flr. 550 ♦ ZS.�ahrgakg Ausgabe M Nr.27S Bezugspreis: Mertelji!iirl.!ik.— M., monatl. 12,— M. frei ins Haus, voraus zahlbar. Post» Zbczug: Monatlich Ii— M.. einschl. Zu» Cellungsgebühr. Unter Kreuzband für DeutslNIaud, Dan�ig, das Saar» und Memelgcbiet, sowie die ehemals deul- fchen Gebiete Polens. Oesterreiit,. Ungarn und Luxemburg 22,— M., für das übrige Ausland 2g,— M. Post» bestellungen nehmen an Lesterreich, Ungarn, Tschccho- Elowalci. Däne- mar!. Holland. Luxemburg. Schweden und die Schweiz. Der„Vorwärts- mit der Sonntags. beilage„Volt und Zeit-, der Unter» haitungsbeilage„öeimwelt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochcntaglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telearamm-Adrefle: »Sozialdemotra! verlin- Morgen Ausgabe Vevlinev Volksblstt � 40 Pfennig) Anzeigenpreis: Die zchngespaltene Ilonparcillezeile toltel 7,— M.„kleine Anzeigen" das Icttgedruckte Wort 3.— M. jedes weitere Wort I.— M. Worte über lö Buchstabe» zählen für zwei Worte. ffanulien-An- zeigen für Abonnenten Zeile 4.— M. Die Preise verstehen sich einschließlich Tcuerungsutschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4>/z Ahr nachmittag» im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden» straße 3, abgegeben werben. Deöffnel von 9 Uhr früh bis 2 Uhr abend». �entralorgan der fozialdcmokratircbcn parte» Dcutfcblands Redaktion und Expedition: SW H8, Linöenftr.? N-erniArierlr-v» Redaktion Morihplati lklvä— S7 �x��ion Morihvlah kl?»»—»4 Dienstag, den ÄÄ. November 19Ä1 Vonvärts-Verlag G.m.b.H., SW HS, Linüenstr. 3 �rnfttriThrr• Bcrlag. Expedition und Inserate». ,yrrn,prrnirr. Moripplah kt7S»-Si Die belgifth Brüssel. 21. Ztovember.(Eigener Drahkbericht.) Infolge des besonders komplizierten Verfahrens bei der Stimmenzählung ist es bis heule abend noch nicht möglich, abschließende Ergebnisse der Kammer- und Senatwahleu zu melden, die am Sonntag in ganz Belgien stattgefunden haben. Indessen läßt sich bereits ein allgemeiner Aebcrblick gewinnen. Die Lage ist für unsere belgischen Genossen insofern ausgezeichnet. als die Arbeiterpartei einen Stimmenzuwachs zu verzeichnen hat. An einen ZNandatgewinn war unter den obwaltenden Verhältnissen nicht zu denken, denn die Sozialisten kämpften allein gegen einen Block von Liberalen und Katholiken, die unter weitgehender Zurückstellung ihrer bisherigen Gegensätze ihre vereinte Kraft gegen die Vertreter der Arbeiterklasse gerichtet hatten. Die Bürgerlichen appellierten dabei an die egoistischen Instinkte und pri- vateu Interessen weiter Bevölkerungsschichren. Znsbesondere wurden die Schankwirte gegen die sozialistische Partei mobil gemacht, deren Minister seinerzeit notwendige Maßnahmen durchgesehk halten, so das Gesetz über den Alkoholverbrauch. An Teilresulkaten lassen sich bis zur Stunde folgende Zahlen angeben: In Brüssel. wo bisher nur die Ergebnisse von Z70 von insgesamt(520 Wahllokalen bekannt sind, haben: die S o z i a l i st e n... 48 000 Stimmen die Liberalen..... 38 000 die Klerikalen..... 36 000„ Bisher zählte die Hauptstadt 8 sozialistische Abgeordnete, die voraussichtlich sämtlich wiedergewählt wurden. Die Liberalen dürften dort ein Mandat gewinnen. Im Wahlkreis von Lüllich gewinnt die Partei einen Sitz, die Zahl ihrer Abgeordnelen ist dort von 7 auf 8 gestiegen. Bis zur Stunde läßt sich folgendes Gesamtergebnis voraussehen: Die Liberalen gewinnen einen Sitz, die Klerikalen drei und die Sozialisten dürsten entweder ihren bisherigen Stand behalten oder einen, vielleicht auch zwei Sitze einbüßen. Perloren hat ferner die flämisch-aktivistifche„Frontpartei". Deutschlanü muß zahlen. Paris, Zt. Bovenlber.(VA.)„Matin" meldet aus London: hier wird besann!, daß Sir Iohn Vradbury, der erste britische Delegierte in der Reporationskommisflon, dem Reichskanzler Dr. wirkh bei den Berliner Verhandlungen der Kommission folgende Erklärung abgegeben hat: Deutschland kann und muh bezahlen. Die Reparalionstom- mlssion hat dahin entschieden, daß die Zahlungsbedingungen nicht abgeändert werden. Deutschland ist reich an Hilfsquellen, und alle seine Fabriken arbeiten. Bei dieser Sachlage ist Deutschland Im- stände, sich die erforderlichen Kredite zu bcschassen. Paris, 2t. Bovember.(IA.) Der Präsident der Repara- tlonskommission Dubais ist aus Veriin in Paris eingetroffen. In seiner Vegleitung befand sich Dradbnry. Aeder das Resultat der Verhandlungen befragt, erklärte Dubais, daß er getan habe, was möglich war, um Deutfchiand zu veranlasirn, die Reparations- forderungen zu erfüllen. Die Reichsregierung scheine enlschlossen zu sein, die Entente zuftiedenzusicllen. � Varls, 21. November.(28123.) Der„Temps" glaubt zu wissen, daß die Reparationskommission jede Diskussion mit der deutschen Re- gierung über Verschiebung der nächsten Ratenzahlungen und über die Möglichkeit einer Revision des Zahlungsstatuts nach Ablauf der beiden Fälligkeitstage abgelehnt habe. Unter den Mitgliedern der Kommission möge es gewisse Meinungsverschiedenheiten über das einzuschlagende Versahren gegeben haben, über die Sache selbst jedoch ebensowenig wie über die Prinzipien. Am 13. Januar werde Deutsch- land, da es bereits einige Lieferungen geleistet hat. 400 Millionen Goldmark zu entrichten haben, am 13. Februar von der 2SprozeMi- gen Ausfuhrtaxe 273 Millionen Goldmark. Deutschland besitze ge- wisie Mengen fremder Devisen, da es seit Monat August von der Ausfuhr etwa 80 Millionen Goldmark jeden Monat bezogen habe Davon muhte ein Teil zur Bezahlung kurzfristiger Anleihen verwen- det werden, ein anderer zur Bezahlung eingeführter Lebensmittel und Rohstoffe. Die deutsche Regierung erklärte, daß sie die fälligen 600 Millionen Goldmark nicht aus eigenen Mitteln bestrellen könne, weshalb sie sich an die Industrie wegen Gewährung einer Anleihe gewandt habe. Das Blatt behauptet, daß es den Industriellen ein Leichtes sein würde, diese S00 Millionen Gotdmark zur Verfügung zu stellen. Nachdem aus diese Weise die Januar- und Februarzah. lungen sichergestellt seien, hätte die deutsche Regierung reichlich Zeit, die deutschen Finanzen w Ordnung zu bringen und wegen der Auf» «ahme auswärtiger Anleihen zu verhandeln. m Wahlen. Schluß öer �rbeitskonferenz. Genf, 20. November.(WTB.) Der von zahlreichen Arbeiter- Vertretern unterstützte Antrag der deutschöstcrreichischen, finnlän- dischen, estlandischen, lettischen und jugoslawischen Arbeit- nehmeroertreter aus Zulassung der deutschen Sprache als dritte amtliche Sprache des Internationalen Arbeitsamtes und der Kon- ferenz wurde ausführlich von M o r a w i tz(Wien) begründet. Er wies darauf hin, daß es im eigenen Interesse der Jnternatio- nalen Arbeiterorganisationen liege, die deutsche Sprache als die Sprache einer großen Zahl von gewerkschaftlich und sozial fort- geschrittenen Ländern hinzuzuziehen. Dieser Antrag veran- loßte die Vertreter verschiedener Staaten, auch die Zulastunz ihrer Sprache zu fordern, so den spanischen und den jugoslawischen Re- gierungsvertreter. Direktor Albert Thomas wies darauf hin, daß die ganze Angelegenheit vor den Berwaltungsrat gehöre, dessen Lei- tung aus praktischen, vor allem finanziellen Gründen bereits früher die amtliche Einführung neuer Sprachen abgelehnt hat, dem Direktor aber alle Freiheiten gelassen hatte, auch die deutsche Sprache für die Veröffentlichungen hinzuzuziehen. Nach einer län- geren Debatte beschloß die Konferenz, den Verwaltungsrat mit der Prüfung des Problems neuer amtlicher Sprachen zu betrauen. Die feierlichen Schlußreden, so die des Präsidenten 23 u r h a m und der Vertreter der Regierungen sowie der Arbeitgeber sprachen viel von positivem Ersolg der Konferenz, während I o u h a u x im Namen der Arbeiterocrtreter auch ernste kritische Töne anschlug. Er betont? jedoch gleichzeitig, wie alle anderen Redner, jo namentlich auch Albert Thomas, dem die Konferenz einmütig große Ovationen darbrachte, die Solidarimt zwischen allen auf der Konferenz ver- ti denen Gruppen in bezug auf sozialen Fortschritt und die Gesundung der Weltwirtschaft. putschgefahren? Ein Teil der Presse gefällt sich darin, die Gefahr eines neuen linksbolschewistischen Putsches riesengroß an die Wand zu malen. Ein politisches Interesse daran be° steht einerseits bei der KPD., die sich gern durch den Anschein von Gefährlichkeit interessant machen möchte, und andererseits bei den Deutsdpationalen, die ja die unmittelbaren Nutznießer aller kommunistischen Torheiten sind. Die Sensationspresse tut ein übriges, um Aufregung hervorzurufen, wo ruhigste Be- obachtung am Platze ist. Zweifellos hat die neue Teuerungswelle starke Unruhe in die Massen getragen, die sich nur durch eine einigermaßen aus- reichende Angleichung der Löhne und Gehälter an die neuen Preise beschwichtigen läßt. Das herausfordernde Gebaren der Industrie, ihre Forderung nach Privatisierung der Eisenbahnen, die tatsächliche Straffreiheit der Rechts- Verbrecher gegenüber den schweren Strafen, die über Links- Verbrecher verhängt find, schaffen eine starke politische Er- regung, der die Regierung nur durch Beweise ihrer sozialen und nack allen Seiten gleichmäßig gerechten Gesinmmg be- gegnen rann. In den Massen besteht aber ein starkes Ber- mögem zroifcken berechtigten und phantastischen, imr zum Zweck der Agitation aufgestellten Forderungen zu unter- scheiden, eine starke Abneigung, letzte gewerkschaftliche Mittel anders als im Fall äußerster Rot zu benutzen, und nicht das mindeste Verlangen, für eine SowjetisierungDentsch- l a n d s ihre.staut zu Markte zu tragen. Du die Kommunisten selber das russische Vorbild kauin noch zu empfehlen wagen, ist ihre ganze Aktivität politisch ziellos geworden. Sie kann nur noch den Zweck haben, bei minder klarsehenden Arbeitern den Eindruck zu erwecken, als ob sich dt? KPD. besonders eifrig ihrer annähme, und auf diese Weise Mitglieder und Wühler zu gewinnen. An einen kommunistischen„Umsturz" glaubt kein Mensch,. am oller- wenigsten wahrscheinlich ein Kommunist. Man soll die Dinge nicht rosiger, aber auch nicht schwärzer machen, als sie sind. Zweifellos ist die Situation ernst und besteht die Gefahr, daß sich notleidende Massen da oder dort zu unbesonnenen standlungen verleiten lassen und dadurch die Staatsgewalt zum Einschreiten herausfordern, die unter jeder Staatsform für den Schutz von Leben und Eigentum eintreten muß. Bekämpft werden kann aber diese Gefahr nicht durch Scharfmacherei, sondern nur durch soziales Ver- st ä n d n i s. * Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch ein Artikel in der gestrigen Abendausgabe der„F r e i h e i t". Das Blatt betont, daß die Unabhängigen nicht daran dächten, von ihrer bisher streng ablehnenden staltung gegen Putsche und Einzelaktioncn irgend etwas preiszugeben. Man wisie ja, daß mit Einzelnktionen irgendwelcher Art keine Aussicht auf Erfolg verknüpft sei. Sie verzettelten die Kräfte und„gefährden wegen der mit ihr unausbleiblich verbundenen Schwächung der Arbeiterklasse auch den Kampf gegen Teuerung, Wucher und Steuerdruck".„Den Ge- fangenen in Lichtenburg", schreibt die„Freiheit" wester,„wäre ebenfalls wst einem Generaytreik nicht genützt." Fürsorge für Rentenempfänger. Das„Gesetz über Notstandsmaßnahmen zur Unter- stützung von Rentenempfängern der Invaliden- und An- geftelltenversicherung", das der Reichstag am. Sonnabend be- schlössen hat, ist ein erster Schritt auf einem neuen Wege. Visher hat das Reich die Renten aus der Invaliden- und Angestelltenversicherung, chie infolge der Teuerung immer weniger den Bedürfnissen genügen, durch allgemeine Zu- schlüge erhöht. Die jetzigen Zuschlüge betragen 70 M. zu jeder Invaliden- und Altersrente, 55 M. zu jeder Witwen- und Witwerrente und 30 M. zu jeder Waisenrente monatlich. Der Durchschnittsjohresbetrag ist gegenwärtig rund 1050 M. für jede Invaliden- und Altersrente, 750 M. für jede Witwen- und Witwerrente und rund 400 M. für jede Waisenrente. Da diese Beträge selbstverständlich nicht genügen, haben unsere Genossen immer wieder auf die Erhöhung der Renten gedrängt. Dem Verlangen soll jetzt durch das neue Gesetz Rechnung getragen werden. Jedoch wollte der Re- gierungsentwurs die Notstandsmaßnahmen auf die Renten der Invalidenversicherung beschränken. Schon der Vorläufige Reichswirtschaftsrat regte die Ausdehnung des Gesetzes auf die Renten der Angestelltenversicherung an. Das hat denn euch der Reichstag beschlossen. Das Neue des Gesetzentwurfs liegt darin, daß die weiteren Zuschläge zu den Renten nicht allen Rentenempfängern ge- währt werden, sondern nur den bedürftigen. Die Sozialdemokraten wandten sich— wiederum im Einklang mit dem einstimmigen Beschluß des Reichswirtschaftsrats— dagegen, well unter deti jetzigen Verhältnissen keine Sicherung dafür besteht, daß wirklich alle Bedürfligen in der nötigen Weise berücksichtigt werden. Die bürgerlichen Parteien be- schlössen aber gegen die Stimmen der Sozialdemokraten in diesem Sinne. .' Die neuen Zuschläge sollen in der Weise festgestellt wer- den, daß ein M! n d e st g e s a m t e i n k o m m e n für jeden Rentenempfänger festgelegt wird und der Fehlbetrag ihm oly ein weiterer Zuschuß zu seiner Rente bewilligt wird. Der Entwurf schlug für das Gesamteinkommen des Empfängers einer Invaliden- und Altersrente den Jahresbetrag von 2100 M. vor, einer Witwen- und Witwerrente von 1500 M., einer Waisenrente von 800 M. Betrügt z. B. die Invaliden- rente im Jahre 1100 M. und hat der Rentenempfänger kein anderes Einkommen, so soll ihm gewährt werden ein Zuschlag in der Höhe von 2100 M. weniger 1100 M. gleich 1000 M. Hat er dagegen außer der Rente noch ein Einkommen von 1500 M. im Jahr, so macht das zusammen mit der Rente von 1100 M. mehr als 2100 M.; mithin bekommt der Renten- empfänger keinen Zuschlag. Unsere Genossen verlangten zunächst, daß die Grenze des hier zu berücksichtigenden Einkommens bedeutend e r b ö h t werde. Sie erreichten, daß die Beträge für das Gesamt- einkominen— wiederum entsprechend dem einstimmigen Be- schluß des Reichswirtschaftsrats— auf 3000, 2100 und 1200 Mark erhöht worden sind. Hat der Renkenempfänger Kinder unter 15 Jahren, die nicht eine Rente aus der Reichsversiche- rung beziehen, so sollte nach dem Entwurf das zu erreichende Gesamteinkommen für jedes dieser Kinder um 120 M. erhöht werden. Die Sozialdemokraten verlangten auch hier eine Er- höhung des Betrages: mindestens jedoch sollte der Renten- empfänger den Betrag bekommen, der seiner Familie im Falle seines �.odes zustelzen würde: denn dieser Betrag märe nach den vorgeschlagenen Bestimmungen durchaus nicht immer er-. reicht. Schließlich wurde der zuzuschlagende Betrag für die/ ersten drei Kinder aus je 500 M. und für die weiteren Kinder� ouf je 000 M. erhöht. Dagegen lehnten die bürgerlichen Par-s teien den Zusatz ab, daß in allen Fällender Invalide nicht weniger bekommen dürfe, als im Falle seines Todes seine Familie bekommen würde. Bei der Berechnung des Gesamteinkommens sollte nach dein Entwurf alles, was der Rentenempfänger überhaupt an Emnahme» hotte, angerechnet werden. Unsere Genossen erreichten. daß van dem Arbeitsverdienst des Rentenempfängers 2000 M. nicht angerechnet werden. Wenn also ein Renten- empfänger außer seiner Rente von IM M- noch 2000 M. Arbeitsverdienst hat, dann beträgt zwar fein Gesamteinkom- wen 3100 M. Danach hätte er, wäre der Entwurf in diesem Punkte unverändert geblieben, keinen Anspruch auf einen wetteren Zuschlag der Rente gehabt. Da aber die 2000 M. Arbeitsverdienst nicht angerechnet werden, so muß ihm der Unterschied gleich 1900 M. als weiterer Zuschlag gewährt werden. Ebenso verlangten die Sozialdemokraten, daß Bezüge aus öffentlichen oder privaten Unterstützungseinrichtungen nicht angerechnet werden. Sie konnten aber nur durchsetzen, daß von derartigen Bezügen der- Betrag von 600 M. nicht angerechnet wird. Als solche Bezüge kommen in Betracht solche auf Grund des Reichsversorgungsgesetzes oder anderen Militärverforgungsgesetzen aus der knappschaft- lichen Versicherung, aus öffentlichen oder privaten Versiche- rungsunternehmuugen, aus privaten Unterstützungseinrjch- tungen sowie aus Spqrguthaben. Die Bezüge der Hinter- bliebenen werden hierbei zusammengerechnet. Unterstützungen der Familienangehörigen sollen—wiederum einer Anregung der SPD.-Fraktion zufolge— dann nicht angerechnet werden, wenn sie von Angehörigen geleistet werden, die selbst in bedürftiger Lage sind und sich die Unter- stützungen vom Munde absparen müssen. Sie werden nur dann angerechnet, wenn sie auf Grund der gesetzlichen Unterhaltspflicht oder vertraglich übernommener Verpflichtungen geleistet werden müssen. Die Anträge auf Gewährung der Fürjorge find an die Gemeinde zu stellen. Diese muß über alle Streitfragen untxr Zuziehung von Per- sonen aus den Kreisen der Versicherten oder Rentenempfänger entscheiden. Gegen die Entscheidung ist Beschwerde an die Aufsichtsbehörde zulässig. Die Kosten werden von den Gemeinden zu zwei Zehntel, vom Reich zu acht Zehntel ge- tragen. * Am Sonntag und Montag fand in Berlin ein« Reichssürsorge- tonferenz für die Interessen der Arbcitszivllinvaliden und Hinter- bliebenen Deutschlands statt, zu der der Zcntralverband der Inva- liden und Witwen eingeladen hatte. Auf der Tagesordnung stan- den drei Referate: 1. Die Ausgestaltung der Sozialversicherung, Referent R. K a r st e n- Peine, M. d. N., 2. Soziale Fürsorge für Invaliden und Hinterbliebene, Referent Derbandsoorsitzender Lüneburg- Berlin, 3. Die Erwerbsbefähigung der Invaliden, Arbeitsvermittlung und Arbeitsbeschaffung, Referent H ü f f m e i e r- Hamburg, Direktor des Hamburger Arbeitsamtes. Die Ausführun- gen des Referenten Karsten gipfelten in einer längeren Resolution, in der weitestgehende Zuschußleistung durch das Reich gefordert wird. Ferner wird verlangt, die sozialen Bersicherungsorganisa- tionen, einschließlich der Prioatangestelltenversicherung zu einem großen Bau der Sozialgesetzgebung zusammenzuschweißen. Bis zur Durchführung der grundlegenden Neugestaltung for- dert die Konferenz Ausgestaltung der Arbeiterschutzgesetzgebung unter Kontrolle aus den Reihen der Beteiligten und durchgreifende Heilbehandlung sowie kostenlose Lieferung der erforderlichen Heil- und Hilfsmittel, ferner ausreichende Leistungen bei Arbeitsunfähig- keit, Festsetzung der Rentcnleistungen und sonstiger Bezüge ent- sprechend dem Goldwert, gleichmäßige Leistungen bei Krank- heit, Arbeitslosigkeit, Invalidität, Unfall und Kriegsbeschädigung, gesicherte Existenz für die Hinterbliebenen. Des weiteren forderte die Konferenz die Hinzuziehung des Borstandes des Zentralver- bandes der Invaliden' zur Beratung aller die soziale Bersicherungs- gesetzgebung und soziale Fürsorge betreffenden Fragen. Ferner wurden mehrere Referate über die Reform der Unfallversicherung sowie der Praxis der B e r s I ch e- rungsämter gehalten. Gegen die Tätigkeit der Aerzte bei der Rcntenfeststellung wurden lebhafte Klagen erhoben. An der Diskussion beteiligten sich Vertreter der drei sozialistischen Parteien. Das Urteil im Kieler Spionageprozeß. � Vor dem Reichsgericht in Leipzig fand vom Dienstag voriger Woche bis gestern ein Prozeß wegen versuchten und vollendeten Verrats militärischer Geheimnisie gegen elf Angeklagte aus Kiel statt. Sämtliche Angeklagten hatten längere Zeit in Untersuchungs- Haft gesessen. Ais Sachverständige fungierten Oberregicrungsrat L a u d a h n vom Reichsmarineamt in Berlin und Kapitänleutnant H i r t h von der gleichen Behörde. Gestern nachmittag fällte das Reichsgericht das Urteil. Es wurden verurteilt: der Leutnant z. S. a. D. von Berken zu 1 Jahr ö Monaten Gefängnis, der Ma- fchinistenmaat Fedder zu 1 Jahr ß Monaten Gefängnis, der Maschinist Maas zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis, die Magazin- angestellten Bartels und Moritz sowie Polizeisekretär a. D. Waetke zu je? Monaten Gefängnis. Die Angeklagten Dachdecker Schelk, Feuerwerksleutnant König, Versicherungsagent Scholl- meyer und Frau Beyer wurden freigesprochen. Den An- geklagten wurden mildernde Umstände zugestanden. Sämtlichen An- geklagten wurde die Untersuchungshaft voll angerechnet bzw. die Strafe für verbüßt erachtet. Wegen Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Staats- sicherheit war— wie gewöhnlich!— während der ganzen Dauer der Verhandlung die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Zrauenbetrachtung zum �Reigen�-prozeß Die letzten Wochen waren die Spalten der Zeitungen gefüllt mit den Berichten über den„Reigen"-Prozeb. Es wurde darüber gestritten, ob der„Reigen" ein Kunstwerk sei oder nicht, und ob er als solches auf einer Bühne aufgeführt werden dürfe. Der große Apparat einer gerichtlichen Verhandlung, ein ganzer 5)eer- bann von Zeugen aus allen Stünden wird aufgeboten. Das hatte für einen Menschen, der gleichweit von Prüderei wie von Geilheit entfernt ist, beinahe etwas Groteskes. Denn um die Tatsache kom- men wir nicht herum, daß die Ding«, die der„Reigen" schildert, in der Wirklichkeit genau so und noch schlimmer vorhanden sind. So lange man aber in der Praxis der Prostitution nicht mit allen verfügbaren Mitteln gesetzlicher und wirtschaftlicher Art den Boden abgräbt,— solange die Uebung der„doppelten Moral" die unbe, schützte Frau zum Freiwild für jeden Schürzenjäger macht, und solange es Frauen gibt, die es den Männern gleichtun, solange hat keine hohe Obrigkeit das Recht, sich als Tugendwächter aufzuspielen. Noch weniger haben es die Kreis«, die alle sozialpolitischen und sozialhygienischcn Maßnahmen dagegen als staatsfeindlich und familienzerstörend zu hintertreiben suchen. Diese Dinge find lebendig und finden ihren Niederschlag in den guten oder schlechten Werken der Künstler und Afterkünstler auf jedem Gebiete. Es ist sehr bezeichnend, daß die Erotik überhaupt einen so breiten Raum in unsrer Zeit einnimmt, daß ihr die„Liebe" das Problem der Probleme bedeutet. Das darf man beklagen, aber Polizeigcwalt ändert an dieser Tatsache nichts, macht sie im Gegenteil wohl nur noch schlimmer. Hier kann nur geholfen werden, wenn man den Boden umpflügt und neu bestellt: die einzelnen wilden Triebe zu beschneiden ist zwecklos, weil für einen beseitigten immer gleich ein Dutzend neu emporschießt. Ein Blick auf den Theaterzettel unserer Tage gibt davon ein beredtes Zeugnis. Man liest, um nur einiges zu nennen:„Lauf doch nicht immer nackt herum".„Die Ehe im Kreise".«Fräulein Iosette— meine Frau".„Die Dame im Bett", und von allen Laternenpfählen schreit es einem seit Wochen entgegen:„Zeig mir inal dein Muttermal". Versprechen solche Titel und Untertitel nicht wirklich alle» Mögliche? Es scheint, als ob für diese Kunst- gattung weniger sittenstrenge Gesetze gelten als für das ernsthafte Kunstwerk. Täuschen wir uns doch darüber nicht hinweg: die große Masse sieht in der Schaubühne nicht die„moralische Anstalt", wie Schiller sie sich dachte, sondern will sich amüsieren. Sie wird in der Regel— und bei Werken mit stark erotischem Einschlag ganz besonders— nur durch die grobsinnliche Fabel gefesselt; alles übrige, was dem Dichter die eigentliche Hauptsache ist, geht als un. verstandenes Beiwerk in der angeschlagenen sexuellen Erregung glatt verloren. Und als Unterholtungsstoff sind dies« Dinge doch schließlich zu ernst und gefährlich. Das Problem, das speziell der �Reigen" behandelt, ist eins der furchtbarsten und grausigsten, die von öer Serline? presse. TaS neue Blatt der Volkspartei.— Notschrei der „Kreuzzcitung". Das neue Blatt der Deutschen Volkspartei„Die Zeit" kün- digt in einem Rundschreiben sein Erscheinen an. Die Gründung, heißt es darin, sei notwendig, da die Haltung der Deutschen Volts- partei in der Berliner Presse vielfach falsch dargestellt worden sei, ohne daß die Partei in der Lage gewesen wäre, sich zu verteidigen. Ueber das politische Programm wird sonst wenig gesagt, das Blatt soll„eine Waffenschmiede für freies geistiges Deutschtum" werden. Herausgeber ist bekanntlich Heinrich R i p p l e r, der Gustav M a n z, Karl Strecker und Kurt A r a m von der„Täglichen Rundschau" mitgenommen hat. Das Blatt wird zweimal täglich mit einer In- duftrie- und Handelsbeilage erscheinen. Ein untergehender Stern neben diesem aufgehenden scheint die „K r e u z z e i t u n g" zu sein. Sie bittet mit ihrem glücklich wieder- gefundenen Kopf„Vorwärts mit Gott für König und Vaterland" (darunter„Gesellschaft mit beschränkter Haftung") in einem Rund- schreiben um Unterstützung. Energische Anstrengungen, wird darin gesagt, seien nötig, um zu verhindern, daß das Blatt„in seinen Grundlagen erschüttert" würde, ein Verschwinden der „K r e u z z e i t u n g" wäre„ein tödlicher Schlag für den natio- nalen Gedanken", der danach nur noch ziemlich schwach zu leben scheint. Unterzeichnet ist der Notschrei von vier Herren des Aussichts- rats, darunter Herrn v. Heydebrand. yungerftreit auch in Wittenberg. Wie aus Wittenberg gemeldet wird, brach am Sonn- abend in der dortigen Strafanstalt„Brückenkopfkascrne" ebenfalls ein Hungerstreik aus, der jedoch inzwischen ohne Eingreifen der Parlamente oder der Ministerien erloschen ist. Der Hungerstreik war als Sympathiestreik für die Lichtenburgcr Kommunisten gedacht; die Insassen der Wittenberger Strafanstalt sind ebenfalls fast alle wegen Beteiligung an den mitteldeutschen Unruhen verurteilt. Eine Anzahl Gefangener wies sofort auf das Unsinnige eines derartigen Streiks hin. Trotzdem verweigerten am verflossenen Sonnabend etwa SO Personen die Nahrungsaufnahme. Nach der Rückkehr des Leiters der Straf- anstatt, der bei den Gefangenen großes Vertrauen besitzt, gaben 82 Kommunisten den Hungerstreik am Sonntag nachmittag wieder auf und nur noch 8 Personen beharrten auf Ihrem Entschluß. Nach einer Unterredung am gestrigen Montag erklärten auch diese acht Gefangenen, am Dienstag wieder Nahrung zu sich nehmen zu wollen. Sämtliche Gefangene haben auch am Montag die Arbeit in der Strafanstalt wieder aufgenommen. Die von kommunistischer Seite verbreitete Meldung, daß die Wittenberger Gefangenen auch weiterhin die Nahrungsaufnahme verweigern oder die Arbeiter- schaft aufgefordert haben, sie zu unterstützen, entspricht in keiner Weise den Tatsachen. * Am letzten Sonntag fand in Halle eine kommunistische Dersamm- lung statt, in der eine Resolution angenommen wurde, die zum Generalstreik aufrief, falle nicht die sofortige Amnestierung und Haftentlassung der politischen Gefangenen aus den Mürzunruhen erfolge. Wie von den dortigen Regierungsstellen übereinstimmend berichtet wird, ist die Lag« nicht als besorgniserregend anzusehen. Man ist der Ansicht, daß die große Mehrheit der ruhigen und be- sonnenen Arbeiterschaft der kommunistischen Generolstreikparoke nicht folgen wird. Bayerischer RcchtSpartikularismus. München, 21. November.(WTB.) Zur Erklärung des Reichs- juftizministers R a d b r u ch über die Gefangenenanstalt Nieder- schönestfeld bemerkt die„Bayerische Staatszeitung": „Es wird die dringende Aufgabe der bayerischen Staats- regicrung sein, in Berlin unmißverständlich zum Ausdruck zu bringen, daß die bayerische Regierung bei allem Bestreben, mit der Reichsregierung im besten Einvernehmen zu bleiben, an ihrer Iustizhoheit nicht rütteln läßt. Diese Vorkomm- niss« sind nach der.Reise des Ministerpräsidenten um so auffälliger, überhaupt existieren.'Freilich nur die Frau, die in der Dirne, dem süßen Mädel, der armen Dienstmagd— die Geschlechtsgenossin, die Schwester sieht, erlebt die ungeheure Tragik ganz, die in den zehn Bildern des„Reigen" beschlossen liegt. Der Mann schöpft sie nicht aus, weil er, wie man so hübsch umschreibend zu sagen pflegt, „im Leben steht", d. h. weil er mehr oder weniger häufig kopfüber selbst in den Abgrund springt, sein zweites Ich dort unten aus- tummelt und trotzdem in den Augen der Welt und seinen eigenen der korrekte Mann und Bürger bleibt. Wenn der„Reigen"»e fertig brächte, die Menschen und namentlich die Männer aus ihrer grenzenlosen Gedankenlosigkeit gegenüber diesem Menschheitspro- blem aufzurütteln, der verlogenen Sittlichkeit die Maske vom De- sicht zu reißen und zur Umkehr zu mahnen, dann wollten wir Frauen, daß man ihn an jedem Abend und in jedem Theater- büdchen spielte, denn lauter kann die Not der Frau nicht zum Himmel schreien.— heißer kann die Schmach nicht brennen, die darin liegt, daß man das Weib zum Objekt erniedrigt. Aber weil doch gerade diese Wirkung nicht erzielt wird, darum wäre es doch zu wünschen, daß man mit der Aufführung von Werken von der Art des„Reigen" äußerst vorsichtig umginge. Diesen schonungslosen Wirttichieitsschilderrmgen fehlt— unbeschadet ihrer künstlerischen Qualitäten— das menschlich Wesentlich«: das tief- innere Mitleid des Künstlers mit seinen Geschöpfen, das die großen Naturalisten auszeichnet. Zola, 5)auptmann, Dostojewski— sie mögen Bilder malen, so kraß sie wollen—. vergessen niemals, daß der Schaffende verantwortlich ist für die Entwicklung der Mensch- heit. Wenn sie die Tatsachen mit brutaler Deutlichkeit sprechen lassen, so tun sie es um der Wahrheit willen, die allein heilen und helfen kann. Mit vernichtender, zersetzender Kritik der bestehenden Zustände allein wird nichts gebessert, und die Polizei schafft es erst recht nicht, weil sie die Voraussetzungen der Zeitströmung nicht in der Gewalt hat. Auf das ernste, männlich-mutige, freigewollte Verantwortlichkeitsgefühl der Schaffenden kommt es an, und das hatte Erich Schmidt, als er Schnitzler auf feine Frage nach seinem Urteil über den„Reigen" erwiderte: Solche Dinge schreibt man wohl, aber man läßt sie nicht drucken. __ C harlotte Buchow. Venen ihre Sorgen möcht' ich haben... Börsenkatastrophen, Wirtschaftszusmnmenbrüche, Alarmnach- richten in der Außenpolttik, Putschgefahr von rechts und links. Ober- schlesisches, Bayerisches— jetzt laßt mich mit diesem futuristischen Gemälde in Ruhe, ich bin doch auch noch ein Mensch und habe meine Kulturbedürfnisse. Deswegen schlage ich den„Modespiegel" des „Berliner Tageblatts" aus und lese aus der Feder des Herrn Dr. I. v. Bülow: „So launisch die Königin Mode ist, wenn sie über Frauen und ihre Kleidung das Szepter schwingt, so hart und streng wird sie dem Manne gegenüber." Gott fei Dank, daß es noch Königinnen und Szepter gibt, was sollte denn sonst aus uns werden?„Die als jetzt auch noch der Reichstag einen Ausschuß einsetzte, der die unhaltbaren Zustände in den Strasanstatten untersuchen soll. Es wird auch hier die Aufgabe der Landesregierungen sein, darüber zn wachen, daß die Tätigkeit des Ausschusses nicht in die Verwaltungshoheit der Länder eingreift." Die neue baüifthe Lanöesregierung. Karlsruhe. 21. Nov.(ICIB.) Der vadifche Landtag hak heute mit 83 von 31 abgegebenen Stimmen die bisherigen Minister wiedergewählt. Zum Staatspräsidenten wurde der Abg. Hummel(Dem.) gewählt, zum slcllvertrelcnden Skaalspräjidenten der Abg. Trunk(Ztr.)_ Kriegsbesthäüigten-Demonftration. Augsburg, 21. November.(TU i Am Sonntag vormittng fand hier in der Sängerhalle eine von mehreren tausend Personen b>- suchte Protestversammlung von Kriegsbeschädigten und Kriegs- Hinterbliebenen gegen die mangechaste Kriegsopferfür sorge statt. Im Anschluß an die Versammlung bewegte stch ein Dcmon- strationszug durch die Straßen, an dem aucli Lazarettinsassen und Kricgsverstümmelt« teilnahmen. Bor dem Kriegerdenkmal nun de eine Ansprache gehalten, worauf sich die Versammlung in voller Ordnung auflöste._ Das Lille? Kriegsgericht urteilt. Lille. 21. November. Das Liller Kriegsgericht hat folgende Verurteilungen deutscher� Offiziere und Soldaten ausgesprochen: S Jahre Gefängnis und 500 Frank Geldstrafe gegen den General Müller, der im Jahre r918 in Caudry Kunstgegenstände und Mobiliar entwendet haben soll; 5 Lahre Gefängnis und 500 Frank Geldstrafe für den Soldaten K r a u h, der von 1917— 1918 in Eaudry Amtsmißbrauch getrieben und eine Standuhr gestohlen habe; 5 Jahre Gefängnis und 500 Frank Geldstrafe für den Lcut- nant Peine, den Veterinär V e r y und den Sergeanten Bloch wegen Mißhandlung von 40 gefangenen jungen Franzosen in Saint-Pol; 10 Jahre Einzelhaft für den Hauptmann v. Kirchen- heim wegen Gewalttätigkeit gegenüber zwei Bürgern von Mau- beuge; lebenslängliche Zwangsarbeit für den Feldgendarmen Herrmann, der 1918 in Roubaix ohne Grund einen gewissen Lestarquis getötet habe; 20 Jahre Zwangsarbeit für den Major B er host und den Feldgendarmen Dicks wegen Verschuldens am Tode eines gewissen Cacheux in Potelle; 5 Jahre Gefängnis und 500 Frank Geldstrafe für den Soldaten P a tz o l d wegen Ge' mäldediebstahls; 5 Jahre Gefängnis und 500 Frank Geldstrafe für den Unteroffizier v. Verb er wegen Diebstahls von Wertpapieren in Fives; 1 Jahr Gefängnis und 100 Frank Geldstrafe für den Unteroffizier S ch w i t s vom Artillerieregiment 115, der 18 750 Frank zu Ungunsten einer Frau Marguetz aus Eroix unterschlagen haben soll. polen unü Rußland. Warschau, 21. November 1921.(TU.) Die polnische Regierung hat vier Noten wegen Nichterfüllung des Rigaer Friedensvertrages an die Sowjetregierung abgesandt. Den polnischen Vertretern in Moskau ist es nach langen Ver- Handlungen endlich gelungen, die Rückgabe der seinerzeit unter der Zarenherrschaft von den Russen fortgeführten Denkmäler aus dem königl. Schloß in Warschau an Polen durchzusetzen. Der erste Transport mit 41 Waggons ist bereits von Moskau abgegangen. Warschan, 21 November.(OE.) Außenminister Stirmunt erklärte einem bestellten Auefrägcr: Die Beziehungen zu Sowjet- rußland hätten sich in der letzten Zeit gebessert, da die Sowjet- regierung mit der Erfüllung des Rigaer Friedens endlich ernst zu machen scheine. Um so überraschender sei der letzte von Haß gegen Polen erfüllte Armeebefehls Trotzkis; er sei aus das Bestehen einer Minorität- innerhalb der sowjetrussischen Regierungskreise zurückzuführen, die noch immer on der alten Politik festhalte, welche aber von der Majorität bereits aufgegeben sei. Gegenüber den Provokationen dieser Gruppe werde Polen ruhiges Blut und Besonnenheit bewahren. Manneskleidung ist ein festgefügtes Ding, vom Gebrauch geheiligt, und keine Abweichung gestattet man... Soeben sind die neuen Gesetze für Wintermoden publiziert worden. Gegeben sind sie schon lange, den Eingeweihten, den Schneidern, bekannt. Gesetzgeber ist immer noch England. Es herrscht tyrannisch in der Herrenmode." Seht ihr wohl, es gibt also noch geheiligte Dinge auch außerhalb der Kirche: die„Manncskleidung, das festgefügte Ding". Und es gibt„Eingeweihte", die um die von dem tyrannisch regierenden England diktterten Gesetze wi'stn. Gegen die Vor- Herrschaft von Paris kämpfen wir schon l-nge.. Aber die eng- lische Tyrannei! Was die alles verlangt: einen zweireihigen Gehrock,„so knapp geschnitten, daß er nicht geschlossen werden kann"— zwei Reihen Knöpfe und trotzdem keine Möglichkeit, etwas zuzuknöpfen! Am Ulster und Raglan trägt man den obersten Knopf „blind".„Großes Gewicht wird auf den Mantel gelegt"— Hoffentlich hält ers aus! „Von der neuestem Mode aus Dollarlka", den Rockausschnitt geschweift zu machen, verspricht man sich � wenig Segenliebe in Deutschland. Das gleiche gilt von dem Frackcape, das aber in Paris bereits getragen wird, und dem man trotz allem den Sieg voraus- sagen darf." Bei diesem Satz legt sich Herrn Dr. v. Vülows Gchrock in kummervolle Falten: Paris trägt bereits das entsetzliche Frack- cape, und wir Deutschen sträuben uns dageaen wie gegen den ge- schweiften Rockaussthnttt, das männliche„Dei-ollete«n coanr"! Mein Gott, was find wir Deutsche doch für rückständige Barbaren! Ein neuer englischer Sieg steht bevor und wir werden— die Unterliegenden sein. Schmach über Schmach! In Kleiderfragen versteht der Mann von Welt keinen Spaß. Die„Eigenschaft des Tragenkönnens läßt sich nicht erkaufen. Da sind Regeln, die so fest stehen wie die Zehn Gebote, und daneben noch dir unfaßbaren, die man nicht schildern kann. Auch sie schreibt uns England vor. Den Vormittag über gestattet es den Bummel- anzug, nach der Börse den Schwenker oder das dunkle Iakett, des Abends Frack oder Smoking. Aber wehe dem, der zu letzterem eine weiße Weste oder gar einen weißen Schlips trägt; dreimal wehe ihm, wenn er sich irrt und zum Frack ein Oberhemd mit einem, zum Smoking eines mit zwei Knöpfen anzieht, zum dunklen Rock einen weichen Kragen benutzt"... Das sind die„Zehn Gebote" des feinen Mannes, die„unfaß- baren, die man nicht schildern kann". Aber eine acht Seiten starke Beilage zum„V.T." kann man damit füllen, trotz der schier un- erschwinglichen Papierpreise. Holt's Maul, Prolet, davon verstehst Du nichts, das ist echte Vornehmheit, deutsche Kultur. Herbert. Aken a. d. Elbe, ein altes Schifferstädlchen. Als in neuester Zeit wieder über die V i b c r k o l o n i e an der mittleren Elbe berichtet wurde, die sich infolge des Jagdschutzes nun schon von der Mündung der Schwarzen Elster bis hinunter nach Magdeburg ausdehnt, wurde wiederum das Städtchen Aken a. d. Elb« genannt, das von vielen für den Ott der Biberbauten gehalten wird. Trifft dies auch in dieser Beschränkung des Begrifses„Kolonie" nicht zu, so verlohnt es sich doch, Aken einige Aufmerksamkeit zuzuwenden. Es ist«ines der malerischen alten Städtchen, in denen sich noch ein gut Stück Mittel, Hrianös Lehrprogramm. Paris, 2t. November.(SSTB.) Der Sonderberichierswtter beä »TempS' meldet aus Washington, Vriand habe gestern abend erklärt, seine Rede werde diesen Ramen nicht verdienen, sie werde vielmehr ei» pädagogisches Exposs darstellen. Ohne grob« Phrasen werde er die genaue Lage Europas schildern, die Frankreich zwinge seine Armee beizubehalten. In Amerika hätten viele geglaubt, dcih. wenn der Friede unterzeichnet sei,«S nur noch in der französischen Einbildung eine Gefahr gebe. Dieie falsche Meinung find« auch jetzt noch Kredit bei der groben Mehrheit des Publikums; er habe aber die Legende vom französischen Militarismus und französischen Imperialismus bei dielen Persönlichkeiten zerstört und er hoffe, daß sein Expos« heute die gleiche Wirkung auf daS Publikum habe werde. Britanniens Annahme. London, 21. November. Der Sonderberichterstatter Reuters auf der Washingtoner Konserenz meldet: Don maßgebender Seite wird mitgeteilt, daß Großbritannien vorbehaltlos das amerikanische Flottenprogramm angenommen hat. Während die klritische Delegation den Plan als Ganzes wegen ihres Wunsches, eine üb- änderung betreffend die U-Boote und die Erlahbauten vorzuschlagen, nur im Prinzip angenommen hat. hat die Delegation das vor- geschlagene Verhältnis der Großkampsschifsstonnage. für Groß- britannien, Japan und die Aereinigtsn Staaten unzweideutig gut- geheißen. Dies wird nach einer Konferenz zwischen Staatssekretär Hughes, Balfour und Admiral Kato bekannt Hraf Moltke tzvitfelöt. In unserer Besprechung des deutschen Weihbuches über das Saargebiet in der letzten Sonntagausgabc hatten wir u. a. über die Persönlichkeit des dänischen Mitgliedes der Regierungskommisfion, Gras Moltke» Hvitfeldt, und über sein skandalöses Privat- leben einiges mitgeteilt, dos auch von der dänischen Presse über- nommen und besprochen wurde. Wie nun die„Grenzland-Kor- respondenz" aus Kopenhagen meldet, schreibt„Politiken", daß Dänemark unter keinen Umständen für das un- liebfame Auftreten des betreffenden Herrn ver- antwortlich gemacht werden könne, da ja nicht etwa die dänische Regierung den Grafen Moltke-Hvitseldt für den be° treffenden Posten in Vorschlag gebracht habe, sondern feine Er- nennung durch den Völkerbund geschah. Graf Moltte-lzvit- feldt war in seiner Jugend dänischer Marineoffizier, hat aber, nach- dem er eine reiche Amerikanerin geheiratet hat, seit vielen Jahren als Privatmann in Paris gelebt. Wir begrüßen es mit Genugtuung, daß unser« Anklagen den Weg in die dänische Presse gefunden haben und daß die dänische Oeffentlich- keit fich mit der Person dieses pseudo-dänifchen Mitgliedes der Regierungskommisfion zu beschäftigen beginnt. Indessen möchten wir zur Vermeidung von Mißverständnissen betonen, daß es uns natürlich niemals eingefallen ist, die dänische Regierung für die Er- nennung und das dänische Volk für dies Gebaren Moltke-Hvitfeldt« irgendwie verantwortlich zu machen. Wir wollten lediglich darauf hinweisen, daß der gute Ruf des dänischen Volke» Gefahr läuft, durch die Schuld dieses Herrn in den Augen der saarländischen Bevölkerung schweren Schaden zu erleiden. Es ist daher besonder» zu begrüßen, daß die dänisch» Presse von diesem eigentümlichen „Landsmann" so entschieden abrückt. Hoffentlich zieht auch der Völkerbund daraus die notwendigen Konsequenzen. Zellungsverbot. Di«.Schwäbische Tageszeitung" Ist wegen Ver- ächtlichmachung der Reichsregierung auf die Dauer von acht Tagen verboten worden. Tschitscherin nach Aagora. Die Moskauer„Iswestlja" melden, Tschilscherin Iverde unverzüglich nach Angora abreisen, wo er mit Vertretern der Türkei, Persien», Indien». Afghanistan« und der kaukasischen Republiken zu verhandeln gedenkt. Auch soll« ein cnd- gllliigeS Abkommen zwischen der Türkei und Sowjetrußland zu» stände gebracht werden. alter erhalten hat. An seinen vier Hauptstraßen stehen noch schön« alt» Patrizierhäuser mit weit ausladenden Eingangsstufen. Dies« Straßen sind nach dem Zeichen eine» lateinischen Kreuzes angelegt, dessen vier Schenkel ihren Abschluß In kraftvollen Tor- türmen finden. Drei Tore stehen noch. Sie harmonieren trefflich mit den trutzigen Doppeltürmen der beiden sich völlig gleichen roma- nischen Kirchen. Ein» Idylle ist der malerische Markt von Aken m>t einem der prächtigsten alten Kleinstadtrathäuser, die uu» erhalten geblieben sind. Dies traut» Ratshäusel besitzt auch eine wunderfeine, boldachinüberdackte Freitreppe und eine Sonnenuhr, während zu seiner Seite ein alter Brunnen plätschert. Alte, schöne Bäume stehen überall in der Stadt, geben ihrem Bilde etwas ungemein Heimliches. Auch Stadtmauerrest« sind noch vorhanden, und aus einem ihrer Türme ein Storchennest. Leider ist der alt« Komthureihos Akens, der auch«Ine Perle alter Baukunst war, vor Jahrzehnten schon abgebrochen worden. Aken ist eine Schiffer st adt. Hier befindet sich seit etwa drei Jahrzehnten die bedeutendste Schifferschul« an der Elbe. Nach- dem seit 1914 die Winterkurse für Schiffer eingestellt wurden, sind sie im vorigen Winter wieder aufgenommen worden, und viele Elb- schiffer werden nun hier ihr Schisterpatent erwerben, wie Hunderte vor ihnen. Don alters her ist Aken ein namhafter Elbumschlag- platz, besonders auch für böhmische Kohl«, die schon vor einem Jahr- hundert bi» hierher mit dem Clbkahn gebracht wurde. Der Hofen von Aken ist stets erfüllt von regem Leben und Treiben. Ver 0z«mbrief. Will jemand auf hoher See den Angehörigen in der Heimat Nachricht von seinem Befinden geben, so kann er einen Funkspruch dahin abgehen lasten. Das ist aber natürlich teuer, und wenn die Nachricht aus Sparsamkeitsgründen allzu knapp abgefaßt wird, so besagt sie schließlich wenig. Hier hilft nun der von der„Debeg" eingeführte„Ozeanbrief" au» der Not. Der Reisende, der etwas mitzuteilen wünscht, schreibt also einen Ozeanbrief, der aber nicht mehr als 100 Worte enthalten darf. Diesen Brief, dem die genaue Anschrift des Empfängers beigefügt fein muß. nimmt dann die Bordfunkstelle entgegen. Sie sendet die Botschaft aber nicht nach irgendeiner Küstenstelle, sondern an«in Schiff, da» sich auf dem Wege nach dem Ausgangshafen befindet. Hat der Telezraphist des zweiten Schiffes den Brief aufgenommen, so schreibt er den Text in gewöhnlicher Schrift nieder, legt das Schreiben in einen Umschlag, und setzt die ihm mitgeteilte Anschrift darauf. Sobald dann das Schiff in dem betreffenden Hafen angelangt ist, wird der Brief sofort der Post als Einschreibesendung übergeben. Die Kosten für einen solchen Ozeanbries sind mäßig. Da- Wort kostet 1 Mark: der Mindestpreis beträgt 20 Mark: außerdem werden noch v Mark an Gebühren für das Einschreiben erhoben. Bqn. «ulturpflege im Deuti-be» Neamtenbund. Um den im Deutschen Beamtenbund vereinigten Mitgliedern der tyrohberliner Beamten- schall bei der zunehmenden Teuerung die Möglichkeit zu bieten, ihr itunlt- und BildungSbedünnis zu besriedigen. ist ein vildu»g»ali«lchnb gebildet worden. Alz erster Kmistabend ist eine Ausslihrung de,.Fidelis' in der Neuen Welt am 30. November angesetzt. Deutsche Forscher in Afrika. Nach einer Meldung der.Chicago Tribüne- au« Kapstadt sind die deutschen Gelehrten Prosessor Klainer imd Dr. Fischer dort angekommen. Sie befinden sich aus einer Reise zum EtilbUlM der Echlaskankhett in Nord-Rhodesia.... Lanötagsöebaike Im Landtag beantragte gestern vor Eintritt in die Tages- vrdnung Abg. Dr. Meyer(Komm.) die Antröge der Kommunisten zum Hungerstreik auf die Tagesordnung zu setzen. Die Stimmung in den Betrieben sei sehr erregt, es sei keine Zeit zu verlieren. Vizepräsident Dr. Pocsch empfiehlt, diese Frage als ersten Punkt auf die Tagesordnung vom Dienstag zu setzen. Abg. Sah(Komm.): Wir wollen, daß die Beratungen so lange andauern, bis der Iustizminister kommt, der heut«' abend um 7 Uhr nach seiner eigenen Aussage hier sein kann. Nach weiterer Geschäft, ordnungsdebatte wird auf Antrag heilmann(Soz.) beschlossen, in einer Abendsitzung den Hunger- streik zu besprechen. Forstetal. Abg. Wende(Soz.): Wichtig« Aufgaben der Forstkultur sind aus Mangel an Mitteln liegen geblieben. Sie müssen wieder aufgenommen worden, wenn nicht später« Generationen darunter leiden sollen. Wir wünschen baldig« Vorlegung de» I o r st- kulturgesetz«,� Die private Forstwirtschaft wirkt schädlich für die Volkswirlschast. Der private Waldbesitz wäre reis für die sofortige Sczialisierung. Das Verhältnis zwischen den Beamten und Arbeitern ist nicht überall so, wie es sein sollte. Gerade bei der Eigenart der Arbelt In der Forstoerwaltung lst die ganze Liebe und Hingabe zum Beruf nötig, das ist aber nur denkbar und mög- lich, wenn alle Reibungen verschwinden. Dielfach herrscht noch der milttärlfche Ton. Die Begeisterung der Deutschnationalen jetzt aus einmal für das Koalitionsrecht der Arbeiter und Angestellten wissen diese zu wür- digenl Eigenartig ist es, daß im Forstdienst die neunjährige Vorbereitungszeit existiert, wo doch sonst drei Jahre genügen: sie muß mindestens auf sechs Jahr« herabgesetzt werden. Verschwinden müssen die vorsinkflutarklgen Mes. und Pachiverträge, wie sie stellenweise, besonder» im Osten, existieren. Verschwinden muß ferner, daß sich die Zent-alfotstverwaltung darum kümmert. ob und wo die Waldarbeiter organisiert sind. Die Zentralforswer- waltung soll sich um andere Dinge kümmern.— Im Interesse der Minderbemittelten, die unter der jetzigen Teuerung besonder, lei- den, wäre es, wenn für eine möglichst ausreichende Versorgung mit Holz gesorgt würde. Abg. v. Papen(Z.) verteidigt die privaten Waldbesitzer und lehnt die Sozialisierung der Forsten ab. Die Aussprache wird um S Uhr abgebrochen. Dke Bbenüsitzung. Die kommunistischen Anträge fordern Umgestaltung des Straf- Vollzug, und Entlassung der politischen Gefangenen aus der Straf- anstatt Lichtenburg, ferner haben die Kommunisten eine große An- frag« über die Zustände in den Strafanstallen eingebracht. Ein sozialdemokratischer Antrag fordert, auf die Reichsregieruna dahin einzuwirken, daß die nach dem März-Putsch 1921 von den Sondergerichten gefällten und noch in der Vollstreckung befindlichen Urteile s ch le u n i g st mit der Maßgabe nachgeprüft werden, daß gegenüber allen nicht wegen gemeiner Verbrechen Verurteilten von dem Recht« der Begnadigung durch Erlaß oder an- gemessene Milderung der Strafe Gebrauch gemacht wird, Lusschuhberichterstotter Oppenhof(Ztr.): Ueber die Behandlung der Gefangenen wird gegenwärtig keine Beschwerde erhoben.(Hört, hörtl) Beschwerde wird nur gegen drei Strafanstaltsbeomte er- hoben. Insbesondere wird darüber geklagt, daß einer Anzahl Geian- genen die Bettstellen entzegen worden sind, weil Teile der Bettstellen zu einem Ausbruchsversuch benutzt worden waren, sowie darüber, daß dl« Sappisten frei herumliefen. während die Verurteilten in schwerer Freiheitsstras« sind, endlich daß die Begnadigungen sehr unregelmäßig und unsystematisch ge- handhabt würden. Der Antraq eine» Ausschußmitgliedes, zwei Mit- glieder nach Lichtenburg zur Prüfung der Verhältnisse an Ort und Stelle zu entsenden, zweitens an die Familien der Gefangenen«ine sofortige Unterstützung zu erteilen, wurde ol» undurchführbar erklärt. Da die zurückbleibenden Gefangenen sich aber mit den Hungerstret- kenden solidarisch erklärten, so lehnte der Ausschuß die Behandlung am Sonnabend ab. Ein Antrag Dr. Eohn-Ltebknecht u. Gen.(ULP.) verlllngt Nie- derschlagung der Verfahren wegen politischer Verbrechen und Am- nestierung der Verurteilten sowie vorübergehend« Aussetzung de» Strafoollzug». Abg. Wenzel(Komm.): Das, was>m» hier beschäftigt, ist geeig- net, un» au» der Zahl der Kulturnationen zu streichen.(Lachen recht».) Di« meisten der Gefangenen waren überhaupt nicht vor- bestraft. An der Meuterei war tetner beteiligt. Die Erregimg ist nicht zu beschreiben. Dabei predigt man immer, die Arbeiterschaft solle ruhig sein und(ich von Günnes und Co. kommandieren lasten. Viele Gefangen« haben bei den Vernehmungen lieber geschwiegen und olles zugegeben, um nicht die Folterqualen der Eisiebener Gefangenen erdulden zu wüsten. Wenn ich auch die Methoden von Max hälz nicht billige, so muß Ich doch erklären, daß er ein Ehrenmann ist. Der Huna« ihrer Familien hat die Gefangenen zum Hunger- streik veranlaßt, denn ihre Angehörigen erhalten keinen Pfennig Unterstützung. Ministerialdirektor klein(Bon den Kommunisten mit dem Zuruf empfangen: Der Henker hat das Wort!»- Ins Gesicht müßte man den Kerl spucken!--- Abg. L ch u l z- Reukölln erhält hierfür einen Ordnungsruf unä ruft: EU können mick zehnmal zur Ordnung rufen, ich bleibe doch dabei I Erst nach einigen Minuten gelingt es dem Regicrungsoertreter durchzudringen.): Das Amnestierecht steht aus- schließlich dem Reiche zu. Die preußische Justizverwaltung ist nicht berechtigt, die Leute aus der Haft zu entlasten. Sie werden nach wie vor verwahrt.(Zuruf der Kommunisten: Geschunden werden sie!) Inzwischen ist es geglückt, die Leute soweit zur Vernunft zu bringen, wozu ihnen sa auch die Abgeordneten der äußersten Linken geraten haben, und ste ahne jede Gewaltanwendung zu trennen. Es befinden stch in Lichtenbura jetzt noch 97 Gefangen«. Li» auf 25 haben all« da» hungern ausgegeben. Diese sind nach Torgau mittelst Krankenautomobil übergeführt wvr- den. � Der Transport ist friedlich verlaufen und wurde von Aerzten begleitet. Ein bedrohlicher Gesundheitszustand besteht bei k e i n e m der Gefangenen.(Abg. Kotz ruft: Er lügt! Ordnung-- ruf.) Sie müssen doch wenigstens den Anstand gelten lassen, der im Leben allgemein gilt. Vor dem Verhungern war kein Gefangener. lZuruf der Kommunisten: Lüge» Dem Abg. Menzel ist auf seine Bitte ansrandelo» der Besuch der Gefangenen gestattet worden. Die Justizverwaltung bat Ihn. ihr seine Beobachtungen mitzuteilen. Da» hat er aber nur teilweise getan. Auch ich habe ein Herz für die Gefangenen. Trotzdem muß ich erklären: unser Strafvollzug kann sich Immer noch sehen lassen. Auch holten sich die Gefangenen durchaus nicht immer an die Wahrheit. Uebriaens arbeitet eine Landtagskommission Befserungsvorfchläge zum Slrafvollzug aus. Don mangelnder Verpflegung kann nicht die Red« fein. Man kann doch den Verbrech«» nicht mehr Brot geben als d« übrigen Bevölkerung(Lärm bei den Komm.) Zeitungen werden ousgehän- digt bis auf die kommunistischen, die Verteilung auch dieser ver- bietet die Staalsnotwehr. Hätte uns der Abg. Menzel fein heutiges Material berichtet, so hätten wir pflichtgemäß Untersuchung eingeleitet. Auf die Einzel- hast kann nicht verzichtet»erben.(Abg. Schulz- Neukölln[StommJ; -Runter mit dem Henkerl" Ordnungsruf-). aber Lichtenburg. Ein zweiter Vertreter des Justizmillisteriums be- richtet über seine Reise nach Lichtenburg und über seine Bcobachtdn- gen dort. Die Trennung ist mit.der größten Vorsicht und unter Ver- meidung des leisesten Anscheines einer Mißhandlung erfolgt. Sämt- liche Beamte mußten ihre Waffen abgeben. Als ich die Lichten- burger Strafanstall verließ, hatte der größte Teil der Gefangenen schon wieder Nahrung angenommen. Im Militärgefängnis Torgau ist der Oberstaatsanwalt bemüht gewesen, den Gefangenen Nahrung zuzuführen. Ein von mir befragter Gefangener gab seiner Freude Ausdruck endlich au» dem Haufen heraus zu sein und nach eigenem Erleben handeln zu können. Nicht ein Protest gegen die Anstaltsleitung, sondern gegen die Regierung sollte der Hungerstreik sein. Das ist ausdrücklich von Gefangenen erklärt worden. Ein Gefangener wurde am Essenholen verhindert. Es wurde ihm gedroht, daß er mit Schemelbeinen bearbeitet werden würde, wenn er den anderen in den Rücken fiele. Der Regierungsvertreter verliest weitere Aeußerunqen der Gefangenen, aus denen sich ergibt, daß ein großer Teil ym Streik gar nicht teilnehmen wollte. Ein dritter Regierungsvertreter verliest weitere Einzelheiten. Abg. Kutkner(Soz.): Bei der Beratung des Justizetats hat Heilmann bereits gesagt, was im allgemeinen zur Frage unser« Justiz zu sagen war. Da- mal» hat der deutschnationale Herr Seelmann hinter ihm behauptet, die Schreckensurteile der Sondergerichte bewiesen, wie treu die Richter zur Republik ständen. Damit hat« den Richtern einen wahren Bärendienst erwiesen. Aus wie gänzlich falschem Geist von den Sondergerichten geurteilt wurde, beweist schon die Tatsache, daß diese selben Richter später gegen jede Gnadenaktion für die pol!- tischen Verurteilten protestiert haben. Diese halbabsolutistische Zusliz ist ein blutvergiftender Fremdkörper in unserem republikanisch- demokratischen Staatswesen. Im alten System war der bewußte Zweck der Justiz, die Guten, d. h. die Rechts gesinnten, zu be- lohnen und zu fördern, die„Schlecht"gesinnten dagegen die ganze Schwere des Gesetzes fühlen zu lassen. Diese bedenkliche Anschau- ung haben sehr viele Richter in d« Republik mit herübergenommen. Auch heute noch wird an dies« Unterscheidung festgehalten. Ueber die Urteile der Sondergerichte wäre nicht ein Zehntel der fetzigen Erregung entstanden, wenn man nur ein Zebntel dies« Schärfe gegen die Berbrech« von recht» angewendet hätte. Diese Justiz untergräbt die Staatsordnung auf das bedenklichste. Es wäre vielleicht einleuchtend, die Sondergerlchtsurteile durch eine all- gemeine Amnestie au» der Welt zu schaffen, wenn nicht die große Zahl von gemeinen Verbrechern, die auch darunter fallen, dagegen spräche. Ich will in dies« Richtung dem Bericht des Untersuchungsausschusses, der vielleicht schon morgen«folgen wird, nicht vorgreifen. Kemptn z. B. wurde im Untersuchungsausschuß von kommunistischer Seite al« Ehrenmann bezeichnet, während hier im Hause die Kommunisten ihn einen Spitzbuben und Ver- b r e ch e r nennen. Einen besonders schlechten Dienst erweisen diesen Verurteilten diejenigen, die norf� jetzt den TNärzputsch al» Vorübung für die nächsten großen Putsche bezeichnen. Dadurch wird ein Ein- treten für die allgemeine Amnestie sehr erschw«t. Denn wie kann der Staat angesichl, solcher Drohungen die Angriffe gegen seinen Bestand für straflos erklären? Abg. Menzel hat mehr an das Menschllchkeitsgefühl appelliert als an den volttischen Verstand. Möchten Sie(zu den Kommunisten) dieselbe Weisheit an den Tag legen, wenn man einmal an Ihr Mitleid appelliert. Dem wider- spricht aber, daß Herr Katz im Hauptansschuß äußerte, sie würden alle in» Zuchthau» bringen, die heute Kommunisten ins Zuchthaus stecken. � Das tun Sie vom Standpunkt der Politik und Sie würden mich auslachen, wenn ich Ihr Mitleid cnriefe.(Zuruf bei den Kom- munisten: Klassenkampfl) Wenn Sie jetzt an den Bürgerkrieg und Klassenkampf appellieren, so beweisen Sie nur, daß Ihre Appelle an die Menschlichkeit nicht so rührend aufgefaßt werden können, wie ste vorgetragen worden sind. Als In der Konferenz der Metall- arbeit« kürzlich ein Proletarier alv Zusatzantrog zu ein« EM- schließung für allgemeine Amnestie auch die Amnestie für die poli- tischen Gefangenen in Rußland forderte, wurde dies« Antrag unter stürmischem Beifall von den Kommunisten abgelehnt. In russischen Gefängnissen spielen sich auch unsagbare Tragödien ab und es handelt sich dabei oft um Proletarier, die jahrzehntelang gegen den Zarismus kämpf- ten. Die Hungerstreikenden in Lichtenburg haben die erlassene Parole befolgt. Aus Salidaritätsgefühl das größte Mitleid müssen diejenigen mit ihnen haben, die sie in diese Lage hineingebracht haben. Die Schuld der«, die sie planmäßig in solche verzwelfelte Situation hineinhetzen, wird setzt nicht vermindert durch Reden, von denen man auch jetzt nicht genau weiß, wieviel daran wahre» Gefühl ist und wieviel die Absicht, vi» Aktion zu steigern. Die„Rote Fahne" spricht jetzt in ganz ähn- lichem Ton» wie im März 1921, aber erfreulicherweis« rückt die „Freiheit" heute abend energisch von der Putschtaktik ab. Für uns handelt e» sich nur um dt« Existenz der Gefangenen. Wenn auch d« Staat die Möglichkeit zur Abwehr in der Hand beholten muß, so Ist doch seder politische Gefangene als Ehrenwann anzusehen und zu behandeln. Wenn der Zweck der Justiz überhaupt die Ver- hütung von Verbrochen ist, sck muß da» besonders bei d e n Gesänge, nen gelten, denen man ein ehrloses Tun nicht nachsagen kann. Ueber diesen Zweck hinaus ist sed» Beschränkung der Freiheit zu vermeiden. In Parallele zu den preußischen Zuständen muß z. B. d« Fall Toller die größte Schande dieser Zeit genannt werden. Gerade die Kreis«, die ständig die deutsche Ehre sin Munde führen, sollten doch bedenken, welche deutscki« Schande es ist, einen proletarischen Dichter zu Tode zu quälen. Zu einer humanen Strafvollstreckung reichen auch die preußischen Kompetenzen aus. Der Justizminist« bestätigt es mir soeben. Wir ford«n daher Unterlassung alles dessen, was irgendwie nach Quälerei und Mißhandlung aussehen könnte. Die kommunistischen Anträge, unter denen sich manches Brauchbare findet, die wir aber nicht ohne weiteres annehmen kän. nen, bitten wir dem Rechtsausschuß zu überweisen. wir beantragen, den Strafvollzug so weit auszusehen. als die Familien stch in groß« Not befinden. Wo das nicht ge- schehen kann, muß für den Unterhalt der Familien gesorgt werden. Wenn die Lichtenburg« Angelegenheit«ine wirklich positive Folge haben soll, dann muß e, die sein, daß so etwas künftig un- möglich wird. Dann müssen wir darangehen, die Justiz des alten Obrigkeitsstaaies aus der Republik zu beseitigen.(Lebhafter Beifall bei den Soz.). Es sprechen noch die Abg. Schmidt(Ztr.) und Dr. Cohn(US.). Die Sitzung dauert vei Schluß de« Blatte» noch an. 2« vergeßliche„Tag". In einem Artikel, der stch gegen die Reformabsichten des Justizminisiers R a d b r u ch wendet, behauptet ein Mitarbeit« des„Tag", die bürgerlichen Blätter hätten wohl hier. oder da einmal»in Fehlurteil kritisiert, ab« dabei„die Achtung vor Gesetz und Rechtsprechung nie verletzt". Vor zwei Togen hat in dem gleichen„Tag" ein Artikel mit der Ueberschrift gestanden:„Cin Kotau des Reichsgerichts vor der Straße" Diese Ueberschrift war gewählt, weil das Reichsgericht einige inhaftierte Kommunisten aus der Untcrsuchungs- Haft entlassen hatte. Man sieht hier praktisch, wie die„Achtung vor Gesetz und Rechtsprechung" von den Deutschnationaleu verständen GewerGhastsbewegung Schiedsspruch für die städtischen Werke. DaS Nachricktenamt des Berliner Magistrats teilt mit: Ueber die Frage der Gehälter der Angestellten der städtischen Werke ist am Montag ein neuer Schiedsspruch ergangen, den das unter dem Vorsitz des früheren Staatsministers Lüdemann tagende Schiedsgericht nach sechsstündiger Verhandlung abgegeben hat. Der Schiedsspruch geht dahin, daß für die Werksangestellten vom 1. April 1821 an die Sätze der Besoldungsordnung anzuwenden find. Soweit späterhin bei den Beamten günstigere Eingruppierungen erfolgen, soll dies auch bei den Werksangestellten geschehen. Diese Festlegung der Gehaltssätze für die Werksangestellten durch die Besoldungsordnung gilt bis 1. April 1823. Wenn dieser Schiedsspruch von beiden Teilen angenommen wird, ist eine einheitliche Regelung in der Besoldung für die Beamten und Angestellten der Werke erreicht. Ausreichende Löhne, nicht Wirtschaftsbeihilfen. Der„Gewerkschaftliche Nachrichtendienst" des ADGB. vom IS. November brachte zu dem Thema:„Wirtschaftsbeihilfe" folgen- den Beitrag, aus dem sich die grundsätzliche Auffassung der Gewerk- schaften klar und deutlich ergibt: „In letzter Zeit ist die Arbeiterschaft wiederholt angeregt worden, von ihren Arbeitgebern Wirtsthaftsbeihilfen zu fordern. Damit wird eine Auffassung propagiert, die der gewerkschaftlichen belhtlfe Kenntnis genommen. Me Berliner Kollegenfchaft erblickt in diese? Haltung der Prinzipale ein Stück des konzentrierten Kampfes, den das Gesamtunternehmertum gegen die aus der Not der Zeit geborenen Forderungen der Arbeiterschaft führt. In dem Bewußtsein, daß die Haltung des Unternehmertums immer mehr zu dem entscheidenden Kampf zwischen Kapital und Arbeit führt, er- wartet die Berliner Buchdruckerschaft, daß der ADGB. endlich dazu Helft bauen! Parteigenossinnenk Parteigenossen! Freunde der Jugend! Unser Verein Arbeiterjugend Groß-Berlin hat in den letzten Monaten trotz der schwierigen und wirtschaftlichen Verhältnisse einen erfreulichen Aufschwung genommen. Mit der wachsenden Bedeutung der Organisation mehren sich auch die Aufgaben. Jetzt ist es ein dringendes Gebot, für die in unserer Bewegung organisierten Jugend- lichen ein Ferienheim zu schaffen. In ihm sollen unsere 14- bis 18jährigen ihre wenigen Ferientage in ungetrübter Freude oerbringen können. Unserer wandernden Jugend soll ein Heim geschaffen werden. Unsere Bil- dungs- und Funktionärkurse wollen wir in Zukunft im eigenen Heim, abseits des Großstadllebens, abhalten. Wir haben jetzt im Brandenburgischen, am Quenzsee, ein Gebäude gefunden, das sich nach einem gründlichen Erweiterungs- bau außerordentlich gut als Ferienheim eignen würde. Leider er- fordert der Ankauf und die Ausstattung des Hauses beträchlliche Lohnpolitik nicht entspricht. Es erscheint nicht richtig, den Arbeit-, � geber als denjenigen anzusehen, der dem Arbeiter in bestimmten l Mittel, die die Arbeiterjugend aus eigener Kraft nicht aufbringen Zeiträumen eine Summe zu spenden hat, die es dem Arbeiter er- kann. möglicht, notwendige Anschaffungen zu machen. Aufgabe jeder verständigen Lohnpolitik muß e» sein, die Löhne so zu bemessen, daß der Arbeiter aus seinen laufenden Einnahmen die Beträge für größere Ausgaben selbst zurücklegen kann. Gewiß sind die Wirtschaftsverhältnisse gegenwärtig außer Wir richten daher an die organisierte Arbeiterschaft Groß-Berlins die herzliche Lille, uns bei der Schaffung des Ferienheims am Quenzsee durch Zuweisung von Mitteln zu unterstützen. Wir geben in diesen ordenllich ungünstig. Da auch in absehbarer Zeit keine� Tagen an unsere Funktionäre Sammellisten heraus und bitten alle Besserung zu erwarten ist, so erscheint eine ausreichende Freunde der arbeitenden Jugend, durch Unterstützung der regelmäßige Entlohnung allein rick'!- den Interessen der Arbeiter Sammlung das schöne Werk vollenden zu helfen. Außerdem gerecht zu werden. Andererseits wirkt die Wirtschaftsbeihilfe nur können Zahlungen auf Postscheckkonto: W. Rüdiger. NW. 7. störend und nachtelllg auf die erforderlichen, dauernden Lohn-! gz gzg einaemblt werden erhohungen ein Eine einmalige Wirtschaftsbeihilfe wird als m>;»' i 'Abgeltung und Ausgleich der herrschenden Teuerung gewährt, ohne dem Arbeiter einen dauernden Ausgleich für die ge- stiegenen Preise aller Bedarfsartikel zu gewähren." Unter normalen�Verhältnissen würden die Arbeiter kaum auf den Einfall kommen, Wirtschaftsbeihllfen zu fordern und solche zu- rückweisen, wo sie ihnen etwa angeboten würden. Erst die sprung- haften unberechenbaren Preissteigerungen ließen Forderungen auf Wirtschaftsbeihilfen aufkommen. Die Schlußfolgerung aus diesen unabsehbaren Steigerungen geht vom gewerkschaftlichen Standpunkt aus dahin, die Lohnabmachungen möglich st kurz- fr ist ig zu gestalten, da nur dann die Löhne den Preissteige- rungen rechtzeitig angepaßt werden können. Eine längere Bindung von Lohnvereinbarungen ist heute unmöglich. Achtung! Klavicrarbeiter! Vom Reichsverband der Klavier�ndustrie ging uns am 19. d. M. folgende Entschließung zu: „In der Mitgliederversammlung des Reichsverbandes der Klavierindustne vom 18. d. M. wurde beschlosien, den Arbeitern und Parteigenossen! Mit jedem Scherflein gebt Ihr Eurer Jugend sonnige Feierstunden, mehr Luft und Licht. �arum gebt alle! Ihr helft mitbauen an dem großen Erziehungswerk der sozio- listischen Jugendbewegung, an der Zukunft des Sozialismus! verein Arbeiterjugend Groß-Lerlin. übergeht, den Kampf aufzunehmen und sich an die Spitze einer Be- wegung zu stellen, die geeignet ist, de? machtbewußten Front des Unternehmertums die organisierte Macht der gesamten Arbeiterschaft entgegenzustellen." Ferner gab die Versammlung eine Smpathieerklärung fü» die im Hungerstreik befindlichen polllischen Gefangenen in Lichtenburg ab. Geht nicht nach Bremen! In den letzten Iahren spielten sich in Bremen eine Reihe Lohnkämpfe ab, die die Arbeitgeber schon lange dazu veranlaßten, .___ gegen die Arbeiterschaft vorzugehen. In dar letzten Zell haben Arbeiterinnen,'söweit'sie'am"l8."November llr'' den' Betrieben"seit die Zustände zur Unerträglichkell gesteigert. Das System der mindestens 1. November 1921 beschäftigt sind, eine einmalige Wirt- schwarzen Listen, wie es vor dem Kriege gang und gäbe fchaftsbeihilfe zu gewähren, und zwar:- war, ist hier scheinbar wieder in vollem Umfange eingeführt wor- Für Arbeiter über 20 Jahre 500 M.. für Arbeiterinnen über! den. Die Freizügigkeit der Arbeiter ist fast vollständig unterbun- 20 Jahre 360 M.. für jugendliche Arbeiter unter 20 Iahren 200 M. � dem So konnte.n letzter Zell wiederholt festgestellt werden, daß An die Lehrlinge empfehlen wir. die gleiche Beihilfe wie den jugend- Arbeiter, die an irgendeinem Streik beteiligt waren. lichen Arbeitern zu zahlen. Für Arbeiter, welche im Laufe des selbst wenn derselbe schon wachen- oder monatelang beendet war. November eintreten, ist die Beihilfe nach der Zahl der geleisteten bei keiner hiesigen Firma wieder eingestellt Arbeitstage zu berechnen, und zwar: 20 M. für männliche Arbeiter, wur�em �Andere Arb�llsr. die�monungsmäßig Firma bzw. 10,40 M. für weibliche und 8 M. für jugendliche Arbeiter. Die Beihilfe wird nur einmal ausgezahlt und ist später ein- tretenden Arbellern nicht mehr zu gewähren. Arbeiter, die in mehreren Betrieben in Tätigkeit sind(Bezieher),,.,„- v... erhalten die Beihilfe anteilmäßig von ihren Arbeitgebern, nach wen schon verlassen müssen, um anderwellig Arbeit zu bekommen. Maßgabe ihrer Beschäftigungszeit im November, ausgezahlt. Et- Was es aber für einen verheirateten Arbeiter bedeutet, unter den s:- c___ ix-..r.i�x.x________«. hpufmpn fRprhnffmfftm PtnPn hrmripffpn führor» an miHfpn ausschieden, konnten anderswo keine Arbeit bekommen, oder wenn sie bereits in Arbeit getreten waren, mußten sie auf Veranlassung der Firma, bei der sie früher beschäftigt waren, wieder enllassen werden. Eine Anzahl verheirateter Arbeiter haben deshalb Vre- waige auf die Wirtschaftsbeihilfe bereits geleisteten Äbschlagszah- lungen sind anzurechnen. Die Beihilfe ist baldmöglichst, spätestens ober am Lohntag der laufenden Woche, auszuzahlen." Den Kollegen empfehlen wir, dafür zu sorgen, daß diese Zulage auch von allen Fabrikanten, welche Mitglied des Reichsverbandes sind, gezahlt wird. Die Ortsverwaltung des Deutschen Holzarbeiterverbandez. Generalversammlung der Buchdrucker. heutigen Verhällnissen einen doppelten Haushall führen zu müssen, brauchen wir wohl nichr besonders auseinanderzusetzen. Auf der anderen Seite geht eine Anzahl hiesiger Firmen dazu über, in auswärtigen Zeitungen Arbeitskräfte für Bre- men zu suchen, obwohl auf dem hiesigen Arbeitsmarit noch genügend Arbeitskräfte vorhanden sind. Eine An- zahl Kollegen sind leider schon auf diese Annoncen hereingefallen, haben hier Arbeit angenommen, ohne sich vorher bei ihren zuständigen Organisationen zu erkundigen.— Ueber die Stellungnahme de? Berliner Buchdruckereibesitzer zur(Sr rfnh„f Forderung einer Wirtschaftsbeihilfe von 1500 M. wurde am Montag �n�sea>>n frn�> lln? m-nn n- hoM mi-w m einer überaus zahlreich besuchten Generalversammlung des �wmenen Kollegen froh sind, wenn sie Bremen bald wieder ver- Bericht erstattet. Das Antwortschreiben der Prinzipalsvertretunq lehnt« ein« Verhandlung ab, weil die Forderung eine ungewöhnlich hohe sei und die Auswirkung mit Bezug auf das Gewerbe wohl nicht berücksichtigt hätte. Auf Massinis Verlangen kam aber doch Montag vormittag eine Sitzung des Kreistarifamts zustande. Das Resultat der Verhandlung war ein negatives. Die Prinzipalsvertreter lehnten die Forderung trotz aller von den Gehilfenverttetern dafür geltend gemachten Gründe ab und antworteten auf die Anregung Mafstnjs, daß doch dann die Prinzipal« selber sagen sollten, wieweit sie ent- gegenkommen wollten:„Wir müssen jede Wirtschaftsbei- h i l f e a b l e h n e n". Im übrigen verwiesen die Unternehmer auf die in wenigen Tagen beginnenden zentralen Verhandlungen in Leipzig. M a s s i n i machte dann Vorschläge zur weiteren BeHand- lung der Angelegenheit, wobei er sich auf die Meinung der bei der Verhandlung beteiligten Gehilfenvertreter— mit einer Ausnahme— berufen konnte. Da durch einen Berliner Kampf die zenttalen Ver- Handlungen in Leipzig gefährdet werden würden, so sei man zu dem Wir bitten alle arbeite-freundlichen Blätter um Nachdruck dieser Notiz. Ortsausschuß des ADGB. Bremen. Generalstreik in Benetien. Die Verhandlungen mit dem Generalrat der Arbeitnehmerver- bände und den Industriellen sind ohne Ergebnis verlaufen, da die Bertteter der Arbeitgeber Benetiens erklärten, die B e- triebe ohne eine Lohnreduzierung nicht auf- rechterhalten zu können. Infolgedessen hat der Generalrat den Generalstreik für die ganze Provinz Vene- tien ab Sonntag Mitternacht proklamiert. Die Angestelltenoer- bände haben sich dem Streik nicht angeschlossen. Die Eisenbahner warten die Entscheidung ihres Zentraworftandes ab. Die lebens- wichtigen Betnebe, Elektrizitätswerke und Gaswerke sind durch die Streikleitung vom Streik ausgenommen. Zeitungen werden nicht erscheinen. Der Generalstreik in L i g u r i e n hat durch den Anschluß der die Erhöhung der Wochenlöhne sprechen, sondern man könne außer dem auch über eine Wirtschaftsbeihilfe verhandeln. Es folgte eine äußerst lebhafte Debatte. Ein Streikantrag wurde mit großer Mehrbeit abgelehnt. Folgende Resolution Fiedler, für die u. a. auch Mühlberg eintrat, wurde mtt großer Mehr- heit angenommen:„Die Versammlung hat von de? ablehnenden Die öoadftoreibesiher können sich durchaus nicht an die neue Zell gewöhnen. Von den patriarchalischen Verhällnissen können imd ,„_____.,„„--------------, wollen sie nicht loskommen. Es war doch zu schön, als sie noch mtt Haltung der Prinzipale gegenüber der Forderung einer Wirtschafts- väterllchem Wohlwollen über das Wohlergehen ihrer Angestellleu ... geführten Handlungen, denen ein Äommisiar des Arbeitsministers beiwohnte, ohne Ergebnis oerlaufen. wachten und dafür sorgten, daß bei möglichst langer Arbeits zeit und recht geringer Entlohnung das Personal auf keine„schlechten Gc- danken" kommen konte.— Deshalb glauben noch so viele, sich unge- scheut über tarifliche Bestimmungen hinwegsetzen zu können. Aber was soll man dazu sagen, daß selbst die Leitung der K o n d i t o r e n- i n n u n g, welche noch am 3. November vor dem Schlichtungsaus- schuß einen Vergleich mit der Organisation abschloß, der Organt- fation mitteilte, daß auch ihre Mitgliederversammlung vom 11. No- oember dem Vergleich zugestimmt hätte, in derselben Versammlung aber beschließen ließ, daß für das Bedienungspersonal eine andere als die tarifliche Entlohnung stattfinden sollte. Nicht nur, daß sie erst ihre Preise gewaltig erhöhten, nein, jetzt wollen sie über- Haupt keinen Lohn zahlen, den soll das Bedienungspersonal von den Gästen einkassieren....— Die Finanzämter müssen sich jedenfalls für die Lohnsummen interessieren, welche in die Steuererklärungen eingestellt sind, ohne gezahlt zu werden. Der Zentralverband der Bäcker und Konditoren hat so- fort die notwendigen Schritte eingeleitet, um den Herren Konditorei- besitzern klar zu machen, daß auch sie sich an die tariflichen Bestim- mungen zu halten haben. Die entzogenen Lohnsummen werden in den einzelnen Fällen eingeklagt werden. Die Betriebsräte und Obleute des Bedienungs- Personals werden in einer am Donnerstag, abends 8 Uhr, in den Musikersälen. Kaiser- Wilhelm- Str. 31, stattfindenden Versammlung dazu Stellung nehmen. Die Konditoreibesitzer Raguhse, Koloniestr. 3/4, und Gürgens (Hagemeister), Weißensee, Berliner Allee 33, wollen ihrem Personal die Lohnerhöhung nur gewähren, wenn sie dem Gewerkoerein (HD.) der Bäcker und Konditoren beitreten. Vielleicht wünschen diese Herren, daß auch in ihren Geschäften nur Publikum verkehrt, das in den Hirfch-Dunckerfchen Gewerkver- einen organisiert ist. Ver Haupibetriebsrak der Betriebe und Verwaltungen des Magistrats Berlin erimbt uns um BeriÄligung unseres Berichts über die Funktionärveisammlung des Smats- und Gemeindearbciter- Verbandes am 14. November, soweit sich der Bericht auf die Neu- Wahl des Zentralbetriebsrals bezieht. Der Zeniralbetriebsrat sei lediglich deshalb zurückgetreten, weil sein Amt durch den Neuaufbau de? Bezirks- und Gesamt- betriebsrats der Deputationen automatisch beendet war. Stimm- berechtiat im Hauplbeiriebsrat seien nur 33 Personen. Auf die Neugewählten seien 32, 27. 22, 20 und 17 Stimmen entfallen. Die Firma Selle 8t fiary. Chemische Fabrik(Schuhputzl. Berlin, Hufelandstr. 11, hat die dort beschäftigten Arbeiterinnen und Arbeiter ausgesperrt, weil sie den Tariflohn beansprucben. Der Betrieb ist deshalb kür Arbeiterinnen und Arbeiter gesperrt. Vor Arbeitsannahme wird gewarnt. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck gebeten. Verband der Fabrikarbeiter. Ortsverwaltung Groß-Berlin. Zenlralverband der Fleischer. Wir warnen alle Kollegen und Genossen vor einer Frau Charlotte Heyden, wohnhaft Berlin N., Hochstr. 10, bei Tamaschke, früher bei der Firma Faupel u. Haake (Efha-Werke), Berlin-Britz, jetzt bei der Firma A. Hefte r, Leip- ziger Straße, beschäftigt. Dieselbe leistet ihrem jeweiligen Arbeitgeber Spitzel- und Zuträgerdienste. verbindlich erklärter Tarifvertrag. Gemäß Verfügung des Reichsarbeitsministeriums vom 1. Oktober 1921(Aktenzeichen: IV. v. Blatt 2849 lfd. Nr. 1) ist der am 25. Juli 1921 abgefchlosiene TarifoertragfürdiyAngestelltenimMöbelhandel mit Wirkung vom 15. August 1921 für die Stadtgemeinde Berlin für allgemeinverbindlich erklärt worden. Angestellkenstreik in vanzig. Wegen Lohnforderungen infolge der wachsenden Teuerung sind gestern mittag um 12 Uhr sämtliche An- gestellte des Senats und der staatlichen Behörden(auch Post, Justiz und Polizei) in den Streik getreten. Zwecks Wiederaufnahme der Arbeit in Dortmund fanden zwischen den in Frage kommenden Parteien Verhandlungen statt. Soweit bisher bekannt, ist mtt der A n n a h m e des in Berlin für die Dort- munder Metallindustrie gefällten Schiedsspruches zu rechnen. Zm Düsseldorfer Mekallarb elterstreik wurde am Sonntag eine unverbindliwe Besprechung zwuchen Arbeitgebern und Verlreteru der Streikenden abgehalten. Die Arbeilgeber erklärten, daß sie grundsätzlich an ihrer Stellungnahme festhalten müssen und gaben den Arbeitern für den Fall der Ausnahme der Arbeit die Zusiche« rung, daß die Zulage für Dezember nicht unter 1 Mark für die Stunde, sonder» höher sein werde. Der Abbruch des Streiks be- dinge auch die Aufhebung der Kündigungen. Maßregelungen sollen nilbt stattfinden. Die allgemeinen Arbeiterrechte treten wieder in Kraft, die Arbeit gelte nicht als unterbrochen. Die Metallarbeiter beschlosien am Montag(gestern), eine Abstimmung vorzunehmen. ob die erwähnten Abmachungen Gültigkeit hoben sollen oder nickt. Eisenbahner-Teilslreik in Italien. Aus Neapel meldet MTB.: Die Eisenbahner sind in den Ausstand getreten, der allerdings nur teilweise durchgeführt wird. Die Regierung hat auf Grund des Gesetzes, das den Streik in öffentlichen Bettieben verbiettt, drei Rädelsführer entlassen und weitere Maßnahmen gegen andere Stteikende gettoffen. Achtung, Aub«nmonte»re! Die Sitzung der Berhandlungskommisslou ist nicht heute vormittag, londcrn heute nachmittag 3 Uhr an bekannter Stelle. SPD.-MctalldrLtker. Heute 3 Uhr bei Ospatsli, Wilhelms! r. 133, Bersamm- lung. Parteimitgliedsbuch legitimiert. Der Fraktionsvorftanb. Zcntralverband der Angestellten. Mittwoch: Kohlen: Funktionitr-Per- sammlung 7 Uhr im Verbandslokal, Belle-Alliance-Str. 7—10. Kurz-, Galan- terie-, Spielwaren: Mitgliederversammlung ö Uhr Musikersitle, Kaiser-Wilhelm- Stratze 31.'__ Vorträge. Vereine und Versammlungen. Reichsbunb de« KriegsbefchSd Igten, Vrtsgruvve Keufiiln. Geschäftsstelle Boddinstratze W. Dienstag, den». November, abend« 3 Uhr, in der Aula d«o Kalfee-Friedrich-Realgnmnasiums, Neukölln, Kaiser-griodrich-Str. 209—210, Mtglledcrversammlung mit wichtiger T»g»sordnung.— lieber englisch« Schulen und Montessorl-Heime wird 3I»ca Grunwakb am Dienstag, den 22. November, 7H Uhr, in einer öftentliche» Versammlung de» Bundes entschiedener Schul- resormer in der Aul» des Werner-Sicmens-Realgvmnastumd, Berlin-Schöne- berg, Hohenstaufenstr. 11— 43(Untergrundbahnhof Diktoria-Luise-Platz), sprechen. Die Referentin ist soeben von einem längeren Studienaufenthalt rn England zurückgekehrt. Jedermann willkomm-n. Verantw. für den redakt. Teil: Dr. Werner Peiscr, Gharlottcnburg: für An- zeigen: Th. Glocke, Verlin. Verlag Vorwärts-Verlag E. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckereiu-Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindcnstr. 8. Hierzu l veUagc. Stoffe liir Herren- und Damen-Bekleidung beste Fabr.?r. Auswahl, Verk. meterweise Koch& Seeland£; K: Gertraudtenstr ße 20— 21. guten MASSARY" XfgQretfen Mässory- ciösse 504 Catci 604 Rqqi 70RS Urteilen Sie selbst/ !Tc. 550 ♦ ZS.Iahrgaag Beilage des vorwärts dienstag, 22. November ml GroßSerlw Plünüerertrupps im Zentrum. Ausschreikungen in der König- und Gertraudtensirahe. Das Plünderertreiben in Berlin, das am Schlüsse der ver- gangenen Woche sich nur noch in weniger ernst zu nehmenden ver- einzelnen Räubereien kundtat, ist gestern im Zentrum der Stadt. ganz offensichtlich als ein Werk gewissenloser Hetzapostel, von neuem sehr bedenklich in Erscheinung getreten. Wie wir ermitteln konnten, ging den gestrigen Ausschreitungen eine Versammlung von Erwerbslosen in den Sophiensälen voraus, in der die Kommunistische Arbeiterpartei eine rege Agitation ausübte. Als die Versammlung etwa gegen 2 Uhr geschlossen worden war, bildeten sich verschiedene Züge, von denen der eine die Rosenthaler Straße in der Richtung der Brunnenstraße unter aufgeregten Rufen durchzog. Es kam hier jedoch nicht zu irgendwelchen Ausschreitungen, da die meisten Geschäftsleute, u. a. das Warenhaus Ä. Wertheim ihre Fenster durch herabaelasiene Jalousien geschützt hattcm Ein zweiter Trupp, der sich Haupt- sächlich aus jungen Burschen zusammensetzte, durchzog die König- st r a ß e und machte hier vor der Konditorei G u m p e r t halt. In wenigen Sekunden waren die beiden großen Schaufenster- scheiden der Konditorei zertrümmert und die gesamten Kuchenauslagen mit Einschluß der Atrappen wanderten in die Taschen der Demon- stranten. Daraus rückte der Zug gegen das in selben Haus befind- liche Konfektionsgeschäft von K o r n b l u m vor, wo ebenfalls zu- sammengerafft wurde, was sich nur irgendwie mitnehmen ließ. Die Schupo, die inzwischen eintraf, konnte fünf der Plünderer verhaften. Währenddem hatte der erste Teil des Zuges, der durch die König- straße marschierte, den Weg nach der Gertraudtenstraße zu- rückgelegt. Die Straßenbahnen mußten den Verkehr einstellen, da die Demonstranten die ganze Mitte der Straße einnahmen. Vor dem Herrengarderobengeschäft von Esders u. D y k h o f f wurde halt gemacht, und wie auf ein Kommando zersplitterten sämtliche Schaukästen und vier Schaufenster- scheiden. Im Handumdrehen war auch hier die ganze Garderobenausstattung verschwunden. Wachspuppen wurden zertreten und die Stoffbe- fpannungen der Dekoration heruntergerissen. Einer der Geschäfts- führer wehrte, mit dem Revolver in derHond, der Meng» den Eingang. Kurze Zeit darauf trafen mehrere Kommandos der Schutzpolizei in Kraftwagen ein, bei deren Nahen die Menge flüchtete. Der Polizei gelang es aber noch, etwa 50 der P l ü n- derer zu verhaften und nach dem Alexanderplatz abzutran- Portieren. Das Vorgehen der Plünderer hatte unter den Passanten eine solche Empörung entfacht, daß die Beamten die Gefangenem nur mit Mühe vor einer Lynchjustiz schützen konnten. Wie uns später mitgeteilt wird, befanden sich die im Polizei- Präsidium eingelieferten Burschen durchweg im Alter von 1 6 b i s 25 Jahren. Man konnte ihnen noch einen Teil der geraubten Sachen, u. a. ganze Pakete mit Handschuhen, Wäsche, Regenmäntel usw. abnehmen. • Das„Deutsche Abendblatt�, das bei seiner Gründung versprach, jeden Tag eine Sensation zu bringen, ist bei diesem Streben völlig auf den Hund gekommen. Wenn es keine Sensatio- nen gibt, so müsien eben welche gemacht werden. Die unsinnigen Plünderungen der letzten Tage sind dem Wulle-Kläffer natürlich ein höchst willkommenes Fresicn, und er sieht dabei nur noch„Sen- sationen". In Nr. 159 bedauert das Blatt, daß„erst 60 Per- sonen verhaftet" lind, und berichtet dann in großer Auf- machung von einer Plünderung des Warenhauses Wertheim in der Rosenthaler Straße. Wie wir uns überzeugen konnten, ist dieser Bericht eben nur eine— W ull e- Sensation, denn dort hatte sich weiter nichts ereignet, als däß die aufgereizten jungen Burschen vorbeizogen, ohne irgend etwas. zu zerstören. Die Presie muh selbswerständlich über solche verurteilenswerten Vorgänge berichten. Daß sie dabei nicht durch Uebertreibungen der an sich schon bedauerlichen Tatsachen das Publikum beunruhigt, ent- spricht dem journalistischen Anstand. Aber freilich, der muß ja zum Teufel gehen, wenn man jeden Tag eine Sensation berichten will. Der Kampf gegen üas Vohnungs-volksgericht. Rückschritt oder Fortschritt im Mieterschutz? Das Einigungsamt soll aufhören, Volkszericht zu sein. Der Ent- wurf des Reichsjustizministeriums über Mieterschutz und Einigungs- ämter will es so. Das Reichskabinett hat zugestimmt. Dann pasiiert der Entwurf noch Reichsrat und Reichswirtschafrsrat und schließlich hat die Repräsentation des Volkes, hat der Reichstag Gelegenheit, sich als ausschließlicher und souveräner Gesetzgeber zu betätigen, weil das nun einmal die Reichsverfassung, die Verfassung der neuen Republik so will. Das Entstehen öer Einigungsämter. Die Einigungsämter sind keine republikanische Schöpfung. Ludendorffs Zioilhelfer schufen sie, um den Verdruß aus der Woh- nungsmiscre herabzumindern und die berühmte Heimatfront zu er- halten. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan. Soll er nun gehen? Tatsache ist, daß das Einigungsamt seinen Schöpfern über den Kopf gewachsen ist. Sie dachten niemals an Sonder- Gerichte und Organe einer neuzeitlichen Sozialrechtspflege, und sie waren die letzten, die das L a i e n e l e m e n t in die Zivil- rechtspflege einführen wollten. Die Einigungsämter sollten nichts anderes sein als Wohnungspolizei im Kleinkrieg zwischen Wirt und Frontkämpfers Frau; und wie möglichst jeder Heimkrieger vom Militärstaat uniformiert wurde, so waren die Beisitzer als Woh- nungspolizisten gedacht, die für Ruhe und Ordnung sorgen sollten wie ihre Kollegen an den Straßenecken. Die Rechtsentwicklung führte dahin, daß die Wissenschaft die Beisitzer als Richter und das Einigungsamt als Gericht anerkannte und hier einen neuen demo- kratischen ZweiA der Volksgerichtsbarkeit aufdeckte. Diese Richter der neuen sozialen Wohnungsgerichtsbarkeit haben Kündigungen zu prüfen, und zwar nicht nur nach Form und Zeit, sondern nach Billigkeit, um nicht wichtig begründete Kündigungen zu verhindern. Zu dieser Haupttätigkeit im Rahmen der Mieterschutzverordnung kommt die Rechtskontrolle über die Wohnungs- ämter im Rahmen der Wohnungsmangelverordnung. Hier sind die Einigungsämter Verwaltungsgerichte, die zu prüfen haben, ob die Rationierungsmaßnahmen der Wohnungsämter Recht und Billig- keit beachten. Immer in erster Linie auf den Ausgleich wider- strebender Interessen bedacht, schützt, wo es entscheiden muß, das Einigungsamt den sozial mehr Berechtigten, d. h. den, der für sein Verhalten das höhere soziale Recht geltend machen kann. Das ist keine doktrinäre Rechtsmathematik, sondern lebendige Rechts- soziologie. Künftig soll also wieder, wie einst im Mai der Monarchie, der Einzelrichter des Amtsgerichts die Mietparteien trennen können. Wenigstens wenn die Mehrheit der Volksrepräsentanten— was ihr demokratischer Instinkt oerhüten möge— in die Fußtapfen des Ent- wurfs aus der Voßstraße treten sollte. Welche Gründe hat der Entwurf? Es sei in den Sprüchen der Einigungsämter zuviel Ungleichheit, Willkür und Oberflächlichkeit, und das läge an zweierlei: 1. Am Mangel gesetzlicher Richtlinien und 2. an der Häufung von Arbeit und Unkosten. Beide Gründe sind fadenscheinig und als solche für den Laien erkennbar. 1. Richtlinien kann der Gesetzgeber dem Eini- gungsamt ebenso gut geben wie dem Amtsgericht. Der Entwurf selber sieht schematische Kündigungsgründe vor, wonach künftig der Amtsrichter urteilen soll. Dasselbe oder ein besseres Schema ließe sich natürlich auch für dos Einigungsamt zur Geltung bringen. Rich- tiger aber, man führt eine Rechtsbeschwerdeinstanz ein(wie das der Entwurf für die dem Einigungsamt vo r l ä u f i g belassene Tätigkeit tut)— das wird, wie alle höherstufige Judikatur, die Schieds- sprechung hinreichend vereinheitlichen. 2. Man beseitige, um dos Einigungsamt zu entlasten, vor ällem die Mietltcigerungsn. D. h. man sabotiere nicht den Entwurf zum Reichsmietengcsetz, der bestimmte allgemein(und ausschließlich!) geltende gesetzliche Zu- schlüge zur Friedensmiete vorsieht(außerdem gibt er die nicht so leicht wiederkehrende Gelegenheit zur genossenschaftlichen Regelung der Reparaturensrage!). So wird das Einigungsamt vom Haupt- ballast befreit. Aber die echten Kündigungen, die man aus lauterer Entlastungsfreudigkeit dem Amtsgericht geben will, das selbst weit überlasteter und deshalb langsamer ist, verschwinden der Zahl nach. Die Unkosten schließlich beseitigt man, indem man ei» Viertel der Kosten, die der Amtsgerichtsprozeß verschlingt, dem Einigungsamt zugute komnien läßt. Der amtsgerichtliche Räumungsprozeß kostet den Unterliegenden durchschnittlich 100 M.— möge das Einigunzs- amt nur 25 M. für den Termin beanspruchen, so wären das bei jetzt noch etwa 2 Millionen Anträgen aufs Jahr in Deutschland 50 MUtionen gegenüber einer Gesamtkostcnsumme für alle deutschen Einigungsämter von 100 Millionen.(Der Amtsgerichtsprozeß wird — neben seiner Endlosigkeit!— natürlich ungleich teurer, wenn er in die Berufung gedeiht, was einem einzelrichterlichen Urteil gegen- über keine Seltenheit bleiben dürste.) Polizei oder Gericht! Andere Teile des Entwurfs, insbesondere über die Unabhängig- keit der Müglieder der Einigungsämter, in Ehren. Die Hauptfrage ist: Polizei oder Gericht? Es geht um Wegräumung oder Ausbau volksgerichtlichsr Anfänge, um Beseitigung oder Festigung der Zivil- schössen— es geht um Rück- oder Fortschritt. Der Fortschritt soll sein, daß die Sprüche des Einigungsamtes in Räumungssachen vollstreckbar werden und die Einigungsämter die einzigen und ausschließlichen Wohnungsgerichte. Die Anwälte werden als Sozialanwälle ihr Feld finden— die Justiz aber wolle des Volkes wegen da sein und nicht umgekehrt: deshalb möge sie nichl st an- des-, sondern verstandesgemäß handeln. Im übrigen mache sie die Namensänderung„Micteinigungsamt" statt„Einigungsamt" (Art. III des Entwurfs einer neuxn Verfahrensverordnung) rück- gängig, um sich nicht von vornherein gegen eine Erweiterung des Rechtsfriedensgedankens abzusperren. Stadtrat B r u m b y- Neukölln. Daher Sie Mehlknappheit. Brotkarlenunlerschlagungen und Schleichhandelsgebäck. Vor dem Landgericht Berlin II begann gestern ein umfang- reicher Prozeß wegen eines großangelegten und lange getriebenen Brotkartenschwindels. Auf der Anklagebank saßen zehn Per- sonen, an ihrer Spitze ein Magistratssetretär aus Lichterfelde. Die Zahl der von dem Staatsanwalt und den Verteidigern geladenen Zeugen belief sich auf zusammen 44, unter denen sich viele Beamte und Angestellte der städtischen Brotversor- gung und andererseits mehrere führende Vertreter des Bäcker- gewerbes befanden. Auch Bürgermeister B r o h m- Lichterfelde und Beigeordneter Lange- Lichterfelde waren als Zeugen geladen und erschienen. Zu den sechs Sachverständigen, die hinzugezogen wnr- den, gehört Obermeister Müller von der Bäckerinnung. Beschuldigt werden: der Magistratssekretär Otto Gerstner aus Lichterfelde der fortgesetzten Unterschlagung von Brot- karten, auch von Reisebrotmarken sowie von Zuckerkarten, und der Annahme von Geld, das er zu festen Sätzen für Hergabe der .Karten gefordert haben soll: ferner sieben Bäckermeister: Josef Tamm, Erich Ulrich, Franz Rutschmann, Berthold Hundeck, Albert Wolff, Gustav Ladwig, Thomas C z e k a l l a sowie eine Verkäuferin Klara Peßler und eine Schneiderin Ella Schulz der Hehlerei bzw. Beihilfe, be- gangen durch Ankauf oder Weitergabe unterschla- gener Brotkarten, die dann bei der wöchentlichen Abliefe- rung der rechtmäßig erworbenen Brotkartenabschnitte mit ein- geschoben wurden, um sich größere Mengen von Mehl zu verschaffen und besonderes Gebäck im Schleichhandel zu hohen Preisen verkaufen zu können. An der Aufdeckung des Treibens ist die erst im April dieses Jahres von der Stadt Berlin geschaffene Ueber- wachungsstelle beteiligt, die zur Verhütung von Diebstählen 59) Fräulein. Von Paul Enderling. „Nein, eine andere Stelle suche ich nicht. Das schwöre ich Ihnen." „Soll ich Ihnen glauben?" Frau Görke erhob sich wieder und trocknete ihre rechte Hand an der Schürze, ehe sie sie Annemarie gab. „Ich schwöre es Ihnen." „Also Sie kommen dann wieder zu uns zurück?" „Nein, das glaube ich nicht." „Sie kommen nicht zu uns zurück und eine andere Stelle suchen Sie auch nicht? Wie soll ich das nur verstehen? Wollen Sie privatisieren?" „Vielleicht." Annemarie lachte übermütig. Frau Görke begriff weniger und weniger. Es war ja eine Menge Geld, was Fräulein hier bekommen hatte, und schwer genug war es sie angekommen, es jeden Erstem zu zahlen. Aber daß sie soviel zurücklegen konnte, um davon leben zu können, schien ihr dennoch rätselhaft. Sollte sie auf schlechte Wege geraten sein? TaNte Berta hatte ja oft genug gewarnt. Kopfschüttelnd ging sie hinaus. Draußen traf sie Thea. „Sprich doch mal mit Fräulein. Sie will fort, und ich werde nicht klug aus ihr, ob sie wiederkommt oder nicht." Sie kommt nicht wieder," sagte Thea kurz. "Du weißt schon?" Ja Mama, ich weiß schon." Frau Görke rang die Hände...Me wissen Bescheid. Nur die Hau-frau weiß nichts. Ach, Theo, tu mir doch den Ge- fallen und sprich mit ihr!" Tbea schüttelte schweigend den Kopf. „Den kleinen Gefallen könntest du mir schon tun, Kind. Was"jst denn eigentlich mit Lothar, daß er schon wieder abge- fahren ist?" „Er ist abgereist? � �, V mvi4 „Ja. Er hat abtelevhoniert. Er muß mit dem Mittags- Mg wieder zurück nach Berlim Und das gute Pfirsichkompott habe ich nun ganz umsonst... Aber sie kam mit der Klage über das Pfirsichkompott nicht zw Ende. Thea schnitt ihr die Rede ab.„Schadet nichts, Mutter Dafür will ich dir auch den Gefallen tun und mit Fräulein reden." „Du siehst so blaß aus, Thea. Willst du nicht doch mal zum Doktor gehen?" „Nein," sagte sie ernst und bestimmt,„der kann mir nicht helfen." Sie ging zu Annemaries Zimmer. Als sie den Finger zum Klopfen ansetzte, zögerte sie noch einmal, aber dann klopfte sie laut und stärker, als nötig war, und trat ein, noch ehe man drinnen„Herein!" gerufen hatte. * ♦ * Julius Görke und Dore Franzius warteten im Wohn- zimmer.„Nun, Lothar ist da?" „Er ist schon wieder zurück nach Berlin—" klagte Frau Görke. „Er ist genau ein so unruhiger Geist wie sein Bruder," entschied Görke. Dore Franzius überhörte die Taktlosigkeit ihres Vaters. — und Fräulein will auch auf einige Zeit verreisen," vollendete Frau Görke ihre Hiobspost. „Fräulein? Ja, wohin verreist sie denn? Sie kann ja ihre Stellung zum nächsten Ersten kündigen. Aber so mir nichts dir nichts kann sie doch nicht verreisen!" „Und ich weiß nicht einmal, ob sie wiederkommt. Sie sagt, sie wolle privatisieren." Julius Görke fuhr herum.„Privatisieren? Wo hat sie denn das Geld dazu her?" „Sie wird Ersparnisse gemacht haben," meinte Frau Görke. „Von deinen vierzig Mark im Monat? Laß dich doch nicht auslachen, Minna." „Was meinst du dann, Julius?" „Ich meine nichts. Ich werde mich hüten, eine bestimmte Meinung zu äußern, ehe ich bestimmte Beweise habe. Aber einen Verdacht habe ich, der mir manches erklärt." Wieder und wieder war in gewissen Abständen Geld aus der Kasse im Schrank des Schlafzimmers genommen worden. Wer konnte es anders sein als diese fremde Person, da es doch nur ein Hausdieb sein konnte und da das Dienstmädchen viel zu dumm und tolvatichio dozu war.„Uebrigens kann sie erst übermorgen sahrc». Der Notar teilt mir mit, daß ihre Anwesenheit bei der Testamentseröfsnung nötig ist. Sie heißt doch Annemarie Tessmer?"______ Beide Frauen starrten ihn entsetzt an, ohne zu antworten „Hat Onkel Otto ihr denn etwas vermacht?" „Es scheint so," sagte Görke kurz und ging im Zimmer auf und ab. Dore Franzius tröstete die Eltern.„Gott, es kann ja höchstens was von den Möbeln sein. Denn sein Geld steckt doch im Geschäft." Frau Görke winkte der Tochter entsetzt ab. Der Vater tat, als hätte er nichts gehört.„Uebrigens wird das Testament ja wohl nicht unanfechtbar sein," sagte er nach einer Weile zweifelnd. q:-i- Annemarie sah erstaunt auf, als Thea eintrat. Sie hätte jeden anderen Besuch eher erwartet. Thea ging direkt auf sie zu und reichte ihr die Hand.„Ich gratuliere," sagte sie. Annemarie wurde rot und nickte. „Sind Sie mir nicht mehr böse?" fragte Thea. „Nein," sagte Annemarie,„es waren ja alles nur Miß- Verständnisse." Thea setzte sich.„Es waren nicht nur Mißverständnisse. Ich will nichts vertuschen. Unterbrechen Sie mich nicht,— ich will heute reinen Tisch machen. Ich will nicht länger so feige sein. Ich bin bösartig und abscheulich gewesen. Aber ich glaubte— ich glaubte, er könne mich vielleicht doch liebhaben." „Lassen Sie doch—" bat Annemarie und hielt ihr Gesicht gesenkt. „Nein. Ich muß alles sagen. Er liebt Sie. Wissen Sie das nun?" „Ja." Eine Weile schwiegen beide. Annemarie blätterte mechanisch in einem Buch, das sie in den Koffer hatte, packen wollen. Sie hätte um alles in der Welt jetzt nicht Thea an- sehen können. „Sie wissen nicht alles," begann Thea wieder.„Daß ich damals weglaufen wollte zu ihm. wissen Sie ja. Und ich hätte Ihnen so dankbar sein müssen, daß Sie geschwiegen haben." „Aber das war doch selbstverständlich." „Statt dessen bin ich undankbar und abscheulich gewesen. Haben Sie sich nicht gewundert, daß Lothar jetzt kam?" „Ich habe nicht darüber nachgedacht." „Ich habe ihn andepeschiert." _______(Forts, folgt.) beitragen soll. Nach einem vor kurzem verössenilichten amtlichen Bericht der Ueberwachungsstelle sollen in Lichterfelde von 1S17 bis Mai 1S21 1 260 000 Brotkarten, 2 50 000 Reisebrot- • marken und eine große Zahl Zuckerkarten mehr an- gefordert worden sein und der Gewinn für Dieb undHehler über 5 Millionen Mark betragen haben. Sämtliche Angeklagten sind bisher unbestraft mit Aus- nähme nur von Tamm, der wegen Schleichhandels verurteilt worden ist, aber auf ein von der Staatsanwaltschaft selber befürwortetes Wiederaufnahmeverfahren hofft, und von Czetalla, der wegen Höchst- Preisüberschreitung vorbestraft ist. Für den Angeklagten G e r st- n e r, der vom behandelnden Arzt und vom Gerichtsarzt wegen Nieren-, Herz- und Nervenleiden für nicht ocrhandlungsfähig ge- halten wird, beantragte Rechtsanwalt Bahn die Abtrennung des Verfahrens. Gerstner habe schon vor einiger Zeit einen Schlaganfall erlitten. Ein Versuch, ihn zu vernehmen, scheiterte an seiner Teilnahmslosigkeit, so daß Gerichtsarzt Medizinalrat Dr. H o f f m a n n als Sachverständiger hinzugezogen wurde. Dieser be- kündete. Gerstner sei nicht oerhandlungsfähiz, doch wäre zu einem ausführlichen Gutachten«ine«ingehende Beobachtung nötig. Bei einer Abtreimung des Verfahrens wäre auch gegen die meisten der anderen Angeklagten eine Verhandlung unmöglich ge- wesen. Das Gericht beschloß, die Verhandlung gegen sämtliche Angeklagten zu vertagen. Medizinalrat Hoffmann soll Gerstner auf seinen Geisteszustand untersuchen und ein Gutachten darüber abgeben, ob schon bei Begehung der Tat der Zustand so war, daß dem Angeklagten der Schuß des 8 61 zu- zubilligen wäre. Zwei Zentner Mlbergeld beschlagnahmt. Heuie vormittag bemerlten Beamte der Schutzpolizei einen Mann, der einen schweren Sack die Neanderstraße entlang schleppte. Sie stellten ihn als einen flaukmaim Solomon Henneberg aus Krakau fest, der in dem Sack etwa einen Zentner Silbergeld mit sich führte. Man begleitete ihn nach seiner Wohnung im Hause Neanderstr. 1l und fand bei der Durch- suchung der Räume einen weiteren Zentner Silber- g e l d, der ebenfalls beschlagnahmt wurde. Oer vierbeinige Detektiv. Unzähllge Detektivgeschichten wissen von der Findigkeit und dem Scharssinn der„Meisterdetektive" zu erzählen. Seitdem man aber Hunde zum Verbrecherfang abgerichtet(beim Menschen sagt man „unterrichtet") hat, übertreffen die Leistungen dieser oiersüßigen Kriminalisten'oft genug die ihrer zweibeinigen Kollegen. So wird neuerdings wieder von der Leistung eines Polizeihundes berichtet, die als ganz hervorragend bezeichnet werden muß. In einer der letzten Nächte wurde dem Direktor Bergmann in Crüneberg bei Oranienburg i. d. Mark ein Motorrad ge- stöhlen. Als man am nächsten Morgen das Verbrechen entdeckte, wurde der Diensthundführer Warmer mit seinem Suchhund Held an den Tatort entsandt. Der Beamte führte seinen Hund an einen Bretterzaun, aus dem die Diebe vier Bretter entfernt hatten. An den Stiefel- abdrücken im Erdreich nahm der Hund Witterung. Er führte seinen Herrn über einen Acker, kreuzte einen Feldweg und lief dann durch eine Waldschlucht auf einen Waldweg, den er etwa 3 Kilometer weit verfolgte. Plötzlich bog er ö Meter vom � Wege ab, beschnupperte hier weggeworfenes Stullen- papier und Z i g a r r e t t e n r e st e, die offenbar von den Tätern bei einer Rast zurückgelassen waren, und trabte nun den Waldweg noch etwa 300 Meter weiter. Jetzt schwenkte er in einen schmalen Feldweg ein, gelangte auf die nach dem Dorf Nassenheide führende Landstraße, kreuzte das genannte Dorf und gewann nun ' die nach Oranienburg führende Chaussee. Die Spur ging dann weiter in einen Waldweg und endete in einer dichten Fichten- f ch o n u n g. Hier blieb der Suchhund stehen. Als Warmer wenige Augenblicke später an dem Standort des braven Tieres eintraf, fand er, unter Laub und Tannenzwcige versteckt, das Motorrod. Diese hervorragende Lesstung des Tieres ist um so erstaunlicher, als der Hund erst etwa 12 Stunden nach der Tat angesetzt werden tonnte, das Wetter feucht war, die Spur über Acker- boden, Feld- und Waldwege führte und zeitweilig sehr starker Wind herrschte. Die Länge der Suchstrecke beträgt sechs Kilometer. Achtung, Genossenschafter! Mitglieder der Konsumgenossenschaft weisen wir noch- mals darauf hin, daß bei den in den MitgliedSversamm- lungen der einzelnen Verkaufsstellen vorzunehmenden Wahlen zum GenossenschaftSrat niemand sich seiner Wahlpflicht entziehen soll. Die Wahlen haben für manche der Verkaufsstellen bereits stattgefunden, für andere aber stehen sie noch bevor. Ucber Zeil und Ort der für die Wahlen einzuberufenden Mitglieder- Versammlungen können die Genossenschaftsmitglieder sich in den betreffenden Verkaufsstellen unterrichten. Unsere der Koimimgenossen- schaff angehörenden Varteigenossen und Parteigenossinnen von der SPD. müssen durch vollzählige Beteiligung an den Wahlen dafür sorgen, daß in den GenossenschaftSrat nur Personen hinein- gewählt werden, die ihr vertrauen haben und Gewähr für eine di e G e n o s se n s ch o ft wirklich fördernde Mitarbeit bieten. Wegen eines großen Ladenbrandes wurde am Montag nach. mittag in der fünften Stunde die Berliner Feuerwehr nach der Pote- damer Straße 42 gerufen, wo in einem Buchhändler laden die Einrichtung in Flammen stand. Es gelang, die Flammen zu lokalisieren und nach und nach zu löschen. Der Schaden soll bedeutend sein. Die Entstehung wirb auf sie Heizung zurückgeführt. Vurgenläuder! Alle in d»n Gemeinden Oedenburg. Brennöerg, Agendors. Groß-Zinkendorf, Harkau, Holling. Kolnhof, KroiSbach, Wandorf und Wolfe Geborenen oder Zuständigen oder längere Zeit Wohnhafte, die am 1. Januar 1S2t das 20. Lebensjahr erreicht hatten, werden aufgefordert, sich unverzüglich persönlich oder schriftlich durch Eilbrief beim„Oedenburger Heimatdienst" Wien III. Marxergasse 2, in. Stock, zu melden. Dokumente, wie HeimatS-, GeburlS-, Tauf- oder Trauschein, sind beizulegen bzw. mitzubringen. ES geht um die Volksabstimmung! Die lNrheiter-Gamartter-Koloune« Grotz-VerlinS beabsichtigen. in Hcrmsdorf«tneneueKolonnezubildcn. Zu diesem Zweck findet am Mittwoch, den SZ. Nov., um 8 Uhr abends in Hcrmsdorf. Lokal von Fröhlich, Roonstrahe, eine Vorbesprechung statt. Die Genossen werden ersucht, sich hierzu einzufinden. Einen Lchrftlmvortrag veranstaltet am Sonntag, den 27. November. nachm. b Uhr, das Freigewerkichaslliche Jugendlartell in der Schulaula des Nealgymnasiums, Berlins., Dresdener Str. 113. Programm: 1. Aus der WundcrweU des Mikroskops, 2. Verborgene Wunder unserer Gewässer, 3. Wie der Tannenbaum sich in Papier verwandelt. 4. Aus dem Mäuse- reich. 6. Fluazeug zum Monde u. a. Die hochinteressanten Vorsührungcn werden durch Vort'aq erläutert. Tinlafi 5 Uhr, Beginn S>/, Uhr. Eintritt». karten zu 2 M.: Gewerlschasiskommilfion, Sngeluier 2412b, Zimmer 18; Jugendsetrctariat de» Transportarbeiter- Verbandes, ebenda, Zimmer SS, Jugendsetretarwt de» Metallarbe-ler-VerbandeS. Llnienstr. 83/85; Jugend- sekietariat des Zeniraloei bände« der Angestellten, Bellealliancestr. 7/10. Ter 0-Zng Bcrtt».Jus,erb«rg wild vom 30. November ab um etwa 80 Minuten später absahren, und zwar von EbarluUenburg ab 8,51 abends,»er Personenzug»41 wird dagegen bereits um 8,57 Char- lottenbura. da« Heist«In« Stund, früher als bisher, verlassen. Näheres siehe Inserat tn der heutigen Nummer. Euglffch und Franzöfisch. Am 1. Dezember beginnen die neue» An- fängerkurse in Englisch ukid Französisch(Abendunterrrcht) für Genossen und Geiwssiniien ohne Vorkenntnisse. Anmeldungen ani Mittwoch, den 28. November, von 5— 8 Uhr abends, und Sonntag, den 27. November, von 10— 12 Uhr vormittags, in der Gemeindejchulc Gipsstraßc 23»(Nähe Nosenthalerstraße). Sprachfchtile für Proletarier. Sroß-Serlkner partelnachrlchten. heule. Dienstag, den 22. November: 1. Kreis. Mitte. 7% Uhr im Restaurant Bllrgerheim, Alte Schönhauser Straße Nr. 23— 24, Sitzung des Kreisvorstandcs und der Abteilungsteiwngen. 7. Srei». Charlottenbürg. konsumgenossenschaftsmktglieder der US. Verkaufs- stelle, um 7zh Uhr im„Birnbaum", Salvanistr. 13, Versammlung. Wahl der Gcnossenschastsvertreter. Erscheinen Pflicht. IS. ftreis. Nicderschönewcide. 7M, Uhr bei Schöps, Grünauer Str. 8, Sitzung des Nreisvorstandes und sämtlicher Funktionäre, desgleichen sämtlicher Ar- beiter, Angestellten und Beamten, die bei dem Bezirksamt 15 tätig sind. Mitgliedsbuch legitimiert. Oer SPD. am Freitag, üen 25. Novbr., abenös 7 Uhr. Tagesordnung: Teuerung � Steuern � Lohnbewegungen. Nähere Mitteilung in den nächsten Tagen. --------- Agitiert für Massenbesuch!-------- Eharlottenburg. 51. Vbt. Die angesetzte Funktioniirkonferenz fällt aus. iton Hauses, Vortrag des Genossen Hirsch Uber„Einführung iu die Verfassung des Reiws, Staat und Kommune". 36. Abt. Mariendorf. TA Uhr Vorstandssttzung mit den BezirkssUhrern in der 2. Gemeindeschul«, Königsrrahe. 4. Kreis. Prenzlauer Berg. 6 Uhr bei Eerst, Seelomer Str. 18, Sitzung de« Kreisvorstandes, der Abteilunqsvorstände und Bezirksverordneten. Znnasozialisten. Arbeitsgemeinschast. Marxistische Probleme fällt in dieser Woche wegen Raumschwierigkciten aus. Die nächste gusammeniunst wird noch bekanntgegeben. Morgen. Mittwoch, den 23. November: 14. Kreis. Renkölln-Britz. 7 Udr Kreismitgllederversammtnng in der Aula der Oberrealschule, am Ringbahndof, Emser E trotze. Bortrag des Genossen Heilmann:„Die grobe Koalition IN Preußen". 3. Abt. lfrllher 14.). 7 Uhr siahlobende in folgenden Lokalen: Ende, Luisen- ufer 21: Riepte, Alte Iarobstr. 55. Erscheinen Pflicht! 7. Abt.(früher 30.). 7% Uhr stahladend in folgenden Lokalen: Dell, Berg. straße 71: Echitzkowski, Ctrelitzer Str. I: Bärwald«, Sckilegelstr. S; Betrau, Pflugstr. 1: Dicke. Bönen str. 19.— Sonntag, den 27. November, nach- mittags 5 Uhr, Wintcroergnllgen in den Borussiasälen, Ackerstr. 6—7. 8. Abt.(früher 4.). 7>4 Uhr Zahlabend« bei Rickert, Steinmetzstr. 35», und be! Richter, Dennewitzstr. 27. 9. Abt.(früher»?.). 7 Vi Uhr bei Schreiber, Perleberger Str. 58, gahladend. Abrechnung der Sammellisten. 1». Abt.(früher 38.) IM Uhr Diskussionsabend bei Trllmper, Flensburger Stratze 8. 11. Abt. 7 Uhr MitaNederversammluna bei Berg er, Lcwetzow-, Ecke Ja stratze. Thema:„Der Genfer Spruch in Deutschland". Ref. Dr. Zechlin. 1«. Abt.(früher 35.). Zahlabend in folgenden Lolalen: 7)4 Uhr: 1. Gruppe bei Krüger, Klissitenstr.»4, 2. Gruppe bei Müller, Hussitenstr. 15, 3. Gruppe bei Leiüho», Neue Hoch str. 10. 22. Abt. Zahlabend in folgenden Lokalen: 714 Uhr: bei Senkel, Utrecht« Stratze 10, bei Batzcl, Brüsseler Str. 43, bei Zllm«, Bllchstr. 8. Erscheinen aller Pflicht! Abt. 7� Uhr gahladend in folgenden Lokalen: 1. Gruppe bei Rö-ncr, Immanuelkirchstr. 25, 1» und 2. Gruppe bei Wulff, M-ri-nburg» Str. 87, 3. Gruppe bei Schütz, Zelterstr. 2. Thema: L„Die politische Loge". 2. Un- sere Weihnachtsfeier. Abt.(früher 23.) 7H Uhr Iahlabend in folgenden Lokalen mit wichtig« Tagesordnung: Goti, Kniprode-, Ecke Bardelebenstratze, Anberg«, Friede- berger Str. 1, Elbinger Klause, Elbing« Str. 49, Schötzel, Eothenius- stratze. Ecke Thorn« Straße. Abt.(früher 92.). Die Zahlabende fknbcn umständehalber nicht I» den Eruppenlokalen, sondern gemeinsam bei Blessin, Stargard« Str. 8, abrnds um 448 Uhr, statt. Wichtige Tagesordnung, u. o. Wahl der Delegierten»um autzerordeutlichen Bezirkstag. Um 544 Uhr im selben Lokal Abteilungsvor- Abt.� 7�"Ähr Zahlabend der Bezirke'in den bekannt« Lokalen. 24. 25. 27. 28. ____. �___ �______________ i i lau« Alle« 43, Bezirke 920, 959«, b und a und 950», b, 961—957 bei Glowe, Dunckerftraß« 71, Bezirke 919, 922, 924, 955, 958, 968—970 bei Roehaus. Echliemannstr. 39. 39. Abt. Die Bezirkszahladenbe finden nicht am 23.. sondern am 30. November statt. Mittwoch abend 7 Uhr allgemeine Funklionärkons«?uz bei Karl, Wichcristr. 50. Bezirksführer und ihre Helfer, Betrieb-vertvauensleute und Kreisbelegierte müssen unbedingt erscheinen. 31. Abt. Zahlabend 74h Uhr in folgenden Lokalen: 1. und 2. Bezirk bei Bu>ch, Schievelbeiuer Str. 40, 3., 4., 6., 9., 15. Bezirk bei Seist, Seelower Str. 18, 6. und 7. Bezirk bei Meissner, Echievelbein« Str. 34, 8., 10., 11. und 12. Bezirk, be! Goldschmidt, Stolpische Str. 35, 13. und 14. Bezirk bei Hahn, 23. S'bt'(frtU)« lkO.�SäintNch« Parteigenossinnen und-genossen treffen sich zu«In« wichtigen Besprechung abends 5)4 Uhr bei Murrer, Eaprivistr. 8. 37. Abt.(früher 21/). Die Zahlabend« fallen au» und finden am 30. statt.— Donnerstag, den 24., 7 Uhr, Mitgliederversammlung in der Schulaula, Smisburgstr. 20. Bortrag der Genossin Klara Bohm-Schuch, M. d. N. 45. Abt. 7)4 Uhr gemeinsam« Zahlabend In der Aula der Arndt-Realschul», Belle-Allignee-Siratz« 80. 41. Abt. 7)4 Uhr Zohlabenb in den bekannten Gruppenlokalen. <3. Abt. 8 Uhr Zahlabend In allen bekannten Lokalen. 44. Abt. Zahlabende fallen aus: dafür Donnerstag, den 24., 7 Uhr, Berfamm- lung lm Reichenberg« Hof. Ref. Den. Kuttner, M. d. L. Die Bezirks- bchfer werden gebeten, durch Handzettel einzuladen. Schwerhbnitfligrnnp». Eharlotteiibura. 51. Abt. 7)4 Uhr Zahlabende all« drei Gruppen. straße 46. Abt. 7)4 Uhr außerordentliche Mitgliederversammlung bei Peisk«. Eilt 11. Thema:„Regierungsbildung in Preußen". Ref. Altmai«. Euvry- bei Schelmach, Rossius, llhr Zahlabenb«: I. Gruppe" im Franziskaner, Kaiser-Frieb- Echillerstratze. Thema:„Der Görlitz« Parteitag". Ref. 2. Gruppe bei Schneid«. Hvlzendorfstr. 14.— 57. Abt. 7 Uhr bei Reinert, Kommanbantenstr. 45. Zahlabende all« drei Gruppen. 1. Gruppe Königin. Elisabcth-Str. I. Ref. Buchholz, 2. Gruppe bei Friedrich-Karl-Platz 5, Ref. Kurt Kietzmann, 3. Gruppe bei Halt» mann, Ebarlottenstr. 78, Ref. Robert Fendel.— 53.«bt. 7)4 Uhr Zahl» abrnde: 1. Bezirk bei Schweikert, Erasmusftr. 2. Thema: Arbeitcrwoh- nungsbou und Siedlungswesen". Ref. Architekt Werner. 2. und 3. Bezirk bei Sur. Ufnaustr. 1. Thema:„Mieterschutz". Ref. DeschäftSführ« Sintz«. — 55. Abt. 7)4 Ubr......'----- 1---- rich-Stratze. Ecke Eö. 8. Katzenstein. 2. Gruppe.-------------- Abteilungsvcrsammlung bei Arndt, Kantsir. 51. Ref. Dr. Beyer, M. d. L.. 69. und �7oI' Abt. Wilmersdarf. 7)4 Uhr im Llktoilagarten, Wilhelmgaue 114 bis 115, Mitgliederversammlung. Thema:„Koalition und Sozialdemo- kratie". Res. Breuer-Kiel, M. d. 8. Dir Bersammluna der 70. Abteilung findet nicht bei Pieper, sondern w>, oben angegeben statt. 79.«dt. Schönebera. 7)4 Uhr Tchulaula Feurlgstr. 67, Mitgliederverfamm- tun«. Ref. H. Molkenluihr. Thema:„Aus der Geschichte der Partes�. Mit- glieoer anderer Abteilungen und Borwärtsles« als Gäste willkommen. 101. Abt. Treptow. 7)4 Uhr Zahlabend in folgenden Lokalen: Bezirke 1 und 2 bei Banse, krOlls-, Ecke Kiefholzstratze, Bezirk, 3— S bei Oettinger, Elsen- straße 191, Ecke Kiesholzstraße. 196. Abt. Köpenick. 7)4 Ubr bei Müll«. Alter Markt, Borstandssitzun». Lichtenberg. 114. Abt. T'i Uhr Zahlabend: für die 1. und 8. Gruppe bei Frühling, Mainzer Str. 15, für die 2. und 4. Gruppe bei Schwartzer, Gabriel- Max-Str. 17.— 118. nnd 117. Abt. GeNi-iiisam mit den�Abteilungen 39 und U' M.. kussion. Verschiedene». 121.«it. Karl-Horst. 8.Uhr kommission und den Strasse 16. 141. Abt. Rofenthal. 7 Uhr bei Milbrodt, Funktiouärsstzung. Zungsozialisten. 7)4 Uhr im Jugendheim, Pankow, Breite Str. 32, Bortrag: „Der Görlitz« Parteitag und seine bisherigen Ergebnisse". Ref. Loren,. Gesangchor. 7)4 Uhr in der Gemeindeschul«. Markusstr. 59. Zimmer 17, Uedung». abend. Wir bitten fangeslustige Genossen, die bei der Weihnachtofeier mit» wirken wollen, zu den Uebungsftunden zu erscheinen. 6 Uhr gemeinsame Borstandssitzung mit der Zeitimgs- Betriebsvertrauensleuten bei Behlau, Prinz-Adalbert- �ugenüveranstaltunyen. Berein Arbeitu-Zugend. Sekretarial!««. 69. Lindenstr. 3. 2. Hnf Unks, 2 Treppen recht». Telephon! Mpl. 12106—10. heute, Dienstag, den 22. November: Britz. Jugendheim Ehausseestr. 48 — Rofenihalcr Borstadt. Wintcrarbeit".— Tegel._........ wir von den bisher geyaltenen Borträgen gelernt?". , Rathaus, Bortrog:„Heitere Gedichte". Jugendheim Strelitz« Str. 42. DiÄussion:„Unsere Jugendheim Bahnbofstr. 15, Bortr-g:„Wo, haben Srieftaften üer Reüaktion. Mag Donig, Schönhagen. Dl« Einreiseerlaubnis erhalten Sie durch da« polnische Generalkonsulat, Berlin» Potsdamer Str. 52. Wetter bis Mittwoch mittag. Anfangs noch ziemlich mild, über- wiegend trübe und neblig ohne erhebliche Niederschläge, später etwaS käiler. WirtslHaft Die Gefahren der gegenwärtigen Wirtschaftslage. Der R e i ch s w i r t s ch a f t s m i n i st e r hat an die anderen Reichsministerien und die Regierungen der Länder ein Rund- schreiben ergehen lasten, in dem er auf die Gefahren der gegen- wärtigen Wirtschaftslage hinweist. Er schreibt darin u. a.: Die Ursachen sowohl wie die äußeren Erscheinungen des gegen- wärtigen Wirtschaftszustandes haben eine weitgehende Aehnlichkeit mit der sogenannten„Scheinkonjunktur" am Ende des Jahres 1910 und Anfang 1920. Die damalige Hochkonjunktur wurde ebenso wie die jetzige eingeleitet durch eine verhältnismäßig geringe Besserung der allgemeinen Weltmarktlage, die jedoch gleichzeitig verbunden war mit einer bauptsächlich aus anderen Ursachen be- gründeten Preissteigerung oer ausländischen Zahlungs- mittel. Der mit dem Eintritt der gesteigerten Konjunktur ver- mehrten Nachfrage steht damals wie jetzt eine Erzeugung gegen- über, die in ihrer Menge beschränkt ist. Die Na ch f r a g e geht erheblich über den wirklichen Bedarfs hinaus. Einmal sucht naturgemäß der Handel seinen Bedarf für die ganze Dauer der Hochkonjunktur sofort bei Beginn der Preissteigerungen einzudecken. Es kommen hinzu die sogenannte Flucht vor der Mark in die Ware, d. h. die Spekulationskäufe neuer Käuferschichten, und ferner in einem sehr weiten Umfange die Angstkäufe von Ber- brauchern, die sich gegen befürchtete weitere Preissteigerungen auf möglichst lange Zeit zu schützen versuchen. Der gleichzeitig einge- tretene Zusammenbruch der Mark wirkt als hohe E x p o r t- Prämie, die den inneren Warenmarkt in besonders hohem Maße zu entblößen geeignet ist. Aber nicht nur die normalen Exportwaren werden hiervon betroffen, sondern schlechthin ll e Warengebiete werden von Käufern aus hochvalutarischcn Ländern„ausgekauft". Maßnahmen gegen Auswüchse des letzten Vorgangs sind getroffen, die Auswirkung der Erscheinung als Ganzes wird sich dennoch in ge- wissem Grade weiter geltend machen. Die gleichen Erscheinungen wie Ende 1919, Anfang 1920 sind auch jetzt wieder festzustellen. Doch scheint gegenwärtig insofern e i n Unterschied gegenüber den damaligen Borgängen zu bestehen, als— bisher wenigstens— der Export nicht gleichzeitig die gleiche Steigerung erfahren hat, wie es damals der Fall war. Wohl findet wiederum, und zwar im weitgehenden Umfang, der vorstehend ge- schilderte„Ausverkauf Deutschlands" statt, doch hat der normale Warenexport bei der jetzigen Hochkonjunktur nicht die gleiche Steige- rung wie damals erfahren. Diesmal ist es weit mehr der I n l a n d s- markt, welcher die Waren aufnimmt. Bei dem Umschwung im Frühjahr 1920 setzte infolge der über- mäßigen Eindeckung des Inlandmarktes die plötzliche und nachhaltige Zurückhaltung aller Käufe ein, der sogenannte„Käu s erstreik. Soweit überhaupt ein Bedarf auftrat, wurde dieser aus den über- füllten Höndlerlagern gedeckt sowie aus den Beständen der jetzt zum Teil als Händler auftretenden weiterverarbeitenden Werke und der Spekulation. Hierdurch wurden die Preise tellweise bis unter die Erzeugung s tosten gedrückt, so daß weitgehende Be- triebeeinstellungen die Folge waren. Auf dem Inlandsmarkt floß der Industrie keine Beschäftigung mehr zu. Aus dem Auslandsmarkt gaben zwar für kurze Zeit die noch nicht abgewickelten Geschäfte noch vorübergehende Beschäftigung. Neue Aufträge konnten jedoch aus dem Auslande nur seltener und sehr schwer hereingeholt werden. Während der vorübergehenden Hochkonjunktur hatten die Löhne sich der gesunkenen Kaufkraft der Mark anpasten müssen und daher für dauernd die Selbstkosten der deutschen Industrie derartig gesteigert, daß sie tellweise oie Auslandspreise überstiegen. Im vorigen Jahr kam hinzu, daß auch gleichzeitig der Weltmarkt eine Abschwächung erfahren hatte. Ob der bevorstehende Umschwung der jetzigen Kon- junktur wiederum von einer gleichzeitigen Verschlechterung der Meltmarktlage begleitet sein wird, läßt sich mit Sicherheit nicht voraussehen. Sie ist jedoch möglich, da die deutsche Export- industrie bei einem Niederbruch der gegenwärtigen Inlandskonjunktur den Auslandsmarkt überschwemmen und damit in Unordnung bringen wird. Es ist daher wahrscheinlich, daß der zu erwartende Umschwung der Konjunktur ein Anwachsen der Arbeits- l o s e n z i f f e r und der Kurzarbeit in noch stärkcrem Umfange als im Jahre 1920 hervorrufen und bedenkliche Aussichten in Wirtschaft- licher sowohl als auch in politischer Beziehung eröffnen könnte.» Es erscheint daher erforderlich, aus den Erfahrungen des Vor- jahres heraus der ungesunden Aufblähung der gegen- wärtigen Konjunktur nach Kräften entgegenzuwirken und die Folgen des bevorstehenden Umschwungs zu mildern. Aus diesem Grunde schlägt der Reichswirtschaftsmintster vor: a) daß alle behördlichen Deschaffungsstellen den Markt während der gegenwärtigen Hochkonjunktur mit ihren Anforderungen nur in- soweit belasten, als es zur Deckung des dringend st en laufenden Bedarfes überhaupt nicht vermieden werden kann. Die zurückgestellten Aufträge des öffentlichen Bedarfs müssen jedoch dann beschleunigt herausgegeben werden, wenn die erwartete Beschäftigungsnot von Gewerbe und Industrie einsetzt. Insbesondere wird davor gewarnt, daß derselbe Bedarf an verschiedenen Stellen gleichzeitig bestellt wird: b) daß Notstondsarbeiten aller Art, soweit sie nicht gänzlich eingestellt werden können, nur in einem derartig beschränkten Umfange fortgeführt werden, um sie ohne erhebliche Mehrkosten und schäolichen Zeitverlust jederzeit wieder aufnehmen zu können. In einer Zeit, in der sogar auf vielen Gebieten ein Arbeitermangel in Erscheinung tritt, werden die in solchen Nofftandsarbeiten gebundenen Arbeitskräste großenteils für eine Hebung der industriellen Erzeu- gung freigemacht werden können. Die jetzt zurückgestellten Not- Itandsarbetten werden dann eine willkommene Reserve sein, wenn in der Industrie die Beschäftigungsnot auftrllt und eine neue Ar- beitslosigkeit Deutschland heimsucht. von der vörfe. Nachdem an der gestrigen Börse anfangs eine lauere Stimmung voigebensöbt hatte, konnte sich der Effekten- markt im weiteren verlauf wieder erbolen und eS gab eine Reihe Preissteigerungen der Dividendenpapiere. Ausländische Zahlungsmittel dagegen waren abqeirtiwächt bei geringen Umsätzen. Der D» l l a r sank von 270 aus 270,47, 100 holländisebe Gulden von 8316 ans 8616, das Pfund Sterling von 1163 auf 1129, 100 französische Franken von 2004 auf 1968 und 100 Schweizer Franken van 6246 aus 6096. vörfenabgaben in Deutschösterreich. Der deutschösterreichische Finanzminister brachte im Nationalrat einen Gesetzentwurf ein, nach dem mit Rückwirkung vom I. November von jedem Börsenbesucher eine monatliche Abgabe von 100 Gold- krönen erhoben wird. Der Gesetzentwurf enthält die Ermächti- gung für den ginenzniinister Oen Abgabensatz gegebenenfalls unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse herabzusetzen. In Zukunft soll die Teilnahme an Winkelbörsen mit Freiheit,. strafen bis zu einem Jahre nebst Geldstrafen bis zu einer Million Kronen geahndet werden.— Die Wiener Börse ist auf diese Nach- richt unter großen Lärmszenen in Streik getreten. )?US aller Welt. Der Kinotod von Harburg. Von den bei der Katastrophe im„Welt-Kino" am Totensonntag umS Leben gekommenen Kindern waren 1l Knaben, da» zwöisto ein Mädchen. Die Kinder standen im Alter von 6 bis 14 Javren. Die Päibterin de« KinoS, eine Frau SchaffrinSt auS Hamburg, ihr Mann und der Kinovorführer wurden festgenommen. Der Alünchener Radlumdleb enkkommea. Der Täter bei dem Münchener Ridiumdiebitahl, der gZjährlge Berga lder und Maler Julius Rauchen st ebner, wurde in einem Frankfurt— Münchener D-Zug gestellt. Um sich der Festnnhme zu entziehen, sprang er ur, vor Donauwörth aus dem fahrenden Fuge, dke PoNzet nahm sofort die Verfolgung aus. Polizeiwachlmeister Neubauer stellte den Dieb, wurde aber durch einen Schuh verletzt, so daß der Täter entkam. Aus dem besehleu Gebiet. Am 8. August wurde in Koblenz ein Polizeiwachtmeister von einem am er»konischen Soldaten überiallen und mißhandelt. Nack Mitteilung deZ amerikanischen ' KrekSdekegterten wurde der Täter zu vier Monaten Zwangdardeit und !>/, Lohnabzug während dieser Strafzeit verurteilt. Zum Dobsleighunglück im Riesengebirge schreibt man uns aus Giersdorf i.R.: Der Bob hat sich beim Hotel ,Lur Kippe", wo sich der Unfall ereignete, nicht überschlagen, sondern fuhr auf einen Steinhaufen auf. Lediglich. der Bremser des Bobs erlitt einen> verwundet. Arm» mtd Beinbruch,»in anderer Mitfahrer wurde leicht gequetschl. die übrigen kamen mit dem Schrecken davon. Nur der Bremser fand Aufnahme im Krantenhause. Zyklonschäden in Amerika. Zwei Zyklone richteten nachts in weit auseinanderliegenden Teilen der Vereinigten Staaten beträcht- lichen Sachschaden an. 12 Menschen wurden getötet, über 30 TRADITIO Qamnflerf ersfe Qualifdl QQ-»OOOOOOOOOOCfcOn OOOOOOOO*XXX>.» TOXJOOOUCXWnOOC I Thealer, Lidiispiele usw. I --- OQOCCXXX� o8 Opernhaas Volttshfihne Mailanie Butlepliy �"rV wowprai: T/.uhr,'1 u1' Malfe Menlch Schauspielhans König Rieiiard III. unr Deutsch. Theat. Zum ib. Male Vh U.: Louis Ferdinand PfiBi Ton PreuScn LOulsFerdinand Prinz von PreuUen lessinn-Theat. Heutebis Oonpcrst 71 v Die Spielereien einer Kaiserin (Tilla Duileux) Freitag Uhr: Der laatrrhaftc Herr Tachu Kammerspleie!OeütscliesKönsllEr-Tlj iui»er WShnerbot AllahendUch TU, c c u>ert'" i D6F hEiiigE Ainbrosins Gr.Schauspieih. twax Adalbero (Kansiiatte» I"" MW.®9? ResidenzTheat. FOLiESCAPRICE Limenstr. 132, am Oranienburger Tor Täglich 8 Uhr: Hchlngen Täglich Vi, Uhr Das weite Land von Schnltzler Tricsch. Bertens, Korff Schroth. Welckei. Schneider-Nissen, Halbe, Fürth Trianon-Theat. ____ Täglich Uhr: Frt: manon Lescaat l Dar QP. ErfOla I So.: Hidalla[ 9 Stg.; Manon Lescaat Theater i. d. KönipgrStz.Str. u30 Kldalia (Hartau, Cbarl. Schultz, Riemann, Kinz, Biidt, Dernburg.r.T« ardowski Brand.) MI.: Manon Lescaat Do; Hidalla Komödienhaus läghe i i.30 Uhr: Die Fahrt ins Blaue (flllssner, Richard. Engl, Pröcki, Sticda) Kein Jrennd Teddy Berliner Theat. Täglich 7.30 Uhr; tPrtnseffin 4 (Rose> Theater) '#/4 Uhr mit Perd. QrQnccker Tel. Norden h65o C1BCI1S BUSCH Tgl. 7", Uhr Sonnt, auch 3Uhr �cbvimmende WasserbüfTel! i. indisch. Manerc- chaustucK»,Die Schlange der Oarjca�s.-sußerdem 10 Zirkussen«at Vorvkf. Wertheim u. Zirkuskasse. ■ubr TKeater u'r ]>ir. Jana. Klein Die Sensation Berlins Frau Luna [Große Ausstatt Operette von Paul Liocke mit dem IGripoiatis- iLuft-Baiiettl 1 Oskar Salto al I Else Bema Elektrisch betriebene W�CrkzCU�C beschleunigen den Arbeitsgang, spaten Zeit und Geld! 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VI, Uhr Dybuk Wallner-Theater 7v. uhr Nixctien Walhalla-Theator u'Jnng mnß man sein Kleines Theater fagheh Vi, Uhr: Enz. Bure, Carola reelle Falltcnaulp. Albers In Fraui. Josette — meine Frau Mpe™ | Dir dam. Klein 1 Die große Revue frltzi Arco Fritz Steidi J Foisuamer btr p» J.Vur roch b. Donntg Lady jHamilton Anfangszeiten■ J. 0 7.00 9.15 Chr |.Telkarten ungültig Turmstr. 12 Die Furcht I vor d. Weibe Mari]a Lctko Bernd Aldor uiiteÄ krlinisiuigeil titir. Brotelillfi :ulit geg. 2 Mk. Paul Wenzel Bcplln Frlegr cHilr. S. Aus edelsten Orienttabaken Üartin Kettner V/Ü8d!k-}{of iDamen-S iBallett!l |"N Lelhlia'js Moritz pl. 58a I oerfaufi ftauncnb billig I! ftoroiC! Rm.Halb.Prelse �Son.ll-lV.u4 6 It-MHe Rupfet, SWeifhta, Rinn, Sinf, Blei,(ämtl Metall- bruch lauft au Höchsten Preisen MelallbörseSawalilscii Putbuser Str. 38. Mai Landa Bruno Kastner Sascha Gura Wilh. Bartstein I Franz GroS P. 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November 1927, abd». 8 Ifbr, in unfern De. fchSftslokai.Bnrgorafe»- ftrotze 2, stottfindeadra Oebealllchea AvSsW-MW werden die Ausschußmitglieder hierdurch er- gebenst e ngelgden. Tagesordnung: l. Abnahme der Jahre.- tedmung für 1920. 2 Wahl de« Rechnimg»- ousfchuffes»»r Prüfung der Rechnung de. laufenden Jahren 8. Festfehung de» Voran fchlxge» für 1922. 4 Bewilligung o. Millein: a) zur stnhlung von »rhilhfen tSehälfern an Angellellfe ufw. b)äur8lnrichtung einer gabnflintt und(üt medizlnlfche Bäder. . c) zum Umbau der RIof.ttanlane. 5. Sginmgsonderungen. gebleu dorf, den 18. November 1921. Oer UorRonb b. Ungemeinen OrfB- teaatenf nffc f.Sebleo- boef aab Umgegend R. Richter, Borsttzender, Dle .Gsraelnnützige Bau- and Betriebsgenossen- sebaü Ißr GroS-BeHin e.® m. b. H.. Berlin SW 48. grlebrlchstr. 238 bestnbel stch feil dem 3 Offober f92i in Llgui batton. Sämtliche»läu biger werben biermit er» sucht, ihre Forderungen umgehend nnzmneiden. Berlin, den UL November 1921. vi» Clquibafoeeo: Wilhelm Kilian. Willi Fischbach.■ Vom 30. Ttouemfrer notfim. ab m>rb der D» Zag 3 Berlin— Ja» sterburg etwa 80 Minuten später gelegt: tlharloiien» bürg ab O" nbenb». «chneibemühl 2"- S« nacht«. Königsberg an 8". pz. 341 wirb bann etwa I Stunde frllhor gelegt tlhorlottenburg ab 8" nbenb», Sdmeldemühl an 5'» morgen». 128 3 Eharlottendurg den 15. Non. 1921. Elsenb.-Dlrcktion Osten in Berlin. mit Husten antälienund stark. Verschleimung findet wlrks Hilfe durch Reicht:?. echteAsthmatropfen.be- rühmt durch Ihre Wirkung. 30|8hrlge"länz. Erfolge. M. 12,80. Otto Reichel, Ben. 43, SO, Elsenbahnstiaßc 4. sm I nfccote im Vorwärts sichern Erfolg! Lünzen H�ii»niamlunOen H Kauiiba'l. Berlin Wllhelmstr. 46/7 ünzen uauo; ung. Pelz-s n w*«» billigst Ooldstein, Dresd. Str. 1,1 aJfochbahnh.Kottb.Tor Verwa'lungsstellc Berlin H 54, LlnleostraSe 83/85. ©cfchäft.jeit von uotm. 9 Uhr bis nnchm. 4 Uhr. Tttephon: Amt Norden 185, 1239, 7987, 9774. miltotoch. den 23. Hooembec, abends 6 Ahr, im„«Inonbvlaee", Älezandrinenfir. 3Ja(Saol 7). Branchenversan»mlung der Graveure uud Ziseleure« Tagesordnung: 1. Dringende Ans- spräche und Stellungnahme»n den In unserem «trche bestellenden Tnrljgemeinschasten. 2 Branchen- und Verdandsangeiegenheiien. 3 Per ichledenea. Die WichtlgfeU der Tagesordnung— speziell der erst» Punkt— erierdert du» oollzähltge Ikr Ichelnri, oller Kollegen und Kolleginnen._ MV Ohne Milgltcd.duch kein guttitt. 1*6 Mlttwolh, den 23. Ttooembet, adend» 0 Ahr. in den Schultheis- Zestsälen. Reue Jalob- straße 24 25(Ede Sd/midsttoße): A8M. NMeö-üersm«!« der Klempner. Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Per- bonbs» und Brnnchenangelegenheiten. 3 Ver- lchledeueo. VllV Ohne Mllglledobuch kein guirilll~ma Die BauNempner. Badeapparate- Klempner und Klempner der FUmenschilder- und Buchstaben fabcttatlon sind besonder, verpflichtet, zu erscheinen. Achlungl Alle Klempner und sonsilg- velchästlcte der Znnnungsbetriebe treffen sich um 5 Uhr in demselben Lokal. Tagesordnung: Simwahl des Dcsellen «uslchusie«._ vounerstog, den 24. Jtooernber, odendc 7 Ahr, bei Hnrnmet, Sophienstr. 5: Branchenversammlung der Bauanschläger. e. ordnung: 1. Beschlutzfassnug über Lohnoertragc,. 2. Be: Tn dl.. banbs. und schiedenes. BSV Ohne MItgliedsduch kein Zutritt. unsere» rand/enangelegenhetlen. 3 «e> vonoersfan, 24. Aoaember, abends S Ahr. m der Höfa de» Sophien-«Vymnofinmv, Weinmelfterstraze 15: Branchenversannnlnng der Schnittarbeiter. Tagesordnung: 1. Vortrag vder dir wirtscha tlichr Lage. 2. BranchenangelegenheUeu und Verschiedenem Zu dieser Berfammluna find alle Schnitt ardeiter, Stanzer, Prefser, Zuschneider, sowie alle an den gleichen Maschinen beschllsiiglen Arbei tetinnen freundlichst eingeladen Ohne Mitgliedsbuch lein gutritt I vonnersfag, S Ahr, im fflet den 24. Ztavember. abends »inertschaftshao«, Engelufer 24/25: Branchenversammlnng der Metalldrücker und Polierer Groh-Berlins. Tagesordnung: 7. Bericht»am Ver. bandstag. 2. Dtskulflon. 3. Vranchenangelegeii. heilen und Verschiedenes. vonnerskag. 24. Aonernber, abend» 0 Ahr. im aiernertschaftshous, Engeluser 2t/2S Damen zu Fabrt'preis. Alfter- n. paletofstofte GefchSstszeit von 1 ,9—7 Uhr r Am Sonnabi nb. b 19 Rouember.abenbs lll(,U, verstarb piür,- !ich mein lieber ügann, Vater, Schwteger. vater und Et abvater Neiiiliolljfleljles im 71. Lebensjahro. In tie em Schmerz Anna Fiedler und Hinterbliebene. DieBeerbigung finde! Mittwoch, b. 26 Nov., r.gchm.ZUhr, auf dem Kirchhof der fiivns» gemeinde. Rteber. fchimhgusen-Norbeitb Itatt. 59ßb Bekanntmachung Die Firma Echiffswersf Repfun, Henry Schroeber, Mün> zensammlungen usw. kaust DWI.. H KrenzsLchse, Alaskafüchse, Silber- füchse, Skunkse. Samt- liche Pelzarten Hälfte herabgesetzte soottbil- lige Sommecpreise. Keine Lombardware. 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Dezember 1921 mit der Aufschrift „Bewerbung" an Petar LQtzlg, Bonn a. ftölnflc. 17. zu richten. 257/ U Bretterträger..7..."» Julius Schäfer. Ziutzhölzhandliina, Franfsutter Allee ll2 598b* Zeilmigsslliiieii znverli lässige, so- ort g a t n th t, Prinienslr. 31. Lansttzer Platz 14/15, Petersburger Platz 4, Immanuelltrchsttaße 24, Mariusstraße 36, Lübecker Str II, Wattstr 9, Barwaldstr. 42, Acker- ittaße 174, Mülleritt 34a, Greisenhagener Str 22, Bastianstr 7, Wilhelinehavener Straße 48.}ten< tBOn, Reckarstr, 2 und Siegfticbftr. 28,29. t3S auf Herrenulster Zuzug nacb Hamburg ist für Konfektionsctaneider frei! Reisegeld wird nach vierwöchiger Titigkeit vergütet! »SSI Rappoll& Söhne der fähig isL eine Naht � zu lltten, sucht 6/6 Hßtwmede Tempelh-s SLmtm Wir suclien 597b tiiehLMechaniker f. Schrelbraaschinenbau Wendt& Schreiber Bio. SW H, Jerusalemer Straße 5/6 Zentrum 3427 M»!Mll für die Touren Elbinger Straße\ und Warschauer Straße stellt ein z. z. 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