Nr. 284. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage„ Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Oesterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Poft Bettungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508, Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 6. Dezember 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Die Rede, Geehrte Herren! Im Namen meiner hohen Verbündeten heiße ich Sie beim Beginn Ihrer verfassungsmäßigen Thätigkeit willkommen. Sie werden Ihre Arbeit in die neue Stätte verlegen, welche durch zehnjähriges ernftes Schaffen als ein Denkmal vaterländifchen Fleißes ihrer Vollendung entgegengeführt ist. ftreben! wie ich hoffe, noch in dieser Tagung vorgelegt werden können. denen der Volkswohlstand durch mißbräuchliche Benutzung der] Friedensliebe, Solidarität menschlicher Gefühle und börsenmäßigen Formen des Handelsverkehrs ausgesetzt ist. Ein friedlicher Wünsche- und neue Kriegsrüstungen zu Wasser Gefeßentwurf, der den auf diesem Gebiete hervorgetretenen und zu Land. mit welcher der Reichstag offiziell eröffnet wurde, hat Schäden abzuhelfen bestimmt ist, wird vorbereitet und Ihnen, Schutz für die schwächeren Klassen der Gesellschaft folgenden Wortlaut: Daffelbe gilt von einem Gesegesvorschlag, der dem Handels- und Liebesgaben an die Reichen und Steuern, die den und Gewerbestand gegen den Wettbewerb, welcher unlautere armen Mann niederdrücken. Milderung der wirthschaftlichen und sozialen Gegensätze, Mittel nicht verschmäht, Schuh gewähren und damit auf die Festigung des Vertrauens in Handel und Wandel hin- Förderung des Gefühls der Zufriedenheit und der Zusammen wirken soll. gehörigkeit im Volt und ein Knebelgesetz für die stärkste Das finanzielle Verhältniß der Einzelstaaten zum Reich Partei im Reich und für das gesammte klaffenbewußte Möge Gottes Segen auf dem Haufe ruhen, möge die Größe hat sich in einem für die ersteren bedenklichen Umfange verarbeitende Volk. und Wohlfahrt des Reiches das Ziel sein, welches alle zur Arbeit schoben. Während die Einzelstaaaten ein Jahrzehnt lang Man braucht Wort und Handeln nur einfach in seinen Räumen Berufenen in selbstverleugnender Treue an- bedeutende Mehrüberweisungen vom Reich empfingen, ist das neben einander zu stellen, und die tiefe Kluft, Reich gegen särtig genöthigt, zur Deckung seiner eigenen BedürfDiesen Wunsch empfinde ich besonders lebhaft im Hinblick nisse erhebliche Buschüsse von den Einzelstaaten zu fordern. die Schein und Sein in der heutigen Gesellschaft trennt, auf die wirthschaftlichen und sozialpolitischen Aufgaben, welche Diesem drückenden Uebelstande vermögen die Mehreinnahmen wird auch dem blödesten Auge sichtbar. In diesem schroffen unter Ihrer Mitwirkung zur Lösung zu bringen sein werden. aus den Reichs- Stempelsteuern nur zum Theile abzuhelfen. Es Gegensatz zwischen Wort und Handeln offenbart sich die Getreu den Ueberlieferungen der Vorfahren, betrachten meine ist deshalb die Erschließung weiterer Steuerquellen unerläßlich. Berfahrenheit und Unlogik der heutigen Zustände. Die hohen Verbündeten und ich es als die vornehmste Aufgabe des Demgemäß wird Ihnen von neuem ein Gesezentwurf vorgelegt herrschende Politik ist zu einer Praris gezwungen, die sie Staates, die schwächeren Klassen der Gesellschaft zu schützen und werden, welcher die anderweite Besteuerung des Tabats in Aus: in der Theorie verurtheilt. Und damit verurtheilt sie sich ihnen zu einer höheren wirthschaftlichen und fittlichen Ent- ficht nimmt. Nicht minder halten die verbündeten Regierungen fest selbst. Wir legen an den Staat den Maaßstab seiner wickelung zu verhelfen. Die Pflicht, dieses Ziel mit allen Kräften an der Forderung einer organischen Auseinandersetzung des Reichs anzufireben, wird um so zwingender, je ernster und schwieriger und der Einzelstaaten, um die Finanzwirthschaft des Reichs selbst- eigenen Theorien, und mit diesem Maaßstab gemessen steht der Kampf um das Dasein für einzelne Gruppen der Nation ständig zu machen und die Einzelstaaten wenigstens für längere Zeit vor er überführt, seinen eigenen Theorien ins Gesicht zu schlagen. Was von unlauterem Wettbewerb, von den Miquel'schen fich gestaltet hat. Bon der Ueberzeugung getragen, daß es der schwankenden und steigenden Anforderungen zu schüßen. Behufs Staatsgewalt obliegt, gegenüber den streitenden Intereffen der baldiger Durchführung jener durch die föderative Gestaltung Steuerreformen( automatischen oder organischen) und verschiedenen Elemente das Gesammtinteresse des Gemein- Deutschlands gebotenen und zur Aufrechterhaltung finanzieller noch anderen ähnlichen Dingen in der Eröffnungswesens und die Grundfäße der ausgleichenden Gerechtigkeit Ordnung unerläßlichen Reform haben sich die verbündeten Re- rede zu lesen ist, das haben wir in den letzten aur Geltung zu bringen, werden die verbündeten Regierungen gierungen indessen entschlossen, auf die im Vorjahre zu gunsten Monaten schon hundete von Malen gelesen. Auch fortfahren in dem Bestreben, durch Milderung der wirthschaft der Einzelstaaten geforderten Mehrüberweisungen zu verzichten. nicht ein martiger Saz, auch nicht die homöolichen und sozialen Gegenfäße das Gefühl der Zufriedenheit Ich gebe mich der sicheren Erwartung hin, daß nunmehr auf pathischste Dosis eines neuen Gedankens oder einer neuen und der Zusammengehörigkeit im Volte zu erhalten und zu dieser neu gewonnenen Grundlage eine volle Ginigung mit Ihnen Gedankenform tritt uns aus der geistigen Dede dieses, die In den letzten Jahren hat zu meiner lebhaften Befriedigung allgemeine politische Dede und Gedankenlosigkeit der die Zuversicht in die Erhaltung des europäischen Friedens neue herrschenden Klassen treu abspiegelnden Aktenstücks entgegen. Nicht einmal von der Umsturzvorlage wird mit einer Kräftigung erfahren. Getreu dem Geiste unserer Bedürfnisse pflegen wir mit allen Mächten gute und freundliche Beziehungen. gewissen Wärme gesprochen, obgleich sie zu den Gegenständen Zwei uns benachbarte Reiche sind im Laufe der legten Monate gehört, von denen man, weil sie an sich sinnlos sind und von erschütternden Ereignissen heimgesucht worden. Deutschland nur aus der Leidenschaft erklärlich, voraussetzen könnte, hat sich aufrichtig der allseitigen Theilnahme angeschlossen, welche von neuem Zeugniß ablegt von einer Solidarität menschlicher daß in Ruhe sich nicht darüber reden läßt. Welchen Grund immer es haben mag, daß das Gefühle und friedlicher Wünsche. In dem heimgegangenen Kaiser Alexander III von Rußland betrauere ich einen Freund Umsturzgesetz nicht mit dem Etat vorgelegt wurde, die Väter, Pathen und Geburtshelfer des Umsturzgesezes haben jedenund bewährten Mitarbeiter an den Werken des Friedens. Arbeiten einzutreten, gebe ich der Hoffnung Ausdruck, daß diese sie sich eingebildet hatten. Und wenn die Herren GesellGeehrte Herren! Indem ich Sie nunmehr ersuche, in Ihre falls gefunden, daß die Umstürzelei nicht so leicht ist, wie zum Heile des Vaterlandes gereichen werden. Sie mögen Beugniß schaftsretter hinter sich blicken und sehen, was für ein ablegen dafür, daß von der Einmüthigkeit, mit welcher die schlechtes Ende a II' ihre Vorgänger auf der gleichen deutschen Stämme vor nun bald fünfundzwanzig Jahren für die Bahn genommen haben, dann bietet sich ihnen freilich fein Gründung des Reichs eintraten, ihre Vertreter auch bei dem weiteren Ausbau unserer vaterländischen Einrichtungen geleitet ermuthigendes Schauspiel. Es ist ihre Zukunft, die sie da schauen. Und wir werden unser Möglichstes thun, daß werden. Die Rede ähnelt allen derartigen Attenstücken. Schön- ihr Schicksal fich bald erfülle. tlingende Gemeinpläße, denen der Inhalt widerspricht Wortgebilde und Thatsache in diametralem Gegensatz. fördern. Soll aber dieses Bestreben, bei welchem ich Ihre rückhaltlose Unterstützung erhoffe, in seinem Erfolge gesichert werden, so erscheint es geboten, dem verderblichen Gebahren Derjenigen wirksamer als bisher entgegenzutreten, welche die Staatsgewalt in der Erfüllung ihrer Pflicht zu stören versuchen. Die Er fahrung hat gelehrt, daß die bestehende Gesetzgebung nicht die erforderlichen Handhaben hierzu bietet. Die verbündeten Regie: rungen erachten deshalb eine Ergänzung unseres gemeinen Rechtes für geboten. Es wird Ihnen unverzüglich ein Gesezentwurf vorgelegt werden, welcher vornehmlich durch Erweiterung der geltenden Strafvorschriften den Schuß der Staatsordnung verstärken will. Ich hege die Zuversicht, daß Sie für diese ernste Aufgabe Ihre thatkräftige Mitwirkung gewähren werden. Die feit Einführung der Reichsjustiz- Gesetze gesammelten Er fahrungen haben Mängel der Straf- Prozeßordnung und der mit ihr im Zusammenhang stehenden Theile des Gerichts- Verfassungsgesetzes ergeben. Behuss ihrer Beseitigung wird Ihnen ein Gefeßentwurf vorgelegt werden, in deffen Rahmen zugleich die Entschädigung unschuldig Verurtheilter ihre Regelung finden soll. Die Untersuchung der Börsenverhältnisse durch die dazu eingesetzte Kommission hat gezeigt, daß die bestehenden Einrichtungen nicht ausreichen, um die Gefahren abzuwenden, Feuilleton. Im Exil. ( Nachbruck verboten.] 20 Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersetzung von Marie Kunert. Sie erkennen sie nicht? sagte Henri. Das junge Mädchen winkte ihm zu, er möchte schweigen. Aber, das ist ja Annette, Fräulein Annette vielmehr. Welch reizende Ueberraschung! rief René, wie wenn ihm plöglich eine Erleuchtung gekommen wäre. erzielt werden wird. war alles, was René beim ersten Blick an seiner veränderten Nach barin zu gewahren glaubte. liegen zu laffen, geworden? Das Eis war plöglich geschmolzen unter dem holden Blick Annette's wie Aprilschnee unter den warmen Strahlen der Sonne. Zweifellos war Bilder aus längst vergangener Zeit stiegen vor ihm seine Gegenwart der verliebten Rosa nur zu angenehm. auf, als er in seiner Erinnerung das Mädchen suchte, wie Dafür war sie aber Herrn Jules de Marnand gewiß in er es früher gekannt hatte. Er dachte laut und sagte demselben Grade unangenehm. Das glich sich also aus. träumerisch: Jules und ich werden rudern, fuhr Henri fort. Wie sonderbar ist doch der Zufall! Erinnern Sie Sie, mein lieber Lehrer, werden gefälligst mit den sich, daß die fünf Menschen, die sich heute auf diesem Damen auf dem Rücksitz Platz nehmen. Wir vertrauen Boote zusammengefunden haben, früher einmal- es ist Ihnen das Steuer an. schon lange her auch in demselben Weltwinkel vereint waren? Annete entgegnete ungestüm: Ob sie sich noch daran erinnerte! Ja, gewiß! Es war zur Weinernte im Jahre 1871! In ihrem Weinberg la Pierrette! Welch reizender Tag damals, nicht wahr? Und plötzlich, als sie fühlte, daß sie bei dem Gedanken an einen gewissen Kuß roth wurde, schwieg sie wieder und wandte sich ab, um ihre Unruhe und Freude zu verbergen. Er hatte es also auch nicht vergessen! Er begrüßte ihn freundschaftlich. Dagegen war er nicht sehr angenehm überrascht, als er seine zärtliche Freundin, Fräulein Rosa Krang, und Jules de Marnand erkannte, Der stolz und geckenhaft wie immer in einen weißen Flanell- So geschah es. René begab sich auf seinen Poften mit anzug gehüllt war. Aber wer war denn die vierte im Rosa Kranz zur Rechten, was ihn beunruhigte, aber mit Bunde, diese hübsche Blondine, die ihn mit rofig über- Annette zur Linken, was ihn wieder tröstete. Während das hauchten Wangen und einem geheimnißvollen Lächeln um Boot abstieß, konnte er das junge Mädchen betrachten. Ja, ben Mund anschaute? Zögernd grüßte er. das war die kleine Annette, und doch war sie es auch nicht mehr. Sie war klein und zierlich geblieben und sah so weit jünger aus, als sie war. René rechnete nach, daß sie jetzt neunzehn Jahre alt sein müffe. Man hätte sie aber höchstens auf sechszehn Jahre geschätzt. Frisch wie der junge Morgen erschien sie in ihrem rosa und blauen Leinenkleide, ihrem Und er sprang an das Ufer und ging auf das junge großen mit Winden geschmückten Strohhut. Dabei hatte Mädchen zu. Mit ausgestreckter Hand trat sie ihm ent- fie noch immer die alte entschlossene Miene, den lachenden gegen. Er nahm sie in die seinige, und für einige Mund zwischen den Grübchen. Noch immer umgab das scheiden, so ganz in sich selbst versunken, so wenig aufGefunden betrachteten die beiden sich voll stummer, zärt- lockige Haar ihren Kopf wie mit einer goldenen Wolte. fallend in ihrem Wesen, daß er darüber ganz erstaunt war. licher Neugier. Nur ihre Lebhaftigkeit war jetzt in Zurückhaltung gemäßigt. Er hatte sie von der ersten Minute an falt behandelt Jetzt laffen wir Sie nicht mehr los, sagte Henri zu Ihre haftigen Bewegungen, ihre zart gebauten Glieder und sie kaum eines Blickes gewürdigt. Jetzt nahm er sich René. Wir haben den einsamen Kahnfahrer, der uns hatten etwas anmuthig Weibliches angenommen. Ihre vor, sie näher anzusehen. In der That, sie hatte sich sehr gerade in den Wurf tam, angerufen, um ihn zu fragen, Augen besaßen noch denselben Liebreiz, sie waren nur un- verändert! Diese bescheidene Kleidung, dieses auf wahrwann er uns sein Boot überlassen würde. Jegt werden wir ergründlicher geworden. Ihre ganze Erscheinung athmete scheinlichere Proportionen zurückgeführte Chignon, diese Abden Kahnfahrer umherrudern. Anmuth und wieder Anmuth. Aber unter all dem schlug wesenheit aller Prätentionen und Koketterien, diese Miene, ein leidenschaftliches Herz, das ihrem ganzen Wesen etwas die stets um Verzeihung zu bitten schien, diese diskreten von dem berauschenden Duft einer zarten Blüthe gab. Das Manieren! Was war denn eigentlich geschehen? Gine René wehrte sich dagegen, jedoch nicht sehr ernstlich. Was war aus seinem Entschluß, diese Störenfriede links Zum Glück hatte René gerade einen etwas boshaften Blick auf die arme Rosa geworfen, die auch ihre Gründe hatte, sich dieses Tages zu erinnern. Er sah sie so be= I»r Diskussion «der>rn Frankfurter Partritaa. AlS Antwort auf die Artikelserie des Genossen Bebel liegt die folgende Erklärung in der„Münchener Post' vor: „Die„Münch. Post' hat, um die Leser zu informiren, gestern die gesammten Antwort-Artikel Bebel's in einer eigenen Beilage tmtgetheilt. Unsere Leser und Parteigenossen brauchen nicht zu fürchten, daß nunmehr etwa Vollmar seinerseits oder die Redaktion ihrestheils von dem Rechte einer Erwiderung einen }u weit gehenden Gebrauch machen werden. Jedes Ding hat ein Maß, und wenn der Bebel'sche Streit für uns schon von Anfang nichts weniger als kurzweilig war, so ist seine weitere Enl- Wickelung wahrlich nur geeignet, im Leser den Wunsch nach schnellst- möglicher Beseitigung dieser ebenso unerquicklichen als uninter- rfsanten Geschichte aus den Spalten unseres Blattes unwiderstehlich zu machen. Und wir unsererseits können diesem Wunsche umso leichter folgen, als Form, Ton und Inhalt der Bebel'schen Artikel uns jeder eingehenden Antwort überheben und uns au wenige kurze Bemerkungen beschränken lassen. Bebel klagt über persönliche Angriffe. Und doch weiß jeder, daß es gerade Bebel war, der, sowie er den Streit überhaupt von» Zaun brach, ohne jede Veranlassung Vollmar persönlich auf das S ch onungsloseste— sprach er doch vom„Ferligwerden' mit ihm— angriff und denselben so wider seinen Willen in die Debatte zog. Nun, da Bebel die provozirte Antwort er- halte», beklagt er sich und gebraucht gegen seinen Widerpart eine reiche Sammlung auserlesener, schmückender Worte, wie: lächerlich« Tiraden, unwürdige Insinuation, niedrigste Gesichts- punkte, schmutzigste Motive, elende Verdächtigungen, bewußte Unwahrheit k. Wenn von jemand, der auf Lebensart hält, gegen einen andern e i n derartiges Wort angewendet wird, so pflegt dasselbe das brennende Gefühl verletzten Ehrgefühls hervorzurufen und dem Getroffenen die Forderung nach entsprechender Genugthuung aufzudrängen. Wenn aber jemand gleich eine ganze Fluth von Beleidigungen ausgeschüttet, dann zeigt er nur, daß dies zu seinem Stil gehört; und der Betroffene nimmt die Sache mehr wie ein körperliches Unbehagen, gegen das sein inneres Fühlen uncmpfind- lich zu sein hat. Daffelbe gilt auch für all' das, was Bebel an Aeußeruugen der Gegner über Vollmar diesem aufzumutzen sucht; namentlich aber die Geschichte von dem geheimnißvollen Bekannten Bebel's, der mit den Berliner Regierungskreisen in intimer Ver- btndung steht und mit dem sich Bebel über seine eigene Partei unterhält. Wir brauchen derlei und ähnlichen halbausgesprochenen Dingen nicht erst den verdienten Namen zu geben.-Je srei- gebiger Bebel mit Zuthaten von diesem und ähnlichem Kaliber war. desto magerer ist der eigentliche Kern seiner Ausführungen ausgefallen. Es ist ihm vor allem die Unvereinbarkeit seiner Stellung vor und nach dem Parteitag vorgeworfen worden. Was antwortet Bebel auf diese von ihm selbst als zutreffenden» falls ausschlaggebende Anklage? Derselbe Mann, der in seiner Berliner Rede behauptete, daß die„Verwäfferung" seit Erfurt 1891 systematisch gepflegt worden sei und immer mehr Anhänger gewonnen habe. — er will uns jetzt plausibel machen, daß er bis zum Frankfurter Parteitag keine Ahnung von dem Unheil gehabt habe, daß sogar die Regierung darüber besser alS er unterrichtet gewesen sei, und daß mithin ull' das Material für sein ver- ändertes Austreten erst aus den letzten paar Wochen stamme! Bebel hatte behauptet: er habe Symptome, daß systematisch auf die Bildung einer eigenen bayerischen Sozialdemokratie hm- gesteuert wird. Nach Beweisen gefragt, weiß er kein Wort zu sagen. In bezug auf das traurige Vorwerfen der den Bayern aus der Parteikaffe zur Verfügung gestellten Gelder aber antwortet er mit der Unwahrheit, daß nicht er, sondern Grillen- berger angefangen habe; während man doch blos seine eigene Berliner Rede zur Hand zu nehmen braucht, um das Gegentheil zu erfahren.' Wir denken, das Gesagte genügt, um unseren Lesern be- greiflich zu mache», wie wenig Lust wir haben können, ein« derart geführte Auseinandersetzung weilerzuspinnen, auch nehmen wir an, daß unsere Genossen sich längst ihr Urtheil �e- bildet haben. Im übrigen ist die Sache für uns in München durch die Entscheidung der große»„Orpheums'-VersammlMß im w e senk- lichen erledigt. Und wie wir hoffen, daß der ganze Streit im allgemeinen baldigst ein Ende nehmen möge, so werden wir unserseits— und darin ist tnit uns auch Vollmar einverstanden, in dessen Namen wir Mitsprechen— von heute an nur mehr soweit zurückkommen, als es zur Abwehr von Unrichtigkeiten nöthig sein sollt» Damit stirb wir vorläufig fertig; die Besprechung deS geringen Revolution, von der Rene nichts wußte. Nach der heftigen Abfertigung, welche der junge Mann ihrem letzten Ansturm aus seine Person entgegengesetzt hatte, bekam sie zuerst einen An« fall von Derzweiflnng, dann erwachte sie plötzlich zur Vernunft. Sie sah ein, daß sie ihr dreiunddreißigstes Jahr überschritten hatte, sie erklärte sich damit für besiegt. Es war vorbei mit ihren armen, sterbenden Tränmen. Sie sagte damit der Hoffnung auf einen Gatten, sowie den feuerrothen Bändern, den auffallenden Toiletten, den einladenden Blicken für immer Lebewohl. Wäre nicht in ihren Bc- wegungen noch immer manches übrig gewesen, so wäre ihr Benehmen jetzt vollkommen gewesen. In dem alten Mädchen, das resignirt hatte, erschien das gute Geschöpf, das sie von Grund auS war, wieder, und mit einer noch halbunruhigen Befriedigung stellte Rens die Wirkung fest, ohne die Ursache zu kennen. Er richtete einige höfliche Redensarten an sie, die ohne Koketterie aufgenommen wurden. Entschieden konnte er nun beruhigt sein. Indessen fuhr er fort, mit Annette in der Vergangenheit umherzustreifen. Erinnern Sie sich, sagte er, der Zeit, als Sie noch unser kleines Blumenmädchen waren? Meine Mutter hat ihre kleine Schweizer Freundin oft vermißt! Und Annette erwiderte mit leisem Beben in der Stimme: Ich auch, ich habe so oft an Ihre Mutter gedacht. „An Sie" hätte der Wahrheit mehr entsprochen. Aber sie hätte sich geschämt, es zu sagen; und nun beeilte sie sich wieder, an irgend eine Episode aus früherer Zeit zu erinnern:. Was für ein Trotzkopf war ich damals! Meine arme Rosa, wie habe ich Sie gequält! Dann erzählte sie von ihrem Leben in der Pension, ihrer tödtlichen Langeweile dort, der unerträglichen Länge der Jahre. Um sich zu zerstreuen, hatte sie eine Menge von nützlichen und unnützen Dingen, Gesang, Deutsch, Tanzen, Geschichte, sowie die Kunst, Kuchen zu backen und sich gerade zu halten, gelernt. O, sie wisse jetst sehr viel, sagte sie mit silberhellem Lachen. Doch jetzt wäre alles vorüber. Seit vierzehn Tagen wäre sie zurückgekehrt, sie wäre zufrieden, sehr zufrieden sogar, daß sie nun nicht wieder abzureisen brauche.(Fortsetzung folgt.) sachlichen Inhalts, welcher mit der Frage im Zusammenhang stehl, behalten wir uns für eine uns paffend ericheinende Zeit vor. Wir hoffen dadurch im Interesse unserer Leser wie im allgemeinen Parteiinteresse zu handeln." VolttiMis AeveoNckit. Berlin, den 5. Dezember. Aus dem Reichstag. Zum letzten Male fanden sich heute Nachmittag 4 Uhr die Reichsboten zu einer Sitzung im alten Reichstags-Gebäude zusammen. Der alte Sitzungs- saal, in dem die Beschlußunfähigkeit zu den ständigen Er- scheinungen gehörte, er war heute mit Abgeordneten über- füllt. Ganze 333 Mann waren beim Namensausruf an- wesend, eine Präsenz, welche in dieser Höhe bisher nur bei ganz außergewöhnlichen Auläffen erreicht worden ist. Am Bundesrathstisch saßen.eine ganze Reihe preußischer Vertreter, während die„Bank der Kleinen" recht spärlich besetzt war. Der Stuhl, der bisher von den martialischen Figuren der beiden ersten Kanzler, Bisniarck und Caprivi, eingenommen wurde, er war heute von einem kleinen, der äußeren Erscheinung nach fast un- ansehnlichen Manne besetzt— es war dies der neue Kanzler Fürst von Hohenlohe. Der Kanzler war— auch eine neue Erscheinung auf diesem Platze— im Z i v i l a n z u g er- schienen. Neben dem Kanzler hatte Herr v. Bötticher Platz genommen, dessen sehr wohlgenährte Gestalt neben dem schmächtigen Kanzler sich noch mehr hervorhob, als dies früher schon der Fall war. Der Herr Präsident von Levctzow ließ zunächst die dem Reichstag bereits zugegangenen Vorlagen zur Kenntniß des Hauses bringen, wobei sich zur allgemeinen Ueberrafchung herausstellte, daß die Umsturzvorlage sich noch nicht unter den Eingängen befindet. Die Verhandlungen dürften also zweifellos mit dem Etat beginnen, der im ganzen Umfange bereits zur Vertheilung gelangt ist. Außerdem liegen dem taufe die bei Beginn jeder Session üblichen schleunigen nträge auf Aussetzung des gerichtlichen Verfahrens gegen diverse Abgeordnete vor. Von unserer Fraktion sind zunächst die Genoffen Schippe! und Herbert bei diesen An- trägen betheiligt, es werden aber noch einige Nachzügler dazu kommen. Nach Erledigung dieser Punkte widmete der Herr Präsident dem Abschiede aus dem Hause einige Worte. Der Redner erinnerte daran, daß, als vor mehr als 20 Jahren das Hans in der Leipzigerstraße bezogen wurde, die Grund« lagen des Reiches bereits geschaffen waren, daß aber der Ausbau der Reichsgesetzgebung sich in den Räumen voll- zogen hat, die der Reichstag jetzt zu verlassen im Begriffe steht. Von den Abgeordneten, welche seinerzeit mit in das Haus einzogen, gehören heute noch 21 dem Reichstage an. Darunter von den Sozialdemokraten Genosse Bebel. Uebcrraschen mußte es, daß der Redner Yg unterließ, als er von der Begründung des Reiches sprach, bei dieser Gelegenheit auch der„Paladine" zu gedenken, die bei der Gründung mitgeholfen haben. Uns sollte es wundern, wenn diese Unterlassung in Friedrichsruhe nicht eine arge Ver- schnnpfung im Gefolge habe., sollte. Sonst war die Abschiedsrede ebenso einfach, wie warm empfunden und vor- getragen. Für unsere Partei knüpfen sich an daS Haus in der Leipzigerstraße reiche Erinnerungen. Als eS vom Reichstag seinerzeit bezogen wurde, befand sich ein einziger Sozial- demokrat unter den Abgeordneten; heute beim Auszug zählt unsere jFraktion 46 Mann. Und doch wurde gerade in diesem Hause das Schandgesetz vom Oktober 1878 aus- geheckt, das bestimmt war, uns zu vernichten. Und als die Peitsche sich als wirkungslos erwies und man es mit dem Zuckerbrot versuchen wollte, da war es daffelbe Haus, in dem die Werke des„praktischen Christenthums", die sogenannten Sozialreform-Gesctze berathen und beschlossen wurden. Unsere Parte, blieb, trotz all' dieser Maßnahmen zur Beseitigung der Umsturzgefahren, was sie war und sie wird bleiben, was sie ist, obgleich zu den ersten gesetzgeberischen Aufgaben im neuen Palast am Königsplatz die Berathung einer frischen Umsturzvorlage gehören wird. Unsere Partei sieht mit frohem Muthe den Kämpfen der nächsten Wochen entgegen; einig und geschloffen werden DieKettenschlachtmldMeKimvern. Als wir gestern Abend zur Beleuchtung der Kieler Kaiserrede unsere Erinnerungen an die Kämpfe der Kimbern und Teutonen mit den Römern ausgekramt hatten, „ahmen wir uns vor, um unsere Angaben zu veriflziren, andern Tags sofort nähere Untersuchungen anzustellen. Wir sahen in Mommsen's römischer und Ranke's Weltgeschichte nach und fanden keine näheren Angaben über die Ketten- schlacht. Wir durchstöberten den Livius, Julius Cäsar und selbst Cornelius Nepos— nicht?! Da verfielen wir auf den Plutarch. Wie konnten wir auch nicht gleich an Plutarch denken; war er doch die Lieblingslektüre des großen Räubers und Umstürzlers Karl Moor, der ihm ein Denk- mal gefetzt hat, dauernder als Erz, in den Worten:„Mich ekelt vor diesem tintenkleckseuden Säkulum, wenn ich in meinem Plutarch lese von großen Menschen!" Da fanden wir denn in der Lebensbeschreibung des Marius, waS wir suchten. Zunächst müssen wir etwas be- richtigen; wir haben die beiden Entscheidungsschlachten, die den deutschen Heerhaufen den Untergang brachten, mit ein- ander verwechselt. Die Keltenschlacht war nicht die Schlacht bei Aquae Sextiae, wo die Teutonen und Ambronen durch Marius vernichtet wurden, sondern die Schlacht„auf den Raudischen Gefilden" bei Der- cellae, wo 101 v.Chr. die Kimbern ihren Untergang fanden. Die fragliche Stelle lautet, nachdem erzählt war, wie der Feld- yerr Catulus, der Kollege des Marius, zuerst mit den Kimbern zusammenstieß und sie schlug: „Aus dieser Seite wurde also der größte und streitbarste Theil der Feind« niedergemacht; denn um nicbt getrennt zu werden. Halle sich daS erste Glied mit langen Kelren, die an den Gürteln befestigt waren, zusammengedunoen." Thatsache ist also jedenfalls, daß die Kettenschlacht eine Niederlage war. Wir haben uns auch noch bemüht ausfindig zu machen. ob irgendwo etwas von dem Brauche dieser alten Heiden erzählt wird,„vor der Schlacht Gott die Ehre zu geben, indem sie zuerst beteten". Aber im Plutarch war nichts davon zu cntvecken. Aus sonstigen klassischen Schrift- 'tellern wissen wir nur, daß die Germanen bei Beginn der Schlacht einen Kriegkgefang anstimmten, der den ver- unsere Reihen dieselben aufnehmen. Ob unsere Gegner unS eine ebenso geschloffene Phalanx werden entgegen stellen können!?— Dank vom Hause—'in der Leipzigerstraße. Womit Du gegen Andere gesündigt hast, damit sollst Du gestrast werden— an dieses Bibelwort mag Bismarck gedacht haben, als ihm die Rede telegraphirt ward, mit welcher der langjährige Präsident des Reichstags, Herr v. Levetzow, von dem alten Reichstagsbau in der Leipzigerstraße Abschied nahm. In dieser Rede, die der Gründung und gesetz- geberischen Festigung des Reiches schwungvoll gedachte, ward von Vielem und von Dielen gesprochen. Der Name Bismarck wurde nicht erwähnt. Fürst Bismarck, der selber nie das Gefühl der Dankbarkeit kannte, hat, ivie es scheint, auch das Talent, Anderen, denen er nützlich ge- wesen, die Dankbarkeit zu nehmen. Doch so von de» eigenen Leuten vergessen zu sein, das mag er bitter empfunden haben. Die Nemesis straft den, der ihrer pottete, doppelt gründlich.— Ueber»infreiwillig aus dem Reichstag Abwesende schreibt das„Berliner Tageblatt": „Drei Mitglieder des Reichstages sind aus„zwingenden Gründen" heute verhindert, an der feierlichen Eröffnung des Neichshauses lheilzunehmen: A h l w a r d t, der im vorigen Jahre von sich selbst sagte:„Ich hatte das Bedürsniß, gewählt zu werden. iveil ich wünschte, daß ich hier sei; und heut« sehe ich uin so mehr ein, daß ich hier durchaus eine Nothwendigkeil bin." teute wird er in Plötzcnsee zurückgehalten, wo auch Herr tadthagen augenblicklich die Beleidigung eines Richters sühnen muß. Als Dritter im Bunde ist endlich Herr Leu« zu nennen, der in Hannover in Untersuchungshaft gehalten wird. Wenn das„Berliner Tageblatt" unseren ehrenhasten Genossen Stadthagen in unmittelbare Verbindung mit dem in einer sehr schmutzigen Ehescheidungssache wegen Meineids verhafteten Herrn L e u ß bringt, so kann»nan von jenem sauberen Blatt wohl nichts besseres erwarten.— Die Umsturzvorlage ist währe>id der Sitzung beim Reichstags-Bureau eingegangen, wie der Präsident v. Levetzoiv in einer Zusammenkunft des Seniorenkonvents mittheiüc. Ueber den Inhalt der Vorlage ist uns z. Z. noch nichts näheres bekannt.— Die Umsturzvorlage enthält nach der„Franks. Zeitung" drei Artikel. Der Art. 1 enthält: 1. Aenderungen des Straf» gesetzbuches, zunächst des tz III desselben, wodurch die Auf- forderung zu Verbrechen und strafbaren Handlungen mit Gefängniß bis zu drei Jahren bestraft werden kann und auch die- jenigen Personen bestrafl werden, die ein gemeingefährliches Ver- gehen anpreisen oder als erlaubt darstellen; 2. eine Erweiterung des tz 112, der die Verleitung von Soldaten und Militärpersonen mit schärferen Strafen bedroht, wenn dabei Bestrebungen hervortreten, die auf den Umsturz der Staats- gewalt gerichtet sind; 3. wird§ ILb, der von der Androhung eines gemeingefährlichen Verbrechens handelt, auf die B e- drohung mit Verbrechen überhaupt ausgedehnt; 4. wird durch einen neuen Paragravhen die Bestrafung des Komplotts vergesehen, daS darauf gerichtet ist, den Umsturz der S-natsordnung herbeizuführen; ö. wird§I30dahin erweitert, daßPersonen bestraft werden, die Religion, Monarchie, Familie, Ehe und Eigen« thum in einer den öffentlichen Frieden gefähr- denden Weise durch beschimpfende Aeußerungen angreifen.— Artikel 2 betrifft die Disziplinirung von Offizieren und Unteroffizieren des Beurlaubtenstandes. Diese sollen ihrer Stellungen ent- hoben werden, sofern sie wegen Verletzung der Strafbestimmungen iin Abschnilt 6 und 7 des Strafgcjetzbuches, also wegen Wider- standes gegen die Staatsgewalt, und wegen Verbrechen und Ver- gehen»vider die öffentliche Ordnung mit inindestens 3 Monaten Gefängniß bestraft sind.— Artikel 3 betrifft die vorläufige Beschlagnahme von Preßerzeugnissen im Falle deS Vergehens wider die oben eriväynten tz III, 112 und 130. Moloch geständig— diesen Titel sollte ein Artikel tragen, den die„Kölnische Zeitung" dieser Tage in höherem Auftrag veröffentlichte. Der Artikel richtet sich gegen unsere neuliche Notiz, die, anknüpfend an die Berathungen der französischen Budgetkommission, auf arund der dort vorgebrachten amtlichen Zahlen, den Beivns lieferte, daß das alle Argument unserer Patrioten und Militaristen: Die Franzosen hätten für die Armee viel mehr Geld aus- gegeben als die Deutschen, und sie seien überhaupt, ,vo es sich um die Wehrhaftigkeit des Landes handele, weit opfer- wohnten Römerohren rvie ein abscheuliches Geheul erklang. Da müssen also wohl Kaiser Wilhelm II. besondere historische Quellen zugängig gewesen sein, aus denen hervorgeht, daß die Kimbern und Teutonen irgend welche gottesdienstkiche Handlungen vor Beginn der Schlacht verrichtet haben, die sich mit dem modernen Worte„Gebet" bezeichnen lassen. Nun hat aber die Geschichte der verkelteten kiin krischen Schlachthaufen bei Bercellae noch einen Haken. Während die Teutonen, die bei Aquae Sextiae geschlagen wurden, aller Wahrscheinlichkeit nach echte Germanen waren, haben neuere Forschungen eS mit fast ebenso großer Wahr- scheinlichkeit feitgestellt. daß die K i m b e r n gar keine Germanen, sondern Kelten waren. Dafür giebt es schon Anhaltspunkte bei den alten Schriftstellern: Der Namen des Königs Bojorix war unzweifelhaft keltisch, ferner wurden keltische Kundschafter inS timbrische Lager geschickt, weil sie die Sprache der Barbaren verstanden. Man hatte die Kimbern bisher aber dennoch für Germanen gehalten, weil ihre Heimath, die jütische Halbinsel, später, zur Zeit des Tacitus, von Germanen beivohnt wurde und innerhalb rein- germanischen Gebiets lag. Aber gerade dieser Umstand sprichtbci dem Heuligen Stande der»Mschichtlichen Forschungen für den keltischen Ursprung der Kimbern. Denn es steht jetzt fest, daß in vorgeschichtlicher Zeit daS ganze westliche Teutschland von Kelten bewohnt wurde. Nichts ericheint also natürlicher, als daß die Kimbern der letzte in den jütischen Winkel getriebene Rest dieser Kelten»varen, die nun schließlich auch noch vor den unablässig vordringenden Germanen weichen mußten und im Bunde mit einigen germanischen Stäminen ihre ziellose räuberische Wanderung nach dem Süden antraten. Schließlich findet sich der kimbrische StammeSname auch noch unter den keltischen Briten; die britische Landschaft Cnmberland hat von ihnen den Namen. Somit sind wir denn vollkommen berechtigt, unsere germanischen Altvordern von dem Verdacht, als ob sie sich dieser barbarischen und unfreien Kampfesiveise des Zu- sammenschließens mit Ketten bedient hätten, zu entlasten. Um so treffender wird die Nutzanwendung, die wir unserer- seitS gestern aus der Kettenschlacht einerseits und der ur- germanischen PolkSfreiheit andererseits gezogen haben, daß die Freiheit eines Volkes beste Wehr und Waffe ist. williger als die Deutschen, daß dieses Argument ein Lügenmärchen ist. Die„Kölnische Zeitung' vermag nicht die von der sranzösischen Budgetkommission fest- gestellten Ziffern und unsere Schlußfolgerung zu wider- legen. Sie läßt das„Lügenmärchen" auf sich und ihren Hintermännern sitzen, giebt a l s o z u, daß eins der H a u p t a r g u m e n t e der Ver- treler des Militarismus ein„Lügenmärchen" war; und sie springt plötzlich, wie ein Zirkusreiter von einem Pferd auf das andere,— auf ein anderes Lügenmärchen, nämlich: daß Deutschland für militärische Zwecke mehr Opfer zu bringen gezwungen sei, als Frankreich. Gründe hat der Verfasser nicht— nur Behaup« t u n g e n. Er und seine Brotgeber sind von ihrem mili- taristischen Standpunkt aus überzeugt, daß unsere deulsche Heeresoraanisation immer ausgedehnt, immer ver- stärkt werden muß. Welcher Fach- und Zunftmilitär wäre nicht dieser Ueberzeugung? Wir dagegen sind„über- zeugt", daß die„Behauptungen" der Militaristen falsch sind — und unsere„Ueberzeugung" und unsere„Behauptungen" sind a n s i ch genau so viel werth, wie die.Ueberzeugung' und die„Behauptungen" der Militaristen. Wir wissen aber, daß der Militarismus gemeinschädlich und mit den Interessen unseres Volkes unverträglich ist. Doch das haben wir jetzt nicht zu beweisen.- Und für heute ist es uns genug, daß die Vertreter des Militarismus eins ihrer Hauptargumente, ein im Laufe der Jahrzehnte tausendmal geltend gemachtes Argument, als„Lügen- märchen" preisgegeben haben. Wann wird ihnen das nächste„Lügenmärchen" an den Röckschößen hängen?— Vereinheitlichung der Arbeiterverficherung. Die Mittheilung, daß im Reichsamt des Innern eine einheit- liche Organisation der Kranken-, Unfall- und Jnvaliditäts- Versicherung in Aussicht genommen sei, bestätigt sich nicht. Die Todesstrafe. Das österreichische Abgeordneten- Haus lehnte heute in der fortgesetzten Svezialdebatte des Strafgesetz- Entwurfes den Antrag auf Aufhebung der T o d e s st r a s e mit 148 gegen L6 Stimmen a b. Wir nähern uns, wie man aus diesem Stimmen» verhältniß ersieht, immer mehr barbarischen Zeiten. Zum Galgen gehörte früher das Rad, vielleicht führt die Bour- geoisie, bleibt sie noch einige Zeit an der Herrschaft, auch das Rädern, Vicrtheilen und die Folter wieder ein.— Auch eine Folge der österreichischen WahlrechtS-Ve- wegung. Der„Frankfurter Zeitung" wurde das Postdcbit für Oenerreich entzogen. Veranlaffung hierzu waren jedenfalls die trefflichen und dem Wiener Kabinete wenig schmeichelhaften Mit- theilungen des Wiener Korrespondenten des Blattes über die Wahlrechtsbewegung und die Verschleppungstaktik der Regierung, welche durch häufigen Abdruck in der Wiener„Arbeiter-Ztg." 'weiteren Kreisen in Oesterreich bekannt wurden.— Keine Ausdehnung des Arbeiterschutzes in der Schweiz. Genosie Vogelsanger hatte im schweizerischen Nationalrath beantragt, d«e Dauer des für die Fabriken giltigen Normalarbeitstags von 11 auf 10 Stunden herab- zusetzen. Dieser Antrag wurde mit alle» gegen vier Stimmen abgelehnt. In der gleichen Sitzung wurde der Bundesrath beauftragt, die anderen Industriestaaten zu Verhandlungen über die internationale Regelung der Ar- beiterschutz-Fragen anzuregen.— Tie Verstaatlichung des Betriebes der normal- spurigen Eisenbahnen wurde im schweizerischen Nationalrath beantragt.— Tie sozialistischen Tepntirten der belgischen Kammer begründeten ihren Antrag auf A m n e st i- rung der wegen politischer und Streik- Vergehen V e r u r t h e i l t e n. Der Justizminister Begerem ersuchte die Kammer im Namen der Regierung, den Antrag nicht in Erwägung zu ziehen.— Die belgische Kammer hat mit 79 gegen 41 Stimmen den Antrag unserer Parteigenossen abgelehnt.— Programm der belgischen Radikalen. Paul Janson hielt am S. Dezember Abends in Lültich bei Gelegenheit eines Festessens zur Feier des zweijährigen Bestehens des dortigen progresfistifchen radikalen Organs L'Exprvs eine große Pro« g r a m m r e d e. Nachdem er die Niederlage fast aller seiner Parteifreunde bei den letzten Wahlen als einen jener Schicksals« fchläge besprochen, die im politischen Leben so häufig seien, feierte er in enthusiastischen Worten den von dem allgemeinen Stimmrecht trotz seiner Aerquicknng mit dem Pluralstimmen- System errungenen Sieg, welcher der geschlossenen Bourgeoisie- klaffe die Herrschaft entreiße. DaS allgemeine Stimmrecht werde jetzt auch für die Provinzial- und Gemcinderalbs-Wahlen zur Geltung kommen müsien. Wenn im ganzen Lande die Wähler ihr« Pflicht gethan hätten wie in Luttich, so wäre der Klerikalismus gestürzt worden. Wir müsten mit der Arbeiterpartei vereint vorgehen. Was den K o l l e k« tivismus anbetrifft, so sei derselbe wohl in vielen Be- ziehungen utopisch, aber eS solle doch anerkannt werden, daß das Eigenthumsrecht und das Zivilrecht dringend einer Aencerung bedürftig sind. DaS Erbrecht müsse revidirl werden, das Recht der Kinder aus daS Besitzthum des BaterS sei zu respekliren, aber im allgemeinen befinde sich die Arbeit im Nachtheile gegenüber dem Kapital. Die eigene Arbeit soll de» Menschen dereichern, nicht aber die Spekulation und die un» gereckte Ausnutzung der Arbeit anderer. Die B o u r g e o s t e muß in sich geben und ihre Fehler anerkennen. Beim Schlüsse der Rede wurde die Marseillaise gespielt. Ungefähr -wo Personen wohnten dem Bankett bei, dem die S o z i a l« st e n serngeblieven sind. Aus Italien schreibt man uns: Während Tag für Tag aus allen Provinzen Italiens An- klage- Erhebungen und Vorladungen von Vorsitzenden und Beamten der aufgelösten sozialistischen Vereine und Verbände gemeldet werden, hat Crikpi im Angesicht des morgen in Rom zusammentretenden Parlaments seinen Präfeklen einen Wink gegebe», mit den sozialistischen und republikanischen Abgeordneten vorsichtig zu verfahren. Den Fall Badaloni und die Absetzung des Präfeklen Pennino hat der„Vorwärts" bereits gemeldet. Was die bürgerlichen Zeitmigen verschweigen, ist, daß dieser Präfekt als wahres Musterbild der Erlspinischen Wirlhschast durch seine Brutalität und seinen anstößigen Lebenswandel schon früher und seit Iahren die Entrüstung der Bürger erregt hat; er ist als Gewohnheitssäufer bekannt und berüchtigt.— Infolge deS erhaltenen Winkes ist der Abgeordnete Prampoltni gestern vom Appellgericht in Reggto Emilia, an da? er Berufung wegen seiner Verurtheilung zum Zwangswohnsty eingelegt Halle, vorläufig freigesprochen worden, da daS Gericht die Auiorisation der Kammer für gesetzlich nolbwendig erklärte, um gegen einen Abgeordneten wegen eines politischen Verbrechens vorzugehen. Der Hauplvertheidtger PrampoliniS in der gestrigen Berbandlung. deffen feurige Rede auf das zahlreich versammelte Publikum tiefen Eindruck machte, war der Advokat Maino von Mai- land. Ter Staatsanwalt halte die Beschuldigung erhoben, daß die fozialistischenFührer offenbar bemübt seien.nun.da sie verfolgt würden, die rerolutionär« Schärfe ihres Programme? und ihrer Ziele ab« zuschwächen. Darauf erhob sich mit heftigem Protest Prampolint selbst und erklärte laut und feierlich, diese Beschuldigung für eine Verleumdung. Keine noch so harte Strafe sei im stände, ihn und alle seine mitverfolgten Genossen zu bewegen, auch nur eine Bestimmung des Programms zu verleugnen, auch nur eine der Ideen aufzugeben, deren Erfüllung seine Lebensaufgabe sei. Eine begeisterte Zustimmung des Publikums folgte dieser Erklärung »nd der Präsident des Gerichts beeilte sich, mit der Drohung, den Saal zu räumen, alsbald diese Verhandlung zu schließen. Prampolini ward wie im Triumph nach Hause begleitet. Diese Prozeßversolgungen der Abgeordneten wegen ihrer Zugehörigkeit zur sozialistischen Partei sind aber mit dteser vorläufigen Entscheidung noch keineswegs aus der Welt geschafft. Eine Hauptwuth der Verfolgung richtet sich gegen Andrea Costa. Außer dem gegen ihn schwebenden Prozeß wegen Angehörigkeit zur sozialistischen Partei ist soeben ein neuer, fürchterlicher Anklage-Akl ihm verkündet worden. Die telegraphisch veröffentlichte Anklageschrift beschuldigt ihn, durch ein Zirkular an seine Freunde in Florenz diese öffentlich auf- gestachelt zu haben, sich nach Mafia-Carrara zu begeben, um die durch den Belagerungszustand zerstörten sozialistischen Organisationen daselbst wieder herzustellen. Es ist ebenso grausig wie ergötzlich in der Anklageschrift zu lesen, wie der Staats- onwalt alle die Verbrechen auszählt, deren Costa stch durch das Zirkular schuldig gemacht habe. Da werden genannt: Auf- sorderung zur Brandstisiung, zum Diebstahl, zur Ermordung öffentlicher Beamte, Verbrechen, für die als höchstes Strafmaß 1b Jahre Zuchthaus vorgesehen sind.— Im Parlament wird gleich nach den Besprechungen und Interpellationen über die Schandgesetze vom Juli dieses Jahres, wobei stürmische Szenen vorauszusehen sind, die Neubewilligung der Zivilliste des Königs von Italien heftige Debatten erregen. Das durch Steuern aus- gesogene, an allen Ecken und Enden blutende Italien muß be- kanntlich die Unterhaltung seines geliebten Königs am aller- theuersten bezahlen. Hundert und aber hundert Mal wurde dem armen Volke von den Regierungsorganen versprochen, die kolossale Zivillifie des Hoses auf ein anständigeres Maß herunter zu bringen, immer hat sich diese? al? Flunkerei und Täuschung erwiesen. Es war für die Leser des„Vorwärts" vo» Werth, vor einigen Wochen durch eine vergleichende Zahlen- ausstellung wieder erfahren zu haben, wie die Spitzen ihrer Regierung nicht allein ihrem Herzen so überaus theuer stnd, sondern wie viel die gekrönten Häupter Europa's ihren geliebten Unter- thanen eigentlich jedes Jähr kosten. Nach dieser Zahlenaufstellung erscheint zuerst— natürlich— das heilige Rußland mit 24 Mill. Mark, sodann kommt gleich Deutschland mit Preußen mit einer fast gleich hoben Summe, danach Oesterreich- Ungarn mit fast 19 Millionen Mark und sofort hierauf, obwohl es nicht die Hälfte der Einwohner Oesterreich- Ungarns besitzt, das arme Italien mit über 12 Millionen Mark, danach erst das unendlich reiche England, dessen Königin zugleich Kaiserin von Indien ist, das heißt so viel Menschen beherrscht, als ganz Europa Einwohner zählt. Erst danach kommen die übrigen Königreiche. Jinr Vergleichung fügen wir hinzu: Das allerreichste Land rde, die Vereinigten Staaten von Nordamerika, zahlt jähr- lich für den Hofhalt seines Präsidenten die winzige Summe von 25 000 Dollar, das heißt 250 000 Franks, das reiche Frankreich I 800 000 Franks, und das gebildetste und freieste Land Europas, die Schweiz, die so bezeichnend bescheidene Summe von 15 000 Franks. Wahlreform in Dänemark. Aus Kopenhagen wird telegraphirt: Die Folkething- Kommission für die Berathung der Re- gierungsvorlage betreffend die Vermehrung der Folkeihing-Wahl- bezirke hat heute Abend ihren Bericht erstattet. Die auS Mitgliedern der Parteien der Rechten und der moderaten Linken bestehende Mehrheil der Kommission hat sich dahin geeinigt, die Vermehrung der Wahlbezirke von 102 aus 114 vorzuschlagen; von den neuen zwölf Bezirken sollen sechs aus Kopenhagen nebst Vorstädten, die anderen sechs aus die übrigen Landes- theile entfallen; sieben sollen Stadtkreise, fünf sollen Landkreise sein.— Im bulgarischen Parlament wird ein Antrag vor- bereitet, welcher die Gewährung einer allgemeinen Amnestie mit Einschluß des in Anklagezustand versetzten Kabinets fordert. In der Hauptsache ist damit beabsichtigt, die Rückkehr der im russischen Solde stehenden und nach Rußland ge« flüchteten Verschwörer zu ermöglichen.— Die Religionsfreiheit ist in Rußland noch immer ein frommer Wunsch, wie die folgende Petersburger Depesche beweist: Der„Regierungsbote" meldet: Durch Zirkular deS Ministers des Innern vom 15. September, versandt auf grund des am 10. Juli allerhöchst bestätigten Beschlusses de? Ministerkomitees und nach Einvernehmen imt dem Oberprokureur des heiligsten Synods. wird die Seile der Slundisten als eine der ge- fährlichsten in kirchlicher und staatlicher Beziehung erNart unter Verbot der öffentlichen stundistischen Gebets- Versamm« lungen.— Ueber die sozialistischen Stimm««zahlen bei den letzten Wahlen in den Vereinigten Staaten schreibt unser New'Iorker Korrespondent das Folgende: Die offiziellen Zählungen sind zwar noch nicht beendet, doch läßt sich das Resultat der Stimmabgabe für unsere Partei an- nähernd überblicken. Wie mitgetheitt, waren für die Stadt Vteiv- Aork ca. 9000 Stimme» angenommen worden. und zwar nach der am Wahltage stattgehabten provisorischen Zählung. Die offizielle Zählung wird indessen, wie aus den bisher bekannt gewordenen Resultaten zu schließen ist, nur ca. 8200 Stimmen ergeben. Sehr sonderbar ist indessen. daß eine große Anzahl Stimmen als„zersplittert" notirt stnd, während bei der Verlesung an den Wahlurnen davon wenig ver- lautete. ES hat also allen Anschein. daß„gemogelt" worden ist, um zu verhindern. daß unsere Partei den nölhigen Prozentsatz der Stimmen erhalte, um als offizielle Partei zu gelten(für welche der Staat die Elimmzettel herzu- stellen hat).— Im übrigen Staate ist wahrscheinlich, außer in einigen Städten, das Resultat hinter dem der vorigen Wählen zurückgeblieben, so daß im ganzen etwas über 18 000 Stimmen abgeaeben wurden(gegen 20 000 im vorigen Jahre).— I» Kon- nektikut erhielt unsere Parket ca. S00 Stimmen gegen 262 im vorigen Jahre, in Massachusetts über 3000 gegen 2000, in New- Jersey über 4600 geae» 1321. Es fehlen in allen drei Staaten aber noch die Nachrichten aus einer Anzahl Wahl- bezirke.— In Sa» Francisco erhielt unser Mayors-(Bürg«r- meister-) Kandidat ca. 260 Stimmen; doch fiele» auf die sozial- demolralischen Kandidaten einzelner Wahldistrikte bedeutend mehr Stimmen, als auf diesen; die Kandidatin für das Schuldirektor- Amt erzielte gar über 2000.- In Philadelphia erhielten wir ca. 300. im Staate Rhode Island(wo unsere Partei im vorigen Jahre zum ersten Mal in die Wahlen eintrat, und in de» beiden Städten Providence und Olncyville 661 Stimmen erzielte) über 800 Stimme» z wie der Ausfall in St. LouiS war, ist»och nicht bekannt; die erste Nachricht lautete auf 150 Stimmen. Ermähnenßwerth ist. daß in einer Anzahl Orten der erst- genannten Staaten sozialistische Stimmen— bis über 70— ab- gegeben wurden, die bisher leine einzige geliefert hatten.— In San Francisco ist der populistische Mayors-Kandidal Sutro mit 10 000 Stimmen Mehrheit(er erhielt 30 000) gewählt worden; ein anderer populärer Kandidat erhielt ca. 12 000. die übrigen aber nur von 1200—6000 Stimmen. Das hatte aber seinen besonderen Grund und lag die Sache ähnlich wie 1386 bei der«Henry George-Bewegung" in New-Dork; während hler ein Theil der politischen Drahtzieher der kapitalistischen Parteien diese im Stiche ließen, weil sie bei der sehr aussichtsvollen Er- wählung George's zum Bürgermeister an die„volle Krippe' zu kommen gedachten,„arbeiteten" diejenigen von San Francisco für Sutro, weil derselbe, der Millionär ist, ihre„Dienste" glänzend bezahlte, während es höchst unsicher war, welche der beiden alten Parteien siegen, also die Beute zu vertheilen haben werde. Und nun haben diese politischen Wegelagerer auch noch die angenehme Aussicht— d. h. wenn nicht die eigentlichen populistischen Parteigänger sie wegschnappen— einträgliche Pöstchen zu erhalten. Und die Arbeiter, welche ihnen dazu verholfen, werden sich kindisch freuen!— Vom ostafiatischen Kriegsschauplätze liegt heute die folgende Reuter-Meldung ans Hiroschima vor: Depeschen des Marschalls Aamagata berichten von mehreren Scharmützeln zwischen den Chinesen und in der Mand- schurei auftretenden japanischen Truppentheilen. Eine chine- fische Abtheilung griff am 15. November die Japaner bei Sokako an und brachte denselben einen Verlust von vierzig Tobten bei; desgleichen zwangen am 20. No- vcmber chinesische Truppen eine Abtbeilung japanischer Infanterie bei Kwantien zum Rückzüge. Dagegen griffen die Japaner am 30. November die Chinesen bei Saikako(?) an; die Chinesen zogen sich unter Zurücklassung von 25 Verwundeten zurück. Die Japaner sind gegenwärtig auf dem Rückmärsche nach Antong am Aaluflusse begriffen.— VsrlsinenkartlAxes. Die sozialdemokratische Fraktion hat folgende Initiativ- Anträge beim Reichstag eingebracht: Aufhebung der dem Statthalter von Elsaß-Lothrinaen über- tragenen außerordentlichen Gewalten(Diktaturparagraph). Einführung deS Reichsgesetzes für die Presse in Elsaß- Lothringen. Einführung der Gewerbe-Ordnung in Elsaß-Lothringen. Einführung eines Reichs-Verfammlungs- und Vereinsgesetzes sowie Sicherstellung des Koalitionsrechts, unter Aushebung aller bestehenden Vereins- und Versammlungsgesetze in den Bundes- staaten und im Reichsland. Errichtung von Volksvertretungen in den Bundesstaaten und m Elsaß-Lothringen ans grund des allgemeine«, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts und Theilnahme aller über 20 Jahre alten Reichsangehörigen ohne Unterschied d«S Geschlechts. Aufnahme einer Bestimmung in die Reichsverfassung, wonach aus Verlangen des Reichstages jedes Strafverfahren gegen ein Mitglied des Reichstages und jede Untersuchungsstrafe oder Zivilhaft für die Dauer der Sitzungsperiode aufgehoben werden muß. Einführung eines Reichs- Berggesetzes unter Aufhebung der elnzelstaailichen Gesetze über den Bergbau. Ausdehnung der Zuständigkeit der Gewerbegerlchte auf da? Handelsgewerbe und Abänderung des Gesetzes betreffend die Eewerbegerichte dahin, daß weibliche Personen zur Theilnahme an den Wahlen berechtigt sind und zum Milgliede eines Gewerbe- gerichts berufen werden können. Die Fraktion ist ferner mit der Ausarbeitung eines Arbeiter- schutz-Gesetzes und eines Gesetzes für die Einfuhrung der acht- ständigen Arbeitszeit beschäftigt. Von einer größeren Anzahl von Mitgliedern der Fraktion ist außerdem der vorjährige Antrag auf Aufhebung des Impfzwanges wieder eingebracht worden.— Initiativanträge der freisinnige» Volkspartet. Die freisinnige Volksparle: hat zum Theil in Verbindung mit der deutschen Volkspartei folgende Initiativanträge unterstützt: An- trag Schmidt-Ehni, auf die Reichstags-Geschäftsordnung bezüg- lich: Antrag Haußmann- Hermes, betr. Sonntagsruhe; Antrag Ancrer und Genoffen auf gerechtere Abgrenzung der Wahl- kreise, Antrag Payer-Kaufmann auf Revision des Gerichtskosten- Gesetzes, Herabsetzung der Zustellungsgebühren und der Anwalts- gebühren, serner Antrag Müller-Sagan und Genossen aus Reform der Gesinde- Ordnung, dann einen Antrag auf Ein- führung einer Verfassung in Mecklenburg und Einführung des allgemeinen Stimmrechls in allen Landtagen. Eine Resolution Munckel-Haußmann, welche die Regierung ersucht, Untersuchungen anzustellen über den Bauschwindel und die Verluste der Bau- Handwerker. «* Initiativanträge des Zentrum?. Wie die„BreSlauer Zeitung" wissen will, beabstchligt das Zentrum, den Jesuiten- antrag sogleich nach Beginn der Reichstagssession wieder einzu- bringen. Außerdem will daS Zentrum die Regierung interpelliren. warum der Bundesrath den Gesetzentwurs, betr. die Aushebung des Jesuitengesetzes, ablehnte. Von anderer Seite wird berichtet, daß daß Zentrum de- abstchiige, auch sämmtliche in der vorigen Session«ingebrachte Jnitlatlvanträge wieder einzubringen. � Initiativanträge der Konserativen. Die deutschkonser- vative Fraktion hat, wie die„Kreuz-Zeitung" meldet, gestern Abend über die von ihr zu stellenden Initiativanträge bcrathen. Der Antrag gegen die Einwanderung der Juden, sowie derjenige für die Einführung des Befähigungsnachweises beim Handwerk sind noch gestern Abend eingebrachl. Der vorjährige Währungs- antrag, sowie der Antrag Könitz, über den sich in der Fraktion eine viel weiter gehende Einigkeit wie im vorigen Jahre ergab. sollen erst noch in der freien wirthschaftlichen Bereinigung des Reichstages besprochen werden. Nach den„Berliner Neuesten Nachrichten" soll auch der Heimstätten-Gesetzentwurf von dieser Partei eingebracht werden. Weißbuch über Südamerika. Für die bevorstehende Reickstagssession ist, wie verlautet, vom Auswärtigen Amte ein Weißbuch über südamerikanische Verhältnisse ausgearbeitet worden. welches dem Bundesrathe und dem Reichstage demnächst zugehen wird. Deutsche Interessen sind in ganz Südamerika vorhanden; ein klares Bild von den Zuständen zu erhalten, empfiehlt sich daher. Vor �rei Jahren erschien nach Beendigung des Aufstandes in Chile bekanntlich schon ein Weißbuch über Chile. iPavkeinatfivicktksn. Zur Diskussion über die Streitfrage Bebel- Vollmar geht uns aus Sachsen folgendes Schreiben zu: Es hieße sich und seine Ueberzeugung verleugnen, wollte man sich zu dem zwischen Bebel und Vollmar enlbrannten Streit still- schweigend verhalten und gleich Buschkleppern den Kampf aus der Ferne beobachten, um im günstigen Moment dem Sieger mit beizuspringen. Solches Gebahren wäre eines Sozialdemokraten jedenfalls unwürdig; es ist vielmehr Pflicht eines jeden Partei- genossen, seiner Meinung jetzt Ausdruck zu geben. Wir erachten es deshalb für unser gutes Recht und unsere Pflicht, an dieser Stelle das Wort zu ergreifen. Wohl wissend, daß Meinungsverschiedenheiten in der Partei niemals aufhören werden, so müssen wir es doch ganz entschieden vcrurtheilen, wen» man Handlungen, die den Grundsätzen der Partei geradezu ins Gesicht schlagen, gutheiße» wollte, oder ist es etwa etwas anderes, wenn die bayerischen Genossen für das Budget stimmen? Alleidings, wer auf dem Boden der Mannheimer„Volksstiinme" steht, die da meint, es sei doch eine gewisse Anerkennung von Seiten der herrscheuden Gewalten, da« das Volk überhaupt noch wählen dürfe und daß wir so- zusagen froh sein mliffen, ein Wort über die Geschicke des arbeitenden Volkes mitsprechen zu dürfen, der muß allerdings die Sandlungsweise ber bayerischen Abgeordneten billigen. Aus Genosse Martitte auf seiner Agitationstour im 5. Schleswig- auf dem Boden ber Sozialdemokratie ftehen, fchon heute einen Furcht, man könne dem Volte das Wahlrecht entziehen, müßten Holsteinischen Wahlkreise erfahren. Die Behörden versuchten überreichen Lefeftoff zu bewältigen findet außer der Tagesder Mannheimer Boltsstimme" zufolge schießlich alle Prinzipien alles, um uns die totale streitig zu machen. Nachdem schon in zeitung den Sozialdemokrat", die Neue Zeit" und von nicht geopfert werden. Aber wie sagte Genosse Ginger auf dem manchen Lokalen in diesem und im vorigen Jahre verschiedene ausgesprochenen Parteischriften z. B. das„ Sozialpolitische ZentralÖsterreichischen Parteitag? Der Sieg der Reaktion, der dem Versammlungen abgehalten worden find, genügen diefelben jest nicht blatt". Das gewaltsame Heranziehen fernerstehender Kreise der arbeitenden Volke das Wahlrecht rauben würde, könnte nur über mehr den baupolizeilichen Vorschriften und da, wo dieser Einwand Studentenschaft aber scheint uns garnicht rathsam. Anregung unsere Leichen führen." nicht zieht, nicht den gesundheitspolizeilichen Bestimmungen. Den zur Beschäftigung mit den Jdeen der Sozialdemokratie findet Lächerlich erscheint uns der Vorwurf, den man dem Genossen Reigen eröffnete Brunsbütteler Koog. In dieser Gegend feder einigermaßen denkende Kopf in Hülle und Fülle; jede Bebel macht, er wolle den Parteidiktator spielen, der nur wacht schon seit langem die Polizei mit Argusaugen, daß ja Nummer jeder Zeitung beliebiger Richtung, die Parlamentsguten Muthes sei, wenn er seinen steifen Willen durchsetzen teine sozialdemokratische Bersammlung stattfinden darf. Endlich berichte, ja selbst ein guter Theil der Universitätsvorlesungen fönne. Ja warum, fragen wir, hat man sich als freie und hatten die Genossen ein Lotal erhalten, ein neues Gebäude, aber wirken unter dem Drucke der Thatsachen in dieser Richtung. unabhängige Männer die Diktatur Bebel's so lange gefallen? da erschien der Amtsvorsteher mit dem Verbot auf Grund des Nun fürchten wir aber, daß die geplante Zeitschrift bei der Wahrlich, wir hätten nicht geglaubt, unsere Führer jemals auf Baupolizei- Gesezes. Weil die Thüren nicht nach außen schlugen, Ueberlastung der überwiegenden Mehrzahl unserer literarisch dieser Bahn zu treffen, und dies alles darum, weil Genoffe durfte die Versammlung nicht stattfinden. Genoffe Martitte thätigen Genoffen und bei den geringen Mitteln, über die das Bebel die Grundsäße der Partei nicht verlegt sehen will. protestirte dagegen, da seines Erachtens eine Gefahr den Ver- Unternehmen zu verfügen scheint, durchaus nicht auf der Höhe Mehrere Genossen aus Sachsen. sammelten nicht drohen könne. Der Amtsvorsteher erflärte dann, stehen kann. So mancher jugendliche Kopf, der seine Weisheit In einer gut besuchten Parteipersammlung daß das Lokal Lokal den gesundheitspolizeilichen Vorschriften schon der lieben Bequemlichkeit halber aus dem ihm hier ges in Hof erstattete Genosse Stück I en Bericht über den Parteitag. nicht genüge. So waren die zahlreich Erschienenen gebotenen Blatt schöpft, wird bald hier und da stugen und alsbald Besonders eingehend behandelte Redner das Verhalten des Gezwungen, in die geräumigen Gafzimmer zu gehen und mit dem Urtheil fertig sein, an der ganzen Geschichte ist ja noffen Bebel, der speziell die bayerischen Parteigenossen in einer bort sich mit Martitke zwei Stunden zu unterhalten. doch nichts". Es wird viel schwerer sein, ihn als reiseren Mann Art und Weise angreift, wie es eines Sozialdemokraten unwürdig In Wöhrden bei Heide verbot die Behörde die Ver- zu gewinnen, wenn er auf Grund seiner Enttäuschung in späteren ist.( Und Grillenberger? Red. d.„ V.") Die oft geäußerte An- sammlung aus denselben Gründen drei Stunden vor der Jahren mit überlegenem Lächeln antwortet:" Ich habe mich in ficht, daß dieses Auftreten Bebel's die Partei nur innerlich festgesezten Eröffnung.. Die Arbeiter erschienen zahlreich, meiner Jugend mit den Dingen beschäftigt, habe mich aber bald fräftigen fönne, fei vollständig falsch. Die Vorwürfe, die Bebel weil Niemand von dem Verbote etwas wußte; auch die Polizei von ihrer Inhaltlosigkeit überzeugt." Ja, wir sind geneigt, zu der bayerischen Landtags- Fraktion mache, treffen auch diejenigen erschien und machte Martitke auf das Verbot nochmals auf- verallgemeinern und vor einer besonderen Agitation unter Parteigen offen, die als Delegirte auf dem bayerischen Parteitag in merksam. Die Erschienenen nahmen in den geräumigen Gast- der akademischen Jugend überhaupt zu warnen. Im München waren, denn dieselben erscheinen dadurch als eine vollzimmern Plaz. Einzelne Genossen fragten den Genossen Martitke, Gegensatz zum jungen Arbeiter, der ein geborener Sozialdemo ständig urtheilslose Maffe, die blindlings ihren Führern nachlaufe. was denn eigentlich auf dem Frankfurter Parteitag beschlossen trat ist und höchstens zum Bewußtsein erweckt au merden Welche Absicht Bebel zu feinem einzig dastehenden Auftreten ver- wäre? Der Gefragte gab nach allen Seiten hin Austunft; braucht, wird die Mehrzahl der überhaupt bereiten Studenten anlaßt habe, sei vollständig gleichgiltig, so wie er es gethan, plöglich aber erschien der Gendarm und verbot Martitke das sich mit jugendlichem Enthusiasmus an die großen Fragen herandürfe man die Meinung anderer nicht bekämpfen. Es sei Redenhalten. M. machte dem Gendarmen klar, daß er dazu machen und oft genug von dem Ernst der Aufgabe erschreckt, an dringend zu wünschen, daß dieses widerwärtige Schauspiel bald fein Recht hätte, er, M., fönne und werde den Leuten es nicht der bedenklichen Schwelle des Examens für immer„ den Jugendbeendet werde. Nachdem noch Genosse Geißler im Sinne des verbieten, ihn zu fragen, und er werde auch weiter antworten, traum der praktischen Wirklichkeit opfern." Referenten gesprochen hatte, gelangte folgende Resolution ein- so lange er gefragt würde. Kurze Zeit darauf erschien der Wirth Aber selbst wenn man unter der akademischen Jugend stimmig zur Annahme:" Die heutige öffentliche Parteiversammlung und bat den Genossen, er möge doch das Reden laffen, er agitiren will, wenn die sozialistischen Studenten" ihren Kom erklärt sich mit den Beschlüssen des Parteitages nach den Aus habe sonst viele Unannehmlichkeiten von Seiten der Behörde. militonen durch das geschriebene Wort beikommen wollen, bedarf führungen des Referenten Genossen Stücklen vollständig einver- Da es nun mit dem Reden zu Ende war, stimmten die es dazu nicht eines Blattes. Man gebe dem fragenden Studenten standen. Sie bedauert das Vorgehen Bebel's als eines Partei- Anwesenden die Arbeiter Marseillaise an; doch kaum war der das Lassalle'sche Arbeiterprogramm, Die Wissenschaft und die führers unwürdig und geeignet, der Partei zu schaden. Die erste Vers zu Ende, erschien wieder die Ortspolizei und sagte Arbeiter, das Kommunistische Manifest und schließlich die Versammlung erklärt weiter, daß sie mit der Haltung der sozial- dem Genossen Martitke, daß das Singen dieses Liedes nicht er- Programmbroschüre wir wüßten nicht, was geeigneter demokratischen Landtags- Fraktion nach wie vor vollständig ein- laubt wäre. Dem Wächter der Ordnung wurde flar gemacht, wäre, gerade in diesen Kreiſen zu weiterem Studium verstanden ist." daß das Lied im Deutschen Reiche nicht verboten wäre, folglich anzuregen. Und ganz abgesehen davon, daß diese Kost auch nicht in Wöhrden verboten werden könnte. nahrhafter ist, als das, was die neue Zeitschrift bieten tann, ist sie auch weit billiger und bequemer zu beziehen oben angeführten Broschüren kosten zusammen 40 Pf., die Zeitschrift bei freier Zustellung durch die Post 2c. pro Halbjahr 1,50 M., unter Kreuzband 1,90 m. und-in in geschlossenem Rouvert 3,90 m. In geschlossenem Kouvert auch diese Worte geben zu denken. Es ist selbstverständlich, wenn auch recht peinlich und störend, daß von allen studentischen Mitarbeitern und Kämpfern sich nie ein einziger nennen darf, aber die Begründer des Blattes scheinen selbst die Gefahr zu erkennen, welcher sich schon die Abonnenten aussehen. Wir fürchten, daß hier vom Verlag und dem allenfalls zu erwartenden Publikum höchft nutlose Opfer gebracht werden und wollten nicht versäumen, von dem ganzen Unternehmen recht ernsthaft abzurathen. Die Parteigen offen von Stolpe nahmen, nachdem sie den Bericht der Frau Ihrer über den Parteitag angehört, eine Resolution an, in welcher sie ihren Protest aussprechen gegen die Budgetabstimmung der bayerischen Abgeordneten, die damit das Geld bewilligten, was die herrschenden Gewalten zur Knebelung des arbeitenden Volkes verwendet. Ueber eine Versammlung der Partei genossen in Wiesbaden vom 3. Dezember geht uns ein Bericht zu mit dem ausdrücklichen Ersuchen, die in derselben einstimmig angenommene Resolution wörtlich zum Abdruck zu bringen. Die Resolution lautet: Mit dem Resultat dieser Verbote können wir zufrieden sein. Besser hätte eine glänzende Rede nicht wirken tönnen. Selbst die erschienenen Bürger waren darüber erbost. In Wessel buren erhielt der Vertrauensmann bei der Anmeldung der Versammlungen feine Bescheinigung, annoncirte aber die Versammlungen doch. Die Behörde wollte erst die Lokale bautechnisch untersuchen lassen. Die Arbeiter erschienen zur festgesezten Zeit, endlich auch der Gendarm, der dem Vertrauensmann die Bescheinigung übergab. Nur auf energische Intervention des Wirthes hat die Versammlung stattgefunden, 1. Die heutige Versommlung erklärt sich im allgemeinen weil vorher die Versammlungen anstandslos erlaubt waren. mit den Beschlüssen des Parteitages einverstanden, bedauert In Schü Ip, einem benachbarten Dorfe bei Weffelburen, durfte, jedoch, daß der Parteitag sich nicht entschließen fonnte, weil das Lokal nicht die vorschriftsmäßige Höhe hatte, teine den Abgeordneten der verschiedenen Landtage eine be- Versammlung stattfinden, troydem dort auch wiederholt schon stimmte prinzipielle Direktive für Budget Abstimmungen Versammlungen abgehalten worden find. Die Erschienenen. im Sinne der von Bebel und Genossen gestellten Resolution zu unterhielten sich im Gastzimmer mit dem Genossen Martikke geben, die Versammlung erwartet, daß der nächste Parteitag zwei Stunden. die endgiltige Entscheidung hierüber fällt. = In Pahlen, Hemmingstedt, Tellingstedt und anderen Orten haben die Behörden die Wirthe so beeinflußt, daß wir die Lokale nicht mehr erhalten. Wenn das so weiter geht, braucht man für die ländliche Bevölkerung feine Umsturzgesetze" mehr, da genügen die bestehenden, um jede mündliche Agitation unmöglich zu machen. " Polizeiliches, Gerichtliches 2c. die Ein äußerst vorbedachter Mann muß wohl der Bürgermeister von Jüterbogt sein. Auf die Anmeldung einer Versammlung ertheilte er folgenden schriftlichen Entscheid: auf die heute hier eingegangene Anmeldung zur Abbaltung einer Versammlung der Mitglieder des Sozialdemokratischen Wahlvereins für Jüterbogt und Umgegend am 18. d. Mts. eröffnen wir Ihnen, daß dieselbe in dem gewählten Lokale von Speud nicht stattfinden darf, da dasselbe nicht den Bestimmungen der Regierungs- Polizei- Verordnungen vom 15. November 1889 2. In Erwägung, daß bei dem immer größeren Anwachsen der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung auch das fleinbürgerliche und kleinbäuerliche Element zugenommen hat, bei denen aber der rein proletarische Charakter wenig oder garnicht aus geprägt ist, dadurch aber der Partei immer größere Aufgaben erwachsen,- so zunächst das Eintreten in die Parlamente und tommunalen Verwaltungskörper nothwendig macht, dabei aber Die Verschmelzung der drei Hamburger Wahl Wahlbezw. auch selbst bei dem besten Willen Fehler gemacht werden vereine ist in Aussicht genommen. Um eine Abstimmung bezw. 21. April 1891 entspricht. Der zu der gedachten Versamm tönnen, die andere andere im Gefolge haben; in weiterer herbeizuführen, werden dieser Tage etliche 20 Bersammlungen lung in Aussicht genommene Raum ist zu klein, um die Erwägung, daß der herrschenden Gesellschaft alles daran einige davon haben bereits stattgefunden abgehalten liegt, den jeßigen Zustand zu verlängern; sie es aber werden.o auch an Versuchen nicht hat fehlen lassen und fehlen läßt, die Bewegung in andere Bahnen zu lenken; deshalb erfordert es In einer Parteiversammlung in Weißenfels be unfere ganze Aufmerksamkeit, Vorgänge innerhalb unserer richtete der Bertrauensmann, daß die Ausgaben des Berichtseigenen Reihen scharf zu beobachten und zu kritisiren. Von jahres 606,49 M., die Einnahmen 614,19 m. betrugen, sodaß ein diesen Erwägungen ausgehend ist auch die Rede und Stellung Ueberschuß von 7,70 m. verblieb. Als Vertrauensmann wurde Bebel's nach dem Parteitag in der betreffenden Berliner Rede Genosse Klinder wiedergewählt. zu beurtheilen und erblicken wir in derselben das Bestreben feinerseits, nur das Beste für unsere Bewegung gewollt zu Mit großer Mehrheit wurde bei der Gemeinderathswahl haben; weshalb wir auf die Unterstellung von Bollin Lock wit der Kandidat der Sozialdemokratie, Genosse Korn: mar und Genossen, Bebel habe aus niedrigen macher, wiedergewählt. Die Antisemiten erlitten einen gründMotiven gehandelt, auf das entschieden ft e zurück- lichen Reinfall. weisen." In Cölln bei Meißen unterlag bei der Gemeinde. rathswahl der Kandidat der Arbeiterpartei mit 200 gegen 203 Stimmen. * Mitglieder des Vereins aufzunehmen. Denn in Rücksicht darauf, daß in den Raum Tische und Stühle gebracht werden, würden wir die höchst zulässige Personenzahl vielleicht auf die Hälfte der Mitgliederzahl nur feftfeßen fönnen. Bisher ist ein dahingehender Antrag des Besizers überhaupt nicht gestellt worden und wohl hauptsächlich deshalb nicht, weil der Raum als Gaftzimmer und nicht als Raum zur Abhaltung politischer Versammlungen erbaut ist. Es würden dann von vornherein andere Vorschriften gegeben worden sein. Wenn wir nun viel leicht auch darin feblen, daß wir die Ertheilung der Anmeldebescheinigung ablehnen, so gehen wir von dem Gesichtspunkte aus, daß diese unnütz ertheilt würde, insofern, als die Versammlung geschlossen bezw. aufgehoben werden müßte, sobald die von uns festgesetzte Personenzahl überschritten würde." Aber nicht blos vorsichtig, auch ehrlich ist der Mann, er macht teine langen Umschweise, er giebt von vornherein zu, daß er einen Fehler begeht, aber er thut es ja nur, um beiden Theilen Bom Genossen Joest. Mainz geht uns folgende Richtig ftellung zu: Mainz, den 3. Dezember 1894. An die Redaktion des Vorwärts", Berlin. In der Nummer 281 des Vorwärts" schreibt man Ihnen:„ Wer zum Beispiel in dieser Frage den Bei der Wahl der Gewerbegerichts. Beifiser in Beit zu sparen. Die hiergegen eingelegte Beschwerde dürfte Standpunkt des Landtags- und Reichstags- Abgeordneten Joest Heidenheim( Württemberg) siegte, die Liste der Gewerkschließlich aber doch dahin führen, daß er ein andermal fich einnimmt, der in einer Mainzer Parteiversammlung er- fchaften für die Arbeitnehmer; von den Arbeitgebern haben im weniger Kummer um die zu erwartenden Versammlungsbesucher flärte, wenn wie geschehen, die Regierung auf seine, ganzen 13 abgestimmt. Verboten wurde in Halle eine Arbeitslosen Vera Joest's, Anregung hin einen Fabrikinspektor mehr anmacht. stelle, so könne man doch nicht gegen das Budget stimmen, Wahlkreis- Konferenz. Für den Wahlkreis Potsdam- sammlung, weil der Einberufer infolge neuer Numerirung in dem die Bezahlung des Fabrikinspektors vorgesehen sei." Ich Osthavelland findet am Sonntag, den 30. Dezember d. J., irrthühmlich eine unrichtige Hausnummer angegeben hatte. Die Leipziger Polizei als Zensura erkläre hiermit, daß die mir in den Mund gelegten Worte eine in Spandau eine öffentliche Kreis konferenz statt behörde. Verboten wurde von der Leipziger Polizei ein grobe Verdrehung meiner Ausführungen sind. Auch deckt sich Beginn derselben Vormittags 11 Uhr. Tagesordnung: 1. Bericht Plakat des Wahlfomitee's, das einen Aufruf zur StadtVorstehendes gar nicht mit meiner Abstimmung. Wie ich in und Abrechnung der Vertrauensperson. 2. Neuwahl derselben. verordnetenwahl enthielt. Beanstandet wurden folgende Stellen: Frankfurt bereits erklärte, war die Abstimmung nicht immer die- 3. Anträge zur Kreisorganisation. 4. Agitation. 5. Verschiedenes. Auf zur Wah!! Keiner ber entrechteten Bürger felbe und hat mit den Fabrikinspektoren nichts zu thun. Hoch- Jeder Ort hat das Recht, zwei Delegirte zur Konferenz zu der britten Wählerllaffe bleibe ber Wahl. achtend Franz Joest. entsenden. urne fern! wurde das Wort„ entrechteten" gestrichen und In der öffentlichen Parteiversammlung, welche in Die Verurtheilung der an den Vorgängen in ferner der ganze nachstehende Pafsus: Nieder mit der Klassen herrschaft, die durch das DreitlassenLüneburg tagte, erstattete Genoffe Janies aus Jabel Antonienhütte Betheiligten ist dem Kapitalismus 28 a hlsystem verschärft wird. Nieder mit den Bericht vom Parteitag in Frankfurt. In der hierauf an- noch nicht hinreichende Sühne. Das Erwachen des Klassengenommenen Resolution erklärte sich die Versammlung mit den bewußtseins der oberschlesischen Arbeiter soll im Keim erstickt, verrätherischen Parteien, die des werkthätigen Abstimmungen des Referenten zu den einzelnen Punkten der und jede Regung selbständigen Handelns mit Stumpf und Stiel Boltes Rechte zertrümmern! Tagesordnung einverstanden. Bei der Neuwahl des Vertrauens ausgerottet werden. Wer sich irgendwie verdächtig macht, mit mannes für den 16. hannoverschen Wahlkreis wurde Genosse den Berurtheilten zu sympathisiren oder gar in den Geruch Fritz Schneider, Lüneburg, I. Straße, gewählt. kommt, an den Vorgängen betheiligt gewesen zu sein, dem ist die Abkehr sicher. Hierdurch erfährt die ohnehin in den Familien Von der Agitation. In 3ielenzig i. d. M. war von der Inhaftirten herrschende Noth eine außerordentliche Steigerung. den dortigen Genoffen am Todtensonntag eine öffentliche Bolts- Aus Angst, die Arbeit zu verlieren, meidet jeder den Umgang versammlung angekündigt, von der Polizei des Tages wegen ver- mit den gleichsam Geächteten. Das Organ der Bergarbeiter, boten und dieses Verbot auch auf telegraphische Beschwerde hin die in Gelsenkirchen erscheinende Berg- und Hüttenarbeiter aufrecht erhalten worden. Dafür fand diese Versammlung am Beitung", veröffentlicht demzufolge einen Aufruf, der sich an die Sonntag, den 2. Dezember, Nachmittags statt, welche ungemein gesammte Arbeiterschaft mit dem Ersuchen wendet, zur Linderung zahlreich, von ca. 600 Personen, besonders auch einer erheblichen der Noth nach Kräften beizutragen. Der Kassirer des BergAnzahl Antisemiten, besucht war. Diese Herren hatten sich sogar arbeiter- Verbandes, Herr Johann Meyer, Bochum, Dooftener einen gewissen Herrn Andres aus Berlin, sowie ftraße 53, ist bereit, Beiträge an die nothleidenden Familien zu einige andere Gegner als Redner eigens für diese übermitteln. Versammlung verschrieben, um dem Genossen Jahn Genosse Steine aus Jdstein i. Z., der wegen Majestätsbeleidigung angeklagt war, ist freigesprochen worden, Depeschen. Wolff's Telegraphen- Bureau. Wien, 5. Dezember. Abgeordnetenhaus. Bei der forts gesetzten Spezialdebatte über den Strafgesez- Entwurf erklärte der Justizminister bezüglich der Beschwerden über die Behandlung der politischen Berbrecher, er werde, wo er ungerechtfertigte Härte wahrnehme, stets Abhilfe schaffen. Was die Behandlung der Berbrecher betreffe, so halte fich der Staat für verpflichtet, alle in seiner Custodia sich befindenden möglichst gesund zu erhalten. aus Berlin, welcher in der Volksversammlung über die Gegen die Gründung eines besonderen Organs für Wenn er auch für die Todesstrafe sei, wolle er doch nicht, daß politische Lage" referirte, entgegenzutreten. Nachdem nun Jahn sozialistische Studenten wendet sich das Eingesandt eines ein Verbrecher durch den Vollzug der Strafe zu Grunde gehe. feine 11/2 stündige Rede, in welcher er die traurigen wirthschaft- Akademikers in der Leipziger Volkszeitung", das wir in Nach-( Lebhafter Beifall.) lichen Verhältnisse, sowie die in Aussicht stehende Umsturz- stehendem wiedergeben, wobei wir nicht unterlassen wollen, zu Rom, 5. Dezember. Deputirtenkammer. Es wurden zahl= vorlage" der Regierung, die früheren Kämpfe unserer Partei an betonen, daß wir im Wesentlichen den Standpunkt des betreffenden reiche Anfragen und Interpellationen verlesen, darunter solche der Hand der Geschichte, den Ministerwechsel zc. in eingehender Einsenders theilen. Es heißt dort:„ Wir bedauern es, daß ein über die innere Politik, über die Auflösung sozialistischer Weise schilderte, unter lebhaftem Beifall der Versammlung derartiger Plan gefaßt ist und der Verwirklichung entgegengeführt Vereine, über die Vorgänge in Istrien, über die Ent. beendet, begann nun die„ Widerlegung" von seiten der Herren werden soll. Wir sind der Meinung, daß Leute, die die betonten wendung Don Dokumenten in dem Bancas Borovnik und Andres; Herr Josef zog es vor, lieber 3wede verfolgen wollen, soweit sie gediegenes liefern, bereit Romana Prozeß u.[. w. zu schweigen. willige Aufnahme ihrer Arbeiten in unseren führenden Blättern ( Depeschen- Bureau Herold.) So wie die Genossen des Regierungsbezirks Magdeburg finden werden. Unsere Partei ist zu weit vorgeschritten, als haben auch die der Regierungsbezirke Merseburg und daß nicht Mißstände auf jedem Gebiete des öffentlichen Lebens Gießen, 5. Dezember. Wegen Majestätsbeleidigung wurde Erfurt für ihre Bezirke zu Weihnachten Versammlungen ein- mit Intereffe verfolgt würden. Für völlig verfehlt halten heute ein Einjähriger des 16. Infanterie- Regiments verhaftet. berufen. Somit wird nach Weihnachten die Provinz Sachsen wir es aber, in einer besonderen Zeitschrift agitatorisch auf Wien, 5. Dezember. Der Pol. Corr." geht aus Paris die organisirt und schlagfertig der kommenden Zeit entgegensehen. weitere Kreise der Studentenschaft wirken zu wollen. Und auf Meldung zu, wonach die französische Regierung eine wesentliche Aus Schleswig- Holstein wird geschrieben: Daß die die Studentenschaft ist es in erster Linie abgesehen. Nun aber Verstärkung des Effektivbestandes der 18 an der Nord- und preußische Polizei der sächsischen nichts nachgeben will, das hat meinen wir, daß die freilich geringe Zahl derer, die schon heute Westgrenze stationirten Infanterieregimenter verfügte. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. = " Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 284. Donnerstag, den 6. Dezember 1894. 11. Jabrg. V�vlAtnenkslrevichke. Deutscher Reichstag. 1. Sitzung vom 5. Dezember 1894, 41/* Uhr. Am Bundesrathstisch: Fürst H o h e n l o h e, v. Böt ticher, v. Marschall, Miquel, v. Berlepsch, v. Hammer- stein, S ch ö n st e d t. Das Haus ist sehr stark besetzt. Der Präsident der vorigen Session, Abg. v. Levetzow, eröffnet die Sitzung mit folgenden Worten: M. H.! Nach tz 1 unserer Geschäftsordnung liegt es mir als dem bisherigen �Präsidenten ob, die erste Sitzung des Reichstages zu eröffnen, was ich hiermit thue. Es würde, wie ich glaube, Ihren Geiühlen und den meinigen nicht entsprochen haben, wenn wir aus diesem Hause, das den Reichstag lange Zeil beherbergte, ohne Abschied scheiden wollten.(Lebhafte Zustimmung). Deshalb, und weil in dem neuen Reichstagsgebäude die Zurüstungen für die heutige Einweihungsfeier noch zu beseitigen sind, habeich mir erlaubt, Sie hierher einzuladen.(Beifall.) Zu provisorischen Schrntsührern ernennt der Präsident die Abgg. Melbach, Krebs, Kropatscheck und Pieschel. Schriftführer Kropatscheck verliest das Berzeichniß der seit der letzten Reichslagssession neugewähllen Abgeordneten. An Vorlagen sind eingegangen: der Reichs- Haushaltsetat für 1895/98 nebst Anleihegcsetz, der Etat für die Schutzgebiete pro 1895/96. der Bericht der Reichs> Schuldenverwaltung und mehrere Rechnungsvorlagen und Uebersichten. Die Verloosung der Mitglieder in die Abtheilungen wird nach bisheriger Gepflogenheit dem Bureau übertragen. Es folgt der Namensaufruf. Derselbe ergiebt die Anwesenheit von 333 Mitgliedern; das Haus ist somit beschlußfähig. Eingegangen sind zwei schleunige Anträge Auer und Ge- noffen aus Einstellung der schwebenden Strafversahren gegen die Abgg. Schippe! und Herbert- Stettin und ein dringlicher Antrag des Abg. Köhler und Genossen auf Einstellung des Strafverfahrens gegen den Abg. Hirsche!. Der Präsident schlägt vor, die nächste Sitzung morgen, 1 Uhr, im neuen Reichstags- Gebäude abzuhalten und auf die Tagesordnung zu setzen: Wahl der Präsidenten und der Schrift- führer und die Berathung der schleunigen Anträge, und fährt dann fort: Meine Herren! Es schlägt nun die Stunde der Trennung von diesem Hause, welches den Reichstag 23 Jahre lang be- berbergt hat. Mit vielem Geschick und großem Fleiß wurde im Jahre 1871 dieses Haus zum provisorischen Gebrauch für den Reichstag eingerichtet. Nacbdem der Plan, ein des erstandenen Reiches würdiges Reichstags- Gebäude zu errichten, schon gefaßt und die Milte! dazu aus der französischen Kriegsentschädigung reservirt waren.' Am 16. Oktober 1871-hat der Reichstag unter dem Prä- fidium des Dr. Simson hier seine erste Sitzung abgehalten. 21 von seinen damaligen Mitgliedern gehören noch heute dem Reichs- tage an, manche von ihnen allerdings nicht ununterbrochen. Jene 21 Mitglieder sind die Abgg. Bebel, v. Benda, Dr. von Bennigsen, Dr. Bock-Aachen. Dr. Böhme, v. Gerlach, v. Grand-Ry, Dr. Hammacher, Dr. Frhr. v. Heereman, Dr. v. Kalkstein, v. Kardorff, v. Kehler, Lender, Dr. Lieber- Montabaur, Dr. Lingens, Dr. v. Marquardsen, Richter, Dr. Rudolphi, v. Stein, Freiherr v. Stumm-Halberg und Uhden. Gar viele, meine Herren, von den Männern, welche an jenem Tage aus diesen Bänken saßen, sind inzwischen zu ihren Vätern heim- gegange«, und wie oft haben wir nicht traurig von unseren Sitzen uns erhoben, um das Andenken Heimgegangener Kollegen zu ehren. Als der Reichstag dieses Haus bezog, war die auf die Begründung des Reiches bezügliche Gesetzgebung der Hauptsache nach abgeschloffen, aber der legislative Ausbau des Reiches voll- zog sich hier. Ich erinnere nur an die Justizgesetze, die sozialen Gesetze, die Gesetze, welche die Stärkung der Wehrkraft und der Reichsfinanzen, die Handels- und Wirlhschastspolitik, die kolonialen Bestrebungen, die Verfassung und Verwaltung der Reichslande zum Gegenstande haben. Wie überall, so haben auch in diesem Hause gute und böse Tage gewechselt. Oft war der Redekampf hart, die Meinangsverschiedenheilen groß, die Sitzung erregt, die Arbeit schwer. Aber auch manche liebe Bekanntschaft ist hier geschloffen, manche Freundschaft begründet, manche Ueber- einstimmung der Meinungen mit Freuden konstntirt worden, und stets hat über uns die Fahne des Reiches, zu der wir halten, ge- weht.(Beifall.) Heimisch fühlten wir uns in diesen, Hause und die Erinnerung an die hier verbrachten Tage und Stunden wird m uns lebendig bleiben. Scheiden thut immer weh, und des- wegen werden wir auch nicht ohne eine Anwandlung der Weh- muth heute unseren Auszug halten. Begleiten möge uns das Borhaben, daß wir alle überall dem Vaterlande dienen wollen. (Beifall.) Meine Herren! Im Begriff, diesen Platz für immer zu verlassen, empfinde ich es besonders lebhast, was ich nie ver- gaß und nie vergessen werde, daß während der langen Dauer meiner Amtsführung der Reichstag in keinem Augenblick sein Wohlwollen, seine Unterstützung, seine Nachsicht mir vorenthalten hat. Der Ausdruck herzlichen Dankes dafür sei mein letztes Wort von diesem Platze. Hiermit schließe ich die Sitzung und das HauS.— Außerhalb der Sitzung und außerhalb des stenographi- schen Protokolls, was die Herren Stenographen bemerken wollen (Heiterkeit), schlage ich den Herren vor, heute gegen 9 Uhr in dem neuen Reichslags-Gebäude, und zwar in dem Speisesaal, zu einer zwaugslosen geselligen Vereinigung zusammenzukommen. Sie werden bort wahrnehmen, daß Landsleute auf beiden Hemi- sphären ihrer Theilnahme an der Feier der Einweihung des Reichstags- Gebäudes einen thatsächlichen Ausdruck gegeben habe».(Heiterkeil). Wie ich schon bemerkte, ist die Sitzung ge- schlössen. Schluß 5'/« Uhr. Der Prozeß des Dr. Hans HInm gegen den„Dorniärts". Vor dem hiesigen Schössengmchte stand deute Termin an in der Beleidigungsklage des Rechtsanwalts Dr. Hans Blum in Leipzig gegen den verantwortlichen Redakteur des„Vorwärts", Herrn Hugo P ö tz s ch. Am 1. Juni fand in Plauen eine Reichstags-Stichwahl statt, aus welcher der sozialdemokratische Kandidat Albin Gerisch als Sieger hervorging. Am 31. Mai brachte der in Plauen erscheinende„Voigtländische An- zeiger" einen Artikel, in welchem es hieß:„In dem Prozeß gegen Boulanger(der vom 8.— 15. August 1889 in Abwesenheit des Angeklagten verhandelt wurde) sei festgestellt worden und zwar unleugbar, sowohl nacb den Ausführungen der Anklage, wie auch nach denen der Vertheidiguug, nach den überein- stimmenden Berichten der Presse, wie nach den zahlreichen Streitschriften für und gegen Boulanger. daß ein sehr namhafter Theil der französischen Staatsgelder. deren Unterschlagung dem französischen Kriegsminister beigemessen war, als wirklich ausgegeben belegt worden ist. Diese Gelder seien an deutsche Sozialdemokraten ausgegeben worden zu dem Zwecke, damit diese im Rücken der deutschen Heere, wenn letztere in den von Boulanger angezettelten Krieg gegen Frankreich zögen, eine Revolution entzünden sollten, um die deutschen Wehr- kräfte zwischen zwei Feuer zu bringen, das des Feindes vor der Front und des vaterlandslosen Gesindels im Hinterhalte. Natür- lich wären uns die Namen dieser Schurken nicht enthüllt worden. Der französische Gerichtshof habe die Namen derjenigen, welche aus den Quittungen prangen, sorgfältig geheim gehalten— wahr- scheinlich, damit sich Frankreich dieser Schurken i» künftigen Fällen abermals bedienen könne. Sollten diese Vaterlandsverräther, für welche Tausende von Franken aus dem französischen Staats- schätze gezahlt worden seien, völlig unbekannte Leute innerhalb der sozialdemokratischen Partei Deutschlands sein? Kaum glaub- lich!!— Auer und Liebknecht waren zufällig in Plauen und ließen sofort ein Flugblatt erscheinen unter dem Titel:„Ein Bubenstück", in welchem sie den Arlikel als„Lügenmachwerk", „Bubenstück" bezeichneten und den Verfasser als„feigen, elenden Ehrabschneider" brandmarkten.— Der„Voigtländische Anzeiger" erklärte, daß er seine Angaben einem bereits 1391 erschienenen Buche von Blum,„Die Lügen der Sozialdemokratie", entnommen habe. Gleich darauf erschien ein von Blum unterzeichnetes Flugblatt, ebenfalls unter dem Titel:„Ein Bubenstück". Darin bemerkte Blum, daß die von ihm behaupteten Thatsachen in dem Boulanger-Prozeß von dem Gerichtshofe für vollständig erwiesen erachtet worden seien,„wie der in seinem Besitz befindliche steno- graphische Bericht jenes Prozesses beweise".„Die Herren Auer und Liebknecht besäßen gewiß ein ebenso großes hochpatriotisches Interesse daran, als auch reiche Mittel dafür, die Namen der Genossin festzustellen, welche jenes französische Geld zu diesen landesverrätherischen Zwecken genommen haben."„Sie würden sich durch diese Enthüllungen zum ersten Male den Dank Deutsch- lands erwerben."— Das Arbeiter-Wahlkomitee Plauen ant- wortete in einem Flugblatt, in welchem Dr. Blum als ein Verleumder, als feiger, elender Ehrabschneider k. bezeichnet wurde. Dieses Flugblatt wurde in Nr. 131 des„Vorwärts" vom 9. Juni d. I. abgedruckt. Hierdurch wurde Dr. Blum veranlaßt, sowohl gegen die Mitglieder des Arbeiter-Wahlkomitees, als auch gegen den Redakteur des„Vorwärts", Herrn P ö tz s ch, Beleidigungs- klage anzustrengen. Im heutigen Termin ist nur der Angekl. P ö tz s ch, welcher durch Herrn R.-A. He i n e verlheidigt wird, persönlich anwesend. Der Kläger R.-A. Dr. Blum ist nicht erschienen, sondern wird durch den R.-A. Sauer vertreten. Den Vorsitz des Gerichts- Hofes führt Amtsrichter Kuttner. Der Vertreter des Klägers erklärt, daß Dr. Hans Blum das mit seinem Namen unterzeichnete Flugblatt zwar verfaßt, die Mittheilung aber nicht zum Zwecke der Veröffentlichung in einem Flugblatte, sondern nur zum Zwecke der Orientirung seiner Freunde gemacht habe. Der Angeklagte giebt zu, daß die in dem Artikel des„Vor- wärts" enthaltenen scharfen Ausdrücke auf Hans Blum ge- münzt seien. Rechtsanwalt Sauer beantragt die Verurtheilung des An- geklagten zu einer G e f ä n g n i ß st r a f e, da es bekannt sei, daß die Redakteure sozialdemokratischer Zeitungen etwaige Geld- strafen nicht aus eigener, sondern aus der Parteikasse bezahlen. Der Privatkläger beantrage serner die Zuerkennung einer Buße von 1990 Mark. Derselbe habe diesen Antrag damit begründet, daß er Rechtsanwalt sei und durch solche schwere Beleidigungen auch in seinem Berufe geschädigt werde, daß er ferner im öffent- lichen Leben stehe und vielfach in Vereinen u. f. w. Vorträge halte. Auch da erleide er durch solche Beleidigungen pekuniären Schaden. R.-A. Heine schickt seinem Plaidoyer voraus, daß ein Theil der inkriminirten Ausdrücke berechtigt erscheinen müsse, da für gewiss« Dinge die deutsche Sprache andere Ausdrücke nicht besitze. Für eine wider besseres Wissen in die Welt geschleuderte Hn- wahrheit gebe es eben in der deutschen Sprache keinen anderen Ausdruck als„Lüge". Dazu komme, daß der Angeklagte die berechtigtsten Interessen vertrat, als er Herrn Blum zu Leibe ging. Es ist, fährt er fort, eine ganz ungeheuerliche Beschuldigung, die Hans Blum gegen die deutsche Sozialdemokratie geschleudert hat, und in einem solchen Fall hat jeder anständige Schriftsteller oder Politiker die Pflicht, wenigstens die moralische, das zu beweisen, was er sagt. Herr Blum hat aber niemals auch nur den Ver- such zu einem solchen Beweise gemacht. Als ich ihn bei Gelegen- heit früherer Prozesse in derselben Angelegenheit einmal auf die Ungeheuerlichkeit seiner Beschuldigungen aufmerksam machte, zog er sich zurück und meinte, er wolle za gar nicht behaupten, daß das, was er in seinem Buch über die Bestechung deutscher Sozialdemokraten durch Boulanger sage, objektiv wahr sei, er habe nur konstatirt, daß dies im Boulanger-Prozeß als erwiesen angenommen worden sei. Und aufmerksam gemacht auf eine Stelle seines Buches, an der es heißt, daß es zweifellos sei,„daß der französische Kriegs- minister dieses schmachvolle Abkommen nicht getroffen haben könne mit völlig unbekannten Schulzen, Müllern und Meyern, sondern nur mit Leuten, welche innerhalb der sozialistischen Partei Teutschlands sich eines bestimmenden Einflusses erfreuten", erklärte er, das sei ja nur eine„V e r m u t h n» g".— Trotzdem. daß ihm im damaligen Prozesse doch klar werden mußte, daß man solche„Vermuthnngen" ohne irgend welchen Anhalt nicht in die Welt fetzen darf, wiederholte er sie in der zweiten Auf- läge seines Buches und in wenig veränderter Form in dem Brief an feine Freunde in Plauen. Nun sollte Herrn Blum diesmal Gelegenheit gegeben werden, seine für jeden Sozial- demokrate», also auch für den Angeklagten, im höchsten Maße beleidigenden Behauptungen zu beweisen. Er ist gebeten worden, persönlich zur Verhandlung zu kommen. Er wollte nicht. Er wurde gebeten, die nach seiner Aussage in seinem Besitz befind- lichen stenographischen Protokolle aus jenem Boulanger-Prozesse an Gerichlsstelle niederzulegen. Herr Blum hat erklärt, er könne diese Papiere nicht aus den Händen gebe». Es ist ihm nahe- gelegt worden, seine Beweisstücke persönlich vorzulegen. Er ist aber nicht gekommen. Warum nicht? Weil sich die Behauptungen nicht beweisen lassen, weil es wider besseres Wissen vorgebrachte Unwahrheiten sind. Herr Blum hat an der betreffenden Stelle seines Buches(S. 305) eine Reihe von offiziellen Berichten und sonstige Literatur über den Boulanger-Prozeß angeführt, aus welchen Veröffentlichungen er seine beleidigenden Angaben geschöpft haben will. Ich habe mir das Wesentlichste dieser in Blum's Werk zitirten Literatur verschafft, da Herr Blum ja die in seinen Händen befindlichen Originale nicht vorlegen wollte, und ich kann nach sorgfältiger Prüfung erklären: In jenen Büchern, aus die sich Blum beruft, steht von der ganzen Geschichte kern Wort! Herr Blum be- hauptet zum Beispiel, selbst die Vertheidiger hätten in jenem Prozeß zugeben müssen, daß französische Beftechungsgelder an die deutsche Sozialdemokratie durch Boulanger gezahlt worden wären; in jenem Prozeß sind Vertheidiger aber überhaupt gar nicht aufgetreten. Ist dies nicht eine Unwahrheit wider besseres Wissen? Ja, hätte er sich nicht ausdrücklich aus die offiziellen französischen Berich- berufen! Er beruft sich aber darauf und berichtet somit— falsch. Entweder er hat gewußt, daß das. was er sagt, nicht in der von ihm zitirten Literatur stehl: dann hat er das gethan, was man im Deutschen„lügen" nennt. Oder er hat die Literatur, die er zitirt, nicht gelesen und sie in der Fußnote nur dazu gesetzt, um den Schein zu erwecken, als ob er sehr sorgfältig vorgegangen sei und die Beweise für seine Behauptungen aus jenem Werke geschöpft habe. Auch in diesem Falle würde eine literarische Unehrlichkeit schlimmster Sorte vorliegen. Dabei möge es dahingestellt bleiben, ob Herr Blum die ganze Beschuldigung gegen die Sozialdemo- kratie frei erfunden oder ob er sie aus wer weiß welcher Quelle geschöpft hat. Der Vorwurf der bewußten Unwahrheit bleibt nach dem, was die von ihm zitirte Literatur ergeben hat, auf ihm sitzen. Vor einigen Jahren in Halberstadt konnte man noch zu seinen Gunsten annehmen, daß er blos grob fahrlässig eine unsinnige Nachricht verbreitet habe, ohne Erkundigungen einzuziehen; jetzt aber ist er dabei ertappt, daß er falsch zitirt. Gegen ein solches Verfahren ist kein Wort der Kritik scharf genug, und der Älus- druck„schamlose Agitation" ist noch milde. Dasselbe gilt von den meisten übrigen Ausdrücken, die gebraucht worden sind. Man ist nicht verpflichtet, der Sprache Gewalt anzuthun, man hat das Recht, eine bewußte Unwahrheit eine Lüge zu nennen, und für den Begriff der Ehrabscheidung und Verleumdung giebt es auch keine anderen Wörter. Wenn das Verfahren des Herrn Blum feig genannt worden ist, so wäre es wirklich schwer, einen anderen Ausdruck dafür zu finden. Sollte der Gerichtshof aber noch irgend welche Bedenken haben, ob Herr Hans Blum wirklich wider besseres Wissen seine Behauptungen ausgestellt hat, dann bitte ich nochmals, ihn zur Verhandlung persönlich zu laden und ihm aufzugeben, sein Be- weismaterial vorzulegen.— Da diese beleidigenden Behauptungen seinerzeit vollständig bcweislos in die Welt geschleudert wurden, mußte sich der Angeklagte in seiner Ehre auf's höchste beleidigt fühlen und deshalb ist der Artikel„Schamlose Agitation" in Nr. 134. des„Vorwärts" weder in seiner Tendenz noch in seinen Ausdrücken beleidigend.— Aus allen diesen Erwägungen beantrage ich die Freisprechung des angeklagten Redakteurs Pötzsch. Was die von Herrn Hans Blum beanspruchte Buße von 1000 Mark betrifft, die er verlangt, weil er durch den Vorwärts- Artikel geschädigt worden sei, so ist allerdings zuzugeben, daß es ihn schädigen muß. wenn, wie jetzt hier vor aller Welt, be» wiesen wird, was es mit der Wahrheit seiner beleidigenden Behauptungen auf sich hat und wie seine eigenen Quellen ihn widerlegen. Nichts kann Herrn Dr. Blum aber mehr schädigen. als ihm seine Handlungsweise in den Augen jedes anständigen Menschen, welcher Partei er auch angehöre, bereits geschadet hat. Rechtsanwalt Heine legt darauf die von Blum zitirten Bücher auf dem Gerichtstische nieder. Der Angeklagte Pötzsch macht geltend, daß er berechtigte Interessen wahrgenommen und sich in seiner Eigenschaft als Sozialdemokrat von Dr. Blum persönlich beleidigt gehalten habe. R.-A. Dr. Sauer: Ich habe von dem Kläger nur die In- struktionen erhallen, die sich auf die hier in Frage stehenden Be- leidigungen beziehen und kann meinem Mandanten nur sorgfältig Bericht über die neuen Behauptungen und Angriffe des Gegners erstatten. Jedenfalls weise ich diese als unbegründet zurück. Durch das Urtheil wird der Angeklagte der formellen Beleidi- gung für schuldig erklärt und zu 100 Mark Geldstrafe ver- urlheilt, der Antrag auf Buße aber als der prinzipiellen Be- gründung wie auch"der Höhe nach ungerechtfertigt abgelehnt. Der Gerichtshof hat, wie der Vorsitzende hervorhebt, nicht- angenommen, daß i« dem heutigen Verfahren der Beweis voll geführt sei, daß Herr Dr. Hans Blum wissentlich eine Unwahrheit gesagt habe. Allerdings lei auch die Wahrheit der Blum'schen Be- Häuptlingen nicht erwiesen. Dagegen glaubr der Gerichtshof, daß der Angeklagte von der Unwahrheit der Behauptungen überzeugt gewesen ist und sich deswegen in begreiflicher Erregung befinden mußte. Die Behauptung, daß die Partei des Angeklagten Baler- lands-Verrath üben und im Kriegsfalle mit dem Feind des eigenen Volkes gemeinsame Sache habe machen wollen, müsse jeden Deutschen heftig erregen. Immerhin sei der Angeklagte über die zulässigen Grenzen der Abwehr hinaus- gegangen und müsse deshalb bestraft werden. Der Gerichtshof habe aber mit Rücksicht auf die schwere Reizung des Angeklagten und die Thatsache, daß Dr. Blum jene Behauptungen unmittelbar vor der Entscheidung in den Wahlkampf geworfen und dadurch den Wahlkampf, der vorher sachlich geführt worden sei, zu einem erbitterten und gehässigen gemacht habe, von einer Freiheilsstrafe Abstand ge- nommen.— Aus den Urtheilsgründen ging nicht hervor, ob das Gericht die von Herrn Rechtsanwalt Heine überreichten Berichte über den Boulanger-Prozeß gelesen hatte. Da das wohl mehrere hundert Seiten sind und die Bcratbung nur 20 Minuten dauerte,»niß man annehmen, daß das Gericht zu seinem Spruche ohne Priisung dieses Beweismaterials gelangt ist. Oolrnles. Die Sprechstunde des RechtöanwattS Mittags von 12 bis 1 Uhr abgehalten. wird heut» Die Liste der boykottfreien Gastwirthe und Nestau» rateure wird der am Sonnabend erscheinenden Nummer bei- „Vorwärts" wieder beigelegt werden. Veränderungen in der Liste müssen von den hierzu beauftragten Kontrolleuren bis spätestens Freitag Vormittag 10 Uhr in der Druckerei von Max Badina. Beuthstraße 2, Hof 3 Treppen, abgeliefert werden. Ueber das fatale nasse Jahr läßt sich der Geschäftsbericht der VereinsbrauereiRixdorf unter anderem folgender- maßen aus: Infolge der allgemeinen wirthschaftlichen Verhältnisse, des Boykotts und der schlechten Witterung des vergangenen Sominers hat sich der Bierabsatz wesentlich vermindert, andererseits hatten wir für Gerste und Hopfen eine Mehrausgabe von ca. 86 000 M., wozu dann noch dst Abschreibung auf unseren Hopfenbestand per ultimo September a. c. in Höhe von zirka 11 000 Mark ge- kommen ist. Alles dies hat zusammengewirkt, das Resultat des abgelaufenen Betriebsjahres als ein weniger erfreuliches er- scheinen zu lassen. Ter Reingewinn von 171 017 M. hat sich gegen das Vor- jähr um nicht weniger als t!i27S7M. verringert. Die Dividende beträgt für die Prioritätsaktien ö'/e pCt.(im Vorjahre 7»/2pCt.) und für die Stammaktien, die im Vorjahre 5'/» pCt. einbrachten. gar nur 31/» pCt. In ihrem Schmerz ist der Vereinsbrauerei aber ein süßer Trost geworden: sie ist durch Errichtung der neuen Aus- schanklokale in die Lage versetzt, die Generalversammlung hinfort auf ihrem eigenen Grundstück abzuhalten. Vielleicht hilft diese Annehiiilichkeit die Aktionäre über alle Boykollschmerzen hinweg. Wie der Boykott weiter gewirkt hat.„Die Sozietäts- brauerei Waldschlößchen in Dresden hat durch den(inzwischen ausgehobenen) 6t/2 monatlichen sozialdemokratischen Boykott einen Ausfall von 17 �11 Hekiolitern im Bierverkaus erlitten. Der Absatz ist von 202 404 Hektolirern im Vorjahre auf 184 593Hekto- liter in 1893/94 zurückgegangen. Der Rohgewinn beträgt 396 192 M.(i. V. 622 585 M.); für Abschreibungen nach den seitherigen Prozentsätzen sind 222 471 M.(i. B. 291 159 M.) abzusetzen. wonach 177 339 M.(i. V. 334 152 M.) als Rein- gewinn verbleiben. Hiervon dienen 32 133 M.(i. V. 61 314 M.) zu Tantiemen. 144 000 M. als 10 pCl. Dividende(i. V. 18 pCt.)." So steht im Börsentheil bürgerlicher Blätter zu lesen. Auch die Echloßbrauerei Schöneberg muß sich dieses Jahr mit einer gegen das Vorjahr um 3 pet. ver ringerten Dividende begnügen. Damals gab es 12 pet., jeht ,, nur" 9 pCt.! Zur Lokalliste. Boykottfreies Bier führen Seyer, Wilhelmstr. 48, und Jagow, Wilhelmstr. 1. In Friedrichsberg schänken Fengler, Kronprinzenstr. 28, und Blättrich, Rummelsburgerstr. 18, boykottirtes Bier. Den zweifelhaften Werth der Wohlfahrtseinrichtungen für| Zeitung seine Adresse angeben zu wollen. Es ist sein Zeugniß die Arbeiter brauchen wir hier nicht weiter zu erläutern, um so in einem Beleidigungsprozesse erforderlich, den der Gendarm weniger, als dieselben durch andere Momente noch genügend Preuße wegen eines Berichtes über den bekannten Krawall in illustrirt werden. Nowawes gegen einen hiesigen Redakteur angestrengt hat. Herr Kommerzienrath Raselowsky nahm weiterhin Veran Auf ein Komplott zurückgeführt wird eine äußerst laffung, die von der Sozialdemokratie der Verwaltung gemachten fenfationelle Gefangenenbefreiung, die mit vielem Geschick und Vorwürfe, daß fie die Arbeiter durch Ueberstunden zu ſehr an mit großer Dreiftigkeit ins Werk gesetzt worden ist. Man erinnert die Schlußsteinlegung des deutschen Reichstagshauses. merzienrath die Vorwürfe immerhin, zu entkräften aber vermag in Gemeinschaft mit ihrem Liebhaber, einem Holz- und KohlenZu einer bunten militärischen Feier gestaltete sich gestern habe, zurückzuweisen. Nun, zurückweisen mag der Herr Kom- sich, daß die Klempnerfrau Ida Braune, geborene Höricke, die am 19. April 1860 in Altengrund bei Rüdersdorf geboren ist, Es versteht sich, daß die militärische Einheitlichkeit dieses Prunt er sie nicht. Muß er doch die Thatsache, der Ueberstundenarbeit händler Holz in Rüdersdorf, einen Mordversuch gegen ihren feftes von feinem Sozialdemokraten entweibt wurde; es geziemt felber zugeben! Aber, meinte Herr Kommerzienrath Rafelowsky, diefe Batten dadurch verübte, daß sie ihn im Schlafe überfiel und fich den Vertretern des abseits. stehenden arbeitenden Boltes, Ueberstunden wurden nur im Interesse der Arbeiter selbst an- mittels einer Schnur zu erdrosseln versuchte. Braune entzog sich dem neue Ketten, neue Strangulirungsparagraphen in dem geordnet, damit dieselben mehr verdienen fönnten(!?), und erst, wenn mit knapper Noth den Händen beider Personen und entfloh im neuen Saufe geschmiedet werden follen, einer Feier ganz unvermeidlich, wurden neue Arbeiter eingestellt.(!) Nach fernzubleiben, die nichts gemein hat mit der Freiheit, die nicht biefen Ausführungen des Herrn Kommerzienraths wird wohl nachtgewande auf die Straße. Die Braune wurde zu 15 Jahren den zahniften Segensspruch ausspricht dem Sehnen und Ver- jeder, der sehen will, einsehen, wie berechtigt, die von der Buchthaus verurtheilt. The indeß das Urtheil rechtskräftig langen des im Elend, in Verzweiflung darbenden Proletariats. Sozialdemokratie der Verwaltung gemachten Vorwürfe" find. wurde, zeigten sich Spuren von Frrsinn, und die Braune wurde Das zweierlei Tuch blieb unter sich, Janitscharenmusik und Fan- Wenn etwas die Verhältnisse in der Schwarzkopff'schen Fabrik zur eſtſtellung ihres Geiſteszustandes am 14. Dober 198 faren schmetterten, Helmbüsche, Epauletten, glitzerndes Ordenszu charakterisiren im stande ist, so sind es diese Ausführungen des linken Seitenflügels untergebracht. Da sie sich ruhig verhielt, die Neue Charitee eingeliefert. Hier wurde sie im ersten Stock wert blisten auf, und von seinem buntesten Hofgepränge des Direktors Herrn Kommerztenrath Kafelowsky. Wenn die räumte man ihr nach und nach besondere Freiheiten ein, die umgeben erschien unter der Schaar der Wolfsvertreter, Ueberstundenarbeit im Interesse der Arbeiter" angeordnet die da glaubten, bei der Feier dabei fein zu müssen, werden muß,„ damit dieselben mehr verdienen können", so ift darin bestanden, daß sie fich in dem allerdings verfchloffenen der oberste Kriegsherr, der Kaiser, um die Zeremonie zu dies ein Beugniß, was der Herr Direktor der Verwaltung aus Kleibern beschäftigen durfte. Zwischen der Braune und einem aus- Flügel Flügel ungebindert bewegen und mit der Anfertigung von Es wurde die Urkunde, die nichts enthält, was ftellt, auf welches diese wahrlich nicht stolz sein kann! Und was geiftestranten Fräulein P. bildete sich ein reges Freundschaftsdas Proletariat intereffiren tönnte, in den Schlußstein gesenkt verdienen denn nun die Arbeiter? Auch darüber giebt und darauf die Beremonie Der Vermauerung vom Herr Auskunft. Kommerzienrath Raselowsky Derselbe verhältniß. Das letztere wurde in diesem Sommer als geheilt entKaiser vollzogen. Doch halt, was schreiben wir? berichtet: laffen, blieb aber mit der Braune in brieflichem Verkehr und stattete Die Wochenverdienste der Arbeiter betragen war teine Zeremonie. Die brave, staatstreue 27, 28 auch 29 M.(!) Das ist doch erstaunlich, nicht wahr? ihr auch Besuche ab. Am 23 Januar d. J. wurde ein Student National- Beitung" merft nicht, wie ihr der Schalt im Nacken Troß und mit der Ueberstundenarbeit 27, 28, auch" 29 M. Sch. als trampfkrank in die Charitee aufgenommen, wo er bis figt und sie berichtet mit würdevoller Miene über diesen Vor- Man kann hiernach ermeffen, wie schwer es der Verwaltung bolt bemerkt, daß sich die Braune vom Fenster aus durch Zeichen zum 1. d. M. verblieb. Das Aufsichtspersonal hat nun wiedergang wie folgt: wird, den Aktionären 121/2 pet. Dividende zu zahlen! Um wie Der Kaiser, welcher noch vor Beginn der Ansprache an den viel schlechter hat es doch so ein armer Aktionär als so ein mit dem im Garten spazierenden Sch. verständigte, und daß sie Schlußstein herangetreten war, nahm die Kelle entgegen und aus glücklicher Arbeiter, für den dem Studenten Zettel zuwarf. Dieser Verkehr wurde bald ge= zu viel des Guten! auch noch der bereit gehaltenen Mulde den Kalt. Aber sein Vermauern Wohlfahrtseinrichtungen" unterhalten werden von einem Theile bei der Flucht seine Hand im Spiele gehabt habe; denn es ist hindert. Man nimmt nun an, daß der entlassene Student Sch. des Schlußsteins war tein symbolisches, sondern ein des von ihm der Gesellschaft miterarbeiteten Gewinnes! Herr bereits festgestellt worden, daß er kurz vor dem Entweichen der wirtliches. Genau so, wie der Maurer auf dem Bau, nahm Rommersienrath Stafelowsky giebt dieser überschwenglichen Gefangenen im Bereiche des Krankenhauses gesehen worden ist. er fo lange es nöthig war, 5 oder 6 Mal Kalt, führte ihn Arbeiterglückseligkeit benn auch in einer Weise Ausdruck, die wie Gefangenen im Bereiche des Krankenhauses gesehen worden ist. auf allen vier Seiten fauber herum, wendete die Stelle, strich liebliche Musik den Aktionären in die Ohren flingen muß, indem außer dem Studenten dürften noch andere Personen bei der Flucht den Stalt gerade und überließ von der Arbeit nichts den Hand- er ihnen offenbarte: Die Fabrit habe einen alten Arbeiter- betheiligt sein. Am Montag Abend erschienen in der Charitee ein Herr wertsmeistern. Die hinter dem Kaiser stehende Kaiserin sah der stamm von etwa 4-500 Arbeitern, welche der Verwaltung in Braune ausgaben und ein Packet mit sich führten. Gegen sechs und eine Dame, die sich für den Bruder und die Schwägerin der allen Fährlichkeiten treu zur Seite ständen. 91 Arbeiter Es sei noch erwähnt, daß sich unter der Schaar der wären seit 25 Jahren ununterbrochen in der Fabrit thätig, 25 alte Uhr bemerkte der Pförtner, der am Haupteingange Dienſt hatte, uniformirten Herren auch der Landwehrmajor v. Levehow be Arbeiter erhielten Unterſtügungen. Es wären der Verwaltung Bförtner war am Fernsprecher beschäftigt und hat daher nur gedaß eine vornehm gekleidete Dame die Anstalt verließ. Der Diefer Offizier, der bekanntlich auch das Amt eines noch niemals Klagen zu Ohren gekommen. Das letztere ist nur Präsidenten des Deutschen Reichstags ausübt, reichte darauf dem zu begreiflich und wird durch das erstere bedingt. Denn der sehen, daß fie einen grauen, pelzverbrämten Theatermantel trug Kaiser unter den bei solchen Gelegenheiten üblichen konventionellen alte Arbeiterstamm", der sich dort eingenistet hat, ist natur: Wie sich später ergab, ist dies die Braune gewesen. Vor einiger und ihr Gesicht mit einem schwarzen Schleier dicht verhüllt hatte. Worten den Hammer, der dann aus derselben Hand den Prinzen, gemäß nicht in der Lage, Klage zu führen, eben infolge seines Beit war eine wärterin dort in dem Krankenhause gestorben, deren Brinzessinnen, Generälen, Ministern, dem Polizeipräsidenten 2c. Alters und der langjährigen Thätigkeit in der Fabrik. Durch Bater einer anderen Wärterin K. den hinterlassenen grauen und gereicht und ganz zuletzt jawohl auch an die erschienenen Ab- die Wohlfahrtseinrichtungen" hat die Verwaltung es verstanden, mit Bela besetzten Theatermantel verkaufte. Die Käuferin bewahrte geordneten weiter gegeben wurde. fich einen willigen Arbeiterstamm zu schaffen, wie sie ihn braucht, tapelle ein Gesangvers gespielt. Was weiter noch geschah, it bare Fata morgana, welche Herr Kommerzienrath Kaselowsky oder ohne Wissen der Eigenthümerin Während dieses ganzen Borganges wurde von der Militär- der ihr„ in allen Fährnissen treu zur Seite steht". Die wunder: Das Kleidungsstück in einer Pappschachtel unter ihrem Bette auf. Das wußte die Braune und hat das Kleidungsstücksei es mit nicht von Belang. Der Bericht der National- Zeitung" schließt märchenhaft mit Geschick ohne doppelten Boden vor den oder ohne Wissen der Eigenthümerin- zu der Flucht benußt. mit den Worten: So weit zu beobachten, war Herr Baumeister staunenden Augen der schmunzelnden Außerdem scheint das Packet, das der angebliche Bruder der Wallot zur Führung nhi cht hinzugezogen. gezaubert hat, erhält ein wirkungsvolles Relief durch Entflohenen mitgebracht hat, die weiter erforderlichen Kleider bote" u. a., daß die Räume für die Presse eng und niedrig waltung, weil ein so gutes Verhältniß zwischen ihr und den Ar- als der diensthabende Inspektor mit der Suppenvertheilung zu An dem neuen Reichstagsgebäude tadelt der Reichs- folgende Schlußapotheose: die Sozialdemokratie hasse die Ver- enthalten zu haben. Die Braune hat die Neue Charitee auf einem Seitenwege verlassen und dazu den Augenblick abgepaßt, find, fast wie die Kabinen eines Schiffes, während andere Räume, beitern bestehe und die Verwaltung sei stolz bierauf. Die Sozial- als der diensthabende Inspektor mit der Suppenvertheilung zu wie z. B. die Wandelhalle und der Restaurationssaal so groß demokratie könne nur unzufriedene Arbeiter gebrauchen. Auf verschloffen gehaltenen Thüren hat öffnen fönnen, muß die Unterthun hatte. Wie es möglich gewesen ist, daß die Braune die sind, daß man mit einem Heuwagen darin herumfahren tönnte. Diese Tirade kann Herr Kommerzienrath Kaselowsty ebenso wenig Der Breffe, so meint das Blatt, fällt doch zweifellos ein Haupt- ftolz sein, wie auf das gute Verhältniß, welches angeblich fuchung zu ermitteln bestrebt fein. Die Flüchtige hat noch nicht theil der Arbeit zu, deshalb hätte man für sie wenigstens aus zwischen den Arbeitern und der Verivaltung besteht. Denn welcher fie nach England entkommen ist, wo sie Verbindungen haben soll. der eingefangen werden können. Es wird angenommen, daß reichende Räume schaffen sollen; was ihr geboten wird, find Art dasselbe nur sein kann, das hat der Herr Direktor durch die sie nach England entkommen ist, wo sie Verbindungen haben soll. Winkel, in denen man es vor Hige faum wird aushalten können. wenigen Streiflichter, welche sein Jahresbericht auf die FabrikEigentlich sollte der Reichsbote" doch auch wissen, daß es verhältnisse gestattet, schon hinreichend erhellt. der Kulturtiefe der deutschen Reaktion völlig entspricht, die Presse fand. " " " M = Aktionäre hervor in allen Dingen so nichtachtend, wie nur irgend möglich zu bes General Lotterie Direktion in Berlin an die königlichen Herren geschäft, wird in dem Bericht über einen Selbstmordfall gegeben, Eine Aufforderung zum Denunziren mußt die königliche handeln. Der Geist des Brausewetter fühlt sich wohlig und herrscht weit in deutschen Landen, und, was das Schlimme ist, Lotterie- Ginnehmer ergehen. Das vom 30. Oktober d. J. datirte die bürgerliche Preffe, vom Reichsboten" bis zur Freisinnigen", Schriftstück hat folgenden Wortlaut: ift wirklich nicht von der Art, sich Achtung vor diesem Geiste zu verschaffen. Fühlt sie sich selber doch mehr oder weniger eins mit der deutschen Reaktion, der erst die Sozialdemokratie den Todesstoß verseßen muß. Herr Eugen Richter als Vereinsboykotter. In der Freis. 8tg." liest man: Natürlich ist die Nachricht der " Deutschen Warte", Herr Gugen Richter habe es abgelehnt, im " liberalen Verein der Rofenthaler Vorstadt" einen Vortrag über Den Bauschwindel zu halten, weil er nichts davon verstände, eine blanke Erfindung. Wenn Herr Eugen Richter Veranlassung nehmen wollte, über diese Frage öffentlich zu sprechen, so würde er nicht einen Berein dazu auswählen, in welchem der Boden reformer Freese Vorträge hält." Die Arbeiterschaft von Friedrichsberg sei darauf auf merksam gemacht, daß der Rauchklub" Barinas" am nächsten Sonnabend sein Vergnügen in einem bontottirten Lokal, nämlich bei Sellnow, Frankfurter Allee 174, feiert. An den fremden" Arbeitslosen, die das Elend nach der Reichshauptstadt getrieben hat, ist von dem bekannten Zentralverein für Arbeitsnachweis bereits ein Exempel statuirt worden. Im Vollgefühl sozialer Pflichterfüllung berichten bürger liche Blätter, daß in den Monaten Oktober und November 539 von auswärts nach Berlin zugezogene Arbeiter von dem Bureau des Zentralvereins für Arbeitsnachweis zurückgewiefen worden sind. Von diesen 539 Arbeitern entfallen auf Oft preußen 51, Westpreußen 51, Brandenburg 118, Pommern 84, Bosen 39, Schlesien 45, Schleswig- Holstein 10, Hannover 18, Sachsen 7, Sachsen- Anhalt 11, Hessen- Nassau 7, Westfalen 14, Rheinproving 7. Elsaß- Lothringen 18, Mecklenburg 47, Baden 2, Hamburg 15, Bremen 7, Ausland 3. Wieviel einheimische Arbeiter das Bereinsbureau in diefen awei Monaten zurückgewiesen hat, wird nicht mitgetheilt. Ein recht drastischer Beweis für die Richtigkeit der proletarischen Anschauung, daß die heilige" Ehe in der bürgerlichen Gesellschaft nichts weiter ist, als ein ganz ordinäres Gelds der sich am Sonntag zugetragen hat. Der 28 jährige Buchhalter Lübte war mit der Tochter eines im Norden der Stadt wohnen= neuerer Beit die Loosehändler( inländische und aus- war für den verflossenen Sonnabend festgesetzt. Dem Bräutigam Es ist zu unserer Renntniß gelangt, daß namentlich in den Handwerkers verlobt und die Hochzeit des jungen Paares ländische) eine rege Thätigkeit entwickeln, um den Vertrieb der am Hochzeitstage zahlbar, versprochen worden Loose auswärtiger, in Preußen verbotener Lotterien mög- Gumme der junge Gbemann eine selbständige Existenz begründen ländische) eine rege Thätigkeit entwickeln, um den Vertrieb der war von dem Schwiegervater ein Kapital von 20 000 m., mit welcher lichst zu erweitern. Da nicht nur der Vertrieb und das Anbieten solcher Loose nach dem Gefeße vom 29. Juli 1885( Geſetz her durch Belannte angedeutet worden die Mitgift wollte. 2. erhielt jedoch was ihm übrigens schon vor Samml. S. 817) mit einer Geldstrafe bis 1500 m. bestraft wird, sondern auch das Spiel in derartigen Lotterien bei einer Geld- am Sonnabend als an feinem Hochzeitstage nicht, vielmehr wurde ftrafe bis 600 m. verboten ist, so liegt es sowohl im Intereffe junge Ehemann befand sich während des Hochzeitsfestes in gang er auf einen späteren Termin der Auszahlung vertröstet. Der der Staatslotterie- Verwaltung als auch des Publikums( 1), daß verzweifelter Stimmung, umſomehr als er feine Wohnungs dem Treiben solcher Loosehändler nachdrücklicht entgegengetreten einrichtung auf Kredit entnommen, seine bisherige Stellung, wie werde. Organe nicht allein verpflichtet sind, für den Umsatz der Wort feines Schwiegervaters aufgegeben hatte. Am Sonntag Da die königliche Botterie Verwaltung und deren in bürgerlichen Blättern berichtet wird, im Vertrauen auf das Soofe der Staatslotterie Sorge zu tragen, ihnen vielmehr auch Nachmittag verließ 2. fein neugegründetes Heim in der Reinicken die Verpflichtung obliegt, die Durchführung der Lotterie Straf: dorferstraße und wurde am Montag bereits als Leiche an einem gefege zu fördern, fo gehört es auch zu den Obliegen Baum der Jungfernhaide hängend bei Blößensee aufgefunden, heiten der Herren Lotterie- Ginnehmer, die Verwaltung in Die junge Wittwe ist bereits zu ihren Eltern zurückgekehrt. dieser Beziehung nach Möglichkeit zu unterstützen. Diefelben werden daher nicht allein alle ihnen zugehenden Offerten tarischen Welt räumt der Kapitalismus gründlich mit der Heilig Die alte Gefchichte. In der bürgerlichen wie in der proles von Loosehändlern nebst den Briefumschlägen unverzüglich feit der Ghe und der Familie auf. Hier durch das Elend oder an die königliche Staatsanwaltschaft zur weiteren Ver: durch übermenschlich lange Arbeitszeit und durch den Zwang auf folgung abzugeben haben, sondern auch in weiteren Kreisen 2c. die Frau zur Fabritarbeit und dort durch den lieblichen Interessen babin wirken müssen, daß derartige Zuwiderhandlungen entweder streit um die Mitgift. Das alles hindert aber das Pfaffenunmittelbar der königlichen Staatsanwaltschaft mitgetheilt gelichter, wie das Heer der Kraut- und Schlotjunker und ihre oder bei ihnen zur Anzeige gebracht werden. Auch würde Trabanten nicht, in Diebsmanier die böse Sozialdemokratie als zu erwägen fein, ob es nicht angezeigt erscheinen möchte, das Berstörerin der Familie anzuflagen. publikum durch geeignete Beitungsnotizen( im redaktionellen Theile) auf die Strafbarkeit des Spielens in auswärtigen, in Preußen verbotenen Lotterien besonders aufmerksam zu machen. Butreffenden Falls würden jedoch derartige Mittheilungen uns zuvor zur Durchsicht einzureichen sein. Elendsstatistik. Der Berliner Asylverein für Obdachlose beherbergte im November 9240 Männer und 1201 Frauen. Gebabet haben 3081 Männer und 88 Frauen. Arbeitsnachweis erbittet der Verein für Männer Büschingstr. 4 und für Frauen Füsilierstr. 5. Witterungsübersicht vom 5. Dezember 1894. Stationen. Barometer reduzirt auf stand in mm, d. Meeressp. Windrichtung Windstärke etter Wie Gottes Segen bei Cohn fich den Moralgrundsäßen des christlichen Staates feelensvergnügt anschmiegt, so muß auch wohl Zwei Zigeunerinnen find in Schöneberg wegen eines alten das Denunziren mit seinen Sittengesehen zu vereinbaren sein. Schwindels festgenommen worden. Sie tauften in einem Laden Der Jahresbericht, welchen der Herr Kommerzienrath Zur Frage der Celspülung in unseren öffentlichen Beerbaten sie Geldstücke, auf denen sich Kränze befänden, und er Kleinigkeiten und boten sich dabei zum Wahrsagen an. Dazu Raselowsty, Direktor der Berliner Maschinenbau- AktienGesellschaft vormals L. Schwarzkopff, in der stattgehabten dürfnißanstalten wird dem Lokal- Anzeiger" geschrieben: ordentlichen Generalversammlung dieser Gesellschaft erstattete, Die fiebenständige Bedürfnißanstalt für Männer auf dem hielten merkwürdiger Weise die Erlaubniß, in der Raffe nach ermöglicht mancherlei intereffante Ginblicke in die Verhältnisse Werder'schen Markt, welche bekanntlich vor Jahresfrist von der folchen Münzen fuchen zu dürfen. Dabei nahmen sie denn dieser vielgenannten Fabrit, so daß es sich wohl verlohnt, etwas Firma Roßmann u. Rühnemann auf eigene Gefahr und Koften auch Münzen ohne Kränze mit der den Zigeunern eigenen Genäher auf ihn einzugehen. Zunächst wurde fonstatirt, daß das probeweise mit Delverschluß nach dem System Beetz( Wien) einwandtheit an sich. gerichtet wurde und seitdem in Betrieb gesetzt worden ist, hat Als Todesurfache ist in bezug auf die an der Nazarethgefallen fet. Wir müssen auch dieses Moment ins Auge faffen, Much nach dem Gutachten der 5. Stadt Bauinspektion hat sich Gewinnresultat pro 1893/94 etwas geringer wie gewöhnlich aus: ich nach den gemachten Erfahrungen, wie befannt, bewährt. firche umgebrachte Anna Mosler Erstickung festgestellt worden. sei. weil es für unsere Betrachtung nicht ohne Wichtigkeit ist. Zur diese Einrichtung außerordentlich gut bewährt. Demnach find Erklärung des etwas geringeren" Gewinnresultates wurden die Vortheile der Delspülung gegenüber den Anstalten mit nämlich vornehmlich zwei Gründe ins Feld geführt. Der erste Wasserspülung selbst für den Laien in die Augen sprinnämlich vornehmlich zwei Gründe ins Feld geführt. Der erste Grund ist das verspätete Inkrafttreten des russischen Handels vertrages. Dieses verspätete Jufrafttreten hatte zur Folge, daß Sommertagen, die fast gänzliche Ausschließung der Gisbildung gend, wie vollständige Geruchlosigkeit auch in den heißesten nur ein kleiner Theil der reichlich vorliegenden Aufträge in einer solchen Anstalt zc. Der Schwerpunkt liegt jedoch in der im abgelaufenen Geschäftsjahr effettuirt und in Berechnung Berbilligung der Unterhaltungs- zc. Roften. Während sich die gestellt werden fonnte. Der größte Theil der Aufträge wird Kosten für Bedienung und Unterhaltung der siebenständigen AnSaber erst im laufenden Geschäftsjahre ausgeführt und der Gestalt mit Delspülung auf jährlich 840 W., also pro Stand auf Swinemünde winn wird dafür am Jahresschlusse entsprechend höher sein. Herr 120 m. belaufen, erfordert ein jeder Stand einer Anstalt mit Hamburg Kaselowsky konnte denn auch den Herren Aktionären die troft Wasserspülung einen Kostenaufwand von 165 M. Dies bedeutet Berlin reiche Versicherung geben, daß die Aussichten für das laufende eine Ersparniß für eine einzige Anstalt mit Delspülung von Wiesbaden. Jahr günstiger find, als sie im Jahre 1898/94 waren. Daß das Gewinnrefultat diesmal etwas geringer" ausgefallen ist, bat X45815 m. für das Jahr. Das Verhältnis ftellt sich München. demnach gar nichts auf sich. Daß das Gewinnresultat immerhin noch günstiger je nach der Zahl solcher Anstalten, weil sich dann Wien die Bedienungskosten verringern. Haparanda noch ein ganz erfleckliches gewesen ist, beweist der Umstand, daß Im Hinblick auf alle diese günstigen Momente hat die Bau- Petersburg 12% pet. Dividende gezahlt werden. Und nun fommt der zweite Inspektion beim Magiftrat beantragt, nicht nur die Probe- Anstalt Cort. Grund. Man müffe bedenken, daß die Geschäftsuntoften durch auf dem Werderschen Marktt fortbestehen, sondern alle neu zu Aberdeen die verschiedenen Wohlfahrtseinrichtungen für die Arbeiter erheblich gestiegen feien. Letztere hätten 204 511 M., also 3 pt. errichtenden Anstalten mit Delverschluß einrichten zu laffen. des Gewinnes(!) im Vorjahre beansprucht, während man vor zehn Zeuge gesucht! Der Kellner Ernst Müller, geboren am Wetter- Prognose für Donnerstag, den 6. Dezember 1894. Jahren für diese Einrichtungen nur 78 000 m., alfo 2 pet. 2. April 1864 in Schwedt a. D., früher in Nowawes wohnhaft Ziemlich trübes, nebeliges Wetter mit schwachen füdöstlichen veniger ausgegeben habe. Es ist wirklich erstaunlich, was alles und von dort am 29. Juli d. J. nach Berlin abgemeldet, hier Winden ohne erhebliche Niederschläge und ohne wesentliche für das Wohl der Arbeiter" geopfert wird, aber nicht zu ermitteln, wird ersucht, der Redaktion unserer Wärme- Aenderung. Berliner Wetterbureau. Paris INNINNGTON( Stala 1-12) bedeckt bedeckt bedeckt 764 DSD 761 a 762 760 SO Still woltig 761 SM bedeckt 763 SO Nebel 765 SSW bedeckt 774 759 Still bedeckt DSD 2 woltig 761 758 2 woltig 1 bedeckt Temperatur Obor( nach Gelfins 50.40.) 55 Wucherprozeß Mendel Trenherz und Genossen. berechnet. Diese Geschäfte feien reine Raufgefchäfte gewefen, Treuher's unmittelbar nach deffen Verhaftung eine große Menge II. Der Zeuge Direktor Müller von der Dorotheenstädtischen Bank bekundet, daß er mit dem Angeklagten Spiegel feit längerer Zeit in Geschäftsverbindung gestanden habe. Spiegel habe etwa insgesammt für 130 000 M. Wechsel bei der Bank diskontiren Laffen, wofür ihm 6 pet. Zinsen und 4 pet. für Provision und Depot Untoften in Abzug gebracht wurden. Der Zeuge erklärt auf Befragen, daß ihm der starke Wechselverkehr feines wegs aufgefallen sei, Spiegel sei ihm" gut" be fannt gewefen und er habe teine Veranlassung gehabt, sich nach den Verhältnissen der übrigen durch die Wechsel verpflichteten Personen zu erkundigen, wenn Spiegel als Girant auf den Wechseln stand. Der Angeklagte Treuherz bemerkt zu diesem und über haupt zu sämmtlichen Fällen, daß die Leute, die ihm die Wechsel brachten und als seine Agenten bezeichnet würden, ihm als sebst ständige Geschäftsleute bekannt gewesen seien. Er habe die Wechsel einfach gekauft und dafür eine bestimmte Summe gezahlt. Er steht auf dem Standpunkte, daß es ihm unbenommen sein müsse, derartige Forderungen zu kaufen und den Preis dafür zu zahlen, der ihm angemessen erscheine. Der Vorsitzende erklärt ihm aber, daß es Sache des Gerichts sein werde, zu prüfen, ob diese Kaufgeschäfte verschleierter Wucher find. Einen Selbstmordversuch hat der Engros- Schlächter von der Bereidigung des Zeugen Abstand. Zu den Be- 1zeichnete, gab ihm ein Darlehn, für das der Zeuge drei Akzepte meister Buchholz begangen. Er war in Zahlungsschwierigkeiten wucherten soll auch der Zeuge Freiherr von Rhaina ch ge- über je 500 M. ausstellen mußte. Während Treuherz behauptet, gekommen. hören, der hierauf vernommen wird. Der Zeuge befundet, von den 1500 M. nur 250 M. abgezogen zu haben, will Spiegel Polizeibericht. Am 4. bs. Mts. Nachmittags wurde ein baß er vor etwa 5-6 Jahren mit dem Angeklagten Treuherz von Treuherz nur 1050 M. erhalten und bei diesem Geschäft nichts Handelsmann in seiner Wohnung, in der Weberstraße, erhängt verlegenheit befand. Es habe sich nur um kleine Wechsel bis zu giebt indeß die Möglichkeit zu, daß es auch 1050 M. gewesen sein in Verbindung getreten sei, als er sich in vorübergehender Geld verdient haben. Der Zeuge glaubt nur 750 M. bekommen zu haben, vorgefunden. Abends versuchte eine Frau vor dem Haufe 150 m. gehandelt. Er tönne sich nicht entsinnen, daß er dabei fönnen. Gr empfing auf einmal 700 oder 730 M. und später einige Kanonierstr. 9 sich mittels Zuckersäure zu vergiften. Sie wurde dem Angeklagten feine wirthschaftliche Noth geklagt habe und fleinere Beträge, deren Höhe er nicht mehr angeben kann. Zur noch lebend nach der Charitee gebracht. Ju der Nacht zum 5. b. M. wurden in der Neuen Königstraße ein Schlächter und ebenso wenig vermöge er anzugeben, wie viel er habe opfern Ermöglichung ior Rückzahlung cedirte der Zeuge einen Theil 5. d. M. wurden in der Neuen Königstraße ein Schlächter und müssen. Er habe zumeist aus freien Stücken den Wechsel höher feines Rentenbezuges. Die Rückzahlung erfolgte in Ratenein Dachdecker durch eine Droschke, deren Pferd durchgegangen war, überfahren. Ersterer erlitt dabei einen Bruch des Unter- geschrieben, als die zu empfangende Summe betrug, er erinnere sahlungen. Der Darlehnsempfänger hatte die Ueberzeugung, bei schenfels, während letterer nur leichte Verlegungen davontrug, fich auch, daß Treuherz in einem Falle das Danno freiwillig diesem Geschäft übervortheilt zu sein. Auf Befragen des RechtsIm Laufe des Tages fanden 10 Brände statt. herabgesetzt habe. Der folgende Fall betrifft den anwalts Dr. Löwenstein giebt der Zeuge zu, daß bei seinem Lieutenant a. D. Freiherrn v. Schleicher: Wie der Tode eventuell die Zahlungen aus seiner Rente an Treuherz aufAngeklagte Treuherz zugiebt, hat er durch den Kaufmann Morig gehört hätten und Treuherz dadurch Verlust erlitten hätte. Niclas zwei Wechsel in Höhe von 3000 und 1500 M., welche Der Staatsanwalt theilt mit, daß ihm ein Schreiben zugegangen von v. S. afzeptirt waren, angekauft. Für den ersteren hat er sei, worin der Verfasser, ein Mitbewohner des Treuherz'schen 2550 M. gegeben, bei Diskontirung des zweiten 15 pet. Provision Hauses, anzeigt, daß die Ehefrau und das Dienstmädchen des Niclas habe dabei keine Vermittlerrolle gespielt, sondern sei Papiere verbrannt haben. Der Angeklagte Treuherz vermag nicht selbständig aufgetreten. Der Vorfihende macht den Angeklagten hierüber Auskunft zu geben, weshalb beschlossen wird, den BerTreuherz darauf aufmerksam, daß er bei dem ersten Wechsel fasser des Brieses zu laden. Zu den Bewucherten soll auch der 60 pet. verdient habe. Rechtsanwalt Grünwald gehören. Derselbe hielt sich im Frühjahre in Berlin auf, um sein Assessor Gramen abzulegen. Er soll in zwei Fällen vom Angeklagten Spiegel Darlehne in Höhe von je achtzig Mark erhalten und dafür jedesmal einen Drei- Monats- Wechsel über 100 m. gegeben haben. Der Angeschuldigte Spiegel behauptet, daß der Geldnehmer jedesmal nur 10 M. habe opfern müssen. Zehn Mart seien gewissermaßen als Depot einbehalten worden, bis die Wechsel eingelöst feien. Nachdem dies geschehen, habe G. 10 M. zurückbekommen. Der Beuge G. giebt dies zu. Er bestreitet auch, daß bei ihm eine Zeuge Simon Cohn war früher Rittergutsbesitzer in Mothlage vorhanden gewesen sei. Da er befreundete Personen Schlesien. Vor etwa acht Jahren sei er in Geldverlegenheit ge- Es folgt ein Fall, in welchem die verwittwete Frau nicht in Anspruch nehmen wollte, habe er fich an rathen. Er habe sich an Treuherz gewandt, der ihm mehrere des Major Reinhardt zu Weimar der leidende Theil ist. Spiegel gewandt. Der Beuge muß feine damalige Male Wechsel diskontirte und dafür 5 bis 10 pet. auf 3 Monate Bei dem Tode ihres Mannes gerieth fie in Geldverlegenheit und Lage genau schildern, worauf der Staatsanwalt erklärt, berechnete. An der Höhe dieses Zinsfußes ist dem Zeugen nichts wandte sich an einen Agenten, um auf einen Wechsel Geld zu er wolle es sich vorbehalten, in seinem Plaidoyer auszuführen, aufgefallen. erhalten. Sie gab einen Wechsel über 2500 m., bat aber Valuta ob im vorliegenden Falle eine Nothlage vorliege oder nicht. Beuge Kaufmann Adolf Sch werfenz bat feit etwa sechs darauf überhaupt nicht erhalten. Der Agent übergab den Wechsel Der folgende Fall betrifft den Premier Lieutenant Jahren mit dem Angeklagten Treuherz in Verbindung gestanden. an den Kommissionär Hermann Cohn, dieser hat den Wechsel a. D. 3öpfel. Hierbei ist der Angeklagte Bruck betheiligt. Als ihn Wechselverbindlichkeiten drückten, habe er sich an Treu für 2250 M. an Treuberg verkauft, das Geld aber unterschlagen. Derselbe erklärt, daß er nur Agent für den flüchtigen Bankier herz gewandt, der sich gegen Unterlage einer Hypothek von Er ist deswegen wegen Unterschlagung und Untreue verurtheilt Pariser gewesen sei. Dieser habe das Geld gegeben, er selbst 51 000 m. bereit gefunden habe, seine Wechsel zu disfontiren, worden und sitzt z. 3. in Strafhaft. Treuherz hat den Wechsel habe nur 20 M. dabei verdient. Aus der Bernehmung des wofür der Zeuge 10 pet. Binfen habe opfern müssen. Der Beuge schließlich eingeflagt, im Wege der Ginigung aber den Betrag von Beugen geht hervor, daß derselbe vor etwa 2 Jahren ein Darräumt auf Befragen des Bertheidigers, Rechtsanwalt Dr. Fried: 1000 m. abgelassen. Bras.: Das ist doch gewiß auffällig, lehn von 1000 m. haben wollte. Durch Bruck's Vermittelung ers mann, ein, daß es zu damaliger Zeit schwer gehalten haben daß Sie ohne Weiteres eine solche Summe opfern. Angetl.: hielt er 780 M., mogegen er einen Wechsel auf 4 Monate in würde, Geld zu einem billigeren Binsfuße zu bekommen. Der Dyne Weiteres ist das nicht geschehen. Bei der Frau Major Höhe von 1000 Mart afzeptirte. Bruck behauptet, daß Pariser folgende Zeuge, Töpfermeister Badhaus, hat den An- sollte gepfändet werden, da stellte sich heraus, daß die Dame in 200 Mart von dem Verdienste erhalten habe, 20 Mart habe er geklagten Treuherz ebenfalls zum Diskontiren von Wechseln sehr dürftigen Verhältnissen lebte und es wurden deshalb die für seine Vermittelung berechnet. Der Beuge bestreitet ebenfalls, benußt. E3 feien dies gute Kundenwechsel gewesen, Einigungsversuche gemacht. Präs.: Sie haben mit Hermann daß er sich in einer Nothlage befunden habe; er habe das Geld er vorzeitig habe zu Geld machen müssen, um Cohn in lebhafter Geschäftsverbindung gestanden?-Anzu einer Vergnügungsreise gebraucht. Auch bei dem folgenden feinen Arbeitern den Lohn zahlen zu können. Bei getlagter: Ich habe Cohn als selbständigen Geschäftsmann Beugen, einem Kaufmann UIImann, macht es bedeutende einem Wechsel von 1000 m. habe er 50, 60 und auch 80 M. gekannt. Ich berechnete ihm 1 pct. Damno und zog ihm Schwierigkeiten, festzustellen, ob derselbe sich in einer Nothlage einbüßen müssen, er sei aber damit einverstanden gewesen. 3euge 7 pet. für Ricambien ab. Präs.: Und das thaten Sie befunden habe oder nicht. Er hat von Spiegel wiederholt Nathan Rosenberger hat mehrfach zwischen dem Vorzeugen und alles ohne Buchführung? Wem wollen Sie denn das Darlehen in Höhe von 800 Mark erhalten, dafür Wechsel dem Angeklagten Treuherz Vermittlerrolle gespielt, er will dabei einreden! Da müßten Sie ja ein geradezu phänome- über 1000 Mart atzeptiren müssen. Der Staats= aber nichts verdient haben. Bei dieser Gelegenheit er- nales Gedächtniß haben. AngetL: Ich hatte doch anwalt erklärt schließlich, daß er aus der Vernehmung des wähnt der Vorsitzende, daß es notorisch sei, daß Wucherer die Wechsel und machte mir auch Notizen. Präf. Beugen nicht die Ansicht gewonnen habe, daß eine Nothlage vorbisweilen schlechte Geschäfte machen. Der Angeklagte Treu- Wo find denn die Notizen?- Angell: Das weiß ich nicht. gelegen habe. herz erklärt, daß sein Vermögen sich auf 0,0 belaufen Präs.: Sie haben sich ja allerdings einmal nach Hause führen würde, wenn er alle Verbindlichkeiten, die ihm aus seinen Ge- laffen, um angeblich nach den Notizen zu suchen. Die Polizei schäften entstanden seien, erfüllen solle. Allerdings befige er vier war allerdings der Ansicht, daß Sie nur fpazieren gehen wollten. Häufer, diefelben feien aber mit Hypotheken dermaßen belastet, Der Agent Herrmann Cohn giebt zu, mit Treuherz zahl. daß ihm thatsächlich nichts davon gehöre.- Der Gerichtshof reiche Geschäfte gemacht zu haben, wobei ihm selbst für das beschloß, den Zeugen Rosenberger wegen Verdachts der Mit Dreimonats- Atzept eine Provision von 2 pét. augefallen fei. thäterschaft nicht zu vereiden. Dieselbe Maßnahme erstreckte sich Den Geldsuchenden wurden je nach der Bonität größere oder ge Als letzter Fall für den gestrigen Tag gelangte die angeb auf den folgenden Zeugen, den Kaufmann Louis Brieger, ringere Abzüge gemacht. Staatsanwalt Strebler: Soll das liche Bewucherung des jeßigen Kellermeisters Schröder zur welcher seine Wechsel ebenfalls bei Treuberg hatte diskontiren heißen, daß, je größer die Bonität war, desto größere Abzüge Verhandlung. Derselbe war im Jahre 1890 Inhaber einer Iaffen, aber einräumen mußte, daß er auch selbst anderen Ber- gemacht wurden?( Heiterfeit.) 3euge: Nein. R.-A. Dr. Weinhandlung. Er befand sich damals in so schlechter Verfonen gegenüber als Geldgeber aufgetreten sei, obgleich er das öwenstein: Die Bonität war oft sehr problematisch, denn mögenslage, daß er den Konkurs vor Augen sah. Sein Reisender Geld von Treuherz bezog. thatsächlich hat Treuhers bei vielen seiner Geschäfte Verlufte er machte ihn auf Treuherz aufmerksam, worauf sich zwischen diesem Der nächste Zeuge, Maurermeister Otto Herold, litten. Staatsanwalt Strebler: Das fou teineswegs be- und Sch. ein reger Geschäftsverkehr entwickelte. Der Zeuge giebt ftand in den Jahren 1887-90 mit Treuherz, bei dem er Wechsel stritten werden, denn thatsächlich haben wir ja erst aus den an, daß er in mindestens 6 Fällen Wechsel zum Gesammtbetrage Diskontirte, in Verbindung. Er hatte das Geld zu Bauten nöthig, Alten der von Treuherz geführten Prozesse die Namen der Be- von 7000 M. bei Treuherz habe diskontiren lassen. Er habe wenn auch nicht seine Griftenz auf dem Spiele stand und ließ es wucherten fennen gelernt, was bei dem Mangel von Büchern vierteljährlich 10 pCt. Zinsen zahlen und Lagerscheine als fich ruhig gefallen, daß ihm 100-150 M. vom Tausend abgezogen sonst nicht der Fall gewesen wäre. R.-A. Dr. Friedmann: Sicherheit hinterlegen müssen, welche über Weine lauteten, wurden. Er hat also 40-60 pCt. Zinsen bezahlt. Während Hat der Zeuge Cohn dem Angeflagten Treuherz nicht die für Rechnung des Zeugen auf dem Backhofe lagerten. feines ganzen Verkehrs mit Treuherz hat er ungefähr 40-50 000 m. gefagt, daß die Frau Major Reinhardt durchaus gut Der Beuge Bulvermacher giebt an, daß er aus Gefälligkeit für auf Weckfel umgesetzt. fei? 3euge: Jawohl. Ich hatte Erfundigungen ein- feinen früheren Chef Sch. die Vermittelung mit Treuherz überdie Nach Eröffnung der Sigung durch den Landgerichts- Direktor Hoppe wird in der Beweisaufnahme fortgefahren. -Tischlermeister Berend, der ebenfalls bewuchert sein soll, hat bei Treuherz mehrere Wechsel diskontirt, wenn seine Baara mittel nicht ausreichten, um seinen Arbeitern den Lohn zu zahlen. Es wurden ihm auf ein Dreimonats- Atzept jedesmal 10 pet. in Abzug gebracht, sodaß er insgesammt 40 pCt. hat zahlen müssen. Soziale Leberlicht. Als nächster Zeuge wird Direktor Fregin, gegen den gezogen und unter anderem erfahren, daß die Frau Major einer nommen habe. Er würde es nicht gethan haben, wenn sein Chef ein noch in der Boruntersuchung befindliches Verfahren reichen Weinhändler Familie entstammte. Staatsanwalt ihm nicht versichert habe, daß seine Verhältnisse noch gut seien. wegen Wuchers schwebt, vernommen. Als Direktor der Strehler: Ich will der Vertheidigung ohne weiteres zugeben, Beim Weinhandel falle so viel ab, daß man auf einen höheren Berliner Kreditbank, welche jetzt in Liquidation steht, daß die Angeklagten in allen Fällen Erkundigungen eingezogen Verdienst als 40 pct. rechnen könne, wenn man nicht allzu häufig hat er, mit Spiegel in Verbindung gestanden. Die Bant, welche und stets günstige Auskunft erhalten haben. Rechtsanwalt dergleichen Opfer bringen müsse. im Wechselverkehr einen Gesammtumfaß von über 10 Millionen Dr. Friedmann: Das ist aber doch ein Danaergeschenk, Darauf wird die Sigung um 3 Uhr bis Mittwoch Vor. Mart aufzuweisen hat, berechnete für Wechsel im Jahre 25 bis welches uns der Herr Staatsanwalt macht. Hier handelt es sich mittag 9/2 Uhr vertagt. 26 pet. und machte außerdem noch einen Depotabzug von 10 pet. nicht um Erfundigungen, sondern um die Frage, ob eine NothStaatsanwalt: Ich wollte Diese 10 pCt. Depotgelder wurden erst nach aufgehobener Ge- lage vorhanden war. schäftsverbindung zurückgezahlt. Die Depotgelder waren noth gar kein Geschenk machen, sondern nur eine Thatsache vor wenig, weil manchmal, trotz der genauesten Auskunft, doch nicht führen. Begrenzung der Aszendentenrente, im Falle mehrere bezahlt wurde. Der Angeklagte Spiegel hat jährlich 180 bis Die als Zeugin vernommene Frau Major Reinhardt wird 260 000 m. in Wechseln bei der Bank umgesetzt, aber trotz mehr durch die Erinnerung an ihre trüben Erfahrungen sehr erregt. Brüder, Bergleute, die zusammen im Bergwerk verunglückt waren, M. Verunglückte als Ernährer in Betracht kommen. Zwei jähriger, angestrengter Thätigkeit nur einen Betrag von 5000 m. Sie hatte sich früher einmal bei einer augenblicklichen Geld- Brüder, Bergleute, die zuſammen im Bergwerk verunglückt waren, herausgezogen. Staatsanwalt: Ist dem Zeugen be- verlegenheit durch den Agenten Wallenberg Geld beschafft. Der hatten bei Lebzeiten ihren Verdienst zur Erhaltung ihrer Eltern famat, daß seine Bant nicht des besten Rufes sich zu erfreuen damalige Geldgeber war ein gewiffer Subenow, der sich mit insoweit hingegeben, als er nicht zu ihrem eigenen Unterhalt bat, te? Beuge: Das ist mir nicht bekannt. Staats. 5 pet. Binsen begnügt hatte. Als sie nach dem Tode ihres in Anspruch genommen war. Die Knappschafts- Berufsgenossenanwalt: Dann wird der Herr Zeuge wohl auch nicht wissen, Gatten wieder momentan Geld brauchte, wandte sie sich wieber schaft hatte dem Vater der Verunglückten eine Rente bedaß er einen bestimmten Beinamen hatte? 3euge: Nein.an Wallenberg und gab demselben ein Blanko Alzept über willigt unter Bugrundelegung des anrechnungsfähigen JahresStaatsanwalt: Es wird durch verschiedene Zeugen be- 2500 M. Sie hat dann lange nichts mehr von dem Wechsel verdienstes des einen Sohnes. Der Vater war der Ansicht stätigt werden, daß der Zeuge den Beinamen„ Der Vampyr" gehört und als sie bei Wallenberg anfragte, habe ihr dieser eine gleiche Rente auch erhalten zu müssen als Ersatz für die Unterstützung, die ihm von dem anderen Sohne geworden war. führte.( Heiterkeit)- Der Zeuge wird nicht vereidigt. gefagt, daß er den Wechsel an den Agenten Sohn ge: Das Reichs- Versicherungsamt wies jedoch seine Beschwerde zurück. Hierauf wird die Verhandlung um 812 Uhr abgebrochen und geben habe, der darauf Geld besorgen wollte. Plötz -In den Gründen wird ausgeführt, daß neben Gustav nicht auf Mittwoch 91/2 Uhr vertagt. lich ist dann der Wechsel gegen die Zeugin ein Gr Sigung vom 5. Dezember. getlagt worden. Der Vormund ihrer Kinder hat sich schließlich noch August Hiddemann als gleichzeitiger einziger Erder Sache angenommen und von Treuhera den Nachlaß einer nährer feiner Eltern angesehen werden könne. Wäre der letzt Summe von 1000 m. erlangt. Mit Prozeßtosten zc. bat fie aber genannte Sohn allein umgekommen, so hätte dem Kläger eine Rente versagt werden müssen, da der Bruder des Verstorbenen Beuge Direttor& anate von der Diskonto- Bank bekundet, doch für den Wechsel, auf welchen sie eine Baluta nicht die Eltern in gleichem Maße unterstützt hatte( Returs- Ent. daß der Angeklagte Spiegel mit der Bank in dauernder Geschäfts- empfangen, 1650 M. zahlen müssen und ihre Schuld ratenweise verbindung geftanden habe. Derfelbe habe einen Kredit bis zu abgetragen. Präs.: Die Aussage der Zengin fann gleich- Scheidungen 248, 355 und 595, Amtliche Nachrichten des Reichs40 000 M. gehabt. Die Wechsel, die er brachte, wurden diskontirt, zeitig als luftration dafür dienen, daß man in der That in Versicherungsamts 1887 Seite 8, 148 und 210); wäre dann später wenn die über die Afzeptanten eingezogenen Erfundigungen günstig Berlin doch noch zu billigeren Bedingungen Geld erhalten kann. Dieser Bruder als nunmehr einziger Ernährer gleichfalls bei einent waren. Er hatte 6 pet. Zinsen pro Jahr und bei 3 Monats- Rechtsanwalt Dr. Friedmann: Hatte die Zeugin nicht Betriebsunfall getödtet worden, so würde die Rente lediglich Wechseln 1 pct. Provision zu zahlen, so daß er insgesammt 10 pet. Gelegenheit, sich in anderer Weise Geld zu verschaffen, von ihrer nach dem Jahres- Arbeitsverdienst des zuletzt Verstorbenen be fein. Die Knappschafts- Berufsgenossenpro Jahr zu leiften hatte. Bei nicht bantfähigen, über brei Familie oder sonstwo? Beugin: O ja, aber ich wollte rechnet worden Monate hinausgehenden Wechseln tamen noch verschiedene Epesen mich meiner Familie nicht anvertrauen. Bertheidiger Dr. schaft hat ihre Feststellung so getroffen, als sich in der That so verhalten hätte, und dadurch anbinzu. Der Angeklagte hatte außerdem 10 pGt. als Depot für Friedmann: Also nur Diskretion und keine Nothlage! Ricambien einzuzahlen. Bei Beginn der Geschäftsverbindung Der Lieutenant a. D. v. G., welcher alsdann als Zeuge auf- gesichts der ganz ungewöhnlichen Sachlage der Billigkeit habe Spiegel eine Aktie der Gesellschaft über 1050 M. über gerufen wird, hat einmal 600 M. gebraucht und durch Ver- vollständig Rechnung getragen. Es würde aber nicht nur der nehmen müssen, nach und nach habe er aber 10 Aftien erworben. mittelung von Ostertag auf einen Wechsel über 600 m. als Billigkeit, sondern auch den Vorschriften des UnfallversicherungsAuf Befragen giebt der Zeuge zu, daß bei der Diskonto- Bant nur Baluta 470 M. erhalten. Später hat er noch einmal einen gefezes zuwiderlaufen, wenn dem Kläger entweder zwei Renten, Aktionäre sind, oder eine sichere Unterlage, sei es in baar oder von 12 pet. Geld erhielt. Bei der letteren Gelegenheit hat ihm Söhne berechnete Rente gewährt würde; der Kläger würde daWechsel von solchen Personen diskontirt werden, welche entweder Wechsel über 300 m. ausgestellt, auf welchen er unter Abzug oder, wie er es in der Rekursschrift verlangt, eine einzige, aber nach dem zusammengerechneten Jahres Arbeitsverdienst beider in Form einer Hypothek hinterlegt haben. Auf Anregung des Ostertag auch noch 12 Flaschen Schaumwein angehängt. Treudurch vor denjenigen Aszendenten, denen nach dem Tode eines Bertheidigers, Rechtsanwalt Dr. Friedmann wird festgestellt, daß berz hat schließlich sowohl Herrn v. S. als auch Ostertag ver gleichmäßig mit anderen Angehörigen für ihren Unterhalt sorgenSpiegel durch die Diskonto Bant veranlaßt worden fet, seine flagt, fich aber dann mit einer Bahlung von 60 pet. dann mit einer Bahlung von 60 pet. Firma eintragen zu lassen, dies sei aber erst geschehen, nachdem begnügt.- Staatsanwalt: In welchem Verhältniß stand den Sohnes oder Enkels die Rente mit Recht versagt worden ist, Das neue Buchergefes in Kraft getreten fei. Der Beuge erklärt Treuherz zu Ostertag?- Angell.: Ditertag war ein selbst- ohne jeden Grund bevorzugt werden. Da endlich die Rente nach dem Jahresarbeitsverdienst des höher gelohnten Sohnes bemessen noch, daß er es nicht für nöthig gehalten habe, sich nach den ständiger Kaufmann, von dem ich Wechsel gekauft habe. Die worden ist, gereicht ihre Feststellung auch in dieser Hinsicht dem Berhältnissen des Angeklagten Spiegel zu erfundigen, da er näheren Umstände, unter denen der Wechsel zu stande gekommen Kläger nicht zur Beschwerde. gewußt habe, daß derselbe aus einer hochanständigen war, find mir nicht mitgetheilt worden. Staatsanwalt: Familie ftamme und noch bei zwei anderen Banken Depots Weiß der Angeklagte nicht, daß Ostertag teinen Pfennig besaß, Eine Arbeitslosen Versammlung, die am Montag hinterlegt habe. Der Staatsanwalt beantragt den Zeugen sondern alle Geschäfte auf den Namen feiner Frau Rosa gingen? Morgen in Magdeburg stattfand und in der Genosse AI v. Lanzte nicht zu vereiden, da derfelbe der Mitthäterschaft ver- Die Frau hat thatsächlich alle Prozesse unter ihrem Namen ge- Schmidt über die Ursachen und Folgen der Arbeitslosigkeit sprach, nahm folgende Resolution einstimmig an: Die heute dächtig sei. Der Beuge habe wiffen müssen, daß es feine Ge- führt.- Angeti.: Das war mir nicht bekannt. schäftswechsel waren, die von Spiegel zum Diskont gegeben Der nächste Zeuge ist der Premier Sieutenant von vierhundert Personen besuchte Versammlung der Arbeitswurden und bei dem hohen Abzuge von 10 pet., den die Bant v. Calviati. Im Jahre 1890 wendete sich der Zeuge, der losen erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einmachte, mußte der Zeuge wissen, daß die Geldnehmer des Spiegel zu einer Dienstreise Geld nothwendig brauchte, an den Angekl. verstanden und beauftragt den Genoffen Gorgas, auf grund der noch größere Opfer bringen mußten. Der Gerichtshof nahm Spiegel. Spiegel, der sich als Unterhändler des Trenherz be- zur Ausgabe gelangten und ausgefüllten Zählfarten bei dem " ob es Magistrat der Stadt Magdeburg vorstellig an merden, zweds rechtzeitiger Jnangriffnahme von Nothstands Arbeiten. Auch wird der Genosse Gorgas beauftragt, den Herrn GewerbeInspektor von der heutigen Versammlung in Kenntniß zu setzen." Die angekündigten Arbeiterentlassungen auf dem Stahlwerk Hösch haben nun auch wirklich stattgefunden. Bis jetzt sind ca. 400 Mann von diesem harten Schlage betroffen worden. Auch auf der Hermannshütte in Hörde ist ca. 50 Arbeitern gefündigt worden, trozdem versprochen war, von Entlassungen thunlichst Abstand zu nehmen. bei Brüning, Rofenthalerfir. 11-12. Gefangverein Sugenorreuben, Männerchor. Abends von 9-11 Uhr bet Wernau, Rofenthalerftr. 57. Arbeiter- Bitherverein Ginigteit, Abends 9 1hr Uebungsstunde bet Nowad Manteuffelstraße Nr. 9. Geselliger Arbeiterverein Hoff= nung bei Gittler, Mariannenstraße 48. Alle 14 Tage Abends 8 Uhr. Bergnügungs- und Touristenklub Freie Brüder, Abends 9 Uhr bet Roll, Adalbertstr. 21. Ruderverein Vorwärts, Abends 9 Uhr in den Armin= hallen, Kommandantenstr. 20.- Statklub Sanfter Heinrich b. H. Brandt, Reichenbergerſtr. 122. Rauchflub Ohnesorge, Abends 9 Uhr, bet Jakob, Boechstr. 21. fraße 8. Rauchklub Pfeifendecker, Abends 8 Uhr, bei Jeratsch, angeſtr. 24. straße 78.Rauchflub Kernfpige, Abends 9 Uhr, bei A. Böhl, Rüdersdorfer Rauchflub Kollegia, Abends 9 Uhr, bei Rohr, Naunyn= Rauchtlub Walbesgrün, Forsterstr. 19 bei Krüger. Der Literarisches. An die Holzarbeiter Berlins! Kollegen! Angesichts der traurigen Zustände in unserem Gewerbe sieht sich die unterzeichnete Ortsverwaltung veranlaßt, wieder einmal ein ernfies Wort an Euch zu richten. Kollegen! Troßdem sich die Lohn und Arbeitsverhältnisse der Tischler, Drechsler, Bürstenmacher und verwandter Berufszweige immer mehr und mehr verschlechtern, trotzdem die Zahl der Arbeitslosen von Jahr zu Jahr wächst, trotzdem die Arbeitsbedingungen in unserem Gewerbe geradezu auf ein Niveau herabgesunken sind, wo es kaum noch möglich ist, von einer menschenwürdigen Existenz zu reden, steht doch noch immer der größte Theil der Kollegen diesem Allen theilnahm Ueber die Versicherungskaffe gegen Arbeitslosigtheil ringt und kämpft, um los gegenüber und sieht ruhig zu, wie ein kleiner Brucheine bessere Lebenshaltung feit in der Stadt Bern erstattet die Verwaltungs: herbeizuschaffen. Kollegen, an Euch, die Ihr bis jetzt noch nicht Rommission foeben Bericht für das erste Geschäftsjahr. Danach eingesehen habt, wie nothwendig es ist, daß sich die Arbeiter ver- Hochverraths Prozek wider Liebknecht, Bebel, Hepner traten im Laufe des Jahres der Versicherungskasse 404 Arbeiter einigen, um geschlossen gegen eine weitere Herabdrückung unserer vor dem Schwurgerichte zu Leipzig vom 11. als Mitglieder bei, wovon aber 50 feine oder nur einige Bei- Arbeitsverhältnisse vorzugehen, an Euch wenden wir uns heute träge leisteten. Arbeitslos meldeten sich in der Zeit vom 1. De- und rufen Euch zu: organisirt Euch und schließt Euch bis 26. März 1872. Mit einer Einleitung von W. Liebs tnecht. Berlin 1894. Verlag der Expedition des Vorzember 1893 bis 20. Februar 1894 216 Mitglieder und zwar der hier bestehenden Bereinigung der Holzarbeiter an wärts". 118 im Dezember, 92 im Januar und 6 im Februar. Wirklich und zeigt, daß Ihr nicht länger 15. u. 16. Lieferung. S. 673 bis 768. 8°. Preis als willenlose Werk: 20 Pf. unterstützt wurden 165. Das Minimum der an den 13 Zahl zeuge der Unternehmer dienen wollt; denn gerade jetzt, Die beiden letzten vorliegenden Hefte enthalten den Schluß tagen geleisteten Unterstüßung betrug 13,50, das Maximum 919, wo Ihr sehen müßt, wie in einzelnen Betrieben die Arbeitszeit der berühmten ungehaltenen Vertheidigungsrede Liebknecht's. die ganze Summe 6835,75 Fr. Die eingerichtete Wärmstube er- bis ins Unendliche ausgedehnt, und selbst Sonntags gearbeitet Von den dann folgenden Attenstücken sind zu erwähnen die Darforderte eine Ausgabe von 25,65 Fr. Die Gesammt- Ausgaben wird, während andererseits wieder ein großer Theil von Euch stellung, die Liebknecht über den Prozeß in der englischen Presse betrugen 7815,70 Fr. Die Einnahmen bestanden aus 1124,80 Fr. zur Arbeitslosigkeit verdammt ist, muß es Euch doch endlich veröffentlicht hat, und die eingehenden Erklärungen Bebel's Mitgliederbeiträgen, 949,60 Fr. Arbeitgeberbeiträgen, 1005,90 Fr. flar werden, daß hierin Wandel geschaffen werden muß. und Hepner's über den Prozeß und das Prozeßverfahren. freiwilligen Beiträgen und einem Zuschuß der Stadt von Kollegen! Dies Dies tönnen wir nur erreichen, wenn wir Hierauf folgt der Beginn des Anhanges, durch den sich 4735,40 Fr. In der Schlußbetrachtung wird die alte, gedanken uns zu gemeinsamem Handeln verständigen, wenn wir uns die neue Ausgabe von der ersten Auflage unterscheidet. lose Redensart, daß jeder, der arbeiten wolle, auch Arbeit finde, Alle in unserer Organisation zusammenschließen. Darum widerlegt und ferner bemerkt: Der Zuschuß aus öffentlichen Kollegen, rufen wir Euch nochmals die Mahnung zu, schließt Euch In der Einleitung zu demselben wird bemerkt: " Zwischen dem ersten Erscheinen des Buches und der vorGeldern zu diesem Zwecke läßt sich wohl ebenso gut recht dem Deutschen Holzarbeiter- Verband an und bedenkt, daß nur liegenden Neu- Auflage find mehr als zwei Jahrzehnte fertigen, als die Hilfeleistung von Staat und Gemeinden an die durch Euch selbst eine Besserung Eurer Lage herbeigeführt verflossen; Zeitungsartikel, Flugblätter, Broschüren, die da verschiedenen Invaliden- und Pensionskassen, an die Hagelver- werden kann! mals seitens der Anklagebehörden oder der Angeklagten für sicherten oder an die nothleidende Bauernschaft 2c. Indem das Aufnahmen finden jeden Sonnabend, Abends von 81/2 bis den Prozeß als Be- oder Entlastungsmaterial herangezogen Gemeinwesen dadurch seine Verpflichtung anerkennt gegenüber 10 Uhr auf den Zahlstellen, sowie täglich auf dem Arbeits- worden, waren zu jener Zeit in den interessirten Kreisen noch so der unverschuldeten Arbeitslosigkeit durch aus- nachweis, Annenstr. 39, ftatt.( Siehe Annonce in heutiger Nummer.) bekannt, daß man die wörtliche Wiedergabe für unnöthig hielt; gleichende Beihilfe ohne Almofencharakter einzutreten, Die Ortsverwaltung der Zahlstelle Berlin des Deutschen Holz- für heute trifft das aber nicht mehr zu. Es erscheint daher an so wird es sich im wohlverstandenen Gemeinde- Interesse auch arbeiter- Verbandes. gebracht, die wichtigsten dieser Schriftstücke in einem weiteren angelegen sein laffen, durch alle ihm zu Gebote stehenden Mittel Ümfange, als es bei der früheren Ausgabe nöthig erschien, den diese Arbeitslosigkeit zu verhindern." heutigen Lesern des Buches wieder bekannt zu geben." " Analphabeten in Frankreich. Unter den 343 000 Dienſt Derlammlungen. pflichtigen, die in Frankreich dieses Jahr zur Stellung tamen, waren nicht weniger als 83 000, welche entweder nur buchstabiren, aber nicht mit Verständniß des Sinnes lesen konnten, oder die überhaupt weder lefen noch schreiben konnten. Die neue Pariser Arbeitsbörse hat sich konstituirt. Die Synditate hatten die frühere, eigens zu diesem Zwecke erbaute und von der Stadt fubventionirte Börse bekanntlich verlassen, weil sie sich dem Willen des Seinepräfekten nicht fügen wollten. Jezt sind sie vollkommen unabhängig. Ueber die Arbeitsverhältnisse in Amerika schreibt uns ein dort wohnender deutscher Genosse: Wir befinden uns mitten in einer beispiellosen Geschäftsstockung, welche mit dem Mai 1893 anhub und sich fortgesetzt noch steigert. Kapitalistische Blätter schreiben zwar in neuester Zeit von Anzeichen eines Geschäftsaufschwunges, wir Lohnarbeiter merken davon aber nichts. Organisirte wie nichtorganisirte Arbeiter sind höchstens ein Drittel beschäftigt und diese bei reduzieten Löhnen. Die mit der andauernden Krisis nothwendig verbundene Unterkonsumtion der Maffen steigert erstere noch immer mehr. Ginzelne gewerkschaft liche Organisationen der Arbeiter, wie ganze Verbände stehen am Rande des Bankrotts. Der bevorstehende Winter wird den Nichts- als- Gewerkschaftlern den Garaus machen. Es wäre sehr angebracht, daß der Vorwärts" die Auswanderungsluftigen warnt, besonders sollten sich Bauhandwerker hüten, nach hier zu tommen.Bom 24.- 29. September tagte in Cincinnati die Convention der International Furniturer Workers Union of Amerika ( Holzarbeiter Verband). Die Berichte, welche die einzelnen Delegaten dort abgaben, waren oft haarsträubend. " Schon das, was in dem 16. Heft aus dem Anhange mits getheilt wird, zeigt, daß derselbe die Bedeutung des Hochverraths Die Böttcher hielten am 2. Dezember bei Wirt e, Andreas: prozesses als Quellenwert für die Geschichte unserer Partei straße 26, eine öffentliche Versammlung ab, in der sie über Auf- wesentlich erhöht. Wie weniger sind z. B. heute noch die bringung der Mittel für weitere Unterstübung ihrer ausgesperrten Auffäße von Moritz Heß über die soziale Revolution und der Rollegen beriethen. Scharf gerügt wurde das Verhalten speziell Bericht über den fünften Vereinstag deutscher Arbeitervereine zu der Böttcher der Pazenhofer Brauerei und des Böhmischen Brau- Nürnberg( 5.- 7. September 1868) zugänglich. Diese Proben hauses, welche zu den Unterstützungsgeldern absolut nichts bei- aus dem Anhange lassen darauf schließen, daß die vier letzten steuern, obgleich gerade sie es waren, die in den Versammlungen Hefte des Hochverraths- Prozesses zu den interessantesten des Werkes vor dem 1. Mai das große Wort führten, ihre Kollegen in gehören werden. anderen Brauereien zur konsequenten Arbeitsruhe am 1. Mai Protokoll über die Verhandlungen des Parteitages der aufforderten, dann aber ihrem gegebenen Ehrenwort und Versozialdemokratischen Partei Deutschlands. Abgehalten sprechen zum Troß an diesem Tage arbeiteten und demzufolge zu Frankfurt a. M. vom 21.- 27. Oftober. Preis 25 Pf. von der allgemeinen Aussperrung verschont blieben. Doch wurden Berlin 1894. Verlag des Vorwärts". 190 S. gr. 80 auch Klagen laut, daß selbst in ringfreien" Brauereien sich die Von diesem für jeden Parteigenossen und für jeden Kollegen von dem Abliefern der Prozente drücken. Diesen Kol ehrlichen Gegner unserer Partei, der dieselbe auf grund ihrer legen wurde vorgehalten, daß sie es nur der gesammten Arbeiter eigenen Handlungen fennen lernen will, unentbehrlichen Werke schaft, die hinter ihnen stand, zu verdanken haben, wenn sie ist soeben die revidirte zweite Auflage erschienen. Der außer eine Verkürzung der Arbeitszeit bis auf neun Stunden, Er ordentlich billige Preis ermöglicht es auch den schlechtest entlohnten höhung des Lohnes bis auf 30 Mark und den freien Haus- Parteigenoffen, sich dieses wichtige Werk anzuschaffen. trunk durchsetzten. Die langwierige Debatte hatte die fast einstimmige Annahme eines Antrages zur Folge, laut welchem die Kommission beauftragt wurde, genau zu untersuchen, ob die Kollegen in den ringfreien Brauereien organisirt sind und ihren Verpflichtungen, das heißt den Beschlüssen ihrer Gewerkschaft bezüglich der zu entrichtenden Abgaben an die Kommission nachkommen. Ueber die Höhe der zu entrichtenden Beiträge wurde folgender Beschluß gefaßt: Böttcher, die unter 15 M. Wochenlohn verdienen, haben nichts abzuliefern; die, welche bis zu Der Delegat von Shebongen berichtete, daß dort der höchste 27 m. verdienen, geben von je 3 M. 25 Pf. ab, während die Lohn per Woche 6,90, der niedrigste 3,50 Dollar per Woche sei, Böttcher in den Brauereien außer diesen 25 Pf. pro 3 M. auch wobei vorausgesetzt werde, daß der Arbeiter regelmäßig das den 10. Thaler für die Unterſtügung zu entrichten haben. ganze Jahr Arbeit habe, eine Annahme, die nur für ganz ver- Ferner wurde beschlossen, den Arbeitsnachweis in den Händen Sozialpolitisches Zentralblatt, herausgegeben von Dr. Heinr. Braun einzelte Ausnahmen zutreffe. Shebongen ist eine Tischlerstadt, der Kommission zu belassen und bei der Arbeitsvermittelung die in der sich 3500 Holzarbeiter unter einer Gesammt- Einwohner. Kollegen mit den meisten Kindern zuerst zu berücksichtigen. schaft von 15 000 befinden. Die ganze Stadt ist von ein paar Ein Antrag, die unverheiratheten Kollegen in demselben Maße Fabrikanten abhängig, denen der gesammte Grund und Boden wie die Berheiratheten ohne Kinder" zu unterstützen, fand nicht gehört und die eine ärgere Despotie ausüben, wie der russische die Zustimmung der Versammlung. Hierauf wurde in eine 3ar. Unser Korrespondent meint, daß Nothstände, wie man sie Diskussion über die Werkstattverhältnisse des Kleinmeisters in deutschen Blättern aus dem Eulen und Erzgebirge finde, für Müller eingetreten, wobei es zu scharfen, höchst unerquicklichen ganze amerikanische Distrikte leider ebenfalls bereits zutreffen. Auseinandersetzungen zwischen diesem und den früher von ihm beschäftigten Böttchern fam. F Gewerkschaftliches. Der geschäftsführende Ausschuß der Berliner Gewertschafts- Kommission. Zur Beachtung! Die Frauen- Agitationskommission macht bekannt, daß für sie bestimmte Briefe und sonstige Sendungen an die Genoffin Ottilie Baader, Berlin NO., Weberstr. 24, Quergebäude 1 r., zu adressiren sind. Eingelaufene Druckschriften. Volks- gerikon, Seft 18, herausgegeben von Emanuel Wurm, Berlag von Wörl n u. Comp., Nünberg, ist soeben erschienen und enthält folgende größere Artikel: Branntweinbrenneret( Schluß. Lage der Brennereiarbeiter); Brasilien( Geographie und Geschichte); Brauerei( mit eingehender Beschrei bung des Malzens und der Braumethoden, Zusammenfegung der Biere, Bierbesteuerung im Deutschen Reiche und im Auslande), Brauereiarbeiter ( Löhne, Arbeitszeit, Organisationen und deren kämpfe); Braunschweig ( Geographie und Geschichte); Bremen( Geschichte, Berfaffung); Buch, Buchbinderei, Buchbinderet- Arbeiter, Buchdruckerei( Geschichte derselben mit Biographien, die Technik der Buchdruckerei, Saz, Stereotypie und Buchdruck). Alle 14 Tage erscheint ein Heft. Das Bolts- Leriton tann durch jede Boftanstalt bezogen werden. Es ist im deutschen Post- Beitungstatalog unter Nr. 6879a( 9. Nachtrag), im bayerischen Post- Beitungstatalog unter Nr. 760a ( Nr. 25 des V.-Bi.) eingetragen. = ( Carl Heymann's Verlag in Berlin, vierteljährlich 2,50 M.). Die foeben erschienene Nummer 10 hat unter anderem folgenden Inhalt: Fuchsmühl. Von Carl Jentsch. Pestalozzi als Sozialpädagog. Von Profeffor Dr. Ferdinand Tönnies. Soziale Zustände: Kommission für Arbeiterstatiftit. Arbeitsamt in Belgien. Arbeitslosenstatistik durch Innungen. Ursachen der Kindersterblichkeit in Industrieſtädten. Sterblichkeit von Schultindern in Sachsen. Arbeiterbewegung: Trade Union Kongreß. Kommissionsbericht über den Pulmanstreit. Sozialdemokratisches Tageblatt in terreich. Chriftlich- soziale Bewegung: Eine neue evangelisch soziale Beitschrift. Unternehmerverbände: Rheinisch- westfälisches Kohlen- und Kotessyndikat. Arbeiterschuß Gefeßgebung und Gewerbe Inspektion: Neue belgische Sozialgefezentwürfe. Bon Dr. Emil Vandervelde, Abgeordneter für Charleron. Die Beaufsichtigung der Werkstätten in England. Bort Barrister Stephen N. For Schutzverordnung für die Berliner Tabatarbeiter. Ueberwachung der Fabrittantinen in Baden. Arbeiterversicherung: Acht Jahre Krantenversicherung im Deutschen Reich. Gründung eines Verbandes deutscher Orts- Krantentassen. Bertheilung der Invaliditäts- und Altersrenten auf Stadt- und Landbewohner. Obligatorische Bergarbeiter- Bersiche rung in Rumänien. Wohnungszustände und Wohnungsgesetzgeburig: Bau von Arbeiterwohnungen aus Mitteln der Alters- und Invaliditäts- Bers sicherung. Briefkaffen der Redaktion. Verband Deutscher Sarbiere, Frisenre und Perrückenmacher, Zweigverein Berlin. Heute Abend 10 Uhr, Neue Friedrichstr. 44, bet Achtung, Gewerkschaften! Die Delegirten zur Gewerk- Röllig. Bortrag des Kollegen Staroffen über" Agitation". Arbeiter- Bildungsschule. Donnerfiag, Abends 3%-10% Uhr: Nord= schaftskommission, sowie die Gewerkschaften Berlins werden hier- Schule, Müllerstr. 179a; Geschichte( neue). Süd Schule, Waldemardurch aufgefordert, die zur Aufnahme der kleinen Gewerkschafts- ftraße 14: Geschichte( alte). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilstatistik ausgegebenen Fragebogen umgehend ausgefüllt nehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Bei allen Unterrichtsfächern fönnen Schüler und Schülerinnen auch jezt an das Gewertschaftsbureau, Grenadier str. 10, im Laufe des Semesters, eintreten. v. I, einzusenden. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Vorsigender Ad. Neumann, Pafewalterstr. 3. Alle Aenderungen im Bereinskalender find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Tr. Donnerstag. Abends 9 bis 11 Uhr: uebungsfiunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Männerchor Wir bitter bei jeder Anfrage eine Chiffre( Zwei Buchstaben oder eine Ba St. Urban, Annenitr. 9, bei Albert Brog. Gefangverein Freund anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. schaft I, Eminemünderstr. 35 Gesellschaftshaus. Kornblume, Gr. Frank- 67. Berlin gehört nicht zur Provinz Brandenburg. furterstr. 133 bei Gold. Vorwärts II, Schönhauser Allee 28 bet Kelle. Rendsburg. Berlin- Breslau 4. Klasse 6,60 M., Ratibor Frühlingslut, Bülowstr. 59, bei Werner. Bregelschluß, AnnenDeutsch- Wilmersdorf, Uhlandt- u. Pariserstr.- Ede bei Wendt. straße 16, Louisenstädtisches Klubhaus( Ehrenberg). Dorfglödlein, 9,70 M. Wegen des weiteren sehen Sie am besten ein Eisenbahn8aget Kursbuch nach. nicht, Stegliz, Schloßstr. 66a, Zur Börse. Borar, Manteuffelstr. 9 bet Nowad. Harmonie I, Tempelhof, Dorfstr. 18 b. Gerth.- Steinfe Ber= C. P., Hamburg. Die Zollschranken zwischen Hamburg und änger chor, Ruftanien Allee Nr. 28 bet Fiebiger. Kreuzberger dem Zollverein find 1888 gefallen. Harmonte, Schönleinftr. 6 bet kraag. Flöter'scher Gesang= A. Barth, Finsterwalde. Steckbriefe veröffentlichen Avir berein, Stoppenftr. 47 bet Wilhelm Lorenz. Kürschner, Weinstr. 11 bei Feindt. Arbeiter- Gefangverein Dranien- prinzipiell nicht. burger Vorstadt, Hochstr. 32a bei M. Wilke. Gesangverein Gleich bett, Echönhauser Allee 138 bei Rocita.- Abendroth, Deutsch- Wilmersdorf, Güzelstraße, bei Liebelt.. Oft- und Westpreußischer MännerGefangverein, Krautstr. 6 bei Rudolf- Arbeiter Gefangv. Morgenroth IV, Köpenid, bet Wöllstein, Adlershof, Bismardstraße. Gefangverein Eintracht II, Bölterfrühling, Echüßenfiraße Nr. 33 bet Otto. Arion II, Prenzlauer Gltenecke bei Adlershof, Köpniderstraße bei Witte. allee 26 bei Riedel. 3utunft III, Welten i. d. Mart, Wilhelmstr. 19 im Hotel W. Grunew. Brüderfchaft, Stallschreiberstr. 29 Bum eichenen Liedes Echo, Reichenbergerstr. 24 bei Tauschke. Stab". Treu und Bruderbund, Lübbener- u. GörligerAchtung, Feilenhauer! Der Zuzug nach der Feilenfabrik von Richard Peißler, Elisabeth- Ufer 19, ist streng fernzuhalten, da sich die Arbeiter mit dem Fabrikanten in Differenzen befinden. Berlins. Sängerchor Berliner eft, Lebuserstr. 5 bei Nemiz. ftraßen- Ede. Gerstenähre( Brauer), Blumenftr. 38 bei Wiedemann. Tilgner. Briefkaffen der Expedition. 0 Die Schneider und Schneiderinnen im Westen, Schöneberg, Friedenau und Charlottenburg werden darauf aufmerksam gemacht, daß am Sonntag, den Für die ausgesperrten Brauerei Arbeiter gingert 9. Dezember, Abends 6 Uhr, in Schöneberg im Lokale des Herrn ferner ein: Keßner, Grunewaldstr. 110, eine öffentliche Versammlung statt Vom Teufel 2,-. Ueberschuß vom ringfr. Bier, Spandauer findet. Tagesordnung: Die wirthschaftliche Lage der Arbeiter ftraße 30, 2. H., 19. Woche 4,10. Verb. deutscher Zimmerleute und Arbeiterinnen im Schneidergewerbe und die Macht der ( Lokalverb. Kiel) 1. Rate 20,-. Von den Buchdruckern Kiel'sa Organisation. Referent: Kollege Pfeiffer. Nach der Ver1. Rate 10,-. J. M. 1,-. Bei Waßmann, Linienstr., ges. 4, fammlung geselliges Beisammensein und Tanz. Um rege Be- Frohsinn II, Friedrichsberg, Warthenbergftr. 67 bei Lange. Arbeiter Durch Günther 6,20. Magdeburger Lederarbeiter( dabei von einer Gesangverein theiligung an dieser Versammlung ersucht Die Agitations Gesangverein Bineta, Kastanien- Allee 11 bei Auguftin. Privatperson 1,-) 16,-. Graveurgehilfen von Atlas 2,60.. Junge Eiche, Reinickendorf, Gesellschaftsstraße 11 bei 2. Hartmann. Kommission der Schneider und Schneiderinnen penröslein, Bergstr. 60 bei Hilgenfeld.- Arbeiter- Gefangv. Ein- Innere Putzer, Bau Nürnbergerstr. 7 5, Geburtstagsfeier des tracht III, Eberswalde, Eisenbahnstr. 77 bet Düball. Gefango. Oberon, Erbbegräbnißwirthes 2,-. Statklub Hansa" 5,-. Gesammelt Armin hallen. Kommandantenfir. 20, Alpenrose, Forsterstr. 22 bei in der Werkstatt Alte Achtung, Schuhmacher! Den Arbeitern der Kasseler Jakobftr. 78, 6. Rate 3, Edelweiß III, Wollinerstr. 62. Sängerrunde, NaunynSchuhwaarenfabrit ist ein Lohnabzug von 30 bis 40 pCt. auftraße 37 bei Jablonstt. Morgenroth, Rummelsburg, Türrschmidt: Verband der Schneider und Schneiderinnen in Spandau 4,50 ,, straße 33 bei Schröder. gemuthet worden. Zuzug ist deshalb strengstens fernzuhalten. Gefangverein widerhall, Naunynftr. 86 bet Gesammelt bei einer Adolph Ernst Feier im Augustiner 5, Zubeil. Gefangverein Morgengrauen, Neue Friedrichstr. 44 bei Röllig. Von den Kellnern bei Gründel, Brunnenstraße, darunter von Ihren Arbeitern eine Weihnachtsfreude zu bereiten, bemüht sich Gefangverein 2yra II, Charlottenburg, Wallstraße 102 bet Maschestt. die Firma Burkhardt und Sohn, Schaft- und Schuhfabrik in Gefangverein Vorwärts IX, Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 39, Bis- Berger 0,50, von Rollmann 0,95, 4,45. Gef. am Geburtstag Süd- Ost II, Falckensteinstr. 7 bei Trittelwig. Leipzig- Reudnih. Den Auspußern der genannten Firma wurde mardshöhe". bei Freier 3,-. Aus Goldlauter durch W. 5,-. Vom dänischen Tele- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dieggen, bends 8 Uhr, das Geschenk schon am 1. d. Mts. zu theil und zwar in Form bet Schröder, Wiesenstr. 39. Neue Beit, Abends 8% uhr, Boyenftr. 40, bei Geburtstag Pflugftr. 6 3,80. Aus der Inquisitions- Kammer 2, einer Lohnreduzirung von 50 und zum Theil noch über 50 pCt. Gieshoit Süd- Ost, bet Toltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Ecke. Gesammelt in der Bautischlerei v. Müller, Wriezenerstr. 33, 5,60 Freunde bei Gnadt, Buttbuserstraße 32. Die Herabsehung des Lohnes wurde dadurch herbeigeführt, daß klub der Lefe Ans fieben Falten gesucht 1,-. Geburtstagsfeier vom 1. bis und Diskutirklub Reimer bei N. Bahr Gerichtsstraße 19. das Färben der Sohlen, was sonst die Buzzer zu machen hatten, safen clever, Abends 8 Uhr, Restaurant Lange, Baumschulenweg 32 2. Dezember, Bücklerstr. 2, 2,30. Von den Möbelpolirern der jetzt von einem Mädchen besorgt wird. Die Putzer erflärten Treptow. Sosialistischer Lese- und Distutirtlub Abends Equib'schen Möbelfabrik, 11. Rate, 4, Gemüthl. Beisammens August Geib Abends 9 Uhr sein beim Genossen Kraus, Ackerstr. 5, amerikanische sich bereit, eine Lohnreduktion von 20 pet. anzunehmen, worauf 8 Uhr, Reichenbergerstr. 157, Gigung. jedoch der Fabrikant nicht einging. Daraufhin fündigten alle im Reſtaurant Zubeil. Bund der geselligen Arbeitervereine Serlins und Umgegend. Auktion, 7,75. Bierprozente der Pianofabrit Mittag Nach., sechs Puzzer, von denen fünf Familienväter find. Aber nicht alle Buschriften den Bund betreffend find zu richten an: Gent, unterer Saal, 7,-. Gesellen bei Hübner, Grünstraße, 5,335. allein den Buzern ist diese Lohnreduzirung zu theil geworden, Adalberifir. 95. Donnerstag: Rauchtlub Graue wolte. Strautstr. 48 Amerikanische Auktion bei der Geburtstagsfeier von C. Kleboer Verein Grüne Giche( vor dem Halle'schen Thor), Abends sondern auch den Zwickern wurde eine solche, wenn auch nicht so uhr, bei Gaugr, Mittenwalder- Straße 2. Sumuristischer Klub uni: 2,01. Von Lichtdruckern 1,40. Bierüberschuß der Barokvergoldjer hohe, und zwar bereits am 25. vorigen Monats bescheert. Da verium, Veteranenstr. 18, bet Schulz. Geselliger Klub der alten von Aug. Werkmeister, Brunnenstr. 194, 11,45. es bei den Zwickern aber feine 50 pCt. Lohntürzung war, die Moabiter, Emdener: u. Wadenferfir.- Ecke bei Schirmer, Abends 9-10.3wickmaschinen außer Betrieb gesetzt werden sollten, fügten fich Rauchflub Erholung, Wienerftr. 13 bei Thiele.- Rauchtlub Brüder= Tichteit, Pücklerstr. 57 bei Schuhmacher. die Zwicker in den Abzug. Sollten diese Lohnkürzungen das durch die nicht bewährten Zwickmaschinen hervorgerufene Defizit decken? Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. 1 Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerktag. Turnverein Summa 156,56 M. Bereits quittirt 18 428,13; in Summa 18 584,69 M. Die bis heute quittirten Beträge sind an die Kommission der ichte. IV. Männerabtheilung turnt jeden Donnerstag, Abends von 8 bis Brauerei- Arbeiter abgeliefert und werden in obiger Gesammt10 Uhr, Gemeindeschul- Turnhalle Stephanitr. 3( Moabit). Gefangverein yra, Abends 9 ühr im Restaurant Bergstr. 17. Suchsdorf scher summe in der ersten Abrechnung der Kommission, welche in den. Männerchor von 8-9 Uhr Notenstunde; von 9-11 Uhr Uebungsjunde nächsten Tagen erscheint, verzeichnet sein. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Hr. 284. Donnerstag, den 6. Dezember 1894. Arbeiter! Parteigenossen! 11. Jahrg. Die Verhandlungen wegen Beendigung des Bierboykotts find abgebrochen worden, weil die Ningbrauereien eine Bedingung stellten, deren Annahme mit der Ehre der Arbeiterschaft unvereinbar ist. Die Vertreter des Brauerrings hatten die Stirn zu fordern, daß der Friedensschluß davon abhängig gemacht werde, daß 33 Arbeiter nie mehr in den Betrieben der Niugbrauer beschäftigt werden. Arbeiter! Parteigenossen! Ohne jeden Anlaß seitens der betreffenden Arbeiter sind am 16. Mai Hunderte aufs Pflaster geworfen worden. Und nun sollen nach monatelanger Aussperrung, nach monatelangen Entbehrungen dreiunddreißig Arbeiter dauernd dem Elend, für immer der Eristenzlosigkeit, also dem langsamen Zugrundegehen überliefert werden, dreiunddreißig Mann, von denen keiner Schuld an dem Boykott trägt. Sie sollen als Opfer des Kapitalistenübermuthes auf der Strecke bleiben. An der barbarischen Doppeldezimirung des 16. Mai hatte der Brauerring nicht genug- seine Rache verlangt die Vernichtung von weiteren dreiunddreißig Existenzen. Arbeiter! Genossen! Wir wissen, daß wir in Eurem Sinne gehandelt haben, als wir diesem ungeheuerlichen Anfinnen ein empörtes furzes Nein entgegenseiten und die Verhandlungen abbrachen. Die Arbeiter Berlins konnten und wollten einen ehrlichen Frieden schließen; niemals aber werden wir unsere Hand dazu bieten, niemals werden die klassenbewußten, in den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie organisirten Arbeiter dulden, daß ein geschlossen wird. ehrloser Friede Nun ist die Entscheidung getroffen. Der Boykott muß mit erneuter und vermehrter Energie fortgeführt werden. Die Parole Kein Tropfen Ringbier muß mit unwiderstehlicher Macht zur Durchführung gelangen. Jeder einzelne Arbeiter muß seine ganze Kraft aufwenden, um den Boykott zur vollen Wirkung zu bringen. Dazu ist nöthig, daß die gesammte Arbeiterschaft mit verdoppelter Kraft Hand ans Werk legt, die zur Organisation, Ueberwachung und Durchführung des Boykotts erforderlichen Maßregeln energisch zu unterstützen. Es bedarf aller Kraft, aller Energie, denn die Brauerdirektoren haben offen erklärt, die Unterwerfung der Berliner Arbeiterschaft durch neue Massenmaßregelungen erzwingen zu wollen! Arbeiter, Parteigenossen! Der Brauerring hat zwar Millionen zur Verfügung und wird in diesem Klassentampfe auch fernerhin Hunderttausende opfern; hinter uns aber stehen die Massen, auf unserer Seite ist das Recht, ist die Begeisterung, ist der Opfermuth. Und an Enren Opfermuth appelliren wir abermals. Die unschuldigen Opfer kapitalistischen Uebermuthes dürfen nicht dem Hunger preisgegeben werden. Seit Monaten liegen diese Hunderte existenzlos auf der Straße. Wir wenden uns deshalb an die Arbeiter von ganz Deutschland um thatkräftige und schnelle Unterstützung. Der Kampf ist uns aufgezwungen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Handschuh aufgenommen und sie wird den Kampf durchführen bis zum Ende, Arbeiter! Euer Klassen- Intereffe nicht blos, Eure Klassen Ehre ist im Spiel. Da giebt es keinen anderen Gedanken als Sieg! Borwärts zum Sieg! Kein Tropfen Ringbier! Hoch der Boykott! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Neichenfron, lottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Ring u. Ro., Berlin. Brauerei Müggelschlößzchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Rathenower Exportbrauerei Niederlage. Juh. Max Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III, 8178. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank furt a. D. Niederlage Greifswalderstr. 228. Phönig- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernad, Mühlenstraße 49a. Eine Gewaltthat. Die Boykott- Kommission. in einer Buchhandlung. Inzwischen war bereits von den hochtonservativen Verwandten, an der Spize immer der erwähnte Charund fiebt er, wie sie immer unsicherer in seinen Händen wird, störung bei H. vorliege, gerichtet und von diesem entschieden vers Wer die Macht in Händen hat, will sie nicht fahren lassen. Landgerichts- Direktor, an den Hausarzt die Frage, ob eine Geistesso wird er nervös, greift zu den äußersten Mitteln und verneint worden. Es war um diese Zeit, als der Universitätsnichtet damit um so sicherer das Nestchen moralischer Autorität, professor Dr. Arndt, ein echt national gesinnter Herr, im das ihm noch geblieben war. In diesem Sommer konnte die psychiatrischen Kolleg den Fall Hänisch als Typus der paranoia " Frankfurter Volksstimme" den Utas veröffentlichen, durch den politica( des politischen Wahnsinns) besprochen hat. irgend ein preußischer Amtsrichter sich herausnahm, sozial- Die Mutter Hänisch's wurde aufs äußerste geängstigt und demofratischen Vätern, die sich weigerten, ihre Söhne zum Aus eingeschüchtert, sodaß sie sich bereit fand, die Vormundschaft über tritt aus einem Arbeiterverein zu veranlassen, frischiveg das elter ihren Sohn abzugeben, die darauf einem orthodox tonservativen liche Erziehungsrecht zu entziehen. Wir haben, so schreibt die Landpastor, dem Herrn Köhn in Ducherow, übertragen wurde. Leipz. Volts- 3tg.", der wir diesen Artikel entnehmen, heute einen Gegen Ende Dezember fam der Kreisphyfifus auf weisen Fall zu berichten, in dem umgekehrt das Vormundschafts- Veranlassung, steht dahin mit zirka vier Polizisten zu recht und die Autorität der Familie dazu benutzt worden ist, Hänisch, der bereits vorher auf seinen Ausgängen von einem einen sozialdemokratisch gesinnten Jüngling wegen diefer Polizeibeamten in Zivil verfolgt worden war, um ihn auf Gesinnung zu vergewaltigen. Und wenn unsere Darstellung ein feinen Geisteszustand zu untersuchen. Nach kurzem Gespräch etwas romanhaftes Ansehen gewinnt, so ist es nicht unsere Schuld, entfernte er sich wieder. Von diesem Tage an und über Weihsondern die der Thatsachen, der Zustände, die im ausgehen- nachten hin wachte allnächtlich ein Schußmann an Hänisch's den Jahrhundert des Kapitalismus möglich find. Bett, ohne daß jemals irgend eine abnorme Erscheinung beobachtet Im Herbst 1893 wurden auf dem Gymnasium zu Greifs- wurde. Am 24 Dezember betrat er Abends das Zimmer und wald eine Anzahl Primaner der sozialdemokratischen Gesinnung unter dem Weihnachtsbaum saß ein Schutzmann. Das war der verdächtigt. Von zweien stand fest, daß sie mit bekannten„ Heilige Abend" des Versehmten. Es erinnert an die HerchenSozialdemokraten verkehrt hatten. Von ihnen wurde der eine, hahn'sche Großthat in Frankfurt a. M. zu Weihnachten 1886. Julius Noa ck, ein durchaus ehrenhafter Schüler, von der zu Solche Behandlung könnte den Gesündesten toll machen. Ostern 1894 stattfindenden Abgangsprüfung wegen mangelnder moralischer Reife" zurückgewiesen, darauf im Herbit 1894 zugelassen und, ein anerkannt begabter und fleißiger Schüler, für nicht bestanden erklärt. Dieser doppelte Mißerfolg ließ den 19jährigen Jüngling an der Zukunft verzweifeln, und in der Nacht vom 14. auf den 15. September machte er seinem Leben Nieder- freiwillig ein Ende. Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Brauerei Königs Wusterhausen, Niederlage Reichenbergerstraße 33. Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, N., Garteuftr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Ludenwalde. Niederlage Guft. Spiekermann, Krautstr. 48, Tel. VII, 1487. Export- Brauerei Grabow a./D. bei Stettin. lage Marthen, Bellermannstr. 6. Brauhaus Hohen- Schönhausen bei Berlin. Boykottirt sind die folgenden, dem Ring angehörenden Brauereien: Aktien Brauerei Friedrichshain, Berlin. Um 28. Dezember tam plöglich der Vormund aus Ducherow, og einen Strid aus der Tasche und erklärte furchtbar erregt seinem Mündel, den er vor etwa dreiviertel Jahren nur einmal flüchtig gesehen hatte: dieser habe ihm sofort, da er nervös überreizt fei, in eine Nerven Heilanstalt zu folgen, andernfalls sich zu gewärtigen, daß er, der damals bereits herzleidend war, von seiner Familie verstoßen und aller Mittel ent Der andere, Konrad Hänisch), geb. am 14. März 1876, blößt, im Winter auf die Straße gesetzt werden würde. Als Sohn eines verstorbenen Marine- Arztes, wurde von der Polizei Bedenkzeit gewährte er fünf Minuten, alle Ginwendungen heftig denunzirt, den Versuch zur Anhörung eines sozialdemokratischen und kurz abschneidend. Hänisch mußte unter diesen Umständen Vortrages( vom Privatzimmer des Wirthes aus) gemacht zu sich fügen und wurde nach der Nerven- Kuranstalt des Dr. Guauck haben. Darauf wurde ihm von dem Direktor durch Vermitte- in Bankow bei Berlin verbracht. Am nächsten Morgen wurde lung eines Vatersbruders, des jeßigen Landgerichts- Direktors er von drei Aerzten untersucht, worauf ihm zunächst in der Hänisch in Guben, jedes politische Gespräch mit Mitschülern Anstalt jede Freiheit, später auch der Besuch von Berlin gestattet und jede politische Lektüre verboten; danach, als er freiwillig wurde. Das dauerte bis Ende März, worauf H., der sich in das Gymnasium verließ, seinen bisherigen Mitschülern, die einen Bankow törperlich erholt hatte, freilich für den Preis von minnationalen Boykott bereits über ihn verhängt hatten, jeder Ver- destens 1200 M., die aus seinem Vermögen entnommen wurden, eine Stelle in einer Leipziger Buchhandlung annahm. Hänisch mit Privatstudium und den Bemühungen um eine Stelle Aktien- Brauerei- Gesellschaft Friedrichshöhe, vorm. Paßen- tehr mit ihm untersagt. Die nächsten zwei Monate verbrachte hofer, Berlin. Aktien- Brauerei Gesellschaft Moabit, Berlin. Aktien Gesellschaft Echloßbrauerei Schöneberg, Schöneberg. Bergschloß- Brauerei, Attien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Bockbrauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Kronen- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Unions- Brauerei, Berlin. Böhmisches Brauhaus, Kommandit- Gesellschaft auf Aftien, A. Knoblauch, Berlin. Brauerei Oswald Berliner, Berlin. Brauerei Julius Bözow, Berlin. Brauerei Borussia, Attien- Gesellschaft, Niederschönweide bei Johannisthal. Brauerei Gambrinus, Aktien- Gesellschaft, Charlottenburg. Brauerei Carl Gregory, Berlin. Brauerei F. Happoldt, Berlin. Brauerei Königstadt, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Brauerei Pfefferberg, vorm. Echneider u. Hillig, Berlin. Brauerei A. Werm, Berlin. Bürgerliche Brauerei, Berlin. Das neue Reichstagsgebände. Schluß aus Nr. 283( Hauptblatt). " am fraftvollsten ausgeführt sind darunter die allegorischen Gestalten des Heerwesens zu Land und See von Maison in München, am frischesten und zartesten die Allegorien Bierbrauerei und Weinbau von Diez.( Maison am südöstlichen, Diez am füdwestlichen Thurm.) Hier, wo wir Gelegenheit hatten, ihn als völlig klaren Löwengruppe von May Klein die Kraft" vor. Gine Löwe hält seine Taße über eine Kugel mit der bezeichnenden Inschrift: „ Elsaß". Frei von dem Kraftmeierthum ist die Gruppe über dem Nordportal, die Wahrheit" von Brütt, dem Die bildnerische Zier des Baumonumentes foll hier nicht empfindungswarmen Künstler, aufgefaßt. An den Eckthürmen in allen Einzelheiten zergliedert werden. Starr akademisch stehen insgesammt 16 einzelne Skulpturen, durchwegs Allegorien, Stilifirtes( zumal an der Westfront) findet man neben mannigfach Reizvollem, das in Echwung und phantasiereich geschaffen ist. Nach meiner persönlichen Empfindung habe ich den Ein druck nicht gewonnen, als sei durch Ueberladung mit bildnerischem Schmuck, wie man anfangs befürchtete, Unruhe in die monu mentale Würde gekommen, die über dem Erd-, Zwischen- und Nun zum Inneren! Hier ist so viel Arbeitsreichthum aufObergeschoß gelagert ist. Die Allegorien über den Portalen, gespeichert, daß an dieser Stelle ein erschöpfender Bericht un< das feine Bier- und Rankwerk hoch oben über den möglich ist, daß vielmehr nur Andeutungen, die das Wesen des Säulen und Pfeilern und dem Hauptgesims, das geistige Ganzen fennzeichnen, gegeben werden fönnen. Auch im InnenBand, das alles zusammenhält, ist der Jubel über die neu- bau herrscht im Ganzen Wallor's Geist souverän. Das erstreckt gewonnene Raiserkrone und die Reichseinheit unter dynastischer sich bis auf tunstgewerbliche Details, bis auf Möbelstücke Sut, ist Siegerbewußtsein, eine Art von verklärtem National- und stilisirte Beleuchtungskörper. Aeußeres wie Inneres im liberalismus. Die vier Eckthürme sollen die vier deutschen König- Hause sollen einen einheitlichen Grundcharakter, einheitliche Kunstreiche symbolisiren; zierliche Putten tragen die Kaiserkrone formen bewahren. Man versenkt sich enthusiastisch in die Zeit und der Helm der schlanken Laterne auf der blinkenden Kuppel, deutscher Renaissance, da kraftvolles Bürgerthum noch eine gedie höchste Erhebung des Baues( 74,70 Meter über dem Bürgersundheitstrogende Kunstfülle schaffen konnte und romantische steig) endet in der Kaiserkrone. An der Westfront haben drei Sehnsucht nach Wiederkehr der verschwundenen Pracht lebt im der namhaftesten deutschen Bildhauer ebenfalls demselben Geiste Einzelnen. Die strenge, herbe Feierlichkeit, Tempel- und Kirchengedient. Auf dem Giebelfelde der fäulengetragenen Borhalle hat stimmung sucht der Baumeister zunächst in den Vorballen, die Gestalten( Süd- und Norddeutschland) in Wehr und schließen, zu erreichen. Da ist die riesige dreigetheilte Waffen dargestellt, unter ihren und des Reichswappens Wandelhalle, in deren fuppelförmigen Mitte, unmittelbar Gewerbe Schirm flüchten und Kunst( ein Symbol am weftlichen Eingang, heute der Schlußstein gelegt ist. Sie ist Schultheiß' Brauerei, Aktien Gesellschaft, Berlin, Abth. I Schaper in Formen, die steif anmuthen, zwei altgermanische fich mit ihrer Steinarchitektur innig an den Außenbau anSchönhauser Allee. Bürgerliches Brauhaus, Otto Müller, Berlin. C. Habel's Brauerei, Berlin, Gebrüder Josty, Berlin. Norddeutsche Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Brauerei Schweizergarten, Berlin. Charlottenburg. Vereinsbrauerei Rigdorf. desgl. Abth. II Tivoli. Versuchs- und Lehrbrauerei, Berlin. " Spandauerberg- Brauerei, vorm. C. Bechmann, Westend bei des armen bewaffneten Friedens". An der Vorhalle ferner fällt 96 Zentimeter lang. Dem großen Bug, den wuchtigen Verhält in einem Wappenrelief die Vorliebe für heraldische Motive, die nissen dieser Halle verschließe ich mich nicht, aber mich fröstelte im Junern des Gebäudes besonders lebhaft wird, auf. Hier ist bei dieser würdevollen Feierlichkeit. Wie wird's im modern auch die Bismarckvergötterung in einer Stulptur von parlamentarischen Getriebe werden? Wozu die Schwere und Siemering zu fühlen. Ritter Georg trägt die idealistisch Majestät? Auch laienhaften Erwägungen wird es rasch tlar, filisirten Züge Bismarck's und tödtet den Drachen der Zwie- daß Prunt, Repräsentation im großen Stil, Feierlichkeit und tracht. Ganz oben an der Ruppelwandung erhebt sich eine Hang zur Wiederbelebung des alten, mitunter in wunderlicher Roloffalgruppe in Kupfer, die Germania zu Roß von Begas; Phantastik spielenden deutschen Renaissancestils in Innenbau ein wenig gemahnt sie an theatralisches Heroenthum. Ueber lebhafter berücksichtigt wurden, als die praktischen Erfordernisfe. dem Südportal zunächst dem Brandenburger Thor stellt eine Wie weit dies zutrifft, wird erst dann tlar werden, bis die Bittoria- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Germania- Brauerei, David u. Martin, Berlin. Brauerei Stralau. die vorstehenden Mittheilungen zukommen ließ. " er die beiden ein Dem und durchaus besonnenen Menschen, von dem war, oder zu der Zeit, als sich der Junge beim Wagen und der eigene Fahrlässigkeit verschuldet. Vor der zweiten Straftammer niemand etwas Nachtheiliges oder Krankhaftes zu sagen wußte, Rläger im Romtoir befand. Die Beklagte wurde unter folgender des Landgericht II machte die Angeklagte geltend, daß sie früher fennen zu lernen, war er bis Mitte Oftober unbehelligt beschäftigt. Begründung zur Zahlung von 50 m. verurtheilt: Da eine die verhängnißvolle Giftflasche auf dem Küchenschrank sicher verEr trat dort aus, um sich wegen seines Herzleidens einige Wochen Schuld des Klägers an der Zertrümmerung des Schildes nicht er- wahrt hatte, daß dann aber das ganze Geschirr vor jenem zu erholen und dann eine ihm in Aussicht gestellte Bureaufstelle wiesen sei, könne die Beklagte auch nicht gegen dessen Kaution die Unglückstage abgeräumt werden mußte, weil durch einen Rohranzunehmen. Plößlich erhielt er wieder zu Ende November Summe aufrechnen, welche sie dem Besitzer des Schildes als Ersatz über bruch in der höher belegenen Etage das Wasserleitungswasser von einem Leipziger Verwandten auf Veranlassung des Vor- wiefen habe. Meil die behauptete Echuld des Klägers an der von oben her fich in das auf dem Küchenschrank stehende Geschirr mundes die Weisung, nach Berlin zu kommen, von wo aus ihn Entwendung der Kiste ebenfalls nicht erwiesen dieser nach dem Orte seiner Bestimmung"( den er nicht angab) in diesem Falle höchstens darum handeln, lei, tönnte es sich gesetzt und beim Abräumen desselben sei die Giftflasche nach unten ob Thatsache bringen wolle. Der Vormund versprach zugleich, fich jeder etwa auf grund des Arbeitsvertrages zwischen ihm und der Be- konnte die Angeklagte feineswegs entlasten. Der Gerichtshof Gewaltanwendung zu enthalten. Als jedoch H. fich zunächst flagten als Bürge hafte. Entscheidend für die Beantwortung glaubte indessen den Fall äußerst milde ansehen zu sollen und nicht geneigt zeigte, einem so ungewiffen Schicksal entgegen- dieser Frage sei nun, daß nach dem Resultat der Beweiserhebung das Urtheil lautete daher auf einen Tag Gefängniß. Der zugehen, schrieb jener wörtlich:„ Sollte Konrad Miene machen, die Kiste während der alleinigen Anwesenheit des Rolljungen Staatsanwalt hatte einen Monat Gefängniß beantragt. mir nicht zu gehorchen, so würde ich ihn mit dem Kautschu beim Wagen gestohlen sein könne. Wäre diese Möglichkeit That- Ein merkwürdiger Möbel- Leihkontrakt beschäftigte jüngst aus seinem Neste herausholen oder ihn per fache, dann hätte aber zunächst der Junge in Anspruch genommen die Gerichte bis hinauf zum Kammergericht der wohl noch Polizei hierher transportiren laffen." Dabei werden müssen, worauf man sich dann an den Kläger hätte halten nicht dagewefene Thatbestand ist folgender: Der Dentiſt R. zu war ihm mitgetheilt worden, daß H. eine andere Stelle in Aus- tönnen. Der Junge sei nicht zum Ersatz herangezogen worden, Breslau hatte einer in Berlin wohnenden Frau ein Ober- und ficht habe. Da er erklärt hatte, daß das von ihm in Aussicht weshalb auch der auf den Diebstahl gestützte Kompensations- Unterfiefergebiß mit nicht weniger denn je 12 Zähnen auf einen genommene nichts 3wangsartiges fei, sah H. sich veranlaßt, nach anspruch der Beklagten unbegründet sei. do cuit Stofreds Möbel Leihfontratt"() mit monatlichen Abzahlungen geliefert, Berlin zu reisen, wo er auf dem Anhalter Bahnhof in Empfang Ein in Arbeiterkreisen auch jetzt noch weit verbreiteter Jrr dann aber, als nämlich die Ratenzahlungen nicht innegehalten genommen wurde. thum ist der, daß Kündigung wie Entlassung nur des Soun wurden, auf Zurückgabe der gelieferten Möbel" geflagt, auch Der Vormund legte ihm hier einen Rever3 vor, durch abends erfolgen dürften. Der Zuschneider B. war ebenfalls ein obfiegendes Erkenntniß erftritten und den hiesigen Gerichts den er sich wie folgt verpflichten sollte: während der Dauer dieser Meinung, weshalb er am 15. Oftober dem Bertreter der vollzieher S. mit der Pfändung beauftragt. Auf der Grundlage meines Aufenthaltes in der Anstalt Bethel bei Bielefeld Firma Franke und Pfuhlmann, der ihn gekündigt hatte, erklärte, der Geschäftsanweisung für Gerichtsvollzieher, alle und selbst die Grenzen der Anstalt nicht zu überschreiten, weder perfoner nehme die Kündigung nicht an, der Sonnabend sei der Kün verschlossene Behältnisse öffnen zu dürfen, füßend, ging 6. tühn lichen noch schriftlichen( dies Wort fiel auf Anstehen bigungstag. Ihm wurde nichts erwidert; 14 Tage später minste an die eigenartige und nicht ganz ungefährliche Operation, er Hänisch's weg) Verkehr mit Sozialdemokraten zu pflegen, teine er jedoch seine Stellung aufgeben, gewungen durch seine Unter- piändete der Verurtheilten die beiden Gebisse aus dem Munde sozialistischen Schriften zu lesen und allen Befehlen meiner Vor- nehmer, welche die Kündigung vom 15. Oktober für zu Recht und ging mit ihnen triumphirend von dannen. gesetzten mich zu fügen." Da er ausdrücklich erklärte, unter bestehend hielten. B. strengte nun eine Lohnentschädigungstlage Gerichtsvollzieher aber sollte aus diesen Zähnen noch allen Umständen. zur Unterschrift dieses Reverses zu an. Er wurde am 1. Dezember mit der Begründung abgewiesen, eine Drachenfaat von Unannehmlichkeiten aufgehen! Nach= 3wingen", gab dieser seine erzwungene Unterschrift. Sie in Gebisse je daß seine Annahme, nur an bestimmten Tagen sei die Kündigung dem Stahlfeder fuhren am nächsten Morgen nach Bielefeld, und H. wurde in auszusprechen, mit den Bestimmungen des Gesetzes im schroffsten fästchen gepackt und nach Breslau in je einem einfachen Brief Bethel eingeliefert und im Bodelschwingh'schen Widerspruch stehe.(§ 12 der Gewerbe- Ordnung.) an feinen Auftraggeber abgesandt hatte, stellte es sich heraus, Schriftenvertrieb beschäftigt. Dort wurde er neben der Unter- Noch einmal die Zuständigkeit der Innungs 13: daß der Brief mit dem Untertiefer abbanden gekommen war. werfung unter die Hausordnung angehalten, das Gebiet Schiedsgerichte. Der Arbeiter 2. war bei dem Bierverleger S. Ein schwieriger Fall! Wer sollte regreßpflichtig sein: die Post der Anstalt nicht zu überschreiten, fich des Der Dentist entschied sich für aller nicht kontrollirten Schriften zu enthalten, da beschäftigt, der neben dem Bierverlag zugleich eine Schankwirthschaft oder der Gerichtsvollzieher? ja," wie Pastor Siebold meinte, etwas Atheistisches betreibt, die von dem ersteren räumlich nur in soweit getrennt ist, letteren und verklagte denselben auf Ersatz des vollen Werthes, unterschlüpfen könnte." Ausdrücklich wurden sozialistische als sich eine Thür zwischen beiden befindet; beide sind aber in indem er darauf hinwies, daß er die beiden Gebisse, die jetzt für und selbst sozialpolitische Studien ihm untersagt. einem Betriebslokal. Da 2. ohne Kündigung entlassen wurde, den ursprünglichen Zweck unverwerthbar feien, vereint im Schau. Zur Theilnahme an den Andachtsübungen war er gehalten. Als flagte er beim Gewerbegericht auf Lohnentschädigung. Obgleich fanen habe ausstellen und solchergestalt als Reklame zum vollen nicht ausdrücklich angedrohtes Schreckmittel diente die Arbeiter der Beklagte Mitglied der Gastwirths- Innung ist, hielt Kläger Werthe habe ausnuten wollen. Die Gutachten der vernommenen Tolonie Bethel, deren Einrichtungen wir als bekannt voraus lag als Kellerarbeiter thätig war, und nicht in der Gastwirthschaft iogar nur auf 6 Mart. Der Gerichtshof nahm schließlich einer das Gewerbegericht für zuständig, weil er in dem Bierver- Sachverständigen schwankten; einer derfelben bemaß den Schaden ſehen, und der zu eben dieser Zeit ein junger Mann wegen des Beflagten arbeitete. Die Kammer VI des Gewerbegerichts Schadenersatz von 18 Mark als angemessen an und verurtheilte disziplinärer Verfehlungen überliefert wurde. Nach einigen Tagen gelang es Haenisch, sich diesem frommen Fegefeuer zu Grund: Ziege auch ein formeller Unterschied zwischen den gegen vom Vertlagten unter der Ausführung eingelegte Berufung, war anderer Ansicht und wies den Kläger wegen Unzuständigkeit den Gerichtsvollzieher zur Zahlung in dieser Höhe. Die hier entziehen und sich in Sicherheit zu bringen, von wo aus er uns Bewerben des Beklagten vor, so bestehe doch thatsächlich ein boß nicht er, sondern die Poſt regreßpflichtig sei, wurde vom Dies der Thatbestand, der für sich selbst spricht und durch innerer Zusammenhang zwischen ihnen. Beide zusammen seien Kammergericht zurückgewiesen. Ein etwas befremdlich wirkender Grundsak in bezug ein und derselbe Geschäftsbetrieb, deshalb sei das SchiedsZeugen und Schriftstücke bestätigt wird. auf den sogenannten Heirathsschwindel" wurde gestern von der Wir fragen: Ist es zulässig, in dieser Weise einen un- gericht der Innung zuständig, welcher der Beklagte angehöre. bescholtenen jungen Mann zu vergewaltigen, seiner politischen Ungeziefer als abschreckende Krankheit. Die Behaftung ersten Straffammer hiesigen Landgerichts I als Berufungsgericht Gesinnung halber? Ist es zulässig, einen geistig Gefunden mit Ungeziefer ist ein Entlassungsgrund. So entschied fürzlich festgesetzt. Der Sandlungsreisende St. war mit der wider seinen Willen einer Nerven- Kuranstalt zu überliefern? die Rammer VI unter dem Vorsitz des Assessor Leo, indem sie Inhaberin eines Herrenartikel- Geschäfts, Frl. Th., bekannt ge= worden und hat sich im Laufe des angeknüpften Verhältnisses Wir erinnern hier nur an den von der Kreuz- Zeitung" be den Hausdiener R. mit einer Lobnentschädigungsflage abwies. sprochenen Fall Morris de Jonge und ähnliche. Ist es in Der Vorsitzende begründete das Urtheil in folgender bemerkens- mehrere bedeutende Geldbeträge geliehen, die er bis heute noch Preußen zulässig, einen über 14 Jahre alten Menfchen wider werthen Weise: Als objektiver Thatbestand sei durch die Beweis nicht zurückgezahlt hat. Er zog es vor, hierauf sofort spurlos zu verschwinden. Die Th. steht auf dem Standpunkt, daß sie diese feinen Willen zur Theilnahme an Gottesdiensten anzuhalten? erhebung festgestellt, daß der Kläger persönlich mit Ungeziefer Darlehen nur gegeben hat, weil St. ihr die Ehe versprochen Gilt es als ein ehrenhaftes Erziehungsprinzip, einem Jung- behaftet war, also eine abschreckende Krankheit be ling, der dazu herzleidend ist, einen Revers wie den erfaß. Eine solche sei aber nach§ 123 Nr. 8 der Gewerbe- habe. Auf ihre Anzeige wurde die Anklage erhoben, und der Angeklagte wurde in erster Instanz zu einer Geldstrafe von wähnten abzupressen? Wir wollen nun abwarten, welche Maß- Ordnung ein Entlassungsgrund. Von einer Verschuldung 600 m. verurtheilt. Gegen dieses Urtheil legte sowohl der Berregeln die Obervormundschafts- Behörde in Greifswald und spreche der Paragraph nicht, weshalb auch unentschieden theidiger Rechtsanwalt Dr. Hase als auch der Staatsanwalt die Aufsichtsbehörde über die Anstalt Bethel bei Bielefeld er bleiben tönne, ob den Kläger ein Verschulden bei Berufung ein, ersterer, weil der Angeklagte nicht freigesprochen, greifen werden. Oder gilt kein Recht mehr für Sozial- feiner förperlichen Verlausung treffe oder nicht. Unter Um demokraten? Ständen könne die Entstehungsurfache einer abschreckenden Krant- leßterer, weil nicht auf Gefängnißftrafe erkannt worden war. Im deutschen Wolfe aber sind Rechts- und Ehrgefühl noch heit zur Belobung des Kranken Anlaß geben, ohne ihn vor den Nach langer Berhandlung und Berathung verkündete der lebendig, und wir zweifeln nicht, wie sein Urtheil über diesen Konsequenzen des zitirten Paragraphen zu schüßen; der Gerichtshof das Urtheil dahin, daß zwar die That des Fall staatserhaltender Thätigkeit ausfallen wird. objettive Thatbestand sei maßgebend.- Der Kläger hatte geklagten, der eine fleißige Person um den Lohn ihrer jabrelangen Arbeit gebracht habe, im höchsten Grade als wahrscheinlich behauptet, das Ungeziefer beim beklagten Restaurateur erhalten zu haben, und die Beweiserhebung hatte verwerflich fei, aber doch nicht die juristischen Vorausfegungen des Betrugsparagraphen erfülle. Es genüge nicht, daß sich die nicht unzweifelhaft ergeben, daß er sie dort einschleppte. Th. in dem Glauben befunden habe, von dem Angeklagten ger Ein sehr trauriger all unterlag gestern der richterlichen heirathet zu werden, sondern dem Angeklagten müsse bewiesen Bon der Speditionsfirma Angreß und Sponholz verlangte Beurtheilung in einer wegen fahrlässiger Tödtung er werden, in dem Augenblicke des Geldleihens die Absicht verfolgt der Kutscher Sch. 50 M. Kaution herausgezahlt, die ihm bei der hobenen Anklagesache. Die Ehefrau des Feuerwehrmannes zu haben, durch die falsche Vorspiegelung der Heirath das Geld Auflösung des Arbeitsverhältnisses einbehalten wurden. Die Seth zu Charlottenburg, Marie geb. Bigan, gab am zu erlangen. Da aber die Möglichkeit vorhanden sei, daß der Betlagte wandte ein, gemäß dem Arbeitsvertrage habe sie das 14. Dezember ibrem 9jährigen Sohne Paul den Auftrag, eine Angeklagte vielleicht ursprünglich die Absicht gehabt habe, die Recht gehabt, als Erfaß für ihr durch Verschulden des Klägers Flasche Bier aus der Küche herbeizuholen. Der Knabe ging und Th. zu heirathen oder daß die Vorspiegelung der Heirath ans entstandenen Schaden diesem die Kaution vorzuenthalten. Bom tam alsbald jammernd und schreiend in die Stube zurückgelaufen. anderen Motiven, als denen der Gelderlangung erfolgt sei, so Wagen des Klägers sei erstens eine Kiste im Werthe von 25 M. Was hast Du gemacht?" fragte Frau Heth. Ach Mutter, ich sei die Sache in dieser Beziehung nicht für genügend aufgeklärt während des Transportes gestohlen worden, zweitens habe der habe nichts gemacht," antwortete der arme Junge und das zu erachten. Der Gerichtshof hob deshalb, unter Verwerfung Kläger durch unvorsichtiges Dirigiren der Pferde ein Firmenschild waren seine letzten Worte. Der Junge hatte eine im Küchen- der Berufung des Staatsanwalts, das erste Urtheil auf und er aus Spiegelglas zertrümmert, das an der Einfahrt eines Hauses spind vorgefundene Bierflasche, die unverantwortlicher Weise mit tannte auf Freisprechung. Wie ein Droschkenkutscher beinahe um seinen Fahr. bing. Die umfangreiche Beweiserhebung ergab bezüglich des tonzentrirter Karbolsäure gefüllt war, genommen in dem Glauben, Firmenschildes kein Verschulden des Klägers. Es wurde festgestellt, daß Bier in der Flasche fei, und einen herzhaften Schluck schein gekommen wäre. Es war in der Nacht nach Kaisers daß das Echild in gefährlicher Nähe des durchfahrenen Thor- aus derselben gethan. Sechs Stunden lebte Paul Heth Geburtstag", der 28. Januar hatte beinabe seine dritte Stunde weges befestigt war, und daß die benutzten Pferde zu denjenigen noch unter unsäglichen Qualen, dann erlöfte ihn der zurückgelegt, da spie bas Café Bauer eine fidele Herrengesellschaft Gutachten Nach dem des Dr. med. gehörten, welche beim Passiren der Einfahrt unruhig werden. Tod. Steger, aus. Dieselbe sette, veranlaßt durch den Studenten Hoffmann, Auch hinsichtlich des Diebstahls der Rifte fonnte dem Kläger welcher die Leiche des Knaben ſezirte zur Erforschung den akademischen Wurst Mag", eine befannte Figur aus feine persönliche Schuld nachgewiesen werden; es blieb un der Todesursache, ist als solche Vergiftung mit Karbol dem Nachtleben des Lindenviertels, in Nahrung. Die entschieden, ob das Gut gestohlen wurde als der Kläger beim fäure unzweifelhaft festgestellt. Der Mutter fonnte bei all' dem Warmen" wurden von den lustigen Brüdern gegenüber dem 100 der gepflasterte Wagen und der Rolljunge im Komtoir eines Geschäftshauses Unglück der Vorwurf nicht erspart bleiben, daß sie dieselbe durch verlassenen Café eingenommen, da sowie der angrenzende asphaltirte Damm ber Südseite der Körperschaften des Parlaments ins neue Haus eingezogen sein der Reichstagssaal in der Leipzigerstraße, nur ein wenig gedrückt Linden" sich mit der sie durchquerenden Friedrichstraße verwerden. Bunter Marmor ist der Fußboden der Wandelhalle. erschien er mir. Bielleicht hängt dieser Eindruck vom flachen, mischen. Daneben, auf der gepflasterten Strecke, hielten Droschten. Weiß leuchten die Säulen und hell die Flächen; dies Allzuweiße breiten Glasoberlicht ab. Die Fenster sind von Linnemann eben Gegen 3 Uhr rückten, das nächtliche Bild zu vollenden, Straßens macht noch einen kühlen Eindruck; aber Wallot wünscht noch, falls, natürlich nur leise und zart, colorirt. Hellbraun ist das febrer heran, die u. a. auch die Droschten Haltepläge reinigen die weiten Räume mit Stulpturen zu beleben, leere Nischen zu Eichengestühle und der Lokalton im ganzen Saal. Die öftlichen wollten. Der Führer der ersten Droschke, Rutscher Thim, ersuchte die Wurstliebhaber, sich nicht zu breit zu machen, sondern füllen, Ornamente in wärmeren Farben zu bemalen. Wandflächen warten noch auf malerischen Schmuck. er beabsichtigte nämlich, Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. " # " " D Anum Kühl und nüchtern berührte mich der Raum der östlichen An föstlichem Holzschnitzwerk reich ist der Lese- und der etwas beiseite zu treten; die Asphalt und Pflasterung trennende Bordschwelle Borhalle, die zu den streng geschiedenen Aufgängen für den Hof Schreibsaal. Durch prächtige hobe Flügelthüren gelangt man, zu fahren und so den Straßenfegern in Der und die Diplomatie dient. Dagegen ist die nördliche und die wie in die Erfrischungsräume, durch die Wandelhallen zu ihnen. herum wie das stets der Führer des fübliche Borhalle voll von warmem Leben und malerischem Die Wandflächen im Lesesaal sollen noch Frestengemälde erhalten. Weise Platz zu machen, Reiz. In Parlamentsräumen wähnt man freilich auch da nicht Im Schreibfaal hat Wiedemann die Stulpturen( Ceres, ersten der an jener Stelle haltenden Wagen thut. Die An recht zu sein; wären die Glasmalereien und Bildwerke mit Bulfan, Neptun und Merkur) in den Wandnischen gefertigt. geredeten beantworteten jedoch, gebildet wie sie sind, nur mit ihren inhaltlichen Beziehungen nicht, man man tönnte sich Künstlerisch origineller noch find die beiden Restaurationsfäle. einem Gfel!", wobei sie rubig fteben blieben. Jest pacte Th. in heitere, reiche Kirchen und Klosterräume träumen. Das sind keine Kneipräume im derben Stil und feine feinen Gaul beim Kopf und lenkte ihn so, daß der Wagen haarIn Bildwerken find die vier Königthümer, die Eck Bier- und Weinpaläste" à la Friedrichstraße mit schreiendem scharf an den animirten Leutchen vorbei auf den Asphalt bog. thürme des Reichs symbolifirt( von August Vogel geschaffen), Brunt. Ganz zarifinnige Runnschnigereien findet man Ganz zarifinnige Runnschnigereien findet man am Dies Experiment begleitete er, den der Efel" ärgerte, mit den und durch die prächtig gemalten Glasfenster von innemann Buffet; im ersten Saal hat Otto Hupp aus München das Worten: Ihr Bengels könnt Euch auch wo anders aufstellen Frankfurt strömt Dämmerlicht in den Raum. Eine Almutter Tonnengewölbe ausgemalt. Wieder mußten spät- mittelalterlich und Eure Hottehüs zu Hause effen." Einer aus der Gesellschaft Germania, ein Wappenfenster und Allegorien der Eintracht und deutsche Motive, die an Dürer's Weise erinnern, berbolten. glaubte, fich beleidigt fühlen zu müssen und wandte sich an einen 3wietracht hat Linnemann entworfen. Für den alterthümelnden Zwischen Distelgerante( einem Lieblingsmotiv jener Zeit) führen Diener der heiligen Hermandad, der dann auch pflichtgemäß AnMittelalterliche deutsche zeige erstattete. Wegen des geschilderten Borfalles entzog der archaiftifchen Zug im Reichspalast ist es bezeichnend, daß in Butten einen Mummenschanz auf. diesen Vorhallen noch die Standbilder der alten deutschen Kaiser, Wappen sind in dies grüne Gewimmel verwoben, das heute noch Polizeipräsident dem Rutscher mit Rücksicht auf seine Vorftrafen Die zum heutigen Reich und Parlament gewiß teine geistige Be- ein bischen grell von der Decke niederblicht. Im zweiten Saal den Fahrschein. Er sollte die erwähnten Baffanten gefährdet ziehung haben, und die Statuen deutscher Geistesheroen, aber nur bat der berühmte Münchener Maler Franz Stuck bisher Drna- und obenein gröblich beleidigt haben. T. tlagte beim Bezirksvom alten Ulfilas bis zu Martin Luther, also von einem Bibel- mente in weißem Stud ausgeführt, die leerstehenden Flächen soll ausschuß auf Aufhebung der bezüglichen Verfügung. Das Resultat der angestellten Beweiserhebung war die Feststellung Stuck noch durch Malereien ausfüllen. tundigen zum anderen errichtet werden sollen. Der Rechtsbeistand des Klägers In den Innensälen tritt eine neue charafieristische Archi- Die Räume für den Bundesrath, den Kanzler find des obigen Thatbestandes. das Vorgehen desselben sei nicht so bös tektonik hinzu; der Stein räumt dem Holz den Play. In dem wie vornehm weltmännische Appartements ausgestattet aber legte dar, die Gutziehung des Fahrscheins zu rechtfertigen, Vielerlei der Innensäle steckt erstaunlich viel fünstlerischer und nicht überladen. Wesentlich einfacher geben sich die zahl- artig, tunstgewerblicher Fleiß. Die Farbentönung ist fast durchwegs eichen Fraktionszimmer. Hier ist eine Ueberfülle vorhanden, wodurch der Kläger verhindert werden würde, feinen Beruf Eine auszuüben und dadurch für seine Familie au forgen. Der Kläger braun und bräunlich; überall also ist auch bei der Ber- und anderswo ist der Raum allzu knapp bemessen. wendung des Eichenholzes, ein ernster, würdevoll pathetischer Sonderstellung nimmt die große Bibliothet, die Bücherei" ein. sei grob geworden, nochdem man ihn zuvor gereist batte, und Grundton festgehalten. Lebhaftere Farbenluft und Grazie hätte Sie bat lediglich den Nutzweck im Auge, ist eine moderne, grün das fönne ibm bei seinem Bildungsgrade nicht so boch angerechnet vielleicht manchen dieser Räume modern wohnlicher, modern in der Lokaljärbung geballene Anlage aus Glas und Eisen und rechnet werden. Wenn der Kläger ferner auch schon 121 Mal wegen Uebertretung des Droschfenreglements bestraft fet, fo ver traulicher gestalten fönnen. Aber die ehrliche Konsequenz faßt 300 000 Bände. Damit wäre das Wesentlichste über die äußere Erscheinung theilten sich die Strafen doch immerhin auf 28 Jahre. Der und Kunstenergie Wallot's reicht da mitunter bis zur Eigenwilligkeit. Am prächtigsten wird nach seiner Vollendung der des Reichspalastes hervorgehoben. Als ein Monumentalwert, aus Bezirksausschuß bob die Verfügung des Polizeipräsidenten auf große Bundesrathsiaal werden, mit seinen tostbaren Zäfelungen dem weitesten und tiefften Boltsbewußtsein von heute geboren, und erkannte, dem Kläger sei der Fahrschein zu lassen. und feinem herrlichen Kalksteinfamin. als das abschließende Kunstwert einer Kulturepoche, unferer Deutsche Kultur. Eine unvorsichtige Aeußerung am Biers Der eigenartige, fuppelüberwölbte Sigungssaal ist ungefähr Kulturepoche, die über nationalistische Ideale sich emporgehoben tische hat dem Tischlergesellen Lenz aus Köpenick eine Auflage gleich groß wie im alten Hause. An der Oftfeite sind die Bläge bat und sozialistischen zueilt, fann er nicht gelten; ein ernster, wegen Majestätsbeleidigung eingetragen, welche gestern für die Regierungsvertreter und das Präsidium. In ähnlicher monumental gehaltener Prachtbau bleibt der Palast darum doch, vor der zweiten Straffammer am Landgericht II zur Verhandlung Anordnung wie im alten Hause steigen die 400 Size für die wenn sein Schöpfer auch sich einer Formen und Ideensprache tam. Im Auguſt d. I. war in Köpenick Militär einquartirt, Abgeordneten auf. Bei sonniger Mittagsbeleuchtung, wie ich den bedient, die in der Vergangenheit wurzelt. Er variirt diese was zur Folge hatte, daß an allen Biertischen von der Ginquartirung und dem militärischen Dienste gesprochen wurde. Gaal sah, machte er einen helleren, freundlicheren Eindruck, als Sprache mit imponirender Kraft. Lenz nahm an einem solchen Gespräche theil und machte dabei In der Generalversammlung der Orts Krankenkaffe zu verlangen, wie solches in Köln errichtet worden eine Aeußerung, in welcher eine Beleidigung des Kaifers gefunden der Uhrmacher am 4. Dezember siegte bei der Neuwahl der ist und zwar auf Kosten der Stadt. Die Arbeiten der wurde. Er wurde dieserhalb denunzirt und unter Anklage gestellt. Arbeitnehmer zum Vorstand die Liste der organisirten Uhrmacher. Stadt und des Staates feien an zahlungsfähige Meister zu verGestern suchte er sich vor Gericht mit Trunkenheit zu entschuldigen Der neue Kontraft mit dem Verein der freigewählten Kaffen- geben und den Arbeitern vollste Koalitionsfreiheit zu gewährand wurde zu vier Monaten Gefängniß verurtheilt. ärzte" wurde einstimmig angenommen; desgleichen der Anschluß leisten. Kaneit erklärte fich jedoch auch gegen die Fassung Es wäre zu wünschen, daß unsere Gerichtsberichterstatter bei an einen Verband der Krankenkassen mit freier Arztwahl." Majestätebeleidigungs Prozessen Namen und Adressen der Denunzianten mit bekannt gäben. = " " Versammlungen. eutige Arbeitslosigkeit in unserem Gewerbe und wie ist derfelben durch wirthschaftlichen Kampf unter Verurtheilung der Abwehreiner Resolution und die Wahl einer Rommiffion. Rezerau tam auf die Arbeitslosigkeit und deren Ursachen, die Arbeiten Eine Versammlung von Arbeitslosen für das Maler- am Schloßbau, insbesondere am Bußtage, zu sprechen gewerbe tagte unter zahlreicher Betheiligung am 5. d. M. Bor- und geißelte die heutigen geißelte die beutigen Verhältnisse im Verhältnisse im allgemeinen. mittags in den Arminhallen. In derselben sprach Kollege Er war ganz entschieden gegen Petition oder Resolution Fleischer über das zur Tagesordnung stehende Thema: Die und stand gleich dem Referenten auf dem Boden der Selbsthilfe entgegenzutreten?" Schon im Sommer sei die Arbeitslosigkeit streits. Diese müßten seiner Meinung nach gänzlich unterbleiben, In der öffentlichen Versammlung Berliner Manrer eine große gewesen, die Erwerbsverhältnisse äußerst schlechte, da sie den Arbeitern nur aufgezwungen würden zu einer für sie ( Lokaler Richtung), welche am 2. b. Wits. bei Gründel tagte, welche fich naturgemäß im Winter noch bedeutend verschlimmerten. ungünstigen Zeit. Streits, d. h. Angriffsstreits, müßten nur hielt Genoffe Täterow einen sozialpolitischen Vortrag, in Sei die Winterarbeit schon eine Seltenheit, so seien unternommen werden und zwar in den den Arbeitern günstigen welches er die Intereſſengegenfäße zwiſchen Kapital und Arbeit die Winterlöhne geradezu erbärmliche. Zehn Mart u. 1. w. Beitperioden. veranschaulichte, die naturnothwendige Ablösung des gegen würden den Gehilfen von Malermeistern gezahlt, welche Eingelaufen waren zwei Refolutionen, deren eine für die wärtig herrschenden Kapitalismus durch den Kommunismus wiederum von schwindelhaften Bauunternehmern gedrückt städtischen Behörden bestimmt war, die in derselben aufgefordert folgerte und die Nothwendigkeit der politischen und und betrogen würden, um dem Bauunternehmer eine angenehme wurden, Gelder zur Ausführung städtischer Arbeiten zu be gewerkschaftlichen Arbeiterorganisationen nachwies. In der Existenz zu ermöglichen. Zur Verschlechterung ihrer Lage trügen willigen, deren zweite eine Protestresolution war gegen die gefolgenden Diskussion richtete Jänsch an die Kollegen aber die Malergehilfen auch das Ihrige bei, indem fie zum plante Berfümmerung des Koalitionsrechtes und die Behandlung schaft die die ernste ernste Mahnung, Mahnung, Streit und 3mietracht eigenen Schaden fich bei der Akkordarbeit aufrieben, dadurch die der Arbeiter durch den heutigen Klassenstaat. Ueber beide aus den eigenen Reihen zu verbannen und geeinigt zusammen zu Löhne drückten und die Arbeitslosigkeit beförderten. Gegen die Resolutionen entspann sich nochmals ein längerer Meinungsstehen in gewerkschaftlichen Organisationen zum Kampfe gegen im Gewerbe herrschenden beklagenswerthen Zustände, durch welche austausch, der mit der Ablehnung beider Resolutionen endete. den ausbeutenden Kapitalismus. Troß dieser Mahnung wurden die Malergehilfen naturgemäß moralisch verkommen müßten, sei, doch die in der Berliner Maurerbewegung leider herrschen- so meinte der Redner, mit aller Energie Front zu machen. Die In Weißensee sette man am Sonnabend Abend die Diss den Gegensätze wiederum in die Debatte hineingetragen. Kollegenschaft müsse zu der Einsicht gelangen, daß die ge- fussion über den Frankfurter Parteitag fort. Frau Der Referent nahm demgegenüber Veranlassung, darauf hinzu- werkschaftliche Organisation ein unbedingtes Erforderniß Ihrer refapitulirte kurz die dort angenommenen Beschlüsse weisen, daß eine gewerkschaftliche Organisation Raum für jedes ift, um die heutigen elenden Zustände im Gewerbe und hielt es für geboten, daß die einzelnen Reise sich fünftig politische Glaubensbekenntniß habe und daß es Pflicht jedes ehrlichen zu ändern, zu verbessern. Die Affordarbeit sei zwar vorerst über die schwebenden Fragen vorher verständigen; jedenfalls Arbeiters fei, in der gewerkschaftlichen Organisation vorwärts zu nicht zu beseitigen, könne und müsse aber geregelt werden durch würde es dann möglich sein, wichtige Anträge, wie den: Ver= fireben. Jänsch beklagte tief den Indifferentismus, der noch weite einen entsprechenden Lohntarif und dieser könne wiederum auch legung des Parteitages in die Festwoche, durchzubringen. Die Kreise des arbeitenden Volkes beherrsche, der auch bei dem nur durch eine feste geschloffene Gewerkschaftsorganisation be- Diskussion drehte sich vorwiegend um die" bayerische" Frage. gegenwärtigen Bierboykott anschaulich zu Tage trete. Ganz bewerkstelligt werden. Einer der tief einschneidensten Krebsschäden Rheinhardt und in ähnlicher Weise auch may bekämpften sonders machte er in dieser Beziehung auf die Bauten Behrenstr. 11 fei das Zwischenunternehmerthum, welches auszumerzen eines der die Anschauungen Vollmar's. Die höchfte Beit wäre es, daß und 28, Georgenkirchplatz( Kirche), Königstraße( Held u. Franke) wichtigsten Aufgaben der Kollegenschaft und auch nur durch auch die Frage Schumacher( Solingen) auf die eine und Kurfürstenbrüde aufmerksam. Der Vorwurf des Boykottbruchs Organisation zu ermöglichen sei. Pflicht eines jeden Kollegen sei oder die andere Weise gelöst würde. Gegenüber der Betreffe nicht nur die Maurer, sondern alle dort beschäftigten Bau- es nicht allein, der Organisation beizutreten, sondern auch that merkung Rheinhardt's, daß die Polemit im Vorwärts" arbeiter. Blaurock nahm seinerseits Veranlassung, darauf hinzu- fräftig in derselben und für diefelbe zu wirken. Petitionen und gute Früchte tragen würde, hielt die Genossin Ihrer den Raum weisen, daß die Warnung des Magistrats an die auswärtigen Refolutionen hätten gar keinen Zweck, da keine Aussicht auf Erfolg. des Blattes doch entschieden zu foftbar für solche langathmige Arbeiter, nach Berlin zu kommen, so lange ohne Nugen sei, so Die besigende Klasse habe die Klinke der Gesetzgebung in der Hand Auseinandersetzungen. Auch die Uebernahme des Zentralorgans lange den Unternehmern frei stehe, zu beschäfligen, wen sie und von dieser hätten die Arkeiter für sich nichts zu erwarten. Nicht in eigene Regie laffe sich ebenso gut ermöglichen, wie die beim wollen. Es müffe dahin gewirkt werden, daß Bestimmungen er folle man sich auf andere verlassen, sondern selber arbeiten zur Hamburger Echo" durchgeführt sei. Die Rednerin hält sich auf lassen werden, durch welche den ansässigen Arbeitern in erster Linie Werbesserung seiner Lage. Selbst sei der Mann!( Großer Bei- Grund ihrer Kenntniß des Bayernlandes für berechtigt zu das Recht auf Arbeit auf staatlichen und Kommunalbauten ge- fall.) Schweiger als erster Diskussionsredner stand bezüglich glauben, daß man Vollmar in vielen Punkten unrecht thue. Die währleistet werde. Desgleichen fnüpfte Redner an die Ver- der Zwecklosigkeit irgend welcher Petitionen an Behörden zwar Debatte fand ihren Schluß durch Annahme einer Resolution, die hältnisse auf dem Echloßbau einige fritische Betrachtungen. auf dem Standpunkt des Referenten, hielt aber die Abfaffung besagt, daß die Versammelten sich im Allgemeinen mit den AusHierauf vollzog die Versammlung die Wahlen der Vertrauens- einer Protestresolution und Unterbreitung derselben an die Be führungen der Referentin einverstanden erklären, jedoch der männer für die noch ausstehenden Bezirke. Dieselben sind nun hörden doch für geeignet, und erklärte sich für die Wahl einer Meinung sind, daß die Polemik Bebel- Wollmar zur Klärung der mehr wie folgt besetzt: Rommission zur Ausarbeitung der betreffenden Schriftstücke und Partei dient. Die Versammlung billigt vollkommen den EtandDiten: Echacht, Weberstr. 49; Südwest: Behrendt, Rixdorf, Ueberreichung derselben an zuständiger Stelle. Im übrigen hielt punkt Bebel's.- Zur Verstärkung der Lokalkommission wurden Karlsgartenstraße 17; Westen: Maier, Bärwaldstraße 59; er den wirthschaftlichen Kampf für das geeignetfte und wirt 10 Berfonen gewählt. Genoffe Rheinhardt stellte außerdem feft, Norden: Echulz, Eminemünderstraße 33; Moabit: Kater, samste Mittel zur Bekämpfung der heutigen Gesellschaft. Zu daß das über ihn ausgesprengte Gerücht, er habe boykottirtes Calvinstraße 30; Südosten: Schwabe, Forsterstraße 38; Nord- diesem Zwecke empfahl auch er Anschluß an die Zentral- Bier konsumirt, eine verleumderische, haltlose Beschuldigung ist. often Feuer, Lychnerstraße 9. Revisoren sind: Fiedler, Pagel, organisation der Maler und Beruisgenossen. Von der Künzel. städtischen Behörde sei ein Central- Theater Emil Thomas a. G. Anna Bäckers. Josefine Dora. Für den Inhalt der Inserate über Alte Jakobstraße Nr. 30. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, 6. Dezember. Opernhaus. Hänsel und Gretel. Carneval. Sonntag, den 2. Dezember 1894: O, diese Berliner! Große Posse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Julius Freund. Musik von Julius Einödshofer. Am 8. Dezember Jubiläums- Wohlthätigkeitsvorsteliung zum Besten des zum 100. Male: Schauspielhaus. Halali. Einge unterſtüßungsfonds des Vereins Berschlossen. Deutsches Theater. Die Weber. Berliner Theater. Der höchfte Trumpf. liner Presse O, diese Berliner! Trumpf., Leffing Theater. Zwei Wappen. Schiller Theater. Des Meeres und der Liebe Wellen. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Pariser Leben. Rehdenz- Theater. Der Unterpräfekt. Vorher: Villa Vielliebchen. rues Theater. Das neue Stück. Theater Unter den Linden. Der Iuftige Krieg. Tanz- Divertissement. Bellealliance Theater. Ueber'n Stand hinaus! Central- Theater. D'! diese Berliner. Adolph Ernn- Theater. Charley's National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Arbeitsnachweise= Bureau | Adolph Ernst- Theater Charley's Taute. Schwant in 3 Akten v. Brandon Thomas. Vorher: Die ewige Braut. Liederspiel mit Tanz in 1 Akt von W. Mannstädt und J. Kren. In Scene gesetzt von Ad. Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Circus Renz Carlstrasse. Donnerstag, 6. Dezember 1894: Abends 7/2 Uhr: " Unferm Sollegen Boy zu ſeinem Lieber Wilhelm, feine Aufregung 45. Wiegenfeste ein donnerndes Hoch! Die Gemüthsmenschen. Danksagung. Für die innige Theilnahme bei dem Begräbniß meiner lieben Frau Henriette Fichte Drts- Krankenkasse der Messerschmiede u. Sonnabend, d. 15. b. M., Abds. 81/2 Uhr, bei Wernau, Rosenthalerstr. 57: Außerordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: Neuwahl des Rendanten u. Kassirers beziehungsweise Kaution derselben. Festsetzung der Gehälter. geb. Noack, sage ich allen Verwandten und Betannten, dem Verein der Restaurateure, sowie den Gästen für die reiche Blumenspende meinen besten Dank. eingeladen. 1435b] Wilh. Fichte, Restaurateur. 14376 Arbeitgeber, die zuzahlen, find hiermit Der Vorstand. Schlosser und Maschinenbauer! 2. Concurrenz- Galavorstellung. Sonntag, den 9. Dezember, Vorm. 10 Uhr, bei Buske, Grenadierstrasse 33: Künstler 6 Wettstreit der hervorragendien und Künstlerinnen, jede Eu. a.: Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: trak. Rappen, vorgef. vom Dir. Fr. Referent Otto Näther. 2. Disfuffion. 3. Verschiedenes. équitation, geritten von 6 Damen und Renz. Grande Quadrille de la haute 1. Unsere Krankenkasse, wie sie ist und wie dieselbe sein müßte. Pflicht der Delegirten der Schlosser und Maschinenbauer- Krankenkasse 6 Herren.' Doppelvoltige von Herren ist es, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Der Tod als Nummer doppelt besetzt, Der Unter Der Tod als Pathe. Ausstattungs- Komödie in 5 Akten von Ernst Bluhme mit theilweiser Benußung einer Jdee von August Blanche. Gustav u. Fassio. Doppel- Jonglerin Dekorationen von Müller und Schäfer. von Miss Agnes und Mr. Alfred. Beleuchtungseffekte vom Ober- Beleuchter Concurrenzschule, geritten von Frau Collander. Maschinerien vom Theater Renz Stark und Fräul. Wally Renz. meister Weisse. Lichtbilder von Ludwig Der phänomen. Handequilibrist Richter. Tanz und Flugevolutionen Mr. Jules Keller. Die Klowns Gebr. vom Balletmeister G. Zinner arrangirt. Villand 2c. Die lebenden Land- und Wafferthiere aus dem Aquarien Institut von Otto Preusse, Alexanderstr. 28. Garderoben und Requifiten vom Ober- Garderobier Paul Hildebrandt. 18 Mufit von Adolph Wiedecke. Regie: Max Samst. Raffenöffnung 6 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Tante, Borber: Die ewige Braut. Alexanderplay Theater. Ein Modell. Vorher: Bimmermann's Lene. National Theater. Der Tod als Bathe. Reichshallentheater. SpezialitätenBorstellung. American- Theater. Spezialitätens Vorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Borstellung Zum Schluß: Tjo Ni En. Neue Musikeinlagen, fenfat. Tänze. Freitag: Tjo Ni En. Fr. Renz, Rommissionsrath. 175/14 Der Vertrauensmann: Rich. Wegner, Oranienstr. 28a, v. 3 Tr. Achtung! Maurer. Achtung! Sonntag, den 9. Dezember, Vormittags 10 Uhr, im Lokale der Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Große öffentliche Versammlung ages Ordnung 1. Die Warnung des Magistrats betreffs des Zuzugs von außerhalb und welche Stellung nehmen die Berliner Maurer hierzu 2. Diskussion. 3. Ge mertschaftliches. Der Vertrauensmann der Berliner Maurer: 188/18 Albert Schacht, Weberstr. 79. „ Sanssouci" Circus G. Schumann. Freie Volksbühne. Rottbusernraße 4a. Schiller- Theater. Donnerstag, den 6. Dezember: ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Donnerstag, den 6, Dezember, Abends 8 Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. Freitag, den 7. Dezember, Abends 8 Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen, Sonnabend, den 8. Dezember, Abends 8 Ubr: Bum 1. Male: Krieg im Frieden. Luftspiel in 5 Atten von G. v. Moser und F. v. Schönthan. Sonntag, den 9. Dezember, Nachm. 3 Uhr: Gin Fallinement. Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Leyte Donnerstags- Soiree Der Stettiner Sänger ( vor Weih nachten). Unf. 8 Uhr. Entree 50 Pfg. Vorverkauf 40 Pig. ( f. Plakate). Neues Programm! Castan's Tenoristen- Rache. Panoptikum. Englische Marionetten. Illusions- Caroussel. Ensemble von Fr. Linderer. Sonntag: ,, Sanssouci". Friedrich Karl- Ufer. Täglich Abends 72 Uhr: Texas Jack's American Prairie Life- Show. Illustrationen aus dem Amerikan. Plantagen- und Prairie leben. ( Näheres die Tageszettel.) u. Passage- Panopticum. 51" wilde Weiber aus Dahomey. Die Herenschaukel, neueſte Jauſion. Sonntag, den 9. Dezember, Nachm. 21, Uhr: III. Serie.( Lessing- Theater.) IV. Abtheilung( braune Karten): Die Stüken der Gesellschaft. IV. Serie.( National- Theater). I. Abtheilung( rothe Karten): Bum ersten Male: Schauspiel in 8 Aften von Hildegard Scholl. Westerberger und Croissant. Unter freundlicher Mitwirkung des Gesangvereins Senefelder Bund. HWährend der Vorstellungen am legten Sonntag ist im effingTheater eine breireihige Korallentette, im National Theater ein Portemonnaie( Inhalt 10 M.) verloren worden und ein schwarzer Filzhut vertauscht worden. Die Finder werden gebeten, die Gegenstände dem Unterzeichneten zu übersenden. Auf eine Anfrage erklärt der Unterzeichnete, daß die Bablstelle Schröder, erhielt und im Süden der Stadt eine Zahlstelle nothwendiger war, aus feinem andern Grunde. 8ur V. Serie fommt im Leffing- beater Grillparzer's Dichtung Der Traum ein Leben" zur Aufführung. Kreuzbergstr. 15, nur aufgehoben worden ist, weil sie zu wenig Mitglieder Zur I., IV., V., VI. Abtheilung können noch einige Mitglieder anfgenommen werden. Die Zahlstellen Franz Niemeyer, O., Weberftr. 19; Sans Baate, SO., Citypaffage, Dresdenerstraße; A. Ochs, C., Linden straße 57; Gottfried Schulz, SO., Admiralstraße 40a; S. Bogel, Uhren- u. Goldwaaren, ut ut billig, da ich Ladenmtethe erspare, N., Deminerstr. 62, haben noch starten ber vorgenannten Abtheilungen. febe uhr zu repariren u. reinigen, Feder Der Vorstand der Freien Volksbühne. unter Garantie 1,25 M. Hirschfeld, Uhrmacher, Rosenthalerstr. 57 v. 2 r. 294/6 J. A.: Julius Türk, O., Blumenstraße 21. gebraucht, MöbelMöbel, Bandlung Rofenthaler Musikinstrumenten- Arbeiter. Carl Meyer, Feuer-, Glas- Buchhandlung Vorwärts Straße 375 37 Als anerkannt reelle und billigste Einkaufs- Quelle des Süd- Ostens für Gold-, Silber-, Alfénidewaaren( Eg.Fabr.) goldene u. silberne Uhren empfiehlt sich H. Gottschalk, Goldarbeiter und Uhrmacher, 37 Admiral- Straße 37 MöbelKanfgelegenheit bietet sich Brautleuten 2c. im Möbel: Speicher, 8672* Rosenthaler Strasse 13, 1. Daselbst stehen täglich zum Verkauf: neue gediegene Möbel zu außergewöhn lich billigen Preisen, gebrauchte und verliehen gewesene Möbel zu wahr haften Spottpreisen. Theilzahlung gestattet. Oeffentliche Versammlung am Freitag, den 7. Dezember, Abends 8 Uhr präz., im Lotal Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a: Tages Ordnung: 1. Der Streik bri Görs& Kallmann, 2. Verschiedenes. In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht sämmt. licher Kollegen, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 198/12 Die Lohnkommission. Verein der Arbeiterinnen an Buch- u. Steindruckschnellpressen. Donnerstag, den 6. Dezember, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Schneider, Annenstrasse No. 16: Vereins- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über: Die technische Revolution und ihre Wirkung". 2. Diskussion. 3. Wahl einer zweiten Schriftführerin. 4. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. 1436b Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Berband Zahlstelle Berlin. Da in letzter Zeit mehrfach Berlegungen von Bahl a. d. Stadtbahn 23 II ficherung, fucht Agenten bei Gehalt, Provision, Spesen. 9212* Christbaumkonfekt, reizende Neuheiten, uur genießbare Waare, 1 Kiste fort. Inhalt, circa 430 Stück 2 M. 50 Pf. 1 Rifte fort. Inhalt, circa 270 große Stücke 3 M. Siegfried Brock, Berlin, Waßmannstr. 37. 46/14 Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4435L* am biengen Plage wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigñe Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Robtabate find am Lager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr. 2. Gelegenheitsfauf spinde, Kommoden 12, Gophas 15, hiermit zur Kenntniß der Mitglieder. Kleiderschränke 15, Küchen- stellen stattgefunden haben, so bringen wir dieselben für Brautleute: Im Möbelspeicher Bettstellen mit Matrazen 18 Mart, Nußbaum- Kleiderschränke, Vertikows 30, Norden: Stühle 3, Muschelspinden 40, Tru- Ruppinerftr. 44 bei Raabe. meaux 65, Paneelsophas 75, Plüsch- Tresckowstr. 24 bei Schmidt. garnituren 60 Mart. Herren- Schreib: Lothringerstr. 67 bei Dieke. tische, Schreibsekretäre, Buffets, Rous Veteranenstr. 21 bei Peterson. liffentifche, Spiegel, alles staunend billig. Müllerstr. 7a bei Gleinert. Gekauite Möbel tönnen auf meinem Bergstr. 60 bei Hilgenfeld. Lagerspeicher bis April toftenfre Thurmftr. 83 bei Holzbächer. Lagern und werden durch eigene Ge- Lübeckerstr. 22 bei Buge. spanne transportirt und aufgestellt. Ein grosser Posten Steppdecken echt Wollatlas( reineolle) Grösse 150x200, Stück 7,50 M. circa 1000 Stück schwere buntfarbige Normal- Schlafdecken Osten: Friedrichsbergerstr. 19 bei Winkelmann. Blumenstr. 38 bei Wiedemann. Frankfurter Allee 90 bei Babel. Koppenstr. 47 bei Lorenz. Langestr. 65 bei Tempel. Landsberger Allee 27a bei Lange. Friedrichsberg: Friedrich- Karlstr. 11 bei Heinicke. Süd- Ost: Cuvryftr. 25 bei Stümce. Ritterstr. 123 bei Stramm. Naunynftr. 86 bei Streit. Grünauerstr. 3 bei Golz. Görlizer und Sorauerstraße- Ecke Tolksdorf. Manteuffelser. 19 bei Denner. Reichenbergerstr. 16 bei Päzold. Dieffenbachstr. 31. bei Gaule. Westen: Gneisenaustr. 35 bei Rosse. Culmstr. 36 bei Raumann. Lindenstr. 2 bei Bohnsack. Simonftr. 23 bei Flick. Neue Königstr, 59, vorn I., sollen über 100 Wirthschaftseinrichtungen, furze Zeit verliehen gewesene u. neue Möbel Ganze spottbillig verkauft werden. Einrichtungen 100, 150, 200-1000 m. Theilzahlung gestattet. Beamten ohne Anzahlung. Kleiderspinden 15, Küchenbei spinden, Kommoden 12, Sophas 15 M., Bettstellen mit Sprungfeder- Matraßen 18, Nußbaum- Kleiderspinden 30, Stühle 3 Mart, hochfeine Muschelkeiderspinden 40, Plüschgarnituren 60 Mart, Herrenschreibtische, Damenschreibtische 30, Cylinderbureaus, Schreibsekretäre 15 Mart, Garderobenspinden, Paneel fophas 75, Buffets, Trumeaus 65 M., Betten, Couliffentische, alles spott billig. Auch einzelne Gegennände werden zu Engrospreisen verkauft. Empfehle allen Herrschaften, mein größtes Möbellager Berlins zu be fichtigen u. sich von den staunend billigen Preisen zu überzeugen. Gekaufte Möbel fönnen bis Januar tostenfrei stehen bleiben und werden durch eigene Gespanne transportirt und aufgestellt. Rummelsburg: Rant- u. Türrschmittitr.- Ecke b. Schröder. Aufnahme neuer Mitglieder, sowie Entgegennahme von Beiträgen findet je den Sonnabend Abend von 8-10 Uhr statt, außerdem täglich Vormittags von 8-12 und Nachmittags von 3-7 Uhr auf dem Arbeitsnachmit kleinen Maschinenflecken, in weis, Annenstr. 39 part. Siehe Gewerkschaitliches in beutiger Nummer. reizenden Jacquard- Mustern, Grösse Die Kollegen werden ersucht, dieses Verzeichniß aufzubewahren. Die Ortsverwaltung. 150 x 200 cm. ver Stück 4,50 M. Preis 9 M. Sonstiger Meine illuftrirte Preisliste über hochfeine Stepps und Schlafdecken gratis und franto. 143/9 Göbel& Reinecke Pelzwaaren- Fabrik, Gingefort 3. Babrifpreifen Einzelvert. z. Step Emil Lefèvre, Stallschreiber- Strasse No. 50/51, 1( Ecke Alexandrinenstraße) und Fabrik Berlin S., Oranienstraße 158. Specialgeschäft für Mehl, Mühlenfabrikate, Hülsenfrüchte und Vogelfutter Don H. Matthées, Grüner Weg 70( nahe d. Roppenstr.) empfiehlt Wiener oder Kaiser- Auszugmehi 5 Pfund 90 Pf. Weizenmehl bester Sorte 5 Pfund 65 Pf. Weizenmehl zweiter Sorte 5 Pfund 60 Pf. Türt. Pflaumenmuß sehr süß und woylschmeckend à Pfund 20 Bi. [ 1187T,* 1006 Damen!!! Seiden- Plüschjaquets mit kleinen unscheinbaren Webejehlern 12-30, Abendmäntel auf Seide wattirt u. Pelzbeiazz 8-15. Seiden- Matelassé Mäntel, Capes v. 12-30. Regenmäntel, um 3. räumen, 5-12. Neueste Winterjaquets 5-25 M. Landsbergerstr. 48 I Treppe. In RohTabaken and Utensilien für Cigarren- Fabrikanten !! billigster BR Einkauf!! W. Hermann Müller Berlin Alexanderstr. 22. E Streng reelle Bedienung. Creditgewährung nach Uebereinkunft!! Ein Jeder mache den Versuch. Wer einen wirklid echten alten Nordhäuser Kornbranntwein liebt, taufe nur Neue Jakobftr. 26 Otto J. Engelke's reine echte Branntweine. Kleinverkauf v. 10 Pf. ab. Verkauf v. Kalbfleisch, Liegnigerst. 41. Verkaufsstellen direkt in der Fabrik E Jerusalemer- Strasse 65( Laden, an der Kirche). Sämmtliche Waaren sind aus besten Winterfellen unter unserer eigenen fachmännischen Leitung hergestellt. Telephon Amt IV 9790. Carl Mampe Berlin N Zo haben Verdauung befordernd Lo allen Colonialwaacenbandlungen Halb und Halb. Mampe mit Pomeranzen Feinste Likörmischung Champagner Flasche Mark1,25 Carl Mampe Likörtabrik Berlin. N.28 Wegen Umbau einer Geschäftsräume gelangen die Restbestände meines ſeit 21 Jahren bestehenden Waarenlagers: Teppiche! Fertige Wäsche! Gardinen! Steppdecken! Portièren! Leinenwaaren! zu spottbilligen Ausverkauf. Preisen zum Am Stadtbahnhof Börse. J. Brünn 4. Hackescher Markt 4. Am Stadtbahnhof Börse. Schneidermeister, Oranienstr. 204. Fritz Bock, Herren- u. Knabengarderobe, fertig und nach Maaß. Garantie für tadellofen Sig. Große Auswahl in deutschen und englischen Stoffen. Bestellungen in kürzester Zeit.- Billigste, feste Preise. unnen u.aussen P. Kalbleder. mil Goldinonogra 4- M.K.00 11618* Album- und Lederwaaren- Fabrik O. Gundau, ** Presskohlen, des Berlin SW., Beuthstr. 2. Soeben ist eingetroffen: Fuchsmühl Eine Stizze aus dem Rechtsstaat. Preis 20 Pf.- Porto 5 Pf. Das Kapital Don Karl Marx. Dritter Band( Schluß des Werkes.) Zwei Theile. Preis 10 M., Porto 50 Pf. Gebunden in Halbleder( mit Futteral) M. 14,-. ( Gebundene Exempl. erst in einigen Tagen lieferbar.) Ferner vorräthig: Band 1 M. 9,-, geb. M. 11,-. Band 2 M. 8,-, geb. M. 10,-. In neuer Auflage foeben erschienen: Gustav Adolf Ein Fürstenspiegel zu Lehr und Nutz der deutschen Arbeiter. Bon Franz Mehring, Preis 30 Pf. Porto 5 Pf. Innerhalb 14 Tagen sind bereits 25000 Gremplareabgesezt worden wohl der beste Beweis für die Trefflichkeit dieser höchst zeitgemäßen Broschüre. Am Mittwoch gelangt zur Aus gabe: Zweite Auflage des Frankf. Kongress- Pro tokolls. KinderwagenBazar 4 Max Brinner, Jerusalemerst. 42 am Dönhofsplayu. Brunnenstr. 6. Großartiger Weihnachts- Ausverkauf in Puppenwagen v. 1,75 M. an. Sportwagen, Kinderwagen zurückges. Muster, außerord. ermäßigt Achtung! Zahnerfan, auch Theilzahl., wöchentl. 1 M., Guckel, Laufiger Pl. 2, Elsasserftraße 12. anerkannt beste Heizkraft, wenig Asche Homöopath. Arzt Dr. Höfch, LinienPreise pro November: I, Straße 149, 8-10, is 74L* 92 7, Sonntags 8-10 Uhr. Kannen, Satten, Maße, Siebe, Marke Centrum 1, 18 Ctm lang 6,50. Milchkübel, ame, Lafelangen, II, 16@tm. Senftenberger Ilse, 18 Ctm. lang Beste Senftenberger Marie, stärkeres Format, 16 Ctm. lang " 7" Lampen, Rühlapparate, Buttermaschinen Butterkneter, Drehrollen. Jordan, R. Markusstr. 28. gebrauchte, tauft 5,75 Möbel, Bartsch, Schüßenſtr. 2. pro Tausend frei Keller mit Fuhrlohn und Packen. Probefohlen gratis frei Haus. Genoffen empfehle ich meine Wasche u. Plättanstalt bei fostenloser Abholung Frischeisen& Co., der Wäsche und pünktlicher Lieferung. Muskauerstr. 4, nahe Görlizer Bahnhof 2. Geschäft: Bergfr. 35a. Unter den Linden 29. Rohtabak. Grösste Auswahl! Billigste Preise Reichhaltiges Lager in Formen, Bockfaçons. Heinrich Franck, 185 Brunnen- Straße 185. MöbelGelegenheitskanf Bestellung per Boñtarte wird vergütigt. [ 1310b] 3. Fest, Wafferthorstr. 24. Materialwaarengeschaft, fleines, 3. verkauf. Magdeburgerstr. 34, Restaur. Armin- Hallen Sommandantenstraße Nr. 20. Säle und Vereinszimmer von 20-600 Personen. Vereinszimmer, 100 Personen 14266 Alte Jakobstr. 88. Saal) faffenb, tft noch Feiertags frei Arbeitsmarkt. Musikinstrumenten- ArbeiterStreik! zu außergewöhnlich billigen Preisen. Für Brautleute ganze Einrichtungen Don 200-1000 M. Theilzahlung gestattet. Elegante Nußbaum- u. Mahagoni- Kleideripinden u. Vertikows 30 M., einfache 20 M.; Sophas, Bettſtellen mit Die Kollegen der Piano Fabrit von Matraße 20 M.; Waschtoiletten, KüchenGörs& Kallmann spinden, Kommoden 12 M.; Stühle 3 M.; haben infolge Maßregelungen und Sophatische 6 M.; Säulen- Trumeaux 65 M.; Plüschgarnitur 60 u. 100 m. Lohnforderungen die Arbeit niederPaneelfophas 80 M.; Buffets, Silber gelegt. Zuzug ist strengtens fernfchränke, Herren- Schreibtische, Schreib- uhalten. 198/13 Die Lohnkommission. fefretäre, Bylinder- Bureaux, Spiegel Sammellisten find täglich ( wenig gebrauchte) zu halben Preisen Abends 8 Uhr in Lokal von Rohr, und sollte es Niemand verfäumen, wer gut und reel taufen will, mein großes Naunynstraße 78, im Empfang zu Lager zu besichtigen. Gekaufte Möbel nehmen und werden die Kollegen ers werden bis Januar tostenfrei ausbesucht, hiervon Gebrauch zu machen. wahrt, transportirt und aufgestellt. Schützenstr. 2, Möbelfabrik. Knaben- Garderoben 30 Oranienstr. 30, Ede Adalbertstr. für das Alter v. 2-16 Jahr. empfiehlt in größter Auswahl zu billigsten Preisen. empfiehlt fein großes Loger aller Arten Flicken gratis. Redakteur für spätestens 1. April 1895 an füdbeutiches Barteiblatt( Mainlinie) ge fucht. Gute journalistische und peitungstechnische Schulung Haupt fache, auf literarische Produktion und mündliche Agitation wird weniger Ge wicht Anfangsgehalt, H. Ian die Exped. d. Borwärts".[ 11762" Tücht. Einpacker für Goldleisten verl. Rönigsbergeritr. 7. Aug. Kuhlbars. Broches, Ohrringe, Armbänder, Codiers, W. Gesell, 0.85 pt. päter steigend. Offert, unt. II. G. Fr. M. Ringe, Uhrketten, Kämme 2c, zu den billigsten Preisen. Cigarrentaschen in Schafleder mit Stickerei und Gold- Monogramm von 1,25 Mart an. 2 Min. v. Schlesischen Bahnhof. Große Vereinszimmer zu vergeben Kaiserstr. 11. 1484b berantwortlimer tebatteur: J. Dierl( Emil Roland) in serum. Irud und Verlag von Waz Bading in Berlin, SW, beutoitrage 2,