flg. 536 ♦ Z8.?abrgang flusgabe s- Nr. 266 Bezugspreis- WerteliiZhrl. Jg.— Hl, monatl. lt- M. tsei ms Saus, voraus jatilbor. Postbezug: Monatlich 12,- M. rlnlchl. Zu- stellungsgrdiihr. Unter Kreuzband>ür Deutschland, Drnz g, da» Saar- und Momelgebiet, sowie die ehemal» dem- scheu Gebiete Polen», Oesterreich, Ungarn und Luxembura 22.— M., für da» übrige Ausland 20,- M. Postbestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho- Slowakei, Dane- mark, Holland, Luxemburg, Schweden und dir Schweiz, Der.Dorwärts" mit der Sonntag» beilage»Volt und Reit", der Unier» ha.tungsbeilage �-imwelt" und der Beilage.Siedlung und Kieingarlm* »rfchemt wochenlägllch zweimal. Sonn» tags und Montag, einmal. Telegramm-Adresse: „Sajiol&emotcal Berlin" Abend Ausgabe r ) Berliner Volkslilstt RnzetqeirpreiS: Sie neungesvalten« Ronvareillezekl» lostet b,— M, �kleine Anzeigen" da» settgedruckt» Wort 2,— M. izn- lässig zwei seitgedruckte Worte), lebe» «eitere Wort 1,— M, Stellengesuch« und Schlasstellenanzeigen da» erst« Wort U— M., jede» weitere Wort M Psg, Wort« über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Familien �1». zeigen sür Abonnenten fteile 5Ä> M. Die Preis»»erstehen stch einschließlich Teuerungszuschlag. Anzeigen fstr die nächste Zbammor müssen di«» Ahr nachmittag« st» Hauvtgeschäft. Berlin SW KS, Linden- straße Z, abgegeben«erden. Geöffnet »on S Uhr früh dl» S Uhr nachmittag«, �entralorgan äer foztaldcmokratlfcbcn parte» Deutfcbtands UeSattion und Expedition: Sw 68, Lindenstr. Z D-ei-m»,f>l+i«-r- Redaktion Moritipla« 1511)5—97 �ernfpreryer. Mor.tzpla» I17SZ-5« Sonnabend, den 12, November 19�1 vorwärts-verlag G.m.b.H., SW 08, Einöenstr. Z KchAnktin�et,«-�- Verlag. Ipxprditio« und Inseraten. »yur.ltprrairr. �,„»«11111« Morittplach 11753-54 Stillegung öer berliner Gaswerke. Die im Charlottenburger Gaswerk ausgeübte passive Re- sistenz hat jetzt auch auf sämtliche Gasanstalten Grotz-Derllns übergegriffen. Ueberoll ist der Betrieb stillgelegt. Cut- gegen der Meldung einer bürgerlichen Korrespondenz wird uns mitgeteilt, datz auch die Retorten nicht mehr beschickt werden. Infolgedessen mußte bereits der Gasdruck vermindert werden. Die Gasvorräte sind so gering, daß. wenn nicht noch am heutigen Rachmittag die Arbeit in vollem Umfange wieder aufgenommen wird, morgen nur noch soviel Gas da fein wird, daß man die Gaswerke selbst beleuchten kann. lleber die S kellungnahme der Clekkrlzl' kätsarbeiter zu diesem Konflikt ist noch nichts bekannt. Die Belegschasten sind mittags Ii Uhr zu Betrlebsversamm. langen zusammengekommen, über deren Verlauf und Ergebnis noch keine Meldungen vorliegen. In der Mittagsstunde trat auch der Magistrat zu- lammen, um sich mit dem Ultimatum seiner Arbeiter zu ve- ichästigen. Auch über das Ergebnis dieser Sitzung ist noch nichts bekannt. vom Gemeinde- und Staatsarbeiter-Verband wird uns mitgeteilt, daß der Konflikt in dem Augenblick beigelegt fein wird, in dem der Magistrat feine Zustimmung zu der Auszahlung der Dirtschastsbeihilfe von 1000 M. gibt. Eine sofortige Auszahlung wird nicht gefordert. » Die„Rote Fahne" stimmt heute morgen einen Zubelgesang über die„revolutionäre Tat" der Gasarbeiter an. Wir sind ganz anderer Meinung. Wir halten diese Handlungsweise für eine ge» wertschaftliche Disziplinlosigkeit, wie wir sie kaum noch zu verzeichnen hatten. Daß es nicht zu den Aufgaben des De» tricbsrats gehört, da Lohnforderungen zu stellen, wo tarifliche Ab- machungen mit Organisationen bestehen, haben wir bereits betont. Wir weisen in diesem Zusammenhange auch besonders auf die Aus» 'ührungen unseres Genossen Flatow, des Mitarbeiters am De» triebsrätegefetz, hin, die unsere Leser weiter unten finden. Die Gasarbeiter haben genau so wie wir gewußt, daß stch der Magistrat heute mit den Forderungen der städtischen Arbeiter be- schäftigen würde. Es ist eine infame Lüge, wenn die Kom» munisten und ihr Organ behaupten, der„kapitalistisch orientierte Magistrat" sehe die Rotlage seiner Arbeiter nicht. Es gibt gar keinen Zweifel darüber, daß die städtischen Arbei- t e r stch ebenso wie olle anderen Arbeiterkatezorien in einer traurigen Lage befinden. Kein Mensch, der auch nur einen Funken sozialen Empfindens hat, wird die Berechtigung ihrer Forderung bestreiten. Aber man sollte doch auch Berständnis haben für die Situation, in der sich der Magistrat be- findet. Er ist einfach nicht in der Loge, von sich aus diese Forde- rungen zu bewilligen und die Gelder auszuzahlen. Er muß dazu die Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung haben. Das wissen natürlich die Kommunisten, aber sie nehmen keine Rücksicht darauf. Das Geschrei mit Stinnes und der„Stinnes-Regierung" hat nicht vermocht, die Anhänger der KPD. zu großen Aktionen aufzu- iacheln und nun muß eben eine andere Gelegenheit dazu herhalten. dabei die Millionenstadt neue Unbequemlichkeiten und neuen Schaden erleidet, ist diesen„Dolksbeglückern" ganz egal. Die Haupt. nche bleibt ihnen, daß der kommunistisch« Weizen recht kräftig gedeiht. Don dem vernünftigeren Teil der Arbeiterschaft erwarten wir, daß er einsieht, zu welchen Zwecken er hier mißbraucht wird. Unsere Genossen sollten alles daran setzen, um den Kampf gegen dem ver> derblichen kommunistischen Einsluß auch in den städtischen Betrieben energisch durchzuführen. Es geht nicht an, daß die Reichshauptstadt unausgesetzt von einer kleinen Schar gewissenloser Kra- keeler schikaniert und durch sie der Arbeiterbewegung«in Schlag nach dem anderen versetzt wird. » Das Lohnkartell der städtisch?« Arbeiter hat heute sämtliche /Funktionäre in den städtischen vetrieben zu Sonnlag vormittag 9lA Uhr nach de?„Reuen Welt" fhasenheide) einberufen, um dort zu den heutigen vcsch'Lsien des Vcrlincr Magistrats und dem Aus- stand in den städtischen werken Stellung zu nehmen. Setrlebsrot unü Lohnforöerungen. Genosie Flatow, Referent im Reichsarbeitsministerium, sende« uns folgende für jeden Betriebsrat wichtige Notiz: Der„Vorwärts" bemerkte am Freitag mit Recht, daß die Der- liner Grmeinde-Vetriebsröt« ibrcn gesetzlichen Ausgabenkrcis überschreiten, wenn sie sich mit der Lohnfroge befassen. Es ist viel- leicht nicht über'iü'sig. dcraus hinzuweisen, daß die Innebaitung dieser Aufgab-noerteilung nicht nur ein« Sache des guten Willens der Be- teilig'sn ist, so daß sie sich bei beiderseitigem Einverständnis darüber hinwegsetzen könnten; vielmehr ist jede Vereinbarung, die ein De- triebsrat über einen tariflich erschöpfend geregelten Gegenstand, wie bier di« Löhne, mit den Arbeitgebern abschließt, von vornherein der Rechtswirkung bar und bindet keinen der vertragschließenden Teile. Der§ 78 Ziffer 2 BRG., auf den es hier ankommt, gibt dem Betriebsrat(Arbeiterrat, Angestelltenrat) di« Mitwirkung bei der Regelung der Löhn« und sonstigen Arbeitsverhältnisien nur, soweit «in« tarifoertragliche Regelung nicht besteht, d. h., wenn ein Gegenstand nach dem Willen der Tarifparieien in emem Tarifvertrag erschöpfend geregelt ist, scheidet er damit automatisch aus dem Zuständigkeitsbereich der Detriebsvertretung aus. Ebenso wenig wie beispielsweise ein einzelnes deutsches Land (Preußen, Bayern usw.) rechtswirksam ein neues Bürgerliche« Gesetzbuch erlassen könnt«, well nämlich das bürgerliche Recht zu den vom Reich geregelten Rechtsgebieten gehört, ebenso wenig kann in dem Berliner Streitfall der Magistrat rechtswirksam mit dem Ge- samtbetriebsrat oder mit einzelnen Beriebsräten ein« Lohnverein- barung treffen; kein Arbeiter könnt« aus solchem Abkommen Nagen. und der Arbeitgeber könnte jederzeit von ihm zurücktreten, da im Rechtssinn« überhaupt kein Abkommen vorliegt. Rur dann, wenn einTarifvertragnicht bestünde, könnten die Betriebsräte auch über die setzt im Tarifvertag geregelten Gegen- stände«in« Vereinbarung treffen. Wohin es allerdings führen würde, wenn die Gewerkschaften abdankten und jeder Betrieb auf eigen« Faust seinen Lohnkampf führen wollte, sollte man eigentlich im Jahre 1S21 Berliner Arbestern nicht mehr sagen muffen. Di« Betriebsräte und die von ihnen vertretene Arbeiterschaft stehen, wenn st« in das gesetzlich und durch den Willen der Organi- sationen diesen vorbehalten« Aufgabengebiet eindringen wollen, vor der Frag«: Betriebsräte oder Gewerkschaft. Ein Nebeneinander beider auf dem gleichen Gebiet ist nicht möglich. Beschränken stch ober die Betriebsräte auf die Ihnen vom Gesetz zugewiesen« ver- tretung der Arbeiterintereffen im Betrieb« und überlaffen sie die> über den Betrieb(auch den Gesamtbetrieb) hinausreichenden An- gelegenheiten den Gewerk'chasten, dann können beide Kollektivver- tretungen de» neuen Arbeiisrechts nebeneinan'der zum Segen der Arbeiter ihre Tätigkest entfalten. Krankreich unö Washington. Paris. 12. November.(EE.) Der Poriser„New Port Herald" hat sich in französischen politischen Kreisen danach umgesehen, welche Haltung Frankreich auf der Konferenz in der Frage der Berminde- rung der Rüstungen zu Land« einnehmen wird. Man gibt allgemein der Hoffnung Ausdruck, daß die Wafhina- toner Konferenz Frankreich solche Garantien geben werde, daß es ihm möglich sein werde, seine Armee auf� die unbedingt not- wendige Defenswstärke herabzusetzen. Man wünscht aber, daß der Antrag, solche Garantien zu geben, von Amerika ausgehen werde. Frankreich selbst wolle in dieser Hinsicht keine Vorschläge machen. Man weiß hier ganz genau, daß der Garantiever» trag, den England und Amerika Frankreich auf der Friedens- konferenz zu geben versprachen, nicht ins Leben treten kann. Man erwartet ober eine gemeinsame Erklärung aller in Washing- ton vertretenen Möchte, daß Deutschland verpflichtet sei. die Re- porationen zu zahlen und daß jeder Angriff Deutschlands auf Frank- reich eine Ursache zu einem gemeinsamen Kriege gegen Deutschland wäre. Frankreich wird in Amerika namentlich durch den General- siab-chef B u a t vertreten werden, der Beweise erbringen wird, daß die Abrüstung Deutschlands immer noch nicht vollkommen und Deutschland noch immer in der Lag« sei, eine Riesenarmee, wo- zu es die Reichswehr benutzen könne, aufzustellen. Deutschland könne seine Handelsluftfahrzcuge und seine chemischen Fabriten schnell zu Kriegszwecken verwenden. Frankreich wird auf der Konferenz auch Beweise erbringen für die Fortschritte, die F r a n k r e i ch in der Abrüstung machte. Trotz der erhöhten Kosten für Material und Gehälter zeige das Heeresbudget der letzten Jahre eine Verminde- rung. Die Heeresstärke fei auf 770 000 gegen 810 000 Mann im Jahre 1913 herabgesetzt, die sich wie folgt verteilen: In Frankreich 450 000, in Algier, Tunis und Jndochina 71 00t), Marokko 92 000, Konstantinopel 7000, Snrien und Zilizien 50 000, Saargebiet 7000, Rheinland 87 000, Oberschlesien 1500 und In den ver- schieden«! Kommissionen 1000 Mann. Die Streitkräfte für Marokko sollen auf 60 000 Mann herabgesetzt werden, die Kon- tingente im nahen Osten auf ungefähr 35 000, sobald dos Abkommen mit Angora ratifiziert fein wird. Dadurch würde das französische Hceresbudget allmählich vermindert werden. Außerdem fei Deutsch- land für die Unterhaltung der Desatzungstruppen im Rheinland verantwortlich, wodurch eine weiter» Erleichterung für das fron- zösische Militärbudget gegeben sei. Ueberoll Verringerung, nur nicht im besetzten auszusaugenden Deuffchlandl Nie wieder Krieg! London, 12. November.(WTB.) Auf einer Zusammenkrmft von Frauen, die«ine große Anzahl von Organisationen mit etwa VA Millionen Mitgliedern verir-xn, wurde belchloffen, on die Liga amerikanischer Frauen in Washington eine Botschaft zu senden, in der erklärt wird, es dürfe keinen Krieg wie den letzten mehr geben. Die amerikanischen Frauen mögen gemeinsam mit den enzsischen zur Schaffung einer öffentlichen Meinung beitragen, di««inen dauern» den Frieden in allen zivilisierten Ländern sichert. Verschmähte Geldquellen. An die Adresse deS stieichsverkehrSministerS. Die Industriellen und ihre Freunde, die Finanziers, reden so übereifrig davon, daß entstaatlichte Eisenbahnen sür den Staat sehr vorteilhafte Einrichtungen sein würden. Heute wollen wir an einem Beispiel aus der Praxis zeigen, wie der Staat übers Ohr gehauen wird, sobald er mit starken Kapital- interessen zusammentrifft. Seit geraumer Zeit beschäftigt sich die öffentlichs Kritik mit dem Verhältnis des Reichsverkehrsmrmfteriums zur Mitropa, und schon im Frühjahr dieses Jahres versucht« eine Anfrage sozialdemokratischer Abgeordneter des Reichs- tags(Frau Schreiber-Krieger, Meerfe-ld und Stücklen) in das Dunkel dieser Beziehungen etwas hineinzuleuchten. Die Ant- wort des Ministeriums, in der Sitzung vom 31. Mai durch den(Beheimrat Knebel gegeben, war recht u n b e f r i e d i- g e n d und ging um wesentliche Dinge der Anfrage sehr vor- sichtig herum. Es erscheint geboten, auf die ganze Angelegen- heit nochmals zurückzukommen. Nach der Darstellung des Reichsverkehrsministeriums sollte die Mitropa im Jahre 1910 nur dazu gegründet worden sein, um den überragenden Einfluß der franz fisch- belgischen Internationalen Schlafwagen- gesellschaftzubrechen. Tatsächlich hatte aber in jener Gründungszeit diese internationale Gesellschaft in ganz Mittel- europa nicht den gering st en Einfluß, wodurch sich jede Bekämpfung von selbst erübrigte. Es wäre viel richtiger gewesen, den Schlafwagenbetrieb von Staats wegen wie früher zu betreiben und auszubauen, eventuell mit Ueberein» stimmung unseres damaligen Bundesgenossen Oesterreich- Ungarn. Als aber durch den Friedensvertrag das Renom- mierwort„Mitteleuropa" von selbst verstummte, bekam es dieselbe Mitropa, die zur Bekämpfung der internationalen Gesellschaft gegründet war, fertig, mit ihrer Feindin anzubqndeln behufs Verschmelzung oder doch Bildung einer Interessengemeinschaft. Das Ministerium Breiten- dach hat offenbar nicht gewußt, daß das Kapital keine Na- tionalität kennt, und hätte sich die Internationale Schlaf- wagengesellschast mit der Mitropa vereinigt, wie letztere es wünscht«, so hätte das preußische Eisenbahnministerium den Bock zum Gärtner gemacht, indem die Mitropa dem Staat erst die Wagen abnahm, um sie später der oerhaßten inter- nationalen Gesellschaft zuzuführen. Es trifft ferner nicht zu, was das Ministerium behauptet: daß nur Preußen bahn- eigene Schlafwagen besessen habe— das Gegenteil ist richtig, und auch schon früher sind überdies preußische Schlafwagen ins Ausland gegangen. Ganz erstaunlich ist die Klausel fti dem knft der Mitropa abgeschlossenen Vertrag, wonach die früheren internationalen Läufe der Mitropa erst dann überlassen werden sollen, s 0- bald sich nach dem Kriege die Verkehrsverhält- nisfe übersehen ließen. Hier ist wohl die Frage er- laubt, ob die Mitropa auch Ansprüche auf diese Läufe erhoben hätte, wenn sich die Berkehrsverhältnisse schlecht entwickelt hätten, und ob di- Dahnverwaltung auch in diesem Fall« ein Recht gehabt hätte, die Mitropa zur Uebernahme zu z w i n- gen. Der Staat(später das Reich) räumten alio erst die Trümmer hinweg, brachte Wagen- und Dettkartenpreis« in die Höhe, bis die Mitrova sagte: Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, jetzt lassen sich die Verkehrsverhältnisse übersehen. Ueber diese und noch andere sehr wichtige Fragen gibt die Antwort des Ministeriums nur sehr unbefriedigende, zum Teil ober direkt unrichtige Auskunst. Ueber die Mietwagen, di« die Reichsbahn der Mi- tropa laut Vertrag vom April und Mai 1918 zur Verfügung zu stellen hat, teilte das Ministerium in jener Reichstags- sitzuna mit, daß die Tagesmiete für einen Wagen bei mehr als vierwöchiger Dauer auf 85 M.. bei weniger als vier- wöchiger Dauer auf 169 M. erhöht wurde, rückwirkend bis zum Oktober 1929. Ein respektabler Beitrag zur Verminde- rung des Defizits! Vergessen hat Geheimrat Knebel aber noch. daß nach dem Wagenleihvertraqe von 1918 bis Oktober 1929 für die Abnützung der in den Wagen vorhandenen e l e k t r i- schen Batterien eine Gebühr von Pf. pro Nacht und Wagen gezahlt und diese Gebühr laut Nackstrag 00m 3. Fe- bruar 1921 rückwirkend zum 24. Oktober 1920 auf«ine Mark erhöbt wurde. Zieht man in Betrockit. daß eine Batterie nach Angaben von Fachleuten etwa 16 999 M. kostet und eine Lebensdauer von etwa 19 bis 12 Jahren hat, so findet man auch hier den Vorwurf der Begünstigung der Mitropa be- rechtigt. Slucb die Angaben des Geheftnrvts Knebel über dl« Ge- winnbeteiligung des Reiches waren lückenhaft und verhüllten sorgsam die Bevorzugung der Privatgesellschast. Nun zu den V e r t r ä g e n selbst. Es sind da vorhanden di« Hauvt- und Nebenvertröge, zu gleicher Zeit im Jahre 1916 geschlossen; dann die Wagenleibverträge vom Frühsahr 1918 sowie deren Aenderung im Februar 1921, und endlich die Veränderungen der Hauptnerträge hinsichtlich der Gewinn- Verteilung. Dem„Laien" ersichtlich ist daraus nur die Tat» sstche. dah hie? V«» Staatsint«reffe tn keiner Weife genügend gewahrt und daß die Mitropa- gründer einen weiteren Blick hatten als die den Staat ver- tretenden Eeheimräte. Denn aulch« enormen Lasten dem Staat auferlegt wurden dadurch, daß man bei diefer Mitropa vor vornherein auf jede Bcförderungsentfchädigung ver- zichtet», ergibt sich aus folgenden Zahlen: 1917 betrugen die Zugdeförderungskosien für einen Wagenkilometer 50 Pf., ' 1918: 92 Pf.. 1919: 3 M.. 1920. 4,80 M. Rechnet man so- dann die von der Bahnverwa'�ung an die Mitropa geleisteten Wagendeförderungen, so ergibt sich ein sehr läses Bild; denn in den vier Jahren von 1317 bis 1920 hat die Zahnoerwaltung allein bei den Speisewagen ein Verlustkonto von nicht weniger als 70 Millionen M a r k Zu buchen. Und dies» Aufwendung ist erfolgt, um dafür als einzige Gegen- leiftung im Jahre 1917 156 000 M. als Ertrag von dem Rein- gewinn einzusacken! Das klingt wie ein Märchen! In den Jahren 1918/19 verteilte die Mitropa nur 5 Proz., und es klingt ganz schön, wenn Her Vertreter des Reichsoerkehrs- Ministeriums sagt:„Die Verwa't-.'ng hatte also nichts zu for- dern/' Eine teure Bekämpfung der internationalen Schlaf- wagengesellschaftl. Aber noch eine andere Seite hat die Be- vorzugung diefer Gesellschaft. Die Post z. B. zahlt an die Bahnverwaltung nach wie vor Wagenlaufgelder, und die eine Behörde nimmt's hier der anderen ab, während die Mitrale. die doch kein den Staat oder das Reich unterstützendes, vielmehr ein mit ihm konkurrierendes Unternehmen ist, um» sonst fährt; sie zahlt der Bahnverwalwng nur dann etwas zu den Varaufwendungen, wenn die Aktionäre fatt geworden sind. Diese steckten also auch in den Jahren 1918 und 1919 5 Proz. ein, die Staatsbahnverwaltung schusterte Millionen zu und versucht noch heute die Verluste durch die Erhöhung der Arbeiterwochen- und Monatskarten zu ersetzen. Inzwischen ist natürlich der Vertrag vom Jahre 1916 abgeändert worden, und zwar mit dem Ziele, der Bahnver- wallung erhöhte Einnahmen zu verschaffen und gewisie Lasten auf die Mitropa abzuwälzen. Aber auch diese schönen Redensarten genügen nicht, oder dürfen unseren Volksver- tretern nicht genügen. Dieselben Juristen, die den Vertrag von 1916 ausgeheckt haben, sind auch in der Lag«, die Ab- änderung so vorzunehmen, daß die Gesellschaft mit ihr zu- frieden sein kann; die Geheimräte dagegen, die jenen Vertrag tätigten, der von einem hohen maßgebenden preußi- schen Beamten schon im Jahre 1919 als schuftig bezeichnet wurde, dürfen wohl kaum noch das Vertrauen für sich be» anfpruchen, das Staats- oder Reichsinteresie zu oertreten. Unser Verlangen muß heißen: ehr Licht in diese Angelegenheit!" Und zum Schluß richten wir an den Reichsverkehrsministe? die Frage, ob er wohl gewillt ist, den Wagenverleih vertrag, der am 5. Februar 1922 ab- laust, noch zu verlängern oder ihn zu kündigen. Die Reichs- bahnwagen sind der Reichskasie dienlich zu verwerten. Hier haben Reichstag und Reichswirtschaftsrat noch allerband Ar» best. Aber auch jeder Steuerzahler sollte sich solche Kassenschwächungen verbitten, denn schließlich ist ja doch die Eisenbahn nicht Geheimratseigentum. Zurück mit den Schlafwagen in Reichs» Hände, gründliche Untersuchung gegen leichtfertige Ver» tragsabschlleßer— diese Forderungen sind hier am Platze. Die Lache selbst ist zugleich eine Warnung für diejenigen. welch« die Entstaatlichungsabsichten der deutschen Industrie noch nicht richtig verstanden hoben. Die Bayerische Volkspartei gegen Entstaatlichung. München, 12. November.(TU.) Es ist bemerkenswert, in welcher Weif« di« Korrespondenz der Bäuerischen Bolkspartei. also das Organ der oröfstm polnischen Partei Bayerns, sich zu dem Plan einer Entstaattlchuna'0er Reichseisenbahnen äußert, vi« Korrespon- denz verässniklicht einen Artikel aus maßAebend-er Quell«, worin aus das flewattlge che« der Beamten, Angestellten und Arbeiter hin« »«wiesen wird, deren Existenz und sozial« Wohlfahrt den Reichs« Verkehrsbetrieben anvertraut sind. Die Erregung, welch« sich dieser Kreis», die einen großen Teil der deutschen Äesamtbevölb-rung dar- stellen, bemüchtlgt Hab«, sei durchaus begreiflich. In politischer Be- ziehuna könne«« nicht astichgültia seht, ob in entscheidenden Augen« bücken das gewattige Instrument der Verkehrsbetriebe sich in den sicheren chänden des Staates oder unter dem Einfluß von Magnaten der Industrie und der Börse befindet. Der Schritt der deutschen Industrie sei mit Nachdruck abzulehnen wegen der Trsahren, di« er für da» deutsche Volt in sich berge. MaßNahmen gegen Erwerdsiosigkeit. Gestern hat im R e i ch s a r b e i t s m i n i st e r i u m eine Besprechung mit den Arbeits- und Sozialministern der Länder unter dem Vorsitz des Reichsarbeiisministers Dr. Brauns begonnen. Mit einer Ausnahme waren die sämtlichen zuständigen Ministerien der Länder vertreten. Erster Gegenstand der Beratung war die Beschaffung von Arbeit für E r w e r b s- lose und Erwerbsbeschränkte für den Fall, daß die Heutige günstige Lage des Arbeitsmarktes wieder einer krisen hasten Entwicklung Platz machen solle. Ferner wurde ein Sehend über die Finanzierung des Wohnungsbaues im ahre 1322 oerhandelt. Die VesprecHung.' d beute fort gesetzt-_ Kpd. und sozialistische Regkerangen. In Sachsen und Thüringen sind die Kommunisten sozu sagen Regierungspartei geworden. Sie dürfen dort keine Dummheiten machen, die unmlltclbar zum Sturz der fozia- listischen Regierungen und zum Sieg der Bürgerlichen führen müßten, denn in dem Augenblick, in dem sie dies täten, würden ihnen auch die letzten Arbeite? davonlaufen. Aber wohin kommt bei einem solchen Opportunismus die Revolu- t i o n? Sie verwandelt sich eben zu einer R e solution, die dem Zentralausschuß der KPD. von der Zentrale vorgelegt wird. Diese Resolution aber hat es in sich, sie besteht aus vielen Abschnitten und umfaßt in der„Roten Fahne" fast eine ganze Seite. Den geistigen Höhepunkt der hier betriebenen talmudistischen Haarspaiterci bildet folgender Passus: „Die historische Rolle sozialistischer Regierungen kann heute wie im November 1913 nur die eines Schutzwalles der BourzeoisU gegen die proletarischen Massen sein. Eines letzten Schutzwalle», denn der.nächste Schritt üb« die sozialistische Regierung hinaus ist die proletarische Diktatur. Dieser Schritt kann natürlich nicht im Rahmen von Landesregierungen gemacht werden, sondern nur für das ganze Reich. Die Aufgabe der Kommunistischen Partei gegenüber sozialistischen Landesregierungen ist es, durch parlamentarische und außerparlamentarische Propaganda und Ell- tianen die Volksmassen, b. h. die Mehrheit der arbeitenden Ve- völkerung, von den regierenden sozialistischen Parteien loszulösen und für die proletarische Revolution zu gewinnen, die ideologischen und organisatorischen Vorbedingungen für den nächsten Schritt vorzubereiten. Dieser nächste Schritt vorwärts, d« Sturz ein«„sozialistischen Regierung" zugunsten d« Rätedillalur, kann selbstverständlich nicht ein parlamentarischer Akt, sondern muß das Ergebnis de» volkkaufstandes sein, d« das ganze Reich ergreift." Also sozialistische Regierungen sind Schutzwälle der Bour» geoisie und müssen durch Bolksaufstände gestürzt werden. So» lange es aber nicht so weit ist, darf man sie p a r l a» mentarisch unter st ützen. So einen theoretischen Unsinn müssen die Kommunisten produzieren, um praktisch vernünftig sein zu dürfen._ �uriickgsViesene Machtanfprüche. München, 12. November.(Eigener Drahtbericht.) Landes» zentrale und Landtagsfraktlon der Sozialdemokratischen Partei Bayerns erlassen heute morgen folgende Kundgebung gegen den bayerischen Exkronprinzen: „Ruprecht von Wittelsbach, der ehemalige Kronprinz von Bayern. hat den Leisetzungstag seiner Eltern dazu benutzt, in verschleierter Form angebliche„Ansprüche" auf einen nicht mehr bestehen- den KSngsthron in Bayern zu erheben. Pflicht der bayerischen Regierung al» Hüterin der Verfassung wäre e» gewesen, die in der Kundgebung erhobenen Ansprüche sofort und entschieden zurück- zuweisen. Die Kundgebung Ruprechts von Wittclsbach läßt jedes Gefühl der Verantwortung gegenüber dem deutschen und bayerischen Docke vermissen, denn sie verfolgt lediglich persönliche und dynastische Ansprüche. Es geschieht das in einem Augenblick, in dem allein der enge Zusammenhalt des ganzen deutschen Voltes auf dem Boden der republikanischen Reichs- und Landesoerfassung den völligen Zusammenbruch verhindern kann. Ruprecht von Wittelsbach muß wissen, daß die Verwirklichung seiner Wünsche jetzt wie in Zukunft nur um den Preis einer Zerreißung des Deutschen Reiches erreicht werden kann. Wir Sozialdemokraten weisen die Unter- stellung, daß die Rechte Bayerns nach der Revolution preisgegeben worden seien, entschieden zurück. Das damalige Kabinett wie der Landtag haben in klar« Erkenntnis der geschicht- lichen Zusammenhänge die jetzige Verfassung fest- gelegt und die Verträge mit dem Reiche abgeschlossen. Damals fanden wir keinen Widerstand, vielmehr die tätige Mithilfe derjenigen Parteien des Landtages, die heute das von ihnen selbst geschaffene Werk wieder erschlagen möchten. Das deutsche Volt hat die freistaatliche Verfassung auf eigenen Willen sich selbst ge- geben. Wir wissen, daß sich die Absichten und Pläne Ruprechts von Wittelsbach und der hinter ihm stehenden partikularistisch-monarchistl- schen Geschäftspolitiker, wenn überhaupt, so nur mit Hilfe de» Auslandes oerwirklichen lassen. Eine Rheinbund- Monarchie von Frankreichs Gnaden wird nicht wieder erstehen: dafür sorgt das gesamte freiheitlich gesinnte deutsche Volk. vor allem die deutsche und bayerische Arbeiterklasse." Pslktischs vnd unpolitistbe Vereine. Das Relchswehrministerium hat im Verfolg des 8 Z6 des Wchrgesetzcs nach Rückfrage bei dem zuständigen Ministerium des Innern bestimmt, daß der Alldeutsche Verband, der Deutschvölkische Schutz- und Trutzbund, der Bund der Ausrechten und die Deutsche Friedensgesellschaft als politische Dereine, der Guttempler Orden, der Verein„Rheinland" und die Reichsvercinigung ehemaliger Kriegsgefangenenheimkehrer dagegen als n i ch t p o l i t i s ch e Ver- eine anzusprechen sind. Erstere sind demnach für die Angehörigen der Reichswehr verboten, letztere erlaubt. Die Erklärung der Deutschen Friedensgesellschaft zum pol'ttischen Verein muß nach dem Charakter dieser Gesellschaft als schwerer Mißgriff bezeichnet werden. Neusah! öer baüischen Regierung. Karlsruhe, 12. November.(TU.) In der gestrigen Sitzung de» badischen Landtages stimmte das Haus nach einem Berichte des Abgeordneten Dr. Zehnter(Z.) den Anträgen des Wahlaus- schuss-s, die Wahl zum badischen Landtag für g ü l t i g zu erklären, bei Stimmenthaltung der Deutschen Volkspartei, der Kommunisten und der Unabhängigen gegen die Stimmen der Demokraten zu. Da das Mandat der badifchcn Regierung infolge der Neuwahl de» badischen Landtages abgelaufen ist, findet in der nächsten Sitzung am Freitag, den 13. November, die N e u w a h l der Regierung statt. Die„Rate Fahne" gegen die Wahrheit. Di«„Rote Fahne" veröffentlicht in ihrer heutigen Morgenausgabe eine Meldung, nach der der Oberlürgcrmeister von Hannover und Landtagspräsident Genosse Leinert mit dem„Rhenania'-Konzcrn zwecks Verkauf der Hannoverschen Hafenonlagen an den Konzern in Verhandlungen getreten sei und ihm hierfür eine Aufstchtsratsstelle in Aussicht gestellt worden ist. Wie so oft, handctt es sich auch hier um eine Ver- orehung von Tatsachen mir dem Zweck, sozialdemokratische Führer zu verleumden. In Wirklichkeit handelt es sich um den Antrag einer Sdjiffahrtsgesellschest am Linden« Hafen, mit der Stadt Hannover ein gemeinwirtschaftliches Unternehmen zu errichten. Die Verhandlungen hierüber sind vorläufig noch nicht ab- geschlossen. Gleichzeitig veröffentlicht„Die Rot« Fahne" eine Mitteilung von „großen Lebensmittclschiebungen des mehrheitssozialistischen Sena- tors Lindemann", die eine große Erregung in der Bevölkerung hervorgerufen haben sollen. Die Lebensmittelschiebungen sind genau so erfunden wie die obig«„Erregung", die ebenfalls auf Kombi- Nationen der«Raten Fahne" beruht. 40 ilasienische So'lallsien im Hungerstreik. Nach einer Meldung des„Corriera della Sera" sind im Gefängnis von Bari 40 seit Mai verhaftete Sozialisten zum Protest gegen den weiteren Auf- schab ihres Prozesses um 6 Monate in den Hungerstreik gettcten. MllionSee m Lumpen. Diener Bilder von Max Winter. „Also. Ihr Mann gibt alles her, die ganzen fünftausend Kronen, di« er in der Woch'n verdient?" „So. all», sonst schauet'» traurig mit der Kuchll au«; da gebert', kein Fleisch!" Ueber den Küchentisch hat die jung« Frau ein Wochstuch al» Wanbschutz genagelt, auf dem dem Manne jahraus jerbrein seine Pflicht vorgehalten wird: Gibt der Mann zu wenig Geld, Ist'» mit der Küche schlecht bestellt. Kaum ist es oder nötig. Er scheint einer von den ganz Gulen zu sein, die sich draußenwo gar nicht wohl fühlen. Er ist Kutscher und muß sich den ganzen Tag auf der Gasse herumschlagen, aber Mittag ißt er daheim und abends auch. Aufs Essen holten die beiden, die nur noch für den zwei Monate alten Wurm zu sorgen haben, der in dem schmalen einfenstrigen Raum das Licht der Welt erblickt hat, in einer der zweihundert Kammern, die im„Erbsienhaus" in Erdberg als Wohnungen für ebenso viele Familien dienen. Hinter der zweiten Tür, die wir öffneten, mochten wir mit der jungen Mutter ihre Rechnung. Nicht noch ihrem Einschreibebuch — die ehemalige Büglerin führt keine Ausschreibungen—> nur nach dem Gedächtnis gibt sie uns an, wie sie Woche um Woche die 2009 Kronen verbraucht.„Alles geht fürs Essen aus. Die Wohnung kost't ZS Kronen im Monat. Das i» oll's. Für a G'wand bleibt nix übrig"—„Ab« der Mann braucht doch was, wenn er den ganzen Tag auf der Gassin ist?"—„Das verdient er st extra. Was er Lohn hat, gibt er her und das brauch i aa."—„Was kochen Sie denn?" „Was halt grab is. Gestern z' Mittag Hab i o Milchsupp'n g'macht, KnodI und Kraut. Auf d' Nacht a Fleisch, Knödl und an' Kelch (Wirsing), der hat allein 80 Krone» kost't und die Erdäpfel 00 Kronen—-„Und das Fleisch?"—„200 Kronen und dazu das Schmalz."— �va ls ja wohl was übrig'blieb'n.— Und da» können vie sich leisten?"—„Aa net alle Tag', und dos nur. weil ich Zu- büßen Hab', alle Woch'n a Kilo Fetten, da» san allan 1400 Kronen — sonst wär's net möglich." „Wissen Sie, daß Sie eine Millionärin sind?" Die Frau lächelt ungläubig.„Zl Piillionärin?... So jchau'n s' aus."—„Sie brauchen nur rechnen. Ihr Mann gibt Ihnen für'n Haushalt allein im Jahr eine Viertelmillion Kronen, da, sind die Zinsen von fünf Millionen. Wenn Sie fünf Millionen vermögen in der Bank siegen hätten, so möchten Sie an Zinsen höchsten» 8000 Krhnen ip der Woche herauskriegen."—„Also san rn'r Millionär'!" —„Ja, wir sind heute alle Millionäre..."—„Ja, aber Millionäre ln Lumpen, da brauchen S' nur die Schürzen anz'schauen,, „Othello" im Staakslheak«. Iehner inszeni«t den„Othello" mit Licht und Kostümen. Nur da» Scnotorcnhaus, aus dem Desdemona geraubt wurde, wird in dem Bühnenhintergrund als ein weißes Märchen aufgebaut. Sonst bleibt dieser Hintergrund die ungeschlossene Unendlichkeit, bald in Dunkel gehüllt, bald rosa» färben überhaucht, je nachdem der besonnte Mecrcshorizont oder di« Wände eines Dogenpalastes vorgegaukelt wurden. Aus dieser phantastisch schwarzen Tiefe, die als wirkliche Vertiefung gedacht ist. klettern die Spielenden auf die Bühne. Schließlich wird uns das Sterbebett Dcsdemonas als«ine Wirklichkeit sichtbar. Alles andere ist nur angedeutet, stilisiert. Es ist ein sparsam« Stil und ein überheblicher Stil zugleich, weil man das System entdeckt und etwas«schrickt vor der dauernden Wiederholung bühnentechnischer Mittel, die dem Dichterwerk mancherlei Gewalt tun. K o r t n e r« Othello ist lyrisch und gut. Er richtet sich von Anfang an auf das Erquickliche ein. Er zeigt Kultur, nicht Mohrengrausigkcit. Es dürfte ein« Jungsrau nicht schwer werden, ihr Seelchen und das übrig, diesem berühmten Feldyerrn anzuver- trauen. Kortner macht den Othello, der leicht zu hottentottisch ge- mimt werden könnte, europäisch, ja sogar hoffähig. Er ist der lieb- lichste Neger, den man sehen konnte. Seine hohen Zärtlichkeitstöne klingen zunächst w?e Romeogesäufel, wonach dann die Eifersucht die bis zur Mordtat treibt, daraus noch als menschliche Herzen-vcr- zweiflung schreit. Gegen diesen weichen Othello Stein rück» Jagv: ein zeisioarüner. mit Fettpolstern an Gesäß und Schenkeln sich wiegend« Iahrmarktsbudenakrobat. Er schleudert den fahl- blonden Schopf wie ein Schmierenkommödlant. er verzerrt da» Ge- sicht oft bi, zur Negerfratze; was natürlich zu dem beinah? lieblichen Othello den teuflischsten Gegenspieler gibt. Die Dcsvemona der Frau Hofer ist nur jungfräulich, nur gebrechlich, nur Untertan, ihr fehlt Denezianerblut. sie beugt sich in rührender V«losch-nheit, sie versehlt jedoch die Augenblicke de, Bäumenz. w. h. ver deutsch« Robelprei-kräg« für Chemie. Prof. Walt« Nernst. dem die schwedische Akademie der Wissenschaften soeben den Nobel- preis für Chemie zum zweiten Male zuerkannt hat. ist der großen Oesfentlichkcjt vor allem durch die Erfindung der nach ihm benannten elektrischen Lampe bekannt geworden. In dies« Erfindung, die Nernst» Studien üb« die Elektrizitätsleiwng in' hocherhitzten Sub- tanzen verwertet und den Namen de, Entdecker» in der Weit popu- lör gemacht hat. spiegeln sich indesien nur die praktischen Folgerungen d« theoretischen Forschungen eine» Gelehrten wieder, d« ein« d« hervorragendsten Vertreter der von van't Hoff, Arrhenius und Oswald begründeten physikalischen Chemie ist. Am 25. Juni 1504 in der kleinen westpreußischen Stadt Briefen geboren, war Nernst schon in jungen Iahren Wilhelm Oswald nähergetreten, der die Forschung und den Unterricht der neuen Lehre in seinem Leipziger Institut organisiert hatte, von HIerau« eroberte sich die junge Wissenschaft die ganze Welt. Als Oswalds Assistent trug Nernst dazu bei, die Jonentheorie auszubauen. An ihrem Erfolg hat feine bahnbrechende Schrift„Die elektromotorische Wirksamkeit der Ionen" wesentlichen Anteil. Sie bildete den Aus- gangspunkt einer Lehre der Elektrochemie, die in der Folge für Wissenschaft und Technik gleich bedeutend werden sollt«. Auf Grund dies« epochemachenden Arbeit erhielt Nernst einen Ruf an die Göttinger Universität. Seit ISOä wirkt Nernst als ordentlicher Professor an der Berliner Universität, wo er das bisherige zweite Institut in der Bunsensttaße zu einer vorbildlichen Forschungsstätte für physikalische Chemie umgestaltet hat. In Berlin setzt er seine Versuche über die galvanische Sttomcrzeugung und das Auergas- glühlicyt fort. Der Gelehrte, d« in hohem Maße die Eigenschaft besitzt, die sich aus der wissenschaftlichen Forschung ergebenden Nutzanwendungen zu übersehen, um der Praxis dienstbar zu machen, konstruierte die nach ihm benannte Lampe, bei der als Glühkörper statt des sonst üblichen Kohlenfadens ein Stäbchen aus einem Metall- oxyd Verwendung findet. Auch seine elektromotorischen Unter- suchungen und thermochemischen Studien über Derbrennungs- prozeß in Gasmotoren gewannen weitgehende prakttsche Bedeutung, die der Praxi» neue aussichtsreiche Ausblicke«öffnen. Durch seine experimentellen Studien wie seine literarischen Arbeiten hat Nernst auf die heutige Generation der Chemie in der ganzen Welt einen tiefgehenden Einfluß ausgeübt. walhalla-Thealer:„Jung muß man sekn." Erst dachte ich: Wie kommt Jean Gilbert ins Walhalla-Thcat«?, gleich darauf: Schade ums Walhalla-Theater! Drei bekannte Autoren (Text von Leo Leipziger und Erich Urban) und solch ein traurig« Niederschlag? Ein Gartenlaube-Motiv, das entsetzlich lang gedehnt, pervers verrenkt, schließlich zu der Vereinigung führt, die wir schon zwei Stunden früher genau wußten. Ein paar gute Witze in der naiven Posse seien angemerkt. Jean Gilbert war damals, vor reich- sich zehn Iahren, sicherlich in einem verdammt naiven Stadium. Selbst die Orchesiration ist etwas trivial im Geschmack, geschweige die Erfindung und die charakteristische Untermalung. Entsetzlich viel traniges Schmalz und als Gegensatz lSrm«n'c«s Viech, das ist der Grundton des Ganzen. Nur einige ganz kleine Oasen. Die Aufmachung war nicht übel, mit Ausnahme des Chores, v« äußerlich etwas restauriert werden müßte. Gilbert am Diri- gentenpult wurde gefeiert wie ein Held Walhalls. Alfred Läut- ner, der effektsichcre Komiker, und Harry Call in. der liebende Jüngling, waren vorzüglich. Auch Else Bötticher war vortrefflich, Grete Sellin und Theo Lucas etwas weiter in Abstand, auch Karl Neiß«, der zugleich der tüchtige Regisseur war. Hans Zerlatt und Sophie Kanisz holten sich einen hübschen Sonderersolg als Tänzer. __ H. M. l>e, ingen der Woche. Dkenkta«-«»Iller.Tbeot«!.Die Schmetterlingsschlacht-. � Schau'Pi'Ibau» Potsdam:„Die P o ll m ei st e r i n— TonucrSlag: PollSbilbne:.König Lear- — LchauipielbauS Potsdam:„DerWeiSSteuiel'.— Neues THroltr am ftoo:.Der Dummkopf-.— Nestdenz-Tbeater:.Da» weite Land-.— Freitag: Sltut* voikStbealer:.Die P a l 1 1 o n-.— «ounabend: �laatsoper:.« H r t st e I j l ein— Steglih« Schloiz. Theater:.Medea". � Urania-Dorträge. Sonntag. DlenStag. Mittwoch. Donnerstag, K-miobend:.Da» Wunder de« T ch n e c l ch u h»-. Montag:.I« Flu g, eng y.im Monde- flreltaa spricht Herr Zi. Jackmu» über: „S p» e i und Sport- mit Nlmoorjilhrungeo. die Seamtenbewegung. Der Eisenbahnervorftand zu den BesolVungsfragen. Auf der Tagung des Erweiterten Vorstandes des Deut- schen Eisenbahnerverbandes gelangte nach langen und mit großer Heftigkeit geführten Verhandlungen durch Mehrheits- befchluß folgende Entschließung zur Annahme: „Der am S. und fr November 1921 in Berlin versammelte Er» rveitcrte Vorstand des Deutschen Eisenbahnerverbandes hat in gründlicher Beratung zu dem Verhandlungsergebnis Stellung genommen. Er erkennt an, daß die Verhandlungs- tommission der Gewerkschaften sich die größte Mühe gegeben hat, im Sinne der am 26. Oktober der Reichsregie» r u n g übermittelten Forderungen, die berechtigten Wünsche der Gehalts- und Lohnempfänger zur Durchführung zu bringen. Trotz tagelanger harter Auseinandersetzungen mit den Regierungsver- tretern gelang es nicht, die Forderungen restlos zur Erfüllung zu bringen. Unter Berücksichtigung des Umstände», daß die Sachlage noch nicht genügend geklärt ist, beauftragt der Erweiterte Vorstand den engeren Vorstand, die Bewegung selbständig zu Ende zu führen; unter allen Umständen aber dafür zu sorgen, daß die Kollegen sobald als möglich in den Genuß neuererhöhter Bezüge kommen/ Kommunistische �trbeiterfreunöe. Die„Rote Fahne' vom Freitag abend bewertet die Anstren» gungen der Arbeiter» und Augestelltenschaft der Deutschen Werke um die Erhaltung ihrer Arbeitsgelegenheit als einen oer- unglückten nationalistischen Rummel und feiert die Rede ihres Abge» ordneten M a l z a h n in der Rcichstagssitzung am Donnerstag. Er erhob u. a. gegen die Werke den Vorwurf:„Hätte man endgültig Abstand genommen von der Herstellung von Mordartikeln, so wäre ein Eingreifen unmöglich gewesen.' Auch die gegenwärtige Fabri- kation der Reichswerke lei nicht ganz einwandfrei. In Erfurt und in Haselhorst werden nach wie vor Zand» und Sportwaffen und Munition hergestellt. Die Interalliierte Kommission habe sogar die Herstellung von Maschinengewehren- und Maschinengewehrteilen festgestellt.' Die Waffen dienten zur Bewaffnung der deutschen Weißgardisten. Zu diesen Behauptungen hat die Spandauer Arbeiter» f ch a s t P r o t e st erhoben und die Betriebsräte— einschließlich der Kommunisten— haben dagegen Einspruch erhoben. Anden Reichstag wurde folgende Erklärung gesandt: „Mit Befremden haben der Zentralbetriebsrat und die Vor- sitzenden der Betriebsräte der Deutschen Werke von den Ausführun- gen des Abgeordneten Malzahn Kenntnis genommen. Der Zentral» betricbsrot und die Vorsitzenden der Betriebsröte stellen einstimmig adsburg erleül'gt. London, 11. Roocmber.(Realer.) Ungarn verpfl!chlele sich, in Form einer feierlichen Zusage an die Mächte, die Dynastie habs- bu'g für immer von der ungarischen Thronfolge auszuschlleßen. Die Alliierken sind der Anstcht, daß eine in dieser Form übernommene Derpflichlung durchaus befriedigend ist. Die kleine Entente ist be- uachrich igl worden, daß der Zwischenfall beendek ist. Prag. 12. November.(Intel.) Nach den Bestimmungen eines Gesttzentwurfs, den die Regierungsparteien in der nächsten Sitzung der Abgeordnetenkammer über die Oersoigung der monarchistischen Propaganda unterbreiten wollen, sollen Mitglieder der Fomill« Habsburg, die ohne Erlaubnis tschechischen Boden betreten, eines schweren Verbrechens schuldig erklärt und mit schwerem Kerker von 5—10 Iahren bestraft werden, ebenso wer einem Habsburger den unerlaubten Uebertritt auf tschechisches Gebiet erleichtert. Mit lebenslänglichem Kerker soll bestraft werden, wer In irgend- einer Weise die republikanische Staatsform zu stürzen und einen Hab.'burger an die Spitze des tfchechischen Staates zu bringen trachtet. Prag. 12. November.(Intel.) Im Budgetausichuß erklärte der Finanzminister Nowak, daß vom ersten Mobi'ist-rung-tage an bis zum 10. November für die MobUisterung S2S Millionen Kronen ausgsacben worden seien. Belgrad. 11. November.(Intel.) Heute begann In ganz Iugo- slawien die Demobilisierung, die noch im Lause der näcbsten Woche beendet sein wird. An der ungarischen Grenze sind starke Truppen- telle zurückgeblieben. Mftimmungsschwinüe! Im Surgenlanö. Wien. 12. November.(Intel.) Wie aus O« d e n b u r g gemeldet wlrd. nimmt die Intensität der von Ungarn zur Abstimmung de. triebenen Propaganda immer mehr zu. Der D'uck gefälschter Legitimationen ist vielfach sestgestellt worden. Wiener Zeitungen werden Ihren Abonnenten in Westungarn nur noch in zerschnittenem Zu st and, nach Entfernung aller Slellen, die auf Ungarn und das Burgcnland Bezug haben, zugestellt. Wien. 12. November.(WTB.) Heute Ist die erste Nummer des „Freien Burgenländlers' erschienen. Sie bringt eine Unlerredung mit Bundeskanzler Schober, der unter anderem erklärt: Ganz Deutschösterreich ist der bestimmten und nicht unbegründeten Hofs- nung. daß das Burgenland In sehr kurzer Zeit uns eingegliedert werden wird. Wir werden olles tun, damit die Burgenlän'oer die schmerzlichen Tage qualvoller Ungewisienheit mäg'ichst bald vergessen. Der freie Bundesstaat Deut'chösterrcich sieht Im Burgenlands nicht eine neu« Provinz, sondern ein allen anderen Ländern gleichberechtigtes felbständioes Dundesland, das als gleiches unter gleichen feine Angelegenheiten wahrnehmen wird. StinneS-Blätter auch in Ungarn? Wien. 12. November.(Intel.) Wie die„Arbeiter-Zeitung' au» Budapest meldet, soll Stinnes die Mehrheit der Aktien der Athenäum- Di-uck- und Derlags-A.-G. erworben und damit die Zei'ungen Az-Est',„Magyar-Orszag' � und„Pest! Naplo' in seinen Besitz ge- bracht haben. Diese Blätter haben bisher die Habsburgische Tendenz vertreten._ Ausfuhrverbot für§ikbe. Berlin. 12. November.(WTB.) Mit Rücksicht darauf, daß zurzeit in'olac des schlechten Valutastandes beträchtliche Mengen von Fischen zu Ausfuhrzwecken aufgekauft werden, wodurch die Preise unangemessen heraufgetrleben werden und dem inneren Markt die Ware im großen Umfange entzogen wird, ist die Aus- ftchr für Fische bis auf weitere» gesperrt worden. Das Ausfuhr- verbot umfaßt frische Seefische, einschließlich der frischen Herinze. Salzheringe und geräucherten Fische: e» ersireckt sich nicht auf Marinaden. Auch die Ausfuhr von Süßwosserfischen ist gesperrt worden. Unter Berücksichtigung besonderer örtlicher Bedürfnisse sind in geringem Umfange für sie Lusfuhrkontingent« zugestanden worden. GroßSerüu Gegen den Kartoffelwucher. Der Reichsverband deutscher Obst- und Gemüsehändler hatte zum Freitagabend eine öffentliche Prrteswersammlung gegen den Kartcffelwucher nach den Adreassälen einberufen, die von Ber- brauchern und Händlern zahlreich besucht war. Redner des Abends war Generalsekretär N e u b a u r, der aus- führte, daß die unzcheuerlichen Kartoffelpreife keineswegs auf Mangel an Ware zurückgeführt werden könnten. Eine unkontrollierbare Spekulation habe sich des Marktes vollständig bemächtigt, so daß der reelle Handel überhaupt nicht an die Ware herankommt. Als die Nachricht von einer schlechten Kartoffelernte durch die Presse ging, beeilten sich die Städte, sich sofort einzudecken und es wurden den Landwirten erschreckend hohe Preise geboten. Was dem einen Landwirt bezahlt war, wollte der andere auch haben. Die hohen Gebote haben— so führte der Redner weiter aus— zu noch höheren Preisen angereizt und es ist auch kein Rückgang ein- getreten, nachdem sich hcrauszcstellt hatte, daß die Nachricht von ver schlechten Ernte unzutreffend war. Eine Flut von Aufkäufern hat sich auf das Land ergossen und aufgekauft, um für höhere Preise die Kartoffeln wieder an den Mann zu bringen. Auf Umwegen wird die Ware auch zum Teil nach dem Westen geschafft und hier ist schärfstes Einschreiten geboten. Was hinter dem be- setzten Gebiet geschehe, wisse man nicht. Es wird eine andere Kon- zefsionierung des Großhandels erwartet. Wir sehen darin ein Mittel, die Schieber �nd den Schleichhandel auszu'chalten. Es sind Leute konzessioniert worden, die nicht in den Handel hineingehören. Der Redner fordert weiter die konzesflonierung aller Aufkäufer und daß der Landwirt nur an konzessionierte Aufkäufer Kartoffeln verkaufen dürfe. Bestrafung für den Landwirt, der anders handle und Zwangsorganisation des Kleinhandels. Ter Vorschlag, den Landwirten Prämien zu zahlen und so die Produktion zu begün- stigen, sei entschieden zu oerwerfen. Auch gegen Höchstpreise wandte sich der Redner, weil diese dahin führen würdcn, daß die Kartoffeln vom Markte verschwinden. Da- gegen sei eine scharfe lleberwachurg der EisenbahndurchgangsstaNonen erforderlich und in Fällen, in denen Kartoffeln von der Empfänger- station unter unbegründetem Preisaufslblag an andere Plätze zur Versendung gelangen, sind diele zu beschlagnahmen und den Ä ff- käusern ist ohne weiteres die Handelserlaubnis zu entziehen. Der Aufkauf von Kartoffeln durch Privatpersonen aus dem Lande müsse untersagt werden. In der folgenden Aussprache verwahrten sich die anwesenden Händler entschieden gegen die Vorwürfe aus dem Publikum, Wucher zu treiben." Der Handel trage an den hohen Preisen keine Schuld, sondern werde durch diese ebenfalls schwer geschädigt.— Von einem Redner wurde die Befürchtung ausgesprochen, daß man in diesem Winter wohl noch viele Fensterscheiben bei den Händlern einwerfen werde, worauf erwidert wurde, daß man sich dagegen wehren müsse. Eine Anregung, das undankbore Geschäft des Kartoffclhandcls ganz- lich einzustellen, fand wenig Beifall.— Ein Großbändlcr teilte mit, Berlin gebe keinen Zentner von den städtischen Gütern ab, sondern wolle die Kartoffeln als Saatgut behalten. Jetzt denke der Ma- gistrat daran, sich einz-decken: er habe 35 000 Zimtner a 60 Mark gekauft, so wie sie dos Feld liefere.— Nach der Aussprache wurde eine Entschließung im Sinne der Forderungen des Referenten an- genommen. Dom Standpunkt des aufs höchste bedrängten Konsumenten sei nur kurz dazu bemerkt, daß es natürlich ganz auszeschlessen ist, daß es einem Familienvater jemals verwehrt werden dürfte, auis Land zu fahren und für sich und seine Familie soviel Kartoffeln einzu kaufen, wler er persönlich nur wegschaffen kann. Die Handle.' vergessen, daß wir den freien Handel hoben. nach Dort daß Frau Cysoldt in erster Linie künstlerische Interessen und erst in zweiter Linie geschäftliche Interessen verfolgt habe. Er halte Frau Eysoldt überhaupt nicht für fähig, unkünstlerische Interessen zu verfolgen. Als Zeuge bekundet Kuratus Heinrich W i e n k e n: Er habe großes Aergcrnis an den Schweinereien genommen und insolge- dessen dahin gewirkt, daß die aus den zugunsten der Kinderhilfe von den Theatern gemachten Aufschlägen zu den Preisen von den „Reigen'-Ausführungen nicht angenommen werden sollen, er holte das Werk für direkt unzüchtig in allen leinen Szenen. Den De- gründungen seiner Ansicht wird von der Verteidigung und dem An- geklagten S l a d e k— letzterer unter Betonung seines streng katholischen Glaubens— energisch widersprochen. Der Sachvers ändige B r u n n e r behauptet, daß das„Kleine Schauspielhaus' die Abgabe des Zuschlages zugunsten der Kinder- Hilfe zu besonderer Reklame benutzt habe. Auch diese Behauptung wird von dem Angeklagten Sladek direkt als unwahr bezeichnet. Prof. Brunner verteidigt sich gegen diesen Vorwurf, und R.-A. Heine betont, daß die Feststellung dieser vollständig unrichtiocn Behauptung dieses Sachverständigen wichtig sei für die Be- urteilung der Glaubwürdigkeit des Professors Brunner. Angekl. Sladek betont nochmals dem Kuratus W i e n k e n gegenüber, daß olle Theater auf Erund der Anreaung des Prösi- dcnten Eberl sich dczu verstanden baden, eine Woche lang Zu- schlage zu den Theaterpreisen zugunsten der Kinderhilfe an den Rcichsausschuß abzuführen. Dies wurde ebenso wie von den übrigen Direktionen auch von dem Kleinen Sch.auspielhause ausgeführt. Das von den„Reigen'-Vorstellunqen abgelieferte Geld sei bis heute nicht zurückgegeben worden: es müsse also doch seinem Zwecke zugeführt worden sein.— Kuratus W i e n k e n erwidert, daß der Rcichsausschuß seinerzeit be- schlössen habe, die aus den„Reigen'-Vorstellungen fließenden Gelder nicht in den Fonds für die Kind�rhille fließen zu lassen: die Beträge sind dem Polizeipräsidium zu Zwecken der inneren Mission über- wiesen worden. Tod zweier Parkeioekeranen. Wieder hat der Tod zwei Petera- nen unserer Partei. Wilhelm Schmidt und Gustav Müller, dahingerafft. Wilbelm Schmidt war in Friedrichs- Hagen geboren und von Beruf Maurer. Er lernte die dortigen Ber- Hältnisse aus eigener Anschauung kennen und konnte sie deshalb als Angehöriger der ölten Gemeindevertretung im Dienste unserer Partei verwerten. Er ist bis an sein Lebensende im besten und ehren- vollsten Sinne ein Proletarier geblieben. Seine Bestattung findet am Montag, den 14. November, nachmittags um 3�- Uhr, auf dem Friedrichshagener Kirchhof statt.. Gustav Müller war einer von denen, die das Fundament der Partei bilden und mit der Kleinarbeit Fruchtbrineendes leisten. Seit zwei Jahrzehnten mar er unermüdlicher Kämpfer unserer Partei. Noch bei der letzten Wahl— kaum aus dem Krankeni aus entlassen — stand er mit dem Stimmzettel in der Hand seinen Mann, um so für die Partei zu werben. Die 45. Abteilung wird dem alten Kämpen ein treues Andenken bewahren! Eine Abrüswngckundaebnng im Zirkus Busch sindet morgen lSonnmgh pünlilich 10'„ Ubr vorn,., stau. Die Berliner Älbeiier-, Angestclllen- und Beamtenicbaft wir b sich darin wieder ru einer mnchlvolleir Demo« st ratio ii ihrer poiilii.beii und kiiliii- rellen st'ele gu'ommenfinderr. Vo» der SPD. svrecken Genoisin Antonie Piülf, M. d. R., und Genosse Proieüor Paul Oeitreicki. Außerdem werden kür die Kewerk'ckiaiislommiision Wilbelm N ei. mann, für die Haiiptman» Willy Meyer und ferner Dr. Hau» Simon« jun.»... �..elmur v. Gerlaw ipiewe». Wildelm Tieicrle wird refflieren und T. Wegner der Talen de« Welitriege« gedenke». Der Zirniit in frei. Einlaßkarten sind von 0'-. libr an im Zirku«gcbäude zu haben: e« wird um pünkilichc« Erwbeinen gebcin. Lull gart endemlivstrntion der Vegetarier. Die Berliner Beertsrier» Beiciniqiing billet lius miUntnien, roß sie am Sonniaa, den 43 Nen mbcr niillagt IL Nbr im Luiigaiien eine kffemlickc Bns mrnlung mit Anlpillchen über die»Lösung der(cj olcn Frage' verauslalleu ircrCe. postraub In Neu-Temxelhof. 10 009 ZN. Belohnung. Ein unerhört dreister Ueberfall ist gestern Abend kurz 6 Uhr auf ein Postamt in Neu-Tcmpclhof verübt worden. befindet sich in einem Prioa'hause cm Hohenzollernkorso das Postamt Zunegorialist-n.«rup?- s Berlin« Tempeihos 2. In diese» drang eine mit Revolvern bewassneie� Bande, von drnen ein Mann eine Maske, ein anderer Mann eine groß« Autobrille trug, plötzlich«in. als sich in dem Schallerraum noch vier Beamte besonnen. Die Räuber setz.'en den Deam'en sofort die Revolver auf die Brust und forderten sie auk. sich ruhig zu ver- halten und keinerlei Widerstand enioegen.'usetzen, andernsalls ste sofort von Ihrer Schußwaffe Gebrauch macken würden. Zunöcksst waren die Beamten so überrascht, daß s!« der Aussorde- rung der Räuber nachkamen. Als dann aber der Poslsetretär 2!?:eiM> mann die Lage übersah, wollle er d'm Räuber, der vor i�m stand, an die Kehle springen, um ihn zu überwältlaen und die Band« an der gep'anten Ausraubung de? Am'es zu rerbindern. Der Räub-w drückte jedoch sofort ab und sckwß dem Beamten durch den Mund. Durch da» mutige Eingrei'en des Poftbcam'en war aber der Plan der Räuber zerstört wordm. Als der Slbm-rverletzt- auk keinem Stuhl zusammenbrach, oriffen ste noch schnell in die Tilchkchublade, nahmen daraus 3000 M. und verschwanden. Im Hinblick auf die Dreistigkeit des Roubüberfalles und auf d°e schwere Verwundung de, Post'ekretärs Wiedemann,'der in bedenklickem Zustand in'einer Wohnung liegt, bat die Oberpok'direrion eine Be!o''nunn von 10 000 Mark auf die Erareifuna der Räuber ausgesetzt. Die Erm!tllunaälle» u:id mägigen süoö.llichea Di wen, nachher zcitiveffe aüillarcnd. Grost-öerliner partcinackricbten. Lichtenberg: Sonntag morgen Wanderuna nach �-------). Treffpunkt 7 Uhr morgens Bahnhof Stralau» Rummelsburg(Normaluhr). der Kampf um üen»Neigen�. In dem Prozeß gegen Frau Gertrud Eysoldt, dem Direktor Sladek, dem Regisseur Rausch und die Darsteller de» „Reisen»' wurde heute die Beweisaufnahme fortgesetzt. Bevor in die Vernehmung der Zeuoen eingetreten wird, gibt Rechtsanwalt Wolfgang Heine folgende Erklärung ab: In der „Täglichen Rundschau' befindet stcb in dem Bericht über die neulicht Vernehmung des Darens von Putlitz die Angabe, daß der Zeuge erklärt hätte. Frau Eysoldt habe keine künstlerische» Tendenzen verfolgt, sondern nur geschäftliche Interessen. Das steht in ber Zeitung, welche in den Kreisen gelesen wird, von denen das Kesseltreiben gegen den„Reigen' ausgegangen ist. Ich muß hier konstatieren, daß dos eine platte Fälschung ist. denn gerade das Gegenteil hat der Zeuge und Salbverktändige von Putlitz gesagt. Landgerichlsdirektor Brennhausen: Wir wollen hier nicht auf das eingehen, was in den Zeitungen über diesen Prozeß steht. Ich persönlich babe mich jeder Lektüre der Zeitungen enthalten, um mich In keiner Weise beeinflussen zu lassen. R.-A. Wclfgang Heine: Ich bitte aber Exzellenz von Putlitz nochmal» über diesen Punkt zu vernehmen, um zu zeigen, daß es ssch hier um bewußte Entstellung, Verdrehung und Lüge handelt. Zeuge von Putlitz. Präsident des deutschen Bühnenocreins. bestätigt nochmals, daß er unter allen Umständen annehmen müsse, i gjn« Li-b-«n->cht. Theater 0er Woche. V0..1 14. vli? Sä«. SJuvciiiicr. Bolletfihnc: 18., M., 18., 18. Masse Mensch. 15. Der Bauer als Millionär. 17., Iii. u»a iü. tzoiug Lear.— Dpk.nhaus: 13. ics;a. 14. Stouboifiuv. 15. Madame LuUcr>ly. Iii. Tristan uui)(jiolic. 17. Mtgiron. 13. Baroicr von Sevilla. IS. Christelslein."'----"«■-''----- £J. Othel■"--- Theater: (viele: 13. bis 15., 17. bis 1U. Der"Hilhnerhof. 16. FrUhlmas LcssinjZ-Thcater: 13., 14., 17. bis 2ü. Die SBitlcrc.cn e.ner Slo.fct.n. 16. Der lasterhafte Herr TIÄiu. 18. Pcrr Cnnt.— Zhcaier in de: k.äiiiW.axer Straste: Manon Leseaut. 1». Hioalla.- Deutsche» Ove.haus: 13. Der slieeeii-e Hol- länder. 14. Tannhäuier. 15. Tie taten ßtuae». 18., lg. u. 21. Pariisal. 17. Nigoletto.— Vchiller-Theater: 13., 14., 1/. Meine Frau, die Hosschau- spielcrin. 15., 18., 19. u. 20. Die Schmctterlingsschlaä.t. 18. Do» Carlos.— .torohes Scharsvicchane: Clig von Berlichinaen. ig. Die Weiler.— Sl.uca Bolls-Theater: 13. u. 17. buneirefreunde. 14. u. 15. Nase Bernd. 18. Die Wildente. 18. bis 20. Die Passion.— Die Trldilne: Die tremde Frau. Größenwahn. 18. Der Mettlaus mit dem Schatlcir.— Dorisch:» Kirrrsiler. Thraier: Der heilige Ämdrasius.- 5tiurS.iel.ha»»: Die Fahrt ins Blaue.— Derliner Thratcr: Prinzesnn Olala.- Kleines Tchansvleih«::»: üiki. 16. SiccUaftil.— Triaucn-Theatec: Mein Freund Teddy. 18. Lady Winder- mcres Fächer.— Zicsidenz-Thrater: IS. bis 13. Der Sürüg in Paris. 18. Co, cn Humbrecht. Ab 17. Das weite Land.— geutral-The.'ter: Das Detekt.viNädel. 18. Der Bl"------"'■■■(' fj I Berschwender. Theater in der«amnlriNdautrnstrahe: Dy.Ul.— Friedrich-Withclmstädiischr» Theater: Ameriean-Eirl. 18. Daa Gliick im Winkel.— Uamisme Oper- Der Herr der Welt.— Lnstsviethau,: Peter Brauer. — Metrapsl-Theater: Die Straßcnsängerin.— Riuc» Vveietten-Thrater: Die Königin der Aachi.— Thalia-Theater: Schäm' Dich Latte.— Th:a!er cm Nollendo'splah: Die Ehe im Kreise. Am 18.: 5, 7 u. g Uhr: Ehr'rstus, Film.— Theator de, Weste»»: Die Braut de» Lueullus. 18. Die Sö.öBfung, Oratorium. — Kleine» Theater: Frl. Jolelte— meine Frau. 18. Die Freundin.— Mall- ner-Thca!er: Ncxchen. 16. Nachtasyl.— Walhalla-Tlieater: Jung muh man sein.— Theater de» vsten» sNose-Theateri: Frdcle Britder. 18. Gesa lassene Barstellung.- Kasraa-Theater: Ter Weg zum GIllck.— Renes Theater am Kos: 13. bis 15. Da» Ewig-Männliche 16. Beethaven-Abend: Ansarae. Ad 17. Der Dummkopf.— Schloßxa.k-Thcater«tcglifc: 13. bis 15., 17. u. 18. Konzert. 18. Maria Magdalena. IS. u. 20. Medea.— Folie, Eaprrcc: D.e Dame im Bett.— Admiralspalast: 14., 16,, 18. u. 28. Die roten Schuhe. 15., 17. u. 1!'. Abrakadabra.— Theater r) nahmen am Freitag in gutbesuchter Versammlung gegen die geplante Lohnreduzierung Stellung. Der Branchenleiter L a ch m u n d führte dazu aus: Im August kam durch Spruch des Schlichtunqsausschusses ein Tarif zustande, dessen Geltungsdauer vom 15. August bis zum 31. Dezember bemessen wurde. Strittig blieb nur noch die Frage des Wagenwaschens. Als Entlohnung wurde ein fester Satz von 3 M. pro Schicht und die Zahlung von 18 Proz der Gesamteinnahme festgelegt. Damals wurde von den Fahrgäi en die achtfache Friedenstare genommen. Die Taxe wurde dann auf das Zehnfache und am 3. November auf das Fünfzehnfache erhöht. Nun beschloß eine Versammlung der Kraftdroschkenbesitzer am 7. November, ab 9. November den Fahrern statt der tarif- mäßigen 18 Proz. der Gesomteinnahme nur noch 15 Prozent zu zahlen, obgleich der Tarif gemäß dem Spruch des Schlichtungs- ausschusfes bis zum 31 Dezember gilt. Unerheblich ist, daß der Tarif von beiden Seiten nicht unterschrieben worden ist, sondern auf Treu und Glauben abgeschlossen wurde. Die Reduzierung de» Lohnes wurde einfach durch Anschlag in den Garagen diktiert. Es handelt sich um einen nackten Tarifbruch. Aller' ding» haben einzelne Unternehmer diesen Vertrauensbruch bisher nicht mitgemacht. Die Fohrer haben natürlich keinen Anlaß, sich die, noch dazu tarifwidrige, Lohnreduzierung gefallen zu lasten. Es gilt, den Willen der Kollegenschaft zum Ausdruck zu bringen. Becker ergänzte die Ausführungen und stellte fest, daß ein Unter» nehmer als Grund der Reduzierung angegeben habe, die Fahrer verdienten zuviel. Diese Behauptung widerlegte der Redner durch eine Schilderung aller einschlägigen Derhältniste, wobei er hervorhob, daß viele sogenannte Arbeits tage in Wirklichkeit den Zeitraum von anderthalb Arbeitstagen— 12 bis 16 Stunden — umfassen. In der Diskussion wurde gegen das unerhörte Vorgehen der Arbeitgeber schärfster Protest erhoben, der auch in einer einstimmig angenommenen Resolution zum Ausdruck kommt, durch die die Verbandsleitung beauftragt wird, sofort mit dem Verein der Kraft- droschkenbesitzer in Verhandlung zu treten und die Innehaltung des Tarifs zu fordern. Einer Verhandlungskommistion wurden noch verschiedene Direktiven mit auf den Weg gegeben. Eine feine Firma. Die Firma„Photo-Manufaktur", challesche» Ufer S, Inhabe» cherr Regierunas» und Baurat Fischer, mit dem Geschäftsführer therm August Bowe, ein ehemaliges langjähriges Vorstandsmitglied des Verbandes der Lithographen, Steindrucker und verwandten Berufe, sollte nach einjährigem Bestehen seinen gelernten Photo- grapben die neu bewilligten Tariflöhne, das heißt Mindestlöhne, bezahlen. Nachdem das Tarifamt die Firma verurteilt hatte, wurde den Gehilfen der furchtbar hohe Lohn von 355 Mark pro Woche noch verweigert. Der zweite Betriebsobmann wurde, nachdem das Tarifamt gesprochen statte, weil er 7 Minuten zu spät zur Arbest kam, am Abend fristlos entlasten. Die übrige Kollegenschaft trat am 28. Oktober, weil die Entlassung nicht zurückgenommen wurde, in den Streit. Nun sah sich der obengenannte Herr Bowe genötigt, da er früher einer der Radikalsten im Vorstand des Verbandes war, mit Hilfe der Sipo Streikbrecher einzustellen. Was sagen die Be- Hörden und die Regierung zu einer solchen Firma, deren Inhaber ein ordentlicher Regierungs- und Daurat ist? Versammlungszensur durch den Lokalbesitzer. In einer Versammlung des Werkmeisterverbande» in Chor- lottenburg, Hohcnzollern-Festsäle, Berliner Straße 5, am 4. Ro» vember referierte ein Funktionär über den Streik der Gasthausange- stellten� Der Besitzer des Lokals mischte sich ein mit der Behaup- tung, die Bezahlung des Bedienungspersonals sei gut, was er auch zu beweisen suchte Doch die Verlesung des Tarifs bestätigt« die Ausführungen des Referenten. Zudem erklärte die Büfettdame unaufacfordert, daß auch sie nur 200 Mark monatlich erhalte, bei einer Arbeitszeit von morgens 5 Uhr bis spät in die Nacht hinein. Der Lokalbesitzer, der durch umfangreiche Renovierungsarbeiten zeigt, daß fein fast ausschließlich von Arbeitnehmern besuchtes Lokal gut floriert, entzog dem Bezirksverband das Versammlungslokal und den Saal zur Abhaltung eines Vergnügens. So konsequent wie Wer die Umstände, welche diese Gleichmäßigkeit in den Ver- einigten Staaten und Deutschland erzeugt haben, sind grundverschie- bener Natur. In der ökonomisch so mächttgen amerikanischen Union und auch in England bedeutet das Ueberwiegen des Angebots im Kreditoerkehr eine Fülle brachliegenden Realkapitals. Die vorhandenen Produkttonsmöglichkeiten können infolge der Ab- satzstockung nicht ausgenutzt werden. Die Absatzstockung löst am Kreditmärkte verschiedene Wirkungen aus, je nach dem, bei welcher Drehung des großen Rades der Wirt- schost die Stockung erfolgt. Reißt sie in einem Moment ein, wo große Mittel ausgesiehen sind, so stockt der Rückfluß der kreditier- ten Summen infolge der Unverkäuflichkeit der Warenvorräte. Die» macht die Geldgeber mißtrauisch und zurückhaltend und treibt die Zinssätze empor. Werden die aufgestauten Vorräte allmählich abge- setzt und die Kredite zurückgezahlt, dann nimmt bei fortdauernd verringerter Produktion die Nachfrage nach Darlehen ab. Nach einer notwendigen Liquidationsperiode führt also die Absatzstreckunq und da» Darniederliegen dar Produktion zu niedrigen Geldsätzen. Der internationale Geldmarkt hat bekanntlich auf die erste Zeit- spanne der skizzierten Entwicklung auf den Ausbruch der Welttvirt- schastskrise im Frühjahr 1920 mit Zinssätzen von 7 bis 1% Proz. reagiert. Da noch erfolgtem Liquidationsprozeß die gewaltige Pro- dukttonsewschränkung weiter andauert, so mußte eine Periode nie- deren Zinssatzes eintreten. Am deutschen Geldmarkte gingen die großen Ainsschwankungen in England und Amerika spurlos vorüber. Hier herrscht ständig Geldfülle, unabhängig vom Umfange der verfügboren Realkapitalien, weil die Notenpreste unausgesetzt für reichliches Angebot am Geld- markt sorgt._ Merturius. Die Valutaspekulation— Schweizer Franken bester wie Dollar. Der Scbweizer Franken bat nunmehr einen Vorsprung vor dem Dollar auf dem Valutamarkt. In Amerika ist, im Gegensatz zur Schwei», der Geldverkehr frei und die Banknoten baben eine fast lOOprozentige Golddeckung, während sie in der Scbweiz nur zu 71—77 Vroz. gedeckt find. Die erwähnte Valutaentwicklung wäre daher rätselhaft, wenn nicht die Spekulation als Er- klärung herangezogen wird. An der Züricher Börse tobt«ine wilde Spekulation, an welcher nach Schweizer Berichten auch Kapitalisten au» Deutschland und Oe st erreich einen großen Anteil haben. Nack einer Genfer Mitteilung verfügen deutsche Banken über 1200 Millionen Fronken Forderungen in der Schweiz, Kapitalisten auS dem verarmten Wien aber über 860 Mil- lionen Franken<280 Milliarden österreichische Kionen) die sie aber nur zu Spekulationszwecken benützen, indem sie diese Beträge in der Form von kurzfristigen Forderungen kür die Spekulation immer bereithalten. Unterdessen wird in der Schweiz die Produktion ein- geschränkt. Hunderttausend« von Arbeitern werden entlassen, der Fremdenverkehr ist unterbunden, die Eisenbahnen werden nicht au»« genützt und ihr Defizit steig» fortwährend, der Außenhandel ist stillgelegt und das EtaatSdefizit in ständigem Steigen begriffen. Die vauernoereine für Ablieferung. Der Vorstand der Der- einigung der deutschen Bauernvereine erläßt«inen Aufruf zur Belieferung besonders der Minderbemittelten mit Kartoffeln. Er fordert seine Mitglieder aus, auch die Ablieferung des Umlage- getreides zu beschleunigen. Kapitalerhöhungen im Sprltkonzern. Die im sog. Spritkonzern zu einer Interessengemeinschaft vereinigten Werte Ost werke— Schultheiß-Patzenhoser— Kahlbaum vermehren ihre Stammkapitalien um das llftache auf das 2Xfache. Die neuen Aktien werden zu so niedrigen Kursen ausgegeben, daß auch hier ein« Verwässerung des Aktienkapital» vorliegt. Soziales. Der Zuchthausklaps. In sehr häufigen Fällen werden Strafgefangene während der Verbüßung ihrer Etrofzelt einem Irrenhause überwiesen, weil sie vom sogenannten Zuchthousklap» befallen sind. Früher, als die festen Häuser der öfsenttichen Irrenanstalten noch nicht so ge- sichert waren wie heute, wurde hierbei viel simuliert. Infolgedessen brachen zahlreiche Strafgefangene bald aus der Irrenanstalt aus. ew........ v: u.•-f a a*« k A t 4 AM A«. ma«- Via x«a r« ama-.a Die Verschiebung nach dem Irrenhause ohne Anrechnung aus die Strafzeit ist jedoch tatsächlich eine zweite Strafe, ohne Gerichtsurteil und ohne strafrechtliche Begründung. Die von allen Parteien ge- forderte Ausmerzung dieses Verfahrens durch die immer wieder ver» schobene Reform des Etrafrechts ist eine unbedingte Notwendigkeit. Die fraglichen neuen Bestimmungen muffen auch rückwirkende Kraft erhalten für alle Gefangenen, die noch Strafe verbüßen und während der Strafverbüßung im Irrenhaus waren. P. E-r. Kus aller Welt. Bluttat eine» vesahungssoldaten. Dienstag abend erschoß ein Soldat des 5. französischen Kürossierregiments, das gegenwärtig in Kirn eine Uebung abhält, die Ehefrau Margarete Dilger, weil ie das Verlangen, daß sie in nächtlicher Stunde mit ihm eine Zu- ämmenkunft haben sollte, nachdrücklichst verweigert hatte. Die ranzösische Gendarmerie oerhaftete den Täter. Die Erschaffene hinterläßt drei Kinder unter drei Iahren, der Ehemann ist am Rhein in Arbeit. verurteilte Posttäuber. Bor dem Braunscbweiger Schwur- qericht halten sich der Gärtner Franz Junge aus Beinburg. der Dreher Ludwig Ruich au» Berlin und der Kraftwagensübrer Ludwig Braune aus Diesdorf bei Wanzleben wegen eines in Ge- meinsaiaft mii den noch nicht gefaßten Heimann Roch und Wilbelin Schulz am 9. November v. I. verübten räuberischen Uebersalle auf das Postamt Vorwohle im Kreise Holzminden zu verantworten. Die Räuber hatten dabei 17 000 M. geraubt. Die Geschworenen bewilligten mildernde Umstände zu, worauf die Angeklagten zu j« zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurden. Seemaunstod. Als der Hangöer Rettunqsdampfer den vor ein paar Tagen zwischen Ekenäs und Hangö(Finnland) gestrandeten deutschen Dampfer„Cggo" nach Ekenäs bugsierte, s a n k der deutsche Dampfer plötzlich. Der Kapitän und sechs Matrosen ertranken, die übrigen sieben wurden gerettet.— Am Dienstag traf der hollän. difche Dampfer„Waalstroom' im Finnischen Meerbusen den einig« Tage zuvor von Wiborg mit Eisenladung nach Deutschland abge- gangenen, im Sinken begriffenen Bremer Dampfer„(Berbinne", der über das Wrack eines gesunkenen Unterseebootes gefahren und dadurch leck geworden war. Beim Herannahmen des holländischen Dampfers sank die„Gerbinne* mit dem Kapitän und vier Matrosen. Die Ueberlebenden, der Steuermann mtd vier Ma- ttosen, wurden in erschöpftem Zustande von den Holländern aus dem Rettungsboot geborgen und noch Wiborg gebracht. Sie kehren über Helsingfors nach Deutschland zurück. „Ziosol", Brust-Karamellen, ein wirtlich gut«, Mittel gegen Huste» und Hetserteit. Zu Hube» in de» einschl. »eschüfteu.— Caborutorium p.®. Clfsarj. Berlin ÄO 18.* veruntw. für den redult. Zeil: 9t. See«» Peiser, Charlottenburg: für Anzeigen: Th. S locke, Berlin. iSerlag Vorwärt». Verlag<9. m. d.$., Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei u. Berlagiuniialt Paul Singer u. Co., Berlin. Lindenstr. Z. Gewinn-AnSzng MT 18. Prenß»«Lvd.(244. Prenß.) Klaffen-Lotters« i. S laste. 15. ziehuugStu«. 11. R-veuider 1921. 3inf ted» gezogene Plummer flnO»wet gleich hohe chewtnne gefalle», ie ein«, mul Sie Lose gleiche, Plummer in Heu delbe» iNveeUnnge» I und fl Chtte Gewähr. Nachdruck Verbote». dieser Besitzer von seinem Standpunkte au» müßte jeder Arbeiter] Neuerdings kommen Simulationen seltener vor, da die überaus und Angestellte handeln. Auf das Hinausgeworfenwerden sollte man starke Befestigung der Derwahrungshäuser der Irrenanstalten die e« doch nicht erst ankommen lassen. Flucht so gut wie unmöglich macht Die meisten der nach Irren- - anstaüen überwiesenen Strofgesongenen sind also wirklich Weiliuachtsunterftüttung arbeitsloser Bauarbeiter. Der Borstand des Deutschen Bauarbeiteroerbandes, Dezirksver- ein Berlin, teilt mit- Laut Beschluß der Deleqierten-Deneralversammlung vom 10. November wird die Mitgliedschaft aufgerufen, auch in diesem Jahre in eine Wcihnachtssammlung zur Unterstützung der Arbeits- losen einzutreten. Die Sammellisten sind im Bureau des Berbandes, beim Kas- sierer, Kollegen Wartenberg(Zimmer 55), erhältlich. Den Baudeleaierten wird zur Pflicht gemacht, die Listen sofort in Empfang zu nehmen. Von allen Mitgliedern, die in Arbeit stehen, wird erwartet, daß sie sich nach bestem Können an dieser Sammlung beteiligen,_ geisteskrank geworden. Es sind sogar nicht die schlechtesten, gewöhnlich die befferungsfähigsten Strafgefangenen, die während der Strafverbüßung in der Erkenntnis ihres auf Jahre hinaus verpfuschten Lebens seelisch zusammenbrechen. Trotzdem werden sie vom Gesetzgeber härter behandelt als die anderen, die ihre Strafe ohne Zwischenfälle verbüßen. Die Zeit des Aufenthalts im Irrenhaus wird nämlich auf die Strafzeit nicht angerechnet. Es kommt also oft genug vor, daß ein Strafgefangener, der beispielsweise zu vier Iahren Gefängnis verurteilt ist und zwei Jahre im Irrenhaus bleibt, insgesamt 6 Jahre abzusitzen hat. Das heißt: die gerichtlich zuerkannte Strafe wird ohne Schuld des Be- straften um die Hälfte verlängert. Ie nach den einschlägigen Ber- hältniffen kann dann natürlich die Strafoerlängerung auch vier, schs oder noch mehr Jahre dauern, wenn eben nach Ansicht der Irrenärzte der Zuchthausklaps nicht früher geschwunden ist. Nur falls die Aerzte begutachten, der Krankheitsoerlauf habe noch- trö glich ergeben, daß auch schon bei Begehung der strafbaren Handlung die freie Willensbestimmung gefehtt Die Bank von England und die Bundesreserve, haben müsse, fällt die Derbüßung des Strafrcstes fort. Dann be- dank New York setzten gleichzeitig ihren Diskont um k Proz. LM 5�5. die �Gefahr der Stro�erwngeru� Wivtfäyaft vom internakionalen Geldmarkt. S erab Damit beträgt der offizielle Zinsfuß in London 5. in New ort iX Proz. Da sich der Diskontsatz, den die großen Privatbanken borechnen, an beiden Plätzen unter 4 Proz. bewegt, so kann man bereits von einem recht flüssigen Stand des internationalen Geld- Marktes sprechen. In den entscheidenden Zentren des Leihkapital- verkcbrs steigt das Angebot frei verfügbarer Geldmittel schneller als die Kreditnachfrage. Aeußerlich ist daher die Geldmarktlage der Länder mit ncrinalcr Eeldverfaffung und der Inflattonsländer gleich. Hier wie dort hcrr'cht G e l d f ü l l e, hier wie dort ver- hältnismäßig niedrige Leihsätze. Art durch langjährige Fcsthaltung im Irrenhause aus Gründen allgemeiner Sicherheitsinteressen, während das Ende der gerichllich erkannten Strafe zeillich bemessen war. Das Derfahren ist sogar nicht ganz einheillich. So wird im Staat Hamburg die Straf- Unterbrechung durch Krankenhausbchandlung auf di« Straf- zeit angerechnet. Mitunter hilft man sich dadurch, daß seesi'ch gestorte Strafgefangene fn den Strafanstaltsabteilungen für Minderwertige untergeoracht werden Niemand soll seinem ordentlichen Richter entzogen, aber auch niemand wegen des gleichen Derbrechens zweimal bestraft werden. S»»er Svruuttugtiiehuus Unat«» Srwiuu« über 490 Katt sein gm: 2 e» 3000 M 36478 4 n 10000 N 137341 130433 »4145«I3as?330* M48 1MM lS*4T mi9 15™T»«9 9« 999899 . 84»'3000.»0 19318 93090»894 98093 34603 49090 4,104 4549, 89008 68994 8074 881«9«83,1 102195 108017 I>07-3 114415 114479 JiSi0! llM47'1»«90 133193 140593 149438 187399 188349 172401 176683 177212 181391 182987 198713 198333 19878, 199518 209380 203399 928673 »0917 24 938 149198 982389 984471 288193 978932 991098 384 SU 1000.1 459 702 2739 0888 9540 10794 10744 11813 13310 18738 17124 17807 24200 28078 18770 30129 30485 32827 82755 32889 38133 38582 38994 38390 40573 60867 61309 62863 68473 669.7 69.08 6884 7 02, 73,92 7392: 73993 7,203 7,908 78422 8.020 83938 84024 881,73 88739 89223 91898 03304 9,367 96871 97330 97429 103619 0464, 108028 108282 110403 111171 11410» 118826 118230 116837 117148 117982 119671 124890 128303 1.8478 126908 129102 140523 131491 133232 13:841 138213 137895 138580 138719 4007, 14:2,1 143347 145584 149267 149401 '«685 1498:3 161023 162372 162459 162489 153622 16»704 166791 167044 168002 182474 66784 107983 183.91 188217 189814 17-683 174849 175668 HSi!* 178680 177403 178108-79933 179443 170890 1800 7 180603 180871 189361 190983 101337 193143 104168 193490 901618 901989 20978' 903018 903211.06387 207728 207800 207882 303375 908049 200511 209310 209581 916918 219033 2.1187 924878 226263 228862 227097 2.7709 227720 2.81.61 98:043 934043 9368>9 236804 938 81 940644 941227 246851 247788 248267 261903.83698 26596.»7803 26770» 268326 283215 983.98 233740 284991 268430 987194 971688 280386 281545 388335 989018 3918i3 901990 202178 993083 793437 29373 I 293738 3a der«nq»m»g8»>49u»g unuvcu»«wtuur übet<90 Marl gczrgcu: 9 UU 16000 M 196208 2 za 10000 M 8407 38(O„OOu n 2007 14803 18841 19946 28198 38188 49845 88882 87961 196163.39477 139714 147.79 16.098 169303 901898 908873 293,2» a94c44 128 2« 3000« 5388 10193 106,9 Ui7tt 284.7 30244 3.318 38388 43.28 46113 6.068 62688 67880 66449«8066 77007 891.8-.7630 9..47 101437 108669 112709 115632 125042 182.36 13o060 134382 149462 14428 i 1.9703 1504:4 150971 161198 168940 162229 1676,7 189.27 178312 182,68 18.565 164,68 ,8658,.83:89.00324 208058 2.0839 213009 919317 925448 942:44 .4563: 246740 2637.8 266703 20076» 281601 363183 276198 289950 291804 »96999.967-7.99741 888 zu 1000« 4343 9071 11663 11712 13648 13656 18336 14,99 21428 3189..0868.8494 27198 97483 28874 30023 33278 36546 39209 41208 49371«979. 43140 43663 47704 48960 30564 69369 64992 65489 69989 89823 91394 66438 89628 714.9 72086 7 088. 7099» 779»» 81721 82926 83.41 83888 84206 38733-0»9l 90951 96499-899, 97o08 98549 96893 199619 19»7»0 10.606 107986 ,08213 1083-0 109448 113778 114854 116322 118494 116680 117412 119340 ,18441 119»97 1.0927 120068 12,034-21598 122773 1288:7 1.7902 12888. 1300-9 131394 133847 136999 139:03 139,78 139.64 149040 ,40963 142408 ,4:872 ,40844 1627.0 163489 138517 1341.9 166:28 ,68798 ,67968 138988 169887 16401» 166»:6 158861 172810 l'.63S 174829 177478.783-8 17». 48.79,4» IcO.lO 1»2,17 188993 ,83,88 187397 188.89 188837 193287 19.099 194273 194784 98248 198684 ,98.31 1 93-81 299487.97.38 298339 209127 210853 4,0811 210:60 2.69.1 218328 2.13:8 94.89« 988926 224706 228334 228414 228734 249110 239»99 23193. 33,074 231236 234819 23.24t 233311 233:68 2:8586 234:83 334411 433»92 2:8578 .37109 239.88 439996.44416 24626. 2469,4 249496 2s07«9 467077 267»54 26:624 269987.61161 291.74 28236» 287330.79-88 272331.78982 28:186 28:96».04072.'6i B.68346 8849, 291698 92984.8 83: 298825.93897 «U In dem botftebenden Gewinn-«»»,»« nicht eatbalte.ieu »ieor.geren Gewrune find an» oe» Lnie» ,u«riebe», die otl den staatlich«» Notterie-Siuuedmcr» inr unentorldiicheu(Itufioji ausiiegea. Wichtige Mitteilung für alle Leser des„Vorwärts" Das wrltverlilimlc Wer Vroiesfor Dr Bock» Buch 00m ge- fioiOe» und tan en Blenlcken, das dereilä Millionen unserer Rltmen chen rcu beLoten liat und die qanze Eesundbeilspllege und Heilkunde in geineinverftändlichcr Weise bringt, ist in neuer Bearbeitung von 1» unserer allerersten Unioer itätsprolessoren, Aerzte und Aerztinnen in zwei großen Bänden(Lexitonsormat) >>eran«gegeb»n woiden. Da« Wert ist reich illustriert mit vielen bunten Ta ein und Modell veriehen Da» Sachregister entbält etroa 8800 Namen, die In dem Werfe behandelt werden Wegen Raummangel haben wir hier nur 48 Namen herausgezogen Arterien Verkalkung— Asthma— Bandwurm— Befruchtung Ulrtrntzfrti-frtri-fi_ CAIaiAfitHhf_ cWkutrtrmitf—(Dnrrnor icnieonaienen— vcyrmrienspftege— ajtenitcuanonsoejajcDccüen Gebärmutterdlutungen und zu starte aber zu schwache Regeln aber Ausbleiben derselben— ilnfruchtbarteit— Ratschläge zur Berhsttung der Cmptängnis— Sehwangerichail— Nrebs— Gallensteine- Gebärmutlertreb»— Gicht— Hanttranthelten— Imp-'ten,— Alnder.rantheiten— Lebertrantl-eiten— Lungen- teantheiien— Magenertrantungcn— Nervenleiden— Niere». trankheiien— Scheidenertrantnngen— Schwindiuchi— Sexuell« Auilläeung— Syphilis— Tripper— Tuberkulose— Urinuntersuchung— Weißer Fluß— Wassersucht— Zucker trantheit. 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