Nr. 541 4 ZS. Jahrgang Ausgabe A Nr. 27S Bezugspreis: >tlNelI!!hrl.ZS,— M.. monall. M, frei ins Hans, voraus zaiildar. Post- bezugi Monotlich 12.- M. elnlchl. Zu- stellungsgediihr. Unter Kreutband istr Deutlchland, Dan» g. da» Saar- und Memeigrbiel, sowie die ehemals beut- stden Gebiete Polen» Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 22.- M.. für da» übrige Ausland 29,- OT. Post» befteUungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. TIchecho- Elowalei, Däne- mark. Holland. Luxemdurß. Schweden und die Schweiz. Der.Vortnäris* mil der Sonntagsbeilage.Boll und Zeit" der Unier- ha.lungsbeilage �»eimwrlt" und der Beilage..Siedlung und Kleingarten" ecschen» Wochen, aglich zweimal. Sonntag» und Moniag« einmal. Teleoramm-Adrest»! «tozialdrntokral verlin- Morgen-Ausgabe Nerlinev VolUsblstt �40 Pfennig) Anzeigenpreis: vte«ehngespallen« NonpareillrzeNe kastei 7,— M.klein» Anzeigen" da»»tlgedrurite Wori 2,— Bi./. Mr. Dichtungen von D o it o j e w S ki. Ein in Berlin weilender Toliloiancr wird ausjerdem über ,D a st o j c w S t i a I S Mensch und Dichter" sprechen. Die Ausstellung»Buch»nd Bild" im Kunstgewerbe mus eum sPrinz-ülibrecht-Slr H) wird auch am beutigen Mittwoch(Buhtag) und am nächslen Sonnlag offen gebaiten werden. KammersHiele im Lessing-Museum. Die E r ö f fn u n g S v o r- ste Unna mnk aus technischen Griinden auf Dienstag. 22.. vetchoben werten Zur Auffübrung gelangt„Ter Narr", von Peter Egge. Die Zlaatliche» Muieen I leiben Sonnlag. den 20.— Tolenjon:!- tag— zum Beiuch jiU das Publikum g e j ch l o s s e n. Gegen öen Zei Deutsche Einspruchsnote. Das Auswärtige Amt hat das nachstehende Schreiben an den Vorsitzenden der Interalliierten Militärkontrollkommission gerichtet: zugleich ist die deutsche Botschaft in Paris beauf- tragt worden, der Botschajterkonserenz eine Note gleichen Inhalts zu übermitteln: Die ehemaligen Werkstätten des Heeres und der Marine sind schon alsbald nach dem Ausbruch der Revolution einer völligen Umgestaltung unterzogen worden. Die an- fänglich planlose Führung der Betriebe wurde einer Zen- tralleitung übertragen, der es oblag, geordnete Verhältnisse in den Werken zu schaffen und diese ohne Verzug auf friedenewirtschaftliche Arbeiten umzustellen. Aus verschiedenen Gründen wurde hierfür die Form des privatwirtschaftlichen Unter- nehmen» gewählt. Die Umgestaltung der Werte in diesem Sinne war bereits erfolgt, als die Friedensbedingungen bekannt wurden. Schon zu dieser Zeit hatten also die vormaligen„Reichswerke" auf- gehört, Heeresgutsabriken im Sinne des Artikels 168 des Vertrages zu fein. Um aber völlige Gewißheit darüber zu haben, daß nicht etwa auf Grund dieses Artikels zu einer Schließung der Betriebe ge-, schritten und damit die Existenz vieler Tausender von Arbeitern ver- nichtet werden müßte, wird der Antrag an die B o t s ch a f t e r t o n» f e r e n z gerichtet, sie möge sich mit dem F o r t b e st e h e n der Werte einverstanden erklären. Dle Botschafterkonferenz hatte diesem Antrage durch-die Note vom 10. Februar 1920 stattgegeben und ihr Einverständnis an die alleinige Bedingung der Umstellung auf die Friedenswirtschaft geknüpft. Irgendwelche Forderun- gen wegen des zu wählenden Fabrikationsprogramms hat sie n i ch t e rh oben. Die von der Botschasteffkonftrenz gestellte Bedingung ist in vollem Umfange erfüllt. Mit sehr großem Kostenaufwand ist die dauernde Umstellung der Werke auf reine Friedensarbeit überall durchgeführt, daß dabei für die Wahl des Fabri- kativnsprogramms die vorhandenen Maschinen, Einrichtungen und Materialien sowie die Fachkenntnisie, der in den Werken beschäftigten Arbeiterschaft mitbestimmend waren, ist selbstverständlich, zumal dle Botschasterkonserenz sich ja gerode mit Rücksicht aus die Weiter- beschäftigung dieser Arbeiter mit der Erhaltung der Betriebe einverstanden erklärt hatte. Das nach diesen Gcsichtspunk- ten gewählte Fabrikationsproqramm ist der Militärkontrollkom- Mission und ihren Unterkommissionen niemals vorenthalten worden: die Umstellung der Werke ist vielmehr unter ihren Augen, unter ihrer täglichen genauen Kontrolle vor sich gegangen. Sie sind auch bisher offenbar der Ansicht gewesen, daß der von der Bots'chafter- konferenz gestellten Bedingung Genüge geschehen war. denn sie haben bis in die neueste Zeit in keinem Falle Widerspruch erhoben. Nach jahrelanger, mühevoller Arbeit glaubte die Leitung der Deutschen Werke die mit der Umstellung verbundenen ungeheuren Schwierigkeiten überwunden und eine gesunde wirtschaftliche Basis gefunden zu haben, die ihrer Arbeiterschaft eine' bleibende, sichere Existenz gewährleistete. Da setzten plötzlich Schlag auf Schlag«In» Reihe von Maß- nahmen der Kommissionen ein, die in völligem Widerspruch mit deren bisheriger Haltung und mit dem Beschlüsse der Botschas- terkonferenz vom 10. Februar 1920 den durch diesen Beschluß garan- tierten Fortbestand der Werke ouf l'» äußerste gefährden. Die ein- zelnen Maßnahmen und ihre Wirkungen find in der Anlage 1 dieses Schreibens dargelegt. Es ergibt sich aus den dort gemachten Aus- führungen, daß die Erfüllung der Forderungen der Kommissionen in ihrer Gesamth-it die Schließung ganzer Betri ebe zur Folge haben und damit nicht nur alles bisher geleistete zunichte machen, sonderw auch lausende von A r b ei t e r n u m ihre E x i st e n z Biringen würde. Die deutsche Regierung ist sich bewußt, daß sie keiitzfBerschulden trifft, aus dem sich dieser plötzliche Stellungs- wechlel der Kommission erklären ließe. Alle Forderungen auf Zer- störung, Umbau und Entsernung von Svezialmaschinen für die Her- stellung von Kriegsmaterial, auf Vernichtung von Lehren und son» stigen Geräten, auf Umgestaltimg ganzer Gebäude und einzelner Einrichtungen sind, so weitgehend sie auch waren, erfüllt worden, um den Betrieben ein für alle Male den Eharakter von„fjeeresgutsabri- ken" zu nehmen. Werte von vielen Millionen sind so vernichtet worden. Mit welcher Gründlichkeit dabei voraegangen wurde, ist in der Anlage 2 im einzelnen dargstan. Jede Gefahr einer Wieder- Umstellung aus die Fabrikation von Krieasgerät ist damit beseitigt. Dafür, daß diese Beseitigung eine dauernde ist, bürgt nicht nur die rücksichtslos ausgeübte Kontrolle der Kommissionen, auch die deutsche Regierung und die Arbeiterschaft der Werke selbst stehen dafür ein. Die deutsche Regierung verkennt nicht, daß es die Aufgabe der Kontrollkommission ist, die Erfüllung der militärischen Bestimmungen des Friedensvertrages und die Durchführung des Beschlusses vom 10. Februar 1920 auf das schärfste zu überwachen: sie hat sich in dieser Erkenntnis und auch um den Anschein der Obstruktion zu vermeiden, so mancher Maßnahme gefügt, wendig, daß sowohl In den öffentlichen wie in den Mitgliederver- sammlungen Bortrnge über Steuer- und wirtschaftspolitische Fraoen gehalten werden. Den Beamten muß gezeigt werden, daß sie sich nicht darauf beschränken dürfen, an das� Reich, den Staat und die Gemeinde lediglich Forderungen auf Befriedigung ihrer Lebens- bedürfnisse zu richten, sondern sie müssen auch Einfluß auf die Ge- staltung unserer Filtanz- und Wirtschaftspolitik zu erlangen ver- suchen. Dem Beamten kann es nicht gleichgültig sein, in welcher finanziellen und wirtschaftlichen Lage sich sein Arbeitgeber befindet. Er muß gerade diesen Fragen als Arbeitnehmer des Reichs und der Einz'Etaaten besonderes Interesse entgegenbringen. Obenan muß der Gedanke stehen, die Beamten über ihre K l a s s e n l a q e auf- zuklären, ihnen zu zeigen, daß sie qem-insame wirtschaftliche und politische Intercssen mit der oesomten Aebeiterscheit zu vertreten haben. Schon heute ringt sich die Erkenntnis der Klassenlaqe mebr und mehr selbst bei den Beamten durch, die aus alten Ueberliefe- runaen und Traditionen her heute noch den bürgerlichen Parteien nachlaufen./ Die Gestaltuna unseres zukünftigen Wirtschaftslebens steht im Vordergrunde des Interesses. Die hieraus auftaucbenden Probleme der großen Masse der Beamtenschaft näherzubrinaen, muß der Leit- gedanke für unsere gesamte Aaitation sein. Auf diesem Wege werden wir auch eine größere Annäherung der Beamten an die Arbeiterschaft erreichen. Die erste Voraussetzung für erfolgreiche Arbelt ist aber, daß für die weiteste Verbreitung unseres Mitt-ühmasblattes„Der freie Beamte" Sarge getragen wird. Nur durch das regelmäßige Lesen dieser Wochenschrift, die zu allen schwebenden Beamtenfraqen Stellung nimmt, kann eine dauernde Einwirkung auf die Beamten- schalt im Sinne unserer sozialistischen Weltanschauung erreicht werden! An den Dortrag knüpfte sich eine kurze DisMsion, in der alle Redner mit dem Vortragenden einverstanden waren. Dann wurde noch folgendem �ftörungswahn. deren Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit sie nicht er- kennen konnte. Im vorliegenden Falle aber muß sie Einspruch erheben, weil die neuen Forderungen der Kommissionen nicht nur ungerechtfertigt, sondern auch geeignet sind, in ihren Auswirkungen schärfste Beunruhigung m weite Kreise des deutschen Volkes zu tragen und die Wiedergesundung des deutschen Wirt- schaftskörpers ernstlich zu beeinträchtigen. In Zusammenfassung der in den Anlagen 1 und 2 enthaltenen Darlegungen bittet die deutsche Regierung die Kommission, sich in Abänderung der erHobe- nen Forderungen damit einverstanden zu erklären, daß 1. in Erfurt und Spandau-haselhorst die Fabrikation von Schuhwassen und ZNunition für Zagd und Sport in der bisherigen Art und im bisherigen Umfange weiterhin gestattet wird.(Auf- Hebung der Note vom 28. September 1S21.); 2. im Werke wolfgang die Fertigung von Sollodium und Nitrozellulose zur Herstellung von Filmwolle und Kunstleder gestattet wird und auch die übrige Fabrikation(Schmirgelpapier, Waggon- und Lokomolioenreparaturen und anderes, darunter velassung der dazu erforderlichen Werkseinrichtungen) weiter zugelassen werden (Aufhebung der Note vom Z0. September ioioicJlachptüfung und Einschränkung der Zerstörunggforderungen der�istriktskommifsion Frankfurt a. in. bezüglich der Anlagen im Wev'Äolfgang): Z. im Hüttenwerk Spandau der Ausbau des geplanten Walz- werkes genehmigt wird(Note vom 9. November 1921): 4. a) dle von der Distriktskommission Berlin bezüglich der Werke Spandau-Haselhorst und von der Distriktskommission Frankfurt a. M. bezüglich des Werkes Erfurt getrosfenen Anordnungen auf Zer- störung oder Zerstörung dringend benötigter, zum Teil für das Friedensprogramm neu beschaffter Maschinen nachgeprüft und beschränkt werden, b) die Neubeschaffung notwendiger Maschinen nicht unterbunden und ausgleichender Transport von Werk zu Werk nicht geprüft wird, c) für die trotz vorstehender Nachprüfung und Be- schränkung noch zerstreuungspflichtig bleibenden Maschinen eine Berkausssrist zugestanden wird, die den Bedingungen geord- neter und rentabler Geschäftsführung Rechnung trägt; 5. dle durch den Beschluß der Botschasterkonserenz vom 21. September 1921 geforderte Beschränkung der ver- sügungsberechtigung der„Deutschen Werke A.-G." über die Rohmaterialien der Werke aufgehoben wird. Anlage I der Note enthält eine eingehende Znsammen- stellung der von den Kontrollkommissionen gegen die ver- schiedenen Betriebe der Deutsche Werke A.-G." gerichteten Maßnahmen und eine Darstellung der Folgen, die sich für den Bestand der Werke aus der Durchführung dieser Maß- nahmen ergeben würden. In Anlage II sind die Zerstörungen und sonstigen Maß- nahmen geschildert die auf Anordnung der Kvntrollkommis- sionen in den einzelnen Betrieben durchgeführt worden sind, um den Werken den Charakter von„Heeresgutfabrik"" zu nehmen und sie auf reine Friedensarbeit umzustellen. der dresöener Zwischenfall. Dresden, 15 November.(WTB.) Das Polizeipräsidium teilt i och folgendes mit: Auf Grund der gestrigen Verhandlungen mit der Fabrikleitung sollte heute vormittag um 9 Uhr die Besichtigung durch die Interalliierte Kommission im Beisein mehrerer Polizeibeamten vorgenommen werden Die Besichtigung selbst oerlies ohne Zwischen'«« fall, führte ober im Hauptpunkt zu keinem Ergebnis. Das BcifcVso, langen der Kommission, eine Ziegelmauer an einer Stelle" durchstoßen zu lassen, wurde von der Fabrikleitung und der Arbeiter- schaft a bg e I e h n t. Beide erklärten, auch fremden Arbeitern zur Ausführung dieser Arbeit den Zutritt nicht gestatten zu wollen. Unter diesen Umständen erklärte die Interalliierte Kommission, sich wieder entfernen zu müssen. Die Besichtigung einiger anderer Räume nach verborgenen Waffen usw. verlief ergebnislos. <- Die„Freiheit" meldet demgegenüber, der erste Widerstand habe nur darin seinen Grund gehabt, daß die Arbeiter infolge der Durch- suchungsmaßnahmen am Rachhausegehen verhindert gewesen Die Wertleitung stehe mit an der Spitze der Geheimorgesch. Deutschkanüs Sack'ekstun�en. Berlin, 15. November.(BDZ.) Im Monat Ottober wurden an Frankreich 513 Eisenbahnfahrzeuge zurück- gegeben, so daß nunmehr auf Grund des Artikels 238 des Friedensvertroge» an Frankreich insgesamt 6211 Staatsbahnwagen und 813 Privatwagen zurückgegeben sind. An Belgien wurden bis zum 31. Oktober insgesamt 12 736 Staatsbahnwagen und 218 Privatwagen zurückgegeben. Diese Rücklieferung auf Grund des Artikels 238 des Friedens- Vertrages ist unabhängig von der Lieferung von 5000 Lokomotiven und 150 000 Eisenbahnwagen auf Grund des Artikels Vll des Waffenstillstandsvertrages. Diese Verpflichtung aus dem Waffenstill- stand ist nahezu restlos erfüllt. i ii-- fwfruf zugestimmt: „Die sprunghafte Steigerung der Preise aller zum Leben not- wendigen Gegenstände zwingt auch die Vertreter des aus allen Teilen des Reiches zur zweiten Tagung in Berlin versammelten Reichsbeamtenbeirats der SPD. zum eneraiichen Protest qeaen die durch willkürliche und wucherische Preisbildung aufrechterhaltene Verteuerung der gesamten Lebenshaltung. Der Reichsbeamtenbeirat richtet an alle B-rbraucherkreise und insbesondere an die Beamten die dringende ZAifforderunq, dieser Ausbeutung der Arbeiterschaft nicht mebr länger untätig zuzoleben, sondern die unerbörte Bewucheruno der Verbraucher mit den schärf- sten M'tHn zu bekämoien. Der Reichsbeamtenbeirat ist einmütig der Ansicht, daß zunächst versukht werden muh, mit Hilfe der Staatsanwaltschaft geoen den Wiarder vorzuaehen und bei Versagen der ordentlichen Gerichte die Beamten in Verbindung mit den Gewerkschaften der übriaen Arbeitnehmer zielbewußt an die Beseitigung dieses Krebsschadens deranzugehen. Bei den Verbandlunqen vor den Wucheraerichten sind nur solche Sochver- ständioe beranzuziehen, die den Igteressenkreisen der Angeklagten fernstehen." Gen. Franz Krüger führte im Schlußwort aus: Die Vefürch- tungen, daß die Werbeonsichüsse eine Sanderbnndelei neben der Partei werden würden, find durch die Verbandlunaen als völlig ungerechtfertigt erwiesen worden. Daß wir die Beamtenlcbott weoen ihrer besonderen Rechtsstellung und Betätioung in p-llitilcb-n Beziehung ganz besonders behandetn müssen, ist selbswcrstänM'lli und durchaus kein Anlaß dazu, daß sich die tkinrichtungen zum Schaden der Partei ouswachs'n können und müssen.' Im Namen des Reichsbeamtenbeirats sprach Gen. L e q o H S- Köninsberq dem Parteivorstand, insbesondere den Genossen Krüner und Wäger, Dank für die verständnisvolle Behandlung der Be» amtenlragen aus., Hierauf wurde die Tagung geschlossen. OewerMastsbewegung wirtschastsbeihilfe! HandeUe es sich hier lediglich um ein Schlagwort, dann würde es der kommunistischen Agitation für.Aktionen", für.große" Aktionen, weit weniger gelingen, politische Geschäfte damit zu machen. Wird für den Arbeiterhaushalt schon die minderwertigste Margarine, das Schmalz, ein Stückchen Fleisch zum schier uner- schwinglichen Objekt, gehen die Preissteigerungen von einem Tage zum anderen so weiter, dann kann der Beste nicht im Frieden leben. Wer sich in den Läden nach Kleidung, Winterwäsche, Stiefeln und sonstigen unentbehrlichen Dingen umsieht und will auch nur die bescheidenste Bemerkung über die Preise machen, der sieht sich sofort durch die Aeußerungen der Verkäufer.beruhigt", die da lauten:„Wären Sie vor 6 Wochen gekommen, da war der Preis noch weit niedriger. Wenn Sie aber noch 14 Tage oder noch drei, vier Wochen warten, dann sind die Preise noch weit höher, und es ist die Frage, ob dann überhaupt noch zu haben ist, was Sie haben wollen." Früher wurde um einen Preisnachlaß von Pfennigen ge» fellscht. Heute aber heißt es:.Geld spiell kein« Rolle." Es spielt die Hauptrolle, mehr denn je, well ohnedem nun einmal nichts zu haben ist. Trotz aller Lohnzulagen verhindert die Lebensmittel- teuerung, baß der Ardeiter sich wie früher von Woche zu Woche ein paar Mark zurücklegen kann, um sich einen Anzug zu beschaffen oder sonst etwas, wozu eine einmalige größer« Ausgabe notwendig ist. Von einem Wochenlohn kann nichts beschafft werden. Bis der einzelne aber sich SOS bis 1000 M..erspart" hat, ist sein Geld in- zwischen stark entwertet: was er dafür kaufen wollte, ist teurer ge- worden, er bekommt nicht mehr das, was er gebraucht. Er wird irre an der ganzen Wirtschast. Die Frau klagt Tag um Tag, daß sie nicht mehr zurechtkommen kann, und so fällt das Wort Wirtschaftsbeihilfe auf guten Boden. Mit dem Lohn a l l e i n g e h t e v n i ch t m e h r. Bei den immer höher kletternden Preisen, der Befürchtung, bei dem.Ausverkauf" zu spät zu kommen, ringt die Notwendigkeit, die Leibwäsche, Kleidung und anderes zu erneuern, nach Ausdruck. Der Tariflohn liegt fest für die nächsten Wochen, w a« nun? Die Beamten haben Geld in die Hand bekommen, die städtischen Arbeiter ebenfalls, well— wie sie glauben— die passive Resistenz gewirkt hat. Die Arbeiter der Prioatindustrie aber! sehen und hören es und gebrauchen nicht minder notwendig größere Beträge zu größeren Anschaffungen. Während aber bei den Der- waltungsbehörden und den Monopolbetricben der Gemeinden außer den finanziellen keine technischen Schwierigkeiten solchen Regelungen entgegenstehen, lassen sich einmalige Wirtschaftsbeihilsen in den Privatbetrieben natürlich ungleich schwieriger» wenn überhaupt durchführen. Schließlich ist's dem Arbeiter aber auch ganz einerlei,! unter welchem Namen und m welcher Form er Geld in die Hand bekommt, es kommt ihm daraus an, daß er ab und zu einen größeren Betrog bekommt. Ganz abgesehen von den unerläßlichen Maßnahmen gegen die allzu.freie" Wirtschaft, den Warenwucher, muß die Lohnpolitik der Gewerk- s ch a f t e n darauf hinausgehen, von Zeit zu Zeit, etwa allviertel- jährlich, dafür zu sorgen, daß durch Rückwirkung der Lohnzulagen für kurze Zeit jeder Arbeiter und Angestellte j «inen größeren Betrag über den Wochenlohn oder das Monats- 1 geholt hinaus erhält. Da» ist freilich leicht gesagt, allein e» muß � u nter allen Umständen durchgeführt werden, bis einmal eine gewisse Stabilität de» Martkurse» eingetreten ist. Auch die Frag« der Gewinnbeteiligung wäre in dieser Verbindung zu er- örtern. Mit dem Tarifvertrag allein geht e» ja ohnehin nicht mehr. Die Gewerkschaften müssen in all den Lohn- kämpfen die Führung behalten. Und die Mit- g l i e d e r in den Betrieben sollten wisien, daß sie s e l b e r die Gewerkschaft, der Verband sind. Daß ihre Forderungen nicht be- triebsweise und spontan, heute hier und morgen da rein willkürlich erhoben werden können, sondern überlegt und auf legalem Wege verfolgt werden müssen. Streik, wen» es nicht anders geht, doch erst dann. Ungewöhnliches Vorgehen hat ungewöhnliche Gegenwehr zur Folge, das Elend wird größer anstatt ge- ringer und der Ast des Wirtschaftslebens, auf dem wir mit sitzen, wird geschädigt. Wa» der Arbeiter gebraucht zum Leben für sich und seine Famllie, das muß er haben. Er muh sich satt eflen und ordentlich kleiden können, dann erst kann er bestehen und ordenllich arbeiten. Da», was er gebraucht, muß er sich durch seine gewerkschaslliche Organisation sichern. Verzweiflungsaktionen helfen uns nicht», sie schaden nur. Die Gewerkschaft, der Delband soll und muß helfen. Mehr Vertrauen zur eigenen Kraft, das heißt zur Gewerkschaft! ,1» Sle Angestellten Groß-Serlins! Die drückende Not, in die die Arbeitnehmerschaft durch die außergewöhnliche Gestaltung der wirtschaftlichen Verhältnisse ge- raten ist, hat auch Teile der Angestelltenschast Groß-Berlins zu Schritten getrieben die in der gegenwärtigen Situation menschlich verständlich sind, aber vom gewerkjchaft- lichen Standpunkt au» nicht gutgeheißen werden können. Die Angestelltenschaft muß sich vor Augen halten, daß Teilaktionen zu Zersplitterungen führen, die die G e- samtbewegung schädigen. Nur im Einverständnis mit allen in Betracht kommenden Körperschaften können für die einzelnen Branchen Forderungen ausgestellt und mit Aussicht auf Erfolg vertreten werden. Hierbei wird und kann naturgemäß die Fühlung mit den in anderen Branchen tätigen Berusskollegen nicht verloren werden. Wer Teilaktionen unternimmt, handelt auch gegen den Sinn der Solidar I- t ä t, die sich erst dann recht zeigt, wenn man bei der Vorbereitung und beim Austrag von Kämpfen die G e f a m t h e I t nicht ver- gißt. Wer nur für sich selber und seinen eigenen Betrieb in bezug auf Lohnerhöhungen arbeitet, Ist ein Egoist, der das proletarisch« Empfinde» verletzt. Die im Afa-Bund zusammengeschlosienen Gewerkschaften haben alle Vorbereitungen getroffen, um mit den in Betracht kom- Menden Arbeitgeberorganisationen auch während- der laufenden Tarifperiode Erhöhungen zu vereinbaren, die den veränderten Der- Hältnissen entsprechen. Wenn diese, vorgehen der Gewerkschaften Erfolg haben soll, muß jede Sonderbewegung zurzeit unterbleiben. Allgemeiner freier Angestelltenbund. Ortskartell Groß-Berlin. Ablehnung deS Magistratsangebots. Nachdem am Montagabend die Funktionäre der kommu- nalen Betriebe bereits Stellung zu den Lohnverhandlungen mit dem Magistrat genommen haben, hat nun auch eine Versammlung aller Funktionäre der im Lohnkartell für die Ge- m ei n d e b e t r l e b e Groß-Berlins vereinigten Or- g a n i s a t I o n e n sich mit den Beschlüsien des Magistrats in Sachen der W i r t s ch a f t s b e i h I l f e beschäftigt. Die Versammlung fand gestern lDienstag) abend in der Schultheiß-Brauerei statt. P o- l e n s k e gab das Resultat der Abstimmung bekannt. Abgegeben sind bei der Urabstimmung in den Betrieben 44 744 Stimmen, davon für dit Annahme 12 773, gegen diese 31320. Ungültig waren 637. Das Angebot ist damit abgelehnt. 34 000 Arbeiter haben nicht abgestimmt. Hierauf setzte eine längere Aussprache ein, deren Ergebnis die Annahme folgender Entschließung geaen wenige Stimmen war: „Durch die Verschleppungstaktik des Magistrats sind die Forde- rungen der städtischen Arbeiter überholt worden. Diese sehen sich daher gezwungen, ihre Forderung zu erweitern. Sie ver- langen die bereits gefordcrken 1000 ZU. Mrlschaslsbelhilfe und außerdem für jedes Sind 2S0 ZN. Die durch den Magistratsbefchluß be- reits ausgezahlten und die noch sofort zu zahlenden Beträge werden auf diese Forderung verrechnet. Das Lohnkartell wird beaustragt, sofort neue Verhandlungen anzuknüpfen. Afa-Funktionäre und Afa-Betriebsräteder Metallindustrie Freitag, abend» S Uhr, im großen Saal der Patzenhofer Brauerei, Fidicinstr. 2/3, Versammlung oller Afa Funktionäre und A f a- B e t r i e b s r ä t e der Berliner Metollindustrie. Die Versammlung wird zu der g e w ä r t I g e n Situation Stellung nehmen und über die u der gegen über die neuen Vorschläge der Tarifkommission entscheiden Wir erwarten, daß die Afa-Funktionäre und die Lfa-Betriebs- räte in den Metallbetrieben dahin wirken werden, daß Einzel- a t t i o n e n, die die Gesamtbewegung nur schädigen können, unter» bleiben.* Jeder ehrliche Gewerkschafter muß in dieser kritischen tei: eine erhöhte Disziplin wahren. Alle Afa-Funktionäre und alle fa-Betriebsräte der Metallindustrie müssen am Freitag be- stimmt in der Versammlung anwesend sein. Die Versammlung be- ginnt Punkt S Uhr. Afa-Bund, Ortskartell Groß- Berlin._ Zum Streik bei der ReichsverficherungSanstalt. Die Streikleitung teilt uns mit: Die Spitzenorganisationen: Deutscher Beamtenbund. Bund der Beamten und Angestellten der Reichssozialverstcherung, Gewerkschaftsbund der Angestellten, Ge- werkfchostsblmd kaufmännischer Angestelltenverbänd« und Zentral, verband der Angestellten lAfa) haben in Anbetrocht der durch den Streik geschaffenen außerordentlich ernsten Lage im Jnteresie der Streikenden und der gesamten deutschen Angestelltenschast eine V e r m i t t l u n g» o k t i o n bei den zui»indigen Aufsichtsbehörden eingeleitet. Ein Verhandlungsergebni» liegt zurzeit noch nicht vor. Die Beamten der Reichsoersicherungsanstalt für Angestellte werden hiermit aufgefordert, zu der am Donnerstag, vormittags 10 Uhr, In den Kammerfälen, Teltower Str. 1—4, anberaumten Versammlung zu erscheinen._ Aus der Verficherungsbrauche. Vom Zentralverband der Angestellten wird uns mitgeteilt: Di« Gehälter der ProvistonS- Generalagenlurenangestellien sind durch eine Vereinbarung am 16. November im ReichSarbeilS- ministeri»», rückwirkend ab 1. September neu geregell worden. Diese Angestellten erhalten die gleichen Bezüge wie die DireltionS« angestellten._ 3n der Üausiher Textilindustrie sind die Arbeiter wegen Lohnstreitigkeiten In den Streik getreten. Die Ar- beitgeber beabsichtigen die Aussperrung sämtlicher Arbeiter. Aussperrung in Rendsburg. Aus der hiesigen Werft Robiskrug ist gestern die gesamte Arbeiterschaft von etwa 7S0 Mann wegen passiver Resistenz eines Teiles der Belegschaft ausgesperrt worden. Es war eine sofortige Lohnerhöhung verlangt worden, ohne daß erst wegen Abschlusies eines neuen Tarife» verhandelt werden sollte. Die Werst ist geschlossen. kranken kästen wohl Ileukölln-Britz. Freitag, 7 Uhr, bei Wolff, Kirchhofstr. 49, allgemeine Letriebsräteverfammlung der bei der Neukölln-Britzer Ortskrankenkast« versicherten Betriebe. Die Betriebs- räte haben von jedem Kandidaten eine Bescheinigung mitzubringen, in der er sich zur Annahme der Wahl bereit erklärt. Der Streik von 60 000 amerikanischen Schneidern wendet sich nach einer Havas-Meldung au» New Port gegen die Stückarbeit. Nach einer Londoner Meldung besteht die Absicht, den In New Port ausgebrochenen Schneiderstreit aus Chicago und Philadelphia auszudehnen. Slsa.Tar>II»mmisfi»», Chemisch« ZndasW«. D-liilewtaa BH Uhr im«b- fertigungsraum de» gentralverbande» der Angestellte»,«elle-Alliance-Str. 7/10» wichtige Sitzung. Asa-Kaufmannegerlchtabeifitzer. Wegen der Verlegung der Sitzungen der Orlsverwalwng de» gentralverbande» der Angestellten auf Freilog tann die für den 18. d. M. norgesehene Zusammcntunst der Asa-Naufmannsgericht»- beisttzer nicht stattfinden. Der Autschutz wird Nähere» belanntgeben. _______.®t Harmonie, käpenicker Str. SK/g7.— Spedition: Mitgliederversammlung m Uhr (n der Bockbrauerei, Fidicinstr. Z/B. Sattler, Tapezierer und Perteseniller. Donnerstag S Uhr Vertrauen»- männersttzung der Lederwarenbranche Im Graphischen Dereinvhau», Alexan» drinensttatze 41. Deutscher Wertmeisternerbaad. Fachgruppe Metallindustrie: SämtNch« v»- tried»obleute und Funkiionäre der Metallindustrie haben Versammlung a« Donnerstag um 5 Uhr im Restaurant Echultheitz, Reu« Ialodstrage, Parterre- faal. Tagesordnung: Tarifvertrag. Deutscher Traniportarbeiternerband. Sektion l, Lederbranche: Donnerotag Druppenoersammlungen. 5 Uhr: Gruppe Schuhgrotzhandel und Fabriken; 7 Uhr: Gruppe Bodenleder bei Witte, Poststr. ZS.— Branche 8 v, Kurz., Galan. terie-, Spielwaren: Donnerstag s-B Uhr bei Ränisch, Inselstr. 1, Gruppen- Versammlung. Der neue Lohniarif.- Branche der Apothelcnarbeiter: Freitag 7� Uhr bei Witte, Poststr. 29, Versammlung der Laboranten, Apotheienarbeiter und-arbeiterinnen, Laufburschen usw. Deutscher P»tarbeiter»erb»»d. Freitag BZH Uhr im»estaurant de» G» werischaftshause» Versammlung der Betrilb»rSt» aller Branchen. Berantw. wr den redakt. Teil: Dr. Werne» Peiter, Charlottenbura: für An» zeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag Barwärt». Verlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: »orwärt».Buchdruckerei u.B»rlag»anstaIt Paul Singer u. Co.. Berlin. Lindenstr. I, Hierzu zwei Beilage»»»d Unterhaltuug»beil»g»„Helmwelk". Wnganebna Nachmittag»- an» tzldaadstondea verdringt man im Aaste» Zletka sFriebrlchstratz» 59/00, Sit Leipziger Elratze). wo»arzllgitche Fitnlllee aller Ar» niit einem»«iaapragromm die Deiucher aueaezeichnet unlerholien. Im Billard-Turnieriaal finden täglich ad 8 Uhr nachmittag» ununterbrochen Billard-Meifter-Wettlämpf« mit Wetten- Anna h m» statt__ Formamlnt-Tabletten varnlchlan dl* Bakt»ii»n In Mund und Rachan und gawihrcn Schutz vor Ansteckung Hiwi+irol äAfiolhtkm�Dngentn erhälirdk Konfum-Genossenfchaft Berlin u.Umgegend ü g e t r a g e n e Genossenschaft mit beschrckntter Haftpflicht ' V•'Sa*. M'33$ llntergrunbbahnverblndung: Knie, Dllhelmplah* Straßenbahnverbinbung: 64, 90, 164, XP, Q,% W Nr. 541 ♦ 5S. Iahrgaag 1. Seilage des Vorwärts Mttrvoch. 16. November 1921 Ms üer hunöertMafl z. b. v Mitzhandlungsprozetz gegen acht Schnpobeamte. Vor dem Landgericht II Berlin(Strafkammer 4 unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Friedmann) hatten acht Schupobeamic von der in der Charlottenburger Schlotzkasern« unter- gebrachten Hundertschaft zur besonderen Verwen- " nJL� n>e9cn Mißhandlung eines Sistierten bzw. wegen Duldung der Mißhandlung und wegen Beleidigung zu verantworten. An- geklagt waren die Wachtmeister Adolf S ch l u t t e, Artur Martin. Hermann Meyer, Friedrich Grunewald, Hans Zimmer. Paul Hahn, Heinrich Adrian, Eduard K I e n e r t. Hauptwacht- meister Meyer, der als diensttuender Vorgesetzter die Mißhandlung zugelassen haben soll, wurde aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Er ist in die Affäre der Ermordung des Wachtmeisters Buchholz von der Hundertschaft z. b. V. verwickelt. Als Nebenkläger ist zugelassen der jetzt 21 jährige Kaufmann Rob. Dickfach aus Charlottenburg, der in der Nacht des 2. Februar 1S21 das Opfer der Mißhandlung war. Dickfoch sah damals auf der Straße den Wachtmeister Schlutte in einem tällichen Streit mit seiner Braut, warf in Erregung über Echluttes Verhalten ein paar Zurufe hinüber und wurde darauf von Schlutte zur Wache gebracht. Dort wurde Dickfach nach seiner Ber- nehmung in ein abgelegenes Zimmer geführt, in gemeinster Weise beschimpft und dann von einer größeren Zahl Schupobeamten m i t einem Stock, mit G u mm i kn ü v p e ln und mit zu» jammengedrehten nassen Handtüchern schwer miß- handelt. Dickfoch erstattete Anzeige beim PolizeiprSstdium und bei der Staatsanwaltschaft. Das Kommando der Schupo leitete«ine Untersuchung ein, bei der nichts herauskam. Die Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft führte zu dem Ergebnis, daß Anklage gegen die acht genannten Personen erhoben wurde. Wir haben von dem Prozeß, der am Sonnabend begann, leider erst am Montagabend erfahren, so daß wir nur über die Verhandlung vom Dienstag bc» richten können. Die Angeklagten bestritten ihre Schuld mit alleiniger Aus» nahm« Grunewalds, der aber auch nur zugab, mit einem Handtuch geschlagen zu haben. Schlutte behauptet«, Dicksach habe ihn mit einem Schlüssel am Auge verletzt, Dickfach aber bekundete, er habe gegen einen Angriff einen Abwehrhieb mit der Faust geführt. Nach Anficht der Anklagebehörde hat es sich bei den Vorgängen auf der Wache um eine planmäßige Mißhandlung gehandelt, zu welchem Zweck Dickfach tn das abgelegene Zimmer geführt worden sei. Die als Zeuge vernommenen Schupobeamten erklärten größtenteils, sich an die Vorgänge tn der Polizetstube nicht mehr genau erinnern zu können, die Namen der Beteiligten nicht mehr zu wissen oder bei Beginn der Prügelei das Zimmer verlassen zu haben. Einer der Angeklagten, der damals in dem Zimmer schlief und von dem Lärm aufwachte, will sich wieder hingelegt haben und nichts weiter wisien. Gestern wurde der vielgenannte Kommandeur der Hundertschaft z. b. V, der Hauptmann Stenne», eidlich vernommen. Kenntnis von der Mißhandlungsaffäre habe er erst durch die Preise erhalten. Im Wachbuch war zwar Dickfach» Sistierung oermerkt, ober natürlich stand darin nichts von dem, was dann folgt«. Das Protokoll, da» mit Dickfach, wie dieser bekundete, aufgenommen und unter dem Zwang der Mißhandlungen von ihm unterschrieben wurde, ist nicht gefunden worden. Stenne» erklärte alle Angeklagten für tüchtige, zum Teil sehr tüch» tige Beamte. Er bestritt den in einem anonymen Brief gegen chn erhobenen Vorwurf, daß er bei einem von der Untersuchung»» kommission de» Schupokommandos in der Kaserne abgehaltenen Lokaltermin den Hauptwachtmeister Meyer weggebracht habe, damit Dickfach ihn nicht au« den Mannschaften herausfinden könnte. Vor- gehalten wurde ihm, daß er während der Gerichtsverhandlung auf dem Flur seinen Leuten gesagt habe, sie sollten nicht» zugeben. Er erklärte, sie nur belehrt zu haben, daß sie sich nicht selber zu bezichtigen brauchen, sondern die Aussag« ver» weigern können. Darüber habe ihn selber erst der Verteidiger be> lehrt. Ein Zeuge, der die Worte des Hauptmann« Stennes zum Teil gehört hatte, blieb dabei, Stennes habe mit einer nach der Saal» tür deutenden Kopfbewegung gesagt:„Nichts zugeben." Di« über diesen Punkt vernommenen Schupobeamten machten verschiedene An» gaben. Einige wußten nichts davon, einer aber bekundete, Stennes habe sie ermahnt, sich so zu benehmen, daß sie„die Uniform nicht blamieren". Staatsanwalt Dr. G r ö s ch n e r beantragte für Hahn, Adrian und Kienert die Freisprechung, dagegen hielt er die übrigen An» geklagten für überführt. Er geißelte das„falsche Kamerad- s ch a f t s g e f ü h l", das mehrere der als Zeugen vernommenen Schupobeamten zu falschen Aussagen oerleitet habe und beantragte gegen Schlutte 4 Monate Gefängnis, Martin 1 Jahr 2 Wochen Ge» fängnis, Meyer 1 Jahr 4 Monate Gefängnis, Grunewald und Zimmer je 3 Monate Gefängnis, außerdem gegen Martin und Meyer auf 3 Jahre die Aberkennung der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter. Rechtsanwalt G a l l i n e r als Vertreter des Nebenklägers betonte die Planmäßigkeit der Mißhandlung und die Unwabrhaftig- keit mehrerer Zeugen. Der Verteidiger Rechtsanwalt II n g« r empfahl milde Bestrafung des geständigen Grunewald und forderte Freisprechung für alle anderen Angeklagten. Das Gericht bezweifelte nicht Dickfachs guten Glauben, hiett aber sein? Beobachtungen infolge begreiflicher Erregung für nicht in allen Punkten sicher. Freigesprochen wurden außer Hahn, Adrian und Kienert noch Zimmer und auch Schlutte, desien Zusammenstoß mit Dickfach als nicht aufgeklärt anzusehen sei. Martin wurde nur wegen Beleidigung(durch Duzen) zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt. Grunewald erhielt wegen eingestandener Äeteiligung an der Mißhandlung 3 Monate Ge» fängnis. Die hervorragende Rolle Meyers bei dem Miß- handlungsatt wurde mit 1 Jahr 3 Monate 1 Woche Ge- fängnis geahndet, auch wurde auf Aberkennung der Fähigkeit zur Amtsbekleidung für 3 Jahre erkannt. Er habe, sagte der Vor» sitzende, durch seine überaus rohe Handlungsweise und dadurch, daß er als diensttuender Hauptwachtmeister den Mißhandelten dürch An- drohung neuer Mißhandlungen zur Unterzeichnung de» Protokoll« gezwungen habe, das Ansehen der Schutzpolizei schwer gefährdet._ Hilfe für die Minderbemittelten. Neun Millionen Mark für Erwerbslosenunterstützuugen. Die Dezernenten des Wohlfahrtsamtes und der Erwerbslosen- fürsorge traten heute zu einer Besprechung beim Stadtkämmerer Dr. k a r d I n g zusammen. Es wurde befchlosien, noch am Donners- tag einen Magisiratsbefchluß herbeizuführen, um der Not der Emp- fänger von laufenden öffentlichen Unlerstühnngen, der Sozialrentner und der erwerbslosen Unterslühungsempsänger abzuhelfen. E» ist in Aussicht genommen, in einzelnen Beträgen an jeden Unter stühungs- empfänger fünfzig Mark, an die Frauen der llnlerstühungs- empfänger ebenfalls fünfzig Mark und für jede» Sind dreißig Mark zu zahlen. Die Auszahlung soll sofort nach Bewilligung schon in den nächsten Tagen erfolgen. Zm ganzen sind für diese» Hilfswerk nenn Millionen Mark ausgekvorfen. 4 150 000 Mark zur MilchverbMigung. VI« Stadt gewährt bekanntlich bei wirtschaftlicher Notlag« für Schwangere(3 Monate vor der Entbindung bi» zur Entbindung) und für Sinder bi» zum vollendeten 2. Lebensjahre einen Milchzeldzuschuß von tägllch 30 Pf. bzw. 45 ps. Seil dem 1. März hat die Stadtver- ordnetenversammlung 2 850 000 M. bewilligt, die inzwischen veraus- gabt sind, wegen der Bewilligung der Mittel bis zum 1. Oktober 1821 ist der Stadtverordnetenversammlung bereits eine Vorloge über fechshundertlausend Mark zugegangen. Zur Durchführung der Milchverbilligung bis zum 31. März 1822 hat der Magistrat de- schlössen, den ausreichend erscheinenden Betrag von weiteren sechs- hunderttausend Mark bereitzustellen und der Stadtverordnetenver- sammlung eine entsprechende Vorlage eingereicht. Damit würden die städlischerselt» für die Milchverbilligung in»gefaml zur Verfügung gestellten bzw. zu stellenden Mittel die höhe von 4 150 000 M. für das Jahr 1921/22 erreichen. Vom 1. April 1922 ab werden übrigens die Geschäfte der Milch- oerbilligung auf die Bezirke übergehen, die anch die Mittel durch ihre Etat» anfordern werden. LebeuSmittelplünderungen in Neukölln. , Zu schweren Ausschreitungen ist es gestern vormittag ln Neukölln gekommen, wo von arbeitslosen Männern und Frauen eine Anzahl Lebensmittelgeschäste ausgeraubt wurden. Die BS.-Korrespondenz verbreitet darüber folgende Einzelheiten: Die ersten Ausschreitungen begannen kurz vor 11 Uhr in der H e rr f urt h sl r a ß e, wo ein Trupp von etwa 150 Männern und Frauen geschlossen anmarschierte. Unter lautem Schreien und Rufen machte die Menge Miene, in die Filiale der Konsum» genossenschaft Berlin und Umgegend einzudringen, konnte jedoch das Vorhaben nichr ausführen, da das Personal schnell ent» schlösse» die eisernen Rolläden herunterließ. Dafür drang die Menge in das Lebensmittelgeschäft von Gebr. M u t h, das auf der anderen Seite der Straße liegt, ein. Die Verkäuferinnen standen dem Treiben der Frauen und Männer vollkommen machtlos gegenüber und flüchteten. Die Menge packte Butter, Margarine. Käse usw. in Körbe und Taschen ein, zum Teil wurden die Kisten mst Margarine, Ciern usw. selbst geraubt. Kurze Zeit daraus drang ein Trupp von etwa 300 Personen in die Verkaufsräume der Neuköllner Großhandelsgesell- s ch a f t in der S t e i n m e tz st r a ß e ein und plünderte auch hier den Laden vollständig aus. Die Verkäufer flüchteten, nachdem sie die Polizei benachrichtigt hatten. Auch in diesem Geschäft wurden die Lebensmittel iast vollständig geplündert. Ebenso er» ging es in der B e r g st r a ß e der Butterhandlung„Zu den drei Sternen", wo man anfangs dem Treiben der Arbeitslosen Widerstand entgegenzusetzen suchte. Die Menge zertrümmerte jedoch die großen Fensterscheiben und drang unter Drohungen in das Ge- schäftslokal ein. Erst als polizeiliche Verstärkungen herankamen, zer- streute sich die plündernde Menge, die inzwischen den Laden aus- geraubt hatte. Gegen 3i12 Uhr wurden mehrere Lebensmittel- gefchäfte in der Nogatstraße ausgeraubt, ohne daß es der Polizei gelang, gegen das Treiben der an zahlreichen Stellen plötzlich auftouckenden Trupps einzuschreiten. Die Plünderer be- yaupteten, daß sie arbeitslos seien und heute keine Er- werbslosenunterstützunq erhalten hätten. Ans diesem Grunde müßten sie zur Selbsthilfe greifen. Infolge der be- deutlichen �Zorgfcige haben zahlreiche Geschäfte in Neukölln, vor allem die Mutter- und Nahrungsmittelgeschäfte geschlossen. Zu weiteren Exzessen Ist es Im Lauf des gestrigen Tages jedoch weder in Neukölln noch in anderen Gegenden Berlins gekommen. An die besonneren Teile der Bevölkerung muß aber die Bitte er- gehen, sich durch die allgemeine Not nicht zu Unklugheiten hinreißen zu lassen, die, abgesehen von den strafrechtlichen Folgen, denen der Einzeln« sich im Falle seiner Festnahme gar nicht entziehen kann, prakttsch nur den Erfolg Häven können, daß die Geschäftsleute ihre Läden geschlossen halten, wodurch die Not nur noch gesteigert wird. Noch kein �nde Im Reigenprozeß. Urteilsverkündung erst Freitag früh. In dem weiteren Verlauf seiner Gutachterrede sagt Dr. Osborn, er müsse Einspruch dagegen erheben, daß hier von dem.Literaten» wm" und dessen Ansichten über die Kunst gesprochen worden ist. Die Heiligkeit der Kunst liege dem Literaten ebenso am Herzen wie dem Prof. Brunner und seinen Leuten. Es handle sich hier um ein wirNiches Kunstwerk, das man nicht durch Worte wie„un- züchtig" und„zotenhaft" beleidigen oder durch Parallelen mit Kino- werken herabsetzen darf.-Mögen viele in den„Reigen" gegangen fein, um sich sexuell aufzuregen, am Schlüsse dürften sie dennoch nachdenklicher geworden sein. Schließlich sei gefragt worden, ob es opportun erscheine, ein solches Stück in der heutigen Zeit, wo das Volk sittlich krank sei, aufzuführen. Es sei ja bekannt, daß tn allen Zeitperioden Klageweiber männlichen Geschlechts durch die Lande ziehen und über die Zunahme der Unsittlichkeit klagen. Jeder hält immer die Zeit, in der er lebt, für die unsittlichste. Unsere Zeit sei durchaus nicht so leichtsinnig und frivol, wie hier zu schildern versucht wurde. Nie waren die Universitäten so voll wie jetzt, überall herrscht geistige Arbeit und Spannkraft. Wir leben in einer Zeit, wo sich Neues entwickelt und vorbereitet. In einem Schlußgutachten bezeichnet der Sachverständige Dr. Alfted K e r r den Professor Dronuer al» einen»fanatischen Dilettanten" und einen„gutgläubigen Schädling". Auf da» Ersuchen des Vorsitzenden, derartige Bemerkungen besser zu unterlassen, erklärt Alfred Kerr, daß er damit auch den Anftohnehmer bzw. denjenigen, der andere veranlaßt hat, Anstoß zu nehmen sowie die Stinkbomben-Ethiker ebenfalls meine. Wenn 65] Fräulein. von Paul Enderling. Ein tiefer Groll gegen sie überkam ihn. Auch sie glaubte nicht an ihn. Warum wich sie ihm aus, wenn er zu ihr kam? Warum erschrak sie, wenn er zu ihr sprach? Er meinte es doch nicht böse mit ihr. Warum liebte.,. sie... ihn... nicht? Heute wollte er sie fragen und in ihre Hände die Wag- schale legen. Vielleicht würde noch alles gut. Sein Leben lag in Trümmern, ja, aber ihr Dasein war das Mondlicht, das darüber schien. Wehe, wenn es dunkel wurde! Er schlug die Hände vor das Gesicht. Plötzlich hörte er Stimmen neben sich. Er hatte sie eigentlich schon längere Zeit gehört; erst jetzt war er sich ihrer bewußt geworden. Es waren bekannte Stimmen. Sprach da nicht Lothar und nun Thea? Warum sprachen sie nur so erregt? Verwirrt blickte er um sich. Die Schwester und der Freund standen dicht an dem ver- schnörkelten Pfeiler, der die Kanzel trug. Er wollte sich er- heben und sie begrüßen, aber etwas hielt ihn zurück und gab ihm nicht die Kraft zum Aufstehen. Und nun sagte Lothar:„Es wäre doch besser gewesen, dein Verlobter wäre mitgekommen." „Nein, nein." sagte Thea leidenschaftlich.„So ist es besser. Was sollte er hier? Siehst du das nicht ein? Siehst du nicht, daß es so sein mußte, daß er nicht abtonnte?" „Ruhig. Thea, ruhig!" „Nein, ich kann nicht ruhig sein. Das ist mehr, als man von einem Menschen verlangen kann." Hermann hörte erregt zu. Was war seiner Schwester? Litt sie auch— sie auch? Waren sie alle zum Leiden ver- urteilt? Er hatte sich so lange nicht um Thea gekümmert. Jetzt tat es ihm leid. Wie ftemd gingen sie doch olle neben- einander her... „Ich liebe dich doch, Lothar." sagte Thea schluchzend,„du weißt es doch. Wie kannst du mich nur so leiden lassen!" „Ich hätte es dir gern erspart. Aber—" Sie bettelte:„Ich will ja nicht viel: ich will ihn ja auch Ich heiraten, ich will ihn nicht auch noch unglücklich machen bin auch viel zu schwach dazu, um mich loszureißen."" „Was willst du dann, Thea?" „Lothar! Gib mir eine Stunde, daß ich froh fein kann mein Leben lang. Du hast mich doch einmal geküßt vor Iahren. Also mußt du mich doch einmal geliebt haben" „Das ist lange her. Thea. Es ist viel dazwischen ge- kommen." „Ja, ich weiß, ich weiß. Ich bin ja schuld. Ich weiß auch nicht, wo ich die Zeit über gewesen bin. Mir ist alles so unbegreiflich, daß ich nach dir... nach dir.." Nun weinte sie. daß man ihre Worte nicht mehr hörte. „Still, Thea, nicht weinen! Ich bitte dich." „Ach. es ist ja alles gleich... Weißt du. daß ich zu dir flüchten wollte, kurz nach dieser Verlobung?" „Thea!" „Ich war schon auf dem Bahnhof und war fertig mit allem. So liebe ich dich. Was hättest du getan, Lothar, wenn ich gekommen wäre?" „Ich hätte dich wieder zurückbringen müssen, Thea." „Du liebst mich also nicht? Gar nicht?.,, Laß mich doch nicht betteln, Lothar!" Hermann schämte sich für seine Schwester und empörte sich über sie. Warum demütigte sie sich so? Und war sie denn toll, daß sie sich hier so bloßstellte? Jeden Augenblick konnten die Besucher näherkommen, und ein Fremder konnte von der Straße eintreten. Die Tür war ja ossen. Wollte sie sich bloß- stellen? Er mußt« dazwischentreten. „Ich kann nicht anders, Thea," sagte Lothar. Sein« Stimme klang erttst und verhalten, aber nicht hart. „Du liebst?" „Ja." „Wen?" Er zögerte. „Ich weiß." Ihre Stimme steigerte sich fast �bis zum Schreien.„Fräulein liebst du. Ihr sab ich es längst an. Aber du— kannst du sie wirklich lieben? Ich glaube es nicht." „Ich schwöre es dir. Du siebst nun—" Sie antwortete nicht mehr, sondern lief von ihm weg bis zu der kleinen dunklen Kapelle, die zwischen den Strebe- pfeilern eingebaut war. Hermann sah, wie sie ihren Kopf an das Holzgitter preßte. Er stand auf. Aber er ging nicht zu ihr. Er blieb an dem Tisch stehen, der auf samtener Decke die Bibel trug. Lothar— Fräulein-- mit einem Male sah er alles ganz deutlich. Alles war klar und so natürlich. Der Brief damals, der ihn bei Lothar so erregt hatte, rar von ihr. Schon da- mals hatten sie einander geschrieben, schon damals. Und er hatte geträumt und gehofft und gewartet. Nun mußte etwas geschehen, etwas Unerhörtes, Unbegreif- liches. Die Pfeiler mußten sich biegen und das Gewölbe her- abziehen und alles begraben, alles. Der Sturmwind mußt« durch die Orgel brausen, daß sie ihren letzten Choral sang. Die Grabladen mußten sich öffnen und die Toten hervorsteigen lassen— Tod und Auferstehung-- Aber nichts geschah. nichts. Die Gewölbe standen fest und warfen hin und wieder den Ton von Menschenstimmen zurück. Auf den steinernen Grabplatten klang der rasche Schritt eines Menschen. Drüben an der kleinen Kapelle stand Lothar noch immer bei Thea und sprach auf sie ein, tröstend, beruhigend. In diesem Augenblick legte sich eine Hand auf Hermanns Schulter. Er fuhr herum. Fräulein stand vor ihm. Sie strahlte und lachte.„Hier treffe ich Sie also doch?" Sie sah in sein durchwühltes Gesicht. „Was ist Ihnen?" Sie folgte seinen Blicken und erblaßte. Lothar war da. und Thea war bei ihm. Und nun... nun... streichelte er sie zärtlich, und sie sah seinen Kopf sich zu ihr neigen.„Was ist das? träume ich?" Der Spuk der alten Kirche, die Träume und Phantasien, die in den alten Hallen Heimat hatten, ver- wirrten sie wohl. Sie faßte Hermanns Hand. Dort— dort! „Kommen Sie," sagte sie endlich. Mechanisch folgte er ihr. Lothar drehte sich um und sah die beiden. Sofort ließ er Thea und ging auf sie zu. Fraulein zerrte an Hermanns Hand und zog ihn mit sich. „Kommen Sie," sagte sie leise und eindringlich. Nun stand Lothar hinter ihr.„Wollen Sie fort, Fräu- lein?" Wie glücklich sein Gesicht ist— durchfuhr es Hermann — wie glücksicher. Früulein drehte sich um.„Ja. Ich will," sagte sie hart. Ich will Sie nicht mehr sehen. Nein, ich will nicht." .(Forts, folgt,) «f gestattet sei, möchte er über den ersten Nnstoßnehmer. cherrn Schlaitjer, unter seinem Eide gern nähere Angaben machen. Da» Gericht lehnt dies ab. Das Plädoyer des Staatsanwalts. Nach einer längeren Mittagspause nimmt Staatsanwaltschafts. rat v. B r a d t k e das Wort zu seinem Plädoyer und führt u. a. aus: Auf die langen ethischen, moralischen und künstlerischen Er- örterungen, die hier in den letzten Tagen stattgefunden haben, wolle er nicht nochmals eingehen. Die Anklage sei erhoben wegen Er» regung öffentlichen Aergernisses Zur Anklag« stehe nur die Auf» führung. Was in dem Schnitzlerschen Buch steht, stehe nicht zur Verhandlung. Bei der Erörterung des öffentlichen Aergernisses ist es nicht von ausschlaggebender Bedeutung, ob das W'rk ein Kunst- werk ist oder nicht. Er erkenne an, daß das in Frage stehende Werk ein Kunstwerk ist, aber auch ein solches kann unzüchtig sein. U n» züchtig ist, was dem normalen Menschen gegen. über schamverletzend wirkt. Dies ist bei der Auf. führung des Schnitzlerschen Stückes zu bejahen. Die Form kann nicht das allein Entscheidende sein, es kommt darauf an, welche Stellung das Theaterpublikum dem Inhalt gegenüber einnimmt. Die große Masse geht nicht ins Theater, um den Dichter und seln Werk zu.kritisieren, sondern um sich zu er- bauen oder zu bei, stigen usw. Dem Publikum stellt sich das Werk als ein unzüchtiges dar, dmn es stellt sich dar als ein solches, dem es lediglich auf Beischlafsvollziehung ankomme. Der Staatsanwalt beantragte am Schluß seiner Rede gegen die Angeklagter Direktor S l a d e k und Frau E y s o l d t 0 e- fängnis st rasen von je vier Monaten, gegen die übri- gen Angeklagten je drei Wochen Gefängnis sowie Freisprechung des Angeklagten Reusch. Die Urteilsverkündung wurde aus Freitag früh festgesetzt._ Oer �gefühlvolle� NörSer. In Nr. 447 und 443 des„Vorwärts" vom 22. und 23. Sep- tember war über die Aufklärung des Raubmordes an dem Kunsthändler Neißer aus der Steglitzer Str. 23 ein- gehend berichtet worden. Donach hatten auf Anstiften und unter Mithilfe einer der Kriminalpolizei gut bekannten Frau S p a n t e r «in gewisser P a s s a r g e mit seinem Spießgesellen Heinrich Selz er den Kunsthändler bei einem fingierten Teppichkauf er- mordet. Bei den ständigen Vernehmungen der Verhafteten hat nun Passarge plötzlich sein ursprüngliches Geständnis widerrufen und dahin berichttgt, daß Frau Spanler an diesem Mord nicht beteiligt gewesen hei. Kurze Zeit darauf aber belouptete er, diesen Widerruf nur in emer„Ge- f ü h l s a u f w a l l u n g" gemacht zu haben und hielt nunmehr fein er st es Geständnis wieder aufrecht. Wie gemeldet wird, ist Frau Spanier infolge der Aufregungen seelisch zu- fammengebrochen und soll mehrfach Selbstmord- gedanken geäußert haben. Ihr Verteidiger hat daher den Antrag auf Haftentlassung gestellt. Das„Aergeruis" auf dem Friedhofe. Einen interessanten Beitrag zur Psychologie der Kinderaussagen lieferte ein recht ungewöhnlicher Fall, der das Schöffengericht Eharlottenburg beschäftigte. Wegen Erregung öffentlichen Aergernisses war der Lagerist Karl B. angeklagt. Der Angeklagte hatte sein fünfjähriges Töchterchen durch den Tod verloren und befand sich eines Tage« um das Grab zu pflegen, auf dem Friedhof in Westend. Beim Verlassen des Friedhofs wurde er vom Inspektor und einem Polizeibeamten f e st g e N o in m e n, und zwar auf die Beschuldigung «ines 14jährigen Mädchens hin, das behauptete, daß er urch eine unzüchtige Handlung Aergernls erregt habe. Da das HHdche» trotz Vorhaltungen bei dieser ungeheuerlichen Beschuldi- aung blieb und verschiedene Zeugen die sonstige Wahrheitsliebe des Mädchens bestätigten, wurde gegen B. Anklage erhoben. Vor Ge- richi machte Rechtsanwalt Harry P i n c u s geltend, daß der Ge- danke, daß sich ein Mensch an geweihter Stätte derartig oergehen könne, ein so ungeheuerlicher sei, daß ganz ander« Beweist vor- liegen müßten als das unvereidigte Zeugnis eine» 14jährigen Mädchens. Es sei eine bekannte Erscheinung, daß gerade Mädchen im Pubertätsalter die tollsten und völlig aus der Luft gegriffenen Erzählungen über sexuell« Dinge machen. Das Gericht schloß sich diesen Ausführungen »oll an und erkannte auf Freisprechung. Veränderungen bei der Berufsvormundschaft. Mit der Dezentralisation des bisherigen Vormundschaftsamtes der Stadt Berlin Landsberger Straße 43/47, wird demnächst be- gönnen. Zunächst wird die Berufsoormundschaft über zirka IVOllO Mündel an öle Bezirksämter II, IV und V abgegeben. Wegen der dadurch notwendig werdenden Umzüge bleibt das Amt von Dienstag, den 8., bis Sonnabend, den 12. November, für den Verkehr mit dem Publikum geschlossen. Die Berufsoormundschaft wird bei oen genannten Bezirksämtern am Montag, den 14. November eröffnet. Es haben von dann ab ihren Diensisitz beim Bezirksamt II, Alt- Moabit 39, die Bcrufsvormündcr Hagemann, Usadel, Dr. Samues- sen,� Dr. Friedländer, Georg Müller II, beim Bezirksamt IV, Schönhauser Allee 19/11, die Berufsoormünder Schulz, Schiele, Dittmann, beim Bezirksamt V. Markusstr. 49. die Berufsvor- münder Schubbel. Cronshaaen, Molkewitz und Dr. Aslfalk. Die Sprechstunden bleiben auch in den neuen Dienststellen am Montag und Donnerstag von 9)4 bis 2 Uhr. Eingaben sind stets an die neuen Dienststellen der genannten Berufsvormünder zu richten, ohne Rücksicht darauf, ob die Mündel sich im Bezirke aufhallen oder nicht. Wichtig für Osipreußenreisende. Die Oeffnung verschiedener Wege durch den Korridor nach Ostpreußen hat zu Weiterungen mit polnischen Eisenbahnbediensteten geführt. Die Polen verlangen Fährkarten, die nur über die Strecke gelten, die der Reisende benutzt. Daher müssen die Reisenden nach Ostpreußen bei der Lösung der Karten nngeben, welche Strecke(Könitz— Marienburg oder Schneide- mühl— Thorn) sie zu benutzen gedenken. Ferner sind für die Zoll- und Paßnachschau in den v-Zügsn im polnischen Korridor zwischen Berlin und Osi preußen über Stolp neue Bestimmungen getroffen worden. Die Prüfung findet während der Fahrt zwischen Groß- Boschpol und Stolp oder umgekehrt statt, für Lauenburg daselbst. In Groß-Boschpol dürfen die Durchqanasreisenden die Wagen nicht ver- lassen. Der Speisewagen kann während der Prüfung nicht benutzt werden. Handgepäck und Pässe werden in den Abteilen nachgesehen: die Reisenden müssen sich hierzu in ihrem Abteil aufhalten und das Oeffnen des Gepäcks vorbereiten. Dann wird das Gepäck im Ge- päckwagen zollamtlich in Gegenwart der Reisenden abgefertigt. Ein kunstabend al, Gedächtnisfeier der Revolution findet für die Jugendabteilung de? Zentrolverbnnde» der Angestellten am Mittwoch, den 19. November, abend? 7 Uhr, in der Aula des Kvlluischen Gymnasiums. Inielstr. 3 5 statt. Karten zu 1 M. sind an der Abendkasse-u haben. Ter Nerlinrr Bolks-Cdor(Diilaen! Dr. Trnlt Zanders veranbaltel in diesem Winlcr für alle sinnenden Milglleder unentgelllich? Unterrichts- kurse in der Noleniehre, Slimwblldung und im Vemblattsingen. Der Unterricht wird von sfrl. Lea,)>rl Pfefser. Herrn Habung, Herrn Rahrbach und Herrn Pros. Rolle erleilt und findei jeden jfreitag abend von S bis 10 Uhr im Andr eaS-Realgymnalinni Kovventtr. 78. vom 18. November an statt. Neueintreicnde Milglieder lMünncr und Fiaueni mit guter Zlimme werden tm November auch, ohne Notenkennlnisst ausgenommen und können noch an den Kurien teilnehmen. Di« Aufnahme findet w den Chor proben FrcilagS von 7 bis 9 Uhr in der Aula des Gymnasium» statt. Der Mona!»- veit rag beträgt eine Mark. Zuhörende Mitglieder werden jederzeit ausge- nommen. »Die Schöpfung�', Oratorium von Iosei Haydn. wird heute(Bußtag) als Veranstaltung de« Akademischen Chors ,m Berliner Konzertdaus, Maucrstr. 82, ansaeühit. Milwirkende: Johanne Behrend, Ludwig Heg, CornebS BronSgeelt, Blülhncr-Orchestcr und Akademischer Chor. Eharlottenburg(Bezirk 7). Aus vielseitlgen Wunsch»eranslaltet die Arbeitsgemeinschaft der SPD.-Elternbciräte Cbarloltenburgs morgen (Donnerstag), den 17. November, in der Schulaula der Siemens- Oberrealschule. Schloßstr. 27(am Sophic-Cbarlotle-Platz) sür die Gemeinde- Ichüler und-ichülcriimen zwei Jugendvorslellungen des vom BiidungS« ausschuß Krosi-Berlin tünsllerisch geleiteten Marionettentheaters mit auScrwäbltem Programm. Erlte Vorstellung:»Prinz Lilienweiß und Prinzessin Roscniol von Oianien', Ansang Uhr. Zweile Vorstellung: »Doltor Faust', Ansang 6 Uhr. In beiden Vorstellungen werden die Paulen mit Kwderlirdcrn zur Laute auSgesüllt. Eintrittsgeld 1 M., für Erwachsene 2 M. am Eingang der Schulaula. Ter Triiimpb-Palaft tn der Oranieustrahe eröffnete am Montag- abend unter neuer Direltion und Regie sein Varielö. Mit Erfolg Hot sich die Direktion um das Engagement guter Spezialitäten bemüht. Der Tanz ist reichlich vertreten. Alice Lohr mann brilliert in einem schneidigen Iockcilanz. Die Eleganz männlicher Kraft und Schönheit findet in den W e i s o n S- Rtngwrnern sympathische Vertreter, die Schwergewichts-Wucht in den beiden Romanos. Der Gleichgewichtsatt der A I e r o s an rotierender Leiter bringt ein neues Spannungsmoment. Kurt Roda vertritt wirkungsvoll den oolkslümlichen, Klein. Schmidt noch erfolg- reicher den grotesken Hnmor. Wiener Slimmung vermittelt die üppige Lea Florenz. Das Orchester unter Dirt van Erp spielt mit Hin- gäbe und gutem Können. Das Stieben der Direktion geht offenbar dabin, der Bevölkerung des inneren Süden» und Südostens zu mäßigen Preisen gute Varietölunst zu bieten. Ein solche» Vorhaben ist anerkennenswert. TaS Scala-Barietö bleibt laut MitteUung der Direltion am heutigen Bußtag geschloffen. Sroß-Serliner partelnachrichten. Heute, Mittwoch, den Ib. Rovember: »o.»»d»l. Abt. ReulSll». 6 Uhr lm tzdral-iiasino, weichlelstr. 8. Mitgliederversammlung der 9«. Ko»sumginosse»schaslavertausoslell«. Weserstrahe. 188. Abt. Serm-dois. 8 Uhr Mitgliedcrverlammlung bei Böttcher, Waldsee-, Ecke Berliner Chaussee. Thema:„Die«oalitünroregierung in Preußen". Referent Arthur Häußler. Zungsozialislrn. Gruppe Lichtenberg! Besuch der Etngatademl». Treffpunkt %6 Uhr Bahnhof Erialau.Rummcleburg. Morgen. Donnerstag, den 17. November: «. fteel« Prenzlauer Zoe. 7Va Uhr in bei Bihow-Brauerei, Prenzlauer Allee, Krei-miialieder»,-sammlung. Thema,„Rcaierung.bildung in Preußen". Rcscrcnt Abgeordneter Gehrmano, M. b. L. 18. Kreis Weißensee. Uhr»reis-nitglieberoersammluna im Berliner Hos, Antonoloß. Thema,„Regierung-bsildung". Referent Peter». Hochdonn. M. d. L.. z».«bt. tsriihc- 8.) Uhr Mitgllederoerfammlung In de» Siiume» der Zuriftische» Sprechstunde, Lindenstr. Z. Thema:„Die große Koalition". Referent Stamer, M. d. L._,' ttt. Abt. Spandau. Tn Uhr Mitgliederversammlung in de» Metropol- Säle», Schänwaldee Str.»«,»». Reserent«mit«ehmana. 88, Abt. Trmpeihos. 7%.......... schule Stic Werber- und runa»bi!dung und Koalii......,..... 108. Abt. göprnick Ossentlich« Persammlung 7% Uhr im große» Saal des Stadttheater». Thema,..Sozialdemokratie und Teuerllng". Reserent Hauschilb-ftafiel. Li. d.& 77. Ab dorfstr. 3. Äcci» Zriedrichshaia. Arbitten»ohlsahrt,au»sch»ß! 7 Uhr Sitzung bei Schuckert, Rlldcrsdorfer Str. 8. Nur Wohlfahrtsausschußmltglieder. 41. Abt. lfrllher 8.). 7Vi Uhr Sitzung sämtlicher Funktionäre und Elternbei- räte bei Schul«, Mariendorfer Str. 5. »4.«bt. Sharlotteuburg. 7>4 Uhr im Birnbaum. Galvanistr. 1», Funktionär- versammluna. 31. Abt. Sharlotteuburg. 7M Uhr Funktlonärfftzung bei Bohne, Echloßstr. 43. Erscheinen aller Funktionäre unbedingt erforderlich. t. Schöuebcrg. 8 Uhr ftahlabend in folgenden Lokalen: Mild«, Sollen. Folger, Knffhauserstr. 18; Wittkowski, Marlin-Liither-Str. 78; Udlt Nacnr., Martin-Lulher-Str. 69; 93 inte, Wariburgstr. 7. 89. Abt. Neukölln. 7ü Uhr Abieilungsuersammlung in der„sklouse", Bllrk- nersirahe 14. Thema:„Politik". Reserent Genosse Buchwitz, M. b. L. 104. Abt. Nicderschöaewcide. Vsh Uhr Sitzung de» kommunalen Ausschüsse» im Zeickiensaal der Gemeindeschule Berliner Str. 81. Genosse Birnbaum gibt da» einleitende Referat. 100.«bt. Ioha»»l»Ihal. 714 Uhr Mitgllederversammluno im Lokal„Wald- kater", Laiser-Wllhelm-Str. 1. Thema:„Da» Dörlitzer Parteiprogramm". Referent Serisch, Bezirtsverordneter. Jnngsozialisten. Gruppe Beiß: 7 Uhr im Jugendheim Chausseestraß«g»dtldung und 5toa!Ittoa". Referent Friedrich Bartel», M. d. L. lleel» Schäneberg-Friebenau. 7M Uhr ltrei»m»ltglleher»erlammlung in der Uhland-Schnle, Kolonnenstr. 22,2Z, Thema,„Die Regte- ruugobitdnng In Preußen". Referent Hermann Lüdemann, M. d. L. 20. llrei» RciniSendorf-v. Ti Uhr strei,mitglieder»«rsammlnng im Realaqmnaftum, Berner Straße. Thema:„R«gieru»g»bild»»g und ttoalilian". Nefereut Abg. Sehrmaaa, M. d. L. 27. Abt. 7M Uhr Clterndeiräteversammlung der 249. und 261. Semeindeschule, Sreifenhagener Str. 5Z/S9. Thema:„Die weltliche Schule". Referent Dr. Ostrowski. 38. Abt. lfrllher 17.). 7 Uhr Funktionärkonferenz bei Murrer, Caprivistr. 8. Säuitliche Funktionäre, Betriebsvertrauensleute, Elternbeiräte und Frauen. aaitationsmitglieder mllssen erscheinen. 48.«bt. lfrllher 18.). 7 Uhr bei Kastan,»ltschiuer Str. 82, Funktionär. konferenz._ ?uyenüveranstaltunyen. Berel» Arbeiter-Zugend. Sekretär tat:«W. 68, Lindenstr. 8, 2. Hof link», 2 Treppen recht». Telephon: Mpl. l2l 08—18, Morgen, Donnerstag, den 17. November: Blankenburg: Jugendheim Schule T-iftstraße, Vortrag:„Erlebnisse in den —---------------------- J'---------"(Bau- .uaendheim Mllnchener Str. 32, Bortrag:„Danton und feine Bedeutung fllr die französische Revolution".— Stralaner Viertel: Jugendheim Schule Raglerfir. 8, Vortrag:„Die Fremden- legion".— Schönhauser Vorstadt l: Jugendheim Sonnenburger Str. 29, Dis- kufsson:„Reichstag".— Strglitz.Friedenau: Jugendheim Offenbacher Str. 5», Vortrag:„Unsere Aufgaben._ Vorträge, vereine und Versammlungen. Reich«»ereinig»ng ehemaliger Kriegsgefangener, E. B.. Bezirksgruppe Sild- wcst. Versammlung mit gemütlichem Beisammenfein am Donnerstaal den 17. d. M.. abends TA Uhr, in Habels Brauerei, Vergmannstr. 5/7, an der Delle-Allianee-Straße. Damen herzlichst willkommen.— Schuhpeiband der Schwerhörigen, S.V. Donnerstag, den 17. November, abends 7A Uhr, in der Neuen Philharmonie. Köpenicher Str. 86, Lichtbildervortrag des Herrn Mietlc: „Eine Wanderung durch Mecklenburg". Eintritt 1,59 M. Vielhörer vorhanden. Gäste willkommen.— Mietctscrcin Berliner Westen.„Brauchen mir Haus- wirle?" lleber dieses Thema spricht am Donnerstag, den l7. November, abends 7A Uhr, in der Aula der Körner. Realschule, Steglitzer Str. 8». der Vorsitzende des M. B. W. Thälc. Freitag, den 18. November, abends 8 Uhr, Mieterrats. Versammlung im Nationalhof, Bvlowltr. 87.— Arbeiter. Samariter-Kolonne Berlin, S.®., Abt. Weißensee. Dannerstag. den 17. November, abends 7 Uhr, in der Schule Rölckcstraße, Extravortrag über..Die Tuberkulose". Eintritt für iedermann frei. Arbeitersport. Arbeiter. Radfabre.innd„Sol �arität", Ortsgruppe Neukölln. Mittwoch, den 16. November, Fahrt ins Blaue. Start l Uhr Richardplatz.— Sonnabend. den 19. November, nach Iabannisthal bei Baiha, Stubenrauchstraße. Start S Uhr Bereinslokal, Emser Sir. 95.— Sonntag, den 20. November, Fahrt ins Uferlose. Start 1 Uhr Vereinzlokal. Weichsclstr. 8. Hallen. Turn» und Sportfest der Freien Tnrnersckast Schöneberg-Beesl» heute nachmittag 2—5 Uhr in der sientralturnhalle, Prinzenstr. 70(Morih. platz). Oeffnung der Hasse fllr Gäste um iztz Uhr.— Mitwirkende um 1 Uhr erschelnen(Nebeueingaug), Wirtschaft Reichswirlschaftsrat und Lebensmittelversorgung. Der Ausschuß des Vorl. Reichswirtschaftsrates für Landwirt» schaft und Ernährung hat nach Besprechungen mit Sachverständigen und Prüfung der gegenwärtigen Verhältnisse tn seiner Sitzung am IS. d. M. einen Beschluß über die Zucker», Kartoffel» und Margarineversorgung gefaßt, in dem u. a. folgendes ausgeführt wird: „Wenn auch eine gewisse Befriedigung darüber berechtigt ist, daß die Zuckerproduktion trotz der ungünstigen Einwirkungen des {>densoertrages und anderer Erschwernisse in steter Zunahme begriffen ist, darf doch nicht verkannt werden, daß wir noch weit vom Stande der B o r kr 1« g s p r o d u k t i o n entfernt sind. Da'Zucker ein hochwertiges Nahrungsmittel tfi, der Zucker- rübenanbau die Kultur anderer Feldsrüchts außerordentlich günstig beeinflußt und Zuckerausfuhren unsere Handels» und Zohlungs- bilanz verbessern würden, erachtet es der Unterausschuß für Er» nährung und Landwirtschaft sür erforderlich, daß alle Mittel ange» des Zucker» wandt werden, mit denen eine schnelle Ausdehnung Zuckerrübenbaues und eine erhebliche Steigerung der Produktion erzielt werden kann." Ueber die Kartosfelerntr wird u. o. folgendes gesagt: „Trotz der im Vergleich mit der Vorkriegszeit recht geringen Kartoffelernte wird es möglich sein, den Bedarf an Speise» kartoffeln zu decken; jedenfalls reicht dazu die E r n t e o u s. Es ist aber nicht zu verkennen, daß der Zusammen» hang zwischen zu geringer Kartoffelernte, Futtermittelschwierig» ketten wegen schlechter Ernte und hohen Preisen ausländischer Futtermittel infolge des schlechten Standes der Valuta sowie relativ hoher Schweinebeslände in einzelnen Gegenden Deutschlands die Karioffeiversorgung erschweren. Kartoffelerzeuger, Kartoffelhändler, Behörden und Derbraucher sollten In einsichis» vollem Zusammenarbeiten bemüht sein, die hier vorhandenen Schwierigkeiten zu beseitigen. Im übrigen ist aber auch hier eine dauernde Behebung der Notstände nur durch Erreichung und Er» hähung der in der Vorkriegszeit üblichen Erntemengen zu erzielen." Die Verhältnisse auf dem Margarinemarkt ließen es dem Ausschuß als unangebracht erscheinen, ins einzelne gehend« Vorschläge zu machen. Die Aussprache ergab, daß die Preisbildung für das sertlge Produkt tm Inland« entscheidend durch die Welt» Marktpreise für die Roh st off« und Halbfabrikate und durch den Stand der deutschen Valuta bestimmt werde. Die amerikanische Daum wolle. Amerika ist das bedeutendste Baumwollproduktlonsland. Vor dem Kriege hat es drei Viertel des gesamten Baumwoll» bedarss der Welt ollein produziert. Namentlich der Süden der Vereinigten Staaten lebt vollkommen von der Baumwollproduktion. Eine schlechte Baumwollernte bedeutet für den Süden ein» Kata» strophe. Seit einigen Iahren sedoch beginnt die amerikanisch« Baumwollproduktion Immer mehr zurückzugehen, obwohl di» Welternte an Baumwolle ungefähr den gleichen Umfang beide» hält. Im Jahre 1908 09 betrug die Weliernte 17.98 Millionen Ballen Baumwolle. Davon lieferten die Vereinigten Staaten 13,49 Millionen Ballen und den Rest die anderen an der Baum» wollproduktion beteiligten Länder. Im Jahre 1N20'21 ergab dio Welternte 17,01 Millionen Ballen, aber der amerikanische Anteil war nur noch 11,21 Millionen Ballen oder zwei Drittel der Welt» Produktion. Seit dem Jahre 1911/12 vermindert sich die Baumwoll» ernte. Gleichzeitig erfolgt« eine Vermehrung des amerika» nischen I n l a n d s v e r b r a u ch e s, so daß also die sür den Ex» pari, für andere Staaten und Industrien verfügbare Menge an Baumwolle kleiner wird. Im Jahre 1908/09 waren(53,fl_Proz. der amerikanischen Baumwollernte für das Ausland verfügbar, im Jahre 1913/14 waren es nur noch S0.8 Proz., dann sank es während der Krlegssahre Insoige des erbäbten Verbrauches für die Kriegs- Wirtschaft teilweise auf unter 38 Proz Im Jahre 1920/21 waren es 83 Proz. oder 10 Proz. weniger als im Jahre 1908/09. Nun ist es aber nicht qesagt, daß die für das Ausland ver» fügbaren Mengen auch tatsächlich an da» Ausland gegangen sind. Durch die dem Frieden und den Friedensverträgen gefolgte Welt» Wirtschaftskrise ist die Textilindustrie zu einem sehr aroßen Teil stillgelegt worden. Amerika selbst hat Infolge des Absatzes seiner Erzeunnisse in Südamerika und In Ostasien den Inlandsver» brauch an Baumwolle steigern können, die anderen Länder da» aegen, insbesondere aber Europa, stecken mitten in der Krise. Die amerikanische Baumwolle liegt wohl in erheblichen Mengen für das Ausland verfügbar da. aber sie kann nicht abgesetzt werden. Bon den 154,2 Millionen Spindeln, die es zurzeit in der Welt gibt, stehen nur 35.4 Millionen in d-n Bereinigten Staaten, in Europa aber 102,6 Millionen. Die europäische Textilindustrie ist durch die Krise außerstande, die hohen Baumwollpreise Amerikas zu be» zahlen. Im Jahre 1919/20 waren die amerikaniieben Baumwoll» preise fast viermal so hoch wie im Jahre 1908 09. Die Ab» iatzstockuna hat dann dazu geführt, daß der Baumwollpreis, der im Vorjahre 35.25 Eenis für dos Pfund betrug, auf 17,95 Cents im Jahre 1919/20 gesunken ist. Neuerdings haben die Baumwovpreis« in Amerika wieder anaezogen und betrugen Ende September 21,3 Cents. Die Derschlechteriing der Kaufkraft Europas Hot dann die Absatzstockung aus dem amerikanischen Baumwollmarki so ver» schärft, daß die Preise um Milte Oktober wieder auf 18!4 Cents ermäßigt werden mußten. Seitdem sind sie abermals gestiegen. Mit etwa 20 Cents stehen sie Ende Oktober auf einer Höhe, die z. B. für Deutschland bei dem schlechten Stand der Mark gar nicht mehr erschwinglich ist._ D« gestrige Stand der Mark war, wie wir bereits kurz be» richteten, gegen vorgestern leicht abgeschwächt. Der Kur» des amerikanischen Dollars stieg von 257 auf 261, 100 holländisch« Gulden erhöhten sich von 8941 auf 9141, 1 Pfund Eierlina von 1009 aus 1038, 100 französische Franken von 1848 auf 1893, 100 Schweizer Franken von 4870 auf 4935 Mark. Der Perkehr mit fremden Zahlungsmitteln war nach anfangs lebhaften Umsätzen b«t höheren Kurjen später gering. Die neue russische Reichsbank. Amtlich wird bekanntgegeben, daß die Mittel der neu errichteten russischen R e! ch s b a n k, die 2000 Milliarden Sawjetrubel betragen, der russischen Wirt» schaft in der Weise dienstbar gemacht werden sollen, daß 6Z>» Prozent ihrer Kapitalien zur Beleihung der staatlichen Unier» nehmungcn, 25 Proz. zur Beleihung der öffentlichen Gesellschaften, Genossenschaften usw. und nur 12% Proz. zur Beleihung von pri» vaten Unternehmern verwandt werden. gk. Gesellschaft für elektrische hoch- und Untergrundbahnen A. 3* Berlin. Die außerordentliche Generalversammlung genehmigte die vorgeschlagene Erhöhung des Aktienkapitals von 80 auf 110 Mill. M. Die neuen Aktien werden den bisherigen Stamm» oktien zum Kurse von 120 Proz. angeboten, daß aus vier alte Aktien eine neue kommt. Da das bisherige Stammaktienkapiiat 60 Will. M. betrug, so sind oou den neuen 30 Mill. M. 15 Mill. M. dafür zu verwenden. 12 Mill. M. werden freihändig verkauft, während die restlichen 3 Mill. M. für besondere Zwecke in Reserve bleiben. Begründet wurde die Kapitalserhöhung durch das A n» steigen aller Preise. Es werden in diesem Geschäftsjahr« die gleichen Ergebnisse erziel! w«rden wie im vorigen, wo 100 M!l- lionen Fahrgäste befördert wurden. Da die Lezüge des Personais erhöht werden müssen, so ist mit einer Tariferhöhung in i aller Kürze zu rechnen. Mus aller Welt. Schweres Eisenbahnunglück. Aus der Sirecke Lünebucg-Wliienberfle stießen DienZiag bor- «titag zwei Güterzüge zusanimen. Ter von Dannenberg kommende Güterzug lief zwischen Hitzacker und Tannenberg auf einen aus enigenengesetzier Richtung kommenden Güterzug mch Bisher wurden Zwei Tote und fünf Verwundete ermittelt. Ter Schaden ist be- trächilich; ein Wagen geriet in Brand. Die Verwundelen sind mittags mit Sonderzug nach Lüneburg geschafft worden. Zur Explosion in der Oel�abrik Dohheim ist weiter zu melden: Cs gelang, die Leiche eines Werkmeisters zu bergen. Die Bergung der übrigen Leichen(fünf bis sechs) wird erst in einigen Tagen er- folgen können. Um lü Uhr 30 Minuten abends explodierte noch ein Benzinbehälter mit haushoher Stichflamme; auch während der Nacht erfolgten noch kleinere Explosionen. Der Brand konnte nur da- durch gelöscht werden, daß die ganze Unfallstelle unter Wasser gesetzt werde. Etwa 40 Menschen sind mehr oder weniger schwer verletzt. Mit denen, die wohl noch ihren Verletzungen erliegen werden, dürfte die Zahl der Toten 42 betragen. Die Besatzungs- truppen beteiligten sich am Rettungswcrk. Dieses wird dadurch er- schwert, daß noch fortwährend Oel fließt. Der Materialschaden ist ganz bedeutend. Oberschleflsche Lohnräuber. Dienstag früh wurden Beamte und Arbeiter, die 370 000 M. Löhnungsgclder nach dem Walzwerk Bismarckhütte trugen, von Räubern überfallen. Ein Be- Schuß verletzt. Die durch die Schießerei alarmierte Gemeinde- m Räuber wurde verhaftet. iBuüiüttd. Beilio SPD 3. Abteilung Am 1l. November 1 verstarb unser Mit- j glced, der Genosse pgul Wülielm ) EhreseinemAndenlen Die Einäscherung I erlolgt am Bonners- I lag, den 17, Nov..nach- | mittags S'/j Uhr, im I Krematorium?aum- I schuienweg, 247 14 I ZaHUeich? Deteili- | gung erwartet Abteilungsleitung. Döiilz«Ii.liIelZ lZidsiiir- mUnd Jerwaitungsst. Beri, Den Mitgliedern zur Nachricht, dah unier Kollege, der Echlosser Arfur Hemann Neulälln, Weifcstr. 7, am 13 November gestorben ist. Die Einäscherung findet am Donners- tag,dent7,Nov.nach- mittags 2 Uhr, im Krematorium Äauni- schulenweg, Klesham- straße, statt. 102/9 Ferner starb unser Kallege. her Dreher tsieli V/egnöl D Reichenbergcr«tr.gL, am 13. November DteBeerdigunsikfindet am Donnerstag, den 17 November, nach- mittag,>,z3 Uhr, vo» der Leichenhalle des Emmauslirchhofes in Neulälln, Hermannstraste, aus statt. Ehre ihremAndenken! Rege Beteiligung er- wartet Die Ortsocrwaltung Bekanntmachung Mpittailieistoe ilirAillerstioiu.iiuigeg. gu der am Dienstag. 0. 29. Nov. er., nachnuttags 5 Uhr. im Restaurant Nascliln in Berlin- Adwrnhof. Le da n st raste 3,4, itail- findenden 13,7 ordentlichen Ausschuftsitzung lade ich hiermit die Der- treler der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber ein Togesordnung: 1. Wahl des Rechnunqs- Ausschusie» f. diePrststlng der Rechnung des laufen- den Jahres. 2, Festsetzung des Bor- anschlage» sstr da» Jahr I9Z2. Z, Betrifft Anlauf de» dem Erholungsheim Nie- der- Echretveihau benaib- barlen unbebaut, lbrund- ftlicks 4. Sonstige Kassenange- legenhesten. Adt-rzHvf.14Nov.lg2l, lstsx U n-ppe, Borflzend, iSelcnnntmacl»»,« Wir billigen hiermit zur Kenntnis, dast iowoh iettens der Ardellgcder als auch der Versicherten nur je ein Wahlvv.tchtag eingeretcht worden ift. Dieie Wahtvorfchtäge sind Hinsichtlich der Bewerber dahin berichtigt worden. aast die Ardeilgeber nur ■> Vertreter und 10 Erfatz- Männer und der Wahl- Vorschlag der Versicherten nur 10 Vertreter uud 20 Ersatzmänner fatzungs- gemäst dezetchnen. Da der gegen die Dfil- ligiest des Wahivorlchia- ges der Versicherten er- hoben- Einspruch am 7, d MIs, durch die Eni- fcheidung desVorsttzendc» des Vetstcheruugsamleo der Stadt Berlin, Haupt- stelle, leine Dümglett erlangt hat ist somitdieser Wahlvorschlag rcchtswir,- sam. Desgleichen ist auch der Wahlvorschlag der Ardeilgcber, der mit dem Namen De.Hugo«Sster beginnt und mit dem Namen Schäppe endigt, guittg, Kur die Eriaz- Männer beginnt er mu dem Namen Theodor Ba- ftian und endigt mtt Erich Eckerl Der Wahlvorschlag für die Bersichertxn beginnl fllr die Veitrelcr mtt Eustav Biaatte und en- digt mit Allgust Stuhr. Für die Erianmänner o«ginni er mit Serlrud Kühl und endigt mit Anhur Schuppan. gehlendorj, den g Roobc 1921. D-r Vorstand der Atta«m-tn-u Orts tranleniasfe für geht-N' dorf und Umg«g-nd. Zt. Richter. 12,8 amter wurde zu Vo den geschlafen, ein Arbeiter durch einen wache verhinderte den Raub. Ein' Verberische Sehnsucht. Im letzten französischen Ministerrat wurde zur Sprache gebracht, daß die Bevölkerung des französischen Nordafrika wiederholt den dringenden Wunsch geäußert habe, den Präsidenten der Republik bei sich zu sehen. Wenn nicht unoor- hergeschene Hindernisse eintreten, wird Präsident Millerand in den Osterferien der Einladung Folge leisten und Nordafrika be. suchen.(Natürlich wird er auch die Fremdenlegionäre nach Befinden und Wünschen fragen!) Bei der wafsenstillstandseier schwer verletzt wurden durch eine Explosion beim Salutschießen in Rambervillers(Frankreich) ein Offizier, ein Unteroffizier und vier Soldaten. Hern te ßerler UMer ui Iriper Dounerskag, den 17. Aovember, nachmittags 5 Uhr im kleinen Saale der„tteuen Welt", hasenheide 108114: G eneral-Versammlung Tag-sordnuilg: Die bevorfkehende Tarif-Ausschuhfihung Zu di-s-r Bersantmlung sind aust-r den D-Iogierten die Vertrauensleute und Druckereitafficrer geladen.— Ohne Legitimation kein Zutritt. ÖI/9*_ Oer Gauoorstaad. Sie yansdruckerelvn der dem verbände der Melalllnduflriellen angefchloffencn vietollbslrlebe: AEG., Ouifenslr-be. vrnnnen- slrafze Ivra. Ackerftr. ri rs; Siemens, Siemensstad» tv-rwnlwng». gebSndel, Attumnlatvrenfnbr», Mariensir. 11: vorsig. Tegel tvetriebsgebünde), sind sür Gehilfen NN» Dachdrnckereihllss. arbeller gesperrt.- Zuwiderhandelnd« ziehen den Avsschlob«MS der Organisation nach sich. zsgxslal vlotll «ff« VS!« linigzetsile Bell!«» S4. l.!i>!W5lr,Be BZ,BS. Geschäftszeit von vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon! Amt Norden l8ö, 1239, 1987, 9714. Wrlegel und Aller. Am Donnerstag, den 17. November, findet keine Vertrauevsmanv�rkonferenz statt. W2/!0 Die Orksverwalkung. kektsme irketutiren. Verkaufen die mr Lassen Sic sich nicht durch großschreierische Reklame irreführen Verkaufen die Ihr Silber- — Bruch Double Brillanten, Zalinneii.. ünzensannnlungen usw. zum Auslandskurs bei C. EVIauihardt& Co. SS Nur Schwedter Str. 12 Bester Absatz(Gr Händler! D. R. G. Allen voran beim Einkauf von Brillanten, Platin (toId-nndSilberl Uhren ♦ Zahngebissen ♦ Kellen die führende Firma Juwelier ü. 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Anstalt andenvett. ohne Erfolg be- band, worden zu sein: 1. Frau h. ffagel, Sachlenhaul.b.Oranienburgi.M.llnterl.- Blutungen u.llervenleld. gehellt.— s.Frau Ww.frltlchler, Bln.. Marieiiburg.Slr.4S. harmgelchwiilltaevellt.— 3. Frau d Hrn. Jiiii'peit.o.ffelnrlch, Bert.-�rledrlchstelde, Magervlehhot. Von Ged.-KnUk. gehellt.— 4. Herr Cricft Bock. Berlin, Birkenstr. 43 Von llieren- u. Blatenlelden, öallerlucht, allgem. groß. Schwache gehellt.— 5. Frau Reftaur. Bering, Bln., SÄönh. Allee 87. Bon Basedowscher Krankheit gehellt.— 3. ll. Brole. Berlln-tilariend., Sirelitzstr. 8. Schweres Rückenmarklelden mit CShmung der Beine volsttändlg geheilt.— 7. Frau C.Pcpp. Berl.-cichtenberg.Gärtnerstr. 10. Von chronllchem Leiden, tzerzlchwZche und Verstopfung geheilt.— s. Herr il.Schladitz, Be> lm. Caprivistr. 24. Von GelichtSlUPUS gehellt: vorher m. Radilim erfolglo» behandelt.— 9. Herr B.ßellwlg, B.-Borlla- waide, Ernststr.25 VonMagengelchwullt, Jerllepfung u. KervenlchwSche gehellt.— 10. Herr Mckchbändler Cckerf, Berlin. Greiienbaaener Sir. 26. Von glchtlich- rheumatischen Schmerzen in Bein und Fußgelenk geheilt.— Ii. Herr Gaßwiri C-Mchaelis. Charlcttenburg, Wallstr.87. Von chronischem Cebesleiden u. Geldlucht gehellt—>2 FrauM Knorr. Blm-cichten� derg. Sckarnweberstr 62. Von fferz lchwSche. ceveranlchwellung und Nagen kreds geheilt— 18. Sobn Faul des WeickenllellerS Herrn Vllhelm Haktner, Berlin- Aeltend, BeamtenhanS. Bon schwerem Belnlelden geheilt. Bein sollte abgenommen werden. SV" Brielliche Origlnal-Bncrkenminoen von uns geheilter Patienten stehen im klartozlmmer der Bnttalt auf Aunlck zur cinlicht!• Getrennte Behandlungsräume für Damen und Herren!• Sprech- und Behandlungszelt: 9—1, 9-7Va-— Sonntag und fclcrtag 9-1. Heilanftaltshefltzcr Prcl. Dr. med. and Dr. der Keetiaiiotlieraple Arzt, approbiert im Auil., v. d. deutsche» , Regierung anerkannt Von der Reise zurückgekehrt! BrOckenstrafie 19 b , am Bahnhof Jannowltzbrücke __ Keine briefliche Behandlung, nur nach genauer Untersuchung in der HlUanstalt.«m! 80jährtge P r a x i». i. üb. die Heilanstalt geg Etnsend.«.SM. Prasp. �i'zsrns Le �Irsuzpoi't.Ksclisl� min iSEMMlßUBLEYBEUGJ .Dresdnerstr.Qi! .BERLIN 5.14. Krause Pianos zur Miete Ansbacher Str. I Ecke KuriOretemlr. m Münzen ■■ Sammtanuea vautiBalUBerlin MWilhelmstr, 46/7 ünzen Hanttfaru. Itmetalle Kupfer, Messing, Biel. glntusw tans.znEngros- preisen spez. v Händ ern. Installateuren u. Fabritea «ehe. Fuhvmani ,i»a.» ÜSlIefillRstlsZS' ZS LL»eil 9-7 Uhr M-Mlilie Kupfer. Messing, Zinn, z>n'. Blei. fSmtl. Metall. bruch laust zu höchsten Preisen MetalibärseSawsIliseli Putbuser Str. AK« lolleflc- u. Waschsetlen üoDD&losepö, Berlin W 50. Potsdamer Sfir.llZ �iiwitmpiimttOTnneinmiig>iiiii[Miiiiiiiii«!wiiiiitiimmii'igi SOENNECKEN BON NA* FEDER ♦ Ueberau erhältlich F.»nWKm- BOn- BafloW. Tawbenstr. t«-'8 I tlllllMIUtlt UltMHIIClIltslUlJliL�llltlUlS rH....... IllllliillillH Er. Idealer, lfdilspteie usw. Opernhans Tristan u. Isolde 6 Uhr Scbauspielbaos Torquato Tasso Vlt uhr_ Dentsch. Theat. 7 Uhr zum ersten Mate Ostern Do.'1, utuU Ferdinand Prinz von Preußen Pi,: Fi flhlin«» Erwach. Do. 8: DsrHBboerbo( fir.Schaosplelh. iKarlatiaBe 7U: flölz t. Berllchlneen Donnerst. 7 Uhr: flötz T. derllchlngen Theater I. 4. Könlgflrätz.Str. Kanon Lescant (Oraka, Janssen. Rle- mann, Blldt. Brandl, Pleha, Rchkopl, Bern- bunt, Maj, Klupp) Do Manon Lescant Freitag tum l Male. Hldalla (Dar Zwarcriesel von Frank Wedekind (Hartaa, Charl. Schultz, R etnann, Klnz, Blldt, Pernbnrg.v.Twardowakl Brandt, Branden, Lundt, Alexandcr.Bauer, Klupp) KomOdienbans Heute b Uhr; Satans Maske Mit d. Pcaer spielen Ab morse" täglich 7." u.; Die Fahrt ins Blaue Berliner Tbeat. Heute 8 Uhr. flastaplcl des Theaters L 4. Könlggrltzcr Straße Salome (Hartau, Schlegel, Bern» bürg, v. Twardowskl, Branden) Ab morgen ticllch; Prinzessin Olala Pritzl Maaaary a. O.) Resldenz-Tbeat Heute Bußtag?»<, Uhr: Evcheo Humbrecht Borgen Donnerst. 7 U. zum I. Male: ]>M. weite liand von schnitzler Trlescb. Bertens, Korff Trianon Tbeat. Heute BuBiag?>:, Uhr Oer crSBte Erfolg der Spielzeit Lad; Wirnjerin. Fächer Mo: gen u liglich 7'/, U. Mein Freund Teddy mit Arnold Kortf. Kleines Tbeater Heu e Bußta"?>/, Uhr Die Freundin von Sudermann. Morg. u. täglich 7Vi U- Fräul. Josette meine Frau (Boac.Tbeatar) ». Uhr Gescblossene Vorstellung FOLIES CAPBICE Limcnstr. 182, •m Oranienburger Tot Heute Bußtag 8 Uhr Komödie von Brieux Morgen u. täglich 8U. Die Dam« Im Bett Inslkallanunerspiele Blsmarckitr.llO.Knle,- Morgen z. 1. Male; Die Weinprobe Musik v. tt. Marschner Jache Mensing-N eustadt VolKsbfiltne rneater a<> Bulowpiau P/i Vorst, d. Kiass. Th Katchen von üelld'onn u.' Malte Menfch lessing-Tbeat. 7 uhr. PeerGynt fTheocor Loos) Donnerst, b Sonnt. 7'/,: Die Spielereien einer Kalaorin Deutsches Künstler-Th Heute V/t' Die Spielt relen einer Kaiserin Allabend!ch 7�, Der heilige Ambrosius Centrai-Theater uZ' D. Verschwender DoutschesOpernhaua m.u. Parclfai Frlodr. Wilhelmat. Th. u8: Das Glück(.Winkel Intimes Theater Oeschlojsen. Morgen « U: Die Spelunke Laul doch nicht Immer nackt herum Klein. Schauspielhaus �/.ua Nachtasyl Lustsoielhaus n*u: Peler Brauer Metropol-Theater Geschlossen Morgen u'�D. Straßensängerin Neues Operetten-TH. Geschlossen. Morgen s uhr: Königin dJachl Neues Theator am Zoo Geschlossen. Morgen Donnerstag 7'/, Uhr Der Dummkopf Naues Volkstheater l'/t Uhr: Die Wildente Morg 7'/, Jugendfreunde Schltlor-Th Charlbg. 8 uhr. Don Carlos SchloSpark-T. Steglitz umr Harle Magdalena Thalia-Theater Geschlossen. Morgen uf Schäm' Dicli, Lotte Thea! am Nollendorlpl. f/t und 8*/, Unr: Passionslllms Christus" Theater des Westen« 7v.u.: Die ScbSplimg Laubenthal, Stolzenhg. Th. Id.KommandantStr ?>,, Täglicn 7»/« D YBUK Wallner-Theater 7 uhr Nachtasyl Walhalla-Theater Geschlossen. Morgen 8 U. M Caslno-Theater Eoihrlng.Sir.Z7 Tägl.7«/, WiederelngroßeiErfo'g Der Schlager d. Spielzelt mpjik Totenstg.wjillabendlich 7V, Der Weg zum QIQck I Kaffee ielka FrledrlcbstrafiE 59-611 Ecke Leipziger Str. Nm.■tV« u. abds. 7J/< U. Heitere Spiele ab lO1/« UEintritt trei ImBlllard-Turnlersaal ao 3 U. nachm. bis I U Billards Meister-Wettkämpfe m....... ichauburg MW KUnlgoriUxer Str. 121. W>g Das Tagesgespräch bildet am 18. Novbr. Harry Piel. üw»-*« Spielplan der U.T>Theater für Busstag, den 16. November *) Jugendlich, haben Zutritt Freikarten ungültig Heute abd.?>., M»_„ Orator. Bl. Konzerths. �(2|tOuIllllU von .M«uerairaß.82 Haydn Akad. Chor. BIDthner-Orch., Dir.: John Petersen. Sol: J. Bchreod, L Heß, Broosgeest Kart 8 20 M Voraufführung guBt vorm. nv, Bulitan einmalig. Gastspiel Irene Trleseli Tn(;;fan7 PanlWeOener':LLb°g In der Komischen Oper ■ zvsus Welt heute 8 Uhr:> SnOtags-Konzert «S Frieda oo (K avier) Irene TriESCh (Rez.) i Edgar SehfitZ(Ten.)| Reinhold � AHred Wltlcnherg(viou Heisel-tJuactelt» W Karten 15—7 M. an der Abendka-sse BES53 n Conrad Veidt (Rez.) Große Volksoper IMomeg 711 Neue Welt gl. No»• U Hasennde Eh Maskenbali Oper von Verdi Spielltg.: Kbnh iSE-O) Dirigent: Brecher. Melan. Kurf, Irene Eden, Ludmilla Dostal. Thend. Scheidt, Carl Schröder (Köln) u.a.— Karten /— 20 M Bote& Bock, Wertheim. Bading(Neu kölln). AnUllzeichn d OVO. 5—14 Maik nur Bureau Kroll. Sil Reicbenberger St�Si Llcbtsplelä BUhnenschan Ab 18. November Große Bühnenschau 18.— 24. November: Bühne Persiinllcbes Auftreten Etiiel Orff Waller Forme' In dem Film-Sketsch Fensioo iiminelreieb 18.— 21. November. Film Uraufführung Die stärkere Ml mit Maria Zelenka erscheint persönlich. Wochentags 6.IS 8.30 Sonntags 4 6.15 8 30 Großes Orchester Sonnabend u. Sonntag: Gr, Kindervorstellung. Kaharet— jm Wieder eröltnet I NSHmafchlnea, gebraucht«, lauft zu Hohen Preisen Schle- Finger, Wilmereboefer- stratze 80/5L• Iriamph Palasfi Felix Beb öo0Derslag,l].l(o?.,TonD.ir/2Übr 8 BenneiL Gesamtpreise M. 115000.- Oranienstr.53 54{Moritzplatz Varietö grössten Stils Täglich: Sensations-Programm! Anfang Sonnt 6 Uhr, Wochentags Vit Uhr gCIRCUS BOSCH Heute MIHw. T/t Ii. \nl.d Büßt einerns 'irzensisch. Spie p. i. das neue Indisch: .Mancge-Schaustüci fDle Schlange 6 r Dir;! scnwimm.blefantei „ Wasserbülfei 2. Werth, u Circusk Xhe<,,®r rm Kottbua. Tor Elite- Sänger Honte B u II t a|g ?. ce.chlo... mm leiBgol) Bellevutftr. 20 Sröhte Sehenewür- blglelt Berlins 2000 Pees, fuflenb Jedfii Dienstag, MIM».. Donnerstag, frel- tag 77» ÜOr SeMsvelle jnternotlonaie Tanz- Botffiiiningni sowie GMivasls- Tanz leefspunN baz«lag, Welt Orcljelter Gindrlcljausölen □ warme Milche ©O0 Potsdamer Str 38, Turmstr. 12 Heule BnQtag: Das gr. Fümwerk Christus Der Clnes-Qes. ICom Beolnn 4 Uhr Jugendl. u Kindei h ab. bis QührZutr Pelz Hans I leipziger Str. � Zahlungseiielcbteruny Nr. 541 ♦ ZS. Jahrgang O 2. Heilage öes vorwärts Mtttvoch, 1 H.November 1921 Die nächste Nummer deS erscheint am Tonnerstag früh. »Vorwärts" Die Mastoöon-Pleite. Von Karl Lerbs. lieber den Zusammenbruch der Mostodon-Film.A..G.(30 Mil» lionen Aktienkapital, Sl> Millionen Bankschulden) sind so unglaub» liche und sinnlose Gerüchte oerbreUet. daß ich es für meine Pslicht halte, die Wahrheit über diesen traurigen Vorfall hiermit der breite- Pen Oeffentlichkeit vorzulegen. Ich verabsäume nicht, dabei In stiller Wehmut des großen Detektivs Jim Lim zu gedenken, den man in einschlägigen Fachkreisen«Das Gespenst der Ackerstraße" nannte, und der in treuer Pflichterfüllung als Opfer seines Berufs eine Ge- Hirnexplosion erlitt. Als Jim Lim eines Nachmittag», mit einem seidenen Schlafrock betleidet, die«Elegante Welt" los, um sich eine passende Gewandung für eine Berbrecherverfolgung durch Kamtschatka zusammenzustellen, empfing er den Besuch eines Mannes, der sich als Timotheus Ziesecke vorstellte. Dieser Mann, dem ein quastengeschmückte, Flanellhemd und abwaschbare Gummimanschetten das Gepräge solider Eleganz verliehen, sagte zu Jim Lim: «Ich komme zu Ihnen auf Veranlassung des Herrn Ralph Waldemar Puvogel, Dramaturgen der Mostodon-Filmgcsellschaft. Er hat eine Derbrechersensationsserie unter dem Titel«Der blutige Heinrich" geschrieben, In der Ich die Haupttolle spiele. Sie aber werden mich enthüllen." «Hm," sagte Jim Lim und klemmte sein Monokel in» Auge. «Ich habe," fuhr Herr Ziesecke fort und spuckte auf den Perser- teppich,„Aufttag, Sie in mein« Familiengeschichte einzuführen. Es lohnt sich." »Hm," sagte Jim Lim und zündet« sich seine Pfeife an. »Strengen Sie," fuhr Herr Ziesecke fort,„Ihren ganzen Schars- sinn an, wenn Sie meinen Darlegungen folgen wollen. Mein Vater, der Bierwagenkutscher Paul Ziesecke, genannt Schnurrbart-Paule, heiratete die Witwe Amanda Kulicke, aus welcher Verbindung ich hervorging. Tleichzeittg verheiratete mein Großvater, der Pier» wogenkutscher Theodor Ziesecke. sich mit Gabriele Kulicke, Tochter der Amanda. Die hieraus sich ergebenden Verwandtschofts- beziehungen sind kaum im Sprachgebrauch unterzubringen. Mein Bater wurde der Schwiegervater meines Großvaters, während mein Großvater der Schwiegersohn meiner Mutter wurde. Mein Vater wurde der Stiefvater meiner Großmutter, während meine Mutter die Stieftochter und Schwiegermutter meines Großvaters wurde. Aus diesen bescheidenen Andeutungen können Sie ersehen, daß Ich selbst innerhalb meiner Familie eine sehr reizvolle Stellung ein- nahm. So war ich z. B. der Stiefbruder meiner Großmutter." »Hm," sagte Jim Lim und legte seine Pfeife weg. »Weit entfernt," fuhr Herr Ziesecke fort und löschte seinen Zigarrenstummel im Tintenfaß,«auf diese ungewöhnlichen Ding« stolz zu sein, will ich mein« Schilderung fortsetzen. Nach einigen Jahren ungettübten Familienglückc» ließ sich mein Dater ein« Ehe- Irrung mit meiner Großmutter, seiner Stiefmutter und Stieftochter, Gabriele geb. Kulicke, zuschulden kommen, während mein Großvater vergeltungsweise mit meiner Mutter, Amanda geb. Kulicke. da»» selbe tat oder doch es zu tun nachgewiesenermaßen anhottend de- flissen war. Man schritt zur Scheidung. Wieder verging ein Jahr. Dann heiratete mein Vater meine Großmutter, Gabriele, während mein Großvater mit meiner Mutter, Amanda, zum Trauallar schritt." „Hm." sagte Jim Lim und legte da, Monokel weg. .Nunmehr," fuhr Herr Ziesecke mit sreudig erhobener Stimme fort,„scheint die Sache sehr einfach zu sein, doch verwickelt» sie sich tatsächlich in hohem Maße. Mein Großvater wurde der Gatt» meiner Mutter und nicht nur der Stiefvater, sondern auch der Schwiegervater meiner Großmutter, mein Vater wurde der Ettef- söhn seiner geschiedenen Gattin und der Gatt« meiner Großmutter, die zugleich als seine Sttefschwester sich zu bezeichnen da» unanfecht- bare Recht besaß. Jim Lim klemmte seine Pfeife in« Auge und steckte da» Monokel in den Mund, bemerkte den Irrtum aber alsbald, da das Monokel nicht brennen wollte. Nachdem er den Schlafrock aus- gezogen hatte, gelang es ihm..Hml" zu sagen. »Es wird Ihnen," fuhr Herr Ziesecke fort,»leicht fallen, zu er- rechnen, daß ich selbst nunmehr nicht nur der Stiefbruder, sondern auch der Stiefsohn meiner Großmutter war, während meine eigene Mutter zu meiner Großmutter aufrückte. Ich bin mit meinen Nach- sorschungen noch nicht bis zu diesem Punkte vorgedrungen, doch zweifle ich keinen Augenblick an der Möglichtett de» Nachweises, daß ich mein eigener Vater bin.. In dem Film des Herr Puvogel wird es Ihre Ausgabe sein, in dieses Bild aus dem dunkelsten Berlin, das der Handlung zugrunde gelegt wird, Licht zu bringen und eine Stammtafel meines Hauses auszustellen. Mein Vater bekommt da In seiner zweiten Ehe einen Sohn, der von Ottqkar Kulicke, einem später auftauchenden Sohn meiner Mutter aus erster Ehe, ermordet wird. Ich selbst sprenge diesen Ottokar mit seiner Bettstelle in die Luft. Sie müsien alsdann auf Grund Ihrer Aufzeichnungen er- Mitteln, in welchen Verwandtschaftsoerhältnisien die Ermordeten zu mir und den übrigen Personen des Dramas stehen, da nicht nur die Frage der erblichen Belastung zu lösen ist, sondern auch Im Testament meiner Großmutter, die in Wahrheit meine Stiefmutter— nein. umgekehrt—" Jim Lim versuchte,„Hm!" zu sagen und ging, da«« ihm nicht gelang, an der Wand hoch. Als er wieder unten ankam, erlitt er eine Gehirnexplosion: worauf Herr Ziesecke sich mit geringschätzigem Achselzucken entfernte. Die„Elegant« Welt" nahm er mit. Nach diesem Zwischenfall tonnte die bereits vermietete Serie „Der blutig« Heinrich" nicht gedreht werden, da eine der Haupt» Personen sehlle und Herr Puvogel in Trübsinn verfiel. Der Generaldirektor der Mastodon-Film versuchte sich der Sache an» zunehmen, war aber schon noch zwei Stunden so weit, daß er das Manuskript brüllend mit einer Axt bearbeitete. Der gesamt« Auf- sichtsrot wurde nach zwölsstündiger Beratung vom Platz» gettagen: an seinem Aufkommen wird gezweifelt. Das ist die Wahrheit über den Zusammenbruch der Mastodon- Film-A.-G. Da Herr Ziesecke jetzt versucht, sein« Geschichte bei anderen Gesellschaften zu verwerten, wird vor ihm gewarnt. Wetterbericht bi» Donnerstag mittag, geitweil« nebelig, sonst trocken und vielfach heiter bei mähigen ältlichen Winden. Temperatur um den Ketrierpunll ichivankend. Soziales. Die Not der Kriegsopfer. Der Bundesvorstand der Wirtschaftlichen Vereinigung Kriegs- beschädigter und Hinterbliebener Deutichlands, Sitz Berlin, hat nach- stehendes Telegramm an die Reichsregierung, an das Reichsfinanz- Ministerium, den Reichsarbeitsministcr, den Reichstag und dessen den Reichspräsidenten abgesandt: Neunzehnerousschuß sowie an! Die Not der Kriegsopfer ist vieler Eingaben, die Umanerken ins Unermeßliche gestiegen. Trotz manerkennungcn zu beschleunigen ist bis- her noch nicht geschehen. Wir ersuchen nunmehr, schleunigst Maßnahmen zu treffen, die ermöglichen, daß die bei der neuen Beamtenvesolduno und Eintommensregelung maßgebenden Gesichtspunkte auch auf da» Re i ch s v e r s o r g u n g s g« s e tz An» wendung finden. Die Empörung der Versorgungsberechtigten ist auf das äußerste gestiegen. Helfen Sie, bevor es zu spät ist. Der Bund der Sinderreichen. Der Gesamtverband der Bünde der Kinderreichen hielt am Sonntag, den S. November, in Frankfurt a. M. eine außerordent« liche Delegiertenoerfammlung ab, auf der SO Ortsbünde aus allen Teilen des Reiches vertreten waren. Der Tagung war die Auf- gäbe gestellt, ein« ertragfähige Grundlage für den Gesamt- verband zu schaffen. Nach längerer Aussprache einigte man sich dahin, eine Kommission einzusetzen, die an Hand eines vorliegenden Statutenentwurfs und der Ergebnisse der Auseitt- ander�etzung«inen neu�n Entwurf ausarbeiten solle, der, nach Be- gutachtung durch die Einzelbünde, von der nächsten Delegierten- Versammlung beschlosien werden soll. Im übrigen wurden folgende Forderungen aufgestellt: Unentgeltlichkeit der Lern- und Lehrmittel in den Volks- und Fortbildungsschulen. Eine andere Entschließung verlangt Erhöhung der infolge der gestiegenen Heb- ammen gebühren und der drückende» Teuerung der gesamten Le- benshaliung völlig unzulänglich gewordenen Wochcnbeihilfe, er. nute» Vorgehen zur Erlangung staatlich garantierter Kinderrentea. besonder« Berücksichtigung der Kinderreichen beim Entwurf des Mietsteuergesetze». Sriefkaften öer Neüaktion. Brieflich« Auetunst wird nicht erteil i.- Jeder sllr den Briet» beftf——-_g'--"'„..-—..» tasten dlstlmmten Antrag« sUge man einen Buäistaben und eine Kummer '~ � WWW Sie können sich aber an den Regicruugsprölidcntcn' wenden.— Elebctbs«en» lln. l. Sie tritt an die Stelle des Vaters. 2. Nein. 0. Erst nach de« .............. Eilige Anfragen trage man in der Juristische» Sprechstunde, Lindenstr. i, i 1. Los pari, links vor. Schnsistilite und Vertrüge lind müzubringen. E. 21. An sich ist dazu«ine besonder» Genehmigung nicht erforderllch. --- lMWM»... ggtg, de» Grostvater«. i. Wenn der Erbfall eingetreten ist. Einen Unterhaltung» anspruch hat die Enkelin gegen den Grokvaier nur dann, wenn sie auter. stand» ist, sich selbst zu unierhalirn.— 8- l»- 1. Nein. 2. Ja. 2. Dem Gericht unter BeisUgung einer Sterbenrknnde.—®. 8. 38. 1. Bi« zum Tchlu» de« Steuerjahre», mindestens aber 3 Monat«. 2. Amtsgericht Berlin.Mltte. 3.«toltenloe.—«.«. tdfl. X. Ja. 2. Bis 51. Oktober 1921. 3. 3�0 M.— d!ich n«r mtl UUUlUu U MriGchkN»nd ftauenerp. Zu tiabrn in beu Ocogetien: Sectinlt: Amann, Invalidensit 83; w. Cuflig, Sd�önhaufrr WlfücSe�.ßttoiJjte.atciiiicInibortcr ött.SSjßtaö, atfinnfcnbotienöir. ll9;e>.Canfle®riinncnft[.l�;; 6 Schweitzer, Oraniendurgcr eir. 69: Resfdenj- Ocagecie, ffirerjifrflr 22; O.»itlchle ZIachf., Saitianltr. 2; vritsseler vrog.-iSuiiiclcr 6tr. 49; O Kanzler. Milllii Nr. 152. am Leopdidpfali: A>.: y. Toedfwo»», Marlin- Luther- Sir 95; ZIW: 91. Octert. Waldenleistr. 18; vrogeoho»« Rioabit. W A Barn, Ait-Maah!i45. gegenüber Zinzendorifir.; 0: Nndreoo-Vrogetie,»leine Andreasslr 12; Vieisch. Wi üneberaer Sir. 7: Giocken-Vragerfe, Zleier-durger Strafe, am Ballenplag; yubertus- Lrogerie, Sderlystr. 4«; SO: Droxenhans 91 Gurassa. Graegstr. 21; tt. v erger, BillSenslr 16; Ccnltal'Ctog. und Saniiiit.baiar de» SUdoilen-. Dreedeinr Elr 18; 5.: S. Lehrke. flottUulcr Damm 81,82; SSO:(£. m. XOcitich. Blückerfir 1; ffi.: prager, Nene-4 romenade 2 iNahe Bahnhof Börse): Ii. jf. Tieurnann Sitalau». Elr 2«; «ChorfotteadargrStephan-vrogerle.Dilmers- dor'er Sir. 155; SchLneverg: Drogenhau» 0. Schäfer, Aia�ienfir 4; Sieglitz: Drogerie und Barsümeri? Grap. Aidreri'inr. II: ZIeulölln: Zenlrai-Vrogerie, Boddinfti 65; lenipefhos: Gebradcr viflner, Berliner Elr. 90: Lichtenberg: z. Heinrich, Franfsurter Allee 257. j auf bequemst«» .//Teilzahlung � bei b i I Ii g t i e r Kreisberccbnung HERREN- Anzüge Culamava Palaiova, Ulster DAMEN Pnietots, KoatOma RBcka. Klaldar Regenmantel BURSCHEN. ANZUOB Oute Ware! Orolie Auawatil' M. Beiser, Lothringerstr. 67. lomhM-lltMMr H. Lanipi reni. 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