Nr. 522 ♦ ZS.�ahrycmg Ausgabe Ü Nr. 259 Bezugspreis: S5!ertfI15l)tL38,— M.. monatL R> frei in« Saus, voraus zahlbar, Pvfr- beAuz: Monatlich 12.— M, einschl. Zu- ftellungsgebiihr. Unter Kren, band tür Deulftliland, Drnz g, dag Saar- und Menielgebiet, sowie die ehemals deut- scten Gebiete Polens, Oesterreich. Ungarn und Luxemburg 22,— M,, für das übrige Ausland 2g,— M. Postbestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho- Slowatel, Düne- wart. Holland. Luxemburg. Schweden und die Schweiz, Der„Vorwärts* mit der Sonntagsbeilage„Volt und Zeit*, der Unter- haitnngsdeilage„Heimwelt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wocheniäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Telegramm-Adrefle: »Sozlaldemotrat Serdn* Abend Ansgabe berliner Volksblstt ( 20 pksnnig) Anzeigenpreis: Di» neungespaltene Nonvareillezeile kostet S,— M,»kleine Anzeigen- das fettgedruckte Wort 2,— M. lzu- lässig zwei seltgedruckte Worte), sedes weitere Wort 1,— M, Stellengesuche und Schlasstellenanzeigen das erste Wort U— M., jedes weitere Wort 60 Pfg. Worte Uber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Faniilien-An- zeigen für Abonnenten geile 3,50 M. Die Preise verstehen sich einschließlich Teuerungszuschlag. Anzeigen für die n ä ch st e Nummer müssen bis 5 Ahr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 58, Linden- straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von g Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags dlO Zentralorgan der rozialdemokratlfchen parte» Deutfchlands Redaktion und Expedition: CN> d8, Lindenstr. Z ei,-f Redaktion Vioritzpla«, 151»5— 97 »yrrnl�renier. tfWe(lttil,n Morihviav 11753—51 Freitag, den 4. November 19�1 Vonvarts-Verlag G.m.b.H., Ew SS, Lindenstr. Z ÄeernsAre-eke-r- Verlag. Expedition und Inseraten. tyrriM? ,er.«-"'—ll Morit-Plah 11753-51 Die Kreöithilfe öer Znöusttie. Der DorlSuflge Reichswlrtschasterat will heute seine jetzige Tagung zu Ende führen. Zunächst wird die gestern begonnene oll» gemeine Aussprache über Rcparakion oud Steuerpollklk fortgesetzt. Hansen(Handwerk) wünscht die untere Grenz« von IM 000 Mark für die Erfassung der Goldwerte auf mindestens 2M0M bis 300000 M. zu erhöhen und als Organisation dafür die Berufs» genossenschasten zu benutzen. Georg Bernhard(Presse) vermißt eine Erklärung der Regie» rung in der jetzt so oeränderten Situation, wo das Defizit seit der Einbringung der Steuervorlagen so sehr gewachsen und der da» malige Optimismus des Reichsfinanzministcrs hinfällig geworden ist. Mit dieser Steuermacherei sind die Finanzen nicht in Ord» nung zu bringen, das kann nur durch Steuergemeinschaften ge» schehen, die die Steuern zwangsmäßig auf ihre Mitglieder um» legen. Wer borgt einem Schuldner, der ein ungedecktes Defizit von IM Milliarden Mark und keinerlei Ordnung und Uebersicht in seiner Kasse hat? Auf der anderen Seit« wächst der Luxus ge» wisser Schichten unaufhörlich. Statt Ordnung der Finanzen sehen wir passioe Resistenz in weiten Kreisen. dem Reich vom Besitz zu steuern. Scharfe Besitzbesteuerung ist auch notwendig, um die Kaufkraft für Anlagewerte einzuschränken und auch so die Inflation zu bekämpfen. Ich habe die stärksten Zwei» fel. ob heut« noch in weiten Kreisen der Industrie die Absicht be» steht, den Plan der Kredithilfe durchzuführen.(Hört! Hört!) Der Redner verweist u. a. auf den Artikel Hugenbergs und andere Stimmen, die das Kredithilfeangebot lediglich als persönliche Sache einiger Industrie f ü h r e r hinstellen. Wird jetzt die Stellung der Industrie zur kredithilfe verändert, so wird das Volt darin ein geschicktes Manöver sehen. die Erfassung der Goldwerte scheitern zu lasten, was nicht ohne Folgen für das soziale Leben bleiben dürfte. Ein solches Verholten entspricht auch nicht gutem Kaufmannsbrauch mit einmal gemachten Angeboten.(Zmuf: Schiebersitte!) Auch die Kredit» Hilfe bedarf einer Zwangsorqanifation, die den patriotisch daran Teilnehmenden die notwendige Rückendeckung schafft. Unter» bleibt die Kretitoktion, dann muß der Staat alle Devisen er» fassen und die Erfassung der Sachwerte tritt in ein akutes und radikales Stadium. Es gib� nur zwei Wege zur Reparation: ent» weder den verhängnisvollen Verkauf unserer Produktionsmittel an das Ausland— oder freiwillige Opfer des Besitzes, um Deutschland die Produktioksniittel zu erhalten.(Beifall.) Feiler(Redakteur der„Frankfurter Zeitung') erläutert noch einmal die Erfassung der Sachwerte, um der Diskreditierung dieses Gedankeis entgegenzutreten. Der Plan der Kredithilfe ist im Reichsoerband der Industrie mit allen gegen die 5 Stimmen der Mänchcner Opposition gutgeheißen worden. Die Industrie Hot ihr Wort oerpfändet und trägt die Verantwortung: versagt sie, dann muß das Reich den Gedanken weiter verfolgen. Dollar 240! An der gestrigen New Dorker Börse schwankte der Kurs der Mark zwischen 0,47 und 0,49 Cents. Der Stand von 0,47 entspricht einer Parität von 212,8 M. für den Dollar. Nach» bärslich trat eine leichte Erholung ein. An der heutigen B e r» l i n e r Börse setzte sich jedoch die gestrige Devisenhausie in großem Maßstabe fort. In der Mittagsstund« wurden Dollar- noten mit 237—240 M. gehandelt. Bezeichnend für die jetzige Situation ist die Tatsache, daß Polen»Noten bei lebhaftem Geschäft einen Kurs von 9 erreicht haben. Neue Neparationsvorfckläge? Paris. Z. Rovember.ener Politik des Reichsverbandes der deutschen In- dustrie mit Macht herbeigelockt würden. die Regierungskrise in Preußen. Um die orofjte Koalition. Die Situation in Preußen blieb auch am heutigen Vor- mittag so unklar wie zuvor. Die bürgerlichen Parteien be- stehen aus ihrem Verlangen nach der großen Koalition. Ilm Zeit für weitere Verhandlungen zu schaffen, hat man die heutige Plenarsitzung, in der die Wahl des Minister- Sräsioenten stattfinden sollte, ausfallen lassen. Der ieltestenausschuß tritt um 2 Uhr zusammen, um über die An- setzung einer neuen Sitzung zu beschließen. Die sozialdemokratische Fraktion des Landtags hat ihre Sitzung von 1 Uhr auf 5 Uhr nachmittags verschoben. Von dieser Sitzung wird die Entscheidung erwartet. Tie Mindestforderungen der USP. Die Fraktion der USP. des preußischen Landtags hat zur Regierungskrise in Preußen Stellung genommen und folgende Minde st forder ungen aufgestellt: 1. Demokratisierung der inneren Verwaltung. Wirksamer Schutz der Republik durch Schaffung eines Gesetzes, wonach Beamte und Angestellte zu entlassen sind, die im öffentlichen Dienst m o n a r ch I- stische Auffassungen oertreten, auf Personen, die ihnen dienstlich unterstellt sind, im Sinne monarchistischer Auffassungen einwirken oder kraft ihres Amtes die ihnen zugänglichen Einrichtun- gen In den Dienst monarchistischer Bestrebungen stellen. 2. Schleunigste Vorlegung einer freiheitlichen Gemeinde« Verfassung. 3. Kommunalisierung des gesamten Polizeiwesen». Auf- lösung aller privaten Vereinigungen mit militärischem Charakter, strengstes Verbot, für derartige Organisationen Zu werbet, insbesondere Auflösung der Arbeitsgemeinschaften ehemaliger Freikorps- oder RegimentsangchLrjger.' 4. Ersetzung des menschcnzerstörsnden Strafvollzuges durch ein humanes, menschenerhaltendes System des Strafvollzuges. 5. Entschiedene Fortführung der Umwandlung unseres Schul- wesen» zur Einheitsschule. Inangriffnahme der Reform der Lehrerbildung im Sinne de? Z 143 der Verfassung zur Herbeiführung der Einheitlichkeit des Lehrcrberufs. Sicherung der religiös�i Freiheit für Lehrer und Schüler in allen Schulen. Maßnahmen gegen den Mißbrauch unseres Schulwesens einschließlich der Hochschulen zu monarchistischen oder antirepublikanischen Zwecken. S. Einstellung aller Zahlungen an religiös« Gemein» s ch a s t« n aus Staatsmitteln. .------ f-------------------- I II. Hdit— öiese wliöen l Im Zoo einer Großstadt ist ein afrikanisches Dorf zu sehen. 5)audwerter haben im tarifgemäß bezahlten Achtstundentag ein Rudel schilfgeflochtener Hütten errichtet. Dieses Schilfbudendorf Ist die Kulisse für die Schaustellungen der schwarzen Menschen. Kulisse ist das Ganze. Es scheint ungefähr so zu sein, als ob man einen Pommer, einen Westfalen, ejnen Bayer, einen Mecklenburger, einen Thüringer, einen Schlesier und einige Landsmänninnen dazu nach Afrika bringen, sie dort zusammen in ein Gehege sperren und vor schwarzen Zuschauern Skat spielen und Polka tanzen lassen und sagen würde: Seht, das ist ein deutsches Dorfl Die schwarzen Zuschauer, sofern sie eine blasie Ahnung hätten, würden sagen: Gebt uns unser Eintrittsgeld, unsere Kaurimuscheln wieder!» So ähnlich steht's mit diesem afrikanischen Zoo-Dorf. Die schwarze Truppe springt und tanzt den Leuten irgend etwas vor. Die Schilfhütten im Hintergrund, errichtet von der Firma 1 und P. eine Negertrommel und der Waya-la-waya-Gesang der schwarzen Tänzer machen afrikanische Stimmung. Und der naive Beschauer im zlvilistlsch zurechtgeschneiderrw Feldgrau-Anzug und im Paletot aus gefärbter Schlafdecke bsst iunt die schwarzen Kerle im bunten Kattun und denkt: Nein— diese Wilden...! Ein andermal, wenn das Schilfhüttendorf verwaist feine ganze dünne Dürftigkeit zeigt, wenn die schwarzen Mitwirkenden aus ihrem europäischen Privatleben zur Filmaufnahme im Zoo auf dem Schau- platz des werdenden Zelluloiddramas eintreffen, sieht er sie wieder. Sie kommen: in noblen Raglans, in elegantesten Anzügen, tadellos auf Taille geschneidert. Die Farbe der Binder ist sorgfältig zu den farbigen Strümpfen abgestimmt. Tadellos ist das Schuh- werk. Die schwarzen Hände stecken in taubengrauen, eigelben, in rostbraunen Handschuhen— Nappa, Glace, Wildleder. Und die weißen Augen im schwarzen Gesicht blitzen im Bewußtsein der Un- widerstcblichkeit der Toilette. Die Glieder, die vorhin malerisch bunter Kattun umhüllte, umkleidet jetzt— Maß für Maß— kost- barster Homespun. Und man sieht es den schwarzen Kavalieren an, daß sie sich auf Boston und Foxtrott, auf Jazz und Jimmy besser verstehen als auf afrikanische Tänze. Sie führen dem Europäer vor, wie der elegante Mann sich kleidet. Und der naive Beschauer im zivilistisch zurechtgeschneiderten Feldgrau-Anzug und im Paletot aus gefärbter Schlafdecke bestaunt erschüttert die schwarzen Kavaliere im eleganten Homespun und denkt wiederum: Nein— diese Wilden!... E. H. 7. Entschädigungslose Enteignung der Vermögen der Hohen- z o l l e r n zugunsten der Allgemeinheit. 8. Energische Maßnahmen gegen den Raubbau in der F o r st- Wirtschaft. Selbstbewirtschaftung der Domänen und deren Aus- gestaltung zu landwirtschaftlichen Mustergütern. 9. Wirksamer Ausbau der gesamten Wohlfahrtspflege, insbesondere Kampf gegen die Volkskrankheiten. Durchgreifende Hilfe für die Arbeitslosen, Kranken, Invaliden, Witwen und Waisen. Wirksame Förderung des Wohnungsbaues. Rücksichtslose Bekamp- sung des Wucher- und Schiebertums. 10. Sichcrstellung des Existenzminimums der Arbeiter. Angestellten und Beamten, unter Berücksichtigung der jeweiligen Teuerungsoerhältnlsse. Der§a!l Rüge. Einschreite« des Jnstizministers. Wegen der Haftentlassung des schlesischen Bandenführers Rüge, des früheren Heidelberger Privatdozcnten, der erst verhaftet, dann freigelassen wurde, um n a ch seinem Verschwinden von der Staats- anwaltschaft wegen oersuchten Mordes steckbrieflich verfolgt zu wer- den, hatte der Abg. Genosse K u t t n e r eine Anfrag« im Preußischen Landtag eingebracht. Auf diese hat jetzt der Justizminister Am Zehn- hoff folgendes geantwortet: Der frühere Privatdozent Dr. Rüge Ist am 13. September d. I. wegen Verdacht des Hochverrats, des unerlaubten Waffenbesitzes, der Teilnahme an einer geheimen verbin- dung und der llreundensälschung durch die Polizei des Amtsgerichts in Breslau gemäß Z 125 StrPO. vorgeführt worden, ohne daß bis dahin ein Haftbefehl oder Steckbrief gegen ihn vor- lag. Der Richter hat nach verantwortlicher Vernehmung des Be- schuldigten das ihm damald vorliegende Material zum Erlaß eines Haftbefehls nicht für ausreichend erachtet und den Be- schuldigten daher entlassen. Mt der Staatsonwaltschast oder dem Polizeipräsidium hat sich der Richter vor der Entlassung des Beschuldigten nicht in Verbindung gesetzt. Zur Ausklärung der Frage, inwieweit der Richter bei der Bearbeitung der Angelegenheit es an der erforderlichen Sorgkalt und Aufmerksamtelt hat fehlen lassen und dadurch die Pflichten seines Amtes verletzt hat, ist die Ein- leltung des Disziplinarverfahrens beantragt worden. Der hier erhobene Vorwurf, daß Rüge au» der Haft entlasten worden Ist, ohne daß sich der Richter mit den amtlichen Stellen ln Verbindung gesetzt hat, die schwer belastendes Material gegen Rüge hinter sich hatten, wird durch diese Darstellung des Justlzminister» voll bestätigt. Ob man einen Kommunisten auch so leicht» fertig au» der Haft entlasten hatte? * Eine w eitere Anfrage dos Abg. Knttnor betraf das Verhalten der Staatsanwaltschaft in Gl atz, di« in zwei Fällen schwerer Ausschreitungen von Selbstschutzbanden—- es handelte sich um die barbarische Verprügel ung mißliebiger Per- s o n e n— das Einschreiten im öffentlichen Interesse abgelehnt hatte. Hierauf hat der Iustizminlster mitgeteilt, daß die General- staatsanwalischaft in Breslau auf die Beschwerde der Anzeigenden die Staatsanwaltschaft in Glatz angewiesen hat, unter Annahme eines öffentlichen Znkeresse» an der Strafverfolgung die E r m l t t- lung wieder einzuleiten. Die Antwort de» Justizministers schließt mit den Worten: Der Staatsanwaltschaft in Glatz ist eröffnet worden, daß auch ich die Verneinung de« öffentlichen Jnterestes in diesen Fällen nicht zu billigen vermag. Die in diesen Beschwerden angeführten Fälle sind leider keine Ausnahmen, sondern in gewister Weise typisch für die schlesische Justiz. Daß selbst der aus dem Zentrum hervorgegangene Justiz- minister das Bschalten seiner Untergebenen nicht decken kann, beweist die hohe Notwendigkeit einer Iustizreform auch auf personellem Gebiete. Der bremische Staatshaushaltsplan. Bremen, 4. November.(Eigener Bericht.) Am Donnerstag- morgrn begannen in der Bremer Bürgerschaft die Verhandlungen über das Budget für das Rechnungsjahr 1321. Es schließt ab mit einem Defizit von 11g 227 179 M. Die hauptsächlichsten Ausgaben waren: Polizei(inkl. Gefängnis, Krankenanstalten, Feuerwehr, Vattistini als Rigolctto. Dieses Gastspiel des berühmten Italieners ist zunächst eine ökonomische Angelegenheit. Sollte die S t a a t s o p e r für den Abend 100 000 M. an den Gast zahlen, so bliebe ihr wohl immer noch bei gut verkauftem Hau» eine Viertelmillion. Damit läßt sich weiter arbeiten. Zu fragen bleibt ober, ob es einer republikanischen Staatsoper ansteht,«ine Vor» stellung nur für die Ausländer, für die Börsenspekulanten und einige hocherfreute Freibillettler zu veranstalten? Auch wird durch ein nachgerade übermäßig sich einwurzelndes Gast, und Starsystem die Einheit und Zusammengehörigkeit eine» Ensembles nicht ge» fördert. Das Publikum zeigte sich trotz der Carusopreise nicht sehr erhitzt, ja. zum Schluß war nur ein respektables Achtungsklatschen zu hören. Gerode die Partie des Hofnarren ist uns schauspielerisch schon von großen Theatermenschen ins Herz gehämmert worden: d'Andrade, Schwarz, Bohnen, Baklanoff(vom Schaljapin zu schwei- gen). Und ron all diesen ist die Rolle auch gut gesungen worden. Wir erwarten nun über das im Gedächtnis haftende Erlebnis hin- aus noch eine Steigerung. Der dritte Akt brachte sie: Rigoletto den Frohen spielend, in der Seele voller Angst, suchend, enttäuscht, fassungslos. Ein wundervoller Vater, ein im Gefühl aufgewühlter, Im Doppelleben gepeitschter Mensch. Das alles traf Vattistini in ebenmäßigen Linien ohne aufdringliche Geste, posenlos, herrlich durchlebt. Dann sank die Kurve ein wenig und der Zusammen- bruch schien müde, mehr eine Cntgeisterung, ein Nichtbegreifen. können als ein Aufbäumen und Nachlassen im Schmerz, Der San- ger Battistini gab sich dagegen nicht aus. Vom ersten bis letzten Ton zeigte er jene sprachliche und melodische Weichheit, jene selbst beim Hochziehen der Töne noch geschmeidig südländische Sinzart, wie sie uns als Schängesang, als bei canw der Auserwählten tn die Sinne schleicht. Herr Hütt wäre ein guter Herzog, wenn er sauberer intonierte und besser ausspräche: bei Battistini könnte er auch lernen. Ouetschräju Zu vermeiden. Das„clonna e mobile* wurde jubelnd beklatscht. Frau Catopol zeigt Sanftheit und Zierlichkeit im Beginn, wo man ihr allerdings noch die Schwierig- leiten der Arie anmerkt. Im dritten Akt wächst sie mit dem Gast zur Gestalterin größeren Stils. Sehr gut klang der nächtliche Chor der Edelleute und mehr als gut das Orchester in Blechs An- feucrung. K. S. Ein lustgekühlier Flugzeugmotor. Nach dreijährigen Arbeiten ist es einem englischen Erfinder gelungen, einen Flugzeugmotor zu konstruieren, der, statt wie bisher durch Wasser, durch die Luft ge- kühlt wird. Die Wichtigkeit der Erfindung geht schon daraus her- vor. daß der luftgekühlte Motor sich aus einer 25 Proz. geringeren Zahl von Teilen zusammensetzt als der waffergekühlte, ohne daß dadurch seine Leistungefähigkeit beeinträchtigt wird. Der neue Motor ist im Gegenteil stärker und nimmt dabei geringeren Platz ein als die bisher im Gebrauch befindlichen. Die Prüfungen haben ein glänzendes Ergebnis erbracht. Der Motor hat sich imstande gezeigt, bei einer Belastung mit acht Personen und einer Geschwin- digkeit von 160 Kilometern in der Stunde Flüge in einer Gesamt- länge von 160 000 Kilometern zurückzulegen. Dabei entwickelte er 450 Pferdestärken bei 840 Umdrehungen in der Minute und ist so leicht, daß er von vier Männern mühelos gehoben werden kann. Standesamt usw.) 59 Millionen, Finanzen 52 Millionen, Bauwesen 42 Millionen, Justiz 16 Millionen, Eisenbahnen 33 Millionen. soziale Fürsorge ohne Kriegsfürsorge und Erwerbslosenunterstützung 21 Millionen. Insgesamt wurden 357 Millionen verausgabt, denen eine Einnahme von nur 24114 Millionen gegenübersteht. Die Staats- schuld, die sich im verflossenen Rechnungszahre nicht vermehrt hat, beträgt rund 350 Millionen Mark. Zur Deckung des Defizits sahen die gesamten bürgerlichen Par- teien keinen Ausweg: es waren nur Schlagworte: Einschränkung der Ausgaben und Vermehrung der Einnahmen, die dort fielen. Spar- samkeit und immer wieder äußerste Sparsamkeit wurde gepredigt. Ein Redner der Voltspartei lieh sogar durchblicken, daß die Frage der Notwendigkeit der für die soziale Fürsorge veraus- gabten Mittel zu prüfen sei, ebenso ob es notwendig sei, daß„so große Mittel" für Verbesserung des Schulwesen» ausgegeben würden. Unsere Etatsredner. Genossen Deichmann und Rhein, ver- langten vor allem Erschließung neuer Einnahmequellen durch Grund- steuern nach gemeinem Wert und Ausbau der vorhandenen Ein- nahmequellen, namentlich der B e s i tz st e u e r n. Im übrigen stimmten sie dem Etat zu mit Rücksicht daraus, daß auf sozialem Gebiet, wenn auch nicht alle unsere Forderungen erfüllt, doch Er- fteuliches geleistet wurde. Wie üie Schieber arbeiten. In der Antwort auf«ine Anfrage im Reichstag wegen der häufigen Beschlagnahme von Gütern durch die Polen beim Trans- port über den Korridor heißt es u. a.: .Zum Teil hat es sich übrigens, wie aus bestimmten Anzeichen entnommen werden konnte, auch um beabsichtigte Ber- schiebung von Gütern nach Polen durch die Versender gehandelt." Hiermit wird bestätigt, was Eingeweihte schon lange wußten. daß zwischen Deutschland und Polen ein schwunghafter und ganz offen betriebener Schieberhandelsoerkehr besteht, dem beizukommen man noch kein radikal wirkendes Mittel gefunden hat. Die Sache ist höchst einfach. Güter, welche in Deutschland von den Polen zu hohen Preisen gekauft und— im Vergleich zur polnischen Mark— mit gutem deuffchen Geld bezahlt worden sind, werden von dem fingierten oder nicht fingierten Versender ay eine oftmals gar nicht existierende Firma in Ostpreußen, meist in Königsberg, ver- laden. Gleichzeitig erhält der polnische Käufer mit Telegramm die Nachricht von dem Abgang der Waren unter genauer Bezeichnung des Waggons. Sobald nun der Güterzug im Korridor ist. hängen die Polen die ihnen bezeichneten Waggons ab, und die Verschiebung der Waren nach Polen ist erledigt— ohne Ausfuhrbewilligung und ähnliche unangenehm« Sachen. In Königsberg fehlen natürlich die Waggon». Doch wird da- von erst dann Ausheben» gemacht, wenn der angebliche Empfänger oder der Absender der verschobenen Güter noch die Unverfrorenheit besitzt und Schadenersatzansprüche gegen die Eisenbahnverwaltung geltend macht, denen sich diese gar nicht entziehen kann. Gewöhn- lich aber wird der Waggon weder von dem Empfänger noch von dem Absender reklamiert, und die Eisenbahn ist froh, von den Polen ihre leeren Waggons wiederzuerhalten. Diesem immer mehr um sich greifenden Unwesen zu steuern, hat sich, wie gesagt, bi, jetzt noch kein durchschlagendes Mittel ge- funden. Jede Maßnahme, die zur Sicherung gegen solche Verschic- bungen ergriffen wird, erschwert den Verkehr mit Ostpreußen und gibt zu Klagen Anlaß. Da« einfachste wäre ja. den ganzen Güter- verkehr über See zu leiten. Gegen Schiebereien der gedachten Art würde dies ein absolut wirkendes Mittel sein. Dies ist aber aus vielen Gründen nicht durchführbar.' Doch wozu haben wir die Handelskammern und in Verlin einen sogenannten.ostpreuhischen Gesandten*? Wäre es nicht möglich, die Frachtbriefe der nach Ostpreußen gehenden Waren durch sie prüfen und beglaubigen zu lasten?— Um die hierdurch unoermeid- lich werdende Erschwerung des Güterverkehr» nach dem Osten aus das geringste Maß zurückzuführen, ließ« stch denken, daß diese Prü- fung usw. bei bekannten solventen Firmen so einfach gestaltet wird, daß Verzögerungen ausgeschlosten bleiben. Wenn hierdurch den Schiebern das Handwerk auch noch nicht vollständig gelegt werden kann, wird e» ihnen doch außerordentlich erschwert. Vor allem aber bleibt das Reich vor ungerechten Schadenersatzansprüchen be- wahrt, deren Ertrag sich jene Betrüger al» Extraprofit in die Tasche stecken. Deuffches Künstler-Theater:.Der heilige Ambrosius*, K o- m 5 b i e von 21. M. Willner und Arthur Rebner, Mustk von Leo Fall.„Schön, schön*, wären wir nur erst so weitl Wie schön, einmal diese» Operettengeklingel binter stch zu haben, wo di« Musik direkt zur Plage wird. Aber leider ist e» nur ein schwacher Der- such. Der erste Akt ist' vielversprechend, ernst« Kunst. Aber der zweite ist leichteste Poste, der dritte nicht viel bester. Wenn Adalbert und der talentvolle Fritz Schulz nicht wären, gäd« es einen faulen Abend. Leo Fall allerdings, der persönlich das nicht ganz� erst- klastige Orchester bewunderungswürdig meisterte, hat keine Schuld an dieser stilistischen Geschmacklosigkeit. Seine unaufdringliche Musik plaudert aufs Anregendste, um die Stimmungen oorzubc- reiten und Brücken zu schlagen. Wo die Bein« Trumpf sind, muß er natürlich sich anpassen. Er muß die Komödie finden, er ist der Berufene. Adalbert, der köstlich« Gymnosialprofestor, und Fritz Schulz, der in dem jungen Erich o. Lichtenau ein« feine Studie liefert, stechen von den anderen Darstellern beträchtlich ab, die Nied- liche Lilli Flohr und ein oder zwei Prosesiorentypen etwa aus- genommen. Belly Hermann weiß gut zu repräsentieren, ist aber etwas zu saftlos und Crni Jolan legt doch allzusehr den Nachdruck auf die irdischen Triebe— aber dem Publikum war's recht. H. M. Das guke Essen und die Weltgeschichte. Die Meldung, daß der Exkaiser Karl bei seinem mißglückten„Flug* nach Ungarn kostbare Zeit mit einem Festesten verloren habe, erinnert an eine ähnliche Verspätung, dild a"f alle Speisen und Getränke erhoben werden, außer den Preiserhöhungen, die sich aus der Steigerung der Lebens- und Genußmittelpreise ergeben, die stets mit einem Extra- aufschlag auf der Speisekarte zum Vorschein kommen Tzch diesen: Fischzuq der Unternehmer wollen sie z u e r st d i c L c h n- Unkosten für das Bedienungspersonal von sich ab- wälzen, und wenn ihnen das erst gelungen ist, wollen sie von den „Bedienungsgeldern" auch die Lohnunkosten für das Küchenpersonal bestreiten. Ueber die Einkommensverhöltnisse der Krllner werden in der bürgerlichen Presse die unglaublichsten Geschichten er- zählt und leider auch von denjenigen Arbeitern und Angestellten geglaubt, die noch immer die bürgerlichen Zeitungen, die Ableger der größeren Blätter lesen, weil sie„billiger" sind. Daß die Kellner in den Großbetrieben sich möglicherweise auch unter dem Prozentsystem gut stehen, sei zugegeben. Doch ist auch hier die Kleinigkeit zu beachten, daß die in den vornehmen Lokalen tätigen Kellner ganz beträchtliche Auswendungen für ihre Berufskleidung und W äs che z» machen haben. Für die große Mehrzahl der Kellner aber trifft nicht zu, daß sie sich bei dem Prozentsystem besser ständen, du sie doch nicht so einfältig sind, in einen Streik einzutreten, um ihre Position zu verschlechtern. Sie wissen auch ganz genau, daß, wenn erst einmal bos Prozentunwesen eingeführt ist, sie dann in kurzer Zeit weit schlechter und unsicherer da- stehen als vordem Das Prozentsystem soll die Kellner antreiben zur Aufdringlichkeit den Gästen zczcnüdec! Denn der aus Prozente angewiesene Kellner ist gleich dem Unternehmer daran interessiert, daß der einzelne Gast möglichst viel und möglichst teuere Speisen und Getränke verzehrt. Und da will man noch glauben machen, als wollten die Unternehmer nur im Interesse des Publikums die Lohnzahlung abschaffen? Für jeden Einsichtigen liegen die Dinge klar. Deshalb muß das Verlangen der gastwirtschaftlichcn Angestellten, ihnen Lahn zu zahlen wie allen anderen Arbeitern auch, von der Arbeiter- und Angestelltenschast wie von dem sozial empfindenden Teil des Bürgertunrs mit allen Kräften unterstützt werden. Geht es ohne Generalstreik, kommt es heute endlich zur Einigung, dann gut! Kommt es aber noch nicht dazu, beharren die Unter- nehmer bei der Lohnverweigerung, dann seht der Generalstreik ein. Zum Gcncralfireikdeschluß. Gegen den Beschluß der Berliner Gewerkschaftskommission. nicht etwa gegen das Verhalten der Gastwirte, wendet sich P. M. im „Berliner Tugeblait". Er schreibt:„Wenn beispielsweise die Holz- arbeiler oder die Müllkutscher streiken und in Gefahr sind, mit ihren Forderungen nickt durchzudringen, dann könnten die anderen Ar- beiterorganisationen stets unter der Parole, daß esne Einzelorgarn- sation aefährdet sei, den Generalstreik entfesseln, um der gefährdete» Organisation zu Hilfe zu kommen Und da es an Teilkämpfen im wirtschaftlichen Leben nie ganz fehlt, so müßte der General- st reit in Permanenz erklärt werden." Wenn ein derartiger Beschluß einstimmig von der Plenar- veriammlung der Berliner Gewerkschaft.» nach eingehender Be- ratung gefaßt wird, nachdem alle erdenklichen Mühen, zu ein-r Rer- ständigung zu kommen, vergeblich waren, dann sollte auch B. M. sich bemühen, die. Dinge etwas näher zu betrachten. Die Kellner fordern überhaupt nichts, nachdem sie dem Schiedsspruch zustimmten, der den bisherigen Zustand, Lohnzahlung und drei Prozent Umsatzpronision beibehalten will. Es geht nicht um S, 10 oder 20 M. Wochenlohn mehr oder weniger, sondern u m das Prinzip der Lohnzahlung unter vollständiger Be- seitigung des Trinkgeldunwcsens: uni eine Abwehr gegen die Ent- Ecwinn-Sluszug der 18. Prcnß.-Südd.(244. Breusi.) Kkasien-Lotttrie 5 tttafle 18. Ziehungsiaz. 8 Slod.'Mber iSSI. crivc I»vr oiummri nnv»»ei 2072 ,3608 31809 87117 87145 1686C9 174304 132738 244178 215107 298320 103 XU 3000 dl 11213 14328 24942 23315 26512 31142 43633 7 88» 82763 34748 9 6.8'11340 tl'8!l 118039 118187 117345 117347 124765 332224 342'44 342407>44663 154390 168191 178:31 177341 17005/ 186810 192601 2 1 8003 218024 2I«'08 2 8318 220308 2 830 227538 228 09 2 90 5 3423.2. 43C4 1 249514 261017£60865 260035 281413 282 82 263052 272381 £76685 277454 78755 269231 298108 850 XU 1CC0 ü 1480 1808 288 8708 9347 6408 7188 8427 8921 10727 1370! 143S0 14408 18308 176 I 1782S 18335 20381 2.902 20S83 30578 32934 35789 37476 38288 40-24 44!27 47374 48479 48588 60882 51671 62333 63490 5-982 69071 81291 81434 82084 2M3- 241- 55182 88278 57833 8788,«7832«8239 09890 71770 7'2'-4 8048 70911 81305 15884 88411 87189 86813 8129, 8281 I 8330 1 88598 85823 97703 89303 100 93 102058>02800 103088 10.0,3 10770»>07901 IvOO'O ,10024 112843 114502 114858 11848-1 119890 118501 120 88 12028, 120340 128701 129883 180244 180783 133162 188780 140272 1408)2 �0902 14273- ,46180 147382 149.62 167888 169057 ,62318 182740 164371 168997 167177 7,788 7j9S7 17626) 17-647 176989.79114 181372 181920 83 00 ,57858 187781 189236 1£8260 100832 192088 8:488 82637 82804 83102 104936 9538. 199411 200509£02181£07231 208473 20)6 1 08C91 21103) 214113 216009 2160,4 210308 22159. 22.000 221648 22 030 223,01 28883 228128 228312-„0236 £31084£33315 234584 2. 7076 239100 239502 240728„42011 242254 24'/S56 244818 2-8657 247096 247837 247648 249.40 261.12 2549)0£55-45 257.49 257793£68495 268700 280341 266450£7o21X-7S8V5 276312 276143 279748 280 132 28237- 280794 289244 289400 291864 In der Nachmittagszichuno wurden S-winne über 400 Mail 9, zogen: 4 XU 15000 M 89222 74388 2 ZU 0080 U 231287 24 ZU 6000 41 10894 17282 33010 42823 81203 62584 89928 146418 180933 199055 207803 210839 104 XU 3000 U ,4049 14307 16583 18428£2484 23314 30603 380.0 59376 46315 42856 432,7 48421 495 3 4300» 50963 64181.>6911 51323 82673 77-51 881-3 87-97 83114 84284 97338.85583 105930 12»ioO.45061 148218 14631« 154672 181427 170397 171887.77370 182.05.83812 169765 19 678 165633 200663.07458 2137„8 235071 2903)5 273843 284028 283325 293861 269488 348 a 1000 dl£0 1421 1431 9032 8118 9865 9982 12478 14815 18315 17675 18318 18774 24033 2)803 26613-6821 26671 27380 28220 28848 35484 4-086 44987 45736 47a77 48428 51084 51Ü44 62463 62882 86246 53362 68909 69386 ,0.4» 83824 6428» 646») 68026 7250 1 7362) 77617 77c6ü 78201 86783 82353»5701 87274 905»8 91418 9.418 07126 104180 10)474 104005.03545 10951» 111078 1 13287 il6130 111.062 llbOll 118443 118328 12169/ 12-4.7 126055 12712» 1-7319 127981 130071 130501 13214» 132832 134 3» 134463 185047 144380 146043 15-48».63701 16„44i 16647» 16o882 100822 161573 182980 185-3» 183.81 i67»66. 53590 158762 170194 17562° 177039 177105 177364 177789 178162 179837 180.9) 160827 183579 183703 184988 185084 160535 193272 1.6210 190400.97627 188168 1994,0 199525 203435 2055.6 208660 210138 213635 217104 21838» 221238 221686 229795 2o0290 230776 233110 233383 239816 239750 240)60 243858 245284 248995 248417 264308 264833 256863 268653 261079 261178 26)91« 283-78 2b7oi3 27123) 271763 273591 274,97 274244 277.94 276516 278313 281156 251846 283133.8318. 283422 2846)6 287459 2607.9 289865 201130 20.463£92278 293655 293789 294116 294833 93175 293)54 290576 Sie in dem vorstehendeu Gewinn-AnSzug nicht enihiUtenen ttlelitioeten totttluae nuo aus otu Linen»u ertcoeu. on- v-i den ftaaUichc* tioiierie-Sinuev«»» lue nueiuaelSlUöeit«tnkcht auMiesca* Ziehung der Löhne, gegen das Prozentemachen bei den OSsten. Soviel müßte auch P. M. die Berliner Gewerkschaften in ihrer Gesamtheit kennen, daß sie nicht aus Zeitoertrew und einer Bagatelle halber «inen solch schwerwiegenden Beschluß einstimmig fassen. * Wie die BS-Korrespondenz meldet, werden heute die Be» mühungen, eine Einigung herbeizuführen, von allen Seiten fortge- setzt, cheute vormittag um 11 Uhr begann eine Besprechung bei der Zentralarbeitsgemeinschaft, der um 1 Uhr eine Konferenz beim Oberbürgermeister folgen soll. Oberbürgermeister Dr. B ö ß, der bereits durch Dr Adler über die gestrigen Verhandlungen orien- tiert ist, will heute noch einmal die Parteien selbst hören. Um 4 Uhr wird dann im Neichsarbeitsministerium eine gemeinschaftliche Aussprache im engsten Kreise stattfinden. Verbindlich erklärte Tarifverlräge. Gemäß Verfügung des Reichsarbcitsministeriums vom 23. September 1921— Aktenzeichen: IV D 1995/32 BI. 2255/2836— ist der am 18. Juli 1921 abgeschlossene Tarifvertrag für die Angestellten im Textilg roßhandel mit Wirkung vom 1. Juni 1921 für die Stadtgemeinde Berlin für allgemein verbindlich erklärt worden.— Gemäß Verfügung des Reichsarbeitsministeriums vom 28. September 1921— Aktenzeichen: IV D 637/25 Bl. 2068 laufende Nr. 4— ist der am 2. August 1921 für die Angestellten des Samt- und Seidenwaren- großhandels abgeschlossene Nachtrag mit Wirkung vom 1. Juni 1921 für das Gebiet der Stadtgemeinde Berlin für allgemein oer- kindlich erklärt worden.— Tarifverträge sind im Bureau des Zen- tralverbandes der Angestellten, Belle-Alliance-Str. 7/10, erhälUich. Charlokkeuburg. In d«'- am 1. November abgehaltenen Dcle- giertcnrersammlung der Charlottenburger Gewerkschaft»- k o m m i I s i o n bcricht.-te K o l b über den gegenwärtigen Stand des Kampfes der Gaftwirt-igshilfen gegen ihre Unternehmer im Gast wirtsgewerbe. Alle Streikenden stehen fest zu- sammen gegen das brutale Borgehen der Prinzipal«, die sich zu keinerlei Verhandlungen bewegen lasten. In scharfen Worten wurde in der Diskussion das bisherige Verhalten der Arbeitgeber gegeißelt und der Wunsch ausgesprochen, daß die Gewerkschafts- kommistion Berlins und Umgegend zu den schärfsten ge- werkschaftlichen Kampsmitteln greifen müsse.— lieber den Entwurf eines Gesetzes für Arbeitslosenversicherung referierte der Genosse F l c m m i n g. Die Diskussion hierüber wird bis zur nächsten Sitzung vertagt. Paul Sommer berichtete noch über die Hilfsaktion der Quäker und ersuchte die Gewerkschafts- Vertreter Listen von Bedürftigen an seine Adresse Friedrich-Karl- Platz 9 sowie auch an den Obmann Otto Flemming, Pestalozzi- straße 13. baldigst senden zu wollen. Derantw. für den redalt. Teil: Dr. Werner Pcifer, Charlottenburg! für An- zeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag Borwärts-Berlag S. m. b. H., Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckcrii u.Berlagsanstast Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Zlus rjnsepei? gzo. n XLhteüung: zun 1. 3ioch ansepes Haases Tmnkfuvtei'- Allee 7%, Kinder-Mäntel Mädchen- Mäntei Kittel u. Kleidchen Mädchen-Kleider Barokani> WoUa» 46—30 an lug 89, 89-60, 49 bU 279 IL Barnhent» Voll«» Bau) 30—100 an lug 93, 09, 79 bU 079 IL X. co etilen Sie unsere ständige Spezlnl-Ausslellung. . IM OSTEN.—- Frankfurter AUe�/? Nähe Ringbahnhof IM WESTEN!„. acHöN£BER5;Hauptstras3eJ|54 Nähe Potodarnerstrasse Am 2. Navember itarb unfer früherer langjähriger Mitarbei» ler, der Seger-Invalide Ntihkim Arndt im KS Lebensjahre. Wir werden seiner in Ehren gedenke». Die fiolleaen* Int„OonDäcts". Einäscherung: Sonnabend, 5. Nov, nachm 4Va Uhr, im Aremalo- rium Baumschulenweg MSdel kaufen Sie nirgends so billig und gul wie bei Tksugedsusr t Eharlottevbura haclottcnbura WUmeiedorf. r Etc. 128 Ecke Scklllerftiaße. Kein Laden. 1067 AlteHiite Ilmpressen u. iV.oderuisier. ». 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