Nr. 525 ♦ ZS. Jahrgang flusgade A Nr. 2H5 Bezugspreis: ZZierteljährUZL.- M„ monatl. 12,— M. trei ins Saus, voraus, ahlbar. Polt» beziig: Monatlich 12.— M. einschl. Zu- stellungsgeblihr. Unter Kreuzband iür Deutsäiland, Danz'g. das Saar- und Memelgebiet, sowie die ehemals dcut» scken Gebtete Polen». Oesterreich. Ungarn und Luxemburg 22,— M.. iür das übrige Ausland 2g,— M. Post- bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tschccho. Slowatei, Däne- marl, Holland. Luxemburg. Schweden »nd die Schweiz. Der»Vorwärts" mit der Sonntags- beilage»Volk und Zeit", der Unter- bammgsbeil-ge»Hcimwelt" und der Beilage»Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Telegramm-Adresse: «Sozialdemolrat vcclia" Sonntags-Ausgabe berliner Polhölilatt (50 Pfennig) Nnz�genpreiS: Die neungespaltene Nonpareillezelle lostet S,— M.„Steine Anzeigen- das fettgedruckte Wort 2.— M. l zulässig zwei fettgedruckte Worte), sedes weitere Wort 1,— M. Stellengesuche und Schlafstellenanzetgen das erste Wort U— M., jede» weitere Wort 60 VfB. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien-An- zeigen für Abonnenten Zeile 8,50 M. Die Preise verstehen sich einschließlich Teuerungszuschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis s Uhr nachmittag« im Hauptgeschäft. Berlin EW SS, Linden- straße 8, abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der fozialdemokrat»rcben Partei Deutfchlands Reüaktion und Expedition: SA) b8, Lindenstr. Z �eftttUnerhef Rrdaktivn Moribpla» 1511)5—97 l\trniyrta|ci:. cs,rtct)itiolI Morissviat, 1175.1-51 ESOZMSXBOS* Sonntag, den 6. November 19*�1 vorwärts-verlag G.m.b.H., SW b8, Lindenstr. Z �crniprcdicr: Älved ttl o n und In ser» ten- Abteilung Moriuplal« 11755—54 vreußeakabine« Gtto Sraun. D..- Vreuhische Landtag wählte am Sonnabend abend i...t 197 von 338 abgegebenen Stimmen Genossen Otto Ä r a u n zum Minislerpräsidenlen. 47 Zettel waren unbeschrieben, 63 entsielen auf den Abg. Winkler(Dnat.), 26 auf den Abg. Leid(U. Soz.), der Rest war zersplittert. Ein Teil der Volkspartei stimmte für Braun, der andere gab weiße Zettel ab. Der neue Blinisterpröjident wird sein Kabinett am Donnerstag dem Landtag vorstellen. » Die preußische Krise hat eine überraschende Lo- s u n g gefunden. Genosse Otto B r a u n ist mit den Stimmen der alten Koalition zuzüglich derer eines Teils der Volks- Partei zum Ministerpräsidenten gewählt worden, während der andere Teil weiße Zettel abgab. Damit ist die in der Deut- schen Volkspartei vorhandene Spaltung offenbar ge- worden! Während ein Teil dieser Partei mit der Republik Frieden machen will, verharrt der andere in Opposition. Die Mitglie- der der Volkspartei, die in das Kabinett aufgenommen werden, haben nicht die ganze Partei hinter sich, sondern nur ihren linken Flügel. Ob dieser linke Flügel schlechter ist als die De» mokraten um Dominims und das Zentrum um Herold, muß der weitere Verlauf der Dinge zeigen. Da die Sozialdemokratie Otto Braun als Minister- Präsidenten, S e v e r i n g als Innenminister, S i e r i n g als Handelsminister stellt und diese drei Parteigenossen eine starke, geschlossene Fraktion hinter sich haben, ist ihre Position sicher- lich nicht schwach. Auf der anderen Seite hat die Deutsche Volkspartei durch ihre nunmehr offen zutage getretene Un- einigkeit ihre eigene Stellung im Kabinett von vornherein sehr geschwächt. Unter diesen Umständen zu sagen, daß sich die sozialdema- kratische Landtagsfraktion gegenüber den bürgerlichen Parteien in eine untergeordnete Stellung begeben habe, wäre eine leere Agitationsphrase, die sich von selber richtet. Wir wollen nicht in den FehlerderGegner verfallen und uns durch inneren Hader selber schwächen. Von den drei Genossen, die zur Regierung berufen sind, kehren zwei in ihre früheren Stellungen zurück, keinem von ihnen ist jemals der Vorwurf gemacht worden, daß sie sich in der Vertretung sozialdemokra- tischer Forderungen schlapp und schwächlich erwiesen hätten. Sie werden auch diesmal leisten, was möglich ist, wenn sich die Arbeiterschaft geschlossen hinter sie stellt! 4- Die gestrigen Abendblätter beschäftigen sich sehr lebhaft mit dem Beschluß der sozialdemokratischen Landtagsfraktion. der den Verhandlungen über die große Koalition die Bahn öffnete, und mit den vorläufig vereinbarten Grundsätzen eines Regierungsprogramms, wie sie der„Vorwärts" gestern früh wiedergab. Die„Freiheit" scheint sich nun doch dazu ent- schlössen zu haben, den Fraktionsbeschluß zu einer agitatori- schen Angelegenheit der USP. zu machen, wobei sie immer wieder mit der Einigkeit operiert, die durch diesen Be- schluß gestört sein soll. Die Einigkeit braucht aber gar nicht gestört zu werden, wenn- die Gegner des Beschlusses ihre Auf- fassung, daß es sich hier um einen taktischen Fehlgriff handle, in loyaler Weise oertreten. Wenn aber die„Freiheit" mit Phrasen arbeitet wie der, die sozialdemokratische Landtags- fraktion habe„der Arbeiterklasse den Fehdehandschuh hinge- warfen", so ist das ungefähr ebenso richtig und ebenso schön ge- sagt wie in der„Roten Fahne", wo es heißt, die Sozialdemo- kraten hätten„kalten Blutes den Kapitalshyänen die Herr- schaft ausgeliefert". Die„Freiheit" wird aber bald merken, daß die fchablonen- hafte Methode, jede unbeliebte taktische Maßnahme mit Verratgeschrei zu begleiten, bei den Arbeitern nicht mehr zieht. Unter den Mitgliedern der Sozialdemokratischen Partei herrscht nur die eine Ueberzeugung. daß wegen taktischer Meinungsver- fchiedenheiten die Einigkeit der Arbeiterklasse nicht zerstört werden darf. Will die USP. die für das Ganze, aber auch besonders für sie sehr schmerzlichen Erfahrungen, die sie mit ihren Methoden der Arbeitcrzersplitterung gemacht hat, wiederholen? Es ist interessant, daß sich jenseits der Barrikade ähnsiche Anzeichen ernster Meinungsverschiedenheiten bemerkbar machen. Die Rechtspresse ist über die Zugeständnisse, die das vorläufige Regierungsprogramm den sozialdemokratischen Forderungen macht, äußerst ungehalten, ganz besonders dar- über, daß von den Beamten aktiver Schutz der re- publikanifchen Verfassung verlangt werden soll. Der„Berliner Lokalanzeiger" bemerkt dazu, dieses Zugcständ- nis werde in weiten Kreisen der Volkspartei auf Bedenken stoßen, denn: I Sich„aktiv für die Autorität des gegenwärtigen Freistaates" einsetzen zu sollen, ist für grundsätzliche Monarchisten, wie es die Anhänger der Deutschen Volkspartei doch sind(l), ein An- sinnen, das von vielen wie ein Gewissenszwang bewertet werden dürfte. Die„Deutsche Tageszeitung" veröffentlicht zur selben Sache einen Alarmartikel, in dem sie die komische Auffassung ver- tritt, es sei ein„Verfassungsbruch", wenn die Republik von i ihren Beamten den Schutz der republikanischen Staatsform ! verlange. Sie meint: Daß eine Partei wie die Deutsche Volkspartei derartige Programmpunkte angenommen oder auch nur ernsthaft diskutiert haben könnte, ist natürlich ausgeschlossen. Worauf zu antworten ist: Für die Sozialdemokratische Partei ist ein Zusammenarbeiten mit einer Partei, die solche Selbstverständlichkeiten nicht akzeptiert, ausgeschlossen. Das > weiß man auch in der Deutschen Volkspartei ganz genau, und, soweit wir unterrichtet sind, versteht man es auch dort. Schon bei den Verhandlungen, die am 24. Oktober beim Reichspräfi- denten um die Lösung der Regierungskrise geführt wurden, gehörte gerade dieser Punkt zu jenen, welche die allergeringsten Schwierigkeiten bereiteten. Der weröegang ües Kabinetts Sraun. Sonnabend mittag um ,y22 Uhr s ch i e n in den interfrak- tionellen Verhandlungen Einigung über die Kabinettsbildung erzielt zu sein, und zwar auf der Grundlage, die wir in unserer Sonnabend-Abend-Ausgabe gemeldet hatten. Ein Kabinett unter dem Präsidium des Demokraten O e f e r, in dem die Sozialdemokratie das Innenministerium und zwei Wirtschafts- Ministerien besetzen sollte, galt als bevorstehend. Auf 3 Uhr naihmittags war die ostizielle Wahl des Ministerpräsidenten angesetzt, bis dahin sollten die Unterk?ändler die Zustimmung ihrer Fraktionen einholen. Bei dem Wiederzusammentritt der Fraktionsvertreter teilten die Unterhändler der Deutschen Volksprtei aber mit, daß in ihrer Fraktion schwere B e- denken gegen die geschilderte Kombination beständen, na- mentlich gegen die Besetzung zweier wirtschaftlicher Ministerien durch Sozialdemokraten. Auch das Zentrum mel- dete gewisse Bedenken an. Einen Augenblick tauchte nochmals der Vorschlag eines Kabinetts Stegerwald auf, um aber nach energischer Ablehnung durch die Sozialdemokraten und s Demokraten bald wieder in der Versenkung zu verschwinden. � Es ergaben sich schließlich zwei Möglichkeiten, die von der Sozialdemokratie für annehmbar erklärt wurden: Erstens das Kabinett O e s e r mit einem sozialdemokratischen Innen- j minister und zwei sozialdemokratischen Wirtschaftsministern, � oder aber ein Kabinett B r a u n, in dem die Sozialdemokratie für das ihr zufallende Ministerpräsidium auf eins der wirt- fchaftlichen Ministerien verzichtete. In dieser Situation er- klärte sich das Zentrum für ein Kabinett Braun, ebenso die Demokraten, denen*das Landwirtschaftsministerium zu- gesagt wurde. Die Deutsche Volkspartei konnte sich n o ch i m- m e r nicht entschließen, erst unmittelbar vor der auf 8 Uhr angesetzten zweiten Plenarsitzung teilte sie dem Landtags- Präsidenten ihre Zustimmung mit. Damit war die Einigung erzielt, es konnte zur Präsidentenwahl geschritten werden. Bei dieser wurden insgesamt 338 Stimmen abgegeben. Das Haus war also beschlußfähig. Die absolute Mehrheit der Stimmen betrug 170. 47 Stimmzettel waren unbeschrieben. Von den übrigen entfielen 197 auf Genossen Braun, der damit zum Mini st erpräsidenten gewählt war. 63 Stimmen fielen auf den deutschnationalen Abgeordneten W i n t l e r, 23 auf den Unabhängigen Leid. Der Rest der Stimmen war zersplittert, 3 Stimmen waren auf Oeser ent- fallen, 1 Stimmzettel lautete auf Stinnes, einer auf Pinkerneil, einer auf Roske, einer auf Jacoby-Raffauf usw. Dies Resultat bedarf noch einer gewissen Klärung. Es ist anzunehmen, daß die Deutschnationalen geschlossen für Winkler, die Unabhängigen geschlossen für Leid ge- stimmt haben. Auf Konto der Kommunisten dürften e i n Teil der weißen Zettel und einige„Ulkstimmen" entfal- len. Die Kommunisten zählen aber nur 31 Sitze im Hause, einige von ihnen sind obendrein durch Haft zurzeit an der Ausübung ihres Mandats verhindert. Sie waren auch nicht sehr stark vertreten, so daß allerhöchstens 20 von den weißen Zetteln auf ihr Konto kommen. Die 27 übrigen weißen Zettel müssen von einer anderen Seite abgegeben worden sein. In der Tat hätte Genosse Braun, wenn die vier Koali- tionsparteien geschlossen für ihn gestimmt hätten, m ehr als 197 Stimmen erhalten müssen. Es bleibt also nur die Er- klärung, daß etwa 30 weiße Stimmzettel von Mitglie- dern der Koalitionsparteien abgegeben worden sind. Ob man diese in der Deutschen Volkspartei, auf dem rechten Flügel des Zentrums oder bei bei- Weiert öen November! Parteigenosien und-genosimnen! Drei äahre sind es jetzt, daß das wilhelminische Kaiserreich unser der Last seiner Verbrechen und Sünden zusammenbrach. Im Augenblick der durch die wahnsinnige Kriegspoliiik heraufbeschworenen Katastrophe war es allein die Arbeiterklasie, die kühn das Steuer der Regierung ergriff, um Volk und Reich vor dem völligen Zusammenbruch zo bewahrem Alle Partelen und Klassen, die die Katastrophe verschuldet hatten, traten erschreckt in den Hintergrund. Ihre Führer verkrochen sich feige in sichere Verslecke oder flüchteten nach dem Auslande. Ihre maßgebenden Organe holten das kaiserliche Wappen herab, stellten sich aus den Voden der„gegebenen Tatsachen" und nahmen die demokratische Republik als eine gottgewollte Fügung hin. Auf den Trümmern, die das bankerotte Kaisertum Hinterlassen, hißte die Arbeiterklasse das rote Vanner der Revoiutiom In kühnem Anstürme wurden die Mauern des Obrigkeitsstaates sortgesegt. Aus dem Voden der eroberten Demokratie sollte das Werk des Aufbaues des sozialistischen Staates In Angriff genommen werden. Aeußere und innere Schwierigkeiten hielten sehr bald den siegreichen Laus der Revolution aus. Die schweren Bedingungen des Wassenstillstandes. die fortdauernde Blockade, die wirtschaslliche Zerrüttung hemmten jede wirtschaftliche, tiefgreifende Umgestaltung. Der Mangel sozialistischer Schulung und kühner Initiative, die innere Zerrissenheit und der Bruderkampf in den Reihen des Proletariats taten ein übriges, um die führende Rolle der sozialistischen Parteien zu vernichtem den Militarismus in veränderter Form wieder in den Sattel zu heben und die Macht zum größten Teil wieder den kapitalistischen Parteien in die Hände zu spielem heute, nach drei Jahren ununterbrochener Kämpfe, steht das deutsche Proletarial der geschlossenen Front des Kapitals gegenüber Rationalismus und Monarchismus beherrschen den Geist breiler Schichten der städtischen und ländlichen Bevölkerung. Das In wenigen Händen konzentrierte Industrie- und Bankkopitat herrscht schrankenlos über das ausgebeutet e, in Elend versinkende Proletariat, sabotiert die Aufgaben des zusammenbrechenden Staatshaushasts und treibt Reich und Volk dem finanziellen und wirtschaftlichen Bankerott ent- gegen. Die Republik Ist für die monarchistische Reaktion nur eine vorübergehende Erscheinung, die bei der ersten sich bietenden Gelegenheit fortgefegt werden soll. Vorläufig nützt sie ihre vorherrschende Stellung in Regierung, Verwaltung, Justiz, Kirche und Schule, um unter der hülle der Republik die Geschäfte der davongejagten Monarchen zu besorgen. Dies ist die Situation am dritten Jahrestag der Revolutton: Im Kampfe gegen die mächtig sich ausbreitende politische und wirtschaftliche Reaktion Ist das Proletariat einzig und allein aus seine eigene Kraft angewiesen. Rle hätte die Reaktion eine solche Stärke erreicht, wenn das Proletariat einig und geschlossen seinen Widersachern gegenüber- getreten wäre. Rie hätte das politische und wirtschaftliche Elend einen solchen Grad erreicht, wenn neben der proletarischen Geschlossenheit ein größeres Maß sozialistischer Erkenntnis des Klassenkampfes für die Politik der Arbeiterklasse maßgebend gewesen wäre. Diese Mängel zu beseitigen, muß die hauplausgabe der deutschen Arbeiterbewegung sein. Das Proletariat muß aus seinen Fehlern lernen. Getreu dem Andenken der gefallenen Kämpfer muß der g. Rovember ein Tag des Gelöbnisses dafür fein, daß die deutsche Republik nicht eine Geldsackrepnblik bleibt, sondern sich zur stelen sozialistischen Republik aller Schassenden entwickelt. Zm Streben um dieses Ziel trennt uns kein Streit. Einig und geschlossen muh das gesamte Arbeitsvolk am S. Rovember dafür demonstrieren. Rückwärts nimmer, vorwärts immer! Es lebe die sozialistische Republik! Es lebe der sozialistische Befreiungskampf des Vrvlclariats! Auf, zur machtvollen würdigen Demonstration des S.Rvvember! Bezirksverband Berlin der SPD. A. häußler. Bezirksverband Verlln-Brandenburg der USPD. h. Müller. Gewerkschastskommission BerNns und Umgegend. Sabalh. Die Verhanölungen km Gafthausftreik. Im Reichsarbeitsministerium trat am gestrigen Rachmit- tag das von den Parteien vereinbarte Schiedsgericht zusammen, dem die Schlichtung des Konfliktes im Berliner Eastwirtsgewerbe obliegen soll. Als Unparteiische waren er- schienen: Regierungsrat Dr. Weigert, der gleichzeitig den Vorsitz führt, Genosse Adolf Cohen und der Vorsitzende des Gewerbegerichtes Dr. Prerauer, als Arbeitgeberbeisitzer die Herren Schüler, Obiglo und Feidt, als Arbeitnehmerbeisitzer die Vertreter der Angestelltenorganisationen Fritz Schmidt (Zentralverband der Angestellten), Vollmerhaus(Ge- werkschaftskommission) und R i e m a n n. Nachdem R i ch- t e r vom Zentralverband der Gastwirtsangestellten den Standpunkt der Arbeitnehmer und Syndikus H a m p e von der Arbeitsgemeinschaft der Arbeitgeberverbände im Gast- wirtsgewerbe den Standpunkt der Gastwirte dargelegt hatte, zog sich das Schiedsgericht in der sechsten Nachmittagsstunde zur Beratung zurück, die bei Schluß der Redaktion noch an- dauert. Sezirksaussthuß für?lrbeiterWoh!fahrt! Bezirkskonferenz am ZNonlog, den 7. November, nachmittags 6y2 Uhr. in den Vubisälen, Neue Königsir. 26. Tagesordnung:"„Die erste Arbeiterwohlfahrkslagung in Görlitz." Referenkin: Marie lluchacz, M. d. R. Wenn bis Montag nachmittag der Gasiwirlsgehilfenstreik noch nicht beendet ist, findet die Konferenz in der Schulaula Sleinstr. Z2/Z4 stakt. Der preußische Lanöesgesunöheitsrat. Der Preußische Landesgesundheitsrat ist Sonn- abend vormittag im großen Saale des Preußischen Ministeriums für Volkswohlfahrt eröffnet worden. In Vertretung des preußischen Ministers für Volkswohlfahrt begrüßte Staatssekretär Scheidt die fast vollzählig erschienenen Mitglieder. Staatssekretär Scheidt führte in einer Ansprache aus, daß der Landesgesundheitsrat insofern keine neue Organisation sei, als er entstanden ist aus der Zusammenfasiung dreier bisher schon tätigen Organe der früheren Medizinalverwaltung, die jetzt eine Abteilung des Ministeriums für Volkswohlfahrt ist. Der Landesgesundheitsrat soll zu allen irgendwie wichtigen Gesetzentwürfen, die in der Medizinalabteilung des Wohlfahrtsministeriums ausgearbeitet und vorbereitet werden, rechtzeitig Stellung nehmen. Er soll ferner sich gutachtlich zu bedeutungsvollen Einzelfragen äußern und auch in der Lage sein, in Gemäßheit seiner Geschäftsordnung seinerseits Anregungen zu geben. Der Schwerpunkt der Arbeit wird in den Fachausschüssen liegen. Nach der Begrüßung verpflichtete der Staatssekretär durch Handschlag an Eidesstatt das Präsidium und die Mitglieder des Landesgesundhsitsratss auf die gewissenhafte Erfüllung der Pflichten. Darauf nahm der Präsident des Landesgesundheitsrates Ministerial- direktor Profesior Dr. G o t t st e i n das Wort zu einigen Geschäfts- führungsfragen. kr betonte ebenfalls, daß der Schwerpunkt der Arbeit in den Ausschüssen liegen werde, von denen zehn in Aussicht genommen und zwei bereits ihre Arbeit aufgenommen hätten, und zwar der Ausschuß für gerichtliche und soziale Medizin, Ausschuß für die gerichtsärztlichen Obergutachten und für die Prüfung der Kreisarztanwärter. Der Präsident erklärte, daß er sich vorbehalte, zu den Spezialstogen über die beschränkte Anzahl der Mitglieder im Landesgesundheitsrat hinauszugehen und eine größere Anzahl von Sachverständigen heranzuziehen. Darauf erfolgte der Schluß der Sitzung._ Lloyd George fährt nach Washington. Aus Washington wird berichtet: Der englische Botschafter in den Vereinigten Staaten teilte dem Staatssekretär Hughes mit, Lloyd George hoffe, daß die inneren englischen Angelegenheiten es ihm möglich machen, würden, London in etwa 14 Tagen zu oerlassen, um die Washingtoner Konserenz zu besuchen. Die Waffe««keöer! Der in Deutschland weilende Liuäkerausschuß hat an deck Präsidenten der Vereinigten Staaten Harding die folgende Kundgebung gerichtet: Das Komitee der amerikanischen und englischen Freunde (O u ä k e r), die in Deutschland arbeiten, möchte dem Herrn Präsi- denten und den Mitgliedern der Entwaffnungstonferenz seine Auf- fassung über die große Wichtigkeit dieser Versammlung und seinen Wunsch, die Entwaffnungsbewegung durch alle in seiner Macht liegenden Mittel zu unterstützen, bekunden. Die Arbeit während der zwei letzten Jahre in Deutschland hat in den Freunden die Ueberzeugung nur gestärkt, daß jetzt nicht nur seelische Motive» sondern auch die wirtschaftliche Not- wendi'keit das Niederlegen aller Waffen bedingt. Der augenblickliche Zeitpunkt ist ein besonders günstiger zur Unter- nehmung eines solchen Schrittes; geschieht das jetzt nicht, so besteht die Möglichkeit, daß die Geschichte der westlichen ZivilisaUon ein grausames Ende findet. Die Lage einer Nation ohne Armee, die von sich militärisch ständig vergrößernden Mächten umgeben ist, ist unhaltbar und kann nicht von langer Dauer sein. Daher be- steht die dringende Notwendigkeit für ein sofortiges Vorgehen in der angemessenen Richtung. Wir sind uns der Schwierigkeiten be> wüßt, die einer allgemeinen Entwaffnung im Wege stehen, doch haben wir die Ueberzeugung, daß unser 2S0jähriges Bestehen als eine Gesellschaft, die es stüher und auch noch jetzt für möglich hält. ein Leben auf Grund des christlichen Grundsatzes der u n b e w a s s- neten Liebe und des guten Willens zu führen, uns Er- fahrungen gegeben hat, die zu dieser verhängnisvollen Zeit Ausdruck finden sollten. Wir hoffen, daß lähmende Furche edlem Vertrauen zueinander Platz machen und dadurch das Reich wottes auf Erden näher bringen wird. Die große Berliner Abrüstungskundgebung. Wie den PPN. mitgeteilt wird, veranstaltet anläßlich des Zu« sammentritts der Abrüstungskonferenz der Staatsmänner in Washington(12. Nov.) und der des Internationalen Gewerkschasts- bundes in Amsterdam(IS. Nov.) der Aktionsausschuß„Nie wieder Krieg" auf der Basis der großen Friedensdemonstrationen vom 31. Juli am Sonntag, den 13. November, vormittags 10� Uhr, im Berliner Zirkus Busch eine große Kundgebung unter dem Titel „Weltabrüstung". Diese Aktion steht im engsten Zusammen- hang mit der Abrüstunzspropaganda, die die Friedenssteunde aller Länder in dieser Woche einleiten. In Deutschland finden Kundgebungen größeren Stils noch in Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und München statt. In der Ber- liner Versammlung werden namhafte Vertreter der Berliner Gewerkschaftskommission, der beiden sozialistischen Parteien und der deutschen Friedens- und Völkerbundsorganisationen referieren. GewLrkjZ)asten unö GetreiSebewirtschastung In dem Gesetz über die Regelung des Verkehrs mit Getreide ist vorgesehen die Mitwirkung eines Aufsichtsrates, in dem auch den Gewerkschaften fünf Sitze eingeräumt worden sind. Bei der Verabschiedung wurden durch Beschluß dem Deutschen Gewerkschaftsbund, der eine verhältnismäßig kleine Mitgliederzahl hat, zwei Sitze eingeräumt, während dem AllgemeinenDeut- schen Gewerkschaftsbund mit seiner großen Mitgliederzahl nur«in Sitz gegeben wurde. Aus diesem Grunde haben sowohl der Allgemeine Deutsche Ge- werkschaftsbund als auch die Afa die Mitwirkung abgelehnt und oerlangt, daß nicht dem Deutschen Gewerkschaftsbund, sondern dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund der zweite Sitz einge- räumt wird. Die sozialdemokratische Fraktion hat sich veranlaßt gesehen, einen Antrag im Reichstage einzubringen, wonach dieser Zustand des Unrechts beseitigt wird. Oesterreichs Vertretung in Polen. Die österreichische bevoll- mächtigte Vertretung ist in eine Gesandtschaft umgewandelt worden. Als Gesandter in Warschau ist Nikolaus Post bestellt. den zu suchen hat, wird sich nicht einwandfrei feststellen lassen, da die Wahl geheim war. Vermutet wurde allgemein, daß etwa die Hälfte der Deutschen Valkspartei weiße Stimmzettel abgegeben hat. Das neue Ministerium wird sich am Donnerstag dem Landtag vorstellen. Ueber die Besetzung der Minister- Posten waren bereits vor der Wahl des Ministerpräsidenten zwischen den Parteien Vereinbarungen getroffen wor- den, so daß folgende Ministerliste als feststehend betrachtet werden kann: Präsidium: Otto Braun(Soz.). Inneres: Severing(Soz.), Handel: Siering(Soz.), Landwirtschaft: Wendorff(Dem), Justiz: Am Zehnhoff(Ztr.). Volkswohlfahrt: Zentrum. Finanzen: v. Richter(D. V.), Unterricht: Bölih(D. V.). Für das Wohlfahrtsministerium kommt zunächst Stegerwald in Frage. Sollte er ablehnen, so wird die Zentrumspartei ein anderes Mitglied nominieren. Für das Handelsministerium hatte die sozialdemorratischs Fraktion zu- nächst Genossen Lüdemann in Vorschlag gebracht. Da aber gegen ihn vom Zentrum und den Demokralen Widerspruch erhoben wurde und Genosse Lüdemann selbst leine Kandid.i- tur aus anderen Gründen zurückzog, so wurde er durch Genossen S i e r i n g, den bisherigen Fraktionsvoriitzenden, ersetzt. Der Deutschen Volkspartet ist mitgeteilt worden, daß in der Fraktion der Sozialdemokraten gegen Herrn L ö l i tz als Unterrichtsminister starke Bedenken bestehen. Der Wahlakt im Landtag. 62. Sitzung des Preußischen Landtags, 3 Uhr nachm. Präsident L e i n e r t erteilt das Won zur Geschäftsordnung dem Abg. Herold(Z.)(Dem Abg. H e l l m a n n(D. Vp.), der sich gerade in der Nähe der Rednertribüne bewegt, wird von der äußersten Linken unter großer Heiterkeit zugerufen: Der verant- wortliche Redakteur!) An Stelle des nicht anwesenden Herold beantragt Abg. Dr. Perich(Z.) die Vertagung der Sitzung auf 8 Uhr abends. Abg. Dr. Weyer- Ostpreußen(Komm.): Wir widersprechen der Vertagung. Um die BUdung der Koalition Stinnes-Scheide- mann zu erleichtern, sind wir dafür, daß die Wahl sofort vollzogen wird.(Heiterkeit und Zustimmung bei den Kommunisten.) Der Vertagungsantrag wird gegen Kommunisten und Unab- höngige angenommen. Nächste Sitzung abends 8 Uhr. Schluß%4 Uhr. 63. Sitzung, abends 8 Uhr. Präsident Leinert eröffnet die Sitzung und teilt mit, daß der Wahl die Form der Landtagspräsidentenwahl zu- gründe gelegt ist. Die Wahl wird also durch Stimmzettel erfolgen; die Abstimmung geschieht unter Namensaufruf. Nach drclvlertelftündigem Wahlakt teilt Präsident Leinert fol- gendes Ergebnis mit: Abgegeben wurden 333 Stimmzettel. Unbeschrieben waren 47, ungültig keiner. Abgegeben wurden für Braun(Soz.) 197 Stimmen, für Winkler(Dn.) 63 Stimmen, Leid(U. Soz.) 26. Oeser(Dem.) 3, Zakobi-Rassaus(Z.) 1. Pinker- neil(D. Vp.) 1, Noske 1, Stlnnes 1. Stegerwald 1. Abgeordneter Braun(Soz.) ist somit zum Ministerpräsidenten �e- wählt. Präsident Leinerl erklärt: Ich werbe den Gewählten von dem Ausfall der Wohl in Kenntnis setzen. Darauf vertagt sich das Haus auf D o» n e r s t a g, den 16. No. v e m b« r, 3 Uhr: Entgegennahme einer Erklärung des Minister. Präsidenten und Besprechung der Erklärung. Schluß'AlO Uhr. Belgisches Strafgesetz in Eupen-Walmedy. vom 22. d. JTL an wird das belgische Strafgesetz in den Kreisen Eupen und Malmedy eingeführt. Die Internationale Arbeitskonferenz bestellte eine Kommission zur Reorganisation der Zusammensetzung des V e r- waltungvrats des Internationalen Arbeitsamts. Serliner Sezejflon. Bon John Schikowski. Die Berliner Sezession hat am Kurfürsten dämm 232 eine Ausstellung eröffnet, die bis zum Januar dauern soll. Also keine Gelegenheiissache, sondern eine Veranstaltung, von der man anneh- men muß, daß die leitenden Männer ihr bestes Können hineingelegt haben, und die eine Auslese des Erlesensten bietet, was die Berliner Sezessionisten neuerdings geschaffen haben. Von dieser Warte und mit diesen Erwartungen betrachtet, ent- täuscht die Ausstellung, sowohl was ihren Inhalt als was hire Auf- machung anbetrifft. Die Berliner Sezession war früher ein Kampfplatz, heute ist sie eine Ruhestätte. Sie produziert und zeigt nicht Kunst von heut« und morgen, sondern von gestern und vorgestern, und wo sie„modern" sein will, begnügt sie sich mit zaghasten Kom- promissen oder sie bietet blamabel Mißverstandenes. Es ist im Prinzip nichts dagegen zu sagen, wenn heute Schaffende sich der künstlerischen Ausdrucksformen bedienen, die vor Jahrzehnten oder Jahrhunderten lebendig waren. In der Entwick- lungsgefchichte der Gegenwart zählen sie freilich nicht mit, denn sie tragen nichts dazu bei, die künstlerische Kultur vorwärts zu wuchten, aber an ihren Werken kann man, wenn sie ehrlich empfunden sind, Freude haben. So an den geschmackvollen kleinen Biedermeiereien von Erich Simon(12S und 126) und an dem altmeisterlich minu- ziösen Großmutterporträt Klaus Richters(117). Wenn aber z. B. der Münchener Martin Lauterburg einen großen„Oelberg" im Stil der Florentiner Frührenaissance malt, so merkt man an der Kühle und Flauheit der Arbeit, daß er sich nicht in jene alte Zeit verliebt hat, sondern wohlberechnend eine modische Maskerade mit- macht.(96.) Die eigentlichen Stützen der heutigen Berliner Sezession, die Heckendorf(S1. 52), Kraustopf(93, 94), Kohlhoff(67 bis 69), die mit starker Begabung und sicherem Geschmack auf der goldbringenden Mittelstraße zwischen Alt und Neu zu wandeln pflegen, haben sich diesmal nicht in Unkosten gestürzt. Namentlich Krauskopf, der stärkste von den Dreien, schickt«in paar Landschaften, die gegen früher Geleistetes einen bedauerlichen Rückschritt bedeuten. Erich Waske gibt in seiner.Seebrücke"(153) eine Vereinigung von monumentaler Linie und kitschiger Limonadenfarbe. Am schlimmsten aber entgleist Willi Ja ecket. Er teilt das Schicksal seiner„Bäume, die zum Lichte streben"(62), indem er sich ver- geben? müht, seine solide, sehr irdische und erdenschwere Kunst„ex- presstonistlsch" zu beflügeln und zu durchgeistigen. Sie wurzelt ebenso fest und unlösbar im Boden wie jene Bäume und wird, wenn sie nach oben strebt, lediglich dünner. Ueber E o r i n t h, den Vorsitzenden und Senior der Berliner Sezession, möchte man gern rücksichtsvoll schweigen. Er hat in der zeitgenössischen Kunst eine wichtige Rolle gespielt, indem er das technische Können des Im- pressionismus zur höchsten erreichbaren Stufe der Virtuosität ent- wickelte. Sein Name wird nicht vergesien werden. Wenn alternde große Künstler, die aus der Tiefe schöpfen, in manueller Geschicklich- keit nachlassen, f» pflegen ihre Werke dafür an seelischem Gehalt reicher zu werden. Man denke an Rembrandt. Wenn aber der Virtuose mit vorrückenden Iahren die Elastizität seines Handgelenks einbüßt, dann bleibt nichts übrig. Jeder Pinselstrich gleitet aus und das Ergebnis(20, 21, 24) sind Leinwandflächen voll Fratzen und Verzerrungen. Weder ein Tiefschürfender noch ein Virtuose ist L e o v. K ö n i g, den man zur Feier seines 56. Geburtstages durch eine Sonderaus- stellung geehrt hat. Gute, solide Technik, kluge, oft geistreich poin- tierende Auffassung und— vor allem— feinster, sicherster.kulti- oiertester Geschmack sind die Vorzüge seiner Kunst. Das„Frühstück" (20) von 1907 erinnert an sein Hauptwerk, das„Nochtkaffee" im Kronprinzcnpalais. Wertvoller erscheint mir ein festumrissenes, in sparsamer diskreter Farbengebung sehr ausdrucksvolles Frauenpor- trät(75) von 1915. Von einer Kunst, die mit allen Fasern lebendig im Boden der Gegenwart wurzelt und die Keime der Zukunft in sich trägt, ist hier fast nichts zu spüren. Hans Braß(8 und 9) wäre zu nennen, der ekstatische Farbenzauberer, dessen Werke durchaus auf Fernwirtung gestellt sind und den die Hängekommifsion daher mit sicherem In- stinkt in einer engen Koje plaziert hat. Daneben der Münchener Josef Eberz mit einer sehr starken„Landschaft bei Assisi(23). Die anderen bieten Kunst aus zweiter Hand. Mens«(102) und Teutsch(146) streben den neuesten Italienern nach, Fritsch (39 und 40) und D e i e r l i n g(26) verniedlichen den Kubismus, und Z e l l e r(159 und 160) benutzt ihn, um seinen ganz impressionistisch empfundenen Geqenständlichkeiten eine pikante Note zu geben. Unter den Plastiken fällt eine kleine Bronze(170) von Io- Hannes Schiffner durch graziöse, fließende und doch ausdrucks- volle Konturen, beseelten Formenrhythmus und delikate Oberflächen- behandlung angenehm auf. Josef Wackerle(175—82) bemüht sich, als Holzschnitzer zu einem neuen Stil zu gelangen. Was dabei zustande kommt, ist nicht viel mehr als materialgerechtes Kunst- gewerbe, es sind spielerische Nippes mit effektvollen Einzelheiten, aber ohne jeden großen Zug. Die Holzplastik unserer Tage geht andere Wege. Die„Freie Sezession", in der noch etwas vom Elan der alten Kunstrevolutionäre lebendig war, ist leider obdachlos geworden. Die „Berliner Sezession" kann uns, wie diese Ausstellung wieder beweist, keineswegs ersetzen, was mit jener verloren ging. Was ist ein„Eidetiker"? Die Antwort darauf gibt der bekannte Tübinger Psychologe Prof. Karl Groos in einem Aufsatz der„Um- schau", in dem er sich mit dem neuen Begriff der E i d e t i k be» schäftigt, der besonders von dem Psychologen G. E. Müller erforscht worden ist. Man weiß, daß die mneren Bilder, die in unserer Erinnerung oder Phantasie auftauchen, in ihrer sinnlichen Anschaulichkeit sehr verschieden sind. Manche Personen haben, wenn sie sich z. B. ihr Zimmer vorstellen sollen, bloß«in sehr undeutliches Bild, während andere alles so genau sehen, daß sie die einzelnen Gegenstände auf dem inneren Bilde zählen können. Eidetiker sind nun diejenigen Menschen, dieeininnerlichgeschautesBildanderbe- stimmten Stelle des Hintergrundes sehen, auf die ihr Blick gerade gerichtet ist. Als Merkmal dieser Form der inneren Anschauung wird folgendes aufgeführt: Wenn der Eidetiker einen Gegenstand aus einen festen Hintergrund projiziert, so kann er ganz genau angeben, wie weit der Versuchsleiter einen Zirkel öffnen muß. um die Größe des für ihn unsichtbaren Bildes zu mesien. Es hat sich nun gezeigt, daß diese eidetische Fähigkeit sich bei Kindern viel häufiger findet als bei Erwachsenen; sie ließ sich b�j Jugendlichen im Alter von 13— 14 Iahren für 37 Proz. unmittelb»� nachweis-m, war aber auch bei den anderen Kindern bis zu einem gewissen Grade vorhanden. Danach dürste also die eidetische Ber- anlagung für das Kind durchaus no r m a l sein, und man darf an- nehmen, daß die ganze Menschheit auf früheren Kulturstufen eidetilch war, d. h. innere Bilder mit vollkommener Anschaulichkeit sah. So werden z. B. die Z u h ö r e r H o m e r s ein poetisches Gleichnis viel lebhafter vor dem inneren Auge gesehen haben, als mancher moderne Philologe glauben mag. So erklärt es sich auch, daß heute noch unter den mit lebhafter Phantasie begabten Künstlern viel mehr Eidetiker anzutressen sind als etwa unter den Gelehrten. Die Gabe der Eidetik hat Kroh bei verschiedenen deutschen Dichtern nachgewiesen, und besonders deutlich bei Goethe. Dieser hat selbst geschildert, wie er mit gesenktem Kopf und geschlosienen Augen in der Mitte des Gesichtsfeldes ein« Blum« schauen tonnte, aus der sich ander« blumen» artige Gebilde in hervorquellender Schöpfung" immer neu ent- falteten. Auch sonst läßt sich m seiner Dichtung die Fähigkeit der inneren Schau von Bildern in hohem Grade nachweifen. Zetkunqsdienst vor 150 Jahren. In diesen Tagen konnte das größte konservative Blatt Englands, die ,'Morning-Post", deren erste Nummer am 2. November 1771 erschien, auf ein hundertfünfzig- jähriges Bestehen zuruckblick-n. Die Zeitung verdankt« ihren raschen Austtieg in erster Reihe chrem ausgezeichneten Nachrichtendienst, der die Leser ständig über die französische Revolution und dce „Schreckens zeit" auf dem lauwnden erhielt Die Nachrichten wurden der Redaktion von besonderen Kuriereu übermittelt. Immerhin mußten die englischen Leser des 18. Jahr- Hunderts ein« Geduld zeigen, von der wir uns heute ichwer«ine Dar« stellung machen können. Eine kleine Nachricht aus Paris brauchte im Durchschnitt drei Wochen, ein? von Petersburg gor zwei Monat«, ehe sie veröffentlicht wurde. Dabei war man überdies noch von den Witterungsverhältnisien abhänoig. denn der Auslandsdienst richtete sich ganz nach den atmosphärischen Verhält- nissen und insbesondere nach dem Wind, von dem die Zeit abhing. in der die Segelschiffe die Themse erreichen konnten. Sonne, die lötet. Die außerordentlich stark« Lichtwirkung der Sonne in diesem langen und trockenen Sommer soll nicht nur segens- reiche Folgen gehabt haben, sondern Aerzte haben behauptet, daß dadurch auch manche Störungen der Gesundheit hervorqerufen wür- den. Wie jedes Heilmittel, das die Natur uns bietet, ist ja auch die allbelebende und heute mehr denn je von der Medizin ausgenutzte Kraft der Sonne, sobald sie im Uebermaß einwirkt, schädlich. Die erbarmungslos stechende Wut der Sonnenstrahlen hat jeder schon einmal empfunden. Tödlich aber kann die Sonne in der tropischen Wüste des Aequators wirken, und man muß schon ein Ein- geborener sein, um es überhaupt zu wagen, ohne Schutz sich der Sonne der Wüste auszusetzen. Der Europäer bedarf einer sorgfältig erprobten Kleidung, und er muß sich vor den Sonnenstrahlen so in acht nehmen, wie ein Anfälliger, der sich vor einer Erkältung durch Jagow-prozeS am 7. Dezember. ErHardt und Geuoffen kneifen! Das Reichsgericht hatte auf die angebliche Selbftstellung von Ehrhardt und Genossen den Prozeß gegen Jagow, Wongenheim und Schiele vertagt. Jetzt wird durch die PPN. eine offiziöse Dar stellung des ganzen Sachverhalts gegeben, aus dem wir entneh men, daß mit dem Verteidiger Dr. G r ü n f p a ch eine Aussprache herbeigeführt wurde, als durch die Presse bekannt wurde, daß Ehr- Hardt sein Angebot der Selbststellung verleugnete. Ehrhardt hat bekannllich erklärt, daß dieses Angebot ein Jahr alt fei und jetzt hervorgeholt werde. In der Besprechung hat Rechtsanwalt Grün- spach erklärt, daß er bei der Einreichung seines Antrags vom 14. Ok- tober tatsächlich geglaubt habe, daß Ehrhardt, Bauer usw. sich stellen würden. In dieser Annahme habe ihn ein Schreiben des Ober st en Bauer vom 14. September sowie eine Unter- redung mit Frau Ober st Bauer bestärkt. Rechtsanwalt Grünspach brachte in der Unterredung zum Ausdruck, daß er nach seinen neuesten Informationen allerdings befürchten müsse, daß seine Klienlen ihre frühere Absicht der Selbststellung aufgegeben hätten. Bei dieser Sachlage hat der Oberreichsanwalt Aufhebung des freien Geleits beantragt, das Reichsgericht hat am 24. Oktober entsprechend beschlossen. Der neue Termin gegen Jagow, v. Wangenheim und Schiele ist auf den 7. Dezember d. 2. festgesetzt worden. Eine frühere Verhandlung war bei der Ge- schäftslage des Reichsgerichts unmöglich. parteineubilüung in(dberschlesien. Königshütte, 5. November.(DA.) Der Vorstand der Orts- gruppe Königshütte der Katholischen Volkspartei ver- sammelte sich unter Hinzuziehung einer Anzahl im politischen Leben stehender Persönlichkeiten am Donnerstag, den 3. Novemver, um zu den neuen politischen Verhältnissen Stellung zu nehmen. Die Ver- sammlung betrachtet mit dem Tage der Abtretung an Polen die bisherige Katholische Volkspartei als nicht mehr bestehend und deren Verbindung mit der Zentrumspartei des Deut- schen Reichs als gelöst. Sie sprach sich nach eingehender Vera- tung dahin aus, daß in Polnisch-Oberschlesien eine neue große Volkspartei entstehen müsse, die alle Schichten der Nationali- täten und Konfessionen der oberschlesischen Bevölkerung zu um- fassen habe und die sich etwa zu den Grundsätzen bekennen müsse: 1. der Parität, wonach alle Oberschlesier, ob deutscher oder polnischer Zunge, die gleichen staatsbürgerlichen Rechte genießen und in gleicher Weif« Zutritt zu den Staatsämtern haben; 2. des C h r i st e n t u m s d. h. der christlichen Staatsauffassung und des christlichen Gemeinsthastsgeistes; 3. der Autonomie der polnisch gewordenen Teile Schle- siens innerhalb des polnischen Staatsverbandes; 4. der Demokratie, die in der Hochhaltung von Recht und Freiheit und in der Heranziehung der breiten Massen zu den Auf- gaben des Staates und der Gemeinden besteht; S. einer Sozialpolitik, auf Grund deren die Partei mit besonderem Nachdruck für die sozialen Errungenschaften eintreten wird. Nach Aufstellung dieser vorläufigen Grundsätze beschloß man, in Fühlung mit den anderen Ortsgruppen der Katholischen Volks- pärtei und den wirtschaftlichen Organisationen zu treten. Ist dies geschehen, soll die neue Partei endgültig gegründet und ihr Pro- gramm festgelegt werden._ Das tschechisth-polnijche Dünönw. Prag, 5. November.(WTB.) Der polnische Minister des Aeuße- ren, S k i r m u n t, besprach heute mit dem Präsidenten der Republik politische Fragen und die Frage eines tschechoslowakisch- polnischen Einoernehmens. Nachmittags hatte der Mini- ster eine lange Besprechung mit Dr. Benesch. Die tschechoslowakisch- polnischen Fragen wurden eingehend durchberaten. Die Verhand- lungen werden Sonntag und Montag fortgesetzt werden. dicke Tücher schützt. Bei dieser„Sonnenschutztracht* handelt es sich be- sonders um Rücken, Nacken und Kopf. Der Rücken wird mit ( inem dicken Tuch bedeckt, das t i e f r o t gefärbt ist. Tiefrot ist über- baupt die beste Schutzfarbe gegen die tödlichen„violetten* Strahlen. Auch der Tropenhelm Hot ein rotes Schutztuch, das dey Nacken be- deckt, und er selbst ist mit Rot gefüttert. In dieser Tracht darf sich auch der Europäer in die Sonnenglut der Wüste wagen; aber es gibt eine Tageszeit, in der niemand, möge er auch noch so gut geschützt sein, sich der Sonne aussetzt; das sind die drei Mittagsstunden. Der Wüstenreisende ist von der Morgenfrühe an bis etwa um 10 Uhr durch das weite, unfruchtbare (Zebiet gewandert. Dann schlägt er sein Lager auf, zieht sich in sein Zelt zurück, und nun folgt eine Zeit des grenzenlosen Schweigens, der tiefsten Ruhe, jene geisterhaft grausige Tageszeit, dadieSonne tötet.„Tiefste Stille ist dem fröhlichen Gelärm des Lagerlebens gewichen,* so schildert ein englischer Wüstenreisender Moore Ritchie diese Stunden.„Draußen sind die Schatten der wenigen Büsche in Nichts zusammengeschrumpft. Das Sonnenlicht, das am Morgen gelblich war, hat sich zu einem grellen Weiß gewandelt. Kein leben- des Wesen ist mehr zu sehen; alles hat sich in den Schutz der Zelte geflüchtet; selbst die Kamele pressen sich dicht an die Zeltwände beran. Es ist, als ob die Welt plötzlich hypnotisiert wäre, und sie ist es tatsächlich durch das schauerliche Riesenauge der Sonne, das die ganze Natur in eine Art Ohnmacht hüllt und mit dem weißen Schrecken seiner Strahlen alle Geschöpfe verscheucht.* Ein Schädling des Brakes. Ein kleines 3 Millimeter langes, kurzwalzenförmiges, rötlich gelbbraunes Käferchen(Litotrepa ranicea) hat während der Kriegszeit in den Speisekammern und Vorratsräumen der Häuser, in Kaufläden und Drogerien und Apo- t beten aroße Verbreitung genommen. Die runde dick«, gelblich-weiße, sechsfüßige Larve macht ihre Entwicklung in harten Backwaren, Nudeln, Haferflocken, Reis. Graupen, getrockneten Pflanzen, Apothekerwaren, Sämereien usw. durch. Sie schädigt nicht nur durch Fraß, sondern verekelt auch die befallenen Nahrungsmittel und Gebrauchsmittel. Selbst die giftigsten Drogen werden häufig befallen. Auch an lange lagernde Supyenwürfeln wird der Brotkäfer gefunden. Die befallenen Stücke sind besonders an der Unt«rleit«, an runden Löchern von etwa 1 Millimeter Durchmesser kenntlich, welche die auskriechenden Käfer in das Papier gefressen haben. �. Die Biologische Reichganstalt für Land- und Forst- mitrschaft in Berlin-Dahlem bittet um Einsendung von'Proben befallener Waren mit lebenden Tieren. Berein Volksbühne. Die heutige Nachmittagsvorstellung von Schön- herrs„Kindertragödie* im Kleinen Schauspielhaus muß aus technischen Gründen ausfallen. Der Arbeitermaler Ott« Nagel macht am heutigen Sonntag eine Führung durch die„I u r y f r c i e K u n st f ch a u". Treffpunkt: 11 Uhr am Eingang Alt-Moabit, Landesausstellung. Niedersächsische Musikvereiulgnng. Dienstag, den 8., 7H Uhr, findet im Schubertsaal ein Kammermusikabend des Hekkingtrio statt, zu dem Eintrittskarten zu ermäßigtem Preis bei Dorsch, Engelufer 15, z» haben sind. Zum Bortrag gelangen Werke von BrahmS, Mendelssohn und Wilhelm Rohve. Inöustrieverbanö gegen Kreöithilfe. Der Reichsverband der deutschen Industrie hat auf seiner gestrigen außerordentlichen Mitgliederversammlung folgende Erklärung mit überwältigender Mehrheit angenommen: Der Reichsverband der deutschen Industrie er- m ä ch t i g t seinen für die Behandlung der Angelegenheit der Kredit- Hilfe eingesetzten Ausschuß, der angemessen zu ergänzen ist, unter Zu- Ziehung der deutschen Banken die Verhandlungen mit der Reichs- regierung mit dem Ziel« weitgehender geldlicher Stützung des Reichs für Reparattonszwecke fortzusetzen unter folgenden Voraussetzungen: Es muß gleichzeitig Sicherheit dafür gegeben werden, daß Reichs- regierung und Reichstag ein« sparsame Finanzwirtschaft auf allen Gebieten des Staatslebens unverzüglich eintreten lassen und das Wirtschaftsleben von allen die freie Betätigung und Eni- Wicklung schädigenden Fesseln befreien. Insbesondere müssen die Reichs- und sonst in öffentlicher Hand befindlichen Betriebe derart behandelt werden, daß sie nicht weiter die öffent- lichen Finanzen belasten, sondern sie e n t l a st e n. Ein Ziel unserer tnneren Wirtschaftspolitik muß sein, alle in der Wirtschast vorhande- nen nicht voll beschäftigten Kräfte sicher zu produktiver Arbeit zu bringen. Die Industrie muß die Sicherheit haben, daß durch ihre Mitarbeit aus unproduktiven Unternehmungen Unternehmungen gemacht werden, die solche Erträge bringen, daß sie zur Berzin- sung und Tilgung des geplanten Gelddarlehns ausreichen und die jetzt vorübergehend und freiwillig eintretende In- dustrie entlasten. Es wurde weiter beschlossen, daß, wenn«in fester Plan für die Durchführung der Kredithilfe vorliegt, eine Mitgliederver» sammlung des Reichsoerbandes der deutschen Industrie damit befaßt werden soll. Vorausgegangen war eine lebhafte Debatte, in der eine erheblich günstigere Fassung der Resolution, wie sie vom Vorstand ausgearbeitet war, nach einer Rede von Hugo Stinnes abgelehnt wurde. Dabei haben sich Szenen abgespielt, die nach der TU. folgendermaßen geschildert werden: Die erste Resolution war vom Vorstand« aus Grund der Vorschläge der in München gewählten Kommission eingebracht worden, gelangte aber nicht zur Abstimmung, weil die Wort- führe? der Opposition überraschend starken Widerhall fanden. Dem Präsidium wurde Eigenmächtigkeit vorge- morsen. Di« schärfsten Angriffe richteten sich gegen die Ausführungen Georg Bernhards im Reichswirtschaftsrat. Insbesondere wurde der Vorwurf zurückgewiesen, daß sich die Oppositton von parteipolitischen und nicht von sachlichen Gesichtspunkten leiten ließ«. Ueberein- stimmend wurde betont, daß der Gesamtertrag der Kredit- a k t i o n bestenfalls für die lleberbrückung einer Galgenfrist aus- reichen würde. Reichsbankpräsident Häven st ein empfahl die Annahm« der Kommissionsvorschläge aus politischen Gründen, hob aber hervor, daß eine internationale Anleihe zurzeit undenkbar und in Amerika und England frühestens nach Abschluß der Washing- toner Konferenz unterzubringen wäre. Die Wiesbadener Ab- machungen wurden als französische Konjunktur- spekulationen(!) unter allgemeiner Zustimmung scharfer Kritik unterzogen. Es wurde der Versammlung die oben wiedergegebene neue Resolution vorgelegt, die Hugo Stinnes eingehend be- gründete. � Es ist in der neueren Geschichte wohl der erste Fall, daß Steuerzahler ihrem Staat Bedingungen stellen, unter welchen Voraussetzungen sie ihm helfen wollen. Der Reichsverband hat den Gedanken einer Kredithilfe, die automatisch mit einer inneren Deckung der Anleihe verbunden. sein müßte, abgelehnt. Er will lediglich einen Uebergangs- kredit geben für die Zeit, bis es gelungen ist, die Reichs- eifenbahnen zu einem Pfandobjekt de r Entente oder der Privatindustrie zu machen. Diese Absicht spricht ganz deutlich aus dem Antrag. So will man sich um eine tatsächliche Besteuerung des Vermögens, die über die gewöhnlichen Papiermarksteuern hinausgeht, drücken. Hält der Reichsverband seine Stellung aufrecht, so muß die Kredithilfe als abgelehnt angesehen werden. Sicherheiten dafür, daß die Reichsbetriebe Wirtschaft- lich werden, kann das Reich nicht geben, solange die Industrie selbst durch Preiserhöhung und ziellose Gewinnpolitik die Arbeitsbedingungen der Reichsbetriebe untergräbt und auf der anderen Seite jede Erhöhung der Tarife bekämpft. In der Resolution konimt ganz deutlich zum Ausdruck, daß der Ausbau der Reichsbetriebe nach den Absichten der Industrie erfolgen muß. Wie aber die Absichten der Industrie aussehen. darüber hat die Stinnes-Presie der letzten Zeit keine Zweifel gelassen. Man will auf die Privatisierung der Reichsbetriebe hinaus und versucht sie auf dem Wege des wirtschaftlichen Druckes gegen das Reich durchzuführen. Das ist dann aber keine Kredit„hilf e* mehr, das ist höchstens ein politisches Geschäft, das leicht zum Wuchergeschäft werden kann. Die Reichsregie- rung darf darauf nicht eingehen, sondern sie hat unseres Erachtens die Pflicht, jetzt mit der E r f a f f u n g d e r S a ch- werte ernst zu machen, nachdem mehr als vier Monate ins Land gegangen und der Dollar seit dem Ultimatum von 60 auf 2SV M. gestiegen ist. Dem Volke liegt der Hun- g e r st r i ck um d e n H a l s. Die Industrie macht Ge- schäftchen. Das Reich darf es nicht den hinlänglich bewährten Bankrottpraktiken eines Stinnes ausliefern, dessen Einfluß auf die Industrie durch die gestrigen Verhandlungen wieder bestätigt wurde. Der Ausschuß des Reichswirtschaftsrat? tritt bereits am Mittwoch zusammen. Wir verlangen, daß die Regierung keinen Zweifel darüber läßt, wie sie sich jetzt zur Erfassung der Sachwerte stellt. Die Absetzung üer Habsburger. Budapest, 5. November. Die Nationalversammlung hat den Gesetzentwurf betreffend den Thronverlust des König» Karl und des Hauses Habsburg in erster und zweiter Lesung a n g e- n o m m« n. Bukarest, S.November.(Orient Radio.) Karl und Zita von Hrbsburg sind mit dem Sonderzug von Orsooa nach Galatz ab- gereist. Sie werden unverzüglich auf das englische Kriegsschiff „Carbi ff* befördert werden. Die Reise zu Land« hat ihren Grund in dem niedrigen Wasserstande der Donau. Englische Poli- zeibeamte haben die Bewachung übernommen. Der Kreuzer „Cardisi* wird von vier rumänischen Torpedobooten begleitet werden. Die Mobilisierungskosten. Prag. 5. November.(WTB.) Freitag abend erschienen beim Ministerpräsidenten Dr. Benesch die Gesandten der alliierten Mächte, um ihm die letzte Entschließung der Botschafterkonserenz mitzuteilen. Die Bezahlung einer Entschädigung für die Mobilisierung müsse gegebenenfalls nach den Forderungen rangieren, die sich aus dem Bertrag von Trianon ergeben. Rücktritt üer japanischen Regierung. Tokio, 5. November.(Reuler.) Zu einer kabinettisltzong, die heute morgen stattfand, erklärte das Mnisterium seinen Rücktritt. Washington, S. November.(TU.) Zufolge der Ermordung des japanischeu Ministerpräsidenten wird der Chef der j a p a- nischen Kommission ans der Washingtoner Konferenz nach Tokio zurückkehren._ Moskau unü RmfterÜam. Berlin, 5. November.(OE.) Die fowjetamlliche Zentralhllss- kommifsion hat den Vertrag bestätigt, der kürzlich in Berlin von den Vertretern der Sowjetregierung Kopp, Ionow und Bratman-Dro- dowski mit den Vertretern des Amsterdamer Internatio- nalen Gewertschaftsbundes Fimmen und Graßmann abgeschlossen worden ist. Die Amsterdamer Gewerkschaftsinternatio- nale errichtet in Rußland zum Zwecke der Hungerhilfe ihre Ver- tretung. Die Sowjetregierung gewährt deren Mitorbettern die gleichen Rechte, wie sie die Mitarbeiter der amerikanischen Hilfs- administration, des deutschen Roten Kreuzes und der Ranfen-Hilfe genießen. Alle Güter der Gewerkschaftsinternatio» nale in Sowjetrußland bilden ihr unanta st bares Eigen- tum. Ihrerseits soll die Vertretung in Uebercinstimmung mit der sowjetamtlichen Hilfskommission arbeiten, und ihre Mitglieder haben sich jeder polltischen Tätigkeit zu enthalten.— Der Gewerkschaftsbund hat für die Hilfsaktion bereits 10 Millionen Mark angewiesen; weitere 100 Millionen sollen bereitgestellt werden. Die Berhaflung in der Mordasfäre Dato. Zu der Ver» Haftung der des Mordes an dem spanischen Ministerpräsidenten Dato verdächtigen drei Spanier wird uns mitgeteilt, daß dem Rechtsanwalt der Verhafteten der freie Verkehr mit seinen Klienten untersogt wurde. Auf die Beschwerde der Rechtsvertreter vom 3. d. M. ist ein Bescheid hierüber nicht eingegangen. Im übrigen bestreiten Nicolaus Fort und Frau entschieden, an dem Mord beteiligt zusein. Amerikanische Arbeiler für Rußland. Die Sowjetregierung hatte vor einiger Zeit mit verschiedenen Arbeiterorganisationen VerHand- lungen über eine Tellnahme am Wiederaufbau der russischen Wirt- schast angeknüpft. Jetzt wurde mit einer Gruppe a m e r i k a n i- scher Arbeiter ein Vertrag abgeschlossen, der dieser die Au«» b e u t u n g einiger Bettieb« im Donezbecken überläßt. Die amerikanischen Arbester bringen Wertzeuge selber mit. Wictfd)aft u Der Marksturz. Wieder klegt eine Woche scharfer Geldentwertung hinter un» Der Dollar, den man als Barometer des Geldwertes anzusehen gewohnt ist, hat sich von rund 180 auf rund 2 50 M. rerteuert. Die Mark gilt kaum mehr den vierten Teil dessen, was sie noch zur Zeit der Unterzeichnung des Ultimatums gegolten hat, ein Vergleich mit ihrem Vorkriegswert ist geradezu vernichtend. Die Entwicklung der Devisenkurse in den letzten Monaten beleuchtet folgende Tabelle der Berliner amtlichen Notierungen: Man zahlte für: am 23. 7. 1. 10. 17. 10. 2S. 10. 5. 11. 100 Boll. Gulden 2477,50 8896,10 5894,10 6033,95 8591,40 1 Pfd. Sterling 289,70 462,50 704,25 699,30 981,50 1 Dollar... 81,03 124,37 184,81 177,57 248,75 100 französ. Fr. 620,85 874,10 1348.65 1288,70 1828,15 100 Schweiz. Fr. 1321,15 2147,85 3596,40 8246,75 4645,35 100 österr. Kr. abgestempelt 9,13 7.82 9,23 7,98 8 43 100 tschech. Kr. 101,25 127.35 179,80 171.80 251,70 Die Kursbewegung zeigt alle Züge einer durchaus ungesunden Entwicklung. Obwohl die Preise, insbesondere von Auslands- lebensmitteln und diejenigen von Fertigfabrikaten, sich erheblich gesteigert haben, ist die Kauskrast der Mark im Inland immer noch well über ihrem Auslandswert. Es sprechen viele Anzeichen da- für. daß die Preise fremder Zahlungsmittel durch die Zurück- fialtung der Devisen durch Industrie und Handel herbeize- ührt ist. Zwar haben sich die Ablieferungen fremder Zahlungsmittel an die Reichsbank erhöht, doch ist das Angebot am Devisen markt so gering, daß es sich nur auf diese Weise erklären läßt. Die In- vustrie. die für ihre Rohstoffeinfuhr Devisen braucht, oersucht eben die billig erworbenen fremden Zahlungsmittel zu behalten, an- statt sie dem Markt zur Verfügung zu stellen. In dieser Zeit un- geheurer Finanznot und großen Devisenbedarfs des Reichs sind die Folgen für die Valuta von so katastrophaler Wirkung. Erhöhter Bankvotenumlaus— Goldoerpsändung. Der neueste Ausweis der Reichsbank Ende Oktober zeigt wieder eine starke Er- höhung des Banknotenumlauss, nämlich um 3,38 Milliarden Mark auf 91,5 Milliarden Mark. Ferner sind noch für 7,3 Milliar- den Mark Darlehenskassenscheine im Umlauf. Zusammen befindet sich also für 98,8 Milliarden Mark Papiergeld im Verkehr. Die Reichsbank hat, um den zur Erfüllung des Ultimatums in der Schweiz aufgenommenen Kredit von 270 Millionen Goldmark abdecken zu können, einen Teil seines Goldbestandes, nämlich 30 Mil- lionen Mark, nach der Schweiz geschafft und dort verpfändet, weil es sonst nicht möglich gewesen wäre, ohne neue schwere Er- schütterungen des Devisenmarktes die zur Zahlung benötigten Sum- men aufzubringen. Damit sind die Kredite vorläufig gedeckt. Das Gold bleibt im Eigentum der Reichsbank, kann aber nicht zur Grund- läge neuer Notenausgaben gemacht werden. Da wir di« Gold- Währung längst nicht mehr haben, ist das für den Notenverkehr ziemlich belanglos. Der Vorgang zeigt aber die S ch w i e r i g k e i- t e n, mit denen das Reich in den letzten Monaten zu kämpfen hätte, um selbst noch die Restschuld der ersten Reparationsmilliarde vor- läufig zu tilgen, während sie jetzt schon daran arbeiten muß, sich für die nächsten Zahlungsforderungen der Entente vorzubereiten. Erfolg der Neckaranleihe. Die Ausgabe der von der Neckar- Aktiengesellschaft aufgenommenen Sprozentigen Reckar-Anleihe hatte einen ausgezeichneten Erfolg. Infolge der außerordentlich stark einlaufenden Anmeldungen war das Endergebnis so reichlich, daß die Gesellschaft, um die Zuteilung der verlangten Beträge zu ermöglichen, mit Genehmigung der zuständigen Stellen sich ent- schlössen hat, an Stelle der anfangs vorgesehenen 350 000 000 Mark einschließlich Schuldschemdarlehen einen Betrag von insgesamt 450000000 Mark aufzunehmen. Nachdem dieser Betrag er- reicht ist, wurde die Zeichnung nunmehr geschlossen. GewerkschQftsbsWegung fius der Gewerkschaftsinternationale. In feiner letzten Sitzung, die in Genf stattfand, gab der Vor- st and des Internationalen Gewerkfchaftsbundss in feiner Gesamtheit seine Zustimmung zu den vom Bureau in der Angelegenheit der russischen Hilfsaktion getroffenen Maßnahmen. Zwischen einem der Sekretäre des Internationalen Gewerkschaftsbundes und dem Vertreter des Allrussischen Roten Kreuzes kam eine Vereinbarung zustande, welche die größte Gewähr dafür bietet, daß alle von gewerkschaftlicher Seite ausgehenden Hilfeleistungen ausschließlich und in vollem Umfang den Notleidenden Nußlands zugute kommen werden. Es wurde beschlossen, in Rußland Kinderheime zu errichten, die vom Internationalen Gewerkschaftsbund geleitet und völlig unterhalten werden sollen. Zu diesem Zwecke wird in Peters- bürg ein spezielles Bureau der Internationale errichtet, von dem aus die ganze Hilfsaktion für Ruhland geleitet werden wird. Weiter wurde beschlossen, ein vom Internationalen Gewerkschaftsbund an- gekauftes Quantum von Medikamenten im Werte von mehr als Sll 000 holländischen Gulden der Internatio- nalen Organisation des Roten Kreuzes zur Verfügung zu stellen. In ausführlicher Weife beschäftigte sich der Vorstand mit der amerikanischen Gewerkschaftsorganisation („American Föderation of Labor"), die sich bisher, obgleich sie seinerzeit an den Beratungen des Internationalen Gewerkschafts- kongresses in Amsterdam teilnahm, nicht dem Internationalen Ge- werkschaftsbund angeschlossen hat. Der Vorstand billigte die vom Bureau gegenüber der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung eingenommene Haltung, er erklärte sich jedoch bereit, auch weiterhin zu trachren, die in Amerika infolge der unzureichenden Kenntnis der internationalen Gewerkschafts- bewegung Europas allenthalben vorherrschenden unrichtigen Auffasiungen zu widerlegen und aus dem Wege zu räumen. Das Sekretariat wurde beauftragt, sich nochmals an die„American Federation of Labor" zu wenden und zu versuchen, durch p e r s ö n- li ch e Fühlungnahme mit dem Gcsamtvorstand der amerikanischen Organisation den Weg zu ebnen, um den Anschluß der amerikanischen Arbeiter an den Internationalen Gewerkschaftsbund zu veranlassen. Mit Bezug auf das von der„American Föderation of Labor" an die Landeszentralen von Frankreich, England und Italien gerichtete Schreiben, in dem diese ersucht wurden, bei ihren Regierungen darauf zu dringen, daß den zur sogenannten Abrüstungskonferenz in Washington delegierten offiziellen Regierungsvcrtretern auch A r- beiterdelegierte beigegeben werden, beschloß der Vorstand auf Vorschlag des Bureaus und der drei genannten Landeszentralen und in Uebereinstimmung mit ihnen, dieser Einladung nicht Folge zu leisten. Der Vorstand gab einstimmig sein« Meinung dahin zu erkennen, daß die dem Internationalen Gewerkschaftsbund ange- schlofsenen Landeszentralen nur an solchen internationalen Kon- ferenzen teilnehmen können, die wirklich allgemein und international sind. Der Vorstand gab zudem einstimmig der Meinung Ausdruck, daß das Bureau des Internationalen Ge- werkschaftsbundcs die einzige Instanz ist, die berechtigt ist, allgemeine internationale Konferenzen einzuberufen und die angeschlossenen Landeszentralen ausschließlich Einladungen, die vom Internatio- nalen Gewerkschaftslund ausgehen, Folge leisten können. Die vom Bureau getroffenen Maßnahmen für die zum 15. No- vember in Amsterdam einberufene international« Konferenz des Bureaus der Gewerkschaftsinternationale mit den Vertretern der internationalen Berufssekretariate der Transportarbeiter, Metall- orbeiter und Bergleute zwecks gemeinsamer Beratung der Abrüstungsfrage fanden einstimmige Billigung. Der Internationale Gewerkschaftskongreß wird am 20. April 1022 und folgende Tage in R o m stattfinden. Diesen Beratungen wird sich ein besonderer Internationaler Kongreß von Vertretern aller auf dem Boden des Internationalen Gewerkschaftsbundes stehenden internationalen Berufssekretariate anschließen. Aus Anlaß der Verurteilung der Arbeiter S a c c o und Van- zetti in Nordamerika wurde an die„American Federa- twn of Labour" ein Telegramm gefand, in dem diese ersucht wird, alles in Bewegung zu setzen, um das Leben der beiden Arbeiter zu retten. Tagung preußischer Juftizamtmänner. Nach Beendigung der Begrüßungsansprachen referiert« Justiz- Oberrentmeister M« n tz über Besoldungsfragen. Er be- sprach ihre Mängel und die Forderungen, welche für die Zukunft � zu stellen sind. Dann hielt Iustizoberfekretär Göhler einen Bortrag über Justiz- und Berwaltungsreform. Nach den Ausführungen des Redners haben sich das Entlastunasgesttz und die dazu ergangenen Ausführungsbestimmungen im allgemeinen als brauchbare R e- form maßnahmen erwiesen. Eine Erweiterung des Kreises der den Justizobersekretären übertragenen Geschäfte wurde als möglich und im Interesse der Berbiiligung der Rechtspflege als durchaus erforderlich be, zeichnet. Um die Justiz ihrer eigentlichen Aufgabe, der Wahrung des Rechtrfiiedens mehr entgegen- zuführen, sei die baldige Erledigung eines Gesetzes über das Güte- verfahren ein dringendes Gebot der Stunde. Dem Justiz'edretär müsse auch die Leitung der bei den Gerichten einzurichtenden Rechts- beratungsämter übertragen werden. Zwei Entschließungen, die im Sinne der Redner Forderungen aufstellen, wurden einstimmig angenommen. Gefordert wird, daß der Anwärter 8 Jahre nach Annahme zur Anstellung gelangt und daß die Frist bis zur Erreichung des Höchstgehalts bei der bisherigen Oberfekretärgrupre 10 Jahre nicht übersteigen darf. Weiter wird eine einheitliche Erl öhunq der Grundgehälter um das Drei- und Vierfache für alle Beamte ngehälter und zur Linderung der augenblicklichen Not für alle Beamtengruppen gleiche Zahlungen von mindestens 4000 Mar? verlangt. Den letzten Punkt der Tagesordnung bildete ein Vortrag über Wirtschaftsfragen._ Xer Magistrat zu den Lohnforderungen. Der Magistrat beschäftigte sich am Sonnabend in außer- ordentlicher Sitzung mit der Bewilligung einer e i n m a l i- gen Wirtschaftsbeihilse für die Arbeiterschaft und die Hilfskräfte der Stadt, deren fchwienge wirtschaftliche Lage an- erkannt wurde. Angesichts der Beanspruchung der früher den Stadtgemeinden zufließenden Steuern durch das Reich beschloß der Magistrat, gemeinsam mit den übrigen notleidenden Städten bei der Regierung umgehend Schritte zu tun. um in irgendeiner Form eine R e i ch s h i l f e zu erreichen, welche di« Städte vor dem finanziellen Zusammenbruch bewahrt. Die Weiterberatung erfolgt Anfang nächster Woche, sobald die finanzielle Lage geklärt ist und die Verhandlungen des Reichs mit den Reichsarbeitern beendet sind. der Filmindustrie, nicht anwesend waren und daß er den Schiedsspruch nicht anerkennen kann. Das srelgewerkschafliiche Jugendkarkell veranstaltet Dienstag, gsH Uhr, in der Schulaula Lange Straße 31 eine Iugendoersammlung mir der Tagesordnung:„Die Stellung der Jugendlichen und Lehr» linge im neuen Arbeitsrecht�. Rekerent Kollege Guiard. Bei diesem wichtigen Thema ist cs Pflicht der jugendlichen Arbeiter und Lehr- linge, zahlreich zu erscheinen. Wir bitten die erwachsenen Kollegen, die Jugendlichen und Lehrlinge zum Besuch dieser Versammlung anzuhalten. SPD.-Froktion der AEG., Bruo.nenslraße. Dienstag, nach» mittags VA Uhr, Sitzung bei Krüger, Hussitenstraße.— Der Fraktionsvorstand. Die tschechoslowakische Bergarbeiter-Union hielt am Freitag in � Prag ihren Kongreß ab. Sie beschäftigte sich neben der Erörterung \ von Taciffragen u. a. mit den die Arbeitsleistungen und die indu, ' striellen Einrichtungen betreffenden Fragen: außerdem mit dem von dem linken Flügel des Verbandes seit geraumer Zeit geforderten Anschluß an die Dritte Internationale. Die Abstimmung ergab je-> doch eine über Zweidrittelmehrheit gegen die Moskauer Richtung. gcirtralvcrdand der Angestellte». Spedition: Montag Uhr Mitgliederversammlung in der Neuen Philharmonie, Köpenicker Str. W/g?.— Drenstag | Mitgliederversammlungen. Chemischer Großhandel: Tty Uhr in der Neuen ! Philharmonie, Köpenicker Str. 9ö/g7.— Huteinzelhandel: 8 Uhr im Sitzungssaal Kommandantcnstr.«iZ'öö.— Zigarettenindustrie: IVi Uhr in den Eophren- �"'. 17,18.— Krankenkassen: 4 Uhr in der Reuen Philharmonrc, Sitzung Montag 8 Uhr bei hausdruckcreien der ZNelallinduflrie. Zu unserem Streikbcricht in Nr. 510 sendet uns der Verband Berliner Metall- industrieller unter Hinweis atss§ 11 des Prcßgesetzes eine Be- richtigung. Sie besagt, daß die Buchdrucker in den Hausdruckereien der Metallindustrie unter den mit dem Metallkartell abgeschlossenen Tarifvertrag vom 4. Mai 1021 fallen, den der Verein Berliner Buch- drucker und Schriftgießer unter dem 15. Juni 1021 als in allen Teilen für sich verbindlich anerkannt habe. Dieser Tarifvertrag sei nicht fristgerecht gekündigt worden und bestehe daher zurzeit noch fort. Die in den Hausdruckereien der Berliner Metall- industrie beschäftigten Buchdrucker sind daher nach dem für sie gültigen Tarifvertrag bezahlt worden. Der Streik kann daher nicht einer „Erringung tariflicher Arbeitslöhne" dienen. Die Zreigewerkschasiliche Belrieborätezenlrale für den Wirt- schaftsbezirk Groß-Berlin bittet die Betriebsräte die am 15. Novem- ber, 7 Uhr, in der Stadthalle, Stralauer Str. 05, stattfindende Der- sammlung des Vereins proletarischer Kinderfreunde zu besuchen. Bürgermeister Genosse Winter, Wien, referiert über die proletarische Erziehungsarbeit in Wien. In der Schuhindustrie in Frankfurt a. ITC. haben Verhandlungen zur Zurücknahme der von den Arbeitnehmern erklärten Kündi- gung des Zusatzvertrages geführt, nachdem sowohl für die Fabrik- als auch für die Heimarbeiter erhebliche Teuerungszu- schlüge zugestanden worden waren. Der Zeniralverbaod der Film- und Kinoangehörigen(Deutsche' Filmgewerkschaft) teilt mit bah seine Vertreter am 20. v. M. bei[ der Beschlußverkündung, betr. 48stündige Arbeitszeit in! Sälen, Sophicnstr. Köpcnicker Str. gg/g?. Bezirk 12, ISewerksck'oftskommlsfion Steglitz. Brausewctter, Steglitz, Sqiitzenstr. S4. Deutscher Portierverband. Branche der(Beschaftshousportiers: Dienstag 615 Uhr in den Zentral.FestsLlen, Alte Iakobstr. 82, öffentliche B-rsammlung aller in den Ecschäfts-, Industrie- und Bureauhäusern tätigen Portlers, Fahr- stuhlfllhrer, Heizer und Reinmachefrauen. Der Stand unserer Lohnbewegung. Bollvcrsammlung der kommunalen Betriebsräte Berlin« am Dienstag um 158 Uhr im Eewerkschoftshaus, Cngelufcr 24s2Z. Massenenllassungen und Ar- beitsruhe am 9. November. Deutscher Derkmeisterverband. Montag IHK Uhr im Bureau, Stralauer Strasse öS, Fackgruppenversammlung sämtlicher in der Hut- und Mützcnbranche beschäftigten Werkmeister.— Dienstag 7 Uhr Fachgruppenvcrsammlung der Werkmeister der Zigaretten- und Tabakindustrie in den Sophien-Sälen. Allgemeiner freier Angestelltenbund. Dienstag 7 Uhr im Schultheib-Aus- schank, Bersqmmlung aller Angestellten der Wagen- und Karosscriebranche. Tagesordnung: Wie steht cs in der Wagen- und Kärosseriebranche aus? Das Mitgliedsbuch einer Afa-Organisation legitimiert. Deutscher Transportarbciterverband. Sandelshilfsarbeiter und-arbeite- rinnen aus allen Betrieben der Engros-Konfektion(HerrenbeNcidung, Damen», Mädchen- und Blufenkonfektion, Herrenwäsche- und Krawattendranme): Heute vormittag 10 Uhr im Restaurant Gemerkschaftshaus. Cngelufcr 24/25, Mitgl:eder- Versammlung, Bericht über die Lohnverhandlungen mit den Arbeitgcbcrvcr- bänden.— Branche Bau- und Arbeitskutscher: Heute vormittag 915 Uhr in Bockers Fcstsälen, Wcberstr. 17, Branchenvcrsammlung. Berichterstattung Uber die stattqefundene Verhandlung mit den Arbeitgebern.— Branche 2, Gruppe O-Ic und Fette: Dienstag 7 Uhr in Wilk-ns FeNsälen, Scb-stianstr� 89, Gruppcnpcrsaiumlnng. Stellungnahme zum Tarisabkommen und Beschluß» fassung.— Branche Einkasstcrer und Kassenboten: Montag 7 Uhr bei MUller, Stralauer Str. 58,' Versammlung sämtlicher Kassen- und Bureauboten aus dem Kohlengrvsshandel. gentralverband der Schuhmacher. Montag 6 Uhr außerordentlich« Branchenversammlung der Ballschuhmacher bei Boeker, Weberstr. 17.— 7 Uhr Bezirksversaminlungen der Echoss- und Reparaturbranche in folgenden Lokalen: Cbarlottenburg: Lirrsch, Kantstr. 62: Steglitz: Behnke, Heesestr. 1; Westen: Wiemers, Billowstr. 5S; Neukölln: Kramer, Ziethenstr. 69: Südost: Lokal Ekalitzer Str. 58«: Osten: Hcsfmann, Gubener Etr. S; Norden: Henkel, Ilse- domstr. 18; Moabit: Marl, Oldenburger Str. 19.— Dienstag 515 Uhr Branchsnversammlung der Maschincnarbeiter und ber Finischen-Abteilung im M-rkushof. Markusstr. 18. Bcrantw. kür den redakt. Teil: Dr. Werner Peiscr, Charlottenburg: für An- zeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag Vorwärts-Derlag K. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Einger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Hierzu 3 Beilagen. Jochiasz Rhenma, Gicht, Uervenschmerzrn. „Nach Gebrauch von Togal ist es wieder eine Lust zu leben." Herr Albert Herrmann, Poilchappel, schreibt u. a.:«Seit einem Fahr tili ich an unerträcilichen Scbmerzen(Jstbias) und war manche Tage am Ziisommenbrechen. Noch allen erdenklichen angewandten Mitteln, welche alle versagten. Verluchte ich es mit Togal. Nach vier Packungen Gebrauch sdenn es saß ziemlich fest) verspürte ich Besserung, und beute ist es wieder eine Lust zu leben. Ich kann es jedermann aufs wärmste empfehlen und tue es auch." Mit ähnlicher Begeisterung berichten viele Hunderte über die über- raicheiide Wirkung des Togal bei Ischias, Rheuma, Hexenschuß, Schmerzen in den Gelenken und Gliedern, Gicdt. sowie bei Nerven- und Kopfschmerzen. Ein Versuch überzeugt! Klinisch erprobt und ärztlich glänzend begntachtetl In ollen Apotheken erhältlich. Damsn-Kleid ans rcfnwoll. 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Festrede: Karl hetzschold. 7. Kreis Charlotlenburg: Abends 7s~ Uhr, Leibniz-Oberreelschule, Schlllerstr. 125/127. 5. Kreis Spandan: Abends 7Vi Uhr, Oberrealschule. Mottle- Ecke Friedrichstrasze. 0. Kreis Wilmersdors: Abends 7 Vi Uhr, Bikloriagarten, Wilhelms- aue 114/115. Festrede: Pfarrer Francke. 10. Kreis wannfee: Abends 7 Uhr, Rest.„Fürslenhos", Königslr. 40. Festrede: Georg llcko. l?. kreis Steglitz: Abends S'llhr, Lyzeum 1, Bothenburgstr. 18. Festrede: Robert Breuer. 13. kreis Tempelhof: Abends 7Zb llhr, Realgymnasium, kaiserin- Augusla- Straße. 13. kreis Mariendorf: Abends 7Vi Uhr, Gymnasium, kaiscrsiraße. 13. kreis Lichtenrade: Abends 7 Vi Uhr bei Rohrmann, hilpertstrafze. 14. kreis Neukölln: Abends 7l<. Uhr, großer Saal der„Reuen Well", hafenhcide 114. Festrede: Dr. Köster. 15. Kreis Oberschöneweide: Abends 7 Uhr. Realgymnasium, Zeppe- linftrahe. Festrede: Pros. Oestreich. 15. Kreis Adlershof: Abends 7 Uhr. Rest. Wöllstein, Blsmarckstraße. Festrede: Erwin Marquardt. IS. Kreis Köpenick: Abends S Uhr, großer Saal des Stadtthealers. Festrede: Emil Dittmer. IS. Kreis Bohnsdorf: Abends S Ahr bei Wirth, Bahnhof straße. Festrede: Fritz Saar. 17. Kreis Lichtenberg: Abends 7V> llhr. Eäcilienlyzeum, Rakhausstr. Festrede: Frenz Krüger. 17. Kreis Mahlsdorf: Abends 7 Ahr. Rest.„Berliner Rathaus- baren", Ernnowstraße. Festrede: Kurt Kiehmann. 17. kreis Kaulsdorf: Abends 8 Ahr. in Hamanns Gesellschaftshaus. Franlsurter Straße. Festrede: Richard Weimann. 18. kreis Weihensee: Abends 8 Ahr. Oelles Festsäle. Berliner Allee 215. Festrede: Z. Altmaier. IS. kreis Pankow: Abends 7 Uhr bei Lindnsr, Breite Straße. Festrebe: Dr. Sarscn. 19. Kreis Buchholz: Abends 7 Uhr bei Kaehne, Berllner Str. 39. Festrede: Hedwig Wochenheim. 19. Srels Karow: Abends 8 llhr. Rest.„Pankgrafen". Festrede: Arthur häußler. 20. Kreis Rosenthal: Abends 8 llhr, Schneider, hauptstr. 3. Festrede: Lisbeth Ricdger. 20. Kreis Blankenburg: Abends 7V» llhr bei Klug, Oorssiraße. Fest- rede: Willi Möbus. 20. Kreis hermsdors: Abends 8 Uhr. Rest.„Belleuue". Festrede: Dr. Hisserich. Wir bitten unsere Genossen und Genossinnen, sich zahlreich an diesen Veranstaltungen zu beteiligen. Zilmsthau. ?m UT. Tauenhienpalast vertrödelte man eine in jedem Sinne schwache Stunde mit der Betrachtung des fünfattigen Films „Diolet, der Roman einer Mutter" von Julius Stern» heim und Artur Holz(nach dem Roman gleichen Namens von Kurt A r a m). Diese Stustd? war langweilig, aber sie war auch lehrreich: lieferte sie doch ein abschreckendes Schulbeispiel dafür, wie ein Film nicht sein soll: und ein Beispiel dafür, wie sehr der Film die Orientierung dafür verlieren kann, was ibm frommt, wie er gegen den mehr oder minder heiligen oder unheiligen Geist der .Kinogesetzmähigkeit sündigen kann. Dies Drama, das kein? ist, will mit der unterstrichenen Gebärde der Aktionslosigkeit dem Rhythmus äußeren Geschehens ausweichen und manövriert dabei so ungeschickt in das Schilfgestrüpp verlogener Psychologien daß es schließlich di« Bildwirtung überhaupt rammt. Der Inhalt tut wenig zur Sache, er ist alt und öde: Ehekonflikt bei Barons, dazu eine prole- torische Parallelhandlung, Kampf ums Kind und so. Doch dieser Inhalt ist ohne Gefühl für die Notwendigkeiten der bildmäßigen Auflösung zerstückelt und willkürlich zusammengeklebt. Es gibt auch für die flächige Art des Films eine ideale Plastik, die vee- lebendigende Plastik der erfüllten Szene; sie fehlt hirr. Triefende sauber und korrekt,, weih Iber aus dem reichen Wiener Land- schofisrahmen nichts zu holen und Aufnahmen gegen den Horizont * keinen Reiz abzugewinnen. Tie Darsteller sind schwerfällig und lieblos am Werk; nur Olga Tschechow sieht gut aus und häit ! zwischen Schauspielkunst und Nur-Kintop eine immerhin ver- l heißungsvolle Mitte. p— 5. „Das Brandmal der Liebe",«in schon etwas angegrauter Film | amerikanischer Herkunft, zu sieben Akten zerdehnt, von I. S. H a w k s, läßt allrlei transatlantische-Brutalitäten physischer und seelischer Are im UT. Nollendorfolatz an dem im Grunde gar nicht so unamerikanischen«uropäischen Gewissen Frauen veranslaltungcn: 84.«bt. Lankwitz. B Uhr bei Lehmann, Ztaiscr-Wilhelm-Strah«, Fraueuimtrr- -V.«vi. iteutölln. JJ 1 VC I Q tu in C vet Cjutiic. I—, wiiriig« Teuerung". Äefereni Genosse Brinkmann. 102. Abt. Baumschulenweg. 7% Uhr bei Hass, Baumschu Genossin Klara Lohm-Echuch, M. 0. Si. Uebermorgen, Dienstag, den S. November: Z. tkrrrs Fr'.-drichahaia. Die nicht vcrkaufien Karte» zur Revolutionafcier ssnii bis spätrsten» Dienstag den Abieilungstassterern zuriilkzugeoe». Die Äv> ieilungslanierer rechne» Tienstag 7 Uhr in bor Echulanla Liiauer Str. an, 14. Krei» iXruiilla. 1 Uhr in der Gemeindeschule Bodoinstraye Borirag de: Senostiil Hedwig Wacheuheim Uber„Äohlfahrispsiege". Sämilichc in de: Wohlsahrispfiege täligrn Genossinnen und Genossen sowie die Abieilungs- leiterinne» nehmen ieil. Gäste willtommcn. 20. Kreis. SZi- Uhr Sitzung der neuen Fratiio» im Rathaus Reinickendorf lauer Sitzunasfacl). 20. Kreis Reinickendius. Die Kreisvorstandssitzung sindet am MoiUag, den 7.' Rovember, nicht statt. l. Abt. T-n. Uhr Sütgiiederversommlung in der Schulaula Auguststr. 58. Thema:„Die Bedeutung des S. Rovemder". Referent Kurt Kietzman». S. Bb>. lsrlihrr 27.). Wegen der Revolutionsfeier findet unsere Rooember- Mitgliederversammlung diesmal am Dienstag, den 8. Rovemder, 7Ztz Uhr, in der Schulaula Ruppiner Srr. 48 statt. Thema:„Die Bedeutung des i. November". Reserent Rdolf Wuschick. 2d. Abt.(srither 23.). 7Va llhr Milgllederversammlung in der Schulaula "asteurstr. d. Thema:„Der Spruch von Gens und Oberschiesten". Referent t. gcchlin. 48. Abt. sSchiverhIrigcagruppe). 7 Uhr bei Reimer, Komniandautenstrass«, Revolutionsfeier. Thema:„Die Bedeutung des 3. Rovemder'. Reserent Genosse Erwin Marquardt. ä7. Abt. Lharlottenburg. Gruppe 1: 7� Uhr Gsuvpeuversammlung bei Arndt, Kantstr. öt. Reserent Klappstein. Gruppe 2: 7ZH Uhr bei Prill, Knesebeck- 74. 4ibt.� Zehleaborf. Die Mitgliederversammlung fiillt aus. Dafür Beteiligung der Genossen an der Rooember-Grdentfeier, die am Miuwoch, de» V. Rovemder, stattfindet, und von der Sewcrtschaflsuntertommission im Kaiserhof, abends 7 Uhr, veranstaltet wird. Kontrollkarten sllr diese Frier bei allen Bezirkssllhrern erhältlich.— DI« ausgefallene Mitglieder. Versammlung sindet dafür am Dienstag, den IS. Rovemder, und zwar abend» 8 Uhr, im Kaiierhof statt. 114. Abt. Lichtenberg. 7� Krossener Str. 14. 178. Abt. Tegel. 7Zd Uhr Mitgliederversammlung bei Schade, Berliner Strasse. Thema:„Politisch, Lage". Referent Arthur Häussler, 5. Kreis Friedrichshain. Wegen der am M-tlwoch, den 9. November, ftatt- findenden Demonstration treffen sich oie Genossinnen und Genosse», sowert sie nicht von den Betrieben au» mitgehen, um 2 llhr auf der Weberwiese.— Fllr die Abendjeier i» dem Konzerthau» Friedrichshain, Am Friedrichs- hain 16—23, sind noch Billetts in folgenden Lokalen zu haben: Käthe, Sama- riterftr. 17; Schuckerr, Rlldersdorfer Sir. 3; Lojack, BevNlestr. 8: Lilbke, Borhagener Str. 10; Beetz, Thaerstr. 32; Pfeifer, Hausdurgstr. 3; Döring, Landsberger Allee lZ7 und an der Adendtasse. Eräffnung 6 Uhr, Beginn 7 Uhr. II. Kreis Srhvneberg-Fricdeniui. Die Genossen werden auf da» von, Schäneberger Männerchor„Freundschaft" veranstaltele Konzert, welche» am Sonntag, den 6. Rovemdrr, jtatrfindct, und zwar abends 6l»: Uhr im Bürger- faal des Reuen Rathauses, aufmerksam gemacht. Wir bitten»!» zahlreichen Besuch.— Die für den 8. November geplanicn Veranstaltungen müssen aus- bei Zillmer� tilr. 59. Thema:„Die gegen, nkmann. Kaumfchulenstr. 72, Bortrag de? vorüberziehen. an könnte es, wechselt man nur die Methoden, immerhin einen europäischen Konflikt nennen, daß eine Frau körperliche Hörigkeit der geistigen Vergewaltigung vorzieht: so unzeitgemäß und unan» genehm der Konflikt auch sein mag. Die Photographie ist zumal in klingend klaren Bildern schön und eindringlich so wie alle ameri- konischen Erzeugnisse und deutscher Leistung überlegen. Die Regie arbeitet mit viel hübschen kleinen Einfällen: die Darstellung kon- zentriert sich auf blendende äußere Wirkung, die zierliche Barbara Castleton bringt sogar vermenschlichte Züge in die kaltprunken» den Aeußerlichkeiten. Verboten sind die Texte! Em irgend jemand, der geborene Filmanalphabet, der zu verdeutschen hatte, schwelgt in katastrophalem Amerikanisch-Deutsch. p— s. Ju der Tchauburg ist das 414 Stunden füllend« Prrgrainin so reich- ballig, daß es nachgerade den Zuschauer erschlafft. Dabei gibt es ver- filmte Kolportage.„Der wandernde Koffer" ist einzig und allein aus Spannung und Abenicuer berechnet und läßt alle Wahrschein lichkcit ausser acht. Zudem bleibt der Film gänzlich unverständlich, öder die Zensur sich seiner kürzend angenommen haben? Bon der„Ehe Hedda Ollsen" kann man auch beim besten Willen nicht vic sollte die der. � W|______ MW_______ WH..... Gutes berichten. Nur wirkt dieser Film anziehender, weil er prächtige Gebirgsausnabmen und vorzügliche artistische Leistungen bringt. Lee P a r r h spielt die Hourcollc in unglanblicher Lockenfrisur und Mond- scheinromantik. Tie Bühncnschau„Der Leberfleck" schrieb Ethel Orsf für sich. Sie tanzt im Padckostüm und zwei sabelhasten Gesellschaftskleidern. Damit ist der ganz« Inhalt erschöpft. Tann sieht man noch die Prügelei zwischen Tcmpseq und Carpcntier. Marie DroopS Roman:„Im Rausche der Macht" ist unter der Leitung von August Bloom zu einem„phantastischen" Schauspiel in zwei Teilen derfllmt worden. Tic ersten süns Akte werden im U. T. am K u r- fürstendamm gezeigt. Ein armer Junge, dessen Elltern der Grau- samkeit einer russischen GouverneurSsamilie zum Opser sielen und dessen Jugend dadurch zerstört wurde, ist durch einen Glückszufall zum Milliardär geworden. Tie Macht aber, die ibm der Reichtum gibt, nutzt er rücksichtslos. Er spielt mit den Menschen, weil er sie hasst. Tie Brutalität eines Geldfürsten wird mit Absickit so scharf herauScicarbeitet, dass die Bezeichnung des Spiels als„phantastisch" nur zu berechtigt ist. Immerhin: Einzelne Szenen sind von grosser Schönheit und mit lobenswertem Geschick zusammengestellt. Die Leistungen Gulner T o l» a e S als Milliardär Ford und Clara Vieths als Tochter des russischen Gouverneurs sind an- crlennenSwert.__ m. Groß-öerlmer Partelaachrichten. 5. Keci» Medving. Sonntag vormittag 10 Uhr Sitzung sämtlicher Parleftunk- tivnäre bei Giebel, Paatstr. 82. Morgen, Montag, den 7. November: 5. Keei» Friedrichshai». SM: Uhr bei Schlickert, Rlldersdorfer Et». 3, erweiterte Kretsvarstondssstzung. 7. Kreis ckharlsttendurä. Tri Uhr allgemeine Funktionärkonferen-, in der Aula der Schul« Echillerstr. 26. Vollzählige» Erscheinen Pflicht. Funl- tionärkarte legitimiert. 17. Kreis Lichtenberg. Heute findet keine Funktivnärsstzung statt. 18. Kreis Weissevse«. 7 Ii llhr im Lokal Wampe, Lichtenberg« Etr. 8, Sitzung de» Kreisoorstandes. 8. Abt.(früher 4.). 7>ss Uhr bei Rllckert, Steinmetzftr. 36», Sitzung der Funktionäre und Betriedsverlranensleute. 83. Abt. Tempelhof. 8 llhr erweiterte Varstanbssstzvna bei Schmehl», Friedrich. Wilhelm»«tr. 90. Der Dringlichtcit wegen Erscheinen aller notwendig. 83. Abt. Marieadors. 7M> llhr bei Hoch, ildausseestr. 44, Funttionärsitzung. 94, Abt. Reukill». 7 Uhr Funktionärntzunq und Abrechnung bei Taudel, Weise- straße 23. Richt verkaufte Billett» zum 9. November zurückgeben. 103. Abt. vderschZnemeid«. 7M Uhr gahlabend bei Garde», Rai. st'.. 16 und Luisenhof, Luisenstr. 26. AchUmg, GPD.-Tankbesm!« und-Angestellte! Die fllr Montag, de» 7. Rovem- der, 7 Uhr, einberufen« Konferenz findet nicht in den Akademischen Bier- Hallen, landen, im Friedrich-Wilhelm-Gamnasium, Kochstr. 13. statt. Achtung. SPD.-Sisenbahver, dir Mitglieder»es DEB. sind! Montag, den 7. November, abends 6 Uhr, im Sitzungssaal des Bezirksverbandes, Linden» strasse 3, wichtige'Besprechung. Erscheine» unbedingt erforderlich. Mit» gliedobuch der Partei legitimlert.— De: Elsenbahner-Werbrausschuss. I? Uhr Mitgliederversammlung bei Rienäck«, ___ � IW>W................. T Veranstaltungen der Gewertschaften und Partei teizunchmen.— Die Kreis- Icitung. ** * Uednngssim.de der SPD. CHöre: Anfragen find»u richte» an«. Schulz, Charlottenburg. Kirchftr. 33. Montag. 7Z4 Uhr: A rbritergefangrerein„Einigkeitt-B u ch h o l z bei H«»nig, Pafewalker Strass« 56.— EPD.-Männerchor Kreis Fried» r i ch s h a> n im„Andreas-Kasino", Andrcasstrasse 3.— Fraucnchor„Froh- sinn�l harlottendurg, Aula Rofinenftrasse 14.— Dienstag. 7>,z Uhr: Sozialdemolratifchrr Männerchor H a l l e s ch r» Tor in der Aula der 11. Realschule, Boeckhstrasse 5/10.—„Harmonie".A eissensee(8 Uhr). Pistoril!»., ckcke Nölckcstrasse.— SLngcrchor der SPD. Pankow(7 M—U) Uhr) im.�Türkischen sielt", Brett« Strass«.— Dvanerstag. Soz. MSnnerchor B« r- I i n» M i t t»(TM. Uhr) im„Bllrg«hrlm". Alte Schönhauser Strasse 23.— Freier Männerchor Reinickendorf(7M— 10 Uhr) bei Lindsted!, Residenzstrasse 120, Ecke Grüner Reg.— Soz. Männerchor Mariend or f l8 bis 10 Uhr) bei Niendorf, Ebausseestr. 10.— Freitag. Männerchor„Harmonie"- Charlolicndurg<7��— gZH Uhr), Aula der Sieinrns-Oberrealfchnl«, Schlostftr. 27. — ,.Liedcrfre:.nde"-B orfigwalde-Wittenau bei Schade, Beidt-, Ecke Berliner«trassc.— So,. MSnnerchor Prenzlauer Tor(3 Uhr), Bötzow- Brauerei, Prenzlauer Allee. 6. und 13. Rovemder, vorm. 10—12 Uhr, gemriusame Chorprobe, Aula de» Sophien-Shmnasiums, Weinmeiflerstr. 1ö. (Schlutz de» redaktionellen Teils.) lilF Hera- Bild Damen- Bekleidnng beste Fad:, gr. Auswahl, Verk. meterweise SCocIi& Sesiand«: Gertraudtcnstraßs 20— 21. ahne 4 n. 7 M:. mii Triodsnskantscbnk 5 Jahre schriftl. Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 Mk. an. Spcz.: Zähne ohncGanmen. KeineLuxuspreise. ah-Praxis Katttani, öanziger Strafe 1. 5 las 10 Proz. TeuernnsuzuscIllAtt; !- Taglicmdrn-Sliekerei- Ansatz, reich vemeTt��*��' Tagli emJ vonügl-Sioff, q m.Säuanchenu.Anoat»®"-" Nadltbetncl viereckiger Ausschnitt, mit Stickerei- mr ck Ansati............. 4«2.— Beinkleid �!r.":45.- Wcißer Rock mit Stickerei-Anzat» DO.— Prmxeßrock„Qt reich garniert.....*•*'■'*" UnterUille��hI:19.75 Korsette Korsett aus grauem_ Dre'J.............." 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Weltkongresses über den organisatorischen Aufbau der Kommunistischen Partelen, Uber die Methoden und den Inhalt ihrer Arbeit „«: Oliener Brief des Cxekull»Komitees der Kommunistischen In ernationale an die Mirgiieder der KAPO. „ 8: Die Internationale kommunistische Werbewoclie(3. bis 10. November). , 9; Thesen des Exekutivkomitees dar Kommunistischen Internationale Uber dl« Washingtoner Konferenz. WZV Heft 30 Pf.--------------- Zu beziehen durch alle Buchhandlungen oder direkt durch Verlag CARL H0YM NACHF. LOUIS CAHNBLEY, Hamburg 11 Eiserne� �Ird niport.Kadl ä!-5" OFEN iSEMMl01s.BlEY6ER6/ tt.O. �rasdnersfr.Qi WfcfSUN 5�1� Sneeksllberl � i- tüui R a U i t Metall■ Kontor JohB« Alte JAk�bstLj 58 tac» uan tu in küll?ea-LgmmIul!xell, �adv�eblsse, Koatslcte, Lesteclce, Uhren, Ringe, Ketten n»c bei einer Firma, wo Sie oon dUrtllch fdchmünnifch aefchu Personal bedient«erden, weich.« st,bst«,rfiändiich jede U( ttotteiluns ausschUeßt. uitem eber» E.V. N. Edelmetall. Verwertung? 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Die Beerdigung findet am Dienstag. denstN». vemder, mittags I IV.U., von der Leichenhalle des Zentral- Friedhose» in Friedrichsfeld« aus statt Rege Beteiligung er- wartet KU/» Die Ortsverwaltung. SPD. 8. Abteilung. Am l. November verstarb unser Senosse, der Schuhmacher lioms Weber Bülowstr, 54. Ehre sctnemAndenfie» I Die Beerdigung findet Montag.7 Nov.,lV«Uhr, auf dem Stiidt. Friedhot in Buch statt. SL7b Reg« Beteiligung er- wartet Der Borstand. irautsagung. Flir die zahlreichen Be- «eise herzlicher Teilnahme beim Stnscheiden meine« lieben Manne«, de, Schrift- sicher» Er«n» aderxer sage ich allen Freunden und Be- kannten, msdesondereHerrn Pirig sllr die trostreichen Wort« am Sarg« sowie den Kollegen der Firma Dedr Nennert u. de,.Vorwärts-' u. dem Verband d. Berliner Buchdrucker u. Schrtstgi-fier meinen innigsten Dank. Wwe.«belheid«berger _ geb. Kolller.[518b Einladung zur aufzerordsnilichen Genera l-verfaenmlnng der Gemeinnllhigen Bau- und Betriebsgenofienschalt für Drvh-Berlin. e.K.m.d.k»� i«..Berlin SM.4S.Friedrich. straße 238, am Donnerstag, den 10. Rovbr. 1921, nachm. ? Uhr, in der Aula des Königfiadlischeu Symnasi- UMS, Berlin iL, Tilsabeth- strafte 57/58. Tagesordnung: 1. Ersah- u. Neuwahl von Liauidaioren. 2. Bericht über den Stand der Liquidation. 5 A. de» Ausfichtsrate«: Frd Safje, Borfiftender. Die Einladungskartr dient als Legitimation. Lemelnnatilge ksu- 11. Vetried5geii«llenlch für Groß-BcrlinG.m.b.fj.in Clquidation. 9JIa; Preuft. 251,7 Betriehskrankenkasss der Stadtgemelsile Berlin Auf da« Wohlausschreiben Nie die Wahlen der Ber- treter der Berficherren und der Ersahmänner zum Au»- schuft vom»E September 1321 ist nur»In gülliger Wahlvorschlag eingegangen Nach z 10 der Wahivrd- nung gelten daher die auf diesem Wadlvorschlage, der mir dem Namen Fischer, Artur beginnt und mit dem ZiamenBrofin.Adolfschliefth bezeichneten Personen als gewählt. Ulli Die zum 14. November l»21 angef.chtr Wahl findet des- halb nicht statt. Die EUltigkeit der Dahl kann innerhalb«wer Woche nach der Bekanntmachung de« Wahiergednisse» bei dem Borstand oder dem Ber- sicherungoamt ber Stadt Berlin angefochten werden. Da« Lerflcherungsamt cm- scheidet. Berlin, b. 5. November 1«!, Der Vorstand dar Betriebikrankenkae«« der Stadtgemeinde Berlin. P»|l.ÄS b*iiVstLe Goldstein, Dresd. Str.l, I a.liochbahnh.Kottbus.Tür Verein der Berliner Buchdrucker �=0 und Schristgießer Das Bureau bleibt am Mittwoch, den 3. Nov., von 1 Uhr mittags ab geschlossen. Kemäft dem Beschluft der Berliner Gewcrk« schastslommisfion beteiligen stch unsere Kollegen am Mittwoch, de« S. November, von«ach- mittags a Uhr ab an der Temonstration. 81/8__ Dar Gauvorstand. LMM MMllMMM Verwaltungsstelle Berlin 71 54, Liuienslr. 83*85 »eschästszett von vormittag« 9 Uhr M« nachmittag»« Uhr Telephon- Amt Norden 185, 123», 1987,»714 Gruppen« Bollversammlungen för die Lekrledsrgt?(Arkellmkke) der MallilliiMe.&&&$£&%* GnWe I SMeavenlebe ocD EifevMerei: Montag, den 7. November, abend» 8 Uhr, In der Schulau ta, Koppenplatz 12. emue m Grob- und Kleiamaschiueu aller Art, Dampf- tesselbau. Hebezeuge und Transporworrich» tuagea, reine Schmiedereieu, Werkzeug- und Werkzeugmaschinenbau: Dienstag, den 8. Roocmber, nachmittag« 5 Uhr, im Sesangisaal des Sophtrn-Lpzemns, WeinmetsterIir.lSfi?, GWpe y MolcDiifirie: Mmnag, den 7. Aovember, abciiDa tt Uhr, In den Gophieasälen, Eophienstr. 17/18. SWse VI zeiumellzllvik: Dirniwg, den 8. Novemb/r. nachmMag« 5 Uhr, in drr Tchuiaula, Koppenplag 12. EWlle VU Bso-nnD fiielnseroeröe: Dienstag, den 8. November, abrub»« Uhr, im Verdaabehau»(Ardeitsnachwrlssaai), Linienstr, 83,55. Tagesordnung in alle» Versammlungen: Aufstellung von Kandidaten zum Betrieb»- rSte-Songreb des veukfch. Zlletallarbeiler- Verbandes in Leipzig am S.Dezember 1321 Die am Freitag veriagke Genppenversamnilnng ber Hnnptgrnppe IV sUnlergruppe 8), timrafseno Meiallgieftereien, lirz. und Elockengiefterrien, gilt!» und inngieftereien, Schrt/l- und Bildgießercirn, Deldmetall» tudunrie. Aluminiumwaren, Lampen, Brieuchlunas- gegenstände, Armaiuren. Adzeicheu, Medaillen, Alsenide- ....,___________, �.edaillen, Alfen: waren, Melallschlelfereien, Meiallpapler, Staniol, Spiel- waren, pnopiiadriken, Oesen, Bgrafieit, Taiel- und «llchengeräle,«raveure u. giseieure. findet am Di-nstag. den 8. November, abend« 8 Uhr, im Vrrdauoszauo (Ardeitsnachweiisaal), Linirnstr. 83,85, statt. Dienstag, den 8. Rovrmdrr ISIi, abend» 5 Uhr, im Drrsdnrr Srfrllschastohans, Dresdener Str. Ii«: -----Versammlung----- der Metallschleifer, Galvaniseure, hilfoorbelter und Arbeiterinnen, dl« in den Vetrieden de« Verbände» Berliner Metall- schleifereien und Galvanischer Anstalten deschSstigt find. Tagesordnung: 1, Bericht von den Lohn- Verhandlungen. 2. Diolusston. 3. Verschiedene». Die Wichtigkeit der Tagesordnung«rsordert zahl- reiche» Erscheinen._ Dleuetag, den 8. Rvvrmber, adds.? Uhr, bei Hummel, Sophtrustr. 5: Versammlung der Untergruppe 3(Waggon- u.cokomotivba«) Tagesordnung wird in der Versammlung belannt« gegeden._ Dienstag, den 15. November, abend, 7 Uhr, hei Dam», Schiegetstrafte»: Versammlung der Außenmonteur« der Eisenkonslruktious-, Kran-, Aufzugs- und Stellwerksbranche. Tagesordnung: Stellungnahme zur Kündigung der Ausldjungsfäde, 101/ i 8 Ohm Miigltedsinlch kein gutritt l D'.e Ortsverwaltung. MMisSMlMg gegen d. Auslieferung d. fpan. Revolutionäre Siennlag, den S. Ilooembsr, abend» 7 Ahr, in den �prachtlülen be» Osten»". Franks. Allee 48. Sttfer.: Justiz rut Viktor Fraenkl und Th. Plieviar. Arbeiter t Soziaiisiea I Revolulionür« Z Erscheioi in Massen! Arbeiierdörse Grog- Berlin sSynditalistrv). M-üMeiieM Cagetbefuch lohnend Tnch-Bersand Haus A. Brann Berlin o 27, Qotjmartfflcnfte( Alexander 2467. Bekanntmachung Wasserpreis Auf Grund des Gemeindebeschlussr« vom 13. Okt. 1321 ist für da» Bersorgungsgediet der au» den bisherigen Gemeindewasserwerkeit, nämlich den ehemaligen Berliner, Eharloitendurger, Lichtenberger, Svandauer. Pankower, Reinickendorfer, Tegeler, Hermsdorfer, Nosenthaier, Nieder- und Hohenlchdnhausener, Töpe- Nicker Wasserwerken und dem Berdandswasscrweri Alb Glienicke mit Wasser deU-i»-« � gemeinde Bei lin der Preis Wasserrohnt Glienicke mi» Wasser deUeferien Teilen der Stadt- -----"„nn v,r Preis für l~—-------' WWW�Mr» der für das Bierieljahr Oktober/Dezember lg2i auszu- Kubikmeter au» dem abgegebenen Wasser», beginnend mit stellenden Rechnung, auf 1 M. festgesetzt worden, Die neben dem Wasservreis bisher erhobenen«e- bllhren bleiben bis zur Einführung«inhritlicher Wasser- »efernngsbedingnngen bestehen. Berlin, den 27. Oktober>»21. Magistrat der Reichshavpkstadt. Aitter. Filiale Berlin u Sebastianstr. 37,38 Hettevlonsekliov! Montau, den 7. Ttaaember, abend» 7 Uhr. In der Uesen Philharmonie, SSpenicker Skr. 90 97: Mitglieder- Versammlung für die tu der Herrenkoufeklion beschäftigten Kollegen und Kolleginnen, sowie Zuschneider und Zuschneiderinnen Tagesordnung: 1, Berich» von den zentralen Verhandlungen mit den Arbeilgebern.— 2. Diskussson.— 3. Verschiedene». Die Kollegen und Kolleginnen werden gebeten, sllr guten Besuch Sorge zu tragcu. Mitgliedsbnlb oder-karte legitimiert! ohne die» oder mit mehr als 6 restierenden Wochenbeiträgen tciu Zutritt. 165/15 Die Brauchenieiiuug. Gegründet 1S94. Ed] ras- Expen- a9e.e« sPar®n �#UBer � Kach G/ty ** beendeter Engrea-Salsen Einzel-Verkautl S[t8Diiatit-�iap:" HSU, 800.' [lüliSCtl; 1 Jtiü' S so, Ii iBtil'l'al'e't'öta SSO! 375 553 WDlI-SIrkkjäikeemUS M KI. Ittzrti Laiidsösrsefitf. 59. Ef-fl Sosnabands und Londiag« gssruiv-ssu. 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Bibliolhek der Kommunislischen Inlernationale Band 1: Manifest, Richtlinien, Beschlüsse des Ersten Kongresses.— Aufrufe und offene Schreiben des Exekutivkomitees bis zum Zweiten Kongreß................... Preis M. 10.— Band 3: Die kapltalistisehe Welt und die Kommunistische Internationale(Manifest des Zweiten Kongresses der Kommunistischen Internationale)..................... Preis M. 1.— Band 3: Leitsätze und Statuten der Kommunistischen Internationale........... Preis M. 2.30 Band 4: I* Trotzki: Terrorismus und Kommunismus.— Anti-Kautsky(2. Auflage).... Preis M. 4.50 Band 5: Karl Eadek: Theorie und Praxis der 21/, Internationale.......... Preis M. 1.50 Band 6: W. Newski und 8. Rawitsch; Arbeiter- und BauernuniversifSten in SowjatruBland. Preis M. 1.— Band 7: Protokoll des Ersten Kongresses der Kommunistischen Internationale....... Preis M. 6.—. Band 8: E. Vsi-ga: Die wirtschaftspalitischeR Probleme der proletarischen Diktatur(2. Auflage) Preis M. 3.50 Band 9: N. Benin: Oer imperialismua als jüngste Etappe des Kapitalismus........ Preis M. 4.— Band 10: A. Losowsld; Der Internationale Rat der Fach- und Industrievorbände(Moskau gegen Amsterdam) Preis M. 2.— Band II: Karl Radek: Die auswärtige Politik Sewjetrußlands............. Preis M. 2.50 Band 12: W. P. Miljutdn; Die Organisation der Volkswirtschaft in Sowjetrußland...... Preis M. 1.50 Band 13: N. Bucharin und Preobraschenski: Des ABC des Kommunismus........ Preis M. 8.— Band 14: S. I. Gussow; Die Lehren des Bürgerkrieges................ Preis M- 2.50 Band 16: O. W. Kuusinen: Die Revolution in Pinnland................ Preis M. 2.— Band 16: J. Barin und B. Kritzmann: Wirtachalfsleban und Wirtaehaftsaufbau in SowjetruBland 1917 bis 1920 Preis M. 3.50 Band 17: M. TomsK: Abhandlungen über die Gewerkschaftsbewegung in Rußland...... Preis M. 2.— Band 18: Karl Radek: Der Weg der Kommunistischen Internationale........... Breis K. 1.50 Band 19: G. Sinowjew; Die Kämpfe der Kommunistischen Internationale......... Brei3 1-50 Band 20: Thesen und Resolutionen des Dritten Weltkongresse» der Kcmmunlstischen Internationale Preis 3T. 2 50 Band 21: Berichte zum Zweiten Kongreß der Kommunistischen Internationale........ Preis iL 6.— Band 22: Protokoll des Zweiten Kongresses der Kommunistischen Intornationalo(erscheint demnächst) Band 23: Protokoll des Dritten Kongresses der Kommunistischen Internationale(erscheint demnächst) Band 24: B. Trotzki: Die neue Etappe.— Dia Weltlage und unsere Aufgaben....... Preis M. 2.50 Band 25; E. Varga: Die Krita der kspitalietiachen Weltwirtschaft(zweite vermehrte Auflage. Erscheint demnächst) Weitere Bände in Vorbereitung. 490b» Zu beziehen durch die Verlagsbuchhandlung Carl Hoym Nachf. Louis Cabnbley, Hamburg 11. Der Talntantnrz der Mark zeitigte eine allg-emcine Tencrnnjj sämtlicher Lebensmittel und anderer Oebranchsigegenstiindc. Er trieb alle Bedarfsartikel für das Wllscherel- and Pl&tterei- bewerbe in die Höhe. Xeae Bohnford eräugen seitens der Arbeitnehmer im Wäscherei- und Pläetaroi-Gewerbe waren die unansblcib- liehen Folg eerschelnnnsen davon. Infolgedessen sieht sich das Wäscherei- und Plätterei-Gewerbe veranlaßt, die Preise zu erhöhen. Der MicimalpreiBtaril des Wäscheroi- und Plätterei-Gewerbes für Groß-Berlin vom 1. Mai 1920 ist jetzt um 20 erhöht worden. Die geehrten Hausfrauen können die jetzt gültigen Preise in jeder Wäscherei und Plätterei Groß-Berlina und bei den Kutechem nnd Boten der Cöpenicker Wäschereibesitzer erfragen. Zentralferlianil öss öeiitselieii ffästei- M Piäüerei-Gewerlies E. f. OrtsTcreln GroB-Berlln E.V. Ortsvereln COpcnfck E. T. «"»0 sc� Inei�rz feppich©■— Untengrundbahn Splttelmarkt Ausganq GrOnstn ö08b Soeben erschienen! Soeben erschienen! 49Ib* Zum Jalirestag ll!lllllllillinilllllllllllillli:ililll.l!illll!l.lllill!ll:>lillll,llt{ der proletarischen Revolution in Rußland ii),iiii;iiiii,hiI7ZZ331iiiS�� Inhalt: Karl Radek: Nach vier Jahren/ L.Trotzkt: Die Oktoberrevolution/ N Lenfnt Die Krise naht der Lösung/ A. Joffe: Die erste proletarische Regierang/ Clara Zetkta: Die russische Revolution eine Quelle moralischer Kraft/ Bela Knnt Nieder mit den Sowjets 1"/ Charles Rappoportt Die Oktoberrevolution und das französische Proletariat. A. Tbalbelmcrt Die russische und die deutsche Revolution/ Fritz Heckert: Die Oktoberrevolution im unterirdischen Deutschland/ Franz Korltschoner< Die Oktoberrevolution und das alte Oesterreich/ J. Skalakt Die Wirnungen der Oktoberrevolution in Böhmen M. Vanek: Tschechische Legionen und die Oktoberrevolution/ Karl Xreibicti: Die russische Revolution und das Proletariat der Tschechoslovakei- Julius AlpaH t Die proletarische Revolution in Rußland und die unrarische Arbeiterschaft/ War van Overstraeten: Die russische Revolution und das belgische Proletariat/ Allan Walleniust Die russische Revolution und Pinnland/ Henriette Roland-Holst: Die Wirkungen aer russischen Revolution auf die hol ändische Arbeiterklasse/ Ivo» Jones t Was wußten wir über die Oktoberrevolution in Süd-Afrika?/ M. Philips Prlce: Der Einfluß der rassischen Revolution in Westeuropa 1 1 1 u s t r at i o n an; Es lebe der Weltoktober der piole-arischen Revolution fmehtfarbiges Plakat) I Am Grabe der Konterrevolution(mehrfarbiges Plakat)/ Volksversammlung aut dem Uritskiplatz in Petrograd(Photographic)/ Aua den Juli kämpfen In Petrograd(Photographie) Manifestation der Roten Armee in Moskau(Phoiographie) 74 Seiten Zu bez;ehen d,Jrch dje Preis Mk. Verlagsbuchhandlung Carl Hoyir. Nachf, Louis Gahnbley, Hamburg tl fit. 525 ♦ 3$. Jahrgang 2. Oeilage öes vorwärts Sonntag, H.November 192? HetMweftem als Kunstrichter. Brunners Garde gegen Schnitzlers„Reigen". Vor der�S. Strafkemmcr des Lcindgcrichts III unter Vorsitz des I der Zivilkammer des Landgerichts III gegenüber. Dieser ideale Landgerichtsdirektor Brunn hausen begann heute die Ver Handlung gegen die Direktoren Frau E y s o l d und S l a d e k sowie den Regisseur Reusel und Ig Schauspieler und Schauspielerinnen des Kleinen Schauspielhauses wegen Erregung öfsentlichen Aerger- nisscs durch Darstellung des Schnitzlerschcn„Reigen". Die Anklage rrnrd durch Staatsanwaltschaftsrat v. Bradtke vertreten, die Ver- teidigung führen die Rechtsanwälte Wolfgang Heine, Justizrat Dr. Rosenberger und Rechtsanwalt Neumond. Ucber die Vorgeschichte des Prozesses haben wir unsere Leser wiederholt und eingehend unterrichtet. Nack Aufruf der Zeugen und Sachverständigen gibt Rechts- anmalt Wolfgang Heine folgende Erklärung ab: Die Angeklagten erbieten sich, für das Gericht, die Zeugen und Sachverständigen eine separate V o r st e l l u n g des„Reigen" im Kleinen Schauspielhause zu veranstalten, da das Gericht die Aufführung größtenteils nicht gcseben hat.— Staatsanwalt von Bradtke: Ich würde es auch für scbr wünschenswert halten, wenn das Gericht die Aufführung selbst sieht. Es würde sich dann empfeblen, heute überhaupt nicht zu verhandeln, sondern erst nach der Aufführung. Zwischen den Verteidigern und den Angeklagten einerseits und dem Gericht bzw. dem Staatsanwalt andererseits entstehen nun längere Verhandlungen über den Termin der Vorstellung. Als das Gericht dazu neigt, die Separatvorstellung am Sonntag vor- mittag um HlO Uhr stattfinden zu lassen, erklärt eine von der Staatsanwaltschaft als Zeugin geladene ältere Dame, daß sie dagegen protestieren müsse, daß der Reigen am Sonntag während des Gottesdienstes in den Kirchen stattfinde. Hierdurch werde das religiöse Gefühl eines jeden Deutschen auf das tiekste verletzt. Sie selbst würde jeden- falls zu der Vorstellung nicht erscheinen.(Zuruf von der Anklage- bank: Gehen Sie lieber in die Kirche!) Rechtsanwalt Heine: Ich möchte bei dieser Gelegenheit auf folgendes hinweisen und einen Antrag stellen. Unter den hier er- fchienenen, von der Skaatsanwallschafi geladenen Zeugen befinden sich mehrere, welche an den bekannten Lärmszenen im kleinen Schauspielhaus anläßlich der Reigen-Aufführung am 2 2. Fe- bruar d. I. beteiligt gewesen und sogar verhaftet worden waren. Ich bitte deshalb, die Akten des Polizei- Präsidiums über diese Zeugen bzw. diese Vorfälle herbeizuschaffen. — Staatsanwalt von Bradtke widerspricht diesem Antrage. Rechtsanwalt Wolfgang He i n e weist darauf hin, daß an jenem Tage sogar Stinkbomben auf die Bühne geworfen worden seien. Zu den Ruhestörern, die verhaftet p-orden seien, habe Schwung eines preußischen Richterkollegiums, welches gegen den lauten Unfug der Straße mutvoll auftrat, stell« ein Ruhmesblatt in der Geschichte der deutschen Rechtsprechung dar. Der Angeklagt« schildert, wie schon vor ter Premiere ein von gewisser Seit« inszeniertes Kesseltreiben gege* die Aufführung des„Reigen" eingesetzt bab«. Als die Vorstellungen begannen, wurden die bekannten Skanda'szenen von bestimmter Seite eingeleitet. Eines Abends mußten nicht weniger als 4 0 Krimi- nalbeamte bestellt werten, da man Kenntnis davon erhalten halt-, daß die Vorstellung gesprengt werden sollte. Tatsächlich brüllten auf ein vorher verabredetes Stichwort eine Reihe älterer Herren und Damen, sowie junge Leut-„Schweinerei". Da ständig die Polizei ein'chritt, konnte das Stück längere Zeit unbehelligt grgcben werden, dann aber setzte der Sturm wieder ein. Er, Stadek, sei mit pöbelhaften Briefen, welche die unflätigsten Schimpfworke enthielten, überschüttet worden.— Aus eine Frage des Staatsanwalts von Bradke, welchen pekuniären Erfolg das Stück gehabt habe, erklärt S l a d« k, daß der materielle Erfolg dank Der ausgezeichneten Reklame durch die Skaaksanwaltschast und des Kultus mini st eriums ein guter gewesen sei. Die Mitangeklagten Darsteller wetten den Vorwurf, aus der Bühne unzüchtige Handlungen zur Darstellung gebracht zu haben. mit Entrüstung zurück. Der Angeklagte F o r st e r erklärt u. a., daß er einmal beim Hmausgel>en einen Herren b-che sagen bören:„In dem Stück ist ia gar nichts lo s!" Das hieß mit anderen Worten, in dem Stück fei ja aar nichts Anstößiges enthalten. Der Vetteflende habe eben eine obszöne Phantasie mitgebrocht und habe nun Anstoß genommen, weil in dem Stück nichts Unanständiges passiert sei. Der unzüchtige tragische Walzer. Zu lauten Heiierkeitsausbrüchen. welche den Vorsitzenden zu einer Drohung mit der Räumung des Zuhörerraumes veranlaßt, kommt es, als der Angeklaot« Forster die Tattache, daß die Siaatsanwalt- fchaft selbst den Rhythmus der Zwischenaktsmusik als aus un- züchtigen Verkehr hinweisend bezeichnet, als die größte Ersin- dung dieses Jahrhunderts bezeichnet. Dos Interessanteste dabei fei, daß er die„unzüchtige" Musik im Jahre 1907, al'o als er den„Reigen" nach gar nicht kannte, als„Vslse noir", als einen „tragischen Walzer" komponiert habe. Ein Theaterkenner. Hiermit ist die Vernehmung der Angeklagten beendet und es beginnt die Beweisaufnahme. Als erster Zeune wird der von der Staatsanwaltschaft geladene Geh. Reg.-Rat Prof. Faßbender gehört, der zwei Aufführungen gesehen hat und empört darüber ge- Mitglieder aller evangelisch-kirchlichen Frauenvereine auf das höchste entrüstet gewesen seien, daß ein derartiges Stück überhaupt auf- geführt werden dürfe. Sie habe das Stück selb st nicht ge- sehen, aber von Mitgliedern aussührliche schriftliche Berichte er- hallen, in welchen diese ihrer höchsten Empörung Ausdruck gaben. Sie selbst habe auch Anstoß an den Plakaten genommen. auf denen von„Soldai und Dirne" die Rede war, da sie wiederholt jugendliche Personen vor den Plakaten habe stehen sehen, die ihre Bemerkungen aus- tauschten. Hierauf Dienstag wurde die Verhandlung 9 Uhr vertagt. abgebrochen und auf m a. auch die hier�als Zeugin anwesende Frau Hauptmann! wefen ist. Gerade das Herablassen des Vorhanges in dem Augen blick, wo die Illusion und die Phantasie am stärksten erregt war, schien ihm besonders anstößig und vielsagend. Rechtsanwalt Dr. Rosenberger stellt an den Zeugen die Frage, wie oft er ins Theater gehe und wann er zuletzt im Theater gewesen sei.— Zeuge schweigt. Rechtsanwalt Dr.?i osenberger: Sie müssen doch irgendeine Erinnerung an das Stück haben, das Sie zuletzt gesehen baben?— Zeuge schweigt. Rechtsanwalt Dr. Rosenberger: Herr Professor, ich frage jetzt ganz deutlich: Wann sind Sie zum letzten Male im Theater gewesen und was babcn Sie gesehen? Zeuge(nach langem Besinnen): Vor einem Jahr habe ich mir„Das Gelübde" angescbcn. Rechtsanwalt Dr. Rosenberger: Haben Sie sich dieses Stück im Interesse des Zentrums angesehen? Zeuge: Jawohl. Rechtsanwalt Heine: Haben Sie sonst aus persönlichem Interesse zur dramatischen Kunst irgendein Theater besucht? Zeuge: Jawohl, aber die Titel der Stücke sind mir entfallen. Vor längerer Zeit habe ich im Deutschen Theater „Hamlet" gesehen. Möller gehört. Das Gericht setzt die Beschlußfassung aus. So dann beschließt das Gericht, am Sonntag, 6. November, mittags 12 Uhr, eine gerichtliche Augenscheinseinnahme in Gest alt einer Separatvorstellung des„Reigen" itzs. Kleinen Schauspielhause stattfinden zu lassen, zu der sämtliche Zeugen und Sachverständigen unter Strafandrohung im Falle ihres Nichterscheinens geladen find. Es folgten dann die Angaben der einzelnen Angeklagten zu ihren Personalien. Staatsanwalt von Vradke stellt den Antrag ans Ausschluß der Oesfentlichkeit wegen Gefährdung der Sittlichkeit. Rechtsanwalt Wo'fgang Heine, ebenso der Angeklagte S l a d e k widersprechen. Nach kurzer Beratung beschließt das Gericht, den Antrag des Staatsanwalts abzulehnen, da von einer öffent- lichen Verhandlung«ine Gefährdung der Sittlich- keit nicht zu erwarten ist. In der Vernehmung erklärt die Angeklagte Frau Eysaldt, daß sie jede strafbare Handlung bestreiten müsse. Sie habe sich ledig- lich von rein künstlerischen Motiven leiten lassen.— Der Angeklagte Direktor S l a d e k erklärt, daß er von einer ungeheuren Erregung gevackt worden sei, als ihm die Anklage zugestellt worden sei, die ihn auf die gleiche Stufe mit einem Leiter eines Bordells zu stellen ver- sucht. Seine Erregung habe sich gelegt, als er zu der Ueberzeugung kam, daß der Staatsanwalt nur das Werkzeug un- verständiger und irregeleiteter Menschen ge- worden war. Der Ansicht des Staatsanwalts stelle er das Urteil Ich habe das Skück nicht gesehen, aber.... Die nächste Zeugin, die Vljährige Frau von V r a u n- schweig, eine geborene Freiin, ist Vorsitzende des Berliner Frauenvereins, des Berliner kirchlichsozialen Frauenocreins, des Berliner Frauenbundes zur Hebung der Sittlichkeit und ist im Aus- schuß zur Hebung der Bolkssittlichkeit. Die Zeugin bekundet, daß die vis ftäütischen Werke am 9. November. Die Verhandlungen zwischen dem Vertreter des Magistrats und der Gewcrk chaftskowmifsion haben ergeben, daß die städtischen Arbeiter berechtigt sind, am 9. November um 2 Uhr die Betriebe auf Wunsch zu verlassen. Die notwendigen Arbeiten der Belieferung der Industrie mit Gas und Strom wer- den vorgenommen werden. Zwischen Baurat Dr. Jng. Adler und den Vertretern der Arbeiterschaft hat Sonnabend früh eine Verhandlung stattgefunden mit dem Ergebnis, daß am 9. November der gesamte Straßen vahnverkehr fahrplanmäßig erhalten bleibt. Die Gleise am Schloßplatz werden freigehalten. Der Betrieb wird erforderlichenfalls bei Uebcrfüllung des Schloß- Platzes umgeleitet werden. Der Betriebsrat des Städtischen Elektrizitätswerks Charlottenburg teilt uns mit: Der Betrieb feiert am 9. November von 2 Uhr ab, und zwar hat das Werk Sonntags- betrieb, d. h. der Betrieb wird soweit aufrechterhalten, daß Strom für Licht und Straßenbahn geliefert wird. Der Beschluß lautet wörtlich:„Die Betriebsversammlung feiert den 9. November. Sie stellt um 2 Uhr den Betrieb ein und beteiligt sich an den Demon- strationen. Das Werk hat Sonntagsbctricb." kleinhanöel, Warenverteuerung unö Valuta. Daß das Sinken der Valuta zu einer Verteuerung der aus dem Ausland«ingefühnen Lebensmittel führen muß, weiß heute jedes Kind. Es ist ohne weiteres verständlich, daß der Handel mit seinen Verkaufspreisen nicht so weit hinter den Weltmarktpreisen zurück- bleiben darf, daß er nicht seine Bestände wieder ergänzen kann. Nun ist aber die Beobachtung gemacht worden, daß der Klein- Handel bei einer Besserung der Valuta mit dem Preisabbau längst nicht so schnell bei der Hand ist wie vorher mit den Preiserhöhungen. Um so befremdlicher ist es, wenn jetzt die Geschäfte ohne Rücksicht darauf, ob sie ihre Waren noch zu einem günstigen Baiutastand ein- gekauft haben, auch ihre Preise einfach nach dem Kurse der fremden Zahlungsmittel hinaufsetzen. Co wird uns jetzt von einem Leser berichtet, daß er bei einer bekannten Fettwnrenttrma, die noch aus vorhandenen Beständen verkauft, den Rat erhielt, sofort Schmalz zu kaufen zu einem Preise von 29 M. Würde der Dollar am nächsten Tag« auf 260 stehen, so würde er für Schmalz 32 M. anlegen müssen. Wie erwähnt handelt es sich um dieselbe Ware, die bereits eingekauft war. Hier schluckt also der Handel den vollen Valuiagewinn, obwohl er bei niedrigcrem Weltmarktpreis seine Preise nicht herabsetzt. Die WuchcrpoUzei sollte rücksichtslos vorgehen gegen solche willkürlichen Preisaufschläge, die die Lebenshaltung der breiten Massen unerträglich verteuern. Andererseits müßien durch. die Preisprülungsstellen angemessene Richtpreis« bekanntgegeben werden, aus denen man ersehen kann, welcher Preis gerech'fertigt ist. Der Handel geht bereits dazu über, die Ware, die er«ingekauft hat, absichtlich zurückzuhalten, um an der Verschlechterung der Valuta, die breiten Bevölkerungs- kreisen das Leben verteuert, doppelt und dreifach oerdienen zu können. Dagegen muß eingeschritten werden, wenn nicht die ungettind« Preisentwicklung der lci-ten Wochen noch durch die passive Haltung der Behörden gefördert werden soll. Zu welchen unhaltbaren Zuständen wir am dem Gebiet der Lebensmittelpreise gelangen, mag aus der Tatsache erhellen, daß die in letzter Stunde herausgekommenen Notierungen für Schmalz bereits einen Großhandelspreis von 31,50— 33,50 M. aufweisen. Zwei weitere Leichen aus dem Wannsee gcborczen. Am Sonnabend nachmittag wurden von den Beamten des Reichswasserfchutzcs zwei weitere Leichen in der Nähe der Abfahrt- 47j Iräulem. Von Paul Enderling. Frau Görke kam: auch sie bemühte sich, den Mißklang des gestrigen Abends vergessen zu machen. Sie tat es so deutlich, daß Fräulein wieder ganz aufgewühlt wurde. Nachmittags in der Dämmerung setzte sich Frau Görke zu ihr und stopfte mit ihr Strümpfe. „Nächste Woche geht's wieder nach dem Fischmarkt. Es ist auf die Dauer doch zu teuer. Und zu Hause ist zu Hause." Fräulein schwieg. „Heute abend ist im Kurgarten italienische Nacht. Sie können gut mein Billett nehmen: wir gehen doch nicht. Es soll ein herrliches Konzert geben, und der Steg wird illu- miniert. Wollen Sie nicht hin?" „Werners französischer Aufsatz ist noch nicht fertig." „Ja, dann—" „Ich komme schon ein andermal hin," sagte Fräulein. „Ia, Sie sind ja erst so kurz« Zeit hier. Allmählich werden Sie das noch alles kennenlernen. Es wiederholt sich ja jedes Jahr." Jedes Jahr... Also sie rechnet, daß ich jahrelang hier bleiben und Aufsätze dunstsehe und Strümpfe stopfe... „Nicht wahr, Sie suhlen sich im Grunde doch wohl bei uns? Wir schätzen Sic ja alle sehr. Glauben Sie nur! Sie könnten bei uns Ihr Leben lang bleiben." Mein Leben lang, dachte Fräulein: also das ist das Ende? Ja. was sollte ich wohl auch sonst? Wo sollte ich hin? Mein Leben long... Nein, das ist nicht wahr. Das ist nicht das Ende! Lieber alles andere. Lieber... alles... andere... Das Dienstmädchen kam und brachte einen Brief für Fräulein. Als Fräulein die Adresse las. stand sie auf und ging, ohne ein Wort zu sogen, auf ihr Zimmer. Frau Görke sah erstaunt von der grauwollenen Socke auf. Lothar Franzius schrieb. Es war nicht der Brief, den Fräulein erwartet hatte. Aber er war dock) von ihm urt nur für sie. „... Mein Bruder ist morgen da. Er mi�d Ihnen sagen, warum Ich nicht komme. Ich babe eine Scstlocht verlorcn. Wie könnte ich da kommen? Wie könnte ich da zu Ihnen kommen? Sie können mit meinem Bruder über alles sprechen. Ueber alles...." Fräulein lehnte sich in die Sofaecke zurück und lag nun ganz still, mit großen Augen zur Decke sehend. Sie dachte nur das eine: Er kommt nicht, aber er denkt an mich, und morgen kann ich mit einem über ihn sprechen. Was fürchte ich nun? Und ihre Augen wurden klar und hell. Sie ging ans Fenster. Im Sckzein des Zwielichts las sie die Zeilen immer wieder und sah hinter jedem Satz, hinter jedem Wort zwei Arme, die sich ihr entgegenbreiteten. Sie küßte das Papier wieder und wieder und hielt plötzlich er- schrocken inne: denn die Buchstaben verwischten sich schon. Als sie aus dem Fenster blickte, sah sie den jungen Hilmer durch den Garten gehen, und sie dachte an sein Spiel heute nacht. Der Blinde stand an dem großen Kirsckbaum still und horchte, ob sich etwas bewegte. Dabei sahen seine erloschenen Arigen starr zu ihr empor, eine ganze Weile. Dieselbe uner- klärlicste Angst ergriff sie, die sie in der Nacht empfunden hatte, und sie wurde erst ruhig, als der da unten sicker Schritt für Schrttt sein-n Weg weitergina. wie ein Sehender. Der Blinde findet seinen Weg, dachte sie,— wie sollte ich ihn nickt finden? „Fräulein!" tönte auf dem Korridor Frau Görkes Stimme. Sie lies scknell zur Türe und verschloß sie. „Fräulein!" Sie stand zitternd mitten in der Stube und antwortete nicht. Den Brief hielt sie ausgestreckt vor sich. Schutzwehr zwischen sich und der Frau draußen. Schutzwehr zwischen sich und dem Alltag... * Am nächsten Tag kam Ingenieur Franzius. Keiner aus der Familie ahnte etwas. Fräulein ging zu den zwei Fern- zügen an den kleinen Bnhnhnf. Nachmittags kam er mit einem der Lokolzüg« von Dan, zig. Fräulein pina mit Werner und Eva die Seestraße ent- lang zum Marktplatz, als, abseits vom Sckwarm der Aus- flügler. ein scklonker Herr den Platz umsckritt. Werner fragte:„Ist das nickst Pater?" „Da lauf ihm doch entgegen," sagte Fräulein. „lind wenn es dann doch ein anderer ist? Wie blamabel wäre das!" Wie eine Wie eine Die kleine Eva sagte kein Wort. Sie riß sich los, stürzte davon, kam kurz vor dem Fremden ins Stolpern und um- klammerte glücklich seine Beine. Er hob sie hoch empor und küßte sie.„Evchen. bist du es wirklich?" Das Kind sprach noch immer kein Wort. Das kleine Herz mar zu voll von Glück. Sie küßte den Vater auf Mund und Wangs und Nase und Kneifer, bis er sie lachend herunterließ. Jetzt kam auch Werner auf den Vater zu. Er machte ein« rechtwinklige Verbeugung und zog den Hut:„Willkommen in der Heimat, Vater!" „Aha, da haben wir auch Herrn Werner—" Und es war Fräulein, als hätte er vollenden wollen: Werner Görke. „Und das ist unser Fräulein," stellte Werner vor. Werner konnte sich mitunter wie ein Herr benehmen., Er gab ihr die Hand.„Wir sind ja gute Bekannte, nicht wahr?" Fräulein wurde rot bis an die Schläfen. Werner sab den Bater verwundert an.„Mutter ist drüben im Handschubgeschäft. Da kannst du sie gleick treffen." „Ia, dann wollen wir nur gleich hingehen," sagte In- genieur Franzius nicht besonders freudig. Es klang wie: „Was man nicht gern tut, muß man schnell tun." Ingenieur Franzius hatte Aehnlichkeit mit Lothar: nur schienen seine Augen härter und kühler. Und dann war da auch dieser braune, lederfarbene Teint.— Ingenieur Franzius stellte alles voll Blumen. Auch Fräuleins Zimmer stand voller bunter Dahlien. „Natürlich, es kann gar nicht Geld genug kosten," bnimmte Görke. „Es kostet ja nicht dein Geld, Schwiegervater." Alle zuckten etwas zusammen. Kein anderer aus der Familie sprach so mit dem Familienhaupt. Julius Görke ant- wartete aber nicht. Er murmelte nur etwas undeutlich vor sich bin und vertiefte sich in die Zeitung. Frau Görke hatte das Bedürfnis, zwischen den beiden harten Männern irgendwie zu vermitteln.„Nicht wahr, Bater hat sick aut erbolt?" fragte sie. „Laß nur!" Görke winkte energisch ab. und Ingenieur Franzius kam ihk nicht zu Hilfe. Frau Görke sah gekränkt und geknickt aus: Sie hatte entschieden eine unglückliche Hand beim Versöhnen...> (Forts, folgt.) stelle im Wannsee treibend aufgefunden und geborgen Es handelt sich allem Anschein nach um die Leiche der bisher als vcrmisit ge- meldeten Frau Meißner und des 10jährigen Reuter. Beide Leichen wurden ebenso wie die am Vormittag geborgenen in die Leichenhalle Wannsee übergeführt. Die Persönlichkeit des zweiten Toten, der am gestrigen Nachmittag bei der Hebung des„Storkow" auf dem Wannsee geborgen werden konnte, ist jetzt festgestellt: es ist der Etiler Erich G o t t s ch a l k aus der Prinz-Handjery-Str. 13 zu Friedenau. Die Leichen Gottschalks und Guttmanns lagen in dem Schlick und Moor, das, wie wir berichteten, sich an der Stelle be- findet, an der der Dampfer gesunken ist. Es wird vermutet, daß dort noch mehrere Leichen liegen. Der Taucher wird deshalb diese Stellen noch gründlich absuchen. Die Revolutionsfeicr der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei im 13. Bezirk(Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde, Lichten- rade) findet nicht, wie aus den Eintrittskarten angegeben, im Gymnasium Mariegdorf, Kaiserstroße, sondern in der Aula des Lyzeums Mariendorf, Ringstrahe(am Bahnhof Mariendorf), statt. Mord au einer Sohlcnhändlerin. Ein neues schweres Wer- brechen wurde gestern abend in Neukölln verübt. Dort wurde die Inhaberin einer Kohlenhandlung, Frau Martha Richter, in einem Schuppen auf ihrem Kohlenplatz in der Emser Straße 52 ermordet aufgefunden. Der Täter hat die Frau mit einem Bell erschlagen. Dieses lag noch neben der Leiche. Die Ermordete war noch gegen 3 Uhr von Kindern gesehen worden, die auf dem Kohlenplatz spielten. Als dann der starte Regen begann, waren die Kinder weggelaufen. Bald darauf wurde Frau Richter er- mordet aufgefunden. Zur Aufklärung des Verbrechens begaben sich die Kriminalkommissare Tegtmeyer und Geißel an den Tatort. Mitleidige Skraßenrauber. In der vergangenen Nacht gegen 2 Uhr wurde der 30 Jahre alle Mechaniker Karl Gallai vor dem Hause Rigaer Str. 94 von drei ihm unbekannten Männern über- fallen. Die Täter zogen ihm die Kleider aus und beraubten ihn feiner gesamten Barschaft in Höhe von 293 M. Als er ihnen sagte, ooß er Kriegsbeschädigter sei und sich in Not befinde, gaben sie ihm auf seine Bitten die Kleidungsstücke zurück. Mit dem Gelde haben sich die„mitleidigen" Straßenräuber dann aus dem Staube gemacht. Seit Dienstag vermißt wird der Koch Alfred L e p p e r t. L. wollte um diese Zeit in die Zentralmartthalle gehen, um Ein- käufe für seinen Bettieb zu machen. Ungefähr eine Stunde später telephonierte er seine Frau an und teilte ihr mit, daß er etwas später zurückkommen werde, da die Waren, die er benötigte, gerade nicht am Platze seien. Von dieser Zeit ab ist er spurlos v e r- schwunden. Leppert ist mittelgroß, hellblond, trägt kurzen Schnurrbart und war bekleidet mit gestreiften Hosen, feldgrauer Joppe und weichem Hut. Zweckdienliche Angaben werden telephonisch erbeten: Amt Humboldt 3102 oder auf jedem Polizeirevier. Tod eines Parieiveteranen. Wieder hat der Tod einen allen Parteigenossen aus unserer Mitte gerissen. Unser Genosse Schuh- macher Louis Weber, Bülowstr. 34, ist am Dienstag den 1. November nach kurzem Leiden im 78. Lebensjahre gestorben. Schon vor dem Sozialistengesetz gehörte er unserer Partei an, ist ihr allezeit treu geblieben und ließ es sich trotz seines hohen Alters nicht nehmen, noch bei den letzten Wahlen zu helfen. Die Genosien des ehemaligen 2. Kreises, und im besonderen der jetzigen 8. Abtei- lung, werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Partei wird der schlichten treuen Arbeit Louis Webers immer in Dankbarkeit gedenken. Vasserpreis. Auf Grund des Gemeindebefchlusies vom 13. Ok- tober hat der Magistrat für das Versorgungsgebiet der aus den bis- '«igen Gemeindewasserwerken mit Wasser belieferten Teilen der 7er» ahr est- schulden, das— was ausdrücklich betont sei— nicht die Redaktion trifft. Wir nehmen gleich an dieser Stelle Gelegen- heit, das häßliche Vorkommnis, für das wir unsere Leser um Entschuldigung bitten, richtig zu stellen. Jin Zoologischen Garte» findet an dielem Sonntag nachmittag von 4— JO großes Konzert unter Obermusikmeister Knpch statt. Eintritt 2 M., Kinder unter zcbn Jahren die Hätjie, ebenso jür das bis 7 Uhr abends geöffnete Aquarium. Tonnerstag, den 10. d. M, er lies diesjähriges Elite- Konzert. acht werde». um den Platz werden fitr die zuschaue- Tribünen errichtet, für deren Her- stellung etwa 2 Millionen Mark erforderlich sind. Man reckmet mit einer T-U- -......-... cn /v.A----- Der Rat t>fZ Stadt bestehen bleiben. Die großen Mcßhallen werden zum Teil ganz kostenlos, zum Erich Gruner, kommt in den nBchlie» Tagen zur Ausgabe. Wir hasse», daß die Arbeiterpresse aller Richtungen un» en der Werbearbeit wirksam unterstützen wird. Zum 9. November! Die vemoustralioneu finden auf folgenden Plätzen stall: Weberwiese(Osien). hnmboldthaiu(Norden). Wikkenbergplah(Westen). Kalser-Ariedrich-Plah. haseaheide(Neu- kölln, Tempelhof. Warieadorf. NIarienselde). Oberschöueweide, ZNarktplah(Oberschöne- weide, Niederschöneweide, Johannisthal). Köpenick, Marktplatz(Köpenick. Grünau, Fried- richshageu). Spandau, Neues Rathaus. j Ilm 2 Ahr nachmittags verlassen sämtliche Arbeiter. Arbeite- rinnen und Angestellte die Betriebe und begeben sich in geschlossenen Zügen zu den oben angegebenen Plätzen, so daß der Anfang Z!-- Ahr erfolgen kann. In 20 Mnuten langer Ansprache werden die Redner der Par- keien und Gewerkschafleu die Bedeutung des Tages würdigen. Be- ginn und Ende der Ansprache wird durch Trompekeoflgnal bekannt- gegeben. Am Z.S0 Ahr hat die Demonstration ihr Ende erreicht. worauf sich die Züge auflösen, oder gefchloflen in ihre Wohnbezirke zllrückmarfchieren. Verkehr und die von der Arbeiterschafl als lebenswichtig auerkannten Betriebe werden nicht stillgelegt. Die Nachkschichtarbeiler begeben sich von der Demonftrakion aus wieder zur Arbeit. Ordner für die Züge haben die Betriebe selbst zu stellen und für Armbinden zu sorgen. Die Ordnung auf den Plätzen übernehmen die Parteien. Di« Frei« Surnepschaft TchZr-berg eröffnet am Montag, den 7. Rooember. Madchenabieilung in der Turnhalle der 14� Eemeiiitcschule��rchtes. eine Müdchenabteilung in der Turnhalle der 14. fadener Straße. Turnabende jeden Montag und D------- rte Genossen werden gebeten, ihre turnlustigen Mädchen dahin zu senden und nicht in die bürgerlichen Schulvereine. Die 2. Mädchenabteilung turnt.zur selben Feit Turnhalle Ebersstraße. Sonntag, den 6., vorm. 9 Uhr, Belziger Straße, Slnderwertungsturnen der Nordgruppe des A.>T.-B. Gäste will- kommen. (Schluß de, rcdaitiauclleu Teil») GAY» Vmm tadtgemeinde Berlin den Preis für 1 Kubikmeter aus dem Wa rohrnetz abgeqebenen Wasiers, beginnend mit der für dos Viertel Oktober-Dezember 1921 auszustellenden Rechnung, aus 1 M. gesetzt. Das Wäschereinigen wird teurer. Di« Wäschereibesitze Gpoh-Verlin haben beschlossen, infolge der Steigerung ihrer Unkosten die Preise für das Wäschereinigen zu erhöhen. Ret von „Volk und Zeit" der heutigen Auflage bei. unsere illustrierte Wochenschrift, liegt >ei. Auf der letzten Seite der fälligen Nummer geben wir die Porträts der vier sozialdemokratischen Minister im neuen Kabinett Wirth. lieber die beiden mittleren Unterschriften Dr. Köster und Prof. Radbruch sind durch eine leidige Verwechslung falsche Bilder gesetzt worden: ein Ver» Brot und Mehl. In der Woche vorn 7. bis 13. November 1S21 darf Brot und Mehl nur auf die Brotkarte abgegeben und entnommen werden. deren Abschnitte das Stichwort Dr. Thompsons Eeifenpulver tragen, und zwar vom Montag, den 7. November, ob. Leo Blech in Neukölln. Am Sonntag, den 6. November, abends 7>4 Uhr, findet in der Aula des Reformrealghmnasiums Neukölln, Boddin» strahe 34/41, das U. diesjährige Lrchesterkonzcrt(40 Künstler) unter Leitung des Herrn Generalmusikdirektors Leo Blech statt. Zum Vortrag gelangen: Eroica von Beethoven, Flötenkonzert von Mozart(Solist: Hendrik de VricS) und die Ouvertüre Euryanthe von Weber. Eintrittskarten 3— 12 M. Bezirksbildungsausschuß Groß-Berli«. Heute abend 8 Uhr im Sophiengymnasium, Wcinmeisterstr. IS,„Ein- sllhrungSabtnd" für das am 13. November stattfindende Mozartkonzert. Vortrag mit Demonstrationen am Klavier Tr. E. Jokl. Gesang Frau Ger- trud Wols. Eintritt 1 Mk. AbonuementSseslkonzcrte. Neuaustage eines Abonnements für die folgender vier Konzerte zusammen 13,20 Mk. im Bureau des Bezirks- bildungZauSfchusses, Lindenstr. 3, 2. Hof 4 Treppen, Zimmer 12, und bei de» Mitgliedern der Kreisbildungsausjchüsse. Künstlerischer Zimuierschmuck.„Die Bahnwärters amilie" von HanS Boluschek und„Heimkehrende Hasenarbeiter" von Frau Sela Hasse hohen im Bureau des ldungsauSschüss«. Di« Arbeitsgemeinschaft der KreiSbilduugSobleute kommt am Montag, den 7. d. M., nicht zusammen. Die nächste Sitzung findet den 14., statt. am Montag, Arbeitersport. Das erste deutsche Arbeiterturn- uud Sportfest i» Leipzig. Das Fahr 1922 bringt zwei groß« zentral« sportliche Veranstaltungen: Im Krunewaldstadion finden die deutschen Kampfsviel« statt und in Leipzig wird das erste Arbeiterturn, und Sportfest großen Stils in den Tagen vom 22.— 2S. Juli abgehalten werden. Träger erstgenannten Festes ist der deutsche Reichsausswuß für Leebesübungen, der«ine stusammenfassung der b ü r g e r- I i ch e n Turn» und Sportverein« darstellt. Das Leipziger Fest da» gegen wird unter Mitwirkung der übrigen Arbeitersportverbände vom Ar. belter-Turn. und Sportbund veranstaltet. Es findet statt auf dem Gelände der ehemaligen Ausstellung, das jetzt für die Technische Messe mit rtessgen m mm mßt Hamvurgl Damen-Kleidung für den Herbst und Winter Schwarze Mäntel aus flauschartigen Staffen.... M. 235.' usw. Fesche Jacke aus Mohair-Astrachan, ganz auf Futter. M. 733.' Kleiderröcke aus meliert. Halbwollstoffen, M. 109.- 112.- usw. Kostüme aus reinwollenen Stoffen, M. 964.- 1176.- usw. Jugendüches Kleid jus reinwollenem Cheviot mit breiter Seilten- r-n-y Ähärpe..................... M. ö 2/• Farbige Mäntel In den verschiedensten Stoffen,. �_ bell-, mittel- u. dunkelfarbig, M. 415.- 550.- 603.» usw. Mäntel aus Wollplüsch, Samt, Sealplüsch, vornehme Macharten, in allen Preislagen Blusen aus gastr. bwl. Flanell, offen u. ge-___. schlössen zutragen, hell u.mittelfarb. O D-r.- y«i.50osw! aus Wollstoffen, in Kimono-,-.. eoo Hemd-und Schlupf-Formen, M. IU-4.- lOÖ.- usw. aus geripptem Samt.................... M. 1 61.- aus einfarbigem Velvet in verschied. Farben 262.- 264.- Schwarze Mäntel aus guten Wintertuchsn...... M. 786.- usw Eleganter Mantel aus Mohair-Astrachan, ganz auf Futter, M. 791- Kleiderröcke aus plissierten Wollstoffen, nr\A in marine und schwarz, M. OÜiS.- OU'r.-usw. Morgenkieider aus Flauschstoffen... M. 203.- 300.- usw. Tes- u. Geseilschafts- Kleider In den neusten Macharten und Stoffen größte Auswahl Woll- Kleid aus Popelin, Cheviot, offen und cr-r» eor geschlossen zu tragen.... M. v>OU,—- Oot).— HERBST- und WINTER-PREISLISTE- VERSAND KOSTENLOS• SCHNITTMUSTERLISTE PREIS M. 1.75 vortrage, Vereine und Versammlungen. ScIdjaSunft Ltchienber� b«, abend-..................... fetal des Ramtraien Dt. Stutm übet THule, Kolonnen stt.». Thema:„Branchen wir Hauswitte?" sitzender de» Wieterbundes Westen.— Wnnd zur FStberuNl Berlin. Montag, den 7. November, abend« pünktl B-----... uuc.„Pazifismus". 2. Bericht vom Gau. � Mleteroerci» Berliner Westen, e. B. Ocffentliche Mietetvetfammlung Ig. November, abend- 8 Uhr, in der Aula der llhland» in. Montag, den 7. November, abend» pünktlich 7 Referent Vor- �bc» Pilzlunde, am Donnerstag, den Sütgetfaol de- Berliner Rathaufe-, Erst« Hauptversammlung. Tagesordnung: 1. Iabresbericht de- Vorstände». S. Neuwahl de» Votstande, und Ausschusses. Z. Erledigung von Anträgen(darunter Antrag auf Satzungsänderung vom 1. Oktober 1S21, betr. Erhöhung de, Mitgliedsbeitrages). 4. Vortrag de» Herrn Dr. phil. et rer pol. Sabalitfchka über„Giftpilze(mit Lichtbildern). Ardeiter-Samariter-Kola»»« Berlin,«. B. Mittwoch, den«. November, allgemeiner Dienst an den bekanntgegebenen Plätzen. Tragen und Decken find --------- der im grossen DienÄng abzuholen. Kleine Mitteilungen. Aussprache. Eintritt willkommen. Wetterbericht bis Montag mittag. EtwaZ kühler, zeitweise heiter, aber oeiändertich. Im Osten noch einzelne Regenschauer, ionst Überwiegend trocken bei mätzigen. vorherrfchend westlichen Winden. 0»m«n»ip»i,geid,e!iui,s -adv-r- bester, kür stls Strasse, karte,»ehr moderne Form, bohe», und sind folglich einzig dastoüond ala DeQtscIilaßils Spezlaihous f. Traarlnge G. Alb. Tbal, C 19, Scydeistp. 5. Eigene Fabrik. Verkaut diiekt an Frirale. Versand nach auswärts. Katalog gratis! Garant leeoho in für gesetai. Goldinhalt. SpeEialulnetitut lur HeiltDagnetismus für hoffnnnsslose Kranke Dir. Martin ScbaU 25jähr. Erfahrung Berlin C, Kaiserstraße 35 (Alexanderpl.) 11-12 u. 6-7 Brillanten Ninge. Schmu ckstücke sederAri, grosse, werrnolle Zu- weien.Perlenfchnlire taufen z dem momentan iehr höh. Auslandslues u. zahlen 1. grosse, reine Steine direkte Phantasievreise. 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Der Mir.imax-Apparat bewährte sich hervorragend. Berlin, den 4. Oktober 1921. Paul Siebert, Generalvertreter der Dietrich-Automobile für Deutschland. Dachbrand. Am 30. Juli 1921 geriet durch unbekannte Ursache das Dach des Kesselhauses inBrand. Nach Abrücken der Wehren flammte das Feuer wiederholt erneut auf. Diese Brände wurden mit Minimax erfolgreich bekämpft. Berlin, den 10. August 1921. Mussehl& Haselbach, Dampfhammerwerk. Eieiierbrand. Am 28. August 1921 brach im Keller des Verwaltungsgebäudes ein Brand aus. Nachdem mit Minimax eingegriffen wurde, war das Feuer bald gelöscht. Berlin, den 8. September 1921. Bergmann-Elektrizitätswerke Ä.-G. Gut bewährt. Im Fabriksaal gerieten durch Selbstentzündung Stoffe in Brand. Mit 2 Minimax- Apparaten konnte das Feuer gelöscht werden. Die Minimax-Äpparate haben sich gut bewährt. Oh arlottenburg, den 25. Oktober 1921. Dr. Cassirer& Co. A.-G., Gummi- und Kabelwerke. Vom Verbrennungslode gerettet. Vor einigen Tagen verunglückte ein Maschinensetzer meines Betriebes dadhrch, daß beim Anheizen der Setzmaschine die Flamme in den Spiritusbehälter schlug und letzteren zur Ex- Slosion brachte. Der brennende Inhalt ergoß sich über den laschinensetzer und den Arbeitsraum, sodaß alles in Flammen stand. Der Tod des Maschinensetzers und ein größerer Brandschaden wurde nur durch die Geistesgegenwart eines Arbeitskollegen, des Maschinensetzers Hermann Krell e, verhütet. Dieser hatte die Kaltblütigkeit, sofort die Setzmaschinen außer Betrieb zu setzen, seinen Arbeitskollegen aus dem brennenden Raum herauszuziehen und mit dem im Vorraum hängenden Minimax- Apparat zunächst das brennende Zeug seines Kameraden und alsdann die Flammen im Setzmaschinenraum abzulöschen. Dank der vorzüglichen Wirkung Ihres Minimax-Apparates war die Rettungsarbeit in wenigen Sekunden erledigt und der Betroffene hat zwar schwere Brandwunden erlitten, wird aber nach Aussage des Arztes wieder ganz gesund werden. Osterwieck-Harz, den 1. November 1919. A. W. Zickfeld. Buch- und Knnstdruckerei, Verlagsbuchhandlung. Gläniend bewährt. Am 12. September 1921 brach in der Automobil-Reparatnren- werkstatt ein Brand aus. Durch das Abtropfen von Benzin aus dem Vergaser eines Automobils hatte sich auf dem Fußboden eine kleine Benzinlache gebildet. Beim Nieten der eisernen Chassis-Teile fiel eine glühend gemachte Eisenniete in das angesammelte Benzin, wodurch sofort der Brand entstand. Minimax löschte den Brand und hat sich glänzend bewährt. Oharlottenbnrg, den 20. Oktober 1921. N u 1 a v G. m. b- H., Nutz- u. Luxus-Automobil-Vertriobsgesellschaft Es gibt keinen anderen Feuerlöscher, für dessen Güte und Brauchbarkeit so viel Beweise aus der Praxis erbracht werden können wie für H I N I M A X. 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Eine Stadt der Arbeit, niedergehalten durch den drohenden Arm tiae» Generals, der es in der schlechten Schule des Krieges verlernte, auch dem friedlichen Werk des Besiegten unbefangen zu begegnen. Schon von der Bahn zu sehen: Schornsteine, die nicht rauchen, nur wenige darunter, die den qualmenden Beweis der hastenden Räder nnd fallenden Hämmer zum Himmel senden. Hallen, die abgedeckt sind, Fenster, hinter denen das Schweigen wohnt, verurtellt, in ein totes Nichts von stumm stehenden Rädern zu schauen, niedergelegte Gerüste, die Krähne trugen. Mauern, die aus heiler Haut zum Ver- fall gebracht wurden, Zerstörung, Einebnung. Weil eine vergangene böse Macht hier Werkzeuge des Todes baute, müssen die Friedlichen, die aus dem Eisen nicht Kanonen, sondern Achsen und Wellen und tausend anderes Nützliches drehen, daran glauben. Ein Runögang. In vielen der Hallen dreht und schnurrt es heute noch, in eini- gen ist's wie ein Schwanenlied: man darf nicht an morgen denken. Eine Tür fliegt auf, Dreherei, das A und O der Metallbearbeitung. Es knattern noch die Riemen und die Decke ist noch das Wirbelfeld der Transmissionen: aber sieht man genauer hin, da fehlen hier und da einige der vermittelnden Lederbänder, die der Arbeit der untenstehenden Maschinen die Bewegung geben. Dort ist eine tot und dort, in ganzen Gängen, zwischen dem crbeitsgewohnten Stahl wohnt die Stille. Sie tragen alle» samt das Mal des Todes, ein großes weißes„Ii"(das ixißt beschlagnahmt, um nach Frankreich a u s g c l i e- fertzuwerden) oder das»EX'(muß zer stört werde n'), und sind doch Drehbänke wie alle anderen, bestehen aus Rädern, Wellen und Spindeln, die jede Gerätschaft des täglichen Lebens er- zeugen können, müssen weg, well zu viele ihrer Art hier stehen, oder weil man sie auch jenseits des Rheins gebrauchen zu können glaubt. Und noch auf vielem, wo der Mann der Arbeit heute noch das Werk- stück rundet, blüht das ominöse Zeichen, macht sich breit und schafft böseren Haß, als viele der anderen Dinge, die wir von drüben ge- «jnonht sind. Geht es weiter in den Raum, wo die schwarzen -Rosien der Dampfhämmer die Halle füllen, wo heute noch das glühend« Eisen form- bereit aus den Puddelöfen lugt, so wiederholt sich das gleiche. Noch dröhnt es und schlägt fiebernd die Formpresie hernieder, aus der etwas so Nützliches wie ein Waggonkuppelhaken entstehen soll. Noch zischt der Dampf aus geöffneten Ventilen, noch zittern die Fundamente, wenn der Hammer niederrast. Wie lange noch? Eine mächtige hydraulische Druckpresse, angemerkt mit dem Kainszeichen, reckt noch stumm ihre Glieder.„EX', zum Zerschlagen bereit, gleich dem Wert von vernichteten zwei Millionen. Drüben in der Schmiede ragt eine in Einsamkeit unier Schutt und herausgerissene Dingen sinnlosester Zerstörung, die ZSOO Tonnen zu bewältigen imstande war. Man dachte sie zum Pressen von Chassisrahmen zu benutzen. Mit„EX' hat der General diese Absicht zunichte gemocht. Da sind ein Stück weiter Maschinen, mit denen man den Grat abschnitt, der beim Pressen der Formstiicke übrig blieb. Mächtige Pressen sind es, die mit ihren Fundamenten eine Unsumme repräsentieren und die ollein zu ihrer Zerstörung Tausende erfordern. Kurzerhand, da der General ihre Umstellung für den Friedensbedarf nicht für nötig hielt, ver- ordnete er da» bequeme„EX'. Große Hämmer stehen da, die an dieser Stelle tüchtige Arbeit leisten könnten, die man gebraucht, aber für den General sind es zu viel auf einem Haufen. Man müsse sie, so befahl er, ausgraben mit ihren Fundamenten, wegschaffen, ver- streuen, verkaufen. Die toten tzallen. Draußen schafft es und regt sich noch, Lokomotiven schleppen dos Eisen von einem Wert zum anderen, es raucht und bebt aus ollen Hallen, bis man plötzlich um eine Ecke biegt und vor einem toten Hause steht. Erblindet die Scheiben, still im Innern. Dieses traf das Auge des Generals. Warum steht dieses Haus? Bergüterei, worin man einst Kanonenrohre härtete, aber auch das Eisen für den Frieden muß gehärtet werden. Werkzeuge aller Art z. B.„Nichts da,' sagte der General:„EX'. Ein anderes Haus steht nur noch halb da. Eisengerippe kriecht aus seinen Mauern. Das Dach ist hin, Fenster zerschlagen, Gerät liegt herum, ein zerstörtes Kesselhaus. standen darin ganz gewöhnliche Kessel für Dampfmaschinen. Warum mußte es zerstört werden? Antwort vom General:„Weil es ein Kesselhaus ist." Im Nachbarhause war nichts zu verbieten. Hier werden Fellen gehauen. Hier hantieren fleißige Männer an Maschinen, die mit so und so vielen Schlägen in der Minute Kerbrinne auf Kerbrinne in di« Feile hauen, und daneben sitzen welche, die die nutzlos ge- wordenen Instrumente mit mächtig rollenden Schleifsteinen abschlei- fcn. Dazu nehmen sie in einer sehr anstrengenden Arbeit die Knie zu Hilfe, die das zu bearbeitende Stück fest an den Stein pressen und feinfühlig, der kleinsten Kurve nachgebend, hin und her dirigieren. Das Werk üer Nützlichkeitea. Dann kriegt man einen Einblick in die Dinge, deren Friedkertig- keit auch ein Clemenceau kaum anzweifeln dürfte. Ein paar Hallen hat man für die Eisenmöbel, insbesondere für Bettgestelle, fertig gemacht. Das Eisen ist hier zu sansten Röhren ausgezogen, zu kühn geschwungenen Bettpfosten verarbeitet, und auch die Drahtmatratzen, die man herstellt, können keinen General in Angst versetzen. Hier regiert die weibliche Hand in Gemeinschaft mit einer Maschine, die sehr kunswoll die«inzelnen Drähte ineinander verwebt, und sind 63 Maschen solch einer Matratze verflochten, so hat das Fräulein 4 M. verdient. Auch werden die Bettgestelle sauber lackiert, mit einer bescheidenen Dekoration versehen und schließlich eingepackt. Dann wird viel Eisen für den Hausbedarf umgegossen und spaziert nachher in Gestalt von allerlei Hausbedarf: Schrotmühlen, Backmühlen und Knochenmühlen, Passier» und Knetmaschinen denselben Weg auf dm Gleisen zum Bahnoersand, den einst das Schreckenszeug der Gra- naten nahm. In der H o l z f a b r i k, von wo einst das Fahrgerät des Heeres ausging, reiben sich die Sägeblätter wund, um vom ein- fachen Flaschenkasten bis zum Schreibtisch und dem Kutschwagen alles herzustellen, was sich aus Holz schlechterdings herstellen läßt. Es fehlen nicht die Rolljalousiefchränke, wie Zimmer- und Küchen- einrichtungen und vor allem nicht di« sogenannten Reichsnormen- fenster und-türen, die für jeden Hausbauzweck in Anwendung kom- wen. In einer dieser großen Hallen steht auch das Modell eines Holzhauses, wie man es sich für den Aufbau der zerstörten Gebiete Frankreichs gedacht hat. Ein sehr nettes und komfortables Haus, dessen Herstellung sich auf etwa 76600 M. belaufen wird. Dann kommt das Lazarett der Lokomotiven, wo an 50 der hochrädrigen Gesellen zur Reparatur bereitstehen. Auseinandergenommen, die Eingeweide des Kessels dem Beschauer zugekehrt, räderlos und verbeult, stehen sie da. Aber die hämmern- den Männer rundum sind an ihrer Wiederherstellung begriffen und man sieht den Tag, wo sie aus eigener Kraft wieder den Weg über die Gleise nehmen werden. Die Höfe sind gesteckt voll mit Güter- und Spczialwagen. Eine ganze Herde der kleinen Grubenhunde wartet auf den Transport in ein Kohlengebiet und Kolonnen von landwirtschaftlichen Wagen harren der letzten Hand, die sie fertig- stellen sollen. Gelreidemähmaichinm und das Mtorrad der Deutschen Werke, das als neuestes Fahrzeug in die Fabrikation aufgmommen wurde, geben einen Begriff von der Dielfeitigkeit, mit der man sich bemüht, die Werke technisch auszunutzen. 3n Haselhorst. So'hat man schließlich das ganze Gebiet durchschritten, das sich von den Gleisen der Bahn bis an die Havel erstreckt. Eine Brücke schwingt sich hier hinüber und man gelangt wieder, an neuen Stätten der Zerstörung vorüber, in das Werk H a s e l h o r st, wo ein Teil der feinmechanischen Tätigkeit der Deutschen Werke vereinigt ist. Wieder gibt es leer« Höllen, die aller Maschinen entblößt, von keiner rädererfüllten Zukunft mehr zu träumen wagen. Eine riesige Kraftmaschine, die einen Dynamo in Bewegung setzt, trauert seit Monaten stumm und unter dem Signum des mächtigen„v", das sie für die Beschlagnahme reif erklärt», mau kann sie auch in Frank- reich brauchen. Dann geht? in das eigentliche Gebiet der„Noch- immsr-Waffenfabrik" von Haselhorst, in dem die Ententekommission unter dem rührigen General die Streifzüge mit besonderer Borliebe unternimmt. Hier wurden früher die Gewehr« für das Heer ver- fertigt und unter unsäglichen Bemühungen hat man es fertig ge- bracht, diese Moschinen für den Bedarf von Jagdflinten. Teschings und Scheidenpistolcn umzustellen. Das ist unter großen Kosten nach vielen Monaten gelungen und jetzt wirbelt und dreht es in diesen Sälen, in denen alles von Ocl schwimmt und von einem Oeldunst erfüllt ist. Seinerzeit befahl die Kommission:„Die Gewehrmaschinen werden kleiner gemacht, was braucht ihr so lange Jagdflinten?" Heute befiehlt sie:„Ihr braucht überhaupt keine, vernichtet olles, wie es geht und steht.' Tafelwagenalarmglocken, Kassettenrafier- Maschinen, Feuerzeuge und Präzisionswcrkzeuge, das alles fabriziert man außerdem hier und vor allem ist die Konstruktion jener Prothesen aufgenommen worden, die den gliedlcscn Opfern des Krieges zu einer geeigneten Beschäftigung wieder verhelfen sollen. Wiedcrgut- machung am eigenen Leibe. Vernichtung trotz allem. Doch gleich einem spähenden Geier kreist die Vernichtung über allem, kein Haus ist feiner Grundfesten sicher, keine Maschine ihrer Fundamente. Es könnten des Generals Berater eine Schraube erspähen, einen Winkel,«inen Drehstahl, der zufällig in die Oeffnung eines Militärgewehrs paßt.„Fort mit der Maschine, fort mit dem Haus.' Gassen wenden sich wieder an toten Werkstätten vorbei, an leeren Sälen, in denen man schon begann, sich auf eine neue Arbeit einzustellen, bis der General----- Man wollte einen neuen Fabrikationszweig einführen, man grub, baute in der Halle um. »Halt!"------ Man wollte irgendwo in einer Halle einen Generator ein- bauen, hatte begonnen:„H a l t!" Man wollte, man wollte, es ist endlos, was man wollte und nicht durfte. Tausend Räder könnten das Lied der Arbeit lauter erklingen lassen, sie stehen still und stehen Tag und Nacht und Monate und Jahre jetzt, und niemand darf sie in Bewegung setzen. Und all die tausend Männer, die das wissen, gehen stumm und verbissen durch diesen einen stillen Saal, der die„Leichenhalle" heißt, weil in ihm all die Maschinen stehen, die laut Beschluß des Generals niemals mehr in Bewegung gesetzt werden dürfen, die still der Stunde harren, wo in ihrem kunstvollen Räderwerk, der Arbeit fleißiger Leute, der Hammer wütet. Männer mühen sich in einer veralteten Walzwerksanlage, die man erneuern wollte und nicht durfte, sie kommen morgens und denken: was ist heute los, wird man uns auch hier vertreiben? und gehen abends mit dem Gedanken: was werden sie uns morgen nehmen? Sie können sich für keine Arbeit auf die Dauer einrichten, da sie nicht wissen, wie lange es währt. Dieses Fortwerfen und jenes Anfangen, es ist ein ermüdender Zustand auf die Dauer. Sie brauchen ein sicheres Werk, das nicht der Laune eines Generals Untertan ist— die Menschen und die Räder. wirtschaftliche Zolgen. Was bezweckt die Entente? Die D c u t s ch e n Werke A. G. entstanden aus den früheren Reichsbetrieben. Diese waren fast durchweg auf die Herstellung von Waffen und Munition eingestellt. Nach dem Zusammenbruch warf sich die Frage auf, was sich mit den jetzt wertlos gewordenen Unternehmungen anfangen ließe. Die Entente verbot die Produktion von Kriegswaffen, die A r- b e i t e r s ch a f t sorgte selbst für die Innehaltung des Verbots. Schwere Erschütterungen, Streiks usw. verhinderten eine schnelle wirtschaftliche Umstellung der umfangreichen Betriebe, die Staatswerke waren außerdem wegen ihrer Defizitwirtschast ständigen Angriffen ausgesetzt. Es galt nun eine neue Wirtschaftsform zu finden, die das Eigentum der Allgemeinheit an den Werken erhielt, die ihnen dabei aber doch die Beweglichkeit der Privatbetriebe gab. So kam man zur Gründung der Deutschen Werke A. G. mit einem Aktienkapital von 100 Millionen Mark, das sich in den Händen des Reiches befindet und dessen Aufsichtsrat sich aus Vertretern der Rc- gierungen und der Parlamente zusammensetzt. Mehrere Ar- beiterführer, wie Otto Hue und Wissell befinden sich darunter. Auf diese Weise gelang es, den von der Prioatindustrie be- triebenen Verkauf der Unternehmungen zu Schleuderpreisen an die Prioatindustrie zu verhindern, und man machte den Versuch, die großen Produktionsanlagen Friedenszwecken nutz- bar zu machen. Vor den Toren Berlins befinden sich die An- lagen von Spandau und Haselhorst, deren Tätigkeit einen trefflichen Einblick in die Leistungsfähigkeit solcher Betriebe gewährt. Jetzt sind die Werke von der Entente bedroht. Die inter- alliierte Militärkommission fordert die Stillegung einzelner Fabrikationsanlagen, so insbesondere der Werkstätten der- ienigen für Jagd- und Sportgewehre und die Munitionsherstellung dafiir. Sie verweigert ferner die Ge- nehmigung zur Errichtung eines neuen Walzwerkes als Ersatz für die völlig veraltete bisherige Anlage. Aehnljche tiefgreifende und das ganze Fabrikationsprogramm um- werfende Stillegungen und Werkszerftöningen wurden, wie wir schon berichteten, in anderen Werkstätten, so in Erfurt und Hanau gefordert. Für Spandau und Hoselhorst bedeuten diese Maßnahmen, wenn sie durchgeführt werden, einen doppelt .schweren Schlag, weil es ungeheuer schwierig war, nach den langen Streikpausen und politischen Wirren das Werk überhaupt neu zu beleben. Wie wenig es gc- lungcn ist, die Produktion voll in Gang zu bringen, erkennt man daraus, daß während des Krieges in den Spandauer Werkstätten insgesamt 86 60(1 Arbeiter und Angestellte bc- schäftigt werden konnten, von denen weitaus der größte Teil auch bei der Friedensproduktion Arbeit finden könnt?, während beute nur rund 16 866 Arbeiter und Angestellte tätig sind. Großer Müde hat es bedurft, Umbauten mußten vorgenommen werden, Arbeiter umgelernt und wieder an die Akkordarbeit gewöhnt werden, um wenigstens bei dem beschränkten Betriebe zu ermöglichen, daß sich das Werk selbst erhielt. Daß das bisher gelang, ist zu einem wesentlichen Teil auch dem B e- triebsrat zu verdanken, der mit der Direktion an der Neuorganisation des Betriebes tätigen Anteil nimmt. Die weitgehende Beteiligung der Arbeiterschaft an der Produk» tionskontrolle aber hat ihre Verantwortung gegen- über dem Betrieb geschärst und einen gesunden Betriebs- egoismus geweckt, der sich natürlich durch die Zwangsmaß- nahmen der Entente in ein« tiefe Verbitterung um- gesetzt hat. Wurden doch schon mehr als?wei Drittel der Ma- ichinen feils zur Zerstörung, teils zur Entfernung aus dem Wert, teils für Wiedergutmachungszwecke beschlagnahmt, und die Beschlagnahme erfolgte mit einer Willkür, die die Produk- tionsinteressen des Werkes auf das schwerste gefährdet. Das alles, nachdem schon ein erhebliches Teil Friedensarbeit ge- leistet worden ist. die"' oft langwierige und mühevolle Vor- bereiwngen und Umstellungen erforderte. Das fällt um so mehr ins Gewicht, als die alten Reichs- betriebe keineswegs Muster der Wirischaftlichkeit waren. Der preußische Militarismus hatte es so bequem, mit billigen und willigen Arbeitskräkten zu rechnen und war mit dem technischen Kleiä 390.— BERLIN SW.6S MarkgrafenstraBe 84/88 Jordan BERLIN SW. 68 MarkgrafenstraBe 84/83 Damenkleidung KJoick It- Abbilduns, prima Wollstoff, i\iciu dun-elfarbi? m. modernen OßflOU farbigen Streifen, Piisseegarnitur uttU �frirUaz-t-A U. Abbildung, vornflg!. Jll iCnjdLIVC Wolle, moderne QKft'JO Farben mit Bordüre...... uuU Dnrlr>*• Abbildung, kräftiger tOKOO IV A woll£e;n, Fanrailestüff.. luil Putz Sanimethut SlÄLÄ G0M PilThtif Eroße, gerad.e Form, mit Band- rilZUlu schielfean verschiedenen 0700 Farben............ 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U.; Die Schauspieler '■/.u: Peter Brauer Metropoi-Theater 3 Uhr: Die blaue Masar aiDle Slraßensängerin Keßes Tleater am Zoo 7V, Uhr: Hansl Arnstaedt Das Ew2g«AlSnnllclie Montag: 25. Aufführung Neues Volkstheater */, uhr Rose Bernd Schiller-Th Charlottenb. 3 Uhr: Ifeiden 5 Stützen ICesolIsclialt SchloBparlc-Th. Steglitz 3 U. Laune der Verliebten vi« Mitschuldigen 71/, Uhr; Das Konzert Thalia-Theater g'/sU: Rumpelstilzchen p/.aiScIiäa'DlEli, Lotte Thea! a. Nollendorfplatz 3 V» Der Vetter aus Dingsda u.: Die Ehe Im Kreise Theater des Westens 3V.: Erste Liebe gold. Zeit 'v.u.; Braut ILucullus Mi. 4: ninael und üretel Th.l.d.Kommandantenstr. (JUd. Künstler-Tbeatcr) T/t Uhr Dybuk Wallner-Theater S'/iUu Die Tanzgrälln 'Vi Uhr Klxchen Volksoper. Walhalla-Th. 3V,: Sherloek Holmes oSr:GlockenT.C8?HEYllle Bei einer groHenAnzaHlvoit Käufernbestebteineyelvtsie Abneigung gegen da? Kaufen auf Teilzablung. Der Kaufmann, der es ganz selbstverständlich findet, daß er von seinem Lieferanten einen an- geme'senen Kredit in Anivrnch nimmt, scheut sich, privat davon Gebrauch zu machen. Der Rentner, der Beamte, der Angestellte und der Arbeiter haben das Gefähl, dah sie bei dem Kausen anf Teilzahlung etwas tun. wodurch, wenn eS bekannt, ihre Achtung in ihren Kreisen beeinträchtigt würde. Wir halten dies Gefühl, durch ein Vorurteil entstanden, für etwas absolut UnzeitgemäpeS. Wir olle, wenn wir gegen uns ehrlich sind, müssen unS do!, Uhr: Fidele Brüder (OHES CJPEICE Linienilr. 132, am Oranienburger Tor Täglich U Uhr: Nauens Debüt Pos»e mit Gesang mit Pcrd. Qrunecker Tel.; Norden LdSV Casino-Theater Loihring. Str. 37 Tagl. 7»/. Gänzl. neuM Programm. Der Schlager der Spielzeit Der Weg z. Glück VolKastucK in 4 Aufzügen Volkstümliche Preise! Sonnt. 3'/,: Pantoffelheld Theat. a.Kottbus. Tor ft �cLSDlocigpl. 16077 SdBLtVjUbtunb Sonnt, nadim. SU. 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