Nr.54S ♦ Z8. Jahrgang Ausgabe 05 Nr. 26$ Bezugspreis: S9«Tt»I|ai)rL 36,- M., monatL 11— SR. Iret in» Kau», ootau»»atjlbat. Postbezug: Monatlich 12,-931, einschl. gu- stellungsgebiihr. Unter Kreuzband tür Deutsiiiiand, Danz g, da» Saar- und Mcmelgediet, sowie die ehemals dem» fd-tn Scdiete Polen», Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 22.— M., für ba» Übrige Ausland A,— M, Post- bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho- Slowakei, Däne- wart. Kolland. Luxemburg. Schweden und die Schweiz, Per.Porwärt," mit der Sonntag»» beilage»Volk und Zeit", der Unter- haitungsbeilag».Heimwelt" und der Beilag».Siedlung und Kleingarten" erscheint wocheniäglich zweimal, Sonntag» und Montag, einmal. Telegramm. Adresse: aSojlulftamoftol Berlin- Abend-Ansgabe Berliner OolKsblstt ( 30 Pfennig � Sluzeigeupreis: Die zehngespallene Ilonvareillezelle toste! 7.— M.llleln, llnzeigcn" da» lettgedruSt« U»ti S,— M,(zu- lässig zwei settgedrultte Worte), jede» weitere Wort 1*0 M. Stellengesuche und Schlasstellenanzeigen da» erste Won l.IO St, lebe« weitete Wort 1.— M. Worte über 15 Buchstaben zählen skr zwei Wone. ssamilien-A»- zeigen skr Adimnenten Zelle i.— 931. Sie Preis, oerstehen sich einschließlich Seueruiig»(uschlag, Anzeigen skr»,» nächste l�unmcr müssen di, 4", Lhr nachmittag» im Hauntgeschäfl. Berlin SW 68, Linden- straße st, abgegeben»erden. Seossne: von 9 Uhr irlih dl, d Uhr abend», Zentraler gan der fozialdemokratircher) parte» Deutfchlands Reüaktion unü Expedition: SW b8, Linöenftr. Z Rrdaktio» Mortt-plass»Kl»»— S7 ,hern,pecnier. Morit-I'ia« I,7SZ berliner Gewerkfthasten und veutsihe Werke. Die Mitglieder des Auslchusies der Berliner Gelverkschasts- tommission und Vertreter verschiedener verbände haben am Mon- tag die Deutschen Werke besichtigt, um sich ein Urleil zu bilden über die Berechtigung der Forderungen der Entente. Die Vertreter der DerNner Urbeiterschaft, kamen zu der Ueberzengung, dasj die Fabrikation in den Deutschen Werken ganz aus den Frieden ki.gcs>cM ist. Mit der Fabrikation von Sport- und Zagdwasfen sind alles in allem 900 Personen beschäftigt. Die Maschinen, die z. B. der her- siellung von Gewehrläusen dienen, sind so umgebaut worden, das} sie nie mehr Kriegswossen herstellen können. Dasselbe gilt von den grohen Bohr- und Drehbänken, aus denen während des Krieges Torpedo- und Kanonenrohre gedreht wurden. Durch die Stillegung dieser Maschinen Ist den Deutschen Werten schon erheblicher Schaden erwachsen. So konnte das werk vor einiger Zeit einen grohcn Auftrag von Schissswellen her- einbekommen, weil es einen Marlin-Ofen hat, aber der Aufttag konnte nicht ausgeführt werden, weil die grohen Drehbänke nicht benuhk werden dürsen. Die Folge davon ist natürlich, dasj die Privatindustrie diesen Auftrag aussühren wird. Ebenso«m- verständlich ist das verbot, das ganz unmoderne Walzwerk dem Stand der Technik anzupassen. Dadurch wird verhindert, dasj die Produktivität des Werkes enorm gesteigert wird, ohne oah dadurch der Frieden bedroht würde. Auch in den anderen Teilen de, Werke». wo z. V. ganz vorzügliche Motorräder und vureaunlöbel hergestellt werden, ist an eine Fabrikation von Kriegswaffea überhauvt nicht zu denken. Es ist bei den Vertretern der Arbeiter bei der Bcsichtlguig die Vermulung ausgetaucht, daß hinter den Forderungen der Entente die P r i o t a i nd u st r i e und nicht nur die a'-.sländische— iteht. weil es ihr nicht unerwünscht sein dürfte, einen großen Sonkur» renken weniger zu haben. Vielleicht spricht bei der Absicht, die Deutschen Werke zu ver- nichtea, auch der Gedanke mit. daß bei ihrem weikerbeitchen eine Arbeiterschaft in ihnen zusammengehalten wird, die aus die her- stellung von Kriegswerkzeugen gewisieemaßen trainiert ist und also mit ihrer Hilfe eine Umstellung sehr leicht möglich sein könnte. Dem- gegenüber aber ist zu bemerken, daß. wenn diese Absicht, eine solche fachtechnisch gebildete Arbeilermasse zusammenzuhalten, wirklich bestände, es ganz gleich ist. ob sie in den Denlschen Werken zu Spandau, bei der AEG. oder in sonstigen großen Betrieben arbeitete. Sie würde immer gleich schnell wieder zusammenfassen sein. Die Vertretung der Gewerkschaften ist zu der Ueberzengung ge- kommen, daß im Falle einer Mobilmachung mindestens vier Mo- nate vergehen würden, ehe in Spandau an die».ibrikatlon irgend-! welcher Sriegswaffen gegangen werden kann. Die Privat indu- strie dürfte viel eher in der Lage sein, Waffen für den Kriegsfall, herzustellen. Die Berliner Gewerkschaftskommlsiion wird am Donnerstag zu' dem Anschlag auf die Deutschen Werke Stellung nehmen. wiüerstanü gegen EntentekontroUe. Dresden, lS. November.(WTB.) Das Presieamt des Po- llzeipräfldium» teilt folgende« mit: 3n einer Fabrik in der Nähe Dresdens(Rockstroh u. Schneider. Heidenau. Red.) wollte die Interalliierte Kommission in Dresden Nachforschungen nach angeblich ver- strikt gehaltenem Material, da» auszuliefern bzw. zu vernichten ist, anstellen. Dabei ist es zu Differenzen zwischen ihr und der Fabrikleitung gekommen. Diese lehnte es ab. der Kommission den Zutritt zu dem Grundstück zu gestalten, besonders weil die Oeff- nung einer Mauer verlangt wurde, hinler der derartiges Ma- terial vermutet wurde. Da auch der Betriebsrat sich auf den Standpunkt der Betriebsleitung stellte, machten sich VerHand- l u n g e n nötig, um die Zuspitzung des SonfNkls und die damit ver- bundenen Weiterungen zu vermeiden. Es ist zu hoffen, daß diese Verhandlungen, die am Montag geführt wurden, schon heute za einem für alle Teile befriedigenden Ergebnis führen und die be- stehenden Schwierigkeiten beseitigen werden. « Das liieichswehrministerium hat die Truppenteile nochmals an» gewiesen, den EntentekontroUoffizieren bei ihren Besichtigungen kelnerlei Schwierigkeiten zu machen und ihnen erforderlichenfalls im Beisein der Kommandeure auch Einblick in die Bücher und Listen zu gestatten, wenn sie sich dadurch Erleichterungen für die Durch- führung der Kontrolle versprechen, da nur auf diese Weise der Tätig- keit der Kontrollkommission im Beichsheere bald ein Ziel gesetzt werden könne. Das Reichswehrministerium macht aber nochmals darauf aufmerksam, daß Kontrollen von Entcnteoffizieren nur in Gegenwart deutscher Legleitoffiziere stattfinden dürfen. Sieg öer Heheimöiplomatie in Washington. Washington. 15. November.(Reuter.) Auf einer Kon- feren, der Vorsitzenden der Delegationen der fünf Großmächte wurde heule beschlossen, daß die Frage der Rüstnngseinschrän- k u n g von einer Kommission erörtert werden soll, die sich aus allen hauptdelegierlen der fünf Großmächte zusammensetzt. Auch die Erörterung der Frage des fernen Ostens wurde an eine Kommission verwiesen, die aus allen haupldeleglerten der neuen, auf der Konferenz vertretenen Mächte befleht. Es wurde auch die Schaffung von unterausschüfsen genehmigt, die sich später als notwendig erweisen sollten. Außerdem wurde beschlossen, daß fede Nation, die den Wunsch dazu hat, eine Gelegenheit erhält, Ihre Ansichten über die amerikanischen Vorschläge betreffend Abrüstung aus der morgigen Eröffnungssitzung der Vollversammlung zum Ausdruck zu bringen. Die Verweisung der wichtigen Fragen auf der Konferenz an eine besondere Kommission, bezweck» die Erörterung dieser Fragen hinter geschlossenen Türen, statt aus den öffentlichen Sitzungen der Konserenz. vriand und Schanzer sind übereingekommen, daß Frank- reich und Italien bei allen Fragen, die sich auf der Konferenz er- geben, gemeinsam handeln würden und zwar nicht nur in der Abrüstungsfrage, sondern auch bei den Fragen, die in Zusammen- hang mit den Erörterungen über den Stillen Ozean und den fernen Osten entstehen könnten. Das llebereinkommen zwischen Vriand und Schanzer, da» al»»vollkommen" bezeichnet wird, wurde nach einstündiger Beratung zwischen den französischen und den italienischen Delegierten erzielt. Zn gut unterrichteten Kreisen ist mau der Ansicht, daß diese» llebereinkommen zur VerwirNIchung der Zwecke sehr viel beilragen wird, die Präsident h a r d i n g vorschwebten. al» er den Plan zur Einberufung der Abrüstungskon- ferenz faßte. Dfestlegung des Programms. Washington. 14. November.(WTB.) Die Führer der Dele- gationen der fünf Großmächte, chughe», Balfour, Briand, Admiral Kato und Cchanzer, sind heute vormittag zusammengetreten, um da» Programm der Abrüstungskonferenz und da» «ährend dieser Konferenz zu verfolgende Berfahren zu besprechen. Am Nachmittag hielten die Bertreter der fünf Großmächte mit den belgischen, chinesischen, niederländischen und portugiesischen Ler- tretern«in« Besprechung über da» Proqramm der Konferenz betr. den f« r n« n O st e n ab. Sobald da» Programm für die Arbeiten d« Konferenz endgültig festgestellt ist, wird«» veröffentlicht werden. Ueber die englischen Gegenvorschläge in der Ab- rüstungsfrage meldet Reuter, daß England vor allem eine Ein- schränkung der Unterseeboottonnage fordern werde. Weiter werde man gegen die zehnjährige Schiffsbau- pause Front machen, da sie zu einer langfristigen Schließung und damit einer Unbrauchbarmachung der Werften führen müßte. Eng- land sei außerdem genötigt, eine größere Anzahl von leichten Kreuzern zu behalten, um die Meerespolizei ausüben zu können. Bon Japan wird vorausgesagt, daß es der vorgeschlagenen Herabsetzung der eigenen Flotte zwar zustimmen werde, wenn der Stand der englischen und amerikanischen Flotte auf einen Umfang zurückgeführt werde, der dem verringerten Stand der japanischen Flotte entspricht. Es werde außerdem von Amerika Schleifung der Befestigungen im Stillen Ozean oerlangen. » Nach einer Havas-Meldung aus Washington hatte Hughes gestern eine lange Konferenz mit Briand und dem französischen Botschafter 2 u s s e r a n d über die Lage Frankreich» gegenüber Deutschland, über die französische Heeresstärke und den Betrag, den Deutschland schulde. DaS Problem deS ferne« Ostens. Washington, 14. November.(MTB.) Staatssekretär H u g h e», der gestern ein« lange Konserenz mit Briand und Jusierand über die Stellung Frankreich» gegenüber Deutschland, über die sranzösi- schen militärischen Einrichtungen und die Reparationen hatte, beriet heute lange mit den italienischen Bevollmächtigten Schanzer und Albertini und bat sie, sowohl an der Erörterung der Ab- rüstungsfrage al» auch an der Frage de» fernen Osten» einen tätigen Anteil zu nehmen. Einer Mitteilung Wellington Koos zufolge wird die chinesische Delegation der Washingtoner Konferenz Dorschläge für eine Regelung der Probleme de» Osten» unterbreiten, die auf folgen- den allgemeinen Grundsätzen fußen: Bon der Rehabilitierung Ehina» hängt der Fried« de, fernen Osten» ab. China muß in di« Lage gesetzt werden, sein» eigene wirtschaftliche Wieder- Herstellung durch die Entwicklung der natürlichen Hilfsquellen de» Lande» zu vollbringen. Auch die territoriale Inte- g r i t 2 t China» muß gewährleistet werden und weitere Eingriffe durch ausländische Konzessionen müssen aufhören. 1 Ehina muß absolute politische Unabhängigkeit haben und muß von jeder Einwirkung von außen verschont bleiben. vorwärts-verlag S.m.b.tz., SW 6$, tlnöenstr. 3 S?<-rttftir<-rhi-p• verlng.«»vrdition nnd Inseraten- »Perniprerner. Morinplan Il.sa-öt Minister öoelitz. Don Fritz Kaisen. Die große Koalition von der Sozialdemokratie bis zur Lolkspartei ist eine Tatsache, mit der man sich einfach ab- finden muß. Es gibt wohl kein Mitglied der Landtagsfraktion, das sie leichten Herzens geschloffen hat. Sicher war es für alle schweres Opfer, das sie im Gefühl der Verantwortung gegen den Staat bringen zu müssen glaubten, selbst auf die Gefahr hin, von vielen Genossen nicht verstanden und der Kompromißsucht geziehen zu werden. Man wird es sich ab- gewöhnen müssen, in der Beurteilung solcher Dinge sich ledig- lich von Gefühlen leiten zu lassen; man wird vielmehr die Frage stellen müssen, ob ein« solche Verbindung geeignet ist, die furchtbar schwer» Stellung unseres Staatswesens zu er- leichtern. Man wird die» all»« würdigen und wird doch b e- dauern müssen, daß gerade da» K u l t u s m i n i st e r i u m die Stätte eines immerhin gewagten Experiments fein soll. Denn schließlich ist chm ja die außerordentlich wich- tige Aufgabe anvertraut, da» geistige Leben der Jugend, von as ein der die Zukunft Deutschlands abhängen wird, zu pflegen und zu entwickeln. Man sage nicht, daß die Person des Ministers für die Einstellung des Ministeriums nicht even wesentlich sei. Ist er ein Mann, der weiß was er will, so kann er zwar nicht vollständig, aber doch in einem recht erheblichen Maße alle erforderlichen Maßnahmen nach seiner Richtung beeinflussen oder auch verhindern, daß überhaupt Neues gefchasfen wird. Es war schon ein bedeutender Unterschied, oh Konrad Haenisch im Kultusministerium saß. dessen grundsätzliche Stellung zu allen auftauchenden Problemen durch seine Partei eindeutig festgelegt war. oder od der kluge Herr Dr. Becker dort re- gierte, dessen Fehler eben darin bestand, daß man niemals von vornherein wußte, wi« er sich entscheiden mußt« und ob er sich entscheiden würde. Er hatte eben noch Zeit, im Haupt- ausschuß der Landesversammluna ein„persönliches" Reform- Programm zu entwickeln, da, besonder» die Neuordnung der Lehrerbildung betraf. Wir.Sozialdemokraten können mit dieser Reform, die schließlich auf»in siebenjähriges Seminar hinausläuft und den«inh«lUichen Lehrerftand nicht möglich machen würde, keinesfall» zufrieden sein, und auch die deutsche Lehrerschaft ist es nicht. Aber immerhin hatte er doch wohl den Willen, einen Anfang zu machen. Was haben wir nun van Herrn Dr. B o« l i tz zu erwarten? Die Zeitungen, nicht nur der sozulltftifcheli Parteien, haben, seitdem sein Nam« genannt wurde, an das von ihm auf dem ersten Preußentag der Deutschen Volkspartei am 9. Januar diese» Jahre» gehaltene Referat erinnert. Be- denkt man auch, daß man oamal« vor den Landtagswahlen stand und daß ein Politiker sich bemüßigt fühlen konnte. Pro- ramme zum Fenster hinauszureden, so ist es doch kein "under, daß danach da» demokratische„Berliner Tageblatt" ihn unter der Ueberschrtft:„Ein unmöglicher Kul- t u« m i n i st e r" näher betrachtet. Er ist damals mit aller nur denkbaren Entschiedenheit dafür eingetreten, daß der „kommende Staat sich gründen" muß„aus dem festen Fun- dament der Kaiseridee, die noch immer in den Herzen der Besten unseres Volke» schlummert". Er meinte,„der Geist Potsdams muß und wird wiederkommen" und„der viel- eschmähte Geist der preußischen Bureaukratte muß wieder inein in unser Volk und unsere Jugend". Dasselbe gelte für den preußischen Militartsmu». Er hat sich gewehrt gegen die „Phrase der Revolution" und gegen Berlin, das nicht durch ein Reichskultusministerium in Deutschland führend werden dürfe. Er bat den bayerischen Ordnungsftaat alsnBeispiel gepriesen und ein begeisterte» Bekenntnis zu dem preußischen Separatismus abgelegt, der durch den Betrieb der branden- burgisch-preußischen Geschichte zu pflegen sei. E» versteht sich weiterhin, daß er, wi« er bei der Besprechung des Rcichsschul- geseßentwurfs im Landtag im letzten Juli auch aussprach, Anhänger der konfessionellen Schule ist. Dagegen halt» man, daß wir Sozialdenwkraten ein- treten, für Sozialismu», Demokratie und Republik, für den Reichsgedanken zur organisatorischen Vereinheitlichung auch unsere» Schulwesen» im ganzen Reich, für die weltliche und, wa diese nicht sofort zu erreichen ist, wenigstens für die Eimultanschule, gegen d«n Ungeist von Potsdam, gegen die Verherrlichung der Hohenzollern. Dagegen halt« man ferner di« Reaierungserkläning, die sicher mit der Billigung de» Herrn Dr. Boelitz— von der Der allgemeine Ausstand in Rom ist beendet. Aste Arbeiter wurden«jeder aufgenommen, Straßenbahnen und Eisenbahnen sind wieder in Betrieb Auch dl« Zeitungen sind wieder erschienen. DI« Stadt hat ihr gewohnte» Aussehen angenommen. l Erziehung der Jugend zur Gemeinschaft und zu staatsbürger- licher Gesinnung, zum Geist der Verfosiung und zur Demokratie spricht. Man wird Mühe haben, diese Gegensätze zu vereinen. Da jedoch Dr. Boelitz den Posten des Kultusministers an- genommen, da er in der Einführungsansprache im Ministerium erklärt hat, er würde im Sinne der großen Koalition arbeiten, so bleibt nur der Schluß übrig, daß er sich nun auch a u s d e n Loden der gegebenen Tatsachen stellen will, daß er in den letzten 34 Jahren gründlich umgelernt hct. Nach den Taten, die er für die Republik voll- bringen wird, wollen wir ihn beurteilen. Dann wollen wir seine Worte gern vergessen. r Me ein Geheimer Fustizrat zitiert. In de?»Krttiz-Zeiwng� v«röfsentNcht der Geheime Justiz- rat W u r z e r einen Artikel„Was der Justiz von Dr. Rad- bruch droht�. Genosse Rodbruch, dem selbst der konservative Gegner den„Ruf eines tüchtigen Gelehrten" zuerkennen muß, ist natürlich in den Augen dieses Herrn ein ganz gefährlicher Justizminister. Zum Beweise hat sich der Geheime Iustizrat die Reichetagsrede Radbruchs vom 25. Januar 1921 vorgenommen. Daß er den wirklichen Sinn dieser Rede nicht ul erfassen vermag und ihren Kerninhalt daher den Lesern vor- enthält, mag als selbstverständlich hingenommen werden. Schwerer jedoch wiegt, daß dieser Herr, wo er einmal die Rede zitiert, einfach falsch zitiert, indem er die Zitate für seine Zwecke zurechtbiegt. So behauptet der Geheime Iustizrat: «u, seiner(Radbrnchz) Reichstagsrede vom 25. Januar d. I. tönt uns der alt« sozioldemokratiiche Haß gegen die Gerichte ent- gegen: Die Richter sind weltfremd, formalistisch und hängen am Buchstaben. Ihre vornehmste Aufgabe, den unabweislichen Bedürf- nisten des Lebens gerecht zu werden und sich von den Erfahrungen des Lebens leiten zu lasten, ist ihnen noch immer unbekannt. Was hat Genoste Radbruch wirklich gesagt? Wir zitieren das amtliche Stenogramm(S. 210(5): Ich habe mich gefreut, kürzlich in' einem bedeutenden Urteil des Z. Zivilsenats des Reichsgerichts folgenden Satz zu lesen: Die erste, vornehmst« Aufgabe de, Richters aeht dahin, in seiner Rechtsprechung den unabweislichen Bediirfnisten des Lebens gerecht zu werden und sich in dieser Beziehung von den Erfahrungen de? Lebens leiten zu lasten. Hoffen wir, daß dieser Satz keine Phrase, sondern der Wahlspruch unserer Justiz sein wird. Also der Herr Geheime Iustizrat legt einfach die Worte des Reichsgericht«, die Genoste Rodbruch zustim- mend zitiert hat, diesem in umgekehrter Bedeutung in den Mund.— An anderer Stelle behauptet der Geheime: Dr. Radbruch hat dann auch selbst seine Feindschaftgegen das Richtertum gezeigt, Indem er die Verjüngung unserer Justiz verlangt mit der Begründung:„Unsere Justiz ist am allerwenigsten von dem Geiste berührt worden, der durch die Revolution zu uns gekommen ist, von dem bolschewistischen Geist." Wer dielen Satz llest, dev wird sich sofort sagen, daß ein Sozialdemokrat so unmöglich geredet haben kann. Wm mischen im amtlichen Stenogramm und finden auf Seite 2l!0 folgendes: Unsere Justiz ist am ollerwenigsten von dem Geiste be- rührt worden, der durch die Revolution zu uns gekommen Ist,(Zu- ruf rechts)— ganz richtig: von dem, was Sie bolschewistischen Geist nennen. Genosse RaDbruch hat also keineswegs den Geist der Revo- lution schlechthin mit dem bolschewistischen Geist gleichgesetzt, sondern auf einen ZurufderRechten dieser ironisch be- stätigt, daß i h r. der Rechten, allerdings der neue Geist der Revolution schlechthin mit„bolschewistischem" Geist iden- tisch ist. So zitieren die Herren, die ein Entrüstungsgeschrei er- heben, wenn jemand an ihrer Objektivität zu zweifeln wogt Aber wir wollen am Schluß noch auf eins hinweisen. In seinen Ausführungen kommt auch der Geheime auf die Gewährung des Richteromts an die Frau und bezeichnet dies als ,.d e m a g o g f s ch e s W e r b e m i t t e l". Er beb'aup- tet ein Naturgesetz, das der Frau die Ausichung des Richteramts unmöglich mache. Ist dem Herrn bekannt, daß ein Antrag auf Zulassung der Frau zum Richteramt von samt- lichen weiblichen Abgeordneten der Deutsch- tiationalen Partei mit Unterzeichnet worden ist: weiß er, daß die deutschnationale Preußenfraktion der Zulassung der Frau zum Amt der Schöffen und Geschworenen durch ihren Sprecher Dr. Deerberg erst v o r w e n i g e n M o- naten zugestimmt hat? Sind das nun auch Demo- gogen? �die Schwermöuftrie hat kein vaterlanö". In der„Voss. Ztg." bespricht Justus Elbau das Ergebnis der demokratischen Parteitagung in Bremen. Dabei fällt manches herbe Wort über den Niedergang der Demokratischen Partei und die Ungeschicklichkeit der Parteileitung. Aber Elbau meint, daß selbst eine b e s s e r«»Parteileitung an ihrer Aufgabe hätte scheitern müssen. In diesem Zusammenhang oer- dienen folgend« Ausführungen besonders hervorgehoben zu werden: Es scheint, als ob jetzt in den wirtschaftlichen Kreisen, die ihren politischen Einfluß durch einen ausgebreiteten und einheit» lich geleiteten Preffeapparat zur Geltung bringen, die Kota- strophentheorie über die Restaurationsidee die Oberhand ge- winne. Da der Staat von heute nicht ihren Wünschen und Auf- fassungen entspricht und da sie einzusehen beginnen, daß das Ge- wefsne nicht wiederkehren werde, richten sie sich darauf ein, die Wirtschaft gegen den Staat zu organisieren. Außenpolitisch bedeutet das«in Spielen mit der Idee der passiven Resistenz und des söge- nannten„Endes mit Schrecken", d. h. der Vernichtung der Reichseinheit und der Zentralbehörden. Für den Fall einer solchen Katastrophe glauben die Lenker der großen Konzerne die Wirtschaft, soweit sie an ihr interessiert sind, imGanghaltenzu können. und sie verfechten auch die Idee, daß dieses wirtschaftliche Knochengerüst später einmal wieder einem staatlichen Körper dienen werde. Die Uebernahme der Eisenbahn in die Regie der Wirtschastsmächte würde einen wichtigen Schritt auf dem Wege bedeuten, den Staat.zur Rot" überflüssig zu machen. Wieweit diese großen Konzeptionen dem bewußten Denken einzelner führender Köpfe entspringen, ist schwer zu sagen. Hier ist schon des öfteren hervorgehoben worden, daß be- sonders einflußreiche schwerindustrielle Kreise mit dem Gedanken einer Besetzung des Ruhrgebiets durch die Franzosen in einer Weise gespielt haben, die mehr als ein bloßes Spielen ist. Das deutsche Bclk wird jedenfalls schärfstens darüber wachen müssen, daß sein Staat nicht durch die Industriekapitäne und ihre eigensüchtige Politik, die nichts als den Profit kennt, in den Abgrund geführt wird. Uns Sozialdemokraten ist oft der Satz des„Kommunistischen Manifests" vorgehalten worden: Der Proletarier hat kein Daterland. Die Elbauschen Ausführungen zeigen, daß nie- mand wenigerein Vaterland hat alsdie Her. ren vom Typ Stinnes. Zelt karten im Vorortverkehr nicht erhöht werden, dagegen wer- den die vor Wochen eingeführten Notstandstarife für Zeitkarten ab 1. Dezember aufgehoben, so daß Zeitkarten wieder mindestens i 25 M.(40 M. 2. Klasse) kosten. Die Erhöhung aller Gerichts- gebühren um 40 Proz. soll dem Reichstage noch vor Weih- nachten vorgelegt werden. Ein preiswuchergefetz. Das Reichskabinett wird sich in nächster Zeit mit Vorlagen beschäftigen, die jede Preisfestsetzung, die nicht durch die Valuta i und die höheren Spesen als berechtigt anerkannt wird, als Wu- cher unter hohe Strafen fallen läßt. Die Preisfestsetzungen sollen gemeinsam mit den zuständigen Behörden erfolgen. Die Nack wenig verändert. Im heutigen Freiverkehr zwischen den Banken wurde der Dollar mit 251 geandelt. An der Börse trat bei verhält- nismäßig geringen Umsätzen eine leichte B e f e st i g u n g des Kurses ein, die den Kurs um die Mittagszeit a u f 2 6 1 brachte. Polennoten wurden mit 6% gehandelt. In Börsen- kreisen steht man der Meldung, daß die Regierung die D e- oisen für die nächste Reparationsrate bis auf 40 Millionen Mark beschafft hat. recht skeptisch gegenüber. Kahrs Notbann. ßinanznot und Gebübrenerhöhung. Die Reichsverfassimg sieht eine Neugestaltung der Ausbildung der Dolksschullehrer vor, wobei den Lehrern der Besuch von Hoch- schulen unter Gewährung von Beihilfen ermöglicht werden sollte. Da» Reich hat aber die Gewährung von Mitteln zu diesem Zwecke infolge seiner Notlage definitiv abgelehnt. Den Ländern ist anheimgestellt worden, die Derufsvorbildung neu zu gestalten, doch dürfen hieraus keine finanziellen Verpflichtungen für da» Reich erwachsen. Natürlich werden auch die Länder sich schwerlich zu neuen Lasten entschließen. Da der Preußische Staatsrat der oorläusigen Grundvermögenssteuer nicht zugestimmt hat, ist die Finanzverwaltung in arge Verlegenheit gekommen. Au» die Luxus-, Vergnügung»- und Grundrealsteuer dürften vom Staatsrate nicht angenommen wer- den, weil auch sie den Gemeinden unentbehrliche Einnahmen nehmen wollen. Vreußen wird lich in feiner Rot osso an das Reich wenden müssen, um die Scheidung der Steuorzuständizkeit herbeizuführen. Auch das Reich hat ein Interesse an der Klärung der Frage, da es den Anträgen des Städtetages auf Behebung der Finanznot der Gemeinden nähertreten muß. Die preußischen Defizite müssen vorläufig ungedeckt bleiben. Die neu« Po st Verteuerung wird voraussichtlich am 1. Januar 1922 In Kraft treten, zumal der Reichstag erst am S. Dezember wieder zusammentritt. Die neuen Tarife sollen in Zukunft olle Vierteljahre geprüft und nötigenfall» erhöht werden. Die Eisenbahnpersonentarife werden am 1. Dezember um 30 Proz. erhöht, ebenso sollen auch die Dororttarife für Berlin und Hamburg erhöht werden, jedoch werden die München, 15. November.(Eigener vrahtbericht.) DU Mün- chener Blätter bringen heute offiziell« Mitteilungen über den seinerzeit durch einen Kahr'schcn Gehcimerlaß angeregten Not- bann, einer Art Dcrguickung von Technischer Nothilfe, Streit- brecherorganisation und Einwohnerwehr. Morgen wird der bayerische Landtag im Anschluß an die Budgetrede des Finanzmimsters über Lerchenfelds Berlin- reis« verhandeln. Donaukonferenz. München. 15. November.(Eigener Drahlbericht.) In der letzten Novemberwoche tagt in München die Internationale Donau- kommission, deren Mitglieder sich aus allen Userstaaten und den Nichtuferstaaten der Entente zusammensetzen. Der Hauptreferent wird ein französischer Ministerialdirektor sein. Gltwig tzirschfelüs Seurlaubung. Die preußische Justizverwaltung veranstaltet eine Umfrage bei den Strafanstalten, um festzustellen, ob die Beurlaubung kranker Strafgefangenen nach politischen Rücksichten erfolgt ist. Der- anlassung hierzu gab der Fall des Fähnrichs v. H i r s ch f e l d und die Behauptung, kranken Arbeitern sei Strafausschub nie ge- währt worden. Das Ergebnis wird verössentlicht werden. Man wird gut tun, nicht nur die Anstaltsleitungen, sondern auch die Betroffenen und ihre Rechtsbeistände zu befragenl §r!eöenssthluß mit Amerika. Washington. 15. November.(MTB.) Präsident Harding unterzeichnete gestern nachmittag um 4 Uhr da» Dekret, wonach der Friedenszustand zwischen Deutfchland und den vereinigten Staaten in Kraft tritt._ Handelsvertrag mit Süüflarvien. Graz. 14. November.(MTB.) DU„Tagespost" meldet mit Belgrad: Da» ministerielle Komitee für wirtschaftlich« und finan- zielle Fragen beriet heute Über die Dorlage des Handelsver» trage» zwischen Jugoslawien und Deutschland. Der m a t e r i e ll e T« i l des Vertrage» ist angenommen, während der politische dem Ministerium für Innere» zur Einsicht gegeben wurde._ Der Internal, onale Arbeiiskongreß nahm am Montag nach. mittag die Konvention über den wöchentlichen Ruhetag in Handel und Industrie in der Abstimmung mit 7S gegen 28 Stim- men an. Unser Kartoffelhänöler Staöelmann. von Theodor Thomas. Wir hoben seit 17 Jahren unsere Knollen von dem gleichen Händler bezogen. Ich weiß noch, wie wir zu ihm gekommen sind... Mein« Frau sagte:„Du, da steht ein Honderwerksbursch draußen, sieh doch mal nach, ich fürcht mich so." Als ich an die Tür kam, fand ich Stndelmann, der mich anfleht«, doch meine Kartoffeln bei ihm zu kaufen: „Sie tosten 2.90 Mark der Rentner, ich lasse sie für 2,80 Mark frei Keller und Umtausch der schlechten." Nun, ich bestellte drei Zentner. „Was wollen Sie denn mit den paar Säcken? Sie brauchen doch mindestens acht. Es ist wegen des Geldes? Ach, zahlen Sie, wie es Ihnen patzt. Gewiß, ich brauche jeden Groschen, aber Sie sind mir gut." Schon am Nachmittag kam er damit an. Ich sehe Ihn noch, wie er mit seinem Hund oorgefohren war. Die Erdäpfel behandelte er so zart wie Eier. Jedes Jahr haben wir dann unaufgefordert, ob wir wollten oder nicht, vyn ihm Kartoffeln erhalten. Da« änderte sich 1915. Da war Stadelmann reklamiert, er wurde„kriegewichtig. Er kam nicht mehr ins Haus, aber er lieferte doch Kartoffeln,„well Sie ein guter Kunde waren". 1915 hatte er ein Bündchen für Kriegshilfe. Er gab nur noch von feinem Segen ab. wenn man ihm Brotmarken, Schuhbezugscheine oder eine Gans brachte. 1917 stellte er zum Traneport von Kartoffeln zwei Kriegerfrouen«in. Mit seiner ehemaligen Kundschaft brach er samt- liche menschlichen Beziehungen ab. Er verkehrte bloß noch in Bars, er hatte ein« Log« in der Oper. Am Lebensmittclamt war«r per- sona grata, Kriegsanleihe taufte er trotzdem nicht, aber„sein Haus" zahlte er bar. 1918 nahm er den armen Leuten die Kartoffelmarken ab Und verschob dl« Knollen an Hotel». Da, bracht« soviel Geld, daß er die Eck»„nebenan" mitlaufen konnte. Nach der Revolution ging er unter die gerichtsnotorischen Schieber: jetzt sorgte er vor allen Dingen, daß deutsch« Kartoffeln nach Holland kamen. Dann führte er die gleichen Waggon, wieder nach Deutschland ein. In einem Privat- und Lastauto sowie in Badischen Anilin-Akiien legte er den Segen an. 1920 ging ich doch mal zu ihm. Wir waren ohne jede Kar- löffeln. Er faß wie ein regierender Fürst vor seinem Diplomaten- fchreibtifch und rülpste. Wie ich bescheiden an unsere früheren Be. Ziehungen anknüpfte, ging er fein lächelnd darüber hinweg:„Ja, die Revolution: sorgen Sie, daß der freie Handel kommt." Ich versprach es, aber ich bekam trotzdem nicht ein Pfund. Nun kam der freie Handel, alle» atmete auf, Stadelmann grüßte wieder. „Jetzt können Sie wieder Kartoffeln hab�n, soviel Sie wollen," erklärte er mir,„ja, ja. der freie Handel." Ich bestellte im September sieben Zentner. Ich bekam sie nicht im September, nicht im Ottober, trotzdem er Kartoffeln Im Keller hott«. Vorgestern sagte er mir, am Sontag könnte ich sieben Zent- ner bekommen zu 115 Mark. Der Schuft—— er hat sie für 65 Mark eingekauft. Ich habe sie abbestellt, weil die Teuerungszulage dafür nicht reicht. Aber ich habe einen Trost: Siadelmann hat die andere Ecke auch noch gekaust. Ihm gehört jetzt die halbe Straßenfront, er ist ge- richtticher Sachverständiger, sitzt in der Handelskammer, hat sein Mädchen in Berlin.... Das ist der Lebenslauf unseres guten. Neben Stadelmcmn. Wenn ich ihn sehe, muh ich an meinen schönen Hunger denken, an die Hebung der Moral und anderes mehr. Und dann sreue Ich mich über jeden Laternenpfahl, weil ich die Hoffnung habe, daß er doch noch einmal für Stadelmann zu gebrauchen ist. Hoffentlich nicht erst, wenn der Zentner Kartoffeln 200 Mark kostet. Georg Kaiser Nest vor. Der Impresario denkt nicht daran, daß der Künstler alles in allem doch ein geheimnisvoller Mensch ist. Für ihn bedeutet der Künstler die Nummer so und so, mit der Geschäfte zu machen sind. Und der Impresario meinte, daß mit Georg Kaiser allerhand Geschäfte zu machen feien. Also wurde sein Name halb- meterhoch an die Anschlagsäule gehestet, wo der Dichter angepriejen wurde gleich irgendwelchem Preisboxer. Trotzdem hätte Kaiser selbst sich gegen derartigen Reklameunfug wehren können. Er rechnet eigentlich doch zu den Menschen, die ihrem Nebenmenschen nicht Kinn und Magengrube einboxen wollen. Sein Talent ist nicht die abgemessene Schauspielerei. Er Nest sein eigenes Werk mit einer eigentümlichen Monotonie, mit jener Monotonie, in die Dichter fast immer verfallen, wenn ihre Poesie stark in» Moralische hinüberrückt. Der Dichter möchte ein Rhapsode und Prophet sein, er wird aber nur zum Pathetiker. Das Pathos Georg Kaisers ist besonderer Art. Der schlanke Mann mit dem schmalen, dünnbehaarten Schädel verfügt über zwei Tonfärbungen. Liest er ein Drama, so gibt er alle» Beschreibende der Bühnenanmerkung mit einer dumpfen, bis in den Baß hin- untersteigenden Stimme. Und redet er dann mit der Zunge seiner dichterischen Köpfe, dann nimmt er eine beinah stsielndc, ganz hohe und schrille Stimme zur Hilfe. Er akzentuiert mit dieser Stimme nicht priestermäßig, sondern eher wie ein SchuNehrer. Diese schein- bar philalogische und trockene Feststellung wird nicht ohne Zweck ge- macht. Sie zeigt, daß Kaiser pedantisch, breit und mit hängenden Akzenten Nest. Er Nest, indem er sich noch einmal an die Schöpfung»- arbeit seines Dichter» erinnert. Diele Technik, die sich vor dem Publikum enthüllt, entschleiert nun auf rätselvolle und wieder ganz klare Manier einige Grund- züge des Dichters. Sie verrät, daß der Dichter in seinen sozialen Rodomontaden, etwa in den Arbeiterschreien der Tragödie„Gas" oder in den abrechnenden Gesprächen des Schauspiels„Koralle" nur als strauchelnder, unselbständiger Stilist formt. Er braucht einen Reiz, er muß sich in die Stimmung des Propheten hineinstoßen. Sr ist es wirtlich nicht von Natur. Dort aber, wo er phantasiert hat, unbesorgt um die Ziele nach dem Sozialen, etwa in dem Schluß- bilde„Von Morgen bi» Miternacht", geht er sicher und fröhlich in die flüssige Handlung. C» spürten das die Hörer, dle Im„Marmorsaal" um Georg Kaiser versammelt saßen. Es war vielleicht nur ein Drittel von denen, die der Impresario erwartet hatte. Viele Jugend war ge- kommen. Köpfe, die sich in Nachdenken beugten. Irgend etwas muß doch an diesem Großsprecher des eigenen Ruhme» saszinierend und zündend sein. m- k Tolstoi- Jeier. Eine eindrucksvolle Tolstoi-Feier veranstaltete die „Volkskunst" am Sonntag im Beethoven-Saal. Von mustkalischen Darbietungen und der Rezitation Ludwig H a r t a u» umrahmt, send sie ihren Mittelpunkt in Dr. Max H o ch d o r s» Vortrag. Er schilderte den russischen Dichter und Kämpfer al» den großen Zweif- ler am Leben, der mit Umwelt und Staat in einem steten Kampfe lag. War sein von tiefer Religiosität getragenes Wirken Narretei oder Komödiantentum? Verdient es Mitleid oder Bewunderung? Wer weiß es. Auch Maxim G o r k i. der als junger Dichter mit Tolstoi zusammenkam, konnte das Rätsel nicht lösen, das Tolstoi, fern von Familie und Heimat sterbend, mit sich in das Grab nahm. Heute gedenken wir Tolstois im Sinne einer Wirkens, das seinen Leitstern in unendlicher Menschenliebe findet. kr. Der Vulkan als Ofen. In dem Bestreben, unseerr verarmten Welt, alle möglichen Hilfsmittel nutzbar zu machen, ist man auch auf den Gedanken gekommen, die Kräfte der Vulkane zu oerwerten. So soll der Vulkan Kilauea auf der Insel Hawai al» Wärmequelle benutzt werden. Man will die Wärme des Vulkans dazu oerwenden, um Licht, Heizung und Motorkraft zu erhalten. Freilich scheint man sich über die Art und Weise noch nicht ganz schlüssig zu sein. Gelänge der kühne Plan, so würde der Menschheit damit ein ungeheures Re» servoir von Kräften erschlossen, und einzelne Länder, wie z. B. Japan, würden an diesen gebändigten Kräften viel Freude erleben. DU nächste Blonnt-Eoercst-üxpedikton. durch die die Be- stetgung des hoch st en Berges der Erde erreicht werden soll, wird nach einer Mitteilung von Francis Jounahusband in der Londoner Geographischen Gesellschaft im Mai und Juni des Jahres 1922 stattfinden. Nach den Erkundungen der glücklich beendeten ersten Expedition sind dies die günstigsten Monate für den Aufstieg. Die neue Expedition wird nur auf der Basis der ersten möglich fein, die bedeutende Ergebnisse gezeitigt hat. Wie Jounghusband nach dem ihm zugegangenen offiziellen Bericht mitteilte, haben zwei Mitglieder der Expedition einen Punkt erreicht, der 5000 Fuß von dem 29 140 Fuß hohen Gipiel des Mount Everest entfernt ist: sie stellten dabei fest, daß die Spitze ohne unüberwindlich« Schwierig- ketten erstiegen werden kann. Paul BaudischS.Passion-', die an, Freitag im Neuen Volks- lheater, Köpenulcr Stiajj««8, zur Uiauhührung gelangt, wird als literarische Eondervorslellpiig nur am Sonnabend und Sonntag wiederhol,. Der Bund der Echulkunft'BnSstrNuugen eröffnet demnächst seine erst« WinterauSstellung in der Kirchner-Oberrealschule in Moabit, Zwingli- I trage 2. I« Lessing Museum spricht Donnerstag, den 17. d. M„ abend» 'Iß Uhr, Paul Älsred Merbach über.Dostojewski'. Ith»Königs Rupprecht sein Wort bält. München. 15. November.(Eigener Drahtbericht.) Zu der Her» ausforderung, die sich Rupprccht Wittelsbach erlaubt hat, schreib! die„Münchener Post": Rupprccht von Wittelsbach nimmt es mit seinen Worten nicht genau. Die Lösung der Beziehungen des baye- rischen Volkes zu der Dynastie Wittelsbach hat er schon einmal a n- erkannt. Ms die Entente die Auslieferung der Kriegs- Verbrecher forderte, und man unter anderen auch Rupprccht nannte, schrieb er an den Landtagspräsidenten, Genossen Schmidt, daß er sich bereit erkläre, vor einem bayerischen Staatsgerichtshof zu erscheinen. In diesem Briefe heißt es wörtlich:„Daher, Herr Präsi- dent, überantworte ich mich hiermit dem bayerischen Landtag als dem derzeitigen einzigen Träger der bayerischen Staats- Hoheit." In einem Funkspruch an die bayerische Regierung vom 10. November 1918 sagte Rupprccht:„Bayerns Boll und sein Fürstenhaus haben Anspruch darauf, daß über die künftige Staats- form durch eine konstituierende Nationalversammlung entschie- den wird, die aus freien und allgemeinen Wahlen hervorgegangen ist." chierzu schreibt unser Parteiblatt:„Diesem Berlangen ist ent- sprachen worden, die Nationalversammlung hat Bayern die Staats- form der Republik gegeben und damit die Rechte der Wittels- bacher beseitigt." Die Kartoffei-ktationalen. Aus A l t d r e w i tz bei Küstrin(Kreis Königsberg in der Neumark) wird uns geschrieben: Die hiesige Bevölkerung, die zu vier Fünfteln au» Fabrik- arbeitern besteht und unter der Kartoffelknappheit schwer leidet, hatte beobachtet, daß bei dem Gruppenführer der Deutsch- nationalen große Mengen Kartoffeln angeliefert wurden. Bald wurde bekannt, daß diese Kartoffeln in beliebiger Menge zum preise von 32 M. pro Zentner an alle die Einwohner abgegeben werden sollen, die sich als Mitglieder der deulfchnakionalen Partei eintragen lassen. Darüber bemächtigte sich der Arbeiterschaft eine ungeheure Empörung. Die Meng« beschloß, den Gruppenführer der Deutsch- nationalen zu veranlassen, wenigstens den Aermsten Kartoffeln zum selben Preise abzugeben. Es wurden die Genossen Becker und Bogel beauftragt, mit dem Gruppenführer zu verhandeln. Der cherr erklärte, daß er nicht Eigentümer der Kartoffeln sei und nur der deutschnationale Studienrat Reetz in Küstrin darüber zu verfügen habe. Daraufhin setzten sich die Genossen Becker und Bogel im Beisein des Amtsvorstehers und des Gen» d a r m e n mit dem Herr Studienrat telephonifch in Berbin- dung und erreichten, daß für alle Einwohner. diegarkeineKar- t o f f e l n besitzen, je ein halber Zentner zu 16,50 M. abgegeben wurde. Die Menge beruhigte sich nun sehr schnell, und es erhielten 46 der A e r m st e n je einen halben Zentner. Die Kartoffeln wurden gleich bezahlt und die Empfänger in eine Liste eingetragen. Der Zwischenfall war damit für die Altdrewitzer Einwohnerschaft erledigt. Nicht so für den Herrn Studienrat Reetz.— Nach einigen Tagen erhielten die Genossen Becker und Bogel, beide Eisenbahnange- stellte, eine Borladung der Eisenbahndirektion. Dort wurde ihnen eröffnet, daß beide durch Herrn Studienrat Reetz beschuldigt werden, die Bevölkerung von Alidrewitz zur gewaltsamen Wegnahme von knrkoffeln, zum Ausruhr und zum Landfriedensbruch oerleitet zu haben. Außerdem wurde ihnen eröffnet, daß diese Sache der Staatsanwaltschaft übergeben worden sei. Borläufiz ist die Sache an die Obereisenbahndirektion weitergegeben worden. Man will also den beiden GenossenB e ck e r und Bogel, die nach den übereinstimmenden Bekundungen des Amtsvorstehers und des Gendarmen die mit Recht empörte Menge beruhigten und den Zwischenfall einem harmlosen Ende zuführten, daraus einen Strick drehen. Ob sich ein Staatsanwalt dazu finden wird? prkvatzirke! oüer Schule? Der Hauptausschuß des Preußischen Landtage» behandelte am Dienstag bei der Beratung des K u l t u e e t a t s vor allem Volksschulfragen. Abg. Frau Dr. Wegscheider(Soz.) brachte als Berichterltatterin vor allem das Unwesen der Privat- Zirkel zur Sprache, mit denen rechtsstehende Kreise die Grund- schule zu sabotieren versuchen. Der Minister B o e l i tz ver- sprach eine loyale Durchführung der Grundschule. Die Ausführun- gen des Ministerialrates Hirsch über die Zulassung von Privatzirkeln waren jedoch so ungenau und allgemein gehalten, daß sie die Fragesteller nicht zu befriedigen vermochten. Im ganzen beschränkte man sich dann auf kurze sachliche Erörterungen, und nur der deutschnationale Abgeordnete Kiekhöfel hielt eine längere A g i t o t i o n s r e d e. die von unwahren Angriffen gegen den früheren Kultusminister Haenisch strotzte und vor allem auf die Bolksschullehrer auf dem Lande berechnet war. ver demokratische parkeilag beschäftigte sich am letzten VerHand» lungstage mit Schul», Angestellten- und Beamtenfragen. WirtscHeift Die Krise in der amerikanischen Skahsindusirle. Im 3. Quartal der Jahre 1921 und 1904 blieben die Nettoeinnahmen des amerikani» schen Stahltrusts unter 19 Millionen Dollar: das waren die beiden lichtesten Jahre für die Stahlindustrie, die Ursachen für Niedergang gerade in diesen beiden Jahren aber sind gänzlich verschieden. 1904 ging die Depression zurück auf Ursachen in- 'ändiicher Natur und war mehr finanziell als wirtschaftlich bedingt. In dem heutigen Daniederliegen der Stahl- und Eisenindustrie spiegelt sich dagegen eine Weltlage wieder. In den Jahren um 1904 verbrauchten die Vereinigten Staaten ihr Eisen und Stahl selbst: die Kriegs- und die ersten zwei Nachkriegsjahre haben dann den riefen- haften Aufschwung der Aussuhr mit sich gebrocht, der aber naturgemäß nicht durchgehalten werden konnte. Andererseits liegt ein starker, sogenannter„natürlicher" Inlandsbedarf an Eisen und Stahl vor, da über den Riesenkriegslicferungen die Vereinigten Staaten selbst zu kurz gekommen sind. Es fehlen im Lande rund eine Million Häuser, die Eisenbahnen benötigen dringend Schienen und Ausrüstungsmaterial-usf. Skcuerfluk in Sowjelrußland. Die Moskauer„Prawda", das kommunistische Zentralorgan, teilt mit, daß die neu eingesührten Geldsteuern bis zum Jahresende voraussichtlich 400 Milliarden ergeben würden. Für das Jahr 1922 wird damit gerechnet, daß der Ertrag der direkten Steuern 1500 Milliarden, der der indirekten Steuern und der Staatsmoncpole insgesamt 8000 Milliarden be- tragen werdx. Das Blatt verlangt, daß diejenigen Volksschichten zur Tragung der Steuerlasten herangezogen werden, deren Wohl- stand infolge des neuen Wirtschaftskurses gewachsen sei, so die Bauern, die Handwerker und Besitzer von Klein- betrieben. Den Lohnempfängern müsse durch Erhöhung der Lohnsätze geholfen werden. Iollerhöhung in Ungarn. Die ungarische Regierung hat das Zollaufgeld auf das Zweihundertfache erhöht. Die Er- böhunq richtet sich in erster Linie gegen die Einfuhr aus der Tschecho- slowakei und Oesterreich. Die �andelskrcise hoffen, daß der Waren- mistausch mit Deutschland durch die Verfügung der Regierung ewe wesentliche Erhöhung erfahren werde. Groß:Berlw Das fifpl in üer Klosterftraße. Käte Hyan hatte kürzlich In ihr Kunstasyl eingeladen, und als man fragend durch die verschneite Klosterstraße ging, da konnte keiner der Passanten sagen, wo der Kunst eine Zufluchtsstätte bereitet war. Aber das Bekanntwerden war ja auch der Zweck der Einladung. Beim Suchen fand man dann ein einfaches Plakat, das durch ein paar Farben, nicht aufdringlich, von dem Kunstasyl Kunde gab. Aus dem Alten, aus dem Verfall ist dort in der Klosterstraße den Kunstbeflissenen ein Heim gebaut. Architekt, Maler, Bildhauer, Jnnendekoratur, alle waren sie mit Lust und Hingebung am Werk, den Zufluchtsuchenden ein trautes Daheimsein nicht nur vorzu- spiegeln, sondern es sie wirklich empfinden zu lassen. Die Oefen meinten es gut, das Wasser, für den Tee bestimmt, summte In den Kesseln. Bänke und Hocker aus Korbgeslecht laden zum Berweilen ein. Das Licht der elektrischen Birnen ist gedämpft oder fällt durch bunte Lampenverkleidung. Der Fußboden ist mit Teppichen bedeckt und man wird höflich ausgefordert, die Füße gut abzutreten. Und das ist recht so, denn der Staub der Außenwelt braucht wirklich nicht in diesen Raum zu dringen. Die Tür des Asyls wird allen offen gehalten. Aber jeder, der da kommt, soll Achtung vor der Kunst mitbringen. Man will dort möglichst aktiv sein, zu einem Ziele kommen. Man kann über neu« und heranreifende Ideen sich aussprechen und dos Für und Wider erwägen. Hinzu kommt ein Großes, Bedeutsames, wan will einander helfen. Del der freund- lichen Wirtin ist die Hilfe Selbstverständlichkeit, und sie hat ein Der- stehen für alles, auch für den größten Dalles. Hier wird eben der Mensch nach seinem Können und Wollen bewertet und nicht nach seinem Portemonnaie. Da» hat schon einen ganz ungewohnten Reiz. Im ersten Stock ist ein Bortragzraum. Er hat ein Podium. Nachdem die elektrische Deckenbeleuchtung ausgeschaltet ist, wird dem Bortragenden eine Lampe nahegerückt. Sie ist ein Kunstwerk. Spitz das Gestell, bunt da, Kleid, und ihr Licht fällt so, daß es die Bor- stimmung begünstigt. Kein Programm nennt die Namen der Bor- tragenden. Es sind z. B. Schauspielerinnen, die gern einen freien Abend im liebgewordenen Asyl oerbringen. Dichter aller Färb- schattierungen, Lyriker, Humoristen. Moderne und solche, die in alten Geleisen wandeln. Jeder gibt von dem. was er zu geben hat. So kann dieser Bortragsraum vielleicht zum Prüfstein für Talente werden. Musiziert wird auch. Es ist eben jede Stunde durch die Kunst geweiht. Man soll ins Kunstasyl gehen und sich überzeugen. Es gibt dort keine großen Tage, für die marktschreierische Reklame gemach! wird. Aber es immer war los. Das ergibt sich au» einem Gespräch heraus, aus dem Zufall, jedoch der Zufall waltet nicht blind. Jeder, auch der Gast, auch der Fremdling, gehört zum Ganzen, und so kommt Stimmung auf, weil es kein Publikum gibt, für das krampf- Haft Stimmung gemacht wird. Wann wirö Sie Norö-Süöbahn fertig! wieder verschobener Eröffnungstermin. Die Fertigstellung der Stammstrecke der von der Stadt Berlin erbauten Untergrundbahn Nord-Süd zwischen der M ü l l e r st r a ß e und der Lelle-Alliance- Straße macht weiterhin gute Fortschritte. Bei einer Reihe von Bahnhösen der neuen Unter- grundbahn ist bereit» an den Ausbau der Inneneinrichtung, die Herstellung der Bahnsteige, Treppenanlaqen usw. gegangen worden. Es dürste jedoch der ursprünglich für die Inbetriebnahme der Stamm- strecke genannte Termin(1. April 1922) nicht eingehalten werden können, weil die Beschaffung der deckerischen Ausrüstung der Strecken Insofern auf Schwierigkeiten stößt, als die Fabriken bei der Uoberlastung mit Aufträgen aller Art nur zögernd liefern. Doch wird man sich schon jetzt über die Form der Detriebsführunz klar werden müssen. Die Beschaffung der Wagen soll zunächst auf dem Wege versucht«erden, leihweise von einem bestehenden Schnellbahn- unternehmen Wagen zu beschaffen, während gleichzeitig an die Aus- arbeitunq eines neuen Schnellwagentyps gegangen wird, der die Nachteile der einzelnen Wagenarten vermeldet, die diese sür den in Frag« kommenden Mossenverkehr auf der neuen Bahnstrecke bisher bei anderen Unternehmen gleicher Art zeigen. Unter Bei- beHaltung der Schiebetüren, die ssch bei Schnellbahnen besser als die Drehtüren erwiesen l>aben, wird der neue Wagen voraussichtlich sich äußerlich der Form der bisher üblichen Unter�rundbahnwagen anpassen. Jedoch wird die Anordnung der Sitzplätze ganz anders werden und ein Mittelding darstellen zwischen Stadtbahinvagen(mit Einzelabteilen) und Hochbahowagen(nur Längssitz« und zwei Türen an jeder Wagenseite). Boraussichtlich werden die neuen Wagen, die nur«ine Klasl«, ausgerüstet mit Holzbänken und Plüschvezug haben sollen, cm jeder Seite fünf bi» sechs Schiebetüreu erhalten. Quersitz: mit halbhohen Rückenlehnen werden eine gute Uebersicht über da» Wa-mninnere gestatten, wodurch das Ein- und AuZsteiz«» erheblich erleichtert wird._ Die ersten Sezirksverfammlungen. Der Berliner Magistrat hat in einer Berfügung an die De» zirksämter den Bezirtsbügermeistern die E'nbe» r u f u n g der neugewohlten Dezirksoeriommlungen und die Ein» führung der Bezirksverordneten in ihr Amt übertragen. In der Berfügung wird ferner daraus hingewiesen, daß m den Berwal- tungebezirken, die sich mit den Wahlkreisen decken, die Einberufung ohne weiteres erfolgen könne. In den anderen Bezirken, die nur Teile der Wohlkreis« bilden, können die Bezirksversamm- lunqen sedoch erst nach der Zuteilung der in diesen Wahl» kreisen gewählten Stadtverordneten vor sich gehen. Dies trifft auf die drei südlichen Bezirke Steglitz. Zehlendorf und Tempelhof, die den Wahlkreis 10 bilden, und auf die östlichen Bezirk« Treptow und Köpenick(Wahlkreis 18). sowie ans die nördlichen Bezirke Weißensce, Pankow und Reinickendorf(Wahlkreis 15) zu. Die Be- zirksversommlungen dieser Bezirke werden kaum vor Ende November oder Anfang Dezember einberufen werden können, da zunächst die Beschlüsse der Stadtverordneten abgewartet werden müssen. Di« Stodwercrdnetenvcrsommlung wird in ihrer nächsten Sitzung sür diesen Zweck einen besonderen Ausschuß einsetzen. Dieser hat ferner die Zuteilung der auf den Stadtlisten gewählten Stadwerord- neten auf die einzelnen Bezirkeoersommlungcn vorzubereiten, wo- bei nach§ 15 des Gesetzes Groß-Berlin nach Möglichkeit der Wohn» sitz des Stadwerordneten in dem Bezirk oder sonstige persönliche Be- Ziehungen zu ihm berücksichtigt werden sollen. Der MittagSschltist der Spezialgeschäfte. In der Sonntagsausgabe des„Vorwärts" brachten wir eine Mitteilung des Verbandes Berliner Spezialgeschäfte über die Schließung der Verkaufsstätten in der Zeit von 1— 4 Uhr» die der Verband damit begründete, daß den in letzter Zeit infolge regen Geschäftsganges überanstrengten Angestellten zu ihrer Er- bolung eine längere angemessene Tischzeit gewährt werden müsse. Dazu wird uns cius Angestelltenkreisen geschrieben, daß die Geschäfte zwar von 1— 4 Uhr geschlossen sind, aber nur für da» Publi- k u m. Die Angestellten können erst um 1(4 Uhr zu Tisch gehen und müssen um(44 Ubr wieder im Geschäft sein, haben also genau nur 2)4 Stunden Tischzeit wie vordem. Da während den beiden Tischzeiten von 11—1)4 Uhr und 1(-— 4 Uhr nur die Hälfte der Angestellten im Geschäft war. mußten natürlich während des flotten Geschäftsgange, Aushilfskräfte einge» stellt werden. Vielleicht, so meint man, wttden nun durch dies« Der» ordnung die Aushilfskräfte in manchen Geschäften entbehrlich und können daher„wegen Arbeitsmangel" entlassen werden. Es ist also von einem Entgegenkommen der Unternehmer gegenüber den Angestellten weder in sozialer noch in finanzieller Beziehung nicht das geringste zu spüren. Die Betriebsräte der dem Verband Berliner Spezial- geschälte angeschlossenen Firmen scheinen übrigens der gleichen An- sich! zu sein. Die sie uns mitteilen, legen sie Wert auf die Fest- stellung, daß das Personal dieser Geschäfte nicht 8 Stunden, sondern nach wie vor die tarifliche bzw. geschätsüb- liche Tischzeitvon 2 oder2'4 Stunden genießt. letzter Tag �Reigen-Prozcß". Nach zweitägiger Pause begann heute vormittag der Schlußakt in dem Kampfe gegen den Schniftlerschen„Reigen" vor der 6. Straf» kammer des Landgerichts III. Auch heute war lang« vor Beginn der Perhandlung der Zuhörerraum dicht gefüllt. An der Eingangs- tür spielten sich die sonst nur bei sensationellen Mordprozessen üb- lichen Kampfszenen ab. Heute wurde die Vernehmung des Sachverständigen Professor B r u n n e r fortgesetzt, der an den Angeklagten Eladek die Frage richtet, ob irgendwelche Schutzmaßregcln gegen den Besuch Jugend» lichor getroffen worden seien.— Angekl. Eladek: Nein, sonst wäre die Reklame noch größer gewesen! Der Sachverständige er» läutert sodann ausführlich die Motive seines zweimaligen Besuch» de»„Reigens" und betont ausdrücklich, daß er keinesfalls in die Theater gehe, um zu schnüffeln. Im Verlans seiner Vernehmung wehrt.sich Prof. B r u n n e r gegen die Vorhaltungen Wissenschaft» licher, philosophischer Art. die Ihm Pros. Wittkowski zur Beant- wortung vorlegt.— RA Heine bringt die Sprache aus die Ver- sammlung des Herrn Lebius gegen den„Reigen" und wünscht zu wissen, ob Prof. Brunner mit Möbius und dessen„National- demokratischer Partei" in Verbindung steht. Professor Brunner bestreitet dies entschieden. Der Sachverständige Dr. Osborn bezeichnet da» Schnltzlersche Werk als ein großes K u n st w e r k. Dichter oller Jahrhunderte Kütten die in dem Menschen steckende Kleinheit, Schlechtigkeit und Gemeinheit auf die Bühnen gebracht und den an sich unreinen Stoff geformt und dadurch in eine ganz andere Sphäre gebrocht. Weil er so schlecht angezogen war.... „Kleider machen Leute, so war'» und ist'» noch heute"! zu diesem so oft erwähnten und behandelten Thema gibt das nochfof» gend geschilderte Vorkommnis wieder eine Illustration in grellen Forben. Es bezeugt, daß soziales Empfinden heute wahrhaft eine der seltensten Waren ist, wenn es sogar nicht total ausverkauft fein sollte. Ein Augenzeuge teilt uns z. B. soigendes mit: «Ich saß neulich abends im Kaffee Hardenberg, Lzardenberg- straße, das keineswegs ein Luxuslokal ist. Ein sauber angezogener Kriegsbeschabigter, der halb erblindet war, kam herein, um etwas zu verkaufen. Er wurde aus dem Lokal gewiesen. Ich forderte den sehr ärmlich, aber sauber gekleideten Mann auf, an meinem Tische Platz zu nehmen, weil er völlig durchgefroren war, und ich ihm etwa« Warmes zu trinken bestellen wollte. Der Kellner aber weigerte sich, mich und den Mann zu bedienen, da ein„solcher Mann'>n dem Kaffee nichts zu suchen hätte. Der Wirt forderte die Entfernung des Kriegsbeschädigten« weil er schlecht angezogen war. Ich betone, daß ich von vornl�crein das Getränt für meine Rechnung verlangte. Daß das Wort Lumpenpack fiel, ist nebensächlich. Ich' weiß leider nicht genau, ob es ein Kellner gebraucht hat. Mit Grauen denke ich. so schlstßt der Lcobochtcr, an eine Zeit, in der ich vielleicht nicht mehr in der Lage sein werde, wir einen anständigen Rock anzuziehen und dann kein„Mensch" mehr bin. sondern ein Wesen, daß als.Lumpenpack" aus dem Lokal verwiesen wird." Treptow gegen den Sarkoffelwucher. Das Bezirksamt Treptow hat beschlossen, im Hinblick auf die unerbörte Preissteigerung der Kartoffeln den M a g i st r o t zu ersuchen, die von ihm im Wege des freien Ankaufs erworbenen Kartoffeln an die minder- bemittelte Bevölkerung zv einem Vorzugspreise abzugeben. Dieser Beschluß ist dem Magistrat zur weiteren Veranlassung über- mittest worden. Eine neue kleinhaussiedlung am Grunewald. Für die Ve» ssedlung des Geländes zwischen Fischthalgrund und Onkel Toms Hütte in Zchlendorf hat sich eine Baugesellschaft„Zehlen- dorf-Pasewaldt" gebildet, die dort nach den Plänen und patentierten Baukonstruttionen des Architekten Rossius-Rhyn eine Kleinhaus» ssedlung in Form einer Gartenstadt errichten will. Die beteiligten Siedler streben noch Verbillignng der gesamten Anlage dadurch an, daß die Straßen in geringerer Breite gebaut werden, da Kanal!» sation. Gas und elektrisches Licht wegen der hohen Anlagekosten und im Hinblick aus das ländliche Gepräge der Siedlung nicht unbedingt notwendig ist. Das Bauomt des Verwaltungsbezirks hat bisher diesen Forderunaen Widerstand entgegengesetzt, so daß die Sied- lungsgenossenschaft sich an das Berliner Eiedlungsamt wenden will. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Vielf-ub nebelig, sonit trocken und ziemlich Seiter. ein wenig kälter bei giöjjtent-il« schwachen Bjüichen iiS südSstlichen Winde»._ Grost-Serlmer parteinachricktten. 22.«it. Die«enolsinnen«erden Ersuch», den heutigen Feauenadend in der Schul. oula Pank. Ecke Wiesenstrai.e ,u besuchen. Thema! Semelnschastsbeztrhuoge» Si-scrent: Dr. Wegscheider-giegler. �ugenüveranftaltungen. verci»«rieit-r-Zugend. Sekretariat!«W.«S, Lindcnfl«. 3. 2. Hol Rol», 2 Treppen recht». Telephon! Mxt. 121 08—10. Sine Bf ftnt liche Bersammluna findet heute abend»m 7 Uhr in d« «uia der II. Demeindeschuic, Echdnederg. sseurialir. 57 statt. Bortraa der So» nossin Wegscheider Uder e m e i n t ch a s t» c r z t e h u n g". Freie Aussprache. Gcwinn-AuSzua der IS. Vreuß.-Südd.(244. Preuß.) Klafsen-Lotterte 6.«lasse. 21. ZiehungZi-g. 1». November 1021. Aul teve gezogene'Ilurrrmer Und 510 ei gtetch Ne»l)o«Srwtnnv grfolirn. und Atoor(e einer oui die blose aleittjer vTummer In den belven Abtellunaen I und II Cime«-währ. RachozuU oetbeten. I» der B°rm>tl-g»»tchimo wurden S-n-mn- Übe- 490 Mark s-zoge»! 2»u 1000 St anä dl« Prämie za 750000 il 2*0344 2 nu 490»I um diu Prämie na 200000-- 17i86b 2 na> 0000»1 242720 8 n°»000 M 6.707 87469 208428 319204 32 na 2000 a 6711 244Ö4 30781 46790 63444 699 1» 80831 87484 83683 116118 1 167u6 117625 137626 166960 190219 201494 130 ra 1000 AI 6607 9960 13684 18006 21169 23628 28669 82784 38860 8460936363 40489 47844 67860 16478 73461 78163 86600 89066 90243 04996 102736 110066 112790 117006.18876 HO-SO 126374 136723 13�628 133907 30235 140913 143376 161445 166186 167306 163966 170231 180270 106377 197163 296096 214303 21896. 223839 22604- 227672 236487 242164 247287-4792- 261304 263733 266124 266170 268979 273334 274404 290136 291298 101831 293790 66211 298609 au in oera vorstebenven Ivcwtuu-ittuvzug rtch« entyalieiic» nieoriAcrcn Gewinne nno aue den Listen in«rsebeu, vir vct den staatlichen Lotterte-iZlunedmern mr uneutgelvltchen Einsicht nnsiugen. aUdielmna der"l.«last» itt.) Lotterie(InOet an 30.««» 21. Dtjember 1821 ftatte Gewerkschostsbewsgung die Sillkgung öes Gasorbeiterstreiks. Eine Versammlung der Funktionäre des Verbandes der Staats- und Kemeindearbeiter, über deren Ergebnis wir bereits kurz be- richteten, beschäftigt« sich am Montagabend mit dem Streik der Gas- arbeiter und den Verhandlungen mit dein Magistrat. Referent war Pokeneke. Der Redner kam zunächst auf die Gründe zurück, die zum Streik der Gasarbeiter geführt haben, streifte dann die ver- Handlungen mit dem Magistrat, dessen Angebote er bekanntgab, und hob weiter hervor, daß von bestimmter Seite aus die Z e r s p l i t t c- r u n g des Verbandes der Staats» und Gemeinde- arbeiter geplant fei. Komnutnistische und syndikalistische Umtriebe haben den Zentral-vetriebsrat veranlaßt, fein Amt nieder- zulegen, und es ist ein neuer mit 11 von ZS Stimmen gewählt war- den. Die anderen Stimmzettel wurden weiß abgegeben. Di« Le- triebsräte haben Beschlüsse gefaßt, die weit über den Rahmen ihrer Befugnisse hinausgehen. Der Gewcrkschaftskommission und dem Lohnkartell ist schärfster Kampf angesagt worden. Die Tätigkeit der Betriebsräte kann sich aber nicht auf die Regelung der Lohnoerhältnisse erstrecken, das ist lediglich Aufgabe der Gewerk- schaften. Ohne die Gewerkschaften kann ein« Lohnbewegung nicht mit Erfolg geführt werden. Der Redner empfahl die An- nähme folgender Resolution: »1. Die heute, am 14. November, in der„Königsbank" tagende Versammlung der Funktionäre des Gemeinde- und Staatsarbeiter- verbände« mißbilligt das Eingreifen des Zentral- betriebsrats in die schwebenden Tarifverhandlungen des Lohnkartell». 2. Die Versammlung lehnt weiterhin ab den Beschluß der vetriebsräteoersammlung, die B.-O. als verhandlungs- und Tarif» kontrahenten in das Lohnkartell aufzunehmen, sie verpflichtet das Lohnkartell, auch fernerhin nur im Nahmen der freien Gewerkschaften die Tarifverhandlungen zu führen. ?. Die Funktionärversammlung spricht serner ihr Bedauern aus über die in den letzten Tagen erfolgten Teilaktionen. Sie erklärt, daß nur eine einheitliche, auf freigewerk- schaftlichen Grundlagen organisierte Arbeiter- I ch a f t in der Lage ist, gewerkschaftliche Aktionen zu einem ge- deihlichen Ende zu führen. Nach einer sehr langen, zeitweise sehr stürmischen Aussprache wurde der erste und dritte Teil dieser Resolution abgelehnt, der zweite angenommen. Krisenstimmung i« der Metallindustrie. Die fortschreitende Teuerung hat in der Arbeiterschaft eine leb- hafte Erregung hervorgerufen, die sich überall geltend macht in der Forderung nach Lohnerhöhungen und einmaligen Wirtschaftsbei- Hilfen. Nach dem Beispiel der Berliner Gemeindearbeiter haben vor allen Dingen die Arbeiter und Angestellten der M e t a l l i n d u st r i e ! betriebsweif« Forderungen eingereicht, lieber die Bewegung in den lOsramwerken haben wir bereits berichtet. Am Sonntag be- schloß eine Versammlung der Funktionäre der Arbeiter und Ange- stellten der RAG. Oberschöneweid« folgende sofort zahlbaren ' Wirtschaftsbeihilfen zu fordern: für oerheiratete Angestellte 3(500 M., 1 für ledige 2800 M., für verheiratete Arbeiter 2000 M. und für lcdige 1500 M. Diese Forderungen sind der Direktion am Montag unter- breitet worden und im selben Augenblick trat die Belegschaft in die passive Resistenz. Durch einen Anschlag des Berbandes der Berliner Metallindustriellen wurden die Arbeiter aufgefordert, bis 10 Uhr die Arbeit wieder aufzunehmen, andernfalls sie fristlos entlassen würden. In einer Betriebsversammlung wurde die Belegschaft durch den Organisationsvertreter auf die Fehler dieser Taktik aufmerksam gemacht. Aber trotzdem wurde«in Beschluß ge- faßt, weiter in passiver Resistenz zu verharren. Die Folge davon l ist, daß heute morgen der gesamte Betrieb der RAG. geschlossen wurde. Auch bei S.chwartzkopff wurden ähnliche Forderungen ge- stellt. Seit heute morgen befindet sich auch dort die Arbeiterschaft in passiver Resistenz. Die Lohnverhandlungcn für den mitkeldeukfchen Braunkohlen- becgbau sind am Sonnabend zum Abschluß gelangt. Die Unter- nehmer hatten sick) geweigert, an den zentralen Verhandlungen für den gesamten deutschen Kohlenbergbau unter Vorsitz des Reichs- arbeitsministers teilzunehmen. Di- Verhandlungen für Mittel- deutschland wurden hieraus gesondert geführt, und es wurden die Spitzenlöhne um 22,50 M. je Schicht erhöht. Das chausstands- und Kindergeld wurde auf 4,50 M. erhöht. Die erhöhten Löhne werden ab 1. Noveniber 1921 gezahlt, wenn eine ent- sprechende Kohlenpreiserhöhung ob 1. Dezember ein- tritt Di« seit 1. November abgekehrten Arbeiter erhallen die Nach- zahlung nur dann, wenn sie ihre Ansprüche bis 30. November geltend machen. Die Geschäftsstelle des Afa-Zundcs(Ortskartell Groß-BerNn) wird am 21. November d. I. von der Belle-Alliance-Str. 7/10 III nach Berlin N. 39, Reinickendorfer Straße 118, 2. Hof, II verlegt. Geschäftszeit und Sprechstunden wie bisher. Telephon: Moabit 4830 und 4831. Di« Geschäftsstelle des Orts- kartells bleibt am 18. und 19. November geschlossen. Zeutralverdaud der Angestellte». Donnerstag: Ehemalige Einnehmer da Dlttoria. MitgUederveriammIung 7 Uhr. Sophienml». Sophienitr 17/18.— Rechts» anwatts-Bureaus. Milgiiederversammtung 7V, Uhr.>m Schutlheiß. Reue Zarob- fticch« 24/25.— Texttt. Bekleidung, Leder. Fackiaruppenoerlammlung 7'/- Uqt, Eophiensäle, Sophien st r. 17/18.— Donnerstag, den 17 Novemder 1921: ffunktlonar» Srtfammluiv! aller Fachgruppen, 7 Uhr, Nene Philharmonie. Köpenickcr Etr 96(97. Derantw. für den redakt. Seil: Dr. Werner Peiser. Ehariottcndurg: stir An» zeigen: Th. Glocke. Berlin. Verlag Vorwärts. Verlag 40 50 60 80PfdSi Cavalier 80 Pf. Cabinei M.t25 Pf. dSt OiePreisechölmng ist so niedrig be- messen, das) sie nureinen Zeil unserer 6elbstmel,r?ostsn deckt. Sie werden durch einen j wirklichen 6emch für den 'Preisaufschlag entschädigt. �dni�e" TYPOQRAPHI A J>.7.........................................* J Am Totensonntag in dert „Konen Welt" j FEST- KONZERT t | Anfang 0 /, Uhr. Eintritt 5 M. 5 J EINTRITTSKARTEN j za 4 ML bgi Hersoh(öewerkschafts- J haus), G. Schule(Kottbuser Tor) und j ' io den mit Plakat beleget. Handlung�. 4 ww Aclilnng, Sauger!■» BuBtag, vormittags 81/, Uhr. Uebungs- 7 stunde im„Klubhaus1-, Ohmstrafie 2 j brillanten sn�Äi sind bei der heutigen Valuta große Werte!----- Nur das reelle Juweleogeschäft, welches 1 Selbstvei braucher ist, bietet Ihnen Ge» I währ tür die bestirögiiche Venvertunv? I Ihres Schmuckes. m Otto Koppen, Juwelier, Große Frankfurter Straße 105, 7 bis 7 Uhr. Gcründet 1883. Ueberbiete jede Konkurrenz für I, Witt M« VllNWl Jf Zahngebisse, alte Münzen und sämtliche Scbmuc�egenstände Roseneck, Neukölln Ziethenstr.4, 1, an der Bergstraße. OröBtes Absatsgebiel f. 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