Nr. 542 ♦ ZS. Jahrgang Ausgabe M Nr. 274 Bezugspreis: Siertcttaljtl.ae.--i4,«-?- Verlag. Expedition und Inseraten- »hrrniprrnzrr. g�eilung Morinpiatz 11753-54 Die Eisenbahner gegen Entstaatlichung. Zu einer imposanten Demonstration gestaltete sich am Bußtag � die öffentliche Protestkundgebung gegen die großkapitalistischen Ab- sichten auf Privatisierung der Reichs- und Staatsbetriebe, zu der die Berliner Ortsverwalutng des Deutschen Eisenbahner- Verbandes die Eisenbahnbeamten und Arbeiter aufgerufen hatte. Der Zirkus Busch war bis zum letzten Platz gefüllt. Wil- Helm Schulz, der erste Vorsitzende der Ortsgruppe Berlin, refe- rierte: Die Privatindustrie streckt ihre Arme nach der Eisenbahn aus. Ihre Landsknechte in der bürgerlichen Presie schieben die Schuld an der gegenwärtigen Verfassung der Eisenbahnen den Eisenbahnern zu. Sie streuen damit dem Bürgertum Sand in die Augen und verleumden eine Gruppe von Staatsbürgern, die ihre Pflicht noch nie oersäumt haben. Während des Krieges haben wir unsere Pflicht erfüllt, bei kargem Lohn, bis zum letzten Augenblick. Wir waren vor dem Zusammenbrechen. Die Gesellschaft, die sich am 9. No- vember 1918 verkrochen hatte, ist wieder obenauf gekommen und zetert gegen die Arbeiterschaft und gegen die Republik. Staats- fekretäre a. D. und Minister a. D. sind darunter. Tatsächlich sind es die Kapitalisten und ihre Trabanten, die alles taten, um sich vor der Erfüllung ihrer Pflichten zu drücken, sie, die unter anderem ihre Goldwerte in das Ausland oerschoben. Sie haben von jeher, auch während und nach dem Kriege gezeigt, daß sie für den Staat und für das Staats- wohl nichts übrig haben, daß ihnen der Profit über alles geht. Nach den Scharfmachern sollen die hohen Löhne und Ge- � hälter am Defizit der Eisenbahn schuld sein,(Dielfache Zwischenrufe: chungerlähne— chungerlohne!) Sie als Beamte und Arbeiter der Eisenbahn wisien, daß Sie während des Krieges mit geradezu schmachvollen Löhnen Ihr Dasein fristen mutzten. Wir haben eine! Lamms- und Schafsgeduld bewiesen. Staatsminister a. D. Brei- t e n b a ch, der schuld ist am verluderten Zustand der Eisenbahn während der Kriegszeit, glaubt jetzt als Erster Schmutz auf uns werfen zu können. Und Unterstaatssekretär Franke spricht von einem Vollsaugen der Staatsbetriebe mit überflüssigem Personal. Redner übt an den verschiedenen Ausführungen Frankes scharfe Kritik und fährt fort: Wir sind letzten Endes nicht gewillt, jenen von den Kapitalsrittcrn geplanten Raubzug auf die Staatsbetriebe mitzumachen. Wir rufen ihnen zu: Bis hierher und nicht weitert Wir wollen nicht dulden, daß ein zusammengefaßter Staats- betrieb, wie es die Eisenbahn ist, dem Privatkapital über- antwortet wird. Beamte, um Euer Berufsbeamtentum sieht es schlecht aus, wenn Stinnes seine chond auf die Betriebe legt. Ihr habt es in der heutigen kapitalistischen Gesellschaft durch Rot und Elend erkämpft. Auch als Sozialisten werden wir nicht dulden, daß Staatsbetriebe, die die Grundlage eines sozialistischen Systems der Wirtschaft bilden können, von einem kapitalistischen Konzern zerschlagen werden. Wie es mit dem Defizit der Eisenbahn tatsäch- lich aussieht, zeigt Redner an Darlegungen des Oberregierungsrats Dr. Homberger. aus denen auch hervorgeht, daß die sachlichen Ausgaben die persönlichen weit überragen. Das ist auch kein Wun- der, wenn man bedenkt, daß eine Lokomotive, die 1913 etwa 84 909 Marl kostete. 1921 um das Siebzehnfache im Preise gestiegen ist. Aehnlich sind die Preissteigerungen der verschiedenen Wagentypen. Steinkohlen kosten jetzt das 2Kfache wie 1913, Stabeisen das 39fache. Und gerade die Kreise, die das Monopol auf die Verkehrsbetriebe haben möchten, sind es. die mit ihren Preisen das Defizit zu einem erheblichen Teil mit hinaufschrauben. Den Stinnes und Konsorten haben wir heute zu sagen, daß sie sich die Finger verbrennen wer- den, wenn sie es wagen sollten, ihre Hand auf die Staatsbetriebe zu legen. Einen Weg, dem Defizit zu Leibe zu gehen, weisen u. a. die von den Arbeiterräten gemeinsam mit dem technischen Personal gemachten Vorschläge. Mögen die Bureaukraten ihnen folgen. Bis- her ist darin nichts geschehen. Wir verlangen, daß in den Verwal- tungskörpern die Techniker die Oberhand gewinnen. Redner empfahl in seinen weiteren Ausführungen, sich hinter die neue Resolution vom ADGB. und A f a> B u n d zu stellen, di« am Bußtag im„Vorwärts" veröffentlicht wurde, und schloß unter großem Beifall mit einem begeisternden Aufruf zur Einmütigkeit. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen:„Die in großen Masten im Zirkus Busch aufmarschierten Eisenbahner (Beamte und Arbeiter) haben Kenntnis genommen von der im Gange befindlichen Verschacherung der Staatsbetriebe, insbesondere der Eisenbahnen, an die Großindustrie. Sie erheben ganz energi- schen Protest gegen die willkürliche Enteignung und Auslieferung dieses Machtfaktors Verkehr an die profitsüchtige Großindustrie, die dadurch das deutsche Proletariaf noch mehr unter ihre Knute zwingen würde. Unsere maßgebenden Organisationen, Gcwerk- schasten wie politische Parteien, beaustragen wir. das gesamte deutsche Prole:ariat aus die Gefahr aufmerksam zu machen und alle Vorbereitungen zu treffen, um der Entstaatlichung der Eisenbahnen mit aller Schärfe entgegenzutreten. Wir streben als Proletarier nach der Sozialisierung und hier sehen wir eine immer mehr umsichgreifende Kapitalisierung der deutschen Wirtschast. Wir erklären, daß wir f e st entschlossen sind, bei eventueller Durchführung jenes Planes des Reichsverbandes der Industrie sofort mit dem Generalstreik zu antworten. Um den durch die Schuld der Kriegshetzer uns auferlegten Forderungen der Wiedergrlmachung nachzukommen, fordern wir die Erfassung der Gold- und Sachwerte, damit die tat- sächlich Schuldigen an unserem Elend die Last allein tragen." Die Versammlung endete mit einem Demonstrationszug durch die innere Stadt. Die Techniker gegen Privatisierung. Die am 15. November 1921 in Berlin versammelten Vertreter der in der Reichsarbeitsgemeinschaft technischer Beamtenvcrbände (Rateb) zusammengeschlvstenen technischen Beamten des Reiches, der Länder und der Gemeinden erheben einmütig schärf st en Einspruch gegen die von dem Reichsverband der Deutschen Industrie geforderte Privatisierung(Verkauf an das Privatkapital) der in öffentlicher Verwaltung befindlichen Betriebe, insbesondere der Reichsbahnen. Die Behauptung des Reichsverbandes, die notwendge Hebung der Ertragsfähigteit werbender Staats- und Gcmeindebetriebe sei nur durch die Ueberführung in die Privatwirtschaft zu erreichen, ist nicht beweisbar. Die Ertragsfähigteit dieser Betriebe hängt nicht von der Frage: private oder öffentliche Wirtschaft ab, sondern, abgesehen von einer richtigen Tarifpolitik, von der Zweck- Mäßigkeit der Betriebseinrichtungen, der wirt- schaftlichen Regelung des Betriebes und der richtigen Verwendung von Beamten undArbeitern. An Stelle der bisherigen fiskalisch-bureaukratifchen Derwaltungsform muß eine technifch-wirtschaftliche gesetzt und dement- sprechend den technischen Fachleuten der ausschlag- gebende Einfluß eingeräumt werden. Die Reichsarbeitsgemeinschaft technischer Beamtenverbände warnt eindringlich davor, zur Erreichung eines fragwürdigen Vor- teils Unternehmungen aus der Hand zu geben, die früher den Län- dern und Gemeinden einen erheblichen Teil ihrer Einnahmen zu- geführt haben und die, durch technifch-wirtschaftlichen Geist in moderne Betriebe übergeführt, auch in Zukunft berufen sein werden, die schweren Lasten unseres Volkes zu erleichtern. * Gestern vormittag waren, nach Meldung der TU., die großen Eisenbahnerorganisationen zu Besprechungen unter Teilnahme Minister G r ö n e r s über die C n t st a a t l i ch u n g s- frage in das Reichsverkehrsministerium geladen. Die Besprcchnn- gen werden Donnerstag fortgesetzt. Am Nachmittag waren der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund, der Deutsche Eewerkschaftsbund und der Gcwerkschaftsring in der Zentralarbcitsgemeinfchaft zusammen. Die entscheidenden Bc- sprechungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern werden am nächsten D o n n e rs t a g in der Zentralarbeitsgemeinschaft statt- finden._ Beratung öes Reichskabinetts. Das Reichskabinett befaßte sich in seiner Dienstagssitzung mit dem Reparationsproblem und besprach eingebend die Mög- lichkeiten zur Ausbringung der fälligen Rate von S90 Millionen Goldmark für die nächstfällige Reparationszahlung. Auch über die politische Lage und die Auswirkungen der neuen Tcue- rungswelle wurden Erörterungen gepflogen. Eine Beschluß- fassung über die Forderungen der Industrie zur Kreditbeschaf- sung wurde vorläufig vertagt. Die Frage der Entstaatlichung der Eisenbahnen steht außerhalb jeder Diskussion. Ein tViüerspensiiaer. Erfurt, 16. November.(TU.) Der erste Bürgermeister von Hildburghausen, Ostermann, der sich in Uebercinstimmung mit der Stadkerordnetenmehrheit geweigert hat, am 9. November ver Anordnung des thüringischen Ministers des Innern nachzu- kommen und das Rathaus beflaggen zu lasten, und der sich weigerte, an der befohlenen Revolutionsscier teilzunehmen, hat, um weiteren Konflikten aus dem Wege zu gehen, seinen Rücktritt er- klärt._ Die wirtschastskommifsion für Ober�chlesien. pari». IS. November.(MTV.) Nach einer ZNatln-ZNeldung aus Genf hat der Bölkerbundsrat den chemalizen Präsidenten des Bundesrats Ca l ander zum Vorsitzenden der Wirt- schastskommission für Oberschlesien ernannt. Um Karls Pension. Paris, 16. November.(EE.) Die Botschofterkonferenz beschäf- tigte sich mit den Zahlungsbedingungen für eine Apanage, die für den ehemaligen Kaiser Karl festgesetzt werden soll, sowie die Bedingungen, unter denen die Kosten für die Apanage unter die Nachfolgestaaten aufgeteilt werden fallen. Portugal wird keinerlei Zahlungen für Kaiser Karl übernehmen. � Die italienischen Gewerkschaften. R o m, 14. November.(OL.) Die Tagung des Nationalrates der italienischen General- konföderation der Arbeit in V e r o n a, die eben zu Ende ge- gangen ist, war einberufen, um zu den dringenden praktischen Fragen Stellung zu nehmen, die sich für das organisierte Prole- tariat aus der schweren Wirtschaftskrisis ergeben, in der auch Italien steht. Die industriellen Unternehmer und die Groß- grundbesitzer Italiens suchen aus der heutigen Gedrücktheit des gesamten Wirtschaftslebens, die auf die Hochkonjunktur der Kriegsjahre und der ersten Friedenszeit folgte, einen Aus- weg auf Kosten der arbeitenden Klassen. Sie wollen den Achtstundentag abschaffen, die Löhne trotz dem stetigen Steigen aller Lebensmittelpreise herabsetzen, und den Kapitalisten, die die saftigen Kriegsgewinne eingestrichen haben, durch Schutzzölle und Fabrikations- Prämien aufhelfen. Ueber die Art der Abwehr sollten sich die Organisationen in Verona schlüssig werden, wobei natürlich wieder der alte Z w i st zutage trat zwischen Sozialisten und Kommunisten. Das Hauptargument der Industriellen zugunsten des Abbaus der Löhne ist angeblich die Unmöglich- keit, die heutigen Löhne weiter zahlen zu können, ohne bankrott zu werden. Auf dieses Argument haben die Leiter der Gencralföderation der Arbeit mit der Forderung einer Erhebung über die Lage der industriellen Betriebe geantwortet. Die Regierung konnte diese Forderung nicht ablehnen, da auch der Industrieminister Beneduce den Preisabbau für notwendig erklärt hatte unter Hinweis auf die Finanzlage der Industrie. Aber die Industriellen selbst setzten sich mit größter Erbitterung gegen di« Erhebung zur Wehr und fanden energische Helfershelfer in den— Kommunisten. Die Industriellen wollen sich nicht in die Karten sehen lassen, und die Kommunisten finden es unrevolutionär, ihnen in die Karten sehen zu wollen. Weiter tadelten die Kommunisten die Taktik der Konföderation der Arbeit, die den Kampf für die Aufrechterhaltung der bestehen- den Tarifverträge mit einigen Zugeständnissen geführt hat und diese Verträge auch provinzweise erneut hat. ohne jeden Kon- flikt zu einem das ganze Land umfassenden Kampf auswachsen zu lassen. Indem man neue Verträge für einzelne Provinzen und Regionen, wie z. B. für die Metallarbeiter der Lombardei, abschloß, beraube man die Arbeiter der anderen Regionen der Solidarität der schon durch neue Ver- träge gebundenen Arbeitergruppen. Auf diese Kritik ant- wartete der Abgeordnete Gen. N e i n a. daß die Konföderation die Haut der Arbeiter nicht zu dekora- tiven Massenexperimenten benutzen wollte. Wenn die Kommunisten vom Lohnkampf zum Generalstreik und von diesem zur Revolution gelangen wollen, so sind die bisherigen Führer der Konföderation bescheidener. Sie wollen durch den Lohnkamvf die Löhne erhalten oder erhöhen und halten den Kampf als zu gutem Ende geführt, der diesen bescheidenen Zweck verwirklicht. Der Sekretär des Textil- arbeiterverbandes, der eine Lohnverminderung an- genommen hat, wies darauf hin, baß bei den darauf bezüg- lichen Verhandlungen gerade die Kommunisten zu den weitestgehenden Zugeständnissen bereit waren. Auch die Bewegung der chemischen Arbeiter, denen die Unter- nehmer eine Lohnverkürzung von 25 Proz. zugemutet hatten, die jedoch die Beibehaltung der bisherigen Tarifverträge durch- setzten, ist von den Kommunisten als ein Werk„kon- föderaler Delinquenz" bezeichnet worden. Hier tritt ganz offen der Standpunkt des„j e s ch l i m m e r, d e�ft o b e s f e r" zutage, von dem aber die organisierte Arbeiterschaft nichts wissen will. Der Sekretär des Vuchdruckerverban- des. Gen. Bruno, wies darauf hin. daß die Kritik und die Taktik der Kommunisten sich fast durchgängig mit der der Syndikalisten decken. Auch diese wollen j e d e B e w e- gung zu einem das ganze Land umfassenden Konfliktausdebnen, eben, weil sie im Grunde p o l i- tische Zwecke verfolgen. Der gewerkschaftlichen Taktik ent- wricht es vielmehr, jeden Konflikt möglichst zu beschränken. Der Abgeordnete B u o z z i, Sekretär des Metall- arbeiterverbandes, der den Kommunisten seit den Tagen der Besetzung der Fabriken t'sonders verhaßt ist, er- klärte, daß sein Zeutraloerband entschlossen sei, keine Lohn- Verkürzungen anzunehmen, aber nicht auf die Solidarität der übrigen Arbeiter rechne. Der Anspruch einer einzelnen Ar- beitergruyne auf die Proklamierung des Generalstreiks zu ibren Gunsten liefe darauf hinaus, die Arbeiter an der kriti- s-k'en Einsck'ätzung ihrer eigenen Kraft zu l.ir.oern und den Mißerfolg ibrer Bewegung den anderen Kategorien in die Schuhe zu schieben. Auch erzeugt das ewige Gerede nom Generalstreik die villusion, daß M auch das Problem der Arbeitslosigkeit durch dieses Universalheilmittel lösen ließe. Der Generalsekretär der Konföderation, Genosse D'Aragona, kennzeichnete die Phase, in die heute die Lohnkämpfe in Italien getreten sind, in folgender Weise: diese Kämpfe gehen heute nicht von der Arbeiterschaft, sondern vom Unternehmertum aus, sie zielen nur scheinbar auf die Löhne, ihr wirkliches Ziel ist die gewerkschaftliche Organi» sation, der die Unternehmer an den Kragen wollen: sie setzen überall mit einem starken Prozentsatz von Streikbrechern ein. Unter diesen Umständen war es nötig, eine andere Taktik der Abwehr zu finden, als die des Streiks: aus diesen Erwägungen entstand die Kampagne für die Erhebung über die Finanzlage der verschiedenen In-- dustrien. Die Entschließung, die das Verharren bei der bis heute von der Konföderation eingehaltenen Taktik bestätigte, erhielt, wie vorauszusehen war, eine ungeheure Mehrheit, nämlich 1 426 521 Stimmen, gegen 415 712 kommunistische Stimmen, bei 18 006 Stimmenthaltungen. Angenommen wurde auch ein kommunistischer Zusatzantrag, der ziemlich zweischneidig ist: er macht nämlich allen Gewerk- schaftsmitgliedern die strengste Disziplin auf„gewerkschaft» lichem Gebiet" zur Pflicht, was der Antragsteller ausdrücklich in dem Sinne verstanden sehen wollte, daß für die p o l i- tische Aktion volle Freiheit herrschen soll. Hier liegt der Kern zu einem ewigen Zwist, denn sobald den kom- munistischen Mitgliedern der Konföderation der Arbeit irgend- ein taktisches Verhalten, das die Konföderation vorschreibt, unbequem sein sollte, werden sie sofort bei der Hand sein, die betreffende Aktion als politisch, nicht gewerkschaftlich, hinzu- stellen und für sich volle Bewegungsfreiheit zu fordern. Was die Abstimmung betrifft, so haben die Kommunisten seit dem Gewerkschaftskongreß von Livorno im Februar dieses Jahres 2713 Stimmen eingebüßt, die Sozialisten 71295 Stimmen gewonnen. Noch wichtiger als diese Feststellung, die im Grunde dar- auf hinausläuft, den reformistischen Führern der italienischen Gewerkschaftsbewegung das Vertrauen der organisierten Arbeiterschaft zu bestätigen, das die Kommunisten systematisch zu erschüttern suchen, ist das Votum über das Verbleiben deritalie- nischen Gewerkschaftszentrale in der Inter- nationale von Amsterdam, die noch vor einem Jahre als die„gelbe Internationale" in unseren maximalisti- schen Parteikreisen verschrien war. Solange die sozialistische Partei ganz unter dem Einfluß Moskaus stand, war es der Konföderation der Arbeit schwer. sich entschieden für Amsterdam zu erklären, obwohl sie sich der Schattenhaftigkeit der Gewerkschaftsbewegung der Moskauer Internationale sehr gut bewußt war. Trotzdem hat auch in der Zeit der Hochflut des Maximalismus in Italien die Kön- fäderation sich nicht zu dem ihr von der Partei nahegelegten Austritt aus der Amsterdamer Internationale bewegen lassen. welcher Austritt die Zersplitterung der italienischen Gewerk- schaftsbewegung zur Folge gehabt hätte, da alle inter- nati onal organisierten Zentralverbände Italiens der Amsterdamer Internationale angeschlossen sind. Die Zentralverbände hätten also wählen müssen zwischen ihrer internationalen Zentrale und ihrer Landeszentrale. Die Kommunisten bekämpften die Entscheidung für Amsterdam nur, indem sie den Nationalrat für inkompetent erklärten, und die Frage vor den Kongreß bringen wollten. Ihre Auffassung drang nicht durch, da es sich gar nicht um eine Entscheidung handelte, sondern um Durchführung eines Kongreßbeschlusses. Interessant ist, daß Losowsky in Moskau der italienischen Konföderation ihr Bündnis mit der fozialisti- sehen Partei weiter zu„erlauben" bereit war. Interessant ist weiter, daß der Gewerkschaftskongreß, der diesen Sommer die roten Gewerkschaften in M o s k a u vereinigte, durch seine Be- schlckung mit lauter Minderheiten der Gewerkschaftsbewegung der großen Länder und durch die dadurch verhältnismäßig große Zabl der anarchistischen und syndikalistischen Organi- sationen in dem italienischen Delegierten denEindruckder u n g c h e u erlichsten Konfusion hinterlassen hat. Lotteriespkel. Konzert-Umschau von Kurt Singer. Alke Monate einmal gehen wir suchen nach dem großen Un» bekannten, der das Zeug hat, uns mehr zu sagen und zu geben, als die vielen gerühmten Namen der vorübergehend— Unsterblichen. Aber nur ganz selten wird in dieser Zufallslotterie das große Los gezogen. Auch die verflossene Woche war unfruchtbar, und stärker als je drängte sich die Sinnlosigkeit des sich verzettelnden Berliner Musik-Budenzaubcrs auf. Und die vielen, die immer draußen stehen, mögen beruhigt sein: auch am Panzer jener Musikmatadore und klischierten Größen ist nicht alles Gold, was glänzt. Die große Offenbarung kommt sicherer von den wenigen Stillen, Ergriffenen, zeitlos und gegen die Massen schaffenden Meistern, die Musik als Religion, Glauben, Gottgefühl in sich trugen. Immer wieder wollen wir, wenn von der großen Kunst, von Feiertagen der Musik ge- sprochen wird, an Bruckner denken. Langsam wird der Interpret seiner Werke Nebensache, wenn er nur nicht deutelt und geheimnis- voll tut. Furtwängler, Wölfs, Scheinpflug: alle fangen ihn an zu lieben. Den Vruckner-Gläubigen aber, die schon lange mit Herz und Seele ihm verschrieben sind, sei als bisher schönstes Vermächtnis seiner Gemeinde, als wundervoll tönendes Erlebnis der Bruckner- Seele, als tiefsinnigste, als Musikanalyse der Noten in die Tiefe dringende Erkenntnis seines Ewigkeitswertes und Welteinflusses die Bruckner-Pjychographie Erich Schwebsch' ans Herz gelegt (Stuttgart, Verlag„Der kommende Tag"). Wie es in das Herz hineinklingt, so wird es hcrausklingcn. Höret nur und glaubet nur! Bruckner wird der große Führer und Erlöser deutscher Musik wer- den, und seine Saiten, rein wie die der Majestät Bach, tönen Liebe im Erklingen für den, der ehrfurchtsvoll naht. Segen ruht auf dem Volk, das ihn erlebt. Und vor den Alltag stellt sich, als Vorahnung der Bußtags- stimmung, die H-Moll-Messe Bachs, das einsamste und größte Wahrzeichen deutscher Musikkultur, die dogmen- und kon- fessionslo'este Messe des frommen Protestanten, ohne jeden inneren Riß zwischen Messentext und gestaltendem Geist(wie ihn etwa Beethovens Wundermesse zeigt). Die H-Moll-Messe ist(wie die Bruckncrsche G-Moll-Messe) Entrückung aus der Weltlichkcit in das Reich tiefster Gefühle, ist Objektivierung des Glaubens in der Form reiner Musik. Der Genius zweier Jahrtausende rauscht flüqel» schlagend vorüber. Der Mensch in seinen Aengsten, Leidenschaften, Energien und Kämpfen scheint ausgeschaltet; fühlbar, sichtbar bleibt nur die gottgesegnete Geste des Beters, des Sünders, des Staub. geborenen, der an den Stufen des Himmels kauert. Die fast strich- lose Ausführung unter Siegfried Ochs ist das Resultat einer lang- jährigen Denk- und Erziehungsarbeit, ist, bei der allmählichen Ver- flachung sonstiger Chorleistungen, ein historisches Meisterstück. Das Allerletzte an Kraft, Ausdruck, Vcrhaltenheit zwingt Ochs seinem 5)ochschulchor ab, und selbst das Hausorchester der Schüler zeigt sich trotz technischer Entgleisungen schon im Bach-Stil heimisch. Das Solistenquartett Leonhard, Philipp!, Wilde, Nißen verstärkte den großen Eindruck der Messe. Im ersten Scheinpflug-Konzert sang Richard Tauber So bedeutet die Tagung von Verona, zu der die Mos- kauer Eewerkfchaftsexekutive eigentlich einen Gesandten hatte schicken wollen, der aber aus unbekannten Gründen nicht ein- getroffen ist, eine Etappe auf dem Wege des Abbaus des kommuniftijchenEinflusfesunterdemitalie- nischen Proletariat. Der Abbau hat in Livorno be- gönnen. Vergebens versucht Moskau, ihn bald durch Strenge, bald durch Nachgeben auszuhalten. Er ist unaufhaltsam. Man so üuhn... Tie KPT- auf dem Wege zum Opportunismus. Wir wiesen jüngst auf die talmudistischen Haarspaltereien der „Roten Fahne" hin, die in ellenlangen Ausführungen die Unter» stlltzung der rein sozialistischen Regierungen Sachsens und Thüringens durch die Kommunisten als revolutionäre Taktik verteidigte und dabei abwechselnd von der Notwendigkeit sprach, diese„Schutzwlllle der Bourgeoisie" durch Volksaufstände zu stürzen, um gleich daraus die parlamentarische Unterstützung anzuempfehlen. Diese Erziehung der Arbeitermassen zum höheren Blödsinn setzt jetzt die kommunistische Zentrale durch ein nicht minder umfang- reiches Expose„zur politischen Lage und zur Politik der Partei" fort. Die Zentrale scheint keinen leichten Stand zu haben. Sie muß sich gegen„einzelne Genossen" verteidigen, die ihr die Beteiligung an der Protestdemonstration des 31. August verübeln, weil diese Bewegung die Partei nichts angegangen habe! Dann kommt wieder die gefährliche Klippe der Unterstützung rein sozialistischer Regierun- gen. Man höre diesmal und staune: In Fällen, wo die Kommunistische Partei Gesehen zustimmt. die sie bekämpft, um den bürgerlichen Parteien nicht Gelegenheit zum Sturz einer Regierung zu geben in einer Lage, die für die Kommunisten nicht erwünscht ist, fällt die volle Berantmor- t u n g dafür auf die sozialistischen Parteien, in solchen Fällen muß der Kamps gegen das betreffende Gesetz in den Äkasjen energisch weitergesührl werden. Diese Taktik bedeutet, ins Deutsche übersetzt: die Kommunisten bekämpfen eine Gesetzesvorlage, stimmen ihr aber zu, um die sozialistische Regierung nicht zu stürzen. Nachdem mit ihrer, der K o m m u n i st e n. Hilfe die Vorlage nunmehr Gesetz g e» worden ist, führen sie den Kampf— gegen das von ihnen selbst geschossene Gesetz—„in den Massen energisch weiter". Kann man sich eine größere Hanswurstiade vorstellen l Und für diese akrobatischen Gliederverrenkungen der KPD- sollen die Sozialdcmo» traten die„Verantwortung" tragen. Nein, das ist zuviel verlangt. Wir, die wir uns täglich unseren„Opportunismus" von den Kom- munisten um die Ohren hauen lassen müssen, haben doch solch ein opportunistisches Kunststück noch nicht zuwege gebracht, daß wir ein Gesetz, das wir bekämpften, angenommen, nach der Annahme aber den Massenkampf dagegen entfesselt hätten! Wir können nur wieder feststellen, daß man sich Im kommunistischen Lager der Sprache des höheren Blödsinns bedienen muß, um eine leidlich vernünftige Haltung zu rechtfertigen. Die KPD. bemäntelt ihren Opportunismus nicht mit radikalen Phrasen, sondern- mit absolutem Unsinn, den der Arbeiter nicht verstehen soll, damit er ihn für der Weisheit letzten Schluß halte. Als die nächsten großen Aufgaben der Partei bezeichnet dann die Zentrale folgendes: 1. Die Ausdehnung und Zusammenfassung der Wirtschaft» lichen Kämpfe(Lohntämpfe). 2. Der Kampf um die Steuern, in deren Mittelpunkt die Erfassung der Goldwert« unter Arbeiterkontrolle steht. 3. Eine umfassende' Kampagne zur Verhinderimg der Stinncs-Koalition im Reiche. Auch dieses Programm atmet den Geist des Opportunis» m u s. Es ist bezeichnend, daß die KPD. jetzt ihr warmes Herz für die Erfassung der Goldwerte entdeckt hat, die sie zunächst al» Schwindel und' Bluff abzutun suchte, als sie von einem sozialistischen Minister zur Programmforderung erhoben wurde. Stimmt die KPD. nun der Erfassung der Goldwerte nur zu, um dos Kabinett W i r t h nicht zu gefährden, und will sie hinterher den Massenkampf dagegen entfesseln, oder ist es ihr dies» mal ernst? aus Dresden mit gewinnendem Ausdruck Mozart-Arien. Eine Na- vität von Kunfemüller Interessiert, weil man den Komponisten als moderne Begabung schätzte.(Er starb leider im Krieg.) Ein Reger-Schüler? Die Serenade op. 9 weiß davon nichts. Eine kleine, allzu lange, mit kargen Einfällen, niedlichen und sauberen Instrumentalscherzen geschmückte Orchesterarbeit leichtester Form, bürgerliche Unterhaltung, die auch dem Spießbürger gefallen mag. Scheinpflua hat sich in Duisburg nicht verändert, er ist der sichere, solide, ein bißchen trockene Stabführer geblieben. Und sein Publikum ist ihm in Begeisterung treu. Lola Mysz-Gmeiner schien am Ende ihrer Singekunst an- gelangt. Nun offenbart sie eine zweite Jugend, die schöne Stimm« hat' wieder neuen Schmelz, neue Kraft, und die Gestaltung des Textfinncs hat in nichts gelitten. Interessant die Rcichardtfchcn Kompositionen auf Goethesche Texte: diese Balladen sind nun alle tot, nachdem Schubert. Mozart und andere sie genial umspielt haben. Wie banal dünkt es uns heute, den Erlkönig strophenweis zu ver- tonen! Der Begleiter Vollerthun möge im Anschlag nicht mehr voller tu». Zu Schubert oer'ucht Johannes Beiden vortragsmäßig hin- zuleiten. Spricht die Musik nicht allein? Nun, manch kluges Wort und manche psychologische Feinheit im Sezieren der Müllerlieder, im Erklärungsversuch genialen Schaffens klang durch. Doch dürfte gerade das interpretierte Forellen-Ouintett(und etwa das B-Dur- Trio) die Ansicht widerlegen, daß Schuberts letzte musikalische Kraft innere Resignation bedeutete. Mit Verlaub: Wiener Luft und Wiener Ländler oerträgt so etwas nicht. Charlotte Kaufmann illustrierte das Gesprochene geschickt am Klavier. Luise Hoch spricht italienisch sehr scharf und sehr angelernt: man sollte ihr ein Billett zu Battistini schenken. Ihr Alt klingt in der Tiefe verbraucht und rauh; doch ist sie eine kluge Gcstalterin, die charakteristische Linien zeichnet und sich für neue Begabungen(Edmund Schröder) nach- drücklich einsetzt. Elisa S t ü n z n e r soll begrüßt sein: Zwar fehlt ihr die tiefste religiöse Anteilnahme an Wolfs„schlafendem Jesuskind", doch streichelt sich der seine Sopran mit Drahms-Liedern lieblick ins Herz hinein. Don zartem Reiz und gesunder Schulung ist auch der Sopran von Frau v. S t o s ch- Hoyer. Arthur Wolif begleitet sie dezent: gegen einen Flügel, der aus dem Arsenal der Steinzeit, nicht des Steinwegs stammt, kämpft auch er vergeblich. Und Alfred L i ch t e n st e i n flötet dazu höchst virtuos, leidlich seelenvoll auf einer ganz und gar goldenen Flöte eine langatmige Sonnte. Ein weniger kostbares Instrument gab früher mehr tonliche Kostbarkeit her. Es ist nicht alles Talmi, was glanz'os ist. Aber Hinze- R e i n h o l d s akademisch-korrektes Bach-Spiel ist auch noch lange nicht Gold, nur weil es glanzlos wirkt. Bleiben die richtigen Nieten: des Sängers Höflichkeit verschweigt ihre Namen. Deutsches Thealer. Am Bußtaa im Deutschen Theater St r i n d- b e r g s„O st e r f p i e das mit Freude und Helligkeit endet, weil es dem lieben Gott zufällig beliebt, die Kümmernisse der Menschen zum Guten zu wenden. Dieses„Osterspiel" ist ein Stück von der Strindbergischen Gottesbekehrung. Leugnen und Ecldmachen liehen den Seligkeitsjuchcr leer und er klammerte sich an den Himmel und das Dogma, indem er reuig zum Kreuze heranrutschte. Es ist zwei Akte lang ein Stück grau in grau, in dem die Liebenden sich hassen, in dem nur die Kinder da» gesunde Gefühl der Zärtlichkeit finden. Dänische Kulturarbeit. Wenn wir an Grenzlandpropaganda denken, so geschieht das nicht mit den besten Gefühlen. Der Abstimmungskampf in Oberschlesien ist in junger Erinnerung. � Die Formen, die er annahm, waren nicht immer erquicklich. Ebenso wenig er- freulich ist der Werbefeldzug, den Frankreich im Saargebiet treibt. Marktschreierische Methoden und Gewalt sind die Hilfsmittel, deren man sich vorzüglich bedient. Tatsächliche, aufbauende Werte werden kaum geschaffen. Ist unsere Kultur soweit gesunken, daß sie einen rein geistigen Kampf nicht mehr mit geistigen Mitteln zu führen vermag? Die Kulturarbeit der Dänen im deutschdänischen Grenz- gebiet gibt auf diese Frage Antwort. Dänemark hat in Schleswig keine Politik der großen Worte getrieben. Aber in stiller zäher Tat hat es eine Aufbauarbeit geleistet, die ver- dient, in der Oeffentlichkeit bekannt zu werden. Gleich nach der Abstimmung begann es, die dänischen Bodengesetze, die das Kleinbauerntum in den Vordergrund der Bodenpolitik stellen, auf die neuen Gebiete auszudehnen. Die Hand» w e r k e r, die unter der Herrschaft des ehemaligen Königtums Preußen eines festen Zusammenschlusses ermangelten, wurden in Vereine zusammengeschlossen, die neben Interessenvertretung praktische Ausbildung und Beratung bezwecken. In ganz anderer Weife als unter der altpreußischen Verwaltung werden den Handeltreibenden, Handwerkern, Landleuten, Arbeitern, Fischern usw. K r e d i t e zur Verfügung gestellt. Für Ausbau und Herstellung der Verkehrswege sind im Etat 1920 29 Millionen Kronen, für weitere 11 Jahre 12 Millionen Kronen angesetzt. Die an Dänemark gefallenen Häfen von Apenrade, Hadersleben, Sonderburg und Gravenstein werden in großzügiger Weise ausgebaut. Neben dieser wirtschaftlichen Durchdringung hat eine leb- hafte kulturelle Werbearbeit eingesetzt. Die etwa fünfzig däni- schen Vereine Nordfchleswigs wurden zu einer Arbeits- g e m e i n f ch a f t zusammengeschlossen, um auf diese Weise jeder Zeit-, Geld- und Kraftvergeudung vorzubeugen. Dem Schulwesen wird die größte Aufmerksamkeit geschenkt. Vier dänische Hochschulen stehen bereits auf dem neuen Boden. Ein dichtes N«tz von Iugendschulen(etwa unsere Fort- bildungsschulen mit einem stark kulturellen Einschlag) erfaßt die Jugend. Die neuen dänischen Lehr- und Lesebücher werden unentgeltlich abgegeben. Den nordschleswigschen Schulkindern wird auf den dänischen Bahnen zum Besuch von geschichtlichen Erinnerungsstätten freie Fahrt gewährt. Jedes Kirchspiel hat seine dänische Bücherei erhalten, jede Stadt eine Biblio- thek, eine Zentralbücherei wird auch höheren Ansprüchen ge- reNt, Wanderbibllotbeken dringen auch in den entferntesten Bauernhof. Während im Jahre 1914 nur zehn kleine dänische Buchhändler in Nordschleswig existierten, hat allein der Verlag Gyldendal im Jahre 1920 dort 17 Buchhandlungen mit 40 Filialen errichtet. Es würde zu weit führen, diese gedrpngie Uebersicht durch die sehr interessanten Einzelheiten zu vervollständigen und die finanzielle wie ideelle Unterstützung, die die dänische Re- aierung auch allen kulturellen Veranstaltungen in großzügigster Weise zuteil werden läßt, auszuzählen. Sie genügt, um detrzu- tun, daß es auch in unserer Zeit möglich Ist. Nationalitäten-� fragen nicht nur in vornehmer und sachlicher Weile zu behan- deln, sondern darüber hinaus inmitten desNationa» litätenkampfes Kulturarbeit im guten Sinne des Wortes zu leisten. Denn das wollen wir nicht vergessen, daß es stch auch in Nordschleswig um einen National�ätenkampf handelt. Aber in diesem Kampf, der unter dem etcyen der weißen Fahne geführt wird, sind nicht große Worte, Gummiknüppel und Revolver Sieger, sondern die höhere Kultur und die besseren Sachleistungen. Viel wäre gewonnen, wenn diese Art Nationalitätenkampf auch in anderen Grenz- gebieten die Oberhand gewänne. Der Zakernalionale Arbeitskongreß nahm am Montag nach- mittag die Konvention über den wöchentlichen Ruhetag in Handel und Industrie mit 78 gegen 23 Stimmen an. Die schäbigen Alltagsdinge spielen eine wichtige Rolle. Aber die Grimmigkeit des Schicksals wird plötzlich verwandelt, da sich erweist, daß der schuldige Zerstörer oll dieser leidenden Menschen einmal eine Wohltat an einem leidenden Nebenmenschen beginnt. Dorum kommt Gott selber, der sich als lauchender Menschenfeind verkleidet, um spätes Glück auszusäen. Man denke sich, Strindbcrgs Gott verrät Humor, geniale Galle, sogar Herzlichkeit. Mit Hosianna endet alle Qual und der Dichter lobt die schöne Welt. Wir loben die schöne Borstellunq, die wohl im Ganzen nicht mit Originalität überladen war, doch sie bot Inniges: vor allem das Traumkind, die Eleonore der Frau Bahn, die mit ihrem Tempera- ment die hektische Heiligkeit kostbar erfüllte. Aber auch Emilia U m d a, die Mutter des geretteten Marterhause». Frl. Hagen» b r u ch, die schwerblütige Braut, Hans S ch w e i k o r t, der ringende Sohn und Moralist, 5)ans Brausewetter, der artige Gym- nasiast, und endlich Eugen K l ö p f e r, der unter der Maske de» Bösewichts das Glückshorn Gottes trägt, dienten gehorsam dem be- hutsamen Regisseur Karl-Heinz Martin. MaxHochdorf. Der Maler Eugen Bracht ist im 89. Lebenzjahre in Darmstadt g e st o r b e n. Er war von Geburt Schweizer und hatte seine Lehrzeit an der Düsseldorfer Akademie zugebracht, wo Ihn namcnt- lich die Landschastsmoler Schirmer und Gude beeinflußten. Schon früh bildete sich seine Spezialität heraus: melancholische Stimmungs- bilder aus Heide und Moor, einsame Gräber unter schwerem Wolkenhimmel, stürmende Wogen an düsterer Felsenküste waren die Motive, die er immer wieder behandelt«. Unsere National» g a l e r i e besitzt von ihm ein„Hünengrab in der Heide" und eine „Abenddämmerung am Toten Meer": im Reichstagsge- b ä u d e hängen die Landschaften„Arkona" und„Ballet". Zwei Jahrzehnte(1882—1992) war er Lehrer an der Berliner, dann bis 1919 an der Dresdener Akademie. An Titeln, Orden und Me» daillen hat es ihm nicht gefehlt, in der Geschichte der Kunst wird sein Name nicht lange fortleben. Ein deutsch-böhmisches Grcnzbild. Ein deutschböhmischer Ge- nosse, der soeben in Berlin eingetroffen ist, erzählt uns: Der Zug, mit dem wir gewöhnlich von Rcichenberg nach Zittau fahren, ist in vollem Gegensatz zu normalen Zeiten so überfüllt, daß wir stehen müssen. In der letzten böhmischen Station G r o t t a u wird die Paßbude, in der auch die Grenzverkehrschcine ausgestellt werden, derart gestürmt, daß ein wildes Durcheinander entsteht, zumal sie auf Masseiibctrieb nicht eingerichtet ist. Mit rollenden, gierigen Augen drängen sich die Frauen nach Deutschland hinein, um mit der so rasch von einer halben Mark auf zwei Mark achtzig gestiegenen Krone billig zu kaufen. Ein paar Schuhe 499 Mark? Das sind sa nur 129 Kronen, und in der tschechischen Republik kosten sie 499 Kroncn. Freilich, die deutschen Zollbeamten sagen den Leuten gleich, daß heute nichts mit hinübergenommen werden darf. Aber viele sind schon drüben, es gibt auch Fußwege, und immer ist's nicht so streng gewesen, seitdem die Krone so stieg. Dabei stehen die Leute alle mit �em Herzen zu Deutschland--— allein die Valuta kennt keine Nücksichten mehr; bei den einen ist es der Drang, sich aus der Not zu helfen, daheim Unerschwingliches billig zu erwerben, bei den anderen ist der Raubliergeist erwacht, oder sie kaufen, um drüben mit Gewinn— und doch noch wohlseil zu verkaufen! „tlav Arbeit kann uns retten." In Thüringen hat die srzialistijche Regierung den Bußtag als gesetzlichen Feiertag abgeschafft. Aus Opposition hiergegen haben. nach einer Meldung des„Tag", die Unternehmer bcschlosien, sämtliche industriellen Betriebe an diesem Tag ruhen zu lassen und den Arbeitern den Lohn zu zahlen. Das sind die gleichen Herren, die sich vor Entrüstung nicht zu lassen wissen, wenn die Arbeiter- schost an ihren Festtagen feiert, und die es als unglaubliche Zu- mutung betrachtet, wenn gar für einen Demonstrationstag Fort» Zahlung des Lohnes gefordert wird. Für ihre Demonstrationen haben die Herren Zeit und Geld im Ucberfluß. Und die bürgerlichen Zeitungsphonogrophen, die bei jeder Arbeiter» feier trompeten,„nur Arbeit lann uns retten", schweigen fein stille. sie begrüßen sogar diese demonstrative Arbeitsruhe. Hübsch, wie die Heuchelei sich hier selber entlarvt. Das Weltabrüstungsproblem. Am Dienstag nahm die Konferenz von Washington in öffent- licher Sitzung die Diskussion über Hughes' Abrllstungsvorschläge auf. B a l f o u r legte den englischen Standpunkt dar. Im Hauptteil seiner Rede führte er aus. daß es für England ungleich schwerer sei, feinen Landbesitz zu verteidigen als für die Bereinigten Staaten. Er stimmte dem Abrüstungsvorschlag im Prinzip zu. deutete aber an, daß es sich England vcrbchalte, in Einzelheiten Ausstände zu machen. So bedürfe die Frage der leichten Kreuzer und der Unterseeboote noch einer Klärung. Aber er halte es für besser, aus die Einzelheiten erst in den A u s s ch u ß s i tz u n g e n einzugehen. Wie sich England diese Ausschußsitzungen denkt, zeigte Balfour gleich zu Eingang seiner Rede, als er sagte:„Ich hoffe, daß alle Geheimnisse unserer Diskussionen, solange sie Geheimnisse sein müssen, so bewahrt bleiben mögen." Damit hatte er der offenen Diplomatie, wie sie die Vereinigten Staaten wünschen, den Fehdehandschuh hingeworfen. Auch der Vertreter Japans, Kato, begnügte sich damit, dem amerikanischen Vorschlag in seinen Grundlinien zuzustimmen. Noch schärfer aber als Balfour kündigte er die japanischen Einwände an. Er hält eine genaue Prüfung des amerikanischen Planes und gewisse Abänderungen für notwendig. Die Reden Balsours und Kotos lassen erkennen, daß mit der oll- gemeinen Zustimmung gar nichts gewonnen ist und daß e» in den Ausschüssen zu sehr schwierigen Verhandlungen kommen wird. Mit einer gewissen Spannung sah man der Rede V r i a n d s entgegen, da man erwartete, daß er auch das Abrüstungs- problem zu Lande berühren werde. Aus französischer Quelle war tags zuvor gemeldet worden, England und Italien hielten die Erörterung auch dieses Problems für unbedingt notwendig und eine sehr tempercmentvolle Verteidigung der französischen Heeres- stärke im„Intransigeant". in der wieder einmal mit phantastischen Angaben über russische und deutsche Zukunftsarmeen operiert wurde, schien dieser Meldung festen Boden zu geben. Briand begnügte sich jedoch mit der Erklärung, Frankreich halte nur so viel Truppen unter den Fahnen, als es zu seiner Verteidigung nötig habe. Interessanter ist es, wenn er sagte:„Frankreich steht dem Morineproblem nicht gleichgültig gegenüber. Der Krieg hat unsere Flotte getroffen, die schon viel schwächer ist als sie sein sollte." Hier ist eine Spitze gegen England unverkennbar. da Balfour in seiner Rede„die europäischen Staaten, die kein Interesse an einer Vergrößerung ihrer Flotten haben", davor ge- warnt hatte, sich an der Konkurrenz am Flottenbau zu beteiligen. Die Sitzung wurde um IZöL Uhr ausgehoben. Das Datum der nächsten Sitzung steht nicht fest. Run hat zunächst die Geheim- d i p l o m a t i e das Wort. Geheime Serotungen. Landon, IS. November.(WTB.) Aus Washington wird ge- meldet: Nach einer Debatte, in der sich weit voneinander getrennte Ansichten über die Zweckmäßigkeit der O e s f e n t l i ch k c i t bei den Verhandlungen der Abrüstungskonferenz ergaben, entschieden sich die Vertreter der fünf Großmächte sür die Verhandlung durch Ausschüsse. Die Aufgabe, eine Lösung der Fragen des fernen Ostens auszuarbeiten, wurde einem Ausschuß überwiesen, der Vertreter sämtlicher aus der Volltonferenz vertretenen Staaten umfaßt. Ein anderer Ausschuß, bestehend aus allen Delegierten der fünf Großmächte, wurde niit den Verhandlungen über das Hauptthema der Rüstungseinschränkungen betraut. Man nimmt je- doch an. daß die Sitzungen dieses Ausschusses hinter ge- fchlossenen Türen stattfinden werden, und daß das Publi- tum Informationen über die Verhandlungen nur erhalten wird, wenn die Delegierten der Konferenz wichtige Beschlüsse unterbreitet hätten. Es wird mitgeteilt, daß außer dm amtlichen Berichten keinerlei Veröffentlichungen in Washington stattfin- den werden und daß all» Informationen über die Konferenz in Washington ausgegeben worden und nicht In anderen Hauptstädten Ein Ergebnis des Ausschußocrfahrcns wird vielleicht sein, daß die heutig« öffentliche Sitzung die letzte sein wird, die der Periode tatsächlicher Enscheidungen über die zur Dcrhond- lung stehenden Fragen vorausgeht. Es wird nicht erwartet, daß die Ausschüsse in der Lage sein werden, ohne lange Prüfung und Erörterung ihren Bericht zu erstatten. Es verlautet, daß Staats- seketär Hughes im Prinzip öffentlich« Sitzungen vor- schlug, einige der anderen Regierungen verlangten jedoch völlige Geheimhaltung, und der Plan der Abhaltung nichtöffentlicher Ausschußsitzungen ist wohl schließlich als ein Kom- promiß angenommen worden. Der Nat See fünf. Paris. IS. November.(MTB.) Pertinax kabelt dem„Echo de Paris" aus Washington: Ueber dem Komitee von 30 Mitgliedern das die maritimen Konventionen auszuarbeiten habe, über dem Komitee von Zö Mitgliedern, da« die Probleme des fernen Ostens lösm soll und über den vielen U n t« r k o m- Missionen, die die Spczialsragen beraten sollen, werde der Rat der fünf Regierungschefs herrschen analog dem be- rühmten Rot der Vier. Briand habe erzielt, daß eine rasche Prüfung aller Einzel- fragen vorerst unternommen werde: vor allen Dingen würden die Probleme behandelt werden, über die ein Einverständnis leicht zu erzielen fei, die anderen würden zum Studium und zu Ver. handlungn zurückgestellt werden. In dieser Art würden die nächsten Verhandlungen geführt werden. Die englischen und die italienischen Delegierten ließen erkennen, daß sie die Initiative zur Erörterung der Frage der Rüstungen zu Lande ergreifen würden, aber es wäre auch möglich, daß Briand es für opportun holten werde, ihnen zuvorzu- kommen, um den französischen Standpunkt zu erläutern. Die Reparationssrage solle nicht diskutiert werden. Dresel amerikanischer Geschäftsträger in Verlin. Präsident Harding Hot den Commifsioner E l l i» Dresel zum G e f ch ä f t»- träger der Dereinigten Staaten von Amerika beim Deutschen Reicht ernannt. s Frankreichs SeümgunAen an Nußlanü. Paris,!6. November. Wie die Agentur Havos mitteilt, hat die französische Regierung in Beantwortung de? Angebots � der Sowjetregierung, die russischen Schulden anzuerkennen, am 8. November dem englischen Botschafter eine Note über- geben, in der sie das russische Anerbieten als glückliches Ergebnis der festen französischen Politik gegenüber den Sowjets bezeichnet. Die Sowjrtregierung müsse ohne Einschränkung und V o r b e h a l t ihre Absicht erklären, sich künftig diesem Grundsatz anzubequemen. Im übrigen sei der russische Dorschlag zu eng b e- grenzt, um als Anerkennung der finanziellen Verpflichtungen Rußlands durch die Sowjstregierung zu genügen. Tschitscherin rede weder von den Kriegsschulden, noch von den Schatzanweisungen, noch von den Darlehen, die vor dem Kriege gewissen staatlich unter- stützten Gesellschaften gewährt worden feien, deren Eigentum die Sowjets beschlagnahmt hätten. Das Angebot schließe auch die Ent- schädigungen aus, auf die die fremden Staatsangehörigen Anspruch hätten, die von der Sowjetregierung enteignet worden seien. Ins- besondere müßten die Ausländer, sowohl für ihre Person wie für Ihr Eigentum, auf diejenige Behandlung rechnen können, deren sie in allen zivilisierten Ländern sicher seien. Schließlich müßte mit der Anerkennung der internationalen Verpflichtungen der Ver- zicht auf jede bolschewistische Propaganda, jede Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder, jede Unterstützung ausländischer regierungsfeindlicher Verbindungen, die die verfassungsmäßigen Grundlagen anderer Staaten vernichten wollten, verbunden fein. Die Note schließt mit der Bemerkung, wenn die aufgestellten wesentlichen Bedingungen durch die Moskauer Re- gierung erfüllt seien, sei die französisch« Regierung geneigt, die Möglichkeit von Verhandlungen ins Auge zu fassen. Die Fascislen auf dem kriegspfad. Im Auftrage der Fascisten- paitei tündigte Mussolnii in emem Leilanilel de»„Povolo d'Italm" den sognianmen Friedensvertrag mit den So- z i a l i st e n. Wietsthaft valutenkurse In Wien. Sine vollständige Reife durch alle valutarischen Riesen- und Zwcrqländer kann man in Gedanken unternehmen, indem man die Wiener Dalutenkurse vom 14. November betrachtet. Denn die i Österreichische Währungseinheit ist heute— abgeseben vom Sowjet- i rubel, der überhaupt nicht notiert wird— die niedrigste, die es in der Welt gibt. Bon unserem Markstandpunkt aus sehen sie wohl zumeist auf schwindelnde Höhen, ober zum Teil auch in noch tiefere � Abgründe. Vom österreichischen Kroncnniocau aus blickt man aber nur nach oben, über sanfte Höhen hinauf bi» zu phantastischen Gipfeln. Es wurden also in Wien am 14. November bezahlt: Für 1 Oesterr. Kronen Amerikanischen Dollar..,.. SM,— Englisches Pfund....... 23 460,— Deutsche Mark........ 22,78 Tschechische Krone....... 64,03 Ungarische Krone....... 6,01�4 Schweizer Franken...... 1134,25 Französische» Franken..... 422,95 Belgischen Franken...... 401,20 Italienische Lire....... 235,10 Rumänische Lei....... 36,55 Bulgarische Lewa....... 29.05 Polnische Mark........ 1,50 Holländischen Gulden...... 2080,50 Norwcaische Krone....... 840 23 Schwedische Krone....... 1 332.30 Dänische Krone........ 1 110,25 Bedenkt man. daß dies nur ein Augcnblicksbild ist, und daß sich die Werwerhältnisse mit jedem Tage weiter verschieben, dann erkennt man den ganzen Valutaunsinn der Welt. Uebersremdung der deutschen Schuhlndusirle durch Amerika. I Amerikanischen Blättcrmeldungen zufolge besteht bei einer Anzahl | von amerikanischen Gerbereien die Absicht, in Deutschland geeignete jGerbereibetriebe und Schuhfabriken aufzukaufen. Wie der >„Deutsche Handelsdienst" meldet, will man alsdann diese Betriebe I mit amerikanischem Rohleder oersehen und die Anfertigung der Fcrtigfabrikate in Deutschland vornehmen lassen, um auf diese Weise durch Produzierung in einem valutaschwachen Lande möglichst hohe Gewinne zu erzielen. Die fertigen Schuhe sollen alsdann wieder nach Amerika ausgeführt werden und dort zum Berkauf gelangen. Groß-SerlM Die Not öer �lermsten. In den stillen Vorabend des von dem alten preußischen Staat verordneten und von der Kirche willig hingenommenen Bußtags fiel ein greller Blitz, dessen erbarmungslos klares Licht allen denen, die noch sehen können und sehen wollen, zeigte, welche furcht- baren Spannungen sich in den notleidenden Teilen der Berliner Bevölkerung angesammelt haben. Die Vorfäll« in Neukölln: Ueber- fall und Plünderung von Lebensmittelgeschäften durch Arbeitslose, müssen auch denen, die gewohnheitsmäßig krampfhaft die Augen schließen und die Fäuste in die Ohren stopfen, um nicht zu sehen und zu hören, ein Signal und eine Warnung sein, die nicht über- hört werden dürfen. Auch am Dienstagabend hat leider noch eine Plünderung in Neukölln stattgefunden. Gegen 6'/i Uhr drangen etwa 100 Per- sonen— meisten» Arbeitslose— in die Filiale der Großhandels- gefcllschaft, Siedlung Dammweg, ein und raubten alles, was sie an Wurst- und Fleischwaren sowie anderen Lebensmitteln fanden. Der Schaden beläuft sich auf etwa 15 800 M. an Waren und 1500 M. für zertrümmerte Scheiben und andere Gegenstände. Der Gesamt- schaden ist— wie sich aus einer Umfrage bei den geplünderten Ge- schäften ergibt— nicht so erheblich, wie zunächst angenommen wurde. Er beträgt zirka 50 000 M. Am gestrigen Bußtag haben sich Vor- fälle irgendwelcher Art nicht ereignet. In solchen Zeiten der Not hat dos Bürgertum Immer nur ein Wort als rettende Formel zur Hand: Polizei... Weiter geht nämlich die Weisheit der Helten vom freien Handel nicht. Die Polizei kann vielleicht die Geschäfte schützen, ober den Hunger der Massen kann sie nicht stillen, den Schrei der Verzwei- felnden nach Lebensmitteln kann sie nicht erfüllen. Die Rot ist eine allgemeine und sie kann nur gesinderk werden durch Maßnahmen, die jetzt endlich mit aller Energie dafür sorgen. daß von Rechts und Gesetzes wegen denen, die zuviel haben, der Uebersluß abgenommen wird. Das ist die Aufgabe der nächsten Zukunft. � ver NelgenprozeK. Rechtsanwalt Wolfgang Heines Verteidiauugsrede. In dem weiteren Verlauf seiner Anklagerede führte Staats- anwaltfchaftsrat B r a d k e noch folgendes aus: Eine ganze Reihe von Zeugen habe bekundet, daß sie Anstoß an der Aufführung de»„Reigen" genommen haben. All« Zeugen» aussagen gipfeln in dieser Ansicht. Die Aufführung eines Stückes bedeutet eine Handlung, und alle Schauspieler in ihrer Gesamtheit sind veräntwortlich für diese Darstellung, die die Vornahme unzüch- tiger Handlungen enthält. Obwohl die Musik an sich sicherlich nicht unzüchiig ist, aber an dieser Stelle wirkt sie derart. Die sittliche Entrüstung der Vertreterin des Jüdischen Frauenbundes zeige, daß es sich um keine antisemitische Hetze handele. Alles in ollem: Das Gesamtbild muh unzüchtig wirken. Der Anklagevertreter kommt zu dem Schluß, daß diese Aufführung des„Reigen" als Vornahme einer unzüchtigen Handlung aufzufassen und die Angeklagten strafrechtlich verantwortlich seien, da alle objektiven und subjekiiven Voraussetzungen erfüllt seien. Daß die Vorführungen nach dem 22. Juni fortgesetzt wurden, be- deutet eine Verhöhnung des Gerichtes. Eine Geldstrafe wäre ein Hohn. Nur Gefängnisstrafe ist hier angebracht. Nach der Rede des Staatsanwalts erhält der Verteidiger der Angeklagten Rechtsanwalt Wolfgang Heine das Wort: Auf der Anklagebank sitzt eine der ersten Schauspielerinnen Deutschlands. Als Gutachter sind hochongeschene, führende Männer unseres Geisteslebens anwesend. Leuchten der Wissenschaft, Kenner der Weltliteratur, die beiden Präsidenten des Deutschen Bühnen» Vereins und Kenner der gesamten Theoterkultur. Bon ollen diesen Männern hören wir immer dasselbe Gutachten, daß die Ausführung eine künstlerische, fein abgetönte, säst allzu dezente gewesen ist. Auf der anderen Seite sitzen Professor Brunn er und der Staatsan- walt, und letzterer bekommt es fertig, gegen die Angeklagten Ge- fänqnisstrafen zu beantragen, er hat damit gezeigt, daß er in diesen VA Wochen währenden Verhandlungen nichts gelernt hat. Bezüglich der Zeugen sagt Rechtsanwalt Heine: Bei aller Achtpng vor Frauen in der Liebestäligkeit müssen diese Zeuginnen als ganz einseitig eingestellt bezeichnet werden. Manche Zeugen seien politifch einseitig und voreingenommen. Was die Veleiligung des Antifcmlklsmu« an dem Feldzug gegen den„Reigen" betrifft, so glaube er zwar nicht, daf� nur Gründe des Antisemitismus mitgewirkt haben, aber sicher habe die Agitation einen antisemitischen Beigeschmack. Prof. B r u n n e r sei ein interessanter psychologischer Fall; er meine es gewiß ehrlich, aber dazu habe sich mit der Zeit eine maßlose Selbst- Überhebung und Uebertrcibung gesellt, die Routine, die Gewohnheit, der Ehrgeiz, das Strebertum. Der Berteidiqer spricht dann über die moralische und politische Wirkung des Stückes und dessen Bühnendarstellung. Die Klapper- storch- und Kinderstubenpolitik des Professors Brunner und des Staatsanwalts ist verfehlt. Das Einmischen Brunncrs in Kunst- dinge ist gcmeinfchädlich. Ueber de» Antrag des Staatsanwalts auf Freiheitsstrafen wolle er kein Wort verlieren. Es handle sich nicht bloß um eine bedeutende geschätzte Künstlerin, sondern es gehe hier um die Freiheit des deutschen Geisteslebens. Weiter sprach noch sür die Verteidigung Iustizrat Dr. Rosen- berger. Das Urleil wird, wie bereits mitgeteilt, am Freitag ge- sprachen werden._ Derliner Abenteuer einer Pariserin. Zwei Koffer im werte von 350 000 M. verschwunden. Um Ihr ganzes Rrifegepäck gekommen Ist eine Pariserin, die nach Berlin gekommen war. Mit zwei Koffern, die ihre Kleidungs- stücke und Schmucksachen im Werte von 350 000 M. enthielten, war die Dame auf dem Anhalter Bahnhos eingetroffen. Dort bestieg si« eine Benzindroichke, die gerade zwei Herren nach dem Bahnhof gebrocht hatte und ließ durch einen Gepäckträger die Kosscr in den Wagen bringen. Die Dame suhr dann nach dem Ijause Kurfürstendamm 23, wo sie eine Pension beziehen wollte. Während der Wogen unten wartete, ging sie hinaus und gab einem Mädchen den Auftrag, den Chauffeur zu entlohnen und die Gepäckstücke herausbringen zu lassen. Da sie aber nur wenig deutsch sprechen kann, so ver- stand das Mädchen ihr« Anweisung nicht genau. Es ging hinunter, entlohnte den Chauffeur, ließ sich aber nicht die Koffer geben, die sie. da sie Im Wogoninnern untergebracht waren, auch nicht sehen konnte. Der Chauffeur suhr nun mit den Koffern davon und hat nichts mehr von sich hören lassen. Auf die Wiederherbeischaffung der Koffer ist eine hohe Be- lohnung ausgesetzt. Der Tote im Kornfeld. Aufklärung einer Danzlger Dlukkal. In einem Kornfelde bei Prangschin, unweit Danzig, wurde am 28. Mai d. I. die Leiche eines Mannes aufgefunden, der, wie sich trotz der vorgeschrittenen Verwesung erkennen ließ, ermordet und beraubt worden ist. Das Oberhemd des Toten und der Umlege- tragen trugen beide amerikanische Firmenbezeichnungen. Die An» nähme, daß es sich um einen aus Amerika eingewanderten Mann handeln würde, wurde noch durch eine., Reifepaß bestätigt, der un- weit des Fundortes der Leiche gefunden wurde. Er lautete auf einen Im Kreise Minsk gebürtigen Joses Drodowski und war vom polnischen oder russischen Konsulat in Washington ausgestellt. Auf Veronlassung der Danzlger Polizeibehörde fahndete auch die hiesige Kriminalpolizei auf den Täter und gestern gelang es ihr, den Täter zu ermitteln, festzunehmen und auch zu einem Geständnis zu bewegen. Es handelt sich um einen 23 Jahre alten früheren Heizer Otto Rathke, der aus Proust bei Danzig stammt und der sich schon längere Zeit unter dem Nomen Mar Polenz in Berlin aufgehalten hatte. Er hatte hier Anschluß an die Kreise anormal veranlagter Männer gefunden und sich durch feine großen Geldousgaben, besonder» aber durch seine Dollarverkäufe verdächtig gemacht. Nach einem scharfen Bcrhör gestand Rathke dann, den Mann ermordet und beraubt zu haben. Noch seiner Darstellung habe er ihn, der keine einwandfreien Papiere bei sich geführt habe, über die „grüne" Grenze führen wollen. Unterwegs seien sie in Streit ge- raten und er habe im Ringkampf zu leiner Schußwaffe gegriffen und den Mann erschossen. Dann erst sei er aus den Gedanken ge- kommen, sich des Geldes zu bemächtigen, vas der Fremde bei sich trug. Es waren feiner Angabe nach 1200 Dollar, außerdem hätte er noch Uhr und Kette mitgenommen. Im ganzen will er dafür etwa 90 800 M. erhalten baben. Der Befund läßt jedoch einwand- frei erkennen, daß der Mörder fein Opfer in das Kornfeld gelockt, dort vorsätzlich niedergefchossen und dann völlig ausgeplündert hat. Wer der Ermordete ist, steht noch nicht bestimmt fest. Das letzte wannfeeopfer geborgen. Den unausgesetzten Demilhun- gen der Abteilung Potsdam des Reichswasserfchutzes ist es gelungen, gestern morgen gegen 9 Uhr auch die letzte Leiche der bei dem Dampferzusammenstoß auf dem Wannsee ertrunkenen Per- sonen zu bergen. Die Tote ist die 38 Jahre alte Kontoristin E m m y L o r e n t au» der Kreuzbergstr. 23, die an der Landungsbrücke Haveleck herausgefischt wurde. Die Leiche wurde nach der Fried- hofthalle in Wannsce geschafft. Der zwölfte kreis(Steglitz, Llchterfelde, Lankwitz) lehnte gestern nach einem Referat des Genossen H e> n i g mit FünfsechstelmosorltSt eine Stellungnahme g e g e n die Politik der preußischen Fraktion a b. Zungsozialislen. Heute abend: Gruppe Neukölln: 7K Uhr im Jugendheim, Noqatstr. 53, Diskussionsabend.— Gruppe B r i tz: 714 Uhr Im Jugendheim, Chousscestr. 48, Literaturabend.— Gruppe Friedrichshain: TA Uhr, Gcmeindefchule, Straß- mannftr. 6, Vortrag„Sozialistische Literatur'(Ref.: Erich Gucy).— Gruppe Spandau: TA Uhr im Jugendheim, Neuendorfer Straße 35. Vortrogsabend.— Gruppe Schönhauser Vor- stadt: TA Uhr bei Carl, Wichertslr. 69, Dortraasabend.— Gruppe Friedrichshogen: TA Uhr im Jugendheim, Schornweberstraße. Dortrag„Proletarische Frühzeit" lRef.: Robert Keller).— Trupp«Treptow:7tf Uhr im Jugendheim, Elsen- straße 2, Vortragsabend. G ewerkschQftsbewegung Der Streik bei der NeichSversicherungsanstalt. Durch einen ausführlichen Bescheid des Herrn Rcichsarbeits- Ministers Brauns an die Streikleitung, ist der Streik an einem Wendepunkt angelangt. Da der Anlaß des Streiks durch die end- lich erfolgte Entscheidung gegenstandslos geworden ist, wird die Wiederaufnahme des Dienstes in der heute früh um 10 Uhr in den Kammersälen, Teltower Str. I— 4, stattfindenden Versammlung höchstwahrscheinlich beschlossen werden. Vor Beginn der Versammlung wird am Saalcingang der erwähnte Bescheid den Streikenden in Abdrucken zugänglich gemacht, damit sie eine klare Entscheidung treffen können. Die Postbeamten im Porbereitnngsdicnst. Von den Postbeamten im Vorbereitungsdienst, die in der Zu- schrift an uns als d i e A r m e n d c r A e r m st e n bezeichnet werden, wird darüber geklagt, daß sie durch die letzte Besoldungs- reform nicht mit erfaßt wurden. Die Gchaltsfrage soll für sie durch besondere Verfügung— laut Bekanntmachung der Oberpostdirektion im„Postnachrichtenblatt"— geregelt werden. Bei der letzten Teuerungsaktion waren die Beamten im Vorbereitungsdienst von der Zulage von 23 Proz. zuerst ganz ausgeschlossen, nachdem aber wurden diejenigen von ihnen, die mindestens 20 Jahre alt und ein Jahr im Postdienst sind, mit einbezogen. Bei den übrigen handelt es sich um Männer zwischen 25 und 30.Jahren, zum Teil um Kriegsbeschädigte, die jahrelang gewartet halten, bis sie erst einmal eingestellt wurden. Sie erhalten Monatsgehälter von 650 bis 950 Mk.— weil sie noch nicht ein Jahr im Postdienst stehen. Sie erwarten bestimmt, daß durch die besondere Verfügung ihrer außerordent- lichen Notlage auch einmal ganz besonders abgeholfen wird, sollen ste nicht der Verzweiflung in die Arme getrieben werden.* Ein besonderes Kapitel bildet für sie die K l e i d e r f r a g e. Die Entlossungsanzüge können nicht mehr geflickt werden. Sie hofften bis Jahresende— einer Bekanntmachung zufolge— mit neuer Dienstkleidung versehen zu werden. Nun stellt sich heraus, daß der Stoff— zum alten Preise— nicht mehr ausreicht. Der Preis. auffchlag aber verdoppelt fast die Preise der Kleidungsstücke. Hier müßte vorab eingesetzt und den bedrängten Angestellten die Kleidung zu den alten Preisen beschafft werden. Hier heißt es wirklich: Schnelle Hilfe tut not. Was aber den Betreffenden mit not tut, das ist die gehörige Organisation, unter deren Schutze sich solche Mißstände nicht herausbilden können. Entschließung zur neuen Beamtendcsoldungsreform. Der Westgau des Bundes der höheren Beamten faßte in einer gestern hier abgehaltenen Versammlung, die sich mit der neuen Be- soldungsordnung befaßte, eine Entschließung, in der es u. a. heißt, daß die erreichte Besserung der Bezüge auch jetzt noch hinter den im Besoldungsgesetz vom 7. Mai 1920 gegebenen Versprechungen der Anglcichung des Beomtengehaltes an die Einkünfte der freien Berufe zurückbleibe. Sie komme zu spät, um die schweren Schäden, welche der Beamtenschaft durch jahrelange Not und Zurücksetzung dauernd zugefügt wurden, wieder gutzumachen. Gleichwohl solle anerkannt werden, daß die Regierungen und Parlamente eine Besserung ge- währt hätten, die geeignet sei, die gesunde Arbeitskraft und das er- schlitternde Vertrauen der Beamten neu zu beleben und ste zu treuer Pflichterfüllung anzuspornen. Trotzdem werde auch in Zukunft die Lage der höheren Beamten bei der zunehmenden Verschlechterung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse immer drückender werden. Des- halb werde es unumgänglich notwendig sein, daß bei der fort- schreitenden Teuerung und Geldentwertung eine automatische Erhöhung der Gehälter auf dem Wege pro- zentualer gleichmäßiger Erhöhung der Grund- g e h ä l t e r erfolge. Der besonderen Teuerung im Industriegebiet entsprechend verlangt dessen Beamtenschaft dringend die Gewährung einer besonderen Zulage._ Der Konflikt in der Mannheimer Groß-Jndustrie. Bei der Abstimmung über den G e n e r a l st r e i k in den hie- sigen Betrieben der Großindustrie aus Veranlassung des Benz- Konfliktes stimmten 10 700 Arbeiter für den Generalstreik und 800 dagegen. Das Ergebnis der Abstimmung ist dem Schlichtungs, Ausschuß unterbreitet worden, der nochmals versuchen wird, eine Einigung herbeizuführen. Streik der Zimmerleute in Erfurt. Die Zimmerleute haben die Arbeit niedergelegt. Die sozialistische Presse bezeichnet diese Arbeits- niederlegung als den Beginn eines schweren Kampfes im gesamten Thüringer Baugewerbe. Zn der Teigwarenfabrik der GEG. in Gröba wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Durch Vermittlung des ADGB. wurden mit den Vertretern der Großeinkaufsgesellschaft deutscher Konsumvereine und des Zentralvcrbandes der Bäcker und Konditoren Bereinbarun- gen getroffen und der Streik beigelegt. Zimmerer. Heute Uhr im Saal 4 des Gewerkschaftshauses allgemeine MilgUedcrvertamuiluna mit Lichtdildervortrag Uber„Die Kunst der Allen". Sämtliche Mitglieder sawie deren Frauen und erwachsenen Familienangehöri- gen sind dazu'eingeladen.— Der Vorstand. Mus aller Velt. Di? Eltern umgskommcn— die Kinder nach Amerika. In Bremer- Häven kamen mit dem Dampfer„Möwe" 52 ukrainische Waisen- kinder aus der Ukraine über Danzig an, um mit dem Dampfer „Amerika" nach New Park weiterbefördert zu werden. Die Eltern der unglücklichen Kinder find den surchtbaren Wirren zum Opfer gefallen, die in Rußland infolge der Revolution und der vielen Aufstände gegen die Sowjetregierung immer wieder ausbrechen. Wetterbericht bis flreitng mittag. Im östlichen Küstenaebiete zeitweise heiter, sonst überwiegend trocken oder nebelig bei mäßigen östlichen Winden. Temperatur in der Näbe des GesiicrvunkleS. Dcrantw. für den redakt. Teil! Dr. Dcrncr Pciser, Cbarlottenburg: flir Anzeigen: Tb. Cölocke, Verli». Vertag Varwärts-Vcrlag G. in. d. H.. Berlin. Druck: Dorwärts-Buchdruckcrei u. Verlagsauslalt Paul Singer u. Co.. Berlin. Lindensir. Z. TRADITIO Qamnfierf ersfe Qualifdl SO o ux�sc�xxxjtxxjoaocboco•| § Thealer, Lidilspleie usw. m oocosraooccoooooooccoooxixxy-co— �— cvxxxxsnooS fc Onernbaus Mignon 7', 2 Uhr Scbauspieihaus Peer Qynt _ Tl, Lhr_ Bentsch. Tlieat. 7lV Louis Perdinnnd, Prinz von Preuücn Freitag I Uni: Ostern Kammerspiele 8 ü.: Der Hüliaerhof Frt. 8; Der Hühnerinoi Gr.Schanspielh. iKarlftialle' 7U: Cütz v. Berlichlneen Freiing 7 Uhr:(iötz T. tterllchlngen Theater I. d. Koaigorätz.Str. / 30: Manon Lescaut (Orska, Janssen, Bild!, Riemann, Brandt. Plcha. Retikopi, v. Twardowski, Appell, Klupp) Freilag rum l Male: Hidalla (Der Zwergriese) von Frank Wedekind (Hanau, Chart. Schultz, Riemann, Kinz, liildi, Dernburg.v.Twardowski Brandt, Branden, Lundt, Alexander, Bauer, Klupp) Komödienhans i äghe 1 7,30 Uhr: Die Fahrt Ins Blaue (OlSssner, Richard. Engl, Pröckl, Slieda) Berliner Theat. Täglich 7.30 Uhr; tyrinaeffin Fritzi Massarya.c. Ralph Arthur Roderts. Pepl Zampa, Hb. Klpi r Residenz Theat Heute Donnerstag I U- zum I. Male: Dan weite I.and von schnlizler Trlesch. Bertens, Korff Schroth, Welcher, Schneider-Nissen, Halbe, Fürth, Klein, Schönleld, Harot MMsMüme Theater an» Bulowpiai? 6s/4 Uhr z ersten Male: Konig Lear Trianon-Theat. Täglich' ,k Uhr; Arnoic* Korlff in Mein Freinii Teddy Sonnab. 4U kleine Pr,: Rotkäppchen Kleines Theater Täglich 7'/} Ui r Eug. Burg. Carola Toelle Falkenstein. Albers in Fräul. Josette — meine Frau Sonnab 4 U. kleine Pr Sehne ewlttchen Admiralspaiast '/»Uhr. Abrakadabra Lessiag-Theat. Heute his Sonntag?>/»: Die Spielereien einer Kaiserin Montag 7 Peer Oynt Deutsches Künstler-Tli Allabend ich 7V,: Der heilige Ainlirosius Cenlral-Theator u.: Detektinnädel DeutschcsOpernhaus /■/» u.: Rigoletto Friedr. Wilhelmst. Th, i uhr: American Cirl Intimes Theater I U: Bic Spelunke Lauf doch nicht immer nackt herum Klein. Schauspielhaus T'/sU.; hiki(Lustsp) Lustsnielhaus 7v2u: Peter Brauer Metropol-Theater n—-- u. Re.cluhnlien- Theater Stettiner Sänger Ab T'i» u. St nehm e" Mm'/»Pr Variete Donh.-Br. Aug farletfi-SpielpIan Straiiensängerin Neues Operetten-Th s uhr: Königin d.Haelit Neues Theater am Zoo• 71, u8: Jung muß man sein AufTcllzahiang Anzüge Cutaways, Ulster, Schlüpfer, Raglans, Maßard. moder.Saihen bequ distr.Ratenrahlg hkisörkgttiieh Noliendortstr. 222 i Nähe Nollenöorr-Pl.l Jch hab's! itax Landa Bruno Kastner Sasciia Dura Willi. Hartstein Franz Groß P.Westenneyer eutjs i ntsdiur Hm tuu«z Iii,««* n«..«« um DerDunmkopl 1 Äl,ierl Paili|9 Neues Volksthcater 7V, u.: Jugendireunde Schiiler-Th Charlbg. 8 U.: Meine Frau, die Kofschauspielerin Schloßpark-T. Steglitz � uhr: Das Konzert Thalia-Theater uhr'. Schäm' iicii, Lotte Theater fies Westens uh'r Braut dluenllus Shd, 4: Hänsel u.(iretel Theat am Nollendorfpl. S'/jUhr; Torquato Tasso u8: Die Ehe im Kreise Th.i.d.Kommandant.Str (Jüd. Künstler-Tb.) 7'/, Uhr Oybuk Wallncr-Theater i1/, uhn Nixchen Walhalla- Theater Warzen o. Lehertl.(Linsen) en'steli. auch das schönste Gesicht Beseitig in wen. Tag. durch „Radio!" schmerzlos u. ohne Narhe, ebenso ein Radikalmiit z. Beseifio. v Hühneraugen. Fläsch. M. 30. Nach n oder Vorems. Postscheckkonto I 0345. Glänz. Zeugn. ..Sanitas". Elsenach, AlexanderstraBe 14. Man verlange in allen einschlägigen Geschäften ausdrücklich Urbin-T erpentinolware die nocii nie erreidile Qaalilfil! Pickc, Hauiunremigk U«.sichts- röte etc.. werden schmerzlos, unmerkbar für die Um�ebuna. ab- e.«.. � ßesenält durch echte Vater- Phillpp-Schaikur, danach Kommt anmutige Junge zarte Haut zum Voi schein, ä 12 M. vorn Laboratorium Dresden-Zschachwitz 146, erhält lieh in der Elefantenapotheke, Leipziger Straße, und in den Drogerien Bastianstr. 2, Fehmarnstraße 3, keinickcndoner Str. 119, Charlotten- straße 76, Pankow, Prinzstr. 6.* FOLIES GAPRICE Limenstr. 132, am Oranienburger Tor Täglich 8 Uhr: mit Perd« Grüneckei Tel. Norden>-650 jClRCUS iSUSCH Tgl 7V�Stgauch3U. Eine neue Clrcus-�en-ation! Der tollkühne Cnmilo Mayer al- Napo eon auf dem Turimefl Außcidem: Cony-Allhoif elc DleSchlanQed.rDiirji Im.Paula Busch pers jedes Quantum, kauft Metall• Kontor Jobn, Altejakobstr. 138 Snllantenl Ninge.Schmuckslücke sed.Art. große, werto. Zu» \ weien.Periens chnttre taut. z. d. momentan> ehr haß. Sinolandstursu. zahl t.gr.Mrrme Steine diretle Phantasiepreise. Wir üderdiet. sah jed. reelladgeged Dedotd. 30°«. dawireineeinua» ariige dirett.Pe>w.'rt. haben. Ankauf ahch mit Riickkaufsrecht tstSdt.tonzession.)..Ternerzu! sehr hoh.Preis.: Geld. Uhren, Kellen Platin-.] Gold- u. Siiberbruch u.G> genlläiide.Miiu eu- sammIungen.Pfandscheine lös ein u zahl zu Groß Verlust erleiden Sie. wenn Sie»id>t zu| unstommen G- Enttäuschung hab Eielleto wrnn Sie die niedrig Angebote andermchören Derlioei' iumleu- Vecvei'tuugssteiic Spezlelgeschift f. den Antan! r roß. Objekte. Pom Puhlttnm seihst als eine höchstzahl.S eUe\ \ anerkannt. Loden: 2Ugou)ttr.S3, erli kiaus o d PotsdamerSir. Seöffn.» n-7 Uhr. L!tgow 2 00\ | Sonntag» 9—1 Uhr| Afilf■ kauft wieder VOKI und zahlt für Sl!liu»teu.E!>W!iie Miva.Eöü-MSildMM sowie Gegenstände den höchsten Tageskurs. Dirette Verwertung. gflliilionsls. 183 Zclrpn. dumbolDi3l8u Geflt.lliuO Prandscheinc Brillanten, Gold Silber(Brach) PBatin Za bngebisse Za�n 10 bis 150 Mark Prismen- Feldstecher Ankauf zum Auslandskurs Einwechseln von ausländisch. Gold- u. Silbermünzcn� Kurt Kehlert, Berlin Lothringer Str. 34 VeritäHfe Sibirischer Strcnjfuchä, selten schön, 473, prachtvoller Eilbersucha 373, außerdem Alaolasucha, Blaufuchs billig ver- käuflich. Goldmann» Alexandrinenstraße 4411, Ecke Kommandanten» siraße._* Leihhaus Schöneberg, Sedan» straße 1, gegenüber Bahnhof» beleiht höchst. zahlend alles. Stets Verlauf van Wert- sache». Stephan 2033. Richard Eichelmann.* Hobel Möbelspeicher. Möbelabzahlung ohne Preisausschlag. Rom. plette Zimmer. Einzel- möbei» Chaiselongue spottbillig. Wenger, Silberschmelze Ehrl. stionat. Köpenicker» siraße 20. sgegrullder Manteusfelstraße), tauft Zahngebisse, Pletinab- fälle» Schmucksachen» GIühstrumpfasche,Ltteck» stlber, sämtliche M-. lalle. 142«« Gelegenheitskaus. Leinen» Handtücher 3,— Mark, Laien 28-65, Deckbettbezüg« 48—65,__________ Riffen 13, Bettbezüge' Marsilinsstraße 8(fllc. mit herrlicher Blumen»' xanderplaß). Iii«« slickerei» Damast-Hand»——---- tücher, Wäschrsiofse,! Sosaumbau, Damenhemden spolt. �Chalselangues» Auflage. billig. Badenschesiraße: matraßen, Putent- 10 II» Nähe Bayrischer. Matratzen 130,00. Wal platz. Elegante Schlüpfer, Iackettanzüge, Paletots, Cutaways aus gediege- neu Maßstoffen, pracht- Sitz, kaufen Sie ter,' Stargarderstraße achtzehn. Aalbumsonst! «renzsitchse 90,— an, Rotfüchse 70.—, Zobel- füdise, Alastafüdzse, voller__.... I spottbillig bei Gold» � sämtliche Pelzwaren zu mann, Alexandrineu» Schleuderpreisen. Pelz. straße 44 II, Ecke«am- vertrieb«ottbuser I mandantenstraße. Damm 2, neben Jan- --- darf.- Ü50L» f" chse, I chse,! L, Musikinslrurnenle j Silberfüchse 400, '«tcuzfudjfe 300,—, Wölfe 400,—, Weißfnchi I' Zobel-, Alastafüäy Skunks, Marder enorm l Pianos, Pelzmäntel großes Lager neuer und Sä'« i Spor.pelze gebrauchter Jnstru. 300,—, Gehpelze, ffer- meute. Echerer, Chausseestraße 103. stinkausvonZjvlWeieii ner: Herrenanzüge, Ul- ster, Cutaways,«o» stüme, Mäntel, Tep- piche, Gardinen, Wäsche verkauft Leihhaus Moritzplatz 330.«eine Lombardware. 131«« Leihhaus Friedrich.! straße 2(Hallesches Tor), Wienersiühle, vertauft spottbillig UI- Zentrum 12? Ig. 76/8' ster, Paletots, Echlüp- Ksusgezuehö Lalaleiurichtunz, kauft l Archiven,«unstblättern. Hand- Zeichnung., Auto raph, illufir. Werten aller Zeiten. Haudschrlst -mit und ohne Malereien, alte» 'Drucken, einze neu Büchern von Werk. Siammbiichern usw. �TaTtin Breslauer Berlagsbuchhändler und Antiquar Berlin W 3 Französttche Str. 4« J tauft ?c;ü* fer, Iackeltanzüge ans � GrU-r�-ank, erstttasssgen Maßstoffen Bureaumöbel in prima Verarbeitung. Zentrum 127 lg. Gelegenheilstäufe in'_,. «reuzfüchsen, Silber- � F-ldstecher. füchsen, Alaskafü-i.s-n, Mckroslope.Operngläser, Opossumkragrn und Pbotoapparat« tauft Wölfen,«eine Lom-, DWZ.» Oranienstr. 138. bardware.-----" schallplatten. Tapeten, I Walzen, alte, tauft : Wad>stuche, Linoleum. Meialltontor W John, j Danerwösche oertausr- Alte Iatobsiraße 13« Szillat,«oloniestraße S. j(Höllisches Tor). 103«« Dnterriehl «aufmännische Privalschule oon Hugo Strahlendorff, Spit- lelmartt, Beulhstr. 11. Buck-führung, Rechnen, Schriftverteyr, Schnell- schönsrhreiben. Deutsch, «urzschrift Stolze- Sd>rcy, Moschineschrct- Ken auf allen ge- bräuchlidien Maschinen, Uebungsstunden, Dit» tatstunden. Lehrpläne unentgeltlich.« Verschiedenes Dauerwäsche repariert Born, chenbergerstraße 7. Ret- �rdeitsinsria j Slellenanoebale| Metall- schleiser aus vlektrische Bügeleisen verlang!« S. Z iiitl M. B In.«Obers chon eweide.