Nr.SS4 ♦3>.�ahfgotig Musgabe A Nr. 280 Bezugspreis: «i-rtellährl.ZS.- M.. monatl. lZ,-»- Morgen-Ausgabe frei ins Kaus, norans zahlbar. Post» bczug: Monatlich 12.- M. cinlchi. i�u- stellung-gebUhr. Unter Kreuzband iiir Deutilliland. Danz g. das Saar- und Memelflediet. sowie die ehemals beut» smen Gebiete Polens. Oesterreich. Ungarn und Luxemburg 22,— M.. für das übrige Ausland 29,— M. Postbestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tschecho- Slowalei, Dane- inarl. Holland. Luxemburg. Schweden ugd die Schweiz. Der„Borwäns- mit der Sonntags- beilage„Volk und Zeit", der Unter». ha>tungsdeilage„Heimwelt" und de? Beilage.Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tag» und Montags einmal. Telegramm-Adreffe: »Sozialdemokrat Berlin- jBerlinev VolksblAtt (40 Pfennig) AuzeigeupreiS: Die zehngespaltene Nmipareillezeiie kostet 1,— Dl„ftlcine Ilazeige»- das tettgedruckte Wort!!.— M. szu- läsfig zwei fettgedruckte Wvnel.-eves weitere Wart I.Zst M. Stellengesuche und Schlafstestenanzeigen da» erste Wort I.öst M» sedes weitere Wort I.— M. Motte über>ö Buchstaben zählen für zwei Motte. Fannlien-An» zeigen für Abonnenten Zeil» M. Die Preise verstehtti stch einschlicslich Seueruugs-uschlag. «»zeigen fiir die nächste Rltviuier nistssen bis 4lli Ahr nachmittags im jäanplgeschäft, Berlin 63B 68, Linden- straße 3, abgegeben werden. Geostnri oon S Uhr Iriih bis ö Uhr abend». Teritralorgan der Cozialdcmokrati feben parte» Deutfebtands Redaktion und Expedition: SW HS, Lindenstr.Z Redaktion Moritiplat! 15105—»7 ' Expedition Moritzplat, 11755—54 Tonnerstag, den Ä4. November 1921 vorwärte-verlag G.m.d.K., SM öS, Linöcnstr. Z - Verlag, Hxt>e»i,io« und Inseraten» »ycrniprcrqcr. �9,-.»,»»« Moriispio« N75»-5, Kampf Sem Wucher! Dem Wucher soll ernschaft zu Leibe gegangen werden. Der preußische Innenminister, unser Genosse S e v e r i ir g, hat einen ausführlichen Runderlaß herausgegeben; wir bringen ihn an anderer Stelle. Das ist ein e r st e r Schritt. Wir begrüßen ihn. So muß es sein: im ganzen Lande, vom kleinsten Ort bis zur Großstadt, überall ist jetzt Ernährung und Bekleidung in ihrer Preisgestaltung unter öffentlicher Kontrolle zu halten. Man kann von der Seite des letzten Käufers der Ware her, von der Verbraucherseite, gerechte und ungerechte Preissteigerungen am ehesten allgemein beobachten. So fällt der Gesamtöffentlichkeit eine große Aufgabe zu. Damit, daß der ehrliche Handel, das solide Geschäst, die Imeressenten selbst an der Wucherkontrolle mitarbeiten, ist es noch nicht getan. Das Publikum, die große Mäste, der einzelne, die Hausfrau, sie müssen jetzt aus ihrer Reserve und— sagen wir es offen— aus ihrer Aengstlichkeit, bei der Wucherbe- kämpsung persönliche Mühen zu haben, herausl Zur Wucherbekämpsung durch DeHörden und Verbraucher gehört aber, wenn nicht das Gegenteil des Notwendigen er- reicht werden soll, der ruhige Markt. Der ehrliche Händler, der die Ware im Kleinen bezieht und absetzt, der solid« Geschäftsmann, der nach den Grundsätzen anständiger kaufmännischer Praxis die Preise bestimmt, er ist unter allen Umständen zu schützen, er ist notwendig, er�ist ein bere' Glied in der Bedarfsbefriedigung. Der Wucherer, der trüger am Volkswohl, er aehört vor dos Gericht, an den Schandpfahl. Das ist aber und muß es bleiben: ein« Arbeit der dafür verantwortlichen Organe und Behörden. Mit Fensterscheibeneinschlagen und Margarine in den Straßen- schmutz werfen, erreicht man keine Senkung der Preise. Besonders erfreulich ist, daß die Maßnahmen gegen den Wucher nicht beim letzten Verkäufer, der oft genug auf die Preisgestaltung nur den allergeringsten Einfluß hat. stecken bleiben sollen. Es muß der Weg der Ware vom Kleinhändler aus über den Vermittler und Großhändler bis zum Produ- zenten zurückgegangen werden. Hier sitzt oft, von der Oeffent- lichkeit niemals behelligt und von der Allgemeinheit kaum je in seiner verderbsichen Wirkung erkannt, derjenige, dessen Profsthunger sich in tausend Kolonialwarengeschüsten, in den Kleider» und Schuhpreisen ganzer Provinzen und Länder aus- wirkt. Deswegen ist die jetzt in Gang kommende Wucherbe- tämpfung nu.r ein Anfang. Die Ausbeutung des Volkes beginnt oft genug schon beim Import. Bis hierhin müssen die Wucherpatrouillen heran- reichen. Man fasse im Bedarfsfall nicht bloß nach den fünf Pfund Zucker beim Kleinhändler, man durchsuche die Haupt- bücher wucherischer Großimporteure. Aber auch das sst nur ein TeU der Aufgaben, die zur Wucherbekämpfung ge- hören. Es hat feine Gründe nicht bloß in der Entwertung der deutschen Mark, daß die Aktien aller deutschen Zucker- f a b r i k e n heute im allgemeinen unter einem Kurs von 2000 nicht zu haben sind. Hier wird am Volksvermögen gewuchert. Es gibt heute keine Zuckerfabrik mit schlechten Einnahmen. Sie ersticken im Geld und täuschen der Oesfentlichkeit durch Kapitalerhöhungen Geldmangel vor, nur um auf unehrlichem, wenn auch leider immer noch gesetzlich erlaubten Wege Millionen und aber Millionen in die Taschen ihrer Jnter- essenten abfließen zu lassen. Man untersuche die Hauptbücher der deutschen Textil- i a b r i k e n. Die Preise für Anzüge machen nicht allein die Konfektionäre, sie werden zu einem guten Teil von den Stoffabrikanten bestimm:. Wenn die Rohstoffe bei ihnen. vor vielen Monaten eingekauft, heute unwirklich hoch berechnet werden, so ist das Wucher. Und wenn in den Textilfabriken die vorhandenen Rohstoffe bilanzmäßig mit den lächerlichsten Beträgen erscheinen, wenn sie künstlich bis ins geradezu Fantastischste unter bewertet werden, nur um der Oeffent- lichkeit die wahren Gewinne zu verschleiern, so ist das Wucher. Wenn große Aktienunternehmen, die zu den Hauptliefe- ranten der Deutschen Reichseisenbahn gehören, ihr Aktien- kapital immer wieder verdoppeln— es sei nur an die Firma Schwartzkopff erinnert— und die neuen Aktien zu pari aus- geben, obwohl die alten auf 2000 stehen, so ist das nichts an- de res als der Versuch, die Oeffentlichkcit über die ungeheuer- lichen Gewinne, die man aus Staatslieferungen erzielt hat und forllaufend weiter erzielt, zu täuschen. Das Kapital leidet heuie in Deutschland keine Rot, es lebt vom Wucher. Sonst würde man die ungeheuerlichen Ge- winne aus Erhöhungen der Aktienkapitalien nicht mehr oder weniger versteckt den einzelnen Aktienbesitzern, sondern offen den Unternehmen selbst zustießen lassen, wie es früher üblich war. Auch hier wird Wucher am allgemeinen Volksvermögen Getrieben. Denn eine Schokoladenfabrik, wie Sarotti, immer erneut die größte Mühe aufwenden muß, um ungeheuerliche Gewinne zu verstecken oder heimlich an ihre Aktionäre abfließen zu lassen, wenn Lederfabriken ihre Bestände, die seit Monaten liegen, einfach mit neuen, den derzeitigen„Verhältnissen" an- aepaßten Preisen versehen, wenn das ihnen die Schuhfabriken und die Stiefelgeschäfte nachmachen, so muß zugepackt werden. Aber vergessen wir nicht: das, was sich heute auf dem Devisenmarkt abspielt, dos ist zu eiuein wesentlichen Teile nichts anderes als Wucher. Es wird mit. englischen Pfunden, es wird mit Dollar gewuchert. Die Schwierigkeiten derjenigen, die ausländische Valuten zum Einkauf oon Roh- stosfen brauchen, das Reich, das sie zur Erfüllung seiner Per- pflichtungen benötigt, sie werden mißbraucht, sie werden be- wuchert. Man fasse auch die Hauptbücher der deutschen Ex- portfirmen, die Tag für Tag in Millionenwcrten mit dein Ausland handeln, ohne daß das Inland die dabei erzielten, in ausländischer Währung auf den Banken des neutralen Aus- landes sich ansammelnden Beträge jemals kennen lernt. Es sei nochmals wiederholt und unterstrichen: Fassen wir nickst nur die Kleinen, die Großen müssen unter die Kon- trolle der Wuchergesetzgebung gestellt werden. Sicher ist da- bei viel Unoerstand zu überwinden. Man sage nicht, daß er nur auf der Seite der Konsumenten sich befinde, die wegen des Margarine- oder Schmalzpreises mit ihrem KleinHärüüer in die Haare geraten. Ist es doch möglich geworden, daß die Einzelhandelsgemeinschast Grvß-Berlin. die Organisation der Ladenbesitzer, sich gestern nachmittag beim Polizeipräsidenten über� die„oerkehrten Maßnahmen der Regierung, wie z. B. den bekannten Wuchererlaß" beschwert hat. Diese Unternehmer glauben es ablehnen zu müssen, daß„die Volkswirtschaft- lich unzulänglich geschulten Beamten der Wucherabteilung des Polizeipräsidiums bei Beschlagnahme usw. von sich aus be- stimmen, was Wucher ist". Die Ausführungsverordnung des Ministers Severins zeigt Ihnen, daß sie völlig im Unrecht sind. Um so unverständlicher erscheint es, daß eine solche beachtens- werte Unternehmerorganifation Schritte unternimmt, die in ihrer Auswirkung nicht anders aufgefaßt werden können, als der Versuch, eine energische Wucherbekämpsung zu unterbinden. Wiederholen wir. daß der Erlaß des preußischen Junen- Ministers zur Bekämpfung des Wuchers mir ein Anfang sein kann. Ihm muß die gesamte Gesetzgeb u n g folgen. Sie hat sich auf alle Zweige der Versorgung des deutschen Volkes auszudehnen. Sie darf nicht nur von unten bei dem kleinsten und letzten Verkäufer anfangen, sie soll nicht nur den Zufluß der Waren rückwärts verfolgen, sie hat auch in groß- zügigstem Umfange von oben herab, von den ganz Großen her dep. Kamvf gegen den Wucher zu unterstützen. Man schütze jedes reelle Geschäft, aber man schütze auch die Bevölkerung vor unreellen Manipulattonen durch schärfstes Eingreifen, nicht nur mit Strafen, die, wenn sie auch hoch Niugen, womöglich nur einige Goldpfennige darstellen. Härte st eStrase nnch den treffen, der die Armen und Aermsten ausbeutet. Wuchererlaß öes preußischen Innenministers Durch den Preußischen Pressedienst wird folgender Erlaß verbreitet, den der preußisck)« Minister des Innern unter dem 23. November zur Bekämpfung des Wuchers erlassen hat: „Mein Herr Amtsvorgänger hat mit dem Erlaß 00m 14. Sep» tember 1921(II I.. p. 1731) die nachgeordneten Polizeibehörden angewielen, mit allen zur Verfügung stehenden Kräften den umche» tischcti Preissteig?r»ngcn, die sich im Verkehr mit Gegenständen des täglichen Bedarfs allenthalben bemerkbar machen und im steigenden Maße weite Kreise des Volkes aufs schwerste beunruhigen, entgegenzutreten. Die seitdem eingetretene weitere Verschärfung der wlrt» schaftlichen Lage veranlaßt mich, diesen Erlaß, der nur die unlautere« Elemente treffen wollte, in Erinnerung zu bringen. Es ist Pflicht der Polizei, der weiteren wucherisckien Ausbeulung der ohnehin unter der wirtschaftlichen Lage schwer leidenden Bevölkerung entgegenzutreten und auch die reellen Er- zeuger und Händler vor Mißdeutungen und Angrisse zu schützen, daß die schamlosen Wucherer und Schieber au« ihren Kreisen enlfernt werden. 26) ersuche daher, den Erlaß meines Herrn Amtsvorgänger» mii aller Enlschiedenhesk unter Anspannung der gesamten PoNzei zur Durchführung zu bringen, insbesondere auch die angeord- nete Mitwirkung der Schutzpolizei. In der sich viele auf Grund ihrer früheren Tällgkeii für diese Aufgaben g-eiznete Kräfte befinden. planmäßig auszugestalten und zu steigern. Die Beamten der Schutzpolize« werden in noch weiterem Maße herangezogen werden känueM, als die» tu dem Erlaß vom 14. September tSZt vor- gesehe» ist: sie werde» init bestimiutea Anweisungen zur Feststellung ossenkundiger Wnchersälle zu versehen sein, serner zweckmäßige Verwendung finden können, wenn es sich um die Erfassung von Marenbeständen handelt, die bei Erzeugern oder Händlern in der Absicht der Preissteigerung zurückgehalten werden. Die Schukvolizeibeamten werden durch besondere Unterweisung schleunigst über die ihnen neu gestellten Ausgaben zu belehren sein. Die mit Ernütllunge» in Ladengeschästen beauftragten Beamten solle» allerdings ia möglichst unaussälliger Weise einschreiten, so daß jede Ausrcguug des Publikums gegen die Ladeninhaber durch die polizeiliche Maßnahme selbst vermieden wird, andererseits aber nnt der nötigen Bestimmtheit gegenüber dem Inhaber vorgehen, so daß eine völlige Ktaeflellang des Verhältnisses seiner Eintausspceise zu den geiorderieu Verkaufspreisen erreicht wird. Ergeben sich Zweifel hinsichtlich der Identität der zum verkauf gestellten Ware mit der durch Eintaussvelege nachgewiesenen, desteht atso der verdacht, daß für ältere, zu niedrigeren Preisen erstandene Ware Einkaussbelrge aus jüngerer Zeit mit höheren Preisen vorgewiesen werden, so erschein» eine gründliche Gejchästsrevision durch beruseuere Kräfte unter hinzuziehmig von Vertraueusieutr« aas Kreisen des reelle» Handels geboten. Falls die Einkaufspreise der Kleinhändler in ihrer höhe zu Bedenken Anlaß geben, find die Ermittlungen, gegebenenfalls unter Abtrennung des mit größter Lcfchieuaiguug zum Abschluß zu bringenden und alsbald der S t a a l s a n w a l t s ch 0 s t zuzuführende 11 Verfahrens gegen den Kleinhändler, auch gegen die Dorbefitzer der Ware bis zum Erzeuger oder Importeur ' Zu erstrecken. Bei dieien weitergehenden Ermittlungen ist auch aus den Gesichtspunkt der Zurückhaltung der Waren in der Absicht der Erzielung eines übermäßigen Gewinnes zu achten. In solchen Fällen sind die etwa noch am Lager befindlichen Vorräte rücksichtslos zu beschlagnahmen und der alsbaldigen Verwendung zuzuführen. von besondere« Bedeutung ist e«, daß die gesetzlichen Bestimmungen gegen den Wucher nicht nur in den Großstädieu scharf gehandhobt werden. Dies würde die unerwünschte Folge zeltigen, daß die Ware, nach der allenthalben dringendster Bedarf besteht, von de» Großstädten ferngehalten und nur in den Kieinstädten wie aus dem Lande zum Absah ged lacht würde. Dem kann, wie überhaupt dem Wucher, nur dadurch vorgebeugt werden, daß überall In gleicher Welse eingejchrltten wird. Bei der Anwendung de» Erlasses vom 14. September 1SZ1 ist es als besonderer Mangel empfunden worden, daß den Polizei- beamten nicht zahlenmäßige Angaben über die zulässigen Preise in der Form oon Höchst- und Richtpreisen gemacht werden können. Soweit nicht andere zuverlässige Unterlagen für die Preisbemessung gegeben sind, ist unter anderem diejenige Preissestsetzung, die in den vom Staatskommissar für Dolksernährung angebahnten Liefe- rungsverhandiungen zwischen Erzeuger- imd Verdraucheroerbänden getrosten ist, bei den Unterweisungen der Beamten als Anhalt für die zulässige Prershöhe zu verwerten. Für den Karrvfsrlhandel insbesondere werden sich solche Anhaltspunkte aus den Gutachten ergeben, die von den ge- maß dem Erlaß des Staatskommissars fiir Dolksernährung vom 10. November 1921(Via 3165) durch die Oberpräsidenten zu be- stellenden Sachverständigen erstattet werden. Auch bei dieser Ge- legenheit bringe ich die gesetzlichen Bestimmungen, die die Fern- Haltung unzuverlässiger Personen vom Handel bezwecken, erneut in Erinnerung. Die Kreise des Handels beklagen sich selbst über die Durchsetzung ihres Standes mit ungeeigneten und unzuverlässigen Elementen. Eine scharfe Handhabung dieser Bestimmungen dient also nicht mir dem Besten der unter ihrem Treiben besonderes leidenden Verbraucher, sondern auch dem des Handel» selbst. Endlich weise ich darauf hin, daß von den mit der Wucher. Verfolgung befaßten Behörden auch die tatkräftige hllse rechtlich denkender kreise des Volke» in Anspruch genommen werden muh. In diesem Sinne müssen vertrauenswürdige Vertreter der Erzeuger, unter ihnen der Land- wirte, weiter der Händler und der Verbraucher in weitem D. mfange zur Mitarbeit herangezogen werden. Der Verbraucher vollends hat bei seinen täglichen Einkäufen am ehesten Gelegenheit, ausfällige Preissteigerungen festzustellen. Allen solchen Anzeigen ist mit Eifer nachzugehen. Andererseits ist allen Arten der Selbsthilfe der Derbraucher vorzubeugen und gegebenenfalls allen Plünderungen von Geschäften schnell und mit Nachdruck entgegenzutreten: durch hin« reichenden und zeitigen Einsatz von Schutzpolizei muß die Sicherheit der Derkaufspätten und der Inhaber unbedingt gewährleistet werden. x I" Um die EinheitNchkeit In der Provinz sicherzustellen, ersuche Ich, bei allen grundjötzücheu Maßnahmen im Einoernehmen mit dem Oberpräsidenten vorzugehen. Dieser vom Innenminister Seoering gezeichnete Erlaß ist an alle preußischen Regierungspräsidenten und den Berliner Polizeipräsidenten gerichtet. * Der volkswirljchastliche Ausschuß des Reichstages besprach am Mittwoch bei Beratung des Gesetzentwurfes über die Regelung des Lcrkehrs mit Kartoffeln die Mängel der Kartoffel- Versorgung besonders. in Industriegebieten.— Staatssekretär chuber gab eine Erklärung ab, in der er mitteilte, daß noch am gleichen Tage die Verordnung zur Einschränkung des wilden Auf- kaufwesens hinausgehen werde. Die über Maßnahmen zur Eindämmung der übertriebenen Preisentwicklung geführten Der- Handlungen hätten zu dem Ergebnis geführt, daß in einer Note die Landesregierungen ersucht würden, folgende Maßnahmen zu treffen: Aus Grund der Richtlinien für die Preisbeinessung fallen unverzüg» lich in de» einzelnen Ländern Kommissionen ans Landwirten, Händlern und Verbrauchern unter amtlicher Leitung und unter Hinzuziehung von Staatsanwallschaflsdeamten die für ihre Bezirke am gemessenen Preise, zunächst sür die Abschlüsse zwischen tandwirt- schaftlichen und Verbraucherorganisationen, festsetzen. Diese Preise sollen als Rimrschnur für das Vorgehen gegen den Wucher gelten. Beamte des Ministeriums werden in die 5mupterüeugimg;>gebiete gesandt, um den Abschluß von Lieferungsverträgen zu fördern. Vom Ministerium wird ein« auf einer Durchschnittserme beruhende Berechnung angemessener Kartoffclxreise den Landesregierungen zu- geschickt, damit im ganzen Reiche«Ine möglichst gleichmäßige Preis- festsetzung erfolgen kann. Angenommen wurden ein deulschnatio- naler Antrag, der die Ermittelung der Erzeugungskosten den dazu bestellten örtlichen Kommillionen übertragen will, ebenso zwei s o- zialdemokratische Anträge, deren einer amtliche Fest- stellung der bisher nicht erfüllten Lieferver- träge und Maßnahmen fordert, damit diese Erfüllung schleunigst erfolgt. Der zweite sozialdemokratische Antrag fordert Feststellung der Minderdeckunq an Kartoffeln in den einzelnen Städten bzw. Bezirken als Unterlage für eine zweckmäßige Verteilung. §ür Sie ganze Internationale. Brüssel, ZZ. Rovember.(MTB.) Wie die„Agence Belge" meldet, hat der Vollzugsausschuß der Zweiten Internationale, der unker dem Vorsitz Vanderveldes in Brüssel zusammengetreten ist. einen Beschluß gefaßt, wonach eine Internationale Soziali st eukonferenz ein- llcrufen werden wird, um die<5 i a h e i t der Internationale wiederherzustellen, und an der Abrüstung Europas und der Befestigung des Ariedens zu arbeiten" Z)er Ausschuß beschäftigte sich ferner mit der Lage in Georgien, weiter sprach er sich mit?tachdruck gegen eine neue Absage an die Bolschewik» in der Angelegeuheil der Httfeleistuag für die Hungernden in Rußland aus. Die zweite Znternalionaie wolle gern an der Hilfs- aktio» miiarbeite«. jedoch nur gemeinsam mit der Amsterdamer Gewerkschaslsinternatioaale. Eröffnung der öeutsth-polnjschen Konferenz. Unterausschusiberatuugen in Tanzig. Gens, 23. Rooember.(UJXB.) Heute vormittag wurde im vülterbuudpatast die polnisch- deutsche üoufereaz durch eine Begrüßungsansprache des Generalsekretärs des Völkerbundes Sir Eric Drummond und durch eine Erösfuuugsrcde des Präsidenten Aellr Ealond er eröffnet, auf die Reichsminister a. D. Schiffer und der polnische Bevollmächtigte Olszowski ant- warteten. Eine zweite Sihnug fand am Rochmittag statt, in der der A r- b e i t« p l a n besprochen nmrde. Es wurde beschlossen, die Materie mif elf bis zwölf Unteransschasse zu verteilen, die vor- aussichtttch in vanzig tagen werden. Eine dritte, voranssichtllch die letzte Genfer Sitzung der beiden ilbordnungen findet morgen nachmittag statt. Am Schluß der zweiten Sitzung gab die Konferenz folgende amtliche Mitteilung heraus: Der von den alliierten und assoziierten Hauptmächten angenommene Beschluß des Wllerbundsrates über Kreisleriana. Konzert-Umschau von Kurt Singer. Den Kreisler des Dichters Hoffmann, der in begeisterter Liebe zu Momart sich Amadeus nannte, den Phantosie-Kreisler, den Brahms imd Schumann, Offenbach und Wagner liebten, den meinen wir heute nicht. Keine Zeit ist zum Spuk, und die tröste Wellgegen- warMehrt uns, daß leider zwischen der romanttsch-peisternden Welt des Scheins und der Wirklichkeit doch so tiefe Unterschiede sind, wie sie nur die rosige Drille eines grotesk-großartigen Dichters über- sehen konnte. Der Zauber alter Romantik bleibt, auch wenn unser Fritz K r e i s l c r im Bunde mit N i t i s ch musiziert. Das alte Bild der gehobenen Stimmung im philharmonischen Konzert, das Publi- tum ein wenig frisiert und stilisiert nach Callots Manier. Und sen- sationslüstern. Das sonst so öde Haus ist feierlich und hell. Nikisch läßt feine Truppe auf gelben Revalo-Geigen spielen, die dumpf, stumpf, sehr kräftig und sehr wenig edel klingen. Und doch— doppeltes Wunder der Regiei— begleiten sie das Beethovensch« Konzert mit duftiger Stille, fast lautlos, aufhorchend. Es lohnt sich: Kreisler macht zwar in dem Megrosatz ein paar willkürliche Tempo-Anläufe, dw im Zwischenspiel Nikisch klug und Übergangs- fein pariert. Aber was besagt das gegen die stark-geistige und warm,-sinnliche Einfühlung eines Musikers und Virtuosen in die höchste Atmosphäre größter Musikideen! Die Kreislcrsche Kadenz zum ersten Satz ist schlechthin ein Meisterstück, sie überragt im vir- tuosen Glanz und in der musikalischen Durchdachtheit auch die Joachimsche. Ganz köstlich, wie im Akkordspiel die Themen weit und eng nebeneinander laufen und sich zu umschlingen scheinen! Kreisler, der Mensch und Virtuos, wurde so enthusiastisch gefeiert, wie sonst nur Nikisch selber an dieser Stätte, und auch jetzt wieder. da ihn die deutsche Erde zurückgewonnen hat. Er spielt jetzt in ganz Deutschland für die Armen, die Kinder, die Geschädigten und Kronken. Wie wär's wenn dieser seltene Mann, der im Gefühl seiner Berufung keinem Wunsche taub bleibt, statt für die Armen nun auch einmal vor den Armen, vor den Erdschwachen, vor den Schwerstarbeitenden spielte?! Welch ein Glück, die Erleuchtung und Begeisterung aus den tränenden Augen derer zu lesen, die zum ersten und vielleicht einzigen Mole das Konzert der Konzerts von Meisterhand gespielt Hören. Und dazu: Nikischs Bruckner- Gebet! Welch Zusammenhang der Dinge? Die Klingle rs spielen em Strelchguartett von Kreisler: wir werden gespannt darauf achten. Aber erst muß der Blick vom Meiiterdieigenten weggewnnd- werde» zu einem unbeholfenen, dem der Ruf eines Mahler-Diri- genten vorausgeht, und der mit sehr linkischen Verbeugungen über dar IX. Sinfonie seines Gottes in Schweiß gerät: Klaus Pringsheim. Ueber die Verwirrung und Verirrung dieses nur noch in genialischen Tupfern aus Liederinnerung und Tschai- kowsky-Schwermut blendenden Werks ist hier schon mehrfach ge- sprachen worden. Im Zirkus zerflatien da: innerlich Zerrissene sind Gelockerte noch mehr. Nur Teil« werden geschlossen hörbar, auch disi' Pocken,»insatzrichtig, unbeschwingt, kalt. Statt in vier Sätzen v: srieren. springen die Nichtfanatisch-» mit zwei kühnen Siitzci. iir dv» Totensanntagssreihcit hinaus. Oberschleffen steht ein Abkommen zwischen Polen und Deutschland zur Regelung des Uebergangsregimes in Oberschlesten und des Minderheitenschutzes vor. Die erste Sitzung der deutsch-polnischen Konferenz fand heute im Völkerbundssekretariat unter Vorsitz Herrn Ealonders statt. Deutschland war vertreten durch Reichsminister a. D. Schiffer, Staatssekretär z. D. Lewald und den Grafen Schulenburg' vom Auswärtigen Amt, Polen durch den broollmächtigten Gesandten Kasimir Olszowski, den Legationsrat Terlowjki und den Sekretär im Ministerium des Aeußern Kramßtyk. Nach einigen Begrllßimgsworten des Generalsekretärs eröffnete Ealonder die Sitzung, indem er feine Aufgabe charakterisierte. Beide Vertretungen legten Wert darauf festzustellen, daß sie mit dem größten Geist der Versöhnung an ihre Aufgabe herantreten würden und mit dem Bewußtsein, daß nicht nur die beiden Länder, sondern die ganze Welt an einer befriedigenden Lösung der durch die Teilung Oberschlesiens aufgerollten Fragen interessiert sei. Ueber das einzuschlagende Verfahren fand eine Vorbesprechung stall. Ein von Olszowski vorgelegter und unterbreiteter Vor- schlag wurde als Derhandlungsbasis angenommen. Die Konferenz untersuchte nunmehr die Frage der A r b e i t s v e r t e.i l u n g auf verschiedene Unterkonimissioneu und die Frage, an welchem Ort die Unterkommisstonssitzungen stattfinden sollen. Die Aussprache über diese verschiedenen Punkte wurde auf morgen vertagt. ftorthp- Telegramm und Neichsregierung. TU. verbreitet folgende Meidung: Das Telegramm des Reichs- verwefers Horthy an den Prinzen Rupprccht ist Gegenstand von Be- ratungen innerhalb des Reichskabinetts gewesen. Die Reichsregie- rung hat sich entschlossen, dem Wunsche der Sozialdemokratie nicht nachzukommen, die eine Verwahrimg an die Adresse Ungarns for- derte. Vielmehr wird auf diplomatischem Wege der ungarischen Re- gierung zu oerstehen gegeben werden, daß eine Wiederholung derartiger verantwortlicher Kundgebungen zur politischen Beunruhigung de? deutschen Volkes beitragen müßte. Wie wir dazu an zuständiger Stelle erfahren, entspricht diese Meldung in keiner Hinsicht den Tatsachen. Eine Entscheidung über die in die Wege zu leitenden Schritte ist bisher noch nicht erfolgt. Im übrigen ist nicht recht erstchllich, welcher Unterschied zwischen unserer Forderung und der angeblichen Entscheidung des Kabinetts besteht. Wir wünschen, daß der ungarischen Regierung das Ungehörige ihres Verhaltens zum Bewußtsein gebracht wird. Nicht mehr und nicht minder. Alle Haarspaltereien müssen wir schon der TU. überlasten. Oder ist der Zweck ihrer voreiligen Verlautbarung der, uns von vornherein von der Last eines Erfolges in dieser Frage zu befreien? verhaftete Geheimbündler. Ter Verband nationaler Offiziere im Komplott. Auf Deronlaffoug der badischen Landesbehörden nmrden in den letzten Tagen in BerNn verschiedene Personen wegen Geheim- bündelet ocrhastel. Es handelt sich, wie die TU. erfährt, um Mitglieder der aus der Erzbergec-Asfäre bekannt gewordeneu Ge- Heimorganisation C, die ihren Sitz In München hat und über das ganze Reich verbreitet ist. Unter den Der- hasteten befinden sich d-rGeschäflsführer und zweiSassi e- rer des„Derbaudes der nationaigejlnnten Ofsi- ziere". Berlin, Schellingstraße._ Der bayerische Zeftungskrieg. München, den 23. November.(Eig. Drahtbericht.) In Layern ist wegen des Beschlusses der Reichstogskommission, auch die Zustände in der Festung Niederschänenfeld zu untersuchen, ein künstlich hervorgerufener Sturm der Entrüstung entfesselt worden. Die„Boye- rische Staatszeitung" geht dieser Propaganda mit der Drohung einer Abtrennung Bayerns vom Reich voran, und schreibt: „Die Ausführung des Besuche» der Neichstagskommission könnte unter Umständen von einer Tragwelte für die Weiterbildung des Reichsoerfastungsrechtes werden, die sich heute kaum übersehen läßt. Der Ministerpräsident hat inzwischen an die Leitung der Ellas- Und wieder mahnt etwas rückläufig an Kreisler, der als Maß- stab unerhört bleibt, und mit dem zusammen man überhaupt nur noch zwei lebende Geiger in einen goldenen Tops werfen kann. Eine Atempause also: Steffi Koschate-Thomä ist keine große Geigerin und wird keine werden» selbst wenn sie ihr Lampen- fieber und ihre Cpielunsicherheit überwunden hat. In der Kammer- musik macht sie gute Figur, als Solistin mit Orchester scheitert sie. Ein Wagnis, Flesch das Violinkonzert von Dohnanyi nachzuspielen. Griffe und Läuse werden durch Zufall auch einmal ganz richtig und ganz sauber, und eine Kantilene schmiegt sich sogar sanft ins Herz. Bei so schlichter und wackelnder Haltung der Geige, bei so steifer Eelenktcchnik aber kann kein Ton llagfähig groß bleiben. Hier ist von Grund aus neu zu lernen, damit ein schönes Talent nicht um- komme. H i l d e b r a n d bat alle Geschicklichkeit auf, um die Fähr- niste oergessen zu machen. Ueber Steffi Kaschate, die schon bester spielt«, kann mm» ernst- hast sprechen(und vielleicht einmal böse werden): sie bleibt auch bei Indisposition und Cchulvergestenheit beachtenswert. Ueber Julius Siber aber ist zu lachen, oder wäre zu lachen, wenn Retlame ihn nicht zum Genie stempelte. Tier eigene Konzerte: da heißt es warnen. Nicht weil Siber schlechter spielt, wie ein durchschnittlicher Konservatorist, sondern weil er sich nicht entblödet, einigen hundert Hörern klastische Werke in einer Verballhornung eigener Faktur stümperhaft vorzusetzen(Beethoven, Schubert). Auch der Begleiter Gpehr am Flügel dürfte solchen Schnickschnack nicht mitmachen: er bringt sich um einen Ruf. noch bevor er ihn hat. Siber Ist Jurist und Doktor und Romanschriftsteller. Nun: Nervenheilkunde hat er nicht studiert. Und in den Elixieren des Teufels wäre noch ein Platz für sein charakleristisch geschnittenes Profil. Ein unHeim- licher Gast! So etwas kann nur in Berlin existieren und Erfolg haben. Die Manieriertheit allein genügt schon für den Beifall, auch ohne Talent. Edward Weiß hat viel Talent: er sollte die Sucht, in Busonls Manier zu spielen und seinem Jungenqesicht die schlecht passenden Alterszüge aufzusetzen, ausgeben. Anschlag, Fülle des Tone, persönliche Fühlungnahme mit dem Werk interessieren selbst bei so äußerlichen Stücken wie den Etüden Allans. Sehr viel be- scheidener gibt sich Günther Hamann: ein technisch versierter, poesieooll nachdenklicher, ruhig und sauber gestaltender junger Pianist. Die Woche ist aus. Tonita und Dominante hießen Nikisch und Kreisler. Dos ist für lange nicht aus dem Ohr zu schaffen. Und al» sanfter Nebenakkord in der Großs'adimusik klingt das Flöten. Harfen-Konzert Mozarts nach, wundervoll von P r i i t und Saal hingeträumt, geschmackooll und zart degleitsr vom Orchester der Berliner Aerzte._ Lustspiechaus:»tzahnenkampf" von LautensaS. Jetzt werden auch die Krümelein des seligen Heinrich Lauten- sack aufgepickt. Die„PsarrhauskomSlüe" war saftigstes Volkstheater. „Das Gelübde" erschloß ein Stück Psa.ssenwclt, in das der Theater- mann nickst oft eingedrungen war. Die Tragikomödie vom Hahnen- kämpf verrät nicht viel van Lautensacks echtem Thcalerblut. Alle Dinge und Mmlchev bleiben et was in der SfizZe. Akter Männer Kampf um das Weib, das eine bayerische Hude! ist Der Apotheker anstatt die Messung erteitt, ein Betreten der Anstalt durch die Unter» suchungskommission unter Umständen mit Gewalt zu oer- hindern." Die„Augsburger Abend-Zeitung" faßt ihre Auffassung über die Wahrung der Justizhoheit Bayerns in die Worte zusammen:„Die Stätte der Gerechtigkeit darf nicht zum Tummelplatz des Pöbels wenden." Genosse Nikisch sagte mit Recht im Landtag:„Cr wundere sich, daß man sich errege, wo es doch die schönste Aufgabe der Reichs- regisrung sei, verletztes Recht wiederherzustellen und mißhandelte Staatsbürger zu ihrem Rechte kommen zu lasten, auch wenn sie i n Bayern wohnen". Inzwischen Iiat das bayerische Justizministerium gegen die „Münchener Post" eine gerichtliche Untersuchung wegen Hochverrats einleiten lassen, da ihm die Mahnung dieses Blattes, mit den baye- rischen Mord- und Geheimbundorganisationen anfzuräumen, im- bequem geworden ist. Du? Hungerstreik im Erlofthen. In Lichtenburg stehen nur noch vier, in Fort Zinna bei Tvrgan zwei, in Torgau selbst acht Gefangene, insgesamt also nur noch Itz von ursprünglich 128 im Hungerstreik. Nach dem ärztlichen Befund ist der Puls bei einigen schwach. Lebensgefahr ist bei keinem vorhanden. Bei den anderen ist allgemeine Erholung festzustellen. Darmstörnngen sind nicht eingetreten. In Naugard war ein Hungerstreik ausgebrochen. Das preu- ßische Justizministerium hat am Dienstag abend einen Kommissar hingeschickt. Der Hungerstreik ist inzwischen aufgegeben worden. Den Untcrsuchungsbericht des Landtagsausschustes findet der Leser im Landtagsbericht. Noliets Kinderangst. Erfurt, 23. November.(WTB.) General Rollet besichtigte heute nachmittag das Werk Erfurt der Deutschen Werke. An der Besich- tigung, die etwa zwei Stunden dauerte, nahm auch der Betriebs- rat teil. In der sich anschließenden Besprechung meinte General Rollet, indem er besonders auf den Bau von Schreibmaschi- nen hinwies, daß sich das Werk vollkommen umstellen laste. Auch die Fabrikation von Jagdwaffen müsse Frankreich als gefährlich ansehen. Ein hiesiger Berichterstatter meldet: Als der Betriebsrat den General Rollet darauf hinwies, daß er die Fabrikatton von Militär- waffen unter ollen Umständen verhindern würde, sagte General Rollet in deutscher Sprache:.Das sagen Sie, aber nicht Ihre K i n d e r l" Die belgischen Wahlen. Brüssel. 23. November.(Agence Belge.) Bei den Wahle» zu den gesehgebenden Körperschaften gewinnen die Kalhollken acht Sitze; die Sozialisten verlieren vier Sitze, der Besitzstand der Liberalen bleibt unverändert. Die Pariei der ehemaligen Krieg». kcilnehmer. die Aronkparlei, die RUttclfiandsparlei und die Partei der uattonalen Wiedergeburl verlieren je einen Sitz, vou deu der Neuwahl unlerstegenden 33 Sitzen im Senai erhallen die Katho- likea 42. die Sozialisten 3 und die Liberalen 13. Hölz schlver nerveuleidend. Wie die Korrespondenz BS. meldet, hat oor zwei Wochen Dr. Schminke, Arzt in Bad Elster,»nit Ge- nchmigung des Iustizministers Max Hätz besucht und seine Ansicht dahin ausgesprochen, daß Max Hölz krank und nicht hast- fähig sei. Letzten Sonnabend und Sonntag fanden Kons«- renzen im Zuchthaus zu Münster zwischen Iustczrat Dr. Lroh, dem Verteidiger von Max Hölz, dem Geheimen Regierungsrat H u m a n n, dem Vertreter bes Iustizministers, ferner dem Anstaltsdirektor und dem Unioersitätsprofestor Toebben, dem leitenden An- staltsarzt, statt. Auch letzterer erklärte Hölz für zweifellos krank und schwer nervenleidend. Nach Angaben seines Verteidigers leide Hölz an Nervenschmerzen und ist so schwach, daß er oft hinfällt und sich dabei angeblich Verletzungen zugezogen hat. Nor allem klagt er über Mangel an Luft. Es wurden Liege- t u r e n auf dem Hofe de» Lazaretts angeregt: Hölz sowie sein Ver- teidiger bestehen jedoch auf Beurlaubung in ein Sana- torium, da Hölz in seinem jetzigen Zustande weder eine Gefahr bilden noch flüchte» könne, andererseits im Zuchthaus zugrunde gehe. und ein halb Dutzend der Dorfhonorationven haben das Weib für ihr Vergnügen geheuert. Sie läßt alles über sich ergehen, denn sie verbraucht viel von der Manneskraft. Nur zwei kommen auch an ihr Herz: der Apotheker und der Gendarm. Das gibt einen Hahucnkampf auf Tod und Leben. Die Flinte enttcheidct, es bleibt der Gendarm, der junge, hübsche Kerl, den die Frauen ständig am Wickel halten, auf der Wahlstatt. All dieses derbe Leben ist bayerisches Leben, Bergvolksmanier, Grobheit, die keine Grenzen und Schranken kennt, dialetttsch ein- gefärbtes Menschentum. Im Lustspielhaus vergißt man das voll- kommen. Man gibt sich kaum die Mühe, das Stück zu lokalisieren. Selbst Albert B a s f e r m a n n, der den Haupthahn, den Apotheker spielt, versogt in diesem Punkte. Lautensack besaß eine handfeste Geschicklichkeit, wenn er die Menschen mit ihren alltäglichen Wider- sprächen und Gegensätzen auf die Bühne schleuderte. Die Männer, die sich bei Lautensack in die Knochen fahren und nach echter Bauernart zu holzen anfangen, scheinen echt und wahrhaft. Nur geht es nicht, wenn sie aus ihrem Heimatboden entwurzelt werden. Schauipielsrrouttne kann niemals wirttich Volkstümliches ersetzen. lind so sst es bedauernswert, daß Albert Bastermann und Hermann Voll entin das Bauerntum nur mit animalischen Mitteln dar- stellten. Ihr Mundwerk versagte, und dieses Mundwerk rasselte seltsam«indrvcksvoll unter der Feder dieses cremen, theatergierigen und zu Lebzeiten vom Theater immer wieder zurückgestoßenen Hein- rich Loutensack. Da diese bayerische Komödie nur ein Aufriß und nichts Aus- geformtes ist, gab man noch Otto Erich ftartlebens„Sittliche Forderung" dazu. Hier soll Bastermann der thürin- gische Kleinstädter sein, der dos forsche Varietemädel erst mißachtet, aber schließlich doch mit Wonne in die Arme nimmt. Bastermann steigert den Ton sofort allzusehr ins Flotte. Der Lebemann kommt bei ihm besser weg als der Spießer. Das entspricht dem Ulk- geholte des kleinen Stückleins nicht. Und man fragt sich zum Schlüsse, warum denn Bastermann alle seine Rallen überschreit. _ Max Hochbor f. Zur Franz-Diedcricb-Feier. die die Volksbühne am Montag, den 2?., im Berliner R a t b a u S s a a l veranstaltet, sind noch Einlas!- karten ,u 3 M. In der Buchhandlung V o r w ä r t«. in der(Sc- i ck ä> t S lt« l l e der Volksbühne. Linienitt. 217, in der Volt«. dühnen buchhandlung, bei Tietz usw. zu haben. Im Kleinen �beater ist die Erktoufführnng von.Die Siebe wacht' aus nächste Aoche verschoben worden. Im„Ztbeater am Kurfürstendamm»' siudet am DonnerStaa die 50. Aufführung deS Lustspiels„Jngeborg* von Kurt Goetz in der Premieren- bcsctzung statt. Der Dnbersulosefism.Die weiße Zseuche" wurde, wie wir be< richteten, kürzlich im V>«iinorsaal zum erstenmal gezeigt. Die Kullur- abccilung der Usa vcranstaittt jetzt in Groti-Berlin die Vorführungen WeieS oilinS nicht nur in den Kino-Theatern, bei besonderen Gelegenheiten kSuh- -aa, Toieniomilag u. ä.). iondcrn auch in einer Anzahl von Sälen Berlin» wähtenb der Abendstunden, um jedem den Besuch zu ermöglichen. Diese Vorlübrungen'eignen»ich besonders iür Bereine, Verbände, Krantcnlasten. Var-te vcranslallui'ac!?. sowie für Schulen. Nähere RuSkunlt erteilt der .i f.bi-r iür hn lieuische l ollsbelehrung, Berlin RW, Lulsenvlatz 2-4, oder. i i n,;*1 ni!g der Ufa, Frledrichstr. 209. /lusschußberatung üer Steuervorlagen.] T Im Reichstngsausschuß für Steuerfragen bestritt Staatssekretär I Zapf, gegenüber dem Abg. Dr. Herz(II. Soz.), daß das Ver- 1 hältnis von Verbraucher- und Besitzsteuer» in den tabellarischen Uebersichten absichtlich oder unabsichtlich falsch dargestellt sei. Die Umsatzsteuern in Höhe von 24 Milliarden seien ausdrücklich als Verbrauchssteuern in der Uebersicht angeführt. Sei man der Mei- nung. daß die Einkommensteuer abwälzbar sei, so müsse man die Unterscheidung zwischen direkten und indirekten Steuern über Haupt aufgeben, ebenso wenn man davon ausgehe, zu unterscheid den, ob die Steuer leistungsfähige oder schwache Schultern treffe. Abg. Bernstein(Soz.) forderte eingehend die Erfassung der Sachwerte, nach der die Ueberfremdung zwar nicht mehr eintreten würde als schon jetzt, jedoch würde sie dann geregelt werden, so daß sie auch einzuschränken ginge. Die Erfassung könnte geschehen durch Uebergabe von Anteilscheinen industrieller Unternehmungen an das Äeich. Nur bei solcher Erfasiung der Sachwerte, die als Deckung unserer schwebenden Schuld gesichert ist, sei an eine Erholung der Mark zu denken. Abg. Dauch(D. Np.) nennt die Steuervorlagen Konfiskation, die das Ausland abschrecke, Kapital ins Land zu bringen und der Privatwirtschaft Kredite zu gewähren. Das Valutaproblem sei bei ungesunder Wirtschaft und passiver Handelsbilanz nicht zu lösen. — Abg. Dr. hcrh(U. Soz.): Die Steuermark ist wegen der Mangel- haften und rückständigen Erhebung der Steuer geringwertiger als die Veranlagungsmark. Diese Vergünstigung trifft aber nur die Kaitalisten, nicht den Lohn» und Gehaltsempfänger. In England und Frankreich ist die steuerliche Belastung der unteren Klasien weit geringer als bei uns. Eine Veräußerung der Sachwerte an das Ausland liegt auch den Sozialisten fern und ist von ihnen niemals vertreten worden.— Abg. Scholz4 Uhr bei Witte, Poslstr. 29, Gruppen» usammlung. r Deutsch«« Dertehrsbund, Abteilung Ärastsahre«. straftdroschenfllhrer. Leute 7 Uhr im Gewertschastohaus, waal 16, wichtige Vertrauensmännerversammlung. Aus jeder Garage muh-in Bertrauensmann kommen. zentralverband der AnqestcNtcn. Freitag. Baugeschäsle. Funktionär- Versammlung 7 Uhr im Lehrervereinshaus. Alcxanherstr. 40—41.— Export. Mitgliederversammlung 7>4 Uhr im Schultheiß, Neue Jakobstr. 24— 2S. Berantw. für den rcdakl. Teil: Dr. Werner Peil», Eharlottenburg: fllr An- zeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag Borwärts-Berlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin. Lindenstr. Z. 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M. im„B. T" dem hilflosen Berlin als retender Engel, dem eine bürgerliche Mehrheit zur Seite steht. „Berlin kann nicht mehr weiter/ sagt er, die Erhöhungen der Löhne und Gehälter für die städtisd)en Arbeiter und Beamten haben den städtischen Finanzen den letzten Stoß gegeben. Als ob nur in Berlin die Löhne der städtischen Arbeiter und Anqesiellten erhöht werden müßten und nur die Finanzen der Stadt Berlin ins Gedränge ge- raten seien. Zur Deckung der vermehrten Ausgabeverpflichtungen werde die Schraube der Tariferhöhungen für Wosier, Gas und Elektrizität, sowie für die Straßenbahn zunächst abermals angezogen. Die Er- höhung des Wasserpreises losie die hygienischen Rücksichten noch mehr zurücktreten, während die Erhöhung für Gas und Elektrizität das Kochen mit Gas unmöglich mache und den Verbrauch von elek- irischem Licht auf ein Mindestmaß reduziere.„Finster, kalt und unsauber: das wird das Kennzeichen des künftigen Berlin jein.� Es bleihe ein Defizit von 220 Millionen, für das es keine Deckung gäbe. Das Reich solle wohl mit einspringen, doch sei die Frage, ob es überhaupt in der Lage sei, helfend einzu- springen. „Deshalb kann es diesmal nicht t»mit getan sein, nur wieder neue Unsummen in das städtische Danaidenfaß zu schütten, sondern man wird endlich"— nachdem man eine bürgerliche Mehrheit hat, steht zwischen der Zeile—,„an die ernstliche Prüfung der Frage gehen müff:n, in welcher Weise es gelingen kann, den ungeheuer- lichen kommunalen Aufwand durch eine Sanierungsaktion großen Stils zu vermindern und die Gemeinde von der Sorge um die schlimmsten Defizitträger, nämlich die städtischen Werke und Anlagen, freizubekommen." Diese Sorge soll das allezeit hilfs- bereits Prioatkapital übernehmen, das in seiner Liebe zur Berliner Bevölkerung weder die Gas-, Elektrizität»-, Wasier- und Straßen- bahntarife erhöhen wird, selbst wenn die Mark noch weiter fallen, die Löhne der Arbeiter und die Gehälter der Angestellten noch weiter steigen sollten. Berliner, merk st du was? Die„edeiüigteii*. Ein deulschvölkischcr Reinfall. Die Störung der„R e i g« n"- V o r st e l l u n g am 22. Februar dieses Jahres hatte gestern noch ein gerichtliches Nachspiel. Die deutschvölkischen Radaumacher fühlten sich durch Direktor S l a d e k beleidigt, weil er von der Bühne aus erklärt hatte, daß es sich um eine Demonstration handele, die der D e u t s ch v ö l k i s ch e � Schutz» und Trutzbund und der Verband national- gesinnterSoldaten veranstaltet habe. Er richtete alsdann an das ruhige Publikum die Bitte, sich durch diese Vorgänge nicht stören zu lasten und der Vorstellung bis zum Schluß beizuwohnen.\ Die Fübrer des Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbiindes, Ortsgruppe Berlin, Dr. Lemberg und Rittmeister a. D. o. R a m m i n, sowie der Geschäftsführer Koch vom Verband nationalgesinntcr Soldaten sowie ein gewister Günther v. K u tz l« b e n hatten wegen dieser Worte Privotklage gegen Direktor Sladek erhoben, die vor dem Schöffengericht in Charlottenburq verhandelt wurde. D i e Zeugen der Kläger, die größtenteils den genannten Verbänden angehören, behaupteten, daß von einer planmäßigen Störung der „Reigen"-Vorstellung nicht die Rede gewesen sei. Einige aber gaben doch zu, von der Absicht solcher Störungen gehört zu haben, und er- klärten außerdem, daß der seinerzeit wegen der Störung verhaftete besoldete Geschäftsführer des Gauverbandes Berlin des Deutschvölkischen Schutz, und Trutz- bundes Arthur Schmolle die Billetts besorgt habe. Rechts- anwalt Wolfgang Heine nahm die Zeugen in ein ziemlich scharfes Kreuzverhör und wies ihre Unzuoerlästigkeit nach. Er beantragte die Freisprechung des Direktors Sladek, weil dieser zur Wah- rung seiner eigenen Jntercsten genötigt gewesen sei, dem Publikum Aufklärung über die Vorgänge am 22. Februar zu geben. Das Ge- richt schloß sich den Ausführungen des Verteidigers an und sprach Direktor Sladek auf Kosten der Privatkläger frei. Der Nattenkrieg. Ms eine der unangenehmsten Nachwirkungen des Krie- g e s kann das Uebcrhandnehmen der Ungeziefer- plage betrachtet werden. Durch das Halten von Kleintie- ren, Federvieh, Kaninchen usw. in Wohnungen und Keller- räumen, haben sich insbesondere Ratten und Mäuse in un- Hezlrköverbanö Herlm SPD. U am$ ref tag, den 25. November, abcnös 7 Uhr in folgenden Lokalen: Patzenhofer-Ausschavk. Fidicinftr. 2 3. Brauerei köoigstadt, Schönbauser Allee tv lt. Krteger-Vereinshau», Ehausteestr. 94. Arminius-Hallcn. Vre ner Straße 73 74. Wilmersdorf: Ittklorwqerlen, Wi Helmsaue ll4 tlb. Lichtenberg: Täcilien-Lyzeum. Rathausstraße. Riederschöneweide: Schulaula, Berliner Straße Zt. Spandau: Metropolsäle. Schönewalder Straße SS. Tagesordnung: Teuerung— Steuern— Lohnbewegungen. Referenten: Erwin Barth, E'ora Vohm-Sckmch, Roberl Breuer. Ernst Beikmann. ffranz klüger, Hermann Lüdemann, Limberh- Esten, Heinrich Ströbet. S o n n t a g, üen 27. November, �prmittags 10 Uhr: Reukälln: Schvltheiß-Ausfchank tWIvtcrgorten), Hasenheide. Ref.: Reichswirtfchastswinisler Robert Schmidt. Friedrichshain: Konkordia-Feflsäle. Audreasftr. 64. Ref.: Abgeordneter Ernst Heilmann. Pankow: Lindners Konzertgarken. vreilestr. 30. Ref.: Abgeordneter Hermann Lüdemann. geahnter Weise vermehrt, so daß sie geradezu zu einer Landplage geworden sind. Ganz abgesehen von der gesundheitlichen Gefahr ist die wirtschaftliche Schädigung, die durch die Arbeit dieser Nagetiere herbeigeführt wird, von großer Bedeutung. Riesige Nahrungsmengen fallen ihrer Gefräßigkeit zum Opfer. Nicht nur Deutschland,� sondern auch andere europäische Länder haben unter der Rattenplage zu leiden. So wird berichtet, daß der durch Ratten verursachte Schaden in Großbritannien und Irland auf min- bestens 15 Millionen Pfund jährlich zu schätzen ist. Das Ueberhandnehmen von Rotten und Mäusen hat den Ber- liner Magistrat veranlaßt, energische Maßnahmen zur Vertilgung dieser Ploaegeister durchzuführen. Das H a u p t g e- sundheitsamt der Stadtgemeinde Berlin hat nach eingehenden Untersuchungen über die wirksamsten Mittel zur Be- kämpfung der Ratten Phosphorlatwerge und Meer- zwiebelpräparate empfohlen. Die bakteriologische Bekämp- fung wie auch die Vergasung läßt sich in einer Großstadt wie Berlin infolge besonderer Verhältniste nicht einwandfrei durchführen. Be- reit? im vorigen Jahre versuchte der Magistrat die Hausbesitzer Ber- Uns zur freiwilligen Mitarbeit an der Bekämpfung dieser Schäd- linge heranzuziehen. Leider war diese Hilfe völlig ungenügend. Die Arbeit des einzelnen war wertlos, wenn sie nicht von allen unter- stützt wurde. Auf Grund einer Polizciverordnung vom Oktober d. I. wurde für den gestrigen Mittwoch eine allgemeine Ratten- Vertilgung in Berlin angeordnet. Die Eigentümer der Ber- liner Grundstücke, der Lager- und Schuttplätze, sowie die Inhaber von Laubengrundstücken hatten die Verpflichtung, die vom Magistrat empfohlenen Phosphorlatwerge oder Meerzwiebelpräparate unter Beachtung der dazu herausgegebenen Anweisungen auszulegen. Eine Geldstrafe von 150 Mark oder entsprechende Haft- st r a f e ist für diejenigen Hausbesitzer usw. angedroht, die sich nicht an diesem Rattenkrieg beteiligen. Kontrollbeamte sind angewiesen. nach einiger Zeit die beim Kauf der Giftmittel ausgestellten Ouittun- gen nachzuprüfen. Ob diese Maßnahmen den gewünschten Erfolg haben, muß allerdings abgewartet werden. Eigenartig berührte die Tatsache, daß der behördlich fest- gesetzte Preis für 00 Gramm Phosphorlatwerge von 2,50 M. häufig nicht eingehalten, sondern erheblich(biszutOOProz.) überschritten wurde._ Nicht anerkannte kohlenpreise. Der Verband der Berliner Kohlengroßhändler hat, wie das Nachrichtenamt de» Magistrats mitteilt, mit rück- wirkender Kraft vom 1. November ab, die Preise für Steinkohlen, Anthrazit, Westfälische Schmicdckohlen, Rotbraunkohle, Grundekefc. und auch für Holz wiederum erhöht. Diese Erhöhung ist e n t» gegen einer ausdrücklichen Vereinbarung von dem Verband der Berliner Kohlengroßhändler allein ohne Zu- Ziehung der Preisprüfungs stell« erfolgt. Die Preisprüfungsstelle kann dcch'r diese Preise nicht anerkennen, bevor nicht durch eigene Nachprüfungen die Angemestenheit der neuen Preise festgestellt ist, und sie behält sich gegebenenfalls vor, wegen übermäßiger Preissteigerung einzu- schreiten.» « Der Magisttat beschloß die Festsetzung neuer Höchstpreise für Briketts, und zwo, betragen diese von morgen, den 24. November 1921, für Küchen- und Ofenbrand 24.15 bis 25,15 Mark je Zentner. Für Brikettlieferungen an das Kleingewerbe sowie für Zentralheiz ungs- und Warmwasferbereitungsanlagen in Fuhren nicht unter 30 Zentner bettagen die Preise 2 4, 15 bis 25,10 Mark je Zentner. Diese Sätze bleiben hinter den vom Handel vor, geschlagenen um 1 M. zurück. Sozialistenhetze bei der ReichStreuhandgesellschaft. Tie mit dieser Ucbersckiriit veröffei'tlickiien Miiteilunae» in Nr. 632 deS.VoiwärlS" sind von der Direktion der Reich»« lreiihandge'ellichafl beachtet worden. Sie biile» uns um Aufnahme folgender Erwiderung: „Zii der in dem Ariikel„SozialiÜenhetze bei der Rcichetreu- handgesellschafl" gegebenen Schttdernng bemeiki die Tireli on der ReichStreiihandge'cllschafl iüis eiste grnndiötzlich. daß sie auf dem Sinndpunki sieht, daß politische, wählend der Arbeiiezeit ge- iübrte A»»'prachen, gleichviel welcher Art. nur schädigend auf die Arbeilsleitiung einwirlen und de»balb nach Riogllchttii»nier» blinden weide» müsien. Bei Nickibeachlung greisi die Dirdtion jederzeit, soweit sie ihr bekann: wild, durch enisprechende Maß- »ahmen ein. Im vorliegende» Fall kann nur iestgrstellt werden, daß die Entla"ling der Sienoiypislin und auch die Gründe, die dam sührwii, durch die Enlicheidung de« Schlickiliiin«aiiSsckusieS und deS Temobilmochung«konim>ssarS ihre volle Beslät'gnng und Nechlfertigling pefundeil habe». Schließlich kann nur erklärt werden, daß eine AiiMunii»der die Sienoiyvislin. wie in der Notiz angegeben, selbstverständlich allen Gepflogenbeilen bei der ReichLtreiibandgel-llschasi direkt widersprechen würde und tat» iächlich auch nicht von ibr gezpxben woiden ist." Ob über die iozialisii'che Slenoihpistiri die Auskunft.solch« Tomen be'chäsiigen wir ivchi" rrteill wuide, kann die Tircki>on nicht wissen. Sie bestreiket eS. weil ihr keine Fesistelliing darüber möglich gewesen ist, wer sich diese Ungehöiigkeil erlaubt tal. Mit Besriedigung böre» wir, daß eine solche Aiiskunsl allen G e» pilogenheiten bei der ReichStreubandgesellschost widersprechen würde. Taß für die Entlastung der Steno- lypistin ibr Lerhalten in dem Kenflilt mit ibrem Vorgesetzten den Grund abgegeben bat, bezweifeil ja niemand. Aber auch die Be- stäligung durch Schlichtiing-'allSschnß und TemobilmachungSIemmisiar schasit nicht die Totlache aus der Welt, daß die Wurzel dei Reibe von Konflikten, deren letzter mit einer gewaliiamv Lö'ung endete, in den politischen Gegensätzen und in Hänseleien der Stenotypistin zu suchen ist Ter Tireltinn peilen politische AuSipiachcn wäbrend der Arbeitszeil als die ArkritSleisiurg ickä- digend, und sie unterbindet sie, ioweil sie ibr beiamit weiden, ober die von uns erwähnien allzu aufdringlichen vekun- düngen der monarchischen Klesinnung einiger Ol] Aräulem. Von Paul Enderling. „Annemarie, wer ist das?" Es war das erste Wort, das er bisher eingeworfen. „Ach so. du weißt auch nicht ihren Namen. Es ist Fräulein. Aber jetzt heißt sie Annemarie." Sie erzählte, wie die Flut der Sehnsucht höher, immer höher gestiegen sei, bis sie zu ertrinken drohte, bis sie ihn— den anderen— herrief. Sie verschwieg nichts, oerschönte nichts und ließ nichts aus. Und als sie fertig war mit ihrem Geständnis, sprang sie auf. blieb aber am Stuhl stehen und fragte leise, fast gleich- gilltig:„Willst du mich trotzdem noch?" Er war bleich geworden und hielt wie in übernatürlicher Anstrengung die Augen geschlossen. Die Hände hatte er fest .i'M den Stuhl gekrampft.„Ja." sagte er nach einer langen Pause. Und wie um sich zu kräftigen, wiederholte er laut: „Ja." Und nun blickte er sie an. und als er sie so scheu und slucbtbereit dastehen sah— er hatte sie nie so gesehen und fand sie hübscher als jemals—, sprang er auf und eilte zu ihr. „Ich bin schwach." flüsterte sie. sich an ihn lehnend.„Halte inich. daß ich wieder stark werde." Er zog sie an sich. „Du kannst mich ruhig küssen," sagte sie.„Das andere ist vorbei. Ja. es ist vorbei." Er ließ sie los und ttat zurück. Ein bitterer Zug überflog sein Gesicht.„Weil er dich nicht wollte!" „Ja." sagte sie rubig.„Aber so ist das Leben. So sind mir Frauen. Du liebst mich ja ober. So denke doch wie— ist es nicht Mignon?— denke: Wenn ich dich liebe— was fleht's dich an?" Er sah sie verblüfft an.„Das sagt nicht die holde Mignon, sondevn die dreiste Philine." »Nun ja—" ..Das ist ein großer Unterschied, liebes Kind." Der '"bilologe in ihm war erwacht. Sie merkte: er kühlte sich ihr rsößl'ch überlegen. In belehrendem Ton. als stünde er auf Katheder, fubr er fort:„Es ist ein gänzlich unmoralischer Sw-'ch und hat einen ganz anderen Sinn, als den du ihm jetzt beilegst. Er ist das Resultat einer egoistischen Weltan- schauung." „Bist du nicht auch ein Egoist?" „Ich?" „Ja. Willst du mich nicht mitsamt meiner Vergangen- heit? Du verlangst ein bißchen viel. Begnüge dich doch mit der Zukunft." � „Mit der Zukunft—" sagte er und sah sie fast lauernd an.„Ja, ja, das ist alles schön und gut. Aber—" Thea begriff, was er meinte. Der gute Henning war nicht so schwer zu begreifen. In ihm kämpfte ein jäh erwachtes Mißtrauen mit der Verlegenheit, wie er es äußern könne. Und als Thea ihn ganz und gar begrist, ging sie von ihm fort zum Fenster und sagte:„Also lebe wohl!" Er fuhr auf.„Thea, was soll das?" Sie schwieg und sah zum Fenster hinaus. Er trat zu ihr.„Tbsa, du bist mir Rechenschaft schuldig." Langsam drehte sie sich um.„Nein, mein Lieber, du irrst. Ich bin dir nichts mehr schuldig. Jetzt nicht mehr... Aber nun geh und bleibe nicht, bis ein böses Wort fällt, das uns beiden leid tut. Wir wollen in Freundschaft auseinander- gehen.�nicht wahr?" „So war das nicht gemeint," stammelte er verwirrt. „Doch. So ist es gemeint." beharrte sie.„Ich sah es dir an: Du gingst in Gedanken' von mir fort, da du mir nicht traust. Geh nun auch in Wirklichkeit." Als er noch zögerte, setzte sie lächelnd hinzu:„Nicht wahr? Es wäre dir lieber gewesen, wenn ich das alles nicht gesagt hätte?" „Ja," sagte er schnell, wie aufatmend bei dem Gedanken an dieie Möglichkeit. „Siebst du? Und das ist es gerade, was mrs nun trennt. Begreiftt du das nickt?" Nach einer Weile nickte er.„Ich konnte nicht anders. Verzeih!" Er ging langsam zur Türe. Als er schon die Hand auf der Klinke hatte, wandte er sich noch einmal um:„Ich glaube, ich hätte dich dennoch immer lieb gehobt." Und der Blick, mit dem er sie streifte, hatte wieder das Demütige und Sckückterne des früheren Henning. Thea ging schnell zu ihm und gab ihm die Hand.„Du Haft es ant mit.mir gemeint, so, und es tut mir von Herzen leid, d�ß ich nnn fo viel Unruhe in dein Leben gebracht habe." „Nein, nein." stotterte er. „Hab Dank!" Aber als sie merkte, daß er sich nieder- beugte, um ihre Hand zu küssen, ging sie schnell von ihm fort zum Fenster und sah hinaus. Sie wandte sich auch nicht um, als sie die Türe zufallen hörte. Nach einer laisgen, langen Zeit sah sie ihn unten aus dem Hause treten und den Platz überqueren. Zwei junge Leute, die ihm begegneten, grüßten ihn. Wahrscheinlich waren es Schüler. Er erwiderte den Gruß nicht. Sie sah, wie die beiden sich nach ihm umdrehten., Er tat ihr leid. Fast empfand sie zum ersten Male etwas wie Liebe für den stillen, besckeidenen Mann. „Armer Kerl," sagte sie leise. Wie damals am Der- lobungstag. Das letzte Mal. Der Mondschein glitt durch die hohen schmalen Fenster. Er füllte das ganze Zimmer mit seinem frommen Glanz. Ein blausilberner Schleier lag auf den Wänden, dem Boden, den Möbeln und über Hermann Görke, der in einem alten Polster- stuhl hockte. Sein junges Gesicht sah fahl und eingefallen aus. Er saß leblos, wie abgestorben, den Kopf tief auf die Brust gesenkt. Im ganzen Hause war kein Laut zu hören. Alle schliefen. Vater umd Mutter waren fort, auf einem Geburtstagsfest bei Konsuls. Er war der einzige Wachende in dem alten Hause. Auch die Straße draußen und der Fluß sckliefen. Kein Dampfer meldete sich. Keine Menschenstimme klang herüber. Alles war eingeschlafen oder tot. Schlafen können— das müßte herrlich sein. Es war schon so lange her, daß Hermann eine Nacht ruhig geschlafen hatte. Schlafen, bis alles vorüber war,— welch köstlicher Gedanke. Hermann erhob sich. Nein nicht schlafen— wachen, leben, lebenl Er ging zur Türe. Leise drückte er auf die Klinke: keise, mit unendlicher Vorsicht öffnete er sie. Alles war still. Hermann streifte die Hausschuhe von den Füß-n und ging longsam auf den Flur. Als er den Fuß auf die erste Trspvem- stufe setzte, zögerte er unh blieb eine Weile stehen. Ihn fröstelte, und er wußte wohl, daß das kofte Rieseln vom Nacken her über den Rücken nickt nur von der Kälte der Oktobernacht kmn. Er nahm sich zusammen: Bah, war ja das letzte Mal! Schnell eilte er die Stufen hinunter. (Forts, folgt.) angeft eiltet find ihr offenbar erst durch den»vorwSrts� de« kaont geworden. Ob doS K a i serb i l d. da« die sozialistische Stenoiyp�ftin«der ibrem Platz täglich vor Augen haben mutzte, inzwu'chcn beseMgt worden ist oder noch beseitigt werden soll, ist au» der Erwiderung nicht zu ersehen. MagistratSvorfchuh für Notstandsarbeite«. Der Magistrat beschlost, entsprechend einem Rundschreiben de, Reich, wirtschofieminister, gt, die übrigen Reichsministerien und > S« st« l ien Umfange fortgeführt werten, um sie ohne erheb- Üche Mehrkosten und schädlichen Zeitoerlust jederzeit wieder auf- nehmen zu können Sn einer Zeit, in der sogar aus vielen Gebie- len ein Arbeitermangel in Erscheinung tritt, werden die in solchen Arbesten gebundenen Arbeitskräfte größtenteils für eine Hebung her industriellen Erzeugung freigemacht werden können. Die jetzt zurückge' ellten Arbeiten werden dann eine willkommene R e- f e r v e sein, wenn in der Industrie die Beschöftigungsnot auitriti urch«Ine neue Arbeitslosigkeit Deut'chland heimsucht." Der Mogistrat setzt« zur Vorbereitung von Notstandsarbeiten einen„Mogistrotsausschust für Notstandsarbeiten"«in, bestehend UU» dem Oberbürgermeister, Stadtkämmerer, den Stadtbauräten choffmann und Hahn und den Stadträten Brühl, Weise und Wutzky. Brotkarienstichwort Konsumgenossenschaft. Wir wiederholen unsere Mahnung, die bereits zur Verteilung gekommenen beiden Vrotkerten mit dem Stichwort„Konsum- genoffenschast Berlin und Umgegend" sorgfältig aufzube, wahren, bis sie aufgerufen werden. Den Bäckermeistern wird die Lust, die Hergabe von Brot aus diese Karten zu verweigern, sehr bald vergehen, wenn die Stadtverordnetenversammlung dem von un» mitgeteilten Antrag der sozigldemokratischen Fraktion zu- «stimmt haben wirtv Wer übrigens in d i e Konsumgenosien- wie kann öer Wucher bekämpft werden l Die Vorbereitrngen im Polizeipräsidium. oft eingetreten ist, kauft selbstverständlich sein Brot bei ihr und lacht der törichten Drohungen wildgeworde- n ex Bäckermeister._ CMn Cferettentbeater l» TckiSneberg scheint zu den Notwendig. festen gekört zu bnben. Der wandliingjreiche.Schwcirze Ndler' in der Snuristrnre MIIN sich auch das peiallen lasten. Zunächst bat'S allerdings nur iflr eine AuSstallungSposte.Est nmal kommt die Stunde" »an Aiirn l'ofefrfi mit ganz niedlichen KeiannSlcxien von Veckwartd und einer anipiechenden Mustt von Paul Maitini gelangt. Die Keichicht« scheint im Lunapark zu spielen und in den AparlemenIS der Leute, die stch nicht lanawesten. Ärnau lägt stch da, iniolge des Durcheinander von gltistenden starben in dT Dekoration nicht sen stellen WaS eigentlich sür ein Konstikt dem bunten ffiemengiel ans der Bübne zugrunde liegt, mag der Teuiel wisse».?liif jeden stall genügt er, um jede Dummheit, die die Peisonen deS TtüSeS machen, begreiflich erscheinen zu lassen. ES wurde recht flott und lustig oeipielt, d h, getanzt. Aus eine Erwädnuna der Einzeidarsteller mnst der Nezeujent aber verz'chlen. da er den hier geübten Zwang, gleich- gestig mit dem Perionenverzeichnis ein Textbuch erwerben zu müssen, nicht unteislfsten zu dürien glgubte. Dir Srftauffüdruiig de» Schauspiels„Die Schiflbrüchlgrn" von Vrlenx findet Sonntag, den 27,, nachmittag»>/,4 Uhr un Theater FolieS stapliee statt._ Grost-öerttner parteinackrichten. Heute. Donnerstag, den 24. November: ». ltrel». Wedving. 7 Uhr Dankstr.«0 bei stersin, Sitzung der Slternbelräte. Jede Schule mutz durch ein Mitglied vertreten sei». II,»Im». Die Abteilungsleiter de» llretsc» smit Ausnahme Pankow) können dl« Plalate sllr die Volksversammlung am Sonntag, Jien 27. November, am Donnerstag, den 24. Zlvvsmder, abends i Uhr, b*t Pankaw, Pulte Str. 14, abholen. Es ist da' restlo» geklebt werden. Ztz. Ldt. All, Mitglleder miUsen_.... Trauern RBaignuM anwesend sei». Dt« glieder nnchmal» einladen. «. Äbt. eharlattenb-r«. 7V4 Uhr bei s-keb sammwng mit Aahladend. Thema:„Die v.,..,, «eutig,»irtschaftlube Sage". Res. w. striiger. ... Reyer, Türkische» Zelt, zu sorge», Hätz dl» Plakate w der Mit. 88, Abteilung«»«. Sachwerte und die ... Neaklltn. Vi Uhr bei Wolfs. T-Iser-ffriedrich., Scke Roseag erstratze. Abrechnung der»ezlrbi, Au»eaS« der Flugblitt«. erscheinen der Funk. ttonäre Pstlcktl SPD Smm kchnung ..ir« Pftl_ �.180.«dt. Pankow. 7H Uhr Int stastnosaal bei kstndner. Breit« Str. 84, Mitglied«», rsammlung. Themai.Ltegierungabildung und staalktton". Bes. Aoaeordneter Weber.Grleeheim, M. d. L, ernleleSte. ... Dt« Svrechftunde fällt heut«»u». aso, tollsten. Spandaa. 714 Uhr Im Zugendheim, Reuendorser Str.»8, Bortraaaobenh.— Friedrlchihal». 714 Uhr Gemeindeschul« Gtratzmann- strotze I,«ortrag!„Die heutige Vollswlrtschaft". Res. Bartel».— Senpne Treptow. 714 Uhr im �Jugendheim Elsenstr.». Dlokuffionsabend.~ eine .________ ei» Portrag»-bend.—<8 nippe Schönhauser Vorstadl. 7V4 Uhr ragen". Res. sturt Wegen«. Araueaveranstaltuagen: 88. Abt. Tempelhos. Der Frauenabend fällt au» und findet am 80. November statt. Morgen. Arellag. den 25. November: 8. strei». Kiedrich«!«!». 7 Uhr«relsmttgNederversammluna in de» Dome. sesisiilen, Remeler Str. 67. Thema:„Die grotz» rkoalitlon". Ref. »ich»hage». 714 Uhr Zuaendheim Scharnweberftr. IM. Vortrag:„85t: bund»volttlk". Ref. 0. Bach.— Gruppe ReukZllu. 714 Uhr Zugrndh: Nogatstr. 83. vorrragiadrnd.— Gruppe Britz. 714 Uhr lm Zugendh Thausseestr. 4«, Vortrag»abend.-- Gruppe Sil"'~' bei Carl, Wichertstr. 69. Thema:„Völkerbund, nlus-Fest F. riedeich Bartels, M. d. e. 514 Uhr von den bekanilten Lotale» au» Flug- lattverbreitung. Erscheinen Pflicht. «dt. Adend» 8 Uhr Fraktianisttzung lm Rathau» Wittenau. sfrllhcr 22.). Allgemeine fflugblattverbreitung. DI« Be; n dle Flugblätter einen Tag früher In den dekannten i ., okalen in, streife» in den Tomenius- Die semeinsten sller Praktiken des freien Handels, das Schi«- bertum. der Kettenhandel, der Wucher, das schamlose Spekulieren wit allen lebensnotwendigen Dingen hat heute in einem Umfang und mit einer Skrupellosigkeit angesetzt, die nur mit jenen uner- hörten Zuständen während des Krieges verglichen werden kann, als die Konsumentenschast und ihr« Vertreter mundtat gemacht waren und jenes Gelichter mit den daheimgebliebenen Frauen und Kindern machen konnte, was ihm beliebt«. Damals— es war tm Fahr« 1916.— schrieb der zu den entschiedenen bürgerlichen Sozialpolititern gehörig« Dr. Heinz P o t t h o f f:„Jetzt hanbelt es sich um die Gefahr des Aushun. gerns eines Teiles unseres Volkes durch emen andern Teil desselben Volke», um die Abwehr eines inneren Feindes, besten Ge- fährlichkesi gar nicht hoch genug geschätzt werden kann." Dann äußert er sich über die Kartoffelfrage und es klingt, als ob es in diesen Novembertagen gesprochen worden sei.„Vorräte waren genug.ookhanden, aber st» wurden nicht aus den Markt ge- bracht. Dl« Pretse erreichten ein« Höhe, die durch dos Verhältnis von Borrat und Bedarf gar nicht gerechttfertigt war, und am Schluß verdarben gar ungeheure Masten oder mußten zu Spiritus verarbeitet werden, weil die zurückgehaltenen Vorräte nicht mehr von den Menschen verwertet werden konnten, die vorher sich nicht hatten satt essen können." So war es 1916, so wurde es im Herbst 1921, so kann es wieder im Frühjahr 1922 werden, wenn«s nach dem Willen der Agrarier und Großhändler, der Wucherer, Schieber und Ketten- Händler geht. Was kann geschehen! Voller Verzweiflung und stiller Empörung werden sich in den letzten Tagen und Wochen die Männer und Frauen der arbeitenden Bevölkerung»st genug gefragt haben: Gibt es denn gar kein Mittel, um dieser unerträglichen Teuerung und dem immer frecher werdenden Wucher abzuhelfen? Das eine Notmittel des Kriege», für besten Aufrechterhaltung wir Sozialdemokraten unter Betonung der immer noch bestehenden Ausnahmczeit wiederholt eingetreten sind, die Zwangsbewirilchastung und Verteilung d»r vorhandenen Lebens- mittel, ist dura» den Willen der bürgerlichen Mehrheit, zu der leider noch genug kleine Beamte, Angestellte und auch Arbeiter gehören, aufgehoben worden. Da der Markt mit geringen Auenahmen frei ist, herrschen aus ihm auch die Gesetze de» freien Handel». Um so mehr ist es Pflicht der Behörden, die Konsumenten vor seder Ve- Wucherung zu schützen und zuzugreifen, wo sie nur können„Rück- sichtslos" fügen die meisten hinzu, wenn sie vom Zugreifen sprechen. Die praktische Bekämpfung des Wuchers mit Lebenemitteln und Gegenständen de» täglichen Bedarf» liegt in den Händen der wucherahteilung des Polizeipräsidiums. die zu einem großen Teil mit Beamten besetzt ist. die in der Kriegs- zeit ihre Erfahrungen gesammelt haben und st« nunmehr erneut in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Man gewinnt an dieser Stelle sehr bald die Ueberzeugung, daß da,„rücksichtslose Zugreifen", wie es so gerne gewünscht wird, einen wirklichen Erfolg nur dann auf- weisen wird, wenn ihm ein» gründliche Vorbereitung, die natürlich in aller Stille erfolgen muß, vorausgeht. Der wllde Handel. um den es vielfach geht, ist schwer zu fasten, und e» bedarf eines sehr vorsichtigen Arbeiten» der Wucherbehörde, Merkt die saubere Zunft, daß z. B. in Berlin von der Behörde kontrolliert und scharf zugepackt wird, so verhindert sie einfach, daß die Waren auf Berlin zurollen, und sie verschiebt sie noch dem Westen oder nach Gegenden, wo wenig oder gor keine Kontrolle ist. Berlin kann unter Umständen vor die Frag« gestellt werden: Entweder Waren um jeden Preis oder gar kein« Waren! Ein weiterer Mißstand der Wucherbekämpsunq ist, daß die polizeiliche : Wucherkontrolle zwar dos Recht der Feststellung hat, ober natürlich �nicht das Reckt der Verurteilung. Ein Prozeß aber findet erst nach vielen Monaten, wenn nicht gar nach Jahresfrist sein« Erledigung. Selbstverständlich wird auch eine Wucherkontrolle beim Kleinhandel ausgeübt, dem das Publikum gern und schnell den Vorwurf des Wucher» macht. Die eingesestenen und bewährten Firmen sind aber vielfach in der Lag«, den angeblichen Wucherpreis au» ihren erhöhten Einstandpreisen und Unkosten nachzuweisen, den weniger soliden ist aber gleichfalls sellen etwa» nachzuweisen. Die Buchführung in öer Westentasche. Diese Sorte Firmen hat meist keine Einkaufsrechnun- gen zur Hand, weil ihre ganz»„Buchführung" in der Westentasche untergebracht ist bzw. in d«r Banknvtentasche. Was sie einkaufen ! bezahlen sie daraus, was sie aus dem Bertauf einnehmen, stecken sie ' wieder hinein. Eine Buchführung gibt e» nicht, also ist es auch schwer, ihnen etwas nachzuweisen. Eigenartig berührt««, i wenn man hört, daß den Beamten des Schutzdienstes gegen den Wucher in den Läden, in denen sie lediglich Im Jntereste des taufenden | Publikum» Feststellungen machen, von den anwesenden Hausfrauen Schwierigkeiten bereitet worden sind, ! well diese fürchten, daß die Beamten zur Schließung de» Ladens schreiten werden, was aber nur in den seltensten Fällen qeschieht. i Da» gesetzliche Vorgehen der amtlichen Wucherbetämpsung stützt sich natürlich aus eine Anzahl gesetzlicher Bestimmungen. � lieber diese und über dl« Möglichkeiten einer praktischen Wucher- I bekämpsung werden wir in weiteren Aueführungen berichten. Die hunöertsthast z. b. v. Mordprozetz um Wachtmeister Bnchholz. 8«ebmen dl« Fwablätier einen Tag srützer In Empfang.— 7 Ubr MltgUederversammlung de«,. len. Memeler Str. 67. Ttzema:„Die Regierungekoalition in Preutzen". ef. Friedrich Bartel-, M. d. L.— Ferner am Sonntag, den 27. Rovemder, frllb Ig Uhr, in den Toneordia.Feftsälen. Andreo-str. 64, große öffentliche i Bolk-versommlung. Di« Funktionär, finden flch schon um 914 Uhr ein. 81. A5t. Friedenau. Die Mitpliederversammluna findet nicht am Freltag, 1 den 25„ sondern am Mittwoch, den 89. Rovemder, statt. »8. Abt. Rentill». 714 Uhr d«I Braun, Rieten., Ecke Falkstratz». Funktionär- sttzüng mit ollen Funktionären und Betrieb-vertrauensleuicn. Erscheinen Pflicht, da wichtig« Tage-ordnung. Di« Bezirk-sllhrer bitte startothek mit- dringe». Frauenveranstalkungen: ~ Brei«. Tiergarten. 9.— 18,»dt. Der Frau, nadend ist wegen der öffent. klchen Versammlung auf Montag, den 26. Rovemder. verlegt. ?uyenüveranftoltunyen. Buefai Arbeiter. Jugend. Sekretariat! SV. 68, Liabenstr. 8, 2. Kos link». 2 Treppen recht». Telephon: Mol. 121 08—10. Heute, Donnerstag, den 24. November: Seuk8ll».Nord. Jugendheim München«! Str. 52, Di-kuffion:„Verein«. —«irden. Jugendheim Sckule Putduser Str. 6—7, D!«kuifion:„gen- ttaNimu» oder Föderaliimu»".— Reinickendoes-west. Zugendtzeim Bolk-daü- arnwederstratz«. Portrag:„Erste Hilf« bei Unglück-fallen".— Süden. mdheim Scknil» Stallfchreiderstr. 54, Vortrag:„Die bürgerlich» Jugend» Jugendheim Scknil» Stallschreiderstr. 54, Vortrag:„Die bürgerlich» Jugend» deweguna".— Rcichenberger viertel. Jugendheim Slogauer Str. IS— 16, Letz. Irt Sursu-adend de« Genossen Schütte. Wetter bi» Freitag mittag. Zeitweise neblig ünd vielfach heiter. Außer in den Mittagsstunden üb«: all Frost. In der Fortsetzung seiner Vernehmung schildert der Ange- klagte Hauptwochtmelster M« y e r, wie er in der Kaserne der Hun« dertschoft Die von der Entente zu beschlagnahmenden Wafse» verstecken ließ und vor der Waffenkammer ein Maschinengewehr aufstellte. Plötzüch sei die Kaserne von einer Hundertschaft umstellt und besetzt worden, um die Hundertschaft z. b. v. zu entwaffnen. Zunächst habe man an Widerstand gedacht, als aber der Echupotom-. mandeur Kaupisch selber erschien, habe man da» Vorgehen ol« «in« behördliche Aktion erkannt und sich gefügt. Meyer betont den guten Geist der in seiner Inspektion unter den Kameraden geherrscht habe, und das ante Verhältnis zu Hauptmann Stenn«». Ueber Buchholz, der zu einer anderen Inspektion gehörte, habe er im Hinblick auf umlaufende Gerüchte, daß er sich Unterschlagungen habe zuschulden kommen lasten, gesagt: »Der muß am die Ecke gehen!" Da» habe aber nicht bedeutet, Buchholz solle durch Mord um die Ecke gebracht werden, sondern nur. er müsse au» der Hun» dertschoft hinaus. Meyer selber habe mit Buchholz' Tod nicht das geringste zu tun gehabt Als er von seiner Stube den Schuß hört«, sei er hinausgelaufen und unterwegs habe man ihm bereit» zugerufen:„Buchholz hat sich erschossen!" Der Angeklagte Unterwachtmeister Erren will weder von einem bei der Hundertschaft bestehenden Geheimbund„Ringmannen" noch von einem Ehrengericht etwas gewußt haben. Als Jasoert und Rummler beschuldigt wurden, die Wasfenverheimlichung o« r r a t e n zu haben, und ihnen dos bei der Poroleausgabe vor- gehalten wurde, sei zur Prüfung„nur ein kleiner Ausschuß" zusam- menqelreten. Bon B u ch h o l z sagt Erren, daß er ihm sehr gleich- gültig gewesen sei. Buchholz habe sich nicht kamerodschaft- lich benommen.«Inen Gruß nickt erwidert und sich abseits gehalten. Er Hab«, wenn er in ZIvilkleidunq gina, sich stet» sehr nobel gegeben, auch kostspielige Passionen gehabt, sich z. B. Raste- bunde gehalten, die er mit Beefsteak» und Kotelettes gefüttert habe Allee da» habe stch mit der mäßigen Höhe seines Gehalt» schwer vereinen lassen, so daß man da» Gerücht von Unterschlagungen glauben konnte. Aus den Unterschlagungen erkläre sich dann auch der S e l b st m o r d. Erren sei in Buchholz' Arbeitszimmer gegangen, um zu telephonieren. Hinter ihm müsse unbemerkt Buch- holz selber eingetreten sein. Plötzlich habe er einen Schuß fallen hören und sich umdrehend Buchholz zu Boden sinken gesehen. Ueber ihn hinwegschreitend, sei er hinausgelaufen, um Hauptwachttneister Meyer herbeizuholen, und habe auf dem Kor- ridor einem ihm begegnenden Beamten zugerufen:„Buchholz hat sich erschosten!" Dasselbe habe er dann zu dem schon herbeieilenden Meyer gesagt. Der Vorsitzende hält Erren vor. daß Duchholz zum Ausgehen angekleidet war und sich doch auch nicht In dem Augenblick erschießen würde, wo in seinem Zimmer eine andere Person war. Auch sei der Schuh iu den Hinterkopf gegangen, während in der Regel ein Selbstmörder sich von vorn erschießen würde. Erren antwortet:„Es ist nicht sedermann» Sache, in den Lauf einer Pistole hineinzusehen. Wenn er sich von vorn erschießen will, könnte er schwankend werden." Er «5 :, wie man hinter sich halten und die Kugel sich von hinten N den Kops sagen kann Di« bei Bi'chholz gefunden« Pistole mit dem Kastber 7,6S gehört« zu den nur bei besonderen Lnlästen ausgegebenen. Erren bebauptet, daß e»«in« einmal einem Leutnant abhanden gekommene Waffe sei. Daß e» sich um einen Selbstmord handle, wollen die Angeklagten Immer wieder durch Hlnwei, auf den gegen Buchholz erhobenen Vorwurf der Unterschlagung von 176 900 M. glaubhaft machen. Meyer gibt an, B u ch h o l z habe, al» er in Untersuchungshaft ging(aus der er nach fünf Tagen wieder entlasten wurde), erklärt, allein wolle er nicht hinein- gehen, er werde noch andere mitnehmen. Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Alsberg kündigt an, daß er In der Beweis- � erhebung die Motive des Selbstmordes, nicht nur die Unterichla. gunasaffäre, sondern auch die Zerwürfnist« de» Ehepaares Buchholz. werde beleuchten müssen. Darauf werden zunächst die Sachverständig«» vernommen. voNzeiarzt Dr. P e l l n i tz hat als erster die Leiche ge- sehen, den Einschuß am Hintertopf für den Ausschuß gehalten und au» einer Gaumenverletzung auf einen Schuh durch den Mund ge- schlössen. Da er wußte, daß Buchholz der Unterschlagung bezichtigt i wurde, so schien Ihm ein Selbstmord glaubhaft. An einen solchen ! alaubte er um so mehr, well ihm„in diesem Kreis vv» Beamten die Möglichkeit eines K r i m i n a l f a lle s nicht gegeben schien." Medizinalrat Dr. S t ö r m e r bat die Leiche obduziert und ist zu der festen Ueberzeugung gelangt, daß der Schuß unbedingt vou fremder Hand aus einer Entfernung von mindesten» SV Zentimetern abgegeben wurde. Er ersäuteri das durch Vorweisung de» präparierten Schädel«. Daß Buchholz selber sich von hinten erschossen Hab«, bäli er für unmöglich. Geheimer Medizlnolrai Dr. S cd m i l i n s k i, der an der Obduktion teilgenommen hat, ist über die Fraae Mord oder Selbstmord zu keinem sicheren Ergebni» gelangt. Geheimer Medi- zinalrat Professor Dr. Straßmann hält einen Selbstmord, wenn auch die Art der Ausführung ungewöhnlich sei, für möglich. Selbstmorde durch Schuß in den Hinlerkops i seien in einigen anderen Fällen zweifelsfrei nachgewiesen worden. Bei rauchschwachem Pulver könne, wie In dem Fall Buchholz, die i Hautverbrennung fehlen: da» beweise nicht« aegen die Annahme eine» Selbstmorde». Gerichtsorzt Professor Dr. Strauch hat nichts gefunden, was gegen einen Selbstmord spricht. Daß Selbstmörder i sich auf sonderbare Art und in Gegenwart anderer Personen er- � schießen, komme öfter vor Schießsachverständiger B o r e l l a hält/ entgeqen seiner früheren Ansicht, einen Selbstmord durch Schuh ln den Hintertopf setzt für möglich, nachdem Erren die Möglichkeit.«In« Pistole so zu halten, gezeigt habe. Echießsachoerständiger Bock sieht durch da« Fehlen von Pulversvuren die Annahme eine» Selbst. morde» al« nicht widerlegt an. Ingenieur Schuhmacher be- stätigt, daß bei rauchschwachem Pulver die Hautoerbrennung fehlen kann. Heute beginnen die Zeugenvernehmungen. versucht, bin äber immer wieder, zu meiner älien Merke xuruckgekehri' der Guten Moss&rv- Caz'o? Neu: CskW mit Gold unti mit KofK GOA Ms aller Welt. ».Vom Schiffsjungen zum Kapitän". Nut« dieser irresührendc» Ueberichrifl eil'eh der.H�ndter" e?r. «»« Aliona in vielen Zeiinnqen Deiuschlnnd« illn�eipen, die viele jung? Leule nncki Licimsulrg loekie». Hier angekommen, wurden ihnen laul Proipell Sev bi« WO ST! ffli tieft»nd Logi« und iiluSiünung«. gegenilände abverlangt. Da in Hamburg an Eeelenien lein Mangel ist. gelang eS Dr.. der ,ur Arbeitsvermittlung kein Recht hatte, nur durch Schiebungen einig« junge Leute auf lleine Zchiffe ,u bringen, von denen sie nach kurzer Zeit wieder entlasten wurden. Vollständig mittellos waren sie den Gefahren der Großstadl preisgegeben. Vr, der vor einigen Wochen wegen die>er Delitie stch vor dem Schöstengerichl zu verantworlen halte, wurde zu einer empfindlichen Geldstiaie verurlcili. Es ist jungen Leuten, die zur Tee iahren wollen, dringend zu raten, sich an da« hamburgische Arbeildami zu wenden. Der wiener Wald- und wlesenglirlel hat stch nach einem Wert vom Tag« in»inen Valuten» und Devisengfirtel verwandelt. vortrage, vereine unö versammlunaen. ttvwch. ..'latz 4, lioniemu» und In. Internationale Frauenliga|Bc F 0. Zlovember. abend» 8 Uf|t, im Wcjt SetfammlunB. Jlesierungerat Han»©oslat leridjt Uder„S tetnalionoliomua".©alle willkommen.— verband Bolkogcsunthcit. Donners, ..«" Gogenseitlg« riebe» und Fret staurant„Rote»' tag. den U., Vortrag des©cuoffen M. Rudolf und Mrnschcnwelt" in der Riehermall strcrg« 12. Eintritt frei ilfe in der Tier» äst« willkommen, � jcxxxxoooocxucgo_uaLX> a vccocoaoacx. i Ihe&fer, Udiisplele usw. i ooocr xpoocooooocoecpooooorA eo ciev*x*jocbS Opernbm Figaros Hochzeit Lhr__ Schauspielhaus Zum 300. Male; Pter Gynt _ p/tUm_ Deutsch. TheaT. 7'j%U• Louis l-'crdir.and Fr.nz von Preußen Frt 7", t.ouisFerdirnnd Prinz von Preullen Kammcrspiele 8 U.: Der HGhnerbof Frt8: Der Hühnerhof Gr.Schanspielb. (Karl.>iiaUel 7U. Götz v. Berllchlnzen Frt 7i/, p e Räuber i iicater t. d. Koaitjörätz.Slr. 7 30 Uhr. Hldalla (Hanau, Chat 1. Schultz, Riemann, Kinz, Ulldt, Der nburu.v.Tv. ardowski Brand) frt: Manon Lescaut So.: Hidalla Stg: Manon Lescaut KomOdienhans ligüC i i.40 Uhr: Die Fahrt ins Blaue (ailssncr, Richard. Engl. Priickl, Slleda) Berliner Theat. Tighch 7J0 Uhr; �rinsQffin Vellisbülme Fheatei a Buiowpiatv u'MallcMenlch Lessing-Theat. Vi, Uhr Die Spielereien einer Kaiserin (Duricux, Sieinrück, Sternberg) Frrltae 7'? Uhr. Dcp lantcrhafkc Herr Txciiu ■ onnab. u.£oniit 71,: pi.lercieneln. Kaiierfn M mag 7. Peer Gjol OeutschesXönstlEr-It! A|lab»nd ich 7<'j- Derlielli[|eüni!]rosIns (Max Ada ben) FriizlMassaryao. Ralph Arthur Robert». Pepl Zanipa, Hb. Klpei Oonlral-Theater Hu.: Delektitmäilel Daut«c1i«sOpernhaua uÄ D. ilien. GollÄnder Frledr. Wilhelmat. Th i uhr: AmerlcnD Girl Intime« Theater S U: Die Speiunke Lauf doch nicht immer naeki herum Klaln. Schauspielhaus tv,u. Nachtasyl Lustsnielhaus s uhr:. Peter ßraDer Metropdl-Theater �D-StraSensängerlD Neues Operetten-Th «um Königin INactil Neues Theater am Zoo 7ViUhi Der Dummkopl 10 U: Petz-Kaincr-hal|. Neues Volkstheater 7«/,u.s ingendlrennile Schiller-Th Cnarlbg. S Uhr Die Schinetter. Ilngaschlaclit Schloßpark-Th Steglitz T/tu.: Medea Thalia-Theater Sehäin' Dieb, Lotte Thea). amNollendorlpt. 31/,: Der dunkle Punkt u�DleEhe Im Kreise Theater dea Westena ut' fiFantlLucDlIns So 4: Hinsel u. Qre'el Th.l d, Kommandant Str (Jüd. KOnsder-Th.) VI, Uhr Dybuk Wallner-Theater 7«/, uhr Nixchen Wathaila-Theater uMungjuß mansein Residenz Theat Täglich 7'/, Uhr: Das weite Land von hchnltzler. Trlesch, Seitens. Kortt Schroth, Welckar. Schneider-Nissen, Seines Theater Täglich 7*/, Uhr: En«. Burg, Carola Toelle Falkenstein. Albert in Frl. Josette - meine Fran THanoITflieat. Täglich Vi, Uhr: Dar gr. Erfolg I Kein Jreund ____ Teddg Tlieäler Ostens (Hose* Theater) 'S Uhr NifleläeiMe Credtflianh Frankfurt a. M.— 5erlin URAUFFÜHRUNGEN DER WOCHE! Die Abenteuerin von Monte Carlo Ein Film 1b 3 Te'len von Dr. Wljli Wollf und A, Semlay ■■M- ERSTER TEIL- Die Geliebte des Schani HaupiroHe Ellen Richter Freitag, den 25, November, 6 Uhr, im UTKurliir.tencfamma.UTNoilendorfplalz er Gloria- Fi Im der UFA Die Jagd nach Wahrheit Scbeuspicl in S Akten von J. Sternhelm mit Erika GEaeßner/ Prllz Kortner Kagte; Karl Grüne Freitag, den 25. November, 8 Uhr, tn den Ufa■ Lieh. splelen TAULNTZiEN PALAST tmmmmmm Trabrennen Mafißndort öoonerstag, Ii lloilir.. mittafs HVz Dir 8 Rennen. Gesamtpreise 97GOO Kark Casino-Theater I.Olhring.Str 37 Tägl.T, Der nene Sehlager DerWegiGU �olksstOcK In i An'z. Stg 3'/,: Tante Bella Neues Operetten-Tb. Schöneberg Hauptatratt« 144. Täglich» Uhr ❖❖ Einmal ❖❖ kommt die Stunde mit Elise Balzcr• Lichtenstein, Agni Wlikc.aeor« Baselt, Max Wilberg, Josef Cornnm u. a. ug. Thealer„L )lr. Jam, Klein Die Sensation Berlina Große Ausstatt Oparatte von Paul Llncke mit dem firlgolatis-l Lnft-Ballett Oskar Saboa.G. Else Berna Kartin Kettner frltzi Aren Fritz Steidl cnDamen-l 3U Ballett!! 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November 1921 hat beschlossen, das Grandkapital um M. 50 000 000.— auf Uk. 1 10 000 000.—> zu erhöhen durch Aasgabe von 50 000 auf den Inhaber lautenden, vom l. Januar 1922 ab dividenden- bereohtigten Aktien zu je 1000 Mk. Unter AussohließunK des gesetzlichen Bezugsrechtes der Aktionäre sind die neuen Aktien an ein Konsortium zum Kurse von 180•/.frei von Stückzinsen mit der Verpflichtung begeben worden, einen Teilbetrag von Mk. 80 000 000.— den alten Aktionären derart zum Bezug anzubieten, daß auf je 8000 Mk. alte Akten eine neue Aktie von 1000 Mk. zum Kurs von 180% zuzüglich des SobluOnotenstempela, jedoch frei von ätückzinaen bezogen werden kann. Nachdem die erfolgte Erhöhung des Grundkapitals in das Handelsregister eingetragen worden ist. bieten wir namens des Konsortiums in Gemäßheit der ßesohlüsse der vorerwähnten Generalversammlung den Inhabern der alten Aktien die neuen Aktien au nachstehenden Bedingungen zum Bezug an: 1. Auf 3000 Mk. alte Aktien kann eine neue Aktie von 1000 Mk. zum Kurse von 180% zuzüglich dea Scblullnotenstempels, jedoch frei von Stückzinsen bezogen werden. 9. Das Bezugsrecht ist bei Meidung des Verlustes in der Zeit vom 23. November 1921 bis einschlieOiich 10. Dezember 1921 bei einer der folgenden Stellen geltend zu machen: In Frankfurt a. n.]> und| bei der Mitteldeutschen Creditbank in Berlin) ferner bei«Hmtilohen Zwelgnlederlaasangen der IN itteldeatachca Creditbank an anderen IMiitaen außerdem: in C'oblenz u. KOla bei der Finna Leopold Seligmann !bei der Allgemeinen Deutschen Oredit- anstalt(Abteilung Becker& Co.) bei der Bank für Thüringen vormals B. M. Strupp Aktiengesellschaft bei der Firma H. Aulhäuser bei der Fa. Doertenbaoh& die., G.m.b.H. Ibei der Bankcommandite Siegmund Weil 8. Bei Ausübung des Bezugsrechts sind die Aktien, für die das Bezugsrecht su-geübt weiden soll, ohne Gewinnanteil- und Erneuerungssohetne mit einem doppelt ausgefertigten Anmeldeschein, iür den Vordrucke bei den Anmeldestellen erhältlich sind, einzureichen Mit der Einrercbung ist der Bezugspreis von 180 Proa- mit Mk. tWO für jede Akne und der Schlußnoten- Uebcr die Zahlung wird auf einem In(.elpzlc in nelainsen In IHUnehen in feMattKart in Tübingen in lipohlngen und der Stempel einzuzahlen. beiden Anmeldescheine, der dem Einreicher Zurücks wird, quittiert. Die alten Aktien werden mit einem die Aue- übung des Bezugarechts kennzeichnenden Swmpelaui druck zurückgegeben. 4. Die Aushändigung der neuen Aktien an den beziehenden Aktionär erfolgt gegen Kückgsbe des mit der Quittung über die Ein- zeblung versehenen Anmeldescheines bei deiienigen Anmelde- Gelaas quittiert hat, der Ausgabe der stelle, die über die Emplangnahma des gegen Empfangsbestätigung. Der Zeitpunkt neuen Aknen wird bekanntgegeben werden. Frnnkfnrt a. Sl.._______ itcglin..... den 21 November 1921. Mitteldeutsche Creditbank. f'.nM» taust Atöch'Sagrsprriitu UOIO-, 211. Reinroatch Nilhprhrifrh*,®tanftutt,r®tr',6e'' MIDerDrUUI Eck»Ralser..Schlllini,strahe rnfccafc w Vorworts sichern Erfolg! KeueKaut erzielt man schmerz los, unmerkl. für die Umgebung durch die echte Vater- Philipp- Schälkur ä 12 M. vom Tutogen-Lsboialor, Dresden-Zschschwiti H6 Schält Pickel, Mitesser, Sommerspross.. Haui- mreinigk uiw ah. Hol anmutige junge Haut zum Vorschrkomm Erh. I d Elelantenapoth, ueipz. str., n. Droger. BasOanstr 2, Pthmarnst.3. Rei nickend Sri. 1 td.Chsrlonenst 7d. Pa' k.. Prinzst 6 r- Kntaur oon Blöllotlieien� Archiven, Kunstblättern, Hand- ielchnnng., Anto.raph, tltnstr. eeten aller steilen. Handschrist mst und ahne Maiereien, alten Druitrn. eiNje nen«Schern na» Wert, StaMmdllchern usw. 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Freie Vereinigung der Bäckermeister von Berlin und Vororte. Die BÜWtl™ MdBetrlebsgEiiosseii- schalt liirGfoS-Beriin e.®. m. b. Berlin SW 48. Friedrich»» 288, befindet stch lest dem 3 Ottober ISZi In Llqnl. datlon. Sämtliche©lau» biger werden hiermit er» sucht, ihr» Forderungen umgehend nnzumelden. Berlin, den 19. Na» vember 191t vis Ciquibatatra s Wilhelm Kilian. Willi Fischbach. Krause Pianos zur Miele Ansbacher Str. I, Eckt KurfUrstenstr. Klaviere besten»»ahl. tauft Herer, ©itieafte.8. JJorienö.l 154. Auf Teilzahlung Anzüge Cutaways, Ulster, SchlOpfcr, Raglans, Maßnrb., moder.Sachen dequ dlstr.Ratenrah!g. Leisel' Kottlled I>loUandorIstr.22ä» �tähadtnltcndorl-Pht p— Säte—, und vzrstnzztmwzr iür 50- 500 Perfonou ru vergeben. FeÄZAeLräüteLt. Reichenberg er Str. 34. Tel.: äBongpL 12»60. 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