Nr. 548 ♦ 3$.?ahryany Ausgabe A Nr. 277 Bezugspreis: «itNeriiih�ZS.- M.. monaU. IZ.-M. Kei ins Haus, aurcms üahlbar. Polt- bnufl: Monatlich 12,- M, tinfftL Zu» stcllungsgebuhr. Unter Kreuzband tiit Sieutfdilanb,®Jnj g, das Saar- und Memelgediet, sowie die ehemals deut- Ilf-en Gebiete Polens Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 22.- 931, iilt da» übrige Ausland 29,— M, Post» beftellungcn nehmen an Oesterreich, Ungarn, TIchecho- Sloinniei, Dänemark, Holland Luxemburg. Schweden und die Schwei», Der„Dorwaris* mit der Sonntags- beilage»Volt und Zeit" der Umer» haiwngsbeilage �eimwelt" und der Beiloge„Siedlung und Kleingarten" erschein! wocheniäglich zweimal. Sonn- tag» und Montags einmal. Telearamm-Adresse! »SajiaUteuiotcal Setiin" Sonntags Ansgabe liincr Volksblstt ( gfj Pfennig) AnzeigcnvrsiS: Dt« gehngefcaitene Sionpaieülezefl« tostet 7,— M.„kleine Anzeigen" das leligedinukte Morl Z.— M.r die ndchste Jhratm« müssen di» 4,'i Ahr nachmittags im Hauptgeschaii. Berlin SW K8, Linden- straße 3, abgegeben werden. Deiifinet von S Uhr srilh bw i Uhr abend», Zcntralorgan der rozialdemokrattrchen Parte» Deutfchlande Neöaktion und Expedition: EW öS, Lindenftr. Z Redaktion l0?oritiplan lSluS—«7 ,hcrii,z,rrn,tr. ��oition Morichpla»»175»— 54 ----------------------------- Sonntag, den 20. November 1921 Vonvärts-Verlag S.m.b.h., SW»8, Lindenftr. 3 Äkernivreetter- Betlag. Expedition und Inseraten. " y'vrro,<:y. MbteU||||fl MoriNPIach 11753-54 Arbeiter, Angestellte, Irauen! Parteigenossen! Dle wirkschafMchen Fo!gen unserer erdrückenden Repara» klonsoerpslichlungen. verschllmmert durch eiu gewissen- loses Wucherer- und Spekulanlentum. lassen eine neue ungeheure Teuerungswelle über uns hereinstürmen. Sprunghast gehen die Preise für die notwendigsten Lebensmittel und Be- darssartikel von Tag zu Tag in die höhe, keine Lohnbewegung kann hiermit Schritt halten. Soll nicht das gesamte arbeitende Volk in immer unerträglicheres Elend versinken, so müssen die Regierungen den schärssten Kampf gegen Wucher- und Börsen- spekulation ungesäumt ausnehmen. Die Gesundung unserer Zinanzen. dle Besserung des Markkurscs, die Ersüllung unserer Ber- pslichlungen aus dem Ariedensultimalum ist nur möglich bei schnell- ster Durchführung der geplanten Steuergesetzgebung unter gerechter Belastung der zahwngsfähigen Bevölkerungskreise und der rückslchts- losen Verwirklichung des Gedankens der Ersasfung der Soch- werke zugunsten des Reiches. Mit allen geeigneten Rkttteln wird hierbei die Sozialdemokratische Partei jeden versuch, die im Besitz des Reichs, der Länder und der Gemeinden be- findllchen Betriebe dem Prlvatkapltal auszuliefern, bekämpfen. Eine Anpassung der Löhne und Gehälter an die Teuerungs- verhältniste muh erfolgen, eventuell durch gesetzgeberische» Eingreifen des Reiches. Die Gewerkschaften müssen von uns zu höchster Kampfkraft gestärkt werden. Zersplitternden, disziplin- widrigen Sonderattionen einzelner Gruppen oder Betriebe muh die klassenbewußte Arbeiter- und Angestelltenschast energisch entgegeiklreteu. Leider sind schon wieder unheilvolle Kräfte am Werk, um die steigende Rot weiter Volkskreise vor den Sarren einer be- stimmten Parket zn spannen. Plünderungen von Läden in ver- schlcdenen Stadtvierteln, die offenbar planmähig organisiert sind. zeigen das Wirken von Lockspitzeln aus den Reihen der KAPD. allzu- denilich. Diese Plünderungen können das Elend nicht mindern; s! sind nur geeignet, den Wirrwarr auf dem Lebensmittelmarkt noch zu vergrößern, dem bernfsmähigen Verbrechertum willkommene „Arb-- ls-gclegenheit zu geben und ehrliche, irregeleikeie Arbeiter in tumu-loses Unglück zu stürzen. Solchen Aktionen durch Auf- klärung der Arbeiterschaft entgegenzuwirken ist unser« Pflicht. Eine neue Belebung ihrer schon sehr stark eingefrorenen Agl- lation suchen jetzt die Kommunisten auch aus dem Hunger- streik der Gefangenen in der Strafanstalt Lichtenburg bei Torgan zu ziehen. Räch den eigenen Angaben der Kommunisten haben diese 130 aus dem mitteldeutschen Sommunistenaufstand Verurteilten keine Klagen über die Behandlung usw., sondern sie wollen durch den Hungerstreik ihre Freilassung erzwingen. Die Kommunisten sordern darüber hinaus die Freilassung aller sogenannten.polt- tischen- Gefangenen(vl a x h ö l z usw.). Dle Sozialdemokratte hat sofort nach Abschluß der Prozesie aus dem mitteldeutschen Putsch eine Rachprüfung der Urteile der Sondergerichte gefordert, und diese ist auch geschehen. ZnhondertenvonFSllen wirtlicher poli- kischer Bergehe« ist völlige Begnadigung oder teilweiser Straferlaß erfolgt, wlr sordern. daß seht die Reichsjustizver- waltung alle» tut. um Leben und Gesundheit der Gefangenen zu erhalten. Ihre Freilassung kann aber nur ans dem Wege der noch- mattgen Rachprüfung der Urteile durch das Reich erfolgen, w i r fordern, daß diese Rachprüsung sofort vorge- nowmen wird. Die Kommunisten versuchen, über diesen Konflikt wieder ein- mal die.Einheitsfront de» Proletariats- herzustellen. Zn ver- schledenen Betriebsräten haben sie Beschlüste tm Sinne ihrer Forde- rung durchgesetzt, denen auch von einzelnen Anhängern unserer Partei zugestimmt sein soll. Der Kommunistischen Partei, deren putschistische Polllik allein die Berantwortung für das Unglück der Lichtenburger Gefangenen trägt, steht e» schlecht au. mit diesem Unglück politische Geschäfte machen zu wollen, wir erwarten, daß unsere Varleigenossen dieses Spiel durchschauen und stch nicht in den Dlenst dieser schamlosen Agitation stellen lasten werden. Parteigenossen t Auge» auft Laßt Tuch nicht mißbrauchen. Die früheren Spuren der Kommunisten schrecken. Die Arbeiterschaft wird sehr bald ihre ganze Kraft für ihre wirklichen Lebensinkercsten. zur Durchsetzung ihrer polllischen und wirlschoftllchc» Forderungen einsehen müssen. Der Vorstand des vezlrksoerbandes verlin der SPD. Generalstreik gegen öen Krieg. Am Dienstag, den 15., und Mittwoch, den IS. November, fand In Amsterdam, wie wir bereits kurz berichteten, eine vom Bureau des Internationalen(Bewerkschaslsbundes einberufene und geleitete internationale Konferenz von Vertretern der tnternatio» nalen Berufssekretariate der Iransport-, Berg- und Metallarbeiter statt. Die Konferenz besprach die Weltlage mit besonderer Berück- sichtigung der aufs neue drohenden Kriegsgefahr. Sowohl in bezug auf die Auffassungen über die allgemeine Weltlage als auch hinsichtlich der Bekämpfung der Reaktion und des Militarismus so- wie der gegen weitere Kriege zu treffenden Maßnahmen bestand unter allen Delegierten Einstimmigkeit. Es wurde ein provisorisches Komitee gebildet, das bis zu dem im April 1322 In Rom stattfindenden internationalen Kongreß des Internationalen Gewerkschaftsbundes speziell mit der Leitung der autimilitaristischen Propaganda und Aktion betraut ist. Außer den Mitgliedern des Bureaus des Internatio- nalen Gewerkschaftsbundes wurden in dieses Komitee je ein Dele- gierter der anwesenden Berufssckretariate gewählt. Dem Komitee wurde die Dollmacht erteilt, bis zum nächsten Kongreß alle notwen- digen Maßnahmen zur Bekämpfung des Militarismus und zur Ver- Hinderung eines neuen Krieges zu treffen. Ferner wurde beschlossen, vah neben der Organisierung des Widerstandes der Arbeiterklasse gegen Reaktion und Militarismus auch der gemeinsame Internationale Kampf gegen die infolge der wirlschasillchen Depression immer mehr um sich greifende verschlechte- rung der Arbeitsbedingungen der Arbeiter aller Länder aufqenom- men werden soll. Das Bureau des Internationalen Gewerkschafts- bundes wurde eingeladen, auch die Maßnahmen zur Läsung dieser Frage für den im April nächsten Jahres in Rom abzuhaltenden Internationalen Kongreß vorzubereiten, so daß dieser Kongreß dies- bezügliche definitive Beschlüsse fassen kann. Die Auffassungen und Beschlüsse der Konserenz wurden in drei Resolutionen niedergelegt. Krieg üem Kriege! In der ersten Resolution heißt est.In Anbetracht der Tatsache. daß die reaktionären und militaristischen Bestrebungen in der ganzen Welt im Kunebmen' sind und ein neuer Krieg unausweichlich ist, wenn nicht die Arbeiterklasse aller Länder in voller Einheit und Einmütigkeit Front macht gegen die von der kapitalistischen Klasse drohende Gefahr, richter die Konferenz an die Arbeiter aller Länder den dringenden Appell, neben dem gegen die Berschiechterung der Arbeitsbedingungen gerichteten Abwehrkampf ihre Aufmerksam- keit und alle ihre Energie vor allem der Bekämpfung des Kapital»s mus selbst und dem mit ihm unlöslich verbundenen Militarismus zuzuwenden. r Mit Berufung auf die von den Internationalen Arbeiterkongref» fen angenommenen diesbezüglich«» Resolutionen erwartet die Konfe- renz von allen dem Internationalen Gewerkschaftsbund ongeschlos- senen Organisationen, daß sie in ihrem eigenen Land« und unter den eigenen Berufsgenosten stärker und mit größerem Nachdruck als ie die Propaganda und Aktion gegen den Militarismus und für die ollgemeine Abrüstung führen werden. 3m Hinblick auf diesen Zweck appriiiert die Konferenz an die Arbeiter aller Länder, stch zu einer Macht zusammenzuschließen, die imstande ist, im Falle drohender Kriegsgefobr, unter der Leitung des Znlernalionalen Gewerkschaftsbundes, durch sofortige Proklamation des internationalen Generalstreiks den Ausbruch des Kriege» zu oerhindern. In Erwägung der Tatsache, bah ein Krieg ohne das Funktio» Nieren der Transportbetrieb«, des Bergbaues und der Metallindustrie nicht geführt werden kann, ist die Konferenz der Meinung, daß es in erster Linie Pflicht der Arbeiter dieser Industriegruppen ist.Klie Propaganda gegen Reaktion und Militoris- mus unter dem ganzen Aufgebot ihrer Kräfte zu führen und ihre ganze wirtschaftliche Macht aufzuwenden, um eine Wiederholung der Menschenschlächterei in der Well zu verhindern.- vereinigt Euch! Die zweit« Resolution hat folgenden Wortlaut:.Die am 15. und 1». November 1321 in Amsterdam tagende Konserenz des Bureaus des Internationalen Gewerkschaftsbundes, mit Delegierten der inter» nationalen Sekretariate der Transportarbeiter, Bergarbeiter und Metallarbeiter, die im Namen von 24 Millionen oraani. sierten Arbeitern spricht, richtet einen dringenden Aufruf an alleOrganisationen, die bereit sind, Krieg und Militoris» mus tatsächlich zu bekämpfen; sie fordert sie auf, zur Verhütung eines neuen Weltkriegs alle ihre Kräfte mit denjenigen der organi- sierten Arbeiter zu vereinigen Die Konferenz wendet sich besonder» an die Millionen von Frauen und Müttern, deren Männer und Söhne in einem neuen Krieg ihr Leben lasten müssen. Sie fordert sie auf, sich zu organisieren und Schulter an Schulter mit den im Inter- nationalen Gewerkschastibund organisierten Arbeitern den Milita- rismus zu bekämpfen und einen neuen Krieg unmöglich zu machen." Der Generalstab öer Friedensfreunde. Die dritte Resolution beschäftigt sich mit der Frage ein«, Zu- sammengehens der in dem Internationalen Gewerkschaftsbund zusammengeschlostenen Arbeiter mit den anderen in Betracht kommenden Organisationen, um Im Falle eines drohen- den Krieges den Generalstreik zu proklamieren und durchzuführen. Die definitiven Maßregeln wird der im April 1322 in Rom zusam- mentretende Internationale Kongreß zu beraten haben. Bis dahin beschließt die Amsterdamer Nooemberkonferenz die Schaffung eine» provisorischen Internationalen Komitee», bestehend aus dem Bureau de» Internationalen Gewerkschaftsbundes und je einem Vertreter der drei Internationalen Sekretariate der Trans- portarbeiter, Bergarbeiter und Metallarbeiter. Dieses Komitee soll vis zum nächsten Internationalen Kongreß alle für die Leschwö. rung der drohenden Kriegsgefahr notwendigen Maßnahmen treffen. Linksradikale fiktionsluft. Lichtenburg m den Parlamenten. Reichstag und Landtag waren gestern der Schauplatz von �Sturmfzenen. In beiden Häusern handelte es sich um die Forderung der Kommunisten auf sofortige Haftentlassung der in der Strafanstalt Lichtenburg bei Torgau in Hungerstreik getretenen Häftling«, die infolge der mitteldeutschen Märzunruhen zu Freiheitsstrafen verurteilt worden find. Am heutigen Sonntag werden stch ZkommIMone« sowohl des Reichstags wie des Landtags nach Lichtenourg begeben. um die dortigen Zustände zu untersuchen. Al» Ergebnis ist zu erwarten, daß die zeitweilige Entlastung von Häftlingen verfügt werden wird, die durch den Hungerstreik erkrankt sind oder deren Familien sich in Not befinden. Außerdem ist die � Nachprüfung der wegen der Märzunruhen gefällten Urteile noch nicht abgeschlossen, so daß ein Teil der Lichtenburger � Häftlinge wohl noch vor Abbüßung ihrer Gesamtstrafe in Freiheit gesetzt werden dürfte. Ein Teil der Häftlinge hat übrige« den Hungerstreik schon wieder aufgegeben. So liegen die Dinge positiv. Abgelehnt worden ist im Reichstag— im Landtag verhinderte der Kommunisten- skandal jede Debatte— die sofortige Haftentlastung aller, die in den Hungerstreik getreten sind. Der Reichsjustizminister Genosse Dr. R a d b r u ch begründete dies« Ablehnung damit, daß das von den Kommunisten geforderte Verfahren den Aus- bruch von Hungerstreiks in allen Strafanstalt� zur Folg« hoben würde. Er nahm damit einen Standpunkt ein, den jeder russisch-kommunistische Sowjetregierer, jeder unabhängige Minister in Sachsen, Thüringen, Braunschweig teilen wird. Wenn die Einstellung der Nahrungsmittelaufnahme als Grund für die Haftentlassung anerkannt wird, dann hört eben jede Möglichkeit eines Strafvollzugs auf. Unter den Leuten, die aus Anlaß de? Märzunruhen in Mitteldeutschland verurteilt wurden, befinden sich zweifellos Elemente, denen man zuviel Ehre antut, wenn man sie als „politische Verbrecher" anspricht. Aus der anderen Seite be- finden sich aber unter ihnen auch ehrliche Arbeiter, Familien- väter, die sich in ihrer beklagenswerten politischen Unwissen- heit einreden ließen, es handle sich in Mitteldeutschland um einen„Klassenkanipf des Proletariats". Sie erfuhren später von dem früheren Führer der Kommunisten, Dr. Paul L e o i. selbst, daß sie Opfer eines verbrecherischen Parteimanövers geworden waren, das der putschistische Flügel der Kommu- nisten gegen das dringende Abraten aller besonnenen Führer unternommen hatte. Mit diesen Opfern der linkskommu- -nistischen Hetze hat die Sozialdemokratische Partei da« größte Mitgefühl, sie hat olles getan und wird weiter alles tun, um ihr Los zu erleichtern. Den Kommunisten im Reichstag«nd im Bandtag kam es aber nicht darauf an, jenen Opfern einer gewissenlosen Politik zu helfen. Für sie handelte es sich lediglich darum,«inen Sarlamentarifchen Ueberfall auf die Sozial- emokratifche Partei zu inszenieren, bei dem ihnen der politisch minder intelligente Teil der Unabhängigen kräftig Beistand leistete. Genosse Radbruch, der sein Amt aus Idea- lismus übernommen hat, in der Absicht, im Justizwesen für mehr Gerechtigkeit und Menschlichkeit zu wirken— die Kommunisten und Unabhängigen wissen das selber ganz genau—, wurde zum Ziel der albernsten und schmutzigsten Beschimpfungen. Es war ein Spektakelstück zum Erbrechen, was da aufgeführt wurde. Glückliche Leute gab es dabei nur auf der äußersten Linken und auf der äußersten Rechten. Aus der äußersten Linken jubelte man, weil es gelungen war. SPD. und USP. kräftig gegeneinander auszubringen, aus der äußersten Rechten genoß man aber wieder einmal mit Be- Hägen das erwünschte Schauspiel, wie die Arbeiterparteien aufeinander losgingen. Wenn die Kommunisten die Arbeilerzersplitterung be- treiben, so wundert das keinen, das ist schließlich ihr Geschäft. Unverantwortlich aber war da» Verhalten der Unabhängigen, über das es in der fozialdemo- kratischen Reichstagsfraktion nur ein« Stimme der Entrüstung gibt. Die Unabhängigen müssen schließlich wissen, was sie wollen. Wenn sie den Rücktritt des(Benosten Radbruch wollen, so können sie ihn haben, und wann sie den Stur, der Regierung Wirth wollen, können ste ihn auch haben. Die Sozialdemokratische Partei wird stch das auf die Dauer nicht gefallen lasten, daß sie im Einverständnis mit den Unab- hängigen alles tut, um als Regierungspartei»rbeiterinter- essen zu vertreten und dafür Tirad«! über ihren„Arbeiter- oerrat" an den Kopf geworfen bekommt. Sie ist gerne bereit, weiter zu wirken wie bisher, aber«ine Politik mit doppeltem Boden auf ihre Kosten und zum Schaden der Arbeiterklasse wird sie sich nicht gefallen lasten. Lieber wird ste durch ihren Au stritt aus der Reichsregierung eine Situation herbeiführen, in der die Arbeiterwähler selbst ent, scheiden können, welche Politik eigentlich getrieben werden soll. Es ist eine sehr ernst« Frage, ob das. was wir gestern erlebt habe«, mir ei« übles Zwischenspiel bleiben oder ob es' her Anfang zu einer neuen Entwicklung der Dinge werden fall. Die Unabhängigen haben sich schon einmal von den Kommunisten führen lassen, das ist ihnen bitter schlecht be- kommen, und— was noch viel schlimmer ist— es hat unendlich viel Unglück über die Arbeiter gebracht. In der letzten Zeit haben es Millionen von Arbeitern lebhaft begrüßt, daß sich das Verhältnis zwischen Sozialdemokratie und Unab» hängigen besserte und die Frucht der Einigung langsam, vielen z u langsam, heranzureifen schien. Wenn die Unabhängigen das jetzr wieder zerschlagen würden, so würden sie dafür den Beifall der Arbeitennafsen nicht finden. Es ist sehr leicht, in Versammlungen und Betrieben die Sympathie mit politischen Häftlingen wachzurufen, in ihrem Interesse unmöglich« Forderungen zu stellen und diejenigen, die diese Forderungen nicht erfüllen können, zu beschimpfen. Aber solche Augenblicksstimmungen werden sich sehr rasch ver- flüchtigen, wenn die Arbeiter der Sache etwas tiefer auf den Grund gehen. Dann werden sie sehr bald erkennen, daß die Sozialdemokratische Partei alles in ihren Kräften Stehende tut, um die schweren Hindernisse zu überwinden, die einer gerechten Justiz und Rechtspflege im Wege stehen, während es den anderen nur darauf ankommt, durch einen Ueberschuß von Scheinradikalismu» Uneinigkeit in die Arbeitermassen hinein- zubringen. Die Kommunisten haben umfangreiche Vorbereitungen getroffen, um das Spiel, das sie am Sonnabend in den d-uden Parlamenten kunstvoll aufgezogen hatten, in den T e- trieben weiterzuspielen. Wir erwarten aber gerade von den gestrigen Vorgängen im Reichstag und Landtag, daß durch sie dieses Spiel vereitelt werden wird, weil dort die Absichten der Regisseure doch zu klar zutage traten. Die Leute, die im Landtag mit Wassergläsern schmeißen, und die im Reichstag die Aufforderung, auf Mittel der Gewalt zu verzichten, mit wüstem Radau antworten, sstrd nicht die Apostel der reinen Gerechtigkeit. Und sie, die unter dem Vorwand, sie wollten „die Einheitsfront des Proletariats" herstellen, jeden Ansatz m einer wirklichen Einigung planmäßig zu vernichten suchen, sind auch nicht die wahren Vertreter der Interessen des Proletariats! Ihnen überall mit der größten Entschieden- heit entgegenzutreten, ist Pflicht. Die Zeiten sind ernst. Sie fordern die Einigkeit der Arbeiter. Aber diese Einigkeit wird nicht hergestellt weiden im Kampf gegen die Sozialdemokratische Partei, die sich noch in allen Stürmen al» die stärkste, geschlossenste und ziel- klarste Arbeiterpartei erwiesen hat. Sie wird nicht hergestellt werden von den Kommunisten, die in drei kleine, kleinere und kleinste Gruppen zerfallen, und auch nicht von dem linken Flügel der zusammenschmelzenden USP. Sie kann sich nur vollziehen durch ein verständiges Zusammenarbeiten der Sozialdemokratie und der Unabhängigen, oder, wenn dieses Zusammenwirken von Wirrköpfen wie Ledebour und Crispien verhindert wird, durch die Sozialdemokratie allein. Die Leute, die in Lichtenburg als Opfer der gewissenlosen kommunistischen Märzaktion büßen müssen, sind bedauerns- wert, und die Sozialdemokraten werden für sie tun, was sie tun können. Aber sie wollen noch ein weiteres tun: sie wollen nach Kräften dafür sorgen, daß es nicht noch mehr solche Opfer gibt. Darum bekämpfen sie die„Aktion", die gestern im Reichstag und Landtag von den Kommunisten zum Zweck der Arbeiterzersplitterung und gegenseitigen Verhetzung ein- geleitet worden ist. und werden sie weiter bekämpfen. «* * Teilweise Beilegung Ses ffungerstreiks. Wie die BS.-Konr. hört, scheint unter den Kommunisten, die in den Hungerstreit getreten sind, eine ruhiger« Auffassung Platz gegriffen zu haben. Ein Teil der Leute wurde infolge über- großer Schwäche ins Lazarett übergeführt, da die überwachen- den Aerjte Lebensgefahr für vorliegend erachteten. Den vereinten Bemühungen des Direktors der Anstalt, der Kommissäre, der Justizministerien und der Aerzte ist es denn auch gelungen, die ins Lazarett übergeführten Kommunisten zu veranlassen, frei- Tragik. Bon Hans Bauer. Die Gesellschaft»ar auf das Thema Tragische Konflikt« ge» kommen. Es wurde die Reihe herum erzählt. Die Amtsrätin gab etwas aus ihrem eigenen Leben zum Besten, der Arzt hatte durch seine Praxis mancherlei Einblick- in menschliche Seelerzerwürfnisse bekommen, der Prokurist schilderte den trauigen Fall eines früheren Beamten, der sich vor fünf Jahren das Leben genommen hatte, weil ihm Äerfehlungen nachgewiesen worden waren. Dann berichtete der Buchhändler:„Mir wird ein Ergebnis nie aus dem Gedächtnis schwinden, das einen betraf, der mlr völlig fremd war und In dessen Lebenstreis ich nur durch dieses Begebnis eintrat. Was diesem geschah, das ist so dumm— so hundsverrückt dumm, daß es eben deshalb in einem vielfachen Sinn« mir als so etwa» wie Gipfelpunkt menschlicher Tragik erscheint. Stellen Sie sich vor: Ich geh« eines Tage? auf der Straße. Zwanzig Schritte vor mir läuft sin Mann. Wie er an einer Straßenkreuzung angelangt ist, stockt sein Schritt ein wenig und er wendet den Kopf nach dem jenseitigen Siraßenufer. Das geschieht so auffällig, daß ich im Weiterschreiten auch meine Augen der Blick» rtchtung de« Fremden folgen lasse. Ich schaue also nach drüben und sehe al« einziges Objekt, das einer gewissen Aufmerksamkeit wert ist, ein Mädel schlendern. Ein hübsches, niedliches Dingel mit kurzem Röckchen. Aha! Denk ich so nebenher. Die sticht ihm in die Augen. Und ich kann da« verstehen»nd lächele leise und werfe— das will ich gern bekennen, mein« Herrschaften!— sogar noch einen zweiten Blick nach der liedlichen Passantin, der sich sozusagen selbständig gemacht hat und nicht nur das Produkt der Neugier nach dem Objekt des Interesse» jenes Herrn ist. Immerhin beirrt mich der erfreuliche Anblick keineswegs so wie diesen. Ich laufe weiter, während der Fremde jetzt mitten auf der Straße stehen geblieben ist und wohl darüber nachdenkt, ob er nachsteigen soll oder nicht. Plötzlich entschließt er sich energisch, kehrt, keinen Blick von dem Mädchen lassend, mit einem Ruck schnell um und läuft, in seiner Unachtsamkeit auf die Dinge ringsum, direkt in ein Auto hinein. Ein Rodschleifen knirscht. Ein Körper plumpst. Ein Aufschrei schrillt. Leute eilen herzu. Blutbesudelt liegt der Fremd«. Auch ich stürze instinktiv, als könnte ich das Unglück noch abwehren, schnell an die Unfallstelle und bin behilflich, den schwer Verletzten in das nächste East zu tragen. Währenddessen luge ich noch einmal nach dem mittelbaren Anlaß des schrecklichen Ereignisies, dem jungen Mädchen. Sie ist nun schon an der nächsten Straßenecke und weiß nicht, was in ihrem Rücken vorgefallen ist. Sie geht weiter. Ohne sich umzusehen. Einen Augenblick ist es mir, als müßte ich rufen: Dort! Dort! Das Mädchen! Faßt es! Klagt es anl Sie ist die Schuldige! Sie trägt die Verantwortung!-- «Dann sehe ich«in, daß da» Unsinn ist. Sie ahnt nicht, was hinter willig Nahrung zu sich zu nehmen. Der Zustand der Kranken gibt zu Beunruhigungen temea Anlaß. Die von anderer Seite ausgestreute Behauptung, daß eine Anzahl von Kommunisten infolge des Hungerstreiks bereits dem Tode nahe fei, entspricht keineswegs den Tatsachen. Man hofft, daß durch das Eingreifen der Landtagskommission der Konflikt in der Strafanstalt endgültig behoben werben wird. • In der Angelegenheit de» Lichtenburger Hungerstreiks verhandelten am Sonnabend Vertreter der Berliner Groß- betriebe mit dem Justizminister Nadbruch. Der Juftizminister erklärte, daß er bereit sei. die Gnadengesuche wohlwollend zu prüfen. Eine Haftaussetzung könnt« er dem Druck der De- monstl�ition nicht zugestehen, da sonst dies Beispiel allenthalben Nachahmung finden würde. Er ließ aber durchblicken, daß nach Beilegung des Konflikts eine Haftaussetzung eventuell in Frage kommen würde. Für erhöht« Zuwendungen an die Familien der Inhaftierten sei er leider nicht zuständig. Die Schutzpolizei sei nur eingesetzt worden, um das geschulte Personal zu ersetzen, das zur Beobachtung der im Hungerstreik Befindlichen hinzugezogen sei. Regierung unü ReparationskommWon. Die Reife der Reparationskommission nach Berlin ent- sprang der Sorge um die A u s b r i n g u ng der nächsten Reparationsraten. Wie wir dazu von unterrichteter Seite hören, wurde der ursprünglich ausgestellte Zahlung»- plan dadurch zunichte, daß die Anfangs vorgesehenen S a ch- l e i st u n g e n weniger in Anspruch genommen wurden als man erwartete und daß ferner infolge des Sturzes der Valuta die Sachlieferungen zu einem erheblich gerin g>erenWert angerechnet wurden. Das war insbesondere bei der Kohle der Fall. Der Umfang der für die nächste Rate zur Ver- sügung stehenden Mittel läßt sich noch nicht übersehen. Bei den Verhandlungen mit der Reparationskommission fand eine Reche von Einzelbesprechungen statt, in denen wichtige Fragen erörtert wurden. Ueber den vorläufigen Abschluß der Verhandlungen zwischen dem Reich und der Reparationskommission verbreitet WTB. folgenden Bericht: Im Anschluß an die Verhandlun- gen der deutschen Regierung mit dem Garantiekomilee Ende September und Anfang Oktober war die Reparationskom- Mission nach Berlin gekommen, um die Frage zu prüfen, in welcher Weise die nächsten Zahlungen nach dem Ultimatum von London bewirkt werden könnten. In den Besprechun- gen mit Vertretern der deutschen Regierung hat sie die Forde- rung aufgestellt, daß diese Zahlungen nötigenfalls durch In- anspruchnahme ausländischerKredite bewirkt werden müßten. Der Reichskanzler hat am Sonnabend der Repa- rationskommission vor ihrer Abreise das folgende Schreiben übergeben: »Die deoiiche Aeglenmg gehl davon au«, daß es an»nd für sich nicht dem Sinne der Bestimmungen de» Zahlungsplanes von London entspricht, zur Aufbringung der Iahrcsaunuitöten zu dem Blittcl des Kredits greifen. Sie ist aber, um einen Beweis Ihres gulen willens zu geben, bereit, elue solche Sreditoperativn vorzunehmen. gär die Frage, nnter weichen Bedingungen ein Kredit angenommen werden würde, kommt es in erster Linie auf die Vorschläge desjenigen an, der das Geld herleihen soll. Die deutsche Regierung ist bereit und Hot auch bereit. Schritte getan, um sich einen Kredit zu verschaffen. Sie bittet die Reparattonskommission, sie hierbei unterstützen zu wolleu. Sie fühlt sich jedoch verpslichiet, schon jetzt darauf aufmerksam zu machen, daß für die Zeil der R ü ck- Zahlung des Kredits eine außerordentlich schwierige Lage mit Rücksicht auf die sonstigen Berpslichtungen des Reichs entstehen wird und fle erwartet von der Reparalionskommission, daß sie dieser besonderen Lage Rechnung tragen wird." m Dieser Wunsch der Reichsregierung ist um so begründeter, als gerode das Kabinett Wirth die beste Gewähr dafür gibt. eine Ersüllungspolitit biszurGrenzedesMöglichen zu betreiben. Die Reparationskommission hat Gelegenheit ge- habt, sich persönlich zu überzeugen, mit welchen Schwierig- ihr geschah. Jetzt biegt sie in eine Seitenstraße und entwischt meinem Auge vollends. Eine Viertelstunde später stellt es sich« auf der Sanitätsuwche heraus, daß der schwer verletzte, der übrigens zwei Tage später im Krankenhaus starb, ein kleiner Beamter namens Willard ist und in der Porkstraße wohnt. Ich fühle mich verpflichtet, mich um seine Leute zu kümmern. Eben deshalb, well ich, als einziger wohl, den letzten Grund des Unglückes kenne. Ich übernehme deshalb das Amt der Benachrichtigung. Nachmittags gegen Z Uhr klingele ich in der Parkstraße an der Wohnungstür der Familie Willard. Ein Kind öffnet mir. Ich verlange die Mutter zu sprechen. Die Mutter liege krank im Bett. Ich müsse sie trotzdem sprechen. Das Kind führt mich in ein Zimmer. Ich sehe ein« schmolwangige, blasse Frau, unendlich traurige Augen auf mich richten. Ich teile mit. Sie kann sich nicht fassen. Schluchzt und schluchzt und wird, wie sie wiede� schluchzt, von einem schrecklichen Husten befallen, einem Schwindsuchtshusten, der sogar das Schluchzen verschüttet. Und nun bedenken Sie, meine Herrschaften, die Linie, die von dem Husten der Frau zu dem Tod ihres Mannes führte. Denn nicht wahr: Jenes Umdrehen nach dem Mädchen, die Begehrnis nach der anderen hatte doch schließlich einen Grund! Und bedenken Sie das hirnverrückt Groteske: die Dezsehung. in der jenes Mädchen zu der kranken Witwe steht." Der Buchhändler schwieg. Er schien noch etwas sagen zu wollen, konnte es aber wohl nicht in Worte prägen. Die Amtsrätin hatte auf den Lippen: Ein verheirateter Mann braucht sich aber auch nicht nach einem jungen Mädchen umzusehen. Auch nicht, wenn..... Aber es brütete eine so nachdenkliche Stille über der Gesellschaft, daß ein dunkles Gefühl sie anschlich, es gehe hier um etwas anderes und eine moralische Betrachtung sei vielleicht doch nicht recht am Platz». pfitzaers»Christelflekn�. Pfitzner versetzt uns mit diesem legendären Märchenstuck(noch dem Gartenkauben-Roman I. v? Stachs) in eine fromm-erbauliche, kindlich-friedvolle Weihnachtsstimmung. Daß hinter dem Werk noch etwas wie eine Symbolik liegt, etwas Lehrhaftes, Gottfürchttg. Teutfckes, strengt den schönen, klar vorgezelchneten, allmenschltchen Rahmen nicht. Theater und Handlung, Humor und Frohelt eines Weihnachtsspiel? für Kinder ist nicht da. und die da zu einem zmeüsn Humperdinck wandeln, werden sich wundern. Die Aktion steht vollendet still. Kein anderer als der greise Romantiker Pfitzner konnte heute ernsthaft ein solch problemlos-anspruchsarmes Werk schreiben. Waldelflcin. Tannengreis— das sind die Irdischen Geister; die Menschen kommen zu ihnen, aber kennen sie nicht. Droben.aber, vom Himmel her, schreitet das Christkind mit goldenen Schuhen. Ob sie auch Wunder und Wohltat wirkt— man kennt auch sse nicht. Blind ist die Menschheit und taub selbst vor Gottes Stimme. Da» ketten die Aufbringung der notwendigen Steuern und insbe- sondere die Beschaffung der Devisen verknüpft ist. Sie hat vor allem auch den Eindruck gewinnen können, daß durch eine rigorose Reparationspolitik die Leistungsfähigkeit Deutsch- lands nur oermindert anstatt erhöht wird. Zieht sie daraus die Lehre, daß bei Arn künftigen Reparationsraten auf die schwierigen innerpolitischen Verhältnisse in höherem Maße als bisher Rücksicht genommen werden muß, so wäre damit schon der Ansang zu einer Verständigung gegeben, die die gröbsten Härten der Goldzahlungen beseitigen kann. CfoAustrie unö Kreüithilfe. Der Sozialdemokratische Parlamentsdienst schreibt: Die rechtsgerichtete Presse, die sich in der letzten Woche als will- fährlges Werkzeug der Industrie bei der Propaganda für die Ent- staatlichung der Eisenbahn hervortat, sucht jetzt den Anschein zu er- wecken, als wenn die Industriellen sich mit der Absicht trügen, die von ihnen angebotene Kreditaktion, die später zu einer Erpresser- aktion wurde, ohne Aufrechterhaltung ihrer ursprünglichen Forde- rungen durchzuführen. Das Schreiben an den Kanzler wird näm- lich ohne Grund dahin gedeutet, daß eine Verständigung nahe be- vorsteht, daß vor allem die Industriellen alles tun, um diese Ver- ständigung zu einem endgültigen Abschluß zu bringen. Man speku- liert also auch hier wieder auf die Indifferenz großer Bolksteile, sucht sich in gutes Licht zu setzen, um dann später sagen zu können, die Regierung ist schuld, wie der Regierung an jedem Ereignis und Vorfall die Schuld zugeschoben wird. Diese durchsichtige Absicht der Industrie muß frühzeitig durchkreuzt werden. Wir stellen dezhalb fest, daß von einem Verständigungsschreiben der Industrie keineswegs gesprochen werden kann, sondern daß die Herren um Stinnes sich lediglich bereit erklärten, die Kredithilfe zu organisieren; sie verzichteten keineswegs aus ihre bisherigen Bedingungen und nicht nur auf Entstaatlichung der Eisenbahnen, sondern auch die weiteren bekannten Forderungen, die in dem Schreiben vom 4. November an die Reichsregierung zum Ausdruck kommen, werden aufrechterhalten. Die Industriellen überreichten ihr Erpresserangebot dem Reichskanzler nochmals in unverbesserter Auflage. Auch der nichtswürdige Hinweis, daß Herr Stinnes sich nach London begeben habe, um in englischen Finanztreisen s ü r Kredit« zu werben, beruht auf der bereits gekennzeichneten Taktik. Wir vermuten das gerade Gegenteil und nehmen be- gründeterweise an, daß Herr Stinnes, der sich als eifrigster Gegner der Kreditbeschaffung in den Beratungen der Industrie heroorgetan hat. alles unternehmen wird, um die etwaigen Kreditgeber zu warnen. Keineswegs hat Herr Stinnes, wie gemeldet wird, bei den letzten Verhandlungen des Reichsverbandes der Industrie einen ver- mittelnden Standpunkt eingenommen. Stinnes war und ist der größte Scharfmacher und das Erpresierangebot entstammt seinem Geiste. Alle gegenteiligen Meldungen beruhen aus Unwahrheit. Die Stellungnahme der Sozialdemokratie und der Gewerk- schaften zu den Forderungen der Industrie und somit zu dem neuesten Schreiben der Industriellen an den Reichskanzler ist be- könnt. Keineswegs werden Partei und Gewerkschaften den Wün» schen der Industriellen entsprechen. Sie werden im Gegenteil kein Mittel scheuen, um den Versuch der Industrie, die Not des Vater- landes auszunutzen, unmöglich zu machen. Die«.erregte" tzunüertschast z. b. v. Eine»Berliner Nachrichtenstelle weiß über große Erregung der Hundertschaft z. b. B. wegen ihrer Auflösung zu berichten. Dazu erfahren die PPN. an zuständiger Stelle, daß von einer Erregung der Beamtenschaft der aufgelösten Hundertschaft z. b. B. keine Rede sei. Man hat sich in allen Kreisen der Beamtenschaft der Einsicht nicht verschließen können, daß eine Auflösung der Hundert- schaft in Anbetracht der zutage getretenen Mißstände durch- aus notwendig gewesen sei. Wenn die Auflösung der Hundert- schaft z. b. D. nicht schon früher erfolgt ist, so deshalb, weil der preußische Minister des Innern, der für eine Auflösung zuständig ist, erst die Verhandlungen in dem gegen Angehörige der Hundertschaft z. b. V. angestrengten Prozeß zum Abschluß gelangen lassen wollte. Leid und die Erkenntnis eines Schicksals, das Erfahren des Wun- der» bringt Mensch und Gott zueinander. Ein krankes Kind wird geheilt in der leuchtenden Atmosphäre des Christkindes, und ein ungläubiger Freigeist schwört dem Glauben wieder zu. Wald- elflein hat Sehnsucht nach Menschen und Göttern. Es wird Christ» elflein, schreitet gerettet und engelhaft in den Himmel. Ein Theater- stück? Ein Oratorium. Das sanfte Libretto hat musikalisch einen hellblauen E-Dur-Charakter. Pfitzner, schon in„Palästrina" auf große, hinreißende Melodie verzichtend, hält sich hier auch modulato- ri'ch auf ganz enger, ebener Bahn. Das Lied, der frohe-Tanz, das stille Lachen und das kleine Weh der Kinderseele, die Klänge der Luft des Waldes, der Elfenstimmen hat es ihm angetan. Zwischen die einfachsten und oft sinnfällig schönen Linien poltert gelegentlich ein gewichtigerer Kontravunkt, in allzu breiten Einleitungen spielt und svrilyt"der große Könner strichlos aus. Im Wert selbst ist alles still, fein duftig, mit dem Silberstift gezeichnet, fodenzart die Instrumente de« Lilwutorchesters, der Rhythmus des Waldelflcins sehr prägnant, die Melodien aus primitivster akkordlicher Freude herausgeholt. Das Lied wächst aus dem Dialog heraus oder leitet in Großmüiterchens Erzählerton über. Die Harmlosigkeit der musi- kalischen Substanz erschreckt oft das verwöhnte Ohr— wir sind um ein halbes Jahrhundert zurückversetzt. Es bleibt ein feiner Duft von Poesie und still versonnener, nachdenklicher, lieber Romantik. Der Kindcrhimmel hat uns wieder: er wäre in seiner ganzen Blau» heit auch nicht eingefallen, wenn Pfitzner noch viel, viel mehr eingefallen wäre. Wenigstens ist das Figürchen des Christkinds recht leer und nichtssagend geblieben, es steht in Handlung und Musik stiefmütterlich beiseite, und von der Unirdischkeil, dem Lichter- gkdnz ihres erlösenden Wesens klingt nicht viel in Herz und Well heraus. Das ist einer der vielen theatertechnischen Fehler des Werks, das mit großer Sorgfalt in der Staats aper vorbe- reitet war. Im Zentrum der starren Handlung steht Waldelflein Lola A r t ü t. Das ganz Sylphenhafte, Schwebende, Lockende und Lichter- glänzende, das Kostbar-Duftige der Weihnachts-Atmosphäre ging von dieser wundervoll singenden, tanzenden, lächelnden Frau aus. Ein Erfolg auf der ganzen Linie. Sie konnte dem ganzen Ballett a la Hellerau und konnte dem gesanglich zarten, schauspielerisch steifen und allzu süßen Christkind Else K n e p e l s Vorbild sein. Z a d o n als Rupprecht, H e l g e r s als Tannengreis versuchten, durch eindring. lichen Gesang das Schwerfällige der Aktion zu überbrücken. Das Orchester unter S t l e d r y fein und geschmeidig, die Wald- und Zimmerausstatung, das Lichterwerk nicht außergewöhnlich. Pfitzner wurde dankbar oft gerufen._ Kurt Singer. Das Reue Theater am Zoo ist von der Schweinerei zur Schal- hell übergegangen. Man spielt jetzt dort Ludwig Fuldas Ko- mödi« vom„D u m m k v p f", ein Stück, an dem die Jahre durch- aus nicht spurlos vorübergegangen sind. Der Dummtopf ist der brave Kerl, der selbst eine Riesenerbschast weggibt, um, seinen Ber- wandten Freude zu machen. Dafür wird der goldene Junge auch belohnt, denn eine entzückende millionenkräftige Amerikanerin fällt ihm in die Arm«. Di» Perlen dieses Lustspiels sind heute sehr matt gewordene Wachsperlen. Den braven Jungen, den Glückspilz, den Bräutigam für die amerikanische Millionärin spiell Herr Otto T r« ß l e r, vom Wiener Der unbequeme General. Zu den wenigen Offizieren, die sich aus innerer Ueberzeugung «ruf den Boden der Republik gestellt haben, gehört der General» major a. D. Freiherr v. Schönaich, der bei den letzten Reichs» tagswahlen Kandidat der Deutfchdemotratifchen Partei war. In einer Wahlrede hatte sich Herr v. Schönaich auch gegen das unsinnige Festhalten an der alten fchwarzweißroten Fahne gewandt, nachdem ein anwesender Sanitätsrat die Beibehaltung der fchwarzweißroten Fahne mit dem wunderbaren Argument verteidigt hatte, bei der Herr» schenken Materialknappheit fehle es an Stoff für das neue Fahnentuch! Herr v. Schönaich hatte dabei den Vergleich mit einem Mann gebraucht, dessen ganzes Haus niedergebrannt ist. der aber an den Trümmern feiner Habe nur der mitverbrannten Fahne nachjammert. Wegen dieser Rede sind von d e u ts ch n a t+o n a le r Seite die üblichen Schmutzkübel auf Herrn v. Schönaich ausgegosien worden. Ein Freiherr v. Maltzahn, Borsitzender des deutschnatio- nalen Preßausschusses, hatte Herrn v. Schönaich Eidbruch vorge- warfen, ihm die allgemeine Achtung obge'prochen ufw. Auf die Privatklage des Herrn v. Schönaich verurteilte das Schöffengericht Moabit den Freiherrn o. Maltzahn zu 500 Bs. Geldstrafe. Der General auf Sem Kriegspfaüe. vormittag stand unser früherer Verantwortlicher, Genosie Artur Z i ck l e r, vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte. Kläger war der frühere General de la Chevallerie, der sich durch einen Artikel des„Vorwärts" beleidigt fühlte. Der Kläger stand seinerzeit auf der Auslieferungsliste der Entente. Das brachte den hohen Herrn so auf, daß er in der.Kreuzzeitung" die Beamten, die ihn etwa zu verhaften gedächten, mit dem Revolver be» drohte. Diese mannhafte Gesinnung nageUen wir fest und be- zeichneten sie als„Lümmelei", worauf ein« Beleidigungsklage auffuhr. In der Verhandlung erklärte Genosse Zilkler, er bedaure, von der formalen Beleidigung abgesehen, an dem Artikel nur, daß er nicht noch schärfer die unglaubliche Gesinnung de« Herrn mit dem kerndeutschen Namen gegeißelt habe Dem Gericht mag Herr de la Chevallerie auch nicht imponiert haben; es verurteilte zwar den Genossen Zickler wegen formaler Beleidigung zu fünfzig Mark Geldstrafe, aber mit der für den Kläger nicht ganz an- genehmen Begründung, die Strafe fei so niedrig bemessen wor- den, weil die Aeußerungen des gestrengen Herrn de la Chevallerie die Schärfe unseres Artikels verständlich erscheknen lasse! Was zu beweisen war! Arbeiter für Entwaffnung. Gegen Belästigung der Ententekommission Uns wird folgende Resolution zur Verfügung gestellt: �Oer Zentralbetriebsrat der Deutschen Werke A.-G. mißbilligt im Einverständnis sämtlicher Betriebsräte der Deut- schen Werte Borgänge, wie sie sich in der Fabrik Rockstroh u. Schneider, Heidenau, ereigneten. Solche Vorgänge sind geeignet, den Verdacht der Entente, man wolle sich einer Kontrolle über Kriegsgerät und Kriegswafsen entziehen, zu bestärken. Die Betriebs» röte erklären als gesetzlich verantwortliche» Organ der Arbeitnehmer, daß sie mit ollen Mitteln den Meden sichern wollen und sich einer Kontrolle aus Anfertigung von Kriegswafsen und Kriegsmaterial oder deren Lagerung nicht widersetzen. Um so entschiedener wenden sich die Arbeiter aber gegen alle Maßnahmen der Entente aus Zerstörung von normalen Produktionsmitteln oder Lahmlegung wichtiger, nur der Friedensarbeit gewidmeten Betriebsstätten". Bold« nach Holland entkomme«? Zu der Flucht de« Oder- leutnants Voldl wird der TU. au» Hamburg gemeldet: Di« Poli�e'behörd« bat bis jetzt noch keine Spur de» am Donner«» tag au» dem UirrersuchungSgesängni« emflohenen Oberlemnani» B o l d l entdecken können. ES besteht die Vermutung, daß einer seiner Freunde ihn in einem Auto bis oder über die holländische Grenze gebracht hat. Burgtheater nach Berlin eingeladen. Man hat Treßler als vorzüg- lichen Charakterspieler gesehen, der in Schönherrfchen Dialekt» stücken schon Borzügliches leistete. Er galt eine Zeitlang sogar als Nebenbuhler von Josef Kainz. In dem dünnen Lustspiel kann er nur wenig von seinem Talent zeigen. Man muß sich mit der Bewunderung für eine abgestempelte Berühmtheit abfinden. Nur zum Schluß kommen ein paar entzückende Bewegungen und Töne, die nur Eigentum eines starken Künstlers sein können. Sonst war die Aussührung improvisiert und fahrig und wenig würdig eines großstädtischen Theaters. M. H. Albrecht Meydenbauer, der Erfinder des Meßbildoer- f a h r e n s und Schöpfer der preußischen Meßbildanstalt für Denkmalaufnahme, ist im LS. Lebensjahr in Godesberg ge» starben. Im Jahre 1858 war er als Regierungsbauführer bei der Aufnahme des Wetzlarer Domes verunglückt und dadurch auf die Idee gekommen, an Stelle des gefahrvollen und mühsamen Messens auf Leitern und Gerüsten die photographische Aufnahme zu setzen. Um im Photo die richtigen Maße der Architektur fest. stellen zu können, bediente er sich de» photogrammetrischen Per- sahrens, das bis dahin nur zu Geländeaufnahmen benutzt worden war. Nachdem er die Technik in jahrzehntelanger Arbeit vollkommen ausgebildet hatte, gelang es ihm. die preußische Bauverwaltung für seine Sache zu gewinnen. Er wurde 1885 nach Berlin berufen und gründete hier für die Ausnahmen der preußischen Baudenk» mäler die Meßbildanstalt, deren Archiv heute schon über 20 000 Originalaufnahmen enthält, darunter außer deutschen Baulverken auch die Sophienkirche in Konstantinopel, die Ruinen von Baalbek u. a. Bor zwölf Jahren trat Meydenbauer von der Leitung des Instituts zurück und lebt« seitdem in Godesberg a. Rh. Kirchenkonzerte am Totensonntag In de,«ethsemaneklrch« bringt heute abend 8 Uhr der Organist Trahndorst da« Oratorium von Loewe„Die sieben Schläfer zur Ausführung unter Mitwirkung von Frau Dreyer-Wolfs, Frl. Jarnt, Frl. Horn, Domsang. Zingel, Donisana. Reuter, Hern. Sceger u. Hern. Barz. Karten zu 3, 4 u. 6 M. an den Kirchtüren.— In der P a u l- G e r h a r dt- K i r ch e(Hauptstr. 47 in Echöneberg) werden heute abend 8 Uhr außer Pergolescs„Ciabat mater" für Solo- stimme, Chor und Orchester durch Kapellmeister Arnold Ebel die„Bier Legenden" au« dem Oratonum„Von den Tageszeiten" von Friedrich E. Koch für Altsolo iMaria Wendel), Frauenchor und Orgel aufgeführt. Lisa Kosch singt außerdem zwei Gesänge für Sopran mit Begleitung von Orgel und Violine von Arnold Ebel. Die Violinpartie spielt Konzert- Meister Siegfried Czeslar. Die Künstlerhilfe für die Hungernde« Rußland« veranstaltet am 27., ?1'-h Uhr vorm., eine Dost o> e w«ki-F«ier im Staatlichen Schauspielhaus. Ani 4. Dezember findet eine internationale Kon- strenz aller Hilfskomitees in Berlin statt, an der höchstwahrscheinlich u. a. Nansen, Marim Gorki und Henry Barbusse teilnehmen werden. Am selben Tage findet eine g r a P h i s ch«Ausstellung der Werke statt, die Künstler zum Zwecke des Berkaus« oder der Berlosung gespendet haben. Man bittet dringend um weitere Einsendungen. Die Adresse ist: Künstlerhilfe für die Hungernden ,n Rußland, Berlin SW. 48, Wilhelm- straße 37/38. Die erst« Wiederholung von„Ehcift-Elslein" am Montag, den 21., wird der Komponist Hans Psitzner auf Einladung der Intendanz persönlich dirigieren. Die Genfer Vorverhanülungen. Wie die PPN.«riahren, ist bezüglich der Genier VerHand- lunaen miofern eine Veiänderung eingelreien, als Reichsminisler a. D. v. R a ii m e r und Dr. Göpperi nicht nach Gens gehen. Da die Bei Handlungen lediglich den Charakter einer Voibespiecklmg haben, werden nur Reichsminister Dr. Schiffer und SiaaiS- i'ekretär v. Lewald und als Veitretcr des Auswärtigen Amis Gras v. d. Schulen burg nach Genf gehen. « Der deutsche Bevollmächtigte für die deutsch-polnlfchen Derhand- lungen, Reichsminister a. D. Schiffer, erklärte vor seiner Abreise nach Genf einem Vertreter des WTB. u. a. folgendes: Ich hoffe und vertraue, daß die Verhandlungen im Geiste der Versöhnung zum Besten der oberschlesischen Bevölkerung verlaufen werden und geeignet sind, auch darüber hinaus die Gegensätze der beiden anein- andergrenzenden und bis zu einem gewissen Grade aufeinander an- gewiesenen Völker auszugleichen. Ich nehme an, daß in Genf nur über den Ort und die Art der Verhandlungen ein« Bereinbarung erzielt werden soll. Ich würde es für ausgeschlossen halten, die große Zahl Sachverständiger nach Gens zu entsenden, da Deutschland die hieraus erwachsenden Kosten nicht würde tragen können, es auch nahezu unmöglich fein würde, dem neutralen Vorsitzenden ein klares Bild der oberschlesischen Verhältnisse so fern dem Lande, um dessen Lrbensschickfal es sich handelt, zu geben. Reformen öer Post. Unter dem Borsitz des Reichspostministers finden zurzeit im Reichspostministerium mit den Präsidenten der Oberpostdirektionen des Reichs Beratungen über wichtige Personal» und B e- triebssragen aus dem Bereich der Post, Telegraphie und Fern- sprecherei statt, die angesichts der derzeitigen Höhe der Perfonalkosten und der außerordentlich gestiegenen Materialpreise auf eine weitere Bereinsachung und Berbllligung der Wirtschafts- f ü h r u n g und des Dienstbetriebs hinzielen. Im Zusammenhang damit stehen Beratungen über eine Entlastung der Dahnposten durch Einrichtung großer Ortsbriefabfertigunzssiellen. die namentlich durch die Einführung des Siemens-Schnelltelegraphen erforderlich wer- dende Umgestaltung des Telegraphennetzes zur Erzielung einer be- fchleunigten Telegrammübermittlung, die Abgrenzung der Tätigkeits- gebiete der durch das Besoldungsgesetz geschaffenen Beamtentlassen, die Verringerung der Zahl der Arbeitskräfte, die Versetzung überalteter Beamten in den Ruhestand usw. Die im Interesse des Betriebs und der Verwaltung in Aussicht genom- menen Reformen sind namentlich auch deshalb erforderlich, weil ein weiterer Wiederaufbau der Derkehrseinrichtungen zur Erzielung der Leistungen der Dorfriedenszeit im Rahmen des finanziellen Gleich- gewicht» die Voraussetzung dafür bildet, daß die deutsche Wirtschast die ihr durch das Friedensdittat auferlegten Verpflichtungen in den Grenzen des Erreichbaren zu erfüllen oermag. Die Regelung üer öeamtenbefolüung. Der Ausschuß für Beamtenangelegenheiten des Preußischen Landtages verabschiedet« in der dritten Lesung die Aus- führungsbestimmungen zum Beamtendiensteinkommensgefetz. Ange- nommen wurde ein Antrag, durch den das Staatsministerium er- sucht wurde, sobald als möglich einen Plan darüber vorzulegen, wie es ermöglicht werden soll, die Bestimmungen durchzuführen, wonach die Anwärterdienstzeit nicht über fünf Jahre, bei Militäranwärtern nicht über vier Jahre betragen soll. Die Staats- regierung wurde in einem weiteren Antrag ersucht, bei der R e i ch s- regierung auf eine Gleichstellung der Ruhegehaltsempsänger und Hinterbliebenen mit denen Preußens hinzuwirken. Ferner wurde die Regierung ersucht, den Volksschullehrern usw. die Be- züge am Fälligkeitstage zu zahlen. Es wurde lebhaft über verspätete Auszahlung der Bezüge geklagt. Nach den Erklärungen der Regierungsoertreter können die Nachzahlungen jetzt rechtzeitig erfolgen._ Der Kampf um öle Schule. Der Hauptansschuß des Preußischen Landtages oerhandelte am Freitagabend über höhere Lehranstalten für die männliche Jugend. Der Berichterstatter Abg. O e l z e fDnat. Vp.) führte aus, daß sich die Folgen des Krieges auch im Lehnrittelmangel zeigen. Er ist für die Gleichstellung der seminaristischen Studien- Direktoren und Studienräte mit den akademischen.— Abg. Wilder- mann(Z.): eine Koedukation lehn« seine Partei ab.— Abg. Pflug lDnot. Bp.) meinte, der bisherige Geschichtsunterricht fei nicht byzan- tinisch(?) gewesen. Der Geist der Schüler sei durch den Krieg qe- sunder(??) geworden.— Abg. Steffens(D. Vp.): Untere Zeit ist zusehrvomNationalismu» beherrscht. Die Schul- Hygiene darf nicht vernachlässigt werden.— Abg. Gottschalt (Dem): Rene Lehrpläne nnd neue Dienflanwelstingen find erforderlich.— Abg. Hack«(Soz.) wendet sich gegen die alldeutsche Pro- pagonda in den höheren Schulen. Er verlangt die vierjährige Grundschule, die achtklassige, nicht die neuntlasssge höhere Schule. Die Rechte des Lehrkörpers sollen gestärkt, die des Direktors beschnitten werden.— Abg. Holtz(U. Soz.) verlangt die Ab- schaffung der Reifeprüfung.— Minister Dr. B o e l i tz betont, der Oberlehrerstand habe sich bewährt.— Ministerialdirektor I a h n k e: Die Reifeprüfung soll nicht beseitigt, die Zahl der Vrüfullgssächcr aber vermindert werden. Das Urteil der Lehrer über Schulleist, ingen soll bei der Prüfung mehr als bisher bewertet werden. Die K o e- dukation fei abzu-lehnen und nur in Einzelfällen feien Aus- nahmen möglich._ Neuwahlen in Oelqien. Brüssel. Ig. November.(WTB.) Heute finden in Belgien die Wahlen für die vollständige Neubildung der D e p u- tiertenkammer und des Senates statt. Die bisherige Kammer zählte 186 Mitglieder, und zwar 73 Katholiken, 70 Sozialisten, M Liberale, 5 Mitglieder der Front- Partei, L Mitglieder der Partei der ehemaligen Kriegsteilnehmer, 2 Mitglieder der Partei der nationalen Wiedergeburt, ein Mitglied der Mittelstandspartei--' Der bisherige Senat umfaßte 120 Mitglieder, und zwar 63 Katholiken, 43 Liberale und 14 Sozialisten. Der. neue Senat wird nach dem Gesetz über die Ilmbildung des Senats 153 Mitglieder umfassen, und zwar 93 aus Wahlen hervorgehende Mitglieder, 40 von den Prooinzialräten gewählte und 20 von den Senatoren selbst gewählte Mitglieder. Die Wahlen für die gesetzgebenden Körperschaften erfolgen ouf Grund des allgemeinen Stimmrechts nach dem Pro- portionalwahlfystem. Die Frauen nehmen nicht daran leil, sie haben in Belgien nur das Eemeindewahlrecht. Dos Wahlergebnis wird mit größter Spannung erwartet. Der Wahlkampf dreht sich besonders um die S p r a ch e n f r a g e und um die Herabsetzung der Militärdienst zeit auf sechs Monate. Anläßlich der Wahlen hat das Kabinett dem König feinen Rücktritt angeboten._ Die Ztalianlflerunfl Südklrol». Eine Verordnung bestimmt, daß in Zukunft nicb: die Eliern oder Erziebungsbereckiliaten, sondern die Schulbebörden bestimmen, ob Deiitscbsiidtirol« Kinder in deutsche oder italcenijche Schulen zu gehen haben.., Gifenbahnforqen>'n yollanö. Aus Amsterdam wird uns geschrieben: Die Diskussion in Deutschland über die Forderung der Großindustriellen, das Reichs- eisenbahnnetz unter privatkapitalistische Direktion zu stellen, hat in Holland naturgemäß große Aufmerksamkeit erregt. Die Behaup- tung der deutschen Großindustriellen, die von ihr gewollte Umstellung der Eisenbahnvcrwalwng garantiere eine größere Wirtschaftlichkeit des Betriebes, begegnet in Holland großemZweifel. Die hol- ländische Eisenbahn befindet sich nämlich unter privatkapitalistilcher Verwaltung, wenn auch der Staat der größte Besitzer des Eisen- bahnwertcs ist. Die Berwaltung wird ausgeführt nach privat- kapitalistischen Grundsätzen durch eine Direktion, der man privatkapitalistische Energie nicht absprechen kann. Was aber ist das Resultat? Im vrrigen Jahre belies sich das Desi'it der hvllän- dischen Eisenbahnnetzes in Vergleich zu dem Umfang der deutschen Reichscisenbahnverwaltunq, so ist das Defizit der hollän» dischen Eisenbahn auf rund 10 Millionen Gulden. In diesem Jahre wird ein Defizit von mindestens 30 Millionen Gulden errechnet, das sind nach dem Stand der deutschen Mark nicht weniger wie 2700 Millionen Mark Defizit. Zieht man die Größe des hollän» dischen Eisenbahnnetzes im Vergleich zu dem Umfang der deutschen Reichseisenbahnverwaltung in Betracht, so ist das Defizit der hollän- dischen Eisenbahn in deutscher Mark ausgedrückt, prozentual höher als das deutsche. Wie gesagt, die holländische Eisen- bahnverwaltung ist nach privatkapitalistischen Grundsätzen organi- siert und ist himmelweit davon entfernt, als ein sozialisierter Betrieb angesehen werden zu können. Man wird es angesichts des hollän- dischen Eisenbahndefizits, da» durch eine erhebliche Erhöhung der Tarife ausgeglichen werden soll, wohl verstehen, daß man in Holland hinter der Forderung der deutschen Kapitalisten, die Eisenbahn zu entstaatlichen, etwa» anderes sieht, als die Absicht, das Eisenbahndefizit durch gemeinwirtschaftliche Maßnahmen aus der Well zu schaffen. Wirtschaft Der Stand der Mark. Die Veränderung, die die letzte Woche für die Veurtei- lung der deutschen Kaufkraft im Aueland gebracht hat, war gering. Die Kurse fremder Zahlungsmittel an der Berliner Börse unter- lagen zwar noch immer starken Schwankungen, ergaben aber gegen- über der panikartigen Verschlechterung der Mark um Mitte vorigen und Anfang dieses Monats nur unwesentliche Verschiebungen des Kursniveaus. Man zahlte für: Die Devisenkurse sind also im ganzen betrachtet unverändert. Der geringen Senkung des Dollars, des Schweizer Franken und der tschechischen Krone stehen ebenso geringe Kurserhöhungcn u. a. des holländischen Gulden und des englischen Pfundes gegenüber. In- zwischen passen sich die Warenpreise den durch die Valutaverschlechte- rung erheblich gestiegenen Weltmarktpreisen an. Die Teuerungs- welle schreitet fort und erhöht die Lebenshaltungskosten in einer Weise, daß selbst erhebliche Lohnsteigerungen den Ausgleich in der Kaufkraft der breiten Massen kaum wiederherstellen können. Die wlrkschafkNche Lage der Eisenbahn. Auf der Besprechung der Direktionspräsidenten der Reichselsen» bahnen in München vom 7. Oktober hielt Oberregierungsrat Dr. Ludwig Homberger einen Bortrag über die Wirtschaft- liche Lage der deutschen Reichseisenbahnen, der jetzt als Sonderdruck des„Archivs für Eisenbahnwesen" vom Reichsverkehrsministerium im Verlag Julius Springer, Berlin, heraus- gegeben wurde. Das darin wiedergegebene Tatsachenmaterial be- leuchtet schlaglichtartig die Gründe des Eisenbahndefizits. das der wirtschaftlichen Reaktion den Vorwand zum Kampfe für die Privatisierung der Eisenbahnen gegeben hat. Besonders bemerken»- wert ist nachstehende Ueberstcht über die Steigerung der M a t e r i a l- preise: Einzelne Preisangaben gehen auf frühere Vereinbarungen zu- rück, andere, wie die für Petroleum, sind bereits durch die Valuta- Verschlechterung überholt. Die geringsten Preissteigerungen für Materialien, z. B. die für Kiefernholz, trieben die Materialkosten der Eisenbahnen auf das Di erzehnfache, die Beamtengchälter betrugen dagegen im Jahre 1921 etwa das Achtfache, die Arbeiterlöhne noch nicht dos Zehnfach� der niedrigen Dorkriegslöhne. Die aus das Bierzehn- bis Dreißigfache im Preis gestiegenen Materialien wurden aber zu den rund zehnfachen Vorkriegstarifen befördert, und erst am 1. November wird das allgemeine Niveau der Tarife— von Ausnahmen muß abgesehen werden— aus das Vierzehnfache ge- bracht' Die enorme Erhöhung der Materialpreise, dazu die Notwendig- keit, die im Kriege stark abgenutzten Anlagen zu erneuern, und das große von den Ländern übernommene Bauprr»ramm machen es be- greiflich, daß trotz der Personalvermehrung um 34 gegen 1913 der Anteil der Sachkosten an den Gesamtbetriebskosten g e- stiegen ist, und zwar von 39,13 auf 47,3 Proz. Die Privatisierungshetze ist durch diese Fest'tellungen in ihrer ganzen Unsachlichkeit und Haltlosigkeit entlarvt. Aeber 100 MMarden Bapler. Ter Banknotenumlauf der Reich»bant bat sich bi« Monatsmilte um 2', Milliarden Mark weiter vermehrt. Er betröxt jetzt 95 t8 Milliarden. Außer- dem sind noch für rund 7 MiNiarden Darlebnlasienscheine rnr Verkehr. Ter gesamte Umlauf an Papieraeld, das vom Reiche ausgegeben ist, hat damit die 100. Milliarde überschritten. OewerMastsbewegung Erste fiusfchuFsttzung öes /lfa-Sunües. Am tk. November trat In Berlin die auf Grand der Reorqani- sation des Afa-Bundes fatzunasge näs? voraesek>>ne Bundesausschuß- sißunq �um erstenmal zusammen. Den Geschäftsbericht erstattete A u f l) a u s e r- Berlin. Die innere Reorganisation des Bfa-BunVs hat in d"M Berichtsjabr Ibren Abschluß gefunden. Die innige und ständiae Gemeinschaftsarbeit der angeschlossenen Verbände bat sich in jeder.Einsicht bewäbrt Der Draanisationsver- traa»mischen dem A�gemeinen Deusschen Gemerkschaftsbund und dem Afg-Bund babe sich wiederbolt bewährt. Das innige Bündnis werde in den bevorstehenden Kämpfen um dos aufgehellte gemein- same Steuerneooromm eine weitere Kraftprobe zu bestehen haben. ?n dem fosgenden Kassenbericht tonnte Süß- Berlin über einen günstigen Kossenbcstand bericht g. Er teilte ferner mit, daß d i e Betriebsrätebewegung im A D G B. und l m Afa- Bund In Zukunft organisatorisch völlig verein- bcitlicht werden soll und zu diesem Zweck auch ab l. Januar die G-cher getrennt hcronsaegebenen Ornone„Betriebsrätezeitunq des ADG�/ und„Der Betriebsrat" des Afa-Bundes vereinigt merken. Die Dundesg"sschichsißung nahm ferner den Bericht der Revisoren ent�enen und erteilte dem Dorstand und dem Rechnung?- führer Entlastung. U eher die??rag» des Berufsbeamtentums referierten Hnußherr und Sandeler. Reben den Fragen des Beamte«- rechts wurde dabei auch das Organisationsproblem der Staats- und Gemeindebeamten eingehend erörtert. Es H-Trschte nölliae Uebereinhimmuna, daß entgegen den von gegne- rischer Seite ausgestreuten Berdächtigunoen im Afa-B'wd niemand daran denkt, den Beamten ihre wohlerworbenen Rechte einzu- fchrägken oder zu nehmen. Auf Grund der eingebenden Diskussion der Beamtenfraaen wurde eine besondere Kommission eingeseßt, die sich mit der A"f"ellung von Richtlinien für die Beamten- Politik befassen wird. lieber die Fragen der Tarifpolitlk erstattete Schweißer Bericht Es sollen von einer Kommission die Richtlinien für eine einheitliche Torifpolitik der Afa-Derbände auf- gestellt«erden. Schließlich referierte Paul Lange über die bevrrstehenden Wahlen zur Anqestelltenverslcherunq und appellierte an d'e angeschlossenen Berbände, ibre ganze Kraft einzusetzen, um dem Afa-Gedonken auch bei diesen Wahlen zum Siege zu verhelfen. l Zulagen für die städtischen Gütcrarbeiter. Nachdem den städtischen Arbeitern durch die Einführung de» 7. Lohntarifes höhere Löhne zugebilligt worden stnd, haben auch die Güter arbeiter Lohnforderungen gestellt. Es soll ihnen der Prozentsatz an Lohnsteiaerung zugestanden werden, der den städti- scben Arbeitern zugebilligt worden ist. Der Magistrat ist ferner mit den Derbandsvertretern übereingekommen, daß der sich so er- gebende Detrag auf die einzelnen Arbeiterkategorien dergestalt ver- teilt werden soll, daß den Arbeitern ohne Deputat, die der Teuerung am meisten ausgesetzt sind, eine im Verhältnis zu den anderen Arbeitern größere Aufbesserung zuteil wird. Unter Wahrung dieser Gesichtspunkte wurde die Gewährung fol- gender Zuschläge auf die für ausschließlich normal« Arbeitsstun- den gezahlten Barlöhne vom 1. September 1921 ab be- schlössen: 0,75 M. für Freiarbeiter und Handwerker, desgl. für Erwerbslose �vollwertige Männer),— 0,50 M. für Deputanten (Monatslöhner, Gesvannführer, Tagelöhner, Rieselwärter),— 0,30 Mark für Jugendliche und Frauen. Die durch obige Erhöhung sich eraebenden Mehrbeträge bezif- fern sich unter Zugrundelegung von 7 Monaten auf etwa 3,2 Millio- nen Mark. Sie werden gedeckt aus Mehreinnahmen der Güter. Mit Rücksicht darauf, daß die neue Stadtverordnetenversammlung die vorliegende Borlage erst im November oerabschieden kann, ist Anweisung gegeben, die durch die Lohnerhöhung sich ergebenden Mehrbeträge ausnahmsweise schon vorzeitig zu zahlen. Arbeitsaufnahme bei der NAG. Ueber den Ausgang der Bewegung bei der NAG. wird uns mitgeteilt: v Nachdem die Belegschaft, in voller Einmütigkeit der Hand- und Kopfarbeiter, dem Berband Berliner MetaUindustrieller bewiesen hat, daß sie gewillt ist, den Kampf gegen die Not mit allen ihr zur Verfügung stellenden Mitteln zu führen, hat sie in einer Betriebsversammlung beschlrssrn, den Kampf als Einzelbewegung abzu» brechen. Sie legt die weiteren Maßnahmen in die Hände ihrer gewerkschaftlichen Orgonisationen und erwartet, daß die Notlage der ««samten Arbeiterschaft mit der vollen organisatorischen Macht be- oben wird. Die Aufforderung eines Redner» der Allgemeinen Arbeiter- Union:„Heraus aus den Gewerkschaften", fand einen nur sehr geringen Resonanzboden; vielmehr wurde von ver- schiedenen Rednern und vom Tfctriebsrat darauf hingewiesen, daß die Arbeiter alle Veranlassung haben, unseren Gewerkschaften den nötigen R ü ck h a l t zu geben. Folgende Resolution wurde an- genommen: „Die am 19. November oersammelten Arbeiter und Angestellten der NAG. stellen fest, daß die Bewegung der Belegschaft n i ch t o h n e Erfolg verlaufen ist. sondern zweifellos den Anstoß zu den Ber- Handlungen zwischen BBMJ. und den einzelnen Gewerkschaften ge- geben hat. Bon den Gewerkschaften wird nun erwartet, daß sie unverzüglich die bereits eingeleitete Bewegung auf eine breite Basis bringen, die einen der Teuerung entsprechenden Abschluß gewährleistet. Da hiermit von zentraler Stelle nunmehr eine Re- Vision der einzureichenden Gehalts- und Lohnsätze eingeleitet wird, muß da» Ziel der Beweaunq bei der NAG. als oorläustg erreicht angesehen werden. Die Belegfchaft der NAG. fügt sich nunmehr in den Rahmen der beginnenden Gefamtaktion ein. In Konsequenz obiger Ausführungen nimmt die Belegschaft am Montag die Arbeit geschlossen wieder auf." Wir begrüßen diesen Beschluß der NAG.-Belegschaft und er- warten, daß alle Arbeiter sich ihn zum Borbild nehmen und nicht durch Einzelaktionen die Kräfte verzetteln, die notwendig sind, um den Berhar dlunaen der Gewerkschaften mit den Unternehmern den nötigen Nachdruck zu geben._ Ans dem Wach« und Schliestbetriebe. Durch die bürgerliche Presse wird das Gerücht verbreitet, die Wächter des Wach, und Sicherheitsdienstes Groß-Berlin, Potsdamer Str. 74, seien aus dem Deutschen Transport- arbeiterverband ausgetreten. Demgegenüber erklärt die Organi- fationsleitung folgendes: Bis zum 30. September standen wir mit der Firma im Tarifverhältnis. Es war schwer, die Jnnehultung des vertrage» durch sie zu erreichen. Dem Inhaber der Firma, Major a. D. von Hirsch-Schwabe war der Verband ein Dorn im Auge. Das Betriebsrätegesetz wurde völlig beiseitegeschoben oder so aus- gelegt, wie der Firma es paßte: leider ließen sich das sowohl die Be- triebsräte, als auch die Wächter gefallen. Bei Abschluß des neuen Tarifvertrages streikten die Kraftfahrer und Wächter in der Ko- lonnenstraße. Hier beeilte sich die Firma, sofort Streik- brecher zu stellen, obgleich die» auf Grund des Tarifvertrages nicht zulässig war. Wir verlangten die Zurückziehung der Leute, was uns verweigert wurde. Der Herr Major erklärte uns, daß er es ablehnt, mit der Organisation einen Tarifvertrag abzuschließen. Die Kollegen sahen dem stillschweigend zu Darauf verschrieb sich der Major o. D. die christlichen Verbandsvertreter, um feine Leute zu bearbeiten. Das geschah auch in einer Betriebs- Versammlung. Dort zeigten die Kollegen keine Lust zum Uebertritt. Aber der Inspektor Bugisch verstand den Wind seines Herrn und Meisters: er erklärte den Wächtern: wer nicht au» dem Ber- band austritt, der wird entlassen. Und da die Leute nicht den Mut aufbrachten, dem Herrn, wie es nötig gewesen wäre, entgegenzutreten: so hat sich ein Teil der Wächter dazu treiben lassen, zu den„Christen" zu gehen. Ein großer Teil hat da» Ansinnen des Unternehmer» und feine» Trabanten abgelehnt. Nachdem durch die Firma erklärt wurde, daß sie keinen Tarif- vertrag mit dem Transportarbeiterverbond abschließt, haben wir den Schlichtungsausschuß angerufen. Derselbe hat ent- schieden, daß der Tarifvertrag auch für diese Firma Geltung hat. Wir werden natürlich diese Gesellschaft Im Auge behalten, dafür sorgen, daß die Betriebsräte der Arbeiterschaft darauf achten, welche Gefellschaft die Bewachungen ihrer Betriebe ausführt. Pinkerton- Garden dürfen nicht zugelassen werden. Auskunft erteilen wir in unserem Bureau, Bayreuther Str. 51. « ver vberpräsident al« Demobikmochungskommissar für Groß- Berlin hat den Antrag des Deutschen Portierverbandes, den Schiedsspruch de» Schlichtungsausschusse» für ver- kindlich zu erklären, ausgesetzt. In der Begründung wird gesagt, daß der Oberpröstdent sofort Verhandlungen mit dem Ma- gistrat einleiten wird, ob die Hauswirte in die Lage versetzt werden können, die Lohnforderungen der Portiers und Hausreiniger, soweit diese durch die derzeitigen Teuerungsverhältnisse begründet sind, ge- recht werden können. Dadurch wird die Geduld der. Portiers und Hausreiniger auf eine harte Probe gestellt. Sollte es In kürzester Frist nicht zu einer endgültigen Regelung kommen, so sind die In Frage kommenden Berufsangehörigen gewillt, ihre berechtigten For- derungen mit allen gewerkschaftlichen Mitteln zu erkämpfen. Die Rustlandhilfe der Gewerkschaften. Der Vorstand de» Internationalen Gewerkschaft». Kunde» tSitz Amsterdam) hat bekanntlich einen Vertrag mit der russischen Sowjetregierung abgeschlossen, der die ungehinderte Durch- iühning der internationalen Gewerkschaftshilse für die notleidende Bevölkerung in Ruhland sichern soll. Auf Grund diese» Dertiage, eröffnet der JGB. demnächst«in Zentralbureau in Petersburg, zu dessen Leitung der englische Gewerkjchastsführer O' G r a d y gewonnen worden ist. Al« Stapelplatz für die vom JGB. in den verschiedenen Ländern getauften Lebensmittel ist Hamburg gewählt, von wo sie so schnell als möglich nach Peters- bürg transportiert und dann unter Leitung de» unter O'Grady stehenden Personal» nach ihren Bestimmungsorten übergeführt wer- den. Mit der Errichtung eines ersten Kinderheim» in einer von der russischen Regierung noch näher zu bestimmenden Stadt soll sofort begonnen werden. In dem Heim werden 1000 Kinder aufgenommen und auf Kosten des JGB. verpflegt werden. Die Errichtung weiterer Kinderheime ist in Aussicht genommen. Die in Deutschland eingekauften Medikamente zur Bekämpfung der Seuchen hat der JGB. noch einer persönlichen Unterhandlung mit Professor Nansen dem Internationalen Roten Kreuz für seine Hilfsaktion zur Verfügung gestellt. Diese Medikamente tragen jedoch auf ihrer Verpackung den Namen de» Internationalen Gewerkschaftsbundcs. Durch den erwähnten Vertrag mit der russischen Regierung und die daraufhin vom JGB. getrostenen Maßnahmen sind alle Bürg» schaften gegeben, daß die zur Linderung der Not in Rußland ge- spendeten Gaben auch wirklich in die rechten Hände kommen. Um so mehr ist es erforderlich, daß die Sammlungen, zu denen der JGB. � erneut aufgerufen hat, auch in Deutschland nach Möglich- keit fortgesetzt werden._ Die TUaschinensehcr der Großdruckerei Seydel u. Co. haben In- folge eines L o h n k o n f l i k t s mit der Firma und nach Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfrist den Betrieb verlassen. Der Gasarbeiterstreik in Hannover ist nach Bewilligung der Forderungen durch den Magistrat beendet worden. 25 000 Kündigungen hat der Zentral-Arbeitgeberverband für die Wosewodschaft Pommerellen und den Stadtbezirk Brombcrg nach einer Meldung unsckes Bromberger Parteiblatres ausgesprochen. Der Grund dazu ist in neuen L o h n f o r d e r u ng en der Arbeite: zu suchen. Die Erregung unter der Arbeiterschaft ist groß. Die Arbeitslosigkeit in Ztallen. Noch amtlichen Feststellunaen betrug die Gesamtzahl der Arbestslosen am 1. Oktober 473 093» darunter 880 000 Männer. Im Verhältnis zum Monat September war die Arbeitslosenziffer an diesem Tage um 2000 gestiegen. Ein Viertel der Arbeitslosen entfällt auf die Lombardei. SPD.-FunMonilr« der Kelzlndnstrlr. Dienstag m Uhr Sitzung bei itrüger, Sngelufer u. Deutscher Werkmcisteruerband. Buchbinderei-Werkmeister: Dienstag H6 Ubr »ffentliche Versammlung im Restaurant HandelsstStt«, Friedrichstr. II. Be- ratung über den neuen Tarif. Deutscher Trausvortarbeiteruerband. itesterarbeiter, Ardelterinnen. Kutscher und Krastwaaeilsvdrer au« den Weinarotzdandlunaen und Likdrbetrieben! Man» tag 7 Uhr im Demerkschastshau», Engeluser 2t/ZS, allgemeine Versammlung. Bericht Uber die Verhandlungen mit den Ardeitgedern wegen der Lohnsorde- rungen. Mitgliedsbuch legitimiert.— Branche Reichsoraanlsatlonen: Dienstag ldtz Uhr bei Feyfara, Melchiorstr. II, BertrauensmSnneruersammlung.— Branche Verwaltungsbehlrdcn: Mittwoch W Uhr bei Echweitardt, Alte Jakob- stratze 24, Vertrauensmiinnerversamml�na. Siemens-Konzern. Mittwoch 4H Uhr bei M-rsand, Ronnendammaste«, Fortsetzung der vertagten BertrauensmSnncrkonferenz. Polierer und Belzer. Dienstag izh Uhr Im Englischen Hof, Alerander- straste 27e, Branchenversammluna der Pollerer, Beiger und der rn den Baren» Häusern, Magazinen und Hotelbetrieben beschäftigten Tischler. Berbaud der Sattle« und Portrfeoiler. Tapezierer aller Branchen: ver» fommlung Montag 7 Uhr bei Boeker, Dcberstr. 17. Bericht über die Lohn» Verhandlungen mit den Unternehmern.— Alle in der Metallindustrie beschäftig- tcn Sattler und Tapezierer: Versammlung Dienstag bei Schulz, Klnigs. graben 2. tzentraluerbond de» Schuhmacher. Montag. 6>4 Uhr äffentliche ver» sammluna der Matz, und Reparaturbranche in den Musiker-Sälen lBSrsen» saal), Kaiser. Wilhelm-Str. SS.— I Uhr Branchenversammluna der Ballsch'ih» macher bei Boeker, Weberstr. 17.— Schäftemacher: s Uhr im Lokal, KSpenicker Straße 127», Hof ptr.— Dienstag.»>h Uhr Versammlung aller suaend» lichen Arbeiter, Arbeiterinnen und Lehrlinge de» Handswerks bei Sentschel, käpenjcher Str. 127», Hof»tr.— Mittwoch. Ilh Uhr äfsenlliche versamm» lung der Maß- und Reporaturschuhmacher für die westlichen Bororte In den Reuen Rathauo-Sälen, Schäneberg, Martin-Luthrr.Str. IS.— I Uhr allaemcin« Gruppen Versammlung aller in der Hauslchuhindustrie beschäftigte» Atbeiter und Arbeiterinnen bei Boeker, Weberstr. 17. gentralverband der Angestelltea. Montag. Einzelhandel: Mitglieder» Versammlung 7>h Uhr Im Schultheiß.Ausschank. Hasenheide 29/31.— Chemischer Großhandel: Funktionärversammlung TM Uhr im verbandslokal, Belle-Allianee» Straße 7/19.— Dienstag. Konfektionierte Weißwaren: Ocstentliche Ber- sammlunji m Uhr im SchuItheiß.Anslchank, Reue Iakobstr. 24/25.— Mittwoch. Reichsverstcherunasanstalt: Oesfentliche Versammlung 41h Uhr in de« Biktoria-Luise-Schule, Gafteiner, Eck« Uhlandstraße. verantw. fstr den redakt. Teil: De. Werne, Pelser, Charlottenburg: fllr An- zeiqen: Th. Glocke, Berlin. Verlag vorwärts-verlag G. m. b. S.. Berlin. Druck» VorwSrto-Buchdruckerei u.BerlaasanNnlt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. vlerzn 4 Vellage». Sind Lungenleiden heilbar? Bei Asthma, Lnngen- u. Kehlkopftuberlcalose, Schwindsucht, Lancen- spItzen.Kutarrh, veraltetem Husten, Verschlelmun;, lan�bestehender Heiserkeit lese jeder die Broschüre mit ooigem Titel Der Verfas>er, Herr Dr med Outtmann, Chefant der Finsenkuranstalt, reißt darin in voiksierständ- hcher Weise natürliche Wese zur Beseitigung dieser schweren Leiden jeder Kranke erhält diese BroschUre auf Wun»ch vollständig umson-t Man schreibe Pnhlmann& Co., Berlin 224, MQogelstr. 25 a. nur eine Postkarte an z ahne 4 u. 7 M. mit Triedenshaufsshuh 5 Jahre schriftl. Garantie. 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Taielgnipplerungen. 4S sarvigen UN»'»Warzen itarten. T-rt- UN' NatiNlichen uederiichien. W.t Seilen. E eganter Af e-A handlicher valdleinenband nur M. S» 1 Vulwer: Sle letzten Tage von Pompeji. 5- tehrbuch der Aaturveilmethode von Dr. med. Böhm«. MU zahlreichen In den Text gedruckten Original-Jllusirarione». Seschcnkwert w«anzleinen ge. aa rn Hunden.»..«»,. nur M, rU.�U Sang und Klang fürs Kinderherz. Ene Sammlung der schönsten«Indrrlieder von Pro essorEngelder-Hamrerd i ch Bilder JBi'dnl» Zn den /RtdORlMr-eüBielca 3a dt»«alftoenischm Splelhill»» 3»»«ittn Vorlpielen lör icdermonn Lehrer und Schö.er Svleler und Z, Hörer werden an dem tchonen»no«eichen Inhalt vielche Freude baden, künstlerische Aucsta tun« 4» von 3 lclemann 64 L ilcn stark. M 1 1. WeihnaM-Aldn n. for e zweihändig mit Tcr-.'lllr«eiang mit Kl-sler.Bcgl-stnna für Piano vlerhänd g. für vlol>ne.S»!o,lürV olinemi! Piano- 11 tone. lsttit'eiwm nubTtarScribt M s t Goldener Overnschatz. IZT™ öder die ichdnsten Opern, Melodien, von E. D. Wagner deardeitet: Tannd-nsr »relichai, Carmen Margarete fKansl) Laden rin Mariha Troudoeoor Iraolal, Hostma na Erzähla oen Zandeeflöl« vltadeöa viel«rsiagae lUgolell» ZU««»kee Hollllndar velkiusl« Btnl Wega»! gebunden. ISS Selten st-wk 53- Msll-Album für Klavier Strien- Stl» am, aatan-A-ium Ctnttti'Stlditw> echuderl-iillium Ouvtrltirtn■ Wltinn Hr. 12/ lotwe AI um «■dca-aidsta/ EdotinAitaw, Vfseadech- «Ida»/ 3ai!rvailon,!e» Morsch■« dum Schamann<«'tum/ Joachim Jtaff• Al an HmubchvAlda«/ Waihnachlz Album- 3r( nd. «ldn-n-ja -fede« Hestchen.......... I J W- Soeben erschienen! En sonniger Tag. «ammlnnn!s leichter. Instruktiver Stacke 0 0 A von«Isvnie It.............. M. O.OU 1 Am«»nnzbe ittien/ 2 Zw Slnmengaet«» 3 Zröblliie«indee/ 4«las dee Dies« 5. Rlndtmlgen/«. Zut« b° ana 7. 6 schind« Rinder/ S Mit Li st an» ll ed« 9 Sit k-hnfachrt/ 10. S»l en»'■»endsean« 11. Xfetzchm ob' der Sl s«./ 12 St er bist» IS v-iml-hr Äselolt und Gerdas erste Tanz. versuche 1 Sellen> arl 5 entzückende meiodiö e Valse Boston Zu-eleu Volon vonAlIred l-Icker 5iebeS läge zLoveS!am«ni> Vertkäum«'» o-ISU«0» von Allrcd lückert. Pf O OU von lnoli Plauet....... M. Wo»«'SUjA«.n»llrao vtckert M !ache-de» Glück«»' ot-heii. m. .».8» 7 20 8 25 6.60 Ht. 54$ ♦ 5$. Jahrgang !♦ Seitage ües vsrwärts Sonntag. 20. November 142? Raöbruch über �ustizreform unö Amnestie. � Auf der gestrigen Tagesordnung des Reichstags stand die I Förderung des Wohnungsbaues. Abg. Bahr(Dem.) erstattet den Ausschußbericht: Danach beträgt! der jährliche Wohnungsbedarf 180 000 Wohnungen. Seit dem Kriege sind aber höchstens 400 000 Wohnungen, im letzten Lahre nur 100 000 neu gebaut worden. Die dazu notwendigen Mittel sollen von der Ocffentlichkeit durch Belastung der noch immer verhältnismäßig niedrigen Mieten in den alten Häusern ausgebracht werden. Eine Anleihe lehnt der Ausschuß ab, er ersucht aber die � Regierung um ein Gesetz s ü r ein B a u p r o g r a m m für 1922/23 und gibt dafür in seinem gedruckten Bericht Richtlinien an. Abg. Runkel(D. Vp.) verliest als Vorsitzender des 13. Aus« schusies den Ausschüßbeschluß, in dem der Reichstag gebeten wird, den vorliegenden Bericht noch heute zur Kenntnis zu nehmen. Er geht dabei von der Voraussetzung aus, daß es sich nur um die Ueberweisung des Ergebnisses der Ausschußberatung an die Reichs- regierunq handelt, damit ohne Zeitverlust das Bauprogramm für 1922/23 in Angriff genommen werden kann. Abg. Gnlknechl(Dnat.) lehnt den Bericht als Ganzes ab. Gegen diesen Widerspruch wird der Ausschußbericht genehmigt. Es folgt die erste Beratung des allgemein beantragten �banSerungsgefetzes zur KngesteUtenversicherung. Abg. Giebel(Soz.) begründet den Entwurf: Bor Einbringung der letzten Aendcrung zum Angestelltenoerstcherungsgesetz haben zahlreiche Angestellte infolge der Propaganda der Lebensoersiche- rungsqesellschaften private Versicherungen abgeschlosien. Die Parteien haben sich dahin geeinigt, daß solche Lebensoersiche- rungen befreiend wirken sollen, die vor dem 10. Juni beantragt worden sind. Weil aber die Propaganda der Lebensversicherungs» gesellschaften nicht ganz einwandfrei war, konnte die zeitliche Grenze für den Abschluß solcher Versicherungen nicht weiter ausgedehnt werden. Es wird eine genaue Prüfung nötig fein, ob die Anträge tatsächlich vor dem 10. Juni gestellt worden sind. Grundsätzlich sollen nur solche Policen befreien, deren Prämien dem Betrag des Angestellten zur Zwangsversicherung gleichkommen. Es wird also nachgeprüft werden, ob die bisherigen Lebensversicherun» gen noch hoch genug sind. Für ihre Erhöhung ist dem Der» sicherten eine Nachversicherungssrist bis zum 31. Dezember d. I. gestellt. Das Gesetz wird ohne weitere Aussprache in der Ausschuß- fasiung in allen drei Lesungen angenommen. Es folgt der Bericht des Ausschusses für Volkswirtschaft über die Erhöhung üer Uvterstützungssähe für Erwerbslose. Arbeitsminister Drmins gibt dazu folgende Erklärung ab: Die Reichsregierung erkennt an, daß auch die Leistungen der Erwerbs- losenunterstützung den fortgesetzt steigenden Preisen angepaßt werden müsieu. Wir sind deshalb auch schon an die Landes- regierungen mit entsprechendem Antrage herangetreten. Ich gebe die Versicherung, daß ich alles tun werde, um die Notlage der wirklich unverschuldet Erwerbslosen, denen die Unterstützung zu- gedacht ist, mit größtmöglichster Beschleunigung zu mildern. Der Bericht wird angenommen. Der Beamtenausschuß schlägt eine Entschließung vor, vi« die Reichsregierung ersucht, die Einstellung von De- amtenanwärtern in allen Zweigen der Reichsoerwaltung bis zur Beratung des Reichshaushalts für 1922 zu untersagen und die freiwerdeuden planmäßigen Bcamtcnstellen unbeschadet der Rechte der außerplanmäßigen Beamten nach Möglichkeit mit Warte- geldempfängern und Beamten aus den abgetretenen Ge- bieten zu besetzen.— Die Entschließung wird einstimmig an- genommen. Es folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfes zur Crweite- rung des Anwendungsgebiets der Geldstrafe und zur Einschränkung öer kurzen Ireiheitsstrofen. Abg. Koenen(Komm.) bringt dabei einen Antrag auf Haft- entlassung der im Zuchthause Lichten bürg bei Torgau sich im Hungerstreik befindenden politischen Gefangenen ein. In Pen Berliner Großbetrieben ist die Erregung groß. Deputationen sind hierher unterwegs, um Hilfe für die Hungernden zu fordern. Auch in der Nähe der L>ungerburg finden schon Demonstrationm während der Arbeitszeit statt. Seit drei Tagen verhandeln wir mit Minister Radbruch, der erst vor wenigen Wochen eine fulminante Rede hielt. Von Torgau soll schon Schupo unterwegs sein.(Lärm links.) Abg. Rlüllcr-Franken(Soz.) erklärt, daß es sich um einen selbständigen Antrag handele, der gar nicht zu diesem Gesetz gehöre. (Zurufe von der Tribüne— der Präsident verwarnt den Rufer—. Abg. H o s s m a n n(Komm. Arbeitsgemeinschaft): Ihr habt nur Sleuenc zu zahlen und das Maul zu halten!— Große Unruhe.) Präsident Löbe: Ich bitte Sie, in die Befugnisie des Präsidenten nicht einzugreifen. Wenn die Herren dort oben mitreden dürften, brauchten Sie nicht hier zu sein.(Lebhaste Zustimmung.) Abg. Rosenseld(U. Soz.) unterstützt den kommunistischen Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zur Prüfung der Zu- stände in den Gefängnissen. Abg. tedebour(U. Soz.) erklärt, er müsse das Gewissen der Sozialdemokraten aufrütteln.(Lachen.) Abg. Dr. Leoi(Komm.): Wenn der Hunger schreit, dann müssen die Geschäftsordnungsbedenken überwunden werden.(Zuruf rechts: Sie hungern ja freiwillig!) Justizministcr Dr. Radbruch erklärt Pch bereit, zu gegebener Zeit über die Zustände in Lichtenburg Auskunft zu geben. Der Verbindung des kommunistischen Antrags mit der Tages- ordnung wird nicht widersprochen. AbZ Dr. Rosenfeld(U. ooz.): Von dem Gesetzentwurf de» soxlaldemokratischcn Jubizministers sind wir schwer enttäuscht. Die Geldstrafen sind so hoch, daß kaum einem Arbeiter die Wohltat der �..uvondlunz von Freihritsftrafen in Gkldstrofen zuteil werden wird Wir werden im Alisschuß beantragen, daß die Geld- strafe sich den E i n k o m m e n s o e r y ä l t n i s s e n anpaßt. Für unbescholtene politische Gefangene ist das Gefängnis die größte moralische Gefahr. Am schlimmsten sind die Zustände in B a y- r n. In Lichtenburg wären die Frauen und Kinder der politischen Gefangenen schon lange Hungers gestorben, wenn die Arbeiterschaft sich nicht ihrer angenommen hätte. Deshalb sind die Gefangenen in den Hungerstreik getreten. Der Beauftragte der Regierung, der die dortigen Zustände prüfen sollte, hat sich einwickeln lassen von dem Oberstaatsanwalt m Naumburg, einem üblen reaktionären Kappisten. � Abg. Svenen(Komm.)' Gegen den Gesetzentwurf haben wir schwere Bedenken. Iuftizmimster Dr. Radbruch: Ueber den vorliegenden Gesetzentwurf will ich nur wenige Worte saaen. Er ist einer der ersten Schritte zur Verwirklichung der Staats- rcchtsreformideen meines großen Lehrers Franz v. L i s z t..Es Ist wahrlich nicht wenig, was dieser Entwurf bringt. Er bringt nicht> nur die Erhöhung'der Geldstrafe, er bringt praktisch die A b- z schoffung der kurzzeitigen Freiheitsstrafen. Er � bringt ein einfacheres und milderes Verfahren der Einziehung der Geldstrafen. Er bringt die Möglichkeit der Abarbeitung der Geldstrafen. Der Herr Kollege Rosenfeld ist in seinen Aus- führungen auf die Verhältnisse unseres Strafvollzuges eingegangen. Ich kann erwidern, daß ich am Freitag angeordnet habe, Vorschläge zu machen über eine Revision der Grundsätze de» Strafverfahrens, die im Jahre 1897 vom Bundesrat aufgestellt worden sind. Mir scheint die Revision dieser Grundsätze so dringend zu sein, daß ich glaube, sie der Gesamtreform unsere» Strafvollzuges vorausschicken zu müssen. Aus die vielen Einzelheiten über Anstalten und Personen, die hier genannt worden sind, glaube ich nicht eingehen zu müssen. Rur ein kurzes Wort über Niederschönenfeld. Der Herr Kollege Rosenseld nimmt ohne weiteres an, daß ich die Angelegenheit Niederschönenfeld, sobald ich Minister geworden bin, vergessen hätte. Es entzieht sich feiner Kenntnis, was inzwischen von meiner Seite für Niederfchönenfeld getan worden ist. Ich werde das Recht der Reichsaufsicht geltend machen— in welcher Welse, das muß ich mir selbst vorbehallen. Schließlich dle Amnestlefrage. Ich halte an dem fest, was ich damals gesagt habe, fest daran, daß das Reich auch für bayerische wie andere landesrechtliche Fälle da» Recht zur Amnestie hat. Der Hungerstreik in Lichtenburg ist eine heroische Torheit, aber nichtsdestoweniger eine Tor- heit.(Sehr richtigl) Man kann ihn unter zwei Gesichtspunkten de- trachten: Entweder als einen Verzweiflungsakt oder als eine Demonstration, und ich verstehe zunächst alle Gründe, die zu einer solchen Verzweiflungstat fuhren konnten. Dahin gehört nicht nur die Rot der Angehörigen dieser Gefangenen, sondern auch die noch tiefere Rot. in der jetzt unsere Rechtspflege ist.(Sehr richtigl b. d. Soz.) Ich will hier keine Schuldfragen aufwerfen, ich will nur Tatfachen feststellen. die Tatsache der angefühnken Tötnngssälle. die von rechts gegen links begangen worden sind(Sehr wahr! links. — Große Unruhe und Zurufe rechts), die Tatsache der Verzögerung der Aburteilung der K a p p l e u t e, die Tatsache der furchtbar harten Urteile, die zum Teil von den Sonderaerichten erlassen worden sind. (Andauernde große Unruhe rechts. Glocke des Präsidenten.) Als Verzweiflungsakt kann ich also den Hungerstreik allenfalls verstehen und in den privaten Besprechungen, die Ich mit den Herren Kommunisten hatte, wurde diese Aktion auch wesentlich als ein Ver- zwelflungsakt gewürdigt, demgegenüber Sie, meine Herren von der äußersten Linken, zunächst ,die Verpflichtung hätten, abzuraten und zu be r u h i g e n. Daß es auch geschehen ist, weiß ich. Aber Ihre Presse, Ihre„Rote Fahne" führt eine ganz andere Sprache. Da Ist mit keinem Wort davon die Rede, daß man diese Aktion ver- urteilt, sondern man verherrlicht sie und benutzt sie als den Ausgangspunkt für welkere Aktionen. So stellt sich also dieser Hungerstreik nicht nur al» Derzwetflungsakt dar, fondern durch die Interpretation, die die Presse und die Sie selber(zur äußersten Linken) ihm hier zuteil werden lassen, wesent- llch als eine Demonstration und als eine Demonstration— — nun, gegen wen? Als eine Demonstration zunächst einmal nicht gegen den Strafvollzug. Denn der Herr Kollege Dr. Rosenseld hat un» selbst den Brief der Gefangenen vorgelesen, der mit dem Satz endet:„Dir führen keine Beschwerde gegen die Direktion der Strafanstalt, sondern verlangen einzig und allein unsere Frei- heil oder den Hungertod." Gegen wen wird also demonstriert? Ich gedenke nicht vor dieser Demonstration zurückzuweichen. Wohin sollten wir denn kommen, wenn sich ein Hungerstreit an den anderen schlösse? Heute sind es die politischen, morgen sind e» die g e- meinen Verbrecher. Es ist nicht zu verantworten für die Straf- rechtspflege, die der Sicherung der Allgemeinheit dient, vor jedem Hungerstreik ohne weiteres die Waffen zu strecken.(Lärmende Zu- rufe auf der äußersten Linken.) Das preußische Ministerium hat gestern einen Kommissar nach Lichtenburg geschickt. Der Kommissar des Reichsjustizministers ist gleichfalls in der Anstalt eingetroffen. Es wird die Ueberführung aller Kranken ins Lazarett und, wo das Lazarett sachlich oder räumlich nicht ausreicht, in das Krankenhaus angeordnet werden. Es kommt dabei freilich nicht eine Strafaussetzung in Betracht. Daß eine Strafaussetzung nicht stattfindet, kommt auch den Gefangenen selbst in gewissem Sinne zugute, weil ihnen die Zeit im Krankenhaus aus ihre Strafzeit angerechnet wird. Vor allem aber habe ich meinen Kommissar beaustragt, den Gefangenen mitzuteilen, daß, sobald Gnadengesuche von ihnen eingereicht werden, ihre Ange- legenheit schleunigst und wohlwollend geprüft wird. Ungeprüft können wir niemand begnadigen. Außerdem wird den Gesungenen eröffnet werden, daß vom 1. April 1922 ab in Zeilabständen immer wieder von neuem die Urteile gesiebt werden, so daß auch die schwereren Fälle vor dem Ablauf der Strafzeit größtenteils zur Begnadigung kommen.(Andauernde Unterbrechung von den Kommunisten.) In Lichtenburg handelt es sich nicht um ganz einfache polltische Verbrechen. Ich habe die einzelnen Fälle nicht alle feststellen können, ich habe aber feststellen können die Straftat des Gefangenen, der den auf dem Tisch des Hause» liegenden Brief geschrieben hat. Er hat ein Eisenbahngleis g e f p r e n g t mit der Wirkung, daß durch die Sprengung dieser Eisenbahnschiene— ich werde es vorlesen: „Durch die Tat selbst sollte verhindert werden, daß die in Sondcrshausen garnisonlerie Reichswehr nach Sangerhansen geworfen werden konnte. Wäre die Stelle nicht alsbald besichtig» und die verbogene Schienenanlaae ausgewechselt worden, so wäre eine Entgleisung de» Zrühzoge», der in der Hauptsache von Vergleolen der umliegenden Kallgrube beuuhl wurde, unbedingt eingetreten." Aus eine solche Tat war eine sofortige Begnadigung natürlich ausgeschlossen. Ich möchte Ihnen doch einmal ein paar Zahlen mit- teilen, um Ihnen einen Beariff von der im Auaust vom Reichstag be'cblosse.ien Begnodinunnsaktion zu geben. Es sind Gnadenerwetse erteilt worden in 7(5(5 Fällen, Gnadenerwei« abgelehnt in 550 Fällen. Sämtliche Zuchthausurteile, die. durch die Sondergerichte erlassen sind, wurden auch ohne besonderes Gesuch der Nachprüfung unter- zogen. Das Ergebnis war. daß von 400 Zuchthausfällen 257 mit Gnadenerweisen bedacht wurden, während die Begnadigung in 203 Fällen abgelehnt worden ist. Bei alledem sind die zahlreichen Strasaussetzunqen, die unmittelbar vom Gericht gewährt wurden, noch nich« mitgezählt. Wir werden vor der neuen Begnodt- gungsaktion der ersten periodischen Nachprüfung am 1. April 1922 nochmals neue Grundsätze ausstellen lassen, und die Begnadigung nicht nur auf die ganz be- deutungslosen Mitläufer, sondern' aus einen weiteren Krei» er- strecken.(Abg. H o f s m a n n- Berlin: Tun Sie bald etwas, sonst erleben Sie es nicht mehr!) Ich muß ein Wort wiederholen, was ich hier schon einmal ge- sprachen habe: Amnestien sind INeilensteine der Reoolulion. Sie be- zeichnen endgültia abgeschlossene Abschnitte ihrer Entwicklung(Zurufe bei den Komm.: Die neue wird schon kommen!), die sich nicht wieder- holen werden. Meine Herren von der äußersten Linken, solange Sie nicht auf das Kampfmittel der Gewalt verzichten, können Sie von uns nicht verlangen, daß w i r daraus verzichten, Gewalt gegen Gewalt zu setzen.(Stürmische Pfuirufe bei den U. Soz. und den Komm.) Abg. Dr. Rosenseld(U. Soz.): Der beste Sozialist kann im Bunde mit den bürgerlichen Parteien nichts ausrichten. Der Mi- nister ist auf dem besten Wege, ein würdiger Nachfolger des Herrn von Putttamer zu werden, dos zeigt der Beifall der Rechten. Reichsjustizmtnister Dr. Radbruch: Ich habe nicht gejagt, daß die Amnestie in Bayern rechtlich notwendig sei, aber aus politischen Gründen abzuwenden, sondern eine Amnestie ist auch für Bayern zulässig, aber au» politischen Gründen nicht empfehlenswert, da« von Gebrauch zu machen. Herr Rosenseld will der Verzweislungs» aktion nicht etwa ein Ende fetzen im Interesse der armen Opfer, sondern ihr zum Erfolg verHelsen! Er sragie mich, wann der Zeit- punkt für die Amnestie gegeben sein wird? Die Sowjetrcgierung hat bei der letzten Amnestie erklärt, sie wolle ihren bisherigen Feinden die Freiheit wiedergeben, wenn sie ihre Anschläge gegen die Räteregierung einstellen Das haben die Sozialrevolu- tionäre abgelehnt. Die„Freiheit" fügt hinzu:„Soll die Sowjetregierung ihren bisherigen Feinden das Spiel erleichtern?" Sollen wir, so frag« ictv unseren offenen Feinden das Spiel er- leichtern?(Tosender Larm auf der äußersten Linken.— Ruf: Also di« Arbeiter sind Ihre offenen Feinde!) Abg. Dr. Lern(Komm.): Nicht wir, sondern Sie, Herr Mi- nister, sind berufen, dieser Demonstration ein Ende zu setzen. Ihnen tanzen die Leute, die nur das Unrecht wollen, auf der Nase herum. Abg. koencn(Komm.) onliest eine Entschließung der Arbeiterschaft aller sozialistischen Richtungen verschiedener Groß-Derliner Werke zwecks Freilassung der politi- schen Gefangenen. Die Wortführer, die diese Resolution über» bracht haben, glaubten vorher noch mit dem Iustizminister Rück- spräche nehmen zu können, sie glaubten nicht, daß der Justiz- minister Rodbruch ein zweiter Noske sei. Nach der Kenntnisnahme der Rede des Herrn Iustizministers verzichteten sie auf eine etwaige Rücksprache.(Abg. L u b b r i n a(Soz.): Das Ganze ist ein Schwindel!— Abg. Höllein(Komm.), dem Abg. Lübb- ring mit der Faust drohend: Das kann nur ein so verkommenes Subjekt wie Du sagen!— Große Heiterkeit.) Abg. Ledebour schreibungsgebühren geh» an den hauprausschuß. Darauf wird die zweite Beratung des Haushalts der Gestütsoerwaltung fortgesetzt. Die Abstimmung über den Etat und die Anträge zu ihm findet am Dienstag statt.— Es folgt die zweite Beratung des Haushalts der F o rsi o e r w a l t u n g. Nach dem Bericht des Be- richterstatters Dr. B e n d'i n e r(Soz.) beantragt Abg. Käß(Konim.). daß zunächst der Bericht des inter- fraktionellen Ausschusses über den Hungerstreik entgegengenommen wird. Sturm km LanStag. Vizepräsident Barnich erklärt, dem Antrag Kotz könne nur statt- gegeben werden, wenn kein Widerspruch sich dagegen erhebe.— Die Rechte erhebt Widerspruch und nun folgt ein ungeheurer Tumult auf den Bänken der Kommunisten, die sich zum Teil w i e rasend gebärden.— Abermals spricht der Komm. Saß zur Geschäftsordnung. Seine Ausführung«, gehen jedoch im Lärm, der immer stärker anwächst und aus dem Droh- und Schimpf- worte der Kommunisten emporgellen, unter.— Nach Katz spricht ebenfalls zur Geschäftsordnung Abg. Schulz-Neukölln(Komm.): Wir brauchen jetzt kein Ge- quatsche über den Etat(Der Vizepräsident ruft den Redner zur Ordnung.— Zuruf b d. Komm.:„Er hat recht!") Wir wollen nicht, daß bloß beraten wird. Was wir bis jetzt erlebt haben, ist eine s ch.u f t i g e Komödie von feiten des Ausschusses.(Der Redner wird abermals vom Präsidenten zur Ordnung gerufen.— Der Tumult wird immer größer.) Wir weifen diese Scham losig- keiten zurück.(Abermals erfolgt ein Ordnungsruf. Das Haus füllt sich. Der Ada Schulz-Neukölln ruft dem Abg. Stcndel(D. Vp) auf eine Bemerkung hin zu:„Sieschamloser Bube!"— Vizepräsident Garnich befragt nun das Haus, ob es den Redner weiter anhören wolle. Aus der Rechten und der Mitte ertönen Rein-Rufe. hierauf nimmt der Abg. Schulz-Neukölln das vor Ihm stehende Wasserglas und schüklet seinen Inhalt den vor der Rednertribüne siehenden und ihm zurufenden Abgeordneten ins Gesicht. (Sturm und Erregung im ganzen Hause. Einige Kommunisten dringen auf sozialdemokratische Abgeordnete e i n. Zwischen ihnen und den Sozialdemokraten scheint es zu einem Handgemenge kommen zu wollen, das durch das Dazwischentreten einiger mehrheitssozialistischer und unabhängiger Abgeordneter ver- hütet wird. Unterdessen hat sich auf der Rednertribüne eine Gruppe von hin und her gestikulierenden Abgeordneten gebildet. In dieser Gruppe befindet sich der Kommunist Katz, der plötzlich die Glocke des Präsidenten an sich reißt. Die Erregung im Hause erreicht ihren Höhepunkt. Der Präsident bricht die Sitzung ab.— Die Glocke wandert wieder auf den Präsi- dentcntisch zurück. Von der Zuschauerttibüne, auf der sich einige Kommunisten angefunden hatten, ertönen wilde Schmährufe. Eine Stimme schreit:„Ihr werdet schon sehen, was passiert." Die Zu- schauertribünen werden geräumt. Nur langsam läßt die Erregung im Hause, das sich leert, nach.) « Montagsitzung: Haushalt des Innern, Forstetat. Zum haushall des Innern sollen zwei Rednerreihen sprechen, und zwar je dreiviertel Stunde. Die nächste Vollsitzung des Landtages ist auf Montag- nachmittag 2 Uhr angsetzt worden. Der Ausschuß über Licbtenburg. Der Landtag hatte zu Beginn der Sitzung auf den Antrag der Kommunisten einen besonderen siebenköpfigen Ausschuß zur Prüfung der Lichtenburger Angelegenheit eingesetzt. Aus den Berhandungcn des Ausschusses ist folgendes zu erwähnen: Der Kommunist Katz erstattete zunächst einen Bericht über den Hunger- streik, der sich im wesentlichen mit den Angaben der„Roten Fahne" in ihrer Sonnabendmorgenausgabe deckte. Auch Katz bob hervor, daß die Gefangenen nicht wegen schlechter BeHand- l u n g in den Hungerstreik getreten seien, daß sie im Gegenteil dem Gcfängnisdirektor wegen seiner humanen Art der Behandlung «in Vertrauensvotum ausgestellt hätten. Sie seien aber erregt, weil ihre Familien hungern müßten und weil der Rechtsausschuß des Reichstags eine allgemeine Amnestie abgelehnt habe. Er selbst habe dreimal versucht, durch gütliche Einwirkungen die Gefangenen zum Abbruch des h u n g c, st, e i k s zu bewegen, diese abrr seien selbst ihm gegenüber daraufhin mißtrauisch geworden. Besonders griff Katz den Reichsjustizminister an, weil dieser noch keinen Vertreter nach Lichtenburg geschickt habe. Er stellte den Antrag, alle Gefangenen zu entlassen. Der sozialdemokratische Bertrcter Genosse Dr. Siegfried R o s« n f e l d beantragte, daß der Ausschuß zwei Vertreter nach Lichtenburg schicke, um sich von den dortigen Verhältnissen zu überzeugen. Ferner stellte er einen Antrag folgenden Inhalts: 1. Die Gefangenen, deren Gesund- heit'gefährdet sei, sollten sofort in Krankenanstalten untergebracht werden. 2. Gefangene, deren Familien ahnt Existenzmöglichkeiten sind, sollen zur vorläufigen Entlassung gebracht werden. 3. Den Gefangenen sind wieder Betten zu verabfolgen Von den bürgerlichen Vertretern wurde eingewendet, daß der Ausschuß für diesen zweiten Antrag nicht zu- ständig sei. Der Antrag Rosenfeld wurde darauf gegen die Stim- men der drei Arbeiterparteien abgelehnt. Darauf verließ der kommunistische Vertreter den Ausschuh, noch ehe dieser mit seinen Verhandlungen zu Ende war �»ein-Vorvcricsufi Circus Hagenbeck Leipziger Stresse, Alexanderplatz, Frankfurier Allee Photographisches Atelier Speziell iä]: KinderaufnahmenjVergrösserungen u. Malereien, Skizzen Verkauf von Uüstein-Sdiniitmusfern Leipziger Str.. Alexanderplatz Bitte ausschneiden! Weitere 5 Liciitbilder-Vortfäge für Damen über 18 Jahre von GZKZr Direktor der seit 1907 bestehenden Berliner Voiks- Licbtheiianstalt, Invalidenstr. 130(Stettiner Bahnh.) Wontag:, den 21. November,„Prachtsale Alt- Berlin", Biumensir. 10. Dienstag, d 22.Nov.,„Nallonalhof",Bu!owstr.37. Mittwoch, den 23. November, ,, Borussia- Sa e", Ackerstr. 6—7, an der Eisasser StralSe. Donnerstajr, den 24. November,„Zcntral-Pest- säle". Alte Jakobstr. 32. Freitag, den 25. November,„HohenzoIlernsRle44, Moabit, Baodelstr. 35. Ueberau Im großen Saal— über Entstehung und Verhütung von Frauenleiden Aus dem Inhalt des Vortrages: l. Wodurch entstehen Unterlcibsleiden wie Entzündungen— Fluß— Verlagerungen— Knickungen, Senkungen— Geschwül-te? 2. Welche Ursachen haben Rückenschmerzen— Schmerzen tief im Kreuz— sowie Schmerzen im Leib und in den Seifen? 3. Wodurch entstehen schmerzhafte und ailzn- reiche Perioden nnd welche Krankheiten Können daraus entstehen? 4. Wie entstehen Gcschlechtsieiden and welche Folgen haben dieselben f. d. weibl. Geschlecht? 5. Wie erzielt man eine leichte und schmerzlose Entbindung? 6. Wie verhütet und wie heilt man Frauenleiden möglichst ohne Operation.•'19 Eintrittspreise 3 u. 5 M.(Keine weiter. Nebenausgab.) 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Die Krise der kapitalistischen Gesellschaft in Deutschland. 8. Das Reparationsproblom. II Teil. Die Finanzkrise des Deutschen Reiches: 9. Alte Sünden. 10. Die Ergebnisse der verfehlten Finanzpolitik, a) Das Defizit des Staatshaushaltes. b) Die Entwertung des Geldes, ci Die Verschiebung in der Vermögens- nnd Einkommensverteilung.. 11. Das Steuer- Problem im Klassenstaat. 12. Verteilung der Steuern auf die Einkommeusarten. 13. Hio Khodus, hie salta. 14 Was die vornehmen Ausländer raten. 15. Die„Studien" der Gelben Internationale. 13. Der Lösungsversucb der Regierung. 17. Die Agrarier im Klassenkainpf. 18 Die Ohnmacht der Bourgeoisie. 19. Die Verantwortlichkeit der Sozialdemokratie. 20. Die Steuerlast des Arbeiters. 21. Herr Harvus aU Ketter in der Not! 22. Dem Zusammenbruch entgegen. 23. Unsere Steuerpolitik und dar Staatskapitalismus. 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Oberall erhältlich I 1 W ftlv \LduL ßf. 548 ♦ 58. Jahrgang 2. Seilage öes vorwärts Sonntag, 20. November 102? Sei öen Toten. Auf den Ruheplä�en der Volkskämpfer.— Der Friedhof der Kriegsopfer. Tag der Toten ist heute. Der einzelne denkt an seine eigenen Lieben, die hingegangen sind, um nicht mehr wiederzukehren. Wir ober wollen jener Toten gedenken, die allen gehören, weil sie ihr cherz und ihre Kraft ollen gegeben haben. Gerade heute wollen wir jener gedenken, deren Bild in der Seele des arbeitenden Volkes niemals verblassen darf, weil sie für das Volk das größte hingegeben haben, was der einzelne der Gesamtheit geben kann: sich selbst. Wenn wir den 18. März 1848 als Geburtstag der deutschen Ar- beiterbewegung betrachten, so ist da zunächst die berühmte Ruhestätte der damals gefallenen Freiheitskämpfer im Friedrichshain. Am Totensonntag aber kommen für uns hauptsächlich in Frage der Be- gräbnisplatz der Freireligiösen Gemeinde an der Pappelalle- und der Z e n t r a l f r I c d h o s in Friedrichsfclde. Oer Friedhof an üer Poppelallee verdankt feine Popularität hauptsächlich den beiden ersten sozial. demokratischen B eg r ö b n i s d« m o n st r a t i o n e n. Als 1878 unsere Bewegung in ihrer Sturm- und Drangperiode den Höhepunkt erreicht hatte und die christlichsoziale Gegenagitation des Hofprcdigers Stöcker kläglich scheiterte, fanden wir auch bald Gelegenheit, durch solche Kundgebungen der Mitwelt zu imponieren. Im Beginne des März starb im Alter von dreißig Jahren der Setzer August H e i n s ch, ein schlichter Mann aus dem Arbeiterstande, der an der Berliner Ge- nrssenschaftsdruckcrei gewirkt und sich um die Organisation der vor- jährigen Reichstaaswahl große Verdienste erworben hatte. Als er am kommenden Sonntage begraben wurde, schloß sich eine uner- wartet große Menge von Genossen und Genossinnen dem Sarge an und geleitete ihn im ungeheuren Zuge mit zahllosen roten Partei- abzeichen hinaus noch dem Friedhofe der Freireligiösen Gemeinde. M o st und andere Führer hielten bei der Einsenkung Ansprachen. Die ganze Feier machte einen gewaltigen Eindruck und forderte un- willkürlich zur Wiederholung auf. Diese geschah im April bei der Be- erdiaung des verantwortlichen Redakteurs der„Berliner Freien Presse", Paul D e n t l e r, der in der Untersuchungshaft der Schwind- sucht erlegen war. Bei beiden Kundgebungen vernahmen unsere Gegner schon den„dröhnenden Marschtritt der Arbeiterbctaillone" und sahen darin die Vorboten der sozialen Revolution, verlangten daher nach einem Ausnahmegesetze, zu dem dann die Attentate vom Sommer 1878 den Vorwand bieten mußten. Nach seiner Verhän- gung blieb uns der Friedhof in der Pappelallee eine liebe Stätte, und jahrelang pflegten wir die Gräber von Heinlch und Dentler an den Gedenktagen zu bekränzen. Später wurden sie mit Denksteinen versehen und von dem alten Totengräber und Friedhofsinspektor Krause mit Vorliebe den Besuchern gezeigt. Fortan bestatteten wir auf demselben Friedhofe noch oft Genossen, darunter zwei berühmte Opfer des Sozialistengesetzes, die nach schwerem Ringen ums Da'ein in oeistiger Umna-iNimg geendet hallen, Lassalles unglücklichen Waffenqefährten I. B. v. H o f st e t t e n und den letzten Präsidenten des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins Wilhelm Hasen- clever. Bei seiner Beerdigung im Juli 1889 erlebten wir wieder eine gewaltige Demonstration, und sein mit einer roten Säule ge- schmücktes Grab blieb lange das Ziel von Tausenden von Besuchern. Unter den in der Folgezeit Beerdigten befanden sich die Mäntel- näherin Annes Wabnitz, jenes echte Weib aus dem Volke, das die soziale Rot am eignen Leibe kennend sich mit Leib und Seele der Agitation unter den Arbeiterinnen widmete und sich 1894 an den Gräbern der Märzgefallenen vergiftete, ferner der Königsberger Rcichstagsabaeordnete Karl S ch u l tz e, der Schuhmacher und Stadtverordnete Theodor M e tz n e r, der zu Lassalles ersten Berliner An- hängern aus dem Arbeiterstande gehörte, und unserer wackerer Franz Tutzauer, dessen Name seit dem Wiederaufleben der Ge- werkschaftsbewegunq unter dem Ausnahmegesetze in den Partei- kreisen den besten Anhang hatte. Auch sei nicht vergessen, daß der alte Krause hier, buchstäblich auf dem Felde seiner Arbeit, die letzte Ruhe gefunden hat. Der AentralfrkeKhof ia IrieSrichsfelSe wurde den weitesten Kreisen bekannt durch die Riesendemonstration, die dem alten Soldaten der Revolution Wilhelm Liebknecht bei seiner Beerdigung am 12. August 1900 zuteil wurde und die alles bisher dagewesene überbot. In der Nachbarschaft von Lieb- knechts Grab finden wir unsere großen Vorkämpfer Jgnaz Auer. Paul Ein g er und Hugo Haase und gedenken der gewaltigen iKundgebungen bei ihrer Bestattung. Der Friedhof dehnt sich weit hinaus und birgt noch zahlreiche Gräber von guten Genossen. Von 3 t ä g e m a n n, die noch 1878 neben Frau Hahn und Frau Canzius die hauptsächlich gegen Stöcker und Genossen gerichteten Frauen- i Versammlungen leitete und die nach jahrzehntelanger Vergessenheit i in einer Versammlung im Gewerkschastshause wiederauftauchten, und � Frau Emma Ihrer, die in den achtziger und neunziger Iahren | als Rednerin hervortrat. Unter den männlichen Genossen, die wir hier begruben, befinden sich der Landtagsabqeordnete B o r g in a n n, der Leiter des Berliner Bureaus Leopold Liepmann und die Reichs- tagsabgeordneten Artur Stadthagen und Karl L e g i e n. Dort ruhen auch in drei langen Reihen Opfer des Bürgerkrieges von 1919, in ihrer Mitte Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. §ern öer Heimat. Millionen starben im Weltkriege! Gräber überall— in Deutschland, Frankreich, England» Ruß- land, Oesterreich, in Asien und Afrika, im Norden des Erdballs wie im Süden, im Osten wie im Westen— Gräber aus der ganzen Welt. Auf Tausenden von Friedhöfen ruhen sie; was für ein Heer von Toten, was für ein Feld von Leichen! Totensonntag ist's heute, laßt uns der Toten des Weltkrieges gedenken! Auf dem Garnisonfriedhofe in der Hasenheide wölbt sich Hügel an Hügel über Opfern des Weltkrieges in schier unabsehbarer Folge. Da ruht der Pentilej Dimitrieff und der Franzose Francois Pons, dessen Hügel eine kleine französisch» Trikolore schmückt, neben dem Deutschen Fritz Müller. So ruhen sie alle hier, die sich einst feindlich gegenüberstanden, weil sie sich brutaler Befehlsgewalt unterwarfen. Sie alle kennen nun keine Befehle mehr, sie sind souverän in ihrer Grabesruhe..Schlichte Gedenksteine künden lliamen. Geburts- und Todestag. Vom Morgen bis zum Abend müßtest du lesen, wenn du sie alle entziffern wolltest. Sie wurden geboren und starben als Soldaten. Was dazwischen liegt, ist in tiefstes Geheimnis gehüllt. Es ist, als ob sie nicht ge- wesen sind. Aber es sind auch kostbare Grabmale errichtet, die In genauen Daten von dem Morden des Weltkrieges berichten und dem Schmerz der Angehörigen'Ausdruck verleihen.„Verwundet am 7. 11. 1914, gestorben am 10. 11. 1914", kündet eine Inschrift, und darunter stehen die bitteren Worte: „Ja, sie haben einen tapfren Helden hier begraben, Doch uns war er mehr." Ein änderer Stein ist drei Brüdern errichtet, die kurz nachein- ander fielen und die nun hier ausruhen von Grauen und Entsetzen des Völkermorkens. Auch sie quälten sich in peinoollen Tagen in den Lazaretten, zu Tode— und da wollen verlogene oder leicht- fertige Schwätzer der Menschheit vorreden, daß es„süß sei, für'« Vaterland zu sterben"! Fragt alle Mütter, die ihre Söhne hin- gaben, ob es so süß war. wenn sie in tausendfältigen Qualen die Leiden ihrer Söhne mitempfanden. Was für verlogene Schwätzer sind es, die„die Heldenmutter" preisen, die Frau, die sich glücklich fühlt, daß ihre Söhne mordeten und gemordet wurden! Was müßten das für gedankenlose oder aber unmenschlich grausame Weiber sein, die so empfinden. Nein, Ne besten Mütter glauben vielmehr, daß es süßer Ist, zu leben. Was fragen sie nach dem„Heldentum", für sie waren ihre Söhne mehr als melden, für sie waren und sind sie der Inbegriff ihres Seins. Und dieser Anschauung gibt der Grab- spruch für einen Toten Ausdruck, der im Jahre 191S bei Rem- bicze fiel: „Möge dein Blut ein Samenkorn sein des ewigen Nölkerfriedens." Eine Welt der Versöhnung tut sich auf in diesem Satze. Die Toten sind stumm, doch die Steine reden. Was für ein Meer von Elend und Schrecken, von zerschlagenen Hoffnungen und Plänen ist auf diesem einen Friedhof, den die Wellstadt umbrandet, begraben! Und doch gibt es noch tausend andere. Wer wagt es da noch, von neuem Krieg zu reden? Der Selbstmörüerfrieühof in Schilühorn. Abseits vom Hauptwaldwege des Grunewalds liegt der Selbst- Mörderfriedhof. Wie eine kleine Siedelung erscheint das Häuschen mit Gemüsegarten, das dem Friedhof vorgelagert ist. Lieder und Menschenstimmen verklingen und tiefer Friede umgibt den Wände- rer, wenn er durch den einfachen Kiefernzaun sich den Gräberreihen nähert. Ein großes Holzkrevz ersetzt jeden Hinweis. Nichts läßt einen Unterschied erkennen mit anderen Gemeindefriedhöfen. Keine Spur von einem Schindanger. Gewiß gibt es auch hier verfallene Hügel; aber nicht mehr"als auf anderen Friedhöfen. Man sieht auch Hügel, wo an Stelle von Efeu Steine ein Versenken verhüten sollen. Verachtung dieser verirrten Menschenseelen von feiten der Le- benden zeigt sich dem Besucher nirgends. Im Gegenteil, an vielen Gräbern haben liebende Hände ihren Toten schon Zeichen der Liebe aufgerichtet. Aus den Inschriften der Gedenktafeln klingt überall ein „Verstehen— Verzeihen" heraus. Es greift einem ans iöcrz, wenn man vor so früh dahingegangener Jugend steht.... Mäd- chen von 20, 2Z Iahren, Jünglinge bis herunter zu 13 Iahren! „Du hast schwer gekämpft, gelitten," schreiben Eltern ihren Kindern auf den Stein. Und darunter fehlt niemals das Verzeihen. Hier schweben duftende Rosen im Abendwinde, dort senkt eine Trauer- weide ihren Schleier in leisem Rauschen auf die vom Leben Cnt- täuschten. Jüngling, Mädchen und Mann, sie alle hauen gewiß schwerste Seelenkämpfe bestanden, bevor sie ihrem Leben ein vor- zeitiges Ende bereiteten. Langsam leeren sich die Geäberreihen, die Abendschatten hüllen den Friedhof in Dunkel. Waldesweben. Der Wald rauscht den Schläfern da unten das Schlummerlied. Richtet nichtl......... die ßrüchte ües„Wahlfteses". In der Stadtverordnetenversammlung geht der Bürgcrblock schon mit Eifer an die Ausnützung des ganz geringen Uebergewichtes, das er durch die Stadtverordnetcnwahlen gegenüber den Parteien der Linken erlangt hat. Die Demokratische Fraktion kündigt bereits Anträge an, die auf die U e b e r f ü h r u n g der städtischen Straßen- bahn in einen gemischtwirtschaftlichen Betrieb hinzielen und eine Vereinheitlichung der Berliner Verkehrsmittel, zu- mal der Straßenbahnen, der Autoomnibusse, der Hochbahn und der Stadtbahn empfehlen. Sogleich nach dem„Wahlsieg" wurde von demokratischer Seite betont, daß an den Verkchrseinrichtungcn der Stadt wieder das Privatkapital beteiligt werden müsse. Offenbar gehörte das von vornherein zu den Hauptzielen, die den bürgerlichen Parteien und besonders den Demokraten bei ihrem erbitterten Kampf um das Rote Haus vorschwebten. Auch die Deutschnationalen rüsten zu einem Sturm gegen die ge- meinwirtschaftlichen Betriebe, die dem Privatkapital im Wege sind. Sie fordern in einem Antrag die Aufstellung eines Verzeichnisses aller Betriebe der Stadt mit Angabe ihrer Rentabilität. Da wird man uns wieder erzählen/daß private Betriebe hohe Gewinne bringen würden. Das könnte sein, aber nur auf Kosten der Arbeiter und Angestellten— und der Bevölkerung, die dann sicherlich nicht billiger bedient' würde. Oder will man un« glauben machen, daß nur aus„uneigennütziger Sorge um das Wohl der Stadt" das Privatkapital seine Hand nach den städtischen Be- trieben ausstreckt? Wirkungen der Teuerungswelle. > Neue Geldsorgen der Skadt. , Der Magistrat beschäftigte sich gestern eingehend mit der Deckung der Mehrausgaben an Gehältern, Löhnen und Materialien infolge der fortschreitenden Teuerung. Nachdem inzwischen auch die gewaltige Erhöhung des Kohlenpreises bekannt geworden ist, müssen die Werktarife wesenllich stärker erhöht wer- den als bisher erwartet werden konnte. Es wurde beschlossen, den G a s p r e i e auf 2,60, den Strompreis auf 4,50, den Wasser- preis auf 1,10 und die Straßenbahn auf 1,60 M. zu erhöhen. Selbst diese Erhöhungen reichen nicht aus, um die Mehrausgaben der genannten Werte zu decken. Die Mehrausgaben der übrigen Verwaltungen sollen durch eine weitere Erhöhung der Gewerbe« st e u e r wenigstens teilweise gedeckt werden. Dabei müssen auch Mittel für den Anteil der Stadt an den Mellorationsarbei- �ten, der produktiven Erwerbslosenfürsorge und Ider Rord-Südbahn aufgebracht werden. Der Magistrat be- 58] Aräulein. Bon Paul Cnderling. Er dachte für sich weiter: Was wißt ihr da unten, was ich dafür gäbe, hier— jetzt— in Licht und Sonne zu stehen mit einem Menschenkinde, das ich lieb«, Arm in Ann! Für wieviel Lahre, für wieviel Ewigkeiten und Kampf und Not das ent- schädigen würde".. Aber stand dort nicht eine im lichtblauen Kleide mit brennenden braunen Augen in dem blassen Gesicht, das ein junger Schmerz durchfurcht hotte? „Warum sehen Sie mich so an?" Fräulein neigte sich zu ihm.„Hoben Sie mir nichts zu sogen, Hermann?" „Nein— nein," stammelte er. „Machen Sie es mir doch nicht so schwer, Hermann." „Ich möchte Ihnen alles leicht machen, glauben Sie nur." Ln dieser Stunde kämpfte Hermann den schwersten Kamps fernes Lebens. Er wußte jetzt: er brauchte nur die Hand zu ergreifen, die da auf dem blauen Kleid seltsam demütig und traurig lag. Aber zwischen ihm und dem Glück würde diese Lüge stehen. Sie würde ewig dazwischenstehen. Er ver- wünschte den Augenblick, der ihn zum Zeugen der Aussprache Tehas und Lothars gemacht. Hätte er sonst nicht jubelnd zu-, gegriffen? Fräulein sank auf die Holzbank. Ihr Kopf hatte sich ge- 1 neigt. Sie sah nichts mehr von dem weiten, weiten Bild ringsum. Er sah, wie ihr Tränen über die Wangen liefen. Sie litt. Aber im wehen Schmerz fühlte er. wie sie um den anderen litt... und wie sie den anderen lieben mußte... Nun wußte er, was er zu tun hatte. „Er liebt Sie ja," sagte er und dämpfte seine Stimme zum Flüstern.„Er liebt Sie ja über olles. Lch weiß es." Sie schüttelte schweigend den Kopf. „Ich habe ja alles angehört." Und hastig erzählte er alles, was er unten erlebt. Langsam begriff sie. Sie stand auf und ging ein paar Schritte. Ganz mechanisch. Nur weil sie etwas tun mußte. Dann bNeb sie stehen, und über ihr Gesicht flog ein glück- seliges Läckeln. Es war wie von einer Sonne überstrahlt. Hermann sah sie unverwandt an. Und nun lachte sie. Li« lacht« laat und übermütig. Irgendeine Fessel löste sich in ihr. Sie war so stark und frei und stolz, und sie war jung. Sie war ja noch so jung... Ich und du, und du und ich, dachte sie,— wie wir glücklich sein werden, du und ich... Und immerfort lachte sie ihr leises, tiefes Lachen. Die Gassen lagen im Sonnenlicht. Die Flüsse waren silbern geworden, und die See dort in der Ferne blaute tief und klar herüber. Wie schön war das Leben! „Wie konnte ich nur! Wie tonnte Ich nur—" Fräulein zitterte vor Seligkeit.„Wie konnte ich nur--" Und plötzlich trat sie auf Hermann zu, nahm seinen Kopf in ihre Hände und küßte ihn. Ihre Augen lachten vor Glück. „Dank," sagte er und sah sie noch immer an. „Nun muß ich gehen. Ich muß ihn doch suchen. Kommen Sie mit?" „Nein," sagte er kopfschüttelnd.„Den Weg finden Sie schon besser allein, Fräulein." „Ich beiße jetzt nicht mehr Fräulein. Ich heiße jetzt Anne- marie." Sie lachte und stürmte die Stiege hinunter. Hermann sah ihr nach, bis der letzte Schimmer ihres Kleides entschwand. „Nun hat sie mich geküßt im selben Augenblick, als ich die letzte Wunde empfing. Nun will ich auch fort. Da unten werde icb den Schimmer ihres Kleides noch einmal sehen. Dann will ich fort." Er wußte nicht, wohin. Er wußte nicht, wie er fort- konnte. Er fühlte nur einen gewaltigen Druck im Innern, der ihn aus allem herausschleudern würde. Er mochte wollen oder nickt. Wührend er, über die Brüstung gebeugt, hinunterstarrte, emvfand er: Denn ick setzt abstürzen würde über das Kirchen- dach hinweg auf die Gasse— würde sich wohl einer, eine die Augen rot weinen? Und ein böser, wllder Zug zerriß sein Gesicht. Frau Görke rang die Hände.„Denken Sie: Herr Fronzius hat abtelevhaniert Er kommt nicht zu Mittag. Er muß wieder nach Berlin zurück." „Das ist nicht möglich." soate Annemarie und blieb stehen. „Und nun habe ich das Pfirsichkompott ganz zwecklos an- gegriffen." „Nach Berlin ist er zurück?" „Ja, was sagen Sie dazu, Fräulein?" |„Nennen Sie mich doch lieber mit meinem Namen," sagte ! Annemarie plötzlich lächelnd.„Fräulein Tessmer oder meinet- , wegen Fräulein Annemarie." Frau Görke sah sie erstaunt an. Der Mund blieb ihr offen vor Verblüffung. Annemarie ging in ihr Zimmer und begann zu packen. ohne Hut und Mantel abzulegen. All ihre Dienstfertigkeit, ihre gefällige Unterwürfigkeit war von ihr abgefallen: Sie war ja nicht mehr Fräulein— sie war Fräulein Annemarie Tessmer. Und es war, als hätte ihr der Name, den sie wiedergefunden. Kraft gegeben, die sie sich noch gestern, als sie nur Fräulein war, nicht erträumt hätte. Sie ging nicht mehr nach den Wünschen der anderen; sie war plötzlich imstande, selber einen Entschluß zu fassen. Sie überlegte. Heute nacht kam Lothar wieder in Berlin an. Morgen würde er schreiben. Uebermorgen konnte der Brief frühestens hier fein. Nein, sie würde den Brief nicht abwarten. Sie würde Lothar überrumpeln und ihn in die Arme schließen, ehe er den Mund auftun konnte. Es klopfte. Frau Görke steckte ihren sorgenvollen Kopf herein.„Die Strümpfe für meinen. Mann müssen noch gestopft werden. Er wechselt morgen doch wieder." „Ich muß leider fort," sagte Annemarie. Frau Görke oerstand nicht. Annemarie wiederholte es. „Sie auch?" brachte Frau Görke endlich hervor. „Ja, ich auch. Für ein paar Tage müssen Sie mich ent« schuldigen. Und es kann auch länger werden." „Ja, wo wollen Sie denn hin?" „Ich muß nach Berlin." „Wollen Sie sich verändern?" Annemarie lachte.„Verändern? So sagt man hier, wenn die Dienstboten eine andere Stelle suchen, nicht wahr? Darauf kann ich Ibnen nicht mit einem einfachen Ja oder Nein ant- warten. Ader mein Leben mächte ich wohl verändern." Frau Görke setzte sich. Sie sab so sorgenvoll aus. daß man ihr hätte einen Graschen aeben mögen.„Sa fängt es immer an," sagte sie düster.„Erst geht es nach Hause und dann auf eine andere Stelle." Nach Hause. Das war das rechte Wort.„Nach Hause geht es. Ach, wenn Sie wüßten, was das Wort für mich bedeutet!" Annemarie faltete die Hände. „Und dann eine andere Stelle," vollendete Fran Görke hartnäckig.(Forts, folgt.) schloß, Mc Gewerbesteuerzuschliig« fn Klasse 8 auf 850, in Klasse 2 auf 1000 unv iti Klasse 1 auf 1500 Proz. zu erhöhen. Für den dann noch oerbleibenden Fehlbetrag von etwa 220 Mil- lionen Mark muß die Hilfe des Reichs beansprucht werden. Der Magistrat wird der Stadtverordnetenversammlung zur Sitzung am Donnerstag eine entsprechende Vorlage Zugehen lassen. Neun Millionen für üie Notleiüenöen öerlins. ' Dein Anlrage der Stadtvcrordnelenversammlung vom 6. Ok- tober. Mittel bereitzustellen zu einer Winterunterstützung für die minderbemillelte Bevölkerung, ist der Maaistrat nachge- kommen. Er hat neun Millionen Mark zu einmaligen Bei- bilfen für laufend unterstützie Personen, Pflegekinder, Erwerbslose, Sozialrentner und deren Angehörigen vorbehalllich der Zustimmung der Sladiverordnetcnversammlung bereitgestellt.. Es sollen gewährt werden. für Ehepaare IVO M., für Ledige 50 M. und für jedes Kind 30 M., Den weiteren Beschluß der Versammlung, bei den Reich?« undStaatsbehörden eine Erhöh ung der Unter- stütz un gs sähe der Erwerbslosen zu beantragen, hat der Magistrat bereits im Okiober ausgeführt. 1820 Zentner Wuchermargarine. Ein erster Erfolg. Der angekündigte Kampf gegen den Preiswucher scheint von der Berliner Polizei mit bemerkenswertein Erfolg aufgenommen worden zu sein. Der Abteilung W des Berliner Polizeipräsidiums gelang es in der Berliner Hauptniederlage der Margarinefabri-k A. L. Mohr rund 1820 Zentner Margarine im Gesamiwerte von etwa 4 540 000 M. wegen übermäßiger Preissteigerung zu beschlagnahmen. Diese Beschlag« nähme Hai nunmehr durch die oroentlichen Gerichte ihre Bestätigung gefunden. Ilm die Margarine durch lange Lagerung nicht dem Verderben auszuietzen, wurde der genannten Firma aufgegeben, die Ware an die Kaufleule zu den festgesetzlen Preisen abzugeben. Der Millionenerlös muß von der Firma zur Verfügung der Staats» anwallschaft gehalten werden._ Immer wieder Streit in öeelitz. Hat schon mal einer aus der Lungenheilstätte Beelitz etwas Erfreuliches gehört? Jedesmal, wenn diese Anstalt von sich reden macht, handelt es sich um Streitigkeiten zwischen der Direktion und den Patienten. Das Neueste ist, daß kürzlich aus Anlaß der Erregung, die unter den Patientinnen und ihren Angehörigen wegen einiger Vorschriften der Hausordnung entstanden war, etwa e i n halbes Hundert Schupobeamte bereitgehalten wurde. Man begreift ohne weiteres, daß diese Maßregel nicht dazu beitru", die Erregung zu dämpfen, sondern die entgegengesetzte Wir» kung hatte. Die Unzufriedenheit, die in Beelitz schon immer bestand und nie aufgehört hat, hatte in der letzten Zeit neue Nahrung dadurch er- halten, daß den Patientinnen zur Pflicht gemacht wurde, selber die Zimmer zu säubern. Mit dieser Tätigkeit sollten die Patientinnen Ersatz für die Arbeit von Hausangestellten schaffen, die in beträchtlicher Zahl, wahrscheinlich aus Ersparnisrück- sichten, entlassen worden sind. Eine Quelle der Unzufriedenheit ist auch die besonders für Unbemittelte sehr horte Bestimmung, daß die Patientinnen eigene Kleidung und Wäsche haben müsien, während das früher zum Inventar der Anstalt gehörte und von ihr zur Benutzung geliefert wurde. Man sollle wenigstens das noch vor- handens Inventar dazu verwenden, die Bedürftigsten während ihres Anstaltsaufenthalts mit Kleidung und Wäsche Zu versorgen. . Zur Begründung dieser Einschränkung weist die Direktion auf den leidigen Geldmangel hin. Womit aber erklärt sie die Bor- s'chriften, die in die Besuche der Angehörigen stö- rend eingreifen? Früher durften die Patientinnen am Sonn- tag mit ihren Besuchern die Heilstätte verlassen und in nicht zu wester Entfernung eine Gastwirtschaft aufsuchen, wo die Möglichkeit geboten war, sich zu erfrischen. Weil aber dabei manche Mitzbräuche vorkamen, erging ein strenges Verbot, so daß wieder mal mit den Schuldigen die Unschuldigen leiden müssen. Fast an das Zuchthaus erinnert die neue Bestimmung, daß Personen männlichen Geschlechts, wenn sie nicht die Ehemänner sind, die Hellstätte nur mit Genehmigung des Chefarztes betreten dürfen. Das Besuchsvorhaben einer männlichen Person, z. B. auch eines Verlobten, muß vorher angemeldet werden, und falls die Genehmigung erteilt wird, ist diese brieflich dem Besucher zu übersenden. Das ist ein nicht nur um- stündliches und Zeitverlust bringendes, sondern bei der Höhe des Briefportos auch kostspieliges Verfahren, bei dem die Lust zu einem Busuch manchem vergehen kann. Diese Bevormundung hat in Beelitz das Maß zum Ueber- laufen gebracht. Wie groß die Erregung unter den Patientinnen und-die Besorgnis bei der Direktion sein muß, zeigt die erwähnte Heranziehung von Schutzpolizisten. Sicherlich werden diese männlichen Besucher sich nicht ohne Wissen der Direktion da draußen eingefunden haben. Die Arbeiterschaft Berlins, aus deren Reihen die Pfleglinge der Heilstätten kommen, verbittet sich das p r o o o» zierende Vorgehen der Direktion aufs allerentschie- denste. Da sollte der Vorstand der Landesversicherungsanstalt ein- mal dazwischenfahren. Oder ist er der eigentlich Schuldig«? Ein berliner in Tirol ermordet. Der unbekannte Tote. Die Ermordung eines Berliners in Weißenkirchen in Tirol be- schäftigt die Berliner Kriminalpolizei. Am 31. Oktober d. I. wurde in der Steiermark, Kreis Judenburg, ein bisher unbekannter Mann ermordet aufgefunden. Die bisherigen Feststellungen zur Ermittlung der Persönlichkeit des Ermordeten haben ergeben, daß es sich wahr- scheinlich um einen Berliner handelt. Der Ermordete hat sich in der Zeit vom 8. bis 12. Oktober d. I. in Pertisau am Ächenfee in Tirol unter dem Namen Heinrich von Wangen heim und Willy H am lein aufgehalten. Am 12. Oktober reiste er' mit dem Privatstudenten Hermann B e r ch t o l d von Pertisau ab. Beide tauchten dann am 18. Oktober >n Judenburg auf, wo sich der Ermordete Arthur K o f l e r und sein Begleiter. Berchtold, Pius Holz mann nannte. Festgcstellt konnte ferner werden, daß der Ermordete geäußert hatte, daß er gern unier fremden Namen umHerreise, in Wirklichkeit aber Hans von Wangen he im heiße, aus Gotha.stamme und seit 14 Jahren in Berlin lebe. Fest steht serner, daß er im Besitz eines silbernen Zigarettenetuis gewesen ist, das in einer Ecke die Buchstaben H. v. W. oder K. v. W. trug. Dieses Etui wurde nicht mehr vorgefunden. Bei der Leiche wurden nur außer seinen Kleidungsstücken ein vollgepackter Rucksack und ein Trauring ohne Zeichen gefunden, außerdem ein deutsch. englisches Wörterbuch mit dem Namen Hans W o h n e r. Der Tot? ist etwa 25 Jahre alt, ILO Meter groß und kräftig gebaut. Auf einem Bein soll er ein wenig gehinkt bzw. einen Fuß etwas nachgezogen haben. Besondere Kennzeichen sind serner einige H o u t n a r b e n. Er hat 4 Zentimeter oberhalb des rechten Ohres eine alte 114 Zentimeter breite und 8 Zentimeter lange Narbe, eine weitere an der rechten Stirnseite oberhalb des rechten Auges, außer- dem eine dritte, 12 Zentimeter lange, am rechten Unterschenkel. Wer über die Persönlichkeit des Toten irgendwelche Angaben machen kann, wird ersucht, sich bei Kriminalkommissar Hoppe im Zimmer 83 des Berliner Polizeipräsidiums zu melden. Plünderungen und Räubereien. Auch gestern ist es wieder zu sehr bedauerlichen Plünderungen im Norden und Osten Berlin» ge- kommen. Ilm 11 Uhr vormittags bewegte sich ein Demonstrattons- zug in Stärke von 400— 500 Personen durch die Gormann st raße und stieß dort aus einen Brotwagen, der geplündert wurde. Zwei der Haupttäter wurden verhaftet. Kurze Zeit darauf be- wegte sich ein zweiter Demonstrationszug durch die Linien- und Alte Schönhauser Straße. Beim Passieren des Zuges durch die Alte Schönhauser Straße wurde das Schaufenster der Fleischerei im Hause Nr. 50 von unbekannten Tätern eingeschlagen. Im Laufe des Nachmittags kam es gleichzeitig im O st e n der Stadt und im Zentrum zu neuen Plünderungen. Gegen 143 Uhr nach« j postabonnenlen j 1 Damit die regelmäßige Zustellung des„Vor» � m wärts" im nächsten Monat keine unlieb- cj ♦ same Unterbrechung erleidet, ersuchen wir K unsere Postabonnenten, das Abonnement g? 2 für den Monat Dezember zum'J g Preise von 12 M. einschl. Zu- g K stellungsgebühr bei dem N � zuständigen Postamt* § sofort zu be- q •J stellen? ffl. M« IS#.«St. 7 Uhr Int Tlirkttchm Seit(StchaStt SUtv«),»r«, ©trade 14, Funktioniirvcrsaininlung. Erscheinen Pflicht._._„ Arbcitsqemeinschaft sozialdcmokratischcr Lehrer und Lehrerinnen Groß-Berlin». 7 Uhr Sitzung im Etasthaus,«losterstratze, Zimmer 339.(Senoffe«onrah Hnenisch spricht Uber„Politische Lage und Lehrerschaft. Rur Parier- genossen haben Zutritt. Mitgliedsbuch legitimiert...... Jungs», ialisten.«rbeitsgemeinschast, Dr. Schloß: 8 Uhr In der Gememdeichul« Putduser Straße 3/6: Einführung in die Bolksmtrtschast. Arauenveranstaltungen: 4 MM ♦ 7* u% 9 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin s mittags versuchten etwa 500 Personen in der Gegend der Etraus- berger Straße und des Strausberger Platzes die dortigen Geschäfte auszurauben. In der Buchhandlung von Allgewitz, Straus- berger Str. 23, drang eine Anzahl Männer ein und entwendete einen Herrenmantel. Zu gleicher Zeit hatten sich vor dem Bäcker- laden von Schubert in der W e b e r st r a ß e 83 eine größere Menge Frauen und Männer oersammelt, die auf die Rede eines Mannes die Schaufensterscheibe des Ladens im Werte von 10 000 M. zer- trümmerte. Dann drang der Haufen in die Bäckerei ein und raubte für 5 0 00 M. B a ck w ar e n. 100 M. wurden aus der Ladenkasie gestohlen. Dann zog die Menge nach der G o l l n o w st r a ß e und drang in den Laden des Zigarrenhändlers Siebert, Gollnowstr. 12, ein und raubte dort für 500 M. Zigarren undZigaretten. Der vettehr am Totensonntag. Zur Bewältigung de« starken Verkehrs auf den von Kirchhofsbesuchern benutzten Sisenbahnstrccken wird die Etsenbahnverwaltung ein« Reibe von Zugver- st ä r k u n g e n vornehmen. Auf der Ringbahn wird die Zug- folge in den Nacbmittagsstiinden zu einem Z e h n- M i n u t e n- verkehr zwischen Westend-Sttalau-RummelS- burg-Hermannstraße ergänzt. Nach Stahnsdorf der- kehren einige Züge mehr. Ebenso wird noch besonders auf den für beute eingelegten Zug ab Schlesischer Bahnhos 11,40 vormittags nach Ahrensselde-Friedhof aufmerksam gemacht. Fünf Streckenarbeiter überfahren. Sonnabend vormittag er- eignete sich aus dem Rangietbahnbofe Engelsdots bei Leipzig ein schweres Unglück. Eine Nangiertokomottve fuhr mit voller Geschwindigkeit in eine S t r e ck e n a r b e i t e r k o l o n n e. Fünf Personen wurden von der Lolomotive erfaßt und überfahren, wo- bei drei so schwer verletzt wurden, daß sie bald daraus starben. Die beiden anderen winden schwer verletzt ins Kranken- hau« eingeliefert. An ihrem Aufkommen wird gezweiielt. Das Unglück hatte seine Ursache darin, daß der Rauch einer anderen vorbeifahrenden Lokomotive die Kolonne völlig einhüllte, so daß sie da« Herannaben der Rangiermaschine nicht bemerkte. Brotkartenstichwort. In der Woche vom 21. bis 27. November dar Brot und Mehl nur auf die Brotkarte abgegeben und entnommen werden� deren Abschnitte das Stichwort„T e tz e r' s Fabrikate" tragen. BezirlsbildungSauSschutz Groh-Berlin. Heute abend 7 Uhr im Kon- zcttsaal..Friedrichshain", Am KönigStor,„Freiheit- Sonne« Bölkcrsieg", Arbeiterlieder und Arbeiterdichtcr. Mitwirkende: Herr Emil Kühn«, sänitlichc SPD.-Cböre Groß-Berlins(400 Sänger). Em- trittspreis pro Person SM.— Karten am Eingang des Saales.— Am Sonntag, den 27. November, nachmittags 2y> Uhr, in der Freien Volksbühne, am Bülowplatz, wird an Stelle von„König, Lear"„K ä t ch e n von Heilbronn" aufgesübrt. Die verkauften Karten behalten ihre Gültigkeit.— Sonntag, den 27. November, abends 8 Uhr, in der Aula des Sophien-Realgymnasinms, Weiw meisterstr. 15,„Einsührungsabend" für„Siegfried", Dr. A. Gutb mann, Vortrag, Erläuterung am Klavier, Gesang. Karten zu haben im Bureau des Bezirksbildunasausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hos, 4 Treppen. Zimmer 12 und bei den Mitgliedern der Kreisbildungsausschüsie. DaS Alhambra-varletä am Moritzplatz bringt neben einer Reih« auter artistischer Rummern, wie den Krastseilakt der drei Polandos, die Exzentrilkomiker Catthy und Rose, die Akrobaten Lilie und Joe Brown, Karin und ihre acht dänischen Tanzsräulcins, die in hübschen Kostümen quicklebendig über die Bühne hüpfen. Ferner kriegt man«in Electric- Ballett zu sehen, wobei die Beleuchtung das belebende Element ist mid die Tänzerinnen eine mehr passive Rolle spielen. Außerdem zaubert Jvannev Evik mit Schlangen sogenannte„elastische Märchen" vor und die zwei Spivas zeigen eine mysteriöse Puppe, die an Glicderverrenkung ihres gleichen sucht. Weniger befreunden kann man sich mit den zum Schluß dargestellten Damen-Boxkämpfen, die höchstens beweisen, bis zu welchem Grad der Geschmacklosigkeit sich die Boxbegcisterung heute empor gearbeitet hat. Zirkus Busch. Am heutigen Totensonntag sinket mir eine Vorstellung statt, abend» 714 Nhr, mit einem dem Tage angepaßten zirzensischen Teil und im Anschluß daran die Aufführung des indischen Fabelspiels „Die Schlange der Durga" mit Paula Busch in der Hauptrolle. £roß»Serü(ier parteinachrichtea. Stadtverordneten- Fraktion der SPD. Montag abend 8 Uhr: Fraktionssitzung lm Zimmer ÜZ de» Ralhaose». Vollzählige» Erscheinen ist erforderlich. Der Fraktioosvorstaud. Morgen. Montag, den 2l. November: 13. Krei» iempelhos. 714 Uhr Sitzung de» Kreisvorstande», Tempelhof, Dorf- straße 42. Erscheinen der Kreisvorstand»mitglieder erforderlich. 17. Abt.#14 Uhr FunItionSrtonferenz, 714 Uhr Frauenleseabend bei Dose, Nordhafen#. Die Funktionäre werten ersucht, die noch ausstehenden Listen abzurechnen. II. Krei». Der Kreisoorstand muß unbedingt um 7 Uhr im Türkischen gelt, Pankow, Breite Eir. 14, erscheinen. 2». fttei» Reinickendorf. 7 Uhr im Rathau» Reinickendorf erweiterte flret*- vorstandssitzung.—# Uhr Konferenz der Abteilungoletterinnen. Jede Abteilung muß vertreten sein. 27. nnb 3#. Abt. Elternversammlung der 2#1. und 249. Gemeindeschule, Dreifenhagener Sit. 58;39, Thema:„Die weltliche Schule". Referent Dr. Ostrowsti. 57. Abt. ilhartottenbneg. 714 Uhr ffunktionärverfammlung bei Drunert, Schlüterftr. 47. 81. Abi. Marienborf. 714 Uhr engere Borstandssttzung mit den Bezirksfilhrern bei Hoch, Edousscestr. 44. »3. Abt. RenkSBn. 148 Uhr bei Amelungfen, Schwärzeste. 1, am Bahnhof Kaiser. Friedrich» Et raße, Mitgliederversammlung der 43. Berkaufsstelle (Rareschstraße) der Konsumgenoffenschast. 181. Abt. Treptow. 714 Uhr Sitzung sämtlicher Funktionäre bei Oetiinger, Eisenstraße 101. US. Abt. Lichtenberg, 7 Uhr Funktionärsitzung bei Zorich, Siegfried ste. i, 14. Krei» Renkossn-Britz, t-3 der Ania de, Renlgymn-siumo W„Welche, Interesse hat die Fron----- Referent Medizinalrat Dr. Silberstein, Freie Aussprache. 18. Abt.(srllher 35.). 7-4 Uhr bei Müller, Husssienstr. 13. Thema:„Wer trägt die Schuld an der Teuerung?" Referent Kurt Kictzmann. 17. Abt. 714 Uhr bei Dose. Äordhasen 5. Thema:„Unser- klasfischen und zeitgenSssischen Dichter." Rcferentin Hedwig Kiesel.... 1». Abt. 71� Uhr bei»erfin, Panistr. 60. Thema:„Die Frau in der sozialen 23.«bt Uhr bei Taube. Müllerstr. 62a. Thema:„Familie, Ehe mti» Sozialdemotraiie". Referent Buchholz. 33. Abt.(früher 1?.). 714 Uhr in der Schulaula Hohcnlahestraße. Thema:„Di» wirtschaftliche Bedeutung Oberschiessens". Referent Erwin Barth. 4«. nud 41. Abt. 714 Uhr bei Keufner, Hagclbcrger Str. 20a. Thema:„Ist der Kampf um die weltliche Schule ein Kamps gegen die R-ligwn? Refe- rentin Minna Todenhagen. �., 48. Abt.(früher 13.). 7-4 Uhr im Graphischen Beretnshau», Alerandrtnen. straße 44. Thema:„Sozialistische Erziehung". Referentin Fran Klara Bohm-Schuch, M. d. R._„ 71. Abt. Schöncderg. 9. Bezirk: 714 Uhr bei Fintel, Bessemersiran«. Thema: „Was an den Kindern gesündigt wird." Reserentin Frau Dr. Bieber. Alle Genossinnen müssen erscheinen.—.,Bortviirts"-Leser und Gaste williommen. 1». Abt.«eißensee. 7-4 Uhr im Lolol Borchardt Nacks., Pistoriusstr. 16. Thema:„Gesundheitswesen". Reserentin Frau Dr. Wygodzinskt. llebermorgen, Dienstag, den 22. November: 1. Krei» Ritte. 714 Uhr Im Restaurant Bllrgerheim. Alte Schänhanser Straße 23(24, Sitzung des Kreisvorstande» mit den Abteilungsleltungen. 2. Keel« Tiergarten. 7 Uhr engere Äreisvorstandssstzung, 8 Uhr erweitert« Kreisvorstandssitzung bei Trümper. Flcnsburger Str. 3. I. Krei» Wedding. 7 Uhr Eliernversammiunz tn der Schulaula Utrechter Straste 29.36. Thema:„Die Perwirtiichung de» Paulsenschen Schul- proarammz". Referent Erwin Marquardt.,. tl. Krei». 7-4 Uhr in Riederschöneweide bei Echisp», Grünauer Str. 8, gttt sammonkunft sämilicker Genossen und Genossinnen, die beim Dezirtsomi Ii als Arbeiter, Angestellte oder Beamte tätig sind. Mitgliedsbuch legitimiert. — 714 Sitzung aller sozialistischen Elternbeiräte, Lehrer und Bezirk»««. ordneten in der Schulaula Hassclwerder, Ecke Berliner Strage. Wichtige Tagesordnung. Zutritt gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuchez. 18. Abt.(früher 43.). Achtung, SPD.ttbenossenschaftlerl 714 Uhr Versammlung der 156. Berkaufsstelle, Wies-nstr. 7, bei Witzle. Hachstr. 13,... 34. Abt.(früher 18.). Parteigenossen, die Mitglieder des Konsumverein« sind. werden ersucht, zu der um 714 Uhr bei Rienäcker, SImon.Dach.Str. 39, stattfindenden Versammlung der 99. Verkaufsstelle zu erscheinen. 92. Abt. Reukolln.>48 Uhr im Lokal Elbestr. 3, Diitgliedervorsammlung der 1«. Berkaufsstelle(Wiidenbruchstraße) der Konfumgenossenfchaet. 117. Abt. Lichtenberg. 5t4 Uhr heim Genossen N-uma»n. Leovoldftt. 17, Zu- sammenkunft aller heteiliaten Kinder für die Meihnachtsauffiihrttng. Königsnmsterhansen. 7% Uhr Mitgliederversammlung im»ahtiefshottr. Tagesordnung u. o.:„Die politische Lage". Referent Karl 0�6 euer- B e tUn. Znnaf», ialisten. Gruppe Lichtenberg: 714 Uhr bei Thornow, Wllhitfch., Ecke Bäcklinfttaße. Thema:„Das neue Programm der Bodenrcformer". Refe- tent Genosse Sänger. • 11. Keel,. Mittwoch, den 23. November, abend, 714 Uhr. In der Gemeinde. schule Feurigstr. 57, ollgemeiner Frauenleseabend. Thema:„Die gefetz- lichen Rechte der Frau". Referent Joachim.._. 17. Krei, Lichtenberg. Sonntag, den 11. Dezember, IN der Utaitio Porstellung: „Der Großglockner, Gastein und die Solzburger Alpen. Karlen sind bei den Mitgliedern de- Bildmtgsausfchusscs sowie bei den Abieilungssührern zu haben. Preis 2 M. llebungsstunde der SpD.-Chöre: Anfragen find zu richten an K. Schulz, Charlottenburg. KIrchfir. 33. Montag. 714 Uhr: Arbeitcrgesangverein„Einigkeit"'? u ch h o I Z bei Hennig, Pasewailer Straße 56.— SPD.-Männerchor Krei» Fried- r i ch s h a i n im„Andrea s-Kassno". Andreasstraße 3.— Frauenchor„Froh- stnn»E h a r l o t t e n b u r g, Aula Rostnenstroße 14.— Dienstag. 7-4 Uhr: Sozialdemokratischer Männerchor Hallesche».Tor in der Aula der II. Realschule, Boeckhstraße 6/10.—„Harmonie»W eißensee(8 llhrl, Pistoriu»., Ecke Rölckestraße.— Sängerchor der SPD. Pankow(714—10 Uhr) im„Türkischen Zelt", Brette Straße.— Donnerstag. Soz. Männerchor Ber- l i n- M i 1 1 e(714 Uhr) im„Bllrgerheim". Alte Schönhauser Straße 23.— Freier Männerchor Reinickendorf(714—10 Uhr) bei Lindstedi, Residenz- straße 120, Ecke Grüner Weg.— Soz. Männerchor Mari endo es(8 h!» 10 Uhr) bei Niendorf. Cltousseestr. 19.— Freitag. Männerchor„Harmonie"- Eharloitenburg(714—914 Uhr). Ania der Siemens-Oberrealfchule, Ecklohstr. 27. —„Liederfreutide"»B o r s i g w a i d c» W i i t e n a u bei Schade, Beidt-, Ecke Berliner Straße.— So,. Männerchor Prenzlauer Tor(8 Uhr), Bötzow- Brauerei, Prenzlaner Allee. (Schluß de» redaktionelle» Teil».) Gaon Braun Hamburg ß Goläsüuli Jac. Stuck Nacht. A�G., Zwelgrnledertassang Berlin O 34, Komlntener Str. 43. Telephon l KSnlgatndt 393. r, Lidtispiele usw. 1 oocxococxiccooooeyyvx: co Operahaos VoIHs&Sliüe Lohengrin 6 Unr Schaaspielhanj cl 3 ühr Torquato Tasso Uhr Othello Dentsch. Tfceat. V/2 U• Louis Ferdinand Pr.nz von Preußen Mo.TVj louis Ferdinand Prinz von Preußen Kammerspiele Stg 2l? ü. Ost. ru 8 0.: Der Hühncrhof Mo.8: Der tiühnerhoi' Gr.Schaaspielh. (Karlstiaße> 2'/; U. Die Rauber 7 Li.. Götz v. oeriichinitcn Mo 7 U: Goiz von ber- licliingea Theater 1. d. Köalggratz.Str. (Hartsu, C;iör!. Scliuliz, Rtemann, Kinz, Blldt, Ücriiburg,v.Twardowski Brand;) Mo.: Manon Lescaut Di.: Hidal a Mi.: Mnnon Lescaat Do: Ki Biilowptat� V'n- Vors*, d. Klass. Th. Kätcner von flcilbronn 7 Uhr König Lear Lessing-Tlieat. n/z Uhr: I»le Spirlereion «■tner It'alNorin M ntrg 7 Peer Gynt Difnst b Don: erst. 7' 2' plt lerclen ein. Kaiserin Fn itag 7'', Uhr Drr lavitcphafte Herr Tscha So 7 U., neunns'udiert; W«'nn wir Toten erwachen (Duricux, Dorsch, Leos, Stcinriick) Stg. 7'/,: Die Spielereien einer Kaiserin Mo 7'/.: WennwirToten erwachen OoulscljesKOnsller-TI] Allabendllth DeFiisiligeAniiirosius (Adalberts Fiobr, Beer- mann. Jo!an, Schulz) Theater i. ö.Köm'ggrätzer Str. Gastspiel der Miiglieder de« HnerSiüBMiieeiB Triasoa-Tlieat. Stg. 4 U Kleine Preise Die große Leidenscliait Täglich', Uhr: Der groPe Erfolg! Ida Wüst in LsöyWiiiilenn.FSelierj Eomödloniiaus I äghe 1 ,..!0 Uhr; Die Fahrt ins Blaue (GISssner, Richard. Engl, Pröcki, Ssieda) Berliner Theat Täglich 7.30 Uhr.• tyrinsQffin pMa FritziMassaija.G. Ralph Arthur Roberts.' Pepl Zampa, Hb. Kiper Central-Thcater w.u.: Beleklivmäflel Deutsches Opernhaus sv, u.: Parslfal Triedr. Wtlhelnut. Th s uhr: Anierican Girl Intimes Theatop 8 U: Die Spelunke Lauf doch nicht immer nackt herum Klsln. Schauspielhaus l'/jG.: Kifelo-usisp) Lustsniolhaus tv, u: Peler ßrauer Hetropoi-Thoater L-HStraSensängerln Neues Operetien-Tli s uhr Königin INaelit Neues Theater am Zoo v'/zUh, Dsr Dummkopf Neues Voikslheater uhr: Passion Schillop-Th Cnarlbg. 8 Uhr; Die Schmetter. Ilngsschlac t Sch!oßpark-T. Steglitz IIV, Unr: Oante-Fcier & Maria Magdalene Thalia-Theater lv SciiäRi' Eich, Lotte Theat am Nollendorfpl. us: Die Ehe Im Kreise Tn.i d.Kommandant.Slr (Jiid. Künstler-Th.) 77, Uhr tt y buk Theater des Westens uhr' Braut ILaeoIliis ML 4 Hänset u. Gre;el Wallncr-Theater "/.uhr Nixchen Walhaila- Theater u8: Jung niü2 man sein Besldenz Tbeat. Täg-.ich /'/j Uhr: Das weite Land von cchniizlcr Triescn. Be:iens, Korlf Schrotn, Welc ei. Schneider-Nissen, Haine, Ftirtn Kleines Theater Sonnig 4 U kleine Pr Der Dieb Täglivh 7'', U! r Eug. Burg, Carola lotllt Faikensielo. Albers in FrSul. Josette — meine Frau Mmlrals Palast 2l/s: Die rotea Schuhe| iugr Theater uhr« >ir. Jam. Klein[ Die Sensation Berlins Frau Lima | Große Ausstatt Operette von Paul Llncke mit dem jGrigoiatis-i iLnft-BaSlcttt Oskar Saboal Else Berns MsrdD Kettner frilzi Ärco 1 Steidl. MDames-j Balletts! |Sonntag3V2 II, Frau Lima lOnvinal- tte etzs| Ermäß. Preise Beginn des Gastspiels am Montag, den 2$. November 1921 Spielplan: Alonkag, 28. Nov.: Tifbecbow, Die 3 Kchweflern Dienstag, 29. Nov.: Ticheckow, Die Z Schwestern Mittwoch, 39.Nov.: Ttcdeckow, Die Z Schwestern Donnerst., I.Dez.: Tschechow. Onkel Manja Freitag, 2. Dez.: Tickeckow, Onkel Manja Sonntag, 4. Dez.. nachm.'/. Z Uhr: Die Z Schwestern Montag, ö. Dez.: Ostrowsli, Zede Weisheit hat einen haken Dienstag, S.Dez.: Ostrowski, Jede Weisheit hat einen haken IMtkwoch, 7. Dez.: T'ckechow. Onkel wanja Donnerst., 8. Dez.: Tschechow, Onkel Wanja Freitag, 9. Dez.: Osttowski, Zede Weisheit hat einen haken. Sonntag. It. Dez.. nachm.'/zZ Uhr:)ei>e Weisheit hat einen Haken Montag, 12. Dez.: Homsun, Dom Truset geholt Dienstag, 13. Dez.: Hamsun, Vom Teufel geholt Die vorbestellten Karten werden in der russischen Vuckbandlung I. Ladyschnikow, Nankcsir. ZZ, vom Moniag, dem 21. bis Sonnabend, dem 2S. Üov. gegen die Bes!ellungS»Ouittiingen ausgeliefeit.— Der allgemeine Votvertanf beginnt Montag, den 21. Nov. in der Thcaterlassc und bei A. Wcrihcim Kui)elyelelu„Vvrlvl!rls" Esnntag, 4 Dezenider, im Konzert» saal der Brauerei Friedrildshain :: FFSf�BFI�D u .Humor in Sied und Dichtung- Miiw.' Sardey-Voiai-OuaileN/ Herr Hans Heinz Fuhrmann 0 Deutiid. Th(Rcziiat.i Anschliestenh: Tanz Saaleriiffnnna 4 Uhr/ Beginn!> Uhr Einirili z Mk. Pius 20 P! Sinter/ Tanz 1,95 ML Starten b A Dieme«. Io'elitr. 10, Th München- hagen, Scheneberger Sir 12 u bei den Mitgliedern .Spielplan ftlr Heute: Gertnsöia-Praelitsäle G.R�hter.Sbsiiiseestr.liri Jed. Sonntag: loff.itaiinsllcri!- eiitscheSäigar Gr. Konzert, Jeg6,Vorst.7. Nachdem Fära.-Üräniclie' im ren.weiLen Saal v 5 Uhr Großer Ball. Philharmonie Konzert von Solisten des Pbiiharm. Drehest. unt. pefl. Mitwlrkg von Frl. Wickop(Klavier) ProtW.FischerfOrgel) Anf. V/? U. Eintr 6 M �yssker zu allen Festlichkeiten vermittelt Musiker- Nachweis« Kaiser- Wilhelm-Straße 31.* Norden 988, 3244. H AT j Vo rf ahrer« tfSi'.ti Ausbitdung gi- nt Knndyba, BerlinSW, Fried iciiit.21 Dir. Jr.m. Klein; Die große Revue Karietfi-Spielplso Rauchen gestattet Keine Siiline der Welt bietet sol- jebe Pracbtans- ■ statt. u.Hani,he- riibint.l5arslell. hl Landa Bruno Kästner Saseba Gura Wilb. Ilartstein Franz GroS P.Weslermeyer L. Werkmeister Albert Panlig TCDamen- 1 3 Ballett!! Vorverkaul mmterb ochen Casino-Theater Loihrinp. Str.37 Tägl.73, HeuleTotensonnt. 7»'. Uhr VolKsstQck in 4 Aulz. FOLIESCÄPRICE Lin.cnsir. 132, am Oianienburger Tor Täglich 8 uhr: i Die im Bell mit Perd. Qrfineckei Tel. Norden F65i) i FOiSüa»n-i-Ii li)aSzMeisterfilm\*erkJ Lady {Hamilton! -reiKar ten ungültig} Turm�tr. 12 Vexanderpl. Pass Nur heute j Toiensonnlag■ j.las gr. FilmwcrUI ühristusi gier Cines-Gesion \inder u. Jugend haben bis y Uhr| Zutritt Beginn 5 Uhr I Der Schlager aus '„American- GipB" .W>ied-»M HiEafer 11 Sensationen«Tsguchsuhr Täglich suhr -------------------- o>eMeMWWWWWW»>UUUW»WWWUWWW CIRCDSI...... BOSCH HeuteTotensonn-i tagnur?1 1U.abd.| e n ernsier zirzen f sischcr Spielplan u 1 ras neue Indisch,! Monege-Schaustacvi Die Schlangel der Durga S chwlmmende Eie-I änlen, Schwlmmf Wasserbüifel[ Vorvei kt. Zirkusk| Theat a Kottb.Tor Tei.Morig.lk077 Tiigl. T', Uhr u Sia nortim. 3 U Elite-Sänger 10 H-reenl Witz!«omik! Nmhali.Preise �«ot,.l>-l',,u«« TtemnäHaTen� Thealer Stettiner Sänger jJj Ab.T'/j u \ SQ ät nehm.. A�aa Nm'/.P' Si�kfU Variete �������Donin-Br Alhambra 1 VarlctA am Morltzpl. Damen- Boxkampf J und das L ■Bllte Pro ramm« 5— lD M. Gut eeheizt Julius Lieban's KleinkisnsibühRC Fledermaus Unter den Linden 14 JallUS«od Adsibert Lieban Ella Hardt Gert Saseba Bia Alanen Riebard Schwcrr �'a,r?' Hickson Ruth Becher Sieg mde Born Sophie Lante'lma Hfllty U. iOOS FlÜOt Ab H er? mit modernen Voll U. Jl Vorführungen Bali-Orchester FRITZ FUCHS Die anerkannt beste Tanzmusik Intimer Barbetrieb TMSkM _ gro�e Auswalil preiswert 8. 8kii!>i!hZiii!sI S,»urWaUstr.72,SpitieI- mar» i.urEdeScndclste.. und RItoIsburgerPlast 2. Alte Sleppdecken werde» ausa.eaibciteL Riese» anowahl Slii»«zle« in oNen Solz-». Sfilacfcn Schriftliche Garantie. WMlle Uhrmacheimeister. Gegründet 1000 MLliSevslraSelS Eck-Gartenstr.(Slett.Vhf.) 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Zu dieser bedeutungsvollen Schrift hat Karl Kautsky'ein Bor- wort geschrieben, dem wir die folgenden Ausführungen entnehmen. (5m erfolgreiches Wirken des Völkerbundes setzt einen hohen Crad kapitalistischer Entwicklung, das heißt prole» tarischer Macht im Staate voraus. Doch nur ein kleiner Teil der Welt hat dieses Stadium erreicht. Schon in Oesterreich waren 1914 die Sozialisten nicht stark genug, die Regierung an ihrer frevelhaften Ultimatumspolitik zu hindern, obwohl hier der Angriff klar zutage lag. Urid ebensowenig vermochten es später die italienischen Sozialisten, obwohl auch für Italien der Krieg ganz offenkundig ein Angriffskrieg war. Der Weltkrieg hat den ganzen nahen und fernen Osten in Bewegung gebracht, eine Reihe von Staaten vergrößert, an- c. e e er. in die Periode des Kapitalismus eintraten, die noch keine st arke Demokratie haben, deren Bauernschaft noch haltlos der Regierung gegen- übersteht, das industrielle Proletariat schwach ist,.die Staats- gemalt überwiegend einen monarchischen Charakter hat. Und die Monarchien des Ostens sind nicht bloße aus der Feudalzeit ererbte Dekorationen, sondern Institutionen voll Kraft. Viele der Staaten befinden sich noch im Stadium des Despotismus. In diesen staatlichen Gebilden sind noch alle kriegerischen Tendenzen der Monarchie uüd des Frühkopitalismus stark tätig,- dabei werden sie mitunter sinanzkapitalistischen Ten- denzen westlicher Mächte dienstbar, dagegen sind bei ihnen sehr schwach, fehlen mitunter noch vollständig die pazisistischen und sozialistischen, den Krieg hemmenden Elemente. Auf Gebieten dieser Art beruhen jetzt hauptsächlich die Er- Wartungen der Kommunisten auf eine Wellrevolution. Sie hoffen wenig mehr von einer Erhebung englischer oder omeri» tänischer Proletarier, dagegen erwarten sie die Rcvolutionie- rung der Welt von kriegerischen Erhebungen in der Türkei, in Mesopotamien, Persien, Aegypten, Afghanistan, Indien. Gelängen diese Erhebungen, dann würde ein» solche Art der Weltrevolution nicht den Weltfrieden, sondern eine neue Epoche von Weltkriegen herbeiführen,.aber auch von Aerfleischung der neuen Staaten unter sich. Die Verjagung der Engländer aus Indien würde kaum etwas anderes bedeuten, als daß dort zahlreiche neue Staaten sich bildeten, die sich untereinander nur zu leicht bekriegen würden. Die Kriege der Balkanstaaten untereinander leiteten den Weltkrieg ein. wir hatten seit seinem Ausgang den Krieg zwischen Polen und Rußland, wir haben jetzt den zwischen Griechenland und der Türkei. Das ist für den Völkerbund keine erfreuliche Situation. Indessen könnte er sich auch in dieser unruhigen Staaten- weit des Ostens als Schiedsrichter und Friedensstifter durch- setzen rrotz des Mangels an starten Friedenselementen in jenen Agrarstaaten, wenn nur die Großmächte des Westens ge» schloffen hinter dem Bund stünden. Abgesehen von Rußland und Japan finden wir im Osten keine große Militärmacht. China ist innerlich zer» rissen, und Indien würde es noch mehr werden an dem Tage, an dem es sich der britischen Oberhoheit entzöge. Und alle die Staaten Osteuropas und Asiens sind geistig und industriell, auch in Beziehung auf modernes Kriegsmaterial in höchstem Grade von den hochentwickelten Industriestaaten des Westens abhängig. Wenn zwischen zwei Staaten des Ostens ein Kon- flikt droht, so ist demjenigen der beiden der Sieg sicher, hinter den sich der Völkerbund stellt. Diese Aus'cht allein muß schon genügen, solche Staaten zu veranlassen, bei ihren Streitigkeiten untereinander die Vermittlung des Bundes anzunehmen. Eine Voraussetzung ist allerdings dazu erforderlich. Daß die entwickeltenIndu st rie stallten alle geschlossen hinter dem Völkerbund stehen und daß nicht die eine oder die andere der Westmächte dessen Aktion � sabotiert. Wenn bei einem Konflikt zwischen Arabern und Türken die Engländer jene unterstützen und die Franzosen diese: wenn bei einem Kriege zwischen Griechen und Türken die Engländer den ersteren Helsen und die Franzosen und Italiener den letzteren. wird sich der Völkerbund fteilich als machtlos erweisen. Die Einheitlichkeit der Mächte des Westens gegenüber den verschiedenen Staaten des Ostens wird sich jedoch nur dann herstellen lasten, wenn jene darauf verzichten, diese als koloniale Ausbeutungsobjette zu betrachten und zu behandeln. Und nicht minder ist dieser Verzicht notwendig, soll der Völkerbund das Vertrauen des Ostens in die Unparteilichkeit seiner Schiedssprüche gewinnen. Z. Seilage öes vorwärts Sonntag, 20. November 142? Dazu kommen wir nicht ohne einen st arten Einfluß und Druck der Soziali st en des Westens auf ihre Regierungen, ein Druck, den nur eine kraftvolle Internationale in ein wirksames System zu bringen vermag. Man sieht, der Völkerbund i,t kein Faulbett, das es den Verfechtern des Weltfriedens erlaubt, sich ruhig schlafen zu legen in der Erwartung daß das bloße Bestehen des Bundes genügt, den Frieden zu sichern. Ebensowenig wie das bloße Bestehen der Demokratie schon den Sieg des Sozialismus be» deutet, bringt die bloße Einrichtung des Völkerbundes den ewigen Frieden. Aber ohne die Demokratie ist der Sozialismus nicht zu erringen, sie ist der Boden, dem er entsprießt. So kann ohne einen Völkerbund der Frieden nicht gesichert werden. So wie die Demokratie ist auch der Völkerbund nur ein Kampfboden, auf dem der Sieg unseres Ideals zu erringen ist. Es wäre lächerlich, den Kampfboden deswegen aufzugeben, weil sein Detreten nicht ohne weiteres den Sieg bedeutet. j Es ist völlig verkehrt, am Völkerbund naserümpfend mit � Mißachtung vorbeizugehen. Aber nicht minder verkehrt wäre es, den Völkerbund, wie er ist, deshalb zu verherrlichen, weil ! wir seiner zu Großem bedürfen. Jawohl, wir bedürfen seiner � aufs dringendste. Aber von all dem Großen, was er leisten i soll und nur er leisten kann, wird nichts In Erfüllung gehen, solange er nicht erheblichverändert und ausgestaltet ist. Daran zu arbeiten, wird eine der wichügllen P f l i � t e n der Internationale sein. Freilich, solange wir Sozia- listen nicht imstande sind, selbst eine allum'assende In�enmtio- nale zu schaffen werden wir auf den Völkerbund keinen Ein- fluß üben können. So lange erinnert aber auch alle sozia- lismche Kritik am Völkerbund an das Wärt vom Splitter und Aalken. MehralsjebrauchtdasProletariatheute e i n e g e sch lo s s en e I nt e rn a t i o n a le, eine einheitliche auswärtige Politik, einen aus- Reichenden Völkerbund. Sroner gegen Privatisierung. In einem Vortroq vor Vertretern der Presse äußerte sich der Reichsverkehrsminister Gröner über den Dorschlag zur Privatisierung der Staatsbahnen u. a. folgender- maßen: Es ist richtig, daß die Rechnung des chaushalijohres 1920. des ersten Jahres der Reich- Verwaltung, mit einem Fehl» ! betrag von lä,6 Milliarden abgeschlossen hat. und daß auch das Jahr 1921«inen Reichezuschuß von 10.8 Milliarden zum ordentlichen Haushalt erfordern wird. Im ersten Jahr übersteigen die Ausgaben die Einnahmen um 87 Proz., im zweiten immer noch um 82 Proz. Die chaupiursach«. für diese gewaltigen Fehlbeträge sind ein» mal die den Betriebsopparat belastenden Folgen des Krieges, dann dos Zurückbleiben des Verkehrs hinter dem Um» ! fang, für den die persönlichen und sachlichen Kräfte bereitgehalten werden müssen, und nicht zum letzten die auch heute noch u n g e» nügende Anpassung der Tarife an die Geldent- l wertung. Mit den persönlichen und sachlichen Kräften der deutschen Staatsbahnen ist während des Krieges der verhängnisvollste Raubbau getrieben worden. Während die Indus'rie. soweit sie für kriegerische > Zwecke nutzbar gemacht wurde, ihren technischen Apparat vielfach noch erweitern und verbessern konnte, wurden die Eisenbahnen völ- lig heruntergewirtschaftet, und während die. Industrie durch die Kriegsgewinne in die Lage gesetzt war, sich starte Gold» rcserven zu sammeln, hatten die Eisenbahnen in der Erhöhung der Tarife, dem einzigen Mittel zur Steigerung ihrer Einnahmen, die größte Zurückhaltung geübt, so daß sie mit Schulden belastet aus dem Krieg hervorgegangen sind. Man mutet der Reichsbahnverwaltung nunmehr zu, daß sie diese Schwierigkeiten aus eigener Kraft in aller Zeitkürze über- winde. In anderen am Kriege beteiligten Ländern ist man einsichts- voller. So hat England seinen Bahnen tm Krieg und den ersten Nachkriegssahrcn die Dividende der Vorkriegszeit gewährleistet, und es hat ihnen außerdem setzt noch weitere KOMillionen Pfund Sterling, nach heutigem Kurs etwa 80 Milliarden Mark, zur Verfügung gestellt zur Rochholunq der im Krieg unter» lasienen Unterhaltungsarbeiten. Aehnlich liegen dl« Verhältnisse in Frankreich und in den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Die Frage, ob die Reichsbahn der ihr gestellten Aufgabe gerecht werden kann, ist zu bejaheck. Der Zustand der Bahnanlagen und der Betriebsmittel hat sich feit Kriegsende in lebhaftem Fortschreiten gebessert,. der Arbestswille des Personal» Hai sich in erfreulicher Welse gehoben. Die Folgen zeigen sich der Oeffentlichteit in der größeren Ordnung. Pünktlichkeit und Sicherheit des Betriebes und in der stetig zu- nehmenden Erhöhung der Betriebsleistungen. Anders siegt die Sache hinsichtlich der Finanzen. Die Ausgabenseite ist in ihrem persönlichen wie in ihrem fach. lichen Teile aufs schwerste belastet, und zwar ist, da» sei hier aus- i drücklich festgestellt, die Zunahme der sachlichen Aus- gaben gegenüber der Vorkriegszeit verhältnismäßig stärker als die der persönlichen. Der allgemeinen Preissteigerung kann die Verwaltung nicht entgegentreten. Die Reichsbahn ist leider genötigt, geringwertige Sorten von Kohle und vor allem den äußerst unwirtschaftlich zu verwertenden Koks in größerem Um- fang zu verfeuern. Daß das Personal zu hoch bezahlt sei. wird niemand behavvten. Der Verwaltung wird ober zum Borwurf gemacht, daß die K o f- zahl zu groß sei und daß sie an deren Verringerung nicht euer- gisch genug arbeite. Die durch die Demobilmachung verursachte Ueberfüllung der Eisenbahnen mit Menschen wird von der Der- waltung mit allen Kräften bekämpft. Der heutige Bestand ist um etwa 50 000 Köpfe niedriger als der des Jahres 1919. Ein rascheres Vorgehen hat sich nicht ermöglichen losten. Ein Arbeitszel'gesetz ist im Entwurf fertiggellellt. Das G e d i n g e v e r f a h r e n ist auf den größten Teil der Gebiete, für die es anwendbar ist, wieder einge- führt und hat die Leistungen, vor allem in den werkstätte». erheblich gesteigert. Die volle Ausnutzung des Personal» ist erst dann zu erzielen« wenn der Verkehr sich dem Friedensstand wieder wenigsten» gr» nähert haben wird. Die Anglcichung der Einnahmen an die Ausgaben kann aber nicht erreicht werden, wenn nicht in der Tarifposiilk die frühere Zurückhaltung aufgegeben wird. Dem S'urz der Mark kann nicht, anders begegnet werden vis durch Erhöhung der Tarife. Heute sind die Sätze des Gütertarifs dnrchschnitt'ich um da» Dreizehnfache des Fricdensstandes rrbäht. Dir neue Steigerung um 50 Proz. erhöht sie i'-snesamt um da» Zwanzigfoche des Friedens- standes- Es aibt wenig Waren, vor allem keine, di» iür den Der» brauch der Eisenbahn in Betracht kommen, deren Preis sich nicht stärker gesteigert hätte. Noch schonender ist bisher der Person«» verkehr behandelt worden. Unter der Voraussetzung, daß es gesingt, weiteren Ausgabe» steiaerunqen zu begegnen, wird der Haushaltsplan für 1922 durch» geführt werden können, in dem di« Ausaaben durch die Einnahmen ausgeglichen sind, das Defint also beseitigt isi- Dos Reichsvcrkehrsmiai' erium isi davon überzeugt, daß auch ein prloatwlrtschaftliches Unternehmenim wesen t- lichen nicht anders vorsehen würde Hinsichtlich der Personaltosten wäre eine wesentlich» Er» leichterung beim Uebergang zur Vrivatmirsichaft nicht zu erwarten. Daß die Eisenbahnen in Prwothänden den Einflüffan der Politik mehr eMzogen wären, ist richtig. Eine völlige Befreiung von diesen Rücksichten wöre aber nicht zu erwarten. Das Reich würde sich der Einwirkung auf den wichtHten volkswirtschaftlichen Faktor nicht durchaus entfchlgqen können. Wichtige Gebiete, wie die Festsetzung der Tarife, die Personolbetzandlung, die Berücksichtigung der Industrien In den einzelnen Reichs» teilen, die Aufrechtcrhaltunq de» Betriedes auf wenig rentablen Linien, könnten von der Kontrolle des Reiche» nicht verschont bleiben. Der freien privatwirtschastsichen Leläsiaung des Unter- achmcus wären also Secn'en gu seheu. und es wäre die Enlpvlilisierung fedenfalls keine vollständig«. Di» Beräiißerung der Reiibsbohn wäre nur möglich nach Aenderung der Reichsverfassung und unter Zu' immung der früheren Cisenbohnländer. Der Widerstand des Personal», gegen«ine solchg Derändenmq ist bekannt. Die Frage der Entpelisisierung der Reichsbahn Im Sinne der Erhöhung ihrer wirtschaftlichen Freiheit läßt sich aber auch auf anderem Weg« erreichen. Da» Rdchaeisenbahnfinaa'gesetz. dessen Entwurf den gesetzgebenden Körperschaften bald wird m*. geleN werden können, soll die Berwaltung in Erfüllung des ß iL der Reichsvcrfasiung freistellen vom allgemeinen Hau»»« halt. Das Gesetz wird auch die Frage zu beantworten haben, wie weit dem Unternehmen die Kriegslasten abgebürdet werj&eii können. Ein Derwaltungsrat mit Mönnern aus der freien Wirtschaft kann dieser Leitung seine Erfahrungen zur VerstHung stellen. Die bereits eingeleitete Dezentralisation im SKnn« der Zuweisung der Verantwortung für die Geschäft« an die si» de« arbeitenden Stellen wird den Appavat erleichtern und oerbiflneg. Man darf nicht vergessen, daß sich dos Reich er't feit 1% fahren im Besitz der Bohnen befindet. Daß aus allen Gebieten die stchärT« Wirtschaftskontrolle durchgeführt werden muß. und daß dazu die Verfolgung der Selb' kosten jedes einzelnen Wi rtschaft»» Vorganges»ingeleitet ist, fei hier noch erwähnt Zusammenfasiend ist zu sagen: ffi» ist nicht rich t.kg, daß die deutschen Lahnen als Reichsunternehmen oi�cht zur Gesundung gebracht werden könnten. Di» Voraus» setzungen für diese Gesundung sind in anderthalbjähriger Mühevoller Arbeit geschaffen worden. Durch Annahm« privatwirflchastlicher Grundsätze In der Organisation des Unternehmens und t/i der Füh- rung der Geschäfte kann dieser Prozeß beschleunigt werden, ohne daß die Uebergabe der Bahnen in Privathände notr»endig wäre und damit di« Preisoabe der politischen und volkswjrtschaftsichen Borteile, die dem deutschen Volke au» dem Reichsbetr'teb erwachsen sollen. 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Zlövember. 1 Die Elniischerung findet am Montag, d. 20 November, abends 8 Uhr, im Krematorium tSertchtstrafie statt £lire Ibren Andeiiliu I Rege Beteiligung er- wartet 102/1') Dle Ortsverwaltsog lI?Mziiiieiilk>55e gu �der am Montag den 2rt, November d.~ add» f Ugr, im Kaff total,«allst rohe 68, ftatlstnhenden orSentlicheu werden die Herren Ler- Ueter den Arbeitgeber und der Bc rstcherlen hier- »it eingeladen. Tageso �dnung: t.Fesl>exuugi des Borau- Ichiages uAr da»®e. Ichöslsjahr 1922. A Wahl des Rechnung». ausschustesj urPruwng der Jahresrc chnung für da» GeschSileljahr 1922 S Beschluhlassa.tg über die V. Sazu.slgeände- rang belr Sz 18, 25, 29, 46 und. 47.[13 11 Wegen der WiiHtrgkett der Tagesordnung wird um zahlreiches und vünit- llches Erscheinen e.�ucht Ott Vorstand. Jtsel Ilarimaan,, Borflgender. llrtsJirMlienkässe i\r SEflJosseru.?efivjMt Gewerbe zu fierlfti Montag. 28. Rou mbev» -l-cod» 6 U�r, ,m Noser, VMl» dtt SekllM ZWlM md SUWeM Montag, den 21. Jlooembet, nach«.»>/, Ahr, im»einen Saale der»Arnaa weit-, Hasenheide. General-Bersammlung. Tagesordnung: Die Antwort der Prinzipale aut die beantragte Wirtschastsbeihilf«. gu dieser Versammlung sind außer den Delegierten die Vertrauensleute und Druckerei- ta[sierer geladen.— Ohne Legitimation kein gutritt Oer«staanorstand. ZeMllMMliellmeiliiiili. Denllßet 9ol]iulitltttonM. OttöaiittetllDlniinoCaittnet, OnMnD»et Sotflet nn» Itonspotlaflieltnon»»»». Montag, den 21. Itooembac, abends Z Ahr, in drn Aharussülen. Mlillerstr. 142: Vollversammlung aller ia den Danen- and Karosserie- fabrikea beschäftigten Arbeiter. Tagesordnung: I. Bericht der Ber- bandlungskounnisston über die außerordentliche Teuerungszulage. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. OtV Die Funktionäre der Betriebe kommen um 6 Uhr in demselben Lokale zusammen.— Erscheinen aller Beschäitigten notwendig. 102/14 vi« Ortanerwaltnngen. Bekanntmachung betr. die Wahlen der Mitglieder und Ersatzmänner zum vorstand der Allgemeinen ortskrankenkasse für Zehlendorf und Umgegend. Auf«rund des 8 82 der Kassensatzung find kllr die Wahlzeit>922 25 die Mitglieder zum Kassen- vorstand zu wählen und zwar: 8 Arbeitgebervertreter und S Erfatzmiinner, 6 Bersichertenvertreter und 12 Ersatzmänner. Die Wahlen finden am 4. Januar 1922 in unseremenden Jahre« u. zwar 1 Arbeitgeber und 2 Ber- sicherte. 3 Prüfung und eventt Annahme des Voran- schlage» llr da» Ecschästs- jähr 1322. 4 Abänderung b tzß 18 und 4« der»assenlatzung. 5 Verschiedenes. Die zugesandte Legiii- mation ist am Eingang »orzuzelgen. v»r Vorstand. Z.« i». PoihiN, Borsitzeadet Ii �»uel. ve, Männern und Frauen: ohne I liSerufs.ilärung. Heilveriahren»der 20 Jahre I 1 bewähr, durch hundert«««hei»«.— Sprech. u. Beha vdlungszeit i 8-1, 4— Sonntag 1 3—1. yeilanstalt!. elekiro-physit. und Licht-\ I Therapie- u Ratur-Heilversahren. Verna S0 l« I Ärückenstri wd sBahnho, Iannowitzbrllckel prok.v r.meiI.?.Wtek!�.Arz. j»ppr. I. au el*. t. d. dniKCb. Regicrunp aatrk.| ' SOsdizrlg« praxi» I 9832,11 257 991 04 4 3 ft.69 1 236 417,55 1 112 903,32 250,- 22 363,89 2 780 001-,— Reichshankkonto.... Privaibankkonto.... Hostscheckkomo.... Warenlager....... Debitoren....... Fernsprechkonto.... Gewinn und Verlustkonto Immobilienkonto.... Summa. Passiva. Genossenschaftsanteilkonto Depositenkassenkonto.. Untersffltzuogskasse.., Kreditoren....... Hypothekenkonto.... Summa... a4o} 275,45 M Irbilhr-SeDtiursehafl ßatirenfelder Beklel�aogsirerke E. G. in b H. in Liquidation. Die Liquidatoren. gez. Stephan. Fasien. Kohl. 5 467 275,45 M 637 086,67«, 84 255 65, 547,18. l 965 385,95„ 2 780 000.—, illg.OrtsMeiik&sse der Stadt Berlln-Schijoeberg. Am Mittwoch, den 30. Nooemder 1921, abend, 7 Uhr, findet im Zeichen- saal der Semeindeichuie "chöneberg, Feurigftraße «i 57 58, eine ördentiieh« Ausschusssitzuna mit folgender Tagcsord- statt: li/>4 1. Verlesting des Pro- toioll» der ordenlltden Ausschußsitzung vom 2g April>021. 2 Nachbcwilli- g»ng z.Haushaltsanschlag 1321 3 Genehmigung des Haushaltsanschlags 1322. 4 Bekanntgabe über An» ftellung v. Hilfs-irdeilrrn 5. Wohl der Kassenprstser 6 Aenderung bzw. Be, richtigung der Dienstord- nung. 7 Satzungsände rung. 8. Kassenangelegen- heilen «Die Sitzung ist mllich. Der Vorstand. .ffrturSchuldi. Borsitzcnd. Fritz SenS.Schriltillyrer. Spezialarzl Dr. med. Peldmann rehand. schnell, gr&ndl mögt schmerzt u. ohne Beruksstörunc Syphll., Harald Prauenleld., Schwäche. Erpr Meih Harm a. Blulunter*. lönigslrMÄ"; Spr. 10-1, 5-Ä, Sonnt 10-1, waren en gros Einzelverkauf AlaskafGchse, Kreuzfüchse. Pelzkragens. 100 M. an, Pelzmäntel Herren-Sportpcize Briefmarken Leiser, Hochklrchftr. 21. 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Aoaeeader 1921. nachmittag» 4t, Uhr, im Dresdener Gesellschaft». hau». Dr>sd«nerStr.tl8, stattfindenden ordentlich. AuÄschutzfitzung werden die Herren Ver- treter der Ardeitgeber und der Kasse,-Mitglieder Ausschuß hiermit gedenst eingeladen. Tagesordnung: 1. Wahl des Rechnung»- ansschusses zur Prütung der Rechnung de» laufen- den Jahre» 2. Festsetzung des Voranschlages für das Zahr>322. 3. Ziachdewiili- gung zum Kap, 6, Titel 1 uird 2 des Voranschlages für 1321. 4. Beschluß , üng über die eiste Abänderung d Satzung t-etr. die fiZ>8. 27. 80a und 31 5. Verschiedene». Anfragen und Beschwer- den. zu denen die Einsicht der Geschäftsbücher er- iorderlich ist, find dem Vorsitzenden d.Vorstande» bis zum 25. November ichriftlich zu unterbreiten Die Versammlung wird pünktlich eröffnet __ Eine Vertreluno ist unzulässig. 13/13 Berlin, d ZL.Novbr. 1321. Der Vorstand. A. Röscner, Vorsitzender. A Künicke, Schriftführer. Die den Herren Ver- trctern zugehende Ein- ladungskaric dient als Ausweis und ist am Saaleingang abzugeben. , Möntel 185.-, 310.-, 560.- Kleider... 250.-, 380.-, 850.- Gummimäntel fQr Herren 490-,(Qr Damen 410- Westmann fieschäft: Berlin W, Mohrenstraße 37a 2. Geschäft: Berlin NO 18 Gr. Frankfurter Str. 115 Kaulhaus ANDERS a. Babnti, Wedflin QrßStes Haus dir. a- Neuelbeckpl. Herren-, Daniel Carderolien Pelzkragen Rleslra Auswahl Auf Tellzablniix MÖBEL u. Polsterwaren eigenes Fabrikat Spezialitälzimme?: Einrichtung, u. eine. Möbelstücke sowie farb.KOch.-Eisricht. Riesen-Auswahl ErtZahhingsbeding. KredilhausAIDERS QröBtes Haus dir. a. Neuelbeckpl. Relnickendf Str 16. 1 Kreuz-, Silber-, Zobelf fiehse| von 200 13ark an | Pelzhans janermann ÄVÄ mmmmmasrn ■ Münzensammlung Piatin Gold-, Silerlirueli Zabogebisse (pro Zahn M. 10.—) Kauft z. reell.Tagespr Lemberg Neukölln, BertzMr. I40| Hin ang Goethesir. I im Laden: tögtv. 9-7| FihrgiK tri finl ohn« Abzug;! 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Str. 1,1 a.Hochbahnh.Kottb.Tor Die den unterzeichneten Berliner Vereinigungen angehörenden Banken und Bankfirmen sehen sich genötigt, um für die stark gestiegenen Unkosten einen wenn auch geringen Ausgleich zu schaffen, vom 2 i. November 1921 ab bei Börsenaufträgen außer der üblichen Effektenprovision Spcscn-Baiisdigciifllircn zu berechnen. Demgemäß werden wir für jeden ausgeführten Börsenauftrag, gleichgültig ob es sich um Aktien oder festverzinsliche Werte handelt, eine AnslOhningsgcbaiir von 15- N. pro Rosien belasten. Von dieser Gebührenberechnung sind An- und Verkaufs-Geschäfte in deutschen festverzinslichen Wertpapieren bis zu einem No. minalbetrage von 5000.— M. einschließlich angenommen. Für die Vormerkung jedes limitierten Börsenauftrags werden wir ebenso wie für dessen Abänderung Streichung oder Umwandelung in eine Bestens-Order eine VormertninOsOebflhr von ic.~ rt pro Rosien erheben, und zwar gleichgültig, ob es sich um Aktien oder festverzinsliche Werte handelt. Bei dieser Gelegenheit weisen wir angesichts der fortdauernden großen Belastung mit Börsenaufträgen abermals darauf hin, daß wir, wenn wir uns auch nach wie vor, soweit es irgend in unseren Kräften steht, bemühen werden, den Wünschen unserer Kundschaft gerecht zu werden, jede Verantwortung für pünktliche Ausführung von Börsenaufträgen und jedwede Haftung für sich etwa ergebende Differenzen ablehnen müssen. Berlin, den 21. November 1921. Die Mitglieder der Vereinigung von Berliner mieressengemelnscltall der Banken und Banklers. Berliner rävai&ankllrmen. . � Uber 100 eigene Filialen: Xenntlkhair der Schuttmarte!] WÄttERV06Eli! lUPPKriUAlCM Wasservogels Saltnlak-Terpentln-Pnljer j mit Seilensclmitzeln Unentbehrlich für jede Hausfrau! Brhfilt die Wäsche, spart Arbelt. ■ Wer Seife billig: will nur kaufen, ■ Der muß zu Wasservogel laufen. J, MM" | schon MO.-Hflrti / Bfld tugeHlos nur bei-Iiis erhäiHlcli. ' 333/980«est,». ISSjiW. autwärt« bis zu den leinsren Ausführuu- «en. 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Buchatin: Die Neuorientierung in der ökonomischen Politik.— Instruktion des Sowjets der Volkskommisiare über die Durchführung der Grundsätze der neuen WlrtschaftspoliMK.— P. Bogdanow: Die neue ökonomische Politik Sowjetrußlands.— J Larin: Leber die Kollekilvversorgung.— J Mai sei: Geber die neuen Formen der Arbeitsentlolmung.— L K r ass i n; Der wirtschaitliche Verkehr mit dem Auslande,— Q KrhishanowskhDie Reichsplan- Kommission.— S Strumilln; Zum Wirtschaftsp'an lür die Jahre 1921/22— 0. Krhlshanowskl; Bemerkungen zur Elektrifizierung.— A Chrjaschtschjow: Zur Charakteristik der russischen Bauern- wirtschaften in der Kriegs- und Revolutionszeit— J Larin: Die Lage der Volkswirtschaft.— P. Bogdanow; Thesen Ober die Lage der russischen MetaJl- indusuie und deren Perspektiven— W Smirnow; Die Konzentration der Indurtrie und kombinierte Unterriehmen.— P. Bogdanow: Die Pacht der Industrie.— A. Schlapnikow: Die Großindustrie, das Fundament des Kommunismus.— S— kl; Die Steuergesetzgebung Sowjeti uß ands.— W. Jachontow; Diu Kleinindustrie und das Genossenschaftswesen.— C. S. R o s o w s K 1: Der 11. Kongreß der russischen Genossenschaften— W. Molotow: Die nächsten Aufgaben der Komm. Partei Rußlands— N. Bucharln: Die Partei der Arbeiterklasse— E. Preobraschenski: Die neue Wirtschaftspolitik und die Aufgaben der Paitei— M. Olm In Ski: Vom Kellerloch zur Diktatur.— I Stalin: Die Kommunistische Partei vor und nach der Erkämpfung der Macht.— E.(aroslawskl: Die Hebung des Parteiniveaus.— N. Solowjew: Der Personalbestand der Kommunistischen Partei Russlands.— N. Lenin: Geber die Parteisäuherung.— V. Sorln; Von der neuen Wirtschaftspolitik— W. Kuraiew: Der neue Kurs in der Agraroolitik.— A Kaktyn: Die Naturalsteuer und der Einheirswirtschaftsplan.— J Larin: Industrie und Naturalsteuer.— W-Smotjanow; Der neue Kurs und die Maßnahmen der Sowjetmacht�- G. Krum in: Bemerkungen über die neue Wirtschaftsnolitik Sowjetrußlands— Der IV Alirussische Kongreß der G.e w e r k s c ha f t s v e r b ä nh»j. 873 5800.. Äüdten«45-2885.. Ciefet. rronto Enger. 1 tofteRl. lü jäiit.(Our «ÖbEltl.■ eiserne �Tra nipor t.Ka ch'-v ÖFEN ISEMML�R iBIEYBERGJ .Dresdnerstr.Q" BERIIN 5.14" Kreuzfüchse 300 M. Alaska-, Blau-, Zobel-, Silber-, WeiBfUchsei Luchse, WöSfe, enorm billig! Damen-Peizmä ntel 2500, Sportpelze 800, Gehpelze 1300 M.-T&ß Ferner Cutaways, Paletotis, Schlüpfer letzt 400-�00 M.(Keine Lomhardwaren) Leihhaus Moritzplatz 58 a(Bröfites Spezialbaas dieser Art) fa7H44 yflrf v— sjempef dt i � nobiimtnt* r? r Ä I m rriri i ** üb&i* un.«ere un�Ioublipl) billige Musik gestammt« Violinen mit Birnbaum» n. Gbenho bogen in Buche, Brasil u.«cht bogen.W�W für alle Instrumente Eigene Fern Berit! amdui. st-lluna«. Straße N7, Norddeutschland öiö. Miiteldeutsülond lOSfl, Westdeutschland Ap, Süddeutschland 763 und das ganze Reich 3 7Zs> Lichtspi-ltbeatcr auf. 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Wir verpflichten sämtliche Funktionäre, Rechtsberater und Vertreter, sowie Beissstcr vor dem Militärversorgungsgericht, pünktlich zu erscheinen. Ortsgruppe Nordost. Montag, den Zl November, abends 7 Uhr, in den Ressdenz-Festfälen, Landsbrrgrr Air. 31, Bezirksmitgliederver kammlung.'Referenten: Bundesleitung und Genossin Stresow(Beirat). An- schliestend hieran um» Uhr: Gesellige Unierhalttingen verbunden mit Tanz.— Verein fi« Bolkshygienc Groß. Berlin(S. P.), Ortsgruppe des deutschen Ver- eins fttr Bolkshr-iene. Montag, den 2l. November, abend» 8 Uhr, im sientral» inssitut fllr Erziehung und Unterricht. Berlin W. 3ö. Potsdamer Str. 120, Lichtbildervortrag de? Kcrrn Regieeungsrats Dr. Manteufel über..Oeffent- litfie Gesundheitspflege im ehemaligen Deutsche» Echustaebiet". Teilnahm« unentgeltlich.— Zentral Mieterveitanb Rciuickcndors Oft. Dienstag, de» 22. November, obrnd? 7iv' Uhr. in der Schulaula, Reinickendorf-Ost, Bern er Straße, öffentlicher Bortrog:„Die Lösung der Wohnungsfrage durch Lauben- kolonten und vroduktive Erwerdslosciifihsorge". Ref.®. Hornemann.— Schu»- verein der Knude- nnd Zlerfrennd«. Montag, den 2l. November, abends 8 Uhr, Berkammlnng im Ease Gärtner am Bahnhof Bcllevue sSvrecsette). Anlast ist die Gefahr des Rattengifttagcs am 23. d. M. Bortrag des Tier- arztes Dr. Kantorowirz über„Hundehaltuug und Kundekranlheitrn". Kunde- begster und-freunde sind höflichst eingeladen. Arbeitersport. Arbetter-Tchachklnb, Abt. Rorben N, spielt jeden Montag und Donnerstag Schwedenstr. lZ bei Stenz«!. Bon 8— 7 Uhr fllr Siblller. anschliestcnd Jugend- liche und Männer. Montag, den 21. Növember, Bortrag Ilber Eröffnungen. Gäste willkommen. Eintritt frei.— Abt. Norden lll de, Berliner Ardeiter- Tchachtlub» hat ihre Spielabend« nach Stralsunder Str. 7, bei Völker, perlegt. Spielabenö jeden Donnerstag 7ZH Uhr. Arbeiter- Radfahrer-Berein„Republik". Sonntoa, den 28. Ziovcmber, Ver- clnstour nach Mohlsdorf< Rathaus. Bären). Treffpunkt 1.28 Uhr mittags Schlessscher Bahnhof. Wetterbericht bis LZkontag mittag. Gi ößicnteils trübe imd clwa.s nebelig, bei mästigen östlichen Winden. Im Binnenlandc, besonders im Süden, etwas Schnee. Temperaturen nahe bei Null. c&c/e Cm-gmA Ontertaillen-« wj.......«. 0" Ueberzleb-Jacken Damen-Bernden Damenstrflmpte>» s«hw«r»»ä Bma m. 9 10 Herrenhemden t*~ o~*..«. 20°° Herrenhemden«»»»>>«,>» h 42cli Herren-Unterhosen lS" Herren-Unterhosen««xn.____ kH* Hosenträger T" scbais rf.Drr-. Crhnk's« Huna oad vom«, A.-S«!ä», la JsiOO iCnaiS m(>d.r<.« Färb«......... K" Herren-Sotken.....» 4M Herren-Soiken �.. Pe.�ttt. �w«�« Barchent-Decken 140 X 190 Ol groß, 1030-1040 i•chmr. M. 42.08•» Herren-Handsdiühe S&. 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Geöffnet von 8—8 Uhr.— Peters- burger Platz 4. Geökfnet von 8—8 Uhr. Südosten: Lousttzer Platz 14/15, Ecöfiue« von 9—8 Uhr. Nordosten: gmmanueltirchstr. 24. Seöffncl von S— 8 Uhr. Sloabii: Wilhelmsbavener Str. 4tz. Lübecker Str. U. Ge- öffnet von»—6 Uhr. Webding: Mstllerftr. 81., Eck« Utrechter Straße. Frau Schneider Reinickendorfer Str. 11. Paviergefchäft, Eingang Schönwaldrr Straße. Geöffnet von 8—8 Uhr. Rolenthatcr und Oran:endnrger Borstadt: Wottslr. 8. De- öffnet von 8—8 Uhr. Kelundbruunrn: Baftianstr. 7. Geöffnet von 8—6 Uhr. Schönhauser Dorstadt! Ereisenhagener Str. 22. Geöffnet von 8—8 Uhr. Ablerohof, Alt-Slientck«: Frl. Waller, Adlcrshof. De- nossenschaftsstr. 8, parterre. Baumschulenweg! Frau K ö p I e, Siesholzstr. 188, Laden. Bernau. NSnigealol. Zepernick. Schöndruck, storow und Buch: Heinrich Brote Bernau Mllblenstr. b. Bteodorf: W Dannebero Littorialtr. 11. Dobuoborf! Horlemann Genossenfchastshau».Pa- -aMe»- Bnchholz, Blankenburg: S a i n k e. Buchhol.,. Bahnhofstr.?l. 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