung des Plakats zugesagt habe, daß aber nichts erfolgt sei. Auch hier ist man beinahe versucht, von Verwahrlosung zu sprechen. Wie lange will die Eisenbahndirektion Berlin derar- tigc Dinge gestatten? Eist und Gas. Eine Tragödie, die noch nicht aufgeklärt ist, hat sich in der Bremer Straße 46 abgespielt. Dort wurde der 34 Jahre alle Schlosser Otto Zühlke mit seiner Braut Sophie Herde in seiner Wohnung bewußtlos aufgefunden. Hausgenossen riefen die Feuerwehr zu Hilf«, deren Samariter Wiederbelebung»- versuche anstellten. Auch ein Arzt war bald zur Stelle. Die gemein samen Bemühungen hatten auch bei dem Mädchen Erfolg. Es wurde in zwar bedenklichem aber nicht hoffnungslosem Zustande nach dem Krankenhause gebracht. Zühlke war bereits tot. Seine Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhauf« gebracht. Wie der Arzt feststellte, hatten beide Gift genommen. Was sie dazu veranlahte, ließ sich noch nicht feststellen.— Mit ihrem achtjährigen Sohne Kurt wurde die Witwe Emilie K o p i f ch k i in ihrer Woh- nung in der Fürbringerstraß« 3 besinnungslos aufgefunden. Der Raum war mit Gas angefüllt. Bei dem Knaben konnte nur noch der Tod festgestellt werden. Die Mutter gab noch Lebenszeichen von sich und wurde nach dem Krankenhaus am Urban gebracht. Ob «in Unglück od« Mord und Selbstmordversuch vorliegt, bedarf noch der Untersuchung. 1 Grichpe Schönhans« Dorstadt, jeden Donnerstag bei Eark, Michert» straße 69. Gruppe Norden, jeden Freitag in der Gentcindeschule, Puttkmscrstr. 8/6. Gruppe Schöneberg, jeden Freitag bei Riese, Akazieustr. 14. Gruppe Landgemciudchaus, jeden Freitag, Sophicnstr. 23. Gruppe Herrnsdors, jevcn Freitag im Jugendheim, Roonstraße. Gruppe Lichterselde, jeden Freitag im Jugendheim, Albrcchtstr. 14a. G-sch-ftSst-l-c: Bczirksvcrband der SPD.(Gertrud Jänichen), Linden- straße 3. � Sämtliche Beranstallungen beginnen um 71� Uhr und werden jeweils im.Vorwärts" unter Parteinachrichten bekanntgegeben. Besonders die jungen Parteigenossinnen und-genossen im Alter von 18—25 Jahre» seien erneut zum Eintritt und zu reger Mitarbeit aufgefordert. I poft-Monnenten die regelmäßige Zustellung des �vorwärts* im nächsten Monat keine unliebsame Unterbrechung erleidet, bitten wir unsere post�lbonnenten, das Abonnement für November bei dem zuständigen Postamt sofort zu bestellen. Sezugs- preis 12 M. einschl. Zustellungsgebühr. vorwärts-Verlag H. m.b.H. Anklagen wegen Doppelehen find jetzt an der Tagesordnung. Bor der Potsdamer Straftamm« war der jetzige 30jährige Hiifs- Weichensteller Paul S ch i e ß l e r aus Dahme wegen Bigamie an- geklagt. Sch. war nach Friedensschluß als halber Krüppel aus dem Felde zu seiner Frau nach Kattowitz heimgekehrt. Diese warf ihn aber kurzerhand aus dem Haufe. Irgendein Berichtsfchreib« redete Sch. ein, daß er sich nun von feiner Frau als geschieden betrachten könne. Vollständig mittellos kam der Mann in Berlin an, erhielt später in Dahme Anstellung und heiratete eine zweite Frau. Die Strafkamm« oerurteilte den Angeklagten zu der gesetzlich zulässigen Mindeststrase von sechs Monaten Gefängnis. (für einen Aliägyptifchen Film hat die Ernst Lubitfch-Film GmbH., Hardenbergftr. 29a, auf ihrem Aufnahmegelände in Steglitz Bauten h«stellen lassen, die als Hintergrund dienen sollen und die von bekannten deutschen Gelehrten und Forschern auf Grund streng historischen Materials geschaffen wurden. Die Gesellschaft hat sich bereit«klärt, sämtlichen Berliner Schulen und Lehranstalten ihr Ausnahmegelände nach vorheriger Anmeldung(Fernruf Nollendorf 2315-17) k o st e n l o s zu zeigen. Da es sich um eine bemerkenswerte kulturhistorische Schaustellung handelt, hat die Deputation für Schulwesen den Schu len empfohlen, von dem Anerbieten Gebrauch zu machen. Sozialistische Bildungsschule. 8. Kreis(Wedding)..Die Eni- Wicklungsgeschichte des Sozialismus"(Dr. M. Schütte). Jeden Frei- tad von 7— 854 Uhr in d« Aula der Gemeindsschule, Pankstraße, Ecke Wiesenstraße. 6 Vorträge. Hörgebühr 6 M. Beginn heute abend Ei» koinmuaal-IiterarilcheS Untsrnchmca, das die Beachtung aller zur praktischen Mitarbeit in Stadt- und Landgemeinden Berufenen verdient, ist das soeben im Borwärtsverlage erscheinende, im Einvernelimen mit pem Nossen mun.,___ I............._______._____> wichtigsten kommunalpolitischen Fragen der Gegenwart und wird Mit- gliedern von kommunalen.tkörversckasten, Gemeindeverwaltungsbeamten, Ehrenbeamten, Redakteuren, Fachschrislstellern usw. bald ein gern benutztes Orlentierungsmittel sein. Es ist dem Hauaukgebcr gelungen, beste Kopse als Mitarbeiter zu gewinnen, darunter Staatsministcr a. D. Paul Hirsch, Pros. Dr.-Jng. E. b. Hermann Jansen, Heinrich Kaufmann sGeschästösuhrer d. Butab), Reichstagsabgeordncter kLilh. Keil, llniversitätSProfessor Dr. GeorgKerschen st einer, Universi- tätsprofeffor Dr. Klunker, Dr. R. KuczynSki, Ministerialrat San« Krüger, Reichstagsabgeordneter Dr. I. M e e r f e l d. Rudolf Roß iPrösident der Haniburger Bürgerschaft), Mar S ch t p p e l. Der Preis de» dauerhaft broschierten Buches wird etwa 10 bis 13 M. betragen. Zur Hundeausstellung, die in der Automobilhalle am Kaiser dämm statffinden wird, läßt die Hochbahngesellschaft je nach Bedarf längere Züge auf der Strecke Bismarckstraße— Reichstanzlerplatz verkehren, da die Ausstellung, die am Sonnabend und Sonntag statt findet, in unmittelbarer Nähe des Untergrundbahnhofes Kaiser dämm liegt. „Ucber die Wirkung de« amerikanischen AlkoholoerbotS" spricht aw Freitagabend Gen. Sautet im Arbeiter-Abstinenten-Bund in der Ober- realschulc, Nicderwallsir. 12. Der Referent hat sich mehr als 10 Jahre in Amerika ausgehalten, ist soeben erst zurückgekehrt und infolgedepen imstande, über dieses in Deutschland vielfach unterschätzte und miß verstandene Alkoholverbot rinwandsrei« Ausklärnng zu geben. Da» städtisch» Siedlungsamt, Klopstockstr. 24, erteilt allen Siedlern die zur Errichtung eines Eigenheims nötigen Ratschläge. Jungsozialiste«.— Lrbeitsgrmeinschasten: 1.„Die Sturm- und Drangperiode in der Literaturgeschichte"(Dr. Max Schüdde) jeden Sonnabend, abends 7i4 Uhr, Gemeindeichule, Petersburger Straße 4(Lehrerkonserenzzimmer). Beginn: Sonnabend, den 22. Oktober. — 2.„Einführung in die Volkswirtschaft"(Dr. Fritz Schloß) jeden Montag, abends 7a Uhr, Gemeindeschule, Puttbuser Str. 3/0. Beginn: Montag, den 24. Oktober.— 8.„Einführung in die Rechtswissenschaft"(Genosse Karl Felgentreu) voraussichtlich jeden Dienstag, abend» Ist- Uhr, Arbeitsstätte wtro noch bekanntgegeben. Beginn: Dienstag, den 29. November.— 4.„M artistische Probleme" (Genosse Erich Fäse) jeden Dienstag, abends lü Uhr, int Diskussions- zimmer des Z-ntraljugendhcims, Lindenstr. 3. Beginn: Dienstag, den 25. Oktober.— Sämtliche Arbeitsgemeinschaften nrnfassen etwa 10— 12 Stunden. Teilnehmergebühr für die Arbeitsgemeinschaften unter 1— 3 10 M.) für die Arbeitsgemeinschast 4 frei.— Gesangchor: 1. Uebungs- abend, Mittwoch, den 19. Oktober, abends JH Uhr in der Gemcindeschule (Zimmer 17), Markusstr. 49.— Anmeldungen zu diesen Beranstaltungen am 1. Abend in den obengenannten Arbeitsstätten.— An sämtlichen Vor- tragsrcihcn und Arbeitsgemeinschaften der sozialistischen Bildungsschule können die Mitglleder der Bereinigung zu halben Hörgebichre» teilnehmen, sosern sie im Besitz einer Teilnehmerkarte sind, die den Stempel der Per- einigung trägt. Abgestempelte Karten werden unter Voczeigung der Mit- gliedskarte i» unserer Geschäftsstelle(Lindenstr. 3, Bczirisverband der SPD., Gertrud Jänichen) ausgegeben.— Wer an den obigen Arbeits- gemeinschaften teilnehmen oder von der Bngünstistgnng Gebrauch machen will, aber noch nicht Mitglied der Vereinigung ist, melde sich sofort zum Eintritt in einer unserer Ortsgruppen. Gruppe Lichtenberg jeden Dienstag bei Tornow, Wühlisch- Ecke Böcklin- straße. Gruppe Pankow, jeden Mittwoch und Freitag im Jugendheim, Breite Straße 32(Eingang hinter dem Finanzamt). Gruppe Spanba«, jeden Donnerstag im Jugendheim(Altes Schützen- hau»), Neuendorfer Str. 2. Gruppe Britz, jeden Donnerstag im Jugendheim, Ehausseestr. 43. Gruppe Renkölln, jeden Donnerstag im Jugendheim, Rogatstr. 53. Gruppe Treptow, jeden Donnerstag im Jugendheim, Elsenstr. 3. Gruppe Frlebrichshage», jeden Donnerstag im Jugendheim, Scharm weberstroße. Gruppe Süden, jede» Tonnerstag in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Gruppe Friedrichshai», jede» Donnerstag i» der Geuwindefchule, Atraßmannftr. ß.» t Hroß-Herlmer partemachrichten. Heule. Freilag, den 21. Okkober: U«reis Mitte. 7 Vi Uhr Sitzung der ncuaewählten und b!-h-rlg-n V-zirlsver. CD P-rnrinnftiifKC totlk. 2o/24. 12.«reis Steg 24, Sbi/ Die Bezirkssllhrer werben gebeten, die noch fehlenden statistischen Erhebungen sobald ei- möglich bei Schulze, Iablonskistr. 37, abzugeben. 8«.«tt. Mariendorf. 7>i Uhr Sunitionarsttzung bei Hoch. Ehauß-cstr. 44. Vollzähliges Erscheinen Pflicht.. Znugsozialisten. Gruppe Rordca: 7 Vi Uhr Kcmcindcschule Putbuser vtr,-/«, Vortrag:„Das Werden der modernen Menschen". Referent Weiniauf.— Gruppe SchSueberg! 7V4 Uhr bei Riese, Akazienstr. 14.«»rtrag:„Die ober- st-n R-ichsgewalt-n". Referent Erich Cohn.— Gruppe Lichtrrse.b«:.ih Uhr im Jugendheim Albreckjtstr. 14a, Vortragsabend.— Srnppe Heimobor!: lä Uhr im Jugendheim Roonstraße, Vortragsabend.— Brbeitpgemeiaschas. ßaaogcmeiudehaus: 7 Vi Uhr Sophieustr. 23, Bottragsabend. Morgen, Sonnabend, den 22. Okkober: 57. Abt. Sharlottruburg. 7>4 Funktionärsitzung bc! Erunect, Echllltersir. 47 ö.«reia. Sozialdemolratischcr Männerchor Hallesche» Tor. S Uhr Vorstands- sitzung: Uhr Generalversammlung bei Krause, Mariannenplatz 22. Er- scheinen aller aktiven und passiven Mitglieder ist Pflicht. Bervan. VHS Uhr Mitgliederversammlung im Elysium. Bemcht vom Varteitag. Referent Genosse Cchmidt-Berliu. Pünktliches und. vollzähliges Erscheinen erwartet der Vorstand._ Vorträge, vereine und Versammlungen. Bankangestellte! Heute 7V4 Uhr. Brauerei Königstadt. Schönhauser Allee 10111, öffentliche vom Allgemeinen Verband der D. B. einberufene Versammlung. Vortrag von Prof. E. Ledern-Heidelberg: WcltwirtschaftSIrife und Reparationen. Deutscher TrauSSortarbeitcr-Vcrband. Ehcmischc Branche. Heute 7 Uhr, Schultheih-Feftsälc. Schmidtstr. 10/20, Versammlung sämtlicher Fnnltionärc. Teuischer Holzarbeiter-Arrbaud. Heute S Uhr: 5 große Mitgliedcrversamm- klingen in folgenden Lokalen: Könlgsbank, Gr. Frantsiirter Str. 117: Kliems Festsäle, Hasenbeido 14/15: Büttner. Schwedter Str. 23: Pharubsäle. Müller- straste 142: Cborlottenburg und Steglitz. Hohenzollernsäle, Eharlottcnburg. Berliner Str. 105. Stellungnahme zu den Vorlaeen des Vorstandes.— TienStag. 25. Oktober, S Uhr. in der Neuen Philharmonie, Köpsnicker Str.?v/S7 lRubmes- laal): Ausierordcntliche Generalversammlung mit gleicher Tagesordnung.— PianomcSanlk-Arboiter! Freitag. 28. Oktober. 5 Uhr. in den Prachtsälcn Sllt- Berlin. Blumenstr. 10: Versammlung aller Arbeiter und Arbeilerinnen. Bc- schlußfaffung über die VertragSberhandlungen. Mäntel- und Zioftüm-Konscktion! Nach den am 20. Oktober slatlgefundcnen Verhandlungen steht den Z e t t I o h n a r b e i t e r n auf die jetzigen Löhne ein guschlag von 20 Broz.. den Stücklohnarbeitern ein solcher von 200 Proz. auf den Grundlohn zu. Diese Zuschläge ltlülsen rückwirkend ab 10. Oktober gezahlt werden. Verdand der Gärtner nnd Gärtr.erciarbcltcr. Gruvve LandschastSgärtnerci. Sonnabend 7 Ubr im Gewerkfchäst-hauS. Engekiifer 24, Saal 5. Grupvender- sammlung. Bericht über die Tariwerhandlungen vor dem SchlichtungSausschu!:. Ivnnkllonärr der Textilindustrie! Montag. 7Vh Uhr, im Hochzeitssaal der Sophiensäle, Soobienstr. 17/18: Funktionärvcrsammlung. Tagesordnung: An- nähme oder Ablehnung des om 17. d. M. gekällten Schiedslvruches. Insolg- wichtiger Abstimmung erwarten wir das Erscheinen sämtlicher in Frage kommenden Angestelllsn.— Asa. Ortskartell. » Bund technischer Angestellten«nb Beamten, Wilmersdorf. Sonntag den 23. Oktober, vormittags 10 Ubr. Besichtigung des Elektrizitätswerke» Südwest. Kraftstation Wilmersdorf. Treffpunkt hhlv Ubr Bahnhos Schmargendorf, t- Arbelter-Abstinenten-Bund. Ortsgruvvc Berlin. Freitag, den 2l. Oktober. abends 7 Ubr, Oberrealschule. Niederwollstr. 12. Vorwag des Genosten Samel: „DaS amerikanische Llkobolverbot." Gäste willkommen.— Allgemeine Kranken- nnd Dtcrdekaffe der Metallarbeiter, Filiale Neukölln. Mitalieder- Versammlung am 22. Oktober, abcudZ 8 Uhr, im Restaurant von Alb. Grleger. Lessingsw. v._ Mus aller Weit. Grubenunstlück. Essen, 20. Okkober.(BIS.) Heule morgen gegen 7 Ahr et- eignete sich aus der Zeche Diktoria Matthias(vormals Zeche Gustav) eine Sck)iagweltcrcxplosion, die sich aber nur auf«inen kleinen Herd beschränkte. Der Explosionsherd befindet sich auf der neunten Sohle des Flöz Deckstadt. Der Arbeitopunkk war mik drei Mann bc- legt. Die Zkachbarbelriebe werden ab« bekanntlich bei solchen Vorfällen immer in Mitleidenschast gezogen. Die Bergbehörde ist zur Stelle und hat die Unkersuchung eingeleitet. Zu beklagen sind drei ToieundzwölfBerlehke. Einbrecher im Magdeburg« Dom. Verbrecher drangen mit Nachschlüsseln durch den Koeuzgang in die Kirche ein und schienen es in d« Hauptsache auf den Inhalt der Opserstöcke abgesehen zu haben. Sie erbrachen die Gefäße mit Gewalt, fanden aber nicht die er- warteten Summen, da das Geld bereits absisführt worden war. Dann stahlen die Einbrecher eine wertvolle alte Altardecke, ferner eine Altarunterdecke und ein schwarzes samtenes Antipendium. Das ist schon d« vierte oder fünft« Einbruch in den letzten Jahren.■ Gicht doch barhäuptig! Der Bürgermeister von Andernach r-.r. Rhein macht bekannt,' daß auf Befehl der amerikanischen Behörde die männliche Bevölkerung der Stadt beim Spielen der amerikanischen Nationalhymne Ehrenbezeugungen durch. Abnehmen der Kops- beheckung erweisen muß. Geschästliche Mitteilungen. AuSzeichüuug. Auf der Mitteldeutsche!! KochluNst-, Hotel- und Gotiwtrte- fach-Ausstclluug in Halle, verbunden mit Artikeln verwandter Gewerbe, die vom 10. bis cinfchlieblich 18. Oktober stattfand, hat baS Preisgericht tn An- erkennung vorzüglicher Leistung der Tcutschcn Patent-Grudeosei'-Fabrik Dotter Rieschel u. Ivo. m. b. H., Liebertwollwip bei Lripzig die goldene Me- d a t l l e zuerkannt._ �rhsitersxort. Arbelter-Radsaörer.Bnnb„Soliborltät" Bcrliu. Sonnabend Sammelstart für sämtliche Abteilungen und Ortsgruppen abends krth Uhr. Brauerei Frio- drichshain zum Saaliportfest. Sonntag Treff in Aohannislhal bei Bota. Stubenrauchswabe, mit den auswärtigen Bundesgenossen, auberdem die Touren der Abteilungen wie Im„Arheitcr-Sport'. „Schwimm-Bcrcin Welle". Sthtetlung tzicrlt« und Lichtenberg. Sonntag, den 23. Oktober, nachmittags 3'4 Uhr. Generalversammlung in dl» Neu-Lichie»- berger Festsälen, Lücksir. 70/71. Nachdem Tanz. Arlciter-Tnrn- und Svortbunb, 4. Bezirk. Sonntag, S% Uhr srüh: Bezirks- Vorturnerinnenstunde in Schöneberg, Mittelschule, Räthersttasie. Freie Tnrnerschoft Schöneberg. Berlin. Bezirk Süden: Sonntag Riegen- tnrnfahrt der Männer. Treffpunkt 1 Uhr Fichtenau bei Rahnsdorf.— Bezirk St o r d e n: Sonntag Fauiilleuvartie Spieiolapiokal Niederschsnhäilken, Bis- marckstr. 41, Treffpunkt IVj Uhr Schönhauser Allee, Ecke Bcrnholmer Straste.— 2»-Frauen-Abwiluug: Sonnt« Tortrag bei Hahn, Graunslr. 41, 3 Uhr nach- mittag».— Bezirl Neukölln: Sonntag gemeinsame Partie der 4»- und 4b-Knllbenllbteilung nach dem Grunewald. Trefspilnkr 7zh Uhr Bahnhof Neu- kölln.— Fustball-Abt.: Wettspiel gegen Viltoria-Temvelhos auf dem Jugendheimplatz in Schöneberg. Touriften-Terrin„Die Natursrcundc". Fahrten am Sonntag, den 23. Okto- der. Naturw.-Abt.: Etubienfahrt nach FUrstcnwalde. Abfahrt: Sonnlldond 0.05 Uhr Schief. Bhf. Neukölln: Durch die Schorfheide. Abfahrt: Sonnabend 8.30 Ubr Stettiner Fernbhf. Sharwttenburg: Wicfenburg— Umgebung. Abfahrt: Sonnabend 0.47 Uhr Bhf. Zoo. Steglitz: Bernau— Bogonsce. Abfahrt: Sonn- abends 6 Uhr Bhf. Steglitz. Moabit: Vogcnsee— Flizst. Abfahrt: Sonnabend 8.00 Uhr Bhf. Gesundbrunnen. Lichtenberg: Bogensce— Licpnitzsee. Abfahrt: Sonntag 7.00 Bhf. Gesundbrunnen. Wedding: Tiefensec— Blumenthal. Ab- fahrt: 0.25 Uhr Wriezener Bahnsteig. Wclstensce: Erkner— Mar-Soe. Treff: 0.00 Uhr Antonvlatz. Südost: TIcfensee— Prötzel. Abfahrt: Sonntag 0.00 Ubr Wriezener Bahnsteig. Norden: Bernau— Hellseo. Abfahrt: Sonntag 7.1» Uhr Bhf. Gesundbrunnen. Mitte: Werder und Umgebung. Aofabrt: Sonntag 0.30 Ubr Potsdamer Fernbhf. 5.41 Uhr Alcranderl'Iatz. stlnderfahrt Treptow: Zum Ärunewaldscc. Treff: 0.30 Uhr Bhf. Treptow. Wetterbericht bis Sonuabeub mittag. Mild und zeitweise aufklarend, jedoch überwiegend bewölZt. Im Nsrden, besonders an der Käste, ziemlich zahlreiche, im.Süden«pr Peteinzelt«, größtenteils geringe RegatsaEe, SciKnpulvtr MWer MMSeiimMM Verwalwngsstelle Berlin 71 54. Cinienffr. 83-85 Geschäftszeit von vormittags s Uhr bis nachmittags 4 Telephon: Amt Norden 185, 1W9. 1987,«14 Sonntag, den 23. Oktober, vormittags 0'/, Ahr, «n Schulz Prachtsälen, SSnIgograben 2, am Alexanderflla«!: Versammlung der Kesselschmiede und Helfer, sowie der dazu gehöreudeu Berufe Adgesordnung: Z. Aertchk vom Aerbandslag In Jena. 2. Branchenangelegenheittn. 3. Verschiedenes. 0S�~ Alitgliedsbuch legitimiert.~3Stl Am Sonntag, den SO. Oktober, vorm. g>/z Ahr, im Rofentholer Hof.»ofenthaler Str. 11/12 druppenuersammluttg der Werkzeugschleifer �„Tagesordnung: 1. Die wittschaftliche Lage. Z SU- rnsswu. 3. Sruppeuangelegenheiten. Am Sonntag, den 23. Oktober, vorm. 10 Ahr, im Lokal von Alollschlüger. Adolbertstr. 21: Lrsnsksnvsrssmmwng der Drahtarbeiter Groh-Berlius Tagesordnung: l. Bericht vom Verbandstag tn Jcna. 2. B-anchenangelegenheiten und Verschiedenes. 100/17 vi« Orlsverwaltnug. Betauutmachuug detteffeud die Wahlen der Vertreter und Ersatz- »ctsonen zum«usschutz der Allgemeinen Orts- tranlcniasse lür Berltu-Steglttz, Die Wahlen finden statt für die Arbettnchmer am Eomiadend, den 3. Dezember 1921 in de- Zeit von Iii bis 8 Uhr nachmittag tm«assenlolal, ttdrnerstrabe 55. Die Arbeitgeber wählen gleichfalls im Kassen- lolal. hier, am iL tontag, be» 5. Dezember 1921, in der Zeit von S blS 8 Uhr nachmittags. Äewähtt wird gemätz tz IS der ReichSversiche- rungsvrduung nach den Grundsätzen der Verhält- niSwahl. Zu wählen sind 99 AuSschubmttglteder, und zwar 39 Arbettgeder und 99 Arbeitnehmer, sowie 99 Arbeitgeberslellverlret» und 120 Arbeit- nehmerstellvertteter. Wahlberechtigt sind die volljährigen Arbeltgeber. Arbeitgeber, bi« selbst versichert find, zählen zu den Arbeitgebern, wenn sie regelmätzig mehr als 2 Werlich crungSpslichtige beschäftigen. Wahlberechtigt sind ferner die volliährigen Versicherten, ohne Unter- schied deS Geschlechts und der Staatzzugehörigleit. Wählbar als Bertteter der Arbeitgeber ober der Versicherten sind nur volljährige Deutsche ohne Unter- schieb des Geschlechts, wenu sie nicht ») infolge strafrechtlicher Verurteilung die Fähig- . leit zur Belleidung bfseittlicher Aemter der- haben ober wegeu eines Verbrechens Verlust dieser Fähig- gl igen. wtteter der Arbeitgeber find auch riedMÄter, Geschäftsführer und beKMgten Arbettgeder. Jt Irren W■. in, ober Vergehens, baS den >, kett zur Folge haben lann, verfolgt werden, , sofern gegen sie daS Hauptverfahren eröffnet ist, * fc) infolge gerichtlicher Anordnung in der Ver- sügung über ihr Vermögen beschränll sind. Di« Bertteter der Versicherten müssen bei der Kasse versichert sein. Sie bürsen auch«tcht Ersatz- lassenmitglieder sei», deren eigene Stechte und Vflich- len auf Anttag bei den Kalle ruhen. Di« Bertteter der Arbeitgeber dürfen nicht auSschlieblich unständig« Arbettnehmer beschäftigen. Wähwar als Bertteter bevollmächttgte B-ttt-s"' BettiebSbeamte der b<........ Jeder wahlberechttgt« Versicherte hat eine Stimme. Arbeitgeber, die«inen VersicherungSpflich- tigeu befchäftigeil, führen eine Stimme. Arbeit- «eber, die mehrere Versicherungspflichtige beschäftigen, führen für je 19 versiiberungSpfliÄtig Beschäftigte eine Stimme. Mehr als 39 Stimmen tan« kern Arbeitgeber führen. Zum Lefter der Wahl ist vom Vorstand der Kasse der Vorsitzende, Herr Karl Liehr, ernannt worden. Die Wahlberechtigten werden hiermit aufgefor- dert, dem Vorstand der unterzeichneten Kasse Wahl- dorfchläge gettennt lür Arbeitgeber und Arbeit- nehmcr einzureichen. ES können nur solche Wahl- Vorschläge berülksichtigt werde«, di« spätestens 4 Wochen dor dem Wahllage eingereicht find. Die Ettnumibgabe ist au die Wahlvorschläge gebmrdru. 4 Wochen dor dem Wahllage eingereicht die Wahlvorschläge Die Wahlvorschläge der Arbettgeder mllsfen mindestens je 19 tvahlberecbttglcn Arbeitgeber,, mit zusammen mindestens 39 Stimmen, diejenigen der Versicherten von Hassel■'" mlndestens 30 wahlberechtigten Kaslenniitgliedern unterzeichnet sein. Jeder Wahlvorschiag darf HSchsttnS hreimal fobiel Bewerber enthalttu. als»erlrcler zu wählen sind. Die einzelnen �Bewerber stnb unter fottl-nfender Siummer aufzufmirM. welch« die Reihenfolge ihrer Benennung auSdrüclk, und nach Familien- und Vor- irnmen, Beruf. Wohnort und Wohnung zu bezeichnen. Bei Verstcherten ist auch der«rbeUgebe.r. bet dem sie beschäftigt sind, anzugeben. Mit den Wahlvorschlägen für Versicherte ist von icdem Bewerber eine ErlISrung darüber dorzulegeu, ob er zur Annahme der Wahl bereit ist. In jedem Wahidorfchlag« ist ein Bertteter des Wahlvorschlages und ein Stellvertreter für ib» au» der Mttte der Unterzeichner zu bezeichnen. Ist dieses unterblieben, s, gilt der erste Unterzeichner als Vertreter de» Wahlvorschlages und, fowett eine Reihenfolge«rlennbar ist. der zweite als fein Stell- bertteter. Der Wahlborfchlagsvertteter ist berechtigt und verpflichiet�chsm Vorstände die zur Befestigung etwaiger Anstäude erforderlichen Erklär ungea abzu- geben. Die Unterzeichner der Wahlvorschläg, nUlsien ebenfalls alle Angaben machen, VI« nötig sind, nm sie als Kasienmitglieder oder als Arbeitgeber zu ertennen. Die Wahlvorschläge tönnen nach Ihrer Zulasiung im Kasseniotal, hier, Körnersttatze 95, während der Tienstftundcn don 9 bis 1 Uhr vormittags ein- gesehen werden, ebenso vom Tage dieser Belanut- machung an die Arbeitgeber- und Mstaltederver- zeichnlfse. Etwaige Einsprüche gegen die Richttgtest der sich aus dem Arbeitgeber- und Mttgliederver- zetchnis ergebenden Wahl- und Stimmberechtigung sind bei Vermeidung des Ausschlusses spätestens 4 Wochen bor dem Wahltage unter Beifügung der Beweismittel bei dem Wahlvorstand einznleacn. Auf Antrag der Wahlberechiigten werden in der Zest von 14 Tagen bor der Wabl bis zu dem Wochentage, weicher der Wahl vorangeht. Wahlauswetfe tm Kasfenlotal während der Dicnstswnden ausgestellt. Tie Wahlberechtigten werden dringend ersucht, sich die Wahlausweise zu beschaffen, da die Wahlaus- schüsse die Wahl- und Stimmverechtignng jedes Ver- sicherten prüfen müssen und ohne Wahlausweis Bersicherte nur zur Wahl zugelafsen werden, die ihre Berechtigung einwandfrei nachweisen. Di« Mitgliedstarte ist kein genügender Ausweis der Wahlberechtgnng. weil aus derselben nicht ersichtlich ist, ob die Mitgliedschaft noch besteht. Tie Herren Arbeitgeber Möllen sich in der Zeit von 14 Tagen bor der Wahl LtS zum 3. Dezember ,921 im Kallcnlotal, vier, m den Dienststunden bescheinigen lallen, wieviel Stimmen sie führen, weil dies bei der Wahl nicht festgestellt werden kann. Im übrigen wird auf die Wahlordnung ver- wiesen, die für alle Beteiligten im Kaffcnlotal in den Dienstswnden loftenlos zur Verfügung steht. Berlin-Steglitz. de«»29. Oktober 1921. Allgcmcinr vttskrantenkaffe für Serliu-AttgNtz. Drr Vorstand. K. L i e h r. H. V f l a n z. Vorsitzender. Schriftführer. verhauten Sie VOrtcilh&ft dal WAn-ohH Joachtmsfhnler Str. 5 » ÄganG,hoChp,EcheKantslr.(Zoo) 5 fcmptaajriz Immer, äirlcretest» BnHeoung. SAlfipfer u. ügiai! Ulster hochaparte Farben 1050.- 950.-890.-160.' aus Homespun und Cheviot 850.- 100.-©SO.- 590.- nus siutern Marengo und ■ ttäUzfiiiySS schwari.Stoff. /S 915.- 800.- 190.- OSO.- aus vorzQgl. halib. Stoffen in schCnst.Farl 190.- 590. In schCiist.Farb.( €iifawayaWeste7ea aus Cheviot u. Molton 850.' 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Oktober, verstarb nach längerer Krankheit der lanasührtge haupl- kassieret und Mitbegründer des Deuisa.en Trans- poriarbeiler-Verbande», der stollege Karl Kassler Durch Pflichteifer und kollegiale» Verhalten er- warb er stch da« Vertrauen und die Freundschaft seiner Kollegen. Der Berdand wird ihm ein treue« Andenken bewahren. Sl/g Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 22. ONoder, vormittag» UV, Uhr, vom tzentral- frtedhos in Friedrich»felde au» statt. Wir»suchen um rege Beteiligung der Verbandakollegen. ver V»rda»a»vor»t»aa. jVeiMenej ! Moral! | Geschlechtskranke! Belebrende Broschüre über alle Ge- 1 schlechtskrankbeiten, wie MarnrShrenleiden.l Syphilis, Mannesschwäche, WelSfluB ver-j sendet kostenlos gegen I M. für Porto in I geschlossenem Doppelbrief ohne Aufdruck I Dr. med. H. Seemann G.m.b.H. Sommerfeld M3(Bez. Frankf..Od.)[ Spezlalintlletae Leitung Leiden anheben, damit richtige Broschüre gesandt werden kann\Sin*\ ist der Titel des großen Filmwerks, das heute, Freitag, zum ersten Male in den D e c 1 a- Lichtspielen, Unter den Linden 21, vorgeführt wird. Der Film wurde nach einer Novelle„Der Brandherd" von Carl Mayer durch Hans Kobe in Szene gesetzt. In den Hauptrollen sind beschäftigt die Damen: Marija Leiko, Adele Sandrock, Käte Richter, Hermine Straßmann-Witt; die Herren: Gerd Fricke, W. Hahn. Den zweiten Teil des Spielplans bildet„Die Bettelgräfin vom Kurfürsten-- dämm" mit Lee Parry, M�ria Foresch, Else Wagner, Felix Hecht und Max Wogrilsch. ■Unwiderruflich 5. Nov.* wir» s» Gnnslaa de» Sobntaver- baeides Uealseber Scbrirod). Salons faul Kock Moderne Damentaschen Spez; Autolack* u. Plorida*Rladleder Aktenmappen/ Schulmappen Wichtitf tür Wledervcn äufer Auch Einzelverkauf Lederwarenfabrik P. 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