Nr.SS2 ♦ ZS. Jahrgang Ausgabe A Nr.279 Bezugspreis: Vicrteljährl-ZS.- M., monatl. 12,— M- frei ins Saus, voraus iiahidar. Pou» bezug: Monatlich 12.— M. einschl. Zu- stellungsgebiihr. Unter Kreuzband fiir Deutslbland, Dan�g, da« Saar» und Memelgebiet, sowie die ehemals beut- Wen Gebiete Polens. Oesterreich. Ungarn und Luxemburg 22,— M., für das übrig« Ausland 22.— M. Post- destellungcn nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschccho- Elowalei. Däne- mark. Holland. Luxemburg. Schweden und die Schweiz. Der„Vorwärts" mit der Sonntags- bcilage„Volk und Zeit", der Unler- haitungsbeilage �»eimwclt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Telegramm-Adresse: »Sozialdemotrat verlin» Morgen-Ausgabe Vevlinev VulKsblatt -o ( 40 Pfennig) Anzeigenpreis: Die zehngespaltene Noupareillezeile tostet Ir- M.„Ii lein« Anzeigen" das, lettgedrnckte Morl 3,— SU. f zulässig zwei fettgedruckte Worte), jede:. weitere Wort 1.50 M. Slrllengcsuche und SchlafsteUenanzeigen das erste Wort 1,50 M.. lede» weitere Wort l.— M. Worte üher>ö Bnchstadc» zahlen fiir zwei Worte. flaniilien-An- zeigen für Abonnenteu Zeile 4.— M. Die Preise verstehe» sich einfchlieszlich Deuerilngs,»schlag. -Anzeigen Kr die nächste Rümmer müssen bi» 4',.; Ahr uachinittags im .Sauptgeschäft, Berlin SW iL, Lindeii- slraße 3. abgegeben werde». Geöffnc! von!i Uhr früh di» 5 Uhr abend». Zentralorgan der sozialdemokratischen parte» Deutschlands Redaktion und Expedition: SW H8, Linüenstr. 2 Redaktion Moritzpiat, lükNS—»7 Moripplats II?»»-?« Mittwoch, den Ä3. November 1921 vorroärtS'verlag G.m.b.H., SW bS, Linüenstr. Z Ct-et-imH-f-rf,«»!-» Bering, tiexvedirioi» und Jnirraten. aibfeiUng Morinplnn 1175:4—54 Das Echo öer Rede Drianös. Zurückhaltung bei üen EnglänSern. New Vork, 22. November.(Zunkipruch des MTV.) Ein Telegramm der„New Zorker Tribüne" aus Washington berichtet, die Engländer daselbst seien der Ansicht. Vriand sei in seinen Aeuherungen bezugiüch Deutschlands zu weit gegangen und er habe Frankreichs Bedrohung seitens Deutschlands sehr über» trieben. Frankreich könne sein Heer wesentlich verringern, ohne sich irgendeiner wirklichen Gesahr auszusehen. Es habe den britischen Delegierten auch nicht gesallen. dag Briand keinen Hinweis machte aus die Untersiuhung, weiche die Engländer den Franzosen während des Krieges zuieii werden liehen, und dah er Englands Angebot, wie es im Parlament geäuhert worden sei. so hingestellt habe, als ob es dahin deuie, dah die Vereinigten Staaten Frankreich gegen writere Angrisse seitens Deutschlands sicherstellen sollten. Dies erkläre, so meinten einige Engländer, Valsours Bemerkungen und besonders seinen Hinweis aus die Zahl der Briten, die im Kampfe für Frankreich sielen. Die englischen Delegierten hätten Driands Redegabe in den höchsten Ausdrücken gelobt, aber fie seien in der Billigung seiner Ausführungen zurückhaltend gewesen. Zufriedenheit in Paris. Paris, 22. November.(MTB.) Zur Rede Briands schreibt der „Temps", es sei nötig gewesen, darzutun, daß man Frankreich nicht vorwerfen könne, die Beschränkung der.Heere verhindert zu haben. Der„Temps" glaubt, dah Briand seine Zuhörer über» zeugt habe. Er spricht den amerikanischen, japanischen, italieni- schen und belgischen Vertretern seinen Dank aus für die Erklärungen, mit denen sie die Rede Briands beantwortet haben.-Was Baljour betreffe, der die Gefahr., der Frmikreich ausgesetzt sei und die-..tra- gische" Ungerechtigkeit besonders hervorgehoben habe, die eine I s o° lierung Frankreichs bedeuten würde, so sei der beste Dank die Feststellung, daß seine Washingtoner Rede seine Genfer ErNärnngen bestätigt und noch einmal bewiesen habe, daß es für einen Staats- mann wie ihn keine englisch-französtsche Frage gebe, die sich nicht zum Vorteil beider Länder und der gesamten Zivilisation regeln lasse..Intransigeant" meint, Briand könne ruhig das Schiff de- steigen, das ihn nach Frankreich zurückführt, und alle feine Sachver- ständigen mitbringen. Er habe feine Aufgabe erfüllt. Frank- reich habe feine Verteidigung und es habe Gehör gefunden. Etwas anderes habe es von der Washingtoner Konferenz nicht erwartet. Jetzt werde man wieder an die Arbeit gehen. Jacques Bainville schreibt in der„fiibert»": Da niemand von Frankreich ver- langt habe, daß es entwaffne, habe Briand auf der Kon- ferenz von Washington leichtes Spiel gehabt. Unter der Bor- ausfetzung, dah Frankreich weder Verpflichtungen noch Bürgschaften von seinen ehemaligen Alliierten und Assoziierten verlange, stehe es ihm frei, die Rekrutierung beizubehalten und die Kosten für sein schweres militärisches Budget zu bezahlen(oder zum großen Teil durch Deutschland bezahlen zu laflen. Red.). Die Antwort Balsours habe einen Ton von Kaltsinnigkeit gehabt, den man nur schwer hätte überhören können. Zm ganzen sei nach der Rede in Washington nichts geändert. Was könne man aus der Rede schließen? Daß der wesentliche Zweck des Krieges nicht erreicht 0) worden fei, weil er das Ende des verderblichen bewaffneten Frie- dens fein sollte, der aus dem Vertrag von Frankfurt hervorgegangen fei. Der bewaffnete Friede bestehe für Frankreich noch fort. Es fei verpflichtet, K» Millionen Deutschezu überwachen, ohne O e st e r r c i ch und die anderen mitzuzählen, die das Deutsche Reich annektieren wolle.(?) Auch Briand ist bcsriedigt. washingion. 22. November.(TU.) Noch der gestrigen Sitzung der Konserenz erklärte Briand, daß die französische Delegation tief gerührt sei von der Art und Weise, in der seine Rede aufgenommen worden sei. Ich bin glücklich, festzustellen, sagte er, daß alle Dele- gationen sich unserem Standpunkte angeschlossen haben. Die heutige Sitzung der Konferenz wird in Deutschland einen großen Ein- druck machen. Ich wünsche, daß sie den Beginn der moralischen Entwaffnung Deutschlands bedeuten möge. Eine Schweizer Mahnung an Frankreich. Bern, 22. November.(WTB.) Der„Berner Bund" schreibt Sur Rede Briands: Wir wollen uns die Gegenfrage, wie es mit der moralischen Abrüstung in Frankreich steht, schenken, und nur sogen, daß uns die Befürchtungen des französischen Premier- Ministers übertrieben erscheinen. Das Deutschland der Luden- dorsf usw. ist nicht das wahie Deulfckstand. jedenfalls nicht dasjenige, das dle Macht in den Händen hat. Aber gerade diesem neuen Deutschland wird das Leben so schwer wie möglich ge° macht und gerade diesem neuen Deutschland so wenig Vertrauen geschenkt. Man wird sich auch in Frankreich einmal anders einstellen müssen, mit der Kriegsspychose und der Angst ab- bauen und dazu kommen müsien. selbst einem geschlagenen und g«° »iß hart belasteten Gegner Glaube» zu schenken, � Studienreise durch Deutschland. Riünchen, 22. November.(Eigener Drahibericht.) Angesichts des ollgemeinen Mißtrauens, das im Verhältnis des Auslandes zu Deurschland immer wieder zutage tritt und für beide Teile schädlich ist, haben sich die deutschen Gewerkschaften durch eine neue Jniliatioe ein weiteres Verdienst erworben. Wie schon gemeldet wurde, haben die deutschen Arbeitervenreter auf der Internationalen Arbeits- I konferenz in Genf eine aus Mitgliedern dieser Konferenz und aus Benretern der verschiedensten Länder zusammengesetzte Reifegesell- s schaft zu einer Tour durch Deutschland eingeladen: die Reisegesell- schaft ist gestern in München angekommen. hier wurden gestern und heute unter Führung des ehemalige» Reichswirtschaflsministcrs Genossen W i s s e l l eine Reihe von Privatbetrieben in München und Dachau, darunter vor allem auch die Deutschen Werke, besichtigt. Die Mitglieder der Reise- gesellschaft, unter denen sich Vertreter der Regierungen aller Länder, darunter Vorstände von Wirtschaftsorganisationen und Vertreter der Presse, u. a. Iouhaux-Frankreich sowie auch Mitglieder des Völkerbundrates, führende Militärs der alliierten Länder befanden, waren sämtlich zu der Arbeitskonferenz in Genf geladen. Sie zeigten ein lebhaftes Interesse an den wichtigen Betrieben und den darin vorgenommenen Umbauten und Veränderungen zufolge des Verfailler Friedensvertrages. Während der Besichtigung der Werk« von Dachau waren sie auch Zeugen der dort noch täglich vorgenom- menen Zerstörungen der früheren Einrichtungen der Puloerfabrik. Die Reise soll morgens fortgesetzt werden und eine Reihe wichtiger Industriezentren Deutschlands berühren, darunter insbesondere solche, die im Auslande den Ruf genießen, die Zentren des früheren deut- fchen Militarismus gewesen zu sein und über die heute sehr beim- ruhigende Meldungen durch die Presse gehen. Der bayerische Ministerpräsident Gras. Lerchenfeld'hat die Internationale Kommission, bayerische Politiker' und Vertreter der bayerischen Gewerkschaften morgen zu sich geladen, um über die wirtschaftlichen Verhältnisse, welche die Kommission in Deutschland studieren soll, durch seine Beamtenschaft eingehend Bericht erstatten zu lassen. Nullet in Erfurt. Wie die„Dena" erfährt, hat sich General Rollet nach Erfurt begeben, um auch die dortigen Anlagen der Deutschen Werke zu be° sichtigen. Er will auch das Werk Wolfgang aussuchen, um sich über die Verhältnisse an Ort und Stelle zu informieren. Er wird am Donnerstag in Berlin zurückerwartet und toird dann einen Bericht an den Botschafterrat absenden. Großer Krach im Palais Dourbon. Paris, 22. November.(WTB.) In der heutigen Kammer- sitzung brachten die Komm»nisten Interpellationen ein, die sich auf die sofortige Freilassung der in Paris gewählten Muni- zipalräte M a r t y und B a d i n a beziehen. Der stellvertretende Ministerpräsident Bonneoay verlangte, daß die Beratung dieser Interpellationen erfolgen solle, wenn die vorliegende Tagesordnung erledigt sei. Dagegen sprachen C a ch i n und nach ihm B e r t h o n, der das Elysee in die Debatte zog und die Behauptung aufstellte, der Präsident der Republik und die Regierung hätten einen illegalen Krieg gegen Rußland geführt. Der Kammerpräsident verlangt darauf, daß der Abgeordnete Berthon diese für die Mitglieder der Regierung beleidigenden Worte zurücknehme. Berthon wei- gcrt sich und verschärst seine Anschuldigung noch. Auf Antrag des Kammerpräsidenten wird die Zensur über ihn verhängt. In diesem Augenblick stimmen die Sozialisten die Internationale an. ckOO bürgerliche Abgeordnete singen die Marseillaise, so daß der Präsident gezwungen ist, die Sitzung zu schließen und die Tribünen räumen- zu lassen. Nach der Wiederausnahme der Sitzung befindet sich der Abgeordnete Berthon, umringt von seinen Freunden, auf seinem Platz. Die Sitzung dauert fort. Auswärtiges /lmt unü Republik. Wir haben vor geraumer Zeit auf die unerhörte Pro- o o t a t i o n der deutschen Republik durch die ungarische Horthy-Regierung hingewiesen, die ein Beileidstelegramm an „Seine Majestät den König Rupprecht von Bayern" gerichtet hatte. Wir verlangten von der Reichs- regierung, daß sie sofort in Budapest energisch gegen diese Unverschämtheit protestiere. Nach unserer Jnfomation ist bis- her kein derartiger Schritt unternommen wor- den. Daß die zuständigen Bureaukraten im Auswärtigen Amt unsere Entrüstung nicht teilen, wundert uns nicht, da wir nur allzugut wissen, daß die meisten von ihnen noch von der alten Schule stammen und daher über eine Beleidigung der deut- schen Republik durch eine fremde Regierung mehr Freude als Zorn empfinden. Sie haben wohl darauf gerechnet, daß die Angelegenheit in Vergessenheit geraten würde. Wir erwarten insbesondere von unseren Genossen in der Regie- rung, daß sie dafür sorgen, daß die Souveränität und die Würde der deutschen Republik gegen die monarchistischen Ein- mischungsverjuche und Verhöhnung eines Horthy geschützt »N�>.....-----------* ,i-..t t Wiechs schwerer Weg. Es hat keinem von uns behagt, daß der Reichskanzler Dr. Wirth gestern in so höflich diplomatischen, so vorsichtig ab- gewogenen Redewendungen von der fragwürdigen Kredit- hilfederJnduftrie gesprochen hat. Ein kräftiges Wort, ein weithin hallendes Zuschlagen der Türe Hütte uns besser in den Ohren geklungen. Wir wissen, daß die Industrie für ihre Kredithilfe unerfüllbare Bedingungen gestellt hat und daß der herausfordernde Uebermut ihres Auftretens selbst in rechtsstehenden Kreisen Bestürzung erregt. Das trotzdem fortgesetzle Verhandeln mit ihr ruft Gesichle hervor, die nach Entladung drängen. Diese Entladung ist gestern nicht erfolgt. Jedoch läßr sich die Rede des Reichskanzlers, die gedämpft klingt wie das Gespräch einer Krankenstube, nicht anders ver- stehen als dahin, daß die Regierung die Bedingungen der In- dustrie ablehnt. Etwas anderes ist ja auch fachlich gar nicht mögfich. Die„Privatisierung" der Eisenbahnen bedeutet eine Verfassungsänderung, die nur mit Zweidrittelmehrheit des Reichstags beschlossen werden kann— wo will man die hernehmen? Und sie erfordert außerdem die Zu- ftimmung der Alliierte»— wie glaubt man die erlangen zu können? Selbst wenn man das Mißtrauen bätte, die Rc- gierung könnte sich in ihrer Rot zu allerhand Zugestäiidnissen an die industriellen Krawattenmacher bereitfinden lassen, so bedürften diese Zugeständnisse immer noch der Sanktionierung durch den Reichstag, d. b- durch die Mehrheit, auf die sich dos Kabinetr Wirth stützt. Wer die Kreditaktien an Bedingungen knüpft, der bringt sie absichtlich zum Scheitern. Die Frage ist heute die, ob die Industrie unter Verzicht auf ihre Bedingungen langfristige Kredite für das Reich zur Bezahlung feiner nächsten Reparationszahlungen flüifig machen will, oder ob das Reich den Versuch machen muß, die-nötigen Summen selber bei ausländischen Geldverleihern aufzubringen. Die Frage muß rasch entschieden werden, denn am 15. Januar sind 500 Millionen Goldmark fällig, auf deren Bezahlung die Reparationskommission besteht. Wir dürfen uns nicht, darüber täuschen, daß der erste Weg der. leichtere ist, denn die Industrie ist reich und das Reich ist arm. Die Industrie ist im Besitz der Wirt- schustssubstanz, sie ist als Eigentümer verpfändbarer Werte kreditfähig. Die Kreditfähigkeit des Reiches aber beruht nur auf seinem Recht, sich aus den Erträgen und von der Substanz der Privatwirtschaft dasjenige anzueignen, was es zu seinen Zwecken bedarf. In der gestrigen Sitzung der vereinigten Steuerausichüsse bat der Volksparteiler Dr. Hugo vor einem Eingriff, des Reichs in die Substanz gewarnt, weil dadurch die Kreditfähig- keit der Industrie geschwächt würde. Das ist bis zu einem ge- wissen Grade richtig, aber was nützt uns die Kreditfähig- keit der Industrie, wenn' sich das Reich ihrer mcht bedienen kann, um eine schwere außenpolitische Krise, wie sie aus der Nichtbezahlung der Ianuarrate droht, zu überwinden? Wenn nun aber die Industrie als Träger der aufzunehmenden Kre- dite nicht in Betracht kommt, weil sie sich in ihrem Willen, nicht zu helfen, hinter unerfüllbare Bedingungen verschanzt, und wenn infolgedessen das Reich selber als Kleditsucher auftreten muß, dann schlägt die Beweisführung Dr. Hugos in ihr Gegenteil um: dann kommt es darauf an, nicht die Industrie kreditfähig zu erhalten, sondern das R e i ch k r e d i t f ä h i g z u machen. Und weil die oorgeichlagenen Steuern dazu nicht ausreichen, wird ihre Ergänzimg durch die Erfassimg der Sachwerte unerläßlich. Durch die Erfassung der Sachwerte soll das Reich zu einem Viertel an den großen werbenden Vermögen beteiligt werden. Es wird dadurch zum Gesellschafter der großen Erwerbsgcsellschaften, der ohne gemeinen Betrug in seinem Anteil an den Erträgen nicht verkürzt werden kann. Die an- erkannte und von ihr selbst betonte Kreditfähigkeit der In- dustrie überträgt sich damit zum Teil auf das Reich. Die Frage ist: Wer hilft dem Reiche die drohende schwere Krise zu überstehen? Wenn es nicht die Industrie tut, dann muß es die Mehrheit des Reichstags tun, indem sie nicht nur rasch die Steuern in der geforderten Höhe bewilligt, sondern auch darüber hinaus dem Reich aus den Mitteln der Privatwirtschaft das Erforderliche zur Verfügung stellt, um seinen nächsten Verpflichtungen nachzukomnien. Tut sie es nicht, dann wird sich die Sozialdemokratische Partei an die Massen des Volkes wenden, um sie zu fragen, ob sie es für „national" halten, wenn kapitalistischer Herrenübermut und die Abhängigkeit der bürgerlichen Parteien von ihm das Reich ins Verderben hineinjagen. In Washingion hat am Montag der französische Minister- Präsident Briand die lange erwartete große Rede gehalten, in der er die Unmöglichkeit einer Abnistung Frankreichs zu beweisen versuchte. Die Frage ist auch für uns von brennen- dem Interesse, denn unser Unglück hat es gewollt, daß wir jetzt den französischen Militarismus mitbezahlen müssen, wie wir früher den deutschen bezahlt haben. Di« Gründe Briands waren gewiß äußerst fadenscheinig, aber wer hat sie ihm ge- liefert? Das waren unsere deuischnationalen Hurraschmer. unsere Einwohnerwehren, unsere Orgesch, das war vor allem Lvdendorjk, befiel» Doch Bricmh jeiterckaug zittert hoch Bestände in Deutschland nicht alt das, was leider besteht oder bestanden hat und von der Sozialdemokratie entschieden be- kämpft wird, würde das Bild derfriedlichenRepublik, die Deutschland heute in Wirklichkeit ist, nicht immer wieder durch alldeutsche Fratzen entstellt, so wäre Herrn Briand nichts, aber auch gar nichts geblieben, worauf er seine These von der Unentbehrlichkeit der französischen Rüstung hätte stützen können. Unsere Nationalisten sind die freiwilligen Helfer des französischen Im- perl alismus! Liegt es aber auf wirtschaftlichem Gebiet nicht genau so? Das herausfordernde Gehaben, mit dem sich das deutsche In- dustriekapital auf seinem Geldsack spreizt, die übermütige Be- Handlung, die es seinem eigenen Staat zuteil werden läßt, wirkt nicht nur nach innen aufreizend, sondern auch nach außen. Das Verhalten der Industriekapitäne liefert dem Aus- land alle Argumente für die Behauptung, daß Deutschland zahlen könne, aber nicht zahlen wolle. Deutschland, das ist für das Ausland nicht bloß das Deutsche Reich mit seinen leeren Taschen, sondern das weite deutsche Land, mit allem, was auf ihm steht, seinen Fabriken, seinen kommerziellen und landwirtschaftlichen Unternehmungen. Und wenn dann das Ausland zu der Meinung kommt, daß Deutschland in Währ- heit nicht von seiner demokratischen Regierung regiert wird, die Erfüllungspalitik treibt, sondern von kapitalistischen ' Herrenmenschen, die diese Politik hinter treiben, welche Folgerungen ergeben sich daraus für Deutschlands Schicksal? Was ist die Politik der Erfüllung? Sie ist die Fort- fetzung der Politik der Verständigung unter veränderten Umständen. Die Politik, die während des Krieges auf einen Frieden der Rettung, einen Frieden der Erhaltung und der Verständigung hinsteuerte, mußte scheitern, weil sich die wirkliche Macht nicht in den Händen Bethmanns befand, sondern in den Händen Ludendorffs. Die Er- füllungspolitik, die darauf hinausläuft, solange den äußeren geldlichen Verpflichtungen nachzukommen, bis die Gegner ihre Unerfüllbarkeit erkennen und zu einer Verständigung reif find — diese Erfüllungspolitik wird scheitern, wenn sich heraus- stellt, daß sich die wirkliche Macht nicht in den Händen W t r t h s befindet, sondern in den Händen des Herrn S t i n- n e s, daß sie nicht beim Reichstag liegt, sondern beim Reichs- verband der deutschen Industrie. Alles hängt davon ab, ob es dem Reichskanzler Wirth ge- lingt, seine Erfüllungspolitik solange fortzusetzen, bis die Ge- fahr der schwersten Katastrophen für das Reich überwunden ist. Alles hängt davon ab. ob wir einen Reichstag haben, der die Notwendigkeiten der Zeit begreift und danach handelt. Mit einer Politik der schwankenden Entschlüsse bringen wir das Reichsschiff nicht durch den Sturm. Und da die Politik des„nationalen Widerstanoes" eine Phantosmagorie ist, deren Wesen kein Mensch erklären kann, bleibt nur die P o l i t i k d e r C r f ü l l u n g. Sie mit Entschiedenheit und» wo es nottut, auch mit Härte durchzuführen, müssen Regie- rimg und Reichstag stark genug sein. Die§oröerungen üer Arbeiter. ATGB.«ud Llsa-Vund beim Reichskanzler. Berlin. 22. November.(WTD.) Der Reichskanzler emp- sing heute Vertreter des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- Hundes und des Allgemeinen freien Angsstelltenoerbandes, welche die durch die Presse bereits bekanntgewordenen Forde- rungen zur Behebung der Finanznot des Reiches überreichten. Die Vertreter der genannten Verbände erläuterten ihre For- derungen eingehend: die Stellungnahme der Reichsregierung wird in einer zweiten Sitzung bekanntgegeben werden, die binnen kurzem stattfinden wird. Die deukfch-polnischea Verhandlungen. Die Vertreter Deutsch- land» für die Verhandlungen über Oberschlesten, Schiffer, Le- w a l d und Gros Schulenburg, sind in Genf eingetroffen. Di« erste Sitzung mit den polnischen Vertretern findet heute vor- mittag unter Galonder» Vorsitz statt. Proletarierfrauen. Die Frau Geheimrätin mit der dürren Seele rümpft die Nase, und ihr stupides Gesicht wird noch lcinger, wenn sie das Wort Proletaciat nur hört. Und gar erst die Proletarierfrauen, was man sich von denen olles erzShltl Da ist die Frau Eils und die Frau Harenhold.H beide voll dampfenden Levensgefühls, die treiben es arg mit den Männern, vernachlässigen ihre Kinder und suchen sich verbotene Freuden. Da ist dt« nadeistickelnde Berta Reck, die keine Unterkunft fand und nun im Freundeshduthalt den Mann der kranken Frau mit ihrer drängenden Frische wild und begehrlich macht. Und diese kranke, betrogene Frau scheut ssch nicht vor der Sünde des Selbstmordes? Dort wieder überläßt eine schwache Kreatur, der der Krieg den Mann und Ernährer verschlang, ihre Kinder dem Armenhaus. Und gar Bentta, da» junge, überschäumende Ding mit den heißen Sinnen, erfüllt von Trunkenheit nach den un- gelebcten Dingen, folgt zügellos ihrem pochenden Blute und wird .so eine". Proletarickmädchen, Proletarierfrauen! Wißt ihr Klassengeschöpfe, Ihr moralgepcmzerken Bürger beidertel Geschlechts, was das heißt? Das heißt: Dulderinnen, itumMS Heldinnen, Opfrrl Dos Wort Proletärierfrsu ist angefüllt bis zum Rande mit Schicksal! Und wenn diese Proletdriersrauen» abgerackert und krank, zerbrechen. oder jung und hilflos, sehnsüchtig und glücksSurstig, verderben(wie ihr es nennt),— wen klagt ihr dessen an? Jene Gtücksenterbten, Unertösten, Unsteten, Beladenen, die in dumpfen Häusern zusammen- gepfercht, gegenseitiger Verführung preisgegeben wohnen, wo die Stuben ohne Licht Und Luft, wo dos Btau des Himmels und da» Grün des Waldes nicht binkömmt und das Elend täglicher Gast ist! Und lockt draußen um sie her nicht das brausende, helle, lachende Leben? Sie sind arm, sie sind jung, sie sind unbehütet und allein. Denn e» ist Krieg! Keine friedliche Familiemnauer trennt sie von den Versuchungen der Welt, keine Schönheit umgibt sie. Der Krieg machte sie zu einsam Kämpfenden, hat ihnen ihre Liebsten, ihre Männer genommen und sie hilflos in die Brandung des ver- wilderten, entfesselten Lebens geschleudert. Die Heimkämpferinnen unterlagen. Der Moloch Krieg fraß ihre heiligen Freuden und fraß ihre Kraft. Hatten sie kein Recht auf Freude, auf CoNne, aus Liebe? Und draußen wird der, für den das junge Herz rein und gut glüht, dahingerafft! lange wartete sie sehnsüchtig auf sein- steimkchr,— mit brennendem Blute dem Ruf des Lebens lauschend, und weil sie allein blieb, ihm folgend. Der draußen aber sieht noch tn seiner Sterbestunde die Liebste rein und verklärt, und der Too hat ihm das Traurige erspart, sein fernes, unbehütetes Mädchen als dos Mädchen aller zu wissen. Auch seiner Mutter blieb der Schmerz er- spart, dem gliebten Sohne diese Wahrheit ins Feld schicken zu müssen. Wer will die Schiffbrüchigen anklagen, wer eine Schuld aussprechen? Alle diese Gestalten, diese unglücklichen und armen Würmer, die Henni Lehmann in ihrem nachdenklichen Buche in wechselvollen Bildern vorführt, erlagen den Versuchungen ihres Herzens und den .Di« Frauen aus dem Alten Staden Nr. 17," Erzählung von Heani Lehmann. Berlin 1921. B u ch h a n d- lung»Borwart Berlin. Solfchewift Raübruch. In der ersten Hälft« des 18. Jahrhunderte wurde der Professor Wolfs, für die damalige Zeit eine philosophische Größe, von der Universität Halle verjagt. Ein neidischer Pro- sessorenklüngel hatte ihn bei Friedrich Wilhelm I. denunziert: Wolfs lehre die Unfreiheit des Willens. Das bedeute, daß ein desertierender Grenadier nicht bestrast werden rönne, weil er ja in seinem Willen, nicht frei gewesen sei. Friedrich Wilhelm l., dem die„langen Kerls" als höchstes Gut galten und Desertion als größtes Verbrechen, geriet in Zorn und jagte Wölfs davon. An diese Zeiten, wo von Wissenschaft wenig, von einem intriganten Klüngel desto mehr an den Universitäten zu spüren war, wird man gemahnt, wenn man den Artikel liest, dm der„ordenlliche Honorarprofessor der Rechte in Kiel", Dr. v. B eseler, in der„Kreuz-Zeitung" gegen seinen ehemaligen Kollegen, den jetzigen Reichsjustizminister Genossen R a d b r u ch schreibt. Traurigster Universitätsklatsch, gegen den sich ein Altjungfernkasfee in Pinneberg noch als geistige Höhe ausnimmt.„Haben Sie schon gehört, Frau Nachbarin, der Radbruch ist sozialdemokratischer Reichsminister geworden — und seine Eltern waren doch so brave anständig» Leute! Wie muß diesen armen Menschen um ihren mißratenen Sohn zumute sein?" Ja wirklich nicht so zu lesen bei der Kaffee- schwester Berta Treppenklatsch, sondern bei dem„ordentlityen Honorarprofessor" Dn v. Beseler. Wir erfahren nämlich, daß Radbruchs Vater,„ein würdiger alter Herr"— hörst du's, unwürdiger Sohn!—»mit Kummer und Schmerzen" die politische Entwicklung des Sohnes beklagt, und«eben diesem wird noch eine„vortreffliche" Schwester ins Feld geführt, damit sich auf solchermaßen strahlendem Hintergründe die dunkle Gestalt des sozialistisch Degenerierten mn so schauerlicher abhebe.' Wo Klatsch blüht, gedeibt die Angeberei, die Verleum- dung. Professor Beseler versteht sein Handwerk mindestens so gut wie Fräulein Berta Treppenklatsch.„Gestern hat man ihn mit der 1. auf der Straße gesellen, ich sage Ihnen, Frau Nachbarin, ich sage Ihnen.... Das beißt, ich habe nichts gesagt." Schreckliches weiß uns die Universitätsklatschbase Beseler über den sündigen Radbruch zu berichten. Der Mann ist gar kein Sozialdemokrat! „Er gehört äußerlich der mehrheitssozialistischen Partei an, ist aber in Wirklichkeit ein Unabhängiger." So Herr v. Beseler zu Anfang. Doch halt, ist das genug, um Mißtrauen zu säen? Die Unabhängigen unterstützen ja das Ministerium Wirth. Also muß Radbruch mehr sein als ein Unabhängiger, das schlimmste, schwärzeste, was ein ordent- sicher Honorarprofessor sich in seinem wissenschaftsdurchtränk- ten Geyirn ausmalen kann! Also lassen wir so ganz beUäufig etwas einfließen von Radbruchs„bolschewistischen Idealen". Immer nach nicht genug! Aber es weckt Arg- wohn, und der Leser ist geistig vorbereitet, wenn das pro- fessorals Klatschweib am Schluß des Artikels mit der ganzen mühsam zurückgehaltenen Neuigkeit herausplatzt: „Ich würde Radbruch» Flugschrift und seine Erwiderung für durch und durch verlogen erklären, wenn ich nicht wüßte, daß Rad- bruch ein bi» zum Irrsinn fanatischer Dolschewist ist. Denn da» ist er: Dolschewist. Da» mögen sich die M e h r h» i t» s o z i a l i st« n und da» Zentrum gesagt sein lassen." Man kSnnt» daraufhin das Klatschweib v. Beseler je nach Wunsch für„durch und durch verlogen" oder für„irrsinnig" erklären, wenn sich nicht die Sache auf viel einfachere Weise psychologisch richtigstellte. Wer nämlich das ganze Elaborat von A vis Z liest, der erkennt sehr bald seinen wirk- ltchen Inhalt: gekränkte Eitelkeit eines wissen- schaftlich unbedeutenden Professor» gegen den geistig höher st ehe nden Kollegen, den der Kleine zwar nicht begreifen, aber um so besser begeifern kann. Die Gehasslgteiit dieser Seele enthüllt sich rührend naiv in den Schlußsätzen: „Ich schreibe hier in dieser Zeitung(der konservativen„Kreuz- Zeitung". Red.)< obgleich ich eigentlich der Deutschen Volksparlei Rutenstreichen de» sorgenschweren Lebens, weil ihr Proletarier- dasein das unerbittlich grausame Verhängnis wurde, das dt« stillen Zermürbungen und den fiebernden Puls schuf, der die Armen einem entgöttertcn Leben zutrieb. Der Krieg vernichtete nicht nur Existenzen, er vernichtete auch Seelen. Henni Lehmanns Wirklich- keitsbuch, getragen von sittlicher Größe und strenger Objektivität, greift an die Wurzel ernster Zeitfragen. Frei von der Erregungs- gebärde der Tendenz, gibt es das vollkommen» Bild gefährdeter Lebenslaufe. In ihrem Stil ist Wilhelm Raadeick« Art; man denkt an die Chronik der Sperlingsgasse. Tragik de» Alltag», ausgesanaen mit dem weiten Mantel echten Menschentum» und befreit von der Trübung falscher Optik. Henni Lehmann verkündet dir Botschaft der Nächstenliebe und be» großen Allverstehens. J. M. V. uoa der Ratte und ihresgleichen. Die große'Nattenvertilgung, dt« auf den 23. d. M. angesetzt ist, ruft mancherlei Erinnerungen an den Kampf de» Menschen gegen da» schädlich» Nagetier wach. Freilich wissen wir nicht immer, ob mit dem Im allgemeinen als Maus bezeichneten Tiere dl» Ratte oder sonst ein Geschöpf au« deren Verwandtschaft gemeint ist. Im Gesetze Mosi» wird die ganze Sippe für unrein erklärt, und der jüngere Iesüia» bricht in Klagen darüber au», daß Juden sich von solchem Fleische nähren. Wenn 1. Sa- nmelis s erzählt wird, die Philister hätten die den Israeliten«nt- rissen« Bundeslade zurückgebracht und gleichzeitig fünf goldene Mäuse als Weibgeschenk gestistet, nachdem Mäuse ihre Aecker ver- heert hotten, so Ist darunter wohl dle Feldmaus zu verstehen. Nach dem Bericht de» griechischen Geschichtsschreiber» Herodot zog Sancherib, der uns auch aus dem Alten Testamente wohlbekannte König von Assyrien, gegen die Aegypter zu Felde, lieber Nacht machte sich ein Schwärm von Feldmäusen über die Waffen der Krieger her und zernagte alles Lederzeug derartig, daß die Leute wehrlos wurden und abzogen. Zum Andenken errichteten die Aegypter eine Etatue ihres König», eine Maus tn der Hand. Nach einer Mitteilung des Römers Justinu» wurde die Stadt Abdera in Thrazien von den Einwohnern geräumt, weil sie vor den, Ueber- handnehmen der Mäuse und Frösche keine Ruhe mehr fanden. Im Mittelalter spielen Mau» und Ratte im Volksglauben eine bedeutende Rolle. Auch Dichtungen beschäftigen sich damit und nehmen oft einen sehr ernsten Zug an, wie u. a. die Erzählungen vom M ä u s, t u r m bei Bingen, wo der böse Erzbischof Hatto von Mainz sein schreckliches Ende gefunden haben soll, und vom Rattenfänger von Hameln beweisen. Letztere beruht auf einer Art Wandersage. Einen gewissen Nachklang davon zeigt u. a. die unheimliche Gestalt der Rattenjungfer in Ibsen»„Klein Eyols", die auf Kindheitserinnerungen des nordischen Dichtergreises zurück- gehen soll. Eine beliebte Schöpfung der Volkssage ist der Ratten- k ö n i g. Er beruht auf einer lange Zeit von der Wissenschaft an- gezweifelten Naturerscheinung, dem Zusammenhängen einer Anzahl von Ratten, die mit den Schwänzen unauflöslich verwickelt sind. Wir sind begierig, ob bei der großen Rattenhatz am 23. Exemplare solcher Rattenkönige gefunden werden. Der Naturkunde würde damit ein großer Dienst erwiesen werden. Vielleicht erhalten wir jetzt auch Auskunst darüber, ob die! angehöre. Ich wollte bei denen stehen und kämpfen, von denen Ich die stärkste Gegnerschaft gegen meinen Gegner erwarte." Ein unproduktives Gehirnchen, das nur in der Vorstellung eines Gegners arbeiten kann, an dem es sich reibt. Ein Gerne- groß auf dem Prosessorenthrönchen. Ein typischer Repräsentant des professoralen Klüngels, der es nicht verschmerzt, daß Kollege Radbruch Minister werden konnte, während er, Herr von und zu Beseler, immer noch als ordentlicher Honorar- Professor in Kiel sitzt. Eine giftspritzende nationalistische Klatschbase. Ein Stückchen Mensch, das umgekehrt aus- sieht wie Deutsäzlands geistige Wiedergeburt. Arme Jugend, die solch ein Mann erzieht! Die Vegleittuusik zu dem Geschrei Beselers„Radbruch ist Bot- schewist!" liesern die Anpöbeluiigen des Iustizministers in der „Roten Fahne". Da das Kommunistenblatt über die A r b e i- terdeputationen bei Radbruch allerhand Unwahrhelten verbreitet, so sei hier folgendes festgestellt: Sämtliche Arbeiter- deputationen, so viele ihrer auch kamen, sind voin Genossen Radbruch empfangen worden. Mit den meisten gelang es, in vertraulicher Aussprache eine Verständigung zu erzielen, die Deputattonen ließen sich von der Richtigkeit der fiaitung de» Ministers überzeugen. Nur bei einer Deputation, die in Stärke von etwa 33 Mann unter der Führung des Kommunisten R« m m e l e uiü) der unabhängigen Abgeordneten Frau Zletz kam, war eine geregelte Aussprache und«ine Derständigulig nicht möglich. Da das Konserenzzlmmrr in diesem Augenblick gerade besetzt war. muhte der Minister mit der Deputation zunächst auf dem Flur verhandeln, empfing sie aber später nochmals. Er erklärte auch dieser Kommission, daß innerhalb zehn Tagen sömiliche llichtenburger Fälle unter dem Gesichts- punkt der Begnadigung nachgeprüft werden würden, daß sämtliche politischen Mitläufer begnadigt werden würden. Da die Kam- Mission aber auf ihrer Forderung der unterschiedslosen Be- gnadigung sämtlicher Gefangenen beharrte, verlief die Unterredung ergebnislos. Untersuchung über Lichtenburg. Der durch Reichstagsbeschluß vom 19. November 1921 ein- gesetzte Untersuchungsausschuß zur Prüfung der Zustände in den Strafanstalten stellt als Ergebnis seiner Unter- suchungen in der Strafanstalt Lichtenburg fest: Von keinem der Gefangenen sind Klagen über die Anstaltsver- waltung oder schlechte Behandlung durch das Anstaltspersonal oder über die Verpflegung und Unterbringung geäußert worden. Die danach Befragten erklärten, daß der Hungerstreik sich nur gegen das gefällte Urteil richte, dem sie die Erklärung„Freiheit oder Tod" entgegensetzten und gegen die Not, die ihre Familien leiden. Wenn auch manche von den Nahrungsverwetgerern blaß und geschwächt aussahen und einige Störungen der Magen- und Darm- sunkttoncn sowie der Herztätigkeit aufwiesen, so bestand doch nach der Ansicht des ärztlichen Mitgliedes des Untersuchungsausschusses ein« ernstliche Lebensgefahr für keinen. Der abends vorher erfolgte Abtransport der nach Torgau ver- legten 31 Gefangenen sowie dle Dislozierung der übrigen tn das Lazarett und in Aufenthaltsräume für zwei oder drei Gefangene in Lichtenburg hat sich nach Angabe der Anstaltsboamten ohne jede Ge- waltanwendung und mit größter Schonung vollzogen. Entgegen- stehend« Angaben der Gefangenen wurden nicht vorgebracht. Am Tag« des Besuche» hatte bereits ein erheblicher Teil den Hungerstreik aufgegeben. Brodauf(Dem.). Bruhn(Dnat.). Dr. Grotjahn(Soz.). Dr. Herzfeld(Komm.). Merck(Bayr. Lp.), v. Rehbinder(Z.). Rlppler(D. Dp.). Dr. Rosenfeld(Unabh.). * München, 22. November.(TU.) Don der Fraktion der baye- rischen Mlttelpartei wurde folgende Interpellation beim bayerischen Landtag eingebracht:„Der Reichstag hat einen Ausschuß„zur Prü- fung der unhaltbaren Zustände in den Strafanstalten" eingesetzt. Derselbe ist Zeitungsberichten nach in Preußen bereite in Tätigkeit getreten. Was gedenkt die Staatsregierung zu tun, falls der Aus- chuß auch in Bayern in gleicher Weife vorgehen sollte, um ihrer- eits eine solche Gefährdung der bayerlschen Justizhoheit hintanzu- halten?" schwarze Hausratte(mu» rsttu») bei uns, wie behauptet wird, chon völlig durch die Im 18. Jahrhundert von Osten her einmar- chierende Wanderratte(mu» ckecumsmus) verdrängt worden ist. Untersuchungen in norddeutschen Städten, Stralsund voran, vor nahezu vierzig Jahren ergaben, dah die Hausratte dort keineswegs ausgestorben war. Auch hat st« sich bi» jetzt dort noch erhalten. In früheren Jahrhunderten wurden die Ratten wegen de» großen Un- Heils, das sie anrichteten, wiederholt von der Kirche feierlichst In den Bann getan, machten sich aber in ihrer Gottlosigkeit nichts daraus. Wir wollen bosfen, daß die Maßregeln am 23. November eine bessere Wirkung erzielen, obwohl KnÜppelkunze und j-tne Garde nicht dazu aufgeboten ist. Dle Vrrtspositik avferer Thealer. Der bekannte Theaterfach- mann Max Epstein stellt in einem Aussatz über die Preise der Theaterkarten tn der Zeitschrist„Das blaue Heft" fest, daß die meisten Berliner Theater augenblicklich schlecht gehen und eine Krise besteht. Er findet den tteferen Grund für diese Zustände in der falschen Preispolitik der Theaterdirektoren. Der größte Fehler liegt nach seiner Ansicht„iti der unsinnigen Hinaufsetzung der Ein- trittsprcij«, selbst für die früher billigsten Plätze. Auch die onsvruchs- vollsten Opcrettenunternehmungen haben keinen«tot, der höher ist, als etwa 2S00U M. täglich. Sie haben ober tatsächlich eine Ein- nahmefähigtett von 7<)0iX) Mk. und noch mehr» und sie nehmen solche Summen auch an Sonntagen ab und zu ein. Darin aber liegt ein besonderes Geschäftsmanöver. Man darf nicht eine in der Sache nicht bearündete Tageskonjunktur ausnutzen und eine Leistung zu einem Preise abgeben, der sich nur durch eine zufällige Laune des Publikums erklärt. Man verjagt das Publikum, sobald sich nachher herausstellt, daß das Gehört» oder Gesehene nicht im rechten Der- hältnis zum Preise steht. E» ist unsinnig, für Premieren, die sich als minderwertlg« Kunstleistungen herausstellen, 2M und 309 M. zu nehmen und ein« Gemeinde von Unzufriedenen erstehen zu lassen." Epstein schlägt gerade das Gegenteil der bisherigen Prei-fest- setzung vor; er meint, man müsse zunächst normal« Preise ansetzen und das Stück erproben, und wenn sich dann ein großer Erfolg herausstelle, könne man höhere Preise nehmen. Aber die Preis- steigerung hat überhaupt«ine Grenze, und diese beginnt, wo die Kaufkraft des Publikums aufhört... Die Masse wird in Unter- haltungsstätten getrieben, die weniger kostspielig sind und auch kein viel geringeres künstlerisches Niveau haben, denn unser« Theater ind heute zum Teil bereits auf einem nicht zu überbietenden Tief- tand angelangt, und daran ist auch die Wiedereinführung franzö- ischer Schunderzeugnlsse mit schuld. B. Die Große Vo'.ksoper führte ihrem großen Hörerkreis« in der „Neuen Welt' Verdi« immer noch prachtvolle Frühoper(1859) „M askenboll" vor. Die lautlose Aridacht glich die Mängel de» Saaltbeaters aus, trotzdem deckte das Orchester unter Brecher teil- weise den Gesang. Die Inszenierung bot— gepriesen sei der Zwang zur Vereinfachung— ruhige, schöne Bühnenbilder. Melanie Kurth« in jeder Hinsicht vortreffliche Amelia, Kirchners Groi Richard und Scheidt« Rene— beide» Heroorragende Gesangs letstungen— gaben der mit ledhaftem Beifall aufgenommenen Auf- führung den Charakter. 4 der Hungerstreik. Wie mitzeteilt wird, befinden sich jetzt in Torgou nur noch iS in Lichtenburg nur noch 11 Gefangene im Hungerstreik. Eine Ver- schlimmerung des Befinden! ist nicht«ingetreten. In Wittenberg. wo unabhängig von Lichlenburg am ivtontag ebenfalls ein Hunger- streit ausgebrochen war. haben alle polnischen Gefangenen bis auf sechs mit der Nahrungsaufnahme begonnen. * Die Betriebsratsdelegationen, die gestern beim Reichslustizminisier Radbruch wegen der Lichtenburgcr und der damit zusammen- hängenden sonstigen Fragen vorstellig geworden sind, suchen jetzt mit den Berliner Betriebsräten Verbindung. Sie fordern zu einer Bc- fprcchung für heute nachmittag 2 Ui,r in den Sophiensälen, Sophien- straße 17/18, auf. Don jedem Betriebsrat soll ein legitimierter Delegierter an dieser Beratung teilnehmen. Wir können auch heute nur wiederholen, dast wir für die Opfer der gewissenlosen kommunistischen März-Aktion alles tun werden, was wir tun können. Zvir sind darin mit den Unabhängigen ganz einig, daß dies nicht in Formulierung von Generalstreikparolen, Organisierung von Putschen oder Einschlagen von Fensterscheiben liegen kann. Wir werden alle» aufwenden, um»ine Nachprüfung der Urteile gegen die„politischen Verbrecher" zu erreichen; gegen wilde Resolutionen, die gar nichts ändern, müssen wir uns aber mit aller Entschiedenheit wenden. Die„Freiheit" hatte durchaus recht, als sie gestern schrieb, Einzelaktionen irgendwelcher Art„gefährden wegen der mit ihnen unausbleiblich verbundenen Schwächung der Arbeiterklasse auch den Kampf gegen Teuerung, Wucher und Steuerdruck. Den Gefangenen wäre ebenfalls mit einem Generalstreik nicht genützt." Die Wirtschaftslage Deutschlanüs. Paris, 21. November. tCE.) Ein Mitglied der Reparations- tommifsion erklärte einem Vertreter des„Bonsoir", daß er aus seiner Reise nach Deutschland den Eindruck gewonnen habe, daß sich Deutschland in günstiger Wirtschaftslage befinde. Allerdings hätten der Arbeiter, der kleine Bürger und der Beamte schwer zu leiden. Aber die Wirtschaftslage Deutschlands sei gut, und man müsse daher erstaunt sein, daß die Finanzen Deutschlands so wenig glänzend stehen. Die deutsche Regierung habe zweifellos ihre Aufgabe nicht ganz erfüllt, sie sei den Kapitalisten gegenüber zu schwach gewesen. Dadurch, daß sie in der letzten Zeit so viele neue Banknoten verausgabte, sei der Kurssturz der Mark ein- getreten. Man müsse daher wegen der künftigen Zahlungen Deutsch- lando Befürchtungen hegen. Doch glaube man dennoch, daß Deutsch- land die nächsten Zahlungen leisten werde. Auf keinen Fall seien Zugeständnisse in der Frage der Reparationszahlungen gemacht worden. Wcstminstcr Gazette für eine Stundung der deutschen Zahlungen. London, 22. November.(TU.) In einem Artikel über die Reparationsfrage erklärt die„Westminster Gazette", daß die Alliier- ten sich über eine Stundung der deutschen Zahlungen einigen müßten._ Einigung über China. Parks. 22. November.(UJIB.) Me der Sonderberichk- erstatter der Agence havas in Washington berichkck, hak die kam- Mission für den Fernen Osten folgende Entschliehnng an- genommen: Die Vereinigten Staaten, Belgien, Groß- briiannien, Frautreich, Ztalien, Zapa«, Holland und Portugal geben ihre feste Absicht kund: 1. die Souveränität, die Unabhängigkeit und die territoriale und Verwaltungsintegrität Chinas zu respektier en. 2. China die vollkommenste Möglichkeit und vollkommenste Frei- heit zu geben, sich zu entwickeln und eine feste und wirksame Regie- rung zu bilden, 3. ihren Einfluß darauf zu verwenden, daß der Srondsah der Gleichheit für Handel und Industrie für alle Rationen aus dem gestunken Gebiet Chinas sichergestellt wird und 4. sich zu verpflichten, aus den augenblicklichen Umständen keine Vorleiie zu ziehen, vm Sonderrechte oder Privilegien zu verlangen, Sundenhumor. Es klopfte, und die Frau öffnete. Draußen stand ein zerlumpter Vagabund. „Ein armer Reisender bittet um eine kleine Gabe." Die Frau gab Ihm einen Fünfziger. »Tausend Dank! Ich bin nämlich unterwegs nach Italien, gnä- dige Frau. Ich habe einen großartigen Gedanken, wie ich mein Glück machen kann." „Was wollen Sie denn tun?" „Na ja, ich will die Asch» sammeln, die der Vesuv auswirft." Die Frau sah ihn mißtrauisch an. „Was, um Himmelswillen, wollen Sie denn mit der Asche machen?" „Ja, sehen Sie, ich will sie auf»in Schiff laden und nach dem Nordpol fahren und sie da ausstreuen, damit die Forschungsreisen- den nicht aus dem Eis ausrutschen.— Na sa— und tausend Dank für den Fuffziger, liebe Frau!" Die Tür flog heftig in» Schloß. Ein Rordllchl in 600 Kilometer höhe. Ueber die höchsten bisher gemesienen Polarlichtstrahlen, dt» bei der prachtvollen Nordlicht- erscheinung in der Nackt vom 22. bi» 23. März 1920 festgestellt wur- den, wird auf Grund der Mesiungen von Störmer in den„Natur- Wissenschaften berichtet. Es ergaben sich dabei höhen von SSV und 597 Kilometern; ja. eine höh« wurde sogar mit 007 Kilometern pho. togrammetrlsch aufgenommen. Die Lage dieses höchsten Nordlichtes wurde über dem europäischen Nordmeer In der Nähe der norwegischen Küste bei Aalesund festgestellt. Ein Kinderaussah über die„Babys". Die interessante schrift- liche Leistung eine, Achtsährlgen. die das Thema„Die Babys" be- bandelt, wird in der„Westdeutschen Wochenschrift" mitgeteilt.„Die Babys sind die tteinsten Menschen, die es gibt," so läßt sich der jugendliche Schriftsteller hören.„In unserer Straße sind sehr viel Babys. In sedes hau» ein« und setzt, wenn der Sonn scheint kommen alle auf die Straß und da sieht man erst, wie viele da sind. In manchen Babywagen sitzen zwei, eins mit den Kopp hin und das ander« mit den Kopp her— diese heißt man Zwillinge und sehen so ähnlich, daß, wenn man eins sieht, meint man es ist das andere. Die Baby» sind sehr lieb und gut. wenn sie schlafen. Wenn man sie aber wascht oder sie bei der Nacht aufwecken, dann schreien sie und man muß mit Ihnen hin und hergehen und sie schütteln und zu Ihnen singen. Wenn man sie aber nicht schreien laßt, dann schreien sie noch mehr. Jeder war einmal ein Baby. Großpapa auch, er hat aber damals nicht so ausgesehen wie jetzt. Keine Haar» hat er schon ge- habt, aber weißen Bart nicht, so sagt m«lne Mama, die Ihm damals schon gekannt hat. Die Babys ham keine Zähne und nichts anders im Mund wie den Daum." Teutsckc Lper in Madrid. Da« deutsche Opernaastsplel in Madrid wurde mit P rsisal eröffnet., v ,,«mit Boutronx. nach Bergson der bekamiteite französische BSilasopb. ist nn 77. LiSenSjabre in Pari« gestorben. Seinen Haupiwerken. die eine verschwommene Metaphysik vertreten, wurde dt« Shie einer deutschen Uebcr- jeyung zuteil. •j.«euer Impfstoff gegen die Tuberkulose wurde vom Vize- direllor des Pasteur-Sufututs in Paris, Calmette, entdeckt. die den Rechten der Ilolertanen der befreundeten Staaten Abbruch tun könnten, sich aber auch jeder Handlung zu enthalien, die die Sicherheit der genannten Länder bedrohen könnte. « Rem Jork, 22. November. lWTB.-Funkspruch.) Wie der „New Jorker Times" aus Washington gemeldet wird, setzt Briands Ersuchen an den Bewaffnungsausschuß den Frankreich zu gestatten- den Tonnengehalt auf dieselbe höhe wie den der Japaner. Eine solche französische Flottenstärke überrasche einigermaßen, und es heiße, daß Besprechungen zwischen hnghes, Balfour»nd Kato deswegen begonnen hätten. Der Sonderberichterstatter des„Daily Expreß" auf der Washingtoner Konferenz will wissen, daß die Frage einer englisch- amerikanischen Verständigung zum gemeinsamen Schutz Australiens. Neuseelands, Kanadas und Chinas im Austausch der Preisgabe des englisch-japanisches Bündnisses in Washington viel erörtert werde, als der einzige Weg, auf dem der Friede im Stillen Ozean gewährleistet werden könne. Karls putsch war abgemacht. Budapest, 22. Nov.(MTB.) Dr. Gr atz, einer der von Karl iil Oedeuburg ernannten Minister, erklärte vor der Staatsanwalt- schaft, am Donnerstag vor der Abreise Karls au? der Sckweiz habe in Budapest jedermann von dem bevorstehenden Eintreffen Karls gewußt. In Oedeuburg habe er(Gratz) sich mit de» Entente« Missionen vor der Ankunft Karl? über nicht! anderes unterhalten. Auch Ministerpräsident Graf Bethlen babe den ganzen Plan gekannt und ihn beauftrag», falls Karl ankomme, zu ver- handeln und den Vermittler zu spielen. Nach diesen ganz wahrscheinlichen Angaben hat also erst das entschlossene Vorgehen der„Kleinen Entente" die Sinnesänderung bei der großen, oder sagen wir einfacher: in Paris herbeigeführt. Belgrad, 21. November.(Intel.) Die jugoslawische Regierung wird an die Votschafterlonferenz eine Note richten, in der dar- gelegt wird, weshalb die Kleine Entente die Apanage für den frü- Heren ungarischen König ablehne. Unter anderem wird an- geführt, daß die Familie Habsburg in Ungarn große Güter be- sitze, die zur Bestreitung ihres Lebensunterhaltes vollständig ge- iiiigen. Ungarische Volksabstimumng. Wien, 22. November.(Intel.) Von ungarischer Seite wird alles getan, um die Abstimmung in Oedenburg zuungunsten Oester- reichs zu beeinflusien, so durch die vollkommene Absperrung der Aus- fuhr nach Deutschösterreich, starte Zuschübe von Gendarmerie und Ausstreuung von Gerüchten über neue Bandenbildung. Auf die Staatsbeamten und Eisenbahner wird ein starker Druck ausgeübt, um sie zur Abstimmung für Ungarn zu bewegen. Die Verhandlungen über die Entsendung interalliierter Truppen in das Abstimmungsgebiet dauern noch an. Die fiuslanürusten. Eine Moskauer Anordnung. Moskau, 22. November,(xlc.) Die Sowjetrcgieruug hat einen Erlaß über die Regelung der staatsbürglichen Verhältnisse der zahl» reichen im Ausland befindlichen russischen Emigranten heran?« gegeben. Alle Emigranten sollen danach verpflichtet sein, di« zum 1. März 1022 sich eine Genehmigung zum AuslandSaufenihalt von der zuständigen Auslandsvertretung der Soivjetregierung zu be- sorgen, andernfalls wird ihnen Verlust ihrer russischen Staats- angehörigkeit angedroht. Durch diese Verordnung sollen vor allem die Russen betroffen werden, die sich seit fünf Jahren, also seit Ausbruch der Revolution im Ausland befinden, doch kann der Mel- dungStermin für die Länder, in denen Sowjetrußland keine Ver- tretung hat, hinausgeschoben werden. Automatisch verlieren ihre russischen Bürgerrechte die Russen, die nach dem 7. November 1017 ohne Erlaubnis der Sowjetregierung aus Rußland ausgereist sind. Schließlich werde» von der russischen Staatsangehörigkeit alle Teilnehmer an militärischen oder sonstigen(!) llnter- nehmungen gegen die Sowjetmacht auSgeschlosien. Wiedergutmachung an Serbien. Graz. 22. November.(WTB.) Die„Tagespost" meldet aus Belgrad: Der Staatsausschuß hat das Angebot der deutschen Negierung, auf Rechnung der Kriegsentschädigung an Serbien Eisen- bahnmaterial zu liefern, zur Kenntnis genommen. Deutschland ver- pflichtet sich, auf Reparationskonto 100 Schnellzugs-, 200 Personen- zugs-, 100 Güterzugs- und 50 schmalspurige Lokomotiven sowie 4000 Güterwagen und 2000 Personenwagen zu liefern, und zwar ein Drittel bis März 1022, das übrige in den Monaten Mai und Juni. Diplomattscher Zwischenfall in Belgrad. Aus Anlaß der feierlichen Betietzuiig des unbekannten italienischen Soldaten war in einem Belgrader Blatte ein Artikel erschienen, den der italienische Milnärallackö al« eine Beleidigung Italiens bezeichnete. Der Attachö verlangte in der Redaktion die Veröffentlichung einer Eni- schuldigung. Der Herausgeber warf den Offizier so massiv hinaus, daß dieser verletzt wurde und er sich in Krankenhausbehandlung begeben mußte. Hungerstreik in Jugoslawien. Die unter der Beichuldigung der Teilnahme an den Atientaten auf den König und den Minister- Präsidenten in Belgrad in Haft befindlicheu Kommunisten sind in den Hungerstreik getreten, um eine Beschleunigung ihres Prozesses zu erzwingen. Ausweisungen au« Südttrol. Diejenigen Eisenbahner, die die italienische StaaiSbürgerschait nickt annehmen, werden aus- g« w i e> e n. Der Verleger der.Industrie» und HandelSzeiiung' in Bozen, Leopold Nementz. wurde ausgewiesen und an die Grenze befördert. Erhöhung der ZMlilärpeusionen. Zur Behebung von Zweifeln wird darauf hingewiesen, daß zur Erlangung de« Vorschusses in Höhe des für November gezahlten Betrage« von den Postanstalten als Ausweis eine Mitteilung des Reichsmtnisteriums des Innern (Pensionsabteiluna) oder der Kolonialzentralvcrwaltung(Reichs- Ministerium für Wiederaufbau) verlangt wird, In der zum Ausdruck gebrocht ist» daß für den Empfänger Pensionsbezüg« von einem der bezeichneten Retchsministcrien angewiesen sind, also z. B. eine Pen- sions- oder Vorschußanweisuno, die Bewilligung einer Krtegszulage, Krieasbeihilfe oder eines erhöhte:, Tcuerungszuschlages u. a. Besitzt ein Pensionär oder eine Witwe einen solchen Ausweis nicht, so müssen sie einen solchen schleunigst vom Reichsministerium de» In- nern bzw der kolonialen Zentraloerwaltung beantragen, und zwar bei derjenigen Penflonsnbteilung, die für die Festsetzung ihres Ruhe- gehalts zuständig ist.� Die Ausweise werden den Empfängern ab- genommen und an die Versorgungsbehörden geschickt, von denen sie später den Empfängern zurückgegeben werden. Berichtigung. Nicht Herr Landesrabbiner Dr. Rüger-Braun- schweig, sondern der Syndikus des Zentralvereins deutscher Staats- bürger jüdischen Glaubens, Herr"Dr. Holländer, hat das Hauptthema auf der Tagung de« Zentraloereins deutscher Staats- bürger jüdischen Glaubens, das sich u. a. mit Ludendorss und Bauer beschäftigte, behandelt. Wirtschaft Slinnes und die englischen kohlen. Nicht nur zu Besprechungen über Kreditmöglichkeiten für das Reich ist Stinnes nach London gereist. Lluch Privatgeschäfte ltiwu ihn, über deren Inhalt die verschiedensten Gerüchte umlaufen. Ucbereinstimmend wird aber von englischer und französischer Seite gemeldet, daß Stinnes durch ein holländisches Konsortium eng- lisch« Kohlen ankaufe, selbst nach englischen Kohlengruben soll er die Hand ausstrecken. Weshalb wir das verzeichnen? Weil sich hier eine weltuürt- schaftliche Umorientierung anbahnt, die Frankreich zu den- kcn geben sollte. Vor dem Kriege war Deutschland Abnehmer englischer Kohle, die selbst am Berliner Markt vorherrschte. Nach dem Kriege war Deutschland infolge der Valutaölockade von ausländischen Kohlen- zufuhren so gut wie abgeschnitten. Frankreich forderte aber selbst von dieser, durch die Besetzung de- Saargebiets und neuer- dings durch die Teilung Oberschlesiens stark verringerten Kohlen- grundlage große Lieferungen, besonders an hochwertiger Stein- kohle. Die deutsche Zahlungskraft wurde dadurch erheblich ver- mindert, weil die Industrie zumal in Zeiten günstiger Weltmarkt- läge nicht imstande war, ihre Anlagen auszunutzen. Jetzt geht die deutsche Industrie nach England.' Obwohl das nordfranzösisch- belgisch-deutsche Steinkohlenbecken die natürliche Grundlage der Kohlenversorgung des westlichen Mitteleuropa ist, wird so der deutsche Verbrauch durch die französische Drosselungspolitit an England gefesselt. lind es besteht nickt geringe Aussicht, daß diese Entwicklung fortschreitet. Das Ergebnis wird natürlich fein, daß Frankreich, wenn ihm der Wiederaufbau und der Ausbau seiner Kohlengruben gelingen sollte, sich den westeuropäischen Markt durch die Begünstigung der englischen Konkurrenz verdirbt. Geschieht das schon jetzt wie viel mehr würde es der Fall sein, wenn Frankreich zur größeren Ehre seiner Chauvinisten daran denken sollte, dag Ruhcgebiet wirklich zu besetzen! Wir ver- kennen keineswegs die schweren wirtschaftlichen und politischen Ge. fahren, die damit für Deutschland verknüpft sind und halte» es da- her für die Pflicht der Regierung, alles zu tun, um diese Drohung zu vereiteln. Für Frankreich aber wäre diese mit der Geste des überlegenen Politikers immer wieder angekündigte Maßnahme wirtschaftlich ein Schnitt ins eigene Fleisch. Es würde die übrig- bleibende verarbeitende Industrie Deutschlands damit zwingen, den schwer leidenden englischen Kohlenmarkt in Anspruch zu nehmen. Es würde also den eigenen Absatz mindern, sich auf seine eigenen Kosten„bezahlt" machen. Die Meldungen über die Kohlenkäufe Stinnes' sind ein An- zeichen dieser wirtschastlichenn Umorientierung. Unnötig, daran zu denken, wie sehr dem Reich die Devisen fehlen, die der deutsche Kohlenmagnat für seine privatwirtschaftlichen Zwecke verfügbar macht. Frankreich will ja selbst, daß da» Reich bei der Industrie borgen soll, um zahlen zu können. Es schickt die Regie. rung der Ersüllungspolitik zu Geldgebern, die nicht erfüllen wollen. Das ist immerhin eine eigene Sache und kennzeichnet die innere Haltlosigkeit mit der Frankreich seine eigenen Jnteresien verficht. Es steht aber zu befürchten, daß der Lnteressentonflikt, den Frankreich hier großzüchtet, auf den Schultern des Volksganzen ausgetragen wird. Das zu verhindern, bedarf es einer Sanierung der Reichsfinanzen, die ohne Erfassung der Sachwerte nicht mehr denkbar ist. Markoerschiechkerung. An der gestrigen Berliner Börse ging die Mark wieder ein wenig zurück. Die Preise ausländischer Zah- lung-mlttel zogen an. So stieg nach der amtlichen Notierung der Dollar von 289 auf 279,45, 100 holländische Gulden erhöhten sich von 0523 auf 9860, 1 Pfd. Sterling van 1082 auf 111L, 100 franz. Frank von 5055 auf 5272 M. Valutakakastrophe im Grenzverkehr. Der plötzliche Sturz unserer Mark wurde für Tausende von Arbeitern nn der reichs- deutsch-tschechoslowakischen Grenze zur Katastrophe. Für dies» Ar- beiter, die in Deutschland arbeiten und in der Tschechoslowakei wohnen, die in Mark bezahlt werden und in Kronen einkaufen müssen, sank der Wert ihres Lohns binnen wenigen Wochen auf ein Drittel. Deutsche Abgeordnete des Prager Parlaments haben vorher an die Regierung den Antrag gerichtet, es möge diesen Arbeitern gestattet sein, Ihren Sebensbedarf in Deutschland einzu- kaufen und ihn zollfrei nach Hause zu bringen. Der Ausverkauf des Rheinlandes geht welter. Eine Verfomm- lung der Vertreter des gesamten Kleinhandels des Handslskammer- bezirks München-Gladbach beichäftigte sich mit der Frage des großen Ausvertaufes, der das Wirtschaftsleben bedroht. Eine Entschließung betont u. a., daß die seitens der Behörden ergriffenen Maßnahmen, sowie die von den verschiedenen Stadien angewandte Selbsthilfe, wie Verweigerung des Verkaufs an Ausländer, Abgabe in nur oeschränkten Mengen, verkürzte Verkaufszeit, dem Unwesen nicht genügend gesteuert habe. Traurig ist die Wahrnehmung, daß unsere eigenen Landleute schnöden, oft kleinen Gewinnes wegen sich dazu hergeben, Waren in den Geschäften für Ausländer aufzukaufen oder an der Grenz« ins Ausland zu verschieben.— Nachdem die Großstädte ziemlich ausverkauft find, zieht sich der Strom der Valutakäuser nach den kleinen Städten. Mai-Donan-Stromverband. Wie im Staatshaushaltsouesckuß de» bayerischen Landtags mitgeteilt wurde, wird am nächsten Montag die Gründuna der Äkticnpesellschoft Main- Donau- Stromverband erfolgen. Das Reich soll daran mit 5 Proz. und Bayern mit 35 Pro.; des Aktienkapitals beteiligt sein. Aus- gegeben werden voraussichllich 600 Millionen Mark in Stamm« und 600 Millionen In Vorzugsaktien sowie 300 Millionen Mark in Obligationen. DCW. Die'Berliner Elektrizitätswerke, feit dem Uebergang ihrer Werke an die Stadtgemeinde Berlin im Jayre 1915 hauptsächlich noch Verwaltungsgesellschoft anderer elektrischer Unternehmungen und selbst unter der Kontrolle der AEG. stehend. weisen für das Geschäftsjahr 1020/21 einen Reingewinn von 13,8 Millionen Morl gegen 5,7 Millionen Mark Im Vorjahre aus, und bringen eine Dividende von 13 Proz. gegen 10 Proz. auf die Stammaktien in Vorschlag. Die Gesellschaft hat gemeinschaftlich mit der AEG. die Mehrheit der Aktien der Mix u. Genest-Gesellschaft er- worden, deren Tätigkeit auf dem Gebtete der Schwachstromtechnik dt« der AEG. in erwünschter Weise ergänzt. Die Verwaltunq be- antragt die Erhöhung des Grundkapitale um 39,4 Millionen Mark. Es wird ferner beantragt» in Anpassung an die jetzigen Zwecke die Firma in„Bank elektrischer Werte" zu ändern. Neue starke Zollerhöhung. Die Zölle auf Einfuhrwaren werden durch die Eiböbung des G o l d z o l l z u s ch l a g s. der erst am 20. Oktober van«00 auf 1000 Proz. erhöht worden war, auf 3 0 0 0 Proz. yesteigert. Es werden also mit dem 23. November die 40fack?n Borkriegszölle Geltung haben. Diese Maßnahme bringt eine crheblicke Steigerung der auf dem Verbrauch liegenden steuerlichen Lasten mit sich. Da bei der An- kündigung der letzten Zollerböhnng eine fieberhafte Einfubrtäiigkeit einsetzte, die de» Zweck der Maßnahmen zu einem erbeblicken Teil illusorisch machte und vcm Preiswucher Vorschub leistete, bat man diesmal die Frist bis zur Inkraftsetzung de» neuen Zollaufgeldes erheblich kürzer bemessen. Die russische Reichsbank hat am 16. November ihre Finanz- operationen aufgenommen. Bon der Sowjetregierung sind ihr Kreditbriefe über je 1, 5, 10, 15, 20, 25 und 30 Millionen Rubel zur Verfügung gestellt worden im Gesamtbetrage des vor- gesehenen Anfangskapitals von 2 Trillionen Rubel. Durch die Reichsbank hat nunmehr in sehr beschränktem Umfang der seil langem angekündigte Vertauf von silbernen Zarenrubeln gegen je 10 000 Sowjetrubel begonnen. Llc. GewerMastsbewegung Zum Schiedsspruch für die städtischen Werke. Ein neuer Konflikt? In der gestrigen Funktionärversammlung der Angestellten der städtischen Werke wurde zu dem am Montag gefällten Schiedsspruch des Reichsarbcitsministeriums über den Tarifvertrag Stellung ge- nommen. Hierbei wurde folgendes festgestellt: Die vom N a ch r i ch t e n a m t des Berliner Magistrats in der gestrigen Morgenpresse verbreitete Mitteilung enthält einige U n- richtigkeiten. Von einer Gleichstellung der Angestellten mit den Beamten in der Besoldung kann insofeni keine Rede sein, als den Beamten die neue Gruppierung rückwirkend angerechnet wird, so daß Nachzahlungen in erheblichem Um- fange aus die Zeit vom 1. April 1920 bis 30. September 1921 gewährt werden, während der Schiedsspruch für die Angestell- ten er st vom 1. April d. I. ab gilt. Im übrigen hat eine gleiche Bezahlung der Werksangestellten mit den gleichen Beamtengruppen schon von jeher bestanden. Gestern früh verhandelte eine Sonderkommission der betelligten Gewerkschaften mit dem Oberbürgermeister und unterbreitete ihm als letztes folgende Forderungen, die in Vorverhandlungen und direkten Verhandlungen mit dem Ma- gistrat bereits zugestanden waren: I. Beibehaltung des 21. Lebensjahres als Beginn des Besol- dungsdienstalters. 2. Verkürzung der Aufrückungszeit für die Be- foldungsgruppen entsprechend dem Schiedsspruch vom 29. Oktober auf 13 bzw. 14 Jahre. 3. Einjährige Steigerungsstufen, wie bereits in den alten Tarifen bestehend. Die Funktionäre erwarten, daß diese Minde st forde- rung in der heutigen Magistratssitzung zur An- nähme gelangt. Im Interesse des Wirtschaftsfriedens ist zu erhoffen, daß der Magistrat die bereits durch frü- Heren Schiedsspruch gemachten und von ihm an- genommenen Zugeständnisse aufrechterhält. Eine Vollversammlung der beteiligten Angestellten, die heute abend 7 Uhr in Ackers Festsälen, Hasenheide 21, zusammentritt, wird zur Lage Stellung nehmen und weitere Beschlüsse fassen. Die genannten Forderungen sind dem Magistrot mit folgendein Anschreiben überreicht worden: Auf Grund der heutigen Rücksprache mit Herrn Oberbürgermeister B ö ß überreichen wir beifolgend unsere Vorschläge für die Beilegung des Streites in den städtischen Werken. Die Organisationen sehen keine Möglichkeit, den Schiedsspruch vom 21. November 1921 den An- gestellten zu empfehlen, wenn nicht die in der Anlage beigefügte Korrektur erfolgt. Wir bitten, über die strittigen Punkte eine sofortige Magistrats- cntscheidung herbeizuführen: die Vertragsparteien verpflichten sich, um Komplikationen zu vermeiden, bis zu dieser Entscheidung die Frage über die Abstimmung des Schiedsspruches zurückzustellen. Afa- Bund: Zentraloerband der Angestellten. Bund der tech- nischen Angestellten und Beamten. Deutscher Werkmeisterverband. Berliner Gewerkschaftskommission: Zentraloerband der Maschinisten und Heizer. Generalversammlung üer Gemeinüearbeiter. Nachträgliche Mihbilligung des Gasarbeiterstreiks. Der Bcrband der Gemeinde- und Staatsarbeiter nahm in einer außerordentlichen Generalversammlung am Mon- tag in den„Musitersälen" Stellung zur Erhöhung der Bei- träge, die vom Hauptoorstand vorgeschlagen und von der er- weiterten Verwaltung gebilligt worden ist. Hiernach soll der Bei- trag ab 1. Januar in den vier Lohngruppen für Haupt- und Lokal- taste zusammen auf 1,50 bis 5 Mark festgesetzt werden. Der Pen- sioniertenbeitrag soll bleiben wie er ist. Die S t r e i k- u n d M a ß- regelungsunter st ützung beträgt jetzt in den vier Gruppen 30 bis 108 Mark und für jedes Kind 3 Mark. Nach dem Vorschlag sollen die Sätze ab 1. April auf 45 bis 150 Mark und für jedes Kind auf 6 Mark erhöht werden. Für die Arbeitslosen- Unterstützung sind die Sätze jetzt 6 bis 30 Mark. Vorgeschlagen ist die Erhöhung von 12 bis 36 Mark ab 1. April. An Kranken- Unterstützung werden jetzt 6 bis 12 Mark gewährt, vom April ab sollen die Beträge 6 bis 18 Mark betragen. Nach einer längeren Aussprache wurden die Erhöhungen gegen eine schwache Minderheit angenommen. Ohne Diskussion wurde nach dem Antrag der erweiterten Ver- waltung beschlossen, den arbeitslosen Mitgliedern, sofern diese am 15. Dezember arbeitslos sind, bei einer Mitgliedschaft über 26 Wochen 100 Mark und über 13 Wochen 60 Mark Weih- nachtsunter st ützung zu gewähren, ferner den pensionierten Mitgliedern, die über ein halbes Jahr pensioniert find, 60 Mark. Beschlossen wurde serner: den Filialangestellien 700 und für jedes Kind 250 Mark als W i r t s ch a f t s b e i h i l f e zu bewilligen. lieber den 3. Punkt der Tagesordnung:„Stellungnahme zu dem Beschluß der(am 14. d. M. stattgehabten) Funktionärversamm- lung", referierte Lagodzinski. Bekanntlich wurde in dieser Funktionärversammlung der Teil emer Entschließung, welcher das Eingreifen des Zentralbetriebsrats in die schwebenden Tarifverhand- lungen mißbilligt, abgelehnt. Der Referent erklärte in seinen Ausführungen, daß die verlangte Mißbilligung zur Klärung der Sachlage dringend erforderlich sei. Dem Zentralbetriebsrat könne nicht das Recht eingeräumt werden, einseitig in Lohnfragen vorzugehen. Das sei mit den freigewerkschaftlichen Grundsätzen unvereinbar und würde ein Aufgeben aller dieser Grundsätze be- deuten. Deshalb bitte er um Annahme folgender Entschließung: Die am Montag, den 21. November, in den„Mufikersälen" tagende außerordentliche Generalversammlung des Verbandes der Staats- und Gemeindearbeiter erkennt die Notwendigkeit eines Be- schlustes, der die Funktionen der Gewerkschrften gegen die der Be- triebsräte-Spitzenvertretung abgrenzt, an, und gibt der von der Funkti onärvers ammlung abgelehnten Entschließung in folgen- der Fastung ihre Zustimmung: Die heute, am 21. November 1921, tagende außerordentliche Ge- neralversammlung des Verbandes der Gemeinde- und Staats- arbeiter mißbilligt das Eingreifen des Zentralbetriebsrats in die schwebenden Tarifverhandlungen des Lohnkartells. Die Aussprache hatte zum Ergebnis, daß diese Entschließung mit großer Mehrheit angenommen wurde. Es wurde dann bekanntgegeben, daß am Donnerstag in einer Funktionäroersammlung über das Resultat der Verhandlungen Be- richt erstattet werden soll, die zur Erreichung der vom Magistrat ab- gelehnten Forderungen des Verbandes geführt worden sind. Kurz vor Schluß der Versammlung wurde noch eine Resolution vorgelegt, die vom ADGB. evtl. den General st reit für die im Hungerstreik befindlichen politischen Gefan- g e n e n verlangt. Diese Entschließung wurde angenommen. Gewerkschaftliche Fortbildung. Der erste gewerkschaftliche Fortbildunaskursus des Deutschen Beamte,.indes in der Hochschule für Politik in Berlin vom 31. Oktober bis 12. November 1921 war ein voller Erfolg. Gegen 175 Beamte säst aller Beamtenkategorien Deutschlands waren dem Rufe der Bildungszentrale des Bundes gefolgt. In richtiger Er- kenntnis der Aufgaben, die die Gewerkschaften zu leisten haben und vor allem in der Zukunft noch leisten werden müsten, sind die Be- amten von ihren Behöben für die Dauer der Vorträge beurlaubt worden. Gewerkschaftslehre, Beamtenrecht, Verkehrswesen, Verkehrs- Politik, Volks- und Weltwirtschaft, Staatsrecht, Geschichte der Rede- kunst, Reichs- und Staatsoerfassung, politische Parteien und poli- tische Entwicklung Deutschlands, die Lehre der Bodenreform, das waren die Unterrichtsthemen. Diese tief in das Wirtschaftsleben der Beamten einschneidenen aktuellen Fragen gaben den Führern des Beamtenbundes manche Anregung. Wenn auch nur ein verhälMismäßig kleiner Hörerkreis der Gesamtbeamtenschaft anwesend war, so waren es doch wohl zum ersten Kursus fast ausschließlich die Führer der Gewerkschaften. Diese werden nun durch ihre Verbände dafür zu sorgen haben, daß diesem ersten Kursus bald weitere Kurse folgen, aber nicht nur in der Zentrale Berlin, sondern in allen großen Beamten- Zentren des Reiches. Zu begrüßen wäre es im Interesse der ge- samten Beamtenschaft, wenn �diese Kurse eine Dauereinrichtung würden mit Ausnahme der Sommermonate. Ob allerdings die finanziell« Lage des Deutschen Beamtenbundes dies gestattet, ent- zieht sich unserer Beurteilung, im Interesse der Sache wäre es zu wünschen— und wo ein Wille ist,— da ist auch ein Weg. Jeder überzeugte Gewerkschaftler wird mit seiner ganzen Person für die Aufbringung der erforderlichen Mittel eintreten, denn nur dann kann wirklich positive Arbeit von der Beamtenschaft geleistet wer- den, wenn sie den Zeitfragen Rechnung trägt und durchdrungen ist von dem Gefühl, nicht nur Staatsgesinnung zu erzeugen, sondern auch zu verbreiten durch vorbildliche Mitarbeit an der Förderung des Wohles der Gesamtheit. Haben die Gewerkschaften diese große» Aufgaben in die Hand genommen, dann sind wir unseren Zielen um ein großes Stück näher gekommen zum Vorteil unserer Ar- beiter, Angestellten und Beamten, und darüber hinaus zum Segen unseres ganzen deutschen Volkes. Wie steht» mit dem Jugendschutz? Die im Juli d. I. vom Reichsausschuß der Arbeiter- jugendorganisation dem Reichstag eingereichten Jugend- schutzforderungen sind von diesem der Regierung als Material über- wiesen worden. Die entsprechende Mitteilung des Reichstagsbureaus gab dem Rechtsausschuß in seiner letzten Sitzung vom 7. November Veranlassung zu dem Beschluß, zu den beiden sozialistischen Fraktio- nen des Reichstags eine Vertretung zu entsenden, um in unmittel- barer Aussprache zu erfahren, wieweit die Vorberettungen für eine gesetzliche Neuregelung des Iugendfchutzes und des Lehrlingswesens gediehen sind. Besondere Wichtig- kett wird in dieser Aussprache auf das kommende Arbeitszeit- g e s e tz gelegt werden, in dessen Entwurf bekannllich eine 5 4 st ü n- dige Arbeitswoche für Jugendliche und für große Gruppen auch in Zukunft die Nachtarbeit vorgesehen ist. Nach dieser Rücksprache mit den Fraktionen wird sich der Reichs- ausschuß der Arbeiterjugenvorganisationen mit weiteren Schritten zu befasten haben._ Reue Lohnsätze für Keller arbeiter. Die in den Weingroßhandlungen und Likörbetrieben beschäf- tigten Arbeiter, Arbeiterinnen, Kutscher und Kraftwagenführer nah- men in einer stark besuchten Versammlung am Montag Stellung zu dem Lohnoerttag mit dem Arbeitgeberverband der Getränke- industrien. Als Vertreter des Deustchen Transportarbeiteroerbandes be- richtete L i e b e n o w über die Verhandlungen mit den Arbeit- gebern. Gefordert war ein Zuschlag von 120 Mark für die männ- lichen und ein prozentualer Zuschlag für die weiblichen und jugend- lichen Arbeiter. Die Unternehmer suchten zunächst von den Forde- rungen Abstriche zu machen. Die Kommission beharrte jedoch aus den Forderungen und erzielte damit, daß die Zuschläge von 120 M. für Männliche, 100 M. für Weibliche und 80 M. für Jugendliche pro Woche bewilligt wurden. Die Vereinbarung gilt ab 1. November 1921 mit der Maßgabe, daß sie jeweils spätestens am 15. eines Monats mit Wirkung auf das Ende des folgenden Monats seitens einer der Parteien schrift- lich kündbar ist. In der Diskussion äußerten sich verschiedene Redner dahin, so- fort neue Forderungen zu stellen. Da die neue Vereinbarung nur bis zum Jahresschluß gitt, wurde davon zunächst Abstand genom- men, und die neue Lohnvereinbarung mit großer Mehrheit angenommen. Dann wurde daraus hingewiesen, daß zur Unterstützung der Arbeitslosen wieder Weihnachtsmarken im Werte von 5 M. für Männliche und 3 M. für Weibliche und Jugendliche zu entnehmen sind. Ferner wurde oerlangt, daß die U e b e r a r b e i t in den Be- trieben unter allen Umständen einzuschränken ist und daß dafür Arbeitslose einzustellen sind. Zum Schluß wurde beanttagt, die so- forttge Zahlung der neuen Lohnsätze zu veranlassen.— Die neuen Lohnsätze sind im Druck erschienen und gegen Vorzeigung des Mit- gliedsbuches im Derbandsbureau, Engelufer 24,25, II, Zimmer 38, entgegenzunehmen._ Zur Lage in der Düsseldorfer Metallindustrie. Die neuen Verhandlungen am Montag haben bis heute noch zu keinem Ergebnis geführt. Die Arbeitgeber sichern für den Monat Dezember Lohnerhöhungen zu, lehnen aber für den Monat November eine weitere Erhöhung ab. Um eine Lohnerhöhung für den November zunächst dreht sich aber der Kampf. Eine Ber- sammlung der Vertrauensleute der freien Gewerkschaflen sprach sich für die Ablehnung des Angebotes der Arbeitgeber und gegen eine Abstimmung der Mitglieder darüber aus. Verhandlungen des Reichsarbeitsministeriums finden voraus- sichtlich am kommenden Freitag statt. Zu diesem Zwecke wird sich der Reichsarbeitsminister oder ein von ihm beauftragter Vertreter nach Düsseldorf begeben, so daß also die Verhandlungen dortselbst geführt werden können. Bierzehnsttmdentag für Bäcker in Ruhland? Aus Moskau wird gemeldet, daß der drille Kongreß der Kommunistischen Jnlernalionale beschlossen hat, in den Bäckereien den vierzehnstündigen Arbeitstag zur Anwendung zu bringen. Auch wurde von dem Kongreß die Kinderarbeit in Bäckereien als zulässig erklärt. Wir stellen die Richtigkeit dieser un, unglaublich erscheinenden Nachricht in Frage, erwarten jedoch eine unzweideutige Auskunft darüber, wie lange die Arbeitszeit in den Bäckereien bis- her war und wie lange sie fortab sein soll: ob Kinderarbeil zu- lässig ist oder nicht. Unter der Diktatur über daS Proletariat ist alles möglich._ Verbindlich erklärte Tarifverträge. Das Reichsarbeitsmini- sterium hat die folgenden Tarifoerttäge mit Wirkung vom 1. August 1921 für verbindlich erklärt: 1. Das Nachtragsabkommen vom 1. August 1921 zum Tarifvertrag für die T a p i s s e r i e b r a n ch e. 2. Detz Tarifvertrag für die Damenwäsche-, Schürzen-, Unterrock- und Kinderkleiderbranche(Vl S. 545/29). Tarifabdrucke sind im Ortsburean des Zenttaloerbandes der Ange- stellten, Belle-Alliance-Str. 7/10 und Kommandantenstr. 63/64- zu haben. Streikgesahr im tschechischen Bergbau.„Pravo LibiT teitt mit, daß die Konferenz zwischen den Bergarbeiterverbänden und den Grubenbesitzern am Montag wieder ergebnislos verlief und vertagt wurde Das Blatt erklärt, die Grubenbesitzer schleppten die Ber- Handlungen absichtlich hin, um eine einheitliche Aktion der Arbeiter- schaft zu verhindern. Abbruch des Generalstreiks in Ligurieo. Der Generalstreik ist nach einer Beiprechuug der Gewerkschaften mit dem Industrie- verband der Provinz abgebrochen worden. Die TeilstieikS der Eisenbahner Süd- und MmelitalienS flauen ab. Okfsentllch« Schuhmacherversammlunci fiir die westlichen Vororte heute abend eiz Uhr in Schönebcrg, Neue Rathausmle, Martin-Luther-Strahe. Deutscher Holzarbeiter. Verband. NIaviatur- und Pianomechanitarbeiter. Donnerstag 7 Uhr im Gewcrtschaftshaus, Cngelufcr 24— 25, Enal 4, Branche». abend. Die Wciterfithrung unserer Bewegung. Icutralucrband der Angestellten, tzigarettcnindustric. Heute abend 8 Uhr Mitgliederversammlung in Habels Brauerei, Bergmannstr. 5—7. Deutscher Trausportarbciter-Verbaud. Sektion I— Branche 4— BrNei- dungs-Induftrie. Handclshilssarbeiter und ardeiterinnc» der Gruope„U" aus den Engros- und Detailbetrieben der Puhbranche iDamenhüte, Blumen und Federn). Donnerstag abend v Uhr bei Zßitte, Poststr. 29, Sruppenoersamm- lung.—©nippe Dungkutscher. Freitag abend t> Uhr im Lokal von Fenfara, Melchiorstr. 15, allgemein- Bersamnilung. Bericht von den letzten Lohnperhand- lungen._ Arbeitersport. Turn» und Sportuerein„Fichte". Mittwoch, den 25. Rovember, Fortsetzung: der©eneralversammlung in der Aula Wciumeisterstr. Iii— 17, pünktlich Vo? Uhr. Berantw. sür den redakt. Teil: Dr. Weruce Peiser, Charlottenburg: Fto Anzeigen: 33).©lock«, Berlin. Verlag Borwärls»Bcrlag<5. m. b. H., Berlin. Druck: Dorwärts»Buchdruckereiu.Berlagsanltalt Paul Singer u. Co.. Berlin, Lindenstr.Z. Hierzu 2 Beilagen. f 0' Das Schicksal Europas hängt ab von einer positiven Kritik derjenigen Zettfaktoren, die Huropa dem Ruin entgegenfflhren; von einer klaren Erkenntnis der Welttatsacfaen und Wcittendenzen, von deren Lauf Europas Neugestaltung abhängen-wird; von einer sidieren Führung auf dem Wege der weltgesdiiditlidi geforderten geistigen Erneuerung Europas und der Verständigung der Völker. Diese Zielsetzung macht„Die Drei" asu einer europäischen Zeitschrift. Die Drei Monatsschrift für Anthroposophie und Dreigliederang Heft 7/ Vom Änthroposophischen Kongreß: Dr. Rudolf Steiner; Der Orient im Lidite des Okzidents C.o.Heydebrand: GegenExperimentalpsgdiotogie und•Pädagogik £■ Leinhas: Der Bankerott der Nationalökonomie Etnielhtft JVf. 7,50, Viertetjatirsabonneme/it M. tS.~ DR. RUDOLF STEINER: Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten derGegen= wart und Zukunft 41.-8CX Tausend geb. M. 15.-, br. M. 10.- In Ausführung der Dreigliederung des sozialen Organismus 1.-10. Tausend geb. M. 15.-, br. M. 10.- KON LINON die$u/e MASSA.RY- CLASSE, eine wirklich genußreiche JO*S Zigoreite. Urteilen Sie selbst/ Nr. 552 ❖ 3$. Jahrgang 1. Heilage ües vorwärts Mittwoch, 2Z. November1H2t Die wacklige �Mehrheit" im Rathaus. Vervollständigung der Vorstandswahlcn.— Notstandsdebatten mit Tn multen. Nachdem in der vorigen Stadtoerordnetensitzung der B ü r g e r b l o ck bei den Vorstandswahlen gezeigt balte, daß er nicht mal bis zum zweiten Wahlgang ein be- M>lu&sahiges Haus beisammenhalten konnte, wurden gestern die noch ausstehenden Vorstandswahlen vollzogen. Da die ge- samte Linke sich der Abstimmung enthielt, so hatte die Rechte zu erwarten, daß sie sich in derselben Weise blamieren würde. Mit erheiternder Voreiligkeit verkündete der Vorsteher Caspari im Ton des Triumphes, daß bei der Wahl des ersten Vor- steherstellvertreters 114 Stimmen abgegeben worden seien, aber die Zählung der Zettel ergab dann nur 11V Stimmen. Zur Beschlußfähigkeit sind sonst 11Z Stimmen nötig, doch glaubte die„Mehrheit", sick für diese Wiederholung der in der vorigen Sitzung verunglückten Wahl auf den Ausnahme- Paragraphen der Stödteordnung berufen zu dürfen. Bei der Wahl der übrigen Vorstandsmitglieder verzichtete die Linke darauf. Zettelwahl zu fordern, weil die einmalige Feststellung der Imvotenz der„Mehrheit" genügte. Die Linke ließ im Vorstand die Bürgerlichen unter sich. Nach der Konstituierung der Versammlung konnte man an die Erledigung der dringlichen Magistratsvorlagen über die neuen Gehalts- und Lohnforderungen heran- gehen, die durch die Teuerungswelle nötig geworden sind. Einen Weg, die Erhöhung der vom Magistrat bisher gewährten und größtenteils schon ausgezahlten Lohnbeihilfennoch zu erhöhen und auch dieses Mehr sofort auszuzahlen, zeigte ein Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, den der Genosse FranzKrüger begründete. Leider wurde mit den Vorlagen und den dazu gestellten anderen Anträgen auch dieser Antrag Krüger zunächst einem Ausschuß über- wiesen.— Bei der Vorlage über Bereitstellung von 9 M i l- lionen Mark zur Winterunter st ützung für Minderbemittelte und Erwerbslose hiest der deutschnationale Tischlerinnungsobermeister Paeth eine pro- vozierende Rede mit Ausfällen gegen Arbeiter und Erwerbs- kose. Es kam zu Tumulten"auf der Tribüne, die dann der Vorsteher Caspari nach Unterbrechung der Sitzung räumen ließ. Sitzungsbericht. Außerordentlich« Sitzung.— Dienstag, 2 2. N o- vewber 1921. Die zu heute„S Uhr pünktlich" einberufene Sitzung wird um .'•6 Uhr durch Dr. Caspari eröffnet. Von zwei vorliegenden Dringlichkeilsanträgen stößt der von U. Soz. und Komm, eingebrachte, der die Versammlung zur Unter- stützung der Forderung auf sofortige Entlassung der in den Hunger- streik eingetretenen Lichtenburger Gefangenen veranlassen will, auf den Widerstand der Rechten; der zweite, der eine Verkehrssteuer auf Luxuslokalc legen will, wird heute eventuell noch verhandelt werden.--"' Auf der Tagesordnung für heute stehen außer der Magistrats- vorläge, die für die Minderbemittelten als Winterbeihilfe 9 Millionen Mark auswirft, sämtliche Gegenstände, die am 17. November wegen Beschlußunfähigkeit der Versammlung unerledigt blieben. Für diele Gegenstände ist nach dem Wortlaut der Tagesordnung d'e Vorschrift der Beschlußfähigkeit auf Grund des 8 57 der Geschäfts- und des§ 42 der Stadteordnung außer Kraft gesetzt. Schumacher(Komm.) beantragt, die Magistratsvorlagen betreffend die Erhöhung der Gehälter und Löhne der städtischen Beamten, Angestellten und Arbeiter vor der Wahl der Vorsteher-Stellvertreter, die an erster Stelle steht, zu beraten. v. Eynern lD. Vp.) widerspricht, da das Bureau der Ber- sammlung noch nicht vollständig sei. Der Bor st eher erklärt für selbswerständlich, daß die Kon- stituierung öorangehen muß. Dr. W e>i l(U. Soz.) legt gegen die Tagesordnung Rechts- Verwahrung ein. Der Vor st eher sucht die betreffenden Bestimmungen im Sinne seiner Auffassung auszulegen, v. Eynern desgleichen. Dörr(Komm.) schließt sich dem Protest Weyls an. Dittmann(II. Soz.): Der Worllaut des§ 42, der über „denselben Gegenstand", also in der Einzahl spricht, entscheidet für uns.— Sie haben in der vorigen Sitzung sich stark gemacht, allein die Geschäfte des Hauses zu führen, es ist also auch Ihre Sache, die Arbeitsfähigkeit der Versammlung zu garantieren, nachdem Sie diese Gewaltpolitik proklamiert haben.(Lärm in der Mehrheit.) Nicht eine Stunde lang haben Sic in der vorigen Sitzung Ihre berühmte Mehrheit zusammenhalten können. Dr. Leidig(D. Vp.): Eine Konstituierung liege schon vor, wenn der Alterspräsident den Vorsitz übernimmt. Es sei den Bür- gerlichen nie«ingefallen, die Sozialdemokraten vom Vorstande auszuschließen: auch sei es wohl üblich, aber nicht Vorschrift oder auch nur Tradition, daß die stärkste Fraktion den Vorsteher stellt. Es wird in die Wahl des ersten Dorsteher-Slellverlrekers eingetreten, nachdem zuvor für den nicht eingetretenen Stadtv. Haberland(Komm.) Grylewicz(Komm.) vom Vorsteher ver- pflichtet ist. Von den 119 abgegebenen Stimmzetteln lauten 109 aus Fabian(Dna t.), einer i st weiß. Fabian ist gewählt und nimmt an. Dr. W e v l(U. Soz.): Di« bürgerlich« Mehrheit hat also ihre Mehrheit nicht zusammengehabt: 3 oder 4 haben gefehlt. Wir konstatieren, nach unserer Auffassung ist die Wahl ungültig. Der sogenannte Bürgerblock ist ein kinderschreck geworden. Wir Wilden sind aber besiere Menschen: im Inter- est« der wichtigen materiellen Vorlagen haben wir nichts dag«gen, wenn Sie den übrigen Vorstand durch Zuruf wählen wollen.— Dörr bleibt prinzipiell auf seiner Auffassung stehen, schließt sich ober im übrigen auch dem Borredner an.— Die beiden Proteste gehen zu Protokoll und den Protesterhebern bleiben ihr« Rechte vorbehalten. Zum zweiten und dritten Stellvertreter wählt die Versammlung durch Zuruf Dr. Oskar Meyer(Dem.) und Schwarz (DVP.), zu Beisitzern R u t t s a tz, Frau Fromm, Pohl und Merten, zu Stellvertretern Jgntzow, Röder, Galle und Dankwardt. Darauf wird über die Einsetzung und Zusammen- setzung des Wahlprüfungsausschusses und der ständigen Ausschüsse Beschluß gefaßt. lieber den Termin� für die Wahl der unbesoldeten Stadträte wird man sich später einigen. Die regelmäßigen Sitzungen sollen auch in Zukunft am Don- nerstog von 3 Uhr ab stattfinden. Fn der Besprechung der Vorlogen betr. Erhöhung der Gehäl- ter für die Beamten-und Festangestellten sowie betr. Aufbesserung der Löhne und Vergütungen der städtischen Arbeiter und nichtüän- digen Angestellten erk-ennt L u d i ck e(Dnat.) die Notwendigkeit einer Lohnerhöhung auch für die Arbeiter an und entrüstet sich leb- Haft über den Versuch, eine enorm« Erhöhung der Magistratsgehäl- ter durchzudrücken. Dr. W e y l beantragt Ausschußberatung für beide Vorlagen. Deitmer(II. Soz.) ist mit Lüdicke einverstanden. Schumacher bringt den Antrag ein, den Arbeitern eine Wirtschaftsbeihilfe von 1009 M. und von 250 M. für jedes Kind zu gewähren und diesen Antrag ohne Ausschußberatung sofort zum Beschluß zu erheben; die bereits ausgezahlten Beträge sollen dar- auf angerechnet werde.n. Brolat(Soz.) findet es erfreulich, daß die Rechte jetzt die Notwendigkeit der Lohnerhöhung einsieht. Die Arbeiterschaft habe ihre Forderungen durch ihre Noklage gezwungen erhoben: leider seien ihre berechtigten Ansprüche immer erst be- willigt worden, wenn sie infolge der ständigen Weiterverteuerung der Lebensmittel kaum noch Wert hatten. In Zukunft werde hoffent- lich die Rechte an ihrer Voreingenommenheit gegenüber Arbeiter- forderungen nicht mehr so-strikte festhalten.(Unruhe rechts.) Die Stadwerwaltung sei nicht dafür verantwortlich zu machen, wenn ihre Absichten durch den Gang der Reichspolitik illusorisch gemacht werden,«wenn die Lebensmittelpreise unter Ihrem(rechts) Einfluß in ein paar Wochen so skandalös steigen. Die Regierung müsse der Katastrophenpolitik der Industrie energisch einen Riegel vorschieben. Einer Kritik der Eingruppierungsvorschläge der Magistratsmitglieder wolle er sich enthalten.(Aha! rechts.) Der Ausschuß müsse schnelle Arbeit leisten, damit die Arbeiter und Angestellten schnell zu den Zuschüssen kommen. Während über die Au-schußberatung der beiden Vorlagen im übrigen Einverständnis herrscht, gehen über die Zulässigkeit des Antrages Schumacher, die Wirtschaftsbeihilfe sofort zu bewilligen, die Meinungen weit auseinander. Der sofortigen Annahme wider- spricht Stadtrat Koblenzer und Kämmerer Karding. Von Krüger(Soz.) geht ein Antrag ein, den Magistrat zu ersuchen, die gezahlten Lohnerhöhungen auf 1000 M. herauszusetzen, die Differenz sofort zu zahlen und der Versammlung eine Nachtrags- vorläge zugehen zu lassen.— Ein Schlußanirag wird mit 102 gegen 101 Stimmen angenommen, durch eine Bemerkung des Stadtsyndikus Lange aber sofort die Verhandlung wieder eröffnet. Der Stadt- syndikus greift auf eine in der Aussprache gefallene kritische Be- merkung Weyls zurück, die gegen die Absicht des Magistrats, auch den früheren, nicht wiedergewählten Magistratsmitglie- d e r n und Gemeindevorständen einen Vorschuß von 9999 Mark zu gewähren, gerichtet war: in der Besprechung der Fraktionsoor- stände habe Dr. Weyl keinen Widerspruch erhoben. Krüger(Soz.) empfiehlt kurz seinen Antrag, der einen Mittelweg weise, zur Annahme.— Dr. W e y l: 9000 M. Vorschuß für Leute, die vielfach noch über Einkommen von 80 000 oder 100 000 Mark verfügen, ist geradezu ein Skandal! In der Abstimmung wird der Antrag Schumacher und durch Auszählung mit 100 gegen 96 Stimmen auch der Antrag Krüger dem lägliedrigen Ausschuß überwiesen, an den auch die Vorlagen gehen.(Lärm bei den Komm.)« Die n«ue Vergnügungssteuerordnung geht an einen Ausschuß. Zur Vorlage wegen Bewilligung von 9 Millionen Mark als Winterbeihilfe für die minderbemittelte Bevölkerung führt Päth(Dnall.) aus, daß man den Erwerbslosen, die keine Ar- beit erhalten können, zu Hilfe kommen müsse und der Vorlage zu- stimme, daß man aber dadurch mit dem Zustande aus dem Arbeits- Nachweis sich keineswegs identifiziere. Sehr bedauerlich fei, daß die städtische Erwerbslosenfürsorge noch immer nicht zu einer produk- tioen gestaltet worden sei.(Zurufe auf der Zuhörertribüne: Wir haben Hunger!) Davon werden die Arbeiter nicht satt! Infolge der fortgefetzten Zurufe der Tribüne kündigt der Stadt- verordnetenvorsteh«r die Räumung der'Tribüne an. Diese Ankündigung wird von einem Teil der Besucher mit wüstem Lärm beantwortet. Mit geballten Fäusten schreien die Menschen in den Saal hinunter: Ihr Halunken, Ihr Schurken! War- tet nur noch vier Wochen! Ihr werdet'? noch bald genug mit der Angst zu tun bekommen! Wir kommen wieder! Schließlich gelingt «s dem Stadtrat Wege und den Dienern, die Räumung durchzu- führen. Nach Wiedereröffnung der Sitzung führt Päth seine Rede noch eine halbe Stunde, bis gegen 1s 10 Uhr fort. Stadtrat Weife verteidigt sehr nachdrücklich die Organisation und has Funktionieren der Erwerbslosenfürsorge. Nicht die Arbeitnehmer, sondern mindestens 40 Proz. der Arbeitgeber hätten den Tarif durchbrochen. Die Verabschiedung der Vorlage noch in der heutigen Sitzung, sel im Interesse der Nötleidenden dringend geboten. Reuter(Komm.) greift die Person des Vorstehers an. Er habe ohne zwingende Veranlassung die Tribüne räumen lassen.(Der Vorsteher will eine Erörterung darüber nicht gestatten.) Eine Verwarnung hätte genügt. Ein Antrag gegen die Geschäftsführung werde vorbehalten. Ein Redner der U.- S o z. tritt diesem Pro- test bei. Dave(Dem.) protestiert gegen diesen Mißbrauch der Geschäfts- ordnung durch die beiden Borredner. Schumacher(Komm.): Die Sätze, die aus dem Fonds von 9 Millionen Mark gewährt werden sollen, sind lächerlich niedrig. Wir beantraaen Sätze von je 1000 M., außerdem 100 M. für die Ehefrau, 50 M. für jedes Kind. Die Angriffe des Herrn Päth gegen den holzarbeitervcrband sind aus der Luft gegriffen: möge er seine heutig« Rede in einer Arbeitslosenver�ammlung wiederholen! Z u b e i l(U. Soz.): Die Rechte ist an den senden heutigen Zuständen auch in Berlin mitschuldig, weil sie durch'ihr„Weg mit der Zwangswirtschaft!" dem ungeheuerlichsten 60s Fräulein. Von Paul Enderling. Annemarie sah sie erschreckt an.„'Sie?" „Ja, ich." Thea gab den Blick fest zurück.„Denken Sie, zu solchen Mitteln griff ich. Ich habe ihn gebeten, zu kommen, und ihm sogar den Zug angegeben." „Und daraufhin ist er gekommen?" fragte Annemarie erblassend. 9 „Ich hatte.Fräulein' unterschrieben." „Aber Thea!" „Nicht wahr, jetzt geben Sie mir nicht mehr die Hand?" „Warum taten Sie das?" fragte Annemarie traurig. „Ich mußte es tun. Ich hatte es mir in den Kopf gesetzt. daß ich ihn noch einmal sprechen müßte. Ich habe ihn ja auch gesprochen—— Ach Gott, sehen Sie mich doch nicht immer so entsetzt an!" Annemarie erhob sich.„Und warum sagen Sie mir das alles?" v r „Damit Sie es ihm wiedersagen. Cr soll von Ihnen nicht schlecht denken." „Nur darum? „Ja." Nun stand auch Thea auf.„Ich möchte, daß Sie gut von mir denken, jetzt, wo Sie ja fortgehen von hier. Darum mußte ich die Wahrheit sagen. Das ist ja das Einzige, wodurch ich alles wieder etwas gutmachen kann." Wieder schwiegen beide. Nach einer Weile fragte Anne- narie:„Weiß Herr Henning von dem allen?" „Nein. Bw jetzt nicht." . Aber jetzt wollen Sie es ihm sagen?" Thea senkte die Augen.„Ich werde es wohl müssen." ' Annemarie nahm ihre Hand.„Finden Sie das nicht selbst?" Thea nickte als Zeichen der Zustimmung. Sie konnte plötzlich nicht weiter sprechen. Sie fühlte sich so müde, wie damals auf dem Bahnhof, als sie fortgewollt. Annemarie nahm sie sachte in den Arm.„Ich verstehe Sie so gut und wünsche Ihnen so viel Glück. Aber ohne Wahrheit gibt es dos nicht, Thea." Thea schwieg. Zwei Tränen saßen in ihren Augen. „Noch eine Bitte," sagte Annemarie.»Wir wollen uns du nennen, ja?" „Ja, Annemarie." „Meinen Namen kennst du also doch?" Thea schlug beide Arme um Annemarie und küßte sie. Annemarie spürte, wie Theas Tränen auf sie glitten, und sie wischte sie mit ihrem Tafchentuch ab. Thea lochte.„Ich glaube wahrhaftig, ich habe geflennt. Ich bin doch ein verdrehtes Hundchen, nicht wahr?" ** • Als Henning nachmittags kam, sieß ihn Thea in ihr Zimmer bitten. Er war noch nie darin gewesen. Er war glücklich, daß er das heute durfte.„Liebe Thea, ein größeres Geschenk tonntest du nur nicht geben." Sie lächelte müde.„Setz dich, bitte. Ich muß etwas mft dir sprechen." „So streng?" Aber als er sie ansah, erstarrte ihm der Scherz. Sie sah so ernst aus, fo fremd und eigenllich auch überlegen. Ihn überströmte eine kalte Welle der Angst. Stets hatte er den Abstand zwischen sich und ihr gespürt. Nie war sie ihm trotz gelegentlicher Zärtlichkeiten so nahe gekommen, wie eine Braut dem Bräutigmn kommen sollte oder wie er sich das doch ausgemalt hatte. Aber er war ja am Ende nur ein unbeholfener, ungewandter, schüchterner Mensch, unbewandert in den Gewohnheiten ihrer Welt. So hatte er gewartet und gehofft, von einem Tag zum anderen, immer von dem dunklen Gefühl überschattet, daß das alles eines Tages ein Ende haben werde. Seit Oberlehrer Sanders tot war. hatte er auch die letzte Möglichkeit verloren, sich zu einem Menschen über sie auszusprechen. Nein, gemütlich war seine Verlobungszeit nicht gewesen. Und nun saß sie da drüben, ohne ihm die Hand zu geben, und blickte drein, als ob sie ihn zum ersten Male sähe. Oder als ob sie ihm den Abschied geben wollte. Henning war un- ruhig und aufgeregt. Wenn sie nur spreckien wollte! Dieses Schweigen war unerträglich. Mit jeder Minute Schweigens schien sie weiter von ihm fort zu gleiten. Er sprang auf.„Sprich doch, Thea. Nur ein Wort!" Und er griff nach ihrer Hand. Sie zog beide Hönde aus den Rücken. „Was soll das, Thea?" Sie sah ihn fragend an, verwundert, wie einen Fremden. Und schwieg immer noch. „Du wolltest mir doch etwas sagen, Thea, so sag es doch. Spann mich doch nicht auf die Folter." Und er zerblätterte das Refedasträußchen, das er noch immer Hielt, in seinen Händen. Thea blickte nachdenklich auf diese dicken Hände und die mattgrünen Blüten, die zur Erde fielen. „Du siehst doch, daß ich leide," fuhr er fort. „Leidest du?" sagte sie endlich und sah ihn wieder mit jenem seltsam prüfenden Ausdruck an, der ihn immer mehr beunruhigte. „Ja. ich leide," sagte er erregt. Er schrie es fast.„Das mußt du doch wissen. Du weißt doch, daß ich dich liebe!" „Das weiß ich." sagte sie langsam, unnatürlich ruhig. „Aber ob du mich noch lieben wirst, wenn ich dir alles gesagt habe,— das ist eben die Frage." „Thea!" „Ja. dos ist eben die Frage." wiederholte sie in demselben müden Tonfall. „Ich schwöre dir, daß ich dich immer lieben werde." „Ja, aber ob du mich dann noch zur Frau haben willst?" Sie sprach immer ganz langsam, als müsse sie sich mühsam überlegen, was sii zu sagen habe und ob sie es überhaupt sagen solle. Er trat dicht vor sie.„Liebst du einen anderen?" fragte er heiser. „Wie kommst du darauf?" „Ich weiß, daß etwas zwischen uns steht, die ganze Zeit — die ganze Zeit. Aber ich wollte nicht in dich dringen. Ich dachte, das würde nun, wo wir Brautleute sind, wieder ver- schwinden." „Setz dich wieder hin. Nein, dorthin. An den Tisch. Dann will ich alles sagen." Henning setzte sich gehorsam an den angewiesenen Platz. Die ganze Stube lag zwischen ihnen.„Nun," sagte er, unge- duldig mit dem Fuß auf den Boden klopfend. Langsam begann sie zu erzählen, immer vor sich her auf den Boden sehend, wo die kleinen zerrupften Resedablüten lagen. Sie sprach von ihrer Liebe zu Lothar. Sie erzählte von ihrem Fluchwersuch, und wie Annemarie sie zurückgebracht. (Forts, folgt.) Wucher die Lahn freigemacht hat. Der Magistrats»«. schlag mag gut gemeint sein, aber � AliMoneo find ein Tropfen auf einen heißen Stein. mindesten» da» Doppelte ist erforderlich: prinzipiell stimmen wir dem Lnfrag Schumacher zu. Stadtrat Weise wendet sich gegen diesen Antrag. Um 1l>�£ Uhr macht ein Schlußantrag der weiteren Erörterung ein Ende. In der Abstimmung werden olle Wänderungsanträge einem Ausschuß überwiesen. Die Magistratsvorlage wird an- genommen. Der Antrag auf Einführung einer Steuer auf den Ver- tehr in Luxuslokalen gelangt zur Annahm«. Schluß: �$11 Uhr._ Srotstreikörohung der Säckermeister. Die Sonsumgeuoffenschaft auf der Brokkarle." Die Ausnutzung der Brotkarten zu ReNamezwecken bringt der Stadt eine erwünschte Einnahm«. Bei der Sonsumgenossen- s ch a f t war der Wunsch entstanden, sich dieses Werbe- mittel« auch einmal zu bedienen. Nachdem die zur Prüfung eingereichten Texte die Genehmigung der Ernährung»« deputation erhalten hatten, wurden für zwei Wochen im ganzen 8 Millionen Karten mit der Reklame der Konsumgenossenschaft gedruckt. Der Text für die Karten der einen Woche lautete: 1 l)l)y Brote täglich können wir mit unseren 74 Doppelauszugöfen in unseren drei Riesenbäckereien herstellen. Konsum-Genossevschaft Scrlln und Umgegend. Konsumenten, schließt Euch zusammen! Kauft nur im eigenen Geschäft! Auf den Karten für die andere Woche stand: 'Pfefferkuchen, Torten, Weihnachtsstollen usw., '• Brot und Backwaren kauft man sehr vorteilhaft in der Konsum-Genossenschaft Verlin und Umgegend. 1S2 Verkaufsstellen in Groß-Berlin. Kaum waren die ersten dieser Karten ausgegeben, so kamen die Bäckermeister zum Oberbürgermeister gelaufen und ver- langten, daß diese Karten für ungültig erklärt würden. Aus Karten mit solchen Reklamen der Konsumgenossen- schaft würden sie kein Brot ausgeben, erklärten sie auf das bestimmteste. Die unerhörte Drohung der den Wettbewerb der Konsumgenosienschost fürchtenden Bäckermeister rief Im Rathaus die Besorgnis hervor, daß dieBevSlkerungderGefahreiner Brotsperre ausgesetzt würde, wenn man die Karten bei- behielte. Infolgedessen wurde angeordnet, daß die beanstandeten Karten tatsächlich für pngültig zu erklären seien. Gegen diese Anordnung erhebt die sozialdemokratische Stadtverordnetensraktion entschiedenen Einspruch. Sie hat folgenden Dringlichkeitsantrag eingebracht:„Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, den Beschluß, durch den die Brotkarten mit der Anzeige der Konsumgenossenschaft für ungültig erklärt sind, aufzuheben. Heimann und Genossen. Dl« Bäckermeister hatten kein Recht, die Brotlieferung abzu- lehnen. Daß ihnen die Reklome der Konsumgenossenschaft unbe- quem ist, wollen wir schon alauben. Aber wohin kämen wir, wenn jeder Bäckermeister seiner Abneigung gegen ein durch die Brotkarte werbende« Geschäft die Zügel schießen ließe. Man hätte es ruhig darauf ankommen lassen sollen, ob die Bäckermeister ihre terrori'stsche Drohung wahrmachen würden, Der sofortige Ausschluß von weiterer Mehllief« rung würde sie rasch kuriert haben. Wir raten dringend, die Brotkarten mit den Reklamen der Kon' sumgenosienschaft sorgfältig aufzubewahren. Aweifeb los wird die Stadtverordnetenversanunlung beschkeße«. daß die Karten dach noch aixfge ruien werde». Wocherer-Nazzia. vorgehe« der Polizei gegen de« Mucher. Im Laufe des gestrigen Tage» ist tt in verschiedenen Teilen der Stadt zu Ansammlungen und Zusammenrottungen gekommen, die aber durch Streifen der Schutzpolizei auseinandergetrieben und auf gelöst wurden. Bor dem Arbeitsnachweis in der Garmannstraße hatten sich etwa 300 Personen versammelt, die geschlossen durch die Alte Schön- hauser Straße marschierten, aber von der Schutzpolizei zum Aus- e-nandergehen gezwungen wurden. In das Pankower Rathau« ver- suchten gleichfalls 200 Personen einzudringen, wurden aber von Polizeibeomten daran gehindert. Bon dort begab sich die Menge zum Pankower Arbeitsnachweis, um sich Kelduntex!' Atzungen für Lebenemittelankauf zu holen. Auch hier gelang es, die Menge zu zerstreuen. In Weißensee kam es gleichfalls zu Aufläufen und De- monstrationcn. die zerstreut wurden. Leider gelang es dann noch einem zersprengten Trupp, sich zu sammeln und nach der Greif«. walder Straße zu ziehen, wo der Bäckerladen von. Haff und das Derkaufslokal de« Schlächtermeister» Henze geplündert wurden. Di« Schutzpolizei nahm 43 Plünderer fest und lieferte sie ins Polizei- Präsidium ein. Angesicht» dieses bedauerlichen Vorkommnisses und der weiterhin anhaltenden starken Erregung der Käufermassen über die sprung- hast emporschnellenden Preis« ist die folgend« amtliche Mitteilung über das entschieden« Zupacken der Wucherabteilung des Polizei- Präsidium» und der Feststellung von 100 Much erfüllen vielleicht geeignet, dem Vertrauen des Publikums in die Maß- nahmen der Behörden zum Schutze der Konsumenten noch einen letzten Halt zu gewähren. Amtlich wird mitgeteilt: Die Abteilung IV de» Polizeipräsidium» Verlin hat durch ihre besonder» ausgebildeten Skreifkommandos am Montag die Lebens- millelgeschSste In den Pollzeiamlsbesirken Weddtng und Preuzlauer Tor auf etwa vorhandene Preistreibereien und Unterlassung der Preisaushänge geprüfi. Zu etwa 1(30 /fallen ist durch Vergleichung der Einkauf»- und Verkaufspreise der dringende Verdächt als begründet erkannt worden, daß erheblicher Preiswucher vorllegl. Zu sämtlilben Fällen find sofort Ermltllung»verfohreu eingeleitet worden. Außerdem wurden erhebliche Mengen von Waren, wie Zocker, Margarine, Mehl usw.. vorgefunden, von denen anzu- nehmen war, daß sie zum Zwecke späterer Preiserhöhungen zurück- gelegt worden waren: Die beschlagnahmten Waren werden dem Ve'chaffungeamt des Magistrats Verlin und gemeinnsiblgen Au- statten Überwiesen. Sin gerichtliches verfahre« gsgen diese Lebens- miitelgeschäfte ist eingeleitet worden. 2n ähnlicher Weise wird die Wucherabteilung die Verfolgung de» Preiswucher» weiter fortsetzen und auch auf alle Gegenstände de» käglichen vedirfs ausdehnen. Während also der amtliche Bericht von 100 Wucherfällen spricht, sitzt In der Redoktion der Tel.-ilnion offenbar ein sehr schäm- haste s Kerlchen, denn es mach: in seinem Bericht aus den amtlichen Zg0 Fälleq i«„aller Harmlosigkeit„einige Fälle", vermutlich um beweisen, wie ungerecht doch die Empörung de» Balte» über Präsidenten scharf zu macheu. Sine weitere ganz offenkundige Scharfmacherei findet sich im 8-Uhr-Abendblatt. Dort heißt es „Da Polizeipräsident Richter jetzt durch seinen Erlaß jede An sammlung verboten hat, haben die Schupo-Mannschaften auch das Recht zum Gebrauch der Waffe zur Zerstreuung von An sammlungen erhalten" Wenn es also nach dem Willen dieses Blattes geht, dann sollen die Schupo-Mannschofien, um eure Ansammlung zu zerstreuen. in die Menge hineinfeuern dürfen. In der Rot der Massen be Önnt das Bürgertum wieder einmal sein wahres Gesicht zu ent- illen. denn zweifellos kann eine rein« Ansammlung ohne Ge- waltanwendung seitens der Derscunmelten einen Gebrauch der Waffen nicht rechtfertigen. Teuerung � Steuern � Lohnbewegung lauixt das Thema der öffentlichenvolksversammlungen am Lreitag, üeu 25. November, abenüs 7 Uhr. Geaaste««ad Genossiaueu! Sorgt für Massenbesuch den Wucher ist. In dem Wullechen„Abendblatt" verhöhnt der bekannte Heim- trieger Graf E. Reoentlow die Polizei. Cr meint, es sei seit einigen Togen In Berlin Mode geworden, Geschäft« zu plündern, aber die Polizei„belästige" die Räuber häusig nicht und ver- mahnt sie höchstens, nicht auf der Straße stehen zu bleiben. Dos erlaubt sich der Graf zu sagen, trotzdem inzwischen von der Polizei bereits über 100 Personen, die Plünderungsaktione» mü» gemacht haben, fest gen om m,n worden sind. Auf dep letzten Eeite� neben dem Beitrag eines Mitarbeiters mit dem schönen und für das Wulleblatt bezeichnenden Namen! Analpopoka findet sich dann noch ein Belfuch, den Polizei- 1 „Mißstände im öerliner Osthofen". Im Februar d. I. erregten Beröfsenllichungeu über„Mißstände im Berliner Osthafen" großes Aufsehen, die sich vornehmlich gegen den Hafendirektor Fischer richteten, nachdem der Magistrat unter dem 19. Februar 1921 der Presse eine amtliche Mitteilung dahin hatte zugehen lassen, daß„so schweres Material gegen den Direktor und Betriebsrat vorlag, daß der Magistrat deren sofortige Ent lassung beschloß". Es wurde noch mügeteilt, daß die Untersuchung mit Hilfe des Staatsanwalts fortgeführt wird. Der Hafendirektor Fischer, der ein Berschulden von Anfang an bestritten hat, versuchte vergeblich eine Richtigstellung dieser unzu- treffenden Veröffentlichung zu erreichen und erhob schließlich gegen die Stadtgemeinde Berlin Klage auf Zurücknahme dieser in der Oeffentllchkeit aufgestellten Behauptungen, die sein Fortkommen schwer schädigen mußten. Die mehrfach in diesem Prozeß an die Stadtgemeinde Berlin gerichtete Ausforderung, die Wahrheit dieser Behauptungen zu beweisen, blieben erfolglos. Nach verschiedenen Verhandlungen wurde die Stadtgemeinde Berlin zur Zurücknahme ihrer Behauptungen gegenüber der in Berlin erscheinenden Presse verurteilt. Das Urteil stellt u. a. fest: Die Stadtgemeinde Dertin habe nicht einmal ein Disziplinarverfahren gegen Fischer eingeleitet und sei ohnedies zu seiner sofortigen Entlastung gar nicht' berechtigt gel wesen. Die durch den Dezernenten der Staatsanwaltschaft persön lich geleiteten Ermittlungen, von deren Ergebnis die Gemeinde Verl lin bereit» unter dem 1. März 1S21 benachrichtigt worden sei, ließen nicht erkennen, daß Fischer„irgendwie bewußt oder durch stillschwei- gende Duldung die im Osthafen vorgekommenen Diebstähle geför- dert habe. Er habe im Gegenteil sich bemüht, die aufgedeckten Eigen. tumsperfehlungen nach Bilsigtett und Strenge zu ahnden. Auch die einzelnen gegen Direktor Fischer erhobenen Vorwürfe seien unbe- gründet und rechtfertigen gegenüber einem Mann, der nach dem von der Stodtgemeinde selbst erteilten Zeugnis von einwandfreier Führung sei, nicht eine derartige Prestemeldung. Der Anspruch auf Zurücknahme der Behauptungen in'aller OeffenUichkeit sei also ae- rechtfertigt._ Gegen ZwangSeintreibnug des Schulgeldes an höheren Schul eu. In den Kreisen der Elternl-bast. deren Kinder höhere ESulen beiuä-en, ist eine begreifliche Erregung darüber entstanden daß einige Bezirk«Smter setzt damit vorgehen. daS erHöhle S-bul. gelb durch Zwangsandrohungen einzuziehen. Die Vertreter um'erer Fraktion in der städtischen Schuldeputation haben daher Gelegenheit genommen, diese gänzlich unhaltbaren Zustände zur Sprache zu bringen. ES wurde mit Recht darauf hingelnesen. daß die Stadtverordnetenversammlung seinerzeit der Erhöhung de? SckiulgeldeS nur zugestimmt Hot unter der Bedingung, daß gleichzeitig eine Befreiung und Staffelung nach sozialen Gesichts punkten stattfände. ES ist— auch rechtlich— ganz unmöglich, au« diesem einheitlichen Beschluß einen Teil, nämlich die Erhöhung an sich, herauszugreifen und daraufhin das böhere Schul- geld einzuziehen. Die Eltern, die sich weigern, jetzt ichon das erhöhte' Schulgeld zu bezahlen, find alio zweifellos im Recht. Die Schnldeputation hat deshalb einstimmig beschlosien, bei der Finanzvrrwaltung dahin vorstellig zu werden, baß eine zwangsweise Einziehung des Schulgelde« an dxn höheren Schulen bis zur Feststellung der Richtlinien für Befreiung und Staffelung unterbleiben soll. Angestelltenverflcherung und Volksfürsorge. Durch die im Reichstag am 19. d. M. angenommene Novelle zum Angestellten- versichernngSgesetz ist angeordnet worden, nachzuprüfen, ob bei den- jenigen Versicherten, die sich durch rne Lebensversicherung von der eigenen Veiiragsleistung befreit haben, die Höbe der an die Ver- sicherunaSgefellschost geleisteten Beiträge dem Pflichtbeitrag bei der Angestelltenversichernng«ntiprscht. Wo die« nicht derFall ist. ist ein ErhöbungSantraq bi« zum 31. Dezember 1921 zulässig. Di«»V o l k S f ü r i o r g e" Gewerkschqfllich- Genossenschakiliche Versicherungsaktiengesellschaft fordert daber die bei ihr versichetlen Kollegen und Kolleginnen auf, sich sofort entweder mit dem bekannten Kalsierer oder mit der Rechnung«. stelle 1. Berlin 8018. Engelufer SS part., in Verbindung zu setzen, damit sie nicht in die Gefahr kommen, doppelte Beiträge leisten zu müsien. ' Die vnterhalksrenke für uneheliche Sind« von MNtiern unteren Standes muß in Anbetracht der ollgemeinen Geldentwertung um ?0 Pro,, gegen den Stand vom Mai d. I. erhöht werden.' Der für Groß-Berlin ortsübliche Mindesiunterboltsiatz betrögt daher nach einer Mitteilung des NachricktenamieS der Stadt Berlin mi, Wirkung vom 1. Oktober d. I ab 240 M. monatlich. Ein« neue Krankenpflegeschul«. Der Minister für Volkswohl. fahrt hat durck einen Erlaß da« St.-Rorbert-Kraiikenhaus in Berlin- Schöneberg. Mühlenstr. S'4. als Krankenpflegeichule im Sinne der Boiichriften über die staatliche Prüfung von Kronkenpsiegepersonen anerkannt. Zugleich ist da« genannt« Krankenhau» als PrüfungS- station zugelassen worden.> voltSbildungSabend Im Bezirk FrtedrlchSbain. Dem Vorbild anderer Beztzksämter folgend, bat nun ant> das Bezirksamt FrietrlchSbaln sich die Aufgabe gellellt. gut gewäblt«. künstlerisch ernstbalte Prog'arnme gegen mäi-i e« Eintrittsgeld durchzuführen.?lm Srnfabend. den 26. No- ombtr, abend«>/,« Uae. veranftaltit die Devutaiion für da» BoltSbildung». wefe» In' der Aula des RcalghinnasiuniS,.Kopdenflr. 76, einen M U s i ka lisch«« Abend. der der lustigen Mufik geweidt ist.„Die Overette von Offenbach b'S Lehär' kündigt da« Programm an. Eintrittspreis 8,50 M Sexuelle Aufklärung beißt da» Thema, über da» Magnus Hlifchfeld an dem BeratungSadende für die sirauen und Müller von Krop-Beril» am 25. November Im Berliner Ratbanf«. Saal 103, Eingang iZüdenstrake sprechen wird. Diskussion. Beginn 7'/, Uhr. Zntrittsrei. Grost-öerliner partewacbrichten. heute, Mlllwoch. de« 23. Aovember: Ait. Erüher 27.3. m Uhr gablabend tu de» bekannten Lakale«.— Für nns»°m 3. Dezember ft-ttfindende» Wintervergnllgen in Büttner» s' sSlen Und Sintiltt-kart-n bei allen Bezirtefichrer» und bei Dobrvhl Ewiuemünder Straße 11, zu haben. 17, Abt. 7 Uhr gahlabeild bei Behren-. Tegeler Str. 22. und bei lltuehmer, Tristslr. 4L. 33.«bt. Die für heut« abend-»gesetzt« gusanmienkunst her B-rteigen-ssiuu«» und-geudssen bei Wurrer, Loorünftr. 8, findet nicht statt. 38.«bt.(früher 20.), 7% Uhr Sitzung der FunitronSre bei Iurkat. Wwe. 40. Lbt?°(ftäber 5.).? Uhr gahlabend in falzenden Lokalen: Bezirke 76— 73 nnb S2 bei Schmidt, Teltower Str. 18: Bezirke 80, 81 und 88—31 bei Müll«. «r-uzbergsti. 4»; B-zirl- 83—87 bei«eusner, H-gelberger otr. 20a; Bezirke 92 und Nen-Temvelhof bei Boigt, Dreibundstr. 11. 42. Abt. 714 Uhr gahlabenb in den bekannten Lokalen. 48. Abt.(früher 1».). 7 Uhr bei Sli-stng. Dassertorstr. 68. gemeinsamer Zahl. abend,-rhema:„Die Jugendbewegung". Referentia: L. Albrecht. Die Eliern werden gebeten, lhre Linder im Alter von 14—20 Jahren mitzu- brmgen._.. Eharlotteubnrg. 31. Abt. 714 Uhr Sruppenvcriammlungen: 1. otunpe der Sch-llbach. Köntgin.Elis.ab-th.Str. 6. Ref. A. HSußler. 2. Gruppe bei Noffrus, Friedrlch.Ztarl.Platz 3. Ref.«. Kletzmann. 8. Gruppe bei Holt- mann. Sophie�8harlot:e'Str. 78. Ref. Robert Fendel.— 56., 57, und öS. Abteilung. Äonlumgenosseufchaftsmitglieder! 7 Uhr bei Tunack, Dtcland» straßs ö, Mitgliederversammlung. Wahl der GenostenfchaftsrSte. Erscheinen 80. Abt. Lchäacberg. 7% Uhr in der Aula der 8. Bolk-fchule, Ruben-stratze. Mitgliederversammlung. Ref. Willi Thurau. Thema:„Die Verelendung ssen". Außerdem sehr wichtig- Abterlungsangelegenh-it-n.__ Treptow. 714 Uhr Mitgli-tcr-ersammlung bei Oetlrnger. Elsen- .00. Thema:„Die politisch- Lage". Ref. Llttke. ...—......"'•»•nb in folge-'——'<«—•-— Mitgliederversammlung. der Mafien". WMM 101.»bt.~ strotze 100.-----„—...........,-■„■ Lichtenberg. 118. Abt. 714 Uhr gahlabend m folgenden Lokalen.: 1. Gruppe bei Gonell, Iunastr. SS. Sek- Scharnweberstraße: 2. Gruppe bei GStz, W-ich, felstratze 14, Ecke Od-rstraß«: 3. Gruppe bei Stock, Nronprinzenstr. 7. Ecke Sch-rnwedirstroßc; 4. Gruppe bei Albrecht, Gllrtclstr. 17, Ecke Oderstraße. Erscheinen Pflicht!—«9. Abt. 714 Uhr ösf-ntliche Volksversammlung Zung, Möll-Ndarfstr. 33. Tagesordnung:„Die politische Lage". -gel. Freie Aussprache. mße. bei Ref. Gen. bachftratze 37. 10. Abt. 714 Sitzung der Bezlrksführer Wichtigkeit Pflicht l schritten statt. Marge«, Donaersiag, de« 24. Tlovember: 6. Stets. Arbeitsgemeinschaft der Elternbeiräte. 714 Uhr bei S-inze, Diesten. ' 37. Gäste willkommen! Uhr bei Ritsch, Ehristlonta Str. 113, und Bctriebsvertrauensleut«. Erscheinen wegen—..... 28. Abt. 7 Uhr Sitzung der«bleilungsleitung mit sämtlichen Funktionären in der Schule SchSuhauser Allee.„, 44. und 45.«bt. 714 Uhr Mitgliederversammlung Im R-lchenberger Hof. Rei- ch-aberger Straße 147. Thema:„Die politische Lage und dt- Regterungs- btldung in Preußen". Ref. Erich Nuttner, M. d. L...... 33. Abt. Eharlottcuburg. 7>4 Uhr Abteilungsvcrsammlung bei Zakob, Brs- morckstraße 38. Bortrag über„Die Erfassung der Sachwerte und die Heu- tlqe wirtschaftliche Lage". Ref. Wilh. Srvger.Brondenburg. 83. Abt. T-mxclhof. 714 Uhr im Lokal Moltke-, Ecke Friedrlch.Wilhelm.Straße, erweiterte Borstandssttzuiig. Erscheinen sämtlicher VezirkSillhrer»otwendig. 124. Abt. Mahlsdorf. 8 Uhr im Restaurant Schliebner, Sohnower Etratze. Thema:„Christentum und Sozialismus". Ref. Pfarrer Vieler. 123.-130. Abt. Pankow. 7 Uhr Mitgliederversammlung bei Lindner, Breite Straße. Thema:„Preußen und die SoalUion". Zungsozialist-n. 7-4 Uhr bri Groß, Sedanstr. 17.«ortrag:„Unsere nächsten Aufgaben". Ref.»urt Löffler. Alle Parteimitglieder beri — Gruppe Pankow. Der für heut« angesagte Vortrog zllchst willkommen. .Der Görlitzer Partei- 37. «bt. fragen 38. Abt. Eharlottenburg. QRtif 9 7 Uhr in der Echulaula. Res. Frau Bohm-Schuch, M. tag und seine bisherigen Ergebnisse" fällt infolge der am Donnerstag statt- findenden Mitgliederversammlung der Partei aus.— Gruppe Britz. 7 Uhr im Jugendheim, Ehausseestr. 48(Rathaus), Mädchenabend. Dazu sind be- sonder» die Frauen eingeladen. In der 3. Gemeindeschule, Hannemann- straße, Di-kussionsabend:„Preise". Frauenveranstaltungen: str�20. Thema:„sieit- und Streit- 8 ühr bei Stein, Passauer Str. 35. Thema:„Frauen- krankheiten". Ref."Dr. Josse. 83. Abt. Tempelhos. 714 Uhr bei Kuckowald, Saiserin-Augusto, Straße, Ecke Fried rich-Franz» Straße. Thema:„Die Entwicklung der Frau". 109. Abt. Fricdrichshagen. 714 Uhr bei Otto, Stich., Ecke Wilhelmstraß«, „Reuter-Abend". �ugenüveranftaltungen. verein Arbeiter-Jugend. Sekretariat: VW. 0», Linden fir. 3, 2. Hos link», 2 Treppe» recht». Telephon- Mpl. 121 03—10..- Heule, Mittwoch, den 23. Jtovembet: St» Lichtbildervortrag de» ArbeUei.Abfflnentcn.Vnnde» findet am Z Sonnabend, den 28. Rovemder, in der Aula der Sophienkchnke, Wein- meisterftratze 18—17, über die„Alto ho Iget ahr" statt. Beginn pünktlich s 141 Ahr. Eintritt frei.■ Bohnsdorf. Jugendheim Schule Dahmcfiroße. Dortrag:„Die Erdzeitalter". Söpenick. Iugendbeim Schule Marktplatz, Bortrag:„Ludwig Thoma".— Friedrich»felde. Jugendheim Schule Rumme'sburger Straße,«ortrag:„BrUs- Wirtschaft".— Lichtender«. Jugendheim Pariaue 10, Vortrag:„Die bürge-lich, Kugenbbewegung".— Prenzlaner Vorstadt. Jugendheim Senefelderftr. 6-7, betrag:„Anarchismus— Syndikalismus". Mus öer Partei. Revolutiousgedächtnlsfeier i« Dänemark. Eine imposant« Reoolutlonsgedächtnisfeler veranstaltet« der So- zialistische Verein in Sonderborg. Genosie Bauer» Hcm- bürg hielt die Gedächtnisrede unter starkem Beifall. Folkethlngs- mann I. P. Nielsen, als„Kindervater" in Deutschland allgemein bekannt, sprach im Namen der dänischen Partei und würdigte die Tatkraft der deutschen Arbeiterschaft. Er übermittelte Grüße der dänischen Parte! an die deutsche Bruderpartel und gah der Hoffnung eines baldigen und vollen Sieges der deutschen Sozialdemokralic Ausdruck. Die dänische Bruderpartei sei jederzeit zur vollen Unterstützung bereit. Diese Ausführungen des Genossen Nielsen würden mit starkem Beifall unterstützt. Eine Konferenz der Geschäfissührer der Parteipreffe findet am Montag, den 28., und TienSlag, den 29. Rovcinber, im Bureau de» ParleivorstandeS statt. Die Verhandlungen beginnen morgens 10 Uhr.' Die Parteipresse wird um Rachdruck gebele». Fest» lhlaw. Müs aller Welt. Drei Kinder verbrannt! Montag abend brach in dem einsam gelegenen Forß Hause Elba in der Gegend von Lüneburg ein Brand aus. Es konnte nicht» gerettet werden. Drei Kinder des Hörsters, ein Knab« von drei Jahren und zwei Mädchen von 12 bzw. 16 Jahren, kamen in den Flammen um. Drei andere Kinder wurden- gerettet. Zwei Kühe, sechs Schweine und 'ämtliches Geflügel sind mitverbrannt. Man vermutet Brand- tiftung durch Einbrecher. Zm Hauptbahnhos Leipzig ist Dienstag nachmittag der gegen 3 Uhr fällige Personenzug a»S Chemnitz auf den Bremtschiitten gefahren. Durch den Anprall wurden drei Reisende schwer und mehrere andere leicht verletzt. Die jüngste Volkszählung in Polen hat ergebe«, daß die Republik 28 340 000 Euuvohner zählt, ohne die Angehörigen der Armee.__ Vorträge. Vereine und Versammlungen. Mleter.verdcknd. Gruppe Gesimtbrunne». Freiing, den 28., abend, T Uhr. Echiller.Lyzeum, Böltger-, Ecke Pankftraßc, Generalpersammlung.— veiztsche 'Zriedcncgesellsckaft. Freltag adend 7 Uhr Bortrag H. v. Gerlech im Vürger» aal des Rathauses, Sönlmiraße, llder„Pazifismus und Solonialpolitik".— »eichooereinigung ehem. Setegsgcsangener, Eruooe Norden 2. Freltag, den 23., abend« 71b Uhr, lm Restaurant„Berolln-.Z-stiäle". Schönhauser Allee 28. Sitzung mlt Damen.— Freie Arbelter-Samarlter-Solonne»lentälu. Donner». tag, den 24., adend» üt? Uhr, di lchSnbai «nAl». bei Lempe. Prinz-Handjery-Ltraße 70, ausser- dringend I' or!'entltcho Generalversammlung. Erscheinen'aller dringend notwendig. Briefkasten üer Neüaktion. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt.- Jeder für den«rief. kästen destlmmten Anfrage fstge man«tuen Buchstoben und«in, Rümmer bei. Eilige«ns-aaen trage man In der Surlstlfchcn Sprechstunde. Lindenftr. L. .—.j jj,,.-—----------————--»■-- l. Sot part. link« vor. Schriftstück» und Verträge Nnd mtlzubrjngöiu' «.». Uns sind die neueren«eröffeutNchungen Scheler» nicht bekannt: fragen Sch�i» einer größeren Buchhandlung an.—>. 30. Silke au. Erb- oder siineralöl herzusielle». ist unmSgi _______.;- v. 50.... Pflanzenöl Isi verselfbar. Wird in einer kräNigen Lauge neu Seisensteui ungefähr 14—�4 Stunden zu brauchbarer Seife vi! «NSW ,///�; Wie von den großen Lahrgängen-tS-tt, itS'lS, 1912, haben wir uns auch von hervor- ragenden Crescenzen der Lahre -1920 und �92-1 in den deutschen Qualitäts- Weinbau- gebieten große Mengen gesichert. Die Weine dieser trefflichen Lahrgänge dienen wiederum ausschließlich zur Herstellung unserer einzigen Gektmarte „Göhnlein Rheingold" Ln feinster Abstimmung werden die ein- zelnen Lahrgangsweine vereinigt und geben so unserer Marke die ihr eigene Prägung. Die gute Gmndlage unserer Füllungen und die au- schließende Pflege jeder Flasche bis zu edler Reife sichern für unsere Marke allzeit an Güte und preis das denkbar beste Verhältnis! »ur« tai Weinhand«!.' Göhnlein& Co Schierstein t. Rheingau. Gegründet 1665. Thealcr, Ll&lspSeie mw. i O Ccxxrj�-.'joucixXs�o.-. üo �cocj�oor co Opernhaus III. Sini.-Konzert "i'l. Uhr Schauspielhans Othello 7'/z Uhr Deutsch. Theat. V'/ü U; Louis Ferdinand Hrniz von Preußen Do. 7'» LOulsFcrdincnd Prinz von Preußen Kammerspiele 8 U.: Der M&Iinerho? Do.8: Der HuhnertiOd Or.Schauspieih. (Karlstraiie» 7L.: Götz v. Berlichin}>en> Do 7 U: Götz von Ber- 1 __ Hchingen> Theater i. d. Könissrätz.Str. Manon Lescauti (Orska, Janssen, lüc- mann, Bildt, Brandt, Bernburk, Picha, Keli- Kopl, v. Twardowski, Klupp) iJo: llidulla Frt.: Mnnon Lcacuui So.: F|ii1a!la' Stg: Mnnon Leacaut VoSHsbilSiiie Theater am Bülowpiatz 7,/f: Das Postamt/ Die Komodie d. Irrungen Lessing-Theat. T U Uhr zum 30. Mäle; Die Spielereien einer Kaiserin (Durieux, SteinrQck, Sternher?) Do, 7>/i i Die Spielereien einer Kaiserin Freitag?>/, Uhr; I>pr lasterhafte Herr Tscha Sonnab. u. Sonnt. 7V,: Spielereien ein. Kaiserin Montag 7: Peer Oynl OeutsehesKiinstler-Tti Allabendlich VU: Der heilige Äiahrosliis (Max Adafber.) '?/ Komödienhaus iaghen 7.30 Uhr:! Die Fahrt ins Blaue (Ülässncr, Richard. Engl, Pröckl, Stieda) Berliner Theat. Täglich 7.30 Uhr; tyn'nsQffin �/tBjTCI' Dir. Jatn. Klein Die große Revue Weitliielet solche PFachiaus- FritziMassaryao, Italph Arthur Roberts. Pepi Zampa, Hb. Kiper Ceniral-Thoaler ''/< u.; ßetektivniäilel Deutsches Opernhaus w. Martha Friedr. Wilhelinst. Th « Uhr. Affleriesn Girl Intimes Theater b U; Die Spelunke Lauf doch nicht immer nackt-herum Klein. Schauspielhaus 7'/. U.: KikitUustsp.) Lustspielhaus s uhr: ßahDenkampl Metropol-Theater �Ö.SMensängerin Neues Operetten-Th b i hr. Königin mach! Neues Theater am Zoo 7:.uhr:BerDiininikopI Neues Volkstheater v. uhr: Rose ßernil Schiiler-Th Charibp. 3 Stützen d. Ocsellsch. 8 U.: Ateivve Preu, die ttotsehnuspIeteriiA SchloGpark-Th Steglitz i statt. n.lian!.fae-! I rühmt. Darstell. Max Lanüa Brunn Kastner Sascha Gnra Wilh. Hartstein| Franz Groß P.Weslermeyer I L. Werkmeisterl Äihert Faulig Ij�Damen Vorverkauf 1 ununterbrochen I DRESDNER BANK AuOerordentiishe Generalversammluiig Gemäß§ 25 der Statuten werden die Aktionäre zu einer anUerordentHclien Generalversammlung, welche Sonnabend, den 10. Dezember 1921, vormittags D'/j Uhr im Barkgebäude: Dresden. Kßnig-Johann-Straße 3, stattfinden wird eingeladen. TAGESORDNUNG i 1 1. Statutenänderung; § 7 Abs.! soll den Zusatz erhalten:.Die Ocwinnberechtigung neuer Aktien kann aucn abweichend von den Bestimmungen des S 214 Abs 2 des Handelsgesetzbuches festgesetzt werden." Im Z I» Abs. 2 werden die Worte nach vorhergegangener drei mo atiger Kündigung" durch das Wort Jederzeit" ersetzt. 2. Beschlußfassung Uber die Eiböbung des Aktlenkapitals um 20(ii>onc00 Mark unter Ausschluß des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre •und Festsetzung der Bedingungen fflr die Ausgabe und Begebung de neuen Aktien. J Statutenänderung: §§ S und 6 sollen entsprechend dem Kapitalerhöhungbeschluß gefaßt werden. 4. Wahlen zum Aufsichtsrat. Zur Ausübung des S immrechtes in der Generalversammlung sind nach§ 27 der Statuten diejenigen Aktionäre bertchtigt, welche ihre Aktien oder eine Bescheinigung über bei e nein deutschen Notar bis nach Abhaltung der Generalversammlung hinterlegte Aktien spätestens am 5. Taae vor dem Tage der Generalversammlung, den Tag der Generalversammlung nicht mitgerechnet.beieinerdernachverzechneten Steden: bei der Dresdner Bank in Dresden und Berlin sowie ih en übrigen Niederlassungen. bei der Allgemeinen Deutschen Credit. Anstalt in Leipzig, bei der Württembergischen Vereinsbank in Stuttgart, bei der Deutschen Vereinsbank 1 in. bei dem Bankhause L.& E. Wertheimber/ Frankfurt a. M. bei dem Bankhause F. A. Neubauer in Magdeburg. bei dem Bankhause A. Lavv). bei dem Banknause- Siegfried Simon) n Köln' hei der Dfirener Bank in Düren, hei dem Bankhause Simon Hlrschland in Essen, bei der Eschweiler Bank in Eschwellor, bei der Oldenburglschen Lahdesbank in Oldenburg gecen eine Empfan m vcheinigung hinterlegen und bis nach der Generalversammlung daseibst belassen. Stimmberechtigt sind auch die'enigen Aktionäre, die eine Be scheinigunv der Bank des Berliner hassen. Vereins vorlegen, wonach ihre Aktien spätestens am S.Tage vor dem Tage der Generalvetsammlung, deji-Tag der letzteren nicht mitgeiechnet. bei der Bank des Berliner Kassen-Vereins bis nach Abhaltung der Generalversammlung hinterlegt sind. Dresden, den 12 November 1921. Direktion der Dresdner Bank _ Nathan. Jfidell. Ankauf Gold-, Silber-, Plalla- Bruch aeparotucen, Jlenacbeifen, Deegol- ben, Decfilbeen. EchmeLtgelegenHetr nie Händler. .loh. Spangenberg, SO. 16, Metchiorstr. 39. ■r*' iIIIUI I�uaa- IIBUI, kauft Metalt» hontor John. Aile�akobsir 138 6284/21 zjÄ: Medea Thalia-Tlieater t'h/.Sciiäni'Bieii, Lotte Theat. am Nollendarfpl. 3t',: Der dunkle Punkt v.-. Die Ehe im Kreise Theater des Westens 4 Hansel u. Grctel i.t'r1. Braut tLlueuilus Th. id. Kommandant. Str (JUd. Künsiler-Th.) 7'.., Uhr: Dybuk Wallnor-Theater 7- uhr: Nixclien Walhalla-Theater u'. Jnag muß man sein ßesideoz-Theat Täglich 7'/» Uhr: Das weite Land von ßchnltzler. Triescil, Bertens, Korff bchroth, M eicker, Schneider-Nissen, Halbe, Fürth Kleines Theater Täglich 7l/a Uhr: log. Burg, Carola Toelle Falkenstcin, Albcrs in Frl. Josette meine Frau Trianon-Theat. Täglich(V, Uhr: Der gf. Erfolg! llsln Jreund Cäsino-Theater Lothring.Str.37 Tägl.T8/, Der neue Schlager NW.» v/olksstück in 4 Aufz. Stg. 3Va: Tante Belle BaiieftiiS Heoei Operetten-Tii. Schöneberg HaiiptatraBc 14-4, Täglich 8 Uhr ❖❖ Einmal ❖❖ kommt die Stunde mit (Rose«Theater) Elise Balzer• Lichten- (>/« Uhr: stein, Agni Wllke, Oeorg Baselt, Max Wilberg, Josef Cornum u. a. FÖLIES CÄPRICE Limenstr. 132, am Oranienburger Tor Täglich 8 Uhr: IC1RC11S iüSCH Txl. 7»/z Uhr |5onnt. auch S Uhr 500 Haas* Heye-Koslüme schaflen d far bentrunkene Bild in d. neuen indischen Man-Schaust. Die J Schlange dcrDurjra lAuberdJOLirc Sens Vorvk benutzen! Leipziger Str. JjJJ Zahiungserleichtcrung Die den unterzeichneten Berliner Vereinigungen angehörenden Banken und Bankfirmen seilen sich genötigt, um für die stark gestiegenen Unkosten einen wenn auch geringen Ausgleich zu schaffen, vom 2 1. November 1921 ab bei Börsenaufträgen außer der üblichen Effektenprovision Spcscw-BaiisdiilciiflBircn zu berechnen. Demgemäß werden wir für jeden ausgeführten Börsenauftrag, gleichgültig ob es sich um Aktien oder festverzinsliche Werte handelt, eine AusüllmiiigsgebiElir mt 15.- N. pro Posten belasten. Von dieser� Qebührenberechnung sind An- und Verkaufs- Geschäfte in deutschen festverzinslichen Wertpapieren bis zu einem Nominalbetrage von 5000.— M. einschließlich ausgenommen. Für die Vormerkung jedes limitierten Börsenauftrags werden wir ebenso wie für dessen Abänderung, Streichung oder Umwandelung in eine Bestens-Order eine VormerKim&geSBOlir von 10.- Pf. pro Pmim erheben, und zwar gleichgültig, ob es sich um Aktien oder festverzinsliche Werte handelt. Bei dieser Gelegenheit weisen wir angesichts der fortdauernden großen Belastung mit Börsenaufträgen abermals darauf hin, daß wir, wenn wir uns auch nach wie vor, soweit es irgend in unseren Kräften steht, bemühen werden, den Wünschen unserer Kundschaft gerecht zu werden, jede Verantwortung für pünktliche Ausführung voh Börsenaufträgen und jedwede Haftung für sich etwa ergebende Differenzen ablehnen müssen. Berlin, den 21. November 1921. Die Mitglieder der VerelnigimO von Berliner Inleressengemelnsctiall öcr Bannen und Banhicrs. BcrSiner Privatbanltfirmen. $ fJIgtrstr.JS' Wieder erßflnet! mit Ferd. drunecker Tel. Norden 8650 ii'r Theater uhr i ])ir. Jörn. Klein Die Sensalion Dcrllns Frau Luna | Große Ausstatt- Operette von Paul Lincke mit dem Grigoiatis- Laft-Ballet Oskar Saboal Eise Berna Martin Kettner Frltzi Ären Fritz Steidl CODamen- |3U Ballett! Vanetö-Spielplao Raachen gestattet Theat a. Kottb.Tor leLaRotin 16077 adflLTL.Uhru. Elp nadjin. 3 IL tO Herreu i DJIt) I ftomid ««.halbPreise 95otUI-lü3u4 6 Eisernes� rTranjport.Kachel5 ÖFEN iSEMMlf'U&.BIEYBERGJ a.G. 9re5clnerstr.Q( BERLIN 5.14� Pelz Waren .0 solid. Vererb billigst Gol dstehi, Dresd. Str. 1,1 a.Hochbahn h.Kottb.T or Admirals Palast Die roten Schuhe RelcSsBaTea� Theater Slektinar g Sänger Ab.?'/, u. St.nchm.u Nm.'/�r , Variete Pöwh.-Br. zn den Vorführungen des Films: Das indische Grabmal, zweiter Teil,„Der Tiger von Eschnapur" ist so gewaltig, dass ab heute, täglich 3 Vorstellungen stattfinden. 1» Vorstellung 5 Uhr 2« Vorstellung 7 ühr 3a Vorstellung �Ia9 ühr Vorverkauf 11— 1 Ehren- u. Freikarten ungültig! Ab Donnerstag, den 24. November! Das indische Grabmal Erster Teil Kammerllchtspiele y&i kI« Mhnachts-Ameisen fmmmm mmmmmmmm.......... i.n...... im„Vorwärts" werden mit Aufmerk- A samkeit gelesen und beim Einkauf W ganz besonders beachtet! 1 •U-S-LINESf - RegelmäHige Abfahrten l BREMEN NIWYORK » Vorzügliche Reisegelegenheil» E mit den zrßßten zwischen Deutschland und! Z Amerika verkehrenden ersiklassigen und. n schnellen Doppeischrauhen-Salondampfern! B„George Washington",„America" u. a. J ■ ab deutschem Hafen; Sbrehen-canada» ■— m Auskunft und Fahrscheine durch• " GENERALVERTRETUNG l : NORDDEUTSCHER' ; LLOYD BREME i:' und seine Vertretungen J in Berlin! Norddcutocber Lloyd' 0 Kajfitenbareau, Unter den Linden I(Hotel» ■ Adlon)! I». Moniann», Invalidenstraße« � Garderobe iür Herren, Damen u. Knaben nur neueste Modell» mit deqneme Teilzahlung bei mäKtgcr A: zahlun- NsinnivK Georg | Andreaggtr. 28, i. Et. jam Andrcaspia zl I Rf kauft wie ä und zahlt für SttMenMeiiie WM.GovvllüMerdM 1 sowie Gegenstände den höchsten Tageskurs DireUe Verwertung. Brunnensir. 168 >Telepb. Humboldt 3480 Gegr. 1909 PrisiüEn-Felilsteeiier bes. Zeiss u.(ioerz werd ständig angekault Photohaus Steckelmann Bln.W9, Poisdam.Sir.13S 4 Gold' Platin A SUbctbr., Söhne ,»»» Blei, Kupier. <1« II, Qucilstlb.uiw. tauft zum Engrospre fc scharnow, Sangeftc. 35, am Echtestfchen Bahnhof. n.nAfmmtr11 B.H. BERLIN W 50 Hardenbergstr. 29a-e Ausstellungshallen Zoo, Portal V Riesen- AoswaM von McSlselia u. Woiiaungs-Elnrläsfnngen aller Stilarten und Preislagen in nur guter und bester Ausführung ganz besonders tslSSIrp Einige besonders große bildschöne Terren-g Speise- mü SäBstelmme? Vle e Gelegenlxeltskäulet siiiii, igteft. nerv. Unruh, Er- regung. u. Herzdefdtwd. Ivitd behob, d. Vatbra- menf. Bllanzcnprob.. b. rtatlicL 3Rt biz. Z Beruhigung b. Nerv. Fl. 14.50. vtto Netchel. Berlin 43 SD», Elf enbahnflr.4 Mmelsüe kauft zu hoben Preisen Qehtlaar,* SO, Waldemarstiaße 61. A aren en gros Einzelverkauf® Alaskafüchse, Kreuz fQchse. Pelzkracenv. 100M. an,Pelzmänte!. Herren-Sportpelze 21 (Ordonnanz-Haus) kein Laden, II. Stock Bllecenau auf Firn. Ql und Hausnummer£j zu achten! Kr. 552 ♦ 38. Jahrgang 2. Heilage öes Vorwärts Mittwoch, 23. November 1921 /irbeitersthast uns Volkshochschule Von Dr. Alfred Guttmann. Ist es nicht seltsam, dag die Veränderung aller Zustände nach dem großen Zusammenbruch sich in der wichtigen Frage der V o l k s b i l d u n g s a r b e i t so wenig ausgewirkt hat, daß die geistigen Fortbildungsmöglichkeiten des Arbeiters immer noch so gering sind? Als vor drei Jahren die Arbeiter- Vertreter mit ans Ruder kamen, konnte man hoffen, daß nun auch denen, die nicht durch Geldmittel in der Lage gewesen waren, sich Bildung zu verschaffen, mehr Gelegenheit geboten werden würde, ihren brennenden Wissensdurst zu löschen, ihr Verlangen nach seelischer Erhebung, nach Eindringen in die Probleme menschlichen Denkens zu stillen. Da ein Mann wie Konrad Harnisch zum Minister ernannt wurde, durfte man erwarten, daß ein neuer Wind auch aus dieser Gegend blasen würde. In der Tat hat das Ministerium seitdem wohlwollend alle Bestrebungen unterstützt, die dem Ziele einer Hebung der Volksbildung galten. Aber es wollte auf vielen Gebieten nicht selber die Initiative ergreisen, z. B. in der Frage der Weiter- bildung der Arbeiterschaft in Volksunioersität oder Volkshoch- schule. So nahmen andere Instanzen die Führung in ihre Hände. Zuerst traten die Jmmerbereiten auf den Kampfplan, die stets mit jeder neuen Strömung segeln. Allerlei„prole- tarische" Bildungsinstitute begannen ein kurzdauerndes Leben, meist als Produkte volksbildungsferner Literaten und Vcr- wandlungsvirtuosen. Zugleich formulierten die bisherigen Bildungsinstitute, deren Hörerkreis sich aus bürgerlichen Krei- sen rekrutierte, ihre Titel um: statt Akademie sagte man jetzt „Hochschule" oder gar„Volkshochschule". Im übrigen änderte man an Organisation und Aufbau nicht mehr als bisher. Aber auch ganz neue Organisationen wuchsen in großer Zahl schnell auf: sie nannten sich„Volkshochschulen". Zumeist waren die Gründer Lehrer oder Personen, die den Bildungsbestrebungen der Arbeiterschaft wohlwollend und gönnerhaft gegenüber- standen, aber nichts von dem allen unseren früheren Bil- dungseinrichtungen zugrundeliegenden M i t b e st i m- m u n g s r e ch t der Hörer wußten— oder es sogar ablehnten. Auch„völkische" Volkshochschulen taten sich auf, mit nationaler Betonung und Abwehr des„Frcmdstämmischen". An wenigen Stellen endlich erstanden solche Hochschulen unter der Mit- Wirkung der Arbeiterschaft selber. Von der Be- deutung dieser wahren Volkshochschulen für die Arbeiterschaft soll hier die Rede sein. Worin unterscheidet sich eine Volkshochschule von allen anderen ähnlich benannten oder wirklich ähnlichen Insti- tutionen? Erstens: die Organisation muß eine enge Verbin- �una Zwischen der Welt des Volkes und der des Forschers sein. D�ie Zwei Welten stehen sich im Staat sonst fremd gegenüber. In �er gemeinsamen Arbeit knüpfen sich die Fäden zwischen beiden. Die Volkshochschule ist ein Verein, muß also einec? V o r st a n d haben, in dem die Kommunen, die Ver- ircter der Iildungsausfchüsie der Arbeiterparteien und Ge- werkschaften flowie sonstiger Bildungszentralen des Volkes zu- fammenarbeitem, in dem die Hörer und die Lehrer ebenso Sitz und Stimme haben wie die Vertreter der Wissenschaft. Der Vorstand muß einem großen Ausschuß verantwortlich sein, in dem vor allem die Kommunalvertreter, sodann die großen Verbände der Arbeiter. Angestellten und Beamten, die Bil- dungsausschüsie und die Hochschulen sitzen. Ein von diesen Gruppen zu wählender Leiter(ev. mit weiteren Abteilungs- leitern, falls der Umfang zu groß wird, wie z. B. in Berlin, wo wir in der eben beginnenden Lehrperiode über 2S0 Kurse gleichzeitig abhalten, von denen zahlreiche noch in Parallel- kurse sich erweitern) führt die Angelegenheiten so. daß er im Einklang mit einer wissenschaftlichen Zentralstelle(an der Universität) als Fachberatung die Lehrer dem Vorstand vor- schlägt Der Leiter hat sowohl mit der Hörerschaft als Gan- zcm. als auch mit den von den einzelnen Kursen zu wählenden Vertretern zu verhandeln. � � Zum zweiten: Lehrplan und Arbeitsmethode der Volkshochschule müssen sich fundamental von der Art schei- den, nach der bisher„Volksbildung" getrieben wurde. Statt lehrhafter Vorträge, deren Wirksamkeit sich mehr in der Be- friedigung des Vortragenden als der Hörer erschöpft, muß der Wissensstoff in einer Forni an die Hörer herangebracht wer- den, die ermöglicht, das Lehreloment nicht als lebloses und wieder zu vergesiendes Material aufzunehmen, sondern ihn geistig kritisch sicktend zu verarbelten: das muß vor allem in der Form der„A r b e i t s g e m e i n s ch a f t" geschehen. Der "ehrer darf nicht„vortragen", was er sich zu Hause am Schreibtisch konstruiert hat, er muß in freier Rede im dauern- den geistigen Austausch mit den Hörern, in Frage- und Ant- mörtspiel. oder gar in einem von ihm anzuregenden Rund- aespräch die Hörer zu dieser a ktiven Mitarbeit bringen, die nur in kleinem Kreise möglich ist. So wird nicht über die Köpfe weg geredet. So kann jeder Hörer sich intensiv mit wissenschaftlichen und künstlerischen Problemen beschästigen, die zugrunde liegenden Fragen erkennen und selber die Wege finden, um Antworten zu geben. Damit ergibt sich für den nachdenkenden Leser schon von selbst die Folgerung, daß eine so angeleitete Hörerschaft an der weiteren Entwicklung des Lehrplans starken Anteil nehmen wird, da ihre eigenen Bediirsnisse und Wünsche ihnen und dem Lehrer ganz anders zur Erkenntnis kommen, als in Vortragsknrsen. Der Lehr- oarg baut sich dann von selber so auf, daß der innere Zu- fammenhang vom Lehrer, die Form der jeweilig gewünschten Fortsetzung von den Hörern aus angeregt wird. Selbstver- ständlich liegt eine Welt zwischen dieser logischen Entwicklung innerhalb der Arbeitsgemeinschaften und etwa einem kritik- losen Aufnehmen des ersten besten Wunsches, den irgendein Hörer einmal vorbringt.„ Da Hörer und Lehrer rm Vorstand vertreten sind, haben beide Teile auch an den organisatorische n Fragen lebendigen Anteil und können ihre Erfahrungen hier praktisch verwerten. Andererseits müsien alle Beschwerden der inter- essierten Kreise im Vorstand zur Aussprache kommen. Dann kennt die Leitung wirklich die Volksstimmung, auf deren Wohlwollen ja die Institution beruht. Macht sich also hier oder dort eine Mißstimmung bemerkbar, so wird der Vorstand die Angelegenheit durch eine Aussprache mit den Beschwerde- sührern zu ordnen trachten. Sehr wichtig ist natürlich die Auswahl der Lehrkräfte. Weder der Typ des bester- mistenden Oberlehrers, der es nicht versteht, sich in einen Ar- beiter hineinzudenken, noch der Typ jenes Schulmeisters, der zum Arbeiter wie zu einem Kinde spricht, eignet sich zum Volkshochschullehrer. Was kann eine Arbeiterpartei nun tun, um eine so skizzierte Volkshochschule der Arbeiterschaft nutzbar zu machen? Wer der Arbeiterschaft neben der wissenschaftlichen Begründung ihrer politischen Weltanschauung eine Kultur- e n t w i ck l u n g wünscht, der muß sich auch nach den Fort- bildungsmöglichkeiten in dieser Richtung umtun. Deshalb halte ich eine aktive Teilnahme einer Arbeiterpartei an der Volkshochschulbewegung unter folgenden Gesichtspunkten für unbedingt geboten: 1. Die Partei muß ihren ganzen, in der Zahl chrer Mit- glieder begründeten Einfluß anwenden, um in der Ver- w a l t u n g genügend zu Wort zu kommen. Sie muß die Wichtigkeit dieser Mitarbeit bei ihren Vertretern in den Stadt- Parlamenten, im Parteivorstand, in den Bildungsausschüsten. bei den Funktionären betonen, um«lle Instanzen dafür zu interessieren, daß die Partei im großen Ausschuß, wie im eigentlichen Vorstand genügend vertreten ist. 2. Die Partei muß die Hörerschaft in ihrem Sinne beeinflusten, muß bei den geeigneten Gelegenheiten der All- gemeinheit der Zlrbeiter klarlegen, daß erst durch ihre Mit- arbeit diese Einrichtung zu einer wahren„Volks"-Hochschule wird und daß diese Organisation je nach der tätigen Mitarbeit der Parteigenossen sich im wahrhaft demokratischen Sinne oder scheindemokratisch oder gegen die Interessen der Arbeiterschaft entwickeln kann. Die Arbeiterschaft muß durch die Organe der Partei aber auch über die Einzelheiten informiert werden, wie sie ihr Interesse betätigen kann. Es. müssen durch die Presse Hinweise auf geeignete Kurse gegeben werden, wobei es streng vermieden werden nmß, daß nur die Kurse angezeigt werden, die gerade zufällig von Parteigenossen im Lehrkörper abgehalten werden. 3. Die Partei muß darauf achten, daß ihre Geistesarbeiter an den Volkshochschulen als Lehrer mitarbeiten. Die Hochbegabten(deren Weiterentwicklung auch eine wich- tige Aufgabe der Volkshochschule ist,— was z. B. an der Volkshochschule Groß-Berlin sehr wohl erkannt und durch be- sondere Fortbildungskurse zur Tat wird!) müssen von der Partei zunächst als Schüler, später als Lehrer für diese Zwecke herangezogen werden. Kommumstisthe Obstruktion w Landtag In der Landtagssitzung am Dienstag nachmittag beantragte vor Eintritt in die Tagesordnung Abg. Dr. Meyer-Oftpreußen(Komm.), die Beratung des Eni- wurss einer Geschäftsordnung von der Tageordnung abzu- setzen, da noch nicht das gesamte Material vorliege. Er verlangte auch, entgegen dem Beschluß des Aeltestenrates, eine allgemeine Besprechung über diesen Antrag. Es soll über ihn abgestimmt wer- den. wenn Punkt 2 der Tagesordnung zur Beratung steht. Der Haushalt der Gestütsverwaltung wird unter Ablehnung einer Reihe kommunistischer Abänderungsanträge angenommen. Ab- änderungsanträge der Bürgerlichen auf Erhöhung einzelner Posten werden gegen die sozialistischen Parteien angenommen. Es folgt der Entwurf einer Gefchästssrönung in Verbindung mit einem demokratischen Antrag aus Einsetzung eines ständigen sozialpolitischen Ausschusses und eines kommunisti- schen Antrages auf Acnderung des Z 10 Abs. 1 der Geschäftsordnung. Der kommunistische Antrag auf Absetzung der Geschäftsordnungs- beratung wird abgelehnt.(Pfuirufe bei den Komm.) In der allgemeinen Aussprache zu§ 1 erklärt: Abg. Dr. Meyer-Ostpreußen(Komm.): Die Mehrheit hat nicht den Mut, offen zu erklären, daß man uns mundtot machen will. Wir lasten uns diese schamlose Behandlung von Ihnen nicht mehr gefallen. Die Opposition muß dann natürlich zu schärferen Mitteln greifen. Wir stehen nicht auf dem Standpunkt der Sabotage des Parlaments. Je mehr Sie uns zum Schweigen bringen, um so lrniter werden die Massen draußen schreien. Abg. Schollch(Soz.): Der Aeltestenrat wollte keineswegs die Kommunisten verge- waltigen mit seinem Beschluß, hier nur eine Lesung zuzulassen. Die noch gültige alte Geschäftsordnung läßt für diese Beratungen auch nur eine Lesung zu. Uebrigens kann jede Partei eine Viertel- stunde zu jedem der S8 Paragraphen der Geschäftsordnung sprechen. Da wird Ihnen(zu den Komm.) schließlich doch noch die Kraft aus- gehen, wie es heute nacht der Fall war.(Lärm bei den Komm.) Die„Rote Fahne" spricht heute von Ungeheuerlichkeiten, die sich an die Aenderung der Geschäftsordnung anschließen werden, und Herr Katz meinte, wenn die Mehrheit Bluwergießen im Parlament haben wolle, so könne sie es bekommen. Mt Wassergläsern sängt man an und weiteres soll dann folgen. Gewiß ist das Par- lament kein Mädchenpensionat und wir sind gegen manches abge- härtet, aber was sich jetzt hier abspielt, wird selbst von Leuten wie Dr. Meyer nicht gebilligt.(Lärm und Zwischenrufe bei den Komm.) Man wirft uns vor, wir wären keine Marxisten, aber Dr. Meyer hat uns nicht belehrt, was Marx denn über die G e s ch ä f t s o r d- n u n z. gesagt hat. Wir sind vom Volke nicht hierher geschickt, um mit uns Komödie spielen zu lassen.(Abg. Katz: Schamlose Kerlel — Ordnungsruf.— Großer anhaltender Lärm.) Das Auftreten der Kommunisten ist eines Parlaments unwürdig.(Zurufe der Komm.: Leinert holt bald die Polizei!) Das wird Leincrt nicht tun. Es ist ein großer Unterschied zwischen dem Dreitlassen-Parlament und dem jetzigen. Damals herrschte die Diktatur von rechts. Sie(zu den Komm.) wollten uns die Diktatur von links aufzwingen. Ein so unanständiges Betragen wird in Ihren eigenen Reihen Widerspruch finden. Es handelt sia) nicht um ein Ausnahmegesetz, sondern wir wollen nur die Geschäftsführung des Parlaments aufrechterhalten. Der Ausschuß hat gründliche Arbeit gemacht und drei Lesungen ab- gehalten: in der ersten Lesung waren die Kommunisten überhaupt nicht erschienen. Der§ 59a läßt den Einspruch gegen die ge- trofsenen Anordnungen zu: er ist ein Schutzparagraph.(Zuruf der Komm.: Ein Schmutzpnragraph!) Wir werden der Ausschuhsafsung zustimmen.(Lebh. Beifall bei den Soz.— Lärm bei den Komm.) ..Abg. Vuschke(Dem.): Wir tonnen doch nicht mit der alten Ge- schäftsordnung. weiterarbeiten, die zu der neuen Verfassung nicht mehr paßt. Es kann bei der Neuregelung weder von einem Ausnahmegesetz gegen eine Partei noch von einer lleberrumpelung die Rede sein, denn der schriftliche Ausschußbcricht liegt schon seit September vor. Eine Geschäftsordnung muß sowohl den Schutz der Minderheit sicherstellen als auch die Arbeitsfähigkeit des Hauses ermöglichen. Wer die Arbeitsfähigkeit lahmlegt, versündigt sich an der demokratischen Grundidee.(Beifall bei den Dem.) Abg. Leid(U. Soz.) wendet sich gegen den§ 59, den er den Hausknechtsparagraphen nennt. Er beantragt, die ganze Vorlage an den Geschäftsordnungsausschuß zurückzuverweisen. Der Antrag wird abgelehnt. Angenommen wird folgender Paragraph: Die Tagung des Land- tags beginnt mit seinem ersten Sitzungstag und dauert innerhalb der Wahlperiode so lange, bis der Landtag die Tagung für geschlossen erklärt. Zu§ 1 sagt Abg. Pieck(Komm.): Man will die Arbeiter mit der Geschäft?- ordnung mundtot machen und bei einem solchen Spiel helfen die Mehrheitssozialistcn mit.(Lachen bei den Soz.) Abg. Leidg Am Sonntag, den 20 November, ver- schied unser langjäb» rigesPartieimitg lieb Genosse 247/16 Karl Krngier Paniow Aaiser-Frledr.-Str 7Z Ein Kämpfer, der schon unter dem Soj>ialistengeset! das Banner der Partei hochhielt, ist mit ihm dahingegangen. Die Partei wird ihm stets ein ehrendes An- denken bewahren. Die Beerdigung fln- bei heute, Mitwoch, nachm. 3'/« Uhr, von der Halle des dritten Gemeindesriedhofs, PanIow.Schönholzer Heide, au» statt. Um rege Beteiii- gung wird gebeten. Der Abt.. Borstand Die Gemeinnützige Ban- undBetriebsgenossen- sclialt ÜrGrcS-Serlin e.®. m. b. 5., Berlin SW 48, Friedrichstr. 238, befindet sich seit dem 3. Oktober lg21 in Liqui- datiou. Sämtliche Glau- diger werden hiermit er- sucht, ihre Forderungen umgehend anzumelden. Berlin, den IS. Zio- vemder 1921. Sie Liquidatoren: Wilhelm Kilian. Willi Fischbach. M Münzen ■■ Hanmung. unzen (anunlnngcn KauftBalI,Bcrlm WiIhelmstr.46/7 lsWM füt die GWelMMSe AM Donnerstag, den 24. November, abends 7 Ahr in Sliems„Großem Saal-, Hasenheide lZ— 45: f imfetfoiiär- Verfammlung Tagesordnungt Stellungnahme zum Beschlust des Magistrats betreffend die einmalige Wirtschaftsbcihilsc Zutritt haben nur Funktionäre des Lohnkartclls gegen Vorzeigung des Funktionär- und Milglieds-Answeises. Für die Mitglieder des Lohnkarlells und der Tacifkommlssion findet am gleichen Tage, nachmittags 5 Ahr. bei Sliems im Lüfellraum eine Vorbesprechung statt. Vorband der Gemeinde- und Staalsarbelker Deutscher Transportoroeiler-Verban» Deutscher MetaNarbeiter-Verbond verband der Maschinisten und Heizer verband der Gärtner und Gärtuereiarbeiter 37/15_ Zantralverband der lUngrstellten Sctmürsctluhe i». 35— Ledattstiesel.. ,'4.50» 75/»«ohit llörrell-VIste? tVok Sdiuiraappen r Militär-Mäntel, Röcke tfrlW ferner große Posten verschied. Geschirr- u. Ledersachen, Sohlenleder zu außergewöhnl.bill.Preisen Lampen, Kronen, Wirtschaftsartikel EisleiienerStr.il Franse£kys(r.28 Frankfurter E. Rankestr,, am Eckt Rvkcstr. 1||BC Qll Zoo, Pfalrbg. 2687 Humboldt 2294 AllCCOtl Ki)peiiiek.Str.l36l!einiEkeiitlBrierStFi]M�it Spandau, Charlottenstr. 2. Amt Spandau 429 Ctiarlottenhupg. IÄÄ. w.ihe.m,7« Reu eröffnet: Wittstocker Straße 10 Poliklinik f. nnEntgeltliclie Beratung für alle Haut-, Geschlcclitskrnnkhelten, Syphilis, Harnröhrenleiden, friscn u. besonders veraliet, etc. nervöse Störungen, Mannesschwäche, Haarauskall usw. jeden Dienstag u. Donnerstag II— 1. Dr. med. H. Schmidt, Spezialinstitul, Berlin NW 117, Rathenower Str. 73, am Kriminalgerlchl. Bei lehrende Broschüre völlig diskret gegen 2 M. Leiden angeben.• Warzen u. Lcherfl.(bin. sen) entstell, auch das schönste Gesicht. Beseitig. in wen.Tag. durch „Radiol" schmerzlos u. ohne Narbe, lebenso ein Radikalmitt z. Beseitig. v. Hühneraugen. Fläsch. M. 30. Nachn. oder Voreins. Postscheckkonto 100345. Glänz. Zeugn. „Sanltas—. Eisenacb, AlexanderstraUe 14.* Borwärtsstredenhe und Crfinder Gute Berdtenstmöglichk.! Aufklärung u. Anregung gebende Broschüre-. Ein neuer Geist? send, grat S- Erdmann&«So., Bln.. KöniggräherEtr.7I. Sagdgeuiehre Autoisatische Pisloleo usw. Ankans, Berks. Umtausch Semehr-Fadrll* Qust. Bätzei BerllnWB.Maitgnfenstr.BO "''a-Mfi-;-:'''-7�"■'■'■d-jfj Die Aerzte werden gewarnt, Anerbietimgen von Kassen zur Annahme von Kassenarztstelien für die Einführung der Famitien- behandlung Folge zu leisten. Näheres siehe„Groß- Berliner Aerzteblatt" Nr. 47/48. svob GroO-Berüner Yertragskonuiiission der ÄerztekamiEr. Groß-Berliner Äerzteiiund. Läuse«I Wanzen Verlangen Sic nur wert«, Essen. Z» Hab. in d.vrogerieu rSeciinlt, " ler---------- zl«. am Leeooidvlah; Hnmdoldl-Orog., Brrinnrn- O. Strschleltchf., Baftianstr.2: vräffeter Vro- gerie.Brüfieler Str. 49 iO. Kanzler, Miillerslr.>52, strasie 99; Amaaa, Invaiidensir. 33; E. Lustig, Schänhanjrr Allre 80; S. Knappe, Rrinicken- dorser Str. 38; Kray. Reinickendorfer Str. IIS; vragenhans Moadil, W. A. Born,Ait-MoabU45; gegenüber Zinzendorfstr; 0: Nndreaa-Vrog., Kleine Andrcasstr. 12: vielsch, Srüneberger Etr. 7; Gtocken-Vrog., Petersburger Etr«3, gm Balten- oiati; Hubertus- Drag., Edertyfrr. 48; SO: Drogrnhaus 9t. Gurasta. Graegstr. 21; S.Serger, Brückenstr IS; Aeutrat-Vrog. n. Egnittttsbaiar des Südostens. Dresdener Etr 18; S: S. Lehrte, fioitbuser Damm 81/82; Sw: E. w. weirlch, Blilchrrftr. 1; E: praaer. Neue Promenade 2, Nähe Bahnh Börse; E. J. Zleumann, Stralauer Sir. 28; Eharlottonburg: Stephan- Drag., Wimersdorier S>r>55; Pankow r Geseg Goi Breite Str. 40; SchSneberg: Drooenhans watd Schäfer. Atazicnstr. 4; Steglitz: Drogerie Kriegsanleihe wird zu 84% in Zahlung genommen. 4 sehr preiswerte Angebole! Pelzmäntel 6800.-)7500.-)f2509.-Seaiplöschmänt8i 2900.-, 3500.- 1 Astracfianmäntel 12a i-u-, 390.-, 800.-, 1050.- Uister260.-,480.-, 650.- Tuciimäntel 450.-, 580.-, 875.- Kostüme 200.-, 410.-, 790.-, 1360.- Striokjacken 180.-, 250.-, 360.- Röcke... 70.-, 180.-, 310.- Impr. Mäntel 185.-, 310.-, 560.- Kieider... 250.-, 380-, 850.- Gununimäntei für Herren 430.-. für Damen 4!0-| Westmann 1. Geschäft: Berlin W, 2. Geschäft; Berlin NO 18 Mohrenstraße 37a Gr. Frankfarter Str. 115 und Pariiimerie Grap, Albrrchlstr Ii- lege«: H. Farchmin. Berliner Str. 93; ZlentSttn: Zen- Irat-Drog., BoddWftr. 55; TempetHos: Ge- brtider vittner. Berliner Str. 90; Lichten- borg: S- Heinrich. FrontWrtrr Allee 257.| 7bhna... 8 Äl- TeilzahlK.5J. Gar. Kronen /idUUC 700 O an 18 Zahnz m. Elnspr. h. schmerzld. Umarb. Schlechtsilz. üeb. Rep. sof �hMRUstJWolf�Potjch� extrastarke Walüsorius itiEBtonfl-EsseBz,™1 Kraut destu.Zus v äth.Oel. 1 2.F1.M.30,»Fl. M.75 tr�inki.Hersl. Lab.E Walther. HalleS.-Trotha143. Toifoc Ufnrt 1 kltA IliI Das fettgedruckte Wort 3.— M.(zulässig I ÜvllCiJ i) U1 1 1.JU Kl. 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche! und Schlafstellenanzeigen das erste Wort(fettgedruckt) 1.50 M.,| jedes weitere Wort I.— Iii. Worte DberI5 Buchstaben zählen doppelt| Verkäufe Zackett-Anzüge, Paletots, wenig ge- brauchte, aud> neue ele- gante, vertäust billigst Schneidermeister Für- stenzelt, Berlin, Rosen- thalerftrahe 19.' Anzüge. Schlüpfet/ Ulster 150,—, Gummimäntel. elegant» Da- menmäntel 275,—, Kreuzfllchse 185,— usw. Riesenauswahl zu sa» delhaft billigen Brei- sen in besten Qnali- täten. Reine Lombard- wäre. Leihhaus Bor- Hagenerstraße 47. Sich- tenberg. Anzüge, Gummimäntel, Hosen, Cutaways, Gehrock- anzllge, Ulster, Pale- tots, Schlüpfer noch zu alte-- Ipottbilligen Preisen. Friedens- stoffe. Reine Lombard. wäre. Leihhaus Ro- senioalertor, Linien- strafie 293/4. Ecke Ro- scnthalcrstroke.' RrenzsLchse 199,— I Alaskafüchse! Rodel- süchse! Silbersüchsel Slnnk»! Opossuml Herrenkragenl Anzüge! Uhren! Goldwarenl Riesen- Weihnachtsver- tauf zu staunenden Epottoreisenl(Reine Versahware.) Pfand- leihhaus! Schönhauser Allee 115(Ringbahn- Vochbahnhof Nordring). Fahroergütung. Rrru, süchse, Alaskafüchse, Silber- süchse, Skunks«. Samt- liche Pelzarten Hälfte h-radgcseht- spottbil- lige Eommerpreise. Reine Lombardware. Leihhaus Rosenthaler- t»r. Linienstrahe 293/4, Ecke Rosenthalerstraße. Gelegeuheitskausl Rreuzfiichs«, selten»rofi, 125—575, Skunksfeh- Rragen 225.—. hoch. modernen Autopelz, spottbillig. Badensche- stroöe 19 II, Nähe Bayerischerplah. ' Bettwäsche billig. D-ckbettbezug 88.—, Rissen 28,—, Beittaten 5d.—, federdichte In- lett- 155,—, Wäsche- ftoffe, Handtücher teilweise noch zu alten Abschlnfipreisen. Bei uns kein Warenmangel, sondern riefige Aus- wohl in allen Stoff- arten. Berliner Bett- wäfchefabrik, Chaussee- strafie achtundachtzig sHalteficlleLiesenstraßc). Größtes Spezialgeschäft mit Detailoerkauf. Ge- öffnet bis s.» Sibirischer Rreuzsuchs, selten schön, 475, Pracht- voller Silberfuchs 575, außerdem AIaskafud>s, Blaufuchs billig ver- käuflich. Goldmann, Alexandrinenstraße 4411, Eck- Rommandanten- straß«.___* Rrenzfuchs 275�—, Silberfuchs 300,—, echter großer Skunks- kragen 590,—, Herr- sicher Biauwolf-Opos. sumkraaen. Feige, Brüderstraße 42 II, Schloßplatz, kein Laden. 5Ovplch�, GardlncnÄüllbsttdecki-, Diwandecken.Tischdecken, Länfordccken, spottbillige Gelegenheiten. Potz- damerstrob» 109, Fischer. Bettwäsche billigst. Trotz Warcnmangels noch riefig« Auswahl. Bettbezüge 88.—, 139,—, Bettlaken 58.—, 75,—, Inletts 159,—, prima Wäschestoffe Fabrik- preise. WSschesabrik Etumpe k Jäger. Landsbergerstraße acht- undachtzig. Stadtbe- kanntcs, größtes Bett- wäschc-Spezialgeschäst.' Wölfe. Rreuz-, Silber-, Alaska. füchs-, Lj-ossumkragen. selten klyvn« Erem- vlare, zu spottbilligen Preise». Gelegenbeiis- käufe: Anzüge, Ulster, Paletot. Sd)lllps»r aus erstflasfigen Mahstofsen in prima Verarbeitung. Reine Lombardwar«. Leihhaus Friedrich- straße 2, Hallefches Tor. Gipfel der Billigkeit! Auffallend dilliger Weihnachtsvcrkauf.Pclz- warenwegner, Polsda- Nierstraß« 43. Mehrere hundert nenc, echt« Petz- waren. Reine Versatz- waren. Damenpelzkra- gen. Damenpelzmnfsen .48310 an. schwarze Alaskafüchse 95,99 an, Rrenzsüchse, Seefüchse 195,99 an, Zobelfüdise, Blaufüchse, Eilberscha- kale 295,90 an, Silber- wölse, Silderfiichse, Skunkskragen, Skunks- muffen, Skunksopos- snm. Daiffischgarnitur 125,00 an, Rindergarni- tue 75,00 an. Nur ein- malige Gelegenheit: Sporwelze 975,99 an, Gehpelze 1972,99 an. Damenpelzmäntel, Da. mcnulster 259,90 an, terrenanzügc 500,90 an, errenulstcr 350,00 au, Herrcnraglan 450,00 an, Herrensportkragrn 125,00 an. Herrenschal. kragen 195,99 an. Her- ren-Australopassumschal- kragen, Damenraglan 359,90 an. Vieles aii- der«. Geschäftsstunben: nenn bis eine, drei bis sechs�_ Spottbillige Pelzwaren! Pelzkragen und Muffen, Opossum, imitiert, letzt nur 98 Mark, Rreuz. süchse nur 135 Mark usw., Herren-Prlzkra- gen nur W Mark. Da- meu-Pelzmänrel, Pelz- hüte, Pelzbelätze und olle anderen Pelzwaren zu wirklich staunend billigen Preisen. Spc- ziai- Pelzwarcnhaus. Eharlottenburg. Wil- mcrsdorferstr. 1131114, Hochparterre, zweites Haus vou der Rant- straße. Ununterbrochen gcäffnet von 9—7 Uhr. Wäschestoffe! Für Untert. und Rln- derwäsche Meier 19,—, Lakenstoffe 39,—, 94.—, Handtücher 5,—, Ris. senbezüac 24,—, Laken 55,—, Bettbezüge mit herrlicher Blumensticke- rei.d>emdenflanell,Srau- leinen-Rester, Blau» seiden-Rester. Alles spottbillig. Badensdie- straße 19, 2. Etage. Nähe Bayrischerplatz.* Auf Teilzahlung Herrenanzüge, Cutaway, gestreifte Hosen, Echlüp- fer, Ulster, Raglan, Maßarbeit, modern« Sachen, beguemc, bis- Irrt« Ratenzahlung. Leiser Gottlicb. Rollen- dorfstraße 22a, II. Etage. Näh« Rollendorsplatz. Geöllnet 0-7.» Graukuch» 290�-, selten schönes Erem» vlar, außerdem stblri- scher Rreuzfudis 859,—. Tiptop. Turmstraße 38. Einmalige» Angebot! 199 Herren- Ulster, dunkle, solide Farben, 398,—. Ver- kauf an Händler und Private. Hosen-Zen- trale, Schänederg, Goltz- straße 7. Fahrgeld-Ver- gütung.____ Mouatsanzllgc, Diuterpuletots zu stau- nend billigen Preisen. Naß, Gormannstraßo 25/28, früh er Mulockstr. i tinzeigen Kummer rnüä-a dis s vhr nachinittagsi lln der Haupt- Expedition des Vorwärts, Berlin SW 68, linden- J 1 straßeS abgegeben werden. Geöffnet TanOUhrfrühbisSUiirabendsj Verkäuflich! Lutger, Technische» Leyikon, 490 M. Sauer, Pettenioferstr. 8.� 79/20 Illst-r, wenig getragen, billig, verkauft Rnigge, Bern- bnrgcrstr. 20 111.' Möbel Feldstecher. Mikroskope.Operngläser, 'otoapparate kauft ., Oranienstr. 138. Pfandscheine, RlcidungsstÜcke, Wäsche, Wertgcgenstände tauft (Rücktaussrecht) Joseph, Brannsbergerftraße 4. Nähe Friedrichshain.' Schallplatte», alte, zerbrochene, Rist» Stamm 27,—, Platten- Umtausch. Sange, Bergmannfiraße 15 (Rreuzberg)._ 5943* Fahrrodankauf, Linirnstraß« 19. 149R* Lokalcinrichtnug, Wienerstühlr, kauft Zentrum 127 19. 79/8* Geldsdiraul, Bureaumöbel kauft g-ntriim 127 19. 78,9* Schlafzimmer jeder Größe, einfacher und elegantester Aus- führung finden Sie noch in reicher Aus- mahl zu soliden Prei- sen in der Schlaf- zimmer-Spezial-Fabrit Hans Senkel, Bnrg» straße 27, Bureanhun» Börse. Rostenlose La- erung aus beliebige -it. 110/29 Ehaiselongne 199,—, Chaiselongue- decke 75,—, Metall- betten 180/—, Rinder- drahtbett. Meicke, An- guslstraße 32», Quer- gebande.__ 188 R* Möbel werden teurer! Ver- kaufe noch zu alten Preisen. Bar- oder Teilzahlung. Rleinste An- und Abzahlung. Rüchen, weiß und bunt, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Speise- zimmer. einzeln» Mö- bei. Gekauste Möbel tönnrn«tri begrenzte feit kostenlos lagern. andwehr, Müllorstr. 7 (Beddlngvlatz). MSb-Ispclcher. elabzahlung ohne iag. Rom- plrtte Zimmer. Einzel- möbel, Chaiselongue spottbillig. Wenaer, Marsiiiusstraße 8 lAIe- xanderplatz). 1UR* Teilzahlung. Einzelne Möbel, ganze Einrichtungen, farbige Rüche» in icltener Aus- wad!, bcaiiemst« Zahl- weise bei kleinster An- und Abzahlung, ver- kauft Model- Cohn, Große Frankfurter- straße 28<2 Minuten vom Alexandervlatz), im Norden: Badstraße 47/48.______* Aus Teiizahluna! Möbel, Volstcrwaren. E. Grau, Berlin, richstraße 7 Bellcallianceplatz). Metallschmelze, Neanderstraße 32(nur im Laden), kauft Zahn- gebisse, Platinabfälle, Goldsachen, Silber- fachen, Quecksilber. sämiliche Metalle.* Rugellagee, Magnete, Vergaser, Zündkerzen kaust Pilz, Relnickendorscrstraße 93, Hof parterre links. Ehepaar sucht Rleiberschrank, Vertiko, Schreibtisi' Bettstellen, Teppii Trumeau oder Schlch zimmer. Preisofferten Tietz, Neukölln, Hertz. bcrgstraße 23. 740 ßnlen'iehl Tüchtige WM» sofort gesnehf. Meldungen: 1—2 Uhr mittags 5—6 Uhr abends 1 Jandorf& Co. Belle-Alliance-Str. 1-2. Hcinrich Maurer, Prioat-Zuschneideschule Alexanderplotz(Eingang Röiiiasgraben). Tages-, Abendkurse, Herren., Damenschneidcret, Wä- sche, Putzkurse, Schnitt- zeichnen. Zuschneiden, Nähkurs-, Schntttmuster. Schee Ibnnterricht, Stenographie.Maschine» schreiben, Bulbfiihrung, Rechnen, Schrifwerkehr, Richtigschreibcn. Rank- männtidi« Privatschule Georg Grunow, Belle- avianreltraße 198. An- Meldungen jederzeit.* VerscMedenes Erfinder, Patentburcau Packscher, Gertraudtenstraße 15. Zentrinn 7900, 104R* Institut Elisabeth, Massage, Rur- fllrstcndainin 133 II. Vrrteaucusoolle Auskunft, Arzt zu: Stelle. Hebamme Opitz. Nene Rönigstraßc 57 (A l eyanderplatz),* j Mueltzlllelromellle j Piano», Flügel. neu und gebraucht, Gelegenheitsläuse, Teil- zahlung. Pianohaus Adam. Münzstr. Ig. Vertrauensvolle Aus- kunft, gewissenhaft. Frau Ehm, Hebamme a. D.. Etargarderstr. 75. sokore-«ierk, Mtäm"ää1 Erfahrener Techniker als Kalkulator tür schwere und leicht, Blecharbeiten und leichte Elscnkon- struktionen sofort gesucht. Schriftliche Bewerbungen an Wolf Netter& Jacobi BinJISiorlilrstemiaiiiinGZ lüchtlgo« Schroatjbcntfgtaacoc auf Stohlltid) sucht Alber« Rsdrian, S 61 Btllchcrstraße 32. I0ch»ger Stierer Schreiner perfekt im Anfertigen von tonrnierie» Modeln als Werkführer sowie ein 9/10 erfahrener Gehilfe im Anfertigen von iour- nierten Mödcin gegen höh. Lohn sucht aut sofort MSbelfadrlis wtlh. �irnrn ermann, Cassel, Orleanstrase 9. Tchraubendreheriuncn oertangt Schraubeniadrik «Usadrihufer 2/8.>0/11 irdeitZwsi'ki Glühstrumpsasche kaust BImnel, Elsasscr- straße 25» I. Sattler, welcher schau auf Auto- Raronerie» gearbeitet stellt«in Autobau, enerstr. 4)2.+40 Loewe» Gesucht werden Zimmerleute oder gute Kistenmacher Ludw. Loewe& Co. A.-Q. NW 87, Huttenstraße 17-19 Schirmnäherinnen Rcmuk& Silber, Lindenslr. 71/72. Slellengesaeiie Schweizerdegcn, Beriidterstaitung firm, im Partciblatt tätig, Stenographic- und Buchfüdrungskenntnisfc, sucht sofort im Parte!. betriebe Stellung. Os- ferten erbeten an Gen. Er>a! Ott, Altdamm i. P,. Breiteste. 22 3 Frauen oder Männer znm eiisggWililgkk Z.Z. CausitzerPlah 14/15 SSrwaldstr. 42 Prinzenstr. 31 MlslroSe iU MoWoN | für die Touren Elbinger Straße ] und Warschauer Straße stellt ein Z. Z. Ausgabestelle Petersburger Platz 4.