CTg.5W �ZS.Iahrgmtg Ausgabe B Nr. 24$ BezvaKvreiA» SiertitJittrL SC,— JH. monotL 11- SR, frei Ins saut. Dorm* zahlbar Post» S: Monatlich II— M. einschl. Sit. Unter Äretochcnb fß* ttzcg: Monatlich 11- sleUunoszebShi. linfe Deutschland. Danzig, crtrr 9'i> o»ch fnmt» _____. da» Eaar- und Sletneiqebiet sonne die ehemal» deutschen Gebiete Polen», Oesterreichs Unzarn und Suxembtr» ü— SR. fLr da» ädrige Ausland W,— M. Post» bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tschecho- Slowatei, Dilue» ward Holland. Luxemdurg, Schwede» und die Schweiz. Der.Borwstrt»' mit der Sonntag»- der Unter- tiaae.Siedlung und Kleingarten' erscheint wochentäglich zweimal, S»«»» tag» und Montag» einmal. •Sozb Sei egraunn. Ad reffe: olbeinotrat Der Abend-Ausgabe t 4 Vevlinev Volksblatt � 30 Pfennig � Anzeigenpreis: Die neungespalteno Nonpareillezeile tostet»/— M.»Nleiue Anzeigen" da, settgedtuckte Wort 2,— M.(zu» liisstg zwei fettgedruckte Worte), jede» weitere Wort J,— M. Etestengesuche und Schlasstevenanzeigen da» erste Wort V— M. lebe» weitere Wort 60 Pfg. Worte übet 15 Puchstaben zählen für zwei Worte, ffamilien-Anzeigen für Abonnentm sZeile Z.50 M. Die Preise oerstehen stch einschließlich Teuerung«, Uschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bi, S Ahr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin TW 68, Linden- proste 3, abgegeben werden. Geäffnet von 9 Uhr früh bi« 5 Uhr abends. �entralorgan äer fozialdemofcratifcben Partei L-utfcblands KeöaktlSli und Expedition: 610 68, Linöenstr. Z Redaktion Morthplaü 17,1»S—S? ........... 5 1 Redaktion Mortchplan 17,1 ai „''—.:——!—— 1 l�-prdition MoriNvla» 1 17 5.' Sonnabend, den ÄÄ. Okiober 19A1 vonoärtsrverzag H.m.b.k»., Sw 68, Lmdenstr. Z ferrnitu-rrftfr• Verlag s-ziieditiun UN» Inseraten- «btrtlun.1 M»ri«plai, 117 7,3-54 Exkaiser Karl im Surgenlanö! Karlistische Regierung i« Budapest. Dien. 22. Oktober.(Gig. Drahtberichk.) Der Exkaiser Karl Habsburg ist um 2 Uhr nachts im Flugzeug in Oedeuburg eiugeirosfen. Die Truppen wurden auf seinen Tlamen verei- digt und begrüßten ihn mit Eljeurufell. Der Oedenburger Gendarmeriekommandant, Major Ostenburg, vechält sich vorläufig noch abwartend. Gin Kurier der Oedenburger Entente- Mission brachte heute nacht die Bestätigung des Eintreffen» des Exkaisers in Oedenbmz. Karl soll an der Spitze der pro- nay- und Osteuburg-Truppen nach Budapest marschieren. Der Zugverkehr nach llngaru ist eingestellt. Bundeskanzler Schober hat den tschechoslowakischen Ministerpräsidenten Benesch sofort von dem Ereignis verständigt. Dien, 22. Oktober. iEigener Drahtbericht,) Zn Bnda- pest ist die Regierung Bethlen gestürzt. Eine k a r t i st i s ch e Regierung mit Rakovszky und Ziüius A a d r a s f y ist an ihre Stelle gesetzt worden. Budapest, 2L Oftobct.(WTB.) Zn einer Wählerversamm- tun-' in Per,(Fünftirchen) sprach Ministerpräsideut Graf B e t h. l e u auch über die SValgssrage und sagt« da: Durch die Revolution und die Unterzeichnung de» Vertrages von Trianon sei Ungarn zu einem unabhängigen Staat geworden. De« König sei durch die Revolution iu der vusübung der Herrscherrechte oer hindert worden. Da aber gemätz der ungarifcheu Verfassung in der Ausübung dieser Rechte Wae Unterbrechung eintreten bürs«, andererseits die Ausübung von der Annahme gewisser B e d i n g u n g e n abhänge, so müsse die Regierung im Austrage der Ration mit dem Söntg über dies« vedingungen verhandelu. Zhr obliege die Pflicht, ohne aus den Staudpuukt zu verzichten, daß die Erlediguag da Königsfrag« eine innere Angelegenheit sei, auch mit den SIguat arm ächten die diplomatisch« Zühlunguahme zur Vetanutgabe de» ungarische» Standpunkte, aufzunehmen. So- lange die vahandlungen zu keinem Ergebnisse führten, würden alle Vestrebnugen zur Aufwerfung da Königssroge Innerhalb und außerhalb de» pariamente» als verfassungswidrig und revolutionär von der Regierung unterdrückt werden. Vi« Regiennig werde unter tetneu Umstündeu weder einen putsch noch eine Vethronisation dulden. Durch diese SrNärungen des Ministerpräsidenten erscheinen, wie da, Ungar. Tel.-Sorr..Lnreau erttärt. die Gegeufähe zwischen den extremen Lcgitimistea und den extremen Anhänger» da freien Königswahl überbrückt. O Zum zweitenmal hat eine Schar gewissenloser Aden- teurer die Unbesonnenheit eines haltlosen jungen Menschen zu einem Streich benutzt, der dem Frieden Mitteleuropas ge- fährlich zu werden droht. Der erste Streich verlief wie eine Posse. Am 18. März war Karl oerkleidet!n Steinamanger eichhienen. wo er beim katholischen Bischof abstieg, das Feldmarschallgewand anzog ilnd den Ministerpräsidenten T e l e t y zu sich beschlcd. Mehrere Tage wurde der Besuch geheimgehalten, dann aber slammte der Zorn der Arbeiter Deutschdsterreichs und der Tschecho- slowakei auf. der Druck der Kleinen Entente setzte ein und nach ein paar weiteren Tagen wurde Karlchen zu seiner Zita heim- geschickt. � Die Rückfahrt gestaltete sich äußerst schwierig, da die Ar- beiterschaft von Leoben es sich nicht nehmen lassen wollte, dem angestammten Landesvater eine„Huldigung" zu bringen. Rur den stundenlangen Bemühungen der leitenden Parteigenosien gelang es, die Weiterfahrt zu ermöglichen. Daß auch der zweite Besuch des jungen Abenteurers einen ebenso unblutigen foschingsmähigen Verlauf nehmen wird, muß leider bezweifelt werden. Was das erstemal wie eine Posse verlief, droht diesmal sich z u r T r a g ö d i e zu wenden. Der Monarchismus im alten Oesterreich, der sich von seinem ersten Sprung, mit dem Fluch der Lächerlichkeit bedeckt, zu» rückziehen mußte, rüstet sich jetzt zu einem letzten Verzweif- lungskampf. Wie war es aber möglich, daß Karl Habsburg zum zweitenmal fein gesichertes Asyl in der Schweiz verlassen und dieses neue gefährliche Abenteuer beginnen konnte? Abgesehen von der sträflichen Nachlässigkeit der Schweize- rischen Polizei, die erwiesen wäre, wenn dem Karl diese Wie- dcrholung seines Osterausflugs, etwa im westlich-allmächtigen Offiziersgewande. gelungen wäre, hat die Sache ihre sehr ernste Seite. Horthy-Ungarn nennt sich Königreich und wenn auch ein erheblicher Teil der madsarischen Monarchisten gegen eine Wiederaufrichhmg des Habsburger Throns, schon gar mit d i e s e m Inhaber ist, so erfreuen sich doch die habsburgi- schen Bestrebungen auf Errichtung eine« neuen Reiches vor- läufig von Ulm bi? Szegedin mächtiger Förderung durch ge- wifie Hauptunterzeichner jenes Alliiertenvertrages von St. Germain, der die Wiederkehr der Habsburger und die Wiedervereinigung der auseinandergetrennten Teil« des Do- naureiches feierlich und„unverbrüchlich" verbietet. Uimarn wird von Italien als eventueller Bundesgenoste gegen Südslawien und von Frankreich als Hllsshuppe gegen den abbauenden rustifchen, den eingebildeten deutschösterreichi Ken und den befürchteten rumänischen und tschechoslowaki «n Bolschewismus betrachtet und dieser Wertschätzung oer- dankt es die vertragswidrige Duldung seiner vergleichsweise ungeheuren Militärmacht, mag sie nun als Armee, Gendar- merie, Feuerwehr oder„statistischer Beamtenkörper" firmie» ren. Benesch hat zwar erst dieser Tage verkündet, daß die Kleine Entente jeden Versuch einer monarchischen Restauration niederschlagen werde, allein die große wirtschaftlich-finanzielle Abhängigkeit der Kleinen Entente von der Großen darf nicht übersehen werden. Wenn nun Briand und Lloist! George für einige Wochen nach Washington gehen, dann kann ja aller- Hand geschehen, ohne daß ihre Verantwortlichkeit hüllenlos klar wird. Es kann allerhand geschehen, wenn es die Ar- b eitert lasse zuläßt. Mag sie die Slugen offen halten, daß nicht zunächst Deutschösterreich und dann noch manches andere horthysiert wird! Selbst ein vorübergehender Erfolg des Habsburgischen Monarchismus in Oesterreich könnte auf Deutschland starke Rückwirkungen auslösen. Bon dorther droht eine Er- mutigung des gegenreoolutionären Putschismus in Bayern und anderswo. Auch die Arbeiterschaft Deutschlands hat also allen Grund, die Entwicklung, die die Dinge auf dem Boden der ehemaligen k. u. k. Monarchie nehmen werden, mit wach- 'amen Augen zu verfolgen. Sie steht nicht nur mit ihrer Sympathie bei der Arbeiterschaft des tief erregten und zur äußersten Abwehr entschlossenen Wien, sie ist mit ihr bis zum letzten solidarisch und muh bereit sein, jede Art von Hilfe zu leisten, die zu leisten möglich und notwendig ist. Pom Rhein, von der Elbe und�der Spree, aus ganz Deutschland klingt es hinüber an die Donau: Es lebe die Republik! Renner über Karls �anüftreich. Ein Mitglied unserer Redaktion hatte heute vormittag Ge- legenheit. den in Berlin anwesenden ehemaligen Staatskanzler Oesterreichs, Genossen Dr. Karl Renner, zu sprechen. Dieser äußerte sich über die neuesteu Ereignisse In Oesterreich folgendermaßen: Die monarchistische Strömung in der Republik Oesterreich ist schwach. In den westlichen Alpenländern ist. vielleicht von einigen pensionierten Offizieren abgesehen, alles entschieden onti-habsburgisch gesinnt. Eine gewisse Stütze findet der Karsismus noch in Steiermark und in einer schmalen bürgersichcn Schicht in Wien. Die Arbeiterschaft im ganzen Lande ist fest entschlossen, einen Vorstoß der monarchistischen Gegenrevolution mit bewaffneter Hand abzuwehren. Sie ist wachsam, sie ist auch gerüstet und wird den Kampf aufnehmen. Das Bundesheer, das allerdings mir 18 000 Mann zählt, ist unbedingt republikanisch, wenn auch unter den Offi- zieren noch einige Monarchisten zu finden sein mögen. Das- selbe gilt von der Schutzpolizei und der Gendarmerie. Von innen her wird es den Karlisten niemals gelingen, in Oester« reich zu ihrem Ziel zu gelangen. Die starken bewaffneten Banden, die im B u r g e n l a n d stehen und dem Spruch der Entente trotzen, sind zum Teil kar- listisch, zum Teil sind sie in Horthys Sinne regierungstreu. Ob die ungarische Regierung selbst die Zeit für gekommen hält, Harthy durch Karl ablösen zu lasien, ist ungewiß. In Ungarn ist die Partei der kleinen Landwirte ganz entschieden gegen die Wiederkehr Habsburgs, aber sie verfügt über keine bewaffnete Macht und ist, wie die Bauernschaft in ollen Ländern, politisch wenig aktiv. Die weitere Entlvicklung der ganzen Angelegenheit wird auch davon beeinflußt werden, ob das Kompromiß von Venedig, über das die österreichische Regierung sich in dieser Nacht entschließen wollte, zustande kommt oder ob es scheitert. Nach diesem Kompromiß soll bekanntlich in Oeden- bürg und Umgebung mit-etwa 50 000 Einwohnern eine neue Volksabstimmung stattfinden, während das übrige Burgen- land ohne weiteres an Oesterreich gegeben werden soll. Dieses Kompromiß kann an dem Umstand scheitern, daß Ungarn eine unbeeinflußte Volksabstimmung in Oedenburg nicht zulassen will. Das Kompromiß kann aber auch zustande kommen, und das Hot dann die Folge, daß die im Burgenland stehenden Banden z u r A b r ü st u n g gezwungen werden sollen. Wer den Charakter dieser Landsknechtsfvrmationen kennt, der muß erwarten, daß sie nicht abrüsten, sondern marschieren werden, ganz unberechenbar wohin: ob nach Wien, um die alte Monarchie und das alte Oesterreich-Ungarn wieder auf- zurichten, oder nach Budapest, um Karl gegen Horthy als König einzusetzen. Die Haltung der Horthy-Regierung einer karlistischen Erhebung gegenüber, fft aber nichts weniger als klar. Sicher ist, daß das in Budapest stehende Korps Osten- bürg regierungstreu ist und im Koniliktssalle eher der Regie- rung als Karl folgen wird. Wenn sich Karl entschließt, auf Budapest zu marschieren, was der wahrscheinlichere Fall ist, bann wird die weitere Entwicklung der Dinge vondenAb- sichtenderungarischenRegierung abhängen. Aber mag sich Karl mit seinen Banden gegen Budapest wenden, wo die Aufnahme, die er finden wird, zweifelhaft ist, oder gegen Wien, wo er mit dem sicheren Widerstand der regulären bewaffneten Macht und der bewaffneten Arbeiter- schaft zu rechnen hat, auf alle Fälle handelt es sich nicht bloß um eine österreichisch« oder eine ungarische, sondern um eine europäische Angelegenheit. Die Tschecho- slowakei und Jugoslawien können diese Vorgänge nicht unbeachtet lassen. Auf alle Fälle leiten sie eine Aus» einandersetzung ein zwischen Ungarn und der kleinen Entente. Was aber die große Entente betrifft, so muß offen ausgesprochen werden, daß ihr bisheriges Verhallen an der gefahrdrohenden Lage Schuld trägt. Das Intrigenspiel, das inoffiziell von französischen und englischen Kreisen, offiziell von italienischer Seite seit Monaten in Budapest getrieben wurde, war von den alliierten Regierungen wohl bemerkt. aber nicht abgestellt worden. Was sich nun daraus entwickelt hat, bedeutet für die große Entente selbst die allerschwerste Verlegenheit. Die Versündigung, die man an Oesterreich de- gangen hat, dessen Ansprüche auf das Burgenland man dl-rch- zusetzen unterließ, hat nun eine Lage geschaffen, die den Ir-e- den und die ruhige Entwicklung ganz Mitteleuropa' ons das schwerste bedroht. Die Gberschlesien-Krise. Das Reichskabinett hat am Freitag noch keine Entschei- dung getroffen, weil die Fraktionen ihre Beratungen noch nicht zu Ende geführt haben. Bevor die Regierung einen Entschluß faßt, wird sie noch mit dem Interfraktionellen Aus- schuß verhandeln, desien Einberufung vor der heute um 8 Uhr stattfindenden Kabmettssitzung geplant war. Da bis zurzeit im Zentrum um die Annahme oder Ablehnung der Ent- scheidungsnote noch hart gekämpft wird, ist der Zusammen- tritt des Interfraktionellen Ausschusses noch unbestimmt. In der demokratischen Fraktion neigt plötzlich die Stimmung zur Annahme. ' Der Reichstag wird jedenfalls nicht vor Montag zu- sammentreten. Wie wir erfahren, dringt mehr und mehr die Auffassung durch, daß Deutschland sich bereit erklären muß, Delegierte für dii Wirtschaftsverbandlungen mit Polen zu ernennen, zumal eine formale Anerkennung des Endentscheids über- Haupt nicht gefordert wird. O Das Kabinett tritt heute nachmittag 1 Uhr erneut zu- stimmen. •» Die Dena meldet einen„aus parlamentarischen Kreisen" kom- Menden Gedanken, der darauf hinzielt, das Kabinett Wirtb zu stürzen, ein sogenanntes unpositisches Geschäftskabinett zu bilden und„nach Klärung der politischen Lage" ein weiteres neues Kabinett zu schaffen. Aus welchen Gründen man jetzt, da Deutsch- lands Lage eine stetige Negierungsarbeit dringend benötigt, die Kabinettsschwierigkeiten zu einer ständigen Einrichtung zu machen wünscht, ist von der erwähnten parlamentarischen Seile nicht er» läutert. Sie find dennoch ziemlich deutlich zu erkennen. Schon des- wegen lehnen wir jenen Plan ab. Esti antibritisches Telegramm de Valeras an den Papst hat in London große Aufregung hervorgerufen. Die Jrlandkonferenz ist unterbrochen— ob wegen des Telegramms, ist unklar. Zn Portugal soll estie Gegenrevolution gegen den Militärputsch gesiegt haben, . Nov. ihr Wintersemester. Gelehrt wird richtige» Deutsch spreche!- und schreiben und sicher rechnen. Hörgebübr betrügt sür einen Kn.In» 5 M., SlrbeiiSIoie erhalten Freikarten. Anmeldungen werden i» der Woche vom 21. bis 29. Oltober abends von T/, bis 9';, Uhr in den Schullolalcn entgegen- genommen. Montag: Neukölln. itaiser-Friedrich-Str. 208110; Dienstag: GipSIlr. 23»; Mittwoch: Lichtenberg, RatdauSftr. 8; Donnerstag: Gleim.- (träfet 49 und Bochmner Str. 8; Freitag- Neukölln, Kaiser-Friedrich- Strafet 206110; Sonnabend: Niederwallstr. 12. Wetter für morgen. Berlin«nd Umgegend. An wenig wärmer, veränderlich, über- wiegend bewöltt, mit etwa» Rege» und irischen südwestlichen Wwdeu. mpfe in Derlin. die Sicherstellung der Existenzen, auch hier handelt es sich um den Kampf gegen den Hunger. Di« deutschen Buch drucker waren bis zum Kriege mit die b e st b c z a h l t e st e n deutschen Arbeiter. Sie sind aber auch der friedfertigst« und disziplinierteste Teil der deutschen Arbeiterschaft. Darin liegt veillcicht die Ursache für die Tatsache, daß diese Kulturarbeit«« im Laufe der Zeit mit ihren Löhnen nicht nur weit hinter der Teuerung, sondern auch sehr weit hinter anderen Arbeiterkategorien zurückblieben. Der Tarisgedanke lsar bei den Buchdruckern so fest verankert, daß sie selb st den Hun- ger erduldeten, um den Tarif nicht zu unter. graben. Das olles hat natürlich einmal ein Ends. Und dieses Ende kommt um so schneller, je widerspenstiger sich die Unternehmer. schaff zeigt. Letztmalig, am 19. September d. I., fanden zentrale Verhandlungen statt, die die Lohnoerhöltniss« regeln sollten. Di« Zu- geständnisie der Unternehmer, die schließlich Rechtskraft erhielten, waren aber so, daß sie in der Gehilsenschaft große Erregung hervorriefen. Seit Wochen wird in den Mitglicdsrhasten des Deutschen Buchdruckerverbandes hart um diese Zugeständnisie gerungen. Wie die Stimmung ist, zeigt die Taffache, daß bis heute von 160 Orten, die zu diesem neuen Tarifabkommen Stellung nahmen, 64 die Abmachungen ablehnten. In 14 Orten, unter denen sich Hamburg, Erfurt, Darmstadt, Effenach, Bielefeld, Flcns- bürg und andere befinden, ist es bereit» zu örtlichen Streiks gekommen, während in vier Orden Tariftonslikte entstanden. Der unmittelbare Anlaß zum Berliner Konflikt ist'gewissermaßen ein R e ch t s i r r t u m. Die Berliner Gehilfenschaft hatte mit ihrer Prinzipalität im Juni ein Abkommen getroffen, das eine Zulage von S bis IS M. brachte. Das Personal der Firma Masse glaubte nun, auch n a ch der zentralen Regelung vom September noch einen Anspruch auf die sich aus dieser Abmachung ergebende Differenz zu haben. Mosie weigert« sich natürlich zu zahlen, und beantwortete die Forderung mit der Entlassung des tech- nischen Personals. Di« anderen Unternehmer erklärten sich solidarisch, und da die Arbeiter dasselbe taten, indem sie sich w e i- gerten, Streikarbeit für Mass« herzustellen, wurde zur Gesamtaussperrung geschritten. Man kann über die Taktik der Moffeschen Belegschaft oerschiede- ner Meinung sein. Man kann sogar zugeben, daß st« nicht richtig gehondeft hat. Aber man kann ihnen nicht das Recht abstreiten, für eine Erhöhung ihrer Löhn« zu sorgen, denn man muß bedenken, daß die Septemberzulage Minimmulöhne von wöchentlich 385 M. in der höchsten Stuf« für Verheiratete und oon 372 für Ledig« geschaffen hat. Damit kann in Berlin eine Familie nichtexi st irren. Die Forderung der Mosse- arbeiter hätte ihnen auch nicht sehr viel genützt, ober sie hätte doch wenigstens etwas helfen können und den Zeitungsverlegern, die wahrhastig nicht so elend daran sind, wie sie glauben machen wollen, wäre bei Bewilligung dieser Zulage kein Schaden geschehen. Nach unserer felsenfesten Ueberzeugung hätte bei einigem guten Willen «ine Verständigung erreicht werden können. Aber nach der Er- klärung der Berliner Zeitungsverlcger sind wir uns auch nicht mehr im Zweifel darüber, daß die Arbeitgebcrschaft auf diesen Augenblick gewartet hat, daß sie den Kampf wollte. Bon diesem Augenblick an ist die Aussperrung im Buchdruck- gewerbe nicht mehr Sache nur der Berliner Buchdrucker, sie ist damit zur Sache der Berliner Arbeiter geworden. Diese können und werden nicht mehr nach der Ursache des Streites fragen, sie sehen jetzt nur noch den Willen der Unternehmerschaft, einen Schlag gegen die Arbeiter zu führen und sie werden sich getragen von der Solidarität zu ihren Arbeitsbrüdern, in Reih und Glied mit ihnen stellen und werden den Kampf gegen die Buchdrucker, den sie als den Kampf gegen sich selbst ansehen, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Kräften abwehren. > vewinn-Auszng der 18. Preuß-Südd.(244. Preuß.) Nlnssen-Sottcrie s. ttl-iir. 7. Ziehmigsv!«. ZI Oklr»-r 1921. 3Iaf Irft» sriognw Rümmer pnO»rncl gleich hov»»ewtnoe gefallen, aaa>»»ar Je einer onf Wr i'cfe gleicher Rammer in der» beide» Hbleillm I«nd II Oh««rwichr.»aSdi-a»rrbolm. 5« der«-rmMagezlehmi, wurde»«rwiimr wer 490«arl gezogc»: 4 IB 100C> M 60328 7387» 10 SC 00 M 17531 1 82393 198691 103763 287237 »4*B 3000 M 4313 16111 249J8 40705 65436 66873 69801 73844 89519 97805 100.91 106877 110050 110900 117138 126838 127417 140J05 115298 146320 160851 151483 164459 56683 174981 179339 183203 16807 192911. 101371 208503 20-953 2034-0 210472 213758 214733 224 05 229812 235130 246495 247053 253864 157341 277749 202841'.85159»3852 378'»'000 M 320 2118 4468 6798 6593 8882 9338 11679 18166 10825 20613 22658 25382 J789J 28707 29035 29341 33123 34 32 39 43 89689 40431 41798 42808 43887 43451 44024 45379 45521 40400 48903 60132 6L2J3 54521«0961 61011 81778 8267(1 8327.1 f.3S~0 84133 l 6011 71094 71977 72624 7500S 70498 78581 77282 73581 81674 81892 84431 00027 82286 96858 96336«'317 98909 99034 99385 100074 101898 102507 104047 106950 106661 107224 107419 108411 109276 110006 118847 114185 119218 120911 121486 133054 12S736 1282>4 12692) 127340 127925 1863 4 137969 142438 142570 143618 143763 146360 148413 149935 161059 152564 162932 1 63684 165749 165837 158778 104107 16258» 163204 163444 163466 163550 168541 188934 187021 ie?0«5 170312 170286 17118! 172813 173600 175876 186130 185625 188124 191865 192065 192668 103327 103417 1950(0 197602 108121 201865 204047 204333 311901 21,046 214629 216860 216963 217245 217684 217956 222351 223513 21I4511 2 5771 227460 228808 229187 230567 232.8) 232697 232944 233772 236068 230055 238237 242013 242977 242984 247174 247427 249288 249184 230009 261033 251572 25:084 25;9?7 263881 257604 258193 259852 299905 261660 264144 286524 267258 26 612 26864J 270477 171724 276155 277106 277723 278800 279977 280322 234627 284806 290043 290203 297909 299771 L» t>«r«achmiti»,»,!<»»», wurde»»«Wim»»der 490 Slasi»ezog-»: 6*a 10000 X 106441 116406 211230 22<4 6000 M 1551 8068 43686 40525 93717 178339 189337 201047 222892 268149 28229» 112 2« 3000 M 471 7879 1037« 10648 12208 33872 44327 48056 48138 48352 48706 66190 67174 69773 81047 03334 08376 102048 113116 113301 116947 118148 125:52 133191 144028 146034 148939 162824 163179 163782 169786 174647 176263 184633 190019 192769 202687 203022 210369 217857 226388 220101 231084 233124 237324 246683 247062 266481 266633 261573 281015 264134 271559 272036 291934 292860 320 xa 1000 M 160 327 2275 2414 3694 8848 9170 10390 12254 15936 18134 22376 22438 23704 2794« 30486 38942 37256 39620 4.'492 60633 61316«>953 66312 66417 57151 65290 68874 7C5<4 72942 75780 80318 61834 63027 83837 84220 88546 90603 02275 63247 08867 100674. 102398 103312 10402« 106626 107847 108301 112670 117418 123305 123750 124009 130433 1(.4180 136231 166440 136147 137386 14 518 143547 143684 144550 146215 145804 146654 140896 151358 164061 156123 166693 156771 166784 158072 168161 160265 168063 164417 165091 166271 166258 166677 167293 167817 168056 169175 170672 172319 172416 173306 173560 17428« 176453. 78122 150728 181704 183600! 86307 187228 188716 189499 191921 191310 193349 193960 196008 200447 201049 202238 208262 210708 213015 213689 214873 218395 219080 219604 219511 219649 223620 220669 229599 230304 232900 234819 234854 235376 236468 240226 240368 247266 251018 252524 262774 266003 256883 267704 258952 263349 2.4630 265088 266464 266536 267061 267669 287997 267999 270261 270598 278283 281463 282333 285268 288837 28899» 292601 294426 296167 296169 2.7883 Tie in de» vorstehenden«ewinn-Ansjug Nicht enthaltenen niedrigeren«iewinnr sind an» den XtUtu in«riehen, st« bei den staatlichen Lotterie-Mnnebmrrn»»r nncntgeldlichen«ttnsich« aniliraen. Dnantw. für den redall. Eeiti Dr. Seiner Prisrr. Tdarleltendurg i�fllr Anj eigen i Sh. Stocke. Berlin. Verlag i Vorwärts-Derlag S. m. b. H., Berlin.' Druck i~SZoi- würtS-Buchdrnckerei n. Verlag» anstatt Bank eins«». Berlin. Lindrnltr. S. Theater der Woche. Vom bis 30. Oktober. Volksbühne: 23., 24., 28. und 30. Masse Mensch. 25. und 2S. Der Bauer .ls Millionär. 28. Das Postamt. Komödie der Irrungen. 27. Kapitän üraßbounds Bekehrung.— Opernhaus: 23. Palestrina. 24. Violetta. 25. Iphigenie auf Tauris. 28. Iosephs-Legende. Bajazzi. 27. Tannhäuser. 28. Nitter Blaubart. 29. Tosca. 30. Der fliegende Holländer.— Schauspielhaus: 23., 26. und 30. Die gefesselte Phantasie. 24. und 29. Peer Gynt. 25. Richard III. 27. Fiesco. 28. Die Räuber.— Deutsches Theater: 23., 25., 26., 28. Louis Fer- dinand. 24., 27. und 29. Kean.— Kammerspiele: Der Hühnerhof.— Großes Schauspielhaus: Die Räuber.— Lessing-Theater: 23., 25. und 28. Der lasterhafte Herr Tschu. 24., 26., 27., 29. und 30. Die Spielereien einer Kaiserin. Theater in der Köuiggräßcr Straße. Manon Leseaut.— Deutsches Operu- haus: 23., 28. und 30. Der fliegende Holländer. 24. Tiefland. 25. Mignon. 26. Die Walküre. 27. Der Freischütz. 29. Tosca.— Schillcr-Theater: 23., 24., 26. Der Raub der Sabinerinnen. 25., 27., 29. und 30. Meine Frau, die Hof- fchaufpielerin. 28. Der Richter von Ialamea.— Neues Volks-Thcater: Die Wildente.— Theater am Kurfürstendamm: Ingeborg.— Die Tribüne: Der Wettlauf mit dem Schatten.— Deutsches Künstler-Theater: Die Bbllerina des Königs. Komödicnhaus: Die Fahrt ins Blaue.— Berliner Theater: Prinzessin Olala.— Kleines Schauspielhaus: Kiki.— Trianon-Theater: Mein f Freund Teddq.»efwenz-Theater: Der König in Paris.— gentral-Theater: l 23. bis 25. Die Postmeisterin. 26. Geschlossen. 27. Volksbühne. Ab 28. Das i Detektivmädel.— Theater in der Kommandautenftraße: 23. Newejle. 24. und , 25. Geschlossen. Ad 26. Dybuk.— Friedrich-Wilhelmstädtischea Theater: Arne- i rican'Girl.— Komische c)per: Der Herr der Welt.— Lustsplelhaus: Die Schauspieler.— Metropol-Theater: Die Straßensängerin.— Neues Operetten- I Theater: Die Königin der Nacht.— Thalia-Theater: Schäm dich, Lotte.— Theater am Rollendorfplatz: Der Vetter aus Dingsda.— Theater des Westens: i Die Braut des Lucullus.— Kleines Theater: Fräulein Iofette— meine l Frau.— Wallner-Theater: Nixchen.— Walkalla-Theater: Die Glocken von Corne- oille.— Theater des Ostens(Rose-Theater): Das Glück der kleinen Leute.— Kasino. Theater: Erzellenz Maxe.~ Neue« Theater am Jos: Das Ewig- Männliche.— Schloßpark-Theater Steglitz: 23. Der �Raub der Sabincrinnen. 24., 26., 27., 29. und 30. Ehe.— 25. und 28. Minna von Barnhelm.— Foiics Eoprice: Ranons Debnt.— Admiralspalast: 24., 26., 28. Die roten Schuhe. 25., 27., 29. und 30. Abrakadabra.— Intimes Theater: Lauf doch nicht immer nackt herum. Die Spelunke. Schauspielhaus Potsdam: 23. und 27. Bun- bury. 24. und 29. Geschlossene Vorstellung. 25. Peer Gynt. 26., 28. und 30. Der Liebesdiplomat. Nachmittagsvorstellungen: Volksbühne: 23., 24. und 30. Der Bauer als Millionär.— Schauspielhaus: 23. Flachsmann als Erzieher. 30. Die Journalisten.— Deutsches Theater: 23. Russisches Gastspiel: Iekatarina Iwa- norona.— Kannnersplele:».«nd 80. Frühlings Erwachen.—»ratze« Schau. spielhans: 23. Die Räuber.— Lessing-Theater: 23. und 30. Die Marquise von Arcis.— Theater in der Königgrätzer Straße: 23. und 30. Salome.— Deut. sches Opernhaus: 23. Fidelio. 29. Figaros Hochzeit. 30. Der Po still on von Lonjumeau.— Gchiller-Theater: 23. und 30. Helden. 26. und 29. Die Stützen der Gesellschuft.'— Neues Volks-Thcater: 23. und 30. Iugendfreuirde. Theater am Kurfürstendamm. 30. IU5 Uhr: Roda Roda. 3 Uhr: Bunburn. — Die Tribüne: 30. Totentanz.— Komodieuhaus: 23. und 30. Die Sache mit Lola.— Berliner �Theater: 23. Die tolle Komteß. 30. Der letzte Wclzer.— Theater: Hans: 23. Die Schauspieler.— Thalia-Theater: 23. und 30. Rumpelstilzchen. — Theater des Westens: 23. und 30. Der ersten Liebe goldene Zeit. 26. Ipbis gerne auf Tauris. 29. Der Jugendfreund.— Kleines Theater: 23. und 3«). Casanovas Sohn.— Wallner-Theater: 23. und 30. Die Tanzgräfin.— Dal- halla-Theater: 23. Sherlock Holms.— Theater des Ostens: 23. Trudchens Sommerreise. 29. Hansel und Gretel. 30. Das Glück der kleinen Leute.— Kasino-Theater: 23. Der Pantoffelheld.— Schloßpark-Theater Steglitz: 23. Uhr: Matinee Kurt Heynicke. 3 Uhr: Hans Huckebein. 30. Hans Hucke« dein.— Admiralspalast: 36. Die roten Schuhe.— Intimes Theater? Rechter Hand, linker Hand. Der Herr, der unverwundbar ist. Eine Liebes» nacht. üruovbvlt» Leinenxwirn .sctiw u. weiß, Stern 0.65 Ersatxoelde. schwarz und arbig. 50 Mtr.- Rolle 0.75 Ma ovo- Sankel 80 100 120 150 0.55 t/,79 0.85 I.OO Baazmroll Halbschuh senke!{ SickeraelUnadcln, 1 Dulzd. aorL,. schwarz u. weiß O.Gfi Wäscheknople la, Dutzend 16 18 20 2i I.OO I.IO 1.25 1.30 24 26 28 1.40 I.60 1.65 1.05 Strcmplstnmmlband. glatt, schwarz, braun und weiß, Meter... 4.26—-.75 Paar t.35— 0.85| Krau sgnmmlb and QruchknOpfe Ptjtu und Meter.. 10.50— 6.50 Kchluor.... Dtz. 0.90 Armblätter m. Gummiplatte. Kähnad. Conio, 25 St. Ü.95 j Paar.... 4.05—3.25 Berlin-Schöneberg- Jfaapistr i G Eleganter M Mantel ans gnifna V.lonr de lulD�Stoff mit � reich). Btfpfrrai Wirk waren Normalhemden«"A, 7075 alle Grössen. 89.60, 34.51, �7 Normalbeinkleider fOr Harr..,«lle GrSwwn TA75 Pur..... 38.00, 20.5O, äU Reform- Beinkleid. für Damen, marinebl. 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